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Preis der Inserate: Für die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 20 Pfg., für Inserenten in den Kreisen Bielefeld, Halle, Herford, Wiedenbrück 15 Pfg., die breite Reklamezeile 60 Pfg Kleine Anzeigen das Wort 2 Pfg., Ueberschrift 10 Pfg. Schluß der Inseraten=Annahme für die am andern Tage Mittags erscheinende Nummer abends 7½ Uhr. Verantwortlicher Redakteur: Nis Peter Nissen. Druck und Verlag von I. D. Küster Nachf., beide in Bielefeld Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten Der Kaisers Heimkehr Hierauf begaben sich das Kaiserpaar und die großherzoglicher Herrschaften nach dem Schlosse, wo abends Familientafel stattfand, an der auch Reichskanzler Graf Bülow teilnahm. Kaiser Wilhelm traf Donnerstag morgen 8 Uhr 12 Minuten von Luzern kommend in Basel ein. Auf dem Bahnhofe wurden ihm vier Telegramme, a. ein Schreiben des Königs von Italien überreicht. Der Kaiser blieb unsichtbar. Nach dem Maschinenwechsel setzte der Zug um 8 Uhr 22 Minuten seine Fahrt fort. Um 3 Uhr nachmittags erfolgte in Straßburg die Begrüßung der alserin nach siebenwöchiger Trennung. Das Kaiserpaar setzte dann gemeinsam die Reise nach Karlsruhe fort. Hier erfolgte die Ankunft nachmittags kurz nach 5 Uhr. Am Bahnhof war das Großherzogliche Paar, der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin, die Prinzessin Wilhelm, Reichskanzler Graf Bülow und die Spitzen der Zivil= und Militärbehörden anwesend. Auf der Fahrt vom Bahnhof durch die festlich geschmückte Karl Friedrichstraße, zu deren beiden Seiten Vereine, die Studentenschaft und Schüler Spalier bildeten, begrüßte eine begeisterte Volksmenge die Majestäten. Beim Rathause angekommen, wo der Stadtrat und der Oberbürgermeister Aufstellung genommen hatten, hielt letzterer eine Ansprache: Er gab seiner Freude über die Anwesenheit des Kaisers Ausdruck und wies u. a. auf die Ereignisse im Osten hin. Die Ansprache schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Der Kaiser erwiderte ungefähr mit folgenden Worten: „Mein lieber Herr Oberbürgermeister! Zunächst ist es mir eine liebe Pflicht, für den Empfang zu danken, der mir zuteil geworden ist. Ich hätte geglaubt, meiner Pflicht nicht zu genügen, wenn ich auf meiner Rückreise nicht hier Einkehr gehalten hätte bei meinen teueren Verwandten und um zugleich auch den Beweis meiner vollständigen Heilung zu erbringen. Der freundliche Empfang der hiesigen Bevölkerung reiht sich würdig an die vielen schönen Empfänge, die ich in Italien gefunden habe. Ich habe dort jene schönen Küsten besucht, wo einst die Staufen weilten, deren Andenken noch heute hochgehalten wird. Manche an mich gerichtete Ansprache und Depesche und manches Denkmal der Kunst ließ vor meinen Augen die Zeit Friedrichs des Zweiten wieder erstehen. Sie haben richtig erwähnt, daß die Aufgabe des deutschen Volkes eine schwere ist. Denken wir an die große Zeit, die das deutsche Volk zusammengebracht hat, an die Kämpfe von Wörth, Weißenburg und Sedan, und denken wir an den Jubelruf, mit welchem der Großherzog von Baden dem ersten deutschen Kaiser begrüßte! Das wird in uns die Ueberzeugung festigen, da,ß Gott uns helsen wird, auch über den inneren Parteihader hinwegzukommen: Die Ereignisse, welche die Welt bewegen, sollten dazu führen, den inneren Zwiespalt vergessen zu machen. Ich hoffe, daß unserer Frieden nicht gestört werden wird, und daß die Ereignisse, die wir vor unseren Augen sich abspielen sehen, dazu angetan sind, die Geister auf eine Linie zu lenken, das Auge klar zu machen und den Mut zu stählen und uns einig zu finden, wenn es notwendig werden sollte, in die Weltpolitik einzugreifen.“ Weitere Nachrichten aus Deutsch=Sudwestafrita 62. Preußischer Landtag Abgeordnetenhaus Sitzung vom 28. April. 11 Uhr. Ein Unstern steht über der Kolonne Glasenapp. Nach der neuesten Meldung des Gouverneurs Leutwein aus Windhuk ist die Zahl der Typhusfälle bei der Glasenapp'schen Abteilung auf 87 gestiegen, von denen neun tödlich verliefen. 43 Kranke sind in das Lazarett Windhuk übergeführt worden. Der Rest und Zugänge bleiben in Otsihaénena. wo die ganze Abteilung unter Beobachtung steht. Der bei dem Sturm auf die feindliche Stellung unweit Onganjira durch einen Schuß in den Oberkiefer schwer verwundete Leutnant v. Rosenberg ist jetzt gestorben. Oberst Dürr traf am Donnerstag aus Südwestafrika in Hamburg ein. Er soll den Eindruck eines körperlich schwer leidenden Mannes machen. Die Kriegsoperationen sind einstweilen zum Stillstand gekommen und werden wahrscheinlich erst wieder ausgenommen werden, wenn alle Verstärkungen an Ort und Stelle und die Pferde verwendungsbereit sind. Am Sonnabend treten von Hamburg die Ausreise an: 3 Funkentelegraphenstationen mit vier Offizieren und 31 Mannschaften, eine Maschinengewehrabteilung zu sechs Gewehren mit 5 Offizieren und 133 Mannschaften, ferner ein Hauptmann, sieben Leutnants der Feldartillerie und 4 Sanitätsoffiziere. Zur Frage der Hinaussendung neuer Verstärkungen erhält die Köln. Ztg. ein Telegramm aus Berlin. Nachdem betont worden ist daß alle Verstärkungen so ausgeführt worden sind, wie sie aus dem Schutzgebiet verlangt wurden. heißt es weiter: Wenn es sich nun herausstellen sollte, daß die Streitkräfte zur Unterwersung des Aufstandes nicht ausreichen und dem von der verantwortlichen Leitung unserer Kolonien Ausdruck gegeben werden sollte, so wird, so beklagenswert dieses vom finanziellen Standpunkte auch ist, nichts übrig bleiben, als auch in diesem Falle Opfer zu bringen. Von dem Verlauf der Overationen in den letzten Wochen gewinnt man den Eindruck, daß sie in einem gewissen Stillstand gelangt sind, und die jüngsten Meldungen über die Schwächung der Kolonne Glasenapp durch Feuer und Krankheit bestätigen den Eindruck, daß die jetzt in der Kolonie befindlichen Streitkräfte noch nicht ausreichen, um dem Aufstand in radikaler Weise ein Ende zu machen. Wenn die Notwendigkeit, neue Truppen hinauszusenden, an uns herantritt, so würde zu bedauern sein, daß die Verstärkung nicht von vornherein ausreichend stark bemessen wurde, sondern duß man das System der„paketweisen“ Verstärkung angenommen hat. Die Verantwortung hierfür trifft die örtliche Verwaltung, die von Fall zu Fall alles erhalten hat, was sie verlangt. Auch aus dem Nordosten in Deutsch=Südwestafrika kommt eine Hiobspost. Der Nationalzeitung ist folgendes Telegramm zugegangen: &am Berlin, 23. April. Vom Grootsonteiner Bezirk ist eine neue Kunde durchgedrungen. Der Vorsitzende der Abteilung Grootsontein=Otavi der deutschen Kolonial= gesellschaft, Fischer, telegraphiert an letztere am 25. April aus Karibib: Distrikt Grootsontein erlitt schwere Verluste. Großenteils herrscht Mangel am notwendigsten. Ich bitte um sofortige Hilse. all diese Nachrichten sind leider nur geeignet, trübe zu stimmen. Das darf uns aber nicht abhalten, den Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen. Nur kühner Mannesmut und beharrliche Nusbo Am Ministertische: Rheinbaben und Möller. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung der Vorlagen betr. Regulierung von Flußläufen und Maßnahmen gegen Ueberschwemmungsgefahr, und zwar als erste die Vorlage betr. Freihaltung des Ueberschwemmungsgebietes der Wasserläufe.„ 4 b Verkehrsminister Budde ertlärt, zunachst habe er im Auftrage des Ministerpräsidenten mitzuteilen, daß er zum König zum Vortrag befohlen sei und deshalb der heutigen wichtigen Sitzung nicht beiwohnen könne, wie es seine Absicht war. Die wasserwirtschaftlichen Vorlagen, die der Beschlußfassung des Hauses unterliegen, seien von hervorragender volkswirtschaftlicher Bedeutung. Durch deren Annahme werde die Regierung in die Lage versetzt, einer hochwichtigen Pflicht zu genügen, denn zu allen Zeiten und bei allen Völkern sei es Aufgabe des Staates gewesen, die von der Natur gegebenen Wasserläufe derartig zu führen, und auszubauen, daß sie den wirtschaftlichen Interessen des Landes dienstbar gemacht werden. Redner geht des weiteren kurz auf die Einzelheiten der Vorlage ein. Wenngleich die Mittel, die zur Durchführung der Vorlage erforderlich sind, sehr erheblich sind. so glaubt die Regierung doch nicht davor zurückschrecken zu dürfen, die Genehmigung des Landtages zu erbitten, um endlich die Oder. Havel und Spree in einen Zustand zu bringen, der eine Gewähr gegen Hochwassergefahr bietet und eines Kulturstaates würdig ist. Wo ein Wille ist, da ist ein Weg! Ferner bemerkt Redner noch, daß er soeben den Auftrag erhalten habe, den Landwirtschaftsminister zu entschuldigen, da dieser durch plötzliches Unwohlsein gezwungen ist, der Beratung sern zu bleiben.„....24 s K. i, dem Geset Abg. Loebell(kons.) außerr sich zu dem Gesetz betr. Freihaitung des Ueberschwemmungsgebietes der Wasserläuse. Seine Freunde erkennten an, daß die Freihaltung durch die heutigen gesetzlichen Bestimmungen nicht gewährleistet ist und daß eine Ergänzung der Vestimmungen notwendig sei. Redner geht dann auf einzelne Paragraphen der Vorlage ein. Zur Vorberatung des Gesetzes beantragt er die Einsetzung einer Kommission von 28 Mitgliedern. Abg. Kriege(frkons) äußert sich ähnlich. Ministerialdirektor Dr. Hermes polemisiert gegen die einzelnen Ausführungen des Abg. Loebell. Abg. Schmieding(natl.) bemerkt, die Stellung seiner Fraktion gegenüber sämtlichen wasserwirtschaftlichen Vorlagen sei dieselbe geblieben. Sie werde die Regierung stets unterstützen in ihrem Bestreben. die Wasserläufe der Monarchie mehr den Interessen des Landes dienstbar zu machen, als dies bisher geschehen ist. Er und seine Freunde gingen an sämtliche Vorlagen mit der guten Absicht heran, ihnen baldigst Gesetzeskraft zu verleihen. Redner geht auf die einzelnen Vorlagen näher ein. Als er auch zur eigentlichen Kanalvorlage spricht, unterbricht ihn Präsident v. Kröcher. Abg. Schmieding (fortjahrend) erklärt das Einverständnis seiner Freunde mit der Einsetzung einer Kommission von 28 Mitgliedern.„ 94. kmmte. Abg. Dr. am Jehnhoff(her.) bemerti, daß nicht anschließen, sie werde vielmehr auch für eine gemeinsame Kommission von 28 Mitgliedern für alle Gesetzentwürfe stimmen. Abg. Brömel(frs. Vg.) fürchtet, die Regierung wird schließlich durch ihr Entgegenkommen an die Kanalgegner durch die Trennung der Vorlagen die Kanalfreunde verlieren und die Kanalgegner doch nicht gewinnen. Er wünscht den einheitlichen Charakter der wasserwirtschaftlichen Vorlagen gewahrt und beantragt, sie einer Kommission von 28 Mitgliedern zu überweisen. Abg. Dr. Dahlem(Ztr.) kritisiert einzelne Bestimmungen der Vorlage. Abg. Frhr. von Zedlitz(fr.=kons.) kann es im Gegensatz zu den Herren Wiemer und Brömel nur billigen, daß die Regierung gemäß dem Wunsche der großen Mehrheit dieses Hauses damit gebrochen hat, die Hochwasservorlagen und die Verkehrsvorlagen in einem einheitlichen Gesetzentwurf zusammenzuschweißen. Dadurch sei nicht nur formal die Möglichkeit gegeben, Entwürfe für sich zu beraten, sondern auch, falls, was er nicht hoffe, es in dem einen oder andern Falle zu einer Ablehnung kommen würde, doch die andern für sich anzunehmen, g ict in.. Abg. Glatzel(nl.) wunschi insbesondere eine gründliche Kommissionsberatung über die Entschädigungsfrage. Ein Schlußantrag wird angenommen. Die Vorlage geht an eine Kommission von 28 Mitgliedern.„„ Es folgt die erste Beratung der Vorlage verr. Maßnahmen zur Verhütung von Hochwassergefahren in der Provinz Brandenburg und im Hafelgebiet der Provinz Sachsen. Abg. v. Bockelberg(kons.) dankt der Regierung für die Fürsorge, die sie den betreffenden Provinzen durch diese Vorlage hat zuteil werden lassen und hofft, daß die Mittel für die in Aussicht genommenen Meliorationen ausreichen werden. Abg. Vogt(Ztr.) erklärt einheitliche Maßnahmen für die ganze Provinz zur Verhütung der Hochwassergefahren für notwendig. Abg. Graf Moltke(irkons.) weist darauf hin, daß keine Provinz durch Hochwasser so schwere Einbußen erlitten habe, wie Schleswig=Holstein. Selbsthilfe müsse sich mit Staatshilfe zur wirksamen Bekämpfung der Gefahren verbinden. Nachdem noch die Abgg. Seydel(ntl.) und Graf v. Wartensleben(kons.) für die Vorlage eingetreten sind, wird die Besprechung geschlossen, und die Vorlage der schon für die übrigen Vorlagen eingesetzten Kommission von 28 Mitgliedern überwiesen.„ Abg. v. Arnim(kons.) beantragt zur Geschäftsordnung, nicht mehr in die Beratung der nächsten Vorlage einzutreten, sondern die Sitzung zu verHierauf wird die Sitzung abgebrochen und die Weiterberatung auf Freitag 11 Uhr vertagt. Schluß 3½ Uhr. Politischer Tagesbericht seine Freunde gegen die augenblicklich zur Beratung seine Freunde gegen die augenblicklich zur Beratz stehende Vorlage wesentliche Bedenten haben. Die ausbauer können zum Ziele führen. Vorschriften seien für alle Flüsse ganz schematisch die gleichen, während für Gebirgsflüsse Vorschriften angebracht sein können, die für andere Flüsse eine unnötige Härte bedeuten. Mit der Kommission von 28 Mitgliedern wäre er einverstanden. Regierungskommissar Dr. Hermes äußert, der Vorredner habe behauptet, die Vorlage sei ziemlich gedankenlos abgefaßt. Seine Bemerkungen gegen die Vorlage hätten aber keineswegs Zeugnis von einem tiefen Denken abgelegt. Abg. Dr. Wiemer(frs. Vpt.) erklärt, seine Freunde seien selbstverständlich gerne bereit, zur Bekämpfung der Hochwassergefahr mitzuwirken. Dem Antrage, die Vorlage einer besonderen Kommission zu überweisen, könne seine Fraktion sich Die Finanzresorm.. Die lex Stengel ist nun glualich in den Hafen eingelaufen und kann als geborgen gelten. Nach den Beschlüssen der Budgetkommission sollen hinfort die Finanzverhältnisse zwischen Reich und Einzelstaaten sich folgendermaßen gestalten: die Zölle und die Tabaksteuer werden von den Ueberweisungssteuern ausgenommen; es verbleiben die Branntweinverbrauchsabgabe und die Stempelsteuer; hinzu kommen Maischbottich= und Materialsteuer. § 2 wird den Einzelstaaten zugesichert, die nachträgliche Deckung eines Betrages ungedeckter Matrikularbeiträge, soweit sich Ueberschüsse desselben Jahres im eigenen Reichshaushalt ergeben. Abgesehen hiervon sollen die Ueberschüsse im Reichshaushalt zur Schuldentilgung verwandt werden, soweit nicht das Etatsgesetz des Jahres anderweitig darüber bestimmt. Bismarck in der Falle Ueber die Schwierigkeiten des Autographensammelns und über die Tricks, die man oft anwenden muß, um sich die Autographen berühmter Persönlichkeiten zu verschafsen, plaudert ein eifriger Autographenjäger selbst in einer englischen Zeitschrift:„Für den Autographensammler„comme 11 faut“ haben gekaufte, oder von Freunden geschenkte Autographen gar keinen Reiz. Das Wesentliche dabei bleibt immer die Spannung und Erregung, in der man selbst einen Autographenbettelbrief abschickt, oder das„Opfer“ persönlich interviewt. Sehr schwierig war es z.,B., einen Brief vom Fürsten Bismarck zu erhalten. Ich schr.. rum in zwölf Briefen, in allen Tonacten, immer mit verschiedener Unterschrift; aber ohne Erfolg. Dann hörte ich, daß der Fürst den Empfang auch des kleinsten Geschenkes bestätigte, obgleich er alle Bitten um ein Autograph unbeachtet ließ. Ich damals in Devonshire und kaufte in den DevonResengärten die auserlesensten Blumen. Aus diesen wählte ich dann zu Hause eine Niphetosrose aus, band sie mit Venushaar zu einem Knopflochsträußchen zusammen, das ich in die Mitte der Blumen steckte, und schickte dann das Ganze nach Rodrchtrnch, Amgesend achhelt ich einen, dimn Fürsten selbst geschriebenen Brief, in dem er sagte: „Die Blumen kamen frisch und grün an, ich trage sie und danke Ihnen für Ihre Freundlichkeit. Der Brief war mit ganzem Namen unterzeichnet. Er gehört jetzt zu den größten Schätzen meiner Autographensammlung...“ Ein anderer Trick des findigen Autograpgenjägers bestand in der Versendung eines Geburtstagsbuches. Die Koryphäen der Wissenschaft und Kunst wurden darum gebeten, an ihrem Geburtstage ihre Namen einzutragen, un auf die Weise lieferten sie natürlich ahnungslos dem Autographensammler auch die gewünschten Autographen in die Hände. In ein solches Buch haben sich u. a. Verdi, Gounod und General Boulanger eingezeichnet. Sehr freigebig mit ihren Autographen gehen amerikanische Berühmtheiten Mark Twain und Edison beantworteten die um ihre Autographen in sehr liebenswürdigen. Briefen. Joseph Chamberlain allein reagierte umf keinen Trick des autographenwütigen Engländers. Er pflegte gedruckte Formulare zu versenden, des Inhalts, daß„er bedauere, diese Bitte nicht erfüllen zu können. 2 Rietendafte Regenwürmer„agenwpirmerarten Schon unsere einheimischen#etzemtumt erreichen zumteil eine ganz stattliche Länge. treten aber alle zurück gegen einige Riesenregenwürmer, die sich in fremden Ländern finden. Aus Au stralten ist schon länger ein Riesenwurm, der zu den Regenwürmern gehört, bekannt: er erreicht die Länge von 1,20 Meter bei Fingerdicke. Noch übertroffen wird dieser aber von einem Regenwurm, den Keller auf Madagaskar entdeckt hat; bei ebenfalls Fingerdicke besitzt dieser Wurm eine Länge von 1,50 Meter. Die große Bedeutung, welche die Regenwürmer für die Lockerung des Bodens besitzen, ist durch Darwin in klarer Weise dargelegt worden. Darwin wies darauf hin, daß die Regenwürmer den ganzen Boden gewissermaßen umarbeiten und durch diese Bearbeitung des Bodens sich wesentlich an der Humusbildung beteiligen, für viele Pflanzen den Wohnort vorbereiten und in ihrer stillen, wenig beachteten, oft sogar verkannten Tätigkeit ein Hauptfaktor der Bo nveränderung sind. Die Tätigkeit der großen tropischen Arten ist natürlich noch viel ausgiebiger, als die unserer heimischen Arten, obwohl auch diese nicht gering anzuschlagen ist. Nach den angestellten Beobachtun gen kam Keller zu dem Ergebnis, daß in 50 Jahren eine Erdschicht von 1 meier Dicke an die Oberfläche zu befördern vermögen. Kunst und Wissenschaft ei. Bieleselder Stadttheater Gustav von Mosers, des jüngst verstorbenen Lustspieldichters häufig aufgeführter„Beilchenfreiser“ wurde gestern in unserem Stadttheater gegeben. Das unterhaltsame Stück fand den lebhaftesten Beifall des nahezu ausverkauften Hauses. Die Vorstellung vollzog sich auch in so flotten, liebenswürdigen Formen, daß die freundliche Stimmung des Publikums wohl zu begreifen war. In erster Linie verdient Herr Härting genannt zu werden, der als Träger der Titelrolle mit Schneid und Eleganz den liebenswürdigen Schwerenöter spielte. Seine Partnerin, Frl. Hummel machte sich nicht minder um die Aufführung verdient, und bewies neben hervorragendem schauspielerischem Vermögen vortreffliche Konversationsgabe. Das zweite Liebespaar des Stückes fand ebenfalls eine kobenswerte Darstellung, und zwar durch Frl. Müller und Herrn Kämmerer; die Dame, von zierlicher Anmut und mädchenhaftem Betragen, Herr Kämmerer als schüchterner Verehrer von überzeugendem Eindruck und sicherer Wirkung. Frau Cossee als Tante des Veilchenfressers, und Herr Mannstädt als Oberst, boten ebenfalls tüchtige Leistungen. Die übrigen Mitwirkungen taten gleichfalls ihre Schuldigkeit, kurzum, es war eine Aufführung, an der man seine Freude haben konnte; und diese kam denn auch in stürmischen Heiterkeits= und Beifallsausbrüchen zum Ausdruck. Herr Oppel hatte für eine dem Stücke angepaßte Inszenierung und Ausstattung bestens gesorgt. be 166 Die Börsensteuer hat, wie schon kurz mitgeteilt, im Finanzjahre 1903 eine Einnahme von rund 29,5 Millionen Mark erbracht und ist damit hinter dem Etatsanschlage um etwa 3,5 Mill. Mark zurückgeblieben. Im Rechnungsjahre 1902 hatte die Börsensteuer eine Einnahme von 34,8 Millionen Mark erbracht, im Jahre 1901 gar nur 27,9 Millionen Mark. Gegen 1901 hat sich das Verhältnis also etwas gebessert, gegen 1902 aber bedeutend verschlechtert. Wenn man bedenkt, daß in den Etat für 1901 eine Einnahme von 53.8 Millionen Mark als mutmaßliches Ergebnis der Börsensteuererhöhung eingestellt wurde so wird man aus einem Vergleich dieser Zahl mit den tatsächlichen Einnahmen der letzten Jahre ersehen, wie wenig die Wirklichkeit der erstmaligen Schätzung entsprochen hat. Im Rechnungsjahre 1901 waren beide Unterabteilungen der Börsensteuer hinter den Etatsansätzen zurückgeblieben, und zwar der Wertpapierstempel mit 18,8 Millionen, der Kaufgeschäftsstempel mit 7,1 Millionen Mark. Im Jahre 1902 erbrachte der erstere Stempel mit 21,3 Millionen einen den Etatsansatz um 1,6 Millionen übersteigenden, der letztere mit 13,7 Millionen einen hinter dem Etatsansatz m't 0,1 Million zurückbleibenden Ertrag. Im Jahre 1903 hat sich dieses Verhältnis völlig umgeändert. Der Wertpppierstempel ist hinter dem Etatsansatz um 4,3 Millionen Mark zurückgeblieben, während der Kaufgeschäftsstempel ihn um 0,7 Millionen 1Mark übertroffen hat. * ** Die wasserwirtschaftliche Vorlage Im preußischen Abgeordnetenhause ist die große Wasserwirtschaftliche Vorlage, von der zunächst nur die die Verhütung von Hochwassergefahr betreffenden Teile beraten werden, durch eine Rede des Eisenbahnministers Budde eingebracht worden. Ursprünglich hatte der Reichskanzler und preußische Ministerpräsident Graf Bülow die Absicht, die Vorlage persönlich durch eine allgemein gehaltene Betrachtung einzubringen. Die Rückkehr des Kaisers von der Mittelmeerreise und die sich für den Kanzler daraus ergebende Notwendigkeit, sich nach Karlsruhe zu begeben, um dem Monarchen dort Vortrag zu halten, vereitelte die Ausführung dieser Absicht. Für die Vertretung der Kanalvorlage ist auch kaum ein anderer Staatsmann geeigneter als eben der preußische Eisenbahnminister Budde. Als er vor Jahr und Tag in seiner Eigenschaft als Generalmajor und Mitglied des großen Generalstabes die damalige Mittellandkanalvorlage in einer meisterhaften „Rede empfohlen hatte, hieß es allgemein: Der General wird einmal Minister werden. Heute ist ers längst. Und was an ihm liegt, wird er auch in seiner gegenwärtigen Stellung tun, um der neuen Vorlage zum Siege zu verhelfen. Ob ihm das gelingen wird, hängt von hunderterlei Umständen ab, die sich heute auch noch nicht annähernd übersehen lassen. zur Zeit der Erlangung der Anstellungsfähigkeit 28 Jahre 11 Monate, zur Zeit der ersten festen Anstellung 33 Jahre 9 Monate, für den Zeitpunkt, von welchem ab das Besoldungsdienstalter datiert, 32 Jahre 9 Monate. Die Anzahl der Kandidaten überhaupt betrug 395 gegenüber 370, 305, 267, 218 in den jedesmal vorhergegangenen Jahren. Im allgemeinen sind die Anstellungsverhöltnisse gegenüber den letzten Jahren besser geworden, was schon daraus hervorgeht, daß das Lebensalter zur Zeit der ersten festen Anstellung in den drei vorhergegangenen Jahren 34 Jahre und mehr betrug. daß der Reichstag zu Pfingsten bis Oktober vertagt wird, um dann die erste und wichtigste Garnitur von Verträgen zu empfangen, und um sie mit genügender Frist zur Beratung behandeln zu können. Partei= und Wahlnachrichten Die Leipziger Sozialdemokratie hat das dortige Tivoli, eines der größten und schönsten Versammlungs= und Wirtschaftslokale in“ Leipzig, zum Preise von nicht weniger als 560000 Mt. als Gewerkschaftshaus angekauft. Welche Partei hat solche Mittel? Wo bleibt das Elend des Proletariats? Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie Der neue Gesetzentwurf über das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der! Photographie ist jetzt im vollen Wortlaut veröffentlicht worden, um auch weiteren Kreisen Gelegenheit zur Meinungsäußerung zu geben. Ueber das in letzter Zeit viel erörterte„Recht am eigenen Bilde" bestimmt§ 16 des Entwurfes:„Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Nach den des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von zehn Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte und die Kinder des Abgebildeten, und wenn weder ein Ehegatte noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte dürfen ohne die nach Absatz 1 erforderliche Einwilligung verbreitet und zur Schau gestellt werden, sofern nicht dadurch ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten verletzt wird. Die Vorschrift des Absatz 1 findet keine Anwendung auf solche Bilder, deren Zweck ni in der Darstellung einzelner Personen besteht, insbesondere auf die Wiedergabe von Landschaften, von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen. Ausland Oesterreich=Ungarn ∆ Budapest 28. April. Gährungen n Ungarn. Die Bewachung der Gesammtstrecken der Staatsbahnen durch Militär wird bis zum 4. Mai aufrecht erhalten. Da in der Umgegend von Elesd, wo am letzten Sonntag das Blutbad stattfand, die Brandstiftungen andauern, bleibt dort die militärische Besatzung. Bei weiterem Anwachsen der Anarchie wird das Standrecht auf Brandstiftung und Raub verhängt werden. Ortent. 9 Konstantinopel, 28. upril. Der griechisch=türkische Zwischenfall. Obgleich der Zwischenfall in Emyrna noch nicht geordnet, hofft man doch, da auf beiden Seiten Rechtsverletzungen vorgekommen sind, eine freundschaftliche Regelung der Angelegenheit. Der griechische Gesandte erklärte der Pforte. daß Griechenland keinerlei Flottendemonstrationen geplant habe und daß die Bewegung der Flotte schon früher festgesetzt war und nur Uebungen bezwecke. Der russisch=japanische Krieg Wohin der Streikterrorismus schließlich führt, davon zeugt wieder folgender Kölner Fall:„Mehrere ausständige Erdarbeiter hatten am Freitag einen Arbeitswilligen mißhandelt. Als dieser in der vergangeuen Nacht wieder von den Ausständigen überfallen wurde, schoß er mit einem Revolver auf seine Angreifer. Er tötete einen und verwundete zwei andere schwer, davon den einen tödlich. Er selbst wurde ebenfalls schwer verletzt und mußte ein Krankenhaus aufsuchen.“ „* * Das rheinisch=westfälische Kohlensyndikat gibt dem Drucke der Bergaussichtsbehörden und der Bezirksregierungen nach. Es hat sich, der Voss. Ztg. zufolge, mit dem Gedanken vertraut gemacht, die Uebertragung der Förderziffer einer Grube auf eine andere durch eine Aenderung seiner Satzungen zu erschweren, wenn nicht ganz zu verhindern. Das Verfahren der Steigerung der Beteiligung durch Ankauf und Zubilligung solcher Zechen, die keine oder nur eine geringe Ausbeute ermöglichen, hat eben nicht nur eine Schädigung von Grubenarbeitern und Gewerbetreibenden, sondern auch solcher Zechen im Gefolge, welche nicht kapitalskräftig genug sind, um sich an dem Aufsangungs= verfahren zu beteiligen. ** * Zu den deutsch=österreichischen Handelsvertragsverhandlungen wird der Nat. Ztg. gemeldet, daß die Forderungen der deutschen Regierung von der in der nächsten Woche in Wien zusammentretenden Zoll= und Handelskonferenz geprüft werden sollen, um die Stellungnahme Oesterreich=Ungarns gegenüber den Forderungen Deutschlands zu präzisieren. Die weiteren Verhandlungen werden dann nicht mehr auf schriftlichem Wege, sondern mündlich stattfinden. Man glaubt, daß ungefähr Mitte Mai in Berlin die Konferenzen zwischen den deutschen und den österreichisch= ungarischen Delegierten stattfinden werden, welche die erste Lesung des Vertrages darstellen sollen. „* * Lebensalter der Kandidaten des höheren Schulamts in Preußen Nach amtlichen Feststellungen hat das durchschnittliche Lebensalter bei allen im Schuljahre 1901 bis 1902 angestellten Kandidaten des höheren Schulamts Preußens zur Zeit der Ablegung der Reifeprüfung 19 Jahre 7 Monate betragen, zur Zeit der Ablegung der erLehramtsprüfung 26 Jahre 6 Monate, zur Zeit bersenigen Lehramtsprüfung, auf Grund wissenschaftliche Befähigung für feste vorbehaltlos erworben ist, 27 Jahre, Der Zuschuß für die Eisenbahnbeamten Ueber die Vorlage, durch welche die Bereitstellung einer Summe von 3 Millionen M. zur staatlichen Förderung einer von dem Verbande der Bezirksvereine der preußischen Staatsbahnbediensteten geplanten Krankenzuschußkasse erbeten werden soll, macht die Nord. Allgem. Ztg. folgende Angaben: Der genannte Verband ist zu dem Zwecke gegründet, um auf dem Wege der Selbsthilfe überall da ergänzende Einrichtungen zur besonderen Fürsorge in Krankheits=, Sterbefällen usw. zu schaffen, wo dazu ein Bedürfnis vorliegt, Die Kräfte einzelner oder auch engerer örtlicher Vereine aber hierzu nicht ausreichen. Die Hilfe des Staates zu der geplanten Verbandseinrichtung ist als einmalige Zuwendung gedacht. Die Hergabe der unverzinslichen und nicht rückzahlbaren Beihilfe soll es der Kasse ermöglichen, von Anfang an nicht bloß junge Leute, sondern auch ältere Arbeiter, die schon längere Jahre im Dienste der Staatsbahn gestanden haben, und in ihrem vorgerückten Lebensalter die Kasse stärker belasten, zu denselben mäßigen Beitragszahlungen aufzunehmen. Die Zuwendung ist lediglich für die Hilfsbediensteten, Handwerker und Arbeiter in Aussicht genommen. Für alle Bediensteten, die im Staatsbeamtenverhältnis stehen und die daher während einer Erkrankung ihr volles Diensteinkommen fortbeziehen, liegt eine gleiche Veranlassung nicht vor. Deutsches Reich = Berlin, 28. April. Der Kronprinz wird, wie jetzt endgültig feststeht, zur Eröffnung der Gartenbauausstellung am Sonntag früh 8½ Uhr in Düsseldorf eintreffen und um ein Uhr 40 Minuten wieder abfahren. Der Kronprinz nimmt nicht am Festessen teil. Vizeadmiral Skrydlow der neue Oberbefehlshaber der russischen Flotte des Stillen Ozeans, befindet sich auf dem Wege zum Kriegsschauplatz. In noch nicht 14 Tagen wird er am Ziele sein. Der größte Teil der führerlosen Zeit, Admiral Alexejew kommt als Oberbefehlshaber nur wenig in Betracht, ist verlaufen, ohne daß die Japaner einen ernsten Angriff auf Port Artbur oder das in dessen Hafen liegende Geschwader unternommen hätten. Dagegen konnte es die Wladiwostokflotte wagen, wiederholt bis nach Gensan vorzudringen und den dortigen Japanern einen panischen Schrecken einzujagen. Ueber die Ursache der schleunigen Abfahrt des russischen Wladiwostokgeschwaders aus dem ostkoreanischen Hafen Gensan hat der Admiral des Geschwaders Jessen einen interessanten Bericht nach Petersburg gesandt, demzufolge das Geschwader bei Nebelwetter vor Gensan funkentelegraphische Zeichen auffing, die unverständlich blieben, aber doch die Nähe des Feindes andeuteten. Die russischen Torpedoboote kehrten infolge dieser Warnung schleunigst nach Wladiwostok zurück, um unverzüglich nach Wladiwostok Meldung zu erstatten. Am Yalu beschränken sich die Japaner noch immer darauf. kleine Vorpostenabteilungen über den Fluß zu setzen. Die russische Kriegsleitung ist infolge dieser Verzögerung der Anicht, daß die Operationen am Yalu nur die Aufmerksamkeit Rußlands von dem eigentlichen Angriffspunkte der Japaner von Port Arthur ablenken sollen. Zur Zeit lebt sichs in Port Arthur noch ganz gut, die Lebensmittelvreise dort sind beinahe nicht höher als in Petersburg und für Geld ist an Speisen und Getränken alles zu haben und auch der verwöhnteste Gaumen zu befriedigen. Z u Der Bundesrat versammelte sich zu einer Plenarsitzung. den deutsch=ös. ereichischen Handelsvertragsverhandlungen wird aus Wien berichtet: Zu den allerwichtigsten Fragen wird die Regelung der Veterinärkonvention gehören, die einen sehr bedeutenden Umfang im österreichikch=ungarischen Elaborat einnimmt. Eine Entscheidung über die Persönlichkeiten, welche zu Unterhändlern ernannt werden sollen, ist noch nicht getroffen. Wegfall der 1. Wagenklasse Nach einer Verordnung des bayrischen Verkehrsministers wird bei den meisten Personenzügen ab 1. Mai die 1. Klasse in Wegfall kommen. Parlamentarisches = Berlin, 28. April. Eine Reichslotterie Im Reichstage wird ein Antrag auf Schaffung einer Reichslotterie vorbereitet, die an Stelle der einzelnen Landeslotterien zu treten hätten. Die Beratung über die Handelsverträge Was die parlamentarische Erledigung der Handelsverträge betrifft, so wird in Reichstagskreisen angenommen, daß die Regierung den Zeitpunkt abwartet, bis mit dem italienischen auch der russische, schweizerische österreichisch=ungarische und belgische Vertrag vorgelegt werden können. Das ist, dem Berl. Tagebl. zufolge, im Frühjahr natürlich nicht mehr zu erwarten. Man nimmt aber an, Lokales und Allgemeines Interessante Mitteilungen aus dem beserkreise nehmen wir gern entgegen. Unsere Original=Artikel dursen nur mit deutlicher Quellenangabe— Westfäl. Zig.- nachgedruckt werden. Bielefeld. 29 April. G Zum Sommerfahrplan. Aus unserem Leserkreise geht uns die Mitteilung zu, daß auf der neuen Bahnstrecke HerfordBünde, dessen Betrieb voraussichtlich im Juli erfolgen wird, der neue Fahrplan eine große Lücke aufweist. Es ist dieses die Mittagsverbindung nach Lübbecke. Nach dieser Richtung geht zwar um diese Zeit ein Zug 12,59 von Herford ab, der aber für Bielefeld absolut zwecklos ist, da selbiger 6 Minuten vor Ankunft des Bielefelder Zuges die Station Herford verläßt. Es würde der Königl. Eisenbahndirettion wohl möglich sein, einen geeigneten Anschluß zu schaffen. 1 Der Landwirtschaftliche Kreisverein hielt am vergangenen Dienstag bei Modersohn hier eine gut besuchte Genralversammtung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde mitgeteilt, daß in Hesselteich im Kreise Halle die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen und daß deshalb aller Grund vorhanden sei, die äußerste Vorsicht anzuwenden. Dann erfolgte die Vorlesung und Genehmigung des vorigen Protokolls und hiernach die Aufnahme neuer Mitglieder. Dem Antrage des Lokalvereins Dornberg, wonach sich Söhne von Mitgliedern zu dem Beitragssatze von 1,50 Mark aufnehmen lassen können, wurde Folge gegeben. Dann wurde bezüglich der Bullenankörung festgesetzt, daß für gewöhnlich als Mindestforderung 65 Punkte festgehalten werden müssen und nur in dem Falle ein Herabsetzen auf etwa 60 Punkte zu gestatten sei, wenn ein Mangel an Material vorliege. Ferner wurde beschlossen, von einer Beteiligung an der Düsseldorfer Obst= und Gemüsaausstellung abzusehen, dagegen die Veranstaltung eines Obstmarktes am hiesigen Orte für den Herbst im Auge zu behalten. Nach Mitteilungen einer Reihe von Offerten aller Art wurden ca. 200 Exemplare einer Broschüre von Pfarrer Wilms zu Nieheim über Obstbau an die Mitglieder verteilt. Vorsitzender nahm Gelegengeit, den Mitgliedern die Wichtigkeit des Obstbaues darzutun und zwar um so mehr, als durch den Herrn Provinzial=Obstbau=Inspektor Hagemann in Herford jede die Pflanzung und Pflege und namentlich die Auswahl der passenden Sorten der Obstbäume betreffende Frage in bereitwilliger und sachgemäßer Weise beantwortet werden kann.— Nach dem Vorgange im Kreise Wiedenbrück, wo im Laufe der letzten Jahre große Heidestrecken kultiviert wurden, sollen nun auch im Isselhorster Bezirk Kulturen mit Hilfe des Dampfpfluges ausgeführt und dazu Mittel aus dem sog. Westfonds beantragt werden. Der Lokalverein Isselhorst wurde zu diesem Zwecke beauftragt, die zur Stellung von Anträgen nötigen Unterlagen frühzeitig genug beim Vorsitzenden einzureichen. Die Hebung des Flachsbaues betreffend, muß berichtet werden, daß alle darauf gerichteten Bestrebungen leider vergeblich gewesen sind; dieser Faktor ist eben aus dem Betriebe der hiesigen Landwirtschaft ausgeschaltet und läßt sich nach Lage der Sache, namentlich bei dem Mangel an tüchtigen ländlichen Arbeitern, auch so leicht nicht wieder einführen; es ist das allerdings sehr zu bedauern, läßt sich aber nicht ändern. Nach Mitteilung der Landwirtschaftskammer soll zur Vermeidung der Kosten von den landw. Kreisvereinen nur ein Mitglied in die Körkommission für Oldenburger= und Belgierpferde entsandt werden; dementsprechend wurde der Vorsitzende als Kommissionsmitglied und Upmeyer zu Belzen als dessen Stellvertreter gewählt. Dann folgte ein Vortrag des Herrn Abteilungsdirigenten Dr. Bömer=Münster über die Bedeutung des Wassers für die Landwirtschaft, insbesondere für die Berieselung der Wiesen. Der eingehende und formvollendete Vortrag war insofern wichtig, als er einmal das Bekannte auffrischte, dann aber auch noch mancherlei neues, namentlich über Düngung der Wiesen, in geschickter Weise vorführte. Vorsitzender dankte im Namen der Anwesenden dem Herrn Dr. Bömer und eröffnete die Debatte, in derem Verlaufe noch mancherlei Interessantes zutage gefördert wurde. Die Versammlung beschloß hierauf einstimmig, eine Tierschau für dieses Jahr nicht zu veranstalten, dagegen eine Exkursion zur Besichtigung landwirtschaftlicher Betriebe über Schildesche, Jöllenbeck und Dornberg zu unternehmen. Eine Kommission, bestehend aus den Herren Uvmeyer zu Belzen, Gust. Meyer zu Jerrendorf, Meyer„u Eißen jun., Georg Upmeyer und Amtmann Landgraf hat dieses Unternehmen, das in der Zeit vom 27. Juni bis 4. Juli stattfinden soll, in die Wege zu leiten. Damit wurden die Verhandlungen geschlossen. Die Wertherstraße. Seit dem vorigen Frühjahr hat die Wertherstraße von der Koblenzerstraße bis zur Kleinen Bergstraße bereits ein neues schönes Pflaster aufzuweisen. Von der Kleinen Bergstraße bis zur Dornbergerstraße ist aber noch das alte holprige Pflaster liegen geblieben, wie es früher war. sodaß man kaum ohne Gefahr die fragliche Strecke mit dem Rade befahren kann. Da sich nur an einer Seite der Straße ein Trottoir befindet, ist es oft notwendig, über das Pflaster zu gehen, das einem ausgebreiteten Steinhaufen gleicht. Mit den Besitzern der in Frage kommenden Vorgärten an der Nordseite der Straße sind seitens der Stadt bereits im vorigen Jahre Verhandlungen gepflogen worden wegen Aagabe des Platzes zu einer Trottoiranlage. Es sollen auch schon Verträge abgeschlossen sein, sodaß der Instandsetzung der Straße sowie Anlage des Trottoirs an besagter Strecke nichts mehr im Wege stehen wird. Der Bahnübergang bildet nach wie vor immer noch ein lästiges Hindernis für den Wagen= und Fußgängerverkehr, der sich aber sobald nicht beseitigen lassen wird. 50 Alterszulagekasse für Volksschullehrer Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungs= gerichts ist die Abänderung eines einmal festgestellten Verteilungsplanes der Volksschullehreralterszulagekasse nur im Wege des Verwaltungsstreitverfahrens zulässig; die beteiligten Schulverbände haben nach Bekanntmachung des festgestellten Verteilungsplanes einen wohlbegründeten Anspruch darauf, für dasselbe Rechnungsjahr zu anderen als den ihnen bekannt gemachten Beiträgen für Kassenzwecke nicht mehr herangezogen zu werden. Nur bei Errichtung einer neuen Schulstelle tritt nach der ausdrücklichen Vorschrift des Lehrerbesoldungsgesetztes zu den in dem Verteilungsplane ausgeworfenen Beiträgen noch der Beitrag für die neue Schulstelle von demjenigen Tage ab hinzu, seit welchem die Stelle durch eine besondere Lehrkraft versehen wird. Als neue Stelle im Sinne jener Gesetzesvorschrift ist, wie in einem neuerlichen Erlasse der Kultusminister bestimmt hat, auch eine Stelle anzusehen, welche bisher als Lehrerin(Lehrer=)Stelle bereits bestanden hat, aber infolge Umwandlung als Lehrer=(Lehrerin=)Stelle neugegründet worden ist. Für Stellen dieser Art sind die Beiträge gleichfalls unter Anwendung des Lehrerbesoldungsgesetzes und Zugrundelegung der durch den Verteilungsplan festgestellten BeitragsEinheitssätze nachträglich im Laufe des Rechnungsjahres zu berechnen und, soweit sie nicht durch die gesetzlichen Staatszuschüsse gedeckt werden, von den betreffenden Schulverbänden durch besondere Verfügung zu fordern. Dagegen sind die in dem Verteilungsplane ausgeworfenen Gemeindebeiträge und Staatszuschüsse für die vor der Umwandlung bestandenen Stellen von dem Zeitpunkte der Umwandlung ab außer Hebung zu setzen da die Grundlage für die Heranziehung der Schulverbände und des Staates zu diesen Beiträgen in Wegfall gekommen ist. Ebenso ist auch bei Aufhebung von Schulstellen von einer Einziehung der in dem Verteilungsplane auf die Stellen verteilten Gemeindebeiträge und Staatszuschüsse, soweit sie auf die Zeit nach der Aufhebung entfallen, abzusehen. Wenn sich hierdurch am Schlusse des Rechnungsjahrzz Fehlbeträge ergeben, findet die Vorschrif. in 2 14 des Ruhegehaltsrassengesetzes Anwendung. #srist pielfach die Wahrnehmung gemacht worden, daß praktische Aerzte sich durch Studierende und Kandidaten der Medizin auf kirzete oder längere Zeit vertreten lassen. Nach der Ansicht a maßgebender Stelle erscheint ein solchkes Verfahren sowohl den Kranken gegenüber bediklich, als es auch geeignet ist, den Aerztestand in der Oeffentlichkeit herabzusetzen. Es soll daher gegebenenfalls nach Maßgabe der obwaltenden Um inde die Herbeiführung einer ehrengerichtlichen estrafung des auftraggebenden Arztes erwogn werden. Bei derartigen Vertretungen würde aich der Stellvertreter bei Vermeidung von Pilizeistrasen verpflichtet sein, den Beginn der Amtzübung der kunde gleich den Kurpfuschern bii dem Kreisarzte anzumelden. 2 Pensionsversicherung der Privatbeamten Die Bewegung zu Gunsten ler Erreichung einer staatlichen Pensions= und Hinerbliebenen=Versorgung der Privatbeamten ist in Laufe des letzten Jahres in machtvoller Weise zur Geltung gelangt. In sehr vielen Städten habei die Interessenten einen Zusammenschluß vollzoger und auch in Bielefeld hat sich vor Monaten eine freie Vereinigung gebildet, die an der Erreichuzg des Jieles mitatbeiten will. Am Sonnabend nird auf Veranlassung der Vereinigung ein belehrender Vortrag im Kon eantragt werden. Der zu diesem Zwecke beon Anträgen nötigen eim Vorsitzenden einlachsbaues betreffend, lle darauf gerichteten gewesen sind; dieser betriebe der hiesigen id läßt sich nach Ladem Mangel an tüchch so leicht nicht wieerdings sehr zu beindern. Nach Mitteiter soll zur Vermeidw. Kreisvereinen nur nission für Oldenbur= ndt werden; dementde als Kommissionslzen als dessen Stellste ein Vortrag des . Bömer=Münster über ir die Landwirtschaft, na der Wiesen. Der Vortrag war insoas Bekannte auffrischcherlei neues, namentn. in geschickter Weise im Namen der Anmer und eröffnete die loch mancherlei Interse. Die Versammlung ne Tierschau für dieen, dagegen eine Exwirtschaftlicher Betriec und Dornberg zu on, bestehend aus den Gust. Meyer zu JerGeorg Upmeyer und es Unternehmen, das is 4. Juli stattfinden Damit wurden die ihr hat die Wertheraße bis zur Kleinen schönes Pflaster aufBergstraße bis zur och das alte holprige es früher war. sodaß fragliche Strecke mit a sich nur an einer befindet, ist es oft zu gehen, das einem leicht. Mit den Beden Vorgärten an der ens der Stadt bereits gen gepflogen worden einer Trottoiranlage. ige abgeschlossen sein, Straße sowie Anlage trecke nichts mehr im nübergang bildet nach ges Hindernis für den r. der sich aber sobald Volksschullehrer des Oberverwaltungs= eines einmal festgeVolksschullehreralters= es Verwaltungsstreiteiligten Schulverbände des festgestellten Verbegründeten Anspruch gsjahr zu anderen als Beiträgen für Kassenogen zu werden. Nur Schulstelle tritt nach des Lehrerbesoldungserteilungsplane ausgeBeitrag für die neue Tage ab hinzu, seit ie besondere Lehrkraft stelle im Sinne jener einem neuerlichen Erimmt hat, auch eine bisher als Lehrerininden hat, aber inLehrer=(Lehrerin=)Stelle für Stellen dieser Art unter Anwendung des Zugrundelegung der festgestellten BeitragsLaufe des Rechnungsveit sie nicht durch die edeckt werden, von den durch besondere Vern sind die in dem VerGemeindebeiträge und der Umwandlung beZeitpunkte der Umzu setzen da die Grundder Schulverbände und iträgen in Wegfall geich bei Aufhebung von ehung der in dem Verin verteilten Gemeindesoweit sie auf die Zeit llen, abzusehen. Wenn des Rechnungsjahres die Vorschrift im§ 14 Anwendung. Bahrnehmung gemacht e sich durch Studierende izin auf kirzete oder Nach der Ansicht an st ein solches Verfahren über bedmklich, als es stand in der OeffentlichI daber gegebenenfalls iltenden Um inde die gerichtlichen estrafung erwogn werden. Bei ürde aich der Stellverson Plizeistrasen verder Auübung der Heilern bi dem Kreisarzte der Privatbeamten sten ler Erreichung einer Hinerbliebenen=Versorist in Laufe des letzren se zr Geltung gelangt. haber die Interessenten soger und auch in Bieleeine freie hereinigung chung des Jieles mitard wird auf Veranlassung render Vortrag im Kon zerthaus stattfinden. Näheres ist aus dem Inserat ersichtlich. * Die Gesangeneutransporte auf der preußischen Eisenbahn werden vom 1. Mai ab nur noch in besonderen Wagen ausgeführt. Andere Fahrgäste kommen mit den polizeilich Transportierten nicht mehr in Berührung. Turulehrerinnen=Prüsung Der Herr Minister hat zur Abhaltung von Prüfungen für Turnlehrerinnen in Westfalen eine Prüfungs=Kommission in Bielefeld gebildet. Die diesjährige Prüfung findet am 16. und 17. Mai hier unter dem Vorsitz des Herrn Provinzial=Schulrats Dr. Löwer statt. Vom hiesigen technischen Seminar nehmen 23 Damen an der Prüfung teil. Personalie Durch Verfügung des Generalstabes der Armee wurde der Unterarzt beim hiesigen Bataillon Dr. Fromm mit Wahrnehmung einer offenen Assistenzarztstelle beauftragt. (Fortsetzung des lokalen Teiles im 2. Blatt.) Tageskalender Sonnabend, den 30. April 1904 Stadttheater. Kaufmann von Venedig. 7½. Postkeller. Konzert. 8 Uhr. Provinz und Nachbarschaft bg. Borgholzhausen, 28. April.(Gesundheitskommission.) Da bisher für die Landgemeinden noch keine Gesundheitskommission bestand, so wurde seitens des Herrn Landrats die Bildung einer solchen angeordnet, welche außer dem Gemeindevorsteher aus zwei Mitgliedern bestehen soll. Es sind gewählt für die Gemeinden Hamlingdorf, Wichlinghausen und den nördlichen Teil von Holtfeld: 1. Kolon Hannemann und Kolon Bierhake zu Hamlingdorf, 2. Kolon Kemner und Kolon Gehring zu Wichlinghausen. 3. Kolon Wienkte und Kolon Hüllbrock zu Holtfeld. Für die Gemeinden Casum, Cleve und den südlichen Teil von Holtfeld: Kolon Horstmann Nr. 15 und Kolon Bergfeld zu Casum, Tischlermeister Ramfort und Kolon Meyer zu Cleve. Kolon Mescher und Kolon Hartke zu, Holtfeld. Für die Gemeinden Berghausen und Oldendorf: Kolon Siekerkotte und Kolon Lefmann, Berghausen, Kolon Rüdenholl und Tischlermeister Wenker zu Oldendorf. Für die Gemeinden Kleekamp. Ostbarthausen und Westbarthausen: Kolon Nagelsmöller und Kolon Meyer zu Heringdorf zu Kleekamp, Kolon Hagemeyer und Kolon Tiemann zu Ostbarthausen, Ziegeleibesitzer Grothaus und Zimmermeister Geisemeyer zu Westbarthausen. tt. Gütersloh, 29. April.(Verschiedenes.) Vom kgl. Konsistorium ist Synodalvikar. Herr Pastor G. Hoppe, welcher zuletzt in Tornberg für den erkrankten Herrn Pfarrer Vethake amtierte, zum Hilfsprediger der hiesigen evang. Gemeinde ernannt. Er tritt sein Amt am 1. Mai an.— Auf hiesiger Station der Teutoburger Wald=Eisenbahn werden vom 1. Mai ab wieder Sonntagsrückfahrkarten zu ermäßigten Preisen nach den Stationen Marienfeld. Tecklenburg und Iburg ausgegeben. Auch sollen im Laufe des Sommers bei Bedarf des Sonntags Extrazüge nach Tecklenburg verkehren. Minden, 28. April. Betriebseinschränkung.— Schützenbund. Die hiesige Glasfabrik Wittekind, Kommanditgesellschaft Hermann Rocholl hat sich genötigt gesehen, eine große Betriebseinschränkung vorzunehmen. Aus diesem unerfreulichen Anlaß mußte 180 Arbeitern die 14tägige Kündirung zugestellt werden.— Der hiesige Schützenbund hält sein diesjähriges großes Preisschießen am 1., 8, und 9. Mai auf der Grille“ hier ab. Es wird auf 16 Ständen geschossen. Die Preise haben einen Wert von über 1000 Mark. * Borbeck, 28. April.(Totgeschlagen.) Gestern hat der Bergmann Karl W., der aus Amerika nach hier zurückgekehrt war. seine von ihm getrennt lebende Frau in der Bruchstraße aufgesucht und derart mißhandelt, daß sie ihren Verletzungen erlag. Näheres fehlt noch. Vermischtes — Anarchistischer Giftmordversuch Die„Gazetta Narodowna“ berichtet aus Sofia. daß ein als Bauer verkleideter Anarchist in die Kadettenanstalt eingedrungen sei und versucht habe. die Speisen durch Cyankali zu vergiften. Der Täter wurde verhaftet. tüchlein" und wurde dann später der Name für seine Leinwand überhaupt. Noch ein anderes Wort st von den bei der Spendung der Taufe früher üblichen Volkssitten in die Volkssprache übergegangen, nämlich das Wort„Angebinde". Früher pflegten nämlich die Taufpaten ihre Geschenke mit farbigen Bändern dem Täufling an das Aermchen zu binden. So kam das Wort„Angebinde" in Gebrauch zur Bezeichnung eines jeden zum Andenken gegebenen Geschenkes. Gerichtssaal □ Bielefeld, 28. April.(Schwurgericht.) Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor Löher; Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Staatsanwaltschaftsrat Holle. Körperverletzung mit Todeserfolg Jene entsetzliche Bluttat, die sich in der Nacht zum 1. Februar d. J. auf der Gütersloherstraße, in dem früheren Gadderbaum ereignet und der ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel, fand heute vor dem Schwurgericht ihre Sühne. Der Angeklagte war der 19 Jahre alte Fabrikarbeiter Hermann Buschkamp von Brackwede, welcher angeschuldigt war, in der Nacht zum 1. Februar d. J. den Arbeiter Rudolf Ostmann von hier mit einem Messer derart körperlich mißhandelt zu haben, daß durch die Verletzung der Tod verursacht worden ist. Der Angeklagte hatte am fraglichen Abend das Tanzlokal von Wellmann besucht und dasselbe gegen 11 Uhr, nachdem Feierabend geboten worden war, verlassen. Er kehrte noch in der Brinkhoff'schen Tonhalle ein, wo sich auch der Ostmann befand. Draußen vor der Tonhalle hat sich eine kleine Rauferei abgespielt, an der sich der Angeklagte mit seinen Begleitern beteiligt hat. Der Angeklagte hat nun einen Hut, der dem Arbeiter Waselowski entfallen war, aufgegriffen und ist damit fortgegangen. In dem Augenblicke, als sich der Angeklagte mit dem Hute des W. entfernt, kommt Ostmann hinzu. Er erklärte. den Hut müssen wir wieder haben und nimmt mit Waselowski und dessen Begleiter die Verfolgung des Angeklagten und dessen Begleiter auf. Ostmann brach einen Stock aus der Hecke und schlug damit einige Male auf Buschkamp und dessen Begleiter los. Waselowski erhielt seinen Hut zurück und war damit die ganze Sache erledigt. wenn nicht der Angeklagte in ganz frivoler Weise den traurigen Schlußakt heraufbeschworen hätte. Waselowski und seine Begleiter, unter denen sich auch Ostmann befand, hatten sich bereits bis zur Zastrowstraße zurückgezogen. Buschkamp machte sich nun von seinen Begleitern los, geht auf den Ostmann los und versetzt ihm erst mit dem geöffneten dolchartigen Messer einen Stich in die Brust. Als dieser die Arme abwehrend hochhebt, dringt Buschkamp weiter auf O. ein, holt von unten her mit dem Messer aus und bringt dem O. einen Stich in den Unterleib bei und läuft davon. Nach den Aussagen einiger Zeugen soll er mit dem Ostmann zu Boden gefallen sein. Als die Leute auf die Hilferufe des O. herbeieilten, brach O., dem das Blut aus den Beinkleidern floß, zusammen. Der Verletzte verstarb schon auf dem Transporte nach dem Krankenhause. Nach dem Obduktionsbefunde hatte der Verstorbene zwei Messersliche erhalten, einen in die rechte Brustseite. Dieser Stich, der die Lunge berührt hatte, war jedoch nicht tödlich. Den Tod hat die Stichverletzung in der rechten Leistengegend herbeigeführt. Der Angeklagte war heute in seiner Verteidigung nicht immer wahr und stellt sich so, als habe er sich in Notwehr befunden, nur am Schlusse der Verhandlungen meinte er jedoch,, daß er ganz bestimmt nicht zum Messer gegriffen haben würde, wenn nicht seine Sinne durch den Alkoholgenuß getrübt worden wären. Er wurde wegen Körververletzung mit Todeserfolg und zwar unter Zubilligung mildernder Umstände zu 3 Jahre Gefängnis verurteilt, worauf ihm die erlittene Untersuchungshaft voll angerechnet wurde. Strafmildernd für ihn fiel ins Gewicht, daß er noch nicht vorbestraft und noch jugendlichwar, dagegen aberstraferschwerend die an den Tag gelegte Rohheit und und die schweren Folgen seiner Tat. X Berlin, 28. April. Das Schwurgericht erkannte heute gegen den früheren Heilaehülfen Walther der Ermordung seiner Frau für schuldig, worauf ihn der Gerichtshof zum Tode verurteilte. ( Duisburg, 28. April. Der Kraftwagenfahrer Rößling ans Mülheim a. d. Ruhr, der einen Knaben totgefahren hatte, wurde zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. &2 Selbstmord eines Einjährigen Der Einjährige Liermann vom Regiment 113. der Stiefsohn des Reichstagsabgeordneten Preiß. hat sich in seiner Garnison Freiburg erschossen. nachdem er nur 3 Wochen im Dienste gewesen war. Die Motive zu der Tat sind unbekannt. = Hochwasser. In Schlesien ist wieder Hochwasser eingetreten. Biele und Hotzenplatz haben infolge von Regengüssen das Bett verlassen und Ueberschwemmungen angerichtet. Die Frühjahrssaaten dürften stark gelitten haben. Brandopfer Ein gestern abend ausgebrochenes Großfeuer zerstörte das Hirsch'sche Warenhaus in Köln vollständt Mehrere im zweiten Stockwerk wohnende Familien wurden vor dem Eintreffen der Feuerwehren von beherzten Nachbarn sowie Postbeamten unter Einsetzung des eigenen Lebens aus dem brennenden Hause gerettet. Das Warenhaus brannte vollständig aus.— In der Ortschaft Babaj (Komitat Neutra) brach in vergangener Nacht Feuer aus, welchem zahlreiche Gebäude zum Opfer fielen. In den Häusern wurden elf verkohlte Leichen gefunden. D Ueber den Ursprung des Wortes Feine Leinwand hat den Ramen„Batist“. Das Wort wurde wohl zurückgeführt auf einen angeblichen Erfinder Johannes Baptiste Chambray, einen Leineweber, der im 13. Jahrhundert lebte und durch seine Kunst berühmt wurde. Viel begründeter ist aber die folgende Deutung des Wortes: Die feinste und dichteste Leinwand wurde verwendet zu dem Tüchlein, mit dem nach der Spendung der Taufe(Baptismus) der Kopf des Täuflings bedeckt wurde, und das als„vestis candida“ ein Symbol der erlangten Taufunschuld war. Das Wort„Batist" bedeutete also ursprünglich„TaufBriefkasten Nur für unsere Abonnenten. Deutliche Namensunterschrift und Beilegung der letzten Abonnementsquittung Bedingung. Juristische Anfragen werden meist innerhalb 10—14 Tagen beantwortet. Für die hier erteilten Auskünfte kann eine zivilrechtliche Haftung(Verantwortung) nicht übernommen werden. Briefliche Auskünfte werden nicht erteilt. I. Das vom Schwamm ergriffene Holz ß gründlich gereinigt, der Schwamm bis auf die nsten Spuren abgekratzt werden, worauf dann früher mit Schwamm bedeckten Holzteile, sowie Stück darüber hinaus die anderen Holzflächen nachstehender Vitriollösung(womöglich im zen Zustande) gestrichen werden. Die Vitriol= ing bereite man etwa nach folgender Mischung: 4 Liter Wasser kommen 2½ Ko. Vitriol, dieses id dann solange gekocht, bis alles Vitriol im isser aufgelöst ist. Beim Kochen muß sorgfältig Uebersiedeln und Uebersprudeln vermieden den. Dann nimmt man das Gekochte vom ter und gießt noch im heißen Zustande der schung etwa ¼ Ko. Schwefelsäure zu. M. B. in Z. Die Auflassung eines Grundcks an einen Miterben setzt die Genehmigung des indlegenden Erbteilungsvertrages durch das Vorindschaftsgericht voraus, wenn minderjährige der als Beteiligte durch ihren Vater vertreten d. Weisen Sie dem Grundbuchrichter nach, daß se jüngste Tochter das 21. Lebensjahr bereits lendet hat, dann wird er die Auflassung und itragung nicht mehr ablehnen. F. S. Zusätze und Abänderungen eines eigenidigen Testaments können entweder im Testament ist— soweit sie dort durch Datum und Untereift gedeckt werden: die Unterschrift deckt nur das er ihr, nicht das neben oder unter ihr Stehende! s Datum muß richtig sein!— oder in einem sen, eigenhändig ge= und unterschriebenen und stig datierten Testament gemacht werden. D. Stehende und hängende Früchte sind, solange sie mit dem Boden verbunden sind(Zuckerrüben im Boden), wesentliche Bestandteile des Grundstücks, so daß sie nicht Gegenstand besonderer Rechte sein können. Erst mit dem Augenblicke ihrer Trennung von der fruchttragenden Sache werden sie selbständige Sachen, erst von diesem Zeitpunkte ab ist die Begründung von Rechten an ihnen möglich. Vorher kann durch Rechtsgeschäft nur die Verpflichtung begründet werden, die Trennung zu gestatten und dadurch den Erwerb von Rechten zu ermöglichen. Der Erwerb vollzieht sich dann, sofern dem Berechtigten der Besitz der fruchttragenden Sache überlassen ist, mit der Trennung, andernfalls erst mit der Besitzergreifung. S. P. Nach dem Gesetze über die Wechselstempelsteuer vom 10. Juni 1869, geändert am 4. Juni 1879, ist in Deutschland von jedem Wechsel eine Stempelsteuer von ½%0 zu entrichten; es sind von je 200 Mark oder weniger der Wechselsumme 10 Pfennig, bei Wechseln auf über 1000 Mk. von jedem angefangenen Tausend 50 Pfennig zu zahlen. Die Stempelmarken sind unter den oberen Rand der Rückseite zu kleben, bei aus dem Ausland kommenden Wechseln über das erste in Deutschland auf den Wechsel gesetzte Indossament. Nichtentrichtung der Steuer macht die Wechselverbindlichkeiten nicht ungiltig. aber sämtliche Verpflichtete mit dem fünfzigfachen Steuerbetrage strafbar. Bei in Duplikaten ausgestellten Wechseln ist die Marke nur auf das zum Indossament bestimmte Exemplar zu kleben. Dr. Mr. Bücherschau * Elstermanns Kursbuch für Nordwest=Deutschland mit Eisenbahnkarte lieft uns in neuester Auflage vor, und zeigt das Bestreben der Verlagefirma. das Kursbuch immer präziser auszugestalten, sodaß es bei außerordentlich klarer, übersichtlicher Anordnung doch alle Annehmlichkeiten in sich vereint, die von einem guten und zuverlässigen Kursbuch verlangt werden. Es kostet nur 30 Pfennig und ist überall in den Buchhandlungen zu haben. Nachrichten (Telegraphische und telephonische Meldungen der„Westfälischen Zeitung“.) Ein Danktelegramm Kaiser Wilhe ms &am Neapel, 29. April. Kaiser Wilhelm richtete an Giolitti ein herzliches Danktelegramm für die Arrangements, die dazu beigetragen haben, seine Mittelmeerreise so schön und angenehm zu gestalten. Besuch des Kaisers auf der Wartburg Eisenach, 29. April. Der Besuch des Kaisers auf der Wartburg wird am 4. Mai erfolgen. Die Dauer wird nur wenige Stunden betragen. Kaiserpaar im Saarrevier 8 Trier, 29. April. Die Kaiserin wird ihren Gemahl beim Besuch der Saarstädte am 20. Mai begleiten. Anruhen in Schantung 2e2 Berlin, 29. April. Der chinesische Gouverneur der Provinz Schantung hat die deutsche Regierung um Einstellung der Vermessungsarbeiten in Schantung ersucht, da die Sicherheitdes Vermessungspersonals wegen der durch den russisch= japanischen Krieg erregten Stimmung der Bevölkerung nicht verbürgt werden könne. Konferenz der Zecheninteressenten. Dortmund, 29. April. Die Konferenz wegen Stilllegen der Zechen dauerte gestern den ganzen Tag über fort. Minister Möller war gestern verhindert zu erscheinen. Ueber das Resultat der Konferenz wird amtlich berichtet werden. Verurteilung eines Brudermörders Halle, 29. April. Das Schwurgericht verurteilte den Bergmann Brunner aus Leinbach, der seinen Bruder in der Trunkenheit erstochen hatte, zu 5 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Vermißtes Schiff * Flensburg, 29. April. Der Schooner Mara, der schon längere Zeit von England nach seinem Heimatshasen Wyk unterwegs ist, ist noch nicht angekommen. Man vermutet, daß er bei dem Sturm in der Nordsee mit der ganzen Besatzung untergegangen ist. Die parlamentarische Lage in Oesterreich. Wien, 29. April. Die parlamentarische Situation ist in ein akutes kritisches Stadium getreten. Es wird der Regierung nichts übrig bleiden, als das Parlament zu vertagen. Verrat von Mobilisterungsplänen O Wien, 29. April. Der Oberbeamte Sergius Popwzow von der russischen Verkehrsdirektion der Warschau=Wiener Eisenbahn wurde unter dem Verdachte verhaftet, die vom russischen Generalstab ausgearbeiteten Mobilisierungspläne der genannten Linie einer auswärtigen Macht verraten zu haben. Ankündigung neuer Arbeitseinstellungen in Angarn. 21— Budapest, 29. April. Gegen 10 000 Arbeiter des Bahnbaues der Linie NagyBerezuaturka sowie der Samborer Linie beabsichtigen, am 1. Mai in Streik zu treten, um ihre Gehaltsforderungen durchzusetzen. Militärverstärkungen sind nach den bedrohten Gegenden abgegangen. Loubets Aufenthalt in Italien Neavel, 29. April. Die Studentenschaft von Neapel brachte dem König und dem Präsidenten Loubet einen Fackelzug dar. Später wohnten der König und der Präsident, sowie der Gras von Turin und der Herzog von Genua der Festvorstellung im St. Karlotheater bei. Zum griechisch-türkischen Zwischenfall. = Athen, 29. April. In der letzten Nacht haben die Minister eine Konferenz abgehalten. Wie amtlich mitgeteilt wird, haben die Vertreter der Mächte den Auftrag, die Reklamation des griechischen Gesandten zu unterstützen. Das Ende einer Spionageaffaire □ Cherbourg, 29. April. Das hiesige Marinekriegsgericht erkannte auf Einstellung des Verfahrens gegen den der Spionage beschuldigten früheren Schreiber Martin im Marineministerium. Er wurde aus der Hast entlassen. Ein Schaden von 1 Million London, 29. April. Lloyds teilt mit, daß der japanische Dampfer„Goyomau", der von den Russen in den Grund gebohrt worden ist, einen Wert von 1 Million Mark hatte. Der Dampfer war nicht versichert. Furchtbares Grubenunglau. Madrid. 29. April. Ein furchtbares Grubenunglück ereignete sich infolge schlagender Wetter in der Kohlengrube Rennion bei Sevilla. Bisher wurden 53 Leichen geborgen. Das Unglück ist auf die Unachtsamkeit eines Arbeiters zurückzuführen, der mit einem gewöhnlichen Lichte in die Grube eingestiegen war. Zahlreiche Arbeiter verschüttet : Madrid, 29. April. In der Kohlengrube bei Tozina in der Provinz Sevilla wurde bei einem Erdstoß eine große Anzahl Arbeiter verschüttet. Bis jetzt wurden 50 Tote und 10 Verwundete geborgen. Zurückweisung von Vermittelungen im russisch-japanischen Kriege O Petersburg, 29. April. Dem Regierungsboten zufolge sind die auswärtigen Vertreter Rußlands angewiesen, auf das bestimmteste den Gerüchten entgegenzutreten, wonach bei einigen europäischen Regierungen die Absicht einer Vermittlung zwischen Rußland und Japan bestehe oder daß der russischen Regierung bereits Vorschläge gemacht worden seien. Rußland habe den Krieg nicht gewünscht; doch nach dem räuberischen Ueberfall Japans könne eine friedliche Vermittelung keinen Erfolg haben. Rußland werde auch die Einmischung irgend einer Macht in den späteren Friedensverhandlungen nicht zulassen. Vom Kriegsschauplatz in Ostasien à Washington, 29. April. Einem Telegramm aus Tokio zufolge, wird es von nun an den Zeitungskorrespondenten nicht mehr gestattet, den Operationen des japanischen Heeres zu folgen. Man nimmt an, daß etwa 200 englische und amerikanische Korrespondenten dem Heere zugeteilt waren. Witterungs=Uebersicht. Bielefeld 29. April. Niedrigster Thermometer= stand in der Nacht+ 8 1/ C. Thermometerstand um 10 Uhr vormittags+ 8 ½/ C. Barometer: 754 um. Wind: SW. Himmel: bedeckt. Twees=Orrte Argrg 9 6 Wss 0* Wichsleder Bamen-Spungenschänfe 90 nur A la. Rossieder bulhen-Spungenschüne 275 nur 4 — Braune und rote Damen-Spangenschuhe 240 nur 4 la. Lackleder Sallen-Spungenschüne #35 nur 4 L Bentan Bähllen-Kherik nur 4 1— 0 6 Farbige garantiert echt Ziegenieder 5 nur m Farbige garantiert echt Ziegenieder 5 nur Echt Chevreaux Echt Chevreaux Sun nur m nur A Damenhausschulte m. Lederschle u. Nbsatz farbig u. schwarz sehr elegant nur □ 6 E Kräftige „eiten Augstier!r garantiert gut 50 nur 4 Kräftige garantiert gut nur 50 Vrätige Herten-Sennurschune garantiert gut 3 90 nur 4 Zugschüne Hausschuhe enorm Garamherr echl Votlean-Herre.u uu la. uualltar, hochelegant, nur### *„„ 50 mit Ia. Leder Rahmen-Schle und Absätzen 25(75 bis mit 1a. Leder Rahmen-Sohlen und Absätzen #50 für Herren — g. 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Im Lau staltsbergen, wo f eine Forellenzüchter Maschinensa Der Geschäft Transmissi im Jahre 1903 delskammer unbe der Menge der E vornehmlich, hin Allgemeine Lohn dem vermieden n der üblichen Arb scheidende Arbeit in beschränktem ser war die 6 zeugmascht seit dem Frühjal die Aufträge sich artig mehrten, d Beschäftigung i Leider konnte eine angemessene nicht erzielt wer Beschränkungen stattgefunden. S gelernte Facharb ∆ NähmaschinDas Geschäf maschinenbranche dröngnis, unter schinenhandel im die monopolistisc nischen Singer=C in bedrohlicher dem Handelskam die größere Pro Nähmaschinen=Ir dem absorbiert und den durch der Kulturstaater brauch an Nähn amerikanischen E sonders fühlbar nen an die Bek Company ist es dung eines Syst durch persönliche sowie der An dungsindustrie Hausierern usw. ob die Fabrika deutschen Erzeu Leiter der Be Hures Tchen! Ber Roman von 69 „Gehen Si mahnte Hans Mutter zehn M würde sie von wiß schon sehr mit, daß der Körperverletzung Sicher“ säße, k spruch genomm und daß Sie senden würden, sollte. Schreibe wie Sie das Sie Ihre Wirt werden sehen, Eine freud Rat ist der be wenn alles feh nicht mehr duc gen flammte es „Sie komn durch, davon Dasein der We gen wieder au es ausgegangel Sie sah il das dürfen S Recht, den Au Ihnen schreibe „Ich muß „Sie sind Freund," sagte tete sie lächelr Halse.„Zum ich diese Brose ja beide den „Sie habe und sein Herz gen schaute er ihm stand in Bielefeld, Freitag, 29. April 1904 Jé 100— 94. Jahrg. Zweites Blatt Keprsut.,„ 3 Lokales und Allgemeines *X Fischzuchtanstalten Seit einigen Jahren haben die Landwirtschaftskammern unermüdlich gewirkt, um die Besitzer von größeren Teichen oder folche, die genügend fließendes Wasser im Bereich ihrer Grundstücke haben, auf die Fischzucht und deren Erträge aufmerksam zu machen und man kann wohl sagen, daß die Bemühungen von Erfolg gekrönt find, denn viele Landwirte haben in ihren Teichen inzwischen Fischereien eingerichtet und einen rentablen Fischverkauf begonnen. In der Nähe von Heepen, nach dem Lippischen zu, bei Brackwede und in der Senne befinden sich jetzt eine Anzahl Teichwirtschaften, die für die Zuchterträge dankbaren Absatz finden. Auch bei der Verwaltung der Anstalt Bethel ist man auf die Fischerei aufmerksam geworden und hat die vor einiger Zeit erfolgte Abfischerei des Karpfenteiches reiche Erträge gebracht. Im Laufe dieses Jahres soll in den Anstaltsbergen, wo sich ja auch Quellbäche ergießen, eine Forellenzüchterei angelegt werden. 8 Maschinensabrikation Der Geschäftsgang in der Herstellung von Transmissionsanlagen usw. war im Jahre 1903 nach dem Bericht der Handelskammer unbefriedigend, sowohl hinsichtlich der Menge der Erzeugnisse als auch, und zwar vornehmlich, hinsichtlich der erzielten Preise. Allgemeine Lohnherabsetzungen konnten trotzdem vermieden werden, ebenso Beschränkungen der üblichen Arbeitszeit. Für freiwillig ausscheidende Arbeiter wurde jedoch Ersatz nur in beschränktem Maße eingestellt. Ungleich besser war die Geschäftslage für die Werkzeugmaschinenfabriken, in denen seit dem Frühjahre die Nachfrage zunahm und die Aufträge sich bis zum Jahresschluß derartig mehrten, daß die Werkstätten mit guter Beschäftigung in das neue Jahr eintraten. Leider konnte mit der vermehrten Tätigkeit eine angemessene Aufbesserung der Preise noch nicht erzielt werden. Lohnherabsetzungen und Beschränkungen der Arbeitszeit haben nicht stattgefunden. Stellenweise wurden sogar für gelernte Facharbeiter die Löhne erhöht. ∆ Nähmaschinenindustrie Das Geschäftsjahr 1903 war für die Nähmaschinenbranche relativ gut, obschon die Bedröngnis, unter welcher der deutsche Nähmaschinenhandel im Lande selbst leidet, nämlich die monopolistischen Bestrebungen der amerikanischen Singer=Company, im Laufe der Jahre in bedrohlicher Weise gewachsen ist. Wie wir dem Handelskammerbericht entnehmen, wurde die größere Produktion, welche die deutsche Nähmaschinen=Industrie aufzuweisen hat, trotzdem absorbiert durch den wachsenden Export und den durch die stetige Bevölkerungszunahme der Kulturstaaten bedingten zunehmenden Verbrauch an Nähmaschinen. Die Konkurrenz der amerikanischen Singer=Company macht sich besonders fühlbar beim Absatz von Nähmaschinen an die Bekleidungsindustrie. Der SingerCompany ist es gelungen, durch die Anwendung eines Systems raffiniertester Reklame und durch persönliche Beeinflussung des Publikums sowie der Angestellten der deutschen Bekleidungsindustrie durch ein Heer von Beamten, Hausierern usw. den Glauben zu erwecken, als ob die Fabrikate der Singer=Company die deutschen Erzeugnisse übertreffen. Selbst die Leiter der Bekleidungsämter des deutschen Heeres haben sich den Wirkungen dieser ReName nicht enhzsechen können, weches— Ausdruck kommt in immer größerem Ankauf amerikanischer Nähmaschinen durch die Heeresverwaltungen. Die sämtlichen Nähmaschinensysteme, welche von der Singer=Company angeboten werden, auch die Spezialnähmaschinen werden in Deutschland in kleineren Betrieben in mindestens ebenso vorzüglicher Konstruktion und in weit sorgfältigerer Ausführung hergestellt. Um den fortwährenden Verdächtigungen der amerikanischen Konkurrenz, die offenbar auf ein Monopol des Nähmaschinenhandels nach bekanntem Muster auch in der alten Welt hinarbeitet, entgegenzutreten, hegen die deutschen Nähmaschinenindustriellen den Wunsch, der Handelsminister möge eine Enquete veranstalten über die Leistungen der deutschen Nähmaschinen gegenüber den amerikanischen Fabrikaten und über die Nähmaschinensysteme für Spezialzwecke, die in Deutschland gebaut werden. Durch die Ermittelungen einer derartigen Enquete würde den Beamten der Bekleidungsämter auch der Vorwand entzogen, daß sie amerikanische Nähmaschinen haben kaufen müssen, weil die in Betracht kommenden Modelle in Deutschland nicht hergestellt würden. S5 Schutz dem heimischen Bogelwelt Den dankenswerten Bemühungen um den Schutz der heimischen Vogelwelt wird seitens der Staatsregierung fortgesetzt energische und zweckmäßige Förderung zu teil. So hat, wie ein Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten bekannt gibt, der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten sich bereit erklärt, von der in seinem Auftrage veröffentlichten„Anleitung zur Ausübung des Schutzes der heimischen Vogelwelt", behufs Hebung des Interesses der Bevölkerung für die Vogelwelt, den mit der Ueberwachung der Bahnhöfe und des Bahnkörpers betrauten Beamten, insbesonderr den Bahnmeistern und Bahnwärtern, je ein Stück überweisen zu lassen. Unter Hinweisung auf den Erlaß vom 11. November 1902, in dem auf die Bedeutung von Anpflanzungen auf Eisenbahngebiet für den Vogelschutz bereits hingewiesen worden ist, werden die Königlichen Eisenbahndirektionen veranlaßt, die erforderliche Stückzahl dieser Anweisung binnen 14 Tagen bei der Königlichen Eisenbahndirektion Berlin anzumelden, die den Gesamtbedarf bei dem Ministerium für Landwirtschaft. Domänen und Forsten im Büreauwege anfordern wird. = Vakanzenliste für Militäranwärter im Bezirk des 7. Armeekorps 1. 1. Mai 1904, Bergrevier Dortmund II zu Dortmund. Königl. Oberbergamt Dortmund. Hilfsschreiber, während der Probedienstleistung 90 Mk., nach befriedigendem Ausfalle derselben 100 Mk. monatlich. 2. 1. Oktober 1904. Bielefeld, Magistrat. Schuldiener an der Kaiserin Auguste Viktoria=Schule (städtische höhere Mädchenschuie). 1225 Mk. und freie Wohnung und Brand im Werte von 300 Mt. 3. sofort. der Dienstort wird bei der Einberufung bestimmt. Königl. Eisenbahndirektion in Essen. 50 Anwärter für den Bahnwärter= und Weichenstellerdienst, zunächst je 800 Mk. diätarische Jahresbesoldung; bei der Anstellung als etatsmäßiger Bahnwärter 800 Mk. Jahresgehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß (jährlich 72 bis 240 Mk.) oder Dienstwohnung; eine Aenderung der vorstehenden Besoldungssätze nach den jeweilig geltenden Vorschriften bleibt vorbehalten. 4. sofort, der Dienstort wird bei der Einberufung bestimmt, Königl. Eisenbahndirektion in Essen, 3 Stationsnachtwächter, zunächst je 800 Mk. diätarische Jahresbesoldung; bei der Anstellung als etatsmäßiger Nachtwächter 800 Mt. Jahresgehalt und der tarifmäßige WohnungsgeldZachucht gührich tl dik 10 Alld. an deslen eiclke eine Dienstwohnung treten kann; eine Aenderung der vorstehenden Besoldungssätze nach den jeweilig geltenden Vorschriften bleibt vorbehalten. 5. 1. Mai 1904, Düsseldorf, Staatsarchiv. Hilfsdiener, Tagelohn für 5stündige Arbeitszeit(in der Regel von 8—1 Uhr vormittags) 2.50 Mk. 6. sofort, Elberfeld, Königl. Gefängnis. 8 Aufeher. Anfangsgehalt je 900 Mk. und Mietsentschädigung 210 Mk. jährlich, 7. sofort. Gerresheim, Polizeiverwaltung, Polizeisergeant, 1200 Mk. und Mietsentschädigung von 100 bezw. 200 Mk., das Gehalt steigt von 3 zu 3 Jahren um 100 Mk. bis 1800 Mk. 8. 1. Juli 1904, Gütersloh(Stadt). Magistrat, Nachtschutzmann, Anfangsgehalt 900 Mk., außerdem 150 M. Wohnungsgeld und 100 Mk. Kleidergeld. 9. 15. Juni 1904, Hamborn, Bürgermeisteramt, Bureaudiener, Anfangsgehalt 1100 Mk., steigend 4 mal je nach 2 Jahren um je 100 Mt, bis 1500 Mk., und freie Wohnung oder 240 bezw. 150 Mk. Mietsentschädigung und 100 Mk. Kleidergeld. 10. sofort, Herford. Amtsgericht, Kanzleigehlse. 5 bis 12 Pfg. für die Seite nach Qualifikation und Dienstalter(monatlich etwa 40 bis 50 Mk.), später kann ein Mindesteinkommen gewährt werden. 11. sofort, Hilchenbach, Amtsgericht. Kanzleigehilfe, 5 bis 12 Pfg. für die Seite nach Qualifikation und Dienstalter. 12. 1. Juli 1904, Mengede, Amt, Vollziehungsbeamter. Grundgehalt bei endgiltiger Anstellung 1100 Mk. und Wohnungsgeldzuschuß für Verheiratete 240 Mk., für Unverheiratete 150 Mk. 13. 1. Oktober 1904, Mengede. Amt. Polizeisergeant, dem auch das Amt eines Amtsboten übertragen werden kann, bei provisorischer Anstellung 880 Mk. Gehalt und 240 Mk. Wohnungsgeldzuschuß für Verheiratete, 150 Mk. für Unverheiratete oder freie Wohnung und 100 Mk. Kleidergeld. 14. 1. Juli 1904. Minden (Stadt), Magistrat, Hauswart und Polizeischreiber, 1400 Mk. und Familienwohnung und Feuerung und Licht im Rathaus, hierfür sind 13 Prozent des jeweiligen Gehalts zu zahlen steigend in 3 Jahren um 100 Mk. bis 1900 Mk. 15. am 1. Mai 1904. Stationsort wird mitgeteilt. Stationsassistent, 900 Mk. pro Jahr. 16. am 1. Mai 1904, Stationsort wird mitgeteilt. Stationsasvirant, 720 Mk. pro Jahr. 17. am 1. Mai 1904, Stationsort wird mitgeteilt, Lademeister, wie bei lsd. Nr. 16. 18. sofort, Wattenscheid, Bürgermeisteramt, Polizeisekretär, 1500 Mk. Anfangsgehalt, steigend von 3 zu 3 Jahren um 200 Mk. bis 2700 Mr., daneben 300 Mk. Wohnungsgeld. * F l a c h s s p i n n e r e i e n Die Lage der Flachsspinnereien yar sich im Jahre 1903 insofern noch ungünstiger gestaltet, als die Ernte 25—30 pCt. kleiner als die vorhergehende gewesen ist und infolgedessen die Flachspreise eine weitere Steigerung erfahren haben, die durch spekulative Bestrebungen noch unterstützt wurde. Da die Garnpreise nicht dieser Steigerung des Rohmaterials gefolgt sind, hat sich das Mißverhältnis zwischen Flachs= und Garnpreisen weiter verschärft, so daß die Spinnereien nur einen sehr geringen Nutzen erzielt haben. Aufträge lagen in genügender Weise vor, ein Zeichen, daß der Konsum im Flachsgarn nicht zurückgegangen ist. Die Arbeiterverhältnisse waren während des Jahres normal. Lohnveränderungen wurden nicht vorgenommen. Der Marschallstab Roman von Walter Schulte vom Brühl. 69]— Nachdruck verboten „Gehen Sie nichte so toll ins Zeug," mahnte Hans lächelnd.„Wenn Sie Ihrer Mutter zehn Mark monatlich überweisen, so würde sie von der Solidität ihres Berufes gewiß schon sehr überzeugt sein. Teilen Sie ihr mit, daß der Jupp wegen einer begangenen Körperverletzung einstweilen in„Nummero Sicher“ säße, daß Sie selber zu stark in spruch genommen seien, um kommen zu können und daß Sie ihr dieser Tage eine Dame zusenden würden, die alles mit ihr besprechen sollte. Schreiben Sie nur recht gut und lieb, wie Sie das gewiß verstehen, dann schicken Sie Ihre Wirtin nach Kürschhaus und Sie werden sehen, daß alles nach Wunsch geht.“ Eine freudige Hoffnung kam über sie.„Ihr Rat ist der beste, der mir werden konnte. Und wenn alles fehl schlagen sollte: ich lasse mich nicht mehr ducken!“ rief sie und in ihren Augen flammte es auf. „Sie kommen durch, Hulda, Sie kommen durch, davon bin ich überzeugt wie von dem Dasein der Welt! Darf ich Sie in einigen Tagen wieder aufsuchen, um nachzufragen, wie ausgegangen ist?“ Sie sah ihm ernst in die Augen.„Nein, das dürfen Sie nicht. Aber Sie haben ein Recht, den Ausgang zu wissen. Ich werde es Ihnen schreiben... „Ich muß mich damit zufrieden geoen!“ „Sie sind mein Freund— mein lieber Freund,“ sagte sie mit Wärme und dann deutete sie lächelnd auf die Brosche an ihrem Halse.„Zum Zeichen unserer Freundschaft will ich diese Brosche recht viel tragen. Wir kennen ja beide den Spender." „Sie haben es geahnt?“ rief er freudig, und sein Herz klopfte. Mit leuchtenden Augen schaute er auf sie nieder, wie sie so vor ihm stand in ihrem reizvollen, schlichten Gewande, mit ihrem blonden Scheitel. rötete unter seinen Blicken. „Nun gehen Sie, mein Freund,“ mahnte sie,„und versprechen Sie mir, daß sie nicht vergessen, was Sie sich selber und— anderen schuldig sind.“ „Ich verspreche es Ihnen,“ entgegnete er und ein merkwürdig nachdenklicher und doch fester Ausdruck zeigte sich plötzlich in seinen Augen und haftete noch darin, als er schon das Haus verlassen hatte. 29. Kapitel. Der„Fall Kaltenbach“ war inzwischen in die Presse übergegangen, selbst die„Kölnische" brachte eine Notiz darüber und bemerkte dazu, man müsse auch bei dieser Affäre fragen:„ou est la femme?" Der Fabrikant has ihn und erließ alsbald ein geharnischtes Schreiben, in dem er in den heftigsten Ausdrücken dem Sohne vorwarf, daß er ihn, den Vater, mit seinen Dummheiten und schlechten Streichen noch unter die Erde brächte. Er, Kaltenbach, könne sich ja nirgends mehr sehen lassen, oder die Leute wiesen mit Fingern auf ihn und tuschelten: das wäre der Vater von dem Jungen, der einer Komödiantin wegen die Leute mit der Hundepeitsche anfiele. Er hätte nun geglaubt, daß sein Sohn endlich ein ordentlicher Kerl geworden sei, auf den man stolz sein könne, und nun müsse er so etwas erleben. Das wollte er ihm aber schriftlich geben, wenn Elsbeth ihrem Bräutigam dieses Skandals wegen den Laufpaß gäbe, dann würde er vergessen, daß sein ältester Junge noch auf der Welt sei und er möge zusehen, wo er, wahrscheinlich mit einer gerichtlichen Bestrafung auf dem Buckel, bleibe. Gleichzeitig traf ein Brief von Frau Kaltenbach ein, den sie, so teilte sie mit, heimlich geschrieben habe, damit Hans sich die jedenfalls sehr heftigen Vorwürfe des Vaters nicht allzusehr zu Herzen nehme möge. Schwer unrecht habe er gehandelt und vor allen Dingen sehr unüberlegt, aber sie wolle glauben, was ie eschsche biüier üice anschice üicte eree. schuldigerweise in die fatale Sache hineingekommen sei. Der Brief Elsbeths ließ nun auch nicht lange auf sich warten, aber von Betrübnis war darin weniger zu merken, als von einem anscheinend aus verletzter Eitelkeit entsprungenen Zorn. 44445 6. „Ich ahne es wohl,“ schrieb sie,„daß Du den fremden Herrn nicht auf offener Straße so überfallen hättest, wenn diese Sängerin(sie ist wohl sehr schön?) nicht hinter der Sache stönde. Sie hat Dich angestiftet, die schlechte Person, damit man von ihr spricht, und Du bist unklug genug gewesen, Dich als Ritter aufzuspielen. Natürlich ist„so Eine“ auch mehr wert, als ein Mädchen, das Dir blindlings Vertrauen schenkte. An mich hast Du gewiß bei Deiner Heldentat nicht gedacht, um meinetwegen hättest Du vielleicht keinen Finger gerührt oder Dich am Ende nur mit Schimpfen beholfen. Du schickst mir ja nicht einmal regelmäßig die Briefe, die ich von Dir verlangen kann, und entschuldigst Dich, Du hättest immer so viel zu tun und wärst Abends so müde. Da muß man es nun durch die Zeitungen erfahren, was Du zu tun hast. Es ist eine Schande und der Ohm ist auch ganz außer sich und braucht Ausdrücke gegen Dich— ich mag sie nicht einmal andeuten. Aber sage nun selber, ob er nicht recht hat und wenn sie noch schlimmer wären. Nun, ich muß Dir sagen, daß ich mich so schwer geärgert habe, daß ich nichts zu Mittag essen konnte. Magenschmerzen habe ich vor Aufregung bekommen und vor Zorn geweint.— Schon wollte ich glauben, es sei das Beste, wenn Jedes seiner Wege ginge, denn daß ich auch ohne Dich nicht sitzen bleiben werde, das kannst Du Dir wohl an den fünf Fingern abzählen. Aber ich bin gutmütig und habe Mitleid mit Dir. Und so will ich Dir denn noch dies eine Mal verzeihen, wenn Du mir sogleich schreibst, daß Du mir so etwas nicht wieder tust und daß es nur eine Dummheit von Dir war, und daß Du das scheußliche Frauenzimmer verachtest und daß Du bereust, 24. Februar 1903 in Brilon nach voraufgegangenem Wortwechsel den Schieferdecker F. schwer mißhandelt. Zuerst hatte der Vater zum Messer gegriffen und dem F. einen Stich in die Brust beigebracht, so daß dieser vornüber stürzte, dann war der Sohn auf F. eingedrungen und hatte ihn durch zwei Stiche in den Rücken schwer verletzt. F. hat lange Zeit im Krankenhause gelegen und hierdurch bedeutenden Schaden erlitten. Für diesen macht er im Zivilprozeß die Beiden verantwortlich, mit der Begründung, daß beide gemeinsam die Folge dieser Mißhandlung verschuldet hätten. Der Vater habe insofern gemeinschaftlich mit dem Sohne gehandelt, als er gegenüber dem ihm an Stärke weit überlegenen Kläger das Messer zuerst gezogen habe in dem augenscheinlichen Bewußtsein, daß er an seinem Sohne eine Stütze und einem Bundesgenossen habe; durch seinen Stich habe er auch verschuldet, daß der Kläger vornüber gesunken und so in eine Lage gekommen sei, die dem Sohne Gelegenheit und unmittelbaren Anlaß zu den von ihm ausgeführten Stichen gegeben habe. Kläger verlangt außer den Kosten für ärztliche Behandlung usw. eine Jahresrente von 1638 Mark. Das Landgericht Arnsberg kam zu folgenden beachtenswerten Entscheidungsgründen: Eine gemeinschaftliche Mißhandlung lasse sich nicht begründen, am wenigsten aber sei eine solche Gemeinschaftlichkeit auf Seiten des Vaters anzunehmen. Denn als der Vater den Messerstich versetzte, habe er nicht wissen können, ob und evtl. wie auch der Sohn den Kläger tätlich angreifen und ihn verletzen würde; ihm habe das Bewußtsein und der Wille, daß sich seine Tätigkeit mit der des Sohnes verbinde, daß beider Handlungen sich gegenseitig zu einem einheitlichen Erfolge ergänzeu sollten, nicht innegewohnt. Es stehe dem Kläger nur ein Schmerzensgeld zu, welches auf 50 Mk. festzusetzen sei. Für die Beschädigung des Anzuges hafteten jedoch die Beklagten gemeinsam. Die übrigen Kosten habe jedoch der Sohn allein zu tragen. Auf eine Rente konnte das Gericht nicht erkennen, weil eine Minderung der Erwerbsfähigkeit noch nicht zu erkennen sei; indessen wurde dem Kläger ein Schmerzensgeld von 750 Mk. zuerkannt. = Leinen= und Damast=Weberei Im Gegensatz zu der immer noch unerfreulichen Gesamtlage der Leinen=Industrie war der Geschäftsgang während des Jahres 1903 in den feineren Qualitäten befriedigend. Trotz dieser immerhin günstig zu nennenden Geschäftslage erscheinen die Aussichten für 1904 im Gegensatz zu 1903 wenig günstig. Die Flachspreise sind in den letzten drei Monaten derartig gestiegen, daß sie schon heute beinahe wieder auf dem höchsten Stande der letzten 25 Jahre angelangt sind, und es sprechen alle Anzeichen dafür, daß sie diesen höchsten Stand bald wieder vollständig erreichen werden. Was die einzelnen Artikel betrifft, so war der Absatz in Leinen regelmäßig, in Halbleinen aber weniger befriedigend, da von anderer Seite die Preise in ganz unverständlicher Weise geworfen wurden. Das Geschäft in Handtüchern ist vor wie nach unlohnend. In Tischzeugen hat sich der moderne Geschmack jetzt vollständig Bahn gebrochen. Eine große Anzahl künstlerisch geschulter Kräfte, selbst hervorragende Künstler, beschöftigen sich heutzutage mit dem Entwerfen moderner Muster, und diese künstlerisch durchgearbeiteten Entwürfe finden denn auch bei den Käufern von Jahr zu Jahr steigenden Anklang. S Schlues des esdattiogeties fote Hautkrankheiten, Sommersprossen. Das beste Pung nad Kartn. ihretwegen so dumm gewesen zu sein, und daß Du sie niemals mit einem Blick mehr anschauen willst— niemals, hörst Du? Ich erwarte umgehend einen solchen Brief von Dir oder Du könntest auch vorher an mich telegraphieren:„Brief folgt wie gewünscht," damit ich meine leibliche Ruhe hab. Deine zürnende Elie.— Schreibe mir auch, daß es gelogen ist von wegen ihrer Schönheit, was in der„Kölnischen“ gestanden haben soll, wie der Ohm behauptet. Ich bin wirklich ganz außerordentlich wütend und es ist das wahrhaftig kein Spaß, das kannst Du glauben.“ Die Briefe des Vaters und der Braut bewirkten bei Hans das Gegenteil von dem— was sie beabsichtigten. Er fühlte sich keineswegs niedergedrückt von ihnen, sondern sie reizten ihn nur zum Trotz und befestigten seine Meinung, daß er gehandelt habe, wie er handeln mußte, und daß er um seiner selbst willen nicht zu Kreuze kriechen dürfe. (Fortsetzung folgt.) Eine kecke Antwort. Als der Zimmermann Andreas Holznagel in Verden eines Tages von der Arbeit heimkehrte, hatte ihm der bissige Hund eines Müllers ein großes Loch in die Manchesterne(Hose) und einige kleinere in die linke Wade gerissen. Einen Angriff auf die rechte jedoch kam Holznagel zuvor, indem er seinem Angreifer mit der Axt den Kopf spaltete. Darob ist er nun vom Müller verklagt worden und vor das Amtsgericht zu Verden gekommen.„Wie mir scheint,“ spricht der Richter, als Holznagel seine Aussage gemacht hat,„sind Sie in Ihrer allerdings berechtigten Notwehr doch zu weit gegangen: Sie hätten den Hund statt mit der Schneide der Axt mit dem Stiel abwehren können.“„Ja, Herr Amtsrichter,“ sagt Andreas,„dat harr ick ok dahn, wenn mi de lorksche Täw'l(Hund) mit'n Swanz, un nich mit de Tähnen bäten harre.“ Für diese Bemerkung muß Holznagel„wegen Ungebühr vor Gericht“ 5 Mk. zahlen, wurde im übrigen aber freigesprochen. handelsnachrichten Se Das Alpendorf auf der Weltausstellung Russische Kriegsanleihe und die Kurse. Infolge der Uebernahme von achthundert Millionen Franken 5 pCt. russischer Schatzscheine haben die russischen Rentenwerte wiederum einen Rückgang erfahren, so daß die 4proz. russische kons. Eisenbahnanleihe von 1880 von 96.80 am 6. Februar bis 92,20 am 26. April, die 4prozentige russische Staatsrente von 95,50 bis 93.40, die neue russische Anleihe von 1902 von 97,90 bis 92 wich. Stärkere Kursverluste haben auch die 3½proz. Goldanleihe von 1894 von 90.75 bis 83,10 erlitt. Die russischen Eisenbahnobligationen erfuhren eine Einbuße von rund 5 pCt. und schließlich sind die Aktien der russischen Bank für auswärtigen Handel von 132.40 bis 116.70 gewichen. Tatsache ist aber auch, daß alle diese Obligationen mit Ausnahme einer einzigen gegenwärtig höher stehen, als am Tage des panikartigen Rückganges aller Werte, am 19. Februar. — Deutsche Reichsvant. Der letzte Reichsbankausweis zeigte bedeutende Rückflüsse und läßt daher den Schluß zu, daß die Bank nicht lange über den Anfang Mai hinaus den gegenwärtigen Zinsfuß beibehält, sondern zu einer Diskontherabsetzung schreitet und zwar gleich um ein ganzes Prozent. — Kleine Finanzchronik. Eine Interessengemeinschaft zwischen dem Aachener Hüttenverein Rote Erde und dem Eschweiler Bergwerksverein dürfte nunmehr schon in nächster Zeit durchgeführt werden.— Die Finanzdeputation des Hamburger Staates fordert bis 7. Mai zu Angeboten auf 40 Mill. Mark 3½ proz. oder 44 Mill. Mark 3proz. Anleihe für Landankäufe, Staatsbauten auf. — Die Gute Hoffnungshütte hat von der argentinischen Regierung einen namhaften Auftrag auf Brückenmaterial erhalten. Dividenden. Die eingeklammerten Ziffern bedeuten die Dividende des Vorjahres. Vorgeschlagene. Chemische Fabrik Rhenania in Aachen 17 pCt.(17.—„Allianz“=Versicherungs=A.G. 22 pCt.(20).— Bremisch=Hannoversche Kleinbahn in Frankfurt a. M. 2 pCt.(1½).— Zuckerfabrik Körbisdorf A.G. 8 pCt.(8). Geschätzte.„Rheinische Anthracitkohlenwerke in Kupferdreh 10 pCt.(9). Konkurse. (A— Anmeldefrist.) Kaufmann Karl Gutfahr. Bromberg A 16.— Gebr. Kaesebier, Dessau A 28 5.— Kaufmann Heinrich Fleischhauer. Burbach A24 5(Drulingen). — Kaufmann Gustav Jakobus. Gleiwitz A 31 5. — Kaufmann Ernst Julius Rothe i. Fa. Robert Rothe, Hamburg A 8 6.— Kaufmann Kaspar Kühne Heiligenstadt A 9 5.—. Kaufmann Friedr Ob sich die Schweiz offiziell an der Weltausstellung in St. Louis beteiligen wird, steht noch immer nicht fest. Bis zur Stunde hat sie noch keinen offiziellen Vertreter ernannt. Von einzelnen Firmen abgesehen. die sich wohl auf eigene Rechnung an der Ausstellung beteiligen werden, dürfte daher von einer Vertretung der Schweiz kaum die Rede sein. Dafür bietet die Schweiz, wie das auch auf fast allen Weltausstellungen der letzten Jahrzehnte der Fall war, aber den Besuchern der Ausstellung in einem Alpendorfe ein Bild von dem Leben und Treiben des Schweizers, wie es naturwahrer kaum gedacht werden kann. Unser heutiges Bild führt uns mitten hinein in das geschäftige Treiben, wie es nach der Eröffnung der Ausstellung sich hier entwickeln dürfte. Wir sehen die kleinen Häuschen an die stolzen Berge gelehnt und wir sehen die schmucken Gotteshäuser inmitten der grünenden Matten. Das ganze Bild macht einen so anheimelnden Eindruck, daß sich ein jeder sagen muß: hier muß es gut sein, hier kannst Du dich ruhig niederlassen. Und denkt man noch an die schönen Schweizer Madeln, an die Jodler und Juchzer und den nicht zu verachtenden Schoppen, muß einem vollends das Herz aufgehen. Wer die Gelegenheit hat und trotzdem diese drei Sachen nicht mitnimmt. dem ist wahrlich nicht zu helfen. Possel i. F. B. H. Possel, Osnabrück A 25 5.— Kaufmann August Mühling, i. F. Karl Prinz, Warenhaus, Wasserburg a. T., A 14 5. Berliner Börse Deutsche Fonds Deutsche Reichsanleibe 3½ de. da. Preussieche Staats-Anleihe 8% do. do. Westfällsche Prov.-Anlelhe 3% do. do. Blelefelder Kommanal-Anleibe 4 Westfällsche Plandbriefe do. 4o. 3% Rbeinisch-Westfällsche Rentenbriefe 4 Ausländische Fonds Oesterreichische Silberrente 4½ do. Goldrente 4 Ungarische Goldrente de. Kronenrente Russlsche Gold-Anleihe cons do. Staatsronte 1902....... 4 Argentinler 88. 4% Bukarester 98 4% Chinesen 98 4% Italienische Rente neue 4 Mezikaner cons 99 umor: gs 7 26. 4. 201.80 97.10 11·80 90.40 99.75 101.— 102.30 98.90 103.10 1.0.50 191.90 10.60 98.30 91.80 91.80 27.* 171.90 89.90 101.70 90.20 99.75 103.60 101 90 102.50 98.80 108.— 100,70 101.9 100.6 93.25 97.— 91.50 840 8.— 10.90—.— #K 4) 66 Hupotheken-Pfandbriefe Deutsche Hypoth.-Bank Pfandbr. bis 1910. 4 do. de. do. 05. 5% Gothser Gr. Or.-Pfandbriefe 09 4 do. de. 05. 3% Hamburger Hypotheken-Bank 10..... 4 4o. 46. g8 3½ Meininger Hypotheken-Pfandbr. 11.... 4 do. do. 07 3½ Preussische Boden-Oredit-Pfandbr. 10... 4 do. do. 07... 3% Preussische Central-Boden-Plandbr. 10. 4 do. do. do. 06... 3½ Preussische Pfandbrief-Bank 10..... 4 de. éo. 08 3% Rheinisch-Westfälische Boden-Or. 12... 4 40. do. 4o. 08... 3½ Wechsel-Kurse Amsterdam kurs 169.30 1 Paris kurs Belgische Plätse„ 81.15] Petersburg„ London„ 20.42/ Wien„ Gold, Silber. Banknoten 102.25 96.25 191.60 96.60 1008 96.10 102.20 96.80 102.— 95.49 102.50 96.20 101.50 95.50 102.70 96.70 Dollare Imperiale 20 Frenos-Stücke Severeigne Amerik. Noten klein Reionsbankdiekont D. 419 16.18 4.18 Beigische Noten Englische Banknote Französische„ Holländische Noten Oesterr. Bankuoten 192.15 96.25 101 60 96.60 101.80 96.10 102.20 96.50 101.9 95.40 101.50 96.70 101.50 95.60 102.70 8 81.30 86.30 81.35 20.43 81.35 169.35 85.40 Kaffee Hamburg, 28. Aprll. 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Abg. von Kardorff(Reichsp.) führt aus, daß es kaum ein Gesetz gibt, bei dem die Voraussetzungen, von denen man ausging, sich so wenig erfüllt haben, wie bei dem Börsengesetz von 1896. Ebenso hat sich die Voraussetzung nicht erfüllt, daß das Gesetz dem Getreideterminhandel ein Ende machen werde. Die Börse scheint sich vielmehr zu einer Hochschule für Umgehungen des Gesetzes herausgebildet zu haben. Weiter bestehen noch immer Termingeschäfte für Getreide und die möchte ich beseitigen. In Bezug auf Termingeschäfte in Montanpapieren dagegen geht man in der Bevormundung des Publikums viel zu weit. Weiter erklärt Redner für nötig, nach englischem Brauch die Depositenbanken von den Emissionsbanken zu trennen. Noch richtiger aber sei eine Revision unserer Aktiengesetzgebung. Angesichts des großen Privilegs der Ausgabe von„Lettres au porteur“ können die Aktiengesellschaften für Leistungen für die Allgemeinheit schärfer herangezogen werden. Der Reservefonds schwebe meist in der Luft. Diese Fonds müssen angelegt werden in mündelsicheren Papieren. wiederhole, in Bezug auf das Verbot des Terminhandels in Industriepapieren lasse er mit sich reden, wofern nur die Strafbestimmungen gegen den Differenzhandel in Getreide verschärft würden. Abg. Kaempf(Freis. Volksp.) erklärt, wenn eine Revision des Börsengesetzes so lange hinausgeschoben wird, bis eine Revision des Aktiengesetzes stattgefunden hat, würden wir mit ersterer Revision wohl„ad calendas graecas" warten müssen. Wie das Börsengesetz gewirkt habe, zeige der Rückgang des Ertrages der Umsatzsteuer auf Börsengeschäfte, eine Reduktion der Umsätze etwa um die Hälfte. Dann polemisiert Redner eingehend gegen die Ausführungen des Grafen Kanitz. Weiter berührt Redner die vorgekommenen Verletzungen von Treu und Glauben. Es müsse alles geschehen, um zu verhindern, daß der deutsche Kaufmann wortbrüchig werde, um zu verhindern, daß das Ausland das Vertrauen zu dem deutschen Kaufmann verliere. Abg. Lukas(natlib.) führt aus, seine Freunde würden die Vorlage prüfen, namentlich auch inwiewett die erheblichen Bedenken, die gegen einzelne Punkte bestünden, noch beseitigt werden können. An dem Verbot des Terminhandels in Getreide und Mühlenfabrikaten würden seine Freunde keinesfalls rütteln lassen. Seit Erlaß jenes Verbots hätten die Landwirte, wenn auch nicht höhere, sondern doch stetigere Preise.(Sehr richtig! rechts.) An der Börse selbst werde es liegen, ob es ihr gelingen werde, die Anthipathieen, mit der sie zu kämpfen haben, dauernd zu überwinden. Hierauf wird der Gesetzentwurf betreffend die Krankenfürsorge für Seeleute definitiv angenommen. Dann erhält zum Börsengesetz das Wort Abg. Dove(freis. Ver.) Der Hauptfehler des bestehenden Gesetzes sei, daß es einerseits Rechtssicherheit schaffen, andererseits abschrecken solle. Das sei unvereinbar. Im allgemeinen erkenne er selbst jedenfalls an, daß der in der Vorlage beschrittene Weg wenigstens eine Handhabe sei, um den schlimmsten Mißbräuchen abzuhelfen, die das Börsengesetz gezeitigt habe. Hierauf Vertagung. Morgen 1 Uhr Fortsetzung. Schluß gegen 6 Uhr. Wesrfur!,., Die neue Eisenbahnbrücke bei Mainz Am 1. Mai soll in Anwesenheit seiner Majestät des Kaisers und des Großherzogs von Hessen die feierliche Einweihung der neuen Rheinbrücke bei Mainz erfolgen. Die Brücke ist Eisenbahnund Straßenbrücke zu gleicher Zeit und zwar hat die Straßenbrücke eine Länge von 521 Meter, die Eisenbahnbrücke eine solche von 713 Meter. Zu beiden Seiten der Straßenbrücke liegen 2 Gleise, an deren Außenseite sich wiederum je ein Fußgängerweg befindet. Die Brücke hat vor allem strategische Bedeutung. Frachten, die von Mainz nach Wiesbaden gehen sollten, mußten den Weg über Frankfurt machen, also einen Weg von Kilometer zurücklegen. Dank der Brücke schrumpft diese Entfernung jetzt auf 12 Kilometer zusammen. Die Brücke überspannt zunächst in drei Bogen die westliche Seite des Rheins, der an dieser Stelle durch die Petersaue in zwei Arme geteilt wird, stützt sich dann auf einen Eisenpfeiler auf der Petersaue selbst auf und überschreitet die Insel in 6 weiteren Bogen. Die schmalere östliche Rheinseite wird mit zwei Bogen überspannt. Die Brücke ist ein Monumentalbau, bei dem die Mannigfaltigkeit der Ausführung im Einzelnen in wohltuender Weise von dem hergebrachten Brückenstile abweicht. Aus Provinz und Nachbarschaft * Herford, 27. April.(Der Tischlerstreik) ist nunmehr beendet. Die Verhandlungen haben eine Einigung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber herbeigeführt. Die Arbeitszeit ist pro Woche um 1½ Stunden verkürzt, wenigstens in den Betrieben, in denen die Arbeit eingestellt worden war. Die Verhandlungen mit anderen Betrieben schweben noch, werden jedoch voraussichtlich auch einen befriedigenden Abschluß finden. ∆ Enger, 27. April.(Die Schwalben sind da.) Heute morgen zog eine große Schar Schwalben über unsere Stadt. Sie suchten ihre früheren Plätzchen wieder auf und ließen sich häuslich nieder. Wir wollen hoffen, daß diese gern gesehenen Gäste einen schönen Frühling und Sommer mitgebracht haben.„ ∆ Enger, 27. Aprn.(Ton der Kleinbahn.) Am 1. Mai wird die Haltestelle„Enger Süd“ wieder eingeführt. Die Fahrkartenausgabe ist beim Gastwirt Deuker, etwa 7 Minuten von der Haltestelle entfernt. Enger, 27. April.(Wohltätigkeit.) Der Landwehr= und Reserveverein sandte 37,05 Mk. an Herrn Geh. Reg.=Rat Landrat von Ditfurth für die Geschädigten in Deutschsüdwestafrika. Die Gelder wurden gelegentlich des Vortrages am 17. April eingenommen. d. Dissen, 28. April.(Goldene Hochzeit. — Markt.) Heute feierten die Schuhmacher Sommerkamp'schen Eheleute ihre goldene Hochzeit. — Zu dem hier abgehaltenen Viehmarkte waren etwa 400 Ferkel, einige größere Schweine, jedoch nur 5 Stück Rindvieh zugetrieben. Der Handel war flau. Ferkel erzielten einen Preis von 2 Mt. bis 2.50 Mk. I. Neuenkirchen, 26. April.(Neubau.— Einführung.) In der letzten Samtgemeindesitzung wurde beschlossen, dem hier stationierten Gendarm ein Wohnhaus zu bauen, falls die Station für immer hier bleibt. Ueber das zu diesem Zwecke anzukaufende Grundstück konnte die Kommission sich noch nicht schlüssig werden, da hier für Bauplätze enorme Summen gefordert werden. — Am letzten Sonntag fand die Einführung des Pastors Rasch=Harburg durch die beiden Kirchenkommissarien Superintendent Lauenstein in Buer und Landrat v. Pestel in Melle statt. * Dortmund, 28. April.(Zur Stillegung der Zechen.) Heute fand hier eine Konferenz statt, zu der die Landräte der in Frage kommenden Kreise, die Gemeindevertreter, Vertreter des Oberbergamts, des Kohlensyndikats und des bergbaulichen Vereins erschienen waren. Se. Exzellenz Herr Minister Möller präsidierte die Konferenz. * Münster, 28. April.(Plötzlich erblindet.) Von einem argen Mißgeschick wurde am Sonnabend Morgen die Familie eines hiesigen Metzgermeisters getroffen. Als zur genannten Zeit die Frau eben aufgestanden war, verlor sie ganz plötzlich das Augenlicht. Alle Bemühungen des schleunigst herbeigerufenen Arztes, der Frau die Sehkraft wieder zu geben, blieben erfolglos. * Bochum, 27. April.(Die Pockenepidemie) ist im Rückgang begriffen. Gestern ist keine neue Erkrankung festgestellt worden. Etwa zehn Häuser, die wegen der Ansteckungsgefahr gesperrt waren, sind wieder freigegeben. Auch die Sperre des katholischen Waisenhauses ist aufgehoben.— In Witten ist die Seuche erloschen. Hattingen wird wohl heute als seuchenfrei erklärt werden. In Bochum und Umgegend haben sich 56000 Personen der Schutzimpfung unterzogen, davon 40000 in den öffentlichen Impfterminen. Die königliche Eisenbahndirektion in Essen hat sämtliche Angestellte in den Orten impfen lassen, in denen Pockenfälle vorgekommen sind, ferner in allen Orten. die bis zehn Kilometer von diesen Orten entiernt liegen. * Gelsenkirchen, 28. April.(Der Gelsen kirchener Wasserwerksprozeß) ist nochmals verschoben und der Termin jetzt endgiltig auf den 13. Juni d. Is. festgesetzt worden und zwar vor der Strafkammer III in Essen. Für die Verhandlungen sind zehn Tage in Aussicht genommen. Man erwartet, daß Geheimrat Koch, der aus Südafrika nach Europa zurückkehren will, den Verhandlungen als Sachverständiger beiwohnen wird. * Ruhrort, 28. April.(Ein Opfer des Automobils.) Von einem mit Schnellzugsgeschwindigkeit dahinrasenden Automobil wurde auf der Kaiserstraße in Bruckhausen ein Kind überfahren und sofort getötet. Gerichtssaal □ Bielefeld, 27. April. Strafkammer. Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor Greiff; Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Assessor Wahn. 1. Gleiche Seelen finden sich.„ Der wiederholt und schwer vorbestrafte Schmied Otto Bergermann von Dortmund, z. Zt. hier in Untersuchungshaft, war auf seiner Wanderschaft auf der Herberge in Gütersloh eingekehrt und hatte eine Gelegenheitsarbeit bei dem Photographen Goldbecker in Gütersloh sofort angenommen. Daß er ein anstelliger Mann war, hat er sogleich bewiesen. Auf einer Exkursion, die den Kellerräumen galt, hatte er Fleischbungen entdeckt. Es machte seinen geschickten Hünden auch wenig Mühe, die Behältnisse zu erbrechen und mit mehreren Pfunden Speck und Wurstwaren, die er ergattert, das Weite zu suchen. Er erhielt wegen schweren Diebstahls drei Monate Gefängnis, worauf ihm 1 Monat Untersuchungshaft angerechnet wurde. Sein guter Pennefreund, der Arbeiter Friedrich Bremer von Isselhorst, der den gestohlenen Speck angekauft hatte, wurde wegen Hehlerei zu 6 Wochen Gesängnis verurteilt, welche durch Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft ganz verbüßt sind. 2. Betrugsversuch gegenüber der Feuerversicherung Der Musiker und Gemüsehändler Franz Lemkemeyer von Herford, welcher bei der Deutschen Feuerversicherungs=Gesellschaft in Berlin gegen Brandschaden versichert war, wurde im September v. J. von Brandschaden betroffen. Er hat nun bei der Brandschadenregulierung ein Verzeichnis eingereicht, in dem er eine Menge Gegenstände, die er vor dem Brande nicht besessen und solche, die tatsächlich nicht verbrannt waren, als verbrannt aufgeführt und dadurch den Versuch gemacht, die Gesellschaft um etwa 1200 Mk. zu schädigen. Der Gerichtshof erkannte gegen ihn wegen versuchten Betruges auf Peslionate Späktnants. Cietosero, Freitag, 29. April 1904 3. Körperverletzung Der Schlossermeister Eduard Neuhaus zu Ennigloh war vom Schöffengericht zu Bünde am 9. Februar d. I. wegen gefährlicher Körperverletzung mit 20 Mark evtl. 4 Tagen Gefängnis bestraft, wogegen er Berufung eingelegt hatte. Der Fall lag jedoch so milde, daß die Strafkammer die Strafe auf 5 Mk. evtl. 1 Tag Gefängnis herabsetzte. Vermischtes — Ein lachender Erbe Wie jemand sich ein Vermögen durch— Lachen erwirbt, zeigt folgende, aus New=York gemeldete Geschichte: John Donahre, ein Einwohner von Pottsville in Pennsylvanien, der vor einigen Jahren in den Cumberlandbergen in Kentucky grub, wurde mit einem Manne namens Bowman bekannt, dem große Landstrecken gehörten. Bowman hatte eines Tages einen Streit mit einem berüchtigten Desperade, der damit endete, daß der Desverado den Revolver zog, um auf ihn zu schießen. als Donahre, der zufällig anwesend war, plötzlich in ein lautes und herzliches Lachen ausbrach. Der Desperado war so erstaunt, daß er die Pistole fallen ließ und Bowman entkam. Als Belohnung für sein Lachen, das ihm das Leben gerettet hatte, gab er Donahre einen Teil seines Landes, auf dem nun eine Kohlenader im Werte von 4 Mill. Mark entdeckt worden ist. Ein ungewöhnlicher Streik„„ ist in der französischen Hafenstadt Marseille ausgebrochen: ein Streik der Offiziere der Handelsmarine. Die unmittelbare Veranlassung dazu gab die Forderung der Matrosen eines Handelsschiffes, daß zwei Offiziere, die sie der allzu großen Strenge beschuldigen, entlassen werden, und die Drohung den Reedern gegenüber, die Arbeit einzustellen, wenn man ihnen nicht willfahre. Die Offiziere beklagen sich über die Nachsicht der Aufsichtsbehörde gegen die widerspenstigen Seeleute. 4 Unter dem Verdacht des Gattenmordes bezw. der Beihilfe sind die Besitzerswitwe Schmidt und der Schneidermeister Gustav Milbrandt aus Neu=Battrow verhaftet und ins Gerichtsgefängnis in Konitz eingeliefert worden. Die Frau hat die Tat bereits eingestanden. — Eine Hundedebatte im englischen Oberhause Bei den vielen wichtigen Fragen, die jetzt die Parlamente beschäftigen, bildete die amüsante Hundedebatte, die dieser Tage im englischen Oberhause stattfand, eine angenehme Abwechselung. Auf dem Tisch des Hauses waren Hundegeschirre ausgestellt, die die Pairs mit großem Interesse besichtigten. In Veranlassung zu der Debatte bildete die Maßregel des landwirtschaftlichen Ministeriums, Hunde, die vom Kontinent kommen, wegen der Gefahr der Tollwut. 6 Monate in Verwahrung zu behalten. Die düsteren Farben schilderte Lord Lytton die Grausamkeit, die Tiere von ihren Herren und besonders von ihren Herrinnen zu trennen; er wüßte nicht, welchem von beiden Teilen diese Grausamkeit empfindlicher fühlbar würde. Er wünschte, daß die Hundebesitzer auf ihrem eigenen Grundstück die Hunde in Quarantäne setzen sollten. Lord Onslow, der Präsident des landwirtschaftlichen Ministeriums, drückte den leidenden Hundebesitzern seine volle Sympathie aus, aber die Wohlfahrt der ganzen Hundewelt und auch der Menschen müßte doch ar erster Stelle stehen; die Strenge der jetzigen Ver ordnung und die Maulkorbverordnung hätten be wirkt, daß sich kein Fall von Hundswut seit Jahren in England ereignet habe. Interesse erregte die Mitteilung des Lord Onslow über die ungleichen Mittel, durch die fashionable Hundeherrinnen ihre Lieblinge einzuschmuggeln und vor der Quarantäne zu bewahren suchen. Einige Damen ziehen den Hunden Kinderkleider an und bringen sie so ans Land. Die Tiere werden jetzt wie früher zu einem Tierarzt zur Besichtigung gebracht, aber um die Empfindungen der Hundeherren nicht zu verletzen, hat sich nun das landwirtschaftliche Ministerium in England zu folgender Konzession bereit finden lassen: Die Besitzer dürfen die Tiere dann mitnehmen. wenn sie sich feierlich verpflichten, die Hunde sechs Monate lang ein Geschirr mit der Aufschrift„Wegen Tollwut in Quarantäne“ tragen zu lassen. Aber, um die zärtlichen Hundeherrinnen daran zu verhindern, ihre Lieblinge dennoch von der unbequemen Last zu befreien, sollen die Hundegeschirre versiegelt werden. und bei strenger Strafe darf niemand anders als ein Beamter des landwirtschaftlichen Ministeriums das Siegel brechen. Das Hundegeschirr ist ein sinnreiches Gefüge aus Bändern, Schnallen, Siegel und Inschriftstafel, das dem Hunde wahrscheinlich in den„Hundstagen“ recht wenig Vertugen bersten wind. Kinder der Hinsternis Roman von Anton von Perfall. 96)—(Nachdruck verboten Kapitel 5. Das Haus in der Mandelgasse war mit der Rückkehr Klärchens zu neuem Leben erwacht. Vor dieser blühenden Jugend flohen die düsteren Geister, die Jahre lang diese öden Räume bewohnt, oder zogen sich wenigstens in das Hinterhaus zurück, das noch immer unverändert im feuchten Schatten der Ulmen stand. Marianne war rasch gealtert. Die Sorgen ihrer Stellung wuchsen ihr über den Kopf. Enttäuschung folgte auf Enttäuschung. Der Erfolg Gunlachs blieb weit hinter ihren Hoffnungen zurück. Cassan hatte ihr zu viel zugemutet. Immer mehr drängte sich ihr die Ueberzeugung auf, daß nur ein Mann imstande sei, diesen fortgesetzten Kampf zu führen, die Anstalt dem eigentlichen Zweck des Gründers zuzuführen. Andererseits konnte sie zu keinem Fremden das Vertrauen fassen, ohne daß sie sich nicht berechtigt fühlte, all' die Geheimnisse zu offenbaren, die wohl verschlossen in ihrem Pulte lagen. Da kam Klärchen zurück. Mariannens Plan, das Kind ferne von allen düsteren Eindrücken ihkes Vaterhauses zu erziehen, unberührt von all' den Erinnerungen, die auf ihm lasteten, hatte sich glänzend bewährt. Aus Klärchens Augen leuchtete die Freude, das Glücksverlangen, und der blühende Körper öffnete durstig alle seine Poren dem Leben. Sie hatte die naive Zufriedenheit des Gelehrten geerbt. Sein trockener Humor war bei ihr zur übersprudelnden Laune geworden, während die Harmonie seiner großen Seele, die alle von ihm geschauten und durchwühlten Abgründe nicht stören konnte, trotz der scheinbaren Unruhe der Jugend, jetzt schon aus ihrem ganzen Wesen tönte. Marianne war erst hoch beglückt, die stolzeste Mutter, dann kam ihr plötzlich ein arges Bangen. Sie fühlte sich entsetzlich alt neben Klärchen, aufgerieben, dem Anstürmen solcher Jugendkraft nicht mehr allein gewachsen; auch Gunlach war nicht das Feld dafür. Lag es im ungbänderlichen Grunde der Tatsachen, oder war es ihre Schuld, fehlte ihr das „dritte Ding“ Cassans,— die Liebe! Oder war ihr Blick nun einmal für immer durch die Vergangenheit getrübt, trotz allem scheinbaren Blühen und Gedeihen, all' der frohen, gesunden Gesichter um ste her, all' der Ehren und Lobsprüche, die sie im Laufe der Jahre eingeheimst, sie wurde Gunlachs nicht froh. Sie konnte dort nicht Wurzel fassen.„ Mmillamm Klärchens Rückkehr war ihr ein willlommener Anlaß, ihren Wohnsitz wenigstens für die Winterszeit wieder in die Mandelgasse zu verlegen. Sie hätte sich ein Gewissen daraus gemacht, das junge Mädchen in Gunlach verkümmern zu lassen. Klärchen gehörte der Welt, der Freude. Und noch etwas, eine längst in der Einsamkeit groß genährte Hoffnung bewegte Marianne: Klärchen wird ihre schweren Bedenken betreffs Gunlachs Zukunft lösen, indem sie einem Manne die Hand reicht, der ihres Vertrauens würdig ist, der das Werk Cassans endgiltig in die von ihm gewollte Bahn lenkt. Oh sie wird eifersüchtig wachen über ihr Kleinod, alle Unberufenen fern halten, den Berufenen aber, wer es auch sei, mit offenen Armen empfangen. Und Klärchen soll wissen, was sie zu vergeben hat, nicht nur eine schöne Mädchenhand, sondern ein heiliges Vermächtnis, für das der Vater gestorben, die Mutter gelitten. Die Tochter eines Cassan darf sich nicht vergeben, wie irgend ein anderes Mädchen, nur der Stimme des Herzens folgend, oder einer Liebeswallung. Zu ihrer Beruhigung bewahrte Klärchen mit so inniger Liebe und Verehrung das Andenken des ihr kaum mehr erinnerlichen Vaters, daß Marianne ihr neues Amt gar nicht schwer dünkte. Jetzt nach drei Jahren ihrer Anwesenheit regte sich eher eine andere Befürchtung in Marianne. Klärchen gaukelte wie ein Schmetterling über das Leben hinweg, der gar nicht daran denkt, sich von irgend einer Hand haschen zu lassen. Daran konnte auch das Haus in der Mandelgasse, mit seinem trotz aller Geselligkeit ernsten Gepräge, nichts ändern. Die dunklen Gänge und unheimlich knarrenden Treppen, die niedrigen Hallen und geheimnisvollen Winkeln, das wurde für sie alles zum farbenprächtigen duftigen Haine, über dem sie ihr harmloses Gaukelspiel trieb. Wiederholt hatten sich schon Bewerber gemeldet, welche Mariannens Wünsche wohl gerecht zu werden versprachen, aber wehe ihr, wenn sie nur eine Andeutung machte, da war das liebliche Kind plötzlich wie verwandelt, ein fester Wille, eine trotzige Energie trat an die Stelle kindlicher Hingebung, der schimmernde Schmetterling wandelte sich zum störrigen jungen Falken, der sich gegen jede Fessel sträubt. Und Marianne fühlte sich erschreckend rasch altern. Ein immer wiederkehrendes Herzleiden, das wohl in der furchtbaren Stunde im Hinterhause, vor der Leiche ihres Gatten seine erste Begründung hatte, stellte sie immer wieder vor die Frage eines plötzlichen Todes. Was dann!? Wiederholt war sie zu solchen Zeiten nahe daran, Klärchen über ihre zukünftigen Verpflichtungen aufzuklären, über den wahren Zweck Gunlachs, über die Geheimnisse ihres Pultes, aber immer wieder schreckte sie vor dem kindlichen Antlitz zurück, vor dieser harmlosen Jugend, und sie brachte es nicht über das Herz, mehr, es fehlte ihr wirklich das Vertrauen. So war wieder ein Winter angebrochen. Marianne fühlte sich noch leidender und öffnete doch weit die Pforten des Cassanhauses. Wenn in diesem Winter Klärchen sie nicht erlöste, dann konnte es leicht zu spät sein für sie. (Fortsetzung folgt.) Der Verein beteiligt sich an der am 1. Mai a. c. stattfindenden Standartenweihe des Vereins ehemaliger Husaren. Autreten zum Festzuge am 1.Mai nachmittags 2½ Uhr am Vereinslokale. 29779 Der Vorkand. Verein ehematiger Kntreten zur Beteiligung an der Standarten-Weihe am Sonntag nachmittag um 2 Uhr im Vereinslokal. Es wird erwartet, daß sämtl. Kumeraden zur Stelle sind. 48868 Der Vorstand. Gesellschaftshaus WI-ESpOT Webereistr. 4. Empfehle mein neu einge richtetes 17041,149 * Restaurant Saal für Vereinsfeste, Hochzeiten Gute Speisen u. Getränke Henru Halves. sowie grossen Am Sonnabend, den 30. April 1904, morgens 8 Uhr: Verkauf minderwertigen Fleisches zweier tuberkulosen Kühe. Kirchenkonzert 120 in Stieghorst 168 zum Besten des Kirchturmbaues. Sonntag, den 1. Mai, nachmittags 4½ Uhr. Khabel-Knzuge Sopran! Fräulein Frieda Meinecke, Tenort Herr Elorenz Schröder. Violine: Herr Konzertmeister Dietz, Orgel: Herr Organist Hans Behle. aus besten Buckskinstoffen angefertigt, für das Alter von 2 bis 10 Jahren, die einen Wert bis 12 Mk. haben, zu dem Ausnahmepreis Jeder Anzug in allen Grössen, aus besten Stoffen, neue chice Façons Wert bis 40 Mk. Mk. 50 Herten Anzuge 50 zum Aussuchen Das Programm berechtigt zum Eintritt. Preis 50 Pfg. 8831 Jeder Anzug Mk. von 1.60 Mk. per Stück an. Schwere Poularden, Junge Kapaunen, Mastenten, Puter und Puthennen, schwer, Hamb. Kücken, junge Tauben, Suppenhühner, Hasel= u. Birkwild, seinsten Tafelzgander, lebende Schleyen, frischen Waldmeister, Tomaten, frische Gurken, frischen Ananas. Ludwig Jacke, Bielefeld. Konkursverfahren. über das Vermögen des 28855 Markt 6. Feinste In dem Konkursverfahren Kaufmanns August Schumacher in Bielefeld ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin auf den 16. Mai 1904, vormittags 11 Uhr, rungs=Präsident in Minden hat am 5. v. Mts. für die mit„Geflügelcholera“ und„Hühnerpest“ bezeichneten Geflügelseuchen die Anzeigepflicht eingeführt und bestimmt, daß nicht nur der Ausbruch, sondern auch der Verdacht des Ausbruchs dieser Seuchen der Polizeibehörde sofort anzuzeigen ist. In Betracht kommen Gänse. Enten, Tauben, Hühner aller Art, einschließlich Truthühner, Pfauen, Fasanen. Zugleich hat derselbe wegen der Ueberwachung von Geflügelausstellungen Anordnungen getroffen. Ich mache auf diese beiden Anordnungen, welche bei den Herrn Amtmännern und in meinem Geschäftszimmer eingesehen werden können, hiermit besonders aufmerksam. Bielefeld, den 25. Apxril 1904.„.1022 Der Landrat. v. Ditfurth, Geb. Reg.=Rat. vor dem Königlichen Amtsgerichte in Bielefeld Zimmer Nr. 9 ee 28313 anberaumt. Susstulmöuttel v. Pfund 1,20 Mk. Friedrich Riemeier. Eb Bielefeld, den 25. April 1904. Der Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts Abt. 6. Handelsregister Abteilung A ist bei Nr. 412 E242PEPEN Empfehle mich für dekorative * Wussergias u. Curähtel In unser Handelsregiste (Firma Robert Schenk in Bielefeld) heute folgendes eingetragen: Die Firma ist berichtigt in„Robert Schenck“. den 25. April 1904. 2 Bielefeld, aller Art, sowie zur Ausmalung von Billen, Festsälen und Wohnräumen, in einfacher wie eleganter Ausführung bei billigster Preisberechnung. c.121 Anstricharbeiten sauber, geschmackvoll und billig. F. Mübern. Altstädter Kirchstr. 4. zum Einlegen der Eier empfiehlt Friedrich Riemeier. Cb prämüiert mit vielen goldenen Medaillen. Der Apfelthee ist ein reines Naturprodukt ohne künstlichen Zusatz, schmeckt sehr angenehm u. ist bekömmlicher als chin. Thee od. Kaffee. Er wird mit bestem Erfolge angewandt bei Verdauungskörungen, Leber= u. Nierenleiden, Blutarmut, Bleichsucht, Nervosität, Schlaflosigkeit. Preis pr. Dose 50 Pf. 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Dieses vortreffliche Hausmittel ist besonders solchen Personen, welche Neigung zu Rheumatiomus, Verstopfung, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden, Heiserkeit, Hautkrankheiten und Atemnot haben, sehr zu empfehlen. Unschädlich. Preis des großen Paketes Mr. 1,—, Probevaket 50 Pfg. 25098,159 Allein. Hersteller: Gustav Laarmann, Herford. Niederlage in Bielefeld: Apotheke„Zum roten Kreuz“. n„ Brackwede:„Apotheker. bestimmt. Bielefeld, den 25. April 1904. Der Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts. Abt. Bekanntmachung. Für die Bedienung der Fernsprechanlage im hiesigen neuen Rathause wird ein Gehilfe oder eine Gehilfin gesucht. Ausbildung und Erfahrung in der Bedienung einer Fernsprechanlage wird verlangt. Monatliche Vergütung 100 Mark. Bewerbungen mit Lebenslauf und Zeugnissen sind baldigst einzureichen. 18721 Bielefeld, den 25. April 1904. Der Magistrat. Bekanntmachung erüeke Kampmanns Pendelwaschmaschine Scholacher Wasch- u. Bleichmittel. ist allen voran und unstreitig die beste, im Gebrauch leichtgehendste Handwaschmaschine mit welcher in Wirklichkeit Kinder von 8 Jahren arbeiten können.„Zu 57707 haben bei HomaS Pol-Seife D. R. Patent Nr. 140840 vorzügliche Wasch= u. Haushaltungsseife à Stück 10 Pfg., überall zu haben, wo Plakate sichtbar sind. Hauptniederlage bei den Firmen(7220,117 C. F. Eickmeyer, d. K. Kuhlmann. Trockenplatten u. Papiere Nachdem die Fluchtlinien der Straße 575, zwischen dem Straßenzuge 577 und der Kurzestraße(Plan 20 N), vom Magistrat im Einverständnis der Stadt=Verordneten=Versammlung festgesetzt sind, ist der betreffende Plan zu jedermanns Einsicht auf dem Polizeiamte, Klosterstraße 6, Zimmer 6, offen gelegt. Einwendungen gegen denselben sind bei der unterzeichneten Stelle bis zum 28. Mai d. Is. anzubringen. Bielefeld, den 27. April 1904. 28775 Der Magistrat. Veranurmachung Der Plan über den Bau einer oberirdischen Fernsprechlinie am Mühlenwege zu Bielefeld liegt bei dem Telegraphenamt in Bielefeld von heute ab 4 Wochen aus. Der Kaiserliche Ober=Postdirektor 88621— f. B.: Müller. Bekanntmachung. Die Bestimmungen für die dem städtischen Viehhof in Berlin zugeführten Rinder und die Ordnung auf demselben sind geändert, was hiermit bekannt gegeben wird. Das Nähere kann bei den Herren Amtmännern und in meinem Geschäftszimmer erfahren werden. Bielefeld, den 23. April 1904. Der Landrat. v. Ditfurth, Geb. Reg.=Rat. Bekanntmachung. Der für die Gemeinde Brackwede zum GemeindevorsteherStellvertreter gewählte Landwirt Rudolf Frerk ist nach erfolgter Bestätigung von mir vereidigt und in sein Amt eingeführt worden. Brackwede, den 26. April 1904. Der Amtmann: Hilboll. Biessenge. Festgestellt: Maul= und Klauenseuche: Unter dem Viehbestande der Witwe Kolona Tellbrügge zu Hesselteich Nr. 1. Versmold, 25. April 1904. Der Amtmann. Graßhof. 1 Seteteiy! Rg. Sonnabend, den 30. April er., nachm. 3 Uhr, versteigere ich im Lokale des Restaurateurs Herrn Heinrich Schröder hier, Jöllenbeckerstraße 11, im Auftrage der Firma M. Baehr& Co. in Duisburg gemäß§ 373 H.:G.=B.[8874 20000 kg. Haler für Rechnung, den es angeht, öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung. Der gu. Hafer lagert auf dem hiesigen Güterbahnhofe und liegt eine Probe desselben am 30. dis. Mts., nachm. von 2 Uhr ab, im Versteigerungslokale aus. Bielefeld, den 29. April 1904. Meichelt, Gerichtsvolzieher, Steinstrasse 5 I. Et. Am Sonnabend, den 30. April er., vormittags 10 Uhr verVersteigerung. eig Vormitage, 10„ Uhr steigere ich in der Auktionshalle(Hermannstraße Nr. 1) hier: 1 Spieluhr, 1 Spiegel mit Konsole, 1 Büffet, 1 Vertikow, 1 Tisch und 1 Sofa öffentlich zwangsweise gegen 88356 Gück, Gerichtsstraß 17 Bekanntmachung. zu Orig.=Fabrikpreisen. Entwickler u. Tonbadgratis. Preisliste. 27214.140 Photographischer Geschäft Heinrichstrale 14.11. Nachdem der Ausbruch der Maul= und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande der Kolona Tallbrügge Nr 1 in Hesselteich festgestellt worden ist, weise ich im Interesse der Tilgung der Seuche die Viehbesitzer darauf hin, daß gesetzlich die Anzeige von jedem Seuchenausbruche oder dem Verdacht einer solchen sofort nach dem Auftreten der ersten Krankheitserscheinuugen der Polizeibehörde zu erstatten ist. Wer dieser Vorschrift nicht nachkommt, oder die verdächtigen Tiere von Orten, an welcher die Gefahr der Ansteckung fremder Tiere besteht, nicht fernhält, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft nicht unter einer Woche bestraft, sofern nicht nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist. gude Schai# Im Hinblick auf den großen Schaden, der der Landwirtschaft durch die Maul= und Klauenseuche erwächst. kann der landwirtschaftlichen Bevölkerung im eigenen Interesse nicht dringund genug empfohlen werden, die erforderlichen Anzeigen eintretendenfalls unverzüglich zu erstatten und den behördlichen Anordnungen auf das genaueste Folge zu leisten. Halle, den 25. April 1904. Der Landrat. Graf von Korff=Schmising. Am Sonnabend, d. 30. April er. vormittags 10 Uhr versteigere ich im Pfandlokal Hermannstr. 1: 2 Sofas, 1 Kommode, 4 Plüschstühle, 1 Zwangsversteigerung. Sofuo, Schreibsekretär öffentlich meistbietend gegen Barzahlung. Bielefeld, den 29. April 1904. 68872 Macck, Gerichtsvollzieher. Gr. Kurfürstenstr. 65. Sonnabend, 30. April 1904, ksteizerung. vorm. 10 Uhr, versteigere ich in der Auktionshalle Hermannstraße 1: 1 Wäsche=Mangel, 1 Vertikow, 6 Stühle, 5 Bilder, 1 Rauchservice öffentlich meistbietend gegen Barzablurg... 68879 König, Gerichtsvollzieher. Zwangsversteigerung. 30 Se. Pl, vormittags 10 Uhr, versteigere ich in der Anktionshalle, hier 1 Plüschdecke, 2 Sofas, 1 Tisch, 2 Geldschränke, 1 Vertikow, 1 Pult, 1 Büffett öffentlich meistbietend gegen Barzahlung.“ 18875 Wittenburg, Gerichtsvollzieher. vereier Grosse Sendungen! Gebrüder- Kaufmann a P us Sonnabend. 30 Vereine Zapfenstr Daselbst von 8½ Zum Schli Conntag, den ständchen. Vormittags von KameradVormittags von auf dem Nachmittags 2½ Kaiser W Standa Von 4 Uhr ab: des Konze 8 Uhr: Beginn Die Mi Husaren=Regim unter per Hierzu ladet Preise der Fest den 30. 2 1. Mai Po Mr. 050. Karten im Vo geschäften Obernstra straße, Ko Da das Stet bei welchem d. Verlauf genomi ich mich verar enterserene höhere Chance einige Tage da nochmals ein. entgehen zu 1a Restauf vo Anfang Um gütigen Was steht um für Eure Kommt alle a Sonnal zum Konzerth Hütteningeniel Euch Re wie aud t in Minden hat am und„Hühnervest" bepflicht eingeführt und sondern auch der Verr Volizeibehörde sofort Gänse, Enten, Tauben, hner, Pfauen, Fasanen. Ueberwachung von Geffen. nordnungen, welche bei n Geschäftszimmer einers aufmerksam. I,1021 Geh. Reg.=Rat. ung. n städtischen Viehhof in Irdnung auf demselben jeben wird. en Amtmännern und in den. 4 eg=eRtat. ung. zum Gemeindevorsteherdolf Frerk ist nach erund in sein Amt eingeu: Hilboll. se. uenseuche: Unter dem igge zu Hesselteich Nr. 1. aßbof. ung er., nachm. 3 Uhr, estaurateurs Herrn beckerstraße 11, im & Co. in Duisburg 18874 Kafer fentlich meistbietend dem hiesigen Güterobe desselben am ir ab, im VersteigeGerichtsvollzieher, rasse 3 I. Et. nabend, den 30. April nittags 10 Uhr vermannstraße Nr. 1) hier: Konsole, 1 Büffet, Sofa ot und Barzahlung. Gerichtsvollzieher, 9 Gerichtsstraße 118. Am Sonnabend, d. * 3 0. A p r i l e r. v o r fandlokal Hermannstr. 1: 4 Plüschstühle, 1 ing. c8872 Gerichtsvollzieher. rfürstenstr. 65. end, 30. April 1904, #r. versteigere ich in der kow, 6 Stühle, 5 wd.„ 800 Gerichtsvollzieyer. Am Sonnabend, d. 30. ds. Mts., vorer Anktionshalle, hier 1 Tisch, 2 GeldPult, 1 Büffett ing.".. 48875 erichtsvollzieher. Verein ehem. Husaren, Bielefeld. Fest-Ordnung für die Standartenweihe am 80. April u. 1. Mai 1904 auf dem Johannisberge. Sonnabend, 30. April, abends 7¾ Uhr: Antreten der Vereine am Siekerwall(Kamerad Kastrup) Zapfenstreich und Marsch zum Johannisberg Daselbst von 8½ Uhr ab: Militär=Konzert und Kommers, Zum Schluß: Großes Schlachten=Potpourri. Sonntag, den 1. Mai, vormittags 7½ Uhr: Morgenständchen. Vormittags von 9 Uhr ab: Empfang der auswärtigen Kameraden am Bahnhof. Vormittags von 11½ bis 12½ Uhr: Promenaden=Konzert auf dem Marktplatze. Nachmittags 2½ Uhr: Parade=Anfstellung auf dem Kaiser Wilhelms=Platz. Daselbst: Weihe der Standarte. Festzug zum Johannisberge. Von 4 Uhr ab: Großes Militär=Konzert. Während des Konzertes: Nagelung der Standarte. 8 Uhr: Beginn des Fest=Balles durch die Polonaise. Die Musik stellt das Trompeter=Korps des Husaren=Regiments Kaiser Nicolaus II.(1. Westf.) Nr. 8 unter persönlicher Leitung des Stabstrompeters Herrn Ernst Schüler. Hierzu ladet ergebenst ein 18317,100 Der Fest- Ausschuss. Preise der Festkarten: Für den Kommers am Sonnabend den 30. April&à Person 50 Pfg. Für Sonntag, den 1. Mai Partoutkarten für Herren Mk. 1.—, für Damen Mk. 0.50. Konzertkarte Mk. 0.50. Karten im Vorverkauf sind zu haben in den Zigarrengeschäften von Fiedler, am alten Markt und Reithäger, Obernstraße, sowie bei den Wirten Keimeier, Herforderstraße, Kastrup, Siekerwall u. Heiur. Fust, Kreuzstr. Da das Sreis-Schiessen bei welchem der 1. Preis 1 Motorrad ist, einen besseren Verlauf genommen hat, wie erst angenommen, so habe ich mich veranlasst gesehen, noch weitere 6 wertvolle Preise dem ersteren angemessen zu stiften um den Preisschützen höhere Chancen zu geben. Da das Schiessen nur noch einige Tage dauert, so lade ich alle Freunde hierdurch nochmals ein, sich dieses grossartige Schiessen nicht entgehen zu lassen. 18691 H. Wellmann, Restaurant Tivoli, Bielefeld-Gadderbaum. Restaurant zum Postkeller Sonnabend. den 30. April: Grösses-Könnert vom Städtischen Orchester. Anfang 8 Uhr. Eintritt frei. Um gütigen Besuch bittet...„ 8806 Altred Clauss. Was steht auf dem Spiele? Was müßt Ihr tun, um für Eure und Eurer Angehörigen Zukunft zu sorgen? Kommt alle am r8747,101 Sonnabend, 30. April 1904, abends 9 Uhr, zum Konzerthaus, Oberntorwall, da wird Herr Hütteningenieur Ennesch aus Aachen in großer Euch Rede und Antwort geben. Privatbeamte! Laßt diesen Ruf nicht ungehört #hallen und zeigt durch Euer vollzähliges Erscheinen Euer einmütiges Bestreben, für die Sicherstellung Eurer wie auch Eurer Angehörigen Zukunft zu sorgen. Verein für staatliche Pensionsversicherung für Bielefels und Umgegend. Neu UrOrmmerT Eigene Fabriken Berlin, Breslau, Feilbronn Viersen. Eigene Cacao-, Chocolade-, Zucker- u. BackwarenFabrik Einem geehrten Publikum von nnr scch- CtIc und Umgegend zur gefl. Nachricht, dase ich am hiesigen Platze im Hause des Herrn H. Stranghöner ein Spezial-Geschäft in Brackwede Herrn H. Stranghöner ein Spezi Kaffee, Thee, Biscuits, Cacao, Chocoladen u. Zuckerwaren errichtet habe. Durch direkte Einkäufe(für meine über 900 eigenen Verkaufsfillalen zusammen) bin ich in der Lage, nur prima Ware zu billigsten Preisen liefern zu können und empfehle: Kaffee 98 von 70 Pfg. bis Mk. 2.— das Pfd. E.— „„„ 1.40„„ Kaiser’s Malzkaffee nur 23 Pig. das Pid. Walcon?e Kaffoazusaf.(sogen. Kaffee-Essenz) in versch. Packungen zu 20 Pfg. 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