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Preis des Blattes: in Bielefeld u. bei den sämtl. Agenturen monatlich frei ins Haus gebracht 50 Pf. vierteljährl. 1.50 Mark bei Postbezug monatlich 50 Pfg. exkl. Bestellgeld. Im Post=Zeitungs=Katalog unter„Westfälische Zeitung". Tieleseir?! Tageblatt Redaktion u. Expedition Niedernstr. 27. Fernspr. Nr. 61. Berliner Bureau: Berlin W. 30, Luitpoldstraße 6. Preis der Inserate: Für die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 20 Pfg., für Inserenten in den Kreisen Bielefeld, Halle, Herford, Wiedenbrück 15 Pfg., die breite Reklamezeile 60 Pfg Kleine Anzeigen das Wort 2 Pfg., Ueberschrift 10 Pfg. Schluß der Inseraten=Annahme für die am andern Tage Mittags erscheinende Nummer abends 7½ Uhr. Verantwortlicher Redakteur: Nis Peter Nissen. Druck und Verlag von I. D. Küster Nachf., beide in Bielefeld Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Aus Deutsch=Südwestafrika Vom Gouverneur Leutwein ist folgendes Telegramm in Berlin eingetroffen: Seit dem 22. April steht die Kolonne des Majors v. Glasenapp in Otjihaenea, wohin sie wegen Ausbruchs von Typhus marschiert ist. Bis jetzt sind sieben Todesfälle vorgekommen. Die Namen der Toten sind noch nicht gemeldet. Die Missionsstation Otjihaenena ist als Lazarett eingerichtet. Otjihaenena liegt rund 100 Kilometer von Onjatu entfernt und zwar in südöstlicher Richtung; von hier bis zu der Hauptstadt Windhuk sind es noch 90 Kilometer. Die Kolonne ist wahrscheinlich denselben Weg zurückgezogen, den sie seinerzeit bei der Verfolgung der TetjoLeute nahm. Diese ist nun offenbar aufgegeben worden. Es ist zu bedauern, daß die fast übermenschlichen Anstrengungen der wackeren Schar ohne Erfolg geblieben sind. Zu hoffen bleibt, daß die Streitkräfte nicht noch mehr zusammenschmelzen, als es infolge der schweren Gefechte und des Typhus schon geschehen ist. Am Sonnabend gehen von Bremen drei Wagenstationen der Funkentelegraphie nach Swakopmund ab. Zu der Abteilung gehören 4 Offiziere, 4 Unteroffiziere und 24 Manu. Die Offiziere sind, soweit sie nicht selbst zu dem Luftschifferbataillon zählten, bei diesem für den Dienst ausgebildet worden. Wie aus Rendsburg in Holstein berichtet wird, ist der Oberstabsarzt Schian vom 85. Inf.=Regt. zur Leitung des Lazarettwesens in Südwestafrika berufen worden. Nach einer beim Stationskommando der Ostsee eingegangenen Meldung des Mariueexpeditionskorps kehrt Oberst Dürr krankheitshalber in die Heimat zurück. im Theater; die Rückkehr ins Schloß gestaltete sich zu einer Triumphfahrt. Am gestrigen Dienstag morgen fand Parade statt, an welcher der nach den Strapazen des Galadiners, der Theatervorstellung usw. etwas ermüdet dareinschauende Loubet selbstverständlich wieder teilnahm. Dafür gab es dann aber im Laufe des Tages einige Ruhestunden; erst gegen abend erfolgten neue festliche Veranstaltungen und der Empfang auf dem Kapitol. Am heutigen Mittwoch ist Galatafel beim französischen Botschafter Barriere, an die sich eine Galavorstellung im Teatro Constanzi anschließt. Damit enden die Feste in Rom. Am Donnerstag findet dann die oben bereits erwähnte Flottenparade in Neapel statt, nach welcher die beiden Staatsoberhäupter eine Besichtigung des italienischen sowie des z. Z. vor Neapel befindlichen französischen Geschwaders vornehmen werden. Präsident Loubet in Rom Die Besuchstage in Rom eilen ihrem Ende entgegen. Am heutigen Mittwoch abend verPräsident Loubet in Begleitung des Königs, der Prinzen des königlichen Hauses und zahlreicher Würdenträger das ewige Rom, um sich nach Neapel zu begeben, wo morgen die große Flottenparade stattfindet. Die republikanische„Marseillaise“ hat sich, wie in Petersburg, nun auch in der Hauptstadt des Königs von Italien Gastrecht erworben, sie ist hier wie dort von dem Monarchen kund den Mitgliedern des königlichen Hauses stehend angehört worden. Das Galadiner auf! Montag abend, bei dem die offiziellen Tocste vom Könige und dem Präsidenten Loubet#ausgebracht wurden, verlief außerordentlich glänzend. Im Anschluß daran fand die Festvorstellung im Teatro Argentina statt. Das Theater war zu Ehren des hohen Gastes prächtig ausgeschmückt und bis auf den letzten Platz von einer dichtgedrängten Zuschauermenge gefüllt. Im Parquett und in den Logen war das offizielle Rom vereinigt. Beim Erscheinen des Hofes und des Präsidenten Loubet erhob sich das Buhilstaig, um die hohen Herrschaften mit der Mars#e##nise zu begrüßen. Bis ½1 Uhr nachts verweilte das Königsvaar mit dem Präsisdenten Loubet vom Kriegsschauplatz in Ostasien Auch heute liegen keine Nachrichten von Bedeutung und unbedingter Glaubwürdigkeit vor. Aus japanischer Quelle wird gemeldet, daß am 21. d. Mts. ein Gefecht am Yaln stattgefunden habe. 1200 Mann japanischer Infanterie seien nordwestlich von Widschu auf eine Abteilung Kosaken gestoßen; der Kampf sei mörderisch gewesen. Nachdem die Russen sich zurückgezogen hatten, seien die Japaner nach Jung=tschu=hong marschiert, wo sie sich verschanzten. General Kuropatkin berichtet an den Zaren unterm 25. d. Mts.: General Sassulitsch meldet, daß die Japaner in den letzten Tagen damit beschäftigt waren, Material zur Errichtung von Brücken in der Nähe von Widschu und oberhalb des Dorfes Sigu zu sammelg, Der Berliner Lokalanzeiger veröffentlicht folgende Drahtnachricht aus englischer Quelle: * London, 26. April. Aus Tientsin wird telegraphiert, daß die Japaner gestern abend die Forts von Niutschwang bombardiert hätten. Eine Bestätigung dieser Meldung liegt zur Zeit nicht vor. Deutscher Reichstag 76. Sitzung vom 26. April. 1904. 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Gesetzentwurfes betr. die Krankenversicherung für Seeleute. Es liegen hierzu 3 sozialdemokratische Anträge und eine von derselben Seite beantragte Resolution vor. Die Anträge und die Resolution werden abgelehnt und die Vorlage unverändert angenommen. Auf Antrag Rettich wird beschlossen, daß das Gesetz am 15. Mai d. J. in Kraft treten soll. Es folgt die erste Beratung der Börsengesetznovelle. Abg. Kaempf schlägt vor, damit gleich die erste Beratung der Börsensteuernovelle zu verbinden. Dieser Vorschlag wird abgelehnt. Minister Möller geht in einleitenden Ausführungen auf die Vorgeschichte ein, die Gesetzgebung von 1896, das Verbot des Terminhandels in Getreide und einer Reihe von Börsenvapieren, die Registerpflicht, gegen welche sich ein Sturm erhoben habe. Weiter schildert er die Vorgänge an der Produktenbörse. Er selbst unterscheide sich von seinem Vorgänger dadurch, daß er die Wiederherstellung der Zeitgeschäfte für Produkte, speziell Getreide, für notwendig halte. Er sei der Auffassung, daß das Börsengesetz den Aufschwung gleich nach Erlaß des Gesetzes nicht habe hindern können. Der Aufschwung war so groß, daß er selbst die Schädigungen, die durch das Gesetz entstanden, überwinden konnte. Aber die Weiterentwickelung vom Ende der 90iger Jahre ab sei auch kein Beweis dagegen, daß das Börsengesetz nicht schädlich gewesen sei. Das Gesetz habe Folgen gehabt, moralische, auf die seinerzcit als erster Siemens in diesem Hause hinwies. Folgen für Treu und Glauben, an die wohl die große Mehrzahl derer, die seinerzeit das Börsengesetz miterlassen haben, nicht gedacht haben. Daraus entstand eine große wirtschaftliche Gefahr, die eines großen wirtschaftlichen Zusammenbruchs. Die Notwendigkeit lag vor. in eine Revision des Gesetzes einzutreten. Was die große Mehrheit der Geschäftswelt verlange, das sei im wesentlichen in dieser Vorlage erfüllt. Das Börsenregister und das Terminhandelverbot seien geblieben. An diesen beiden Grundfeilern des Gesetzes von 1896 glaube man nicht rütteln zu dürfen. Der Minister legte dann dar, was das Gesetz bietet. Auf eine Begründung im einzelnen einzugehen, verzichte er hier, dazu sei Zeit in der Kommission. Er bemerke nur noch, daß die rückwirkende Kraft, wie sie Artikel 2 enthalte, eine Notwendigkeit sei. Es müsse ein Markt da sein, wo jederzeit gekauft und verkauft werden kann. Er sei dafür, Leute, die nichts mit der Börse zu tun haben, von ihr fernzuhalten. Aber als gutfunktionierender Machtfaktor, als Finanzkraft, müsse die Börse erhalten bleiben. Er bittet schließlich das Haus, mit ihm dahin zu arbeiten, daß dieses Gesetz baldigst zustande komme, wenn möglich, noch in dieser Session. Abg. Graf Kanitz(kons.) glaubt, daß jetzige Verhalten der Regierung sei wohl nicht geeignet, die Autorität des Gesetzes zu heben. Dem Börsengesetze werde fälschlich nachgesagt, daß es den wirtschaftlichen Verkehr geschädigt habe. Der Rückgang der Börsensteuereinnahmen besage nichts, denn die Revision der Innehaltung der Steuervorschriften sei eine zu laxe. Defraudationen kämen in großer Anzahl vor. Weiter bemängelt Redner die Zusammensetzung des Börsenausschusses, in dem die produktiven Stände zurückträten gegenüber den eigentlichen Börsenleuten. Die Regierungsvorlage gehe weit über die vom Börsenausschuß vor drei Jahren gefaßten Beschlüsse hinaus. Schon jetzt würden verschiedene Getreidelieferungsgeschäfte an der Börse von der preußischen Regierung stillschweigend geduldet. Weiter verteidigt Redner die Beibehaltung des Verbots des Getreide=Terminhandels. Ferner verlangt er vor allem Verstärkung der Strafbestimmungen gegen die Umgehungen des Terminhandelsverbots. Das sei wichtiger als jede sonstige Aenderung des Gesetzes. Wenn die Eintragung in das Handelsregister der Eintragung in das Börsenregister gleichgestellt werde, so habe das ganze Börsenregister keinen Wert mehr. Dem stimme er also keinesfalls zu. Auch müsse unter allen Umständen der Spieleinwand aus§ 764 bestehen bleiben.„.„Wä Geh. Rat Wenderstaor erklart, der Vorredner habe von großer Renitenz der Beteiligten gegenüber den gesetzlichen Bestimmungen gesprochen. Offenbar habe dem Vorredner besonders der Auszug der Produktenbörse in den Feenpalast vorgeschwebt, aber gerade diese Feenpalast=Versammlungen sind sogar von einem preußischen Gericht in erster Instanz als berechtigt anerkannt worden. Erst nach langen Verhandlungen der Regierung mit den Beteiligten gelang es, sie von der Unrichtigkeit ihrer Auffassung zu überzeugen. Wenn die Regierung der Meinung gewesen wäre, daß Renitenz vorgelegen hätte, so hätte sie sich sicherlich nicht auf lange Verhandlungen eingelassen. Hierauf Vertagung auf morgen 1 Uhr: Wahlprüfungen; darunter Blumenthal und Braun; dann Fortsetzung der BörsengesetzDebatte. Schluß 6 Uhr. Frurkter. Admiral Makarow als Erfinder Der mutige und unerschrockene russische Admikal, der in so furchtharer Weise jetzt seinen Tod gefunden hat, hatte sich bekanntlich nicht allein als Kämpfer, sondern auch durch seine hervorragenden wissenschaftlichen Kenntnisse und seine technische gabung einen Namen gemacht. Eine Zusammen stellung seiner bedeutenden Leistungen auf technischem Gebiete dürfte daher von Interesse sein. Er wandte seine hohen Gaben besonders an das schwierigste aller Probleme, das gerade für Rußland so eminent wichtig ist, das Problem nämlich, wie man einen zugefrorenen Hafen offen hält und sein riesiger Eisbrecher„Jermak", der von ihm selbst entworfen und unter seiner eigenen Leitung auf dem Tyne gebaut wurde, ist das schönste Schiff seiner Art, das bis jetzt gebaut worden ist. Der „Jermak" führte seine Aufgabe in der Ostsee und an den Mündungen sibirischer Flüsse erfolgreich aus. Er befreite einst in Reval 43 festgefrorene Schiffe aus dem Eise. Admiral Makarow wollte jedoch sehen, was das Schiff gegen das Polareis ausrichten könne. Man verlachte ihn, aber er hatte es sich vorgenommen und brach auf. Er war fünf Wochen unterwegs und kehrte erfolgreich zurück. Einem englischen Reporter sagte er darüber:„Wir lanen Eis in 20 Grad 15 Minuten nördlicher Breite, starkes Polareis. Es war tatsächlich die Stelle, wo das Eis am stärksten war, und darum griffen wir sie an. Wir fanden festes Tafeleis—. 14 Fuß dick, und Packeis— Eis in Berggraten — 18 Fuß hoch und 7 Faden dick. Ungefähr 30 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 3—4 Knoten in der Stunde fuhr der„Jermak" durch die Eismassen.“ Als Erfinder war Admiral Makarow überhaupt rühmlichst bekannt; seine Kollisionsmatte ist in fast allen Flotten der Welt in Gebrauch, und die harte Metallhaube für Geschosse, die er im Jahre 1890 erfand, ist gleichfalls weit verbreitet. Der Admiral war auch der Erfinder der hermetisch verschlossenen Schiffsabteilung. hatte er dringend den Bau von vier kleinen Kriegsschiffen anstelle eines großen Kriegsschiffes bei gleichen Herstellungskosten befürwortet, mit der Begründung, daß vier Schiffe eine vierfache Beweglichkeit für die Aktion hätten, während ein Schiff nur eine habe. Admiral Makarow hat eine Anzahl hydrographischer Karten angefertigt, und seine kenntnis darin errang ihm einen Preis von der Akademie der Wissenschaften.„Vhie-=Frag, per 9e jetzt die Tatsache, daß er auch die Fluge dir Lebensre,tung an Bord eines durch Torpedos angegriffenen Schiffes in Erwägung gezogen bur und anempfahl, jedem Schiff einen Vorcat von Korkoder Metallbofen beizugeben, die imstande sind, einen Mann zu tragen, so daß er die Boje über Bord werfen und sich durch diese über Wasser halten kann.„Würde es nicht auch möglich sein", so fährt Makarow fort,„an Bord von Kriegsschiffen schwimmende Brücken zu halten, die im Augenblick der Not leicht ins Wasser geworken werden könnten, durch die einfache Tätigkeit eines Hebels?“ Makarow pflegte gern einen Ausspruch Dragomirows anzuführen:„Wer einen Sieg erringen will, sollte entschlossen sein, entweder zu siegen oder zu sterben, da er auf vollen Sieg nur unter dieser Voraussetzung rechnen kann. Im Augenblick der Erregung opfert der Mensch nicht nur freudig sein Leben, sondern der Gedanke, bis zum Tode zu kämpfen, wird ihm sogar lieb.“ #. Die Fliege, dieser Plagegeist der Menschen, erscheint nun wieder in„größerer Auflage“ auf der Bildfläche. Sie ist ein Insekt, gegen das der Mensch eine angeborene und berechtigte Abneigung fühlt, und es ist nur ratsam, diesem Widerwillen durch die Tat Ausdruck zu geben, und die Wissenschaft sollte es nicht unter ihrer Würde halten, nach den wirrsannsten Mitteln zu suchen, wie der Vermehrung der Fliegen Abbruch zu tun ist. Gegen eine einzelne Fliege würde man ja nicht besonders grimmig sein, aber dieses Geschlecht kommt eigentlich niemals in einzelnen Exemplaren vor, denn es vermehrt sich in einem ganz erstaunlichen Grade. Bei einer zur Preußischer Landtag Abgeordnetenhaus 61. Sitzung vom 26. April. 11 Uhr. Am Ministertische: Frh. v. Hammerstein. Die dritte Lesung des Etats beim Ministerium des Innern wird fortgesetzt. Die sieben ersten vom Präsidenten v. Kröcher aufgerufenen Redner sind nicht anwesend. Als achter erhält Abg. v. Savigny das Wort, welcher in längerer Rede noch einmal die Frage erörtert, ob es sich empfehle, die Sparkassen zur Anschaffung von Staatspapieren zu verpflichten. Minister v. Hammerstein sichert Prüfung zu. Es folgt der Etat des Kultusministeriums. Zu Remunerationen an Volksschullehrer und Lehrerinnen in den polnischen Landesteilen liegen drei Anträge vor: 1. Antrag der Budgetkommission die Regierung zu ersuchen, den Unterstützungsbetrag von 200000 Mk. erforderlichenfalls zu erhöhen; 2. Antrag Kreth(frk.) außer in Posen und Westpreußen auch in der Provinz Ostpreußen und Schlesien Zulagen zu gewähren; 3. Antrag Frhr. v. Zedlitz(jrk.) die Summe auf 250000 Mk. zu Der Antrag Zedlitz Absatz 1 und die Resolution der Budgetkommission wird angenommen, alle übrigen Anträge werden abgelehnt. Beim Etat des Kultusministeriums bringen mehrere Abgeordnete eine Reihe von Spezialwänschen vor..... Ig) Holamisent Abg. Dr. Cassel(frs. Vp.) polemisiert gegen angebliche Eingriffe der Regierung in die Berliner städtische Schulverwaltung. Die Berliner Schulverwalung bringe für die Schule große Opfer. Da dürfe man nicht durch büreaukratische Bevormundung die Selbstverwaltung stören. Ministerialdirektor Dr. Schwartzropff bestreitet, daß die Regierung in die Selbstverwaltung eingreifen wolle. Zur Aussicht werde das Ministerium nach dem Wunsche der Stadtverwaltung den Stadtschulrat gern mit hinzuziehen. Zur Zeit schweben Verhandlungen darüber. Abg. Heckenroth(kons.) verteidigt eine Denkschrift evangelischer Geistlicher über ihre Gehaltsverhältnisse gegen früher erhobene Angriffe. Auf Anfrage des Abg. Dr. Rügenberg (Ztr.) erklärt Minister Dr. Studt, daß die Frage der Konzessionserteilung an Apotheker sorgfältig geprüft werden solle und daß die Regierung hoffe, bald einen Gesetzentwurf über das Apothekenwesen vorlegen zu können. Abg. Kreitling(frs. Vv.) geht gleichfalls auf die Berliner Schulverhältnisse ein. Es werden noch eine größere Zahl von Einzelwünschen vorgebracht. UI. a. bittet Abg. Eickhoff (frs. Vp.) um Anerkennung des Schweizer Tierarzt= Doktortitels in Deutschland. Abg. v. Staudy(kons.) bittet um Errichtung eines eigenen Gebäudes für die Akademie in Posen. Dann wird ein Schlußantrag angenommen. Der Kattosstot wurd gesechmtet. Ausbrütung der Eier hinreichend hohen Temperatur wird die Zahl der Fliegen lediglich durch den Vorrat der ihnen zur Verfügung stehenden Nahrung beschränkt. Linnee soll einmal gesagt haben, daß drei Fleischsliegen vermöge ihrer reißenden Vermehrung ein totes Pferd schneller aufzehren würden, als ein Löwe. Jcde weibliche Fliege legt etwa 120 Eier. Die Entwickelung der Fliege vom Ei bis zum ausgewachsenen Insekt wird in weniger als drei Wochen vollendet, danach läßt sich berechnen, daß eine weibliche Fliege während eines heißen Sommers etwa 25 Millionen Nachkommen haben kann. Die Ablage der Fliegeneter in einer Tierleiche beginnt mit dem Augenblick des Todes, zuweilen sogar schon vor dessen Eintritt, falls die Tiere sehr geschwächt sind. Es hat aber den Anschein, als ob dieser Satz sogar für Menschen zutrifft, denn man hat auf den Schlachtfeldern von Südafrika die Erfahrung gemacht, daß Menschen, die stark durch Fieber geschwächt waren, bereits in dieser Weise von den Fliegen heimgesucht wurden. Außerdem ist unter den englischen Aerzten, die werkliche Beobachtungen darüber angestellt haben, nur eine Stimme betreffs der Ansicht, daß die Fliegen zur Verbreitung des Darmfiebers unter den englischen Truppen das meiste beigetragen haben, indem sie die Keime von den faulenden Stoffen, in denen sie ihre Eier ablegen, auf die Nahrungsmittel und damit auf den Menschen übertragen. A — Demit ist die Etatsberatung beendet; dieser sowie das Etatsgesetz werden in der Gesamtebstimmung angenommen. Präsident v. Kröcher schlägt vor, auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung, Donnerstag. 11 Uhr, die wasserwirtschaftlichen Vorlagen zu setzen. Abg. Graf Limburg=Stirum(kons.) zur Geschäftsordnung beantragt, nur die vier Wasserregulierungsvorlagen auf die Tagesordnung zu segen.# bn m. Abg. Schmieding inn.) ist für ven Vorschlag des Präsidenten. Die Abgg. Dr. Porsch(Ztr.) und Moltke (ser.) treten dem Antrag v. Limburg=Stirum bei. Da Widerspruch nicht erfolgt, ist der Antrag Limburg=Stirum angenommen. Schluß gegen 5 Uhr. Politischer Tagesbericht Aenderung des Börsengesetzes. Der deutsche Reichstag ist an die erste Beratung des Gesetzentwurfs wegen Abänderung des Börsengesetzes herangetreten. Wir dürfen annehmen, daß sich der Reichstag hier unbedingt vor Uebereilungen hüten, daß er verhindern wird, daß die nach Wiederbelebung eines zügellosen Börsenspiels und Hereinziehung des großen Publikums in dasselbe lechzenden Finanzkreise auf ihre Rechnung kommen. In den verflossenen Jahren ist schon trotz der geltenden Börsengesetzbestimmungen viel Geld verWien, und die deutsche Volksvertretung hat wahrlich keinen Anlaß, die Verluste des deutschen Nationalvermögens noch mehr zu erleichtern. Finanzspekulationen sind eine Tageserscheinung, aber bei weitem keine dauernde Notwendigkeit. Die Beseitigung der Rückfahrkarten Wiederholt ist schon unserer Eisenbahnverwaltung der Vorschlag gemacht worden, die Rückfahrkarten zu beseitigen, aber die Personentarife durchgehend so zu stellen, daß sie den für die Rückfahrkarten geltenden Kilometersötzen entsprechen. Und nach den Erklärungen unseres Eisenbahnministers Budde dürfte man annehmen, daß diese Reform in der Tat demnächst zur Wirklichkeit werden würde. Neuerdings verlautet, der Deutschen Warte zufolge, daß die preußische Verwaltung bei Anregung dieser Maßnahme für das ganze Reich auf den Widerstand der anderen Eisenbahnverwaltungen gestoßen sei, und daß deshalb vorläufig auch für Preußen davon abgesehen werden müsse. ** Arbeitgebervereinigung Nachdem das Projekt eines alle industriellen Verbände Deutschlands umfassenden neutralen Arbeitgeberverbandes gescheitert und statt dessen die Hauptstelle des Arbeitgeberverbandes von dem Zentralverbande deutscher Industrieller begründet worden ist, wollen nunmehr wie, den Leipz. N. Nachr. geschrieben wird, die außenstehenden Verbände einen Zusammenschluß herbeiführen und zwar dergestalt, daß sie selbst einen Arbeitgeberverband bilden und alsdann mit der Hauptstelle eine Art Kartellverhältnis eingehen, um in wichtigen Fragen, welche ein geschlossenes Zusammengehen aller deutschen Arbeitgeber erheischen, die gesamte Macht der deutschen Arbeiterschaft zusammenfassen zu können. Innerhalb acht Wochen soll eine Versammlung einberufen werden, welche hierüber weitere Beschlüsse fassen wird. Uebrigens fehlt es nicht an Stimmen, welche auch jetzt noch an der Hoffnung festhalten, daß in absehbarer Zeit der allgemeine Arbeitgeberverband doch noch in der anfangs geplanten Form zustande kommen werde. Der Verband sächsischer Industrieller wird sich zu den neugeschaffenen oder neu zu schaffenden Verhältnissen vorerst abwartend verhalten. Gesetzentwürje, die noch zu erledigen sind Von den Entwürfen, die in der zur Eröffnung der diesmaligen Reichstagstagung verlesenen Thronrede erwähnt waren, hat der Bundesrat nur die Militärpensionsgesetzentwürfe noch nicht erledigt. Der Kriegsminister hat ja aber in einer der letzten Reichstagssitzungen der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß auch sie dem Reichstage noch in der laufenden Tagung zugestellt werden würden. Andere größere gesetzgeberische Arbeiten stehen dem Bundesrat in der nächsten Zeit kaum bevor. Es werden ja in den verschiedenen Instanzen die Vorbereitungen für neue gesetzgeberische Aktionen getroffen, wir erinnern nur an den Entwurf über den privaten Versicherungsvertrag, an den Photographiegesetzentwurf und an den Entwurf des Kunstschutzgesetzes; aber alle diese und andere Pläne dürften einmal noch einige Zeit zur endgiltigen Ausgestaltung bedürfen, sodann wäre es völlig unzweckmäßig, die schon nicht angenehme Geschäftslage des Reichstags durch die Vorlage weiteren Materials noch mißlicher zu gestalten. Dagegen wird man vom Bundesrate in nicht allzu langer Zeit die Fertigstellung einer nicht unwichtigen Verordnung erwarten dürfen. Sie würde die Schnelligkeit der Automobile regeln. Ein dahin zielender Entwurf von Bestimmungen liegt dem Bundesrate bereits seit einiger Zeit vor. Es ist anzunehmen, daß seine Beratung nicht mehr sehr lange dauern wird. Jedenfalls würde mit einer baldigen Regelung dieser Frage den Wünschen weitester Kreise der Bevölkerung entsprochen werden. „* Die drei Millionen für die der Seiter preußischen Eisenbahner verschengetn zu Wohlfahrtseinrichtungen aa bat will, sind eine zeitgemäße agrischen Siser nicht des setzt beendeten unGurischen Eisenbahnerausstandes bedurft, der bei deutschen Eisenbahnbeamten selbstverständlich total unmöglich gewesen wäre, um die Aufmerksamkeit auf diese Beamten=Kategorie zu lenken. Man braucht nur einen Eisenbahner zu fragen, um zu hören, wie viel schon in den letzten Jahren gebessert worden ist. Jetzt wird nun ein Uebriges geschehen können. Unterliegt es doch keinem Zweifel, daß dieser Beamtenberuf ein sehr anstrengender ist, weil er an die Körperkraft wie an die Nerven die höchsten Ansprüche stellt. Ein Eisenbahnbeamter, welcher Außendienst hat, muß die geborene Geistesgegenwart sein. Der Dienst macht müde! Und es wird überall, in den Eisenbahnerkreisen wie im großen Publikum, die vollste Zustimmung finden, wenn die Beamten die rechte Gelegenheit erhalten, sich für den Dienst, dessen genaueste Beachtung doch im öffentlichen Interesse liegt, sich recht kräftig und frisch zu erhalten. ** Die Abstimmungszeit beim Wahlverfahren. Der preußische Minister des Innern veranstaltet zurzeit bei den Provinzialbehörden eine Umfrage, ob ein Bedürfnis nach Aenderung des Wahlverfahrens inbezug auf die Abstimmungszeit vorliegt. Deutsches Reich = Berlin, 26. April. Der Kaiser traf am Dienstag früh auf der Dacht„Hohenzollern" in Venedig ein. Der herrliche Empfang dort bildete den Abschluß der schönen Mittelmeerfahrt. Das italienische Volk brachte hier wie aus der ganzen Reise dem Monarchen lebhafte Sympathien in liebenswürdigster Weise dar. Der Kaiser ist vom Verlauf der Fahrt überaus befriedigt, sein Befinden und sein Aussehen ist vorzüglich. Wie nunmehr offiziell mitgeteilt wird, trifft der Kaiser am Donnerstag, den 28. d. M., nachmittags 4,35 Uhr, zusammen mit der Kaiserin in Karlsruhe ein. Die Abreise des Kaiserpaares erfolgt am Sonntag vormiittag. Der Reichskanzler Graf Bülow wird sich am Donnerstag, den d. M. zum Vortrag beim Kaiser nach Karlsruhe begeben. Erzbischof v. Stablewski schwer erkrankt Der Gesundheitszustand des Erzbischofs v. Stablewski soll sich, wie die„Praca" berichtet, derart verschlimmert haben, daß er zu Besorgnissen Anlaß gibt. Kriegskosten aus dem Kriege von 1878 noch immer nicht vollständig an Rußland bezahlt, steht bei diesem vielmehr noch mit 380000 Pfd. in der Kreide. Da der ostasiatische Krieg Geld kostet, so werden Rußlands Mahnungen dringlicher. Die Türkei will nun auch den Rest der Kriegsschuld zahlen, sträubt sich aber gegen die Begleichung der Summe, die durch Zins und Zinseszins aufgelaufen ist und die tatsächliche Schuld um rund 550 000 Pfund übersteigt. Das Haager Schiedsgericht soll nun entscheiden, nachdem der Sultan einem bezüglichen Vorschlage zugestimmt hat. Schiedsgerichte lösen Streitigkeiten zwar friedlich, aber sehrlangsam, sagte jüngst der Staatssekretär des Auswärtigen im Reichstag. Da wird man sich am goldenen Horn wegen der Zahlung läufig noch keine Sorge machen. vorStreikstatistik Nach der amtlichen Streikstattstik für das Reich streikten im letzten Jahre 99 338 Arbeiter in 7121 Betrieben. Ausgesperrt waren 10 122 Arbeiter. Die meisten Ausstände kamen im Baugewerbe vor. Parlamentarisches = Berlin, 26. April. Die Matrikularbeiträge In der Budgetkommission des Reichstags wurde heute die Beratung der Reichsfinanzvorlage bei§ 2 fortgesetzt, der dem die Matrikularbeiträge der Bundesstaaten behandelnden Artikel 70 der Verfassung eine andere Formulierung geben will. Entgegen dem Wunsche des Schatzsekretärs v. Stengel und des bayrischen Bevollmächtigten v. Burkhard wurden nach einem Antrage Müller=Fulda(Ztr.) an dem von der Regierung vorgeschlagenen Wortlaute zwei Streichungen beschlossen, deren Zweck darin besteht, der Möglichkeit eines Abweichens von der bisherigen Finanzgebahrung vorzubeugen. Ein weiterer Antrag MüllerFulda, durch den auch ein Drittel der Einnahnahmen aus Zöllen und Tabaksteuer in das System der Ueberweitungen an die Bundesstaaten hineingezogen werden soll, wird vom Schatzsekretär bekämpft und schließlich für die erste Lesung wieder zurückgezogen. Die weitere Erörterung wurde dann auf Mittwochvertagt. Die Wahlprüfungskommission des Reichstages beanstandete die Wahl der Abgg. Blotz(5. Trier, natl.) und Korfanty (6. Oppeln, Pole) und beschloß Beweiserhebung. Ausland Oesterreich=Ungarn Prag, 26. April. Kaiser Wilhelm wird. nach einer Meldung der„Bobomia“, an den in der Gegend von Stakonitz stattfindenden diesjährigen österreichischen Kaisermanövern teilnehmen. Frankreich = Paris, 26. April. Expräsident Krüger. Aus Mentone wird berichtet, daß der Gesundheitszustand des Expräsidenten Krüger sich plötzlich sehr verschlimmert habe. Rußland. Petersburg, 26. April. Der Gesundheitszustand des Großfürsten Kyrill soll besorgniserregend sein. Er fiebere stark, man befürchtet allgemein, daß die Nervenerschütterung andaure und in eine ernste Krankheit ausarte. Spauien. ∆ Madrid, 26. April. Ein neuer Anschlag auf Maurak Auf den Wagen des heute hier eingetroffenen Ministerpräsidenten Maura wurde zwischen den Stationen Alicante und Encina ein Schuß abgefeuert. Die Kugel fuhr in die Decke des Wagens, ohne weiteren Schaden anzurichten. Orben: * Konstantinopel, 25. April. Rußland als mahnender Gläubiger. Die Türkei hat bekanntlich die Lokales und Allgemeines Interessante Mitteilungen aus dem Leserkreise nehmen wir gern entgegen. Unsere Orizinal=Artikel dürsen nur mit deutlicher Quellenangabe— Westsäl. Zig.- nachgedruckt werden. Bielefeld. 27 April. ∆ Betreffs Handhabung der Bahnsteigsperre hat der Minister der öffntlichen Arbeiten folgenden Erlaß an die königlichen Eisenbahndirektionen gerichtet: Auf einzelnen Stationen wird, wie beobachtet ist, das Publikum bei der Abfertigung an der Bahnsteigsperre mit rechts= und linksseitigen Durchgängen streng und ausnahmslos nach rechts verwiesen, auch wenn von der anderen Seite Reisende nicht ankommen oder den Bahnhof verlassen. Selbstverständlich ist es zur Aufrechterhaltung der Ordnung auf den Bahnsteigen notwendig, darauf zu achten, daß zu= und abgehende Reisende einander nicht an demselben Durchgang begegnen. Soweit dies nicht zu befürchten steht, was die Bahnsteigschaffner denen die Fahrpläne der ankommenden und abgehenden Züge bekannt sein müssen, bei einiger Umsicht leicht bemerken werden, sind die Reisenden an der Benutzung des linken Durchgangs nicht zu hindern; hierdurch wird eine schnellere Abwicklung des Verkehrs erzielt und unnötige Belästigungen des Publikums werden vermieden. 40 Kaiserin Augusta Victoria=Schule. Am Montag. den 25. April, hat der Unterricht begonnen; 93 neue Schülerinnen waren der Anstalt zugeführt worden, sodaß die Gesamtfrequenz sich jetzt auf 450 beläuft; 24 neue Schülerinnen traten in das Seminar ein, das nunmehr von 68 Zöglingen besucht wird. (0 Die Feier der silbernen Hochzeit beging am Sonntag Herr Pastor Lappe nebst Gemahlin. Wie der„N. W. Vztg.“ mitgeteilt wird, sang am Vorabend der Jungfrauen=Verein im Hause und begrüßte am Sonntag in früher Morgenstunde der Posaunenchor des Altstädter Männer= und Jünglings=Vereins das feiernde Paar im Pfarrgarten mit dem Vortrag von Chorälen. Gottes Güte, die dieses durch fünfundzwanzig Jahre gemeinsamer Pilgerschaft geleitet hat, wolle auch weiter über ihm walten und es der Gemeine wie bisher so auch ferner auf noch viele Jahre zum Segen setzen! I Aufhebung der Sonntags=Rückfahrtkarten auf der Kleinbahn. Eine unangenehme Enttäuschung wurde am Sonntag allen denen bereitet, die an dem schönen Frühlingstage einen Ausflug nach Werther. Enger 2c. mit der Kleinbahn unter Benutzung der so beliebten Sonntags=Rückjahrtkarten geplant hatten. Diese Fahrkarten sind nämlich abgeschafft worden. Bisher bestand auf der Kleinbahn die Bestimmung. daß an den Sonntagen und gewissen Feiertagen Fahrkarten von und nach jeder Station, die zur Rückfahrt an demselben Tage berechtigen, zum einfachen Fahrpreise der entsprechenden Wagenklasse zur Verausgabung gelangen. Diese Bestimmung ist aber seit dem 1. April d. Is. aufgehoben, was von allen, die den Sonntag häufig zu einem Ausfluge mittels der Kleinbahn benutzten, lebhaft bedauert wird. In dem Schalterraum des hiesigen Kleinbahnhofs prangte am Sonntag noch die Bekanntmachung der alten Bestimmung. ( Sommertheater Im 7. Mai wird bekanntlich die Vorsaison unseres Stadttheaters ihr Ende erreichen und schon am 12. Mai wird die Sommerbühne in Brinkhoffs Tonhalle ihre Pforten öffnen. Die Direktion liegt in den Händen der Herren Lang und Träger, welche ihre Winterspielzeit in Remscheid und Solingen absolviert haben. Außer Lust= und Schauspielen werden jede Woche 3 Operettenabende unter Mitwirkung des städtischen Orchesters stattfinden. Der Direktion geht ein guter Ruf voraus. = Wirtschaftsverkauf Die Arndtmeiersche Wirtschaft am Altenschildescherweg ist gestern zwangsweise verkauft worden und für den Preis von 85000 Mk. in den Besitz der Herforder Brauerei Gebrüder Uekermann übergegangen. 00 Militärpersonalien. Der frühere Kommandeur des hiefigen Bataillons. von Bötticher, bisher beim Stabe des Infanterieregiments Nr. 68, ist unter Beförderung zum Obersten und Regimentskommandeur in das Infanterieregiment Nr. 60 versetzt worden.— Dem Major von Barby im 2. Schlesischen Grenadier: Regiment Nr. 11(Breslau), früher Hauptmann und Kompagniechef bei der 7. Kompagnie des hiesigen Bataillons, wurde der Abschied bewilligt mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Königin Augusta Garde=Grenadierregiments Nr. 4. # Verloren gegangene Postsachen Der am 30. Mai 1903 in Hamburg abgefertigte Postdampfer der Woermann=Linie„Lulu Bohlen“ ist an der Liberialüste gestrandet, und die ganze, hauptsächlich für Deutsch= Südwestafrika bestimmte Post ist als verloren zu betrachten. Die Absender solcher beim Untergange des Dampfers vermutlich in Verlust geratenen Postsendungen, für welche die Postverwaltung nach§ 6 des Gesetzes über das Postwesen des Deutschen Reiches vom 28. Oktober 1871 Ersatz leistet, werden aufgefordert, ihre Entschädigungsansprüche bei der Oberpostdirektion in Münster anzumelden. Die Ersatzansprüche erlöschen. wenn sie nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist von einem Jahre. vom Tage der Auflieferung der Sendung an gerechnet, erhoben werden. * Ursprungszeugnisse waren für das auf dem städtischen Viehhof zu Berlin einzuführende Rindvieh bisher beizubringen. Diese Anordnung ist durch Verordnung des Heren Polizeipräsidenten zu Berlin unterm 9. März d. Is. ausgehoben worden. * Bautätigkeit in diesem Jahre Mit Beginn dieses Jahres wurde vonseiten der Baugewerkeinnung die Anregung zu einer tabellarischen Aufstellung der in der Stadt Bielefeld leerstehenden Wohnungen gegeben. Der Magistrat ist dem Wunsche der Gewerkschaften nachgekommen und wir haben das Ergebnis bereits vor einiger Zeit durch unser Blatt bekannt gegeben. Es standen derzeit beinahe 500 Wohnungen leer und zwar vorzugsweise die teueren abgeschlossenen Etagen im Preise von 120 bis 200 Talern, während Familienwohnungen in mittlerer Preislage eigentlich nicht überflüssig vorhanden sind. Nun machte sich in den letzten Jahren bei den Bauunternehmern, Mauermeistern und auch bei Privatleuten die sich ein neues Haus bauen ließen, die Vorliebe für abgeschlossene Etagen geltend, da sich die Häuser, die in dieser Art gebaut sind, meistens besser verzinsen. Durch die Bekanntgabe der Anzahl der leerstehenden Wohnungen ist aber auch mit einem Schlage die Baulust für dieses Jahr zurückgegangen. An den neuen Straßenzügen im Osten der Stadt sind fast nur größere Häuser mit abgeschlossenen Etagen gebautt, in denen ein Teil Wohnungen noch nicht vermietet sind, dasselbe gilt auch von den erbauten Häusern in vielen anderen neueren Straßen. Ganz aufhören wird ja die Bautätigkeit nicht, aber in dem Maße wie in den letzten Jahren wird es nicht weiter gehen. Im inneren Stadtbezirk, speziell in den Geschäftsstraßen werden immer noch viel Umbauten vorgenommen. Bei den Inhabern von Ladengeschäften macht sich immer mehr das Bedürfnis nach großen Schaufenstern bemerkbar. Die noch vorhandenen Gebäude aus der auten alten Zeit verschwinden immer mehr. Von den Eisengießereien Die Zunahme in den Eisengießereien, die fast allgemein in Deutschland zu verzeichnen sein dürfte, hat sich dem Bericht der Handelskammer zufolge, in den Gießereien unseres Bezirks nur in sehr geringem Maße bemerkbar gemacht. Da es nicht möglich ist, gegenüber den starren Syndikatsbedingungen die Werke zweiter Schmelzung zu vereinigen und auf Mindestverkaufspreise zu verpflichten, so lastet der Preisniedergang außerordentlich schwer auf den Gießereien. Namentlich sind die Preise im Bau= und Maschinenguß auf einem Tiefstande angelangt, der mit den Gestehungskosten schon längst nicht mehr in Einklang gebracht werden kann. Es bleibt daher den einsichtigen Gießereien nur der Weg der Selbsthilfe offen, der darin besteht, daß sie nicht zu Preisen liefern, bei denen ein Gewinn ausgeschlossen ist. Erschwerend kommt hinzu, daß die Hochosenwerke, von denen die Gießereien das teure Eisen zu nehmen gezwungen sind, bei gewissen Gußerzeugnissen in Wettbewerb treten, gegen den erfolgreich anzukämpfen von vornherein ausgeschlossen ist. In diesen Fällen sind daher die Gießereien auf den Bezug von ausländischem Eisen angewiesen. Lebhaft wird in den Gießereibetrieben darüber Klage geführt, daß die Behandlung der Gußwaren auf der Eisenbahn nicht sorgfältig ist, wobei unliebsame Reklamationen hervorgerufen werden, die in den meisten Fällen zu keinem Erfolge führen. Eine Aenderung dieser Verhältnisse verspricht man sich erst dann, wenn die in Anregung gebrachte Einführung einer Bruchversicherung zur Tatsache geworden ist. In den Lohn= und Arbeiterverhältnissen sind im letzten Jahre keine besonderen Aenderungen eingetreten. See Kanalisation auf dem städt. Schlachthofe Wie wir erfahren, ist nun auch die Anlage einer Kanalisation auf dem ganzen Schlachthofgebiet beschlossen, was ja auch einer dringenden Notwendigkeit entspricht. Wer früher einmal im Sommer die Schlachthofstraße passiert hat, wird den scheußlichen Geruch unangenehm empfunden haben, der den Abwassergräben des Schlachthofes entstieg. Es sind schon häufig über diese Zustände Klagen laut geworden. Nachdem nun aber die Schlachthofstraße durchgelegt ist, mußte unter allen Umständen der Uebelstand beseitigt werden. Eine neue Wagenremise für die städtischen Fuhrwerke Der an der Reichspoststraße belegene Platz, auf dim die städtischen Fuhrwerke, wie Müllwagen, Straßenreinigungsmaschinen, Sprengwagen 2c. untergebracht sind,muß nun auch bald geräumt werden. Seitens der Stadt ist ein Terrain an der Wiesenstraße als Wagenpark in Aussicht genommen und werden daselbst im Laufe des Sommers die zur Unterbringung der Wagen und Gerätschaften notwendigen Schuppen erbaut. Der besagte Platz an der Wiesenstraße ist Eigentum der Stedt. Chaussierung der Heeperstraße Die Herforderstraße hatte es dringend nötig, daß eine neue Decke von Steinschlag angelegt wurde, da der Weg tatsächlich total ausgefahren war; es ist deshalb sehr erfreulich, daß mit den Herstellungsarbeiten an der Straße bereits begonnen wurde. r Eingeliefer:„ a perfgat, M.-Janen 1. wurden zwei steckbrieflich verfoigte Personen, ferner drei Personen wegen Trunkenheit und Verübung groben Unfugs. * Auf dem gestrigen Viehmarkt waren 2148 Schweine, 187 Stück Rindvieh und 11 Pferde zum Verkauf gestellt. Der Handel mit Schweinen war lebhaft, der mit Rindvieh schleppend. Tageskalender Donnerstag, den 28. April 1904 Stadttheater. Beilchenfresser. 7½ Uhr. Zur Neustadt“, Damen=Orchester Hütter, 7 Uhr Aus Provinz und Nachbarschaft r. Brackwede, 26. April.(Besitzwechsel.) Die dem Tischlermeister E. Olderdissen hier gehörige Besitzung an der Nieder= und Gartenstraße ging heute durch Subhastation für 20000 Mk. in den Besitz des Kolon Siekermann hier über. r. Brackwede, 27. April.(Steuer.) Zur Deckung des Gemeindebedarfs wurden in hiesiger Gemeinde für das laufende Steuerjahr 1904 erhoben: 200 pEt. Zuschläge zur Einkommensteuer und 200 pCt. zu den Real= und Betriebssteuern. ez. Isselhorst, 27. April.(Kantorhaus.) Nachdem der neue Schulbau bereits fertiggestellt ist, soll in den nächsten Tagen mit dem Neubau der Kantorwohnung begonnen werden, da das alte Küsterhaus abgebrochen werden muß, um für einen Spielraum Platz zu schaffen. Die Arbeiten zum neuen Kantorbause sind dem Maurermeister H. erordnung des Heren nterm 9. März d. Is. fahre wurde vonseiten der na zu einer tabellaStadt Bielefeld leerDer Magistrat ist in nachgekommen und sits vor einiger Zeit gegeben. Es standen n leer und zwar vorlossenen Etagen im lern, während Famieislage eigentlich nicht in machte sich in den internehmern, Maueruten die sich ein neuorliebe für abgeschlosdie Häuser, die in ens besser verzinsen. lnzahl der leerstehen) m i t e i n e m S c h l a g e zurückgegangen. An Osten der Stadt sind abgeschlossenen Etagen ohnungen noch nicht uch von den erbauten ueren Straßen. Ganz igkeit nicht, aber in Jahren wird es nicht tadtbezirk, speziell in mmer noch viel Umn Inhabern von Lamehr das Bedürfnis ierkbar. Die noch vormten alten Zeit versengießereien, die fast erzeichnen sein dürfte, indelskammer zufolge, zirks nur in sehr gejacht. Da es nicht irren Syndikatsbedin= ielzung zu vereinigen se zu verpflichten, so ußerordentlich schwer ich sind die Preise im einem Tiefstande annaskosten schon längst cht werden kann. 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Das Feuer fand reichliche Nahrung, da Stroh und Holz auf dem Boden lagerten. Gerettet ist fast gar nichts. Dem tatkräftigen Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr ist es zu verdanken, daß der Brand schnell auf seinem Herd beschränkt werden konnte, so daß die an dieser Stelle nahe an einander gebauten Häuser vor der Gefahr bewahrt blieben. Das Haus wurde von zwei Arbeitersamtiien bewohnt. nv. Bischofshagen, 26. April.(Markt.) Auf dem heutigen Markt war bei vorzüglichem Angebot wenig Kauflust zu bemerken. Kühe waren am besten begehrt und erzielten hohe Preise. Schweine, im Ueberfluß angefahren und angetrieben, wurden zu sehr niedrigen Preisen verhandelt. Das Paar 6 Wochen alte Ferkel kostete 10—15 Mk., Stangen wurden mit 18—30 Mk. verhandelt. Tragende Säue kosteten 50—80 Mark. Herford, 26. April.(Schulversonalie.) Die Königl. Regierung zu Minden hat den hiesigen Hauptlehrern Middelmann und Kindermann von der Feldmarkschule I bezw. II die Erlaubnis zur Führung der. Amtsbezeichnung „Rektor“ erteilt. Die genannten Lehrer hatten schon bereits vor längerer Zeit die Mittelschullehrerund Rektorprüfung abgelegt. Herford, 26. Abril.(Stiftungsfest des Wirtevereins für Herford und Umgegend.) In den festlich geschmückten Räumen von Fr. Brockmann(Berggarten) feierte genannter Verein sein 10jähriges Stiftungsfest verbunden mit Auszeichnungen von Diplomen an Jubilare und Prämiierung für treue Dienste des Personals. Gegen 9 Uhr wurde das Fest durch Konzert der Düngel'schen Kapelle eröffnet. Es folgte dann das Festessen. an dem über 80 Personen teilnahmen. Der 1. Vorsitzende. Herr Gustav Schirmeister, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste; vom 2. Vorsitzenden. Herrn Georg Werner, wurde das Kaiserhoch ausgebracht, den sich das Lied„Heil Dir im Siegerkranz“ anschloß. Auch den Damen wurde gedacht, welche in dem schweren Berufe den Männern eine gute Stütze sind. Nachdem während des Festessens die eingelaufenen Telegramme und Gratulationen, ca. 30 Stück, verlesen waren, nahm Herr Bürgermeister Busse das Wort, dankte für die Einladung und übernahm die Aufgabe. den Jubilaren die Divlome des Deutschen Gastwirteverbandes zu überreichen. Es wurden ausgezeichnet für 25=jährige und längere Tätigkeit als Wirt folgende Herren: Fritz Biermann, Fr. Erdbrügger, I. H. Hoppé, Anton Klein, Aug. Liedtke, Theodor Limberg, Wwe. Wilhelm Lücking, J. H. Reckendorf, Hotelier Fr. Rorig, Aug. Tiemeyer, sämtlich zu Herford, Fritz Brockmann, Carl Schmidt in Blotho und Heinr. Iburg aus Valdorf. Herr Bürgermeister Busse richtete hierauf eine Ansprache an die Jubilare und brachte ein Hoch aus sie aus. Eine besondere Auszeichnung des Deutschen Gastwirte=Verbandes ist es, daß das Personal für treue Dienste nach dreijähriger Dienstzeit ein Diplom und Ansprüche auf die Theodor Müller=Stiftung bekommt. Acht Personen wurden, soweit die Auszuzeichnenden erschienen waren, mit besonderen Worten vom Herrn Bürgermeister Busse das Gedenkblatt überreicht. Hieran schloß sich der Ball, welcher bis gegen Morgen dauerte. O Blotho, 26. Avril.(Schulsache.) Der Vorstand der Bürgerschule war gestern unter dem Vorsitze des Herrn Amtmann Brüggenschmidt zu einer Beratung versammelt. Der erste Punkt betraf eine einheitliche Ferieneinrichtung hier in der Stadt. Es wurde beschlossen, die Ferien der Bürgerschule mit denen der höheren Stadtschule zusammen anfangen zu lassen. In Rücksicht jedoch auf die Erntearbeiten im Sommer und Herbst, wobei die meisten Kinder der der Bürgerschule angegliederten Landschule mit helfen müssen, soll das Kuratorium der höheren Stadtschule ersucht werden, die Ferien acht Tage später als bisher anfangen zu lassen. Der andere Punkt der Tagesordnung betraf die Gehaltsfestsetzung der neu eingetretenen Lehrerin Fräulein Saul. Sodann hat die Königliche Regierung die Einrichtung einer ungeteilten Schulzeit vorgeschlagen. Hiernach sollen die Kinder nur vormittags von 7 Uhr bis 12 Uhr mittags in einer Tour unterrichtet werden, so daß der Nachmittag sowohl für die Schüler wie für die Lehrer vollständig frei bleibt. Der Schulvorstand hat aber aus verschiedenen Gründen diese Einrichtung abgelehnt und wünscht, wie bisher, Vormittags= und Nachmittagsunterricht. K. Melle, 26. April.(Brand.— Streik. — Zerstörung.) Um 5 Uhr heute morgen ertönten von den beiden Kirchtürmen unserer Stadt Feuersignale. Die beiden Warenhäuser des hiesigen Haushaltsvereins in der Kampstraße brannten bis auf die Umfassungsmanern nieder. Das Dach des Vorderhauses ist verschont geblieben. Sämtliche Warenvorräte sind ein Raub der Flammen geworden.— Seit einigen Wochen schon streiken hier die 30 Arbeiter der Helchermann'schen Tischlerei. Zu einer Einigung ist es bis jetzt trotz mehreren Versammlungen noch nicht gekommen.— In dem Garten der hiesigen Höpker'schen Brauerei ist eine arge Verwüstung angerichtet; indem mutwilliger Albert Beskow ihren Mann mit einem Beile und verübte dann Selbstmord durch Aufhängen. Beide Ehegatten scheinen des Lebens überdrüssig geworden zu sein und beschlossen zu haben, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. b Im Kampfe mit Streikenden Gestern abend wurde der Grundarbeiter Georg Schreiner in Köln von einer Rotte streikender Arbeiter überfallen und tätlich mißhandelt. Zu seiner Verteidigung griff er nach einem Revolver und feuerte 6 Schüsse ab. Einer der Angreifer wurde von drei Schüssen getroffen und starb sofort. Ein anderer wurde lebensgefährlich verletzt. Der Ueberfallene hatte einen Schulterbruch und Kopfverletzungen erhalten. SO Ein verbrecherischer Geisterkranker überfiel ohne Veranlaisung den Direktor der Irrenanstalt Stephansfeld in Straßburg i. E. Sanitätsrat Dr. Vorster und verletzte ihn durch einen Stich in den Unterleib lebensgefährlich. Großfener Gestern vormittag entstand in der Dachpappenfabrik von Schacht in Braunschweig Großiener. wobei der Destillierapparat explodierte. 450 Ztr Teer verbrannten. Fünf Personen wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Der Schaden beträgt ca. 30000 Mk. Weise viele Rosenstöcke darchschnitten, Blumen aus der Erde gerissen und umhergestreut, auch sonstige Roheiten verübt worden sind. Von dem bezw. den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur, trotzdem der Besitzer, Herr Höpker, eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt bar.„„„ * Dortmund, 27. Aprit.(Ein worder ermitlelt.) Im Laufe der Untersuchung hat sich herausgestellt, daß der Mörder des Volksschullehrers Pothmann in Vorbeck, der die alten Eheleute Pothmann nachts überfallen und einen Schutzmann schwer verletzt hat, der vielgesuchte Schlosser Eduard Steugel aus Essen ist. bewegt sich im rheinisch=westsölischen Industriebezirk und soll regen Verkehr mit Dirnen unterhalten. Die Wittwe des Lehrers Pothmann soll in Schwermut verfallen sein, und wird Irrsinn befürchtet. Der Zustand des verletzten Polizeibeamten ist nach Entfernung der Kugel ein leidlicher. Hoffentlich gelingt die Festnahme des frevelmütigen, vor nichts zurückschreckenden Burschen in Bälde. Gerichtssaal □ Bielefeld, 26. April.(Schwurgericht.) Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor Löher; Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Assessor Dr. Stadtländer. Unzüchtige Handlungen. Der Zigarrenarbeiter Friedrich Aussiker von Schnathorst bei Lübbecke, 22 Jahre alt und unbestraft, war angeklagt, zu Schnathorst am 13. Dezember v. Is. an zwei Zigarrenarbeiterinnen mit Gewalt unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Während der Beweisaufnahme war die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Die beiden Schuldfragen wurden unter Zubilligung mildernder Umstände von den Geschworenen bejaht. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten wegen Verbrechens aus§ 176 Absatz 1 in zwei Fällen unter Annahme mildernder Umstände zu 9 Monaten Gesängnie Strafmildernd für den Angeklagten fiel ins Gewicht seine bisherige Unbescholtenheit. □ Bielefeld, 26. April.(Strafkammer.) Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor Greiff, Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Staatsanwaltschaftsrat Holle. 1. Ein anonymer Briefschreiber saß in dem aus der Untersuchungshaft vorgeführten Commis Wilhelm Dröge von hier auf der Anklagebank. Der Angeklagte war geständig, durch einen an die hiesige Polizeiverwaltung gerichteten und mit dem falschen Namen Rolf unterzeichneten Brief den Polizeiinspektor Rose von hter in ganz schwerer und gemeiner Weise beleidigt zu haben. Mit Rücksicht darauf, daß er ganz heimtückischer Weise gehandelt und in ganz frivoler Weise schwerkränkenden Behauptungen erfunden, wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Auf die Strafe wurde ihm ein Monat von der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht. 2. Ohne Berechtigung Gelder ein kassiert Zwangsweise vorgeführt wurde der Agent August Emil Heitz von hier. Der Angeklagte war den letzten Jahren als Agent für die Schlingmühle bei Rinteln tätig. Trotzdem er keine Berechtigung hatte, für die Firma, die er vertrat, Inkasso zu machen, hat er von dem Bäckermeister Alfred Dockweiler hierselbst unter der falschen Vorspiegelung, er sei zum Einziehen von Geldern berechtigt, mindestens 226 Mark einkassiert und nicht abgeliefert. Dockweiler ist um diesen Betrag geschädigt worden. Der Gerichtshof verurteilte den Heitz wegen Betruges zu drei Monaten Gefängnis. 3. Untreue bezw. Unterschlagung Der Reisende Wilhelm Stork von Herford, geboren in Stedefreund, hatte sich wegen Unterschlagung bezw. Untreue zu verantworten. Derselbe war im Jahre 1903 bei der Zuckerwarenfabrik Dunecke in Herford gegen ein Monatsgehalt von 180 Mk. und Spesen von 10 Mark pro Tag angestellt. Diese Spesen konnte er von den einkassierten Geldern abziehen. Er ist jedoch mit diesen Spesen nicht ausgekommen und hat sich an den Geldern seines Chefs vergriffen. Es wurden im ganzen 77,19 Mark von dem Angeklagten veruntreut. Er erhielt wegen Unterschlagung in ideeller Konkurrenz mit Untreue 2 Monate Gefängnis. 1. Hausfriedensbruch in gewinnfüchtiger Absicht Der Kleinhändler Wilhelm Strathmann von Häver bei Stifl=Quernheim hatte die Tochter dort ansässiger Leute zu sich in Kost und Logis gelockt. Eines Tages ist er nun in der Wohnung der Eltern des Mädchens erschienen und hat trotz des Verbotes der Mutter einen Koffer des Mädchens fortgeschafft. Er ist deshalb so hartnäckig in seinem Vorhaben vorgegangen, weil er wußte, daß das Mädchen ein Sparkassenbuch über 300 Mk. besaß. Er hat es tatsächlich fertiggebracht. dem Mädchen ein Darlehen von 260 Mark abzulocken. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte in gewinnsüchtiger Absicht den Hausfriedensbruch begangen hal, hatte ihn das Schöffengericht in Bünde zu 4 Wochen Gesängnis verurteilt. Auf seine Berufung hob die Strafkammer das erste Urtell auf, verurteilte ihn aber zu zwei Wochen Gefängnis. waid durch vier Schüsse lebensgefährlich und lötete sich dann selbst durch eine Kugel in den Kopf. Das Motiv foll verschmähte Liebe sein. h. Berlin, 27. April. Heute morgen 1 Uhr feuerte in der Friedrichstraße der Postkartenhändler Greubel auf eine frühere Kellnerin zwei Revolverschüsse ab, von denen einer der Getroffenen in die Schläfe drang. Nach der Tat schoß er sich selbst eine Kugel in den Kopf. Seine Verletzuug ist tötlich, während die des Mädchens weniger gefährlich ist. Todesfälle beim Expeditionskorps in Südwestafrika à Berlin, 27. April. Durch Todesfälle in Folge von Krankheiten hat das Marine=Expeditionskorps in Südwestafrika nach den letzten amtlichen Meldungen folgende Verluste erlitten: Seesoldat Josef Herbracht aus Heiweiler, Kreis Altkirch in Elsaß=Lothr., am 11. April 1904 an Malaria gestorben. Einjährig=Freiwilliger Johannes Schmidt aus Dresden, am 10. April 1904 in Onjatu gestorben. Unteroffizier Max Kießig aus Grödel bei Großenhain in Sachsen am 11. April 1904 in Onjatu gestorben. Seesoldat Franz Dietrich aus Moosch, Kreis Than, am 14. April 1904 in Onjatu gestorben. Seesoldat Gustav Seelke aus Stolp, am 11. April 1904 in Onjatu gestorben. Weitere Typhuserkrankungen in Deutsch-Südwessafrika. = Berlin, 27. April. Wie der Lokalanzeiger mitteilt, sind außer bei der Kolonne des Majors von Glasenapp auch unter den übrigen Marinetruppen Typhus= erkrankungen in nicht unbedenklichem Umfange aufgetreten. Ihr Briefkasten Eingesandt werden Ausständige Kutscher. amburg, 27. April. Die Kutscher von Hamburg. Altona und Wandsbeck, mit Ausnahme der Droschkenkutscher, sind in den Ausstand getreten. Die Fuhrherren haben die Bewilligung einer Lohnerhöhung und verminderter Arbeitszeit abgeschlagen. Phönix tritt dem Stahlwerkverband bei 2 Köln, 27. April. Die außerordentliche Generalversammlung des Phönix am Dienstag hat mit 20379 Stimmen den Beitritt zum Stahlwerkverband auf der von diesem gebotenen Grundlage angenommen; dagegen wurden 8351 Stimmen abgegeben, enthalten hatten sich 2063 Stimmen. Neue Pockenerkrankungen 0 Bochum, 27. April. In den Dörfern Herbede und Heven ist je ein Pockenfall amtlich festgestellt worden. Zum Leipziger Aerztestreik 6 Leipzig, 27. April. Die Kreishauptmannschaft hat das Gesuch der Ortskrankenkasse um Fristverlängerung zur Anwerbung auswärtiger Aerzte abgelehnt. Verurteilung eines Oberamtsrichters * Würzburg, 27. April. Das Schwurgericht verurteilte den Oberamtsrichter Hallein wegen Unterschlagung von 13000 Mk. Mündelgeldern zu 4 Jahren Gesängnis. Begnadigt D München, 27. April. Der Stein: drucker Damhäuser, der vom Schwurgericht wegen Ermordung seiner Geliebten zum Tode verurteilt war, wurde vom Prinzregenten zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Im Kampf mit Eingeborenen IL Rotterdam, 27. April. Ein Telegramm aus Batavia berichtet, daß am 4. d. Mts. die Kolonne Daalen die befestigte Stellung der Eingeborenen in Badak im Sturme genammen hat. Bei dem Gefecht hatten die Eingelorenen 122 Tote, 60 wurden gefangen genommen. Die Verluste auf Seiten der Holländer beziffern sich auf 5 Tote und 22 Verwundete. wir morgen abK. drucken. B. in M. Die Frage, ob Eintragungen im Grundbuche auf die Firma eines Einzelkaufmanns erfolgen können, ist streitig. Da das Kammergericht, die höchste Instanz für Grundbuchsachen in Preußen, die Frage verneint hat, so tun Sie gut, die Hypothek auf Ihren dürgerlichen Namen. nicht auf Ihre Firma, eintragen zu lassen. Wir verweisen Sie auf die Bo. 6 S. 504 ff. der Rechtsprechung der Oberlandesgerichte abgedruckte Entscheidung vom 4. Mai 1908. re Vermischtes Neueste Großstadtleben (9 Berlin, 27. April. wort verletzte in der Togostraße das zum Anslausen bereit liegt. Der griechische Konsul legte die dortigen Vorgänge dem Konsnlarkorps in Smyrna dar, welches darüber den Botschaftern nach Konstantinopel berichtete. Die hiesige Presse gebraucht eine heftige Sprache gegen die Ortsbehörden von Emyrna, glaubt aber, daß die Pforte die Angelegenheit freundschaftlich regeln werde. Käupfe in Abessinien X. Aden, 27. April. Die Stadt Illig ist beschossen und der Sultan gefangen genommen worden. Zwischen dem Mullah und den Eingeborenen soll ein heftiger Kampf stattgefunden haben. Raußmord in der Wohnung eines Generals *; Petersburg, 27. April. Als Generalleutnant Strandmann gestern nachmittag 4 Uhr von einem Spaztergange nach Hause zurückkehrte, fand er seine Gattin und den Kammerdiener ermordet auf. In den Zimmern waren alle Schränke erbrochen und zahlreiche Wertgegenstände sowie eine große Summe Geld aeraubt. Von den Tätern hat man keine Spur. Beide Opfer wurden mittels Arthieben erschlagen. Richard Strauß beim Präsidenten Roosevelt Washington, 27. April. Präsident Roosevelt und Gemahlin empfingen gestern Richard Strauß nebst Gattin. Später wohnte Frau Roosevelt dem Straußkonzert im Nationaltheater bei. Opfer eines Zyklons * Newyork, 27. April. Durch einen Zyklon wurden im Indianerterritorium 12 Personen getötet und zahlreiche Häuser zerstört. Auch aus ganz Texas werden große Verheerungen gemeldet. Schweres Grubenunglück Johannesburg, 27. April. Gestern stürzte in dem B rgwerk Robinson Deep der Förderkorb, der sast an der Oberfläche angelangt war, durch einen Seilbruch 2000 Fuß tief ab. Die Insassen wurden getötet, 43 Eingeborene werden vermißt. Anbeglaubigte Gerüchte □ Paris, 27. April. Aus Schanghai kommen bedenkliche Meldungen. Nicht nur soll die Pekinger Regierung einen neuen Boreraufstand veranlassen wollen, sondern sie scheint auch eine japanische Landung an der chinesischen Küste zwischen Formosa und den Pescadora-Iuseln gestatten zu wollen. Auf diese Weise würden sich die Japaner auf beiden Seiten der Zufahrtstraße festsetzen und die Durchfahrt des baltischen Geschwaders verhindern können. Natürlich würde sich China damit des Bruchs der Neutralität schuldig machen. Im Laufe des gestrigen Tages fand in der Angelegenheit ein lebhafter Depeschenwechsel zwischen dem hiesigen und dem Londoner Auswärtigen Amte statt. Vom Kriegsschauplatz in Ostasten * London. 27. April. Daily Chroniele bestätigt die Nachricht, daß die Eisenbahn zwischen Port Arthur und Niutschwang streckenweise zerstört ist. Man erwartet ernste Ereignisse. S Paris, 27. April. Der Matin teilt mit, daß das russische Geschwader vor Wladiwostok vier japauische Trausportschiffe mit 4000 Mann Besatzung in den Grund gebohrt sohe. Paris, 21. Aprit. Iu St. Petersburg ist noch keine Bestätigung der Nachricht der Beschiefung von Riutschwang eingetroffen. Keine neuen Kämpfe am ∆ Riutschwang, 27. April. Die Behörden erklären, daß keine neuen Kämpfe am Yalu vorgekommen seien, außer der Zerstörung einiger japanischer Tschunken durch russische Freiwinge. Keine japanische Truppenabteilung sei am Yalu ungekommen oder habe ihn überschritten. Die Russen halten alle besetzten Punkte am Valn fest. Gestern Abend Eine Famitiepez egpandau abgespielt, verletzte in der Togostraße der Malergebilfe erschlug die 36jährige Ehefrau des Dachdeckers Steinik seine frühere Braut, die Plütterin BuchEine ganze Stadt abgebrannt □ Lemberg, 27. April. Die Stadt Buczacz stehn in Flammen. Ueber 200 Wohnhäuser sowie das Gemeindeamt, mehrere Schulen und die ruthenische Kirche sind niedergebrannt. 3000 Menschen sind obdachlos; 2 Personen verbrannten. Präsident Loubet in 5 Rom, 27. April. Präsident Loubet empfing gestern das diplomatische Korps. Ein türkisch-griechischer Zwischenfall. ∆ Athen. 27. April. Kapitän Zottos. der zum Vizeadmiral ernannt worden in, wurde an die Spitze des Geschwadert des##llt. Letzte Lokalnachrichten. X Verirrt hatte sich ein kleines Kind, welches heute vormittag am Jahnsplatz von einem Schutzmann angenommen und auf der Polizeiwache in Verwahr gebracht wurde. Witterungs=Uebersicht. Bielefeld, 27. April. Niedrigster Thermometerstand in der Nacht+ 3½ C. 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Wolf, Lohmeier, S. Bornheim. W. Fillies, Niebuhr jr., Platzmeier und G. Schumacher Borgholzhausen, 27. April.(Verschönerungsverein.) In der am Sonnabend stattgefundenen Generalversammlung des Verschönerungsvereins. welche gut besucht war. erstattete der Vorsitzende, Herr Amtmann Berg, zuerst den Jahresbericht. Die Tätigkeit des Vereins erstreckte sich hauptsächlich auf die Erhaltung des Eingerichteten. Der Luisenturm wurde einer Reparatur unterzogen, die Wege wurden neu ausgehauen und zum Teil planiert. Aus dem Kassenbericht ist zu entnehmen, daß die Einnahme im verflossenen Vereinsjahre 156,60 Mt. und die Ausgabe 126.13 Mk. betrug, so daß ein Bestand von 30.47 Mt. verbleibt. Dazu kommt ein Guthaben des Vereins bei der hiesigen Spar- und Darlehnskasse von 50.60 Mk., welches mit 892 Mk. Zinsen 59.52 Mt. beträgt. Der Gesamtbestand ist demnach am 1. April 1904 89.99 Mk. Hierzu kommen noch die Beiträge der Mitglieder im neuen Vereinsjahre. Bei der Umwahl des Vorstandes wurden durch Stimmzettel die bisherigen Vorstandsmitglieder Amtmann Berg als Vorsitzender, Kaufmann Vorderbrügge als stellvertretender Vorsitzender, Rektor Heimann als Schriftführer, Kaufmann Schmidt als stellvertretender Schriftführer, Konditor Knaust als Schatzmeister und Kantor Plöger als Beisitzer einstimmig wiedergewählt. An Stelle des Herrn Kandidaten Hoyer in Dissen wecbe Herr Kaufmann Weinberg gewählt. Fürden Fußsteig nach dem Bahnhofe, welchek neu in Stand gesetzt wurde. bewilligte der Verein 50 Mt. Die von Herrn Amtmann Berg bestellten neuen Schilder sollen an den Hauptpunkten angebracht werden. Um den Reservesond zu stärken, beschloß man, noch 50 Mk. in die Spar= und Darlehnskasse zu dem bereits vorhandenen Vermögen zu legen. Der Verein wird an die Kirchengemeinde den Antrag stellen, die Instandhaltung der Anlagen vor dem Friedhofe zu übernehmen, da dieselben ja eine Zierde für denselben sind. Der übliche Ausflug soll in nächster Zeit zum Dissener Aussichtsturm gemacht werden, um eine Zusammenkunft mit den Verschönerungsvereinen von Dissen, Hilter und Wellingholzhausen zu haben. * Schötmar. 25. April.(Ein Brief aus Deutsch=Südwestafrika) von einem dort kämpfenden Vaterlandsverteidiger, welcher der 6. Feldlompagnie der Schutztruppe unter Oberst Dürr zugeteilt ist, wurde der„Lippischen Tageszig.“ mitgeteilt. Der Briefschreiber ist aus Herserheide bei Schötmar und diente in Bielefeld beim 2. Bataillon Inf.=Reat. 55. Okakango, 12. März 1904. Liebe Eltern! Ihr werdet gewiß schon gewartet haben auf Nachricht. aber ich konnte nicht eher, jetzt habe ich augenblicklich Zeit dazu. Zu meiner großen Freude kann ich Euch mitteilen, daß ich noch gesund und munter bin, was ich auch von Euch hoffe. Nun werde ich Euch zunächst von meiner Seefahrt berichten. Die Abjahrt von Hamburg war sehr schön, aber es wurde bald anders. Als wir durch den Kanal zwischen Frankreich und England fuhren, fing es schon an zu schaukeln. Im spanischen Meer war so ein heftiger Sturm Die Landbefestigungen von port Arthur Die im Urtlauf, befindlichen, z. Z. allerdings sich noch vielfach widelsp##h#nden Gerüchte lassen immerhin schon erkennen, daß dis Japaner zunächst die Isolierung Port Arthurs ins Auge gefaßt haben. Man wird zweifellos bereits in den nächsten Tagen von japanischen Landungsmanövern hören, die einmal dazu dienen sollen, die Russen weiter nach Süden zu locken, zweitens aber, wenn sie glücken, zu einer Zernierung Port Arthurs führen sollen. ist daher gewiß interessant, auch etwas über die Verteidigungswerke von Port zu hören. Als Seefestung legt Port Arthur natürlich den Hauptwert auf den Schutz sein Hafens. Wir sehen daher die Tigerhalbinsel bis hinauf zum Tigerschwanz, d. h. den nördlichen Zipfel dieser Halbinsel, von Forts und Batterien bedeckt, während auf der gegenüberliegenden Seite des Festlandes von der Küste terassenförmig bis zum goldenen Berge emporsteigend, ein Fort neben oder vielmehr über dem andern liegt. Im Osten müssen die unzugänglichen Berge und Schluchten des Takuschan den Schutz übernehmen, während im Süden### starkes Doppelfort sämtliche Verggipfel beherrscht ind im Norden ein Sperrfort die einzige durc das wüste Gebirgsgelände führende Straße sprren kann. Im Norden liegt ein befestigtes russt, Hattersen westen drei starke Hoc######erlea, deren Feuerwirkung aber auch mehr nach Süden gerichtet ist und die von noch höhe liegenden Bergen aus beherrscht werden können also sich in besonders glücklicher Lage Westen hin deckt nur die Golddina=## die Terrainfalte, welche von der Pigeon(Golubina)=Bai her direkt auf den Hafen u So stark daher Port Arthur auch nach See hin befestigt erscheint, so wenig 16#? seine Landbefestigungen Widerstand letst können, wenn die Japaner einmal energisch anklopfen werden. geien sieht man hier in verschiedenen Arten. Die Strauße fieht man oft in großen Scharen, Raub####re gibt es hier eine Menge. Der Schakal kommt sogar bis an die Häuser, dagegen sind der Tiger und der Löwe sehr scheu. Jetzt werde ich Euch mitteilen, was wir selbst machen; bisher waren wir immer umhergezogen. nun, seit heute liegen wir mit 85 Mann auf einer zerstörten Farm. 850 Ochsen. darunter 300 Zugochsen, haben wir bei uns. 18 Ochsen kommen jedesmal vor einen Wagen, auf welchen unser Gepäck gefahren wird. Ich bin hier als Schlachter kommandiert, aber alle zwei Tage wird ein Ochse geschlachtet. Fleisch bekommt jeder, soviel er will. Augenblicklich sieht es hier noch nicht besonders aus, denn bis jetzt waren die Gefechte ohne Erfolg. die Zahl der Gegner ist noch zu groß. Bei dem letzten Gefecht sind 5 Mann und 7 Pferde gefallen. Vorläufig werden wir nicht angreifen. bis wir unsere Truppen alle zusammen haben. Wir bekommen noch 750 Pferde und 12 Kanonen, dann werden wir sie umzingeln, weil wir sie anders nicht kriegen können. Die Hereros sind gewaltig schnell auf den Beinen, sie laufen schneller als wir reiten können. Wenn wir sie einmal richtig in unsere Nähe bekommen, dann sind sie verloren. Liebe Eltern! Der Bogen ist voll, der Schädel ist leer, das nächste Mal schreibe ich Euch wieder etwas mehr. Viele Grüße an Euch und alle Bekannten. Euer Sohn Reiter Johann Saathoff der 6. FeldKompagnie. 2e Apxis(Mariatt) StaatsPaderborn, 2b. Aprn.(Versesrg. anwalt Dröge ist zum 1. Juni von hier nach Altona versetzt. Sein Nachfolger ist noch nicht bestimmt. * Witten, 25. April.(Eine großartige Feier) verspricht der Korpsappell des 16. Armeekorps zu werden, der hier am 25. und 26. Juni abgehalten werden soll. Außer dem langjährigen Kommandeur des genannten Korps, Exzellenz Graf Häseler, welcher sein Erscheinen bestimmt zugesagt hat, werden mehrere Generale und eine Menge aktiver Offiziere an dem Feste teilnehmen. Am 29. Mai findet ein Delegiertentag hierselbst statt. * Torstfeld, 26. April.(Der Gesangswettstreit untersagt.) Für den 8. Mai hatte der hiesige kath. Männergesangverein einen Gesangswettstreit geplant. Nunmehr hat die Behörde die Abhaltung des Wettstreites mit Rücksicht auf die im Bezirk herrschende Pockengefahr untersagt, da zu befürchten sei. es könne die Seuche, die unseren Bezirk bis jetzt noch verschont hat, eingeschleppt werden. Für den Verein und viele andere, welche große Vorbereitungen für das vor der Tür stehende Fest getroffen haben, hat das Verbot selbstverständlich große Nachteile im Gefolge, man ist deshalb in den betr. Kreisen arg mißgestimmt. □ Bochum, 25. April.(Zur Pockenevidemie.) Nunmehr ist auch über die hiesigen Gefängnisse die„Sperre" verhängt. Wegen der zur Zeit hier herrschenden Pockenepidemie sollen Freiheitsstrafen, die nach dem Strafvollstreckungsplane in dem Zentralgefängnisse oder dem Gerichtsgejängnisse hierselbst zu verbüßen sind, vorläufig nicht zur Vollstreckung gelangen. Die betreffenden Verurteilten werden also erst später eine Aufforderung zum Strafantritt erhalten. * Essen, 25. April.(Vermächrnis.) Die „'tztwoch verstorbene am Dn.: 4####, don Bet daß wir bald nicht weiter kamen, wir konnten in 3 Tagen gar nicht auf Deck. Haushohe Wellen schlugen über unser Schiff. deshalb hatten wir 4 Tage Verspätung, welche wir in dem afrikanischen Meere bis auf 2 Tage wieder eingeholt hatten.— Nun werde ich Euch etwas mitteilen von dem Lande hier. Augenblicklich ist es hier noch Sommer nächsten Monat jängt hier der Herbst schon an. Das Klima ist hier natürlich wärmer als dort. Hier scheit die Sonne morgens um 7 Uhr schon so warm, wie bei Euch des mittags um 12 Uhr. Des abends kühlt es sich tüchtig ab und nachts ist es meistens sehr frisch. Im übrigen fühlt man sich hier ganz frisch und munter. Nur eins ist hier schlecht, man darf kein Bier oder Schnaps trinken, wenigstens nicht viel, man muß ganz solide leben, sonst bekommt man das Malariafieber; dies ist ähnlich wie bei Euch der Frost nur bösartiger. Das Land ist hier noch sehr wenig bebaut, deshalb sieht man hier auch nicht viel Früchte aber Wild desto mehr Alle Tiere, die hier wild leben, mit Ausnahme der Schlangen, sind zu genießen. Der Eingeborene ißt aber auch diese. Hühner, die so groß sind wie Puter laufen hier scharenweise umher, auch PapaB zirde Grillo hat der Stadt Essen#etrag von 100000 Mk. für verschiedene wohltätige Zwecke vermacht und außerdem 30000 Mk., von deren Zinsen das Erbbegräbnis der Familie Grillo instandgehalten werden soll. Gerichtssaal X Berlin, 26. April. Haftpflicht eines Lehrers. Ein Lehrer in Dithmarschen(Schleswig=Holstein) ließ ein Beil auf dem Schulhofe liegen. Mehrere Schulkinder hantierten damit herum, wobei einem Knaben drei Finger abgeschlagen wurden. Der Lehrer wurde der Tägl. Rundsch zufolge haftuflichtig gemacht. Die GesellDer Marschallstab Roman von Walter Schulte vom Brühl. 67 —. Nachdruck verboten „Na, zerbrechen Sie sich den Kopf nur nicht über dieses angebliche Spiel des Zufalls und denken Sie an die Zukunft und an Ihre Hochzeit. Vorab aber gehen Sie zum Doktor Messenich, unserm besten Verteidiger, und verklagen Sie Ihren Freund Bromberger wegen Beleidigung, damit Sie seiner Klage begegnen und die Fälle kompensiert werden. Vielleicht kommen Sie dann mit einem blauen Auge davon.“ „Ich habe bereits mit einem tüchtigen Rechtsanwalt gesprochen, und der hat mir die besten Hoffnungen gemacht.“,.. E.,.4, „Ol“ rief###elix,„ich glaubte, Sie seien gewissermaßen so in die Geschichte hineingeduselt und nun sehe ich, daß Sie System hineinbringen. Auch Ihre Voranzeige war ein ganz guter Schachzug.“ „Verlassen Sie sich darauf,“ entgegnete Hans mit Festigkeit,„daß ich sehr genau weiß, was ich zu tun und zu lassen habe. Ich werde mich nicht mehr drücken und schieben lassen, und wie ich mein Leben oder meine kunft gestalte, das ist meine Sache.“ „Nur klug sein, mein Bester! Das vergessen Sie nicht,“ rief ihm Felix zu, als Hans sich entfernte, um sowohl seinem Vater als seiner Braut ohne viele Umschweife und Beschönigungen die Vorgänge durch einen Brief mitzuteilen.— Weitere Mißhelligkeiten blieben nicht aus. Eine Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft war das nächste. Hans erklärte in einfachen Worten die Ursache seiner Tat und den Hergang und machte offenbar einen sehr gunstigen Eindruck auf den gefürchteten Beamten, welcher schließlich die tröstliche Bemerkung fallen ließ, daß die Angelegenheit nach den bisberigen Ermittelungen mehr den Tatbestand einer Realinjurie, als den einer vorsätzlichen Körververletzung ergebe. Das ernste aber freundliche Wesen des Staatsanwalts tat dem Herzen des Malesikanten wohl und beruhigte ihn wesentlich. In einigermaßen gehobener Stimmung verließ er die Amtsstube, und auf dem Heimwege kam es ihm in den Sinn, daß es Hulda vielleicht beruhigen könne, wenn er ihr über die Ursache des wahnsinnigen Zeitungsangriffes des gezüchteten Brombergers klaren Wein einschenkte. Zwar kamen ihm Bedenken gegen diesen Schritt und er erinnerte sich der Bemerkung, die Felix gemacht hatte, aber nach kurzem Zaudernschlug er den Weg zu der Wohnung des Mädchens ein. Als er die drei Treppen emporgestiegen war und nach Fräulein Stein gefragt hatte, wurde er in das beste Zimmer geführt und gleich darauf erschien auch Hulda in einem einfachen, geschmackvollen Hauskleide. Als Schmuck trug sie nur die Eidechsbrosche, die sie damals bei dem Konzert erhalten hatte. Hulda befand sich in augenscheinlicher Verlegenheit und eine merkwürdige Erregung prägte sich in ihrem Wesen aus. „Ich weiß alles,“ sagte sie mit zitternder Stimme.„Sie haben den Ehrabschneider gezüchtigt und mich mit gerächt. Ich möchte es Ihnen danken und weiß doch nicht, ob es gut ist, was Sie taten. Sagen Sie mir, daß ich nicht die Veranlassung zu dem Auftritt war.“ „So mißbilligen Sie meine Tat?“ fragte er bestürzt. Sie sah ihn voll an.„Nein, gewiß nicht, denn nach meinem Empfinden haben Sie recht gehandelt. Aber ich fürchte die Folgen für Sie. Sagen Sie mir, daß ich schuldlos bin und daß Sie den Elenden nur schlugen, weil er Sie öffentlich beleidigte.“ „Lassen wir diese Frage ganz aus dem Spiel," suchte er auszuweichen.„Ich hatte nur das Gefühl, als wenn ich Sie aufsuchen müßte, um Ihnen mitzuteilen, daß ich die Folgen nicht fürchte und daß ich mit voller Ueberlegung handelte. Eigentlich weiß ich selber nicht, was mich hertrieb. Es ist nur so über mich gekommen. Zürnen Sie mir nicht.“ „Beantworten Sie mir zuvor ehrlich, was ich fragte,“ drängte sie wieder. Da entgegnete er unsicher:„Nun, wenn Sie es denn zu wissen wünschen, ich woll schutzloses Mädchen an dem Beleidiger rächen, das war mein ursprünglichster Gedanke, und ich bin glücklich, daß ich ihm Folge geleistet habe. „Ich hatte es gefürchtet,“ sagte sie und drückte ihr Taschentuch gegen die Augen.„Sie hätten das nicht tun sollen, Herr Kaltenbach. Sie haben andere Pflichten und es macht mich unglücklich, daß ich so störend in Ihr Dasein eingriff. Bei Gott, ich wollte es nicht und ich bin unschuldig daran.“ Er nahm ihr die Hand vom Gesicht und blickte in ihre umflorten Augen.„Ja, Sie sind unschuldig daran,“ sagte er.„Machen Sie sich darum keine Gedanken. Lassen Sie mir das Glück, daß ich Sie gerächt habe.“ „Es stürmt aber auch alles auf mich ein,“ rief sie weinend und ließ sich auf einen Stuhl nieder. Da legte er seine Hand auf ihre Schulter und sprach leise:„Es ist etwas zwischen uns, Hulda, wie ein Schatten. Haben wir uns nicht versprochen, gute Freunde miteinander zu sein.— Die Verhältnisse haben sich geändert. Sie waren damals ein einfaches Mädchen und ahnten es selber nicht, daß es anders werden könnte. Aber Sie führten unbewußt einen Marschallstab bei sich, und so schlicht und einfach Sie waren. Ihr innerstes Wesen drängte zum Licht und strebte unablässig empor. Sie fühlen Ihre werdende Kraft. Nun denken Sie vielleicht lächelnd an das Vergangene zurück und schauen, eine strebende Künstlerin, die jetzt schon Erfolge hatte, mit Gleichmut auf mich hin, der ich so in der Masse dahinkrabbeln muß, wenn ich auch so gerne hinausmöchte, um meine Arme zu gebrauchen. Sie glauben nicht, wie schwer ich das manchmal empfinde!“ „So sollten Sie nicht reden,“ entgegnete sie leise.„Ich denke mir, Sie müßten doch glücklich sein. „Ich bin es nicht, Hulda— wahrhaftig, ich bin es nicht!“ rief er leidenschaftlich.„Man sagt das nur so und glaubt es auch, aber mir ist es wie Tod, mich träge in ein gemachtes Bett zu legen. Und ich versichere Ihnen, es gibt unter diesen Verhältnissen— Sie werden dies freilich auch schwer begreifen nichts, was mich so erfreuen könnte, als der Gedanke an Sie, an Ihr Aufkommen, an Ihr Werden Und nun dieser Schatten zwischen uns! Soll es denn anders sein, wie ehemals, nachdem Sie etwas anderes geworden sind, als Sie waren, und doch Ihren guten Kern behalten haben?“ „Sie sind mir nicht fremd geworden"— sagte sie leise.„Aber die Verhältnisse bedingen es, daß wir Jedes unsere Wege gehen. Es ist besser so, lieber Freund. Es gibt ein Mädchen, das Ihnen näher steht.“ Er lachte trocken auf.„Meine Braut ist also auch hier der Schatten— fast hab' ich mir's gedacht. Nein, Hulda, das soll nicht sein, das sollte unser Freundschaftsverhältnis nicht trüben!“ „Es ist doch besser so.“ (Fortsetzung folgt.) Heitere Ecke Ein Realist. Frau:„Denk Dir nur, Adolf, unser Lieschen hat in der letzten schweren Arbeit im Seminar nur einen einzigen Schnitzer gemacht.“ Mann:„Ach, meinerwegen kann sie soviel Schnitzer machen, als sie will, wenn sie nur ein ordentliches Schnitzel machen könnte. (Lust. Bl.) Wahres Geschichtchen. Ein siebenjähriger Junge kommt mit sehr schlechtem Österzeugnis nach Hause und gibt der scheltenden Mutter die Antwort:„Ach, Mutter, das schadet nichts, die Hauptsache ist doch, wenn man gesund ist.“(Jug.) schaft, bei der er versichert war, zahlte eine Abfindungssumme von 875 Mk. an die Eltern des verletzten Knaben. X Lissa, 25. April. Nach sechstägiger Verhandlung verurteilte das Schwurgericht den 26jährigen Förster Valentin Krupa trotz seines Leugnens zulebenslänglicher Zuchthausstrafe. Krupa wurde für schuldig befunden, am 12. November vorigen Jahres im Walde von Godurowo den Förster Jarkulski beraubt und erschlagen zu haben. Vermischtes D Ein Räubernest in der Nähe von Berlin. Das Dorf Tegel mit seinem alten Schlosse und seinem herrlichen Park, in dem sich die Grabstätten der Gebrüder v. Humboldt befinden, ist ein beliebter Ausflugsort der Berliner. Aber wer von den vielen Ausflüglern, die Tegel und Umgegend besuchen, hätte geahnt, daß die dortige Forst eine Räuberhöhle birgt? Und doch ist dem so. Die Berliner Kriminalpolizei überraschte dieser Tage drei Einbrecher; indessen gelang es ihr, nur zwei zu verhaften, während der dritte entkam. Einer der Verhafteten bequemte sich endlich zu dem Geständnis, daß das Trio in einer Höhle in der Tegeler Forst gehaust und dort auch einen Teil des Raubes untergebracht habe. Beamte fuhren mit ihm hinaus. Er führte sie zu einer dichten Schonung, wo, dem Uneingeweihten vollständig unsichtbar, die mit großer Geschicklichkeit angelegte Höhle versteckt lag. Nachdem man hineingebrochen war, kam man in einen ziemlich großen Raum. der mit Stroh, Blättern, Mos, gestohlenen Teppichen u.s.w. ausgelegt und zum Lagern bequem hergerichtet war. Eine große Eisenplatte diente als Unterlage für eine Feuerstelle. Der Rauchabzug war kaum zu sehen. Und auf einem der Teppiche lag, den Schlaf des„Gerechten“ schlafend, der gesuchte dritte Einbrecher. Im nu war er geknebelt, dann ging es zurück nach Berlin... Gleittreppe für Feuersgefahr in einer 21— Zur Geschichte der„Bowle“. Im holden Lenz, da die Zahl der Maibowlen und Erdbeerbowlen wieder herannaht, dürfte es interessieren, den Ursprung des Wortes„Bowle“ festzustellen. Hans von Zobeltitz, der über diesen Punkt einen befreundeten gelehrten Germanisten zu Rate gezogen hat, teilt nun im Maiheft von„Velhagen u. Klasings Monatsheften“ in einer amusanten Plauderei„Bowlen= Weisheiten“ folgendes darüber mit:„Man darf nicht, wie es heute gewöhnlich geschieht, das Wort einfach für englischen Ursprungs erklären. Wenn wir es vielleicht auch neuerdings aus England entlehnt haben, so ist der Ursprung des Wortes Bowle“ doch zweifellos urdie Briten ihren Claret=Cuv und ihre Porter=Bowle erfanden, trank man sicherlich schon Maiwein am Rhein. Warum sollte es damals nicht auch schon Bowlen gegeben haben? Die Kunst, Mischgetränke zu brauen, ist ja nicht nur cheg bei den Römern zu finden, sondern ist auch ganze deutsche Mittelalter zu verfolgen. Wort Bowle“ stammt denn auch von dem althochdeutschen„bolla“, mittelhochdeutsch„volle“ und bedeutete Knospe und kugelförmiges Gefäß. Daraus entstand dann erst das angelsächsische „bolla" und weiterhin das frühenglische„botol“, mit der besonderen Bedeutung Gefäß. Napf, auch Becher, wobei man aber stets noch an die kugelige. Ddie Knospenform zu denken hat. Interessant ist, daß das urall###t, auch im Hochdeutschurg## noch fortlebt. So nenn#man beit noch in der setterau ein hölzernes hohlrundes Gefäß eine Volle, und Jakob Grimm meint ausdrücklich Jeutscher wäre Punschbolle als Punsch=bowle!“ * amerikanischen Schule Besser vorgesorgt, als nachgeklagt — diesen Grundsatz befolgt man mehr und mehr in vielen öffentlichen Einrichtungen, besonders aber im Hinblick auf die Feuersgefahr. Zwar mußten erst beklagenswerte Ereignisse kommen. große Brände, bei denen Menschenleben zu Grunde gingen, um diese Erkenntnis immer weiter zu verbreiten und tatkräftiges Eingreisen zu veranlassen. So hat im Speziellen der fürchterliche Brand des Ringtheaters in Wien, der hunderte von Opfern forderte, den Anstoß gegeben zu den modernen Feuerschutzvorrichtungen der Theater. Einleuchtend ist, daß auch in Schulen, besonders wenn diese nur einen Ausgang haben, bei einem plötzlichen Brande die Gefahr einer Panik unter den ängstlichen und erschreckten Kindern bestehen. Aus diesem Gedanken herans ist in Louisville(Nordamerika) die Einrichtung, welche unser Bild wiedergibt, entstanden. Ein hoher eiserner Zylinder, in den aus allen Stockwerken Eingänge führen, enthält eine Wendelgleitbahn, auf der bei Feuersgefahr ein Kind nach dem andern hinuntergleiten kann. Die praktische Einrichtung bedeutet eine neue Lösung der Frage: Welche Vorsorge soll man bei Feuersgefahr treffen? und verdient weitgehende Nachahmung. ev. mehrere Termine notwendig sein können. Zu 2. Zur Vornahme eines Sühneversuches vor demSchiedsmann ist nicht erforderlich, da die Alteien nicht in demselben Gemeindebezirk wonen Sie können als naher Verwandter Ihr Zeugnis verweigern, wenn Sie darauf Brsichten und aussagen, kann auch die Beeidiaug der Aussage von Ihnen verlangt werden. Sie M 15. Es komm zunächst darauf an, ob diesemn a ütergemeischaft verheiratet sind. In der Ehefrau far zu d etwaige Vorbehaltsgut diese Schuld. Sie selbst können durch die Hankung Ihrer Frau nicht verpflichtet werven, oa vieses Geschäft nicht zu ihrem häusGiergs. un9skreise gehörte. Falls Sie nicht in gin neinschaft leben, konnte die Frau sich aller### ur sich selbst verpflichten, es haftet dann Toerzuch nur deren Vermögen dafür, niemals das Inlge. S. Briefkasten 1879 Abonnent D. Pfingsten fiel im Jahre auf den 1. und 2. Juni. 1055 L. L. Wenn das Testament vor dem 1. Januar 1000 errichtet ist, kann es von jedem Ehegatten allein widerrufen werden.(Allg. Landr. II, I § 485, Art. 214 Abs. 2 des Einf.Ges. zum B. G.B.) Dadurch werden auch die Verfügungen des anderen Ehegatten in diesem Testamente hinfällig, ausgenommen Vermächtnisse an Personen, die mit dem heirerrzienden Ehegatten weder verwandt noch nah ####ver sind. Der andere Ehegatte kann aber eine letztwilligen Verfügungen auch wider* Widerruf muß aber in jedem Falle in gerichtlich oder notariell beglaubigter Form gegenBari m-Bgden Ehegatten erfolgen(SS 2296, Zurückgenommen werden kann ein gemeinschaftliches Testament nur von beiden Ehegatten gemeinsam. lungsbefebts 500. Ju 1. Die Beifügung des Zahdurch Erlaß ist nur zur Glaubhaftmachung der tluß desselben entstandenen Kosten erforderlich. um besten beauftragen Sie mit Anstellung der Klage einen Rechtsanwalt, da dies billiger ist, als wenn Sie selbst zum Termin hinfahren zumal Handelsnachrichten 2 Vereinigte Königs= und Laurahütte. Wie ein norddeutsches Finanzblatt zu melden weiß, dürfte über kurz oder lang die Frage der Ablösung der Gründerrechte bei der Laurahütte aktuell werden. Davon würden in erster Linie die Nationalbank für Deutschland mit profitieren, da sie Rechtsnachfolger in der Firma Jakob Landau ist, die seiner Zeit zu den ersten Zeichnern der Laurahütte gehörte. O Kleine Finanzchronik. Der Vertrag, durch den das Eigentum am Panamakanal auf die Ver. Staaten übertragen wird, ist nunmehr unterzeichnet und den vertragschließenden Parteien zugestellt worden.— Es verlautet, daß ca. 90 Prozent des auf der Generalversammlung des Phönix vertretenen Aktienkapitals für den Beitritt zum Stahlwerksverband stimmen wird.— Die Dividende des Aktien=Bauvereins„Unter den Linden“ Berlin wird mit 6 Prozent vorgeschlagen gegen 5 Prozent im Vorjahre.— In der Generalversammlung der deutschen Wasserwerke wurde auf eine Anregung, den mit 3½ Prozent verzinslichen Effektenbeitand zum Zwecke der Abtragung der Obligationenschuld zu realisieren, erwidert, daß die Bestände nötig seien, um etwaige Gelegenheit zum Erwerb eines weiteren Wasserwerks zu benützen.— Die Nieder= Dampf=Schleppschiffahrt=Gesellschaft schlägt für 1903 5 Prozent(im Vorjahre 7 ½/8 Prozent) Dividende vor. F####chlntontor und Kleinhandel. #### haben vor kurzem des Näheren erläutert, daß durch die Wirksamkeit des Kohlenkontors die Kohlen früher oder später teurer werden. Weiter teilten wir mit, daß die Detaillisten in Zukunft zum großen Teil einen so geringen Nutzen erzielen werden, daß sie schwerlich mehr werden bestehen können. Interessierte Kreise sind diesen und ähnlichen Ausführungen, die insbesondere auch in der F. Z. gemacht wurden zwar entgegengetreten, aber das letztgenannte Blatt kommt in einem neuen Leitartikel, in welchem sie die Frage nochmals eingehend erörtert, zu dem gleichen Resultat wie früher: Teurere Kohlen und der Ruin der Kleinhändler. Das Blatt schließt: Tatsache ist, und die Kleinhändler wissen es, daß so ca. 90 pCt. der Ihrigen durch das Vorgehen des Kohlenkontors aus dem Geschäfte gedrängt worden sind, eine erschreckend hohe Zahl. [Hannoversche Oelindustrie. Der Aussichtsrat der Celle=Wietze A.=G. für Erdölgewinnung beschloß der am 11. Juni stattfindenden Generalversammlung die Verteilung von 7 pCt. Dividende in Vorschlag zu bringen und möglichst große Rücklagen zu machen. Die Abschreibungen sollen sich auf 88000 Mk. belaufen und der Reservesonds mit 40500 Mk. dotiert werden. Die Situation hat sich demnach hier recht günstig gestaltet.— Die Oelbohrungen in Wietzenbruch sind bis jetzt ohne Erfolg geblieben. Man hatte schon bei 600 Meter Teufe auf Erfolg gerechnet, aber es ist bei 700 Meter noch keiner eingetreten. H Bankentätigkeit. Es wird vielseitig und wohl mit Recht angenommen, daß die Banken trotz des Krieges im ersten Quartal 1901 recht gut gearbeitet haben. Konnte doch z. B. die BergischMärkische Bank in Elberfeld in der jüngst stattgehabten ordentlichen Generalversammlung berichten, daß im ersten Quartal des laufenden Jahres die Ansprüche von Handel und Industrie sehr groß waren; der Verkehr gestaltete sich sehr lebhaft und die Umsätze erhöhten sich um 107 Mill. Mk. auf 1577 Mill. Mk. Es ist wohl anzunehmen, daß eine vermehrte Tätigkeit sich auch bei anderen Banken bemerkbar gemacht hat. „. Akt.=Ges. für Eisenindustrie und Bruckenbau vorm. Johann Kaspar Harkort, Duisburg. Der Reingewinn beträgt 243538 Mk.(252392 Mt.). Zur Verteilung gelangen wie im Vorjahr 6 pCt. auf die Vorrechtsaktien und 7268 Me.(16148 gpeg.“ Vo getragen werden Berliner Börse • Berlin, 26. April. Der de Moment für die Tendenz der war die Nachricht, daß der Phönix heute 5dem Stahlwerkverbande beigetreten ist. Kam Meldung auch nicht gerade überraschend, so wi sie doch am Hüttenaktienmarkte in hohem Graßstimulierend. Das gleiche gilt von dem heuti Reichsbankausweise, der eine Erhöhung der freien Reserve um 90¾ auf 239½ Million“.. — 00. 9— ergibt. Von Montanpapieren waren ganz besalDeutsch=Luxembugger gefragt und Weniger jest war die Stimmung für Harpener. Am Bankenmarkte erhielten sich die rüchte über eine geplante Fusion der Drest Bank mit dem A. Schaaffhausenschen die Anteile beider Institute stiegen weiter um Prozent im Kurse. Nationalbank lagen schws an Bahnen waren Gilhocker 5 Von Bahnen waren Luvecker und Franzosen gebessert, amerikanische Worte nach* p her. besselt, umerilänische Werte Nachgevend auf york. Fremde Renten still, Spanier und Türken gedrückt. Privatdiskont 2¾ Prozent. Produktenbörse Anstelle lebhafteren Frage für he# strigen—hasteren Grage für nahe Roggensichte machte sich heute mehr Angebot vo M cten von Matroggen „des, durch größere Zufuhr von Ware vergnlaßt warte und den Preis um 1 Mi. heraboruare. Auch sonst verkehrte der Markt in cher Tendenz. Amerika meldete nach fesem Beginn eine starte Verflauung und aus verschiedenen Teilen Europas lagen günstige Witterungsnachrichten P#r an Weizen und spätere Roggensichten setzten um „ Mult niedriger ein. Höhere Weizenpressmeldungen aus Pest bewirkten nur eine ganz uswesentliche Erholung. Der Markt blieb im ganzes völlig interesselos und entsprechend still. Die vorliegenS imbesgauf ferier Buchars keine Beachtunt. Der Ronsumbebalf ir außerst gering. Die Vorräte Nordamerikas weisen im Weizen inen unerheblichen Rückgang um 173 000 auf 31/196 000 Bushels auf. Dagegen sind die disponibleh Maismengen- um fast 400 000 Bushels auf 8486 000 gesunken. Am hiesigen Markte war Mais lco fest und knapp; Hafer unerholt, Lieferungen sachgebend. Rüböl war auf billigeres indisches angebot in London matt.n Märkte. In der nächsten Woche finden fol Märkte statt: 2. Mai: Auguntböorf, Kram= und Wigmarkt. 3. 6. 8. Lemgo, Kram= und Viehmarkt. Brakel(Kreis Höxter) Viehmarkt. Bünde, Kram= und Viehmarkt. Minden, Kram= und Viehmarkt. Paderborn, Viehmarkt. Herzebrock, Krammarkt. Rödinghausen, Viehmarkt. Korvey. Viehmarkt. Salzuflen, Kram= und Viehmarkt. Rahden, Viehmarkt. Neuenkirchen(Kr. Wiedenbrück), Kramund Viehmarkt. Vlotho, Kram= und Viehmarkt. Vörden, Kram= und Viehmarkt. Hausberge, Kram= und Viehmarkt. Neuhaus. Kram= und Viehmarkt. Minden, Krammarkt(Messe). Schtuss des ragattioneter FarlFoulard-Seide — Zollfrei!— Muster an Jedermann!— Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich. Sie schwanken? nicht mehr, wofür Sie sich entscheiden, wenn Sie nur einmal zur Wäsche Luhns Waschextrakt gebraucht haben! Ueber Nacht wird die Wäsche darin eingeweicht. und wäscht man am nächsten Morgen so viel in einer Stunde, wie früher in zweien. * Die Wäsche wird frisch u. klar, fast wie neu, leidet nicht und V'U braucht nicht gebleicht zu werden. In allen besseren Geschäften ist Luhns Wasch=Extrakt zu haben; ein Versuch mit Luhnsist bestens empfohlen. Kinder der Finsternis Roman von Anton von Perfall. 96—(Nachdruck verboten Graf Soran hatte sich nicht enthalten können, Andeutungen zu machen, welche die Gegenpartei sichtlich beunruhigten. Der starke Märker wurde von seinen Freunden sichtlich arg in die Enge getrieben, und verteidigte sich mit zornglühendem Kopfe. Niemand erwartete Johannes.— So rief sein Eintritt eine allgemeine Bewegung hervor. Soran war der Ueberraschte. Er kam sofort auf Johannes er ihn ansah.„Ist es überstanden?“ flüsterte er ihm zu.„Weißt Du alles?“ Soran. Johannes lächelte schmerzlich. nieß sich noch nicht irre machen.„Armer Junge! Ich kann mirs wohl denken, wie sie Die mitspielen,— Gemeinheit!— Aber jetzt Kopf oben! Dem Märker schreib' es wenigstens auf seine feste Backe, wer Du bist.— Ich sekundiere!" Die begonnene Mensur wurde fortgesetzt. Jobas c gi eine Partie um, da er sah, hm behinich,. Vegner beretts rüstete. Soran war in seinem Im: Ishannes wolle den Freund nicht in feinem I.stum kassen, und doch fiel ihm gerade ise geflärung am schwersten. solte bie ichte eindung sein. begonm a sase.— in Du. 2ich Uur, Hat dil did mnack, Hochangss glict Soran.„Für mich schon, und wenn Du noch weiß Gott woher stammst.“ Johannes machte diese Großmut das Geständnis noch schwerer, und doch mußte es sein, er mußte es herunter haben von der Brust, ehe er die Waffe in die Hand nahm. „Das stamme ich auch, von weiß Gott woher — armer Leute Kind,— ein richtiger Proletarier.“ „Schwatz doch nicht so— Du.— Laß Die doch keinen Bären aufbinden", erwiderte Soran ärgerlich. „Es gibt keinen Zweifel mehr für mich.“ Soran war sichtlich bemüht, seine Ueberraschung zu verbergen. „So laß doch wenigstens jetzt die dumme Geschichte! Dazu ist jetzt keine Zeit.— Der Märker ist nicht zu verachten——“ „Du sekundierst mir also doch, Soran?“ fragte Johannes.„Ich bin kein Betrüger in Deinen Augen? Es wird Leute geben, die mich dafür halten werden, wenn sie die Wahrheit erfahren werden. „Du, ein Betrüger? Hast Du denn je davon gesprochen? Durch das ganze Leben sekundier ich Dir— gegen den Teufel, wenn es sein muß.“ Soran zog Johannes die seidene Schußbinde um den Hals. „Ich danke Dir, Soran, ich werd's Dir nie Du gibst mir den Mut zurück.“ Johannes oruate die Hand des Freundes. Der Sekundant des Gegners fragte an, ob Herr Ohnesorg bereit sei zur Mensur. „Wir sind fertig!“ erklärte Soran.„Nimm Dich Dr. CStker's Backpurter! bad immer zusammen, Johannes,— der Steger Recht!" flüsterte er diesem zu. Johannes betrat die Mensur. Sein Gegner stand bereits E. erschten noch stämmiger und war sichtlich in der besten Verfassung. Johannes füblte Für Reklamen und Inserate verantwortlich Friedrich Lieder Bielefeld sich bleich werden, und die Zähne schlugen ihm im Frost aufeinander, das war die Furcht, die er bisher nicht gekannt. Johannes hörte nicht mehr, er sah nur den sicheren Sieg und fiel jäh aus.— Der Gegnet Das Kommando ftel. Der Märker legte sich aus, ein siegesbewußtes Lächeln auf seinen Lippen. Bei diesem Anblick fühlte Johannes das fliehende Blut zurückkehren. Zu viel.— Der rote Schleier legte sich vor seine Augen, ein Haß stieg in ihm auf gegen diesen Mann vor ihm. Stürmisch führte er den ersten Hieb. Zu stürmisch. Sein Gegner unterlief die Klinge und schlug ihm flach durch das Gesicht. war weniger der Schmerz, der Johannes aufächzen ließ, als der Grimm.— Jetzt fühlte er die alten Kräfte.— Hieb kreuzte Hieb.— Die urwüchsige Kraft des Märkers stand der Gewandtheit Ohnesorgs gegenüber,— und Soran brachte den Kopf nicht von seiner Seite; er flüsterte ihm seine Ratschläge zu. Doch Johannes hörte nicht mehr darauf.— Er hatte seinen Gegner am rechten Oberarm getroffen,— Blut floß— darüber vergaß er jede Vorsicht.— Eine treffliche Parade, mit nachfolgendem tiefen Hieb, rief allgemeiner Beifall hervor, „Gieb Obacht!“ flüsterte Soran,„jetzt kommt eine Rückenter:" beugte sich zurück, dann fuhr ein leuchtender Blitz vor Johannes Augen vorbei, ein dumpfer Schlag auf die Stirne, ein heißer Strom schoß ihm über das Gesicht.— Die Sekundanten fielen ein, doch Johannes sah nicht mehr, hörte nicht mehr auf das Kommando.— Ein roter Schleier umfloß ihn.— Der Wahnsinn erfaßte ihn, die Wut eines Tieres.— Er durchbrach die Klingen der Sekundanten, stürmte haltlos vor, auf den überraschten Gegner und schon taumelter dieser, von einem völlig unparierten Hieb mitten auf die Stirne getroffen, blutüberströmt zu Boden. Johannes stand vor ihm, aschfahl, starren Blikkes.—— Ringsum das Schweigen des Entsetzens.— Ein Zittern beftel ihn,— er sank selbst in die Knie. (Fortsetzung folgt.) Heitere Ecke Einschränkung. Er hatte endlich Mut gefaßt und hatte bei dem alten Herrn um dessen Tochter angehalten. sagen Sie mir nur,“ sagte dieser,„sind Sie denn überhaupt imstande, eine Familie zu erhalten und zu ernähren?!“ „Nein,“ sagte er,„das nicht. Aber deshalb bitte ich ja auch nicht um die ganze Familie sondern nur um die Tochter.“(Der Dieb.) Rtadtch Mittwoch, den 2 Monna Schauspiel in 3 Maetel Anfang 7 Der Veilch Düten Papier aller Artt W. Cons Posterunrentabet *** 8 Darlehr Lebenst rückzahl erlin *Beran, Zu verk Schwarzer, la Jagdt entlaufen. Wied lohnung. E. K Herforl Badew große, gußeise fast neue, bill kaufen. Wo? sagt die Westfäl. Zeitur Miet-Ges Besseres Gesc „lein sucht Wohn mit Familienan Offerten unter die Exped. der Zeitung. ####erre oder 1. E Straße geleg Bahnhof=, Niedern oder Neumarkt so Offerten unter Expedition der We Jedes in der Worte mit mi werden Kauffür schlanke P gesucht. Offer an die Exped. Garderoben kauft W. 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Trauerhause, Schildesche, Herforderstraße 47, aus statt. Vorfeier 2½ Uhr. Trauerbriefe bei J. D. Küster Nachf. Montag nachmittag 4½ Uhr verschied nach langem, schweren, mit grosser Geduld ertragenem Leiden, mein lieber Mann, unser guter Vater wermamn Vergsiren im Alter von 27 Jahren. Bielefeld, den 25. April 1904. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag um 5 Uhr von der apostol. Kirche, Gr. Kurfürstenstr. 91, statt. Vorfeler um 4 Uhr daselbst. 48633 1 großen 40 evtl. mit Kraftabgabe hat zi vermieten 68426,104 Paul Irmer, Oeynhausen. Zwei freundliche Bimmet in besserem, ruhigem Hause an eine Dame zu vermieten. Gr. Kurfürstenstr. 6, II Tr. 105 für meine Nähstube per sofort gegen hohen Lohn gesucht. C. U. Meyer, 8647] Obernstr. 4. * welche das Nähen von Hosen und Joppen erlernen wollen, unter günstigen Bedingungen für unsere Näherei im Hause gesucht. 18344 Gebr. Bornheim, Lützowstraße 2. 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Ztg. Veranntmachung. Laut unserer Bekanntmachung vom 6. August 1903 ist das Ortsstatut betreffend die Uebernahme der Straßenreinigung vom 12. Januar 1903 durch die städtische Verwaltung vom 11. Februar Schuppenflechte(Psoriasis), Bartflechte Ausschläge(skrofulöse und syphilitische), Salzfluß, Mitesser, Gesichtsausschlage, unreiner Teint, Hautkrankheiten, heilt gründlich. Auskunft erteilt gern Dr. med. Hartmann, Ulm(Donau). Besitzer der Naturheilanstalt. u- Lungenkranke werden um Aufgabe ihrer Adresse gebeten. E. Friedel, Schöneberg=Berlin 65, Sedan= straße 55.(8203,118 Wer sich hohen Nebenverdienst sichern will, wende sich unter v. L. 8359 an die Exped. der Westfäl. Zeitung. I NUR 8½ MARK! frank. jed.Bahnstation kosten 50 Mtr. 1 Mtr. breites-bestes, versinkt Drahtgeflecht z. Anfertigung von Gartenzäunen, Hühnerhofen. Man Ferrkkur 8. Juni 1903 durch Beschluß des Bezirksausschusses in Minden 10. Juni vom 16. Juli 1903 geneumigt, Die von beitragspflichtigen Grundbesitzern gegen diesen Beschluß erhobenen Beschwerden sind durch Beschluß des Provinzialrats der Provinz Westfalen vom 26. März d. J. Nr. 28 P. R. zurückgewiesen worden. Dieser Beschluß ist endgültig. 18811 Bielefeld, den 25. April 1904. Der Magistrat. Toerner. Ein im Mittelpunkte einer Kreisstadt gelegenes Gebenuftsnaus Haus, Geschäftsein.. u. Warenlager zu verraufen. Spez.: Anf. von Herren= u. DamenWäsche nach Maß. Gute u. sichere Existenz. Restz, die im Bes. von 20—25000 Mi. sind, erh.näh. Ausk.unter Offerte 8476 d. d. Exp. d. Westfäl. Zeitung. als Stütze. Bitte Offerten mit Zeugnissen und Gehaltsansprüchen zu senden unter C. R. 8475 an die Expedition der Westfäl. Zeitung. l.98 Zum 1. Juli wird ein anstandiges jung. Mädchen als Stülze im Laden u. Haushalt gesucht. Offerten unter L. W. 8358 an die Expedition der Westfäl Zeitung erbeten. Tüchtige Zu vermieten. gesucht. *8632,100 Fritz Eilers jun. 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Die Hebeliste über die von den beitragspflichtigen Grundbesitzern für das Rechnungsjahr 1904 zu entrichtenden Straßenreinigungsabgabe liegt vom 29. April bis 13. Mai ds. Is. im städtischen Steueramt— Detmolderstraße 1, Zimmer 4— zur Einsicht der Beteiligten offen. Einsprüche gegen die Abgabe sind binnen einer mit dem ersten Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist beginnenden Frist von 4 Wochen bei uns anzubringen. 18612 Bielefeld, den 25. April 1904. Der Magistrat. Toerner. Die von uns heute ersteigerte Arndmeiersche Bielefeld, Altenschildescherweg, soll unter günstigen Bedingungen sofort wieder verkauft werden. Nähere Auskunft erteilt A. Tilly, Bielefeld, Coblenzerstraße 3. Gebr. Uekermann, Brauerei zum Felsenkeller, Herford. ca. 14 Jahre, für ganze Tage gesucht.(8620 Aschofsche Apotheke, M. Walther, Niedernstr. 3. "" zu vermieten, 7 große Zimmer mit Zubehör in herrschaftl. Ausstattung mit Koch= und Leuchtgas, sowie Balkon und großem Garten. Mietspreis Mk. 600.—. Ferner— 7553,100 II. 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Regierungsrat. mit Stall und Garten, wo seit 2 Jahren eine Gemüse= und olonialwarenhandlung mit bestem Erfolg geführt worden ist, sehr gut verzinslich soll wegen geschäftlicher Interessen unter sehr günstigen Idingungen verkauft werden. Anzl. 3000 Mk. in Bedingungen verkauft werden. Wonnhaus. Nähe Dürkopp'schen Gießerei, Jöllenbeckerstraße, mit Stall und Garten gut verzinslich, besonderer Umständehalber per bald verkäuflich. Anzl. 1500—2000 Mark. cCb.,110 Genauere Auskünfte im Bielefelder Vermittlungs=Bureau Ernst Theen, Friedrichstr. 27, II. Etg. Bekanntmachung. Zum 1. Juli, evtl. früher, suche ich für mein Wäsche= und Ausstattungsgeschäft eine Schrachthbf. Am Donnerstag, d. April 1904, morg. 8 Uhr Verkauf minderwertigen Schweinefleisches. 18628 Kurs Bucher für das Sommer„Raldjant 1904 giltig vom 1. Mai 1904 vorrätig bei Niedernstr. 27. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Gemeinde Gadderbaum wird in folgenden Terminen in dem ueuen Schulhause hierselbst abgehalten werden. A. Erstimpfung: (Impfung der im Jahre 1903 geborenen Kinder.) Impfung Dienstag, den 10. Mai 1904, nachmittags 4½ Uhr. Nachschau Dienstag, den 17. Mai 1904, nachmittags 4½ Uhr. B. Wiederimpfung: (Impfung der Schüler, welche im laufenden Jahre 12 Jahre alt werden, also im Jahre 1892 geboren sind.) Impfung Dienstag, den 3. Mai 1904, nachmittags 4½ Uhr. Nachschau Dienstag, den 10. Mai 1904, nachmittags 4 Uhr In den vorbezeichneten Terminen sind zur Impfung und Nachschau zu gestellen sämtliche im Jahre 1903 geborenen Kinder(Erstimpflinge, sowie diejenigen Schüler, welche im laufenden Jahre das 12. Lebensjahr zurücklegen, also im Jahre 1892 geboren sind), außerdem diejenigen alteren Kinder und Schüler, bezüglich deren der Nachweis der mit Erfolg geschehenen Impfung oder Wiederimpfung noch nicht erbracht ist sofern nicht eine dreimalige erfolglose Impfung bezw. Wiederimpfung nachgewiesen wird. Eltern, Pflegeeltern und Vormünder, deren Kinder und Pflegebefohlenen ohne gesetzlichen Grund und trotz erfogter amtlicher Aufforderung der Impfung oder der ihr folgenden Nachschau entzogen sind. werden nach§ 14 des Reichs=Impfgesetzes vom 8. April 1874 mit Geldstrafe bis zu 50 Mk. oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft. Aus einem Hause, in welchem ansteckende Krankheiten, wie Scharlach, Masern, Diphtherie, Croup, Keuchhusten, Flecktyphus, rosenartige Entzündungen oder die natürlichen Pocken herrscheu, dürfen die Impflinge zum allgemeinen Termine c: Wie Eitern des Impflings oder deren Vertreter haben dem Impfarzte vor der Ausführung der Impfung über frühere oder noch bestehende Krankheiten des Kindes Mitteilung zu machen. Gemshfteumming mmit veinsemase Die Kinder mussen zum Impftermine mir reingewaschenem Körper und mit reinen Kleidern gebracht werden. Gadderbaum, den 25. April 1904. 1 Der Ehrenamtmann. Deckert. 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