Murae Paris kuss Potersburg„ Wien Banknoten Belgische Noten Englische Banknoten Fransöslsche„ Holländische Noten Oesterr. Banknoten 81.95 81.25 20.44 81.35 169.30 85.30 4 * ee 4 2% behauptet. Heutiger Unssaet: Santos good average 36. ihig. ter fie greifbaren Rohsucker ie Preise verstehen sich für 50 88pros. ohne Jsok 8,10—8,22½ Sack 6,50—6,70 Mk. Tendenz: Notierdag. April 16.90 B, volle . Upland middl, loko 76¼ Pig. 000 Ballen, davon für SpetuTendens: Amerikaner willig ruhig und 1/ niedriger, Brasitanische good ordinary LieferAR S1 s ruhig. 18: /4 Pig. Steam 34 Plg wih, Pachlng& Cobig. Loko, Tube und Firkin: Schwimmend April-Lieferung Heimer—.— Speok sbetig, bladung— Pig. lle sinn 76¾ 8 à 58⅞ Pf. St.— Ziaa 138 t.— Zink 22% Pf. St. u. Mized numores worrsale, e 14.1 49.50. ruhig, toko 47,00 R.— leum träge, lcko 6,95 B. ide al 171½—171½ Roggen Mai 149, mittel 115—133, gemized 116—116½. Welsenhl 0 and 1 16,30 bis 17.70. n stetig, per Juli 81%.— tus Apell 25½ B., 25 G. richte pr. April—.—. Mais pr. April nals pr. Aprll—.—. Speck mn pr. Mai 71. Leinsaat D. R.-Patent # Nr 1: lEr PWIark Runrfw I. RTPZTE Mädchen llter von 15—17 Jahren, liebsten vom Lande, per t oder 1. Mai cr. für en Haushalt gesucht. Frau F. Grote, Heeperstr. 34, 1. Et. 17291.90 fort oder zum 1. Mai ernes(739091 hausmädchen Aushülfe gesucht. Dorotheenstraße 4. sofort oder Mai wird ein ches 17370,90 iges Mädchen Erlernung der feineren zurationsküche ohne gegene Vergütung nach Münster st. Off. unter 7370 a. d. der Westfäl. Zeitung. iden- 8 ätterinnen ten Löhnen und dauBeschäftigung gesucht. ifer& Vogel, aiserstr. 57. zum 1. Juli ein 7147,91 vermädchen 1 Rechtsanwalt FasHammerschmidtstr. 11. dernstr. 41 sein großes Lager in köchern. ometheus K Wh KS WA E W M 91 Bielefeld, Dienstag, den 19. April 1904 * 94. Jahrg. Die„Westfälische Zeitung" erscheint täglich außer Sonntags und Feiertags und ist das Haupt=Insertionsblatt für Bielefeld und Umgegend, zugleich Anzeiger für die amtlichen Bekanntmachungen der Stadt und des Landkreises Bielefeld. Preis des Blattes: in Bielefeld u. bei den sämtl. Agenturen monatlich frei ins Haus gebracht 50 Pf. vierteljährl. 1.50 Mark bei Postbezug monatlich 50 Pfg. exkl. Bestellgeld. Im Post=Zeitungs=Katalog unter„Westfälische Zeitung". Cetereiter S TOIAT Redaktion u. Expedition Niedernstr. 27. Fernspr. Nr. 61. Berliner Bureau: Berlin W. 30, Luitpoldstraße 6. Preis der Inserate: Für die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 20 Pfg., für Inserenten in den Kreisen Bielefeld, Halle, Herford, Wiedenbrück 15 Pfg., die breite Reklamezeile 60 PfgKleine Anzeigen das Wort 2 Pfg., Ueberschrift 10 Pfg. Schluß der Inseraten=Annahme für die am andern Tage Mittags erscheinende Nummer abends 7½ Uhr. Verantwortlicher Redakteur: Nis Peter Nissen. Druck und Verlag von I. D. Küster Nachf., beide in Bielefeld Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten vom ostasiatischen Kriegsschauplatze Die Lage auf dem Kriegsschauplatze hat sich neuerdings nicht verändert. Londoner Blätter berichten aus Nagasaki, der japanische Admiral Kaminura, der ein starkes Geschwader befehligt, bewacht seit seinem Angriff auf Wladiwostok diese russische Hafenfestung scharf und hofft, demnächst einen erfolgreichen Schlag gegen die im Hafen vereinigten russischen Kriegsschiffe ausführen zu können. Daß die Japaner nach ihren Erfolgen oder richtiger nach den russischen Schicksalsschlägen vor Port Arthur dem Geschwader vor Wladiwostok vermehrte Aufmerksamkeit zuwenden, ist selbstverständlich. Einen wirklichen Angriff werden die Japaner jedoch dort wie hier unterlassen. Um seine beiden Kriegshäfen in Ostasien ist Rußland auch vollständig außer Sorge. Vertreter der Regierung haben wiederholt erklärt, Port Arthur sowohl wie Wladiwostok seien viel zu stark, als daß sie von den Japanern von der Seeseite aus genommen werden könnten. In dieser Versicherung ist freilich das ständnis enthalten, daß der Fall Port Arthurs in den Bereich der Möglichkeit rückt, wenn den Japauern ein Landungsversuch glückt, der sie in den Stand setzt, die Hafenfestung vom Lande aus anzugreifen, während die Kriegsflotte sie von der Seeseite aus unter Feuer nimmt. Die Katastrophe vor Port Arthur ist von verschiedenen Seiten auf die Anwendung von Unterseebooten seitens des Admirals Togo zurückgeführt worden. Als zu Beginn des Krieges authentische Mitteilungen über das Stärkeverhältnis der beiden kriegführenden Mächte veröffentlicht wurden, wurde besonders hervorgehoben, daß weder Rußland noch Japan Unterseeboote in den ostasiatischen Gewässern besitze. Jetzt aber mehren sich die Nachrichten, daß Japan wohl über Unterseeboote verfüge. Diese Nachrichten stammen beachtenswerter Weise aus Petersburg und enthalten die Andeutung, daß Japan die genannten Boote von den Vereinigten Staaten angekauft habe, und zwar nicht vor Beginn, sondern erst während des Verkaufes des Krieges. Diese Angelegenheit wird noch Anlaß zu weiteren Nachprüfungen geben. Die Unionsregierung würde sich mit dem Verkauf von Unterseebooten an eine der beiden kriegführenden Mächte jedenfalls einer Verletzung ihrer Neutralitätserklärung schuldig machen. Der Korrespondent des„Petit Parisien“ berichtet über eine Unterredung, die Kuropatkin mit dem Kriegsminister Sakharoff hatte. Kuropatkin erklärte, 300 000 Mann Truppen seien genügend, um endgiltig die Kriegsoperationen vorzunehmen. Es sei nur dafür zu sorgen, daß diese 300000 Mann nicht im Rücken angegriffen würden. Infolgedessen müßten für die Sicherung der Eisenbahn und der Verbindungslinien weitere 200000 Mann aufgeboten werden. Der Gewährsmann fügt noch hinzu, der Zar habe außer Alexejew noch drei weiteren Heerführern erlaubt, in direkten Korrespondenzverkehr mit ihm zu treten, nämlich Kuropatkin, dem Admiral Makarow und Smyrnoff, dem Befehlshaber von Port Arthur. Die Antworten des Zaren an diese drei Heerführer sollen jedoch durch die Hände des Admirals Alexejew gehen. Der gleiche Korrespondent dementiert das Gerücht, daß Graf Lambsdorf zu demissionieren beabsichtige. Kobe(Japan) fanden öffentliche Beileidskundgebungen für Admir al Makarow statt; eine weiße Laternenprozession wurde für die Seelen der gefallenen Russen veranstaltet. Auf den Bannern stand die Inschrift:„Wir trauern unauslöschlich um den tapferen russischen Admiral Makarow.“ Die Musikkapellen spielten Trauermärsche, Offiziere und Zivilisten hielten Ansprachen. Ein Pariser Blatt verbreitet die wenig wahrscheinliche Meldung, der Zar habe sein Privatvermögen in einer ausländischen Bank gekündigt und beabsichtige, alle von der Kriegskasse geforderten Summen unverzinslich zur Verfügung zu stellen. Die russischen Marinebehörden bieten alles auf, um die baltische Flotte so bald als möglich absenden zu können. In Regierungskreisen wird erklärt, daß das Geschwader Ende Mai aus Kronstadt auslaufen werde. Wir schließen mit folgenden Telegrammen: 0 Petersburg, 18. April. General Kuropatkin hat ein Telegramm an den Zaren gerichtet mit Aufklärungen über die Stellungen der Japaner am Yaluflusse. Ein weiterer Vormarsch der Truppen ist wegen des anhaltenden Unwetters unmöglich gemacht. Petersburg, 18. April. Der russische Generalstab erhielt die Meldung, daß am Yaluflusse alles ruhig sei: die Lage sei unverändert. Preußischer Landtag Abgeordnetenhaus 55. Sitzung vom 18. April. 11 Uhr. Am Ministertische: Frhr. von Rheinbaben. Der Etat des Seehandlungsinstituts wird debattelos erledigt. Beim Etat der Lotterieverwaltung führt Abg. Pleß(Ztr.) aus, daß das Lotteriespiel demoralisierend auf das Volk einwirke. Der Etat wird bewilligt. Es folgt der Etat der direkten Steuern. Finanzminister v. Rheinbaben erklärt, die Frage der Reform der Veranlagung zur Einkommensteuer sei in der Kommission eingehend verhandelt worden. Der Grundgedanke des Gesetzes von 1891. die stärkeren Schultern höher heranzuziehen, habe sich durchaus bewährt; an ihm solle nicht gerüttelt werden. In materieller Beziehung wäre er bereit, einigen Wünschen entgegenzukommen. So sei die Grenze für die Herabsetzung der Steuer bei Vorhandensein mehrerer Kinder zu eng. Den mittleren Schichten würde ein wesentlicher Dienst geleistet, wenn die Grenze für diesen Abzug von 3000 Mk. auf 6000 Mk. erhöht würde. Erwägenswert sei ferner die Abzugsfähigkeit der Amortisationsbeträge an die Landschaften. Eine vollständige Reform der Einkommensteuer müsse er indessen ablehnen. Abg. Fürbringer(natl.) wünscht Abzugsfähigkeit der Grund= und Gebäudesteuer und der Abnutzung des lebenden Inventars in der Landwirtschaft. Abg. v. Staudy(kons.) hofft, daß nach Inkrafttreten des neuen Zolltarifs die Finanzen des Reiches sich so bessern werden, daß eine Herabsetzung der Matrikularbeiträge möglich wäre. Frh. v. Zedlitz(frk.) hält die Heraufsetzung der Grenze, bis zu der für jedes Kind 50 Mk. abgezogen werden können, von 3000 auf 6000 Mk. für dringend geboten. Redner tritt des weiteren für eine anderweitige Progression der Einkommensteuer ein in der Weise, daß die höheren Einkommen bis zu 5 und 6 pCt. besteuert und die geringeren Einkommen entlastet werden. Aba. Brömel(frs. Vag.) tritt gleichfalls für die Revision der Einkommensteuer ein. Die nötigen Mittel für den Ausfall würden sich schon finden, wenn man die stärkeren Schultern stärker belasten würde. Das einzige Mittel. um auf die Dauer gesunde finanzielle Verhältnisse herbeizuführen, wäre die Quotisierung der Einkommensteuer nach dem Bedarf. Abg. Dr. Wiemer(frs. Vpt.) stimmt den formalen Verbesserungsvorschlägen des Finanzministers zu. Die schärfere Heranziehung der ganz großen Vermögen habe doch ihre Bedenken; es liege die Gefahr der Abwanderung der reichsten Leute infolge zu hoher Besteuerung vor. Die Quotisierung sei eine seit Jahren auch von seinen Freunden erhobene Forderung. Abg. Schmedding(Ctr.) tritt für höhere Besteuerung der ganz großen Einkommen ein. Nach längeren Ausführungen des Abg. von Savigny schließt die Besprechung. Der Etat wird bewilligt. Es folgt der Etat der indirekten Steuern. Abg. v. Böhlendorff=Kölpin(kons.) tritt für eine Erhöhung des Tabakzolles mit Rücksicht auf die bedrängte Lage des einheimischen Tabakzolles ein. Abg. Dr. Fervers(Ctr.) regt die Schaffung einer Auskunftsstelle für Zollfragen an. Redner tritt ferner für Gehaltsaufbesserungen bei den unteren und mittleren Zollbeamten ein. Auch eine Vermehrung der Stellen sei sehr wünschenswert. Der Etat wird hierauf bewilligt. Es folgt der Etat der Preußischen Central= Genossenschaftskasse. Abg. v. Savigny(Ztr.) führt aus, schon in der Budgetkommission sei das Verhältnis der Zentral=Genossenschaftskasse zu der in Konkurs geratenen Genossenschaftskasse des Bundes der Landwirte in Westfalen, der sogenannten Dortmunder Kasse, besprochen worden.— Es seien da schwere Angriffe von seiten der westsälischen Landwirte gegen die Zentralgenossenschaftskasse gerichtet worden, die leider nicht zurückgewiesen worden seien. Er, Redner, halte die Angriffe für unbegründet, wünsche aber, daß sie sobald als möglich widerlegt werden. Der Präsident der Zentralgenossenschaftskasse Dr. Heilgenstadt erklärt die Angriffe so unerhörter und zugleich aber absurder Natur, daß sie sich von selbst richten. Die Kasse hätte keine Widerlegung für angezeigt erachtet, um dem ordentlichen Gerichtsverfahren nicht vorzugreisen. Die Preußenkasse sei nur aus sozialen und humanen Gründen eingeschritten. Redner macht detaillierte Angaben über den Dortmunder Fall. Nachdem noch Abg. Blell(frs. Vpt.) unter Hinweis auf das Vorgehen des Hamburger Senats dafür eingetreten ist, daß keine Versuche mehr unternommen würden, den privaten Sparkassen den Sparkassen=Charakter zu nehmen, vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung: Dienstag, 11 Uhr.(Arbeiterwohnungsgesetz. Kleinere Etats. Fortsetzung der heutigen Beratung.) Schluß 4½ Uhr. Politischer Tagesbericht Die Anleihe=Zinsen steigen wieder Staatsregierungen und städtische Behörden haben sich wohl oder übel darin finden müssen, für die von ihnen benötigten Anleihen höhere Zinsen zuzugestehen, da die Ansprüche an den Geldmarkt zu groß geworden sind. 3½ Prozent Zinsen finden sich schon wieder bei neuen Anleihen deutscher Bundesstaaten, vier Prozent Zinsen bei Eisenbahnanleihen, auch größere Städte entschließen sich schon wieder, für neuen Geldbedarf vier Prozent zu zahlen. Es kann das, wie gesagt, kein Wunder nehmen, da zuviel Geld heute auf Kredit entnommen wird. Wieviel gebraucht wird, das zeigen u. a. deutlich die neuen preußischen Vorlagen über Kanal= usw. und Eisenbahnbauten, die in dieser Woche bekannt geworden sind und fast 600 Millionen Mark beanspruchen. Die neue große Anleihe der Stadt Berlin umfaßt über 228 Millionen Mark und auch das deutsche Reich kommt mit erheblichen Bedürfnissen. Das zwanzigjährige Bestehen des deutschen Werkmeister=Verbandes Der deutsche Werkmeisterverband, eine auf dem Boden des modernen Staates stehende Arbeiterorganisation, für die die Selbsthilfe der grundlegende Gedanke gewesen ist, blickt jetzt auf ein zwanzigjähriges Bestehen zurück. Ostern 1884 wurde in Düsseldorf der Verband gegründet. Damals vertraten die Delegierten noch nicht 500 Wertmeister, während heute dem Verbande 42000 Werkmeister angehören. Mit gerechtem Stolze, so schreibt die Köln. Zeitung, können die Männer, die damals in Düsseldorf zusammentraten, auf ihre Schöpfung zurückblicken, hat doch der Verband in den verflossenen zwanzig Jahren fast 8 Mill. Mark an Sterbegeldern, Witwen= und WaisenUnterstützungen an Mitglieder bezahlt. Trotz dieser gewaltigen Ausgaben wurde ein Vermögen von über 5 Millionen Mark gesammelt. Freilich für sozialdemokratische Agitation und für die Wahlen sogenannter zielbewußter Männer fielen den Verbandsmitgliedern keine AusFeuilleton Tolstoi über den Krieg Ein Berichterstatter des„Figaro" hat den greisen Dichter in seinem Heim Jasnaja Poljana besucht, um ihn nach seinen Anschauungen über den russisch=japanischen Krieg zu befragen. Die Aeußerungen Tolstois, von denen einige hier wiedergegeben werden, tragen ganz das charakteristische Gepräge seiner Persönlichkeit. In dem großen, weißen Eßzimmer im ersten Stockwerk, so erzählt der Berichterstatter, saßen wir alle beide zusammen. Tolstoi hatte mir nach den vierzehn Werst, die ich in einem langsamen Schlitten durch Schnee gefahren war, eine Tasse Kaffe zur Erwärmung angeboten. Er kam gleich auf den Krieg zu sprechen. „Wissen Sie etwas Neues?“ fragte er. Dann schütfelte er den Kopf und fügte hinzu:„Wie sollte man sich nicht etwa für einen solchen Konflikt interessieren? Diese Schlachten zwischen den Menschen sind etwas sehr Trauriges.“ Ich blickte auf und sah an der Wand eine Karte von Korea und der Mandschurei mit Stecknadeln befestigt. Ich sagte:„Dieser Krieg ist noch etwas anderes, als der Konflikt zweier Völker. Er stellt zwei Rassen gegenüber. Welche Folgen wird der Sieg der einen oder der anderen haben?"„Was tut dies. Ich unterscheide nicht zwischen den Rassen. Ich denke in erster Linie an den„Menschen"; und welchen Gewinn wird der Mensch von diesem Kriege haben?... Das Unglück ist, daß er zeigt, bis zu welchem Grade die Menschen den Begriff der Pflicht gegen Gott oder gegen das All vergessen... Sie lesen nicht mehr das Evangelium; sie bleiben hartnäckig im Zustand der Barbarei. Und dann sehen wir, wie sie sich entschlossen in schreckliche Kriege stürzen, ohne sich zu sagen, daß es die erste Pflicht denkender Wesen ist, den Krieg abzuschaffen!"... Der Berichterstatter des„Figaro“ kam dann auf die Japaner zu sprechen, die er vom Standpunkt des Franzosen aus natürlich im schwärzesten Lichte malte, und befragte Tolstoi um seine Ansicht über die Folgen eines eventuellen Sieges der Japaner und eines Uebergewichtes der Japaner im Osten. raufhin erwiderte Tolstoi:„Sind die Japaner wirklich so, wie Sie sie schildern? Ich möchte den Beweis dafür haben. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Japan Europa nur in seinen Fehlern nachgeahmt hat. Aber es ist, was es ist, mit seinen Vorzügen und Fehlern. Es entwickelt sich wie alle Völker. Es geht aus der Barbarei hervor und fängt an, sich von der Knechtschaft zu emanzipieren. Ich sehe es etwa in der Lage, in der sich Rußland unter Katharina 2. befand. Es verfolgte seine Entwickelung, wie wir unsere verfolgten; und sicher wird seine Zeit kommen, es wird sich nach dem allgemeinen Gesetz entwickeln und vervollkommnen.... Wo die Fortschritte der gelben Rasse sind? Wir wissen wenig von der gelben Welt überhaupt. Wer von uns hat sie studiert, ist in sie eingedrungen? Ich sehe, daß die Chinesen, die Hindus, keine kriegerischen Völker sind, daß sie den Krieg und die Kriegführenden verachten; das macht sie uns überlegen. Nach den Erzählungen von Reisenden sehe ich, daß sie tüchtig in Geschäften sind, daß sie ihr Wort halten, daß sie nicht lügen. Auch das ist in Europa nichts Alltägliches.„Aber ihre verschmitzte, hinterlistige, perfide Diplomatie?"„Darin haben Sie recht. Und dann gebrauchen sie auch die Folter. Wie soll man das erklären? Aber ihre Philosophen haben wunderbare Gedanken, denken Sie an Konfuzius, an Buddha. Und wenn sie grausam sind, sind wir es nicht auch? Hat man all die Scheußlichkeiten schon zusammengestellt, die in der Vergangenheit auf das Konto der angeblich zivilisierten Welt zu setzen sind? Wo sind die Taten, die Ergebnisse der Zivilisation in Europa? Schreitet die Welt vor oder geht sie zurück? Gibt es nicht Stunden, in denen man sich diese Frage stellen kann? Kann man, wenn England nach Transvaal geht. nicht von einem Rückschritt sprechen? Wo finden Sie in den Werken der kolonisierenden Völker einen Gedanken wirklicher Zivilisation? Wie soll ich also„a priori“ entscheiden, ob der Triumph dieser oder jener Rasse mehr für das Wohl der Menschheit bedeutet?...“ Tolstoi spricht mit großer Einfachheit, und in alles, was er sagt, legt er eine schöne heitere Gelassenheit. Auf die Frage, wie Tolstoi als Russe über den Krieg dächte, in dem doch Rußlands Schicksal ganz besonders in Frage käme, antwortete Tolstoi lächelnd:„Um aufrichtig zu sein, im Innersten bin ich noch nicht völlig vom Begriff des Patriotismus frei,— aus Atarismus, durch die Erziehung. Ich muß erst meine Vernunft zu Hilse rufen, mich an meine wichtigste Pflicht erinnern, und dann sage ich mir, ohne irgend eine Einschränkung in meinem Gewissen, daß es keinen Grund auf der ganzen Welt geben kann, der dem der Menschlichkeit überlegen sein könnte. Der Mord, unter welchem Vorwande er auch geschieht, ist verabscheuenswert. Der Krieg ist eine schreckliche Geißel." Tolstoi wurde hierbei zum ersten Male hitzig, seine Worte überstürzten sich, seine Stimme zitterte, seine Züge veränderten sich. Der Krieg beschäftigt Tolstoi beständig. Seine Gattin, die treue Gefährtin seines langen Lebens, sagte darüber:„Er hängt an diesen Kriegsnachrichten, und neulich ist er fast 30 Kilometer im Schnee nach Tula geritten, um ein Kriegstelegramm zu haben.“ 5O Sonnenschirm-Etikette in West=Afrika Die Sonnenschirme spielen in der Etikette und in der Politik von Westafrika eine große Rolle. Dort hat ein großer Herrscher als Titel zum Beispiel oft Bezeichnungen wie„Herr der sechsundstebzig Sonnenschirme". In Jebu Ode herrschen gegenwärtig Unruhen, und Sir William Mac Gregor, der Gouverneur von Lagos, der jetzt in London ist, berichtet, daß es sich wahrscheinlich um die Wiederaufnahme eines Sonnenschirm=Streites handele, den er vor einigen Monaten zu schlichten berufen wurde. Ein untergeordneter Häuptlina hat nämlich unbescheidenerweise einen großen und kostbaren Sonnenschirm getragen, den er nach der dortigen Hofetikette zu tragen nicht berechtigt war. Der oberste Häuptling aber fühlt sich durch diese Mißachtung der Hofetikette verletzt, daher der Konflikt! Dieselbe schwierige Etikettenfrage ist bereits bei mehreren früheren Gelegenheiten aufgeworfen worden. Bis jetzt hatte keiner bis auf einen Oberhäuptling das Recht, einen Sonnenschirm zu tragen, und als einer seiner Untergebenen vor einiger Zeit mit einem Schirm von ziemlich schreiender, auffallender Farbe erschien, wurde er sofort von der örtlichen Behörde bestraft. In dem jetzigen Konflikt hat sich der Ajuwale, dei regierende Häuptling, wie es scheint, an den Vizegonverneur gewandt; und die Regierung wird nun die Aufgabe haben, den Frieden zwischen den Häuptlingen wieder herzustellen. Die Herstellung dieser Sonnenschirme ist sehr kostspielig. Sie sind von ungeheuerer Größe; manche von ihnen haben, wenn sie geöffnet sind, 10 Fuß im Durchmesser. Ein„Staatssonnenschirm“, den eine Londoner Firma vor einigen Wochen absandte, hatte als Spitze einen silbernen Adler, der auf zwei silbernen Kanonen saß. Das Ganze war sehr schön ausgearbeitet und war, als es vollständig war, neun Zoll hoch. Eine zweite symbolische Verzierung war eine Henne aus 18karätigem Golde, umgeben von goldenen Küchlein; gemeint war damit der Häuptling und sein Stamm. Die Bezüge der Sonnenschirme sind von roter, weißer, gelber und blauer Seide mit tiefgefärbten Franzen. Die größten Sonnenschirme werden von Trägern über den Kopf der Häuptlinge gehalten. Ein verhältnismäßig kleiner Sonnenschirm, der von einem Knopf aus getriebenem Silber überragt wird, statt eines kunstvolleren Entwurfes, kostet mindestens 200 Mark. Diese sind für die untergeordneten Häuptlinge bestimmt. Aber ein wirklich schöner„Staatsschirm", kostet ungefähr 1500 Mark. AET „l gaben zur Last. Der Verband ließ sich trotz aller Anfeindungen und Lockungen von seinem ursprünglichen Standpunkte nicht ablenken und hatte nur das Wohl seiner Mitglieder im Auge. Die sozialdemokratische Lehre, daß die Selbsthilfe nutzlos sei, wird durch das segensreiche Wirken des Verbandes auf's Schlagendste widerlegt. Deutsches Reich = Berlin, 19. April. Der Kaiser. der am Montag Militär= und Marinevorträge hörte. trifft am 22. d. M. in Manfredonia ein und besucht den Monte Gargeno mit dem Heiligtum und dem Anjouschloß. Der Erbgroßherzog von Baden als Parlamentarier Es ist wohl in Baden seit Einführung der Verfassung das erstemal, daß der unmittelbare Thronfolger des Landes in so intensiver Weise an den Arbeiten der ersten Kammer teilnimmt, wie jetzt Erbgroßherzog Friedrich, der nach der Köln. Ztg. keine Plenar= oder Kommissionssitzung versöumt und in letzter Zeit einen eingehenden Bericht über den umfangreichsten und bedeutungsvollsten Teil des Budgets, Landwirtschaft und Gewerbe, erstattet hat. In der Kammer wurde ihm dann auch der Dank für die fleißige und klare Arbeit ausgesproHen Admiral Hollmann ist aus dem Präsidium des deutschen Flottenvereins ausgeschieden. Ehemalige Düppelstürmer aus allen Gegenden des Reiches veranstalteten am Montag nachmittag aus Anlaß der vierzigjährigen Wiederkehr des Tages der Erstürmung der Düppeler Schanzen einen Festzug in Berlin. Unter Vorantritt der Regimentsmustk ging der vom Wetter begünstigte Zug von der Kaserne des vierten Garderegiments durch das Brandenburger Thor nach der Brauerei Königstadt. Hier sand eine große kameradschaftliche Feier statt. Flottenverein Die diesjährige Hauptversammlung des deutschen Flottenvereins wurde in Dresden abgehalten. Dem vorgelegten Geschäftsberichte ist zu entnehmen, daß der Verein über ein Vermögen von rund 280000 Mark verfügt; seine Einnahme betrug im verflossenen Jahre 540000 Mark. Es wurde u. a. beschlossen, festeren Anschluß an die Deutsche Kolonialgesellschaft anzustreben. Stlberne Fünf= und Zweimarkstücke sind in den letzten Monaten in besonders großer Zahl ausgeprägt worden. Die öffentlichen Kassen, besonders die Post, haben aber schon die Bemerkung gemacht, daß die großen und schweren Fünfmarkstücke gerade nicht sehr beliebt sind. Sie strömen bei Einzahlungen sofort wieder zu den Schaltern zurück. Lippische Streitigkeiten Aus Detmold wird Berliner Blättern geschrieben: Eine auffällige Mitteilung brachte gestern die lippisch=offiziöse„Lippische Landeszeitung". Sie schrieb: Erbgraf Leopold hat, wie uns mit dem Ersuchen um Veröffentlichung mitgeteilt wird, an den Beisetzungsfeierlichkeiten in Karlsruhe(für die Fürstin Sophie von Lippe=Detmold) nicht teilgenommen. Der hohe Herr hat sich gestern für einige Tage nach Berlin und Potsdam begeben.“ Auffallend ist diese aus der Umgebung des Grafregenten stammende Notiz deshalb, weil Erbgraf Leopold tatsächlich nach Karlsruhe gereist war, um an den Trauerfeierlichkeiten teilzunehmen. Das andere in Detmold erscheinende Blatt, die Lipp. Tagesztg.“ verrät den Grund der Nichtbeteiligung des Erbgrafen. Es handelte sich danach um Etikettestreitigkeiten. Graf Leopold beanspruchte, bei der Trauerfeier seinen Platz unter den anwesenden Fürstlichkeiten einzunehmen, während ihm, als dem Abgesandten des Grafregenten, nur ein Platz unter den Abgesandten von Fürstlichkeiten angewiesen war. Graf Leopold hatte sogleich nach seiner Anfunft in Karlsruhe eine ganz kurze Audienz beim Großherzog und reiste vor der Trauerfeier wieder ab. Bei der Feier blieb sein Platz und der seines Begleiters leer. Ueber die bürgerliche Stellung der preußischen ReserveOfftziere gibt eine Statistik interessante Aufschlüsse. Unter den 1341 Offizieren des Beurlaubtenstandes, die im vorigen Jahre befördert wurden, befanden sich 391 Juristen, 50 Philologen, 5 Theologen, 1 Mediziner, 72 Angehörige des Staatsbaufachs, 30 des Forst=, 13 des Bergfachs, 90 Ingenieure, 39 Landmesser, 17 Chemiker, 25 Architekten, 9 Apotheker, 5 Tierärzte, 5 Zahnärzte, 137 Landwirte, 172 vom Handelsstand, 4 Maler, 1 Kunsthistoriker, 4 Privatgelehrte und 1 Redakteur. Mittlere Beamte waren 87, Praktikanten 107 usw. Die Wohlfahrtseinrichtungen der vreußisch=hessischen Eisenbahngemeinschaft sind um eine neue vermehrt worden. Die Heilstätte der Pensionskasse der Eisenbahner in Schreiberhau in Schlesien ist soeben vom Minister Budde eingeweiht worden. Bekämpfung schwindelhafter Die Minis..: Ausstell ster zur Eisenbahn, Handel, Finanser u L andwirtschaft fordern in ei „#umen Mllaß an die Oberpräsidenten cmpfung ver schwindelhaften Ausstellut Verwaltungswege auf. Es sollen keine genehmigt, keine Staatsmedaillen bewilligt, kein Frachtnachlaß für Ausstellungsgut gewährt werden, keine Beamten den Komitees beitreten. Unser heimisches Kreuzergeschwader trat am Montag von Kiel eine Uebungsfahrt durch den Kaiser Wilhelm=Kanal und die Nordsee nach den dänischen Gewässern an. Die Schiffe kehren Ende April durch die Ostsee zurück. Parlamentarisches = Berlin, 18. April. Still=Legung von Bergwerkszechen Die Zentrumsfraktion des Abgeordnetenhauses hat am Sonnabend abend im Anschluß an die Beratungen über die Interpellation Stötzel=Brust über die Stillegung der Zechen einen Antrag auf Erlaß einer Novelle zum allgemeinen Berggesetze eingebracht. Derselbe lautet:„Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen, die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, die Frage zu prüfen, ob der§ 65 des Berggesetzes vom 24. Juni 1865 eine ausreichende Handhabe bietet, das freiwillige, die beteiligten Gemeinden und deren Einwohner schwer schädigende Stillegen von Bergwerksunternehmungen zu verhindern, und nötigenfalls, und zwar noch in dieser Session, einen Gesetzentwurf dem Landtage vorzulegen, welcher das Berggesetz dahin ergänzt, daß gegen jene Schädigungen wirksame Vorkehrungen getroffen werden können. partei= und Wahlnachrichten [ Elberfeld, 18. April.(Wahl.) Bei der heute stattgehabten Landtagsersatzwahl im zweiten Düsseldorfer Wahlkreis wurde Fabrikant Ferdinand Bartels aus Düsseldorf(ntl.) mit 448 von 454 abgegebenen Stimmen gewählt. Soziale Angelegenheiten Köln, 18. April. Die Bergarbeiterbewegung. In den gestern im Ruhrrevier abgehaltenen Bergarbeiterversammlungen wurde konstatiert, daß die Aufregung der Bergleute trotz aller beruhigenden Erklärungen seitens des bergbaulichen Vereins anhält. In den meisten Verammlungen wurde die Absendung energischer Resolutionen beschlossen, auch in Hörde, wo Mitglieder des Hörder Magistrats, sowie ein evangelischer Pfarrer gegen die Stilllegung das Wort ergriffen und zu einer einmütigen Protest=Resolution an die Regierung aufforderten. Ausland Oesterreich=Ungarn. + Wien, 18. April. Vermehrung der Torpedoboote. Wie verlautet, wird die Regierung den Delegationen eine Vorlage wegen Vermehrung der Torpedoflotte vorlegen. Frankreich [=] Paris, 18. April. Der Kampf gegen den Klerus. Der Kabinettschef Combes hat gestern über 7 bretonische Bischöfe die Gehaltssperre verhängt. Orient * Frankfurt a.M., 18. Avril. Eine Mission des Sultans an den Fürsten Ferdinand. Aus den Yildiz Kiosk vernimmt der Korrespondent der„Frankf. Zeitung", der Sultan werde in den nächsten Tagen einen höheren türksschen Beamten mit besonderer Mission zum Fürsten Ferdinand entsenden. Amerika tt Newyork, 18. April. Das neue Chinesengesetz verschließt allen nicht innerhalb der Union geborenen Mongolen das Bundesgebiet. Die Annahme des Gesetzes seitens des Kongresses, der ohnehin zur Beschränkung der Einwanderung neigt, ist wahrscheinlich. 1— Das Gehalt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika, das jetzt 50000 Dollars jährlich beträgt, soll auf 75 000 Dollars(etwa 320 000 Mark) erhöht werden. Lokales und Allgemeines Iateressante Mitteilungen aus dem Leserkreise nehmen wir gern entgegen. Unsere Original=Artikel dürfen nur mit deutlicher Quellenangabe— Westfäl. Zig.- nachgedruckt werden. Bielefeld. 19 April. CW. Interessauter Haftpflichtprozeß Eine Klagesache, die besonderes Interesse für Besitzer von Vieh, für Landwirte, Fuhrleute usw. hat, beschäftigte kürzlich das Duisburger Landgericht. Ein in Diensten eines Viehhändlers stehender Knecht, hat am 15. April 1902 dadurch einen Unfall erlitten, daß ihn, als er zwei Kühe zum Viehbahnhof Essen trieb, eine Kuh mit ihrem Leib gegen ein Geländer gedrückt hat. Im Krankenhause, wo er infolge der erlittenen Verletzungen 33 Wochen gelegen hat, ist er mehrfach operiert worden. Mit der vorliegenden Klage verlangt er von dem Viehhändler als dem„Halter der Kühe" sein bisheriges Einkommen als Schadensersatz. Der Beklagte bestreitet jedoch, daß der Kläger durch eine seiner Kühe beschädigt set. Kläger sei vielmehr bereits erkrankt gewesen, als er den Dienst bei ihm angetreten habe. Der Kläger erleide aber auch keinen Schaden, da er schon seit seiner Entlassung aus dem Krankenhause wieder ganz gut imstande sei. Nach der Beweisaufnahme nahm das Gericht an, daß der Kläger tatsächlich von einer Kuh des Beklagten gegen ein Geländer gedrückt sei. Wenn der Kläger nach diesem Unfall noch einige Tage gearbeitet habe, so sei doch anzunehmen, daß ein ursächlicher Zusammenhang zwischen demselben und der darauf folgenden schweren Erkrankung bestehe. Für die Folgen des Unfalls würde gemäß 8 R. G. P. der Beklagte als Tierhalter haften. Eine dauernde Behinderung der Erwerbsfähigkeit— nur für diese begehre der Kläger vorliegend Ersatz— habe dieser Unfall jedoch nicht zur Felge gehabt, wie aus den ärztlichen Gutachten hervorgehe. Es sei dabei zu berücksichtigen, daß der Kläger die volle Erwerbsfähigkeit eines normalen Menschen auch früher nicht besessen habe, sondern infolge seiner Schwächlichkeit nur die leichteste Arbeit hätte verrichten können, und sein Verdienst dementsprechend bemessen sei. So viel könne er auch in Zukunft verdienen. Eine jährliche fortlaufende Rente könne Kläger deshalb nicht verlangen und sei deshalb die Klage abzuweisen.(Nachdr. verb.) 2—— Teutoburger Gebirgs=Verband. Die 2. ordentliche Frühjahrs=Hauptversammlung des Teutoburger Gebiras=Verbandes fand am Sonntag im Hotel Westfäl. Hof in Rothenfelde unter Vorsitz des Amtmanns Berg=Borgholzbausen statt. Aus dem vom Schriftführer des Verbandes Herrn cand. Hover=Dissen erstatteten Ueberblick über das verflossene Geschäftsjahr ist das erfreuliche Anwachsen des Verbandes durch Beitritt der Vereine von Tecklenburg. Liemen und Höxter hervorzuheben. Durch Fortzug verlor der Verbandsvorstand zwei eifrige Mitglieder, den 2. Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Metger=Bielefeld und den Kassenführer, Rektor Quistermann. Der Kassenbericht wies einen Bestand von 432.20 Mk. auf. Der Ueberschuß aus dem Kartenvertrieb soll als Fonds für spätere verbesserte Auflage einer Karte und baldige Herausgabe eines„Führers durch das Verbandsgebiet“ zurückgestellt werden. Dem Verein Tecklenburg wurde für Wegebezeichnung des Lengericher Gebiets 20 Mk. bewilligt. Zum Entwurf der neuen Karte wurde eine Kommission gewählt. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Amtmann Berg=Borgholthausen, 2. Vorsitzender Rentner W. Oltrogge=Bielefeld, 1. Schriftführer Cand. Hoyer=Dissen, 2. Schriftfüihrer Stadtsyndikus Reimerdes=Osnabrück, Kassenführer Kaufmann Eberhardt=Dissen. Beisitzer Amtmann v. Eichstaedt und Fabrikant C. Weber=Oerlinghausen. Als Ort der nächstjährigen Frühjahrs=Hauptversammlung ist Rothenfelde wieder festgesetzt. ∆ Das städtische Orchester veranstaltet am Mittwoch. den 20. April. ein Geellschaftskonzert mit sehr interessantem Programm. Der 1. Teil bringt eine Manuskript=Ouvertüre „Harlekin“ v. Eilenberg. Szenen aus„Die Medici“ v. Leoncavallo. der 2. Teil bringt nur Kompositionen von Richard Wugner. § Schwurgericht. Den Schluß der diesmaligen Schwurgerichtsperiode bilden noch folgende Sachen: Am 29. April wird gegen den Droschkenkutscher Wilhelm Witrowski von hier wegen Körperverletzung mit Todeserfolg verhandelt; am 30. Avril gegen 1. den Arbeiter Johann Ottovordengentschenfelde zu Senne I. zur Zeit hier in Haft, wegen Meineid. 2. gegen den Handelsmann Ferdinand Bürmann aus Vielefeld, zur Zeit in der Strafanstalt Celle, wegen Verleitung zum Meineid. Kaiserin Auguste Viktoria=Schule An der Einweihungsfeier, die am Donnerstag Vormittag 10 Uhr in der neuen Aula stattfindet, können außer den Vertretern der städtischen Behörden, dem Lehrerkollegium und den Schülerinnen wegen Mangel an Platz nur wenige Gäste teilnehmen. Die Eltern der Schülerinnen erhalten zu den Aufführungen, die am Donnerstag'und Sonnabend Nachmittag in der Eintracht stattfinden, nummerierte Plätze. Für frühere Schülerinnen stehen noch einige Gallerieplätze zur Verfügung, die am Mittwoch Vormittag von 11—12 Uhr in der Schule in Empfang genommrn werden können. ∆ Uebersicht ansteckender Krankheiten In der Zeit vom 3. bis 9. April sind im Regierungsbezirk Minden folgende ansteckende Krankheiten zu verzeichnen: Bielefeld(Stadt) 1 Unterleibstyphus, 1 Diphtherie und Krupp; Büren 1 Diphtherie und Krupp; Halle 1 Scharlach; Herford 5 Divhtherie und Krupp, 1 Kindbettfieber; Lübbecke 2 Diphtherie und Krupp; Minden 3 Scharlach, 11 Divhtherie und Krupp, 1 Kindbettfieber. davon in der Stadt Minden 1 Diphtherie und Krupp, 1 Kindbettfieber; Paderborn 1 Scharlach, 1 Diphtherie und Krupp, 1 Kindbettfieber, davon in der Stadt Paderborn 1 Scharlach, 1 Diphtherie und Krupp; Wiedenbrück 1 Scharlach, 1 Diphtherie und Krupp. Ein zeitgemäßer Vortrag mit Lichtbildern über„Die Herero und die Mission“ wird am kommenden Sonntag. den 24. April. abends 8 Uhr, im Evang. Volkssaal an der Bahnhofstraße stattfinden. Wir weisen schon jetzt darauf hin. = Das Belegen von Plätzen in N=Zügen In letzter Zeit wird wieder mehrfach darüber geklagt, daß einzelne Reisende die freien Plätze, insbesondere in D=Zügen, mit Handgepäck belegen, um dadurch den Anschein zu erwecken, daß diese Plätze besetzt wären und andere Reisende aus den Abteilen fernzuhalten. Das Fahrpersonal nimmt gewöhnlich keinen Anlaß, gegen eine solche Unsitte von Amtswegen und ohne Beschwerde mitreisender Personen einzuschreiten. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat deshalb in einer Verfügung an die Eisenbahndirektionen seinen früheren Erlaß betreffs Handgepäck in den Personenwagen in Erinnerung gebracht und bestimmt, daß bei Revision der Fahrkarten und Kontrolle und Ausstellung der Platzkarten in D=Zügen insbesondere darauf zu achten sei, daß solche Plätze, für die Fahrkarten nicht gelöst sind, mit Handgepäck dauernd nicht belegt werden. □ Die österliche Pflicht der Katholiken Die katholische Kirche verpflichtet ihre Gläubigen durch ein strenges Kirchengebot, wenigstens einmal im Jahre und zwar in der sogenannten österlichen Zeit, zu beichten und die heil. Kommunion zu empfangen. Die österliche Zeit ist von dem hochwürdigsten Herrn Bischofe der Diözese Paderborn, zu welcher bekanntlich auch Bielefeld gehört, auf die Zeit von Passions=Sonntag, dem zweiten Sonntag vor Ostern, bis zum Feste Thristi=Zimmelfahrt, festgesetzt. Während dieser Zeit, also spätestens am Himmelsahrtstage, muß jeder Katholik des Altars empfangen haben. In den VormittagsGottesdiensten des gestrigen Sonntags wurde bei den üblichen Bekanntmachungen bei der Predigt darauf hingewiesen, daß an den Sonntag=Vormittagen der Andrang zur Beichte ein sehr großer jei und daran der berechtigte Wunsch der Geistlichen geknüpft, es möchten diejenigen, die es eben einrichten könnten, schon am Sonnabend nachmittag zur Beichte erscheinen. Bei dieser Gelegenheit sei noch bemerkt, daß die österliche Kommunion nach dem erwähnten Kirchengebote allerdings in der Pfarrkirche empfangen werden muß, daß es aber den Gläubigen freigestellt ist, in welcher Kirche sie beschten wollen. So können z. B. die hiesigen Kotholiken ihre Osterbeichte auch in der Kapelle des Franziskus=Hospitals oder des Kinderheims oder auch in einer Kirche eines Nachbarorts(Herford, Schildesche, Gütersloh 2c.) ablegen, wenn sie ihrer ösuerlichen Pflicht genügen wollen. ∆ Stadtsvarkassen=Abrechnung Der Magistrat nahm in seiner gestrigen Sitzung die Abrechnung der städtischen Sparkasse entgegen, die ein ganz besonders erfreuliches Resultat ergeben hat. Die Einlagen sind bis zum Schluß dls vorigen Jahres auf über 8½ Millionen Mark angewachsen. Der Reservefond beträgt 363 000 Mark. Der Reingewinn 73 530 Mark, von dem die Hälfte mit 36 765 Mark an den Reservefond und an die Kämmereikasse abgeführt werden. Der erwartete Gewinn ist in dem Haushaltsplau der Kämmerei nur mit 25000 Mark eingestellt. 6 Infolge eines Unfalles beim Spielen ist die achtjährige Tochter Johanne des Arbeiters Siekmann, Engerschestraße 65, am Sonntag verstorben, Das Kind war anfangs dieses Monats auf einem Fabrikgrundstück an der Engerschen Straße mit mehreren Spielkameradinnen über aufgestapelte Bretter geklettert, ist hierbei zwischen die Stapel gefallen und hat eine Gehirnerschütterung davongetragen, an deren Folgen sie am Montag gestorben ist. # Die Werkstätten und Lagerräume des städtischen Wasserwerks sollen von dem jetzigen Platze, Ecke der Reichspostund Herforderstraße nach dem Grundstück der neuen Gasanstalt verlegt werden, weil durch die Regulierung der Reichspoststraße das jetzt benunte Grundstück angeschnitten wird. Die Reichspoststraße wird, wie schon berichtet war, in der respektablen Breite von 18 Metern angelegt werden. Besitzwechsel Wie uns mitgeteilt wird, ging die Besitzung des Herrn Wilhelm Bröker, Paulusstraße 12, durch Kauf an den Kaufmann A. Grünewald über. Der Kaufpreis beträgt 48000 Mk., die Uebernahme soll am 1. Oktober erfolgen. * Festgenommen wurde der Arbeiter Albert E. auf Grund eines Steckbriefs der hiesigen Königlichen Staatsanwaltschaft; ferner wurden vier Personen, darunter eine Frauensperson, wegen Trunkenheit und Verübung groben Unfugs eingeliefert. Sieben Personen meldeten sich obdachlos, darunter drei Wanderer. (Fortsetzung des lokalen Teiles im 3. Blatt. Tageskalender Mittwoch, den 20. April 1904 Stadttheater. Liebesmanöver. 7½ Uhr. Konzert. Johannisberg(Ochs) 4 Uhr. Kunstverein. Gemäldeausstellung. Remke. Aus provinz und Nachbarschaft ns. Heepen, 18. April.(Vortrag.) Der Kontrollbeamte Herr Dirks zu Bielefeld hielt am Sonntag hier und in Hillegossen auf Veranlassung des landwirtschaftlichen Ortsvereins einen Vortrag über Selbst= und Weiterversicherung. Der hier gehaltene Vortrag war sehr gut besucht. Herr Dirks legte der Versammlung zunächst eingehend dar, was unter Selbst= und Weiterversicherung zu verstehen ist und wies darauf hin, welch große Vorteile die Versicherung bei eintretender Invalidität oder bei Krankheit ihren Versicherten bietet. Vortragender bezeichnete es als Leichtsinn, wenn weibliche Versicherte sofort nach ihrer Verheiratung Antrag auf Erstattung der Hälfte der für sie gezahlten Beiträge stellten, denn diese Personen schieden in der Regel aus dem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis aus. Aus einigen Fragen aus der Versammlung war zu entnehmen, daß tatsächlich wenig Verständnis unter der Bevölkerung von dem Invalidenversicherungs=Gesetz herrscht. Im Herbst soll ein weiterer Vortrag darüber gehalten werden. □ Halle i. W., 19. April.(Jubelfeler auf Schloß Tatenhausen.) Eine Feier, wie sie wohl bisher noch nicht im Kreise Halle stattgefunden haben dürfte, fand am Sonntag und Montag unter großer Begeisterung statt. Der allverehrte Herr Landrat, Graf v. Korfs=Schmising, eine im ganzen Kreise sehr beliebte Persönlichkeit. beging seinen 70=jährigen Geburtstag. Aus diesem Anlaß versammelten sich am Sonntag nachmittag vor dem Schlosse in Tatenhausen ca. 300 aus verschiedenen Vereinen des Haller Kreises. Unter Leitung des Herrn Lehrer Kornfeld wurden der Choral:„Bis hierher hat mich Gott gebracht" dann das Deutsche Lied und der Festgesang:„Laßt tönen die Jubelgesänge" vorgetragen. Am folgenden Morgen, dem eigentlichen Festrage, wurde der Herr Landrat von der Kapelle der Freiw Feuerwehr durch ein Ständchen erfreut. Im Laufe des Vormittags fanden die Gratulationskuren statt und gegen 3 Uhr nachmittags begann in der prächtig geschmückten Turnhalle das Festessen, an dem so viele Personen beteiligten, daß die geräumige Festhalle bis auf den letzten Platz besetzt war. Die Musik wurde von dem städtischen Orchester aus Bielefeld ausgeführt. Während der Tafel wurden verschiedene Tischreden gehalten. Herr Regierungsrat Dr. Kruse brachte zunächst das Kaiserhoch aus: Herr Kreisdeputierter Buskühl=Halle toastete auf den Jubilar. Außer den Mitgliedern der gräflichen Familie nahmen u. a. an der Tafel teil: die Grafen von Schmising=Kersenbrock, von Schmising=Stein= hausen, von Schmising=Brinken, Landrat Graf von Galen, Landrat Geh. Reg.=Rat von Ditfurth, Freiherr von Schorlemer, Baron v. Loee, Regierungspräsident Dr. Kruse, Oberregierungsrat Fuhrmann, die Amtmänner Schwollmann, Grashoff, Mensing und Berg, Superintendent Eggerling, Med.=Rat Dr. Rüninghoff, Köntgl. Baurat Bückling u. Oberst v. Coler.— Als Geschenk wurde dem Jubilar von den Kreiseingesessenen eine wertvolle Adresse in Form eines Albums überreicht mit einer dazu gehörigen silbernen 85 Zentimeter hohen Staffelei. Der Einband des Albums ist aus olivfarbigem, poliertem Leder mit schwerem Silberbeschlag und mit einer großen echten Onixplatte ausgelegt. Der Inhalt des Albums besteht aus 16 Blättern mit den Orden und Wappen des Jubilars, dem Ter# der Adresse, ferner 2222 Unterschriften der Kreiseingesessenen, und auf den letzten drei Blättern 25 Ansichten des Kreises. Sämtliche Innenblätter sind in geschmackvoller Farbenharmonie ausgeführte Aquarelle. Der Entwurf des Albums, sowie die Zeichnungen sind von dem Lithographen Gust. Bentrup, Bielefeld ausgeführt und stellt das Album in seiner gesamten Ausführung eine schöne Leistung unseres Kunstgewerbes dar.— Graf von KorfSchmising, Clemens August, wurde am 18. April 1834 in Münster geboren, trat am 1. Avril 1856 beim Kürassierregiment Nr. 4 als Einjährig=Freiwilliger ein. Bei seiner Entlassung am 1. April 1857 wurde er zum Unteroffizier befördert. Während einer Uebung vom 15. April bis 1. Juni 1857 erfolgte seine Beförderung zum Vizewachtmeister. Das Patent als Sekondeleutnant der Kavallerie erhielt er am 18. August 1857. Als solcher war er im Jahre 1859 vom 1. Mai bis 12. Juni zur Dienstleistung beim Kürassierregiment Nr. 4 und vom 15. Juni bis Mitte August desselben Jahres während der Mobilmachung beim 4. schweren Landwehr=Reiter=Regiment, eingezogen. Während des Feldzuges 1866 befand er sich vom 25. Juni bis 28. September bei der 1. Besatzungs=Eskadron Cöln. Am 16. Mai 1867 wurde Graf von KorffSchmising zum Premier=Leutnant befördert und erhielt dur Allerhöchste Kabinetts=Ordre vom 5. Mai 1885 die Erlaubnis zum Tragen der LandwehrAimee=Uniform. Am 27. Januar 1886 wurde er zum Kammerherrn Sr. Maj. des Kaisers ernannt. Der Graf besitzt den Roten Adler=Orden 2. Klasse, den Kronen=Orden 2. Klasse, das Erinnerungskreuz 1866, die Kriegsdenkmünze 1870—71 für Nichtkomb., die Kaiser=Wilhelm=Erinnerungsmedaille, die Rote Kreuz=Medaille 3. Klasse und den MaltheserOrden. tt. Gütersloh, 19. April.(Versetzung.— Automobilunfall.) Der bisherige Stations= vorsteher der Teutoburger Waldeisenbahn in Ibbenbüren, Herr Fichtelmann, ist in gleicher Eigenschaft nach hier versetzt worden.— Gestern morgen rannte das Automobil des Herrn Fabrikdirektors Vogt von hier, in welchem sich vier Personen befanden, auf der Wiedenbrücker Chaussee in der Nähe von Schalück gegen einen Baum. Durch den wuchtigen Anprall wurden die Insassen herausgeschleudert. wobei sie glücklicherweise nur leichte Hautabschürfungen erlitten. Das Automobil. welches erst vor einigen Tagen angekauft ist, ist stark beschädigt. K. Gütersloh, 18. April.(Stadtverordneten=Versammlung.) In heutiger Sitzung wurde folgendes verhandelt: 1. Der Haushaltsetat der Armenkasse pro 1904, halanzierend mit 13346.15 Mark wird genehmigt. 2. Dem Rendanten Mehlhoff wird für die Rechnung der Gaswerkskasse pro 1902 Decharge erteilt. 3. Für den aus dem Stadtbezirk verzogenen Herrn Wilhelm Vogt werden gewählt: als Mitglied der Gemeinde=Einkommensteuer=Einschätzungskommission und als stellvertretendes Mitglied der Sparkassenverwaltung Herr O. Krönig. als Mitglied der Deputation für das Gas= und Wasserwerk Herr Fritz Güth. 4. Der Antrag des Vorstandes des Verschönerungsvereins, betr. den Ankauf eines größeren Waldterrains für öffentliche Zwecke: zum Aufenthalt für jedermann, Anlage von Spielplätzen usw., wofür der Stadt von einigen Einwohnern die Summe von 10000 Mark als freiwillige Gabe angeboten war, wird an eine gemischte Kommission verwiesen, bestehend aus Kom.=Rat F. Bartels, H. Saligmann, F. Güth, Buchdr. Schmäling und Joh. Mohn. 5. Auf Antrag der Interessenten wird beschlossen, den Preis für die Weganteile der Johannis= und Bismarckstraße von 90 Mk. herabzusetzen und zwar auf 75 Mk. pro Quadratrute. tp. Rheda, 17. April.(Der evangelische Bürgerverein) hielt heute seine zweite Monatsversammlung im Saale des Herrn Pannhorst ab. Sie war von etwa 300 Personen besucht. Der Vereinsvorsitzende, Herr Leweke, begrüßte die Versammlung und machte die Mitteilung, daß Se. Durchlaucht der Fürst zu Bentheim=Tecklenburg= Rheda die Ehrenmitgliedschaft angenommen habe und leider heute verhindert sei. zu erscheinen. Herr Pfarrer Kleffmann gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich jetzt auch in Rheda ein evangelischer Bürgerverein gebildet habe. Dann hielt der Redner einen interessanten Vortrag, in dem er ausführte: Nur das echte, das lautere, das wahre Christentum sei imstande, siegreich den Kampf gegen den falschen Sozialismus zu führen. Er bewies die Wahrheit dieser Behauptung aus biblischen und geschichtlichen Tatsachen. Die preußischen Könige hätten immer dafür gesorgt, daß der Arbeiter soviel als möglich geschützt und sein Los gebessert werde. Kaiser Wilhelm I. habe in kräftiger Weise die Sorge für den Arbeiterstand in die Hand genommen, sein Enkel führe das angefangene Werk mit warmem Herzen für das Volkswohl weiter fort. Der Redner schloß mit einem Hoch auf Se. Majestät, in das alle Anwesenden begeistert einstimmten. Darauf meldete sich ein blinder Jüngling beim Vorstande und tzug das lebensvolle und bildreiche Gedicht„Galiläar, du hast gesiegt", der Versammlung vor. Der hernach von Herrn Nolle gebotene Vortrag:„Lebensgeschichte eines Jünglings“ in plattdeutscher Sprache fand bei der Versammlung lebhaften Beifall. .□ Enger, 17. April.(Großer Leichtsinn.) Auf dem Geleise der Bahnstrecke zwischen Spenge und Wallenbrück hinderte gestern ein Fuhrwerk die Weiterfahrt des Zuges. Es stellte sich heraus, daß der Fuhrmann auf seinem Wagen eingeschlafen war. Nur durch das sofortige Anhalten des Zuges wurde ein Unglück verhütet. Gohfeld, 17. April.(Brand.) Heute brannte das Wohnhaus des Neubauers SchneiderJöllenbeck bis auf den Grund nieder. Die hiesige Feuerwehr konnte wegen Wassermangels wenig ausrichten. Dem Vernehmen nach sollen Kinder mit Streichhölzern gespielt haben, wobei sie dem Stroh zu Nahe gekommen sind und den Brand verursachten. (9) Minden, 18. April.(Aus der Handelskammer.) In der letzten Sitzung der hiesigen Handelskammer wurde u. a. von einer Firma mitgeteilt, daß sie die Führung von Lohnzahlungsbüchern unterlassen habe und deshalb in eine Polizeistrafe genommen sei. Die Unterlassung sei absichtlich von ihr geschehen, da hierfür eine Strafe nicht festgesetzt sei. Die Firma beantragte,„daß die Handelskammer zunächst versuchen möge, durch Verhandlungen mit der Königl. Regierung eine für die Industrie befriedigende Klarstellung dieser Frage herbeizuführen". Die Kammer hat bereits am 6. Februar 1901 auf die durch die Schaffung der Lohnzahlungsbücher entstandenen Unzukräglichkeiten in einer Eingabe an den Herrn Staatssekretär des Innern hingewiesen und auch unter dem 29. Mai 1901 die Zusicherung erhalten, daß bei einer Abänderung der Gewerbeordnung die Anregungen in Erwägung genommen werden sollten. Die Kammer beschloß, der Antrag stellenden Firma zu antworten, daß allerdings in§ 150 Abs. 2 der Gewerbeordnung die Ausdehnung von Strafbestimmungen auf die Unterlassung der Führung von Lohnzahlungsbüchern unterblieben ist. Deshalb werde Einspruch gegen die auferlegte Polizeistrafe Erfolg haben. 40 Detmold, 17. April.(Zum Tode des Generals v. Grolman.) Der am 14. d. M. in Berlin verstorbene Gouverneur des Invaliden= hauses, General der Infanterie v. Grolman war vom 9. Dezember 1873 bis 15. Oktober 1874, also kaum 10 Monate lang. Kommandeur des InfanterieRegiments Nr. 55 und ist hier in Detmold noch in lebhafter Erinnerung, weil während seiner Kommandeurzeit und unter seiner Oberleitung die 1874 unter den Füsilieren ausgebrochene verhängnisvolle Typhus=Epidemie zu bekämpfen war. Oberst v. Grolman kam, wie auch sein Vorgänger, von hier in das Gardekorps; weder vor noch nach ihm hat das Regiment Nr. 55 einen so jungen Regimentskommandeur gehabt. Am 26. August 1832 geboren, war er erst 41 Jahre alt, als er aus seiner Stellung als Chef des Generalstabes des 10. Armeekorps das Regiment erhielt. (:) Vlotho, 19. Apr.(Städtisches.— Mühlenverkauf.) In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde u. a. über folgendes verhandelt. Dem Kupferschmiedemeister Thüngen wurden die Gasinstallateurarbeiten übertragen. Der Versammlung lag ein Kostenanschlag nebst Zeichnung über die Herstellung des Rundels auf dem Amthausberge vor. Die Kosten betragen rund 300 Mk. Die Ausführung wurde genehmigt. Ebenso sollen auch im Restaurationsgebäude auf dem Amthausberge einige Renovierungen vorgenommen werden.— Bezüglich Anlegung eines Fußsteiges von Haus Nr. 1 bis zur städtischen Gasanstalt hatte die Kal Straßenbau=Inspektion Bedingungen gestellt. Die Versammlung begab sich nach der Sitzung zur Besichtigung an Ort und Stelle. Sodann wurde vom Vorsitzenden ein Schreiben der Kleinbahndirektion auf die diesseitige Beschwerde wegen des ungünstigen Fahrplans verlesen. Darnach ist die Direktion vorläufig nicht in der Lage. den Fahrplan zu ändern. Die hier am Rahlbruche gelegene früher Weitenauersche Papier= und Getreidemühle, welche vor Jahresfrist beim Subhastationsverkauf von einem hiesigen Konsortium angekauft war, ist gestern an einem Herrn Heberle aus Bochum verkauft worden. Wie verlautet, beträgt der Kaufpreis Mk. 75.000 dagegen verbleiben aber die an der Chaussee und an der Hünenburg gelegenen Grundstücke im Besitze der Verkäufer, gehören also fortan nicht mehr zu dem Mühlengrundstücke. * Barmen, 18. April.(Wegen verschmähter Liebe) erschoß gestern der 24jährige Erdarbeiter Michael Prell die Arbeiterin Barbara Michel und verletzte sich lebensgefährlich durch zwei Schüsse. Vermischtes ee Beim Brande des Kaiserpalastes in Söul sind die Geheimarchive und der Schatz, die, wie sich herausgestellt hat, vergraben waren, gerettet worden. ∆ Ein verdächtiger Hungerkünstler Auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Hannover wurde der Hungerkünstler Papuß durch die hiesige Polizei festgenommen und in Untersuchungshaft abgeführt. Es entstand nämlich der Verdacht, daß Papuß, der sich acht Tage lang in einer Flasche einschließen ließ, durch einen jetzt erst entdeckten Schlauch mit der Außenwelt in Verbindung stand. X Aus Unvorsichtigkeit erschossen In Odenkirchen bei Düsseldorf hat sich beim Spielen mit einem Revolver ein 17jähriger Gymnasiast erschossen. X Ein Lehrer erschossen Einbrecher erschossen in Borbeck(Rheinl.) Sonntag abend den in seine Wohnung zurückkehrenden Lehrer Pothmann. Auf seine Frau wurden ebenfalls mehrere Schüsse abgegeben. Ein hinzueilender Polizeibeamter wurde schwer verletzt. Wie von anderer Seite berichtet wird, war der Ueberfall anscheinend gegen eine andere Person beabsichtigt. Drei der Tat verdächtige Personen wurden verhaftet. * Unwetter in Böhmen ganz Böhmen sind gestern fürchterliche Unwetter niedergegangen. Viele Ortschaften sind überschwemmt. Gerichtssaal □ Bielefeld, 18. April.(Schwurgericht.) Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor Löher; Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Staatsanwaltschaftsrat Holle. Körperverletzung mit Todeserfolg Vor dem Schwurgericht, das heute seinen Anfang nahm, hatte sich der Maurer Heinrich Antowski von Gräfrath wegen Körperverletzung mit Todeserfolg zu verantworten. Der Angeklagte, welcher mit der in dem Hause Oelmühlenstraße 52 wohnenden Emma Br. verlobt ist, war im August v. J. bei seiner Braut bezw. bei deren Eltern zum Besuch hier anwesend. In dem Hause wohnte auch eine Frau K., welche häufig von Männern Besuch erhielt. Am Abend des 20. August v. m. erschienen nun in dem genannten Hause der Maurerhandlanger Wilhelm Krämer und der Arbeiter Friedrich Brinkmann von hier, welche die Frau K. aufsuchten. Sie klopften aus Versehen an der Türe der Eheleute Brinkmann an. Sofort erschien der Angeklagte auf dem gemeinschaftlichen Hausflure und äußerte:„Wenn Ihr nicht die Treppe sofort hinunter geht, so werfe ich Euch hinunter!" Darauf folgte ein Gepolter und als ein anderer Hausbewohner kurze Zeit nach diesem Gepolter aus dem Hause gehen wollte, fand er den Krämer besinnungslos vor dem Hause auf dem Steinpflaster liegen. Der Verletzte, welcher sogleich ins Krankenhaus geschafft wurde, ist schon am folgenden Tage an den Folgen der erhaltenen Verletzungen gestorben. Die Obduktion ergab, daß der Verstorbene einen Schädelbruch erhalten und an dieser Verletzung gestorben war. Es wurde festgestellt, daß der Angeklagte den Krämer, der sich noch an der Treppe festgehalten hatte, mit Gewalt die Treppe hinuntergeworfen hat. Er wurde der Körperverletzung mit Todeserfolg, und zwar unter Annahme mildernder Umstände, für schuldig befunden. Der Get richtshof verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe' von 9 Monaten und beschloß die sofortige Verhaftung des Angeklagten. 4 Berlin, 18. April. Der im Trakehner Schulprozeß vom Berliner Landgericht zu 200 Mt. Geldstrafe verurteilte Lehrer Nickel legte gegen das ihn verurteilende Erkenntnis Revision ein. Kreiesen, 18. April. Die Strafkammer sprach den Stationsvorsteher Gänserich, der den Zusammenstoß zweier Züge verschuldete, mit der Begründung frei, daß der Dienst außerordentlich anstrengend gewesen sei und seine Kräfte überstiegen hätte. Briefkasten G. B. Die Kündigung des Gefindedienstverhältnisses ist an den ersten oder fünszehnten im Monat nicht gebunden. Dieselbe richtet sich vielmehr ganz nach dem Datum des Dienstantritts. Hat sich z. B. am 5. Januar ein Mädchen auf unbestimmte Zeit vermietet, so kann sie die damit eingegangene vierteljährliche bis 5. April reichende Dienstverpflichtung sechs Wochen vorher, also am 23. Februar kündigen. Reueste Nachrichten Der Bundesrat und die Reichstagsbeschlüsse. Berlin, 19. April. Wie die Natioualliberale Korrespondenz von Vertretern verschiedener Regierungen hört, ist man im Bundesrate nicht gegen die Annahme der Resoln: tion Müller=Meiningen und Stockmann betr. Festsetzung der Zeit, innerhalb welcher der Bundesrat zu den Reichstagsbeschlüssen Stellung zu nehmen verpflichtet sei. Türkische Schiffsbestellungen Kiel, 19. April. Die seit langer Zeit schwebenden Verhandlungen zwischen dem Marineministerium, den Anatolischen Bahnen und den Howald=Werken in Kiel sind gestern durch Unterzeichnung der Verträge zum Abschluß gelangt. Die Howald=Werke erhalten vorläufig drei Dampfer in Auftrag, welche die Verbindung zwischen den Anatolischen Bahnen und Konstantinopel herzustellen bestimmt sind. Der erste Dampfer trifft bereits im nächsten Monat in Konssantinopel ein. Bestrafung eines Gerichtssekretärs V Kiel, 19. April. Das Schwurgericht verurteilte den Amtsgerichtssekretär Möller aus Preetz wegen Unterschlagung von Zeugengebühren und Urkundenfälschung zu 1 Jahr Gefängnis und Unfähigkeit zur Bekleidung eines Amtes auf 3 Jahre. Kassierer Reichenbach, 19. April. Der Kassierer der hiesigen Innungskrankenkasse der Baugewerksmeister ist verschwunden. Es ist ein Fehlbetrag von 6000 Mk. festgestellt worden. Vier Kinder verbrannt Zürich, 19. April. Bei einem Brande in Alpnachstad bei Luzern haben vier Kinder im Alter von 1—4 Jahren in den Flammen den Tod gefunden. Der neue Erzbischof von Olmütz □ Wien, 19. April. Die Ernennung des Bischofs Dr. Bauer aus Brünn als Nachfolger Dr. Kohns zum Erzbischof von Olmütz ist auf die ausschlaggebende Besürwortung des Kardinalfürstbischofs Dr. Kopp in Breslau zurückzuführen. Englische Beschuldigungen gegen Holländer London, 19. April. Die Morning= post berichtet aus Pretoria: Der Polizei ist es gelungen, 6 Mitglieder einer Bande von 80 Holländern gefangen zu nehmen, die nach dem Lydenburger Distrikt unterwegs waren, um Banken und Läden zu plündern. Bergung von Leichen London, 19. April. Aus dem gehobenen Unserseeboot A, das bei den jüngsten Flottenmanövern unterging, sind 6 Leichen hervorgezogen worden. Die Beerdigung erfolgt heute. Bedeutender Chirurg gestorben London, 19. April. Der bekannte Chirurg Thompson ist gestern gestorben. Ein Schatz auf dem Meeresgrunde 29 Madrid, 19. April. Der italienische Dampfer„San Clemente“ aus Genua ist in Vigo eingetroffen mit dem Auftrage, die Vigobay zu durchsuchen, um dort einen kolossalen Schatz aus Gold zu heben, der im Jahre 1702 von einem spanischen Admiral versenkt worden ist. Der Admiral war von der englisch=holländischen Flotte mit einer groten Uebermacht angegriffen worden, infolgedessen versenkte er sein Schiff, das mit Gold beladen war, damit es nicht in die Hände der Feinde falle. Die Arbeiten beginnen bereits in den nächsten Tagen. Streikende Zeitungssetzer Lissabon, 19. April. Gestern brach hier ein Ausstand der Zeitungssetzer aus, der von längerer Dauer zu werden verspricht. Vorläusig erscheinen keine Blätter. Anterwerfung bulgarischer Führer □ Konstantinopel, 19. April. Wie Hilmi Pascha telegraphiert, haben sich die bulgarischen Bandenführer Gruew, Lazantschew und Sugarew unterworsen. Hilmi Pascha sicherte ihnen Amnestie zu und wird sie unter freiem Geleit außerhalb des Landes schafsen lassen. Mit der Entfernung dieser Führer wird die letzte Aufstandsepoche als desinitiv beendet betrachtet. Erschwerung der Einwanderung in Nordamerika Washington, 19. April. Dem Repräsentantenhause ist ein Gesetzentwurf zugegangen, wodurch die die Einwanderung betreffenden Gesetze dahin abgeändert werden, daß die Begünstigung der fremden Dampfschiffreisenden durch auswärtige Regierungen verhindert wird. Nach dem Entwurf soll im Falle einer solchen Begünstigung von jedem auf einem nichtamerikanischen Schiffe ankommenden Ausländer ein Steuerzuschlag von 30 Dollar erhoben werden, außer einer Kopfsteuer von 2 Dollar. Ein Dynamitattentat zr Newyork, 19. April. Ein Dynamitattentat gegen eine mit Andächtigen gefüllte Kirche wurde am Freitag in Blackburn (Indiana) verübt, in der die Anhänger einer „Die Abendlichter“ genannten neuen religiösen Sekte ihren Gottensdienst hielten. Bei der Explosion wurden 23 Personen verletzt. Die Polizei ist der Ansicht, daß die Attentäter Anhänger anderer Sekten sind, von denen zahlreiche Mitglieder zu den„Abendlichtern" übergehen. Die„Abendlichter" lehren, wie der Post mitgeteilt wird, die buchstäbliche Auslegung der Bibel, die einfachste Lebensweise und den Genuß gröbster Speisen. Anleiheversuche. * Petersburg, 19. April. In Finanz= kreisen verlantet, daß sich der Finanzminister entschloßen habe. falls das französische Kapital den Anleihebestrebungen Rußlands Schwierigkeiten ber ite, sich mit deutschen Kapitalisten in Verbindung zu setzen. Eine amerikanische Intervention? □ Tokio, 19. April. Die Anteilnahme des amerikanischen Gesandten an den japanischen Siegesfestlichkeiten, die mit den Erklärungen des Präsidenten Roosevelt über die Neutralität der Union nicht im Einklang steht, täßt, wie eine Petersburger Meldung andeutet, vermuten, daß eine amerikanische Intervention für später zu erwarten ist. Vom Kriegsschauplatz in Ostasien London, 19. April. Aus Waihaiwai verlautet, daß die japanische Flotte ununterbrochen Kohlen und Vorräte aus Nagasaki und Nogi zugeführt erhält. Das Geschwader des Admirals Togo soll sich nach der blonden Insel zurückgezogen haben, die die Japaner schon früher als Stützpunkt benutzt hatten. □ Petersburg, 19. April. Wie verlautet, wird Admiral Dorbassoff nicht zum Befehlshaber der Schwarzen Meerflotte ernannt werden. Großfürst Kyrill und Admiral Makarow &am London, 19. April. Daily Mail meldet aus Petersburg, Großfürst Kyrill habe mehrfach darauf hingewiesen, daß Admiral Makarow in unglaublicher Weise das Geschwader vor Port Arthur aufs Spiel setzte. Als Makarow davon hörte, verlangte er die sofortige Abberufung des Großfürsten Kyrill. Errichtung von Magazinen. O Petersburg, 19. April. Auf eine Verfügung des Admirals Alerejew sollen an 23 Punkten der Ussoribahnlinie Magazine mit Vorräten und medizinischen Hilfsmitteln für 20 000 Kranke und Verwundete eingerichtet werden, Witterungs=Uebersicht. Bielefeld, 19. April. Niedrigster Thermometerstand in der Nacht+ 6 C. Thermometerstand um 10 Uhr vormittags+ 11 C. Barometer: 756 mm. Wind: NO. Himmel: heiter. an. Heute nachmittag 4 Uhr erfolgte Wiedereröffnung meines Geschäfts, nachdem alle Waren wesentlich im Preise herabgesetzt sind. Insonderheit mache ich auf einen bedeutenden Posten Wäsche eigener Anfertigung, sowie Kleider und Blusenstoffe aufmerksam, welche trotz bester Qualitäten zu fabelhaft billigen Preisen verkauft werden. Rachtjachen bunt,“ von 72 9 Fristerjacken 5.80, 4.50, 3.75 Piqué-Röcke weiß, extra weit, 2.80, 2.10, 1.20 Korsetts alle Weiten, 1.90, 1.10 M Krabulieh alle Neuheiten. Rüchentücher Seriel 17.9 Serie uI 144 Damenhemden 1.35, 1.20, 0.72 M Nachtjacken, weiß, mit Spitze und Feston, 1.85, 1.40, 1.12 M 3.85, 3,35, 2.90 Ueberziehröcke 8.50, 6.80, 4.904 Kinderhemden alle Größen spottbillig. Damenhemnden 2.25, 1.98, 1.65, 1.48 Damen-Beinkleider weiß, 1.65, 1.30 I. 04.4 Stickerei-Röcke 3.60, 2.90, 2.35, 1. 35.4 4.28, 3.25, 1, 20.4 Herren-Kragen und Serviteurs in größter Auswahl. 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An dem 25jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr zu Halle wird sich die hiesige Wehr beteiligen. ts. Herford, 18. April.(Anerkennung.) Der Packer Aug. Tiemann feierte heute sein 25jähr. Arbeitsjubiläum bei der Firma Wüllner u. Bach. Aus diesem Anlasse wurde ihm außer den Ehrungen, die ihm von der Firma und seinen Mitarbeitern zu teil wurden, auch von dem Magistrat ein Anerkennungsschreiben überreicht. ts. Herford, 16. April.(Eine Stadtverordnetensitzung) fand gestern nachmittag statt. Beschlossen und verhandelt wurde folgendes: Die Anträge des Magistrats betr. Bewilligung von 29000 Mk. zum Bau eines Teleskopengasometers und Aufnahme einer Anleihe von 1600000 Mk. wurden angenommen. Desgleichen fand die Vorlage zur Einrichtung der Banketts an der Engerund Diebrockerstraße Annahme. Betreffs der Bordsteine wurde der Magistrat ersucht, die Auswahl unter Zuziehung der Kommission nochmals zu erwägen, und bei dem Herrn Landrat die Ausdehnung des Kleinpflasters von 500 Mtr. auf 700 Mtr. zu beantragen. Auch die Vorlagen des Magistrats betr. Aenderung der Statuten des Bau= und Sparvereins, Anlegung der Gasleitung in der Marienstraße, Vermietung des großen Gebäudes an der Münsterkirchstraße und die Festsetzung der Fluchtlinie für eine neue Straße wurden angenommen. □ Bünde, 15. April.(Ergriffener Verbrecher.) Der Kommis Edmund Steinfeld hatte im Februar dieses Jahres der Firma Meyer und Wens hier, bei welcher er angestellt war, 4000 Mk. unterschlagen und damit das Weite gesucht. Er wurde heute in Hamburg in der Wohnung der Mutter seiner früheren Braut verhaftet und dem dortigen Amtsgerichts=Gefängnisse zugeführt. Steinfeld wurde auch noch von der Staatsanwaltschaft in Hannover wegen Betruges steckbrieflich verfolgt. Aus dem Lippischen, 18. April.(Von den Opfern der Hereros.) Die Ermordung des Ehepaares Dickmann(das aus dem Lippischen stammt)— die Thatsache ist bereits bekannt— und die Stellung, welche die beiden vorher unter den Eingeborenen eingenommen hatten, schildert der Berichterstatter der Köln. Ztg. folgendermaßen: „Bald darauf kam eine bei Dickmann wohnende Dame, Frl. Müller, am Arme verwundet, in die Feste gelaufen und erzählte, die Hereros seien in das Haus gedrungen und hätten zuerst auf sie geschossen, dann sei sie mit Dickmann und seiner Frau vor das Haus geflüchtet, wo sie wieder beschossen wurden. Frau Dickmann fiel getroffen nieder. Ihr Mann warf sich über sie und rief: „Ich kann meine Frau doch nicht im Stich lassen.“ So wurden beide ermordet, während Frl. Müller entkam. Dickmanns Kind starb einige Tage darauf in der Feste. Einige Bekannte, die in der Dickmannschen Wirtschaft manche frohe Stunde verbracht und die strebsamen Ehegatten schätzen gelernt hatten, erzählten, daß im ganzen Lande wohl kaum jemand den Hereros so viel Herzensgüte bewiesen hatte, wie Frau Dickmann. Sie und ihr Gatte ließen keinen Eingeborenen unbeschenkt aus dem Laden.“ k. Melle, 17. April.(Lehrerkonferenz.) Gestern fand eine von 32 Mitgliedern besuchte Lehrerkonferenz statt. Es wurde zunächst der Beschluß gefaßt, im Interesse der Kügler=Stiftung Küglers Bild zu kausen und dieses im VereinsDer Marschäufto Roman von Walter Schulte vom Brühl. 60]— Nachdruck verboten „Wo ist denn Ihr Tischherr hingeraten?“ fragte Felix die Theaterprinzessin, deren Mädchen am Eingang schon seit einer Stunde auf die Herrin wartete. „Er hat an' merkwürdige Launen heut',“ entgegnete sie leise.„Er hat sich halt geärgert, daß sein Schatzerl nit statt metner neben ihm g'sessen hat, und da hat er wacker in sein Herzeleid’neingetrunken. Er wird wohl wissen, weshalb er sich still gedrückt hat.“ Währenddessen war Hans in seinem Zimmer angekommen. Der reichlich genossene Wein hatte ihm keinen Schaden getan, aber seine Nerven befanden sich im Zustande gänzlicher Erschlaffung. Und obgleich er sich zur Fassung zwingen wollte, mangelte ihm die Kraft dazu, und so warf er sich in den Kleidern auf das Bett, vergrub den Kopf in die Kissen und weinte heftig, bis ihn der Schlaf umfing. Felix hatte keine Schwierigkeiten gefunden, seinen Plan wegen des Konzerts in der Farbentube auszuführen. Diejenigen Vorstandsmitglieder, die bei der Abendgesellschaft in seinem Atelier zugegen gewesen waren, unterstützten ihn auf das nachhaltigste, und da die Sache neu, originell und volkstümlich erschten, Schnütgens überdies ein verdientes Mitglied des Vereins war, so beschloß man, die Wintersaison im Künstlerheim mit dieser Veranstaltung zu eröffnen. Der Maler selbst hatte sich eifrig gezeigt, persönlich bei den Vorbereikungen einzugreifen: so veranlaßte er Schnütgens, dem er gleichzeitig auf die zu erwartende Konzerteinnahme hin einen Geldvorschuß verschaffte, besonders schöne Roben herstellen zu lassen. Und als dann bei dem Konzert die drei Mädchen in einfachen Seidenkleidern erschienen, die aber im Devant das von der Kunststickerin Ziska eigens gefertigte, von schölokale aufzuhängen. Dann hielt Herr Lehrer Börgen=Markendorf einen eingehenden Vortrag über „Kunsterziehung und Volksschule". Der Vortragende führte aus, warum wir in der Volksschule das ästhetische Gefühl bilden müssen. Die ästhetische Bildung ist gegenüber der intellektuellen und sittlich=religiösen Bildung bislang vernachlässigt worden. was aus dem mangelhaften Kunstverständnis eines großen Teiles unseres Volkes hervorgeht. Zweitens ist die Frage erörtert: Wie sind die Kinder künstlerisch genußfähig zu machen? In der Volksschule muß mit der Kunsterziehung begonnen werden und zwar ist neben den bislang schon das Schönheitsgefühl bildenden Fächern besonders der Geschichts=, Lese= und Zeichenunterricht mehr als früher in den Dienst der Kunsterziehung zu stellen. Nach einer Debatte dankte der Vorsitzende dem Referenten, Die nächste Sitzung findet am 14. Mai statt. * Dorstfeld, 18. April.(Vier Menschen tot.) In der Belegschaft der Zeche„Dorstfeld“ verunglückten dieser Tage 2 Knappen, ein Steiger und ein Bergmann. Alle sind tot. Die beiden letzteren hinterlassen Familien. * Dortmund, 17. April.(Großfeuer.) In der vergangenen Nacht brannte die dreistöckige Warenniederlage des Kolonialwarenhauses Büdermann völlig nieder. * Dortmund, 18. April.(Hagelschlag.) Am Sonnabend abend ging hier ein furchtbarer Hagelschlag nieder, nachdem schon die Umgegend von einem starken Gewitter heimgesucht worden war. Seit dem Jahre 1881 soll kein so schweres Hagelwetter hier niedergegangen sein. Die Hagelkörner, vielfach größer als Haselnüsse, richteten in Gärten und Fluren großen Schaden an. Die Temperatur war in den letzten zwei Tagen ungemein in die Höhe gegangen, das Thermometer zeigte bis zu 27 Grad Celsius. * Bochum, 18. April.(Die Pocken.) In den beiden letzten Tagen(Sonnabend und Sonntag) hat sich in Bochum wieder ein Fall ereignet, und zwar wurde ein kleines Kind in einem gesperrten Hause von den Pocken befallen. Von Coesfeld ist außerdem ein neuer Fall gemeldet. In Witten ist ein Kaufmann an den Pocken erkrankt, dessen Angestellter in Bochum wohnte. Von Hattingen wird ein leichter Erkrankungsfall gemeldet. * Duisburg, 16. April.(Schulärzte.) Die Stadtverordneten beschlossen die Anstellung von zehn Schulärzten. Gerichtssaal □ Bielefeld, 16. April. Strafkammer. Vorsitzender: Herr Landgerichtsrat Greiff; Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Assessor Wahn. (Schluß.) 3. Von der Anklage des Diebstahls freigesprochen Der wiederholt und schwer vorbestrafte Tischler Carl Dümke aus Berlin, zurzeit hier in Untersuchungshaft, wurde von der Anklage, am 6. März d. J. dem Kleinhändler Kuhlmann an der Gütersloherstraße hierselbst 12 Mark gestohlen zu haben, freigesprochen. 4. Vom Berufungsgericht freigesprochen Der Knecht Peter Vogelsang von Batenhorst war vom Schöffengericht in Wiedenbrück am 30. September v. J. wegen Diebstahls zu drei Tagen Gefängnis verurteilt und hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Das Berufungsgericht hielt eine rechtswidrige Absicht für nicht festgestellt, hob das erste Urteil auf und sprach den Angeklagten kostenlos frei. 5. Ein Messerheld Der 19 Jahre alte Zigarrenarbeiter Wilhelm Trampe aus Grimminghausen bei Oeynhausen hat am 30. Juni v. J. gegen den Zigarrenarbeiter Wilhelm Westerfeld, mit dem er in Streit geraten war, das Messer gezogen und damit denselben dernen Ranken umgebene bergische Rosenwappen zeigten, da war das Auge schon bestochen und der Lokalpatriotismus erweckt. Kein Wunder, daß nach dem bis ins feinste abschattierten Vortrage des Heimatliedes das den Hauptsaal des Gebäudes der Farbentube bis auf den letzten Platz füllende Publikum in einem fast beängstigend stürmischen Beifall ausbrach, ein Beifall, der jeder Nummer des mit Sorgfalt ausgewählten Programms treu blieb und der seinen Höhepunkt erreichte, als Hulda mit einiger Beklommenheit beginnend, aber bald sieghaft durchdringend, ihr Solo sang. Das Unternehmen Schnütgens war mit einem Schlage künstlerisch, und auch in Hinsicht auf den Geldpunkt glänzend eingeführt und gesichert. Die Blätter brachten spaltenlange Kritiken, welche in allen Tonarten versicherten, daß es hier gelungen sei, das Volkstümliche mit dem echt Künstlerischen harmonisch zu verbinden und daß der Tonkunst geradezu ein neuer Weg gezeigt werde durch den kühnen Versuch des Herrn Schnütgens. Ueber Nacht war das Unternehmen in die Mode gekommen. Aus allen Städten des Regierungsbezirks kamen glänzende Anerbietungen; gegen gutes Honorar wurde das Terzett zu vornehmen Abendgesellschaften herangezogen und als Schnütgens für die Saison einen Zyklus von zehn Konzerten des Terzetts verbunden mit dem Auftreten berühmter Gesangssterne und Virtuosen, ankündigte, da war das Abonnement schon in wenigen Tagen vergriffen.— Seine Erwartungen waren weit, weit übertroffen und sein ursprünglicher Gedanke an eine ständige Konzerthalle mit verhältnismäßig billigen Eintrittspreisen als ein wirksames Gegenmittel gegen die geschmacks= una sittenverderbenden Tingeltangel mußte von vornherein aufgegeben werden. Urplötzlich war er zu einer gewissen musikalischen Macht geworden, und verstand es auch aufs Beste, sich in dieser Stellung zu befestigen. Seinen Künstlern, denen er bisher nur den Unterhalt bestritten hatte, setzte er nun ein kleines festes Gehalt aus und ließ sie am Gewinn teilnehmen. art bearbeitet, daß derselbe eine zeitlang arbeitsunfähig geworden und sich in ärztliche Behandlung hat geben müssen. Die Strafkammer verurteilte den Messerhelden zu 6 Monaten Gefängnis und zu einer an den Verletzten zu zahlenden Buße in der Höhe von 65 Mark. 6. Kleinere Geldbeträge erschwindelt Der wiederholt vorbestrafte Maurer Rybka von Herford, zurzeit in Untersuchungshaft, hat sich im Februar v. J. von verschiedenen Personen in Herford Geldbeträge von 11, 2 und 15 Mark erschwindelt. Der Umstand, daß es sich um kleinere Geldbeträge handelte, rettete den Angeklagten von einer Zuchthausstrafe. Er erhielt wegen versuchten Betruges und vollendeten Betruges im wiederholten Rückfalle 1 Jahr Gefängnis. □ Bielefeld, 16. April. Schöffeugericht. Vorsitzender: Herr Amtsgerichtsrat Nottarp: Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Polizei=Kommissar Thiele. 1. Unterschlagung. Der frühere Kellner, jetzt Gelegenheitsarbeiter Franz Herzog von hier hat im November v. Is. eine Quantität Fleischwaren im Werte von 40 bis 70 Mark, die ihm von dem Schlachtermeister V. hierselbst anvertraut waren, entweder für sich verbraucht oder verkauft und dann das Geld eingesteckt. Er wurde wegen Unterschlagung zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt, worauf ihm von der erlittenen Untersuchungshaft 2 Wochen in Anrechnung gebracht wurden. 2. Entwendung von Arbeitsmaterial. Dem 18 Jahre alten Schlosser Hermann Lemme von hier, z. Zt. in Untersuchungshaft, wurde zur Last gelegt. im März d. Is. dem Fahrradhändler H. hierselbst ein Fahrradschlauch, zwei Fahrradglocken und andere Sachen, und der Firma Dürkopp u. Ko., bei der er in Arbeit stand, eine ganze Menge Fahrradteile, im Werte von etwa 20 Mark, gestohlen zu haben. Es wurden zwei fortgesetzte Diebstähle angenommen und der Angeklagte dieserhalb mit 12 Tagen Gefängnis bestraft, welche Strafe durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt ist. 3. Ein unehrlicher Angestellter saß in dem Geschäftsreisenden Guido Dölitscher aus Halle a. S. auf der Anklagebank. Er hat dem Agenten Händel, hierselbst, für den er reiste, die ihm anvertrauten Muster unterschlagen. Das Urteil lautete auf 2 Wochen Gefängnis. Die Strafe ist durch Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft verbüßt. Von der Anklage des Betruges wurde er freigesprochen. 4. Schulknaben als Diebe Die Schulknaben Ewald Sewing von hier und Wilhelm Wittenbreder von hier hatten sich wegen kleiner Ladendiebstähle zu verantworten. Gegen Sewing lagen fünf Fälle und gegen den von Sewing offenbar verführten Wittenbreder nur 2 Fälle vor. Sewing wurde einer Erziehungsanstalt und Wittenbreder seiner Familie überwiesen. 5. Logisschwindel Der Maurergeselle Paul Balling von hier, jetzt zu Berlin wohnhaft, wiederholt vorbestraft, ist seiner Kostgebern hierselbst im April v. J. mit einer Kost= und Logisschuld durchgebrannt. Dieser Logisschwindel brachte ihm 2 Wochen Gefängnis ein. 6. Mißhandlung Der Arbeiter Friedrich Menke von hier, welcher angeschuldigt war, am 1. Februar d. J. den Agenten Fritz Wiese mißhandelt zu haben, will sich infolge damaliger Trunkenheit auf nichts mehr besinnen können. Es wurde jedoch sein Gedächtnis durch die Beweisaufnahme wieder aufgefrischt und gegen ihn auf eine Geldstrafe von 15 Mk. ev. 3 Tagen Gefängnis erkannt. 7. Eine Peitsche entwendet Der Arbeiter August Bentrup von hier, vorbestrait, wurde überführt, am 26. Dezember v. J. dem Ziegeleibesitzer August Werning zu BrönningWohl wissend, daß die musikalische Ausbildung seiner Gesellschaft noch vielerlei Lücken aufwies und daß man höhere Anforderungen stellen würde, sobald das Unternehmen den Reiz der Neuheit verloren habe, gab er nicht nach im sorgsamsten Studium und ließ lieber einen Konzertauftrag unberücksichtigt und„machte sich rar“, als daß er des augenblicklichen Erwerbs wegen jene Vorbereitungen vernachlässigt hätte. Hulda, der er wegen ihrer Solovorträge ein höheres Honorar ausgesetzt hatte, wurde es leicht, sich selbständiger zu machen. Sie bezog nun bei ordentlichen Leuten ein Zimmerchen für sich allein, mietete sich auch ein Klavier und trieb mit regstem Eifer ihre musikalischen und gesanglichen Studien. Jeden Morgen wurde eine gemeinsame Probe abgehalten. Hulda erhielt außerdem täglich eine Gesangsstunde von ihrem Lehrer. Den Klavierunterricht bei ihr hatte er, da ihm nun die Zeit mangelte, aufgegeben und ihr eine tüchtige Lehrerin empfohlen. Da sie den dringenden Wunsch hegte, auch in anderer Richtung ihre mangelhafte Bildung zu ergänzen, unterstützte er sie mit Rat und Tat und seine Bewunderung für das Talent und ernste Streben des jungen Mädchens wuchs bald zu einer Verehrung empor, bei der das Herz nicht unbeteiligt war, obgleich er sich ehrlich bemühte, seiner arglosen Schülerin solche Gefühle sorglich zu verbergen. Hans vermied es, mit Hulda, und mit der Konzertgesellschaft überhaupt, zusammen zu kommen. Zwei der Konzerte hatte er freilich besucht, aber es war keine reine Kunstfreude, die er genoß, vielmehr empfand er ein Gefühl schmerzlicher Wehmut, das noch lange in ihm nachzitterte und sich jedesmal wieder regte, wenn er eine günstige Kritik über das Unternehmen las oder wenn der Name des Mädchens nur erwähnt wurde. Die Stimmung des Spätherbstes und des beginnenden Winters paßte so recht für seine Seele. Während er gewöhnlich in der Geschäftspause nach dem Mittagessen, meist mit dem Maler, in ein Cafe ging, um dort bei einer Tasse des würzigen Hauten uue Verüiche, gelohlen zu haben. Nad ise teil lautete gegen ihn auf 1 Woche Gefängnis. 8. Er kam auf den Hund. Nämlich der Arbeiter Heinrich Zöllner zu Senne I. als er am 9. Mai v. J. zu Isselhorst den kleinen Hund des Malermeisters Heitmann an sich lockte und an sich nahm. Diese Hundegeschichte, welche als Diebstahl angenommen wurde, brachte ihm 3 Tage Gefängnis ein. 9. Wegen Zechprellerei hatte sich der wegen Betruges vorbestrafte Schneider Friedrich Müller von Spenge zu verantworten. Er ist am 28. Dezember v. J. dem Wirt Meyer zu Drewer in Schildesche mit einer Zeche von 85 Pfg. durchgegangen. Der Gerichtshof erkannte gegen ihn auf 15 Mk. Geldstrafe ev. 3 Tage Gefängnis Stimmen aus unserem Leserkreise. Die Redaktion steht den unter dieser Rubrik veröffentlichten Auslassungen vollkommen fern und übernimmt für dieselben daher dem Publikum gegenüber auch keinerlei Verantwortung. Wer mit einem Artikel nicht einverstanden ist, dem stellen wir den Raum zur Entgegnung gern zur Verfügung. #nonyme Einsendungen bleiben underücksichtigt. Der Beginn der Theatervorstellungen Auf mein Eingesandt:„Eine Bitte an Herrn Theaterdirektor Lange“ finde ich in Nr. 89 Ihrer geschätzten Zeitung eine Erwiderung, worin ein Schildescher Herr der Ansicht ist, daß das Theater auf die Dauer nicht allein mit den Bielefelder Besuchern, sondern auch zum großen Teil mit den auswärtigen zu rechnen hat und daß daher auf diese ganz „speziell“ Rücksicht zu nehmen sei. Aber mein verehrtester Herr Einsender, haben Sie denn mein Eingesandt auch aufmerksam gelesen? Das glaube ich gar nicht, denn sonst müßten Sie doch gefunden haben, daß ich beim Schreiben des Artikels auch an die Fremden gedacht habe. Ich schlug daher doch nur vor, an einigen Abenden in der Woche den Beginn der Vorstellungen auf 8 Uhr festzusetzen, weil dadurch doch der Gesamtheit am besten gedient sei und es den Privatbeamten(ohne?) alsdann auch möglich ist, die Vorstellungen pünktlich zu besuchen. Mein Herr, bedenken Sie doch, daß in Bielefeld einige hundert Privatbeamten(d. h. kaufm. Angestellte) tätig sind, von denen es den meisten nicht möglich ist, an Wochentagen um ½8 Uhr das Theater zu besuchen. Gönne man doch auch diesen Herren, daß sie nach angestrengter Arbeit sich abends an der schönen Kunst erbauen können. Daß auf die Auswärtigen Rücksicht genommen werden muß, ist auch meine Ansicht, aber die „spezielle“ Rücksicht kommt doch den Bielefeldern zu! Wenn dermaleinst die Schildescher sich eines Stadttheaters erfreuen können, so werden sie auch verlangen, daß in erster Linie auf ihre Wünsche Rücksicht genommen wird. Ich erlaube mir daher, meine Bitte an Herrn Theaterdirektor Lange zu wiederholen, doch den Beginn der Vorstellungen an einigen Abenden in der Woche auf 8 Uhr festzusetzen, ein zahlreiches Publikum wird sich für dieses Entgegenkommen durch regen Besuch des Theaters dankbar erweisen. A. B. Briefkasten I. D. Wir nennen Ihnen die Namen Langenbruch und Schulrat a. D. Grabow in Berlin. K Trankes Zeitungen durchzusehen, lief er jetzt zu dieser Zeit in den einsamsten Teilen des Schloßgartens umher. Das Brausen des Windes, das Rieseln der Blätter und ihr Rauschen, wenn sein Fuß durch ihre an den Wegrändern angehäuften Mengen dahinschritt, das tat ihm wohl, ebenso das Glucksen und Schäumen der Wellen in dem Strome, der breit und gewaltig zwischen niederen Wiesen dahinfloß. Felir machte sich lustig über des Freundes so plötzlich erwachte Naturbegeisterung— seine„Laufwut", wie er es nannte. Als sie eines Tages aber, da strömender Regen Hans an dem üblichen Spaziergange hinderte, wieder in einem Eckdivan im Cafe zusammensaßen, fragte der Maler:„Haben Sie in diesen Tagen etwas von Schnütgens gehört?“ „Nur gelesen, daß er mit seiner Gesellschaft in Köln und Krefeld konzertierte und den üblichen Erfolg hatte. „Nein, das meine ich nicht. Etwas anderes, intimeres.“ „Ich habe, entgegnete Hans, und zwang sich zu einem gleichmütigen Tone,„so viel mit meinen nächsten Zukunftsplänen zu tun, daß ich mich nicht darum kümmern konnte.“ „Ich dachte, Sie würden, schon der Landsmannschaft wegen, vielleicht hin und wieder ihre Jugendbekannte, Fräulein Hulda, sehen und sprechen. „Seit jenem Abend in Ihrem Atelier habe ich kein Wort mehr mit ihr gewechselt.“ Felix sah ihn lächelnd an.„Sie sind ein charaktervoller Jüngling, das ist des Lorbeers würdig,“ meinte er.„Nun, ich dachte nur.— Aber vielleicht haben Sie sonst etwas von dem Gerücht erfahren!" „Von welchem Gerücht?“ „Man sagt, Schnütgens habe Fräulein Hulda in aller Form einen Heiratsantrag gemacht.“ „Und sie wird ihn heiraten— natürlich!“ sagte Hans nach einem kurzen Augenblick mit rauher Stimme. (Fortsetzung folgt.) Handelsnachrichten = Zeichen des Krieges. Als charakteristisch für den Zeitbedarf verdient erwähnt zu werden, daß in den letzten 8 Tagen die Aktien von Unternehmungen, die für den Kriegsbedarf arbeiten. um 5 Prozent und mehr gestiegen sind. Wir nennen hier die Aktien der Deutschen Waffen= und Munitionsfabrik, der Vereinigten Köln=Rottweiler Pulverfabriken und der Rheinischen Metallwaren= und Maschinenfabrik. * Aufruf an die Aktionäre des Phönix in Laar. Der Vorstand des Stahlwerksverbandes veröffentlicht, wie wir schon kurz mitteikten, einen Aufruf an die Aktionäre des Phönix, in welchen diese davor gewarnt werden, sich der Täuschung hinzugeben, daß der Phönix dem Stahlwerksverband fernbleiben und neben demselben hergehen könne. Weiter heißt es: Der Stahlwerksverband bestehe entweder mit dem Phönix oder er werde nicht bestehen. Es liege daber in der Hand der Aktionäre des Phönix, die Entscheidung über das Geschick des Stahlwerksverbandes.— Wir halten diese Drohung für recht kleinlich. Wenn die Aktionäre des Phönix trotzdem „nein“ sagen, wird dann der eben ins Leben gerufene Stahlwerksverband wieder aufgelbst? Dann wäre alles, was vorher in Sachen des Verbandes geschehen ist. eine Komödie sonder Beispiel und schlösse eine Blamage vor der ganzen Welt in sich. Wir können nicht begreifen, daß die Leiter des Stahlverbandes einen solchen Aufruf in die Oeffentlichkeit gelangen lassen konnten, der an Schwachmütigkeit seines Gleichen sucht. Wenn der Stahlwerksverband ohne die Liebe des Phönir nicht existieren kann, dann hätte er nicht in Kraft treten sollen, bevor er sich derselben versichert hatte. 2— Kalisyndikat. Die anhaltische Staatsregierung hat im Landtage der Ansicht Ausdruck verliehen, daß an dem Zustandekommen des Kalisyndikats, wenn auch erst in letzter Stunde, nicht zu zweifeln ist. Sehr bedauert wurde, daß die Kaliindustrie für die im verflossenen März wieder sehr reiche Abforderungen vorgelegen haben, außerordentlich unter dem Wagenmangel zu leiden hattr. 2— Vom Stahlwerkverband. Wie die Köln. Ztg. hört, kam der Anschluß der MarthaHütte in Kattowitz an den Stahlwerkverband zustande. Mit dem Gußstahlwerk Döhlen wurde eine Vereinigung erzielt, wonach dessen Anschluß anzunehmen sei. Hinsichtlich der Westfälischen Stahlwerke gedenkt man die Entscheidung des„Phönix" abzuwarten, welchem die Wahl gelassen sei zwischen dem Beitritt mit 516000 To. oder einem heftigen Interessenkampf. Werde der„Phönix“ hierdurch zum Beitritt nicht gezwungen, so werde der Verband sich auflösen. Ein drittes gebe es nicht. Dividenden. Die eingeklammerten Ziffern bedeuten die Dividende des Vorjahres. Vorgeschlagene. Allgemeine Vers.=Ges. Fortuna in Berlin 17½ pCt.(17½).— Deutsche Versicherungsges. in Bremen 75 Mk. für die Aktie. — Aktienfärberei Münchberg vorm. Knab u. Linhardt 11 PCt. Konkurse (A: Anmeldefrist) August Wallmeyrr u. Co., Gotha A4 5. Kaufmann Wilhelm Nellen, Halle a. S. A 35. Firma I. A. Castens, Oldenburg A 19 5.— Kaufmann Max Sobetzko, Ratibor A 11 5.— Firma C. A. Albers, Rostock A 9 5. Berliner Börse * Berlin 18. April. An heutiger Börse entwickelte sich nur ganz geringfügiges Geschäft, viele Kurse mußten um 12 Uhr gestrichen werden. Eine Ausnahme machte nur der Montanaktienmarkt, der eine regere, vom Verkehr mit Laurahütteaktien ausgehende Lebhaftigkeit zur Schau trug. Ueberhaupt waren oberschlesische Werte infolge vorteilhafter Industrieberichte bevorzugt. Im übrigen blieb der Markt ruhig bei wenig veränderter Tendenz. Ueber die tatsächliche Lage auf dem Kriegsschauplatze ist man vollends im Unklaren. Petersburg meldete feste Börsenstimmung. Die Tendenz für Bankaktien war nicht einheitlich, die Schwankungen blieben jedoch belanglos. Von Montanpapieren lagen nur östliche Werte fest, westliche zeigten eher Neigung zur Schwäche. Am Bahnenmarkte waren Prinz Henri gebessert, amerikanische gedrückt. Recht fest waren Schiffahrtswerte, besonders Paketfahrt auf vorteilhafte Schiffsverkäufe. Fremde Renten schwach.— Die Börse schloß durchweg schwächer, nur Laura blieben fest. Privatdiskont 3 Prozent(Plus Einachtel). * Produktenbörse. An der Gesamtsituation des Getreidemarktes hat sich seit Sonnabend nicht das geringste geändert. Nach wie vor drückte starke Realisationslust auf die Tendenz, und die Preise konnten sich bei dem gänzlichen Versagen der Kaufumfrage nicht behaupten. Von den Auslandsbörsen lagen wiederum durchweg schwache Meldungen vor. Weizen setzte ½ bis ¼ Mk. niedriger ein, wurde jedoch schon in erster Stunde nominell etwas fester, da die Magdeburger Wetterwarte für die nächsten Tage kaltes, trockenes Wetter in Aussicht stellt. Roggen war nur ¼ bis ½ Mark billiger zu haben als vorgestern, Mehl still, schwach behauptet. Effektiver Weizen indischer und argentinischer Provenienz war zu unveränderten Preisen offeriert. Das inländische Roggenangebot ist nicht dringlich, doch befindet sich noch viel Ware auf dem Wasserwege nach hier. Hafer bleibt in besseren Sorten beachtet; Mais war schwach auf Amerika und Warenankünfte. Rüböl wenig verändert. Schluß für Getreide: nahe Weizenlieferungen auf einige Käufe befestigt. Hupotheken-Pfandbriefe Deutsche Hypoth.-Bank Pfandbr. bis 1910. 4 192.15 do. do. so. 05. 3% 96.— Gothser Gr. Cr.-Pfandbriefe 00 4 101 60 do. do. 05...„. 3½ 96.75 Hamburger Hypotheken-Bank 10..... 4 102.10 do. do. 08 3½ 96.30 Meininger Hypotheken-Pfandbr. 11.... 4. do. do. 07.... 9½ 96.60 Preussische Boden-Oredit-Plandbr. 10... 4. 102.20 4o. 4a. 07... 4% 95-8 Preuseische Central-Boden-Pfandbr. 10. 4 100 do. do. do. 06... 3½ 96.50 Preussische Pfandbrief-Bank 10..... 4. do. do. 08 6% 95.75 Rheinisch-Westfällsche Boden-Cr. 12... 4 102.— do. do. do. 08„. 3½ 96.80 Eisenbahn-Stamm-Aktien abg. Aschener Mastr. Anstollsche Braunschweiger Landes-Eisenbahn Dortmund-Enscheder Italienische Meridional-Eisenbahn. Itallenische Mitteimeer-Risenbahn. Jura-Simplon Oesterreichische Staatsbahn 130.10 124.75 Bank-Aktien Berliner Bank de. Handels-Gesellechaft Darmstädter Bank. Deutsche de. Disconto-Gesellschaf Dresdener Bank Nationalbank für Deutschland..!... Oesterreichische Credit Schaaffhaus, Bankverein Barmer do.„*** Bergisch-Märkische Bank Braunschweig-Hannnoversche Bank Deutsche Genossenschafts.- do. Dortmunder Bankverein Elberfelder do. Essener Kredit-Anstalt Hamburger Hypothekenbank Oldenburger Spar- und Leihbank. Oenabrücker Bank Preussieche Bodener.-Bank Preussische Pfandbr.-Bank Reichsbank Rheinisch-Westfälische Boden-Creditbank. Westfällsche Bank. Industrie- Paplere Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft Baroper Walswerk Bochumer Gusestahl Brannschweiger Maschinen Deutsche Gasgiülhlicht Dortmunder Union Dürkopp Maschinen Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchener Bergwerk Georgs-Marienhütte Bt. Pr. Gerresheimer Glas Hamburg-Amerikanische Packetf. Harpener Bergbau Henestenberg Maschinen Hlbernla Bergwerk Hörder Bergwerk Lit. A. Hösch Elsen. Königebor Bergwerk Laurahütte Lonise Tiefbau St. Pr. Menden und Schwerte Nähmaschinen Koch& Co. Norddentscher Lloyd Phönix Bergwerk Ravensberger Spinnerei Rheinische Metallwaaren do. Stahlwerke Rheinlsch-Westfällsche Industrie Stollberger Zinkhütte Vogt 4 Wolfl Vorwärts Spinnerei Westtalls Oement Westfällsche Kuplerwerke do. Stahlwerke 88.10 151.50 134.80 216.50 183.75 148.50 119.— 202.10 140.— 143.90 159.— 148.30 101.— 115.25 122.60 100.— 162.— 176.— 141.60 143.60 157.— 153.40 112.— 214.50 89— 191.50 60.— 28.75 82.— 357.75 244.60 211.— 127.— 165.— 1•7.— 196.50 127.90 196.20 141.75 202.50 161.50 258.25 106.25 9450 197.— 105.— 162— 110.50 64.75 176.90 135.50 152.50 244.50 70.30 156.25 105.40 143.— Narr pertals Gold, Silber. Banknoten 4 10 T Ba#vische Noten Prangs-Stücke 4.19 16.19 Velkiche Woten Englische Banknote 102.25 94.10 191.60 96.75 101.9 96.10 102.20 96.50 102.20 95.50 102.40 96.40 101.75 90.75 102.70 96.2) 129.75 124.60 88.25 151.25 134.50 216.90 182.60 148 25 118.75 202.90 139.90 123.95 158.50 148.50 104.75 116.— 123.— 160.25 162— 175.80 141.60 144.10 137.25 153.50 312.— 214.— 88.25 190.— 207.50 82.25 242.50 210.25 127.50 164.6 107— 196.30 127.75 196— 141.40 200. 0 167.— 239.— 106.50 9175 197.— 106.— 162.50 111.80 65 25 273.1 135.50 151.50 224— 69.75 156.25 106.50 123.75 81.25 20.14 81.35 169.30 * Klein- und Strassenbahn-Oblidationen Allgemeine Lokal- und Strassenbahn... 4½ 102.20 101##6 Badische Lokalbahn 4½———. Berlin-Chariottenburger Strassenbahn„ 4½—.— 108.— Orefelder Strassenbahn 4½—. Grosse Beziiner Strassenbehn..... 8½ 99.90 Reichsbankdiskont 4 4 Peivatdiskont 2% 9 Kaffee Hamburg, 18. Apzll. Kaffee behauptet. Heutiger Uneset: 1500 Sack. Rio reei ordinary 30. Seatos good average 38. Bromen, 18. Apzil. Kaffee fest. Lucker Nandeburg, 18. April. Preise für greitbaren Rohsucker Aussohllesslich Verbrauchssteuer. Die Preise verrtchen sich für 5e Kllogramm. Kornsucker I. Produkt 88pros, ohne Saok Mk., Nachprodukt 75prot, ohne Sack—.— Mk. Tendenz: Ruhig. Hamburg. 18. Aprll. Offisielle Notierang. Apull 17,10 B, 16,90 6.—.— ba. Baumwolle Bromen, 18. Aprll. Ruhig. Upland middl. loko 70 Ptg. Liverpoel, 18. April. Umsatz 5000 Ballen, davon für Spekulation und Export 200 Ballen, Tendens: Amerikaner willig und 10 Pankte niedriger, Aegypter willig und 1/6 niedriger, Brastlaner 10 Pankte niedriger. Amerikanische goodordinary Lieferungen: Kaum stetig. April 7,70. Fettwaren Hamburg, 18. Aprll. Schmals ruhig. Steam 33½ Pfg Kingen u. Co. 35, Hammond 34½ Plg., Swift, Pachlag& Co 34¾ Ptg. Bremen, 18. Aprll. Schmals ruhig. Loko, Tube und Firkin: 35 Pfg. Doppeleimern 35¼ Pig. Schwimmend April-Lieferua; Tube und Firkins—.— Doppeleimer—.— Speok eletig, Short loko— Pfg., Short olear Abladung— Pig. Metalle Amsterdam, 18. April. Bankasinn 77. London, 18. April. Kunter 58½ b 57⅞ Pf. St.— Nun 123% à 127½ Pf. St.— Blei 12%8 Pf. St.— Zink 24% Pf. St. Glasgow, 18. Apzil. Roheisen, Mized numores worraati, 52 R 4½ d. Oele Berlin, 18. Apeil. Rüböl April 44,0. Köln, 18. April. Rüböl loko 49.50. Hamburg, 18. Apzil. Rüböl ruhig,##oko 47.00 K.— Leindl ruhig. loko 36,00 B.— Petroleum ruhig, Icko 6,95 R. Getreide Perlin, 18. Apzil. Weisen, Mai 170¾—171%, Roggen Mai 134¼—135, Hater tein 134—149, mittel 1.5—133, gering 121—124, Mais, amerikanlsoner mixed 114½—115 1. Welzenmehl 00 21.50—23.50, Roggeomehl 0 und 1 16,25 bis 17.70. New-Vork, 18. April. Weizen willig, per Juli 85%— Mais stetig, per Juli—. Spiritus Hamburg, 18. Aprtl. Spieitas, Apeil 25½ B., 25 G. Marktberichte Chleago, 18. April. Weizen pr. April—.—. Mais pr. April 51¼. Hafer pr. Mai 88. Schmalz pr. April—.—. Speck niedrigster Preis 6.50. Roggen pe Mai 72. Leinsaat per April—. bssen, 18. April.(Fruchtmarkt.) Weizen inländ. 17.25 bis 17,75 Mk.; Weizen tremder 17,75 bis 18,50) Mk.; Roggen inländ. 13,50 bis 14.— Mk.; Roggen fremder 14,75 bis 15,75 Mk.; Hafer inländ.—.— bis—.— Mk.; Hafer fremder 14,— bis 15.— Mk. Buchweizen 15,— bis 16.— Mk.; Futtergerste 11,50 bis 13, Mk., Mais 11.50 bis 14,50 Mk., Weizenvorschuss 22,75 bis 23,25 Mk.; Roggenvorschuss 19,75 bis 20,25 Mk.; Weisenkleie 9.50 bis 14.— Mk.; Rüböl inkl. Fass—.— bis—.— Mk. Alles per 100 Kllogr. frachtparität Essen ohne Sack bei Abnahme von Doppelladungen mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. Schtune des redaktionallen Talle Myrrholin-Seife unübertroffene Schöuheits- und Gesundheits-Seife, viel lausendfach bewährt. Aerztlich empfohlene Kinder-Seite, einzig in ihrer Art. Stück 50 Pf. in Apotheken, Drogerien und Partümerien wie auch das nicht fettende Myrrholin-Glycerin. Erfolg: Weisse, zarte Hände, reiner, schöner Teint. Beste Haut-Pflege-Mittel. Für Reklamen und Inserate verantwortlich Friedrich Lieder Bielefeld F Veranurmachung. Die technische Revision der Maße und Gewichte der Gewerbetreibenden des Stadtkreises Bielefeld findet in der Zeit vom 2. Mai bis 18. Juni d. J. statt. Die beteiligten Gewerbetreibenden werden hiervon unter Hinweis auf die Folgen einer etwa vorgefundenen Unrichtigkeit der Maße v. v.(Einziehung derselben und Bestrafung) in Kenntnis gesetzt und gleichzeitig aufgefordert, ihre Maße und Gewichte, soweit deren fortdauernde Richtigkeit zweifelhaft erscheint, rechtzeitig eichamtlich prüfen zu lassen. Bielefeld, den 18. April 1904. 17612 Die Polizei=Verwaltung. Stapenhorft. Veranurmachung. Die Lieferung von Tischlerarbeiten(Holzpaneele 2c.) für den Rathausneubau soll vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind bei unserer Kanzlei II für 0.75 Mark zu beziehen, ebendaselbst sind schriftliche verschlossene Angebote mit der Aufschrift:„Angebot auf Lieferung von Tischlerarbeiten für den Rathausneubau" bis zum Eröffnungstermin am Dienstag, den 26. April 1904, vormittags 9 Uhr einzureichen. 7694,92 Bielefeld, den 18. April 1904. Das Stadtbauamt. Vernuurmachung. Zur Deckuug des Gemeindebedarfs werden in den nachstehend aufgeführten Gemeinden des hiesigen Amtsbezirks für das Steuerjahr 1904 an Zuschlägen zu den Staats= und staatlich veranlagten Steuern erhoben. Gemeinde Zuschläge i. Prozent. zur Einkommensteuer incl. d. fing. Sätze den 13. Zuschläge i. Prozent. zu den Realsteuern u. der Betriebssteuer 200 225 200 210 230 195 Realst. 95 Betriebsst 250 240 230 220 des deren Flur 28 Nr. 264/19, Zuschlagsheide, Der Amtmann. Hilboll. Beranntmachung. Die festgesetzten Gemeindesteuerlisten der Gemeinden für 1904 für diejenigen Eingesessenen, 00 Mare uu finaserte ziehung zur Kommunatst Rormalstenersätzen bebuts verauMts. ab 14 Tage lang“uer erfolgt ist, liegen vom 20. ds. No. 1— öffentlich aus,“in gengen Amtshause— Zimmer Brackwede, den 16. April 1904. Der Amtmann: Hilboll Zwungsdersteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Brackwede belegenen, im Grundbuche von Brackwede Band 17 Blatt 16 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Handarbeiters Caspar Vollmer in Senne I. früher Neustädter Feldmark bei Herford, eingetragenen Grundstücke der Gemarkung Senne I: Flur 28 Nr. 244/19, Zuschlagsheide, Weide, groß 1 Hekt. 33 Ar 47 qm, Reinertrag— Thlr. 52 1/100. Flur 28 Nr. 246/18, Fichtenbrink, Weide, groß— Hekt. 65 Ar 90 gm, Reinertrag— Thlr. 26 1/100. Flur 28 Nr. 233/27, Unterm Hofe, Acker, groß— Hekt. 4 Ar 62 qm, Reinertrag— Thlr. 09 1/100. Flur 28 Nr. 236/30, Kurze Garten, Weide, groß— Hekt. 6 Ar 77 gm, Reinertrag— Thlr. 03 1/100. Acker, groß— Hekt.— Ar 04 am, Reinertrag— Thlr.— 1/100. Weide, groß 5 Hekt. 67 Ar 35 qm. Reinertrag 2 Thlr. 23 1/100. Holz, groß— Hekt. 83 Ar 67 qm, Reinertrag— Thlr. 33 1/100. Flur 28 Nr. 268/31, die unterste Heide, Weide, groß— Hekt. Ar 26 qm, Reinertrag— Thlr.— 1/100. Flur 28 Nr. 269/31, die unterste Heide, Weide, groß 1 Hekt82 Ar 61 gm, Reinertrag— Thlr. 71 1/100. Flur 28 Nr. 282/20 2c., Zuschlag, Hofraum, groß— Hekt. 17 Ar, 68 qm, a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten Senne I Nr. 135 Nutzungswert 60 Mk. Gebäudesteuerrolle Nr. 136. Flur 28 Nr. 283/20, Zuschlag, Acker, groß 2 Hekt. 50 Ar 15 amReinertrag 9 Thlr. 80 1/100. Flur 28 Nr. 284/21, rechten Tune, Acker, groß— Hekt. 65 Ar 34 qm, Reinertrag 1 Thlr. 56 1/100. Flur 28 Nr. 285/29, kurze Garten, Acker, groß— Hekt. 42 Ar 37 qm, Reinertrag 1 Thlr. 66 1/100, am 10. Mai 1904, vormittags 9½ Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 15 versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 9. Februar 1904 in das Grundbuch eingetragen. " Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Anspruche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Bielefeld, den 23. Februar 1904. 2959,91 —„„„„ Im Auftrage des Herrn Konkursverwalters Lemke hier, werde ich am Donnerstag, den 21. April er., nachmittags 3 Uhr anfangend, die zur Konkursmasse Ermshaus u. Schwarze gehörenden Gegenstände, bestehend aus nahezu fertigen, halbfertigen und angearbeiteten Armaturteilen, diversen alten Metallen, Gußschrott, Materialien für Gießerei, neuen Manometern, Kleinwerkzeug für Dreherei, Schreinerei, Schlosserei u. Formerei, Betriebsgeräten, sowie 2 Leitern, Flaschenzug, 1 Kleiderschrank, 1 Dezimalwage — 200 kg— mit Gewichten, 1 zweirädrige Handkarre, 1 Geldschrank, 1 doppeltes Schreibpult, 1 Tisch, 1 Aktenständer, Kopierpresse und sonstige Utensilien in dem Geschäftslokale, hier, Stadtheiderstr. 38, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Die Gegenstände sind zum Teil gebraucht und können am 20. April er., nachmittags von 3—6 Uhr und am Tage der Versteigerung von 2—3 Uhr nachmittags besichtigt werden. Bielefeld, den 12. April 1904. t6947,91 Butt, Gerichtsvollzieher. 648 Arhnung per Ottober v. J. oder früher zu vermieten. 7499.95 Näheres Turnerstraße 35. Königliches Amtsgericht 6. Abgeschi. E Elagt, 4 Zimmer, Küche m. Speisek., Badeeinricht. u. sonst. Zubeh. z. 1. Okt. mietfrei. Ellerstr. 25. 7457,98 1. Etage, 8 Räume mit Balkon und Gartenbenutzung, zum Preise von 650 Mk., zum 1. Oktober zu vermieten. 2,91 Offerten unter 7182 an die Exped. der Westfäl. Zeitung. 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Sie werden ohne jeden Kommentar veröffentlicht, die georzeiguno gaut, dohz igs zeuige, Pspucim. ehr. Mohizie Eigsaige elsezfelist ein Arteizise hlben Hr=sahiszsige fund, Kleiue Kiltiche Wöatzevrzierpoag zeuiangreichen Gebrauch au machen, Adweiche Bahrheit, gleichviel ob sie in diesen einleitenden Worten die Rieterzeugung bat daß das leidende Pubikum sehr wohl im Stande ist, sich selzs,eia. Urtel.10 weil man bgerechnet, wortgetren; weggelassen sind alle Ausbrücke Stadtes sa belbk eid hrteh., Zisegren zur Ginsch aus ud wicd brigend gebeien, bisrzen, Iuizngrighen Vetzeug i gtgzg, Teneichzugen vn der Bahrbeit gleichriel ob sie in diesen einleitenden Vorten oder in den nachsolgenden bellungsberchten gefinden würzeg„ 53g=Basterng.sesefe zach lich.— um den zalf Zoshakesc hetkoinresteder Pus zu geven, ucht Nees-bu u. tae eie heaner Kachessbt.- Bcdesbbieg, eie=aht ie Bechläit ihd K late Bshe wohaner sch. Nian Grechen: Zur Kur=Einleitung sind nötig die escrl. Lies hane isgrscälite eschierce eseciete el.säheice Kur-Institut„Spiro spero“(Paul Weidhaas), Dresden-Niederlössnitz, Hohestr. Nr. 146 a. der hinwegzubringen, jedoch vergebens Gleichzeitig ge Asthma. Seit ungefähr 6 Jahren litt ich zeitweise an Athmungsbeschwerden, welche sich bei Anstrengungen steigerten; es war aber immer noch erträglich, sodaß ich ärztliche Hilfe nicht in Anspruch nehmen durfte. Seit einem Jahre aber verschlimmerten sich diese Anfälle, sodaß schließlich Asthma eintrat; besonders hatte ich nachts unter diesen Anfällen zu leiden, an einen Schlaf war nicht zu denken, in der Brust ließ sich beim Athmen ein pfeisendes Geräusch hören, es stellten sich starke Rückenschmerzen ein batte aber keinen Auswurf und so gesellten sich noch starke Brustbeklemmungen dazu. Diese Anfälle wurden immer schlimmer, ich konnte meinen häuslichen leichten Verrichtungen nicht mehr nachgehen und nur mit großer Mühe einige Schritte weit laufen. Verschiedentliche Hilse, welche ich in Anspruch nahm, zeigte sich leider erfolglos. Durch die Zeitung auf Ihr wertes Institut aufmerksam gemacht, wandte ich mich an Sie; die Kur schlug auch sofort an, sodaß ich nach 14tägigem Gebrauch beinahe vollständig von meinem Leiden erlöst war. Ich führte die Kur noch einige Zeit nach Vorschrift fort und bin nun vollständig geheilt. Habe bis jetzt nie wieder ähnliche Anfälle bekommen. Indem ich Ihnen hiermit nochmals meinen verbindlichsten Dank ausspreche, habe ich auch Ihr wertes Institut bereits meinem Bekanntenkreise warm empfohlen. Hochachtungsvoll. Frau Revierförster E. Peiser, in Forsthaus Heinrichslust b. Liebenzig. Verstehenden Bericht beglaubigt:, g.ut162 eteher a. Kölmchen b. Liebenzig. Der Gemeinde=Vorsteher Seiler. Asthma, Bronchialkatarrh. Mit Freuden bin ich bereit, die Ursache meiner Krankheit, sowie deren Heilung nach bestem Wissen bekannt zu geben: Ohne jegliche Vorahnung stellten sich bei mir eines Morgens kreischende und vfeifende Töne in der Luströhre ein. Ich versuchte, dieselben durch Räuspern wieder hinwegzubringg,„jegoch pergevegg. Steicserrig gggt ge igeein diesem Uebel auch noch Atemnot, die sich von Tag zu 2egpezigege, und kam ich bei der geringsten Anstrengung in großen S stets sehr böse Folgen hinterließ. Der Husten war so arg, daß er mich nicht selten fast bewußtlos zu Boden warf. Selbstverständlich war es mir unter solchen Umständen auch nicht mehr möglich, zu arbeiten. einmal liegen konnte ich mehr, sondern mußte Tag und Nacht sitzend zubringen. Bei jeder, auch nur geringsten Bewegung steigerte sich bei mir die Atemnot und würde ich damals nur froh gewesen sein, wenn mit mir ein Ende gemacht worden muß ich sagen, daß ich ein sammervolles Bild darstellte. Durch vieles Suchen in den Zeitungen fand ich ein Mittel und zwar ein sogenanntes Asthmapulver. Dasselbe brachte mir wenigstens etwas Hilfe, doch von einer Heilung konnte keine Rede sein. Ich gebrauchte es ungefähr zwei Jahre und belief sich der Preis dafür auf ca. 70 Mk. Nun wurde mir die Kur des Kur=Institutes„Spiro spero“ empfohlen und ich mich auch, dieselbe nicht unprobiert zu lassen. Schon durch die ersten Verordnungen, die mir gegeben wurden, hatte ich Hoffnung und Mut bekommen, und siehe, die letztere Kur war auch die beste. Ich habe alles energisch und fleißig durchgeführt und kann mit Recht sagen, daß ich nach Gott Ihneu meine lebensfrohen Tage, die ich jetzt wieder genieße, zu danken habe. Ich werde es mir angelegen sein lassen, Ihre Kur bei jeder Gelegenheit zu empfehlen und verbleibe mit aller Hochachtung Jür dankschuldiger Franz Xaver Wagner, Haunstetten(Bayern). Die Echtheit vorsteheder Unterschrift bestätigt Haunstetten(Bayern.)(L. S.) E. Hübner, Bürgermstr. Lungenleiden, Blutspucken, Magenleiden. aun. Seickeusiden berten eherziushige gen Kurzatmngig tgziaschllet sieselben durch RäuspernI 24 Jahre alt, bekam ich sehr viel, Augpurf and stellte R9, e... Amat. eishnbe Die Kur ist auch brieflich ohne jede Berufsstörung auronrunrpar. ein und nach kaum zurückgelegtem 32. Lebensjahre verschlimmerte sich mein Zustand so, daß ich mich genötigt sah, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Als ich in die 40er Jahre kam, besserte sich mein Zustand und hielt auch bis zu meinem 57. Lebensjahre an. Im Frühjahr vor 3 Jahren zeigte sich mein altes Leiden wieder und zwar bösartiger als früher lauch hatte sich noch ein Magenleiden dazu gesellt. Im Winter 1899/1900 war mein Zustand fast unerträglch geworden. Bergsowie Treppensteigen machte mir viel Beschwerden, auch hatte ich viel Nachtschweiß, Anastgefühl, schlaflose Nächte, und ist es Nachts oft vorgekommen, daß ich nicht ausatmen konnte. Am Leben habe ich damals nicht sehr mehr gehangen. Eines Tages kam mir eine Danksagung von einem durch das Kur=Institut„Spiro spero“ gebeilten Bergmann zu Gesicht. Ich wandte mich mit geringer Hoffnung brieflich an besagtes Institut und habe die mir zugesandten Verordnungen, so weit es mir altem Manne möglich gewesen, strifte durchgeführt. Das Leiden war tief eingewurzelt und daher etwas hartnäckiger Natur. Gegen 40 Jahre hatte ich mich mit demselben herumgequält. Nachdem ich die Kur des Institutes„Spiro spero“ 6 Monate gewissenhaft durchgeführt, konnte ich dieselbe, da ich geheilt war, aufgeben und, zur Ehre Gottes sei's gesagt, ich bin gesunder, als in meinen jungen Jahren. Eine Fußtour von 5 Stunden strengt mich nicht an, ebensowenig wie Bergsteigen. Ende Juli d. J. sind es 2 Jahre, daß ich die von Ihnen verordnete Kur aufgegeben habe. Daß ich Ihnen meine Heilung erst nach bereits 2jähriger Genesung anzeige, hat seinen Grund darin, daß ich mich erst vergewissern wollte, ob meine Gesundheit auch von Bestand Ich sage Ihnen nochmals meinen herzlichen Dank für Ihre Mühe und zeichne hochachtungspoll. gungg ig. Johannes Ulrich, Appetshofen, Post Matringen, Reg.=Bez. Schwaben, Bayern. Die Wahrheit und Richtigkeit obiger Angaben bestätigt durch Siegel und Unterschrift Appetshofen.(L. S.) Kgl. prot. Pfarramt: Rosenbaum. Zum 8 94 Enlegen der empfehle ich Wasserglas in heller, geruchloser Qualität. Felix Battig. Braunschweiger GemüseKonserven ERO Sie Möbel kaufen, besichtigen Sie bitte ohne Kaufverpflichtung meine grossartige Ausstellung bürgerlicher Wohnungs- Einrichtungen In jeder Preislage. Fritz Tiekötter, Verkaufshaus: Niedernstr. 45. Möbel- u. Dekorationen Fabrik: Bahnhofstr. e. Wasserglas zum Einlegen der Eier, empfehle billigst.(7424,15122 Rob. Hergeröder, Germania=Drogerie, Obernstr. 19, Rathausstr. 10. 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Gegen 40 Jahre hdem ich die Kur des durchgeführt, konnte zur Ehre Gottes sei's ihren. Eine Fußtour nig wie Bergsteigen. in Ihnen verordnete Heilung erst nach Grund darin, daß ich eit auch von Bestand Dank für Ihre Mühe paben, Bayern. iben bestätigt durch cramt: Rosenbaum. Sämtliche eralwässer in frischer ahrsabfüllung vorrätig:„15122 Ita, Friedrichshaller, di Yanos, Biliner, facius, Karlsbader, nger Helenen, V. Georg Viktor. linger etc. mania=Drogerie, rt Pergeröder, r. 19. Rathausstr. 10. Tafel-Honig, goldgelh, 10 Pfunde=Eimer 3½ Mk., Verv. Ia. fa. 6809,155? sv. Swinemünde Nr. 1. 416. RollIatzwanee bestes Fabrikat Fabrikpreisen. athausstraße 9. 23601.91 zerer Posten Ttlrräder Bielefelder Marke, umständehalber auch ev. auch Ratenzagugg 7 nerfahren 6702 durch fäl. Ztg. Irmerkies und basterrottensteine empfehlen billigst dr. Pelzer& Co., Herforderstr. 7. 27294 Né 91— 94. Jahrg. Drittes Blatt Vestsärtsche Zeitung Bielefeld, Dienstag, 19. April 1904 fabrikat, in rkaufsstellen iale Oberh. 871. s.123 schzentrale Deutscher Reichstag 69. Sitzung vom 18. April. 1904. 1 Uhr. Das Haus erledigt einige Rechnungsvorlagen und setzt dann die Beratung des Etats fort. Zur Beratung stehen zunächst die beiden zum Reichskanzler=Etat gestellten Resolutionen: eine Resolution Gröber(Ztr.) betr. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen durch die Reichsbehörden und Regelung des Submissionswesens. Zweitens eine Resolution Auer(Soz.) betr. Ergänzung der Uebersichten über die Arbeitsverhältnisse in den Heeres= und Marinebetrieben. Abg. Gröber(Ztr.) seine Resolution befürwortend, rügt das vielfach gemeinschädliche Submissionsverfahren, bei dem der Staat seine sozialen Pflichten vernachlässige. Die Submissionsbedingungen seien vielfach viel zu harte, ein solider Handwerker könne darauf nicht eingehen. Ferner müßten die Vergebungen nicht erfolgen an einen kleinen Kreis bevorzugter großer Unternehmer, sondern an einen möglichst weiten Kreis. Ferner empfehle es sich, so weit als möglich zu gehen in der freihändigen Vergebung an gewerkliche Genossenschaften. Auch sollte man bei der Preisnormierung und bei sonstiger Festsetzung von Bedingungen die Vertreter der Handwerkskammern zu Rate ziehen. Württemb. Oberstleutnant Dorrer verbreitet sich über von dem Vorredner berührte Lieferungsverträge mit einer Konservenfabrik. Die württembergische Heeresverwaltung enthalte sich jedenfalls jeder Preisdrückerei und habe zu dem unsoliden Gebahren jener Fabrik, wie es vor Gericht festgestellt worden sei, nicht den geringsten Anlaß gegeben. Abg. Braun(Soz.) empfiehlt die Resolution Auer. Mit der Reform des Submissionswesens, wie das Zentrum sie wünsche, werde dem Handwerk nicht ernstlich geholfen werden können. Das Handwerk könne nun einmal mit dem Großbetrieb nicht konkurrieren. Inbezug auf die Schmutzkonkurrenz stimmt Redner dem Vorredner bei. Der Staat müsse dafür sorgen, daß die Unternehmer, denen Lieferungen übertragen würden, ihren Arbeitern anständige Löhne zahlen. Der Staat solle das System der Tarifverträge zwischen Unternehmern und Arbeitern unterstützen. Abg. Dröscher(kons.) erklärt, seine Freunde stimmten der Resolution Gröber und ihrer Begründung durchaus zu. Dagegen lehnten sie die zu einseitig den Klassenstandpunkt vertretende sozialdemokratische Resolution ab. Gerade mit einer gesünderen Handhabung des Submissionswesens lasse sich für das Handwerk sehr viel erreichen. Entschiedene Verwahrung müsse er dagegen einlegen, als träten seine Freunde für Handwerk und Mittelstand nur ein zu parteipolitischen Zwecken. Abg. Hieber(natl.) findet die Resolution Auer für entschieden zu weitgehend. Andererseits sei sie zu einseitig, indem sie sich nur auf Militär= und Marineverwaltung beschränke. Mit der Resolution Gröber könnten seine Freunde einverstanden sein, wenn auch nicht mit all den Einzelheiten inbezug auf die Ausgestaltung des Submissionswesens, wie Gröber sie dargelegt habe. Jedenfalls wäre eine Einigung der Regierungen über ein einheitliches Submissionswesen durchaus erwünscht. Abg. Brezski(Pole) führt Beschwerde darüber, daß in Posen die Vergebung von Arbeiten und Lieferungen nach unzulässigen Kinder der Finsternis Roman von Anton von Perfall. 29)—(Nachdruck verboten) Mädchenaugen richteten sich begehrlich auf ihn, selbst die immer spottbereiten Kollegen blickten trotz aller jugendlich demokratischer Gesinnung mit gewissem Respeckt auf ihn. Das erste Korps, in das sonst nur ein aristokratischer Name oder der Nachweis eines großen Wechsels Einlaß gewährte, alle Stipendien selbstverständlich ausgeschlossen waren, bewarb sich um seine Mitgliedschaft. Er ließ sich nicht lange nötigen und wurde Fuchs der Normannia. Das war die erste offizielle Anerkennung, die erste Fleischwerdung seines Traumes. Er ging in seinen neuen Verpflichtungen ebenlo rastlos auf, wie früher im Studium, und er lebte sich derart in die Rolle hinein, die er sich einmal zugedacht, daß ihm alles übrige unwichtig erschien, Studien, Wissen, das Ringen nach einer hervorragenden Stellung. Ja, er zweifelte in seinem Wahn keinen Augenblick, daß zur rechten Zeit ein heltender Arm sich ausstrecken werde, der ihn aller Mühe überhob. Der Reiz seiner Persönlichkeit war so groß, verband sich mit so viel Geist und Talent, daß man alle die ungemäßigten Ausbrüche seines Temperamentes, die oft etwas überraschend brutales an sich hatten, auf Kosten der überschäumenden Rasse setzte. Johannes Ohnesorg war bold der gefährlichste Raufbold der Universttät, der Schrecken aller Polizisten und Scharwächter, auf die er es besonders abgesehen hatte, aber auch der Liebling der Bürger, die dem vornehmen Jüngling gerne durch die Finger sahen, und der Stolz seines Korps, das Der Berlin=Stettiner Großschiffahrtskanal Mit der Kanalvorlage ist auch der BerlinStettiner Großschiffahrtsweg, ein guter, alter Bekannter, wiedergekehrt. Vom Spandauer Schiffahrtskanal aus abzweigend soll er durch die Seen an der oberen Havel, also zunächst durch den Tegeler See geführt werden und dann etwa bis Oranienburg dem Laufe der Havel folgen. Von hier aus wird der Kanal teilweise im Bette des alten Finow=Kanals nach Osten gehen und bei Hohensaathen in die Oder münden, deren Bett nach erfolgter Regulierung die Seeschiffe nach Stettin geleiten wird. Für Stettin sowohl wie für Berlin ist dieser Kanal eine Lebensfrage. Der Stadt Stettin wird damit das erforderliche Hinterland eröffnet, sie wird zum Ausfuhrhafen Berlins werden und die Stadt Berlin erhält den direkten Anschluß an die See und damit viel bessere Handelsgelegenheiten und Verkehrsmöglichkeiten für den Warentransport. Es handelt sich also hier um eine Angelegenheit, deren Bedeutung von allen Seiten des preußischen Landtages gleich eingeschätzt wird. Es steht daher zu hoffen, daß die Vorlage endlich Gesetz werden wird. und unsachlichen Gesichtspunkten erfolge. Polnische Handwerker würden in den Ostmarken bei Vergebung staatlicher Lieferungen grundsötzlich als minderwertige Bürger behandelt. Abg. Wolff(B. d. L.) erklärt sich für die Resolution Gröber und gegen die Resolution Auer, die zu einseitig sei. Abg. Erzberger(Ztr.) wendet sich gegen die Ausführungen Brauns und bedauert dann lebhaft, daß seitens der Regierung noch immer nicht dem Wunsche des Reichstages nach einer neuen umfassenden Enquete über die Lage des Handwerks stattgegeben worden sei. Staatssekretär Graf Posadowski erklärt, es sei nicht zu verkennen, daß die Handhabung des Submissionsverfahrens für die Handwerker von außerordentlicher Wichtigkeit sei. Die Grundlage für ein gutes Submissionsverfahren sei ein guter, zutreffender Anschlag. Je besser dieser ausgearbeitet sei, desto sachgemäßer würden auch die Offerten ausfallen. Zu diesem Zwecke werde es auch nötig sein, daß die Frist zwischen Erlaß der Submissionsausschreibung und der Abgabe der Offerten eine recht reichliche sei. Damit es den kleinen Handwerkern möglich sei, mitzubieten, werde auch die Frist für die Lieferungen nicht zu kurz bemessen werden dürfen. Jedenfalls werde die Sache im Reiche im Auge behalten. Sobald man in Preußen damit fertig sei, werde man auch im Reiche daran gehen, die Resolution zu vrüfen. ier dir PAriten Senicse die aie Giasge anich. die vor ihm ein Graf Culm glorreich geführt. Johannes trat in die Stellung mit dem Bewußtsein seiner vollen Berechtigung, und wer ihn sah, zweifelte keinen Augenblick an der seltsamen Sage, die von ihm ging und immer neue greifbare Gestalt gewann. Die ehrwürdige Bertoldina zu H... feierte das 300jährige Jubiläum ihres Bestehens. Die ganze Stadt schwamm bereits seit Tagen im Festjubel. Ein Wald von Fahnen wehte über der Stadt, das Schmettern der Fanfaren und Musiken mischte sich ununterbrochen mit den barbarischen Chören der Musensöhne, dem Donner der alten Wallbüchsen und Karthaunen, dem unbestimmten Lärm des zur ungebundensten Freude aufgestachelten Volksschwarmes. Es war ein Fest, das in Wahrheit nicht dem ehrwürdigen Alter, sondern der blühenden Jugend galt, nicht der großen Vergangenheit, sondern der hoffnungsvollen Zukunft, und nichts sah drolliger aus, erregte mehr Heiterkeit, als die altväterischen Talare und Doktorhüte inmitten der brausenden Farbenorgie, der ungebundenen, alle Schranken des Gewohnten durchbrechenden Festfreude lebensfroher Jugend. Die Normannia war das prästdierende Korps, Johannes Ohnesorg als Senior, die Seele des Ganzen, für diese Woche der Beherrscher der Stadt. Und sie stand ihm vortrefflich, das mußte man sagen, diese Rolle! Wenn er in vollem Wichs, in weißen Buchsen und Kanonen, die blaugelbe Schärpe um die breite Brust, den Schläger an der Seite, das Cerevis auf dem Blondkopf durch die Stadt sprengte, seine Truppen zu mustern, da jauchzte ihm jedes Herz entgegen. Das war die Jugend, die Kraft, die Schönheit, die Zukunft,— da war alles das verkörpert, dem das ganze Fest galt. Abg. Boeckel(Antis.) polemisiert gegen die jüdischen Großunternehmer und hält es für erforderlich, daß der Staatssekretär im Gegensatz zu Braun die Wichtigkeit eines guten Submissionsverfahrens für das Handwerk zugegeben habe. Nach weiterer unwesentlicher Debatte, an der sich noch die Abg. Osel(Ztr.) und Pachnike(freis. Vrg.) beteiligen, wird die Resolution Auer abgelehnt, dagegen die Resolution Gröber angenommen. Hierauf Vertagung. Morgen 1 Uhr zunächst Etat des Auswärtigen Amtes. Schluß 6¾ Uhr. Wie die Schuljugend Amerikas unterrichtet wird Bei dem Interesse, das heute dem Leben des Kindes und seiner Erziehung besonders gewidmet wird und das sich in den erst kürzlich abgehaltenen Schulkongressen wieder deutlich dokumentierte, ist eine Umfrage von besonderer Bedeutung, die eine Kommission gebildeter englischer Pädagogen unter Leitung von Alfred Moseley in amerikanischen Schulen veranstaltet hat. Mosely hat jetzt die Berichte von 26 Kommissionsmitgliedern, die das letzte Vierteljahr von 1903 in den Vereinigten Staaten zubrachten, in einem Bande gesammelt, der „ll doch dles zuchls,— da dal man's dol Die Rasse schlägt immer durch,— der geborene Prinz!“ Am liebsten hätte man ihm wirklich als solchem zugejubelt! Ein Fackelzug der ganzen Studentenschaft der Bertoldina, dem sich die unzähligen auswärtigen Gäste anschlossen, stand heute abend, als würdiger Schluß der Feier, auf dem Programm. Johannes war zum Manne gereift. Die Zucht des Korps, die ständige Waffenübung hatten seinen Körper gekräftigt, der gesellschaftliche Erfolg ihm eine Sicherheit des Auftretens verliehen, die ihm trefflich stand. Er stand eben vor dem Spiegel und rüstete sich zum Fackelzuge. Ein wohlgefälliges Lächeln umspielte seine frischen Lippen. Er war mit sich zufrieden. Der glänzende Erfolg seiner Festleitung erschien ihm in einer übertriebenen Bedeutung. Jetzt soll ihn Frau Marianne sehen! Ob sie dann noch behaupten würde, daß er seine Aufnahme nur einem glücklichen Zufalle zu danken habe, daß seine Mutter———! Der Unwille färbte ihm die Wangen, wenn er nur daran dachte!—— Und das schöne Klärchen! Das war immer noch eine teuere Erinnerung, darüber kam er nicht hinaus. Und doch war es eine Gemeinheit, ihn in diese Anstalt zu stecken, in eine Anstalt für verwahrloste Kinder. Was da wohl für Intriguen gespielt haben mochten.— Hut! Wenn seine Korpsbrüder davon wüßten,— wie sie die Nase rümpfen würden!— Als ob er dafür könnte! Als ob er deshalb nicht der wäre, der er ist. Eigentlich doch ein großer Schwindel, das Ganze! Prächtig stand er da, in dem blauen Sammtflaus mit gelben Schnüren, den glänzenden Kanonen Sollen nur kommen, alle die Herren Aristosoeben in London erschienen ist. Prof. Armstrong hebt besonders die Vertraulichkeit hervor, die zwischen Lehrern und Schülern in amerikanischen Schulen besteht und die sich z. B. auch in einem ständigen Meinungsaustausch zwischen ihnen äußert. Die charakteristische Schnelligkeit im Auffassen und der„Scharfsinn“ des amerikanischen Kindes werden dadurch, daß es Erwachsenen gleichgestellt und bereits wie ein junger Republikaner behandelt wird, noch besonders gefördert. Die Schuldisziplin wird nicht durch Strafen und Prämien aufrecht erhalten, der Lehrer muß sich vielmehr allein auf das Interesse seiner Schüler stützen. Freilich ist dies eine sehr gefährliche Methode. Das Interesse kann nicht immer auf einem Höhepunkt erhalten werden; auch uninteressante Arbeit muß bisweilen geleistet werden, und es stellte sich heraus, daß die Fähigkeiten der Konzentration gerade in den aufsteigenden Klassen abnahm. Dreißig Minuten war die längste Zeit, während der die Knaben ihre Aufmerksamkeit konzentrierten und wirksam arbeiten konnten. Die Kommission macht auf die Unterbezahlung der Lehrer an den amerikanischen Schulen und auf das Ueberwiegen der Lehrerinnen aufmerksam. Infolge des gemeinschaftlichen Unterrichts beider Geschlechter und der großen Zahl von Lehrerinnen ist der amerikanische Knabe nicht rauflustig. Er hat keine Lust, einem anderen Knaben ein Loch in den Kopf zu schlagen— oder sich auch selbst ein Loch schlagen zu lassen; er hat vielmehr etwas weibliches an sich, das häufig auch als Verweichlichung erscheint und leicht in Sentimentalität ausartet. Das Ueberwiegen der Frauen zeigen z. B. folgende Zahlen: In dem Seminar in Newyork befanden sich 6 Schüler gegen 211 Schülerinnen, in Bridgwater(Massachusetts) 30 gegen 224, in Washington 1 gegen 86 Frauen. Sogar in den Schülerwerkstätten sind Lehrerinnen, die in Holzarbeiten unterrichten.... Die amerikanischen Schulen wollen keine ungelernten Arbeiter heranbilden. Kein Knabe in einer amerikanischen Schule wird sich z. B. begnügen, Graben als Mittel zum Unterhalt anzusehen, kein Mädchen häusliche Dienstleistungen allein als ihren zukünftigen Beruf ins Auge fassen. Die größten Unternehmer, die Tausende von Arbeitern beschäftigen, haben selten darunter Arbeiter, die in einer amerikanischen Schule erzogen wurden; die meisten stammen aus Ungarn oder Italien. Der amerikanische Knabe geht, wenn er die Schule verläßt, in ein Kontor, ein Warenhaus eine Fabrik oder wird Handwerkslehrling; das amerikanische Mädchen wird Buchhalterin, Kassiererin, Stenographin oder Fabrikarbeiterin. Einige interessante Einzelheiten über die enge Beziehung, die zwischen den wissenschaftlich herangebildeten Technikern und den industriellen Berufen besteht, teilt Professor Ayrton mit. Die Lehrer an den technischen Schulen in Amerika stehen der Industrie nicht fern, wie in anderen Ländern, und sehen nicht auf Fabrikanten, Ingenieure, Direktoren oder Großhöndler hochmütig herab. Die Lehrer stehen mit wichtigen industriellen Unternehmungen in Verbindung, die sie besichtigen und für die sie Pläne entwerfen. Dadurch verdienen sie große Summen. Ebenso machen es die Studenten. An der Cornell Universität gehen Studenten der Maschinenbaukunst, die im vierten Jahre studieren, mit solchen, die im dritten Jahre studieren, als Gehilfen auf einige Tage in der Woche oder auf einige Wochen fort, um, hunderte von Meilen entfernt, kommerzielle Studien auszuführen, wozu die Universität ihnen Apparate im Werte von 1000 traten! Wenn sie einen Spürsinn haben, müssen sie den Standesgenossen herauswittern. Da ging die Türe auf, ein junger Mann in gleichem Wichs trat ein, Johannes Korpsbruder, Graf Soran. Er war zarter gebaut, wie Johannes. Aus dem, für einen Mann fast etwas zu fein geschnittenen Gesichte, den großen dunklen Augen, sprach die unbewußte Schwermut, wie sie den Sprößlingen absterbender edler Geschlechter eigen sind. (Fortsetzung folgt.) Heitere Ecke Gut geeignet. Regisseur:„Zum heutigen Stück brauchen wir Löwengebrüll — wer könnte das hinter der Szene am besten Direktor:„Nehmen Sie den Reißer dem hab' ich heut'’nen Vorschuß abgeschlagen.“(Megg.) Erkannt.„... Was, der Geruch meiner Zigarre konveniert Ihnen nicht?... Erlauben Sie mir, wenn ich für eine Zigarre eine Mark „So bekommen Sie 95 Pfennig heraus!“ (Fl. Bl.) Schönes Deutsch. Von einem Leser in Lichterfelde wird der Münch. Allg. Ztg. folgendes geschrieben:„In einem Wartesaale eines Bahnhofes war auf der Liste der Möbel zu lesen: 2 Stühle Rohr, 1 Bank Rohr usw., 1 Napf Spuck von Eisen.“ Mark und darüber leiht. So stehen Professoren und Studenten in ständiger Berührung mit den Problemen und Schwierigkeiten der industriellen Welt, und nach beendetem Studium ist keine lange Jagd nach einer passenden Stellung mehr nötig. Die Studenten erhalten sich oft durch Löhne, die sie durch Unterrichten, schriftliche Arbeiten, Servieren bei Tisch, Bibliotheksarbeit, Heizung von Oefen, instandhalten von Rasenplätzen, als Straßenbahnschaffner, Laternenanzünder, Abonnentensammler für Stadttelephone, Stimmensammler für politische Feldzüge usw. erwerben. Ein Student war z. B. Aufwäscher für zwei farbige Frühstückslieferanten, und dafür erhielt er seine Mahlzeiten als Entschädigung. Sarah Bernhardts Debut In dem soeben erschienenen)Strand Magazine" veröffentlicht Sarah Bernhardt den ersten Teil ihrer Memoiren, in denen sie manche interessante Episode aus ihrer Kindheit und dem Anfang ihrer Laufbahn erzählt. Ihre Mutter, die erst 16 Jahre alt war, als Sarah Bernhardt geboren wurde, war, wie die Künstlerin mit einem Schein des Vorwurfs berichtet, sehr reiselustig. So kam es, daß Sarah Bernhardt zum großen Teil der sorgsamen Pflege ihrer Wärterin überlassen war, die aus England stammte. Von dem Heim der alten Wärterin in Quimperle in der Bretagne entwirft sie folgende Schilderung:„Ein kleines weißes Haus mit niedrigem Strohdach, auf dem Goldlack blühte. Das war die erste Blume, die mich als Kind entzückte, und seitdem habe ich sie immer gern gehabt.“ Eines Tages fiel das Kind ins Feuer.„Das Schreckensgeschrei meines Pflegevaters, der sich nicht rühren konnte, rief die Nachbarn herbei. Ich wurde, ganz in Rauchwolken gehüllt, in eine große Bütte mit frischer Milch gesteckt.“ Tagelang fuhr ein Wagen nach dem andern die Landstraße entlang. Die Tanten des Kindes strömten von allen Himmelsrichtungen herbei; auch seine Mutter kam aus Brüssel. Sarah Bernhardt erzählt darüber:„Mutter, die wunderbar schön war und mit ihren goldenen Haaren und den langen Augenwimpern, die die Wangen beschatteten, wie eine Madonna aussah, verteilte Geld nach allen Seiten. Sie würde alles hingegeben haben, um ihr Kind zu retten".... Mit fünf Jahren wurde sie nach Paris gehracht, und sie erinnert sich noch an ihre Trostlosigkeit, als sie aus ihrem kleinen„Gefängnisfenster“ hinausblickte und nur Häuser sah.„Es ist alles schwarz, schwarz! Es ist häßlich! Ich will die Decke von der Straße sehen!“ schrie sie unter Tränen. Zwei Jahre verbrachte sie in einem Pensionat in Auteuil, bis sie dann in das Kloster Grand Champ in Versailles übersiedelte. Hier erwachte auch in Sarah Bernhardt die erste Ahnung ihres künstlerischen Berufs.„Ein Ereignis, das an sich einfach genug erschien, aber sehr wichtig war wie alles, was auch nur eine Stunde lang die Ruhe des Klosterlebens unterbrach, diente dazu, mich stärker als je an mein friedliches Heim zu fesseln. Es schien mir der Ort jeder irdischen Glückseligkeit und der Weg zum ewigen Frieden in der anderen Welt zu sein. Der Erzbischof vsn Paris, M. Sibour, sollte das Kloster mit seinem Besuch beehren. Als diese Nachricht eintraf, war das ganze Kloster in einem Zustande großer Erregung. Die Kapelle wurde für diesen feierlichen Empfang festlich hergerichtet. Das ganze Hans war mit Blumen gefüllt. Und was mich und meine Gefährtin besonders entzückte, war, daß ein Stück mit biblischem Soujet zu Ehren des Monsignore einstudiert wurde. Ich war damals nur zart, eher interessant als hübsch— trotz meiner rosigen Lippen, meiner„himmlischen Augen“, wie die Nonnen sagten, und des hellblonden Haares. Von jener weit zurückliegenden Zeit datieren meine ersten Theatererinnerungen. Es war Katharinentag, ein allgemeiner Feiertag in allen Klöstern für Mädchen, aber diesmal ein besonders feierlicher Tag. Das Stück wurde an diesem Tage mit noch mehr Eifer al sonst geprobt.= Es war die Reise des jungen Tobias, und von Schwester Therese geschrieben. Die Mädchen, die mitspielten, waren außer sich vor Entzücken. Um mich hörte ich nur Ausrufe der Freude, nur ich fühlte mich ganz elend, denn ich hatte keine Rolle. Ich kannte alle Rollen und fand, daß die meisten Mädchen sehr schlecht sprachen. Schließlich versuchte ich, der zehnjährigen Louise Bugnet, meier intimen Freundin, ihre Rolle als Engel einzuüben. Ich sprach sie ihr vor und danach wiederholte sie dieselbe viel besser. Aber bei der Schlußprobe am nächsten Tage wurde sie von einem solchen Zittern befallen, daß sie kein Wort sprechen konnte.„Das Kind wird nie seine Rolle sagen können,“ rief die Mutter Oberin.„Nein, ich kann nicht, ich kann sicher nicht," schluchzte meine arme Freundin. Es entstand ein allgemeiner Aufstand, und sofort fühlte ich mein Herz vor Freude schlagen. Iich sprang auf eine Bank und rief:„Mutter, ich kenne die Rolle. Darf ich sie spielen?" Alle sahen mich an. Ich zitterte, hielt mich aber ganz tapfer. Ich kannte die Rolle und war meiner sicher. Die Oberin antwortete:„Nun, laß hören.“ Ich strich mein widerspenstiges Haar zurück, sprach die Rolle, und als ich fertig war, lachten meine Gefährtinnen, die Schwestern lächelten; sehr ermutigt stieg ich auf die kleine Plattform, und die Probe beneuem.„Es wird alles gut gehen,“ aber, es wärde 10 war sehr stolz, fürchtete Beim Frühstück nach der gut genug ausfalen. der essen noch pinf der probe konnte ich we— unnen, so bedrückt fühlte ich mich. Wie oft habe ich seitdem dieselbe Empfindung körperlichen Uebelbefindens gehabt! An jenem Tage gab es zur Feier des Tages Eierrahm. Ich aß ihn sonst sehr gern, konnte aber nichts herunterbringen. Aengstlich blickte ich auf die Mädchen, ob sie es bemerkten. Louise Bugnet nahm meinen Teil.„Du hast meine Rolle genommen, dann kann ich auch Deinen Eierrahm essen.“ Ich begann zu weinen; zum Glück aber holte mich Schwester Sainte Maria zum Ankleiden, sonst hätte ich einen Wutanfall bekommen. Sie zog mir ein langes, weißes Gewand mit weiten Aermeln an und befestigte daran zwei schöne, weiße Flügel. Das Haar war gekräuselt und über der Stirn mit einer Goldspitze befestigt worden. Plötzlich läuteten die Klosterglocken, ein Wagen rollte in den Hof, und Monseignore Sibour erschien... Eine Stunde verging, und da ich nach all der Erregung sehr müde war, schlief ich in dem Lehnstuhl der alten Mutter Sainte Alexis ein. Eine leichte Berührung erweckte mich. Ich träumte von meiner Rolle und war daher gar nicht überrascht. „Ah, es fängt an,“ rief ich und stürzte zur Tür; da ich aber mein langes Kleid vergessen hatte, fiel ich mitten im Zimmer hin. Die Heiterkeit, die mein Unfall erregte, versetzte mich in solche Wut, daß die Schmerzenstränen in meinen Augen gleich trockneten.„Ich hab' mir nichts getan,“ rief ich wütend und ging dann in das Zimmer neben der Bühne. Es hatte schon begonnen, aber es war noch nicht Zeit zu unserem Stück... Endlich waren wir an der Reihe. Ich fühlte mich wie gelähmt, und ein Schauder rann mir vom Kopf bis zu den Füßen. Ich glaube, ich verpaßte den rechten Augenblick zum Auftreten, denn eins der Mädchen stieß mich energisch vorwärts. Mein Auftreten war ein Erfolg, da ich einen plötzlichen Anfall von Zuversicht hatte, obgleich ich vor Furcht ganz außer mir war, und ich spielte meine Rolle sehr gut und fügte ganze Sätze hinzu. Als das Stück vorüber war, ließ Monseignore mich rufen, küßte mich und gab mir eine Medaille, die ich immer tragen sollte....“ Lokales und Allgemeines ∆ Zum Schutze unserer Wälder seien auch in diesem Jahre alle Naturfreunde aufgerufen, damit der Wald als Erholungsstätte für Tausende erhalten bleibt. Dazu ist vor allem nötig, daß das Abreißen von Zweigen, das Betreten der Kulturen, das Liegenlassen von Frühstücksresten unterbleibt. Eine Bitte geht dahin, junges Wild, das scheinbar hilflos oder verlassen gefunden wird, nicht anzufassen oder gar fortzutragen, wie es häufig aus falsch angebrachtem Mitleid geschieht. Das Wild, das der Mensch angefaßt hat, wird von der„Mutter" nicht mehr angenommen. Es ist daher das beste, die Tiere nicht zu stören, sondern ruhig seines Weges zu gehen. * Impfung Die öffentliche Impfung beginnt für die impfpflichtigen Kinder im Stadtbezirk Bielefeld am Freitag, den 29. April cr., wozu die Eltern jedes einzelnen Impflinges besonders schriftlich eingeladen werden. Jeder Beteiligte hat ein Interesse daran, pünktlich zu dem Impftermin, zu dem er geladen, zu erscheinen, da er an den anderen Tagen wegen des beschränkten Vorrats an Impfstoff keinen unbedingten Anspruch auf Berücksichtigung hat. Es kommen die Kinder in Betracht, die im Jahre 1903 geboren oder für die Wiederimpfung diejenigen, welche das 12. Lebensjahr vollenden. Die Kinder sind zu den Impfterminen rein an Körper und Kleidung gehalten zu bringen.— Aus einem. Hause, in welchem ansteckende Krankheiten, wie Scharlach, Masern, Diphtherie, Croup, Keuchhusten, Flecktyphus, rosenartige Entzündungen oder die natürlichen Pocken herrschen, dürfen die Kinder nicht zum Impftermin gebracht werden; in solchen Fällen ist schriftlich oder mündlich im Geschäftszimmer Klosterstraße 6, Zimmer 7, der Polizeiverwaltung Mitteilung zu machen. Postsendungen aus der Staatskasse Nach der Postordnung können Sendungen, die an inzwischen verstorbenen Personen gerichtet sind, den Erben ausgehändigt werden, wenn sich diese durch Vorlegung des Testamentes, der gerichtlichen Erbbescheinigung oder dergleichen als Erben ausweisen. Damit hieraus nicht Unzuträglichkeiten bei der im Postanweisungsverkehr ohne Einzelquittung erfolgenden Zahlung von Diensteinkünften, Pensionen und Hinterbliebenenbezügen usw. entstehen, hat der Herr Finanzminister bestimmt, daß derartige Postanweisungen von der absendenden Kasse auf der Vorderseite über dem Vordruck„Postanweisung“ in hervortretender Weise handschriftlich oder durch Stempelabdruck oder Druck mit dem Vermerke„Bezüge aus der Staatskasse" zu versehen sind. Die so gekennzeichneten Postanweisungen werden, falls der Empfänger inzwischen verstorben, von den Postanstalten der absendenden Kasse mit einem Vermerk hierüber als unbestellbar zurückgesandt werden. Nach einer Anordnung des Herrn Justizministers soll diese Bestimmung auch auf die Gerichtskasse und sonstigen Kassen der Justizverwaltung Anwendung finden. □O Strafsache gegen Redakteur Hoffmann In der Strafsache gegen den Redakteur Hoffmann hier wegen Beleidigung des Konditors Banzer, des Maurermeisters Heine und des Polizeisergeanten Spannuth, sämtlich von hier, steht am Sonnabend, den 30. d. M. vor der hiesigen Strafkammer Verhandlungstermin an. Es handelt sich um den in der Volkswacht erwähnten, als„geradezu unerhört“ geschilderten Vorgang vom 15. Januar in dem Hause Jöllenbeckerstraße Nr. 1. Bei der dort wohnenden 80jährigen Witwe Heines war ein Kind ihrer Enkelin zur Pflege untergebracht. Da die Pflege nicht eine derartige war, wie sie von der Armenverwaltung für erforderlich erachtet wurde, so ordnete diese die anderweite Unterbringung des Kindes an. In Ausführung dieser Anordnung begaben sich sodann am genannten Tage Banzer, der Vormund des Kindes, und Heine, der Vormund der minderjährigen Mutter, mit einer Pflegeschwester des hiesigen Franziskus=Hospitals zu der Witwe Heines, um das Kind dort wegzuholen. Als diese die freiwillige Herausgabe verweigerte, wurde ihr nach Zuziehung des Polizeisergeanten Spannuth das Kind mit Gewalt fortgenommen und der erwähnten Pflegeschwester übergeben. Diese vollständig loyale Handlungsweise wurde in dem inkriminierten Artikel der Volkswacht als„Kindesraub" und„Hausfriedensbruch" bezeichnet. Was man bei Radfahrten im Frühjahr beachten soll 1. Fahre nicht zum erstenmal nach der Winterruhe aus, ohne dein Rad einer genauen Untersuchung unterzogen zu haben. 2. Radle selbst bei schönstem Sonnenschein nicht ohne eine warme Ueberhülle aus,— bist du Radler, nimm einen Sweater mit,(den du bei der Rast unter das Jackett ziehst)— als Radlerin ein Jackett. 3. Setze dich niemals zu kurzem Ausruhen auf die bloße Erde. an einen Graben= oder Waldrand, sei es auch schönster Sonnenschein, sondern lege Jackett oder Sweater unter. 4. Zu längerer Rast sitze nicht im Freien. 5. Trinke lieber eine Tasse Kaffee oder warme Milch als Bier. 6. Als Radlerin trage keinen schwarzen Schleier. Frühjahrssonne auf schwarzem Schleier ist eine Teintmörderin! 7. Bedenke, daß es noch früh dunkelt, und richte deine Fahrt danach.— 8. Nimm beim Nachhausekommen eine etwas wärmere Hülle um,— ganz besonders. wenn du dich warm geradelt hast. 9. Mache nicht gleich anfangs zu große Touren. 10. Lies diese Regeln zweimal und richte dich danach, dann bleiben dir Schnupfen, Erkältungen und viele Unbequemlichkeiten erspart. Vermischtes. of Königin Isabella und Sarasate Es dürfte wenig bekannt sein, daß der berühmte Violinspieler Sarasate der Königin Isabella den Beginn seiner künstlerischen Laufbahn verdankt. Sarasate war der Sohn eines armen Offiziers der spanischen Armee, und zeigte schon als Kind sein Talent. Aber erst die Königin Isabella stellte ihm die Mittel zu seiner musikalischen Erziehung zur Verfügung. Außerdem schenkte die Königin Sarasate noch eine schöne Stradivarius=Geige, auf der er während seiner 50jährigen Laufbahn häufiger als auf irgend einer anderen Geige spielte. Es heißt auch, daß nach seinem Tode dieses Instrument an die spanische Regierung zurückfallen müsse. Ses Ein unterseeischer Kerker Aus New=York wird über das schreckliche Schicksal eines Tauchers gemeldet: Einer der Taucher, die das Jersey City=Reservoir von Boonton ausbesserten, hat höchst wahrscheinlich einen furchtbaren Tod gefunden. Um 2 Uhr nachmittags am 11. April tauchte ein Mann im Taucherkostüm auf den Grund des Reservoirs, 70 Fuß unter dem Wasserspiegel. Kurz darauf signalisierte er, daß en in Not wäre. Zwei seiner Kameraden tauchten hinab und fanden, daß sein eines Bein durch eine riesige Holzkugel, die mit Blei beschwert war, festgehalten wurde. Die Kugel diente dazu, den Zufluß des Wassers vom Kanal zu regulieren und wog über zwei Tonnen. Alle Bemühungen, ihn herauszuholen oder die Kugel von der Stelle zu rücken, waren vergeblich. Zahlreiche Taucher wurden durch Spezialzüge an die Unglücksstelle befördert, und die gesamte Mannschaft hat seit dem Unglückstage andauernd gearbeitet, um die Rettung des unglücklichen Tauchers zu versuchen. Eine Mannschaft von Wackern versuchte auf einem eigens konstruierten Floß mit einem Aufzug das Hindernis wegzuschaffen, doch bisher ohne Erfolg. Der eingekerkerte Taucher wurde mit Luft gut versorgt und signalisierte in Zwischenräumen:„Noch am Leben.“ Das letzte Signal wurde, der Meldung zufolge, am 12. April um ½#1 Uhr nachmittags gegeben, es klang aber schwach und unregelmäßig, als ob der in den Tiefen der See gefangene Taucher immer schwächer würde. Einer der Taucher, der darauf hinabtauchte, erblickte den Sterbendrn durch die Gläser des Taucherhelms und teilte mit, daß er noch mutig und gesammelt erschiene, aber offenbar die Hoffnungslosigkeit seiner Lage erkenne. Drei Taucher, die in der Folge heraufgebracht wurden, sanken vor Erschöpfung sofort in Ohnmacht. Als sie wieder zum Bewußtsein kamen, berichteten sie, daß der ganze Körper des gefesselten Tauchers jetzt unter die Kugel gezogen wäre und daß seine Beine anscheinend gebrochen wären. Allgemein glaubt man jetzt, daß er tot ist. Standesamts=Nachrichten Nachdruck verboten. Bielefeld. In der Zeit vom 5. bis 15. April 1904 sind beim hiesigen Standesamt angezeigt: Geboren: Sohn: Kaufmann Arnold Wintzer. Kaufmann Wilhelm Hoppe. Obertelegraphenassistent Friedrich Hülsmann. Kontorist Wilhelm Wolf. Steindrucker Gustav Fischer. Lackierer Gustav Horstmann. Monteur Ernst Schmidt. Lagermeister Ernst Schlingheide. Hausdiener Wilhelm Meier. Former Adolf Siebrasse. Schleifer Herm. Breder. Schlosser Paul Bernsdorf. Schlosser Richard Uckermarck. Arbeiter Hermann Sudbrack. Arbeiter Anton Vogel. Arbeiter Wilhelm Wehmeier. Tochter: Dr. med. Wilhelm Hildebrandt. Dr. med. Franz Brandis. Kaufmann Friedrich Mewius. Techniker Kurt Wunschmann. Pontassistent Friedrich Holz. Postschaffner Konrad Meyer. Klempner= meister Rudolf Starke. Bäckermeister Gustav Hasenbein. Malermeister Bernhard Bonnin. Damastweber Karl Pahde. Zigarrenmacher Friedrich Kransmann. Former Wilhelm Wächter. Maurer Gottlieb König. Arbeiter Oskar Büchel. Arbeiter Josef Hirlehei. Arbeiter Heinrich Storck. Arbeiter Wilh. Brinktrine. Aufgeboten: Kommis Richard Jacobs, Kavalleriestraße 17 und Paula Dopheide, Herforderstraße 18. Kaufmann Christian Sie und Luise Jülich, Renteistr. 2. Oberstaatsanwaltschaftskanzlist Friedrich Butz, Hamm und Marie Köhler, Kronenstraße 3. Schutzmann Gustav Raupach. Welle 49 und Hulda Bock. Niedernstraße 34. Tischler Ernst Kohlmeier, Düsseldorf und Luise Rixe, Stadtholz 77. Schneider Heinrich Mischendahl, Bleichstr. 57 und Anna Strehl, Holzhausen. Arbeiter Heinrich Hötger, Ehlentrupperweg 81 und Johanne Deppermann, daselbst. Arbeiter Wilhelm Stieghorst, Herforderstraße 55 und Auguste Niemeier, Jöllenbeckerstraße 36. Arbeiter Hermann Genz, Heinrichstr. 25 und Anna Stetzkowski, daselbst. Arbeiter Heinr. Wellige, Weststr. 7 und Wilhelmine Wendt. Sieker 51. Arbeiter Karl Albrecht, Kriemhildstraße 18 und Anna Worbs, Spinnereistr. 26. Schleifer Oskar Neuhaus. Hakenort 2 und Anna Schäfer, Bleichstraße 125. cchleifer Heinrich Kornfeld, Osnabrückerstraße 20 und Auguste Krause, Kurzestraße 33. Klempner Theodor Grimme, Göbenstr. 40 und Adele Willecke, Rosenstr. 27. Schlosser Philipp Dieckmann. Blumenstraße 7 und Emma Recksiek, Gütersloherstraße 58. Schlosser Willy Hering. Kriemhildstr. 6 und Wilhelmine Kampmann, Wittekindstraße 7 a. Schlosser Willy Stripp. Alsenstr. 12 und Antonie Kamp, das. Dreher Hermann Schnur, Wittekindstraße 30 und Emma Finke, Wittekindstr. 88. Lackierer August Oldemeyer. Friedrichstraße 22 und Luise Hüllsieck, Weftstr. 42. Polsterer Heinrich Overbeck, Bürgerweg 50 und Karoline Lohmann, Bürgerweg 532. Hilfsbureaudiener Wilhelm Heiwinkel, Spindelstr. 47 und Anna Heywinkel. Heimweg 24. Tischler Friedrich Nolte, Karlstr. 20 und Wilhelmine Peppmöller. Hoberge 6. Tischler Wilhelm Kuhlmann gen. Diekmeier, Hallerweg 100 und Luise Herkströter, Sadowastr. 24. Verehelicht: Schneider Otto Koch und Luise Nolte. Dreher Heinrich Frese und Amalie Koch. Schuhmachermeister Heinrich Meyer und Martha Franzmeier. Schlosser Gustav Schniedermann und Ida Holtmann. Schleifer Heinrich Westerwelle und Bertha Sundermann. Arbeiter Emil Feldmann und Pauline Grotendiek. Arbeiter Albert Ströhl und Luise Prange. Arbeiter Wilhelm Siewecke und Elisabeth Linnenbrügger. Dreher Karl Huwendiek und Anna Heermann. Arbeiter Franz Pöppe und Marie Bergmann. Dreher Fritz Zimpel und Elisabeth Weeke. Schlosser Wilhelm Hausmann und Auguste Gravenhorst. Schleifer Wilhelm Ortmann und Luise Horftkotte. Arbeiter Kaspar Klemens und Agnes Kürten. Schlosser Heinrich Tiemann und Ernestine Blumenberg. Schlosser Georg Graumann und Wilhelmine Dicke. Klempner Willy Borgstädt und Luise Eggert. Tischlermeister Konrad Schormann und Luise Göbel. Kontorist Wilhelm Beimfohr und Auguste Triebe. Friseur Emil Schultze und Wilhelmine Kampmann. Konditor Carl Wellhöner und Auguste Reuotto. Sanitätsfeldwebel August Korte und Wilhelmine Beimdiek. Vizefeldwebel Paul Gronau und Emma Landwehr. Kaufmann Paul Müller und Clara Koselsky. Schneider Eduard Marsemeier und Anna Stöppler. Buchhalter Paul Werner und Friederike Behrens. Gestorben: Drechslermeister Friedrich Wöhrmann, 55 Jahre. Arbeiter Wilhelm Drewer, 39 J. Witwe Luise Weber, 84 Jahre. Witwe Friederike Grothe, 78 J. Witwe Friederike Honsel, 77 Jahre. Witwe Katharine Winkler, 64 J. Ehefrau Auguste Schlingheide, 30 J. Martha Reusch, 16 J. Paula Möller, 4 J. Martha Baehr, 1 Jahr. Wilhelm Lieneweg, 1 J. Erich Vahsel, 1 J. Hertha Horstmann, 1 J. Elfriede Rabe, 1 Jahr. Grete Steinkamp, 11 Monate. Heinrich Günther, 7 Monate. Reinhold Brill, 4 Monate. In dem Bericht vom 2. bis 8. April ist zu s n Paul Noack. nicht Paul Strack Stadt Gütersloh. In der Zeit vom 9. bis 15. April 1904 sind beim hiesigen Standesamt angemeldet: Geburten: Sohn: Weber Nikolaus Montag. Maler Heinrich Wix. Tochter: Tischlermeister Friedrich Schlüpmann. Maschinenschlosser Wilhelm Birkenhake. Aufgeboten: Kaufmann Wilhelm Schulte hier und Ida Honigmund in Osnabrück. Kaufmann Hermann Lohmann hier und Auguste Saligmann in Aschen bei Dissen. Bahnarbeiter Heinrich Pollvogt in Pavenstädt und Dienstmagd Johanne Rüskamp in Nordhorn. Tischler August Goldbecker und Näherin Sophie Brinkmann, beide hier. Eheschließungen: Malergehilfe Julius Kampendonk und Julie Schmitt, beide hier. Schmiedegeselle Paul Grunau und Marie Rethage. beide hier. Maurer Gustav Schiermeyer und Schneiderin Marie Osthushenrich, beide hier. Gestorben: Erich Friedrich Ludwig Fritzenkötter, 5 Monate alt. Herford. Angemeldet sind vom 10. bis 16. April 1904 Geboren. 2. Söhne: Ziegler August Stewener. Buchhalter Albert Schol. Zimmermann Otto Bodin. Zimmermann Sebastian Schenk. Kaufmann Wilhelm Gottwald. Buchbinder Otto Rien. b. Töchter: Lokomotivführer Heinr. Stecker. Maurer Wilhelm Greise. Tischler Hermann Goßling. Malergehilfe Gottfried Riethmüller. Fabrikarbeiter Friedrich Stegemann. Aufgeboten: Schuhmacher Heinrich Behrens und Dienstmagd Anna Gabbert. Handlungsgehilfe Julius Fischbach und Luise Specht. Spediteurgehilfe August Vehmeyer und Auguste Kuhlemann. Maurer Heinrich Illigen und verwitwete Fabrikarbeiterin Marie Wörmann. Heinrich Möcker und Friederike Tipper. Fuhrmann Wilhelm Hoffmann und Dienstmagd Marie Mohren. Katasterzeicher Eugen Brenke und Minna Schlüter. Schuhmacher Julius Hillert und Johanne L###usch. Ingenieur Wilhelm Sieveking und Klara Diercks. Buchhalker Friedrich Stickdorn und Anna Renken. Kolon Friedrich Backemeyer und Sophie Schildmeyer. Zuckerarbeiter Fritz Brandt und Arbeiterin Bergmann und Zigarrensortiererin Bertha Hein. seher Friedrich Stahn und Dienstmagd Karoline Witte. Packer August Luig und Dienstmagd Luise Schulte. Zigarrenarbeiter Wilhelm Tropberger u. Dienstmagd Wilhelmine Geismann. Zuschneider Robert Husemann und Näherin Anna Thiele. Klempner Konrad Carlsdotter auch Güsteron und Näherin Auguste Hausfträhigr ge gro### Gestorben: Heinrich Geeten 28 T. Buchdruckerlehrling Friedrich Klausmeyer 18 J. August Vornbäumer 1 M. Witwe Elisabeth„Safgsgghn 65 J. Arbeiter August Riepe 49 J. Prgg#ent, ning 5 M. Hermann Wachter 5 M. Balemin Mühlenbock 5 M. Karl Ahlert 8 M. Emma Engelbrecht 60 J. In der Zeit„vom wurden beim hiesigen 9. bis 15. Standesamt Bünde. April 1904 Geburten: Sohn: Richard Johann August. Sohn von Kistenbekleber Friedrich Wilhelm August Breitenkamp, Feldmark 184... Fochter von Tochter: Pauline Marie Luise, Tochler von Zigarrenarbeiter Friedrich Wilhelm Horstmann, Eheschließungen: Knecht Hermann Wilhelm Scheffer zu Bustedt und Zigarrenarbeiterin Anna Marie Wiedenbröker zu Bünde. Bächtues des erotchtliogatterfals! Dr. SScker's Backpurt.. — Städt. Orchester Mittwoch, den 20. April 1904, nachmittags 4 Uhr: auf dem Johannisberg. Im Progr.: Harlekin, ManuKriptouvertüre v. Eilenberg, Medici v. Leoncavallo(zum 1. Male). 2. Teil: Kompositionen v. Richard Wagner. Eintrittskarten à 50 Pfg.; Vorverkaufskarten gelten. 27714 Bädder gE baumer Turnverein eingetr. Verein. Nitglieder=Versammlung am Freitag, den 22. April, abends nach dem Turnen im Vereinslokal Restaurant Bergholz. Tagesordnung: 1. Neuaufnahmen. 2. Bericht über das Stiftungsfest. 27610,94 3. Turnfahrt. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Gesellschaftshaus Schähmebers. die Wie in den Vorjahren ist jetzt wieder Trinkhalle für medizinische Wässer und frische Milch GUUUUUTUU Nou brehlt.. täglich morgens von 6 Uhr an geöffnet. F. Berkenkamp. Telephon 938. Telephon 938. K Zielefelder Kunstverein. # * #4 Wir eröffneten heute in unserer käuflich erworbenen Besitzung Viktoriastrasse 14 (frühere Besitzung von Lithograph Becher) Rrv. Bemalds-Kusstellung in Remkes Theatersaal eine der Neuzeit entsprechende und mit den besten technischen Maschinen sowie mit Dampf- und Maschinenbetrieb eingerichtete # von Sonntag, d. 17. April, bis Sonntag, d. 15. Mai, von morgens 10(Sonntags 11½ Uhr) bis 20 2 nachmittags 6 Uhr.(7713 K „ Webereistr. 4. Empfehle mein neu eing 0 richtetes 17041,149 Restaurant sowie grossen Saal für Vereinsfeste, Hochzeiten Gute Speisen u. Getränke Henry Halves. 7 Nanenzeichen. 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Nr. 413 die Firma August Bentrupperbäumer zu Bielefeld, Inhaber Kaufmann August Bentrupperbäumer Nr. 414 die Firma Heinrich Halle zu Bielefeld, Inhaber Kaufmann Heinrich Halle daselbst. Nr. 415 die Firma Gustav Kemper zu Bielefeld, Inhaber Dampfwäschereibesitzer Gustav Kemper daselbst. Bielefeld, den H. April 1904. 27654 Königlichts Baurialz Veranurmachung in der Nähe des neuen Ostbahnhofes, ca. 1000 Quadratmeter, sofort od. später preiswert zu verkaufen. Offerten unter 7477 an die Expedition der Westfälischen Zeitung. 1.95 In unser Handelsregister Abteilung A ist bei der unter Nr. 118 verzeichneten Firma Fried. Vogt zu Gütersloh, Inhaber Kaufmann Friedrich August Vogt zu Gütersloh, heute eingetragen: Die Firma ist erloschen. 476 Gütersloh, den 11. April 1904. In unser Handelsregister Abteilung A ist unter Nr. 420 die Firma Albert Breden zu Bielefeld und als deren InAllerlei Hand. 5 für Schlosser und Maschinenbauer billig abzugeben. 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