Ausgabe B. utsche Arbeiter im ogres“ erfährt aus er Ratifikation des ingsliste an Deutschuusschuß verläßt am st sich nach Deutschldungen von Diensausgegeben, wonach August und 30. OkArbeitersendungen habe, ohne daß die den Verhandlungen beiter. seler„Soir“ meldet, zösischen Forderung frund des Friedensn zerstörten Kriegsstattung. rogras“ meldet aus vorläufigen Bericht Deutschlands keinen egppten. 18 Kairo: Peneral en sei noch außer80 englische Anviele Engländer der Auf.' hrer sei cht, weshalb rasie wurden Aufrufe r gefunden, in deu ermorden seien, en zu säubern sei. r Sowjets. r„Chikago Dail rredung mit Tschitregierung sei stets rhandeln, d. h. unRegierungen, die russischen Reiches Weitere Vorausr B l o c k a d e, g e g e n mtlicher Heere, die den Reiches steyen. „bereit, die Naehmen.“ ß die Sowjetregievölkerung den Volowjetrepubliken im Einwohner ins Ledem Kriege heimhabe nur dort unner des Bolschewisdische Hilfe, herbeistürzen. Auf die lange die SowjetBlockade wohl noch chitscherin, er sehe Grund zur Blockade ß die Erfolge der soziale Revolution erklärte weiter, die den Ländern Westsie suche aber nicht Annäherung. Die ausländischen Kaidnisse machen und n entgegenkommen. Betbel.— Druck und nruf 74, Amt Bielefeld. en sind zu richten nach Expedition betrifft, alle schäftsstelle: Missionar kkonto 7382 Hannover en nmlung, ihlungen wart Pfennig. Ysennig. lag. ist f. D.# gegend. ., nachm. 3 Uhr. Bezugspreis: sechsmel.— Preis: vierteljährlich.40 wek. Außerdem Bestellgeld. Christlich-nationales Tageblatt mit der Sonntagsbeilage„Für herz und Haus“. Herausgeber 0. Taeger. Anzeigenpreis: Die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 25 Pig., Reklauss gelle.99 Ml. Bellagen nach verberiger Vereinberung. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmitags 9 Uhr. Ne. 70 Bielefeld=Bethel, Sonnabend, den 29. November 1919. Jahrgang 1. Die Rechte streckt' ich schmerzlich ost In Harmesnächten Und fühlt' gedrückt sie unverhofft Von einer Rechten. Was Gott ist, wird in Ewigkeit Kein Mensch ergründen, Doch will er treu sich allezeit Mit uns verbünden. C. F. Meyer. Die innere Spannung I. Der Untersuchungsausschuß. Der Untersuchungsausschuß der Nationalversammlung hat für einige Tage seine öffentliche Tätigkeit eingestellt! Man hat das als eine„Flucht vor der Wahrheit" bezeichnet und gemeint, die heutigen Machthaber fürchteten von dem Fortgang der Verhandlungen eine Bloßstellung ihrer eigenen Politik. Man wird damit die Beweggründe für die Unterbrechung der Untersuchungstätigkeit sicher nicht richtig gekennzeichnet haben. Aber wenn diese nach Angabe der Regierung nur in dem Wunsch, das angesammelte Material zu sichten, zu suchen sein sollen, dann trifft auch diese Begründung nicht das Wesen der Sache. Der Ausschuß drohte vielmehr zu einer Gefahr für den inneren Frieden zu werden, deshalb schien es geraten, ihn für einige Zeit in der Versenkung verschwinden zu lassen. Die Verhandlungen hatten von Tag zu Tag mehr einen politischen Charakter angenommen. Nachdem Herr Helfferich erst einmal mit seiner beredten Zunge und seinem lebhaften, politischen Temperament die Geister gegen einander erregt und einen frischeren Zug in den Gang der Verhandlungen gebracht hatte, wuchs die Teilnahme der öffentlichkeit zusehends und im ganzen Lande, besonders aber in Berlin, wurde das politische Interesse machtvoll geweckt. Als wir es dann vollends erleben mußten, daß unsere verdienten und des höchsten Dankes würdigen Heerführer von Menschen, die ihnen nicht das Wasser reichen können, ausgefragt und mit schlecht verhehlter Geringschätzung behandelt wurden, da stieg die nationale Erbitterung auf den Siedepunkt. Die Geister schieden sich. Man nahm im Lande Partei für bindenburg oder seine kleinen Richter. Die Aussagen der Feldherren verschärften die Gegensätze, da in ihnen die „Werturteile“ trotz des immer wiederholten Einspruchs des Verhandlungsleiters, einen breiten Raum einnahmen, weil ste eben unbedingt zur Sache und zur Rechtfertigung ihrer handlungsweise gehörten. Es wurde immer klarer, daß man auf dem eingeschlagenen Wege, nicht zur Feststellung der ganzen Wahrheit kommen konnte, weil einfach noch die nötigen Vorbedingungen, die Einsicht in alle Akten, auch die der feindlichen Negierungen fehlten. Je mehr man die Anmöglichkeit einer objektiven Beurteilung der in Frage stehenden Vorgänge erkannte, um so krasser traten sich die versönlichen Überzeugungen entgegen. Anschauung trat begen Anschauung, subjektive Urteile mußten den Mangel en objektivem Beweismaterial ersetzen. Darum machte sich auf beiden Seiten mit immer wachsender Schärfe der Parleistandpunkt geltend, persönliche Verdächtigungen, Aneindungen und Verleumdungen füllten einen breiten Naum der Verhandlungen. Es zeigte sich, daß es ein ganz unmögliches Unterfangen ist, politische Vorgänge von so einschneidender Bedeutung und so ungeheurer Tragweite für das Schicksal der ganzen Nation und jedes einzelnen in ihr, mit unparteiischer Sachlichkeit zu beurteilen. Bei allen volttischen Handlungen und nun vollends bei so gewaltigen Erscheibungen, die hier zur Veurtellung vorlagen, spielen.—.— Spar=Pramienanleihe 1010 die Veranlagung, der Charakter, das Temperament, die Überzeugung, Urteilsfähigkeit und Beobachtungsgabe, die Stimmung der handelnden Personen und die vielen unwägbaren Eindrücke der jeweiligen Lage eine viel zu große Rolle,als daß sie bei einer rückschauenden Kritik der gefaßten Entschlüsse ausgeschaltet werden könnten. Jede führende Stellung in einem politischen Organismus erfordert die Einsetzung und Hingabe der ganzen Persönlichkeit. Darum wird auch das Urteil über die von ihnen gefällten Entscheidungen immer durch die persönliche Stellung zu ihnen, durch vorhandenes Vertrauen oder Mißtrauen beeinflußt werden. Für den, der sehen will, ist nun durch die Verhandlungen das eine wenigstens mit großer Klarheit zutage getreten, daß die ausschlaggebenden Männer im Jahre 1916/17 mit Gewissenhaftigkeit und gutem Glauben ihre Entschlüsse gefaßt haben. Darin sieht auch das Organ der Regierung, die Deutsche Allgemeine Zeitung, das wesentliche Resultat dieser ersten öffentlichen Tagung des Ausschusses. Aber gerade, weil die sachlichen Ergebnisse und Feststellungen in gar keinem Verhältnis stehen zu dem unermeßlichen Schaden, den uns die Verhandlungen des Ausschusses im In= und Ausland gebracht haben, erfaßt die Abneigung, die Erbitterung ja die Empörung über ihn immer breitere Schichten der Bevölkerung. Die Deutschnationalen haben von vornherein kein Hehl daraus gemacht, daß sie das ganze Unternehmen nicht nur für überflüssig, sondern auch für entehrend und würdelos hielten. Die machtvollen Kundgebungen für Hindenburg haben den Beweis für das lebendige nationale Empfinden gebracht, welches sich dagegen auflehnt, dem Ausland das Schauspiel unserer Selbstzerfleischung und Selbstanklage zu bieten. Nur war leider auch viel politische Mache und jugendliche Hitzköpfigkeit in den nur zu Gegendemonstrationen reizenden fast tumultähnlichen Kundgebungen während der vergangenen Woche. Und es ist bei der ohnehin starken Spannung unserer inneren Lage sehr die Frage, ob mit derartigem Hurrapatriotismus etwas Positives gewonnen wird, oder ob wir nicht viel mehr gerade das Gegenteil des beabsichtigten Zweckes erreichen. Gewiß wird durch solche Veranstaltungen die vielfach erschlaffte nationale Gesinnung wieder zu neuem Leben erweckt, aber auf der anderen Seite wird doch in viel höherem Maße die Verbitterung der Volksklassen gegeneinander zu einer geradezu bedenklichen Stärke gesteigert. Dem deutschen Volke ist heute am allerwenigsten durch zügellose Agitation, begeisterte Reden und überschwengliche Demonstrationen, sondern nur durch angestrengte, sittlich durchläuterte Arbeit zu helfen. Ruhiger, aber doch auch sehr entschieden haben sich außer den deutsch=nationalen auch Stimmen aus anderen Parteilagern gegen den Untersuchungs=Ausschuß hören lassen. Die„Süddeutsche demokratische Korrespondenz", das offiziöse Organ der demokratischen Partei in Bayern stellt auch ihrerseits fest,„daß die ganze Unterhandlungsführung wachsendes Mißtrauen, ja Empörung erregt“ hat. Die Stimmung in Zentrumskreisen gibt die„Kölnische Volkszeitung" wieder. Für sie war das Schauspiel, welches die Sitzung vom 15. November bot, geradezu niederdrückend.„Es scheint, als ob diejenigen Recht behalten sollten, welche von diesem Untersuchungsausschuß überhaupt nichts Gutes erwartet haben.“ Dem Widerwillen gegen die parteipolitischen Vorstöße der beiden sozialdemokratischen Vertreter wird unverhohlen Ausdruck gegeben. Wenn die Verhandlungen in Bälde wieder aufgenommen werden sollten, wird man hoffentlich etwas vorsichtiger und unparteiischer zu Werke gehen, um solche unliebsamen und widerwärtigen Vorgänge wie bei der letzten Tagung zu vermeiden. Christlich=nationale Arbeiterbewegung. Mit unheimlicher Schnelligkeit entwickelt sich in der Gegenwart der gewerkschaftliche Gedanke. Auf dem Nürnberger Gewerkschaftskongreß Ende Juni d. J. hatten die Freien Gewerkschaften noch nicht ganz fünf Millionen Mitglieder, heute ist ihre Ziffer auf sieben Millionen angewachsen. An diesem gewaltigen Wachstum haben auch die christlichen Gewerkschaften ihren vollen Anteil. Im vorigen Jahre zählten sie etwa eine halbe Million Mitglieder, in einiger Zeit, wenn die schwebenden Verhandlungen zum erfolgreichen Abschluß gekommen sein werden, dürften sie etwa 2 Millionen Mitglieder zählen. Besonders erfreulich ist das Wachstum des Zentralverbandes der Land=, Forst= und Weinbergsarbeiter Deutschlands(Bielefeld, Gütersloherstraße 45). an dessen Spitze das Mitglied der Nationalversammlung Franz Behrens steht. Am Schlusses des vorigen Jahres hatte er noch nicht 10000 Mitglieder, in einiger Zeit dürfte er die Hunderttausend=Grenze überschritten haben. So entwickelt sich in der Gegenwart der gewerkschaftliche Gedanke in einer Weise, wie es noch vor einem reichlichen Jahre niemand voraussehen konnte. Es ist eben gewerkschaftliche Hochkonjunktur, die von der Revolutionsbewegung ungemein gefördert ist. Das ungeheure Wachstum der gewerkschaftlichen Entwickelung setzt aber ein gesundes Wirtschaftsleben voraus. Das aber fehlt in der Gegenwart. Wohl mehren sich die Anzeichen der Gesundung, aber wir sind noch nicht über den Berg und ein Rückfall kann auch der Gewerkschaftsbewegung nicht nur schweren Schaden zufügen, sondern alles gewerkschaftliche Leben unterbinden. Ein erfreuliches Zeichen der Zeit auf dem Gebiet der gewerkschaftlichen Entwicklung ist die Gründung der Arbeitsgemeinschaft vom 15. November 1918 gewesen. In diesem Zusammenschluß der Arbeitgeber= und ArbeitnehmerOrganisationen ist der Gedanke der Zusammengehörigkeit von Arbeit und Kapital politisch verwirklicht worden. Der oberste Grundsatz dieser Vereinigung ist die Parität und das Selbstbestimmungsrecht. Aus dieser Arbeitsgemeinschaft der Arbeitgeber= und Arbeitnehmerorganisationen kann sich das Industrieparlament der Zukunft entwickeln, das eine Auslese der besten Köpfe des deutschen Wirtschaftsleben darstellen wird. Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft ist keineswegs in den Kreisen der deutschen Industriellen mit ungeteilter Freude begrüßt worden. Manche Bedenken machten sich geltend, aber sie können heute als überwunden angesehen werden. Die Wirkung auf die Gewerkschaften war natürlich auch verschiedenartig, denn während die Christlichen und die Hirsch=Dunkerschen Gewerkschaften dem Gedanken freudig zustimmten, ist man im Lager der Freien geteilter Meinung und auch heute wohl noch kann keine einheitliche Auffassung erzielt werden. Die Regierung hat sich die Mitarbeit der Arbeitsgemeinschaft gern gefallen lassen. Der Achtstundentag, die Bestimmungen über die Verwendung der Kriegsbeschädigten und anderes mehr, sind unter der Mitwirkung der Arbeitsgemeinschaft zustande gekommen. Alles in allem, die Gründung der Arbeitsgemeinschaft hut sich als ein glücklicher Gedanke erwiesen. Zu bedauern ist es, daß der Zusammenschluß erst nach dem Ausbruch der Revolution verwirklicht wurde. Die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer solchen Arbeitsgemeinschaft war schon längst vorhanden; wäre die Gründung früher erfolgt, hätte sie vielleicht auch zur Abschwächung der revolutionären Gefahr beigetragen. Paul Rüffer. Mündelsichere Dermögensanlage ungunstigsten Fall in 20 Jahren verdoppeltes Kapital! 4 — A Kulturkampfansage der drei Kirchen minister? Eben haben die evangelischen Kirchen Westfalens und Rheinlands ihre Kirchenverfassung festgestellt, da trifft von Berlin die überraschende Nachricht ein, daß die drei mit der vorläufigen Wahrnehmung des landesherrlichen Kirchenregiments beauftragten Staatsminister die für den 4. Dezembei in Aussicht genommene Generalsynode beanstanden. Die Generalsynode sollte über zwei neue sehr bedeutsame Gesetzentwürfe verhandeln, die kürzlich auch die beiden Provinzialsynoden Westfalens und Rheinlands beschäftigt haben, ein Gesetz betr. eine verfassunggebende Kirchen=Versammlung und ein dafür vorgesehenes Verhältniswahlgesetz. Diese beiden Gesetzentwürfe hat der Oberkirchenrat, ohne dazu vervflichtet zu sein, den drei Staatsministern, ehe noch die Generalsnnode einberufen war, vorgelegt, um zu erfahren, ob gegen die etwaige Annahme des Gesetzes durch die Generalsynode staatsgesetzliche Bedenken vorlägen. Daraufhin haben nunmehr die 3 Minister geantwortet: Sie wollten nicht die in dem ersten Entwurf vorgesehene Beseitigung der früheren landesherrlichen Kirchenrechte(die doch aus allen kirchlichen und nichtkirchlichen Kreisen aufs kräftigste gefordert wird) und verlangen ferner, daß das Kirchenwahlgesetz nach den politischen Wahlrechtsgrundsätzen gestaltet werde. Dieser Forderung sei in dem Gesetzentwurf nicht Genüge geschehen, obwohl der Entwurf Verhältnis= und Urwahl durch die Gemeindevertretungen ausdrücklich vorsieht. In den maßgebenden kirchlichen Kreisen des Westens zumal herrscht äußerste Empörung über das Vorgehen der drei Minister. Schon gegen ihre Einsetzung erfolgten grade aus Westfalen und Rheinland die heftigsten Widersprüche. Eine Beruhigung trat erst ein durch die wiederholten Versicherungen seitens der maßgebenden Stellen und sämtlicher politischen Parteien, daß in die innerkirchlichen Angelegenheiten in keiner Weise eingegriffen werde, wie ja auch Artikel 137 der Reichsverfassung ausdrücklich vorschreibt. Diese Beruhigung glich aber nur einer Stille vor dem Sturm. Denn jetzt scheint eine Einspruchsbewegung einzusetzen, von der die frühere nur ein kleines Vorspiel war. Daß man der Kirche staatlicherseits die Freiheit, über ihren künftigen Neubau überhaupt zu verhandeln, von vornherein nehmen, sie nur mit gebundener Marschrichtung beraten lassen und ihr Einzelvorschriften über ihr Wahlgesetz machen will, erklären die westlichen Kirchen für einen Eingriff in innerkirchliche Fragen, der die bedenklichsten Folgen haben muß. Die Einmischung gerade in die Wahlfrage ist für den Westen umso erstaunlicher, als die rheinisch=westfälische Kirchenordnung längst ein rein demokratisches Wahlrecht hatte, bevor der Staat auch nur daran dachte, das gleiche bei sich einzuführen. Zudem haben die beiden westlichen Provinzialsynoden schon im März das Verhältniswahlrecht und den Schutz der Minderheiten sowie das Frauenwahlrecht angenommen und in der Novembertagung dieses Jahres bereits in ihre Kirchenordnung hineingearbeitet. Es ist zu befürchten, daß die Kirche in der Weigerung der drei Minister, die Generalsnnode zusammentreten zu lassen, eine Kulturkampfansage schlimmster Art sieht. Ein Zwist zwischen Kirche und Staat wäre grade in dieser ernsten Zeit sehr bedenklich und würde zweifellos die gesamten kirchlichen Kreise Preußens, namentlich die inzwischen zu außerordentlicher Stoßkraft angewachsenen Volkskirchenbünde und sonstigen evangelischen Verbände auf den Kampfplatz rufen.„ wp. Ein Elternabend mit allen. Der Elternabend vereinigt alle Parteien: Deutsch=nationale, Demokraten, Mehrheitssozialisten, Unabhängige. Er soll ein Auftakt sein zur Gründung einer evangelischen Schulgemeinde; er soll als Einladung zu einer großen Volksversammlung dienen. Darum ist er so„farblos“. Thema ist: Deutsche Dichtung— Deutsches Lied. Die Ansprache ist nur ein Lückenbüßer. Wie schwer, wie schwer ist's doch: die Simultanschule! Früher redete ich von göttlicher Kraft und göttlichem Wirken. Früher„evangelisierte“ ich. Heute ist alles nur Mittel zum Zweck. Aber mein Herz ist traurig. Wenn wir die Schulgemeinde zustande bringen, gehen wir auch wieder ins kirchliche Gemeindehaus: heute muß es ein Wirtssaal sein. Die Unabhängigen, die aus der Kirche ausgetreten sind, würden nicht kommen. Und am heutigen Elternabend würde der Name Gottes Entrüstung hervorrufen. Ich könnte mutiger sein, so kann man sagen.— Nun, ich will Fragen ins Gewissen senden, die doch noch was wirken können.— Aber eins ist mir so sonnenklar: der christliche Lehrer kann einfach auf die Dauer nur in der christlichen Konfessionsschule sein. Und mit aller Kraft, mit Gebet und Arbeit wollen wir sie zu erhalten suchen. Nun meine Ansprache.... Es ist lange her, daß wir uns: Kinder, Lehrer und Eltern zu einer gemeinsamen Veranstaltung zusammengefunden haben. Es war zuletzt vor dem Kriege. Vor dem Kriege! Was schließt das in sich! Soll ich reden von Friedensglück, das wir alle, ohne Ausnahme, nicht schätzen konnten? Soll ich reden von krallender, schreiender Not, deren Höhepunkt vielleicht noch nicht da ist. Es ist überflüssig, über eine Sache zu sprechen, die für sich selbst und durch sich selber spricht. Aber als Erzieher, der heute abend zu Erziehern spricht, muß ich doch von einer Not sprechen, die uns heute alle bewegt. Ich rede von Jugendnot nach dem Kriege. Wenn ich sage: ich rede als Erzieher, so gebe ich gleich ein Bekenntnis vorweg. Ich bekenne, daß ich— und ich darf die hier mitwirkenden Kollegen einschließen— noch zu denjenigen gehören möchte, die auf das Innerste und Tiefste, euf das Edelste und Beste im Wesen der mir anvertrauten Schlechtes Erntewetter. Caatenstandsbericht des Deutschen Landwirt= schafteraté. Di Deutsche Landwirtschaft ist seit Anfang Nodember von einer unerwartet hereingebrochenen Kälte heimgesucht worden, wie es seit Menschengedenken nicht der Fall gewesen ist. Während in früheren Jahren die in der Regel noch milde Wittecung des Novembers dazu benutzt wurde, die fruchternte soweit sie im Oktober infolge von schwierigen Arbeiterverhältnissen oder aus anderen Gründen nicht geborgen werden konnte, zu beendigen, und vor allem auch das Wintergetreide, wenn auch verspätet, der Erde anzuvertrauen, hat in diesem Jahre der bereits Anfang November aufgetretene starke Frost dies vollständig verhindert. Die Schneedecke bot leider nicht überall in Deutschland den Saaten und den noch in der Erde gebliebenen Hackfrüchten Schutz. Der äußerste Nordosten Deutschlands, besonders Ostpreußen und ein Teil von Westpreußen haben wahrscheinlich sehr unter Frost gelutten, da hier Anfang November sehr starker Frost eintrat, der Schnee aber erst zwischen dem 9. und 14. November fiel. Die Schäden der abnormen Witterung bestehen einmal darin, daß die Wintersaat, welche auf Hackfrüchte, besonders Rüben, folgt, sehr verspäret oder überhaupt nicht mehr ausgeführt werden lann und sodann darin, daß die Städte wegen der Unmöglichkeit, bei der Kälte Kartoffeln zu verladen nicht rechtzeitig damit versorgt werden können. Ein wie großer Teil der Hackfruchternte durch den Frost tatsächlich vernichtet ist, und für die menschliche Ernährung nicht mehr in Betracht kommt, wird sich erst dann feststellen lassen, wenn die schützende Schneedeck verschwunden ist. Während beim bäuerlichen Besitz die Kartoffeln fast ganz vor Eintritt des Froste; geborgen waren, befindet sich beim gröberen Besitz noch ein erheblicher Teil der Kartoffeln in der Erde. Der Stand der Saaten wird, soweit sie früh gesät und bereits aufgelaufen sind, im allgemeinen als befriedigend angesehen. Welchen Einfluß aber Frost und Schnee auf sie gehabt haben, kann erst festgestellt werden, wenn das um den 20. November eingetretene Tauwetter die Schneedecke weggeschmolzn haben wird. Wenn somit auch der ungünstige Stand der landwirtschaftlichen Produktion und der Ernährungsverhältnisse scheinbar auf die Ungunst der Witterung zurückgeführt werden muß, so liegt die tiefere Ursache, wie aus den Berichten aus allen Gebieten des Deutscher Reiches herausklingt, hauptsächlich auch in den unsagbar traurigen Arbeitsverhältnissen. Auf eine Rundfrage des Deutschen Landwirtschaftsrates, ob die Bestellung der Wintersaat beendet sei, haben nur 43 Prozent der Berichterstatter mit„ja“ geantwortet, dagegen 57 Prozent mit„nein“. Nuet weniger als 54 Prozent der Berichterstatter melden, daß bisher die Winteraussaat, besonders Weizen, in geringerem Umfange stattgefunden hätte, als im Vorjahre, während 46 Prozent berichten, daß sie dieselbe sei. Der Stand der Wintersaaten und Oelfrüchte wird von 29 Prozent der Berichterstatter mit „gut“, von 27 Prozent mit„mittel“ von 34 Prozent mit„schlecht“ bezeichnet, während 10 Prozent derselben mitteilen, daß der Stand nicht beurteilt werden könnte 40 Prozent der Berichterstatter teilen mit, daß die Kartoffelernte geborgen sei, während 55 Prozent melden, daß bis 25 Prozent der Ernte sich noch in der Erde befinden, 5 Prozent, daß die Hälfte noch nicht geborgen sei. Auf die Frage, welchen Prozentsatz der Kartoffelernte der Frost vernichtet hätte, antworten 42 Prozent der Berichterstatter, daß keine vernichtet seien. 28 Prozent, daß bis 15 Prozent der Ernte und 8 Prozent, daß bis zur Hälfte der Ernte dem Fro; zum Opfer gefallen seten, während 22 Prazenr mutteilen, daß der Verlust erst später beim Ein, tritt vo: Tauwetter festgestellt werden könnte. Nur 19 Prozent der Berichterstatter teilen mit daß die Rübenernte geborgen sei, während a1 Prozent melden, daß sie noch nicht beendet zei. Auf die Frage, ob sich die Arbeiterverhältuctverbessert oder noch weiter verschlechtert hätten, teilen 63 Prozent der Berichterstatter mit, daß sie gleich geblieben seien, 18 Prozent, daß sie besser geworden seien, dagegen 19 Prozent, daß sie sich noch schlechter gestaltet hätten. Zum Schlusse seien noch folgende Berichte an Stimmungsbilder wiedergegeben: Oberschlesien:„Infolge der Witterungskatastrophe wollen die Arbeiter, die nur noch über schlechtes Schuhzeug und schlechte Kleidung verfügen, auf dem Felde nicht mehr arbeiten. Die Landwirtschaft kann ihre Arbeiter nicht so bezahlen, wie die dustrie, wegen der zu niedrigen Preise ihrer Pradukte.“ Breslau:„Die Aussichten auf eine Winrergetreideernte für das nächste Jahr sind geradezu ktaglich. Noch ist kaum eine Furche für das Frühjahr geackert. Falls es vor Weihnachten überhaupt noch tauen sollte wird dann vor Nässe niemand auf den Acker können.“ Provinz Sachsen:„Es fehlen die polnischen Arbeitskräfte Die hiesigen Frauen können und wollen keine Rüben roden. Städtische Arbeitskräfte sind nicht zu haben auch untauglich und arbeitsunwillig. Anbau von Hackfrüchten muß für die Zukunft hier , n o c h m e h r e i n g e s c h r ä n k t w e r d e n. V o r M ä r z w i r d w o h l kein Ausnehmen der Rüben möglich sein, ob es dann noch lohnt ist fraglich.“ Holstein: Ungeheure Mengen Kohl, etwe 15000 Waggons, sind, weil keine Wagen zum Abtransport gestellt wurden, erfroren.“ Provinz Hannover:„Der Schaden ist hier unberechenbar und von größtem Einfluß auf die nächste Ernte, namentlich da die Hauptfrucht, Weizen, hier im November bestellt wird.“ Niederbayern:„Wenn von dem Heer der Arbeitslosen in den Städten bloß ein Teil sich für die Kartoffel= und Rübenernte zur Verfügung gestellt hätte, dann wären die Städte mit Kartoffeln versorgt und wären nicht so viel Kartoffeln und Zuckerrüben, die wir so notwendig hätten, vom Frost vernichtet worden. Unfaßbar traurige Gleichgültigkeit!“ Oberbayern:„Die hohen Holzarbeiterlöhne steigern die Lohnansprüche ingemein.“ Bundesstaat Sachsen:„Solange eine Irbeitslosenunterstützung in Kraft bleibt, wird für nächstes Jahr eine große Leutekalamität befürchtet. Hier ist der Hevel anzusetzen, wenn wir nicht ganz verhungern sollen.“ Württemberg:„Arbeitslosenunterstützung anzunehmen ist angenehmer als arbeiten und kann daher an Kleidung und Schuhzeug gespart werden.“ Das Entente=Schutzbündnis gefährdet? Die ablehnende Haltung des amerikanischen Genats gegenüber dem Versailler Friedensvertrag und dem Völkerbundabkommen hat in Frankreich große Besorgnis erregt. Die nationalistische französische Presse befürchtet durch den Ausfall der Vereinigten Staaten eine Gefährdung oder sogar eine glatte Annullierung des englisch=französisch=amerikanischen Schutzvertrages, durch den England sich verpflichtet habe, Frankreich bei einem Angriff beizustehen. Diese Sorgen unserer westlichen Nachbarn wurden noch vermehrt durch eine Erklärung des britischen Ministers Bonar Law zur Frage des englisch=französischen Militärabkommens. Der Minister hatte im Unterhause auf eine Anfrage geäußert, er behaupte nicht. Kinder einwirken möchte. Ich bekenne damit ferner, daß“ ich als Idealist Hoffnung und Mut und frohes Arbeitenwollen zu meiner zielbewußten Arbeitsmethode hinzunehme. Ich bekenne ferner, daß ich die Welt der nackten, trostlosen Wirklichkeit, die uns in unseren Erziehungsaufgaben umgibt, die unsere Erziehungsnöte werden ließ, zu überwinden hoffe. Heute abend möchte ich mit allen Ansichten und mit den mannigfaltigsten Erziehungszielen, die— ich hehle es nicht— hier vertreten sein könnten, auf einen einigenden Boden kommen. Soweit ich Fühlung mit den Eltern habe, glaube ich feststellen zu können, daß wir alle aus den Kindern etwas machen wollen, sie innerlich und äußerlich heben wollen. In diesem Wollen liegen unsere Nöte. Wir sind uns alle einig darin, daß die Glückseligkeit, daß das glatte Gehen durchs Leben ein Ziel ist, das wir für unsere Kinder erstreben. Ich sage ein Ziel, mir bewußt, daß es für viele Eltern das Ziel ist. Ziele heißen den Weg besehen, heißen uns Hemmungen überwinden. Wo liegen die Hemmungen? Welche sind es? Gestern fuhr ich in dichtgefüllter Bahn. Männer und Frauen— und viel Jugend drängten sich aneinander. Kaum rollte der Wagen, da ging es los: ekler Witz, laffe, verderbende Zote. Und die Jugend lacht kreischend; und junge Mädchen kichern voll Wohlgefallen. Ich verstand den Sinn nicht; ich ahnte das Gemeine. Darum konnte ich nicht reden. Da habe ich die leichtfertigen, gemeinen Kerle angeschaut: still, ernst, traurig. Und nur einer war es, der schwieg. Aber das Schweigen bändigte die Gemeinheit.— Das ist die größte Not unserer Jugend: Die Gemeinheit und der Leichtsinn fassen sich am Arm und tanzend gehen sie als Lasterpaar über die Straße. Von dieser Stickluft wird unsere Jugend berührt. Und wir, die wir das Leben und die Folgen kennen, wollen sie bewahren. Wir wollen sie zum Guten, Edlen und Schönen erziehen.— Gewiß, das, was wir heute in Proben edler, deutscher Dichtung vorführen, ist ein Mittel. Wenn es aber doch nicht ausreichen sollte, das Mittel der veredelnden Asthetik, wenn einmal bei unserm Sohne, bei meiner und deiner Tochter der Weg hinab gehen sollte und wir bankerott geworden sind, wenn die Kraft der Versuchung stärker sein sollte als das Mittel der eigenen Kraft, fragen wir sehnend und matt: Gibt es keine andere Kraft? Eine andere Not.— Wir sind alle verzagt, alle ohne Ausnahme. Wir blicken sorgend in den Winter hinein: Was will's werden? Nicht wahr, uns tun oft die Augen weh vom Schauen nach wirklich festen, zielsichern, mutigen Menschen. Wie wohl tut's, wenn wir mal wieder einen finden, der innerlich stark ist. Vor einigen Tagen wurde mir der ergreifende Bericht eines Augenzeugen nahegebracht, der den Untergang der„Titanic“ erlebt hatte. Einige schnelle Hinwürse der Not auf dem Meere: Langsam birst das Schiff, die Rettungsboote fahren nut vierzig Mann. Leute mit ihren schweren Goldsäcken, die sie nicht lassen wollen, springen noch hinein. Der Seeoffiziet muß sie erschießen, denn es sollen Frauen und Kinder gerettet werden.— Leute rasen mit dem Kopf gegen die Wände. Angst, helle Angst treibt die Augen aus den Höhlen. Schreien, Jammern Nur einige Männer und Frauen sind ganz still, ganz ruhig. Wer sind sie? Woher haben sie Kraft? Das ist die Frage für uns, die wir starke, mutige Charaktere erziehen möchten: Wohel die Kraft? Und eine andere Not.— Unsere Zeit hat uns alle willensgelähmt— auch die Jugend. Wir wissen: sie braucht Anstrengung, wie nie zuvor. Vor ihr liegt ein Kampfesweg. Zwar hat die neue Zeit der Jugend des Volkes ganz besondere Möglichkeiten, auch zur Erreichung von Wissenszielen gesteckt. Aber die Kinder sind vorläufig noch wenig geneigt, stärkere Kräfte einzusetzen. Wir entschuldtgen, aber einmal hört es auf. Willensbildung zur straffen Pflichterfüllung tut uns not, tut der Jugend not. Aber das Wort„Pflichterfüllung“ und seine begleitenden Tugenden: Treue, Ausdauer, Pflichtbewußtsein bringen uns wieder auf den ethischen Boden und heißen uns wieder fragen: Woher die Kraft? Ich schließe mein kurzes Wort.— Höher hinauf! Innetlich höher hinauf! Ohne dieses Ziel ist die Zukunft unseter Kinder und damit die Zukunft unseres Volkes ein bleibendes elendes Zappeln im Abgrunde. Darum wohlan: wir reichen uns die Hand! Wir wollen der Jugend Bestes. bährend 22 Prapäter beim Einen könnte. itter teilen mit, ei, während 31 beendet sei. beiterverhältnisse stert hätten, teiit, daß sie gleich besser geworden ch noch schlechter ide Berichte an Witterungskataroch über schlechverfügen, auf e Landwirtschaft en, wie die reise ihrer Prof eine Winrerd geradezu klagr das Frühjahr überhaupt noch temand auf den se polnischen Arnen und wollen Kräfte sind nicht itsunwillig. Der sie Zukunft hier März wird wohl ein, ob es dann en Kohl, etwe in zum Abtransen ist hier unbeauf die nächste Weizen, hier im em Heer der ArTeil sich für die ung gestellt hätte, In versorgt und Zuckerrüben, die vernichtet worUltigkeit!“ dolzarbeiterlöhne e eine Irbeitsird für nächstes irchtet. Hier ist ht ganz verhuninterstützung anen und kann dafart werden.“ neierei. ährdet? erikanischen Sedensvertrag und ikreich große Beanzösische Presse einigten Staaten glatte Annullieischen Schutzverhtet habe, FrankTachbarn wurden des britischen englisch=franzöer hatte im Unr behaupte nicht. matt: Gibt es verzagt, alle ohne inter hinein: Was ft die Augen weh elsichern, mutigen mal wieder einen gen Tagen wurde igenzeugen nahesic“ erlebt hatte. em Meere: Langsote fahren nur Goldsäcken, die sie Der Seeoffizier n und Kinder geKopf gegen die Augen aus den nige Männer und ind sie? Woher rage für uns, die köchten: Woher eit hat uns alle wissen: sie braucht egt ein Kampfesigend des Volkes Erreichung von ind vorläufig noch . Wir entschuldildung zur straffen ind not. Aber das tenden Tugenden: ngen uns wieder Is wieder fragen: er hinauf! Innere Zukunft unserer solkes ein bleibenrum wohlan: wir r Jugend Bestes. ### eine andere Lage nicht neue Bedingungen chaffen werde. Die Festsetzung des Termines der Rausizierung des Friedensvertrages hänge davon ab, u man mit gutem Grund annehmen könne, daß in ## amerikanischen Senatssitzung im Dezember das Abkommen ratifiziert werden würde. Sei dies der gall, so wäre es angebracht, die feierliche Ratifikavion um einige Zeit zu verschieben. Diese Erklärung hat in Frankreich große Bestürzung hervorgerufen. Man befürchtet dort, daß England der. mit Frankreich eingegangenen Verpflichtungen nichr nachkommen wolle, wenn nicht Amerika die gleichen Verpflichtungen übernehme. Bekanntlich hat England die Katitikation des militärischen Schutzvertrages der fran„zsischen Regierung noch nicht mitgeteilt. Nach gegen„estigem Uebereinkommen sollte; erst die amerikanische Rarisikation abgewartet werden. Da diese aller Voraussicht nach verweigert oder doch nur unter gro#en Vorbehalten erfolgen dürfte, so wird England für zie Erfüllung seiner Verpflichtungen sicherlich größere gegenleistungen fordern. Das geschäftstüchtige Albion wird sich die günstige Gelegenheit nicht entgehen laszen, um die Notlage seines Verbündeten im eigenen Interesse auszunützen. Im Grunde genommen ist das militärische Schutzhündnis gegenüber einem vollständig wehrlosen und ntwaffneten Deutschland bedeutungslos und die gesorguis der französischen Presse, daß Frankreich bei einem Nichtzustandekommen des Schutzvertrages den Angrissen eines immer noch stark genug gerüsteten und rebanchelustigen Deutschland allein wehrlos preisgegeben sei muß geradezu lächerlich anmuten. Für Deutschland ist zunächst kein Anlaß vorhanden, aus diesen Unstimmigkeiten unter den„Verbün= deren" Nutzen ziehen zu können. Der amerikanische genat hat sein letztes Wort noch nicht gesprochen und man muß immer noch damit rechnen, daß es wison gelingt, eine Einigung mit seinen Gegnern herbeizuführen. Nach den letzten Meldungen dürfte die Stimmung in den republikanischen Kreisen doch nicht so unnachgiebig sein, wie die ersten in Paris eingetroffenen Nachrichten versicherten. Ein Komproniß erscheint nicht mehr als unbedingt ausgeschlossen, sokern Wilson die beiden Vorbehalte in der Schantungfrage und dem Artikel 19 der Bölkerbunds=Verfassung anerkennen würde. Voraussetzung des Kompromisses wäre jedoch, daß darüber eine Einigung mit den Verbündeten zustandekäme. Sehr bezeichnend int die Haltung der amerikanischen Konferenzmitglieder, die, wie bisher, an den Konferenzarbeiten teilnahmen. Diese Tatsache ist als Beweis dafür aufzufassen, daß die Ratifizierungsfrage noch nicht als endgültig erledigt betrachtet werden darf. Der Verzweiflungskampf im Baltikum. Das deutsche Waffenstillstandsangebot abgelehnt. Aus Riga wird gemeldet: Generalleutnant von Eberhard, der deutsche Oberstkommandierende im Balttkum, hatte nach dem Zusammenbruch der russischen Westarmee einen Funkspruch an das lettische Oberkommando gerichtet und unter Hinweis darauf, daß sich die Armee Awalow=Bermondt unter sein Kommando gestellt habe, um sofortigen Waffenstillstand ersucht, der in der Nacht vom 19. zum 20. November beginnen sollte. Das lettische Oberkommando hat das Waffenstillstandsangebot nicht beantwortet und setzt die Operationen gegen die deutschen Truppen im Baltikum planmäßig fort.— Durch die Tatsache, daß die Truppen des russischen Oberst Bermondt unter deutschen Oberbefehl gestellt wurden, steht das Deutsche Reich plötzlich mit den Letten in Kriegszustand. Wie der„Vorwärts" erfährt, ist zeitweise erwogen worden, ein oder zwei Bataillone zum Schutze der Bahnlinie gegen litauische Banden vorzuschicken. In Kowno wird über die Schaffung einer DemarkationsUnie zum Schutz dieser Bahn verhandelt. Es wäre dringend zu wünschen, daß die Ententekommission thren Einfluß aufwende, damit die heimkehrenden deutschen Soldaten Deutschland gesichert erreichen können. Teutsche Flüchtlingszüge von den Litauern zusammengeschossen. Nach den neuesten Meldungen ist die Lage der deutschen Truppen sehr ernst, an einigen Stellen geradezu verzweifelt. Die Reste der deutschen Truppen und der verschiedenen Freikorps, darunter das von Brandis. haben sich südlich von Mitau gesammelt Ter rechte Flügel steht bei Krukt in Verteidigung segen Angriffe aus Nordosten und überholende Angriffe aus Südosten. Der linke Flügel hält die Bahninte Mitau-Schaulen. Fünf aus Mitau kommende blüchtlingszüge mit vorwiegend deutschstämmigen blüchtlingen sind von den Litauern zusammengeschossen worden. Bisher sind 50 Tote und 150 Verwundete gemeldet. Es wird versucht, die Bahnstrecke offen zu halten, damit besonders der Abmarsch der Flüchtlinge vor sich gehen kann. Die Eiserne Division geht anscheinend ziemlich keordnet aus dem Raume von Mitau in die Gegend Uurajewe längs der Bahnstrecke Mitau—Murajewo zufnc. Nach dem Abmarsch der Gruppe Plehwe, die dei Libau stand, ist die linke Flanke gegen die von ewoau vorrückenden Letten offen. Die Litauer setzen hre Angriffe gegen die Bahn Mitau—Schaulen fort. sadziwillischki ist von ihnen besetzt. Sie sind deiterhin bis Szylany vorgedrungen. Um Schaulen und im rückwärtigen Gebiet streifen starke litauische danden umher. Das Generalkommando des 6. Reserpekorps befindet sich in Schaulen. Die von Schauen ausgehenden Bahnen sind bis Szylany halbwegs Neschkuze und Omole in deutscher Hand. Bis jetzt noch keine Transporte in deutschen Grenzorten eingetroffen. Die aus London verbreitete angebliche Kownoer Nachricht, wonach Lettow=Vorbeck mit 30000 Mann un 300 Panzerautos in Litauen eingefallen sei, wird zuständiger Stelle für Phantasiemeldung erklärt. Moral Kriegsgesellschaften als Erzieher. Die„Dtsch. Volksw. Corr.“ schreibt: „Ueber die verdienstvolle Wirksamkeit der Kriegegesellschaften erlangten wir kürzlich eine vortreffliche Kenntnis durch Veröffentlichung der Gehaltssätze leitender Persönlichkeiten. Welcher Ordnungssinn in ihnen gepflegt worden ist, hat sich namentlich bei der Auflösung der Kriegsmetallgesellschaften gezeigt, wo sich herausstellte, daß große Vorräte an wertvollen Metallen lediglich auf dem Papier vorhanden waren: sie sind, um es milde auszudrücken, verschoben worden. d. h. es ist ein unerhörter Kettenhandel und Wucher mit ihnen bewerkstelligt worden, ohne daß man bisher etwas davon erfahren hätte, ob die verantwortlichen Leiter zur Rechenschaft gezogen werden sollten. Weiterhin hören mr, daß bei der Auflösung der Kriegsnährmittelgesellschaft über Nacht die Schreibmaschinen verschwunden sind, die heutzutage immerhin ein ansehnliches Kapital darstellten. Es verloynte wohl der Mühe, nähere Mittetlungen darüber zu veröffentlichen, wie sich die Aufiösung der Kriegsgesellschaften im allgemeinen vollzogen hat und noch vollzieht. Auch bei den zurzeit noch in Kraft bestehenden Gesellschaften sollen vielfach Schiebungen vorkommen, die jeder Beschreibung spotten. Die Moral des Geschäftslebens ist in einer Weise untergraben, die in einer freien Wirtschaft unmöglich gewesen wäre. Nicht zuletzt hierauf ist es wohl auch zurückzuführen, daß die entlassenen Angestellten von Kriegsgesellscheften sehr schwer bei freien Gewerbetreibenden Anstellung finden können. Der Nachweis längerer Beschäftigung in einer Kriegsgesellschaft wirkt bei fast allen Industriellen und Kaufleuten direkt abschreckend namentlich bei denjenigen, die in der Praxis kennen gelernt haben, wie von den Angestellten, nicht zuletz auch den weiblichen, die Zeit mit den denkbar unnützlichsten Dingen vertrödelt worden ist.“ Deutsches Reich. Vor der Einigung über die endgültige Fassung des Betriebsrätegesetzes. Berlin, 26. Nov. Wie wir erfahren, sind die Demokraten auf Grund ihrer heutigen Fraktionssitzung zu einem Einigungsvorschlag über die strittigen Punkte des Betriebsrätegesetzes unter den beiden Voraussetzungen gekommen, daß auch die Frage der Einstellung und Entlassung von Arbeitnehmern neu geregelt wird, und daß außerdem vor Weihnachten ein Gesetz über obligatorische Schlichtungsausschüsse vorgelegt wird.(Das wird geschehen, wie inzwischen im Ausschuß für das Betriebsrätegesetz von der Regierung mitgeteilt worden ist.) Unter diesen Bedingungen sind die Demokraten bereit, der Entsendung von ein bis zwei Mitgliedern der Betriebsräte in den Aufsichtsrat zuzustimmen die dort Wünsche und Ansichten der Arbeiter vertreten können. Ausnahmen sollen vom Reichswirtschaftsamt zugelassen werden bei solchen Betrieben, wo staatliche und gesamtwirtschaftliche Lebensinteressen auf dem Spiele stehen. Die Vorlage der Bilanz ist nach den demokratischen Vorschlägen zu beschränken auf Betriebe, die gesetzlich zur Aufstellung einer Bilanz verpflichtet sind und über 100 Angestellte und mehr als 500 Arbeiter beschäftigen. Das Recht auf Einsicht in die Bilanz enthält nicht das Recht auf Einsicht in die buchmäßigen Unterlagen. Weitere Ausnahmen soll wieder das Reichswirtschaftsamt zulassen können. Die Sozialdemokraten und das Zentrum haben— wenigstens grundsätzlich— erklärt, daß dieser Vorschlag einen geeigneten Boden der Verständigung abgeben würde. Heute nachmittag wird dazu endgültig in interfraktionellen Besprechungen der Regierungspartei Stellung genommen. — Die bekannten Bergarbeiterführer und Abgeordneten due(Soz.) und Vogelsang(Ztr.) werden aus dem Hanselsministerium ausscheiden, um als Arbeitervertreter in den keichskohlenrat überzugehen. ertteg wirs. — In Ausführung des Friedensberttagr= wird 14 Tage ach der Ratifikation des Friedensvertrages eine Uebernachungskommission von 37 französischen Offizieren, die son 62 Beamten und Dienern begleitet werden, in StuttIm Konsistorium vom 15. Dezember werden ußer sechs italienischen Prälaten die Erzbischöfe von Warchau und Gnesen und der Fürstbischof von Breslau, Bertram, zu Kardinälen ernannt werden. — Der Reichsausschuß der Akademischen Berufe sat eine Entschließung gefaßt, in der er sich gegen den Entvurf eines Betriebsrätegesetzes wendet und eine Sonderstellung der gelehrten Arbeiter unter den Dienstnehnern fordert. ** Kundgebung gegen Torten in Köln. Dieser Tage weilte Dr. Dorten, der Führer der Rheinlandfödealisten, in Köln zu Besuch. Als seine Anwesenheit n der Stadt bekannt wurde, sammelte sich vor seiner Wohnung eine große Menschenmenge an, hauptsächlich Arbeiter, die deswegen ihre Nachtschicht unterbrochen hatten, und forderten unter Hochrufen aus. die deutsche Republik die Auslieferung Dortens. Deutsche Schutzleute im Verein mit britischen Poliz#### truppen sorgten dafür, daß es nicht zu Gewalttätigleiten gegen die Sonderbündler kam. Als es vor Monaten zu ähnlichen Kundgebungen gegen Dorten lam, verbot die britische Behörde Dorten die Einreise ns bese' te Gebiet. Vor kurzem hat jedoch die brisische Militärverwaltung das Einreiseverbot aufgehoben. ** Stürmische Szenen in der Vonner Stadtverord= netenversammlung. Die erste Sitzung der neuen Stadtverordnetenversammlung in Bonn wurde von den als Zuhörern anwesenden Notstandsarbeitern gesprengt, da ein Antrag, ihnen eine Beschaffungsbeihilfe zu gewähren, nicht sogleich angenommen, sondern zur Ausschußberatung vertagt wurde. Es kam zu wüsten Aufritten. Die Leute drangen auf den Vorsitzenden der Zentrumsfraktion, der den Vertagungsantrag gestellt hatte, ein und hätten ihn wohl mißhandelt, wenn er nicht von anderen Stadtverordneten geschützt worden wäre. Aber auch diese wurden ebenfalls bedroht. Erst ein starkes Polizeiaufgebot, dem sich auch englische Polizisten beigesellten, konnte allmählich Ruhe schaffen. ** Entspannung des Vitterselder Streiks. Die Ankündigung aller notwendigen Maßnahmen, insbesondere die Bereitstellung der Technischen Nothilfe, scheint eine Entspannung der Streiklage bei Bitterfeld herbeigeführt zu haben. Nachdem noch die Arbeiter zuerst unter Androhung eines Generalstreiks der gesamten Arbeiterschaft der Chemischen und Kohlenindustrie des Bezirks Bitterfeld die sofortige Zurückziehung Haftbefehls gegen den Arbeiter Hahn geforoert hatten, sind sie auf die Zurücknahme des Haftbefehls nicht weiter zurückgekommen, schei en also diese Forderung fallen gelassen zu haben. In der Besprechung des Militär=Oberbefehlshabers mit den Arbeiterführern wurde festgelegt, daß die Zurückziehung der Truppen erst erfolgen würde, wenn die Arbeit wieder in vollem Umfange ausgenommen sei. * Wiederaufnahme der Kartoffelernte in Sachsen. Die Kartoffelernte ist in den Gegenden Sachsens, wo sie noch nicht begonnen hatte, oder wegen des Frostes abgebrochen werden mußte, infolge des Tauwetters aufgenommen worden. Die geernteten Kartoffeln sind im allgemeinen nicht beschädigt, dürften aber wenig haltbar sein. * Höhere Pensionspreise für Ausländer. Die „Vereinigung Groß=Berliner Fremdenheim E..“ hat in ihrer Generalversammlung einstimmig beschlossen, sich betreffs der höheren Preise für Ausländer den Entschließungen der Hotelbesitzervereinigung voll und ganz anzuschließen. Dieser Beschluß, dessen Durchführung sich hoffentlich auch alle nicht der„Vereinigung" angehörende Pensionsinhaber anschließen werden. ist gefaßt in der Erkenntnis der nationalen Pflicht, alles zu verhindern, was die Ausbeutung der wirtschaftlichen Notlage Deutschlands und des niedrigen Markkurses durch Ausländer fördern könnte.— Eine große Anzahl Berliner Hotels hat bereits seit längerer Zeit eine Erhöhung der Pensionspreise für Ausländer durchgeführt. * 2er Fall Marloh. In der Untersuchungssache gegen den Oberleutnant Otto Marloh wegen Totschlags(Erschießung von 29 Angehörigen der Volksmarinedivision in der Französischen Straße in Berlin am 11. März 1919) findet die Hauptverhandlung vor dem Kriegsgericht. der Reichswehrbrigade III am Mittwoch. den 3. Dezember 1919 statt. In derselben Angelegenheit veröffentlicht Maximilian Harden in der „Zukunft“ schwere Anklagen gegen den Obersten Reinhard. Harden behauptet, Oberst Reinhard sei dringend verdächtig, durch seinen leichtfertig unbedachten Befehl 29 junge Deutsche in grausamer Metzelei getötet zu haben. Er schildert eingehend die Vorgänge bei dem letzten Löhnungsappell der aufgelösten Matrosendivision, bei dem 300 Mann festgenommen wurden, von denen dann nach Harden 29 auf Weisung Marlohs niedergeschossen wurden. Marloy habe von Oberst Reinhard Weisung gehabt, alles, was er irgendwo erschießen könne, zu erschießen. Marloh selbst wird als minder zurechnungsfähig dargestellt.— Oberst Reinhard ist inzwischen beurlaubt worden. Die Anklage gegen ihn wird erst dann erhoben werden, wenn die Verhandlung gegen Marloh die Notwendigkeit hierzu ergeben hat. + Angestelltenbewegung in Oberschlesien. Nach Meldungen aus Kattowitz verlangten Angestellte der Großindustrie Verhandlungen über eine Gehaltsaufbesserung oder Wirtschaftsbeihilfe, die der Arbeitgeberverband so lange ablehnt, bis die Reichsregierung einer Preiserhöhung für Kohle, Stahl und Eisen zugestimmt habe. Die Tarifgemeinschaft der Angestellten verlangt jetzt bis Monatsende eine Entscheidung, weil wilde Streiks Angestellter drohten, die nicht länger zurückzuhalten seien. Die Tarifgemeinschaft lehnt dabei ab, die Preisforderungen der Großindustrie bei der Reichsregierung zu unterstützen, und hat den Reichsarbeitsminister um seine Vermittelung zur Abwendung einer allgemeinen Arbeitseinstellung gebeten. Aus der Arbeiterbewegung. Aus dem revolutionären Braunschweig. Von der Hauptgeschäftsstelle des christlich=nationalen Zentralverbandes der Forst=, Land= und Weinbergsarbeiter Deutschlands in Bielefeld wird uns geschrieben: In unserer Hauptgeschäftsstelle lief am 20. November 19 folgendes Schreiben der Baudirektion der Braunschweigischen Landesregierung ein: „Auf die für einen Teil der staatlichen Lohnarbeiter an uns gerichtete Eingabe teilen wir Ihnen mit, daß wir auf Grund der von allen Seiten uns übersandten Anträge, Eingaben, Zuschristen usw. unsere Arbeiter=Ausschüsse ersucht haben, sich nunmehr für einen Verband zu erklären, der künftig die Interessen aller bei uns beschäftigten staatlichen Lohnarbeiter wahrzunehmen hätte und mit dem allein wir dann verhandeln würden. Wir erklären ausdrücklich, daß es uns ganz gleich ist, auf welchen Verband die Wahl der Arbeiterausschüsse fällt. Uns liegt lediglich daran, nur mit einer Stelle verhandeln zu brauchen, denn eine sachgemäße Behandlung der vielen Einzeleingaben ist einfach unmöglich. — gez.: Nagel.“ Dieses unglaubliche Schreiben ist die Krönung eines zähen Kampfes, den die braunschweigische Baudirektion seit langem gegen alle nichtsozialistischen Arbeiterorganisationen in ihrem Geltungsbereich führt. Es ist seltsam, daß ausgerechnet für diese braunschweigische Behörde unmöglich sein soll, was allenthalben gang und gäbe ist. Ausgerechnet im roten Braunschweig sollen sich die Arbeiter# die Freiheit der Wahl ihrer gewerkschaftlichen Berufsorganisation beschneiden lassen, weil es der roten Behörde zu unbequem ist, mit verschiedenen Gewerkschaftsrichtungen zu verhandels. —.— Diese von der Behörde„gewünschte“. Einheitsorganisation der Arbeiter kann und soll natürlich nur die sozialdemokratische sein. Die christlich=nationalen Arbeiter— es handelt sich auch hier um die Straßenwärter— verlangen im Zeitalter der„Freiheit“ auch für sich die volle Freiheit in der Wahl ihrer gewerkschaftlichen Berufsorganisation. Lokal= und Provinzialnachrichten. — Lebensmittelverkauf im Landkreise vom 1. bis 6. 12. 1919. 1. Nährmittel. Nudeln werden ausgegeben an alle Brotversorgungsberechtigten in allen Kolonial= warenhandlungen. Jeder erhält gegen Abgabe der Lebensmittelmarke Nr. 2: ¼ Pfund zu 1,18 64 für 1 Pfund.— 2. Feinstes Speisefett. Sämtliche Fettversorgungsberechtigte erhalten in den bekannten Butterverkaufsstellen, wo sie eingetragen sind, gegen Abgabe der Einfuhrzusatzmarke Nr. 26 je Person 50 Gramm Speisefett zum 65 Pfg. für die Einheit.— 3. Zucker(Kandis). Sämtliche Einwohner erhalten in allen Kolonialwarenhandlungen des Landkreises gegen Abgabe der vom 24. 11. bis 21. 12. gültigen Lebensmittelmarke Nr. 20 je Person 1 Pfund Kandis. Der Preis beträgt für farbigen Kandis 1,22 A für ein Pfund, für weißen Kandis 1,24 A für ein Pfund. Diese Menge ist bestimmt für den Versorgungszeitraum vom 1. bis 20. 12. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß uns zur Einlösung dieser Marke nur Kandis überwiesen worden ist, und ersuchen wir die Verkaufsstellen nur Kandis zu verabreichen. Gleichzeitig weisen wir nochmals darauf hin, daß die Zuckermarken hier genau kontrolliert werden und sind die Kleinhändler dafür verantwortlich, daß nur gültige Marken angenommen werden. Eine Gutschrift für abgelieferte falsche Marken kann auf keinen Fall erfolgen. 4. Sonderzuweisungen. Sämtliche milchversorgungsberechBilligaUhren echt Silber 38, Nickel 26.— Weckuhren 13. Alles Friedens. ware. ** Tee Erri-Aunlt Borrh. Bierse Renteistr. 7 tigten Kinder von 1 bis 3 Jahren erhalten gegen Abgabe der vom 24. 11. bis 7. 12. gültigen blauen Keks= und Puddingpulvermarke je Person 1 Paket Kindergerstenmehl zum Preise von 40 Pfg. für ein Paket. Sämtliche Wöchnerinnen und Kranke erhalten gegen Abgabe der vom 24. 11. bis 7. 12. gültigen roten Keksmarke ¼ Pfund Haferflocken zum Preise von 41 Pfg. für die Einheit. Ferner erhalten die werdenden und stillenden Mütter 2 Monate vor bis 2 Monate nach der Entbindung ab Donnerstag, den 4. 12., in nachfolgenden Schlachterläden gegen Abgabe der von den Apotheken und Drogenhandlungen ausgegebenen Speckmarke Nr. 5 je Person ½ Pfund Auslandsschweinefleisch zu 4,40 eA für das Pfund. Die Verkaufsstellen haben die Marken am Dienstag, den 9. d.., aufgeklebt abzuliefern. Letzte Nachrichten. Der Erbseind auch der Friedensfeind. Rotterdam. 27. Nov.„Daily Mail“ meldet aus Paris: Vor der vertraglichen Anerkennung der Verletzung der Waffenstillstandsbedingungen durch Deutschland widerspricht Frankreich der allgemeinen Ratifikation. Genf, 27. Nov. Eine Havasnote von Mittwoch besagt, auf Beschluß Frankreichs werden für die Erfüllung der Waffenstillstandsbedingungen Sicherheiten von Deutschland verlangt werden. Rotterdam, 27. Nov. Nach einer Meldung der„Daily Mail“ aus Paris wurden aus den deutschen Gefangenenlagern in Frankreich 70 Offiziere und fast alle 500 Mann in französische Untersuchungshaft eingeliefert, weil sie beschuldigt werden, während der deutschen Okkupationszeit Verbrechen begangen zu haben. Werpel. Herford säma 2 S 4 an krönt den Rumpf des Menschen! Wie häßlich ist es, wenn er vernachlässigt wird durch mangelhafte Haarpflegel Was in der Jugend versäumt wurde, kann im Alter nicht nachgeholt werden! Verlorene Haare wiederzugewinnen, ist nicht möglich. Sie haben es in der Hand, sich einen üppigen Haarwuchs bis ins Alter zu erhalten. Verwendes Sie die Haartinktur 29 Erfolg 66 Pnsi Geiss, Preleleia, Zerrissene Strümpfe, Wollne, Baumwollne, Seider Flachs werden schnellstens repriert bei Viktoriastrasse 10. Ernst Weiß Haartinktur„Mein Erfolg“ kostet die große Flasche Mark 10.—. Aufklärende Broschüre über den Haarausfall gegen Einsendung von Mark.20. Das Schicksal der Balten. Königsberg, 27. Nov. Wie verlautet, liegen zahlreiche Züge mit Flüchtlingen auf der Strecke in Litauen und Kurland. Außerdem streben dichte Scharen von Letten und Balten zu Wagen und zu Fuß der Grenze zu, vorwärts., trieben aus Furcht vor den lettischen Banden und Bolscha, wisten. Auf dem Gute Kapseden wurde der Besitzer, Baron Manteuffelermordet. Viele andere Güter sind i Brandgesteckt worden. Allem Anschein nach ist in ganz Kurland eine bolschewistische Bewegung im Gang, die das Schicksal der Balten, die nicht mitgeflohen sind, hoffnungslos erscheinen läßt. Auch die baltische Landeswehr die aus etwa 1400 jungen Balten besteht, gilt als verloren da der lettländische Beherrscher Rigas, der ganz im bolsche, wistischen Fahrwasser fährt, ihre bedingungslose Unter, werfung fordert. Nach Nachrichten des litauischen Genergl. stabes hat das litauische Heer Bermondts Truppen völlig geschlagen und Radziwilischki genommen. Vier deutschSchwadronen, welche von Mitau aus Bermondt zu Hilfe eilten, wurden, laut D. A..“ aufgerieben. Königsberg, 27. Nov. Nach einer gestrigen Meldung des baltischen Preßbureaus ist das deutsche Korps 13 Kilo. meter südwestlich von Mitau zum zweitenmal von der lettischen Armee umzingelt. Für den Inhalt verantwortlich: W. Kraa, Bethel.— Druck und Verlag: Druckerei Betbel bei Bielefeld. Fernruf 74, Amt Bieleseld Alle für die Redaktion bestimmten Zuschriften sind zu richten nach Bielefeld. Schließfach 141. Alles, was die Expedition betrifft, alle Inserate und Geldsendungen an die Geschäftsstelle: Missiona# Heienbrok, Bethel bei Bielefeld, Postscheckkonto 7382 Hannover Volksverein Biensels der Teutschhalisnalen=Vollsparni. 1. Belehrungsabend: Dienstag, den 2. Dezember 1919, 8 Uhr abends im Wintergarten des Vereinshauses. Herr Staatsanwalt Dr. Hagemann spricht über das Thema: Die alle und Neue Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 50 Pig. erhoben. Für Vereinsmitglieder beim Vorzeigen der Mitgliedskarte beträgt das Eintrittsgeld 30 Pfg. Der Chr stich-nationale Vereig e. V. Sitz Bieleteld bezweckt di Föcderung der Volksbildung und Vol'swohlfahrt aus christlichnattonatem Grunde. Eer möchte gern eine Sammelsielle der auf diesen Geviete allefort gemacht u Erfabrungen sein um dieselben weiteren arbeitesmuligen Freien zuganglich machen zu konnen. Nähere Auskunst erteilt Emil Martwig, Dozent an der Evangelsahesoz aen Schule in Beihel bei Bieleleld. Christrosen Schönste Jugendschriften=Sammlung, künstlerisch feine, wahre Erzählungen aus Geschichte und Gegenwart. 70 verschiedene Hefte. Große Ausgabe: Heft ss Pfennig. Kleine Ausgabe: Heft 30 Pfennig. Bände 3,30 Mark. Dazu 10% Teuerungszuschlag. Verlag der Evangelischen Gesellschaft f. D. in Elberfeld waer: 9 Die Uhr der Zukunft ist die Leuchtuhr, weil sie auch nachts die Zeit bequem erkennen lässt. jede Uhr kann nachträglich in meiner Werkstatt mit Leuchtausstattung versehen werden. Fritz Böckelmann Ww. □ Am Markt 5. Bielefeld. Telefon 711. W. Taubert Bielefeld, Altstädterkirchstr. 4 StahlwarenSpezialgeschäft Schleiferei und Reparaturwerkstatt 8 Behrsrrel Die Evangelisch-soziale Schule in Bethel b. Bielefeld bildet Sekretäre für die christlichen Gewerkschaften aus. Sie übermittelt auch Anträge auf Anstellung in der Gewerkschaftsarbeit. Der Bedarf an Sekretären wächst täglich, Anmeldungen geeigneter Persönlichkeiten sind deshalb willkommen. Geeignet sind nur solche, welche wirklich Arbeiter gewesen sind und denn sich ausgebildet haben, sei es als Diakon, Gemeindehelfer, Jugendpfleger, Missionszögling oder was es sei. Der Leiter der Evanzelisch=sozialen Schule D. Jaeger. Uhren u. Coldwaren Meiler Heitung meine Anztigen! Trauringe in reizender Verpackung empfiehlt in größter Auswahl bei streng reeller fachmännische: Bedienung zu äußerst billigen Preisen mit langjähriger GarantiRadewigerstraße 18. u. d. Ev. Vereinshaus Uhrmacher und Goldschmied. Reparaturen in eig. Werkstatt. Solide Ausführung. Mäßige Peit wilg. Kremeger, Berford, Suche für gleich oder später " 5• welche der Hausfrau in allen Arbeiten hilft.] Fami tenauschluß. Angebote mit Ansprüchen an die Exp. dieser Zeitung unter W. M. Klavier zu mieten gesucht. Frau Miss. Bethel, Haus Troas. Rirchl. Nachrichten Bielefeld. 1. Advent, 30. Novbr. 1919. Kollekte für den Verein für Innere Mission in MindenRavene berg. Altstädter Kirche. Vorm. 10 Uhr P. Trautermann. Beichte und Feier des heil. Abendmahls. 11½ Uhr Kindergoitesdienst. Abends 6 Uhr Superintendent Lappe. Koll. für den Altstäder Kindergottesdienst. Neustädter Kirche. Vormittags 10 Uhr Vikar Noa. Beichte und heil Abendmahl. P. Kuhlo. Vorm. 11¼ Uhr Kindergottesdienst. Abends 6 Uhr P. Kuhlo. Reformierte Kirche. Vorm. 10 Uhr P Mund. 11½ Uhr Kindergottesdienst. Martini=Kirche. Vormittags 10 Uhr: Jahresfest des Märner= und Jünglings= vereins. Festpredigt: P. Ostermann=Brackwede. Vormittags 11½ Uhr Eindergouerdient. Mittwoch abend 8½ Uhr Gemeinoebibelstunde, Pastor Usener. Paulus=Kirche. Vorn 10 Uhr P. Schneider: Beichte und Abendmahlsfeier. 2½ Uhr Kinde gottesdienst. 6 Uhr P. Hackländer. Johannis Kirche. Vormittags 10 Uhr P. Hammerschmidt. 2 Uhr Kindergotiesoienst. Abends 6 Uhr Missionar Beitin. Mittwoch, abends 8½ Uhr Bibelbesprechung: P. Hammerschmidt. Petri=Kirche. Vorm. 10 Uhr Gettesdienst P. Kortmann. 11½ Uhr Kindergottesdienst. Nachm 2 /. Uhr Tausen— Dienetag 8 Uhr Vorbereitung zum Kindergottesdienst.— Mittwoch abend 8 Uhr:## meindebibelstunde. Jakobus=Gemeinde. 10 Uhr P. Waubke. Jahresfest des Christl Vereins jung. Mädchen(Chorsingen) Heiliges Abendmahl. 11½ Uhr Kindergottes dienst 3% Taufen.— 8 Uhr Adventsfeier mit Adventekonzert. Ziensgemeinde. Sonnabend, abends 7 Uhr: Beichte, P Meyer vormitlags 9 Uhr: P. Oestreicher, anschliefend Frier des heiligen Abendn ahls. 10 Uhr. P. Jaeger. Nachm. 1½ Uhr: Kindergottes##enst. Asends 7 Uhr P. Donnerstag, abends 7½ Uhr: P. Kuhlo. Landeskirchl. Gemeinschaft. Blaukreuzhalle, Kaiserstgaße, Sonntags 6½ Uhr: gelisation. Sonntags Uhr: Sonntagsschulguu#. Donnerstag s 8 Uhr: Beoel stunde. Mittwochs 8 Uhr: Gesangverein. Sonnabei 7¼ Uhr. Weitzkreuzgruppe.