C Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis: Bei der Post geholt oder durch Boten zugestellt vierteljährlich.40 Mk. Durch den Briefträger einschließlich Bestellgeld.82 Mik. Christlich-nationales Tageblatt mit der Sonntagsbeilage„Für herz und Haus“. sserausgeber O. Jacaer. Anzeigenpreis: Die einspattige Petitzeile oder deren Raum 30 Pig., Reklamozeile.00 Mk. Beilagen nach vorheriger Vereinbarung. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Nr. 76. Bielefeld=Bethel, Sonntag, den 30. März 1919. Seines Glückes Schmied: Stolzer Ruhm! Seines Unglücks Meister: Heldentum! Jahrgang 1 Fare Sr. 2. Stäntzen. KXX Deutsches Heldentum. Mit brausendem Hurra ging es hinaus ins Feld. „Nach Paris“ und„nach Petersburg“ stand auf den Wagen. Im Sturm wurde Lüttich genommen, im Sturm wurde Belgien und Nordfrankreich überrannt. Vorwärts, immer vorwärts! Rechts und links fielen die Tapferen von der heimtückischen Waffe der Heckenschützen oder von dem Feuer der französischen Artillerie. Das war Heldentum, so wie wir es uns im Frieden gedacht. Da kam der Rückschlag: die Schlacht an der Marne. Zurück, weiter zurück bis zur Aisne und hier Halt gemacht und dem nachdrängenden Gegner Stand gehalten. Noch hoffte man auf baldige Wiederaufnahme des Kampfes. Stattdessen kam das Eingraben, der Schützengrabenkrieg. In Belgien ging es noch vorwärts: Antwerpen wurde genommen. Aber an der Vser kam auch dieser Vormarsch zum Stehen. Das Wasser wehrte weiterem Vordringen und die alte englische Armee. Vergebens stürzten sich die Krlegsfreiwilligen mit„Deutschland, Deatschland über alles“ in die Schlacht, der Gegner stand unerschüttert. Dann kam der Winter. Nässe, Kälte, zeitweiliger Hunger: da galt es ein neues Heldentum des stillen, zähen Aushaltens. 4 Vom Dezember an kamen die französischen und englischen Durchbruchsversuche. Die Champagne=Schlacht im März, die Artois=Schlacht im April, der englisch=französische Durchbruchsversuch im Herbst 1915. Jetzt lernten wir das Tyommelfeuer kennen, die Minen, die Handgranaten, den Gasangriff, die Fliegerbombe, das Maschinengewehr. Da hieß es, standhalten, auch im zerschossenen Graben, wenn die eigene Artillerie zusammengeschossen war, und unsere Infanterie hielt stand. Im Frühjahr 1916 schien wieder der Bewegungskrieg zu winken: der Angriff auf Verdun brach los. Jetzt trommelte unsere Artillerie, jetzt waren wir die Angreifer. Aber nach anfänglichem Erfolg scheiterte auch dieser Angriff an den feuerspeienden Höhen um Verdun. Die Maschinengewehre mähten ganze Reihen nieder, das französische Sperrfeuer wurde undurchdringlich. Bei langsamer Blutarbeit wurde dennoch Höhe um Höhe genommen. Da setzte die Sommeschlacht ein und gebot dem Angriff auf Verdun Halt. Die Hölle schien sich aufgetan zu haben, sieben Tage und sieben Nächte schleuderten Tausende von Feuerschlünden ihren Eisenhagel über unsere Tapferen. Die Minen sprangen, die Gaswolken wälzten sich daher, von oben schossen die feindlichen Flieger mit Maschinengewehren in unsere Gräben. Endlich kam der Sturm. Mit riesiger Übermacht wälzten sich die feindlichen Massen daher und überrannten den ersten und zweiten Graben. Aber die letzte Linie hielt stand. Ohne Schutz, ohne Deckung, in Granattrichtern Tage lang, Wochen lang, Monate lang in unablässigem Feuer: das war neues Heldentum! Und dann der Winter, der dritte Winter. Härter, kälter, wie je einer vorher. Und der Februar bringt einen Rückzug: zurück, ohne geschlagen zu sein, ohne ein Geschütz einzubüßen, im unbedingten Vertrauen auf den Feldherrn, und dann neue Kämpfe! Die Arras=Schlacht, die ArtoisSchlacht, ein Feuer sechsmal so stark wie das an der Somme. Die feindlichen Panzerwagen in dichten Geschwadern, die feindlichen Flieger in gewaltigen Schwärmen, und denntoch: unsere Flieger behaupten die Luft, unsere Artillerie beginnt, die Feinde niederzukämpfen, unsere Infanterie weicht aus und wirft mit wuchtigem Gegenstoß den Feind immer mehr aus den gewonnenen Stellungen, Stellungsund Bewegungskrieg in einem.„Aus kampffrohen Draufgängern der Anfangszeit sind wir Männer geworden, die mit zusammengebissenen Zähnen und Falten in der Stirne ihre schwere Pflicht tun". So sieht es im Westen 6115 Und im Osten. Da wälzte sich die unermeßliche russische Übermacht daher, unsere Heere auf dem Rückzug nach der Weichsel. Da kam Hindenburg. Die Schlacht bei Tannenberg vernichtete die russische Narew=Armee. Wie ward sie geschlagen? Der Feldherr selbst gab die Antwort: mit war der Anfang. Von dieser Heldentat hallte ganz Europa wieder. Dann folgte Insterburg; dann die furchtbare Winterschlacht in den Masuren, mitten in tiefem Schnee, eisigem Sturm, und doch vorwärts, bis der Gegner vernichtet war. Aber auch der Vormarsch in Polen und nicht zu vergessen der Rückzug, und der abermalige Vormarsch, und dann der Winter, der lange, furchtbare Winter! Dreißig Grad Kälte und der sibirische Ostwind, scharf wie ein Messer, und dabei Posten stehen, geblendet durch den Schnee! Und dann das Frühjahr. Die Wege unergründlich, und doch die Verbindung aufrecht erhalten. Das war zähes, stilles Heldentum! Der April brachte den Einmarsch in Kurland und der Mai den Durchbruch in Galizien, und nun begann der großes Siegeszug. Dabei tägliche Kämpfe gegen neue und immer neue Stellungen des zähen und übermächtigen Gegners. Immer wieder mußte er angegriffen und geworfen werden. So ging er den Juni, den Juli, den August, den September. Erst an der jetzt erreichten Linie gab es ein Halt, ein Aufatmen. Die Anstrengungen der Märsche für Mann und Roß, die Entbehrungen, der Hunger und Durst, die Furchtbarkeit der Kämpfe, auch Mann gegen Mann, sind unbeschreiblich. Und doch, das war vorwärtsdrängendes Heldentum alten Stils. Dabei wieder kam der Winter, hart und streug, unv doch nicht so schrecklich als die entsetzlichen Strapazen im Winter vorher in den Karpathen, hoch oben in Eis und Schnee, und dann die Kämpfe, die Stürme, Kuppe um Kuppe, Werk um Werk! Neue Strapazen brachte der serbische Feldzug. Aber es ging vorwärts, immer vorwärts. Das Siegesbewußtsein trug sie bis an die Tore von Saloniki, und hier machte der Krieg nur Halt; weil der Staatsmann ihn zurückhielt, lieber hätte er im ersten Anlauf die englisch=französische Schar ins Agäische Meer geworfen. Das Früjahr brachte dann den russischen Einbruch auf der ganzen österreichischen Front, Wolhynien und Podolien, Ostgaltzien, die Bukowina wurden vom Feind überschwemmt, und wieder mußten die Deutschen in die Bresche springen. Tage lang stand am Stochod ein einziges Regiment mit der zwanzigfachen Übermacht ohne Artillerie im furchtbarsten feindlichen Feuer, und die Linie hielt. Brussilows Riesensturm brach sich an dem dünnen Hindenburgschen Damm. Jeder einzelne hat das Eiserne Kreuz verdient, und mehr als das, war die Meinung des Feldherrn. Es war die Rettung Österreichs. In dieser höchsten Spannung schlug der Rumäne los und fiel unseren Helden in Flanke und Rücken. Wir wichen aus, aber nur, um ihn um so fester an zwei Seiten zu packen und in drei Monaten völlig niederzuwerfen. Der rumänische Feldzug, eine einzig große Heldentat! Und doch ist damit nicht erschöpft, was unser Heer geleistet. Sind nicht unsere Kanoniere es gewesen, welche an den Dardanellen dem Angriff von vierzig feindlichen Schlachtschiffen Trotz geboten und den türkischen Verbündeten vom sicheren Verderben gerettet haben? Haben wir nicht mitten im Krieg die Bahn über den Taurus gebaut, die Wasserleitung in der Wüste gelegt, den Vormarsch der Engländer auf Bagdad gebrochen in furchtbarem Sonnenbrand bis fünfundfünfzig Grad im Schatten und bei Flecktyphus, Cholera und Pest in einer irdischen Hölle? Das ist groß. Aber das Größte ist doch noch etwas anderes. Als unsere Schleswig=Holsteiner an der Somme sieben Tage und sieben Nächte dem Höllenfeuer, den feindlichen schweren Geschützen, den Minenwerfern, den Maschinengewehren, dazu den Gasangriffen und endlich dem darauffolgenden dreitägigen Massensturm gestanden und alles siegreich abgewehrt hatten, da kam zu ihnen ein Feldprediger und lobte sie um ihres Heldentums willen. Und als er fort war, da sagten sie zu dem allein noch übrig gebliebenen Feldwebel:„Helden sind wir doch nicht, wir haben ja nur getan, was befohlen!"). Jacger. Der Aufstieg des Papstums zur Weltmocht. Wenn der Romfahrer den tiefsten Eindruck von der Stadt der Päpste gewinnen will, so eilt er auf den hochgelegenen Monte Pincio. Da schaut er vor sich rechter Hand das Grabmal dos Kaisers Hadrian, von den Päpsten zur Engelsburg umgebaut, das Sinnbild von der geistlichen bezwungenen weltlichen Macht. Links die Kuppel der Peterskirche, in ihrer Baugeschichte das Abbild des Papsttums. In ihrem Rande steht in riesengroßen Lettern zu lesen: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben. Denn Petrus gilt als der erste Papst, in dessen Hände der Herr die ganze Fülle der kirchlichen Gewalt gelegt habe. Die Kuppel überdacht das Grabmal des Apostelfürsten selbst, wo die sterblichen Überreste der beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus in goldenem Schrein geborgen ruhen. Denn nach Rom als der ersten Stadt des europäischen Westens brachten Petrus und Paulus die christliche Lehre. Um sie scharten sich die ersten Christen. Anfangs nur durch das Band der Liebe zusammengehalten, wurden sie durch die äußeren Verhältnisse zu rechtlichem Zusammenschluß gezwungen. Es bildeten sich Gemeinden mit dem Vorsteher, dem Bischof an der Spitze. Um die Mitte des 2. Jahrhunderts schließen sich diese Einzelgemeinden zu größeren Gruppen zusammen. Unter ihnen genießen diejenigen die von einem Apostel gegründet worden, den Vorrang, insbesonder: Rom, die Hauptstadt der Welt. Hier hatten die Apostel Petrus und Paulus ihren Glauben mit dem Tod besiegelt; hier hatten nach ihnen so viele Märtyrer ihr Herzblut vergossen; hier liefen alle Fäden des ganzen Riesenreiches zusammen; von hier aus regierte ein ein heitlicher Wille die ganze bekannte Erde! Kein Wunder, daß von hier aus immer mehr die Kirche des Westens zusammengefaßt wurde. Gerade die Verfolgungen seitens des römischen Staates steigerten den Einfluß des römischen Bischofs als des Hauptes der Kirche. Als dann Konstantin Religionsund Kultusfreiheit gewährte und seine Residenz nach Konstantinopel verlegte, dehnte sich der Einfluß des römischen Pontifer hemmungslos im Westen aus. Im Jahre 378 erlangte der römische Bischof die Gerichtsbarkeit über die gesamte Geistlichkeit des Westens und bald auch das oberste Gesetzgebungs= und Aufsichtsrecht. Auch die Wogen der Völkerwanderung trugen das Papsttum nur noch höher empor. Hatte doch Leo l. den Hunnen Attila und Gregor I. den Langobarden Agilulf durch sein hohepriesterliches Wort zur Umkehr veranlaßt. Ihr Einfluß griff weit über Italien nicht nur nach Westen, sondern auch schon nach dem Osten über. Die byzantinischen Kaiser trugen wider Willen zur weiteren Steigerung dieser päpstlichen Macht bei. Kaiser Justinian II. durch das kanonische Recht, Kaiser Phokas durch die Ernennung des Papstes Bonifatius III. zum allgemeinen Bischof. Der Benediktinerorden verbreitete diesen Gedanken dann in der ganzen Welt. So weit war die Machtstellung des Papstes eine rein geistliche. Dieselbe suchte er zu sichern durch weltliche Un abhängigkeit. Schon Gregor I. hatte in dem sogenannten Patrimonium Petri den Grund zum Kirchenstaat gelegt. Aber selbst unter Stephan II. gab die pippinische Schenkung dem Papst die sichere weltliche Macht. Leo III. wußte seine geistlich=weltliche Macht selbst Karl dem Großen gegenüber sehr geschickt zu wahren, indem er am Weihnachtstage 800 ihm die Kaiserkrone aufsetzte. Sie galt fortan als päpstliche Gabe. Freilich war andererseits der Papst jetzt nur erster Bischof des fränkischen Weltreiches und drangen germanische Anschauungen in das kirchliche Recht ein. Ja, die katholischen Franken hatten unter ihrem König sogar eine eigene Nationalkirche aufgebaut, aber schon unter Karls schwachen Nachfolgern sank das Kaisertum schnell. Um so höher erhob sich das Papsttum. Nikolaus I.(858 bis 867) setzte sich als erster die„päpstliche Krone" auf. Unter seiner Regierung entstanden die pseudoisidorischen Dekrekalen, eine Sammlung erfundener päpstlicher Erlasse und Briefe, die zusammen mit der gefälschten Urkunde der konstantinischen Schenkung die Machtstellung des Papsttums sowohl gegenüber den Bischöfen wie gegenüber den Fürsten feststellten. Wohl übten die großen sächsischen und fränkischen Kaiser, namentlich Otto l. und Heinrich III., ihre Oberhoheit über die Kirche kräftig aus. Aber schon unter Heinrich IV. nahm das Papsttum den Kampf um die Welt herrschaft mit Erfolg auf. Im Hofe von Kanossa mußte Heinrich IV. vor Gregor VII. kapitulieren: Durch die Schaffung des Kardinalskollegiums sicherte en die Unab* A 4 hängigkeit der Papstwahl(das geschah aber erst durch Alexander IIl.!) und im Wormser Konkordat mußte Heinrich V. auch die Einsetzung der Bischöfe durch den Papst zugestehen. Vergebens suchten die Hohenstaufen Friedrich., Heinrich VII., Friedrich II. das übermächtige Papsttum zu bekämpfen. In den Kreuzzügen hat die Ritterschaft aller Länder dem Papst ihre Heere zugeführt. Der Aufstieg der lombardischen Städte hat ihm eine Streitmacht in Italien geschaffen. In Venedig mußte Friedrich Barbarossa Alexander III. den Fuß küssen und auf dem Laterankonzil von 1215 thront Innonzenz III.(1198—1216) als der geistlicht und weltliche Herr von Europa. Selbst das byzantinische Kaisertum ist beseitigt, Konstantinopel und Jerusalem liegen dem Papste zu Füßen. Ungarn, England und Spanien sind päpstliche Lehensstaaten, Frankreich die erste Tochter der Krone. der deutsche König Mündel des Papstes. Was den deutschen Kaisern mißlungen war, gelang den Königen von Frankreich, zeitweise die päpstliche Weltherrschaft zu brechen. Vergebens setzt sich Bonifatius VIII. (1294—1303) die„dreifache Krone“ auf und behauptet die Oberhoheit des päpstlichen Stuhls über alle Throne. 70 Jahre lang schmachtet das Papsttum in der sogenannten babylonischen Gefangenschaft in Avignon in völliger Abhängigkeit von der französischen Krone. Noch tiefer wurde es durch die Kirchenspaltung gestürzt, als ein Papst den anderen verfluchte. Die bischöfliche Strömung schien über die päpstliche gesiegt zu haben. Auf den Konzilen zu Pisa, Konstanz und Basel hielt die Gesamtkirche über den Päpsten Gericht. Aber endlich triumphierte doch das Papsttum! Nikolaus V.(1447—1455) faßte den Plan, als äußeres Zeichen des päpstlichen Sieges einen Neubau der Peterskirche zu unternehmen. Pius II.(1458—1464) will alle Völker in einer Allianz vereinigen, in der für die Bezi hungen der Staaten die Grundsätze des heiligen Evangeliums maßgebend sein sollen. Alexander VI.(1492—1593) trat als Schiedsrichter der Welt auf, indem er die ganze Erde zwischen die neuen Entdecker= und Eroberermächte Spanien und Portugal teilte. So hat das Papsttum eine schwindelndere Höhe erstiegen denn je. Seine politische Macht steht auf dem Gipfel, die geistliche hingegen ist völlig zerfallen. Unter Alexander VI. ist der päpstliche Hof der sittenloseste von Europa, unter Julius II.(1503—1513) und Leo X.(1513—1521) eine Stätte des Heidentums. Die glänzende Kunstentfaltung eines Bramante, Michelangelo und Raffael kann darüber nicht hinwegtäuschen. Der Prachtbau der Peterskirche wird der Anstoß zur Reformation. Denn um das Geld für ihn zusammenzubringen, läßt der Papst Leo X. in allen Landen den Ablaß predigen. Tief empfindet das Papsttum die Wahrheit von Luthers Ausspruch:„Ich habe getan, was kein Kaiser und König vermochte, ich habe dem Papst an seine Krone gegriffen". Aber der schwache Versuch des letzten deutschen Papstes Hadrian VI.(1522—23) durch seine Reform der Kirche und ihre Spaltung zu verhindern, fand mit ihm ein frühes Ende. Dafür wurde Rom am 6. Mai 1527 von den Spaniern und Deutschen erstürmt und geplündert. Das Papsttum schien gebrochen, das Kaisertum wieder aufgerichtet, Karl V. triumphierte über Clemens VII. Diese tiefere Erschütterung war der Beginn der Gegenbewegung. (Fortsetzung folgt.) Die Nationalversammlung. Ministertisch: Scheidemann, Schiffer, Graf Erodvoiss. Noske, Gothein, Bell, David. der Tagesordnung stehen: der vierte Nachtragsetat für 1918. Der Nachtragsetat enthält die Ai#nren für den Reichspräsidenten(monatlich 100 vos Mark Aufwandsgelder) sowie für das ReichsDie Volkskirche als Staatskirche, ihr Werden, ihr Wirken und ihre Zukunft. Vortrag, gehalten im Jahre 1912 auf der Eisenacher Konferenz in Detmold von Prof. D. Schaeder, Kiel. II. Das ganze kirchliche Elend, die Not unserer Tage, besteht für jeden, der sich nicht schwärmerischen religiösen Utopien hingibt, darin, daß der lebenwirkende Glaubensgrund, die gnädige Offenbarung des überweltlichen, heiligen Gottes in Christus, die das kirchliche Bekenntnis in Worte faßt, in so erschreckendem Umfange verdunkelt ist und verdunkelt wird. Die bekenntnislose oder erkenntnislose Frömmigkeit, denn beides ist dasselbe, ist unsere Not. Dieses anschwellende religiöse Vagantentum, das die Lebenswurzeln christlichen Glaubens durchgerissen hat oder sie nicht kennt. Aber wenn wir so für ihre eherne, notwendige Klammer, die Kirche und Bekenntnis miteinander verbindet, eintreten, dann kommen eben die charakteristischen Bekenntnisfeinde von heute und wollen uns das sachliche Recht unserer Haltung streitig machen. Wir kennen sie aus den vielgestaltigen, aber schließlich doch einheitlich=zielbewußten, antikirchlichen Kämpfen unserer Tage genau. Wir kennen auch ihre theologische und religiöse Vorgeschichte, die bis in die idealistische deutsche Aufklärung zurückreicht, kennen die Entwicklungsstadien der letzten Jahrzehnte, aus denen heraus sie so geworden sind, wie sie sind. Ihr Titel„Freunde evangelischer Freiheit“ drückt im Grunde gar nichts anderes aus als den entschlossenen Protest gegen die tiefinnerliche Verbindung: Kirche und Bekenntnis. Sie wollen auch eine Kirche; Traub z. B. tritt in seiner Schrift„Staatschristen= tum oder Volkskirche“ für eine solche ein. Aber für jeden, der weiß, was die Kirche ist— nach Luther können es die Kinder von sieben Jahren wissen—, für jeden vollends, der in der Kirche das aus Gott geborene Leben lebt, ist es wirklich nur ein schlechter Scherz, daß sie die Kirche wollen, um den, wie ich glaube, durch Th. Kaftan geprägten Ausdruck zu gebrauchen, die Allerweltskirche, jenen Menschenarbeitsministerium und das Reichsschatzministerium. Der Notetat sieht die vorläufige Regelung der laufenden Ausgaben für das Rechnungsjahr 1919 vor. Reichsfinanzminister Schiffer begründet beide Vorlager unter Hinweis auf ihren vorläufigen Charakter. Abg. Schulz=Ostpreußen(Soz.): Wir Sozialdemokraten haben die Revolution nicht gewollt, wir hätten gewünscht, daß freie Bahn auch ohne die Gewaltsamkeiten einer Revolution geschaffen worden wäre.(Hört, hört!) Sobald aber die Revolution einmal da war, galt für uns Sozialdemokraten, sie den Interessen des deutschen Volkes dienstbar zu machen. Leider werden uns immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen. Einen der schlimmsten Knüppel hat uns gestern Herr Kardorff zwischen die Beine geworfen. Hüten Sie sich, meine Herren, die Sie etwa Kardorffschen Ideen folgen, wir lassen uns die revolutionären Errungenschaften weder besudeln noch zertrümmern Abg. Mayer=Schwaben(Zentrum): Schon ballen sich im Osten die Wolken des Bolschewismus zusammen und drohen, sich über ganz Europa zu entladen. Mögen unsere Gegner dafür endlich das notwendige Verständnis finden im Interesse Europas und der ganzen Welt.(Sehr wahr! bei der Mehrh.) Wir sind bereit, die 14 Punkte Wilsons restlos und loyal zu erfüllen. Wir erwarten dasselbe aber auch von unseren Gegnern.(Sehr richtig! bei der Mehrheit.) Regierung und Nationalversammlung haben die Pflicht, alle Versuche, diese klare Stellungnahme zu durchkreuzen, mit Entschiedenheit zurückzuweisen. Abg. Graf von Posadowsky(Deutsch=Natl.): Die Sozialisierung erfährt eine immer weitere kommunistische Auslegung, und die Regierung tritt solchen phantastischen Projekten nicht entgegen. Kann der Ministerpräsident sich wundern, wenn unter den Verhältnissen der Revolution man sich in weiten Kreisen des Volkes nach dem Zustand vor der Revolntion zurücksehnt?(Sehr gut! rechts.— Rufe links: Kriegsgewinnler!) Das ist rein menschlich und hat mit Kriegsgewinnen nichts zu tun. Arbeiten Sie doch nicht mit solchen Schlagworten. Die Revolution hat die Zustände in der Ostmark herbeigeführt.(Lebhafte Zustimmung rechts.) Infolgedessen hört die Zukunft der Ostmark auf. und wenn wir jetzt unter den schwersten Bedingungen unsere Fende bitten müssen, uns zu ernähren, so ist das eine indirekte Folge der Revolution.(Sehr wahr! rechts.) Durch die Revolution und ihre Wirkungen auf unser Heer hat unzweifelhaft auch das Ausehen des deutschen Namens im Auslande sehr gelitten. Ist es da ein Wunder, Herr Ministerpräsident, wenn weite Volkskreie zurückdenken an die Zeit, wo im Staate rechtliche Ordnung und Sicherheit der Rechtssphäre jedes einzelnen bestanden? Und wenn Sie noch viele solcher Reden halten wie gestern, dieses Volksbewußtsein werden Sie mit aller Ihrer Beredsamkeit nicht aus den Kerzen„reißen.(Sehr richtig! rechts.) Wenn der Mininerprasident solche Stimmungen nicht vertragen kann, so soll er nicht mehr von der Freiheit im neuen Reich sprechen Wenn die Regierung solche Aeußerungen nicht vertragen kann, dann ist ihre Freiheit nur ein Aushängeschild für urteilslose Massen, nichts als ein Blendwort für Leute, die nicht tiefer sehen.(Sehr richtig! rechts.) Die Arbeiterund Soldatenräte bilden ein Nebenparlament, das die Regierung neben der Nationalversammlung nicht dulden darf.(Sehr- richtig! rechts.) Welche Verachtung ladet man vor der ganzen Welt auf Deutschland, wenn ein General, dessen unvergleichliche Pflichttreue und gewaltige Leistungen im vierjährigen Kriegsdienst an verantwortlicher Stelle niemand, am allerwenigsten die Entente anzutasten wagt, von dem leitenden Minister so geringschätzig und feindselig behandelt wird, wie wir gestern gegenüber Ludendorff erleben mußten. Was gestern in Aussicht gestellt wurde, das ist kein unparteiischer Gerichtshof, wie man ihn wünschen muß, sondern ein Gericht, dem der Herr Ministerpräsident selbst schon den Weg zu seinem Urteil mit dem Wort von„Landesverrat“ vorgezeichnet hat. Das Gericht des deutschen Volksgewissens wird später entscheiden, wo die Reichswehrer und wo die Reichszerstörer sitzen. Abg. Dr. Pachnicke(Dem.): Wir haben es in der Hand, bei der Sozialisierung eine Grenze zu ziehen(Rufe rechts: Abwarten!), und wir werden diese Grenze ziehen. Aus den Worten des Grafen Posadowsky klang der Ton der Sehnsucht nach den Zuständen vor der Revolution. Er ist nicht berechtigt, seine Erklärungen im Namen des deutschen Volkes abzugeben(Lebh. Zustimmung links), sondern nur im Namen der Minderheit, die er vertritt. Abg. Haase(U. Sozd.): Die Regierungstruppen pfeisen auf Gesetz und Versassung. In Berlin sind in den letzten Wochen über tausend Personen verhaftet worden. Hunderte von Personen sind gegen das Gesetz hingerichtet worden. (Pfuirufe bei den.=Soz.) Das grauenvollste ist der Mord(Zuruf rechts: Oberstleutnant von Klüber in Halle) in der Französischen Straße. Die Menschheit selbst ist durch diese Taten geschändet worden.(Zurufe: Klüber, Spartakus.) Die Weltrevolution ist im Gange, aber sie wird sich nicht in allen Ländern nach dem russischen Schema vollziehen. Wirklicher Sozialismus allein ist die Befreiung der Menschheit.(Lebh. Beifall bei den U. Sozd.) Reichswehrminister Noske: Wir wünschen gewiß ein gutes Verhältnis mit Rußland. Rußland verlangt aber von uns, daß wir vorher bolschewistisch werden. Das lehnen wir ab. Gegenüber den Angriffen des Vorredners möchte ich die außerordentlich verdienstvolle Tätigkeit und das besonnene und klare Urteil der Generale Merker und Lüttwitz lobend erwähnen.(Beifall.) Sie haben sich auf den Boden der Tatsachen gestellt.(Lachen bei den U. Soz.) General v. Lettow=Vorbeck hat einwandfrei nachgewiesen, daß er die ihm in den Mund gelegte Aeußerung nach seiner Landung in Europa nicht getan hat. (Hört! hört!) Er ist etwa anderthalb Stunden nach seinem Einzug in Berlin bei mir gewesen und hat erklärt, daß er und seine Leute in Ostafrika zwar unendlich Hartes haben erdulden müssen, daß sie aber angesichts der entsetzlichen Notlage des Reiches sich unbedingt— hinter die Regierung stellen wollten, um dafür zu sorgen, daß endlich Ruhe und Ordnung in unserem gequälten Land herbeigeführt wird.(Stürm. Beifall.) Die Plünderungen und Schießereien am Alexanderplatz waren im Gange, als ich den Einmarsch der Truppen in Berlin befahl. Eine ganze Anzahl von Soldaten ist in fürchterlichster Weise erschlagen worden. In wenigen Tagen werden wir Material darüber veröffentlichen und zeigen, wie die Leute, für die Herr Haase sich begeistert, mit den Soldaten in Berlin umgegangen find. Ich klage an die Brandstifter, und das sind Herr Haase und seine Freunde. Auf ihr Haupt kommt das Blut, gssgeßen worden ist.(Stürmischer Beifall und Händeklatschen.— Unruhe und Lärmen und Zischen dei den U. Soz.) Ministerpräsident Scheidemann: Ich habe gar keinen Haß gegen Ludendorfs. Wer gibt irgend jedas Recht, so etwas zu behaupten?(Lachen rechts.) Ich bekämpfe nur die politische Rolle, die einzelne dieser Herren spielen. Das ist meine Pflicht. (Zustimmung links.) Auch mein Wort vom„genialen Hasardeur“ war keine Beschimpfung.(Widerspruch rechts.) Ich habe dieses Wort von ihm selbst entlehnt.(Stürmischer Widerspruch rechts.) Wir haben wirklich nicht danach gelechzt, einen Sündenbock vor den Staatsgerichtshof zu schleppen. General Ludendorff hat den Gerichtshof ja selber verlangt. Wir hatten uns mit der Frage längst beschäftigt. Nach den Vorkommnissen vom Sonntag aber haben wir uns gesagt, wenn er es selber verlangt, dann soll er es haben, ebenso wie Bethmann es verlangt hat. Selbstverständlich muß der Staatsgerichtshof ganz objektiv und unaburteilen. Die Republik gibt jedem Meinungsverband, dessen einigendes Prinzip eine an wer weiß welchen Offenbarungen des Göttlichen hängende und in wer weiß wie verschiedene Strebungen oder Lebensinteressen auseinandertretende Frömmigkeit ist, eine Frömmigkeit, die wenn man keine oberflächlichen Phrasen macht, sondern der Sache auch nur ein wenig auf den Grund geht, von sich aus alles andere fertig bringt, als Menschen zur Gemeinschaft zu verbinden. Was diese Vertreter freizügiger Frömmigkeit miteinander verbindet, ist ihr Protest gegen die wirkliche Kirche, weiter nichts. Ihre Kirche ist, so könnte man sagen, der Massendurchschnitt der modernen Kulturbewegung im religiösen Gewande. Oder sie ist, Traub will sie wenigstens dazu machen,„der große Zweckverband in Verwaltung, Unterstützung und Anregung". Er betont:„Die evangelische Kirche schiebt in ihren Brennpunkt nur die hilfsbereite Gesinnung und die Erziehung hinzu. Die Gedanken, die Überzeugungen sind also zollfrei. Man warte nur einmal ab, wie sich diese Kirche unter uns Deutschen, die wir bekanntlich eine merkwürdige Kraft haben, die Unterschiede unserer Überzeugungen aufzudecken und im Leben zur Geltung zu bringen, etablieren wird. Es ist kein unerlaubter Scherz, wenn man ihr, der vielberufenen' Gesinnungskirche, gegenüber die Bemerkung wagt: Haltet ein mit Lachen! Wir lassen sie also, wie sie es verdient. Aber nicht ohne weiteres können wir die Gründe lassen, welche jene Bekenntnisfeinde, ein Mann wie Traub an der Spitze, ich möchte sagen: jene Ganzen von heute, gegen unsere kirchliche Bekenntnishaltung vorbringen. Es sind deren im Grunde zwei. Mit dem ersten halten wir uns von vornherein nicht lange auf. Es ist die Behauptung, daß die Verknüpfung von Kirche und Bekenntnis katholisch sei. Wie hat das Schlagwort kathotisch heute die Sinne verblendet! Wohlgemerkt, wenn das wahr ist, daß jene Betonung einer kirchlichen Übergangsoder Bekenntniseinheit katholisch ist, dann sind nicht bloß wir es, die wir das Leben der Kirche an das biblische Evangelium von Christus und an sein gesundes, reformatorisches Verständnis binden wollen. Dann sind es alle, die im Interesse der Abwehr religiösen Vagantentums auch nur für einen reduzierten Rest von Überzeugungseinheit auf dem Boden der Kirche plädieren. Dann ist Harnack mit seiner Vorliebe für das sog. erste Evangelium, utholisch, geschweige denn, daß es Ritschl mit seiner neukantischen Fassung des Evangeliums ist. Nur die Freiheitsf eunde sind dann unkatholisch. Aber um welchen Preis sind sie es! Uns schreckt nur dieser erste Einwand des Rutholischen deshalb nicht, weil unser Eintreten für den Bekenntnischarakter aus Glauben stammt, oder, wenn man das undeutliche Wort gebrauchen darf, aus Glaubensaus schlechtem, äußerem Zwang oder aus Absicht auf Gewalt. Ja, wenn wir zu den lutherischen Epigonen aus der Zeit nach dem 30 jährigen Kriege gehörten, von denen selbst Kliefoth nach einer Angabe Tertene“ Wa. Henset des sie in der Bekenntnisftage katholt. bemerkt, auch sie waren nicht einfach katholisch, aber sie katholisierten. Wir dagegen tun, wenn wir für den Bekenntnischarakter der Kirche eintreten, gar als was in seiner Weise ein verständiger, Zusammenhängen des Lebens bewanderter Arzt elauben decken aus Glauben— denn Glaube, christliches ei Hau heißt dies Leben der Kirche, in dem wir, Gott auf an dape manpert sind— wir decken die Bedingungen Mas in hes ped dd wahres Glaubensleben hängt. ##enntnis anders als die gemeinsame Orientierung der christlich Glaubenden über die Bedingungen, lebene! Wenn der Vrai ist, indem er im nteresse leiblicher Gesundheit die Bedingungen des Lebens, der Krankheit und des Todes fixiert, dann ist es vie'aubensgemeinschaft der Kirche auch nicht, wenn sie 5 w die Fakioren, welche ihr eigenartiges. Leben tragen uro u. es bedrohen oder zerstören, ausspricht. Sie se Reßt Grate Juiug sie dichtet oder phantastert nicht, allem dagein der Geschichte gegeben sind, alles Zuterliche Erangelium, und sie martiert deren unverLedeutung für ihr eigenes, eigentümliches ben.:(Fortsetzungfolgt.) die Herren um Posabowsry fordern, ronnen niemand eingeräumt werden.(Beifall links, Lachen rechts.) Die Vorlagen gehen an den Haushaltsausschuß. Nächste Sitzung Freitag nachmittag 3 Uhr.(Anfrage. kleine Vorlagen, Verordnungen.) Schluß gegen 9 Uhr Preußiscbe Landesversammlung. Nach dem Sozialdemokraten Schreck ergriff in der Donnerstag=Sitzung der preußischen Landesversammlung das Wort Abg. Dr. Schmedding(Zentr.): Die uns vorgelegte Kreditforderung ist in dieser Höhe von zehn Milliarden noch nicht dagewesen. Wenn früher neue Steuern bewilligt werden sollten, pflegten die Finanzminister die Finanzlage so schwarz wie möglich zu malen. Dieser Vorwurf trifft den Finanzminister Dr. Südekum nicht; er konnte gar nicht zu schwarz malen, denn die Finanzlage ist ohnehin schwarz genug. Es handelt sich nicht um einen Fehlbetrag von 100 oder 200 Millionen, sondern um einen solchen von 786 Millionen, Daneben fällt noch schwer ins Gewicht oaß zu der konsolidierten Schuld noch eine schwebende Schuld von jetzt 6 Milliarden hinzugetreten ist. Abg. Dr. Frentzel(Dem.): Die Finanzlage ist im weselitlihen eine Ei enbahnfrage. Wie un erstreichen die bedeutungsvolle Bemerkung des Finanzministers, daß alle Staatsunternehmungen sich zum mindesten selbst erhalten müssen. Unter Selbsterhaltung verstehen wir aber auch, daß die Zinsen und die nach kaufmännischen Grundsätzen vorgenommenen Abschreibungen herauskemmen.(Sehr richtig! bei den Dem.) Während des ganzen Krieges hat man uns ein falsches Bild der wirtschaftlichen Blüte vorgeführt. „. Ahg. Dr. Hergt(D. Vp.): Die Sozialbemokraten und seibs der beste Beweis dafür, daß die Revolution nicht notwendig war. Als Prinz Max die Regierung übernahm, und sich mit den Parteien darüber verstänob sie ihm Gefolgschaft leisten würden, erklärten e Sozialdemokraten, daß, wenn ihre Forderungen erfullt würden, sie die Massen hinter sich hätten und keine Revolution sein würde.(Hört, hört! rechts.) Wenn sich jemand dafür verbürgt, dann muß er doch der Ueberzeugung sein, .. daß die Revolution nicht notwendig ist. (Seyr richtig! rechts.) Prinz Max wurde dann von den Sozialdemokraten verraten.(Zurufe der Soz.: Weil der Kaiser nicht rechtzeitig abdankte!) Die Zwangswirtschaft muß beseitigt werden, wenn auch noch nicht beim Getreide, Fleisch und den Kartoffeln. Dann werden die Preise heruntergehen. Wir dürfen uns nicht zuviel Milliarden aufbürden lassen. Unsere Unterhändler sollen sich nicht ins Bockshorn sP5, Kllen. Auf, keinen Fall dürfen die Kriegsanleihreefiget geschädigt werden. Die Kraft zum WiederG muß aus dem ganzen Volke gewonnen werden. (Tebhäster Beifall bei der Rechten.) Ministerpräsident Hirsch: Was ich gestern über die Gegenrevolution gesagt habe, war völlig ernst zu nehmen. Selbstverständlich werden Sie(zur Rechten) wramtem graicht alle Vorbereitungen zum Bürgerkrieg ien r gibt aber Kreise unter Ihren Freunden, lauern Habe:: Augenblick für einen neuen Umsturz luern. Tabel braucht es Ihnen noch nicht einmal der Mangiedhigdtu der früheren Zustände, z. B. r onnrchie, anzukommen. Ganz zweifellos wer„„aber reaktionäre Zustände angestrebt, und das Hänen aie 9egenrevolution.(Lebhafter Beifall links.) noch so sseine Periht mit Händen und Füßen gegen volution zelleichtomenepehrt, dann wäre die Reu; bietleugt vermieven worden.(Lebh. Beifall Finanzminister Südekum: Die letzte eigentliche für unsere jetzige Lage sehe ich in der Tatsgche, daß enzgegen ven Waffenstillstandsbedingunschärtt und sae ih aufgehoben, sondern verw#0 der dunger des deutschen Volkes verewigt Ueberstürzter Sozialismus, das ist auch die Meinung hervorragender Führer der Unabhängigen, würde mit schweren Gefahren für die Volkswirtschaft verbunden sein und für die Staatswirtschaft keinen Erseig bringen. Führer aller früheren Parteien haben auch die Garantie für die Aufrechterhaltung und chen. Frst..... programm der unabhän. 4 entstand ein Aktionsleibe mit." zengigen,„nach dem die Kriegsanden follte 9ecissen Einschranrungen annulliert wervolkswirtscharsi.er Programmpunkt ist politisch und cheue#rtlich nicht zu verteidigen. Der besprogogisch wirfsam (Lebhafter Beifall)“ Pekonomisch ist er unheilvoll. Tagesordnung. Freitag, 11 Uhr. Fortsetzung der Besprechung über die Regierungserklärungen, Notgesetz u. Schluß 6¼ Uhr. Nach Erledigung kleiner Anfragen wurde am Frei tag der Notetat gegen die Stimmen der U. Soz. in und 3. Lesung angenommen. Darauf wurde die über das Regierungsprogramm fortgesetzt. Abg. Kleinspehn(U. Soz.) wendet sich gegen den Abs. v. Kardorff und wirft ihm Provokation vor. ## lehnen die Anwendung von Handgranaten im politischen Kampf ab. Minister des Innern Heine: Was haben denn Sie(zu den U Soz.) seit der Revolution anderes getan, „ Jjede Arbeit zu verhindern?(Widerspruch bei den 4. Soz.) Ich darf meine verehrten Freunde aus meiner Fraktion bitten, auch ihrerseits auf die Angriffe und Zwischenrufe von dieser Seite mit keinem Wort mehr zu reagieren, ich erbitte mir das von meinen Parteigenossen als eine Freundlichkeit gegen mich.(Zu„#7 des Abg. Adolf Hoffmann.) Herr Hoffmann ich enne Sie aus Ihren Anfängen, als Sie noch mit den onde:„Zehn Geboten“ hau ieren gingen. tunbauernder Lärm. Vizepräsident Frentzel: Meine wollen Sie denn die Verhandlungen überUnmöglichkeit machen?) Ich würde überpt nicht das Wort genommen haben, wenn nicht ###rredner wiederum ein Lied gesungen hütte, dem er#a. Deutscher nicht ohne Widerwillen zuhören kann, all. g klangt, wir Deutsche sollten uns vor alle * weit hinstellen und uns reumütig als die allein Schmend Sie... u tu ud Strafe auf uns bete auch ber wissen, daß Kriegstreiberel und Kriegs. ach bei ven anberen, daß die Politik der geheimen Koalitionen von den anderen viel stärker's von uns worden. ist. Wozz aber überhaupt immer wieder dieg Eteilerungen: Tor uns liegt eine Hannen musgesde.. das wir alle Kräfte ananstat das Post um durchzukommen. Diesenigen, die der neue Störungen Arbeit auizuruse immer wie.„., ungen in das Volk hi. twerfen. die Hie eushen. Jeind Unerhörtes fordert, sagen, dig.sannt, aiso forderr lange nicht genug schuldig orkannt, 2,0„hrerl. noch veel mehr, die sind am Vaterla ide!(Stürmischer Beifall.) genommen.“atte wird ein Schlußantrag an. Abg. Adolf Hoffmann erklärt, der Minister Heine (Ordnungsrusz“ s9noddrige Antisemit wie früher. progrimm erledigt.“ sprache über das Regierungs. aller Parteien auf Hebung der... 8 Anträge serung der Vollsernäßrung. Landwirtsckaft zur BesForderung der Polenlandung. Die Lage wird als ernst betrachtet. "„Am 26. März abends ging dem Vorsitzenden der Deutschen Waffenstillstandskommission in Spaa folgende Zote des französischen Vorsitzenden, des Generals Nu##. In Uebereinstimmung mit der Entscheidung des Oversten Kriegsrates der alliierten und assoziierten Regierungen wird General Nudant in Ausführung der Klausel 16 des Waffenstillstandes vom 11. November 1918 fordern, daß die Deutschen gestatten, daß die Armee des Generals Haller, welche ein„Teil der alliierten Armeen ist, durch Danzig tung auf Polen frei durchmarschiere mit dem Zweck, dort die Ordiung aufrechtzuerhalten. Die Deutschen werden sich weiterhin verpflichten, alle Erleichterungen für die vorübergehenden Einrich= ##eder Art zu geben, die für die durch diesen Hasenplatz marschierenden Truppen notwendig sind. Jede Weigerung, diesen Forderungen zu entsprechen, wird als ein Bruch des Waffenstillstandes durch die Deutschen angesehen werden. Infolgedessen bitte ich Sie, von der deutschen Regierung die Vollmachten zu verlangen, die nötig sind, um die Art und Weise der Ausführung dringendst und auf Grund gegenseitigen Uebereinkommens zu regeln. gez. Nudant. Die Antwortnote der deutschen Regierung. wurde nach eingehender Beratung im Kabinett und unter Zuziehung der Parteiführer der Nationalversammlung fertiggestellt. Sie besagt u..: Die deutsche Regierung hat sich nicht verpflichtet, brsten Zusars für eine polnische Armee über Danzig ußen zu geben. In dieser Auffassung sieht die deutsche Regierung sich bestärkt durch die bekannten Vorkommnisse bei der Gewährung freien Gefür den polnischen Ministerpräsidenten Paderewskt. Herr Paderewskt hat unter grober Verletzung „„gewährten Gastfreundschaft auf deutschem Boden gegeben, Veichen zum Aufruhr und Bürgertrieg Niemand kann die Verantwortung übernehmen. daß die polnische Minderheit in Westpreußen ruhig #sihte#enn die Armee Haller in Danzig lander. der deutschen Regierung täglich zugehenden zahlreichen Kundgebungen der deutschen Mehrheit in das zentzen muß aber auch damit gerechnet werden, l beutsche Mehrheit gegenüber polnischen Angewaltsamen Widerstand leisten Piz.„Heute herrscht in diesen Gebieten Ruhe und Sicherheit, wenn aber die geforderte Landung nach dem heutigen Stand der Dinge zum blutigen Kampf in diesen Gebieten führt, so wird außerdem die deutsche Ostfront gegen den russischen Bolschewismus gefährdet. Dagegen ist die deutsche Regierung nach wie vor bereit, die Landung der Armee Haller in Ste.tin, Königsberg, Memel oder Libau mit allen Mitteln zu erleichtern und dadurch die Absicht der Alliierten, die Ordnung in Polen aufrechtzuerhalten, mit allen Kräften zu unterstützen. Ueber die Auffassung in Regierungskreisen der durch die Ententenote geschaffenen Situation wird folgendes mitgeteilt: In der Sitzung am folgenden Tage, am 27. März, in Spaa fragte General Nudaut den General Freiherrn v. Hammerstein, ob er die Rote erhalten habe, und sprach dann weiter die Erwartung aus, daz die Note nicht abschlägig beantwortet, sondern in einer Sitzung geprüft werden würde, wie sich diese Angelegenheit ohne fracas(lärmvolles Aufheben) erledigen lasse. Der Vertreter der deutschen Regierung wies darauf hin, daß die französische Note Deutschland vor den schwersten Entschluß stellt, der während des Waffenstillstandes zu treffen war. Dazu erfährt eine der Regierung nahestehende Korrespondenz von zuständiger Seite, daß nirgends der Eindruck besteht. General Nudant habe durch sein Ersuchen, die Angelegenheit ohne„fracas“ zu erledigen, einer gütlichen und verständnisvollen Einigung den Weg bahnen wollen. Im Gegenteil scheint sein Ersuchen die Härte der Forderung der alliierten und assoztierten Regierungen noch zu unterstreichen, indem er von Deutschland die widerspruchslose Unterwerfung unter das brutale Diktat, insbesondere Frankreichs, fordert, das es gleichzeitig unternimmt. Polen zur Vormacht gegen den Bolschewi smus und zum nordstlichen Eckpfeiler seines gegen Deutschland gerichteten Einkreisungsringes zu michen. In maßgebenden politischen Kreisen wird die Lage für ernst gehalten. Eine Unterbrechung des Wassenstillstandes liegt im Bereiche der Möglichkeit. Darum ist von sehr großer Wichtigkeit, daß das deutsche Volk in dieser geschichtlichen Stunde einig und geschlossen das Attentai aufin Lebensrecht und die schmähliche Verletzung der Wissonschen Grundsätze abwehrt, die es vertrauensvoll angenommen hat und restlos zu erfüllen geneigt ist. Neue Anruhen im Ruhrrevier. machen sich die Folgen der spartakistischen Wühlarbeit in der letzten Zeit wieder be„Die Ausstandsbewegung hat im Dortmunder und Wiltener Revier neuerdings größeren Umfang angenommen und es ist zu bedauerlichen Ausschreigekommen, die zahlreiche Opfer an Menschenleven gefordert haben. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die treibenden Kräfte in den Kreisen zu uchen sind, die im Februar den Generalstreik der proklamiert haben. Die von einzelnen Belegschaften erhobenen geradezu unsinnigen Forderungen— 25 prozentige Lohnerhöhung und Gewährung einer besonderen Teurungszulage bei sechsstündiger Arbeitszeit— lassen ohne weiteres erkennen, daß die Urheber der Bewegung nicht die Verbesserung ###ge der Vergarbeiter erstreben, sondern auf den schlosten ZUsammenbruch hinarbeiten. Da es als ausge Seigelten muß, daß für die Verkürzung der Schichtzenl von acht auf sechs Stunden durch Erhöhung der Arbeitsleistung ein entsprechender Ausgleich geschaffen werden könnte, so wäre eine starke Verminderung der heute kaum 240000 To. täglich betragenden Förderung(gegen 330000 To. in den letzten Mo naten vor der Revolution) unausbleiblich Dichon über Kammer aber dievasmeldung, sprach Pichon in der ten in Rußland und gab Stärzntressant sind die Angaben, die er über die pfenden Frupden mnachtes ger die Sowietarmeen käm „senden Trappen mächte. er sagte unter anderem: In Archangelsk stehen 13000 Engländer, 1820 Ameikaner, 2350 Franzosen, 1340 Italiener, 1300 Serben, 11•00 Russen. In der sibirischen Gegend stehen die Truppen unter dem Befehl des Admirals Koltschak. zum Stillstand gezeint der bolschewistische Vormarsch die Alliert g emmen zu sein. Weiterhin haben Tramm#erten Regierungen die schwierige Lage in Lransstoirten geregelt und so den Transport von Truppen und Proviant ermöglicht. Die EffektivbeKo n 196 hier folgende: Tschecho=Slowaken 55.000, 9c- 900, Ri en 4800, Serben 4800, Italiener 28000. Amerie. 1600; Kranzosen 760, Japaner 118000 Mann...““ Kanadier 4000, insgesamt Unter Hinzurechnung der russischen Streitkräfte erhält man eine Gesamtzahl von 210000 Mann. In Südrußland wurde die Aktion der Alliierten Frankreich üvertragen. Vom 25. Februar bis 4. März gütten, bolschewistische Banden die Umgebung von der griechischen Verstärkungen mußten die Garnisonen Cherson räumen. In Odessa befinden sich französische Regimenter mit lückenhaftem Bestand, griechische Regimenter und eine russische AbteiGieneral. Die Lage ist schwierig. ##i n Franchet’Esperey hat sich an Ort und Stelle begeben. Diese Ereignisse hatten ihre Rückwirkung auf die Ukrainer. Hier ist die Lage besonders unsicher. Die Bolschewisten haben Charkow Das Direktorium Petljura=Vitschenko sich auflösen. In Südrußland stehen folgende Streittgäste: 140000 Franzosen, 190000 Rumänen, 120 vo0 Engländer, 40000 Italiener, 140 000 Serben und 20000 Griechen. Deutsches Reich. Der neue Chef der Admiralität. Die Reichsregierung hat folgendes verfügt: ..„Untei dem Reichswehrminister wird die Marine . einem Chef der Admiralität geleitet Er hat Sitz, über keine Stimme im Kabinett. Ihm sind sämtliche untersteile und Verwaltungsbehörden der Marine Zum Chef der Admirali ät ist der Konteradmiral Trotha ernannt. Durch diese Verfügung der Reichsregierung sind auch alle Marinebehörden, welche Immediatsstellen waren, d. h. dem Kaiser unmittelhar unterstanden, das Reichsmarineamt, der Adenste und die Stationskommandos, in allen Komtralstelle, der Verwaltungsangelegenheiten einer Zenunterstelle neugeschaffenen Ehef der Admiralität 1886 in die Marine eingeStabes der Hochseeflotte und erhielt Orden Pour le merike.“ wor dem Generaloberst v. Plessen gegen Graf Hoensbroech. langjährige Kommandant des Kaiserlichen Perateherst n. Bies, Veneraladsutant des Kaisers, Gezum Duell hergug ssen, hat den Grasen Hoensbroch schülee das gefordert, weil dieser in seiner BroDer im 78. Lebenss, des Kaisers feig genannt hatte. Grasen Hoensbroeck aahre stehende General hat vom lehnung erhalten.“ die Herausforderung eine AbHoff Reichseisenbahnm nister. ... Der jetzt aus dem preußischen Staatsdienst ausgeschiedene frühere Minister der öffentlichen Arbeiten Hoff soll zum Reichseisenbahnminister ausersehen sein. Er begibt sich nach Weimar und soll dort die Vorarbetten, Icsten, die eine Zusammenfassung der einzelnen wagen 4hnbetriebe in ein zentra.es Reichsamt beSeic ssitersahnministeriume scheide; die Eisenh#hnabter#ung uus vem Ministerium der öffenrichen Arbeiten aus, und dieses wird in vier Abteilungen, statt der bisherigen drei gegliedert. Ha den bisherigen drei Abteilungen(Wasserbau, Hoch##cg mein Verwaltung) tritt eine MaschinenbauDie säckh sische Volkskammer nahm mit allen gegen acht Stimmen der Unabhän gigen eine Entschließung an, die einen Frieden gemäß den 14 Punkten Wilsons verlangt und erklärt, unannehmbar wäre eine Abtrennung von Teilen Westdreußens und Oberschlesiens oder des Saarbeckens und eine Kriegsentschädigung, die geeignet wäre, den Wiederaufbau des deutschen Wirtschaftslebens unmöglich u machen. In den umstrittenen Gebieten Posens mussen unbeeinflußte Volksibstimmungen stattfind n. Ebenso muß Deutsch=Oesterreich das Recht der Selbstbestimmung in vollem Umfange gewahrt bleiben. Zum Schluß wird in der Entschließung die sofortige Herausgabe unserer Kriegs= und Zivilgejangenen, die sofortige Aufhebung der Hungerblockade, unter der Sachsen am schärfsten zu leiden habe, und die sofortige Räumung der besetzten Gebiete gefordert Ausland. Die Raubpolitik der Gegner. Die Alliierten hatten in einer Note den Abschluß der Uebergabe des deutschen Heeresgutes festgestellt.„Die deutsche Oberste Heeresleitung ließ durch die drutsche Kommission in Spaa am 26. März den Empfang der Note bestätigen. Bei dieser Gelegenheit hatte die Oberste Heeresleitung Anlaß genommen, als dem Sinn und Wortlaut des ursprünglichen Abkommens entsprach, indem der Ausdruck„in gutem welches ingpeit gusgelegt wurde. Vieles Gerät, uebereinstimmung mit den WaffenstillFechner wostraßer bereitgestellt war, wurde nicht ange. einbehalten. Anderes Gerät, das kierten aber ohne ereigestellt war, von den Alam Zustande depees Verschulden nicht mehr in guten. Zastandr abernommen worden ist, wurde zwar einbehalten, jedoch ebenfalls nicht angerechnet. Rückkehr des Gesandten von Eckardt. ## Aus Newyork wird gemeldet: Von Eckardt, der ter de Sen Besandte, hat an Bord des DampAmsterdam“, Newyork verlassen. Herr v. der von Frau und Kindern begleitet ist, stand Gebeimpail“ amp Prenze ab unter Aufsicht der zei.„Dem Gesandten war es verboten, mit Sarde zumd Kaiser an nimmt an, daß von Saurel zum Kuiser nach Amerongen gehen wird. Kirche, Schule und Mistion. Die Kirchenregimentsrechte in der preußischen Notverfassung. Die preußische Landesversammlung hat am 20. d. M. bei Verabschiedung der vorläufigen preußischen Verfassung einen Beschluß gefaßt, der unter Umständen von einschneidender Bedeutung für die kirchliche Weitergestaltung in nächster Zeit werden kann. In 3. Lesung wurde§ 5 in folgender Fassung angenommen: „Die Befugnisse, die nach den Gesetzen und Verordnungen dem König zustanden, übt bis auf weiteres die Staatsregierung aus. Die Rechte des Königs als Träger des landesherrlichen Kirchenregiments gehören hier zu nicht. Diese gehen bis zum Erlaß der künftigen Verfassung auf drei von der Staatsregierung zu bestimmende Staatsminister evangelischen Glaubens über.“ Die Summepiskopatrechte des Königs bestehen vor allem in dem Recht, die Gesetze der Kirche zu bestätigen und die Beamten des Kirchenregiments zu ernennen, ferner z. B. in der Einberufung der Generalsynode. Der Beschluß ist den evangelischen Kreisen völlig überraschend gekommen und wird die vorhandene Beunruhigung noch weiter vermehren. Man hatte es nach dem Ausscheiden des Königs als Träger des landesherrlichen Kirchenregiments als selbstverständlich angesehen, daß seine diesbezüglichen Rechte an den Evangelischen Oberkirchenrat und den preußischen Generalsynodenvorstand gefallen seien. Infolgedessen war man auch gar nicht darauf vorbereitet, daß die Regelung der staatlichen Befugnisse, die bisher dem König von Preußen zustanden, auch auf eine solche der kirchlichen zurückgegriffen werden würde. Noch vor kurzem hatte ein Gutachten von hochangesehener juristischer Seite den Nachweis erbracht, daß das Kirchenregiment den Landesherren nicht in ihrer Eigenschaft als Staatsoberhaupt, sondern als„vornehmsten Gliedern der Kirche zugefallen ist, der Staat somit keinerlei Anspruch auf Übernahme dieser Rechte beim etwaigen Ausscheiden eines Landesherren erheben kann, sondern allein die Kirche. Der Beschluß der preußischen Landesversammlung kennzeichnet sich darum als ein Überraschungsprodukt, das einer Prüfung vom Boden der bisherigen Rechtsauffassung nicht standhält. Immerhin an der Verabschiedung der Notverfassung ist nicht zu rütteln, und die oberste Leitung der evangelischen Kirche Preußens liegt nach ihr in der Hand der drei „evangelischen Minister“. Wen auch die Staatsregierung mit dem Mandat betrauen wird— man mag gespannt sein, wie bei den bekannten Konfessionsverhältnissen in der derzeitigen oder kommenden Regierung die nötige Zahl evangelischer Minister zustande kommen wird— die Erwählten werden sich schwerlich darüber täuschen, daß nur die äußerste Zurückhaltung in dem Gebrauch der zugesprochenen Rechte den mühsam erreichten ruhigeren Gang der Auseinandersetzung erhalten kann. Jedes Vorgehen ohne Verständigung mit den kirchlichen Instanzen werde bei der dargelegten Rechtslage ein Aufflammen der Erregung in der gesamten Landeskirche zur Folge haben. Von Seiten des Evangelischen Oberkirchenrats und des preußischen Generalsynodalvorstandes dürfte wohl eine Verwahrung gegen den Beschluß zu erwarten sein. Gegen unberechtigte Benutzung von Kirchenräumen zu politischen Zwecken wendet sich ein Erlaß der preuß. Ministerien des Innern und für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Der.= und.=Rat in Nordhausen hatte eine Versammlung in die dortige Marktkirche einberufen. Der Erlaß besagt:„Der.= und.=Rat war überhaupt nicht befugt, die Marktkirche ohne Zustimmung des Gemeinderats für eine politische Versammlung in Anspruch zu nehmen. Derartige Übergriffe, die berechtigte Erbitterung in weiten Volkskreisen erregen müssen, müssen unbedingt unterbleiben.“ Ein Gedenk= und Gebetssonntag für die deutschen Kriegsgefangenen ist vom Konsistorium der Provinz Sachsen auf den 30. März(Sonntag Lätare) anberaumt worden, mit dem eine Kirchensammlung zur Linderung der Not der deutschen Gefangenen in feindlichen Ländern verbunden werden soll. * Zur Einheitsschule. Die in Berlin abgehaltene 1. Hauptversammlung des Evangel. Verbandes für Kinderpflege nahm in Sachen der Einheitsschulfrage einstimmig eine Entschließung an, in der gefordert wird, daß in den evangel. Kinderhorten und Kleinkinderbewahranstalten nach wie vor die religiöse Erziehung erhalten bleibe. fohlen, denen an einer wahrhaften, allgemeinen Volksbil dung gelegen ist. Zur Frage der allgemeinen Abrüstung. Amsterdam, 28. März. Die„Times“ meldet aus Paris, daß die Japaner der Völkerbundskommission einen Zusatzantrag überreichten, wonach der oberste Rat Völkerbundes die Abrüstungspolitik der Nationen mindesteneinmal in 10 Jahren revidieren müsse. Dieser Antrag wurdangenommen, dagegen wurde ein anderer Vorschlag abgelehnt, wonach die Rüstungen der Mitglieder des Völkerbundes durch letzteren untersucht und kontrolliert werden müssen. Der letztere Vorschlag wird wahrscheinlich auf der vollständigen Sitzung der Konferenz wieder zur Sprache kommen. 300 000 Tonnen Kartoffeln für Deutschland. wtb.(Bur. d. Vorl. Reg.) Amsterdam, 28. März Bücherschau. Das parlamentarische System von Dr. Theodor Vogelstein. Demokratischer Verlag Berlin=Zehlendorf=West. 20 Seiten. Preis 1 Mk. Das deutsche Volk ist politisch so unbewandert, daß es die großen Probleme des Neuaufbaues einer Demokratie in ihrer Schwierigkeit noch gar nicht erfaßt. So hat es sich wenig Gedanken darüber gemacht, welche Form der Republik die zweckmäßigste sei, welche Wirkungen das amerikanische, schweizerische, englische und französische System zeitigen. Der Verfasser der vorliegenden Schrift spricht sich für eine streng parlamentarische Form der Demokratie aus und sucht zu beweisen, daß alle anderen Organisationsformen zu einem ähnlichen Gegeneinanderarbeiten der verschiedenen Instanzen führen, wie das bisherige System. Die Fragen der Stellung des Reichspräsidenten und des Präsidenten des Parlaments werden hier von großen Gesichtspunkten aus und auf der soliden Grundlage geschichtlicher Kenntnisse behandelt. Als Errungenschaft eines guten Regierungssystem bezeichnet der Verfasser:„Stärke und Einheitlichkeit der Politik“. Den Befähigungsnachweis hat unser jetziger Parlamentarismus erst zu erbringen Vielleicht bringt der Verfasser bald eine ausführlichere und volkstümlichere Behandlung des Gegenstandes, wodurch seine Gedanken weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden, wie sie es verdienen. E. St. Von der deutschen Volkshochschule von Otto Wilhelm, Bd. 1 der„Schriften des Vereins zur Förderung der Volksbildung".—„Die Lese“, Verlag G. m. b.., Stuttgart. 51 Seiten. Preis.20 Mk.— Der Verfasser stellt Außerungen zu der Volkshochschulfrage aus den letzten Jahren zusammen. Es liegt ihm besonders daran, den deutschen Charakter der Sache und ihren Zusammenhang mit der Weltanschauung herauszustellen.„Hier muß zunächst gründlich gedacht werden, dann erst mag man gründen“— heißt es im Vorwort. Zu solcher Durchdenkung der Frage bietet die Schrift eine gute Hilfe. Sie sei darum allen empDer parlamentarische Korrespondent der„Daily Chronikle“ erfährt, daß das englische Lebensmittelministerium beschlossen habe, außer den 100 000 Tonnen Kartoffeln, die bereits unterwegs sind, noch 200000 Tonnen Kartoffeln nach Deutschland zu schicken. Die ausgelieferten deutschen Frachtdampfer werden zum Transport der Kartoffeln verwandt werden. Stürmische Kammersitzung in Paris. wtb.(Bur. d. Vorl. Reg.) Bern, 27. März. Pichons Kammerrede erregte unter den Abgeordneten so große Unruhe, daß Deschanel gestern im Begriff stand, die Sitzung aufzuheben. Moutant rechnete in scharfen Worten mit Pichon ab. Der Bolschewismus breite sich in Mitteleuropa ständig aus. Ein Bündnis, dem vielleicht auch Deutschland gegen Frankreich angehören würde, sei im Entstehen begriffen. Die französischen Soldaten in Rußland wollten nicht mehr kämpfen.„Unsere Politik gegenüber Rußland müsse absolute Neutralität sein. Fremdes Einschreiten hat ein Land niemals vor der Anarchie bewahrt. Welche Haltung nimmt die französische Regierung in der Frage des Saarbeckens ein und des linken Rheinufers? Wir treiben eine Politik des Imperialismus!“ Moutant schilderte sodann die Vorgeschichte der ungarischen Revolution und erklärte, Karoli habe bereits im November 1917 den französischen Botschafter in Bern aufgefordert, Ungarn gegen Deutschland aufzuwiegeln nach demselben System, das Deutschland mit Hilfe der Maximalisten in Rußland anwandte. Pichon unterbrach den Redner mit den Worten, die ungarische Revolution sei ausgebrochen, weil der Verband Rumänien die. Grenzen geben wollte, auf die es ein Recht habe. Moutant erwiderte:„Wenn Ihre Politik in den letzten fünf Monaten irgend etwas getan hätte, um das elende Leben gewisser Nationen zu erleichtern, so wäre es nicht so weit gekommen. Heute droht eine österreichisch= ungarische=deutsch=russische Allianz. Die Sitzung wurd unter lebhäftem Tumult vertagt. gar den Iuhalt verantwortlich: W. Krau, Bethei. Druck und Verlag: Druckerei Bethel dei Bielefeld, Fernruf 11. Amt Vielcel Für das II. III. IV. Vierteljahr 1919 bestellt (Nicht Zutreffendes zu durchstreichen.) Herr Obige Quittung. Mark Pfg. sind heute richtig bezahlt 1919 Post=Annahme. *) Der Aufwärts koftet vierteljährlich .40 Mk. und 42 Pfg. Best=llgeld. ist erst vollkomme Du mit„Planton würzt, den Caran! Plantox ersetzt Fleischextract und ist von der Ersatzmittelstelle Kamburg am 13..18 genehmigt. Paraguag-Fleischerkrack-Gesellschaff m. 6 K Hamburg 53 Assistenz-Arzi. Für eine größere psychiatrische Abteilung wird ein christlich gesinnter Mediziner als Assistent gesucht. Meldungen an den Vorstand der Anstalt Bethel bei Bielefeld. Alleinsteh. bessere Frau oder Fräulein, im Haushalt erfahren, gewissenh. und arbeitsfreud, findet bei alt. Dame in größ. Stadt Hessens angenehm. Heim. Angeb. mit Zeugn. u. Gehaltsanspr. erbeten an Frau Dir. Doering, Alsbach i. Hessen.“ Verwendet„Kreuz-Pfennig“ Marken zu 1, 2, 5 und 10 Pfennig und „Kreuz-Plennig“ Feldposikarten zu 2 PI. Orte nicht zu heben, wende man sich zowalkomflee der Deutschen Vereine vorn pz. Abt. XIV, Berlin W. 35. Am KarisbaG 23. lgeie dert wnner Was int aus Lrangerlam! von Paltor 8. Jacger. Dozent an der Theologischen Schule zu Bethel. Eleg. kartoniert, zurückgesetzt. Statt.20 nur—.50. „Es ist in unserer kritisch dünkelhaften Zeit ein wirkliches Labsal, dem Ideensaden eines Mannes zu folgen, der mit dei Denkkraft und Sorgsalt eines wahrheitsuchenden Forschers die Wärme eines jebendigen Thrigen verbinden.“(Positive Union.) Bestellungen richte man reundlichst an das Mutiguarial der Rustalt Bethel, Bethel bei Belefeld. Vohnerwachs hat wieder vorrätig Adolt Mühlenweg. Bielefeld. Ausgabe Orscheint wüch oder durch Boi Brief Nr. 9 Meine Ze K J 9 J 8 Japan Verspäte S. Haa großer Wicht unbemerkt vo herausgebilde macht der Lo Courant“ au heute so, daß fällt, wenn d sein selbständ Wie man aus einem be vor, der die 1 Einleitung w um nichts wei die der ganze Chinas Selbst bar in die Ar gefährliche L dann vor, daß darin gesehen auszubreiten. tungs begnüg deres im Sin sprüche der Venicht möglich Tod, den Eur und so wäre Besitze von Ki sei. Es sei eir ganz Nordchir reiche. Wenn gehen wieder Frucht den gebeutet,„ent man die Aktiv das geschehe, Amerika alle verschlossen wi würdige Polit es könne als daß ein neuer sich erheben wi sei es Zeit, di Chinesen, und als England. schlagen sollte, Man gen, die obern, d soll aber Fall sein nur als Stelle d gekräftig schuß vr verschaf Sicherh Krieges samte Gläubig Auslan rüstet, t wobei Deutschl den schei genaue In „Tribun wendun die Ita