Bienenzucht. Verzeitige Arbeiten am Bienenstand. Es ist nun höchste Zeit, seine Völker für den Winter mit Vorrat in genügender Menge zu versehen. In der Regel bringt der Oktober noch viele schöne, sonnige Tage, welche das Geschäft der Einwinterung ermöglichen. Aber auch bei etwaiger ungünstiger Witterung soll sich niemand von dieser Arbeit abhalten lassen. Wenn auch etwas verspätet—'s ist doch besser als gar nicht. Bei einzelnen Völkern, die noch— infolge später Befruchtung junger Königinnen— viel Brut eingeschlagen haben, gilt's vorsichtig zu sein; solche Brüter sind gewaltige Zehrer. Versäume nicht, dich später durch kurzen Einblick vom Stand des Vorrats zu überzeugen, oder noch besser: gib gleich jetzt etwas mehr, entweder Reservehonigwaben oder Zuckerlösung: du schützt dich vor unnötiger Sorge und deine Lieblinge vor einem elenden Hungertod. Unbesetzte Waben, welche die Bienen infolge kalter Nächte verlassen haben, kommen heraus; starke Völker, welche das Fenster noch dicht belagern, erhalten noch einige Rahmen. Winterhüllen werden noch nicht angebracht, dagegen größere Risse usw. ausgebessert, damit die Kälte nicht eindringen kann. Die Bienen selbst verkitten nun Spältchen, kleinere Risse usw., das Fenster, den Deckel, weshalb ein Oeffnen der Wohnung späterhin nur noch in dringenden“ Fällen vorzunehmen ist. Vergiß nicht, das Flugloch rechtzeitig zu verengen, denn gerade schöne, aber trachtlose Oktobertage verleiten gar oft zu Räuberei; auch zeigt sich gar bald wieder die Spitzmaus, ein den Bienen gefährlicher Feind. Fallen und Strychninweizen sind erprobte Kampfesmittel. Etwaige drohnenbrütige oder afterbrütige Völker, die sowieso dem Untergang geweiht sind, werden schnell und sicher durch eine Schwefelschnitte kuriert; sie sind in der Regel im Herbst so schwach, daß alle aufgewendete Kunst vergeblich ist. Schütze auch deinen Wabenvorrat. Immer noch zeigt sich die gefährliche Motte. Hauswirtschaft. Kochfleisch mit Gemüsen. 3 Stunden, 6 Personen. Ein halbes Kilogramm Hammel= oder Rindfleisch wird mit reichlich kaltem Wasser aufgesetzt, angekocht und gesalzen. Dann fügt man ein halbes Kilogramm geputzte und in feine Stifte geschnittene Mohrrüben, einen kleinen, in 4 Teile zerlegten und von dem Strunk befreiten abgebrühten Kopf Wirsingund einen kleinen ebenso hergerichteten Kopf Weißkohl dazu und läßt dies zusammen langsam weich kochen. Zuletzt kocht man dreiviertel Kilogramm geschälte. in Stücke geschnittene Kartoffeln in Wasser halb gar, gießt sie ab, gibt sie zu dem Fleisch und Gemüse, läßt sie darin ganz weich werden, schmeckt nach Salz und Pfeffer ab, macht die Brühe, die nach Belieben kurz oder länger gehalten werden kann, mit einem halben Teelöffel Maggi's Würze recht vollmundig und richtet an..„„„ gem fpostfreiObst wird am besten aufbewahrt in einem frostfreien, nicht feuchten, aber auch nicht dumpfem Keller oder in einer Stube, die nach Norden liegt. Das Obst wird auf hölzernen Hurden so gelegt, daß sich die Früchte nicht berühren. Dadurch verhindern wir, daß faulende Früchte die gesunden anstecken. Vor dem Einbringen müssen die Lagerräume geschwefelt werden, damit alle Schimmelsporen der Vernichtung anheimfallen. Die Räume sollen nie mehr als 10 bis 12 Gr. C. Wärme und nicht weniger als 3—4 Gr. C. Wärme haben. So können viele Apfelsorten bis in das Frühjahr hinein haltbar gemacht werden. Birnen müssen dann verwendet werden, wenn sie die Lager= und Genußreife erlangt haben. Sommerobst wird als Dörrobst verarbeitet, im frischem Zustande hält es sich nur wenige Tage. Die glattschaligen Früchte müssen erst zur Einwinterung vorbereitet werden. Wir bringen sie im Herbst in eine kühle Obstkammer, sortieren sie dort und bringen sie erst nach vier Wochen in den Keller. Die rauhschaligen Früchte, sowie diejenigen, die berostet und rostfarbig sind, müssen sofort in den Keller gebracht und sorgsam gelagert werden, denn sonst welken sie schnell und werden unscheinbar. Die Früchte sollen auf den Kelch gestellt werden. Am besten halten sich Aepfel, wenn diese in Zeitungspapier eingewickelt und in Torfmull verpackt werden. Kürbissuppe. Für gewöhnlich werden Kürbissuppen jüß gekocht, was durchaus nicht jedermanns Geschmack ist. Die Hausfrau versuche es deshalb einmal, die Kürbissuppe ehr in der Art einer Kartoffelsuppe zu kochen, die dann sehl gehaltvoll schmeckt und auch sättigend ist. Der in Stücke geschnittene Kürbis wird leicht mit etwas Fett, gewürfelten Zwiebeln, Porree und Sellerie angebraten, dann im Wasser so lange gekocht, bis er ganz weich ist. Die Suppe wird durch ein Sieb gerührt und mit Salz Pfeffer und gehacktem Estragon abgeschmeckt. Gefülltes Kraut. Zu gleichen Teilen Schweinefleisch und Rindfleisch werden mit einem Stückchen Speck feingehackt, auf je ein halbes Pfund Fleisch zwei Löffel Reis dazu gemischt, gesalzen und gepfeffert in abgebrühte Krautblätter gewickelt, denen die Rippen ausgelöst wurden. In jedes Krautblatt kommt ungefähr ein eigroßes Stück der Fleischfülle, und das Blatt wird mit einem weißen Wollfaden umwickelt. Die also hergerichteten Klößchen kocht man in Sauerkraut weich; das Kraut wird dann licht und fett mit Zwiebeln und Rahm eingebrannt; die Fäden werden vorsichtig von den Klößchen entfernt, und diese im Kranze oder sternförmig auf dem Sauerkraut angerichtet. Kohl= oder Krautsalat. Der in sehr feine Fäden geschnittene Weiß= oder Rotkohl wird mit kochendem Essigwasser überbrüht und abgetropft. Dann richtet man ihn mit in Würfel geschnittenem Speck oder Oel an. Er ist besonders wohlschmeckend in der Herbstzeit und muß recht kräftig mit Salz. Pfeffer. Essig, Zucker und gewiegter Zwiebel abgeschmeckt werden. Kupfergeschirr zu reinigen. Sauer gewordene Milch ist ein gutes Reinigungs= und Putzmittel für Kupfergeschirre. Mit feingesiebter Asche wird trocken nachpoliert. Brandflecke in Linoleum. Oberflächliche Flecke reibt man mit etwas Sand, der mit einem Gemisch von Wasser und Spiritus befeuchtet wird, ab und bohnert dann die Stelle gründlich. War das Linoleum gemustert und nicht durchgefärbt, dann ergänzt man das Muster gegebenenfalls durch Auftragen eines in Spiritus gelösten Farbstoffes. Geht der Fleck tiefer, dann muß die verbrannte Fläche vorsichtig herausgeschabt werden. Das entstandene Loch füllt man mit entsprechender Oelfarbe aus. Handelt es sich aber um größere Löcher, dann schneidet man die betreffende Stelle je nachdem quadratisch oder rechteckig aus und setzt ein neues genau paßfähig geschnittenes Stück Linoleum ein. Gesundheitspflege. Mittel gegen schwitzende Hände. Man kann das lästige Schwitzen der Hände mit Erfolg bekämpfen, wenn man die Hände täglich dreimal mit einer Mischung aus je 75 Gramm Borax und Salizylsäure, 2 Gramm Borsäure, je 50 Gramm Glyzerin und Alkohol einreibt. Von akutem Darmkatarrh bedürfen die meisten leichteren Fälle nur einer diätetischen Behandlung. Werden einige Tage alle Schädlichkeiten vermieden, so kann auf völlige Heilung in kurzer Zeit gerechnet werden. Als Nahrung kommen vornehmlich leichte Schleimsuppen(Gerste. Hafer), ferner leichte Fleischbrühen, Milch und Weißbrot oder Zwieback in B.= tracht. Zu vermeiden sind gröbere Gemüse und Früchte, fettes Fleisch und Schwarzbrot. Wenn bei Bleichsucht Verdauungsschwäche vorherrschend ist. was man nicht selten beobachten kann, empfiehlt sich die Anwendung von Tausendgüldenkraut. Von dieser Droge werden 30 Gramm mit 2½ Tassen kochenden Wassers gebrüht, und davon wird täglich eine halbe Tasse getrunken. Ist der Magen sehr verschleimt, so leistet Fieberkleetee(15 Gramm der Droge auf 1 Liter heißes Wasser) gute Dienste. Bei allgemeiner Verschleimung und Anschoppungen im Unterleib ist im Frühjahr der frische Saft des Löwenzahns wohl das beste Mittel. Wenn die Verdauung nicht mehr gestört ist, wohl aber eine bedeutende Mattigkeit des Körpers besteht. kommt nichts an die Wirkung der eisenhaltigen Mineralquellen beran. Gestnd dmtihn Seitndn grösten. Redaktion Dr EC. Görlach in Stuttgart. Heransgeber: W. Kohlhammers Verlag in Stutigart. Ein gutes Da unsere Abbildung zeigt, wie die Ramelsloher gestaltet sein sollen, kann ich mich hierbei kurd fassen. Stolz aufgerichtet, lang= und breitgebaut stehen sie vor uns, Hahn und Henne. Bei letzterer fällt sicher der volle Legebauch auf, ein Hinweis, daß sie als Legerin etwas leistet. Der Hals und die Läufe sind mittellang. An den langen breiten Rücken setzt sich der mittelhoch getragene Schwanz an, der beim Hahn mit üppigen, breiten Sichelfedern ausgestattet ist..... 8 eteis. Besondere Aufmerksamkeit ist bei der Beurteilung rassiger Ramelsloher der Form des Kopfes mit allem, was„drum und dran“ hängt, beizumessen. Hahn und Henne haben einen halbhohen Stehkamm. Bei der Henne legt er sich, bei älteren Tieren wenigstens, meist hinten nach einer Seite. Er darf aber kein sog. Klappkamm werden. Wie die AbDas Gefieder der Ramelsloher ist dicht und fest. Damit hängt es auch zusammen, daß die Flügel wie angepreßt an den Rumpf erscheinen. Beim Hahn ist reichlich Sattelbehang vorhanden, doch ist er, ebenso wie der Halsbehang, nicht besonders lang. Die Ramelsloher kommen in zwei Farbenschlägen vor: in dem hier abgebildeten rahmweißen und als gelbe. Ueber die letztgenannten genügt es hier zur sagen, daß sie wenig verbreitet sind, daß an ihrer klaren Herauszüchtung auch noch viel gearbeitet werden muß. Der milchweiße Ton artet bei den Hähnen oft ins Gelbe aus. Dies wird nicht als schwerer Fehler angesehen, solange das Untergefieder reinweiß ist. In ganz Deutschland erfreuen sich die Ramelsloher wohlgeschätzter Beliebtheit. Dies verdanken sie nicht nur ihrem vorteilhaften Aeußeren, sondern vor allem auch ihren wirtschaftlichen Eigenschaften. Sie legen große weiße Eier in ansehnlicher Menge, nicht wenige davon zur kalten Winterszeit. Ihr Bruttrieb ist mäßig, brüten sie aber, so sind sie dabei unbedingt zuverlässig. Ihre Küchlein sind widerstandsfähig und lebensfreudig. Dies geht wohl auch schon mit daraus hervor, daß im Lüneburgischen heute noch die Stubenkückerei im Gange ist, wo gewissermaßen als Hausindustrie die„Hamburger Kücken" erzeugt werden. Diese Lschmackhaften, gut bezahlten Winterkücken haben zur HauptEcsache Blut der Ramelsloher in sich. Ebenso wie das Fleisch # der Ramelsloher Kucken sich besten Rufes erfreut, ist auch das der Zuchttiere geschätzt. Es ist dem der belgischen und französischen Poularden und Kapaunen sicher gleichwertig. P. H. in 8 bildung zeigt, soll beim Hahn der Kamm nicht der Wölbung des Kopfes folgen, sondern er zieht sich mit seinen fünf bis sechs Zacken etwas nach oben. Vom eigentlichen Kopfe trennen den Kamm borstenartige Federn, die nie fehlen dürfen. Das Auge ist schwarz, auch der Lidring soll mindestens schwärzlich sein. Die Ohrscheiben haben den bekannten Emailleschein; ganz rote Ohrscheiben sind ebenso fehlerhaft wie ganz weiße. Die Kehllappen sind mandelförmig; bei der hier abgebildeten Henne könnten sie etwas größer sein. Der hellblaue Schnabel ist nicht selten an der Spitze fleischfarben, doch wird dies weiter nicht als Fehler angesehen. Erwähnen will ich noch, daß der Kehllappen blau angehaucht erscheinen und daß das Gesicht reich mit weißen Federn besetzt ist. Die schieferblauen Beine müssen frei sein von Stoppeln, dürfen auch keine roten Längsstreifen haben. Oktober Nr. 1. 1929. Gewerbliche Mitteilungen. Härten von Stahl in Petroleum. Die zu härtenden Nahlteile und=werkzeuge werden zunächst in Holzkohlenfeuer heiß gemacht, mit gewöhnlicher Waschseife bestrichen, dann kirschrotglühend erhitzt und schnellstens in Petroleum getaucht. Dieses Verfahren hat den Vorzug, daß sich der Stahl nicht verzieht, keine Risse erhält und nach dem Härten fast weiß wird.. 84 S Mu mi Schwarzfärben von Eisen und Stahl. Die vorher mit Benzin sorgfältig gereinigten Gegenstände werden mit einer konzentrierten Lösung von Mangan= oder Kupfernitrat in Alkohol bestrichen und hierauf gelinde erwärmt. Dadurch tritt Schwarzfärbung der so behandelten Gegenstände ein, und zwar kann man die Farbe von Braunschwarz bis Blauschwarz abstufen, wenn man statt einer der beiden genannten Lösungen eine Mischung beider anwendet. Seßhes Ss##E G. S•ster S 2 Sr Sngg3 88 8 8 S a 5 25g 5# 62 8 ## * 2 K E 9.— S 8 5 898 EEt Eb%PTTLOGAS S#O S 2: 2 E * 6 1 2 0 S 5U S e. 8% S S5UE SÄARPSEFSES -Tuke ## S 5 55 BESg Z G SoSnng eShg BRBLSSSESRO ARABESSTEE 5—3 S SS. GETSE 8• # S68.5# E 28 „ Do E * SSEN FESEEF P#88 25SER 32 * 3. # 9•* * 8 B S. S e * 9 2 **75 S 58 # 22 2 62 E S 2 S 32 S S S 89.— 5 9 3 67 S 5 8 S S E. + 09 32 L S•# D aH g. #E 4 * 8 #en .— S 28 *** 3 0 *— 00—5 S C 1 □ 2 S a C 5E 2 5 5. 3* 0 * S S 8 S is 285 . SSTSTNE SESETE 5 BEUEN“ S• T E Tetaus—##n Sys„Br#s. S a S2E5 B BEE 5 6 2 # 8 e FEE S:RL S# 62 # S 2 55 5 2 85. a 9 5 S 8 2 70 • 8 5 8 r 5 2 *** 2 *! * 8 * 5 6— 2 Runs Kalksand=, Ziegel= und Zementsteine im Feuer. Durch Brennproben, die den Zweck hatten, Kaiksandsteine, Ziegelsteine. Zementsteine und noch verschiedene andere Baustoffe zu erproben, wurde amtlich festgestellt, daß die Kalksandsteine ebenso gut wie Ziegelsteine bester Qualität allen in Betracht kommenden Beanspruchungen durch Schadenfeuer Widerstand zu leisten vermögen. Zur Prüfung von Treibriemen. Von Treibriemen sind insbesondere auch solche als mangelhaft zu bezeichnen, bei denen das Leder nicht vollkommen durchgegerbt ist. Um das festzustellen, legt man einen kleinen Abschnitt des Leders in Essig. Ist das Leder vollkommen durchgegerbt, so wird bei dieser Behandlung nur seine Farbe dunkler. Im anderen Falle bleibt es nicht bei der Farbenänderung, sondern die Fasern schwellen in kurzer Zeit stark an, und nach und nach verwandelt sich das Lederstückchen in eine gelatinöse Masse. Zum Waschen von polierten Möbeln benützt man lauwarmes Wasser, Spiritus und Oel. Die Mischung besteht aus 1 Liter Wasser, ¼/4 Liter gutem Oel und ebensoviel Spiritus. Diese drei Dinge werden untereinandergeschüttelt, mit einem weichen Schwamm auf die Möbel gebracht und diese dann mit einem weichen, trockenen Tuch nachgerieben. Acker= und Wiesenbau. Warum wird der Acker gewalzt? Durch das Walzen des Ackerlandes wird sowohl der Wärmegrad des Bodens während der wärmeren Jahreszeit erhöht, als auch die Oberflächenfeuchtigkeit auf demselben gefördert. Dies beruht darauf, daß die Bodenteilchen durch das Zusammenpressen näher aneinander rücken, so daß die Aufwärtsbewegung des Wassers, infolge der Befestigung eines großen Teiles der sog. nichthaarröhrchenförmigen, die Hebung des Wassers von unten nach oben hemmenden Hohlräume, beschleunigt wird. Hierdurch wird es erklärlich, warum der gewalzte Boden sich oberflächlich längere Zeit feucht hält, als der nicht gewalzte Boden, der innerhalb sehr kurzer Zeit an der Oberfläche abtrocknet. Man kann daher von dem Walzen vorteilhaft Anwendung machen, wenn Sämereien, welche nur eine flache Unterbringung vertragen, die zum Keimen notwendige Feuchtigkeit zugeführt werden soll. Daraus, daß durch das Walzen die Verdunstung aus dem Boden vermehrt wird, hat man gefolgert, daß auch der Wassergehalt der Ackererde herabgesetzt wird, das ist jedoch nur der Fall, wenn es nach dem Walzen nicht regnet. Treten dagegen nach dem Walzen ergiebige Niederschläge ein, so ist der gewalzte Boden feuchter als der lockere, indem in den gelockerten Boden das Regenwasser nicht allein leicht eindringt, sondern auch in den nichthaarröhrchenförmigen Hohlräumen schnell nach abwärts geführt wird, während dasselbe in dem gewalzten Lande nur langsam in die Tiefe dringt und sich ängere Zeit in der Ackerkrume aufhält. Es wird demnach durch das Walzen die Aufnahmefähigkeit der Ackerkrume für Wasser erhöht und die Durchlässigkeit für Wasser vermindert. Gegen die Distelplage. Die Bodenbearbeitung ist von wesentlichem Einfluß auf die Distelbildung eines Feldes. Wo man zur Frühjahrssaat schon im Herbst pflügt, wo man vor Winter tief ackert und die Saatfurche im Frühjahr erst gibt, wenn der Acker schon grün geworden ist, wo ferner etwaige Disteln, nachdem sie gehörig erstarkt sind, auf mindestens 10 Zentimeter Tiefe ausgestochen werden, wo man dafür sorgt, daß man in der Fruchtfolge einen gut bestandenen Reps und Rotklee hat, auch die größte Sorgfalt darauf verwendet, daß kein Distelsamen sich im Saatgut befindet oder solcher im Dung oder Kompost auf die Felder gebracht wird,— da wird man mit der Distelplage wenig zu schaffen haben. Wiesenwässerung. Auf den Wiesen bringe man derzeit die Gräben tüchtig in Ordnung und wässere ununterbrochen. Das Wasser ist jetzt am reichsten an Pflanzennährstoffen. Bemerkt man zunächst einen schwarzen Schlick auf der Oberfläche der Wiese und werden später die Stoppeln und die Gräser selbst schwarz, so kann man fest überzeugt sein, daß das Wasser seine Aufgabe erfüllt hat. Obst= und Gartenbau, Blumenpflege. Obstbauarbeiten im Oktober. In den ersten Tugen dieses Monats muß der Baumzüchter Leimringe gegen den Frost nachtschmetterling anlegen. Wer Fallen gegen die Obst maden angelegt hat und das Papier ist noch nicht zerrissen, der kann den Raupenleim obenauf streichen. Ist dies nicht geschehen und hat man kein geleimtes Papier zur Hand. so raten wir, beim Anlegen der Ringe etwas Holzwolle unterzulegen, damit kein Fettstoff auf die Rinde gelangen kann. Welchen Schaden die Raupe des Frostnachtschmetterlings im Frühjahre an unseren Obstbäumen anrichten kann, dürfte jedem Obstzüchter zur Genüge bekannt sein. Ende dieses Monats sind die Bäume gegen Hasenschaden zu schützen, indem man sie mindestens 1,20 Meter hoch, vom Boden an gerechnet, mit Dornen oder anderem brauchbaren Material einbindet. Am besten verwendet man jedoch hierzu Drahtgeflecht, dann sind die Bäume für immer gegen Hasen geschützt. Gegen den Ackerpflug schützt der Draht aber nicht; hierfür muß man rechts und links einen starken Holzstückel einschlagen. Die Spitzen= oder Kalidürre wird leicht mit der Wipfeldürre verwechselt. Letztere tritt ein, wenn die Wurzeln des Baumes beim Eindringen auf ein Hindernis stoßen, das sie zu überwinden nicht imstande sind. Solche Hemmnisse können sein: Felsen, Geröll, Ortstein, hoher Grundwasserstand, sehr dichter, fetter Ton. Die bis dahin gut gedeihenden Pflanzen verkümmern von dem Augenblick an, in welchem die Wurzeln diese Schichten erreicht haben. In dem Maße, wie das Wurzelwachstum nach unten gehemmt wird, hört das Wipfelwachstum der Krone auf. Es nisten sich allerhand Krankheiten und Schädlinge im Wipfel ein und vollenden das Bild des Absterbens. Die Wipfeldürre charakterisiert sich dadurch, daß die Krone von einer gewissen Höhe an— gleichsam wie abgeschnitten—, erst kränkelt, dann abstirbt. Mit der Spitzendürre ist es etwas anderes, wie schon der Name sagt. Hier sterben nicht die Wipfel ab, sondern die Spitzentriebe der einzelnen Aeste. Das Kränkeln und Absterben verteilt sich also über die ganze Krone. Das Innere derselben ist gesund, die Triebspitzen sind krank oder abgestorben. Dabei ist bezeichnend die Weidenkopfbildung. Der im Frühling sich bildende Trieb erscheint zunächst gesund, fällt aber schon durch die schwarzgrüne Färbung der Blätter auf. In dem Maße, wie der Trieb länger wird, gegen Johanni hin, wird das Laub an den Trieben kleiner, gelb-, braun= oder schwarzfleckig und die Spitzen der Triebe werden auffällig schwammig weich. Bis dahin, wo die Blätter noch einigermaßen normal ausgebildet sind, das Holz genügend ausgereift und kräftig ist, sterben die weichlichen Triebspitzen ab. Da der Baum ohne Laub nicht leben kann, erzeugt er aus den Triebstumpfen in der zweiten Hälfte des Sommers einen oder mehrere Kurztriebe, die aber ihrerseits schon gegen August hin wieder zurückzusterben beginnen. Das wiederholt sich mehrere Jahre hindurch, es bilden sich in zunehmendem Maße weidenkopfähnliche Gebilde. Die Erscheinungen treten immer stärker auf, bis endlich solche Bäume vollkommen eingehen. Das sind die Folgen des Kalimangels im Boden und die Spitzendürre wird hauptsächlich in den kaliarmen Moorböden, hauptsächlich Sandböden, bes merkt, in Böden, die zur Versumpfung neigen. Abhilfe ist, im letzten Falle die Entwässerung, überall sonst die Düngung mit 40prozentigem Kalisalz, indem man weit über die Kronentraufe hinaus auf jeden Quadratmeter etwa 20 bis 25 Gramm hochprozentiges Kalisalz streut und flach einbringt. Geschieht das alljährlich, nehmen die Erscheinungen schnell ab und der Baum gesundet. Er muß dann stark verjüngt werden.. Gartendirektor Is. Beerensträucher tragen regelmäßiger und williger als Obstbäume. Aber der Ertrag wird doch bedeutend gesteigert, wenn wir auch hier eine regelmäßige Düngung anwenden. Die Sträucher jedes Jahr zu schneiden, d. b. die Zweige einzukürzen, ist nicht notwendig, wohl aber ein etwa alle drei Jahre vorzunehmendes Auslichten. Bei den Himbeeren hat man jedes Jahr die abgetragenen Fruchtruten und die kleinen schwächlichen Triebe zu entfernen. Die Erdbeerbeete werden mit kurzem Dünger belegt. Dabei beachte man aber, daß Blätter und Herzen freibleiben, da diese sonst unter der Decke verfaulen würden. Im Gemusegarten können noch gesät werden: Winterspinat und Kerbelrübchen. Das letztere weniger bekannte aber sehr feine Gemüse wird auf fettem aber nicht frisch gedüngtem Boden ausgesät. Der Samen ist nur etwa sechs Monate keimfähig, muß also jetzt in den Boden kommen. Das Laub erscheint frühzeitig im Frühjahr, die Rübchen werden im Juni geerntet und können an einem trockenen Ort bis in den Winter hinein aufbewahrt werden, ohne an Wohlgeschmack einzubüßen. Im Blumengarten nimmt der Blumenflor jetzt ab. Unermüdlich blühen noch: Astern, Reseda, Petunien, Dahlien u. a. Zeit zum Eintopfen und Auslegen von Blumenzwiebeln für die Wintertreiberei bsw. für den Frühjahrsflor. Blumenzwiebelbeete herrichten: tief umgraben und mit Kompost düngen, dann bepflanzen mit Zwiebeln von Tulpen, Narzissen, Krokus, Hyazinthen, Szilla u. u. Winterlevkojen und Goldlack eintopfen. Schneeglöckchenzwiebeln nicht austrocknen lassen; möglichst rasch wieder pflanzen. Ins Freie gesetzte Topfpflanzen wieder eintopfen in möglichst enge Töpfe, gut angießen und warm aufstellen zur Förderung schnellen Anwurzelns. Im Keller oder Kalthaus zu überwinternde Pflanzen möglichst lange draußen lassen. Empfindlichere Pflanzen bei naßkalter Witterung hereinnehmen. An den Rosenveredelungen die Verbände lösen. Wo ein Auge ausblieb, nochmals okulieren. Alle wilden Triebe, sowohl an hohen als auch an niedrigen Rosen, sauber wegschneiden. Vom Rost befallene Blätter abschneiden und verbrennen. Vor dem Einwintern gegen Rost mit Kupferbrühe, gegen Meltau mit Schwefelkalkbrühe spritzen. th. Rotzkrankheit des Pferdes. Eine sehr ansteckende und gefährliche, ja tödliche Krankheit(auch auf den Menschen übertragbar!) ist die Rotzkrankheit des Pferdes. Sie wird verursacht durch Bazillen, die das Blut vergiften und teils äußerliche, teils innerliche Krankheitsbilder hervorrufen. Aeußerlich treten Knoten, Schwellungen, Eiterbeulen auf, innerlich ebenfalls Geschwülste und Eiterknoten in den verschiedensten Organen. Es besteht eitriger Nasenausfluß, Husten, Fieber, Abmagerung, Mattigkeit, schlechtes, strupviges Haar. Heilung gilt als ausgeschlossen und ist verboten wegen der Gefahr auch für den Menschen; ebenso ist verboten Abhäuten gefallener Tiere. Strengste Desinfektion nötig, ebenso möglichst baldige Feststellung durch Blutuntersuchung. Anzeigepflicht! Die Saanenziege zählt zu den besten Ziegenarten der Schweiz und hat auch außerhalb ihrer Heimat eine große Verbreitung gefunden. Die echte Saanenziege ist ziemlich groß, von weißer Farbe und ohne Hörner. Ihre Ohren sind lang und beweglich. Der Kopf zeigt feine Linien. Der Hals ist verhältnismäßig lang, die Brust gut entwickelt, die Rückenlinie schwach karpfenartig. Das Euter ist bei fast allen Saanenziegen gut entwickelt und deutet auf einen guten Milchertrag, auf den bei guter Pflege und Fütterung, vor allem aber bei gutem Weidegang, bestimmt zu hoffen ist. Das Haar ist mittellang, an der Brust und an den Hinterbeinen oft etwas lang und kraus. Auch hinsichtlich der Fleischnutzung verdient die Saanenziege Beachtung. Dabei ist diese Ziege sehr genügsam. Die schon vor Jahren bei uns erfolgte Einführung der Saanenziege hat unserer deutschen Ziegenzucht die größten Vorteile dadurch gebracht, daß die deutschen, vielfach stark degenerierten Ziegen durch sie eine Aufbesserung erfuhren, die sich noch heute bemerkbar macht. Unsere deutschen Ziegenschläge sind namentlich in der Milchergiebigkeit durch die Einkreuzung der Saanenziege bedeutend besser geworden. Die bessischen Orte Herpenheim, Pfungstadt und Alzey haben durch die Einkreuzung der Saanenziege und richtige Zuchtwahl ein Ziegenmaterial geschaffen, das heute in der ganzen Welt berühmt ist. Die Saanenziege macht, wie jede andere Art, auch auf eine gute Pflege unbedingt Anspruch. Hierher gehört vor allem eine gute Haarpflege und eine sachgemäße Pflege der Klauen, die, namentlich da, wo der freie Weidegang fehlt. alle Beachtung beansprucht. Die Klauen bzw. die Hufe dürfen nicht zu lang, müssen also geschnitten werden. Vorber sind aber die Hufe zu desinfizieren. Und auch dann noch ist Vorsicht nötig. Am besten überläßt man das Schneiden kundigen Händen. Die Haarpflege verlangt ein öfteres Bürsten und Kämmen, vor allem auch saubere und von Ungeziefer freie Ställe. Daß die Fütterung für den Milchertrag eine große Rolle spielt, braucht wohl nicht besonders bemerkt zu werden. Kl. Das beste Grünfutter für Kaninchen ist Löwenzahn. Die Pflanze ist überall an Wegrändern, Gräben, auf Wiesen und Weiden zahlreich vorhanden. Durchfall braucht man beim Verfüttern von Löwenzahn nicht zu befürchten.— Die Kaninchen erhalten, nachdem sie einige Zeit hindurch Löwenzahn gefressen haben, ein glänzendes Haar und ein besseres Aussehen. Gelügelgucht. Der Geflügelhof wirft jetzt wenig Rente ab. Die Hühner sind zum Teil noch in der Mauser und bedürfen darum besonderer Pflege, namentlich Schutz vor nasser Witterung und Zugluft. Die Frühbruttiere beginnen vereinzelt mit dem Legen und setzen dieses bei entsprechender Fütterung bis zur nächsten Mauser fort. Die Anlage eines Scharrraums ist ein dringendes Bedürfnis; dort wird auch gefüttert und zwar das Weichfutter in Trögen, das Korn in die Spreu gehackt. Das gibt Bewegung und Wärme. Eine zweimalige Fütterung genügt. Die Gänse und Enten werden jetzt zur Mast eingestellt: die Käfige dürfen aber nicht zu eng sein. Das Nudeln ist eine Tierquälerei und Freimast führt zu demselben Ziel. Auch die Puten werden jetzt gemästet, da sie im Dezember und Januar am meisten begehrt sind. Ernährung zur Mauserzeit. Einen besonderen Einfluß auf die Federbildung hat der phosphorsaure Kalk, der dem Weichfutter beigemengt wird. Vorzüglich sind in dieser Hinsicht frisches Knochenschrot. Garnelen, Fischmehl und auch Eierschalen. Auch die Verabreichung von Sonnenblumenkernen ist während der Mauser anzuraten. Durch eine Zufütterung dieser Samen erhält außerdem das Gefieder einen schönen Glanz. Viel kommt darauf an, daß der Appetit durch möglichste Abwechslung im Speisedettel rege erhalten wird. Die Verdauung wird gefördert durch größere Gaben von Grünfutter, wie Brennesseln und Löwenzahn. Hervorragend appetitanregend und verdauungsfördernd sind auch unsere einheimischen Suppen= und Gewürzpflanzen, wie Zwiebeln, Sellerie, Porree, Thymian, Majoran usw. Man gibt sie in kleinen Gaben zerschnitten zum Weichfutter.