aler. dungs=Verein. Ottober 1879: ikanerin. # Openette in 2 Ucher 4 Sppier. 50 Pfg. 5 Pig an der Kaße tete rein lügelzucht. zgerröneen=Beit ats Versamm Montag, 6. nds 8½ Uhrstatt. tion. 4. Oktober. 10½ Uhr am Neumarkt: iste Ruchenhe Möbeln rlaus werden MmET Otte Pott. npose n(Byf.) 1//00 flu.,.n# 6/ Rlb.(4. #en 4 15 S2m 0n 1b.(ser Oas Wer 11#— Fr.18 Nan. " 8.20 Nu. tin Spo esele B# 6.#r. glge r Relefeld *. 6,1 Ud(vin Orfer 7# E 1 Ru., 5 ML.(2 delle.# früh. .2# Bu., ½ Mb. 2 " 6 2 0 f h. ###b. von beuge uud I— Nouzpe! ##. Scoesee 1. 2 uud pede Ru. hede ., 118 n. Kr Neehe ., 5/1#lb. + ten von Rbede s 5 Uhr 55 Mtn. 9 12"*„ Fahrten. ede=Zielefeld. 2. estan KR 7/16 Su.,.2# mberz 12 7/10 Ab. x 1. Rm. atord II au., 11/8# 50 Slomberg 10/2# Su. 12 Rigs. *% Bm. *(8h1.) 5. ab. 2 n. setzug. Nm.— 72 Ab. 1.— 7/19 Ab. Nm.— 7/####lb. /22 Nm..26 Ab. —#### Nm.— § C. — 10 Nm.— — 28 Nm. 11/86 Bm. 8— 81 Nm.— Der„Wichter, Bieleselder Zeitung“ u mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich als Abendbla i wird nach Auswärts mit den Nachmittagszügen versandt. Redaktis= u. Sxpi dit1en Bielefeld, Ritterstraße 315. Abennementspreis: In Bielefeld inel. Botenlohn 2 Mark, in den Expeditionen außerhalb Bielefelds 2,40 Mark, durch die Post bezogen 2,45 Mart. Pnigene werden mit 12 Pf. für den Raum der einsachen Bettt=Speltzoile, Nek'men mit 30 Of. pro Zeile berochnet. — 2. C. — 9# Mrz.— R Nm.— 7###b. —### Nm. 8— ¾ Nm. 8— -## Nm. 8— — 10### Bm. —#0# Rm.— Nm.— 91 Nm.—.## f. — 9 Kr. (Als Wochenschrift gegründet von Rudolf Rempel.) N 808. Redakteur und Herausgeber: H. Hölnigk in Bielefeld. Sonnabend, 4. Oktober 1879 Rud u. Uertag dr üc. Gech. „Wächter, Bielsselder Zeitung“. (R. A Schenk.) 15. Jahrgang. * Wochenschau. Die Einführurg der einheitlichen Justizorganisation in ganz Deutschland bildet das freudige Ereigniß der Woche. Einheitliches Recht für ganz Deutschland soll freilich erst noch geschaffen werden; rüstige Arbeiter sind an diesem großen Werke thätig, von dessen Vollendung uns wohl nur wenige Jahre trennen. Das Gewand aber, die Form, das einheitliche Rechtsverfahren, in dessen Besitz sind wir in dei vergangenen Woche gelangt. In der Rede zur Eröffnung des Reichsgerichts zu Leipzig erinnerte Präsident Simson an den schönen Spruch: „Das Recht ist der Augapfel Gottes.“ Das ist ein sinniges und prächtiges Bild; aber es hat die Einheit des Rechtes, nicht blos der Form, zur Voraussetzung, sonst— schielt es. An demselben Tage, welcher dem ganzen Reiche neue Gerichtsverfassung gab, trat in den Reichslanden die neue Statthalter=Verfassung ins Leben. Die Neuerung ist in diesem Falle allgemein als Verbesserung aneikannt, und man hat Ursache, von derselben Dauer zu erwarten. Dafür spricht schon der Umstand, daß Graf Wilhelm Bismarck in die Kanzlei des Feidmarschalls Manteuffel eintreten soll, wahrscheinlich doch, um dort— Statthalter zu lernen, für jüngere Fürstensöhne ein sehr passender Beruf. Die Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhause liegen in ihren Ergebnissen noch nicht vollständig vor. Es scheint, als seien Befürchtungen und Erwartungen gleichermaßen getäuscht worden. Zwar werden die liberalen Parteien eine Zahl von Sitzen verlieren, die hinreichend ist, der ultramontan=conservativen Bruderschaft die Majorität zu verschaffen. Allein die Folge wird sein, daß Regierung und Gesetzgebung in der nächsten Legislaturperiode ganz und gar von Centrums Gnaden abhängig sind, und das wird für die Regierung sowohl, wie auch für den nicht pietistischen größeren Theil der Conservativen denn doch eine etwas unbehagliche Situation abgeben. Die Offiziösen empfinden das auch bereits, und darum will aus ihren Aeußerungen über die Wahl so recht kein freudiger Ton herausklingen. Tu 'as voulu— Ihr habt's gewollt, kann man der Regierung nur zurufen. Die Liberalen mußten an die Wand gedrückt werden; nun seht zu, wie Ihr mit den neuen Freunden auskommt! Oesterreich=Ungarn richtet sich mit landesüblicher % Verloren.0° Novelle von Fritz Dannemann. (5. Fortsetzung.) Stumm und niedergeschlagen schlich er durch die belebten, lichtstrahlenden Straßen bis auf einen großen, mit hohen Lindenbäumen umstandenen Platz, aus dessen Mitte sich ein palastartiges Gebäude mit schlanken griechischen Säulen erhob. Das hohe, in stolzem Bildhauerschmuck prangende Portal war glänzend erleuchtet, die Nischen und Wände mit großen Affichen bedeckt. Vor dem Eingang hielten in langer Reihe elegante Carossen, welche der Gesellschaft harrten, die in jenem Prachtgebäude sich an einem seltenen Genusse erholte. Franz befand sich vor dem Hoftheater, dem Opernhause der Residenz; er las mit stürmisch pochendem Herzen die Affichen, sie verkundeten Beethovens„Fidelio", und Emmy— da stand ja ihr Name mit großen Lettern— Emmy sang die Leonore. Taumelnd wie ein Träumender betrat er das kunstgeweihte Haus. Der Cassirer betrachtete etwas verwundert den blassen zerstreuten Besucher, der kurz vor dem Schluß der Vorstellung noch ein Billet sich erbat. Die Portiere öffnete sich, Franz trat in die strahlenden, mit kostbarem Luxus ausgestatteten Räume; das Finale des letzten Aktes, der wunderbare Jubel; c h o r„ W e r e i n h o l d e s W e i b e r r u n g e n" r a u s c h t e i h m voll und entzückend entgegen. Ach, wie es ihn befreite und erhob, als wollt's zu den Sternen ihn tragen! Und horch, jetzt vernahm er die schmelzenden Töne eines Soprans von wundervoller Süße und Innigkeit —„Florestan!“„Florestan!“ und seine Seele jauchzte in dithyrambischem Jubel. Ja, das war ihre, das war Gemächlichkeit auf ein konservatives Regiment ein. Die verfassungstreuen Liberalen sind durch den Gaag der auswärtigen Politik einigermaßen in Nachtheil versetzt. Gegner der Okkupation von Bosnien und des Vormarsches auf Novi=Bazar, müssen sie jetzt zugestehen, daß diese militärischen Maßnahmen Oesterreichs Einfluß auf der Balkanhalbinsel und im Orient außerordentlich gekräftigt und dem Vordringen Rußlands Halt geboten haben. Gleichwohl haben die Conservativen erst dadurch ein Uebergewicht erlangt, daf sie mit den Czechen sich verbündeten. Letztere treten nach langem Schmollen in den Reichsrath ein. Das ist jedenfalls ein Fortschritt im Sinne des österreichischen Reichsgedankens. Der stumme Protest eines Landestheiles kann diesem zwar nichts nützen, wohl aber dem Staatsganzen schaden. Es muß sich nun zeigen, ob die gegenwärtigen cisleitanischen Gewalthaber nicht zu theuren Preis für den Eintritt der Czechen in die Reichsraths=Gemeinschaft zahlen. In Frankreich gehörte die vergangene Woche du Festen und Toasten. Die Legitimisten in ganz Frankreich feierten den Geburtstag des Grafen Chambord bei auserlesenen Speisen mit viel schönen Reden. Der durchaus inoffensive Charakter dieses Diners verdient besonders hervorgehoben zu werden, nachdem kurz zuvor ein französischer Minister bei einer Rundreise in Toasten recht erhebliche Taktlosigkeiten geleistet und andere Unschicklichkeiten provozirt hat.— Herr Ferry ist durch die Voten der Generalräthe nicht entmuthigt. Er beharrt bei seiner Unterrichtsgesetzvorlage und erklärt, daß dafür die ganze Regierung einstehen werde.— Die Rückkehr der begnadigten Communarden hat noch in keiner Weise zu Unregelmäßigkeiten Anlaß gegeben. Der Vormarsch der Engländer gegen Kabul geht langsam von Statten. General Roberts scheint die Rache für ein Gericht zu halten, das kalt genossen werden muß; jedenfalls stellt er eine exemplarische Rache in Aussicht. Seine Proklamation, in welcher er erklärt, alle diejenigen für mitschuldig am Tode des Generals Cavagnari halten zu wollen, welche in Kabul verbleiben würden, läßt auf die Absicht schließen, daß Kabul dem Erdboden gleich gemacht, seine Bevölkerung vernichtet werden soll. Die Geschichte der englischen Eulturmission in Afghanistan würde auf diese Weise sich würdig an die Geschichte des englischen Civilirungswerkes in Indien anschließen. Das kleine republikanische Pronunziamento in SpaEmmy's Stimme,— er hörte sie wieder nach langer langer Zeit. Und wie sie dort vor ihm stand, wie eine Königin, die Geliebte seines Herzens! Ueppige, dunkle Locken ringelten sich über die stolzen Schultern; die elastische, anmuthige Bewegung der schlanken Glieder im knapp anschließenden spanischen Männerkostüm, ihr weithin leuchtendes Auge, das in höchster Begeisterung verklärte Antlitz,— ach, war sie nicht schöner und hinreißender denn je? Und ihrer Stimme bezaubernder Klang, weckte er nicht mit einem Male die seligsten Erinnerungen in seiner hochaufschwellenden Brust? „Wer ein holdes Weib errungen!“ jubelte es noch einmal mit hellen Wonnetönen durch das andächtig lauschende Haus und wieder rauschte der Vorhang entschwand die entzückende Scene,— wie Sphärenklang wie eine farbenduftende Fata=Morgana. Wie ein Trunkener schwankte Franz aus dem Hause vom Strome der drängenden Menge getragen. Stolle Equipagen rollten heran, reichgekleidete Damen in cavalierer Begleitung stiegen ein und fuhren sausend von dannen. Der arme Franz erwachte zur Wirklichkeit; er lehnte im Schatten einer Säule des Portals und blickte nach jeder einsteigenden Dame, auf jeden Wagen, ehe dieser die breite Einfahrt zum Theater verließ. In seiner sehnsüchtigen Erwartung hatte er ganz vergessen, daß Emmy sich noch umzukleiden hatte; sein Herz pochte wild und ungestüm, so oft eine Frauengestalt, welche derjenigen Emmy's ähnlich sah, achtlos an ihm vorüberstreifte. Das Publikum hatte sich längst zerstreut, zwei Equipagen nur hielten noch vor dem Theater. Jetzt trat ein aristokratischer, ältlicher Herr in Generalsuniform mit einer verschleietten Dame aus dem Venien ist bei dem üblichen Verhaftungs=Nachspiel angelaigt. In Spanien ist der Hochverrath eben kein Verbrechen, sondern nur eine Art von Sport. Die Pforte ist in arger Geldnoth. Es fehlt am Unentbehrlichsten. Es ist so weit, daß Wandel kaum noch geschaffen zu werden braucht— er kommt schon ganz allein. **s Berlin, 3. October. Die Wahlnachrichten aus den Landkreisen gehen spärlich ein. Für die Fortschrittspartei lauten die Nachrichten aus Ostpreußen beharrlich günstig. Nicht blos sind in allen neun Städten, wo Richter auf seiner Rundreise gesprochen hat, die Wahlen weit besser ausgefallen, als man vorher zu hoffen gewagt hatte, sondern auch in der ganzen Provinz, kann man sagen, hat die durch die totale Niederlage bei den letzten Reichstagswahlen hervorgerufene Entmuthigung ihren Einfluß verloren: überall ist in den Urwahlbezirken tapfer gekämpft und demnach die Hoffnung berechtigt, daß von den 27 liberalen Sitzen(24 fortschritt. 3 Natlib.) die große Mehrheit gerettet wird Schlimmer sieht es in den anderen östlichen Provinzen aus. Doch trifft hier der Verlust vorzugsweise die Nationalliberalen. In denjenigen Wahlkreisen dieser Provinzen(außer Brandenburg sind es wenig genug), wo die Fortschrittspartei eine erhebliche Zahl Anhänger besitzt oder Sitze zu vertheidigen hatte, ist durch Flugblätter, Broschüren, die parlamentarische Korrespondenz und die Wahlkorrespondenz nach Möglichkeit Aufklärung über Kornzölle und andere Hoffnungen der Landleute, und über die Versprechungen der Agrarier und Konservativen und die Zukunftsbilder des Reichskanzler verbreitet. Die Wirkung ist durchaus nicht zu verkennen. Denn in den Wahlkreisen, in denen die Fortschrittspartei gar keine Verbindungen hat, also die Agitation den National=Liberalen allein überlassen mußte, ist der Abfall der Bauern viel massenhafter. Am eklatantesten zeigt sich dies in der durch Wohlstand und bessere Schulbildung ihrer Bewohner bevorzugten Provinz Sachsen, der Domäne der Nationalliberalen. Hier hat man sich nationalliberaler Seits die erdenklichste Mühe gegeben, der Fortschrittspartei die paar Sitze, die sie hatte, zu rauben und ihr neue Sitze zu verschließen. Der Erfolg ist in der Altmark, in Nordhausen und in einer Reihe anderer Kreise, Sieg der Konservativen. Heute erkennen es auch die hiesigen Natiostibule, eine der Equipagen fuhr vor, der Herr hob die Dame in den Wagen, flüsterte noch eine Zeit heimlich mit ihr und stieg dann in die andere Equipage welche unverzüglich von dannen fuhr. Jetzt halte sich auch der Wagen, in welchem die Dame saß, in Bewegung gesetzt; er fuhr in mäßigem Trabe von Straße zu Straße und hielt endlich vor einem vornehmen, hecherleuchteten Hause still. Als Franz die Dame einsteigen und mit dem ältlichen Herrn plaudern sah, griff er unwillkürlich nach seinem Herzen; er wollte laut aufschreien, aber kein Ton kam über seine Lippen, die Brust war ihm wie zugeschnürt. Athemlos eilte er hinter dem Wagen her. Er sah, wie ein reich gallonirter Portier den Schlag öffnete, die Dame leichtfüßig im Innern des Hauses verschwand, während der Wagen langsam in den geöffneteu dunkeln Remisenhof juhr. „Sie ist es!“ murmelte Franz, bis zum Tode erschöpft zu den verhangenen Fenstern des Hauses hinaufolickend.„Ich muß sie sehen und sprechen, und kostet es mir das Leben!" Er trat in den hellerleuchteten Hausflur, ohne vom Portier bemerkt zu werden, und flog unbehindert die mit kostbaren Teppichen belegte Marmortreppe bis zur ersten Etage hinauf; er befand sich in einem dunklen Vorsaal, der mit blühenden Orangebäumen und anderen duftenden Topfflanzen bestanden war, zur Seite eineu großen Balkon hatte, von welchem eine mit üppigem Weinlaub umrankte Treppe in den Garten hinabführte. Die breite Flügelthür des zunächst gelegenen Wohnzimmers war nur angelehnt und ein heller schmaler Lichtstreifen stahl ich von dort über den weichen Teppichboden des einsamen Vorsaales. Stumm und lautlos, mit stürmisch pochendem Herzen. blieb Franz vor der Thür stehen und blickte sehnsuch K n A Sna nalliberalen linker Richtung an, daß für die Partei der enge Zusammenschluß mit dem rechten Flügel verderblich war. Nach der Forckenbeck'schen Rede hatte man fortschrittlicher Seits vielfach gehofft, es werde sich wenigstens für eine große Zahl Kreise eine gemeinsame Central=Agitation gegen die Konservativen herstellen lassen; wäre dies geschehen(fortschrittlicher Seits war man dazu bereit), so würden eine Menge Plätze mit linksnationalliberalen Abgeordneten gerettet sein, die verloren gingen, weil in den bezüglichen Kreisen es an der genügenden Organisation mangelt, und das Centralkomité der nationalliberalen Partei eine geringe Thätigkeit entwickelte. Die Verlustliste der Nationalliberalen wird darnach geschätzt in Westpreußen auf 6, in Posen auf 4, in Pommern auf 8, in Brandenburg auf 7, in Sachsen auf 8, in Schlesien auf 10— macht 43 Plätze meist mit Männern der linken Richtung besetzt. Fehlt nun gar Lasker, weil er nicht anderwärts als in Frankfurt gewählt sein will, so läßt sich für die nationalliberale Fraktion wenig Gutes hoffen.— Richter's Niederlage in Hagen ist ein herrliches Thema für Klerikale, Konservative und reptilistische Blätter. Richter ging nicht in seinen Wahlkreis, weil seine dortigen Freunde ihm bis zum letzten Tage versicherten, e sei ganz überflüssig. Dafür hat er in Ostpreußen Regierung des Königs zu fördern,— daß dagegen alle einseitigen Verheißungu der Parteien, welche im Gegensatz zur Regierung durchgesetzt werden sollen, nach vielfachen Erfahrungen leicht zu fruchtlose: parlamentarischen Kämpfen, zum Stillstand aller Entwickelung, zur Vereitelung alles wirklichen Fortschritts im öffentlichen Leben führen.“ Hier wird also der Landtag, welcher nach der Verfassung gleichberechtigt neben der Krone steht, zu dem Range einer blos berathenden Körperschaft herabgesrückt, deren oberste Pflicht es ist, vertrauensvoll den freiwilligen Geschenken der regierenden Vorsehung entgeg.nzuharren. Die Landesvertretung muß sich hübsch in Gemeinschaft mit der Regierung halten, nicht etwa die Regierung versuchen, sich den Intentionen der Landesvertretung anzubequemen. Wozu wir unter selchen Umständen überhaupt einer Landesvertretung bedürfen, ist unerfindlich. Verheißungen von Parteien, d. h. die dringenden Wünsche des Volkes, sind null und nichtig, führen blos zu fruchtlosen parlamentarischen Kämpfen, sind alse lediglich Athemverschwendung, wenn nicht die Regierung zuvor diese Wünsche zu den ihrigen gemacht und deren Erfüllung huldvollst versprochen hat. Wir loben die Naivetät der„Provinzialcorrespondenz“, welche solchergestalt die innerste Herzensmeinung der schrankenlosen politischen Reaction enthüllt.— Daß an diesen Abschaffung des Cultur= Examens, auf die Hinwea, räumung des ministeriellen Placets, als einer der Kirchunerträglichen Fessel 2c. 2c. Eine hübiche Beschäftigunfür die Generalsynode— und jeder Tag unnöthiger Verhandlungen verursacht den kirchlichen Steuerzahlern 2500 Mark Kosten und darüber! Ein theures Ver, gnügen! „„„„ in Gagtrugen oifiziösen Herzenserguß sich wieder einmal der große (zehnmal an 9 Orten in 9 Wahlkreisen mit 17 libe=] Bann gegen die Fortschrittspartei, die meistralen Abgeordnetenplätzen), in Stettin, in Posen, in gehaßte Hüterin des verfassungsmäßigen Rechtes des Volgesprochen,— und in allen kes, sich anschließt, ist ungefähr selbstverständlich. Sie rtung ist wie das Reaierungsblatt behauptet, der Uraue Kassel, Kiel, Schleswig gesprochen,— und diesen Orten sind die Wahlen über alle Erwartung gut ausgefallen, in Stettin ist die sog. Bürgerpartei durch die vereinigten Liberalen aufs Haupt geschlagen, ir Kiel, Posen, Schleswig hat die Fortschrittspartei gefiegt, in Cassel ist binnen acht Tagen eine Fortschritts partei entstanden, die, wenn sie ihren Abgeordneten nicht durchsetzen sollte, doch nur mit wenigen Stimmen geschlagen werden wird. Nach solchen Erfolgen kann Richter den Spott der Gegner schon ertragen, auch winn er dem Abgeordnetenhause fern bleiben sollte, nicht weil man ihn nicht wählen will, sondern weil er es entschieden ablehnt, mit bisherigen Kollegen in Konkurrenz zu treten. Deutschland. Berlin, 3. Oct. Die„Provinzialcorrespondenz“, das auf Kosten der Steuerzahler aller Parteien gedruckte Blatt der Regierung, leistet sich in ihrer neuesten Nummer folgende Naivität: „Das muß wohl für jeden Verständigen von vornherein feststehen, daß von einer ersprießlichen Wirksamkeit überhaupt nur die Rede sein kann, iusoweit die künftige Landesvertretung den redlichen Willen hat, die großen Aufgaben für das allseitige öffentliche Gedeihen in möglichster Gemeinschaft mit der tigen Auges durch die Spalte der Thür in das hell erleuchtete Zimmer. Sein Ohr vernahm den ihm wohlbekannten elastischen Tritt ihres kleinen Fußes, das Rauschen eines seidenen Gewandes, welches unmittelbar vor ihm den Boden streifte. Einen Augenblick noch zögerte er, dann schob seine bebende Hand leise den angelegten Flügel der Thüre zurück, sein lautloser Fuß schritt über die Schwelle. Da stand sie vor ihm inmitten des prächtigen Zimmers, vor dessen luxuriöser Einrichtung der junge Mann unwillkürlich erschrack. Von der hohen Decke strömte das gedämpfte Licht eines goldenen Kronleuchters seine milde Helle über ihre schlanke, schöne Gestalt. Sie hatte ihm den Rücken zugekehrt und ahnte wohl nicht, daß ein Zweiter dieselbe Luft mit ihr athme. Und diese von Blumenduft und berauschenden Wohlgerüchen erfüllte Luft hatte etwas unsäglich Niederdrückendes, als ob's ihm die Brust ersticken, das wild ansprechende Herz zusammenschnüren wollte. Sie konnte ihn nicht erblicken, denn sie hatte ihr Antlitz mit den kleinen Händen bedeckt; er vernahm ein verhaltenes Schluchzen, sah in dem gegenüberhängenden Wandspiegel, wie ihre Thränen unter den zitternden mit Diamantringen geschmückten Fingern unaufhaltsam hervorrieselten, an dem reichen Spitzenbesatz ihres wogenden Busens heruntertropften. „Emmy! Emmy!“ schrie der junge Mann, vor ihr in die Kniee sinkend und sein Haupt in die Falten ihres reichen Gewandes begrabend. „Franz! Franz! Um Gotteswillen, Du hier? Ja, ja! Du bist es! Ach, eben noch dachte ich Dein, mein guter, lieber Franz!“ Und ihre Arme und Hände umschlossen zärtlich sein Haupt, welches sie mit ihren heftig strömenden Thränen benetzte. „O, Emmy, Emmy, ich habe Dich wieder! Nun ist Alles gut, ich werde Dich nicht wieder verlassen!“ rief Franz in leidenschaftlich wachsender Erregung. „Du liebst mich noch immer wie damals, Du bist auch nicht stolz und hochfahrend, Du bist mir nicht untreu geworden! Ach, wie kindisch und thöricht war ich, zu glauben, daß Du mich aufgeben und vergessen könntest!“ „O nein, nein, ich habe Dich nicht vergessen, werde Dich niemals vergessen, Du treue und brave Seele!“ schluchzte sie mit erstickter Stimme.„Aber warum hat es so kommen, warum habest wir uns trennen müssen? Ach, Du lieber, Du einzig geliebter Mann, ein böser Senus hat mich hierher geführt! o, wenn ich mit Dir ftluchten, entfliehen könnte bis ans Ende der Welt, bis— Sie hielt schaudernd inne, ein Wagen rasselte in den ist, wie das Regierungsblatt behauptet, der Urquell alles Uebels, aller Unruhe, und ihr ganzes Sireben geht dahin, dem Kanzler die Wege zu seinen„nationalen Zielen zu verlegen". Daß diese Behauptung lächerlich ist einer Partei gegenüber, welche deutsch=national gesinnt war, als solche Gesinnung durchaus noch nicht für hoffähig galt, verschlägt ja nichts;—„am Ende bleibt doch etwas hängen“, denken die Offiziösen. — Einen hübschen Wunschzettel für die erste ordentliche Generalsynode hat das Organ der Hofpredigerpartei, die„N. evangel. K. Ztg.“, ausgeschrieben: Die Generalsynode solle ihr Augenmerk richten auf die Feststellung der kirchlichen Qualisication für das active und passive Wahlrecht, auf die Majorisirung des Provinzialsynodalvorstandes und die Sitzungen des Consistoriums, auf die Discplinarordnung gegen Verschlep: pung und Versäumniß von Trauung und Tause, auf die Aufrechterhaliung der coofessionellen Volksschule, aus die Definition der kirchlichen Lehrfreiheit, auf die Verlesung von§ 82 des Civilstandgesetes bei jeder Annahme von Gebuctsanmeldungen und bei jeder Abschließung von Ehecontracten, auf die Hof und Peitschenknall tönte von unten herauf, die Hausglocke wurde gezogen, der Portier öffnete die inzwischen verschlossene Thür. „Hat der Portier Dich gesehen?“ fragte sie plötzlich hastig und angstvoll. „Nein, mich hat Niemand gesehen!“ antwortete er, seltsam befremdet. „Stille, er kommt!“ flüsterte sie, an allen Gliedern bebend und lauschend in den Vorsaal tretend.„Ja, er ist'!“ setzte sie kaum hörbar hinzu,„ich darf ihn nicht abweisen, noch weniger aber darf er ahnen, daß Du hier bist!“ Franz stand regungslos, wie eine Bildsäule erstarrt. „Komm, ehe wir überrascht werden, komm!" flüsterte sie, ihn ängstlich nach dem Balkon drängend, dessen Thür sie geräuschlos öffnete.„Siehst Du, die Treppe dort führt in den Garten, die Pforte ist nur verriegelt Du kommst unbemerkt auf die Straße und kehrst morgen auf demselben Wege zu mir zurück. Verrathe mich nicht, lieber Franz!“ bat sie, indeß ihre weichen Arme ihn zärtlich umschlungen.„Mein Herz gehört Dir, nur Dir allein! ich schwöre es zu Gott, lieb Aus der Provinz. —' Bielefeld, 4. October. In einer am Donnerstag in Schildesche stattgehabten Versammlung der conservativen Wahlmänner unseres Wahlkreises sind als Candidaten der conservativen Partei die Herren Meyer zu Selhausen, Zuchthausdirektor Strosser— beide bereits früher, vor 1873, Vertreter des Wahlkreises— und der christlich=soziale Judenhetz=Agitator Stöcker aufgestellt worden. Wir gratuliken dem Kreise Biele, feld=Halle=Herford!— —“ Gestern tagte der gemeinsame Kreis=Ausschuß des Stadt= und Landkreises Bielefeld und genehmigte die vorgelegten Pläne und Kostenanschläge der Wege Heepen=Hillegossen und Bielefeld=Bültmanns Krug. Der Vorsitz war von Herrn Oberbürgermeister Huber auf Herrn Landrath von Ditfurth übergegangen, ein Zeichen, daß der Kreisausschuß in das zweite Jahr seiner Wirksamkeit eingetreten ist. Wir glauben, daß derselbe Ursache hat mit Befriedigung auf das erste Jahr seiner Thätigkeit zurückzublicken. Die Befürchtungen Derer, welche glaubten, es würde sich in diesem Collegium ein Gegensatz zwischen Stadt= und Linokreis bemerkbar machen, haben sich als durchaus unbegründet herausgestellt, das Bewußtsein, gemeinsame Interessen zu vertreten ist gekräftigt worden und die Einmüthigkeit in der Versammlung wirkte anregend auf die Arbeiten derselben. Es ist selbstverständlich, daß der Erfolg dieser Arbeiten sich erst später bemerkbar machen wird, die geplanten Wege erfordern bis zur Fertigstellung oft recht lange Zeit; aber davon sind wir überzeugt, daß man schon nach wenigen Jahren wird sehen können, daß den Verkehrsinteressen beider Kreise in wirksamer Weise gedient ist. Nachstehend lassen wir einen Auszug aus dem Protokoll der Sitzung folgen: In der heutigen Sitzung des gemeinsamen Kreis=Ausschusses wurden folgende Beschlüsse gefaßt: I. ChausseebauProject Heepen=Hillegossen. Das vorliegende Project wurde zur Ausführung genehmigt und ist der Königlichen Regierung zu Minden mit so genden Anträgen vorzulegen: 1) Dasselbe zu genehmigen.— 2) Dem gemeinsamen Kreis=Ausschusse der Stadt und des Landkreises Bielefeld a) das Recht zur Expropriation des zum Chausseebau nöthigen Grund und Bodens, d) das Recht zur Entnahme der Bau und Unterhaltungs=Materialien nach Maßgabe der für die Provinzial=Chausseen bestehenden Vorschriften, c) das Recht zur Erhebung des tarifmäßigen Chausseegeltes und d) endlich auch, daß die zusätzlichen Bestimmungen zum Chausseegeldstarif für anwendbar erklärt werden, zu erwirken resp. zu ertheilen.— 3) Zu erwirken, daß Seitens des Provinzialständischen Verwaltungs=Ausschusses eine Bauprämie von 4 Mark per laufenden Meter bewilligt werde.— Die Baukosten sollen aus den disponidlen Ueberschüssen der hiesigen Kreis=Sparkasse bestritten und hierzu die Genehmigung des Herrn Oberpräsidenten s. Z. nachgesucht werden.— II. Chausseebau=Project Bielefeld=Bültmanns Krug, Section 1 und II. Der Beschluß hierzu ist gleichlautend mit dem Beschlusse ad I. Die übrigen Gegenstände der Berathung betrafen für die Oeffentlichkeit nicht wichtige Sachen. Aus den Beschlüssen der vor der Kreis=Ausschuß=Sitzung getagten=Kreis=Wegebau=Commission ist hervorzuheben, daß nunmehr auch die Strecke vom Niedernthor bis zum Eisenbahnbrückthore im Zuge der Bielefeld-Neuenkirchener Straße auf den Kreis Wege=Verban übernommen werden soll. —* Heer Kapellmeister Roßberg beabsichtigt, in der bevorstehenden Saison vier Symphoniesoireen im großen Eintrachtssaale zu veranstalten. Die Kapelle wird für dieselben durch hiesige und auswärtige tüchtige Kräfte verstärkt merden. Wir haben wohl kaum nöthig, dem musikliebenden Publikum, das gewiß den Mangel gediegener Instrumentalmusik häufig genug empfunden haben wird, das Unternehmen noch besonders zu empfehlen, wir sind überzengt, daß die demnächst anklopfende Subscriptionsliste überall freudigen Empfang findet. Das erste Concert, das am Mittwoch, 15. October stattfinden soll, wird u. A. Beethovens herrliche Simphonie in=Dur Bessr alte Nach 91 Nach ainnat Peunte ide Ligpen au sehnem g. u. 4 de zun deur Bitgaaiter ir dads uins Buun. Nech emmur Brannten ihte Lippen auf feinene Munde, tiste Vierteljahr bewilligten außerordentlichen B dann flog sie hastig in ihre Wohnstube zurück. Mit schlotternden Knien wankte Franz in den Garten hinunter, kein Laut, nicht einmal ein Seufzer kam über seine todtenblassen Lippen. Gleich einem zweischneidigen Schwert hatten Emmys Worte sich in sein argloses Herz gebohrt, er stand wie vernichtet, zu Tode getroffen. Eine Weile noch hielt er sich an der marmornen Treppenlehne, dann trat eine dunkle Wolke vor seine Augen, er empfand einen glühenden zuckenden Schmerz in der Brust, als werde das Herz ihm in Stücke gerissen und mit einem gellenden Aufschrei brach er bewußtlos zusammen. Zwei Tage später erhielt die Gerichtsschreiberin von Emmy die Nachricht von der tödtlichen Erkrankung ihres Sohnes, der sich unter ihrer Fürsorge im Hospital der Residenz befinde und sich in wenigen lichten Augenblicken seines umnachteten Geistes nach seiner Mutter sehne. Die arme Frau reiste unverzüglich von L. ab und traf an demselben Abend mit Emmy am Krankenbett ihres Sohnes zusammen, um ihm nach einer thränenvollen Scene des Wiedersehens die gebrochenen Augen für immer zuzudrücken. (Forts, folgt.) Agie Billeijahl Vewilliglen außerorbentlichen Verpflegungszuschüsse einschließlich des Zuschusses zur Beschaffung einer Frühstücksportion betragen für die Soldaten und unteroffiziere täglich im Bereiche des 7.(rheinisch=westfälischen) Armeecorps: in Barmen, Cleve, Düsseldorf 19, Dortmund, Essen, Gräfrath, Lippstadt, Münster, Wesel 18, Attendorn, Benrath, Bielefeld, Bückeburg, Detmold, Hamm, Iserlohn, Meschede, Minden, Soest, Werden 17, Bochum, Geldern, Recklinghausen 16, Neuß 15, Paderborn 14, Neuhaus, Warendorf 13 Pf. Fürstenthum Lippe, 1. October. Unsere Ziegelarbeiter schreibt man der Westf. Ztg., kehren in diesem Jahre früher denn je aus der Fremde zurück. Als Regel galt sonst steis der 15. October, an welchem Tage dieselben laut ihres Contractes aus der Arbeit entlassen und ausgelöhnt wurden. Jetzt aber sieht man täglich einzelne und ganze Schaaren still und niedergeschlagen wiederkommen. Ohne Sing und Sang, Jauchzen und Schießen ging es sonst nie zu und wenn ein Ziegler sein„Bündel“ selbst von der Bahn nach Hause schleppte, so wor das eine Ausnahme. Heuer thuts fast ein Jeder. Was das alles zu bedeuten hat, ist leicht zu errathen. Es ist wenig verdient worden. Das Minus des diesjährigen Verdienstes gegen das Vorjahr(und das war schon ein schlechtes) dürfte mehre hunderttausend Mark für sämmtliche lippische Ziegelarbeiter betragen. Köln, 1. Oct. Die Helme der beiden Domthürme gehen ihrer Vollendung mit immer schnelleren Schritten entgegen. Nachdem der südliche Thurm bis zur gleichen Höhe mit der zuletzt errichteten Gerüst=Etage gediehen, ist man jetzt mit den Vorbereitungen zum Aufbau der vorletzten Gerüst=Etage beschäftigt, um solche noch vor Eintritt der stürmischen Jahreszeit aufzubringen. Die ganze Höhe des südlichen Thurmes beträgt jetzt 458 Fuß und hat sich das Steinwerk an dieser Stelle schon so weit verjüngt, daß die innere Weite kaum noch 1 Fuß im Ducchmesser hat, eben weit genug, um eine riesige 1 Eisenstange durchzulassen, um welche sich später die einzelnen Stücke der mächtigen, 18° im Durchmesser haltenden Kreuzblume anlegen, deren Größe und Schwere schon allein die fast vollständige Renovirung des an der Nordseite des Domes stehenden Gerüstes, welches die Brücke zum Aufladen der Steine auf die Transportwagen trägt, bedingte. Von den neun Steinen, die zur Bildung einer jeden Kreuzblume zusammengesetzt werden, haben die vier größeren unbehauen je ein Gewicht von 115 Centnern. Vermischtes. [Der Dietrichswalder Wunderschwindel hat wenigstens durch die Vermehrung der Eisenbahneinnahmen einen Nutzen für den Staat. Der Personenverkehr auf Station Biesellen ergab 1873 nur 3407 Mark, dagegen seit den Muttergottes=Erscheinungen über 400,000 Mark jährlich. „ Eingesandt. Sehr geehrte Redaktion! Ihr geschätztes Blatt beberichtete vorgestern in kurzen, dürren Worten über die Eröffnung unseres Landgerichtes durch den Herrn Präsidenten Loewenstein, über die Neuvereidigung der Beamten 2c. Das Alles sah recht prunklos und geschäftsmäßig aus; aber welch' ein wichtiger Tag war es für die Geschichte Bielefelds! Es war der Anfangspunkt eines neuen Aufschwunges, einer neuen und hoffentlich auf solider Grundlage erbauten Blütheperiode unserer Stadt. Wem wir dafür zu danken haben, wissen wir; aber nicht diesen Dank auszufrischen, sondern ein heute recht zeitgemäßes Geschichtchen zu erzählen, ist der dieser Zeilen. Der Herbst des Jahres 1877 wir für uns ein recht bewegter, er sah uns so recht eigentlich im„Hangen und Bangen in schwebender Pein“— um das Landgericht. Wir thaten auch von hier aus, was wir konnten— viel war's leider nicht—, und es hagelte Petitionen an den Landtag. Alles petitionirte, der Magistrat, die Stadtverordneten, die Handelskammer, der Kreistag, jeder, der etwas Verständiges zu unsern Gunsten zu sagen wußte, trug es bei. So wurde denn auch in dem„Verein der ländlichen Kreis=, Amts= und Gemeindevertreter des Kreises Bielefeld“ eine Petition an den Landtag beantragt. Am 6. Nov. des genannten Jahres war es, als der Verein darüber berieth und als sich plötzlich unter all den Befürwortern ein Gegner der Petition erhob, ein großer Mann, der schon Abgeordneter war und es ja, so Gott will, wieder werden kann. Der öffnete seinen Mund und sagte gelassen:„Es geschieht Bielefeld ganz recht, wenn ihm das Landgericht entgeht, warum will es vom Kreise los!“— Sprach's und setzte sich. Der Mann, der ein so gediegenes Verständniß für die Interessen unserer Stadt und unseres Kreises bewies, war 1876 Gegenkandidat unseres Windthorst b der Landtagswahl. Man denke sich nun, die urtheilslosen pietistischen Wahlmännerschaaren hätten damals die Majorität gehabt, wie sie sie vielleicht am nächsten Dienstag haben werden— welche klägliche Rolle hätte da unsere Vertretung in der Landgerichtsfrage gespielt und wie jämmerlich wären wir unterlegen! Es wäre doch geradezu zum Erbarmen gewesen, wenn dieser große Mann hätte im Abgeordnetenhause für Bielefeld eine Rede halten sollen! Darum: Trau, schau, wem! Muthmaßliches Wetter für morgen: Wenig Aenderung. Ceurse der Berliner Börse vom 3. Oktober 1879. Kirchenzettel. Sonntag, den 5. October. Altstädter Kirche. Amtswoche: Past. Vieregge. Morgens 10 Uhr: Past. Ribonitsch. Feier des heil. Abendmahls. Vorbereitung 9½ Uhr, Past. Simon. Collekte für die Diaconissenanstalt zu Kaiserswerth. Abends 6 Uhr: Past. Vieregge. Neustädter Kirche. Morgens 10 Uhr: Past. Jordan. Feier des heil. Abendmahls. Vorbereitung unmittelbar vorher. Collekte für die Diakonissen=Anstalt zu Kaiserswerth. Abendo 6 Uhr: Past. Jordon. Reformirte Kirche. Morgens 10 Uhr: Past. Goebel. Feier des heil. Abendmahls. Collekte für die Diakonissen=Anstalt zu Kaiserswerth. Bekanntmachung. Diejenigen Einwohner der Stadt und Feldmark Bielefeld, welche sich Hunde neu angeschafft haben, sind bei Vermeidung von Strafen verpflichtet, dieselben sofort bei der Polizei=Behörde anzumelden. Ingleichen müssen diejenigen, welche ihre Hunde abgeschafft haben, solche innerhalb 8 Tagen abmelden, weil sie im Falle der unterlassenen Abmeldung die Steuer für das 2. Semester 1879/80 nachzuzahlen verpflichtet sind. Bielefeld, 2. Oktober 1879. Die Polizei=Verwaltung. Huber. Tages-Ordnung für die am Mittwoch, den 8. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr stattfindende Sitzung der Stadtverordneten. 1. Antrag des Magistrats auf Wahl von 8 Beisitzern und 8 Stellvertretern zu den Wahl=Vorständen, welche die bevorstehenden Ergänzungsund Ersatzwahlen zu der Stadtverordneten=Versammlung zu leiten ha. ben. 2. Mittheilung desselben betr. die definitive Anstellung des Polizei=Sergeanten Dahlhoff. 3. Antrag desselben auf Dechargirung der Gas=Anstalts=Rechnung pro 1877/78. 4. Antrag desselben auf nochmalige Erwägung des Antrags vom 7. Juni cr. betreffend Bewilligung von 84,000 Mark zum Neubau der Töchterschule in Folge der eingegangenen Petitionen und Beschlußfassung dem Antrage gemäß. 5. Antrag des Magistrats auf Feststellung eines Ortsstatus betreffend die Concessionirung von Gastwirth= schaften beschränkten Schenkwirth= schaften. Bielefeld, 3. October 1876. Der Vorsitzende der Stadtverordneten=Versammlung. Forstmann. A. z. D. T. A. 5½ U. T. □L Ich habe meinen Wohnsitz von Halle nach Bielefeld verlegt und wohne daselbst an der Wertherstraße, Cant. 1, Nro. 262. Adriani, Rechtsanwalt u. Notar. Künstl. Zähne. Zahnschmerz besei tigt, Zähne plombirt A. Nagel, Dentist. Bahnhofstraße bei Spediteur Dreyer. Montag und Mittwoch nicht zu sprechen. R. u. 5. 10. Theater. Arbeit.=Bildungs=Verein. Sonntag, 5. Oktober 1879: Die Afrikanerin Romantisch=komische Operette in 2 Acten von Carl Höpfner. Entree 50 Pfg. Textbücher à 15 Pfg. an der Kasse zu haben. Löllmann's Garten. Sonntag, den 5. October, SCHOUPt. der Bielefelder Kapelle. Anfang 3½ Uhr. Entree 30 Pf. Restaurant arei Kronch. Sonntag, 5. October, SORULRT der Bielefelder Capelle. Autang 8 Uhr Ab. Entree30 Pf. Kaufmännischer Verein. Sonnabend, 10. d. Mts., Abends 8½ Uhr: Hauptversammlung. Tagesordnung: 1. Eröffnung der diesjährigen Versammlungen. 2. Bericht des KassenprüfungsAusschusses. 3. Rechnungslage. 4. Bericht über den in Berlin stattgefundenen Verbandstag Kaufmännischer Vereine. 5. Programm für die VereinsThätigkeit pro 1879/80. 6. Etat für die Kaufmännische Fortbildungsschule. Der Vorstand. Kampfgenossen. Sonntag, den 5. Oktober, 8 Uhr Abends: Versammlung. Tagesordnung: 1. Kasse. 2. Beschlußfassung über eine zu gründende Gesang=Abtheilung. 3. Vorlesung. Der Vorstand. Kaufmännische Fortbildungs=Schule. Da noch viele Anmeldungen ruckständig sind, so findet am Mittwoch, d. 8. d. Mts., Abends 8 ½ Uhr, in der Gewerbeschule eine zweite Aufnahmeprüfung statt. Der Vorstand. Einbecker Bockbier bei August Otto, Wertherstr. No. 47. Annonce. Ein eleganter Glaskasten und kleiner Tresen ist billig zu verhaufen. Die Exped. ertheilt Auskun t. Preussische Bei der heute in Gegenwart eines Notars stattgefundenen XI. Verloosung unserer 5% Pfandbriefe Serie VI. wurden folgende Nummern gezogen: Lit. L. à 2000 Mark rückzahlbar mit 2200 Mark No. 12. 268. 649. 1239. 1313. 2023. Lit. M. à 1000 Mark rückzahlbar mit 1100 Mark. No. 590. 703. 1126. 2258. 2600. 2820. 2915. 2961. 3041. 3016. 3557. 3771. Lit N. à 500 Mark rückzahlbar mit 550 Mark. Nr. 151. 315. 617. 767. 1121. 1301. 1352. 1525. 2142. 2392. 2719. 2853. 2880. 2909. 2998. 3192. 3505. 4361. 4715. 4898. Lit. O. à 300 Mark rückzahlbarmit 330 Mark. No. 70732. 70865. 70874. 70897. 70939. 71033. 71053. 71061. 71399. 71490. 71683. 71769. 71921. 71976. 72020. 72353. 72375. 72706. 72850. 73373. 73914. 73943. 73971. 74632. 74745. 75049. 75225. 76181 76381. 76700. 76738. 77242 77254. 77467. 77596. 77640. 77782. 78753. 78900. 79244. Lit. P. à 200 Mark rückzahlbar mit 220 Mark. No. 72. 591. 837. 1000. 1192. 1239. 1362. 1676. 1780. 2164. 2709. 2725. 3433. 3518. 4468. 4648. 4800. 4821, 5293. 5423. Diese Stücke treten mit dem 1. April 1880 ausser Verzinsung und werden an den bekannten Stellen in Bielefeld bei den Herren Osthoff Brinkhoff, von jetzt ab Vormittags kostenfrei eingelöst. Berlin, 26. September 1879. Die Haupt-Direction. Wohnung zu vermiethen! Die bisher von Herrn Architekt C. Gravenstein benutzte 1. Etage, bestehend aus 9 Piecen nebst Garten ist zum 1. April 1880 frei. Bielefeld, 4. Oktober 1879. Antonie Dieckmeyer Ww. Krrauf. 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Mit rüstet, wußte er sie Achtung und Beac gend ein getkommission fehlte auf die schließliche den Landtag vorge rungsentwurf hat schätzten gleichmäßi wesen, alle Parteiausgenommen, mis bittere, rücksichtslo Richter ist in Haglang im Landtage Seiten, unter And kreisen, wurden i aber am Freitag A männer des erster Erklärung abgegebmen. Auch Laskei seiner Parteigenoss Mandat nicht anze stellung zu mache netenhauses, in der schwer, sich diese b ordnete zu denken die Wahlen noch der Unterschied zi und dem neuen ni 100 (6. Fünf Jahre seit verflossen. Die L richtsschreiberin bii gen sangen die Bi gesang. Auf einer Ban und blickte schweig Landstraße, welch die duftverschleiert schien voll und we haarigen Frau, w beweglich dort sa hielten ein Zeitun Tagesneuigkeiten einer berühmten Auf ihrer Triumr Gesellschaft mit ar Magistrats auch Bewohner mit ein überraschen. Die Mitglied der Opei Deutsche sein und B... am Res Zeit einmal in L. So oft die Bli blatt fielen, nahm finsteren und hart res Bild mit unh träumenden Auger Stellung über das Versammlung“ sämmtlicher liberalen Wahlmänner des Wahlkreises Bielefeld=Halle=Herford behufs definitiver Aufstellung der Candidaten am Sonntag, den 5. Oktober, Nachmittags 4½ Uhr, im großen Saale der Gesellschaft„Eintracht“ zu Bielefeld. Das Wahl-Comite der vereinigten liberalen Parteien. Winter-Paletots für Knaben und Mädchen empfehle in reichhaltiger Auswahl zu mäßigen Preisen. Steinberg. Vereins-Nachrichten. Sonnabend, 4. Oktober Volksbild.=Verein, Bücherau gabe Ab. 8½ bis 9½. Gadderbaumer Gesang=Verein„Frohsinn“, Gesang 8½/ Ab. Vorturnervereinigung, Vorturnerstunde Ab. 8“ Gadderbaumer Turnver in, Ab. 9 Uhr. Sonntag, 5 Oktober: Jünglingsverein, Gesellige Zusammenkunft. A. B. V. Theater. Die Afrikanerin. Entree für Mitglieder 25 Pf. Montag, 6. Oktober: A. B. V. Vorstandssitzung Ab. 8½. Turngemeinde, Turnen. Ab. 8 ½. Verein für Geflügelzucht, MonatsVersammlung bei Modersohn. Ab. 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