30. Jahrgang. Nummer 64 NNK Heute„Un lager sa, Sort. Unterhaltong, Eneranat Rros und Aiak esd. ie sheich e eliten ait ie sine =Nruestr Nachlichten Hirtiandeisbiall und Bielefelder General=Anzeiger Bielefeld, Sonnabend, 16. März 1929 Anzeigenprets: Der Raum für die Anzeigenspalte, 29 mm breit, 1 mm hoch. koster 12 Vig. Der Raum für die 70 un dreit, 1 am hoch. koster 30 Pig. Mindesthöbhe einer Anzeige 10 am. Rabatt nach besonderem Tarif. Bei verspätetem Eingang der Zahlung oder bei Zwangseinziehung des Betrages kommt der gewährte Rubatt in Forttall, Beilagen 15 Mark das Tausend, bei Teilauflagen 20 Mark. Annahmestellen für Bielefeld die Geschältsstellen Nohrteichstraße 9 und Alter Markt 2. sowie die Kilialen Bahnbofstraße 34. Kreuzstraße 40. Rolandstraße 12 für Brackwede; die Geschäfzaßtelle Hauptstraß= 20. Um die Reparationen Liquidation des Krieges Von Kommerzienrat E. Beit von Speyer „öx,„Verfasser ist der maßgebende Teilhaver der Häuser Lazard Speyerand Speyer & Co., New Vork. Nachdruck verboten. In Paris hat man sich also jüngst zusämmengesetzt, teilweise auf Betreiben Parker Gilberts, um nun den Krieg womöglich gänzlich zu liquidieren.— Oder gibt es doch nur eine Teillösung? Es scheint so. Es hat wenig Zweck, hier das zu wiederholen, was der Wißbegierige jeden Tag in den Zeitungen lesen kann. Wird wirklich eine Liquidation des Krieges angestrebt, so dürfte der Zeitpunkt der Beratungen verfrüht sein. Das Normaljahr unter dem Dawes=Plan hat erst am 1. Sepbegonnen. In einem Jahre von jetzt hätte man vielleicht eher gewußt, wie es im ersten Normaljahre um die Transferierung“ der 25 Milliarden Mark besteut ist. Oder gibt es gar keine Transferfrage, wie gewisse Volkswirtschaftler behaupten?! So z. B. Robert Crozier Long in seinem im Frühjahr 1928 veröffentlichten Buche. — Der muß es ja wissen, da er auf die Kenntnisse so mancher als volkswirtschaftliche Größen bekannter Männer mit Spott herabsieht. Wahrscheinlich verstehe ich sein Buch nicht, denn mir scheint, daß es nach ihm auch keine Transferfrage geben würde, wenn der jährliche Transfer eines Mehrfachen von 2,5 Milliarden Reichsmark verlangt worden wäre. Es verlohnte sich nicht, auf die Ausführungen jenes Schriftstellers heute noch zurückzukommen, wenn es nicht möglich wäre, daß der Versuch gemacht würde, derartige Ideen allgemeiner zur Geltung zu bringen. Die Franzosen sind sehr kluge und geschickte Diplomaten; sie haben ganz genau erkannt, welch äußerste Wichtigkeit der Transferschutz des Dawes=Planes für Deutschland hat und wie stark dieser Schild ist, mit dem sich Deutschland decken kann. Um diesen Schild entzwei zu schlagen, drohen sie mit der Waffe des Wohlstand=Index des Dawes=Plans, vielleicht desjenigen Stücks dieses Plans, das am rohesten zurechtgezimmert ist und darum in der Hand des Gegners eine grobe Waffe bildet, die böse Löcher schlägt.— Aber die deutschen Verhandler werden sich hoffentlich nicht irre machen lassen, der Schild ist gut und gemacht, uns zu schützen.— Immerhin, die andere Seite kann mit dem Wohlstandsindex operieren. Was bedeutet das? Doch nur, daß wir unter Umständen mehr als 2,5 Milliarden Reichsmark zahlen sollen. Warum? Weil es uns angeblich viel besser geht.— Es wäre kaum etwas dagegen zu sagen, wenn die Gesamtsumme der Reparationen schon feststünde, denn dann hieße jährlich mehr zahlen, die Schuld rascher abtragen. Damit kann man einverstanden sein, denn es erscheint nicht gerecht, künftige Generationen mit den Reparationen für den seit 10 Jahren vergangenen Krieg mehr als irgend nötig zu belasten. Aber es war bisher nicht davon die Rede, den Wohlstandsinder aus diesem Grunde anzuwenden. Das war auch nicht möglich wegen der fehlenden Gesamtsumme der Verpflichtungen. Wir sollen also gegebenenfalls, d. h. wenn der Dawes=Index nach 1929 so anzeigt, noch mehr zahlen, weil es uns besser geht als 1924. Geht es uns wirklich gut? Oder etwa annähernd so gut wie den früheren europäischen Kriegsgegnern?— Ja, da müssen wir uns doch einige Dinge in die Erinnerung zurückrufen, die so leicht in Vergessenheit geraten. Haben wir denn den Dawes=Plan wirklich ganz freiwillig angenommen? Gab es 1924 einen anderen Ausweg, als ihn anzunehmen? Warum ist der Dawes=Plan entstanden? Doch infolge der Unmöglichkeit, die unsinnigen Forderungen der Gegner unter dem Friedensdiktat und unter dem 1921er Zahlungsplan zu erfüllen, sowie infolge der Besetzung des Ruhrgebiets. Die Leistungen des Dawes=Komitees waren glänzend. Das Komitee brachte die Reparationsfrage ziemlich herunter vom polittschen Gebiet und führte sie auf das wirtschaftliche. Die aufgeregte französtsche Politik sing an, Aictsbeoutte nn deichslag Die Redner der Mittelparteien— Reichskanzler Müller gegen die Opposition der Deutschnationalen Der Reichstag sett. Veriur. 16. 4 die allgemeine Aussprache über den Etat für 1929 fort. Abg. Heckert(Komm.) bezeichnet die Deckungsvorschläge der Regierung als den Versuch, die werktätigen Massen des deutschen Volkes noch mehr als bisher zu Ausbeutungsobjekten der Trusts und Kartelle zu machen. Dr. Hilferding habe durch seine Rede bewiesen, daß die deutsche Sozialdemokratie die Stützung und Sicherung der heutigen bürgerlich=kapitalistischen Gesellschaftsordnung als ihre Aufgabe betrachtet. Das Reichskommissariat für die öffentliche Sicherheit habe sich als Spitzelzentrale betätigt. Die Technische Nothilfe sei eine Schweinerei=Zentrale.(Der Redner erhält einen Ordnungsruf.) Abg. Cremer(D. Vp.) stimmt den Ausführungen des Ministers über die Vermögenslage des Reiches zu. Im Gegensatz zu der Uebereinstimmung in der Diagnose bestehe wenig Einigkeit zwischen den Parteien über das Heilmittel für die kranke Virtschaft. Der gegenwärtige Zustand der Wirtschaft mache es ganz unmöglich, ihr weitere steuerliche Lasten aufzuerlegen. Alle Kenner der Wirtschaft seien einig mit der Deutschen Volkspartei, daß der Etat nicht neue Belastungen der Wirtschaft bringen dürfe. Es handle sich also bei dieser Forderung nicht um das Ultimatum einer Partei an andere Parteien, sondern um das Ultimatum der deutschen Not und des Wirtschaftszusammenbruchs an die Gesamtheit aller verantwortlichen Stellen. Die Deutsche Volkspartei sei immer bereit gewesen, sich mit den übrigen Parteien über eine wirkliche Sparpolitik zu verständigen. Dazu gehöre aber, daß die Regierung führend an die Spitze trete(Unruhe und Zurufe, Reichskanzler Müller ruft:„Und daß die Parteien an die Regierunggebunden sind!") Das sei nur möglich, wenn der Finanzminister sich vorher mit den Parteien über ein Sparprogramm verständige und über seine Absichten Klarheit schaffe. Es sei durchaus möglich, über 200 Millionen bei den verschiedensten Etatspositionen zu ersparen. Die Volkspartei habe gut durchgearbeitete Vorschläge dieser Art schon am Donnerstag der zuständigen Stelle überreicht, die noch ergänzt werden sollen. Bei der Kürzung der Ueberweisungen an die Länder und Gemeinden müsse verhindert werden, daß die Folge eine Erhöhung der Realsteuern sei. Angesichts der Steigerung der Reparationslast müsse nicht nur das Reich, sondern müßten auch Länder und Gemeinden ihre Ausgaben einschränken. Die von der Volkspartei vorgeschlagene Besteuerung der öffentlichen Versorgungsbetriebe sei nicht nur von finanzpolitischer, sondern auch von wirtschaftspolitischer Bedeutung. Die Besteuerung der öffentlichen Betriebe brauche keineswegs zu einer Erhöhung der Realsteuern zu führen. Diese Besteuerung würde aber dem Reich eine Mehreinnahme von 70 bis 80 Millionen bringen. Es sei eine beweisbare Tatsache, daß das Defizit des Etats ohne neue steuerliche Belastung der Wirtschaft gedeckt werden könne. Die jetzige finanzielle Gestaltung der Arbeitslosenversicherung sei unhaltbar. Ein Umbau der Altersund Invaliditätsversicherung werde sich nicht mehr lange aufschieben lassen. Die Volkspartei wolle durch eine Stärkung des Einflusses des Finanzministers eine Sparsamkeitspolitik ermöglichen. Ihre dahingehenden Anträge erstrebten nicht eine Schwächung, sondern eine Stärkung des parlamentarischen Regimes.„Wir haben keine Koalitionsregierung, sondern wir sind ausgefordert worden, in ein Kabinett der Köpfe einzutreten. Hier(auf den Regierungstisch zeigend) sitzen diese Köpfe.(Heiterkeit.) Die Teilnahme prominenter Parteimitglieder an der Regierung bindet die Parteien nicht an die Regierungsbeschlüsse. Von ihrer Freihett haben alle in der Regierung vertretenen Parteien reichlich Gebrauch gemacht.“ Abg. Reinhold(Demokr.) unterstreicht zunächst die Ausführungen, mit denen der Reichsfinanzminister die Versuche zurückgewiesen hat, durch übertriebene Schwarzmalerei den deutschen Kredit im Ausland zu schwächen. Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft habe allerdings gezeigt, daß die optimistischen Erwartungen der Sachverständigen beim Abschluß des Dawespaktes sich in keiner Weise erfüllt haben. Die deutsche Wirtschaft komme durch die starke Belastung nicht zu der erforderlichen Kapitalbildung. Der deutsche Unternehmer müsse 646000 für Steuern und soziale Abgaben aufbringen, während unter gleichen Verhältnissen ein schweizer Unternehmer nur 125000 dafür aufbringen müsse. Es sei nicht richtig, von einem Notjahr 1929 zu sprechen. Wir ständen vor einer Reihe von Notjahren und wir müßten uns darauf einrichten. Der deutschnationale Abgeordnete Oberfohren habe ihn, den Abg. Reinhold, ganz zu Unrecht für die Entstehung des Defizits verantwortlich gemacht. Die von ihm eingelettete Steuersenkung sei notwendig gewesen. Vorher hatte der deutschnationale Finanzminister eine Thesaurierungspolitik getrieben, bei der die Substanz der Wirtschaft angegriffen wurde und überflüssigerweise so große Summen in die öffentlichen Kassen flossen, daß infolgedessen die deutsche Dawesabgabe an das Ausland um 300 Millionen erhöht wurde. Diese 300 Millionen jährlich seien ein wirklicher Verlust für die deutsche Wirtschaft. (Lebh. Zustimmung bei der Mehrheit.) Die Vorschläge des Abg. Cremer seien zu unbestimmt. Dem Gedanken der Sparsamkeit, dem die Demokraten voll zustimmen, habe die Deutsche Volkspartei einen schlechten Dienst geleistet, indem sie sich der Mitarbeit entzog. Der Aufruf des nordamerikanischen Präsidenten Coolidge an alle Regierungsstellen, einen einschneidenden Feldzugsplan zu Gunsten der Steuerzahler zu entwerfen, habe in wenigen Jahren zu großen Ersparnissen geführt. Zu einem solchen Feldzug hätte das arme Deutschland mehr Veranlassung als das reiche Amerika. Die Regierung sollte den Etat noch einmal daraufhin durcharbeiten, wo weitere Abstriche gemacht werden können. Beim Verkehrsministerium könnte geprüft werden, ob die Beihilfen für die Luftschifffahrt in dieser Höhe notwendig sind. Bei den Kanalbauten könnte gespart werden, zumal sie den Arbeitsmarkt wenig entlasten. Beim Reichswehrministerium könne viel gespart werden. 120 bis 150 Millionen würden sich nach den Vorschlägen der Demokraten vom Gesamtetat abstreichen lassen. Die Kürzung der Zuweisungen an die Länder und Gemeinden dürfe ein gewisses Maß nicht überschreiten, weil eine Erhöhung der Realsteuern unter allen Umständen verhindert werden müsse. Im Finanzausgleichsgesetz sollte endlich der§ 35 beseitigt werden, der leistungsunfähigen Ländern die Selbständigkeit auf Kosten der übrigen gewährleistet. Reichsbahn und Reichspost wären durchaus in der Lage. weit größere Beträge aus ihren Gewinnen an das Reich abzuführen als bisher. Die Sozialversicherung könne so umgestaltet werden, daß nicht die hohen Millionenbeträge in den Kassen liegen, sondern der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Die Arbeitslosenversicherung dürfe nicht weiter so ausgenutzt werden, wie es jetzt beispielsweise dadurch geschehe, daß die Bauern ihre Söhne als„Arbeiter“ austauschen, damit sie im Winter ArbeitsLeienunterstützung, beztehen können.(Hört! hört!) Der Finanzminister habe vor sich einen Reichstag, der einig sei in dem Bestreben, die Sparsamkeitspolitik zu unterstützen. Möge er seine Stunde nützen! Abg. Drewitz(Wirtschaftspartei) meint, die Volkspartei komme jetzt mit ihren sich zu beruhigen und einzusehen, daß es sinnlos war, irgendwelche phantastischen Summen von Deutschland zu fordern, die öfters von verantwortlicher oder unverantwortlicher Seite ihrem Volke genannt worden waren. Man stimmte in Frankreich dem Dawes=Plan zu. Aber ein Pflästerchen hatte der kluge DawesPlan für alle bei der Bevölkerung der Alliierten mit den Zahlen Unzufriedenen. Dieses Pflästerchen— oder vielmehr ein recht dickes Pflaster— war der Wohlstandsinder, der bei uns an manchen Stellen eben etwas unbeachtet geblieben ist, da er ja bis jetzt noch nicht zur Anwendung kommen konnte.(Von dem sogenannten kleinen Besserungsschein ist hier nicht die Rede.) 1924 war dieses Pflaster politisch notwendig, eben weil man sich in törichten Zahlengrößen bewegt hatte. Heute sollte man sich fragen, warum denn eigentlich dieser Wohlstandsindex angewendet werden soll. (Ein zweiter Artikel folgt.) Sedisch im Genser Arbensamt Erklärung des deutschen Regierungsvertreters Geheimrat Vogel spricht deutsch Genf, 15. 3.(Tel.) Ueber die Einführung der deutschen Sprache als dritte offizielle Sprache des Internationalen Arbeitsamts nahm der Verwaltungsrat einen Bericht an, in dem unter Beisettelassung der grundsätzlichen Sprachenfrage vorgeschlagen wird, praktische Lösungen zu suchen. Der deutsche Regierungsvertreter Ministerialrat Weigert stellte in deutscher Sprache fest, daß der dem Hauptausschuß vorliegende Antrag nicht von der deutschen Regierung, sondern von der Arbeitergruppe gestellt wurde, und führte dann aus: „Der Friedensvertrag kennt den Begriff der offiziellen Sprache nicht. Er läßt dem Verwaltungsrat und der Arbeitskonferenz in dieser Frage volle Freiheit. Dagegen bestimmt das Reglement der Konferenz, daß die offiziellen Sprachen das Englische und das Frauzösische sind. Die Konferenz kann ihr Reglement ändern. Die deutsche Regierung hält es auf die Dauer nicht für erträglich, daß die deutsche Sprache auf der Konferenz anders behandelt wird als das Englische und das Französische. Heute ist allerdings der Zeitpunkt für eine grundsätzliche Lösung noch nicht gekommen. Es ist deshalb richtiger, wenn der Ausschuß vorschlägt, die grundsätzliche Seite der Sprachenfrage zunächst beiseite zu lassen und praktische Lösungen zu suchen. Man wird auf diesem Wege den gegenwärtigen Zustand wenigstens verbessern können.“ In den vorangegangenen vertraulichen Besprechungen des Verwaltungsrats hatte der italienische Regierungsvertreter dagegen Etnwendungen erhoben, daß bei der Haushaltsberatung der deutsche Unternehmervertreter Geheimrat Vogel in deutscher Sprache sprechen wird. Der Präsident erwiderte, daß der Verwaltungsrat keine offiziellen Sprachen kennt und daß Geheimrat Vogel in seiner Eigenschaft als Berichterstatter sich immer der deutschen Sprache bedient habe. Ferner beschloß der Verwaltungsrat, den Kohlenausschuß um 3 Mitglieder zu vermehren, darunter auch einen Vertreter der deutschen Regierung, die bisher an den Arbeiten dieses Ausschusses nicht teilnahm. Ein Antrag des Internationalen Bergarbeiterverbandes, die Sieben=Stundenschicht im Bergbau durch ein internationales Uebereinkommen einzuführen, wurde dem Kohlenausschuß überwiesen, der am 22. Mai in die Prüfung dieses Antrages eintreten wird. Sonnabend. 16. März 1929 Weställsche Zeueste Nachrichten Nr. 64. Seite? Sparvorschlägen zu spät, denn jetzt sei nichts mehr da, was gespart werden könne. Alle Vorschläge und Reden seien nutzlos, wenn gleichzeitig im Ausschuß die Volkspartei alle Wünsche der höheren Beamten unterstütze. Im Notjahr 1929 könnten die höheren Beamten ruhig einmal auf Beförderung und Gehaltserhöhung verzichten. Die Wirtschaftspartei sei für einen Defizitetat nicht zu haben. Sie bedeutsche Wirtschafts= und Finanznot so vordringlich, daß dahinter die parteipolitischen Streitfragen zurücktreten müßten. Schlanges Kritik an dem parlamentarischen System richte sich eigentlich gegen die Hohenzollern, die dieses System am 21. Oktober 1918 eingeführt hätten, weil das alte System völlig zusammengebrochen war. Bei besserem Gedächtnis hätte Herr Schlange die alten Kamellen wohl nicht aufgetrachte Reich, Länder und Gemeinden nicht als wärmt. Er sollte lieber die Frage erörtern, Versorgungsinstitute. Die Wirtschaftspartei warum er und seine Freunde damals die Rein die Re= volution nicht aufgehalten haben.(Sehr gut! links.) Demnächst werde das Ostpreußenprohabe sich wiederholt bereit erklärt, in die Regierung einzutreten. Sie habe nur dieselbe Bedingung gestellt wie heute die Volkspartei, igung gestellt wie heute die Volkspartei, gramm verabschiedet. Da sollte Herr Schlange, daß wenigstens ein gewisses Mindestprogramm wenn er von der Not des Ostens spreche, diese erfüllt, wird. Die Deutschnationalen hätten die Not doch nicht nach vergrößern dadurch daß von ihrem Redner vertretenen Forderungen nicht verwirklicht, als sie in der Regierung saßen. Mit den Deckungsvorschlägen der Regierung sei die Wirtschaftspartei nicht einverstanden. Die Besteuerung der öffentlichen Betriebe würde bedenklich sein, wenn nicht gleichzeitig den Gemeinden das Zuschlagsrecht zur Einkommensteuer gegeben werde. Sonst würden nämlich die ungerechten Nor doch nicht noch vergroßern dadurch, oaß er so maßlose Angriffe gegen die deutsche Regierung richte. Der ostpreußische Provinziallandtag habe in einer Entschließung der preußischen Regierung und der Reichsregierung den DankOstpreußens für die Hilfsmaßnahmen ausgesprochen. Diese ostpreußische Stimme wiege mehr als die pommersche Stimme des Herrn Schlange.(Sehr gut! bei der Mehrheit.)„Ich denke,“ fährt der ReichsRealsteuern noch weiter erhöht werden. Aus kanzler fort,„von den Ostpreußen viel besser diesem Grunde könne die Wirtschaftspartei als Herr Schlange. Diese kerndeutsche Bevölkerung wird ebenso wie die an Rhein und Saar so treu zum Reiche halten, daß wir gar keine Sorge haben, sie würde sich durch irgendwelche ausländischen Einflüsse abspenstig machen lassen.(Beifall.) Die deutsch=polnischen Handelsvertragsverhandlungen sind viel zu wichtig, als daß sie auf das Gebiet der Parteiagitation geschoben werviesein Grunde konne die Wirtschaftspartel auch der Kürzung der Ueberweisungen an die Länder und Gemeinden nicht zustimmen. Komme es nicht schnell zu einer Verständigung über die Steuerpolitik, dann sollte einfach an die Wähler appelliert werden. Abg. Pfleger(Bayer. Volkspartei) ners zurück über eine Bauernversammlung in Pommern, in der der Minister sprach. Minister Dietrich erklärt, die Versammlung, die Anfangs von Mißtrauen erfüllt war, habe seinen Ausführungen schließlich durchaus zugestimmt. Abg. Neubauer(Komm.) erinnert an ein Buch, in dem der jetzige Minister Hilferding als junger Wiener Sozialist die Diktatur des Finanzkapitals bekämpft habe. Jetzt sei dieser sozialdemokratische Minister der zuverlässigste Schützer der kapitalistischen Finanz=Diktatur. Abg. Kling(D. Bauernp.) wendet sich gegen eine Erhöhung der Biersteuer. Der Etat müsse ohne Steuererhöhungen balanciert werden. Abg. Feder(Natsoz.) meint, man sollte ruhig einen Deftzit=Etat annehmen, um endlich der Welt zu zeigen, daß Deutschland außerstande sei, die Daweslasten zu tragen. Damit ist die erste Lesung des Etats beendet. Der Etat wird dem Haushaltsausschuß und dem Steuerausschuß überwiesen. Um 20 Uhr vertagt sich das Haus auf Montag 2 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen der Nachtragsetat, das Baukreditgesetz, die Abstimmung über den nationalsozialistischen Mißtrauensantrag und kleinere Vorlagen. der österreichische„Parteistall Von Heinz Steinrück. Wien Ein Mitglied der großdeutschen Partei= deutschen nicht froh: der Landbund ist, seit leitung Oesterreichs hat dieses Wort geprägt, er zum„Konservativismus“ überschwenkte, bedas vielleicht zu einem geflügelten werden wird. Es waren sehr bittere Klagen, die gegen die christlichsozialen Koalitionsbrüder erhoben wurden, sie sind aber nicht unberechtigt. Der christlichsoziale Heeresminister Vaugoin ist mit Erfolg bemüht, das Bundesheer „umzupolitisieren“, das heißt, aus einer früher vorwiegend unter sozialdemokratischem Einfluß stehenden Truppe ein weniger vom Staatsgedanken als von Parteirücksichten beschildert die gegenwärtige Wirtschaftslage, die schlimmer sei denn je zuvor. Eine Erhöhung der Biersteuer würde für die Bayerische Volkspartei absolut unannehmbar sein. Wer die Länderüberweisungen kürzen wolle, Hugenbergschen„Nachtausgabe“ gesagt wurde. Wehrmacht, die noch Jahre nach dem Umsturz ohne zwangsläufig eine Erhöhung der Real=(Große Heiterkeit bei der Mehrheit.) Für Ge= alles andere war als schlagfertig. Die technische steuern zu erreichen, müsse auch sagen, welche neral von Schönaichs Agitation kann die Ausbildung der Soldaten ist auf hoher Stufe, der Län= Regierung nicht verantwortlich gemacht aber die Ergänzung der Stände wird vorwieden sollten. Herr Schlange hat dann über alles einflußtes Heer zu schaffen. Vaugoin hat Mögliche gesprochen, auch über Schund und unleugbar große Verdienste um die WiederSchmutz. Es war Zeit, daß das einmal der herstellung von Zucht und Ordnung in der Hugenbergschen„Nachtausgabe“ gesagt wurde. Wehrmacht, die noch Jahre nach dem Umsturz von den reichsgesetzlichen Aufgaben der er dann beseitigen wolle. Die zweite Rednerreihe werden. Die Frage des Herrn Schlange, ob ich Landesverrat für eine Schande halte, eröffnet Abg. Schlange=Schöningen(Dnatl.). war natürlich überflüssig. Ich betrachte natürEr bespricht die Agrarkrise, die eine Wirt= lich nicht alles als Landesverrat, was Sie schaftskrise größten Stils geworden sei, und(nach rechts) dafür halten. Hier steht z. B. in erinnert an die Gefahr im Osten. Man fühle einer sozialdemokratischen Entschließung, daß sich im Osten verraten und verkauft, im Zu= die Arbeiterbewegung, wenn ein Krieg nicht stand permanent drohender Kriegsgefahr. verhindert werden könnte, in allen Ländern unter den Massen für eine schleunige Beendigung wirken solle. Nennen Sie das Landesverrat?(Abg. Schlange: Ist das vielleicht Müsse es nicht in überwiegenden Kreisen des Volkes, besonders in Ostpreußen, einen geradezu verheerenden Eindruck machen, wenn ein Mann wie der Reichsbannerführer und frühere General von Schönaich in Ostpreußen umherreise und die Leute zur Kriegsdienstverweigerung und zum Generalstreik aufruse, auch im Augenblick eines Polenein= falles?(Lebh. Pfui=Rufe rechts.) Der Redner fordert Schluß mit den Femeprozessen, die neue Klüfte im Volke aufrissen, und sagt zum Schluß:„Wir Deutschnationalen stellen an die Spitze der Beratung dieses Etats der Hilfslosigkeiten den Satz: Wir wollen, daß dieser tibertriebene Parlamentarismus sterbe, damit Deutschland leben kann.“(Beifall rechts.) Reichskanzler Müller wendet sich zunächst gegen den Abgeordneten Schlange. In diesem Jahre sei allerdings die gend nach Parteirücksichten vorgenommen, wobei Pfarrhausempfehlungen eine sehr wichtige Rolle spielen. Das Offizierskorps klagt unter Gewissenszwang zu stehen. Christlichsoziale Parteigänger werden auffallend bevorzugt. Auch in der Besetzung von Beamtenstellen der Staatsverwaltung beginnt sich die Parteipolitik fühlbar zu machen. Der Verwaltungsbeamte des alten Oesterreich hatte trotz der Aenderung der Zeitläufte noch immer etwas vom josefinischen Geiste in sich, die Verwaltung müht, den christlichsozialen Anhang auf dem Lande zu zersplittern und an seine Fahnen zu heften. Seit längerer Zeit bestehen Unstimmigkeiten zwischen der städtischen Führung und der ländlichen Gefolgschaft der Christlichsozialen. Der Landbund agitiert unter den Bauern für seine Ziele und überbietet den christlichsozialen Bauernbund in Forderungen, wie Kündigung von Handelsverträgen, hoher Zollschutz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse usw. Die Sozialdemokraten sind— ausnahmsweise— die lachenden Vierten. Die Verhandlungen im Wohnungsausschuß wegen der Mieten= und Wohnbauregelung sind auf einem toten Punkt und die Regierung muß, wenn nicht binnen Wochenfrist eine Einigung zustandekommt, ihre Zusage einlösen und— sei es durch eine Volksabstimmung, sei es durch Neuwahlen— unmittelbar an das Volk appellieren. Seipel zögert, weil die Entscheidung kaum für ihn ausfallen könnte. Man wird sich auf schwerwiegende Aenderungen gefaßt machen müssen. baralos2), Diese Entschließung ist im Jahreswar tatsächlich unpartetlich und sachlich. Es Wien. Vangwern (vorm. Hlünerhofl) Bäckerei u. Konditorei Am Markt 12 Telefon 2321 Für die kommenden Fami ienfe# lichkeiten empfehle nur aus allerbestem ohmaterial hergestellte Torten, diu rse Sorten Kuchen, Hart- und Teegebäck, bunte Sch 1ss. in. Spezialität: Butterkuchen. in Stuttgart angenommen und veröffentlicht worden, ohne daß das alte Regime irgend etwas dabei gefunden hat.(Große Heiterkeit.) Die Ausführungen der Broschüre, daß man nicht vor dem zurückschrecken dürfe, was nach dem geltenden Gesetz„Landesverrat“ heiße, lehne ich durchaus ab. Ich habe diesen Standpunkt auch nie vertreten. Das ist eingefrorener Marxismus, den die Sozialdemokratie schon zu Bebels Zeiten längst überwunden hatte. Wenn Herr Schlange die verflossene Regierung im Gegensatz zur jetzigen rühmte, so hat er wohl ganz vergessen, wie kläglich diese Regierung zusammengebrochen ist, weil eine Verständigung zwischen den damaligen Koalitionsparteien absolut nicht zu erzielen war. Den vorliegenden Etat hat dagegen der Reichsfinanzminister im Auftrage des Gesamtkabinetts vorgelegt.(Hört! hört!) Wir lehnen es ab, nach deutschnationalem Rezept einen Defizitetat vorzulegen. Wird von der Opposition hier die Annahme eines balanzierten Etats vereitelt, dann darf diese Opposition nicht die Verantwortung ablehnen, selbst eine Regierung zu bilden, und einen anderen Etat vorzulegen.(Beifall bei der Mehrheit.) Reichsernährungsminister Dietrich weist Bemerkungen des deutschnationalen Redhäufen sich die Klagen, daß dieser bewährte Grundsatz verlassen werde. Sehr stark fühlbar macht sich der christlichsoztal=klerikale Vorstoß auf dem Gebiete des Schulwesens. Unterrichtsminister Schmitz ist unbedingter Anhänger der konfessionellen Schule, was einen Rückfall in Ansichten bedeutet, die im alten Oesterreich mit dem Reichsvolksschulgesetz des Jahres 1868 endgültig abgetan zu sein schienen. Die Oberlehrerposten der Volksschulen werden nur noch parteimäßig besetzt, wobei erprobte Schulmänner mit zwanzigjähriger Dienstzeit ganz jungen christlichsozialen Parteigängern hintangesetzt werden. Um das katholische Schulwesen zu stärken, teilt der Unterrichtsminister in wachsendem Maße staatliche Lehrkräfte den katholischen Privatschulen zu, so daß eigentlich der Bund diese Lehrkräfte besoldet. Der Plan zur Schaffung der katholischen Universität in Salzburg ist, nachdem Bundeskanzler Seipel auf Grund einer großdeutschen Interpellation den Rückzug hat antreten müssen, nur vertagt und nicht aufgegeben worden. Der Führer der Großdeutschen Abgeordneter Wotawa hat daher auch zur Vereinigung aller freiheitlichen Elemente gegen den drohenden Klerikalismus aufgefordert. Die Christlichsozialen werden aber ihrer erfolgreichen Haltung gegenüber den GroßOstpreußen dankt Der ostpreußische Provinziallandtag nahm gegen die Stimmen der Kommunisten folgenden Antrag an: „Der 56. ostpreußische Proninziallandtag erkennt die Bereitwilligkeit d Reichsregierung und der preußischen Reg.rung an, der abgeschnürten, wirtschaftlich schwachen Provinz Ostpreußen finanzielle Hilfe angedeihen zu lassen. Der Provinziallandtag spricht für die bisher gemachten erheblichen Leistungen zur Ostpreußenhilfe der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung wärmsten Dank aus.“ Reizende Neukeiten in Damentaschen in allen modernen Farben und Formen Ichreibmanpen, Geld- und Brieftaschen, Reisenetessaires u. and. Lederwaren sind willkommene Geschenke zur Einsegnung und zum Osterfest. H. Elvers, Obernstr. 29 Das gute, bekannte Spezialgeschäft Filiale Bahnhofstr. 25 Willy Burmester 60 Jahrealt! Die lebende Zeichnung Geh. Hofrat Prof. Willy Burmester wird am 16. März 60 Jahre alt. Der weltbekannte Geiger begann seine Laufbahn schon mit vier Jahren und trat mit sieben Jahren zum ersten Male in einem öffentlichen Konzert auf. Nach seinem Studium bei Hans von Bülow hat er sich durch Selbststudium während seines Aufenthalts in Helsingfors zur Meisterschaft emporgearbeitet. In vielen Ländern feiert man ihn heute. „La Marne“, ein Drama von Raynal. Paul Raynal, der Autor von„Das Grabmal des unbekannten Soldaten“, hat ein Stück über die Marneschlacht geschrieben,„La Marne". Das Stück wird seine deutsche Uraufführung voraussichtlich in Wien erleben. k. Ein Besuch im Trickfilm=Atelier Wer hat sich nicht schon vor Lachen geschüttelt, wenn auf der zappelnden Leinewand „Felix der Kater“ lebendig wurde und seine unwahrscheinlichen Abenteuer erlebte, wenn sich ein Tintenklex vom Papier loslöste und als „Tintenmännchen“ scheinbar gegen den Willen des Zeichners seine Kapriolen trieb? Wer hat nicht dem einen oder andern Reklametrickfilm ehrlich Anerkennung gezollt und sich dabei gefragt, wie das wohl gemacht wird? Der Film hat bekanntlich auch seine Tricks, deren Kenntnis dazu angetan ist, manche Illusionen zu zerstören. Der Trickfilm wird vielfach in den Spielfilm hineingearbeitet und täuscht dabei Wirklichkeit vor. Aber wenn der Trickfilm sich selbst getreu bleibt, wenn er nichts anderes gibt als die lebende Zeichnung, dann ist er der wirkliche Illusionist, dann bietet er im Grunde genommen die reinste Lösung des Filmproblems; im Zweidimensionalen, in der Fläche, ein Abbild des Dreidimensionalen, Körperlichen zu geben. Besuchen wir ein Atelier, in dem Trickfilme hergestellt werden, so sind wir zunächst enttäuscht, wie weniger Mittel es bedarf, um den ganzen Umkreis der Schöpfung, einschließlich der phantastischsten Ideen auf den Bildstreifen zu bannen. Im Arbeitsraum sind nur einige Zeichentische aufgestellt. Mehrere der Tische hat man durch dunkle Vorhänge vom Tageslicht abgetrennt und dafür grell mit Quecksilberlampen erhellt. Ueber diesen Tischen hängt ein photographischer Apparat, dessen Okular auf die Tischplatte gerichtet ist. Soll eine Aufnahme gemacht werden, so zieht der Zeichner an einer Schnur, ein Schnarren des Apparates— und das nächste Bild ist auf dem Filmstreifen festgehalten. Das ist der ganze technische Vorgang. Aber wieviele Einzelbilder sind notwendig, um eine Zeichnung leben zu lassen! Ein Meter Film benötigt 56 Aufnahmen; man rechne sich aus, wieviele Einzelbilder schon für einen kleinen 300=Meter=Film notwendig sind! Geduld, Geduld und nochmals Geduld ist die erste Anforderung, die der Trickfilm an seinen Zeichner stellt. Ein Beispiel: Unter der Quecksilberlampe liegt ein Teil des Werbefilms„Der Rundfunk auf dem Lande". Auf der Ofenbank sitzt schmunzelnd ein Bäuerlein, neben ihm, steif, starr vor Staunen seine Ehehälfte. Im Lautsprechen produziert sich gerade ein Komiker, der sichtbar in den Trichter hineingezeichnet ist. Vom Trichter her breiten sich Wellen aus. Diese Wellen sind das einfachste. Sie werden durch einen Trick im Trickfilm hervorgezaubert; sie sind nämlich auf vier verschiedenen Glasplatten aufgezeichnet, die der Reihe nach übereinander gelegt werden. Bis die sich vergrößernden Wellen den ganzen Raum der Zeichnung eingenommen haben, sind immerhin 16 verschiedene Aufnahmen nötig. Jetzt haben sich aber noch die anderen Figuren zu bewegen. Das Bäuerlein nimmt schmunzelnd die Pfeise aus dem Munde und schiebt sie wieder zurück. Das bedeutet vier verschiedene Aufnahmen, wenn die Bewegung nicht zu abrupt wirken soll. Da diese Geste sich mehrmals wiederholt, wird dem Bäuerlein einfach ein schmunzelnder Kopf aufgelegt. Der Arm, der die Pfeise bewegt, ist ebenfalls in mehrfacher Ausführung vorhanden und wird nach Bedarf verwendet. Soll ein gezeichneter Mensch gehen, so sind für jeden Schritt acht Einzelphasen der Bewegung und acht verschiedene Aufnahmen notwendig. Nun der Komiker im Lautsprecher. Er ist ein sehr beweglicher Herr, denn er spricht nicht nur, sondern er dreht auch den Kopf dabei. also sind für ihn eine Profil=, eine Enfaceund eine Uebergangsansicht notwendig, die je nach Bedarf in den Schalltrichter hineingelegt werden. Ihn sprechen zu lassen, macht dagegen Wisoss as ggene ine Mühe. Ein ganz kleines Stuachen Papier mit ein paar Strichen darauf wird an die richtige Stelle geschoben, und siehe da: der bisher geschlossene Mund ist weit geöffnet. Mehrere Aufnahmen mit und ohne Hilfszeichnung in unterschiedlichem Wechsel, und der Komiker plappert im Trickfilm lustig darauf los. Komplizierter wird die Sache schon, wenn im Schalltrichter nachher ein Jazzquartett konzertiert, und der Knecht mit der Magd einen Charleston dazu tanzt. Nicht immer hat der Trickfilm so lustige Aufgaben zu lösen. Eine ganz ausgedehnte Verwendung fand er im ersten und zweiten Teil des Weltkriegsfilms. Da wurden zum Beispiel in diesem Atelier die Trickzeichnungen der Kartenskizzen angefertigt, auf denen die Fronten, von Geschützfeuer dampfend, sich plastisch bewegten. Wer ahnte wohl, daß der Rauch und die Granateinschläge ganz einfach durch geschabte weiße und schwarze Kreide vorgetäuscht wurden, die man geschickt auf die Zeichnung auftrug und verteilte. Aus Kreide bestanden auch die Rauchwolken der Eisenbahnzüge, die im kritischen Moment die beiden Armeekorps vom Westen her nach Ostpreußen abtransportierten. Die Glanzleistung des Ateliers für den Weltkriegsfilm bildete aber ein sieben Meter langes Modell einer naturgetreuen Fliegeransicht des Schlachtfeldes um Douaumont, wobei die Aufnahmen einen wirklichen Flug über dem Trichtergelände vorzutäuschen vermochten. Leider wird der ursprünglich beabsichtigte dritte Teil des Weltkriegsfilms nicht mehr hergestellt, da der zweite Teil einen finanziellen Mißerfolg brachte. Der größte Wert des Trickfilms liegt wohl in der Veranschaulichung komplizierter Vorgänge, wenn er z. B. zeigt, wie ein neuer Kruppscher Kraftwagen Müll entlädt. Auf gynaekologischem Gebiet hat der Trickfilm das Verdienst, den mechanischen Vorgang bei der Geburt auf streng wissenschaftlicher Basis festgehalten und somit einen höchst wertvollen Lehriilm geschaffen zu haben. Andererseits belebt er Statistiken, indem er die einzelnen Zahlen nacheinander aufspringen läßt und so den Ueberblick vereinfacht. Selbstverständlich gibt sich der Trickfilm nicht immer mit dem Zweidimensionalen zufrieden. So sieht man etwa eine Inseratenseite mit einem Motorrad. Ein kleiner Sportsmann kommt hinzu, hebt das Rad aus dem Sonnabend. 16. März 1929 Reparationsbank und Transfer Aus der Arbeit der Sachverständigen Paris, 15. 3.(Tel.) Die Reparations=Sachverständigen hielten am Freitag eine Vollsitzung ab. In dieser soll die Erörterung über die künftige Bank große Fortschritte gemacht haben. Auch bei der Besprechung der Transferfrage soll im wesentlichen Einigkeit geherrscht haben, doch ist hier ein Punkt offen geblieben, der mit der Höhe der Reparationsjahreszahlungen zusammenhängt. Ueber den Zahlungsmechanismus soll man sich beinahe einig sein. * In einer Betrachtung über den Stand der Verhandlungen der Reparations=Sachverständigen schreibt die Agentur Havas: „Man hob in Konferenzkreisen die beonders günstige Atmosphäre hervor, in der gegenwärtig die Sitzungen verlaufen. Wegen dieser glücklichen Tendenz darf man annehmen, daß sehr bald die Frage der Höhe und der Zahl der Jahreszahlungen der deutleörigen schei: Aueriff genommen wird. Urbrigens scheint man in gewissen Delegationen geneigt zu sein, die Jahreszahlungen „Wer Teile zu teilen. Der eine, der bedingt sein würde, könnte mit 900 Millionen Mark beginnen, um während einer Periode von 58 Jahren 1700 Millionen Mk. zu erreichen. Dieser Teil würde für die Bezahlung der Kriegsschulden bestimmt sein. Der andere, sogenannte unbedingte Teil, würde für die Zahlung der Reparationen bestimmt sein und sich auf 1 Milliarde Reichsmark belausen, könnte aber schneller in Form einer Anleihe mobilisiert werden. Dieser Teil würde auf diese Weise ziemlich schneu abgetragen sein, während der andere bedingte sich progressiv erhöhen würde. Wohlverstanden tragen diese Hinweise vorläufig hypothetischen Charakter, da ja die Frage der Höhe und der Zahl der deutschen Jahreszahlungen offiziell in den Sitzungen des Sachverständigenausschusses noch nich in Angriff genommen ist.“ vich Sckrimggt Kastl begibt sich voraussicht. lich Mille der kommenden Woche zur Teilnahme an der Tagung des Vorstandes des Peichsverbandes der Deutschen Industrie nach nachmittag statt. Der deutsche Bierverbrauch T Berlin, 15. 3. Aus der Begründung der Vorlage über eine Erhöhung der Biersteuer erfährt man Einzelheiten über das bisherige Aufkommen und den geplanten Ertrag der Biersteuer, die Rückschlüsse auf den Gesamtverbrauch an Bier in Deutschland gestatten. 1927 hat die Biersteuer über 360 Mill. gebracht. Der Ertrag aus der Erhöhung wird auf 185 Millionen veranschlagt. Insgesamt rechnet man mit einem Aufkommen von 555 Millionen. Da auf dem Liter Bier noch vorsichtiger Schätzung 10 Prozent Steuern liegen würden, so ergibt sich, daß das deutsche Volk jährlich 5½ Milliarden für das Biertrinken ausgibt. Damit rangiert es aber in der Welt erst an dritter Stelle— hinter England und Belgien. Jeneste Nachrichten Noch ein Standesherrenprozeß Urteil in dem von Galenschen Aufwertungsprozeßz Münster, 15. 3. bard Graf. P des Erbkämmerers Bernschen Familie gege... d der Galensiskus wegen Auen den Preußischen Staatswegen Aufwertung zweier Familien= marde wan 9. Jahren 1662, 1663 und 1664 gesprochen, andgericht Münster das Urtell Prozeß hat eine Vorgeschichte. Es damalige Ehef dec amilienpräbenden, die der erwähnte. S Galenschen Hauses in den erwühnten Juhren an die Domkirche zu Freckenhorst stiftete Fraun Stitung einen.“ Jusgesamt machte die Die Zinsen dieser. 00 Talern aus. Söhnen und Töchtern? eslten den zufallen. Später. amitite von Galen gingen die beiden adligen Fsangrettt. d4s Domkapitel auf das #reich Preußen über und das Stiftungsvermögen wurde eingezogen.— Durch Erlaß dem Fausriedrich Wilhelm von Lamill“ eir“ 1826 wurde aber der gräflichen Humtie eine vauernde vierprozentige Rente von den Stiftskapitalien in Höhe von 44000 Talern zugesprochen. Diese Rente, die sich zue5r, au, 5830 Mark jährlich belief, wurde der zahlt. Nach gralen dis zum Jahre 1923 Stubilisierung der Mark wurden die Zahlungen eingestellt. Graf von Galen als Kläger hatte beantragt, den Preußischen Fiskus zu 100prozentiger Aufwertung der in den Jahren 1920 bis 1923 egühlten Beträge und Zahlung der auf gleiche Beise zmzuwertenden Rentenbeträge für das Juhr 1924 zu verurteilen. durch den Pazierungagrants siskus, vertreten Regietungsprasiventen zu Münster, beantrgal. Die 4. Zivilkammer des Landgerichts Münster hat nunmehr für Recht erkannt: Der Beklagte wird verurteilt, Nr. 64 Seite 3 ####lt, an die Galensche Rentenkasse zu Münster oder an den Kläger 6422,04 Mark nebst 8 Prozent Zinsen von 5122,04 Mark seit dem 1. Januar 1924, von 240 Mark seit dem 1. April 1924, von 450 Mark seit dem 1. Juli 1924, von 630 Mark seit dem 1. Januar 1925 zu zahlen. Mit der Mehrforderung wird der Kläger abgewiesen. Geringe Zunahme der Arbeitslosigkeit 9. In der zweiten Februarhälfte hat sich die Jahl der Unterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung und Krisenunterstützung noch um etwa 100000 Personen erhöht. Am 28. Februar gab es in der Arbeitslosenversicherung(einschließlich Sonderfürsorge bei berufsüblicher Arbeitslosigkeit) rund 2460000 Hauptunterstützungsempfänger gegen rund 2 000000 am 15. Februar. Davon waren nach vorläufigen Ermittlungen etwa 940000 Personen in der Sonderfürsorge. Die Zunahme betrifft ganz überwiegend diese Gruppe, während in der Arbeitslosenversicherung— zum ersten Male seit vielen Monaten— ein kleiner Rückgang der Unterstützten zu verzeichnen ist(um 32000 oder 2 v..). Die geringe Zunahme der Krisenunterstützten um rund 7000 Personen hat für das Gesamtergebnis keine wesentliche Bedeutung. Reizgas über Mexiko Washington, 15. 8.(Ass. Preß.) Die mexikanische Botschaft hat im Auftrage der mexikanischen Bundesregierung bei amerikanischen Firmen große Mengen von Kriegsmaterial bestellt und das Staatsdepartement um die Erlaubnis ersucht, das Material über die Grenze zu befördern. Bei den Bestellungen handelt es sich hauptsächlich um Waffen, Munition und Reizgas. Botschafter Tellez erklärte, die mexikanische Regierung ziehe es vor, bei der Bekämpfung des Aufstandes statt Giftgas zu verwenden, um die Verluste an Menschenleben auf ein Mindestmaß zu beschränken. Der Studentenaufruhr in Spanien Primo belohnt regierungstreue Studenten Hendaye, 15. 3.(Tel.) Der Studentenstreik hat sich auf Salamanca, Sevilla und Valladolid ausgedehnt. In Valladolid kam es zwischen den Manifestanten und der Polizei zu heftigen Zusammenstößen und die Stadtbehörden ließen die Theater und Kinos schließen. Im äußersten Nordwesten von Spanten sollen sich die Unruhen von Madrid ebenfalls ausgewirkt haben. Der Arbeitsminister, der einer Einweihungsfeier in Santiago beiwohnte, wurde von jungen Leuten behelligt und konnte seine Rede nicht beenden. Die Feier mußte abgebrochen werden. Den Provinzzeitungen wurde verboten, die Zahl der Opfer der Madrider Unruhen und die Namen der Getöteten und Verwundeten anzugeben. Nach einer halbamtlichen Mitteilung hat die Regierung den Studenten von Valencia Belohnungen versprochen für den Fall, daß sie mit den Rufen„Eslebe Spanien, es lebe der König!“ den Widerstand der Hetzer und ihrer Kommilitonen brächen. Grundvermögenssteuer im Ausschuß abgelehnt Nteues vom Jagt Der Verwaltungrat der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft hat den Generaldirektor Dorpmüller, dessen dreijährige Amtsperiode abläuft, einstimmig wiederernannt. Der Reichspräsident hat die Ernennung bestätigt. * Der kommunisttsche Reichstagsabgeordnete Hoernle wollte in Wien einen Vortrag halten, er wurde aber am Freitag früh von der österreichischen Grenzkontrolle in Passau an der Einreise nach Oesterreich gehin'. Fchindert, da sein Der Hauptausschuß des Preußischen Landtags beriet am Freitag über die Grundvermögenssteuer. Bei den Abstimmungen wurde der Antrag des Berichterstatters Waentig(Soz.), alle Veränderungen des bisherigen gesetzlichen Zustandes zu streichen, mit 14 gegen 11 Stimmen angenommen. Auch die Kommunisten hatten mit dafür gestimmt. Da die Annahme dieses Antrages bedeutete, daß die im Interesse der Landwirtschaft eingeführten Einheitswerte aus der Novelle wieder herausgenommen werden, wurde in der Gesamtabstimmung das ganze Gesetz mit 14 gegen 14 Stimmen abgelehnt, zumal diesmal die Kommunisten ihre Stimmen mit gegen das Gesetz abgaben. Außerdem lehnten auch die Zentrumsvertreter die so gestaltete Vorlage ab. Deutschnationale und Zentrum erklärten jedoch, daß sie dem Gesetz nicht grundsätzlich ablehnend gegenüberständen, sondern daß sie nach wie vor bereit seien, einer Verlängerung zuzustimmen, wenn die Einheitswerte eingeführt werden. Es ist anzunehmen, daß bei der zweiten Lesung ein Ausweg gefunden wird. Der interfraktionelle Ausschuß wird sich am Montag mit der Angelegenheit beschäftigen. Sschttag schindert. da sein Aufenthalt in Oesterreich unerwünscht ist. Er mußte den nach Wien abgehenden Zug in Passau verlassen. * Nach schwierigen Verhandlungen ist es gelungen, die Zustimmung der interalliierten Rheinlandkommission zum Bau von Flugplätzen im besetzten Gebiet zu erhalten. Der erste Flugplatz wird noch im Laufe dieses Jahres in Erbenheim auf dem Gelände der Wiesbadener Pferderennbahn eröffnet werden. * Die Angeklagten Band und Küttner im Banderolenschieberprozeß wurden wegen gemeinschaftlichen Betruges in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung zu zehn Monaten und einem Jahr Gefängnis verurteilt. * Die Hafenbehörden auf Gibraltar fanden in der Kabine des deutschen Dampfers„Palos“ den Kapitän des Schisses mit einer Schußwunde, die er sich selbst beigebracht hatte, tot auf. * Bei einem Uebungsschießen auf See an Bord des Torpedobootes„Somali“ wurden infolge Explosion eines Geschützes zwei Matrosen getötet und ein weiteres Mitglied der Besatzung verletzt. * Eine Feuersbrunst vernichtete das Rathaus der dänischen Stadt Stavanger. Auch acht Häuser der Umgebung wurden eingeäschert. * Das Hochwasser in amerikanischen Gebieten wirkt sich zur Katastrophe aus. Mehrere Orte sind überschwemmt. Die Bewohner befinden sich in höchster Gefahr. * Die chinesische Regierung hat den KelloggPakt ratifiziert. Von den 15 Staaten, die den Pakt als erste unterzeichnet haben, hat nunmehr nur Japan noch nicht die Ratifikation in aussicht gestellt. * In Kairo wurden sieben Senatoren und Abgeordnete, die im letzten aufgelösten Parlament saßen, im Verlaufe von Zusammenstößen verletzt. * In Transjordanien wurde eine Räuberbande, die die Grenze überschritten hatte, von der durch Panzerautomobile verstärkten Grenzwache überrascht und zurückgeworfen. Die Verluste der Räuber sind schwer. S Inserat heraus und fährt darauf weg. In diesem Falle ist das Männchen ein ausgeschnittenes Modell, und die photographische Aufnahme wird nicht senkrecht von oben, sondern in schräger Draussicht gemacht. Eine besondere Stellung innerhalb des Trickfilms nimmt das schon erwähnte Tintenmännchen ein. Sein Erfinder benutzt sowohl die Zeichnung wie ein kleines plastisches Modell aus Hartgummi. Schließlich seien noch die Urwelttière in dem Film„Versunkene Welten". erwähnt, für die plastische Modelle von einem halben Meter Größe benötigt wurden. Auch hier bedurfte es unendlicher Geduld, um den Tieren den Anschein des Lebens zu geben. Je mehr man sich in die technischen Vorgänge des Trickfilms vertieft, um so mehr bedauert man es, daß die ungeahnten Möglichkeiten des Trickfilms noch nicht so ausgeschöpft werden, wie sie es verdienen zum ungehemmten Spiel der freien Phantasie. Auf diesem Gebiete hat der Film noch eine überraschende Zukunft. Dr. Reinhold Zenz Der Fall Jakubowski auf der Bühne Uraufführung in Dortmund Tendenz, Tendenz! Kriminelle Reportage als aktuelles Theater! In„Josef“, Tragödie aus unseren Tagen, zeichnet Eleonore Kalkowska das Schicksal des angeblich unschuldig hingerichteten russischen Kriegsgefangenen Jakubowskt. 18 flüchtig skizzierte Bilder sind in ihrer Technik dem„Wozzek“ Büchners nachgepaust und in eine phantastische Wolke von Humanitätsdusel und spekulativer Theatralik eingehüllt. Ohne dichterische Kraft, ohne Charakter wechseln Stimmungen und Verstimmungen in gefühlvollen Hebungen und Senkungen. Das Schicksal Josefs wird weder Erlebnis noch notwendiges Ereignis. Nur zwischendurch klingt die russische Melodie der verlorenen Seelen motivartig an. Und das ist nicht tragisch, nur traurig! Gegen die Justiz ist die Tendenz dieses Schaustückes gerichtet, das die Verfasserin selbst im Untertitel„Ein Justizirrtum“ nennt, wobei sie Dienst am Volk gleich Verbrechen am Menschen setzt. Eine gutgemeinte Verteidigungsrede, der jede dramatische Psychologie fehlt! Der Aufführung im Dortmunder Stadttheater lieh Dr. Hans Preß seine außerordentliche expressionistische Phantasie und Regiekraft. Paul Warschawski als Josef fand Töne einer erschütternd wehen Menschlichkeit. In ihm siegte die Persönlichkeit über die Tendenz. Die übrigen Darsteller spielten mit Heftigkeit ohne Ausdruck auf verlorenem Posten. F. H. Einstein=Anekdoten Bei Einsteins ist wieder einmal so ein kleiner Hausdiebstahl. Kein Wunder vielleicht bei einem Menschen, der über die Stellung des Mondes stets besser informiert ist als über die Lage seiner Brieftasche. Diesmal ist Einstein ganz besonders fassungslos. So ein nettes Mädchen! Stets so bescheiden und treuherzig! Schon ist der Gewaltige da vom nächsten Polizeirevier und nimmt den Tatbestand auf. Einstein schüttelt nur den Kopf.„Nein, nein, wer hätte das gedacht!“ Der Gewaltige wirft Einstein einen vernichtenden Blick zu:„Die Dummen werden eben nicht alle!“ klingt es ingrimmig unter seinem Schnauzbart. Frau Einstein trifft nach längerer Pause eine auswärtige Dame, die mit Einsteins Mutter befreundet war.„Warum haben Sie uns niemals in Berlin aufgesucht?“ frägt sie. „Sie waren mir zu berühmt geworden.“— „So, so,“ sagt Einstein, als man ihm das erzählt,„jetzt fangen sich schon die anständigen Leute an, von uns zurückzuziehen.“ „Kreidekreis" in London. Klabunds Chinoiferie erlebte soeben im New=Theater in London in der Bearbeitung von James Laver ihre englische Uraufführung. Der Erfolg für das Stück war groß, wenn auch nicht ohne Einschränkung; einige Szenen wurden abgelehnt. Die Sensation des Abends war Anna May=Wong als Haitang, ihre erste Bühnenrolle. Verteilung der Schinkelpreise. Auf dem Schinkelfest des Architekten= und Ingenieurvereins Berlin am 18. März verteilte der Preußische Finanz= minister Dr. Höpker=Aschoff die diesjährigen Schinkelpreise. Auf dem Gebiete des Hochbaues konnten zwei Staatspreise(Hentrich und Raab), auf dem des Wasserbaues ein Staatspreis(Kulka) und außerdem insgesamt sechs Auszeichnungen durch die Schinkelplakette verliehen werden. o sind die „Odeon“-Kofferapparate Im Aussehen— ein Kofferapparat. in Wirkung und Klang— ein großes Musik-Instrument. Bevor Sie eb“ einen Musik-Apparat kaufen, lassen Sie sich einen„ODEON“ vorführen. Hören Sie sich auch unsere SchallplattenNeuheiten an, von denen wir ganz besonders empfehlen: -8734. Fledermaus, II. Akt Richard Tauber, Lotte Lehmann, Karin Branzell, Dr. Waldemar Staegemann, Grete Merrem-Niklsch. Chor und Orcheuer der Nautager Gesamtleitung: Dr. Weissmann. -6678. Berliner Lehrer- GesangVerein #An der abböner bienes Donan! -6686. Paraphrase über„ich küsse Ihre Hand, Madame“ Fadadur bur Mu. — O E Odeon Musikapparate und-Platten werden in allen besseren Fachgescläften bereitwilligst ohne Kaufverpflichtung vorgeführt. 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Der einheitlichen Regelung det sparens erscheint also dur daher hat der Reichsverba fürsorgegesellschaften dem R rium den Entwurf eines Gesetzes Bausparka zugehen lassen. Danach si unternehmungen der Bea liegen, die von einer hierz behörde ausgeübt wird, öffentlich rechtlicher Körper deren staatliche Aufsichtsbe schäftsbetrieb soll gri sonderen Erlaubni# bestimmten Fällen versagt Geschäftsplan der Bauspark nerischen Unterlagen klarl teilung der Bausparer in sehen. Das Spargru ist vom Geschäftsverm in den Verteilungsplan für sind die Vorschriften aufzur die Auswahl der Ba Bei Verlosung ist ihree führung sicherzustellen. A schriften gibt der vorgeschla auch Vorschriften für die und Darlehensbedingungen der Leistungen, Rechtsfolgen Kündigung, Wartezeiten, Sicherung usw. Dann find über die Buchführung, den die Anlegung des Spargru wie dessen Pfändung. Di von kollektiven Bausparke wicklung der Bausparvert# werden. Weiter ist bestin sichtsbehörde die Vorlage schriften verlangen kann. soll sie jederzeit die Ges des Unternehmens prüfe Mindesteigenkapital für de schreiben, bevor er ein Da Aufsicht soll durch eine b für kollektive Bausparkasse aussichtsamt für Privatver werden. Selbst die bereits sparkassen sollen dann ihre schäftsbetriebe nachsuchen m entwurf umfaßt 54 Parag vielleicht die Grundlage f lichung des in Deutschland reichen Bausparwesens b Stellungnahme des 1 ministeriums hierzu! in einiger Zeit hören. Der Tag des gut Auch in Bielefeld wi Buches" mit einer be gebung begangen. Der für Jugendpflege v nehmen mit dem Ortsc kämpfung von Schund u kommenden Sonntag, aben Aula der Oberrealschi eine Kundgebung für Die Veranstalter folgen da Reichsministers des des guten Buches. Als 9 Dellbrügge, Rektor D Dr. Kronheim gewonne der Abend durch Darbietung gruppe der Arbeiter s Verbandstag We macher=Innungen Der diesjährige Verban Schuhmacher=Innungen fin des Obermeistertages zuf 80. Juni in Hamm statt. * Unfälle auf Neubau Der Bauarbeiter Heinrich gestern morgen beim Hebei Neubau an der Oststraße Weg, Handverletzung Krankenauto brachte ihr Krankenhaus. Kurz vor 10 Uhr fiel Jahnplatz ein Fritz Bu Meter hohe Decke und Handverletzungen. Feuerwehr ebenfalls zum Ki . Die Reiseprüfung an der zweijährigen höhere bestanden sämtliche Schüler. Sonnabend. 16 März 1929 Nr. 64 Platt Die Dame im Sommer Wenn die warme Zeit wiederkommt, braucht jede Dame allerlei Neues. Nicht das Kleid allein genügt zur sommerlichen Eleganz. Mindestens so wichtig sind so gewisse Kleinigkeiten, wie Schal und Handschuh, Hut und Schirm. Glücklich die Dame, die wohl behütet und beschirmt in den Sommer gehen kann— glücklich auch der Gatte...! Beiefeider Generol=üngeiger " ni Beaussichtigung der Bausparkassen Aus einem neuen Gesetzentwurf Das baulustige Publikum hat den nach englischen und amerikanischen Vorbildern aufgezogenen deutschen Bausparkassen in den letzten Jahren sein Interesse in steigendem Maße zugewendet. Ein Zeichen, daß das Streben nach dem Eigenheim auch in Deutschland beträchtlich zunimmt und daß man die Mietwohnung mehr als Durchgangsstation wertet. Die meist privaten Bausparkassen sind auf sehr verschiedenen, teilweise häufig angesochtenen Grundlagen und Berechnungen aufgebaut. Als gemeinnützige Bausparkassen gliedern sich jetzt auch die Sparkassenverbände neue„Zentrale Bausparkassen“ an. Der Wunsch nach einer einheitlichen Regelung des kollektiven Bausparens erscheint also durchaus gerechtfertigt, daher hat der Reichsverband der Wohnungsfürsorgegesellschaften dem Reichsarbeitsministerium den Entwurf eines Gesetzes über kollektive Bausparkassen zugehen lassen. Danach sollen alle Bausparunternehmungen der Beaussichtigung unterliegen, die von einer hierzu bestellten Reichsbehörde ausgeübt wird, bei Bausparkassen öffentlich rechtlicher Körperschaften jedoch durch deren staatliche Aussichtsbehörde. Der Gechäftsbetrieb soll grundsätzlich der beonderen Erlaubnis bedürfen, die in bestimmten Fällen versagt werden kann. Der Geschäftsplan der Bausparkassen muß die rechnerischen Unterlagen klarlegen und die Einteilung der Bausparer in Spargruppen vorsehen. Das Spargruppenvermögen ist vom Geschäftsvermögen zu trennen, in den Verteilungsplan für die Bauspargelder sind die Vorschriften aufzunehmen, nach denen die Auswahl der Bausparer erfolgt. Bei Verlosung ist ihre einwandfreie Durchführung sicherzustellen. Außer Satzungsvorschriften gibt der vorgeschlagene Gesetzentwurf auch Vorschriften für die allgemeinen Sparund Darlehensbedingungen, z. B. über Höhe der Leistungen, Rechtsfolgen der Nichterfüllung, Kündigung, Wartezeiten, Rückzahlungsraten, Sicherung usw. Dann finden sich Vorschriften über die Buchführung, den Rechnungsabschluß, die Anlegung des Spargruppenvermögens sowie dessen Pfändung. Durch die Auflösung von kollektiven Bausparkassen soll die Abwicklung der Bausparverträge nicht berührt werden. Weiter ist bestimmt, daß die Aufsichtsbehörde die Vorlage sämtlicher Werbeschriften verlangen kann. Selbstverständlich soll sie jederzeit die Geschäftsführung des Unternehmens prüfen können, auch das Mindesteigenkapital für den Bausparer vorschreiben, bevor er ein Darlehen erhält. Die Aussicht soll durch eine besondere Abteilung für kollektive Bausparkassen bei dem Reichsaussichtsamt für Privatversicherung ausgeübt werden. Selbst die bereits bestehenden Bausparkassen sollen dann ihre Zulassung zum Geschäftsbetriebe nachsuchen müssen. Der Gesamtentwurf umfaßt 54 Paragraphen. Er dürfte vielleicht die Grundlage für die Vereinheitlichung des in Deutschland noch recht aussichtsreichen Bausparwesens bilden. Von der Stellungnahme des Reichsarbeitsministeriums hierzu kann man vielleicht in einiger Zeit hören. Der Tag des guten Buches Auch in Bielefeld wird der„Tag des Buches" mit einer besonderen Kundgebung begangen. Der Ortsausschuß für Jugendpflege veranstaltet im Benehmen mit dem Ortsausschuß zur Bekämpfung von Schund und Schmutz am kommenden Sonntag, abends 6 Uhr, in der Aula der Oberrealschule, Paulusstraße, eine Kundgebung für das gute Buch. Die Veranstalter folgen damit dem Erlaß des Reichsministers des Innern zum Tag des guten Buches. Als Redner sind Rektor Dellbrügge, Rektor Doht und Rabbiner Dr. Kronheim gewonnen. Umrahmt wird der Abend durch Darbietungen einer Musikgruppe der Arbeiterjugend. s Verbandstag Westfälischer Schuhmacher=Innungen Der diesjährige Verbandstag Westfälischer Schuhmacher=Innungen findet einem Beschluß des Obermeistertages zufolge, am 29. und 30. Juni in Hamm statt. * Unfälle auf Neubauten Der Bauarbeiter Heinrich Lücking hatte sich gestern morgen beim Heben eines Balkens im Neubau an der Oststraße, Ecke Ehlentrupper Weg, Handverletzungen zugezogen. Das Krankenauto brachte ihn zum städtischen Krankenhaus. Kurz vor 10 Uhr fiel im Neubau am Jahnplatz ein Fritz Bunte durch eine vier Meter hohe Decke und erlitt Kopf= und Handverletzungen. Er wurde von der Feuerwehr ebenfalls zum Krankenhaus gebracht. N. Die Reiseprüfung an der zweijährigen höheren Handelsschule bestanden sämtliche Schüler. 1. Beige Stroh mit Ripsbandrand. 2. Blumenkappe in rot=braun und beige, dazu gleichfarbiger Schal. 3. Brauner Bangkok mit beige rosé Ripsband, passende Krawatte aus crepe de chine. 4. Moderne Schute in Capuziner Rot, Para Cisol, innen roter Filz. 5. Chinesenkappe aus beige Panamastroh mit tabakfarbenem Filzkopf. 1. Japanischer Schirm aus buntbedrucktem Creton mit Plisseerand. 2. Spitzenschirm zum Nachmittagskleid aus blonder Spitze mit roten Börtchen. 3. Marine Foulard mit Tupfen von rosa Georgette. 4. Für den täglichen Gebrauch marine Seide mit beige Plissee. 5. Stulphandschuhe, die große Mode. Waschleder oder dänisch Leder, auch Schlangenhaut. Der Staubsauger Jeder Staubsanger verwendbar ek. Kein Tag ist wohl bei allen Hausfrauen so unbeliebt wie der Waschtag, bringt er doch eine derartige Fülle mühseliger Arbeiten und Unannehmlichkeiten mit sich, daß der Wunsch aller Hausfrauen, diesen Tag angenehmer zu gestalten, durchaus berechtigt erscheint. In der großen Reihe der Waschmaschinen, die dazu berufen sind, der Hausfrau die Arbeit zu erleichtern, ist in letzter Zeit ein neues Gerät auf dem Markt erschienen, das wegen seiner bequemen Handhabung recht beachtlich ist. Beim Waschen der Wäsche muß man zwischen chemischem und mechanischem Verfahren unterscheiden. Während beim Kochen in heißer Seifenlauge der Schmutz gelöst wird, erfolgt die endgültige Reinigung, indem man die Wäsche z. B. auf dem Waschbrett reibt. Diese mühselige Handarbeit ersetzt nun das neue Waschgerät. Die Wäsche wird hier in einen Topf eingelegt, der mit heißer Seifenlauge oder irgend welchen anderen Waschmitteln gefüllt wird. Das ganze Waschgerät kann auf irgend eine Heizung gesetzt werden, damit auch während des Waschvorganges die Lauge genügend warm bleibt. Das eigentliche Waschen geht nun so vor sich, daß durch ein besonderes Rohr Druckluft unten in den Kessel eingeblasen wird. Die Luft bewirkt dann ein kräftiges Durchpulsen der Wäsche, die Seifenlauge wird hochschaumig aufgeblasen und mit der Wäsche vermischt, die auf diese Weise intensiv gereinigt wird. Zur Erzeugung der Druckluft aber kann jeder Staubsanger verwendet werden. Der Staubsaugerschlauch wird dann nicht an die Saugseite, sondern vielmehr an der Ausstromseitebefestigt. Das Schlauchende wird an das Anschlußrohr des Waschgerätes gesteckt. Es genügt, den Stecker des Staubsaugers einfach in die übliche Steckdose einzuführen, und sofort beginnt die kräftige Sprudelung. Diese Waschmethode ist nicht an das Vorhaudensein eines bestimmten Staubsaugerfabrikates gebunden, es können vielmehr alle Staubsauger, die einen Blasanschluß haben, verwendet werden. Zweckmäßigerweise entfernt man vor der Benutzung des Staubsaugers als Blasapparat den Staubbeutel und reinigt den Staubsaugerschlauch, indem man kurze Zeit Luft durchbläst. Um ihn vor event. Nässe zu schützen, wird der Staubsauger möglichst weit entfernt von der Waschmaschine aufgestellt. Hat der Staubsauger etwa 25 Minuten lang gearbeitet, so kann er stillgesetzt werden, die Waschlauge wird abgelassen und die Wäsche kann sauber dem Waschgerät entnommen werden. Zum Spülen kann dasselbe Gerät verwendet werden, indem man einfach frisches Wasser einlaufen läßt. Auch hier wieder bewirkt das Einblasen von Luft eine besonders gründliche Spülung der Wäsche. Zu den vielen, schon bekannten Anwendungmöglichkeiten des Staubsaugers, zur Teppich= und Möbelreinigung, zum Fliegenfangen und zur Tierpflege reiht sich ein neues, wichtiges Anwendungsgebiet an. Gründung der katholischen Baugenossenschaft Aus der katholischen Gemeinde heraus ist am Donnerstag abend in einer stark besuchten Versammlung die Gründung des Wohnungsbau=Spar= und Bauvereins e. G. m. b. H. zu Bielefeld beschlossen worden. Der Stadtoberinspektor Schwarze beim hiesigen Wohnungsamt sprach über die Wohnungsnot. Der Kaufmann Albert Neumann behandelte den Auf= und Ausbau der Genossenschaft, während der Bankvorsteher Eugen Keppeler über die Satzungen der Genossenschaft sprach. Es haben sich 65 Mitglieder der Genossenschaft angeschlossen. Am Montag abend findet im katholischen Vereinshaus, Heeper Straße, eine Sitzung dieser Genossenschaft statt, die sich hauptsächlich mit den Wahlen befassen wird. ha. Neigung zu Preisrückgängen am Kartoffelmarkt In den letzten Tagen setzte an den deutschen Märkten die Nachfrage nach Saatkartoffeln in größerem Umfange ein. Die Nachfrage aus Handelskreisen war sehr zurückhaltend, da man mit einem Rückgang der Preise rechnet, sobald die Mieten geöffnet werden. Die Meinungen über die Frostschäden sind außerordentlich geteilt. Soweit angefrorene Kartoffeln auf den Markt kommen, werden sie glatt zu Fabrikationszwecken aufgenommen sowohl von Brennereien wie ganz besonders von Flockenfabriken, die den Betrieb im größeren Umfange wieder ausgenommen haben. Das Speisekartoffelgeschäft war in der letzten Zeit nach Eintritt linderer Witterung außerordentlich lebhaft, hat aber bald nachgelassen, sobald die durch den langen Frost geräumten Läger wieder einigermaßen aufgefüllt waren. Zurzeit liegen bereits mehr Speisekartoffeln im Angebot, als der Markt aufzunehmen in der Lage ist. Dieder ürden sur Gaaurdener In Westfalen 36000 arbeitslose Bauarbeiter Die zunehmende Erwärmung, die nur stellenweise durch Nachtfröste unterbrochen wird, gestattete eine Wiederaufnahme der Bauarbeiten. Zunächst muß man sich vielfach auf die Fortführung der im vorigen Herbst begonnenen Bauten beschränken, da die Ausschachtungsarbeiten durch den bis 1,50 Meter und tiefer eingedrungenen Frost außerordentlich erschwert werden. Wo die Gründungsarbeiten dringlich sind, wie z. B. für die Breslauer Ausstellung, mußte man zu Sprengungen schreiten. Die besorgniserregende Lage am Arbeitsmarkt wird durch die Beschäftigung der Bauarbeiter beträchtlich gebessert werden. Denn von den 2,3 Mill. Arbeitslosen sind nach der letzten Feststellung der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung 533821 Baufacharbeiter. Welche Bedeutung gerade deren Zahl hat, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr, denn 1928 waren nur 272706 Baufacharbeiter erwerbslos. Mitte Februar waren z. B. bei dem Landesarbeitsamt Westfalen 35 931 Baufacharbeiter verfügbar gegen nur 11 262 im Vorjahre. Bis Anfang März hat sich jetzt die Arbeitsmarktlage für Bauarbeiter dauernd verschlechtert, während sie sich im Vorjahre und auch in den früheren Jahren um diese Zeit stets schon besserte. Auch der Deutsche Baugewerksbund muß feststellen, daß die Arbeitslosigkeit unter seinen Mitgliedern Ende Februar mit 73 v. H. der Mitglieder einen bisher nicht gekannten Höhepunkt erreicht hat. Man bedenke, daß Ende Februar 1928 die Arbeitslosigkeit in diesem Verbande nur mit 33 v. H. der Mitglieder festgestellt wurde. Zahlenmäßig waren es 1928 131 857, 1929 332 220 arbeitslose Mitglieder in dieser Gewerkschaft. In der neu eingerichteten Sonderfürsorge bei berufsüblicher Arbeitslosigkeit, die besonders für baugewerbliche und landwirtschaftliche Arbeiten bestimmt ist, waren nach der letzten Zählung Anfang Februar bereits 573151 Hauptunterstützungsempfänger. Hiervon entfallen auf den Landesarbeitsbezirk Westfalen 38800 Arbeiter. Die Arbeitsaufnahme im Baugewerbe wird aber den Arbeitsmarkt nicht allein um die Bauarbeiter entlasten, sondern wie immer, dazu führen, daß auch andere Industrie= und Gewerbezweige wieder neue Arbeitseinstellungen vornehmen, und zwar die, deren Beschäftigungsgrad durch den Grad der Bautätigkeit mittelbar oder unmittelbar bestimmt wird. Ob jedoch der Frost selbst wieder auf den Rückgang der Konjunktur beschleunigend eingewirkt hat, wäre noch festzustellen. Die Verhandlungen über den Abschluß des Reichstarifvertrages im Baugewerbe haben weitere Fortschritte gemacht, so daß mit dem Zustandekommen in Küre zu rechnen ist. Festzulegen ist lediglich noch die Dauer der Löhne, und zwar voraussichtlich auf 1 Jahr, statt wie bisher für jeweils ½ Jahr. Der Reichstarifvertrag soll möglichst 2 Jahre gelten. Feriensonderzüge 1929 Für den kommenden Sommer sind unter Vorbehalt endgültiger Festlegung der Verkehrstage von der Reichsbahndirektion Hannover folgende Feriensonderzüge in Aussicht genommen: Nach München: Von Hannover: am 28. und 30. Juni, 6. Juli und 10. August. Einsteigestationen: Hannover und Nordstemmen(Hildesheim). Von Bremen: am 12. und 14. Juli und 12. August. Einsteigestationen: Nur Bremen, Verden und Nienburg. Von Wesermünde: am 28. Juni. Einsteigestationen: Nur Wesermünde, Bremen, Verden und Nienburg. Von Bielefeld: am 29. Juni. Einsteigestationen: Bielefeld, Herford, Löhne, Bad Oeynhausen=Nord, Minden und Detmold. Nach Basel: Von Hannover: am 29. Juni, 1. Juli und 10. August. Einsteigestationen: Hannover und Nordstemmen(Hildesheim). Von Bremen: am 13. und 15. Juli und 10. August. Einsteigestationen: Nur Bremen, Verden und Nienburg. Von Bielefeld: am 30. Juni. Einsteigestationen: Bielefeld, Herford, Löhne, Bad Oeynhausen=Nord, Minden und Detmold. Nach dem Südharz und Erfurt: Von Bremen: am 13. Juli. Nach dem Nordharz(bis Halberstadt): Von Oldenburg: am 29. Juni. Von Bremen: am 13. Juli. Nach Hamburg(Nordsee): Von Bielefeld: am 29. Juni. Die endgültigen Verkehrstage, genauen Fahrpläne, Fahrpreise und die allgemeinen Bestimmungen für diese Züge werden Mitte Mai bekanntgegeben. * Brennende Kränze Kurz nach 7 Uhr wurden zwei Mann der Berufsfeuerwehr zum Nikolatfriedhof gerufen, wo alte zusammengeworfene Kränze brannten. Das Feuer wurde mit einer Schlauchleitung abgelöscht. dt. Eine Verkehrsstbrung erlitt die Straßenbahn gestern vormittag gegen 11 Uhr am Schillerplatz, da man um ein gestürztes Pferd eines Kohlenwagens bemüht war. Nach einer Viertelstunde war der Verkehr wieder flott. Zahlreiche Zuschauer leisteten dem Pferd Beishank d Eine Ausstellung von Schülerinnenarbeiten veranstaltet am Sonntag von 11—13 Uhr, Montag, den 18. bis Donnerstag, den 21. März, von 15 bis 18 Uhr die Cecilienschule. * Neunzig Fahre alt Heute begeht Frau Wilhelmine Meise, Oberntorwall 6, ihren 90. Geburtstag. Sie wohnt seit 1873 in Bielefeld. * Dienstjubiläum Heute feiert der Kriminalsekretär Georg Köhler, Jüngststraße 2, sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Kriminalpoltzei. Sonnabend, 16. März 1929 Westfälische Neueste Nachrichten Nr. 64 Seite 6 Sonnahend. 16. Ueber eine Million Kraftfahrzeuge in Deutschland Vdz. Nach Schätzungen des Reichsverbander Bestand an Fras 19230 um 34 300 Einheit. Januar überschritten. run s 10 Prozent vamit lausen gegenwärtig runo 10 Fttug, mehr Fahrzeuge als am .„Juli 1928.. e in Deutschland im Verkehr berindlichen Fayrzeuge haben sich innerhalb von 2½ Jahren fast verdoppelt. Vom Gesamtbestand entfielen auf Kraftwagen 522000 und auf Krafträder 488000 Stück(nur England übertrifft die Zahl der in Deutschland im Verkehr befindlichen Krafträder mit 693.000, erst an vierter Stelle stehen die Vereinigten Ssgt#nt 124000 nach Frankreich mit 100 us. Während am 1. Juli 1928 auf 134 Einwohner ein Kraftwagen und auf 68 ein Kraftfahrzeug entfielen, betrug das Verhältnis am 1. Januar 1929 121 und 61. Der Geschäftsschluß am Sonntag vor Ostern Auf Anregung des Gewerbeaussichtsamtes und im Einverständnis mit dem hiesigen Polizetpräsidium haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart, am Sonntag vor Östern die Geschäfte, für die ein erweiterter Geschäftsverkehr polizeilich gestattet ist, bereits um 17¾ Uhr zu schließen. Die Bedienung der dann noch im Geschäft befindlichen Käufer muß um 18 Uhr beendet sein. Eine Beschäftigung der Angestellten über diese Zeit hinaus ist gesetzlich nicht zulässig. Das Sommerhalbjahr an der Handwerker= und Kunstgewerbeschule beginnt am 8. Aprtl. Anmeldungen siehe gleichzeitiges Inserat. Der Unterricht gliedert sich in Tages= und Abendunterricht. Der Tagesunterricht ist in Fachabteilungen eingeteilt, zu denen nur solche Schüler zugelassen werden, die bereits ein Handwerk erlernt und die Gehilsenprüfung gemacht sowie das 17. Lebensjahr vollendet haben. Diesen Fachabteilungen geht eine allgemeine Abteilung(Vorklasse) voraus. den=Fachabteilungen für Innenarchitekten, für Dekorationsmaler, für Bildhauer, für Textilberufe, für Gebrauchsgraphiker kann nach dreijährigem Besuch die staatliche Abschlußprüfung mit Reifezeugnis abgelegt werden. „In der Stickschule werden schulent lassene Mädchen auch ohne praktische Vorbildung ausgenommen, sowie Berufssticke rinnen im Hand= und Maschinensticken ausgebildet. Nach erfolgreichem Besuch der Stickschule kann bei der Handwerkskammer die Gehilfen prüfung abgelegt werden. Die Webereilehrwerkstätte gibt theoretische und praktische ausbildung in allen Zweigen der Weberei im Tages= und Abendunterricht, sowie Stoff= und Materialkunde für Kaufleute und Gewerbetreibende. Die Bielefelder Handwerkskammer rechnet den Gehilfen und Gehilfinnen die an der Schule als ordentliche Schüler(Tagesschüler) verbrachte Zeit als Gehilsenzeit an, wenn sie sich zur Meisterprüfung melden und sie außerhalb der Schule eine Zeitlang als Gehilfe tätig gewesen sind. 4fe tätig ge Abendunterricht bietet beruflich tätigen Handwerkern, die den Tagesunterricht nicht besuchen können, Gelegenheit, sich im Fachzeichnen und in einigen Abteilungen in den Werkstätten weiter auszubilden. 0 Fx„Schneidergehilfinnen, die das iv. revensjahr vollendet haben, finden Halbjahrskurse(dreimal wöchentlich je 3 Stunden) im Maßnehmen und Schnittzeichnen zur Vorbereitung für die Meisterprüfung statt. Für ausgelernte Weißnäherinnen findet bei genügender Beteiligung ein Abendkursus im Maßnehmen usw. statt. Ein Kursus zur Vorbereitung auf die theoretische Meisterprüfung beginnt mit Semesteranfang. Anmeldungen für alle Klassen vom 4. bis 7. April im Sekretariat der Schule. Bedürftigen Schülern kann durch Beschluß des Kuratoriums das Schulgeld vom zweiten Semester ab ermäßigt werden. Der haushanspian des Aintes Ichndesche Der von den Gemeinden aufzubringende Fehlbetrag 180000 Mark dem Hause lief, sich auf sein kr. Der Haushaltsplan des Amtes schließt Ausgabe im Geldverkehr mit 322 500 RM.(300 000 RM.) ab. Aus den Einzel posten ist folgendes bemerkenswert. Aus dem Grundvermögen des Amtes sind 8767,89 RM.(8272,89 RM.) Einnahme vorgesehen, Ausgabe für Schulden, Zinsen und Tilgung 4092,10 RM.(4155.— RM.). Die Gesamtschulden des Amtes betragen 63000.—, RM. Die Verwaltungskosten, und zwar die gesamten Diensteinkommen der BeDienstunkostenentschädigungen usw. sind mit 125 000.—, RM.(124000.— RM.) berechnet. Die sonstigen zu den persönlichen Verwaltungskosten zu rechnenden Summen betragen 35 870.— RM. (27 700,50 RM.). Die Mehrkosten gehen im wesentlichen zu Lasten der erhöhten Beiträge der provinziellen Pensionskage. Die sächlichen Bscplsungskosten betragen 18.730 RM. (18 799,50 RM.). An Einnahmen aus der Verwaltung stehen demgegenüber 33 700.— RM.(25000.— RM.), so daß die Gesamtverwaltungskosten persönlicher und sächlicher Art unter Berücksichtigung der Einnahmen 145400,—, RM. (145 500,— viM.) betragen, so daß die gesamten Verwaltungskosten pro Kopf der Bevölkerung etwa 6,30 RM. betragen. Die Gesamtkosten der Wohlfahrtspflege betragen 117 300.— RM.(109 800 RM.). Demgegenüber stehen an Einnahmen, und zwar Erstattungen seitens des Bezirksfürsorgeverbandes der Unterstützten bzw. deren Angehörigen, der Sozialversicherungsträger usw. 80 445.— RM.(70 630.— „Nach Abzug der Einnahmen betragen die Neitoaufwendungen des Amtes für Wohlfahrtspflege 36 855.— RM.(38 670.— RM.), so daß aus steuerlichen Mitteln pro Kopf zirka 1,70 RM. aufzubringen hinaus in die Ferne radelte. Ein vorüberfahrendes Auto nahm auf die Bitte der Frau hin die Verfolgung auf und erreichte nach kurzer Fahrt den Flüchtigen, der hoch und heilig versicherte, daß er nichts gestohlen habe. Da sich aber nichtsdestoweniger schöne angeräucherte Fettigkeiten in seinem Rücksack befanden, hielt man ihn für überführt und wollte ihn zwingen, mit dem Auto zurückzufahren. Es gelang ihm aber, sich dieser Maßnahme durch die Flucht zu entziehen. Vorsichtigerweise beschlagnahmte man den Rucksack mit Inhalt. Die Verwunderung des Autoführers, der der Frau die gestohlenen Sachen zurückbringen wollte, kann man sich vorstellen, als die Frau nach einer genauen Prüfung feststellen mußte, daß ihr kein Fleisch gestohlen war. Nun hatte man dem armen Mann alles weggenommen, der davon so verschüchtert wurde, daß er sein Heil in der Flucht suchte. Oder sollte sein Gewissen doch nicht ganz rein gewesen sein...? Gudbrack, 16. 3.(Infolge eines evileptischen Anfalles) fiel der Gärtner Erich K. in der Bielefelder Straße in Schildesche von seinem Rad und erlitt Gesichtsund Handverletzungen. Das Krankenauto brachte ihn in seine Wohnung nach Sudbrackstraße 20. Senne l.(Die Konfirmanden.) Am morgigen Sonntag werden im hiesigen Gemeindehause aus dem 4. Brackweder Pfarrbezirk 27 Mädchen und 23 Knaben konfirmiert. sind. An Steuern und Lasten seitens des amtes sind 455.— RM.(565.— RM.) vorgesehen. 3050.— RM.(2550.— RM.). Demgegenüber stehen an Einnahmen 3520,— RM.(1120.— RM.), für Bau und Unterhaltung der Amtswege und Gebäude mit Ausnahme des Amtshauses sind 3350.— RM.(1100.— RM.) in Ausgabe eingesetzt, an unvorhergesehenen G P. zur Abrundung 767,11 RM. Für Feuerlöschzwecke der freiwilligen Feuerwehren: Schildesche 2171.— RM.(1273.— RM.), Gellershagen=Sudbrack 1510.— RM.(1310.— RM.), Brake W(98 RM.), Vilsendorf 660.— RM. Nm.). Die Mehrausgaben sind auf die Anschaffung der Motorspritzen zurückgufuhren. Für allgemeine Feuerwehrzwecke sind sernerhin noch 871.— RM.(969.— RM.) vorgesehen. Unter Berücksichtigung der Einnahmen und Ausgaben des Haushaltsplans beträgt der von den Gemeinden aufzubringende Gesamtsehlbetrag 189 000.— RM. Er verteilt sich wie folgt: Schildesche 85 472.85 RM.= 45,28%(84078.— u Bzuerschaft Schildesche 42489,10 Nw.= 22,48%(40 551,50 RM.), Brake 252.8,40 RM.= 13,86%(27 029,50 RM.), Gellershagen 19 118,30 RM.= 10,12%(19 226,50 RM.), Theesen 10 805,70 RM.— 5,45%(11 190.— RM.), Vi dorf 6355,65 RM.= 3,36%(6929,50 RM.). Insgesamt wird die Steuerkraft der Gemeinden durch die Amtslasten in Anspruch genommen von der Reichseinkommen####r, und Körverschaftssteuer mit 50 Prozent Prozent(11.05 Prozen.. germeisters noch, daß au Vericht des BürDa die Eingemeindung bisher nicht zur Durchführung gekommen ist, wurde der Termin um ein weiteres Jahr verschoben. Verschiedenen Anträgen auf Uebernahme der Ausfallbürgschaft zur Errichtung von Wohnungsbauten wurde zugestimmt. Grundsätzlich stellt sich die Amtsversammlung jedoch nach längerer Erörterung auf den Standpunkt, daß zukünftig nur Bürgschaften nach dem tatsächlichen Werte übernommen werden und nicht, wie es vielfach von den Antragstellern gewünscht wird, nach dem Taxwerte der Grundstücke. Dem Beschluß der Gemeindevertretung Schildesche auf Uebernahme der Unterhaltung der Gartenstraße wurde zugestimmt. Ebenso übertrug die Amtsversammlung Eigentum und Unterhaltung des Weges Am Kirchplatz der politischen Gemeinde Schildesche und bewilligte die Mittel für die Instandsetzung dieses Weges. Ein Antrag des Architekten Florenz Meyer auf käufliche Ueberlanung eines Teiles des Amts= gartens fand nicht die Zustimmung der Amtsversammlung. Die in der vorigen Sitzung gewählten Mitglieder des Steuerausschusses kommen für die Ausübung ihres Amtes nicht in Frage, da inzwischen durch Verordnung des Reichsfinanzministers die Wahlzeit der bisherigen Mitglieder und Stellvertreter bis zum 30. Juli 1930 verlängert ist. Die Angelegenheit der Regelung der Kaution des Amtskassendirektors wurde bis zur allgemeinen Klärung der Angelegenheit vertagt. Hausierbesuch auf dem Lande dem morgigen Sonntag beginnen in unserer Kirchengemeinde die Konfirmationen. Es werden zunächst die Kinder der Außengemeinden durch Pastor Kötter konfirmiert und l. Ein eigenartiger„krimineller" Grenze der Gemeinde I öllenbeck. Auf zwar 80, 43 Knaben und 37 Mädchen. Sie veremm##nde anzubieten.„In der Mädchen: Brönninghausen: 7 Knaben Haushaltsgegenstände anzubieten. In der gegenwartigen Zeit gehören solche Hausiererbesuche auf dem Lande zu den Alltäglichkeiten. Man kann natürlich nicht jedem etwas abkaufen und wehrt sich die ungeladenen Gäste durch eine rasche Absage vom Halse. So auch ser:. Die, Frau des Hauses, die zufällig allein oaheim war, gab dem Händler zu verstehen, daß sie kein Geld habe und bekümmerte sich weiter nicht um den Mann, der durch das Haus nach draußen schritt. Nach einigen Augenblicken schöpfte die Herrin des Hauses Argwohn, der sich zum starken Verdacht verdichtete, als sie den Mann vor dem Aufbewahrungsraum der Fleischvorräte stehen sah. Der Verdacht wurde zur festen Gewißhett, als der Hausierer schleunigst aus und 5 masc enninghausen: 7 Knaben uuz o waochen; Oldentrup: 11 Knaben .„, 18 Mädchen; Altenhagen: 8 Knaben und 12 Mädchen. Am Palmsonntag findet die Konfirmation der Kinder des Dorfes und der Kammerratsheide durch Pastor rusestatt. Ihre Zahl beträgt 56. In Heepen sclost sind es 21 Knaben und 22 Mädchen gPPäöchen. Knaben und ) Heepen, 16. 3.(Erhängt aufgefunden.) Der seit etwa drei Wochen vermißte, 68 jährige K. aus Heepen wurde gestern nachmittag in einer Tannenschonung im Walde von Meier zu Eißen, Schildesche, erhängt aufgefunden. Der Zustand des, Toten läßt darauf schließen, daß K. gleich leat hat Verschwinden Hand an sich geWöhin gehen wir.... sni e Zur Eintragung der Wasserrechte Die durch die Verordnung vom 16. Februar 1924 für die Eintragung der nach§ 379 dieses Gesetzes aufrecht zu erhaltenden Wassernech es in das. Wasserbuch gestellte Frist läust nuch einer Bekunntmachung des Regierungspräsidenten am 30. April ab. Diejenigen Passerrechzte, derer Eintragung bis zu diesem Jaß mechte. uind, findet Grundbuche eingetragen sino, finver die Vorschrift keine Anwendung. * Veröffentlichung aus den Schuldnerverzeichnissen Die den amtlichen Berufsvertretungen(Industrie= und Handelskammern, Handwerks„Landwirtschaftskammern) eingeräumte Bejugnis zur Veröffentlichung von Eintragungen in das Schuldnerverzeichnis ist durch die Allgemeine Verfügung des Justizministers vom Februar 1929 auf Eintragungen in das Verzeichnis soicher Schuldner ausgedehnt worden, die den Offenbarungseid geleistet haben oder gegen die wegen Verweigerung des Eides die Haft angeordnet ist. * Hapag=Nordlandfahrten Die Hamburg=Amerika=Linie wird auch in diesem Jahre wieder ein großes Programm ausgewählter Nordlandfahrten zur Durchführung bringen. Bereits Mitte Juni beginnt die erste„Nordkapahrt" des Dampfers„Oceana“. Anfang und Ende Juli folgen zwei„Skandinavien= und Otseereisen" des nämlichen Schiffes. Eben.. im Juli tritt der Luxusdampfer„Resolure“ seine„Itord= und Polarfahr!“ und das Passagier=Motorschiff„Orinoco“ seine Bland=Spitzbergen= und Norwegenfahr!“ an. Diese drei Schiffe sind mit allem neuzeitzlichen Komfort ausgestattet. die im Amtshaus untergebrachte Volksbücherei 2313 Bände guimetst und daß im vorigen Jahr insgesamt 4673 un 1usgeliehen wurden. Für Neuanschaffungen nno 1069,— RM. ausgegeben. Es wäre zu wünschen, daß die Volksbücherei, die neuzeitlich eingerune genugt anch als biöher von der Bevölke. tung denupt wurde. .„ Ebenso erstattete der Bürgermeister Bericht über vie Tätigreit der Arbeitersamariter= ne, die ein erfreuliches Bild aufweist. Neu wurde geregelt das Beitragsverhältnis der Beamten und nicht versicherungspflichtigen Ange stellten zur Krankenkasse der Beamten und Stadt Bielefeld. Ein etwaiger Ueberschuß aus dem Rechnungsjahr 1928 soll zur Erneuerung der Heizungsanlage und Wiederinstandsetzung des Amtshauses sowie Neueinrichtung des Meldeamtes verwendet werden. Der Haushaltsplan für das Sschrau““: und Stedlungswesen .... in Einnahme und Ausgabe mit 192 766,30 RM.(235 393,67 RM.). Erwähnenswert ist daraus, daß das Aufkommen aus der gemeindlichen Hauszinssteuer, soweit es für Wohnungsbauzwecke verwendbar ist, mit 90 660.— RM. wie im Vorjahre angesetzt ist. Es wird mit einer Ueberweisung aus dem staatlichen Wohnungsfürsorgesonds von 30000.— RM.(50000.— RiM.) gerechnet. Im Amte Schildesche werden die Selbstverwaltungsangelegenheiten der Gemeinden mit Ausnahme des Wohnungswesens und der Erwerbslosenfürsorge fast ausschließlich in der Amts= verpgltung erledigt. Nach dem Gesetz vom 27. 14. 1927 war eine Regelung des Verhältnines zwischen Amt und Gemeinde in Rheinland und Westfalen festgelegt. Die Amtsversammlung und sämtliche Gemeindevertretungen hatten auf Wunsch der Gemeindevorsteher kurz nach Erlaß des Gesetzes in Rücksicht auf die bevorstehende Eingemeindung beschlossen, es bei dem bisberigen Verfahren der Erledigung dieser Angelegenheit bis zum 31. März 1929 zu belassen. Tag des Buches. Der auf Veranlassung der Reichsregierung und mit Unterstützung aller namhaften Körperschaften in diesem Jahre erstmalig stattfindende„Tag des Buches“ soll auch in Bielefeld durch eine literarische Feier zur Geltung kommemn. Am Abend des 23. März wird im neuen Altstädter Gemeindehaus Prof. D. Dr. Zilchert aus Prag einen Vortrag halten: „Neber das Lesen" Der Vortrag wird von Ansprachen und Rezitationen begleitet sein; der Eintritt ist frei für jedermann. Zu der Veranstaltung kommen. Am Abend des 23. März wird im tung laden ein die Literarische Vereinigung, RaabeVereinigung Bielefelder Buchhändler. Die Mietervereinigung Bielefeld Stadt und Land e. V. hält morgen, Sonntag, ab 9 Uhr, im Katholischen Vereinshause, Heeper Straße 2, ihre Jahresversammlung ab. Die Tagesordnung und alles Nähere geht aus der Anzeige in unserer Zeitung vom vorigen Sonnabend hervor. Ein bunter Nachmittag auf dem Rütli. Morgen nachmittag 4 Uhr findet der zweite bunte Nachmittag auf dem Rütli statt, ausgeführt von Mitgliedern des Stadttheaters.(Stehe Inserat.) Das Programm enthält Chansons, Lieder und Duette. Aus dem Hundesport. Eine Sonderschau veranstaltet der Verein für deutsche Schäferhunde S. V. O. G. Bielefeld am 17. März auf dem Städtischen Fuhrpark, Wiesenstraße. use ans=Künstlerspiele. Heute und Sonntag 4 uh.„lokkastunde mit neuem Programm. Abends 8 Uhr Premiere des neuen Programms. Plarrer Heumann-Buch 272 Setten 130 Abb.— Sie erhalten Expl. amsonst und portofrei durch I. Heumann& Cu., nurabere Ml 711 Plerrer Rleumangt Hellmitte! siets au hoben in allen Aosthetengen Beieteld und Umgebung S In Der Lichtspielen im Kusshäuser läuft der gum„sch hatt' einen Kameraden...“ und als Beifilm§ 158(Der Leidensweg einer Mutter), dazu die Groteske„Monty als Sicherheits—. Vortrag mit Lichtbildern. Am Montag und Mittwoch, 8 Uhr abends. hält Herr Lasen aus Hamburg im kleinen Saale des Hotels VereinsLaus einen Vortrag unter Vorführung von Licht„#dern über das Thema:„Ich bin geheilt durch Wohlmuth". Der Wohlmuth=Galvanisier=Apparat schafft einen Ausgleich der verbrauchten LebensEletirizität, besonders bei Nerven= und MuskelErkrankungen, Kopfschmerz, Lähmungen, Gicht, Rheuma, Ischias, Arterienverkalkung und den damit verwandten Krankheiten. Die Wochenschlußfeier in der Altstädter Kirche heute abend 6½ Uhr enthält folgendes Programm: Kommt ihr Seelen, Choral— Preis, Ehre, Herr Jesu, von Palestrina— Vorspiel zu O Haupt voll Blut, von Reger— Es ward Finster#n M. Handn— O Welt sieh hier dein Leben, " Konzert des Deutschen Männerchors. Der Deutsche Männerchor unter Leitung von Musikam Sonntag nachmittag 5 Uhr in der„Eintracht“ sein Frühjahrskonzert unter Mitwirkung von Frau Paule SteinJustus(Köln). Karten im Vorverkauf im Musikhaus Niemeier und Witler. n Samstlterkonzert bel steitem Eintrliat dat ap;— aiuiterium befugt wäre, sebt Filmabend„Fluß und Zelt“. Die beiden Bielefelder Waffersportvereine„Bieleselder Kanuclub e..“ und„Verein für Kanusport ., Bielefeld“ veranstalten am Montag,.15 Uhr abends, in der Turnhalle der 5. Bürgerschule, Große Kurfürstenstraße, eine einmalige Filmvorführung des Kanusport=Großfilms„Fluß und Zelt“. Bei dem großen Interesse, das der Kanusport in den letzten Jahren auch in Bielefeld gefunden hat, wird hier allen Freunden des Wassersports und auch solchen, die dem Kanusport noch skeptisch gegenÜberstehen, Gelegenheit gegeben, in dem derzeit besten Kanufilm die Technik dieses Sports und alle Reize des Bootswanderns kennen zu lernen. Karten im Stadtverkehrsamt und an der Abendkasse. Das Konzert des Don=Kosaken=Chores findet am Montag auf dem Johannisberge statt. Karten ., Rusthaus Wittler, Obernstraße.(Siehe heutige uo 7 ühr Tanzabenz. miterung Sonnabend und Sonntag. Gasthaus„Zur Arche“. Am Sonntag Heinrich von Pivitsheide. Am Montag Max und Moritz. Amsciar“ Tielemann. Conntag Tanztee.(S. Teubners Tanzschule: Siehe Anzeige. Kafseehaus Mai. Konzert. „Lonzertlokal Kuliung.„Die brei UnverwüstGrüne Tanne. Heute und morgen Tanzkränzchen. Auswärtige Veranstaltungen Restaurant Klostermann, Brackwede=Brock: Sonntag Konzert und Tanz. Büscher, Quelle. Sonntag Tanzkränzchen. * Faschingsveranstaltungen in der Osterzeit ### einer Kleinen Anfrage der Deutschnatioworden##kspartei war darauf hingewiesen worven, oaß früher in denjenigen Landesteilen, beruht, eine Heschräupg uu aute Vuttsste Veranstaltungen auf uu de arne alistichen eingehalten gu Feschingszeiten scharf wurde, während jetzt diese Veranstaltungen allenthalben bis weit in Das Staar ett bine in fortgesetzt werden. berett#.# sministeriaut wurde gefragt, ob es beren fer, an die zuständigen Behörden Anordnungen zu erlassen, durch die jede FortFaschingsveranstaltungen in die Siniher des a. Der Preußische beantwortet, daß n du ie Anfrage dahin es an einer gesetzlichen Staatsminister auf Grund deren das sechur einistexium befugt wäre, jede Fortin die Auf Die wirtsche unser Von unserem jur Drei volle Sitzungs gerichtsverhandlung ge mann, jetzigen Gastw in Bielefeld, jetzt in A ger, den Gastwirt un in Friedrichsdorf vorg Der Angeklagte O. der Verhandlung verl beschluß beschuldigt: 1. am 7. März barungseid wist schworen zu haben, 2. im Jahre 1927 seine Zahlungen einge sicht, seine Gläubigerz mögensstücke bei durch dieselbe Tat al Zahlungen eingestellt seine Zahlungsunfähigt biger in der Absicht, ihn bigern zu begünstigen Befriedigung gewährt nicht oder nicht in der Zeit zu beanspruchen h 3. in der Absicht, si Vermögensvorteil zu mögen des Kaufmann wirts Ewald und einer geschädigt zu haben, spiegelung falsc ihnen einen Irrtum err Dem Mitangeklagt gelegt, dem O. zu den trügerischen Ban und Tat wissentlich Hilf Der erste Verhand verantwortlichen Vernek ausgefüllt. Beide be den, sich strafbarg Wer, wie der Angekl 1026 ein Vermögen von 189 im Jahre 1927 den L geleistet hat und heu betrügerischen Bankerott trugs auf der Anklageban ein großer Verbrecher ur infolge der allgemeinen unserer Zeit ins Unglü behauptet der Angeklagt Lieferanten und Gläub und seien mit brutaler R ihn vorgegangen, währer seinen Schuldnern kein können. Er sei schließlich seine wertvollen Bielefel seine Herrenwäschefabrik Der Angeklagte best den, den Erlös„verscho barungseidsverfahren fal gemacht zu haben. Die Beweisaufnahm Sitzungen soll die nötige Ungeeignete Fragena 8 Sachverständige haben nische Verhältnisse aber nicht Rechtsfragen schied das Reichsgericht unt 1928(1 D 640/28) in einem teidiger des Angeklagten Beeah Noch niem ., Tcna Ders Juald „etta 0. U #Jochte 0 7 1e 7e . T- A Sonnahend. 16. März 1929 Die wirtschaftlichen Nöte unserer Zeit unserem juristischen Mitarbeiter Dreiwol Eir P. Vieleselt, K. 3. volle Sitzungstage sind für die Schwurgerichtsverhandlung gegen den früheren Kaufmann, jetzigen Gastwirt Wilhelm., früher in Bielefeld setzt in Aurich, und seinen Schwager, den Ganwirt und Händler Theodor N. in Friedrichsdorf vorgesehen. Der=Angeklagte O. ist nach dem zu Beginn der Verhandlung verlesenen Eröffnungsbesch luß beschuldigt: 1. am 7. März 1927 einen Offenbarungseid wissentlich falsch gescworen zu haben, 41s6 4 2. im Jahre 1927 als Schuldner, der seine Zahlungen eingestellt hatte, in der Absicht, seine Gläubiger zu benachteiligen, Vermögensstücke beiseite geschafft und durch dieselbe Tat als Schuldner, der seine Zahlungen eingestellt hatte und obwohl er seine Zahlungsunfähigkeit kannte, einem Gläubiger in der Absicht, ihn vor den übrigen Gläubigern zu begünstigen, eine Sicherung oder Befriedigung gewährt zu haben, die dieser nicht oder nicht in der Art oder nicht zu der Zeit zu beanspruchen hatte, 3. in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen des Kaufmanns Freiboth, des Gastwirts Ewald und einer Frau van Tille dadurch geschädigt zu haben, daß er durch Vorspiegelung falscher Tatsachen in ihnen einen Irrtum erregte. Dem Mitangeklagten N. wird zur Last gelegt, dem O. zu dem Verbrechen des betrügerischen Bankerotts durch Rat und Tat wissentlich Hilfe geleistet zu haben. Der erste Verhandlungstag war mit der verantwortlichen Vernehmung der Angeklagten ausgefüllt. Beide bestritten entschie den, sich strafbar gemacht zu haben. „#Ver, wie der Angeklagte., noch im Jahre ein Vermögen von 189 000 RM. versteuert, 27. Jahre. 1927 den Offenbarungseld hat und heute wegen Falscheides, betrügerischen Bankerotts und mehrfachen Betrugs auf der Anklagebank sitzt, der ist entweder ein großer Verbrecher und Schieber oder er ist infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Nöte unserer Zeit ins Unglück geraten. Letzteres behauptet der Angeklagte O. Seine eigenen Lieferanten und Gläubiger hätten gedrängt und seien mit brutaler Rücksichtslosigkeit gegen ihn vorgegangen, während er umgekehrt von seinen Schuldnern kein Geld habe bekommen eestergesälscht. können. Er sei schließlich gezwungen gewesen, gagu# die Beweisaufnahme wurden dem Angeseine wertvollen Bielefelder Grundstücke und schungen nachgewiesen. Der Anklagevertreter feine Herkembäschefabrik zu verkaufen. tragte gegen St. eine Gefängnisstrafe von sieben es 2 9t41, Vergeben des Angeklagten nicht's fortSeite 7 sie: Lestelgeskeist=äaieh saie— Restul als ungseignet mit Rech handelt sich bier um eine Rechtg Tatrage. Der Sachverständige W. Gherschtgg, degegen ausschließlich die Aufgabe des Wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht Am m. Otober Minter, 14. 1. beim R. aus Minden in wohnenden 32 Jahre alten Christian Beermann mit einem Motorrad überfahren und erheblich verletzt. hatte sich dabei einen Schädelbasisbruch Hors auf einem Chr un den Verlust bes unglück war der Gegenstand der gestern in Hablen 2 trei gruee in sub erweiterten großen Auftauens möglichst schuldig gemacht zu haben, wirkung der allzugrelle 17 äsren=Lennder seigeselten Beschäsgungen bes sich der Untal traß den Angersaate.er gn daben konnte. Danach traf den ungerlagten insofern Schuld, daß er bei der nicht genügenden Beleuchtung seines Fahrzeuges #erch m m Pckett soweit verringerte, daß auszuweichen:de Lage war, plöslichen Hindernigen mer schosdau Staatsanwalt ein grobes asrren für vorliegend und beantragte eine schloß sie dem Anty. Mark. Das Gericht erkannte auf obigz“: ds Staatsanwalts an und des Verfahreng. i Tragung der Kosten Strafmazes kam Zuei der niedrigen Festsetzung des sich ZeauR kam dem Angeklagten zugute, daß er genommen hatts!““: in s9 tadelloser Weise anbebliche ut durch er „btiche unspruche des Verletzten große Vermögensverluste erleiden wird. Unterschlagungen und Fälschungen eines Justizbeamten Paderborn, 14. 3. Der beim Amtsgericht in Büren beschäftigt gewesene Gerichtsaktuar St. aus Büren hatte sich dieser### Verschiedenartigkeit wird es auch im komTage vor dem dortigen erwetterten Schöffengericht menden Jahre nicht mangeln, und die Verus im Amte(38 250 und 251) zu ver= mehrung wird bei einigermaßen warmem hatte im Laufe des vergangenen Wetter recht zahlreich sein. Man versäume eine umhüllege dlungsitelten ##mynllung mit starkem Oelpapier. Die sichtlich erfrorenen Pflanzenteile sind später kurz bis ins gesunde Holz herunter zu schneiden. Sind an älteren Bäumen bereits Frostrisse vorhanden, so sind diese, falls sie sich im Frühjahr nicht von selbst wieder schließen, mit einem Brei von Lehm und Rindsdung zu verschmieren.— Der Kleingartenbesitzer kann sich also immer noch ein gut Teil selbst behelfen und dadurch die Einwirkung des Frostes abschwächen. Viel versprechen wir uns auch vom Frost als dem Helfer gegen das Ungeziefer. Das mag zutreffen, soweit dasselbe nicht Zeit gefunden hat, rechtzeitig Deckung in der Erde zwischen den Wurzeln oder sonstigen Schlupfwinkeln zu suchen. Wo ihm dies möglich war, strengster Kälte gut konserviert. Es ist, vielleicht etwas weniger geworden, aber Gerichtsaktuar St. aus Büren hatte sich diesers#n Verschiedenartigkeit wird es auch ir. wegen Vergehens im Amte(8§ 250 und 251) zu ver= mehrung wird bei einigermaßen warmem Sesa, Sssa, Seistesleag eähtige m üichen i uur eoet ue „.38.„Die außergewöhnliche Kälte ließ den Gartenfreund für seine Pfleglinge fürchten, und leider werden auch manche Befürchtungen eintreffen, wenn es erst warm wird! Zu diesem Zeitpunkt zeigen sich die Frostschäden richt Fhrnsrst sondern sie treten tatsächlich erst ##benso wie der Mensch das Erfrieren der Nasenspitze erst gewahr wird, wenn er in die warme Stube kommt, aber keinen Schaden erleidet, wenn er das erfrorene Glied„kalt behandelt", also mit Schnee abreibt, so ist es guch mit der Pflanze. Solange Schnee auf dem Boven liegt, solange sind die Wurzeln FschtZtrch# sie ruhen ebenfalls und werden ihre Tauce warme Sonnenstrahlen veranlaßt, Tarigkeit, durch den„Wurzeldruck" Wasser und Nährstofflüssigkeit in die einzelnen Pflanzeßtstte zu befördern(Saftzirkulation), aufzunun aber sehr wohl bei strenger teilt. Kälte bei den Holzgewächsen durch den et wenn nicht der Baß früher abläuft, Für aufgespeicherten Zellinhalt ebenso wie bei den einmalige Reisen bis zu zwei Wochen wasserhaltigen Kartoffeln, Obst, Gemüse usw. wird ein Sichtvermerk zur einmaligen Einein„Gefrieren“ eintreten, dies braucht aber und Wiederausreise für eine Mark ausgestellt. nicht zur Vernichtung der ganzen Pflanze, also Soweit schon jetzt Sichtervermerke mit kürzerer zum„Erfrieren“ zu führen. Aufgabe des Gar= Geltungsdauer für mindestens acht Mark ereundes ist es daher, den Prozeß des teilt sind, werden diese auf Antrag gebührenfrei ichn zu verlang=in Dauersichtvermerke bis zu zwei Jahren Pflanzen von der Ein= erweitert. Besondere Nachweise für die Notschützt. Dies wird bei größeren Obst, gefordert egelmäßig nicht barch Lannenreisg, Rohr Vder. Schilszesen F Neue Amtsbezeihnungen bei Stadt. usw. Bei Beredlungsstellen genügt gemeinden lich. Um sich vom Wetter unabhängig zu machen, habe man bisher Kokskörbe verwandt. Ein erheblicher Nachteil dieses Verfahrens sei jedoch, daß in jedem zu trocknenden Raum ein Koksofen aufgestellt werden müßte. Die Vorteile des Deuba=Verfahrens seien folgende: Die Wärmequelle befinde sich außerhalb des Hauses. Durch die mit Kohlensäure gemischte Heißluft trete nicht nur eine Trocknung, sondern auch eine Erhärtung des Mörtels ein. Die Temperatur sei bei der Trocknung regulierbar, so daß keine Risse im Mauerwerk entstehen können. ha. Paßerleichterungen mit Frankreich Paßerleichterungen sind im Verkehr mit Frankreich gegenseitig vereinbart worden. Für beliebig häufige Reisen über alle zugelassenen Grenzübergangsstellen werden regelmäßig Dauersichtvermerke mit zweijähriger Geltungsdauer für acht Mark erMiit, wenn nicht der Paß früher abläuft. Für nebreren Fälen Geldunterschlagungen. um seine Versehlungen nicht offenbar werden zu lassen, hatte er die ihm anvertrauten Bücher und Register gefälscht. Durch die Beweisaufnahme wurden dem Angeigten in drei Fällen Unterschlagungen und Bielefelder Grundstü seine Herrenwäschefabrik zu verkaufen. Der Angeklagte bestreitet entschieden, den Erlös„verschoben" und im Offenbarungseidsverfahren falsche Angaben hierüber gemacht zu haben. Die Beweisaufnahme in den nächsten Sitzungen soll die nötige Aufklärung schaffen. Ungeeignete Fragen an Sachverständige S Sachverständige haben dem Gericht über technische Verhältnisse Aufklärung zu geben, Rechtsfragen zu entscheiden. So entgisd daß Reichsgericht unter dem 21. September 1928(1 D 640/28) in einem Falle, wo der Verteidiger des Angeklagten dem Sachverständigen * Bautrocknung in 4 Tagen Aussic Bei dem Neubau des Kaiser=Wilhelm=Instituts aven. in Berlin=Dahlem wird, wie das B. T. beDas Preußische Staatsministerium hat genehmigt, daß den Stadtgemeinden allgemein die Genehmigung zur Einführung der Amtsbezeichnungen„Städtischer Veterinärrat" und„Städtischer Oberveterinärrat“ erteilt wird. Der städtische Beamte, dem die Amtsbezeichnung Städtischer Veterinärrat beigelegt werden soll, muß die tierärztliche Fachprüfung einer deutschen tierärztlichen Hochschule abgelegt haben und unkündbar als Beamter der Stadt angestellt sein. Er muß mindestens der Besoldungsgruppe 2b der staatlichen Besoldungsordnung entsprechend eingestuft sein. Der Oberveterinärrat muß die tierärztliche Fachprüfung einer deutschen tierärztlichen Hochschule abgelegt haben und unkündbar als Beamter der Stadt angestellt sein. Er muß mindestens in eine der staatlichen Besoldungsordnung Besoldungsgruppe 2a oder Besoldungsgruppe 2b mit einer Stellenzulage von 1200 RM. entsprechenden Gruppe eingestuft sein. Er muß sich in leitender Stellung befinden oder einem größeren bakteriologischen Laboratorium vorstehen oder die fachtechnische aussicht über eine Anzahl von Tierärzten ausüben. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, hat aa Jaß Zie Bas=Nhen 2. Ktug jedoch darüber binaus; es sah die Vergehen des Angerlagten nicht als fortgesetzte Handlungen im Sinne des Gesetzes an, sondern als selbständige Taten, die schwerer bestraft werden müßten. Es sei ein grober Vertrauensbruch gegen den Staat, so heißt es in der Urteilsbegründung, wenn ein Beamter es an gewissenhafter und treuer Pflichterfüllung fehlen lasse und die ihm zur Verwaltung anvertrauten Gelder unterschlage. Für jeden der drei Straffälle setzte das Gericht die Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis fest, die in eine Gesamtstrafe von Behörden mach u. dur d die Presse und die nenn Monaten zusammengefaßzt wurden. Auch grvorden machte Diplomingenieur Lösche die nicht geringen Kosten des Verfahrens fallen aper dieses Bautrocknungsverfahren( dem Angeklagten zur Last. Eine Berufungsverhandlung findet demnächst vor dem Landgericht in Paderborn statt. richtet, zurzeit ein neues Bautrocknungsver in jeden Iie Vormusekungen erint Vr fahren in Anwendung gebracht. Riesige fahr: behörde zn die# ge munglaussichts bare Koksöfen sind außerhalb des Ge=s betret: e der zu diesem Zweck der bäudes aufgestellt. Durch Ventilatoren wird der us der Stadtgemeinde vor die in den Koksöfen entstandene kohlen= legen is. vorzusäurehaltige Verbrennungsluft durch Röhren in den gut abgedichteten Bau gepumpt. Die heiße Druckluft dringt infolge des entstehenden Ueberdrucks durch das Mauerwerk und ist so imstande, den Mörtel und den ganzen Bau in einigen Tagen zu trocknen.— Bei einer Besichtigung durch die Presse und die Sehorven machte Diplomingenieur Lösche üver dieses Gankrbänungsverfahren DeubaVerfahren) folgende Ausführungen: Zur Erzielung einer natürlichen Austrocknung der Bauten sei trockenes, warmes Wetter erforderMe Tach die=czzbaget=Fhpenagenn niemals sand eine S Pol Kganette veuaut begeisteute ∆„„„„„Cenach. do 50 so offensichtliche Vorteile, daß der Kauchen###uchausZweckmäßig handelt, wenn en sich ihnen, nicht venschließt? Tloch schnellen aben, als des Kauchen, wittent die konkurnenz den WDert einen Lgauette. Diete heitvose Manoveichen weiben, beshalb inkenient, um die Linfühnung. der neu tögen,. IUis reuen uns danüben, denn, am, un, Seniuter angeher Konldmfulsekennen, wur ugces Thlala Sonnabend. 16 März 1929 Barkey-Möbel D I ege Besiehllgung neihner Ausstelung von uber 70 Musterziinmern sowie meiner großen Auswahl in neuzeitlichen #.uinen, Dekorationsstoffen, Teppichen etc. erbeten. Ausstellung Schillerplatz 23— Werkstätten Waldhof 2 24 uund Dekorationen elnd preiswert u. gut! Die Verlobung unserer Tochter HEDWIG mit Herrn Dr. med. RUDOLF OBERNDORFER. Nürnbeig. beehren wir uns anzuzeigen. Heiurich Möller und Frau Lina, geb. Wedding. Heepen März 1929 Müh' und Arbeit war dein Leben. Bis der Herr dir Ruh' gegeben. Am 14. März 1929, abends 10¼ Uhr, entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Sämtl. Beerdigungs-Angelegenleiten, auch Uberführungen mittels LeichenTransport- Automobil übernimmt S. Schormam Beerdigungsanstalt„Pietét“ Oberntorwall 33:: Tol. 922 Nung Krbomterung - Reierenzen aus ersten Kreisen— Kleine Jamilienanzeigen. Frau Auguste Halemeyer im 63. Lebensjahre. geb. Plass In tiefem Schmerz: Gustav Halemeyer Paul Halemeyer Martha Kele, geb. Halemeyer Klara Halemeyer Utta Halemeyer, geb. Blinne Gustav Kelle August Milse Hillegossen Nr. 40, Bielefeld, Heepen, den 16. März 1929. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19. März, nachmittags 3½ Uhr vom Trauerhause aus statt. Vorfeier daselbst um 3 Uhr. Für die vielen Beweise herzlicher Tei nahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen Freunden und Bekannten aufrichtigen Dank. Familie Fritz Brünger. Jöllenbeck b. Bielefeld, den 15. März 1929. Zahnpraxis Möllel Herforder Str. 101 b, Haltes elle Kasserstr. Telephon 1204. Sprechstund. durchgehend bis 5 Uhr Eigenes SpezialLaboratarium für boratorium für dauernd festaltzend. (Aus anderen Blättern entnommen) Geboren: Ein Sohn: Herrn Ernst Brocke, Gütersloh. 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Auch aus Kentucky und dem westlichen Teil des Staates New York wird ein rasches Steigen der Flüsse gemeldet. Der Wasserstand erhöht sich stellenweise um einen Fuß pro Stunde. In Burlington in Jowa entstand infolge der durch die Hochwassergefahr erzeugten Nervosität eine Panik, als sich das Gerücht verbreitete, daß ein in der Nähe gelegener Staudamm gebrochen sei. Die Bevölkerung räumte fluchtartig die Stadt. Die Nachprüfung ergab, daß der Staudamm durch die Wühlarbeit von Ratten undicht geworden war, daß aber die beschädigten Stellen durch Sandsäcke geschlossen werden konnten. Nach weiteren Meldungen aus dem Ueberschwemmungsgebiet in Alabama sind zur Rettung der bedrohten Einwohner der Stadt Elba zwei Kompagnien Soldaten entsandt worden. Ihre Vorhut befindet sich noch 12 Kilometer von Elba entfernt. Sie hat bisher 37 Personen, zumeist Frauen und Kinder, von Dächern und Bäumen gerettet. Das Wasser im Ueberschwemmungsgebiet beginnt zu fallen. Die Rettungsmannschaft meldet, man könne Einwohner von Elba auf den Hausdächern sehen. Sie begeben sich in Motorbooten an das Rettungswerk. Wie weiter berichtet wird, stieg das Wasser in Elba bis an die Dächer der höheren Gebäude und überflutete kleinere Häuser vollständig. In der Gegend von Castleberry reichen die Fluten bis an die Dachtraufen. Auch hier haben sich die Einwohner auf die Dächer geflüchtet. * New Orleans, 15. 3. Nach einer Meldung aus Pensacola sind die Orte Flomaton und Brewton in Alabama ebenfalls durch das Hochwasser abgeschnitten. 10000 Menschen befinden sich in Gefahr und sind ohne Lebensmittel. er bis Erlach abgetrdem er endlich gerettel war, wurde Großfener in einer Spinnerei der ve. Eschnege, 15. 3. benachbarten Frrega. Jacht entkand in dem der Eberhardt ein Großfener, das an dem fand, nch mit rasender Geschwindigkeit ausgehäuge und. ganze Fabrikein großes Wohnhaus, in dem sich Fabrie und Wohns 50 Arbeit. brannten aus. Etwa geworden.. Brand erwerbslos Die Entstehungsursache des Brandes wurde noch nicht ermittelt. Das Radunger Nathaus abgeerannt Feuer auch im angrenzenden Stadtteil Kopenhagen, 15. 3. und ließ die Flammen noch heftiger aufschlagen. Der Feuerwehr gelang es schließlich, das Feuer zu bekämpfen, doch sind außer dem Rathaus acht andere Häuser, meist Geschäftshäuser, vollkommen in Asche gelegt. Im Rathaus in Stavanger, der großen norwegischen Handelsstadt, brach gestern nachmittag Feuer aus, das schnell das ganze, fünf Stock hohe Holzhaus ergriff und niederlegte. Von einem heftigen Wind begünstigt, sprangen die Flammen auf die Nachbarhäuser über, und bald stand der ganze aus Holzhäusern bestehende Stadtteil in Flammen. Es war nicht möglich, alle wichtigen Dokumente aus dem Rathaus zu retten. Co verbrannten unter anderem das Strafarchiv der Polizei und die Rechnungsbücher des Elektrizitätswerkes vollständig. Ein großes Lager beschlagnahmten Schmuggelsprits, das sich im Keller des Polizeigebäudes befand, explodierte Berlins Geschenk zu Einsteins Geburtstag + Zuckerrohrfelder in Flammen Havanna, 15. 3. Der Zuckerrohrplantagen Distrikt Violeta ist von schweren Feldbränden heimgesucht, die vom Wind dauernd weitergetragen werden. Der Verlust an auf den Feldern verbranntem Zuckerrohr beträgt etwa 32½ Millionen Pfund; das entspricht schätzungsweise etwa 75000 Sack fertigen Zuckers. Wie aus Oriente gemeldet wird, stehen auf den Plantagen der United Fruit Co. ebenfalls ausgedehnte Feldflächen in Brand. Es besteht wenig Hoffnung, daß die Brände zum Erlöschen kommen, so lange kein Regen fällt. Aufreiwillige Eisschollenfahrt Würzburg, 15. 3. Bei Langenprozelten trieben heute nachmittag sechs Reichswehrsoldaten des Würzburger Insanterie=Regiments, das dort Eissprengungen vornahm, auf einer Eisscholle ab. Man verständigte rasch das Bezirksamt Lohr von dem Abtreiben der Scholle. Das Amt veranlaßte, daß Seile von der Lohrer Mainbrücke heruntergelassen wurden, an denen sich die Soldaten beim Passieren der Brücke festhielten. Auf diese Art wurden fünf Mann gerettet. Bei dem sechsten riß das Seil, er konnte jedoch „Landhaus Einstein“ heißt seit dem 14. März in Neu=Cladow an der Havel ein Einfamilienhaus, das die Stadt Berlin dem weltberühmten Gelehrten Professor Albert Einstein mit Wohnrecht auf Lebenszeit zur Verfügung gestellt hat. Diese Ehrung ist ebenso schön wie klug, da die Stadt Berlin ihren großen Mitbürger dadurch umso fester an die Reichshauptstadt bindet. Deutsche bauen ein irisches Kraftwerk K as Das Elektrizitätswerk am Ehannon in Irland steht kurz vor der Fertigstellung. In jahre langer Arbeit haben deutsche Ingenieure und Arbeiter das Kraftwerk errichtet und ihm die modernste Inneneinrichtung gegeben.— Das Großkraftwerk soll ganz Irland mit Strom versorgen. Ein Förderkorb abgestürzt Aachen, 15. 3. Gestern abend ereignete sich auf der Grube „Carolus Magnus“ bei Pahlenberg bei Einfahrt der Nachtschicht ein schwerer Unfall, der jedoch, soweit bisher die Ermittlungen ergeben haben, kein Menschenleben gefordert hat. An dem Förderkorb, der mit 68 Bergleuten besetzt war, riß aus bisher unbekannter Ursache das untere Seil. Der Förderkorb sauste in rasender Geschwindigkeit in die Tiefe, blieb jedoch durch einen glücklichen Zufall an der Sohle in der Schachtzimmerung hängen und stauchte sich. Die Zimmerung wurde vollkommen zertrümmert, und die Bergleute mußten von oben her aus dem schwerbeschädigten Förderkorb herausgeholt werden. Fünf von ihnen haben schwere Verletzungen erlitten. Explosion unter dem Pflaster Ein Fuhrwerk hochgeschleudert Köln, 15. 3. In Altenkirchen(Westerwald) ereignete sich eine schwere Explosion. Von den Einsteigeschächten der Kanalisation lösten sich eine Anzahl der bis zu drei Zentner schweren Deckel, die mit großer Wucht bis zu 25 Meter hoch in die Luft geschleudert wurden. Die Fenster der Häuser am Marktplatz und in der Nachbarstraße gingen in Trümmer. Verschiedene Häuser weisen leichte Risse auf. Ein Ochsengespann, das gerade über einem Kanaldecket hielt, wurde hochgeschleudert, wobei eines der Tiere in die Kanalisation rutschte. Das andere erlitt schwere Verletzungen. Einzelne Personen wurden leicht durch lassplitter verletzt. Anscheinend war aus einem Tank, der gereinigt werden sollte, eine größere Menge Benzin abgelassen worden, das in die Kanalisation gelangte und dort auf noch nicht geklärte Weise zur Entzündung kam. Immer noch Dampfer im Eis Die Arbeit der russischen Eisbrecher Fischerhütte, 15. 3. .. Die russischen Eisbrecher setzten ihre Arbeit im Nordostseekanal fort. Die Kunde von der Ankunft der Helfer hatte sich rasch verbreitet. Die Ufer des Kanals waren dicht besetzt von Schaulustigen, die den Schiffen weite Strecken das Geleit gaben. Nach ¼3 Uhr wurde die Weiche Breiholz passiert, wo der seit dem 9. Februar eingefrorene Schlepper chulau“ befreit wurde. Er schloß sich sofort den Dampfern an, denen bereits zwei andere Schlepper folgten. Um ¼4 Uhr wurde die Niederung Offenbüttel erreicht, die weit hinaus völlig überschwemmt war. Im letzten und schwersten Teil des Kanals liegen noch fünf Dampfer vom Eise eingeschlossen. Das Kind suchte die Mutter... und fand sie ermordet Frankfurt a.., 14. 3. Gestern hat in dem Ort Lorsbach i. T. ein Schlossermeister seine Frau erdrosselt und sich dann vom Zuge überfahren lassen. Das zehnjährige Kind, das jüngste des Ehepaares, merkte morgens gegen 6 Uhr, daß die Mutter, bei der es im Bett schlief, sich nicht an ihrem gewohnten Platze befand. Es stand auf und suchte nach der Mutter und fand sie tot im Wohnzimmer auf dem Sofa. Die Kleine benachrichtigte sofort die Polizei. Inzwischen wurde von der Bahnverwaltung in Lorsbach gemeldet, daß sich ein Mann vom Zuge habe überfahren lassen. Der Selbstmörder wurde als der Ehemann der erdrosselten Frau erkannt. Aeias #44 WE AEESDEATT Waecmeeracheicer Berliner Börse vom 15. März Schwankend Die Haltung des Effektenmarktes war am Freitag überaus schwankend. Zunächst bewegten sich die Kurse auf fast allen Märkten aufwärts, späterhin aber ergaben sich empfindliche Rückgänge und erst gegen Schluß der Börse besserte sich die allgemeine Tendenz. Am Rentenmarkt notierten Ablösungsanleihe 54, Neubesitzanleihe 12.50 Prozent. Schifffahrtsaktien und Bankaktien konnten sich im allgemeinen behaupten. Von den Montsnaktien verloren Mannesmann 3½ Prozent infolge des Gerüchtes, daß ein sehr ungünstiger Abschluß zu erwarten sei. Am Elektromarkt gingen die anfänglichen Gewinne fast überall wieder verloren. Von den Kunstseidewerten gewannen Bemberg anfange 7 Prozent, gingen dann aber wieder auf ihren Anfangskurs zurück. Der Satz für tägliches Geld war 6¾—8¾ Prozent, für Monatsgeld 7½—8½ Prozent. Der Privatdiskont blieb unverändert. Nachbörse. Bei größter Geschäftsstille neigte die Tendenz eher weiter zum Nachgeben. Nur Siemens und Mannesmann lagen auf kleine Deckungskäufe nur geringfügig gebessert. Ablösungsschuld 12.30, Reichsbank 304½—¾, Adler 56. Berger 370, Berlin-Karier. 67¾, Fahlberg List 107, Stöhr 182, Burbach 215, Kalindustrie 219, Barmer Bank 141, Danatbank 276. Deutsche Bank 171, Dresdener 168¾, Diskonto 163, Hapag 126½. Nordd. Lioyd 125. A. E. G. 167—¼, Bemberg 360½, Bergmann 206, Charl. Wasser 118. Dessauer Gas 214%, Erdöl 120¼, Lieferungen 162½, I. G. Farben 244½—¾, Gelsenberg 127, Gesfürel 227½. Harpener 135, Holzmann 124, Kall Aschersleben 211, Karstadt 225½, Klöckner 105½ Köln-Neuessen 118½, Mannesmann 115, Mannsfeld 125½, Oberkoks 102, Phönix 94, Rhein. Braunk. 289, Rheinstahl 123, Rütgers 92⅜, Salzdetfurth 312, Schuckert 217. Siemens 371½—¾. Glanzstoff 427, Stahlverein 92¼, Westeregeln 216, Waldhof 258. * Frankfurter Abendbörse Still— Kurse knapp behauptet An der Abendbörse herrschte Geschäftsstille. Die Kurse waren, trotz der festeren New Yorker Anfangstendenz, meist nur knapp behauptet, da die im Zusammenhang mit den Dividendenreduktionsgerüchten schwache Haltung der Mannesmannaktien verstimmte. I. G. Farben waren unverändert, dagegen lagen Zement Heidelberg, Schuckert, Montecatini und Svenska etwas fester. Der Anleihemarkt war fest und umsatzlos. Am Freiverkehrsmarkte nannte man für die amerikanischen Kunstseidenwerte höhere Kurse. Glanzstoff 63, Bemberg 81, Enka 51 Dollar. Erheblich weniger Arbeitslose Das Landesarbeitsamt Westfalen berichtet über die Lage auf dem westfälsch-lippischen Arbeitsmarkt in der Woche vom 7. bis 18. März 1920 u..: Die durch die Witterung und die Frühjahresaison bedingte Belebung des Beschäftigungsgrades hat in der vergangenen Woche zum erstenmal in diesem Jahre eine erhebliche Verminderung der Gesamtzahl der arbeitslosen Hauptunterstützungsempfänger gebracht. In der Arbeitslosenversicherung ist eine Abnahme von 7930, in der Sonderfürsorge von 812 Personen zu verzeichnen. Die Zunahme der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisenfürsorge um 362 Personen ist in der Hauptsache nicht wirtschaftlich begründet, sondern darauf zurückzuführen, daß der Personenkreis dieser Unterstütrungesart nunmehr auf die meisten, bisher noch susgeschlossen gewesenen Berufsarten ausgedehnt worden ist. Insgesamt beträgt die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger 177 000 gegenüber 185 389 in der Vorwoche. Auf die Arbeitslosenversicherung entfallen 102 428, auf die Sonderfürsorge bei berufsüblicher Arbeitslosigkeit 64 491 und auf die Krisenfürsorge 10081 Personen Die größere Zahl der Abgänge in der Arbeitslosenvereicberug entfällt auf die Seisonberufe. Einschließlich dieser Unterstütstengruppe hat sich die Zahl der berufsüblich arbeitslosen Hauptunterstützungsempfänger um 5750 verrtngert, während die übrigen Berufsgruppen eine Abnahme von 2992 aufzuweisen haben. Die Notstandsarbeiten eind zum Teil wieder aufgenommen worden: die Zahl der Notstandearbeiter betrug 1302 gegenüber 419 in der Vorwoche. Für die Arbeiten am Hengsteysee (Berirk Hagen) wurden allein rund 450 Arbeiter eingestellt. Wis weit in den kommenden Wochen der Arteitsmarkt durch die Beschäftigung in den Saisonberufungen eine Besserung erfährt, wird in der Hauptsache von der diesjührigen Entwicklung des Bauarbeitsmarktes abbängen. Von rund 80.000 berufsüblich arb-üslosen Hauptunterstützungsempfängern der Arteitslosenversicherung und der Sonderfürsorge am 31. Januar d. J. gehörten rund 54 000 dem Bauxswerbe an. Notizblock Brown, Boveri u. Co..-., Mannheim: Aus 1 960000(i. V. 1 470000) RM. Reingewinn werden wieder 9 Prozent Dividende verteilt. Das Aktienkapital, das im Berichtsjahr um 10 Millionen erhöht wurde, beträgt Jetst 25 Millionen RM. Kupfer steigt weiter Das Internationale Kupferkartell hat seinen Verkaufspreis cif Nordsechäfen um weitere 50 Punkte auf 20.75 Cents erhöht. Der Pfandbriefabsatz bei der Preußischen Landespfandbriefanstalt ist befriedigend. Der Gesamtumlauf an Pfandbriefen und Kommunalobligationen der Preus. Landespfandbriefanstalt hat bereits 150 Millionen Goldmark überschritten. Auf Zeit gehandelte Werte der uneuse u sezümer klangel=Ges... 221.00 Commerz= u. Priv.=Kank.: 197.00 Hornos u. Karlonalok.:: 27.3 Deutsche Bank...... 171.23 Diskonto Komm..... 169.00 Dreianer hans.::..: 16.78 Mitteld, Kredit-Bk.....— 4. 0 für Verkehrswesen 166.00 Di. Reichsbahn Vorz.-Att 20.30 Hambg.-Amerik. Pak.. 127.50 „. Rochbahn.....— Hans Dampisch...“: 19940 Roradentsch. Lord...:. 125.40 Alsg. Elektriz.-Gez.::.: 167.0 Payer Rotoren...... 192.0 vemders.......: 369.0 Bergmann Eiektr...... 207.0 Berl. Maschinenbau.... Buackerus Eitenu...... 79.90 Charlotibs. Waater.... 119.400 Shade....:.:: 45000 Cont. Caoutehoue..... 149.400 Daimier Benz...... 30.50 Dessauer Gas....... 215.7 Deutsche Eradi...... 122.00 " Linoleum.... 332.75 : Nauchinen.... 320 Druamit A. Nobel..... 163.00 Eiektrixitäts=Lief.... Fiektr. Licht und Krat.: 210.390 Lasener Steinkohle...: 125.0 I. G. Farbenindustrie... 245.75 Feldmöhle.......: 221.25 Felten u. Guisleaume... 140.30 Gelsenkirch. Bergw.... 128.0 Gen. f. eiekeir, Untern.:: 220.0 Th. Golsschmiat....: 32.023 kamburger Elekt......— arpener Bergbau.... 197.00 HHoesch Eisen u. Stahl...— Ph. Holzmann....... 124.0 ise Berebaa......: 215.0 Kallwerke Aschersseben.. 213.975 arstet u..... 27.3 Kisetner Peiste:::::. 10.39 Köln=Neuessener Bew.:: 119.30 Ludwig loeve...... 213.978 Mannesmannröhren.... 119.28 Mansfelgder Beradau.... 125.975 Retalld. und Retallurz. Mitteldeutscher Siahl... National Automob..... 38.00 Forach, Volle....... 140.00 Oberchl. Eled.=Bedarf 97.125 Oberschl, Kokewerke..: 109.73 Orenstein 8 Koppel.... 35.90 Airs.###::.:.3 Phönix Beradau.......75 let e...::: 37.65 Rhein, Braunk. u. Br. 292.00 . Elektr. Werk... 161.90 Stahlwerke.... 125.00 Khein, Westf. Elektr.... 226.978 A. Hiedek.-sonaen.::: 30.5 Rutgerswerks....... 89.00 Saladerfurth Kall..... 313.00 Schles. Eiekt. u. Gas La. S 210. 90 Schles, Portland Zement. 197.30 Schuber 8 Saler..: 313.39 Schueker amp;Co.....: 22000 Schusthels=Patzenk..... 291.0 Siemens 8; kialske..... 376.00 Syeneka......... 465.0 Thöringer Oas...... Leonhurd rlett...... 269.29 Fransracio.-0.:::.: 19200 Ver. Glanzet Eiberf.... 432.00 Stahlverke... 92.028 Vesteregein Alball.... 212.00 Tellstoff Waldhof..... 289.00 diari Münen u. Eis.... 69.28 uu m 219.30 190.25 5 5 171.00 163.00 95 3 uu m .75 95 5 99.33 123.00 167.25 190.39 90 35 0 0 2# 05 100.25 5 35 170.00 162.00 167.50 184.30 ch 5 99. 99 20 75 77.625 92. 05 123.50 165.50 54.05 139.0 335.75 4. 35 120.30 331.00 900 95 05 204.30 90. 50 .50 18.30 461.30 137.00 55.125 1X 05 121.75 35 5 50.50 162.50 200.75 124.00 45 5 222.00 140.30 13.40 61.75 219.80 B 123.30 245.00 127.25 .0 2 5 105.125 118.30 1 8 114.30 123.30 31.00 122.30 #.0 164.75 90.23 9n 3 85.25 25. 20 94.25 34.5 289.30 910 23.25 23 35 92.375 312.30 201.0 91 5 1 5 217.25 273.00 971.25 401.00 150.75 208.50 131.30 427.0 92.7 1000 239.50 66.20 9 50 27.00 239 87.875 933 34.39 110.75 22.00 212.30 25 08 105.00 10 0 210.25 115.29 124.550 131.00 22.00 92.25 .50 95.75 95 5 85.0 251 99 93.0 8 93 299.73 11.0 124.00 B 31 9 130.0 92. 05 135 50 105 5 190.50 310.0 279.75 372.75 404.00 140.50 250.0 131.50 138 91.75 214.30 239.0 68.75 Kussa-Kurse Letzte Divid. Ankerwerke Bielel. Nech. Weberei Ghakar Dörisller.... Ubürkopp Stamm-Akt. do. Vorz-Akc..: Giüchemeister& Co... F. Czundlach..... sostmann Stürke... Kochs Adler-Nahm..: Rareneherger Spinn. II. Siadick& Co..: Vog& Woll.... 13. 3. 240 0 87 00 605 34 00 14. 3. 243 00 87.00 1900 34 00 119.78 93 00 7 6 20 #4 0 119 75 95 00 76 50 93 00 Nach den Kurssprüngen um die Monatswende des Februar, die den Kunferpreis in einer Woche s0 stark emporschnellen ließen, wie im Dreivierteljahr 1928, ist eine Pause in der Kursbewegung des Kupfers von knapp 14 Tagen eingetreten. Es zeigt eich jedoch, daß weder die Geldverteuerung an den internationalen Kupfermärkten, noch die Heranzichung von Surrogat-Metallen dem Kaufandrang Einhalt bieten können. Mit dem jetzigen Preis von 20.75 Cents ist das Kupfer über den Preis des Aluminiums hinausgegangen und hat selbst die Erwartungen der kühnsten Spekulanten überschritten. Geht man den Gründen für die fortwährenden Preiserhöhungen nach, so kann man nicht behaupten, das sie in verteuerten Produktionsbedingungen zu suchen sind. Durch die rationalisierten Betriebseinrichtungen der Minen stellen eich die Gestchuggskosten unter günstigen Verhältnissen auf etwa 7 Cents pro Pfund. Die Kupferpreissteigerungen haben ihre Umache nur in dem Preisdiktat des amerikanischen Kupfersyndikates, das sich deshalb s0 leicht durchführen IAßt, weil das Syndikat zurzeit etwa 92 Prozent der Weltproduktion kontrolliert. Was die Folgen der Kupferpreissteigerung anbelangt, so mus man sich vor Augen halten, daß von der gesamten Kupferproduktion etwa 60 Prozent in der elektrischen Industrie verarbeitet werden, während der Rest zur Herstellung von Legierungen Verwendung findet. Wie die Verhältnisse zurzeit liegen, kann die Elektrotechnik das Kupfer für die Herstellung von Leitungen kaum durch gleichwertige andere Mittel ersetzen; dagegen ist die Autompbilindustrie wohl in der Lage, sich der Ersatzstoffe in größerem Maße als bisher zu bedienen. Ob dadurch aber ein Druck auf die Produzenten auszuüben sein wird, ist sehr fraglich. Zwecke der Umwandlung der Inhaberaktien in Namensaktien und Einschränkung der Uebertragung der Aktien. Landesrat Bothmann begründete eingahend die Notwendigkeit dieser Maßnahme, mit Hilfe deren es verhindert werden soll, das die Westfälische Landeseisenbahn-Gesellschaft, die durch den Restaufkauf der Aktien am 7. Dezember 1928 ein rein kommunales Unternehmen geworden sei, wieder teilweise in Privathände überginge. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Es wurde noch mitgeteilt, daß für das Geschäftsjahr 1928 wahrscheinlich mit der Ausschüttung einer Dividende zu rechnen sei.(Hauptversammlung in etwa sechs Wochen.) * Kölnische Feuer- und Kölnische Untallversicherung.-G. Colonis, Köln: Dividendenvorschlag 20 Prozent. Rückversicherungs.-G. Oolonia, Köln: Dividendenvorschlag 20 Prozent auf 250 000 RM. eingezahltes Aktienkapital. Schermbecker Ton- und Falsziegelwerke.-G. verteilt 18 Prozent Dividende. Süddeutsche Disconto-Gesellschaft: Wieder 8 Prozent Dividende, höhere Liquidität, Woll-Wäscherei und-Kämmerei Döhren: Dividendenvorschlag: 12 Prozent auf 5(. V. 4) Millionen RM. Aktienkapital. Amerika über unsere Wirtschaftslage Der Kampf gegen die englischen Stoffe Aus Fachkreisen wird uns geschrieben: Die Tuchindustrie hat in geschickter Weise die Reichswerbewoche der Herrenmaßschneiderei mit einer Werbung für deutsches Tuch verbunden. Diese Werbung wird aber solange den gewünschten Erfolg nicht bringen können, als gleichzeitig von den Maßgeschäften englische Stoffe in größerem Umfange in den Vordergrund ihres Angebots gestellt werden. Vielbesprochen wird die kommende Neuregelung der Bedingungen der deutschen Tuchkonvention. Es wird auf den weiteren Wettbewerb zwischen deutschen und englischen Stoffen auf dem deutschen Markte von großem Einfluß sein, wenn es gelingt, bei dieser Neuregelung der Bedingungen eine weitgehende Befriedigung der Wünsche der Abnehmer zu erzielen. Sicher wird es den Tuchfabrikanten nicht möglich alle Wünsche der Abnehmer restlos zu erfüllen, und auch der Abnehmer muß der schwierigen Lage der Industrie etwas Rechnung tragen. Es dart aber doch nicht vorkommen, daß ein so erheblicher Teil der Abnehmer durch die Festsetzung der Bedingungen in eine scharfe Opposition gedrängt wird. Zunahme der Riesengesellschaften Am 31. Dezember 1928 bestanden im Deutschen Reich 11 842 Aktiengesellschaften, davon sind 152 mit noch nicht umgestelltem Kapital. Das Kapital der zu zählenden 11 690 Gesellschaften betrug 22 885 Mill. RM.: dem Kapital nach ist gegenüber dem Vorjahr ein Zugang um 1343 Mill. R M. zu verzeichnen. Das Durchschnittskapital ist von.8 auf.95 Mill. RM. gestiegen. Die Bedeutung der Klein- und mittleren Gesellschaften ist gesunken. Auf Riesengesellschaften mit einem Aktienkapital von 50 Mill. RM. aufwärts entfallen 35.5(1. V. 34,1) Prozent des amtkapftals. Das höchste Durchschnittskapital haben die Beteiligungsgesellschaften, die Elektrizitäts-, Gas-, Wassergesellschaften. Am niedrigsten ist das Durchschnittskapital im Handel. Gebr. Stocversand, K. G. a.., Rintein. Die Gesellschaft(Glasfabrik) erzielte einen Reingewinn von 105 855(1. V. 32 931) RM., woraus eine Dividende von 4(l. V. 2) Prozent auf eine Million RM. Stammaktien und 20 RM. für Genußscheine verteilt werden. Zukunftsaussichten unbestimmt. Siegener Aktien-Brauerei, Siegen I. W. Das Unternehmen erzielte einen Reingewinn von 39 413(39 286) RM. Hieraus soll eine Dividende von 5 Prozent auf die Stammaktien und 6 Prozent auf die Vorzugsaktien verteilt und 3471 RM, vorgetragen werden.— Im Berichtsjahr habe der Bierabsgtz eine weitere Steigerung erfahren. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr seien angesichts der beabsichtigten Biersteuererhöhung noch nicht zu überschen. Westfällsche LandeseisenbahnGesellschaft, Lippstadt. In der außerordentlichen Hauptversammlung stand als einziger Punkt In der am Freitag veröffentlichten Uebersicht des Washingtoner Handelsamtes über die internationale Wirtschaftslage wird in Bezug auf Deutschland gesagt: Die saisonmäßige geschäftliche Depression, die gewöhnlich ihren Tiefstand im Februar erreicht, ist zurzeit besonders ausgeprägt und zwar infolge mehrerer außergewöhnlicher und ungünstiger Faktoren, zu denen zu rechnen sind: Die durch das Reparationsproblem hervorgerufene Beunruhigung; die Ungewißheit hinsichtlich der Geldraten und der Devisentendenz; die inneren politischen Schwierigkeiten, die sich in der Fortdauer der Kabinettskrise Außern; die Verzögerung in der Annahme des Etats, der eine wesentliche Erhöhung der Steuern bringen dürfte; die gespannte Bargeldlage des Reichsschatzamtes, die die Aufnahme umfangreicher Darichen im freien Geldmarkt gezeitigt hat, und schließlich das ungewöhnlich kalte Wetter, das eine fast völlige Einstellung der Arbeiten im Freion nötig machte. Die schwebenden Verhandlungen über weitere Anleiben deuten an, daß der Bedart an Auslandsanleihen auch in den kommenden Monaten anhalten wird. Ueber die französische Wirtschaftslage heißt es in dem Bericht, daß keine wesentliche Aenderung in der seit einiger Zeit in Frankreich bestehenden günstigen Geschäftslage eingetreten sel. Verhandlungen über den Uebergang der Marsary- G. m. b. H. auf den Reemtsma-Konzern sollen kurz vor dem Abschluß stehen. * Die Verwaltung der Opel-Werke teilt mit, daß der 4 PS-Wagen wie bisher in Rüsselsheim hergestellt werden wird. Desgleichen wird das in den letzten Tagen bekanntgegebene Fabrikationsprogramm aller anderen Typen durchgeführt werden, Die deutsche Roheisengewinnung im Februar ist gegenüber Januar um etwa 1 Prozent zurückgegangen. Von 184 Hochöfen waren 96(im Jaquar 97) in Betrieb. Der schwedische Zündholztrust hat die Zündholzpreise für Schweden um 33 Prozent herabgesetzt. Hamburger Warenmarkt vom 16, März Brasil-Kaffee: In Uebereinstimmung mit der festen Haltung New Yorks und der bis 6 Pence erhöhten Brasil.-Offerten eröffnete der Terminmarkt stetig bei Preisgewinnen von ¼½ bis ½ Pig. Der Konsum hat sich noch nicht belebt. Lokoforderungen unverändert. Zentralamerik. Kaffees: Unverändert. Kakao: Ruhig. Superior Sommer Arriba AprilMai wird mit 63—63,6 ch verlangt. Reis: Ruhig, unverändert. Zucker: Stetig bei erhöhten Forderungen. Tschech. Kristalle per Mai 11.2¼, Juni 11.3¾, JuliAugust 11.5¼, Nov.-Dez. 11.6, deutscher Exportzucker prompt 11.0¾ sh per 50 kg. Schmalz: Bei fester Tendenz notieren: Amerik. Steamlard 30%. Purelard raff. 32-3270) Hamburger Schmalz 36 Dollar per 100 kg. Hülsenfrüchte und Futtermittel: Unverändert. 74 Baumwolle: Bei ruhiger Tendenz notiert Middling Universal loko 22.45 pence per lbs. Gewürse: Piment konnte sich weiter befestigen. Neiken stark gefragt und anziehend. Devisenkurse Schutz des Markkurses Die Reichsbank verstärkt ihre ausländischen Golddepot: Die Höhe der New Yorker Zinssätze bringt es mit eich, daß immer wieder Auslandsguthaben aus Deutschland zurückgezogen werden. Im Zusammenhange mit der dadurch bedingten Devisennachfrage liegt die Mark im Auslande schwach. Die Reichsbank hat dem Markt in der letzten Zeit fortgesetzt Devisen aus ihren eigenen Beständen zur Verfügung gestellt; diese Devisenabgaben betragen seit Jahresbeginn etwa 300 Millionen Mark. Vor einiger Zeit hat die Reichsbank zur Wiederauffüllung ihrer Devisenbestände aus ihrem New Yorker Golddepot 46 Millionen Mark Gold verkauft. Jetst hat die Reichsbank zur Wiederauffüllung des New Yorker Golddepots 8 Millionen Dollar Gold nach New York gesandt. Nach Eintreffen dieser Goldsendung in New York werden die Goldbestände der Reichsbank im Auslande wieder ca. 105 Millionen Mark betragen. Die Reichsbank ist also in der Lage, bei weiteren Abziehungen von Auslandsguthaben aus Deutschland jederzeit den Markkurs weiter zu stütren. Telegr. Auszahlung auf London New Vork........ Amsterdam-Rotterdam.. Brüssel-Autwerpen.... Oelo.... Heleingkors........ Italien..... Kopenhagen... Fras Schweiz Spanlen....... Stockholm...... Budapest...... Wien Geld .an 74.27 16. 33 99.405 12 25 10.592 2. 03 1295 13.24 .45 Briet am Notierung für je Einheiten. 91.35 12.45 75.37 91.145 106.90 S. 955 132.45 10.612 22.053 172.45 15.49 12.435 .14 64.63 112.97 175.31 9245 Pfund, Dollar, sonst in Monat Aürz 198 Aoril Bremer Baumwollmarkt Geld .40 1on Juli August Septemder Ofober November Dezember Januar 1950 Februar Vom Bremer Baumwollmarkt Bremen, 15. 3.(Wochenbericht) Die Bromer Baumwollvorräte gingen weiter zurück auf 551 229 Ballen(gogen 571 174 Ballen in der Vorwoche und 529 586 Ballen in der Vergleichszeit des Vorjahres). Dem Bremer Markt wurden in der Berichtswoche neu zugeführt 20 448 Ballen Baumwolle(20702 bezw. 48177), wieder ausgeführt 40 393 Ballen Baumwolle(62 435 bezw. 44 249). Schwimmend für Bremen sind zurzeit 90.000 Ballen Baumwolle(70000 bezw. 95 000). In amerikanischer Baumwolle ist die Tendenz seit Aufang der Woche unsicherer. Der amerikanische Februar-Baumwollverbrauch betrug 598 000 Ballen(gegen 668 000 im Februar). Am Bremer Baumwollterminmarkt kam zu Mitte der Woche stärkeres Angebot heraus und drückte auf die Baumwollpreise, die weiter schwankten, aber seitdem eher nach unten gerichtete Tendenz erkennen lassen. Im Effektivgeschäft der Bremer Baumwollbörse zeigte die Spinnerei wenig Interesse für Baumwolle; vereinzelt war etwas Nachfrage für nahe Sichten vorhanden.— Das Importgeschäft war klein, dagegen war das Geschäft am Platze Jebhafter. Die Bremer Lokonotierung für amerikanische Baumwolle kam unter Schwankungen von 22.41-Dollarcents per lb. am 8. März auf 22,51 Dollarcents per lb. am 15. März. Für Agyptische Baumwolle befestigte sich die Tendenz und die Notierungen konnten langsam anziehen. In ostindiseher Baumvolle Tendenz: fest. Loko: 22.31. Berliner Metallmarkt Elektrolrtkupfer(wire bars) Besisig Persuminiuon........... Hesriashe, Pe1, Sier Brascharre repihen 9 11 Venfaszung verschiedener Para= Bombay die Tendenz bei guter Nachfrage und lang, wird sicher durch Anwendung allssatzungen zum sam weiter anzichenden Preise stetig. Röhre RE 114 eine erhebliche.. Amtliche Produkten-Notierungen 15. Weizen: Märklscher 225-228 Rosgen: Mürklscher: 200-209 Braugerste...... 21—290 katergente::..: 36.—28 Wintergerste.......— Hafer Markischer. 199—203 Beisenmehl 100 Lg. 128.30-39.30 Seitentiele.::.: Sggerihes::.:.s13-43 Feasentiele Relus-1510-143 hiu ttttt:: VIktoriaerboen.... 43.00—49.00 Geschäftliche Mitteilung Besserer Rundsunkempfang Die Telefunken=Gesellschaft bringt eine neue Lautsprecherröhre heraus, die auf Grund überaus sorgfältiger Laboratoriumsentwicklung und langjähriger Fabrikations=Erfahrung die Gewähr für allerbeste Tonwiedergabe bietet. Diese neue Lautsprecherröhre führt die Bezeichnung RE 114 und gibt bereits mit verhältnismäßig kleinen Anodenbatterie=Spannungen(um 100 Volt herum) vorzügliche Lautstärke und Tenwiedergabe. Die Telesunken 114 besitzt Azidsaden und kann in jedem Empfänger eingesetzt werden. Jeder, der mit seiner Sonnabend, 16. März 1929 KNT *„ Schhalter traut, sucht passende Stellung Angebote unter Z 6533 an die FilialExpedition der Westf. N. 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Anträge auf Ueberlassung bis 1. 4. 1929 an das Städt. Jugendamt, Viktoriastr. 2. Zimmer 12. KAN Bekanntmachung. Meine auf Grund des§ 3 der III. Verordnung über die Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft vom 13. Oktober 1927 (Preuß. Ges. S. S. 195) erlassene Anordnung vom 24. November 1927 wird auf Antrag des Gemeindevorstandes mit Wirkung vom 1. April 1929 für die Gemeinde Senne II aufgehoben. Mit dem 1. April 1929 treten also für die Gemeinde Senne II die Vorschriften des Wohnungsmangelgesetzes und die dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen außer Kraft. Wegen der Mieterschutzgesetzgebung behält es bei dem augenblicklichen Rechtszustande sein Bewenden. Bieleseld, den 14. März 1929. Der Landrat: In Vertr.: Dr. Buchholz, Reg.=Affessor. Uhr: Konfirmation der Knaben, hl. Abendmahl, P. Vonhof. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Abends 6 Uhr: Prüfung der Konfirmandinnen von P. Kuhlo. Montag abend 8¼ Uhr: Besprechung religiöser Fragen im Gemeindesaal, Papenmarkt 6. Donnerstag abend 8 Uhr: Passionsgottesdienst, Beichte und heil. Abendmahl, P. Kuhlo. Jakobns=Kirche. Vorm. 10 Uhr: P. Hesselmann, Einsegnung. Vorm. 11.40 Uhr: Kindergottesdienst. Nachm. 3 Uhr: Prüfung der Konfirmanden von P. Waubke. Mittwoch abend 8 Uhr: Passionsfeier, P. Hesselmann, Beichte und heil. Abendmahl, bes. für die Neukonfirmierten und Angehörige. Paulus=Kirche. Vorm. 10 Uhr: P. Qutstorp. Konfirmation mit anschl. Beichte u. Feier des heil. Abendmahls. Vorm. 11½ Uhr: Versammlung der von P. Schneider zu Ostern vorigen Jahres und früheren Konfirmierten im Gemeindehause. Nachm. 4 Uhr: Prüfung der Konfirmanden von P. Schneider. Dienstag abend 8¼ Uhr und Mittwoch abend 8½ Uhr: Bibelstunde. Donnerstag abend 8 Uhr: Passionsgottesdienst mit anschl. Beichte und Feler des heil. Abendmahls, P. Schneider. Petri=Kirche. Vorm. 10 Uhr: P. Kortmann, Konsirmation. Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Nachm. 2½ Uhr: Tausen(Pfarrwohnung von P. Kortmann). Nachm. 3 Uhr: Prüfung der Konfirmanden von P. Mebus. lung: desaf Wy': Evangelisationsversammtung, vergr. Montag abend 8¼ Uhr. Mittwoch abend 8 Uhr: Passionsgottesdienst mit Beichte und Feier des heil. Abendmahls, be Angebörigen. mierten und deren 8 Uhr: Bibelbespreg uauu greitan abenschos gtechungs= u. GebetsgemeinJohannis=Kirche. Vorm. 10 Uhr: Sup. Köhne, Konfirmation. Vorm. 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Nachm. 4 Uhr: Prüfung der des 2. Bezirks. Mittwoch und geiers Abenbmagi;: Beichte für die Neukonfirmierten des r67. Angehörige, Sup. Köhne. „##runi=Kirche. Vorm. 10 Uhr: P. Dr. Vie##. Konfirmation. Der Kindergottesdienst gettesbsen1 PassionsAbendmahls, P. Dr. Biering. 19. Ur: Konfirmation der Kinder aus dem kornoczirk, P. Mund. Der Kindergottesdienst fällt aus. Abends 6 Uhr: Feier des heil. Abendmahls für die Konfirmierten des OstMittwoch abend p muns.. 1hr: Pasiondgottesdienst, ierichule, Eingang Schulstr.(Kollekte für das Wai#enhaus). Vorm. 10¼ Uhr: Predigt und Christenlehre, P Schöne. Freitag abend fr: Passionsgottesdienst, P. Schöne. Kartoffelkrebs. Es wird erneut darauf hingewiesen, daß in den laut Bekanntmachung vom 8. 11. 26. zum Zwecke der Bekämpfung des Kartoffelkrebses in der Gemeinde Brackwede gebildeten Sperrbezirken nur krebsfeste Kartoffeln angebaut werden dürfen. Durch eine scharfe Kontrolle wird festgestellt werden, ob die polizeilichen Anordnungen befolgt werden. Verstöße müssen rücksichtslos geahndet werden. Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr Gefängnis und Geldstrafen bis zu 10000 RM. können die Folge der Außerachtlassung der getroffenen Anordnungen sein. Krebsfestes Saatgut kann in diesem Jahre bei den vertraglich verpflichteten Händlern A. Steinkröger, Brackwede, Hauptstr. 154 und E. Mense, Brackwede, Bergstraße 15 sofort angemeldet und nach Ankunft bezogen werden. Brackwede, den 15. März 1929. Die Polizeiverwaltung. Katholischer Gottesdienst. „„St Jodokuskirche, Klosterplatz. Vorm727 uor: Hl. Messe. Vorm. ½8 Uhr: Frühgesse, mit Predigt und gemeinschaftlicher bl. Kommunion der Jungfrauen. Vorm. 8¼ Uhr: Predigt(nur für Schüler und Schülerinnen). Vorm. 9¼ Uhr: Hochamt mit Frezist: Vorm. 11¾ Uhr: Hl. Messe mit Abends 6 uuhrn 343 Uhr: Christenlehre. Fastenandacht mit Predigt. „„„St. Josephskirche, Kaiserstr. 7. Vorm. ½48 schaftlscher Bl. s mit Predigt und gemeinVorm. 10 Uhr: ge Junstrauen. g vhr: Fasen.... Predigt, Abends un:„ stenandacht mit Predigt. St. Franziskus=Hospital, Bürgerweg 21. Vorm. 6 Uhr: Hl. Messe. Nachm. 5 Uhr: Anbacht mit Segen. 153 Kapelle in Sieker. Vorm. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 1 Million 101112 auch in Teilmengen, zur fortlaufenden Lieferung in den Sommermonaten, preiswert franko Baustelle abzugeben Reflektant.wollen ihre Adressen unter K 00. 2380 an die Exped. d. Westf. Neuest. Nacht. abgeben Kirchlicher Anzeiger Judica Altstädter Nikolai=Kirche. Vorm. 10 Uhr: P. Köhler, Konfirmation. Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienst, Weststr. 4. Nachm. 4 Uhr: Prüfung der Konfirmanden von P. v. Sicard. Der. Abendgottesdienst um 6 Uhr fällt aus. 8 Uhr: Passions=Jugendgottesdienst. monrag abend 8½ Uhr: Bibelstunde für weibl. Jugend, P. Köhler. Mittwoch abend 8½ Uhr: Gemeindebibelstunde, Weststr. 4, P. v. Sicard. Freitag abend 8 Uhr: Passionsgeg#esdienst. P. v. Sicard. Sonnabend abend 525 Uhr: Musikalische Wochenschlußfeier. Neustädter Marien=Kirche. Sonnabend abend 8 Uhr: Beichte für die Konfirmanden und deren Angehörige. Sonntag vorm. 10 Sonnabend abend.10 Uhr: Beichte und Abendmahl in Zion, P. TegtGesteg 8½ Uhr: Passionsmermenst, P. Michaelis. Vorm. 9 Uhr: P. Ronicke. Vorm. 10 Uhr: P. Voigt. Vorm. Prüfung der Sanzturngugg 1 Frufung der Konfirmanden. Passinosgottesdienste: Dienstag abend 7½ Uhr, P. Michaelis. Donnerstag abend 7½ Uhr, P. Michaelis. Eenne I. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Beichte Beichte her u. uhr: Vorm. 10 ubr Pörigen der Konfsitrmanden. des beil uner Konsitrmation, anschl. Feier onend## pendmahls, P. Schaub. Mittwoch aveno 172 Uhr: Passionsgottesdienst. ker. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst, P. Weller. Vorm. 11½ Uhr: Kindergotkesdienst Vorm. 11½ Uhr: Kindergottes#st ir. Schm. 11(Entlassungsseier). Nachm. der Konsitrmanden udr: Prütung des Südbezirks, P. Knolle. Schildesche. Vorm. 10 Uhr: Konfirmation, „##Spogann, Einführung der Presboter. Daulmang. 5 Uhr: Abendmahlsfeier börige, P. Sogm. weigenn. Freitag abend 5 Uhr: PrPengangn mit Abendmahlsseter, Elimkapelle in Endbrack. Vorm. 10 Uhr: Mittwoch abend 8 stenkirche, Hermannstraße 24. Lexm.,10 Uhr: Passionsgottesdtenst. Vorm. Baslionsandach. abend 8 Uhr: Erangelische Gemeinschaft, Augustastr. 2. Vorm. 10 Uhr: Passionspredigt. Vorm. 11 Uhr: Sonntagsschule. Abends 7½ Uhr: Gewerstag apend Chrisliche Versamminag 10. ald.:„Lirche Christi Wissenschaftl., Biele. ##### v. Bürgerweg 50. Gotteddienste: Sonntag vorm. 10 Uhr und Mittwoch abend Rsen e Peaich eir Sesthrnsih ersammihen nar sedermann. A Sonnabenb, 16. März 1929 Ketute Aunzulusr Pretar Meiterr Wesisälische Neueste Nachrichten Die ketzten Neuerscheinungen#inden die stets preiswert und in vielseitiger Auswahl bei I. Buddeberg. Wer sich geschmackvolt Rleiden will, geht zu Buddeberg. Private Oberrealschul- Lebrgänge (m. wahlfr. Latein). Vorb.-Ziel: Oll-Reise. Abit. Anmeld.: Dr. Becker, Niedernstr. 23 Leitart Neule Neu! Biochemisches Brot Ich suche für Dame aus ersten Kreisen, 45 Jahre alt, kath., mit zirka 7 Millionen Mk. Vermögen und zirka 20000 RM. monatlichem Einkommen einen weltgewandten, gebildeten, großen, stattlichen Herrn.(Akademiker, Fabrikant etc.) R. Aurand, Bielefeld Märkische Straße 24 Telefon 5411 Junger, strebsamer Kaufmann, in leitender Stellung, 30., wünscht zwecks Heirat hübsche, evgl. Dame, mittl. Größe, gute vollschlanke Figur, kennen zu lernen. 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Gloria-Palast Auf vielseitigen Wunsch veranstalten wir am VER REE SU USATNALIS Dienstag, den 19. März eine einmalige mit dem Film: Nicht anonym. Off. u. T. 318 an die Filiale der Westf. N. Nachr., Bahnhofstr. 34. Heiraten werden streng reell, diskret vermittelt. Zahlzeiche Anmeldungen liegn vor. R. Aurand Obersekretär i.., Bielefeld, Märkische Straße 24. Tel. 5411. 30.2 8 Akte In weiteren Rollen: Jean Angelo, Gregory Chmara de Wüst, Elza Temary. Warwick Ward. Hermannnens u. Beine neide Hierzu: Der sensationelle Wildwest-Film Deir Riegenue-Brouligum Waschanstalt Tiemann 6 atemraubende Akte mit Richard Grace Im Beiprogramm: Die neue Ufa- Wochenschau Für die Vorstellung haben Karl Blume und Dr. Friedrich Castelle abermals ihre Mitwirkung zugesagt u. ihr Programm erweitert. ##rl, Alume singt wieder Lonblieder zur Laute seiner eigenen Vertonung Or Castelle apricht wieder heitere Geschichten von Nermann Löns. wäscht Ihresämtl. Wäsche schnell, sauber u. billig. Spezialltät: feine Herrenwäsche, Gardinenspannen. Detmolder Str. 70. Unsere Agenturen nehmen Abonnements. estellungen auf unsere Zeitung sowie Anzeigen, auch zu Originalpreisen an. Sichern Sie sich zeitig Plätze im Vorverkauf, ab heute, an unserer Theaterkasse. Kassenöffnung am Dienstag abend 10.30 Beginn 10.45 Uhr. estfälische Neueste Nachrichten Nr. 64 ###tes Blatt P a DTc! „Die schwarze Hand“ Castrop, 15. 3. Ein Kaufmann in der Altstadt erhielt in der letzten Zeit mehrere Briefe, in denen er aufgefordert wurde, an bestimmter Stelle und in einem Lokal größere Geldbeträge zu hinterlegen. Die Briefe strotzten von Frechheit in der Ausdrucksweise. Das Wesen wurde noch dreister, als der Kaufmann sogar auf Postkarten aufgefordert wurde, der Forderung nachzukommen. Briefe und Postkarten trugen jedesmal die Unterschrift:„Die schwarze Hand“. Endlich ist es geglückt, Licht in diese dunkle Sache zu bringen. Zwei Burschen im Alter von 20 und 22 Jahren konnten hier festgenommen werden, die als Täter in Frage kommen. Aber nicht nur die Erpressung konnte ihnen nachgewiesen werden, sondern auch verschiedene Diebstähle. In dem Café N. an der Münsterstraße haben sie einen Diebstahl ausgeführt, wodurch ein Studienrat geschädigt wurde. Ferner entwendeten sie auf einem Tanzboden einer Dame eine Handtasche mit Inhalt. w. Borgholzhausen.(Krankenhauserweiterungsbau.) Das seit langen Jahren bestehende Bedürfnis nach einem größeren Krankenhause wird nunmehr durch einen Krankenhauserweiterungsbau behoben werden. Die Vertretung der evgl. Kirchengemeinde hat in ihrer letzten Sitzung den Erweiterungsbau endgültig beschlossen. Mit der Ausführung soll unverzüglich begonnen werden. Die Jauleitung ist dem Architekten Schlienkamp(Halle i..) übertragen. br. Herford.(Die Werrefrißt Land.) Auch das letzte, wenn auch an Ausmaß bedeutend kleinere, Hochwasser der Werre, das hier als Folge der Schneeschmelze gemeldet wurde, hat wieder an den verschiedensten Stellen die Uferböschung angenagt. Viele Kubikmeter Boden sind vom Wasser verschlungen worden. Teilweise ist sogar Ackerboden von der Werre weggerissen worden. Je länger hier die Befestigungsarbeiten hinausgeschoben werden, desto schwieriger wird es sein, der immer mächtiger und breiter werdenden Werre das Land wieder abzugewinnen. br. Diebrock.(Gefaßter Einbrecher.) Einen guten Fang machte hier die Polizei. In den letzten Tagen war bei einer Witwe in Diebrock eingebrochen worden. Die Polizei nahm den Dieb am zweiten Tage nach der Tat fest. Das Diebesgut hatte er bei einem Freunde in Hersord untergebracht. So konnte der Bestohlenen ihr Eigentum wiedergegeben werden. br. Bünde.(Professor Langewiesche tritt in den Ruhestand.) Der um die Heimatforschung sehr verdiente Professor Langewiesche(Bünde) legt am 1. April ds. Is. sein Lehramt am Gymnasium zu Bünde nieder. Herr Langewiesche tritt in den Dienst des wissenschaftlichen Instituts. Seinen Wohnsitz wird er voraussichtlich in Bünde beibehalten. br. Löhne=Bischofshagen.(Konmunale Fragen im Bürgerverein.) Die Generalversammlung des Bürgervereins LöhneBischofshagen fand im„Hotel zur guten Hoffnung" statt. Der Vorsitzende erstattete zunächst den Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr, dem der Kassenbericht folgte. Einer Ausgabe von nur 43,02 Mark stand ein Einnahmeposten von 222,30 Mark gegenüber, so daß ein Bestand von 179,28 Mark verbleibt, der auf die nächste Rechnung vorgetragen werden soll. Die Vorstandswahl ergab einstimmige Wiederwahl des alten Vorstandes. Im Mittelpunkt der Versammlung stand ein Vortrag von Katasterinspektor Jürgens(Bünde), der ein Referat über Kommunalpolitik hielt. Nach dem Vortrag fand eine lebhafte Aussprache statt. Jnsbesondere waren es Verkehrsprobleme, die sich mit der Schabtiste;. So befaßte man dung göhneFish Tay“ Sehr hestPetrat die. werden vom Bürgerverein unterstützt werden. Alter.) Herr Friedrich K öhler feierte seinen 80. Geburtstag. gmt#####otho.(Vom Arbeitsmarkt.) Im Amtsbezirk Vlotho wurden in der letzten Berichtswoche 474 männliche, 130 weibliche und 113 jugendAisr Po2 in heie unterstützt, zusammen 717 gegenPersonen Krisenunterüitszun. ünung. Die Zahl der ZuVorwoche. Au Personen Krisenunternutzung. Die Paist a3 gaes berug 8(84h). Arbetfuckendte erstelles“ aist gesteszese Von den Unterstädten erhielten 815 erwervssose und 483. ZuschlagsMit dem Beginn der Notstandsarbeiten kann jeden Tag gerechnet werden. 2. Blotho.(Brückenerbreiterung notwendig.) Die Ueberquerung des Baches in der Weserstraße wird durch eine Brücke ermöglicht. Die Brücke selbst ist so schmal, daß zwei Personenautos nur mit Mühe aneinander vorbeifahren können. Bei dem immer stärker werdenden Durchgangsverkehr in Vlotho muß dieses Hemmnis im Laufe der Zeit beseitigt werden. Vielleicht ist eine Erbreiterung möglich. Valdorf.(Straßenbau.) Die gegenwärtig vom Gasthaus Iburg nach Bad Seebruch und Bad Senkelteich führende Chaussee ist nicht nur wegen ihrer gefährlichen Kurve berüchtigt, sondern auch ihre Beschaffenheit läßt viel zu wünschen übrig. Um so erfreulicher ist es, daß der Kreis Herford die erwünschten Zuschüsse bereitgestellt hat. Der Etat der Gemeinde wird allerdings dadurch bedeutend belastet. §s Rheda.(Verkehrsunfall.) Auf Jahl der Zu= der Herzebrocker Straße wurde ein Mann von Arbeitsuchende####em Motorradfahrer angefahren und am — Unterstützten Kopf schwer verletzt. Der Motorradfahrer kümmerte sich nicht um den Verunglückten, empfänger Conderuntersich und 433 Zuschlags= kümmerte sich nicht um den Ber damit die Arbeitslasigteit““ Hahennnetn suchte schnell das Weite. Er ist undie Arbeitslosigreit iyren Hohepunkt erreicht. bekannt entkommen. Lippischer Landtag Immer noch Oberschulrat=Debatte ak. Detmold, 15. 3. Bei der Weiterberatung des Schuletats kam es heute in der Landtagssitzung zu einer neuen Debatte über die Besetzung der Oberschulratsstelle durch den Oberstudienrat Dr. Walter. Im Namen der Deutschen Volkspartei führte der Abg. Köster aus, daß nach der Stimmenthaltung bei dem Mißtrauensvotum gegen das Landespräsidium seine Fraktion jetzt doch die Ueberzeugung erhalten habe, daß Dr. W. Tissident sei. Angesichts dieser Situation stelle die Deutsche Volkspartei drei Anträge:„Durch die vom Landespräsidium vollzogene Ernennung des Oberschulrats bleibt der rechtliche Charakter der Lippischen Schule, wie er durch Landesgesetz bestimmt ist und wie er durch die Reichsverfassung garantiert ist, unberührt. 2. Die religiösen Belange der lippischen Schule müssen von einer Person aus der Reihe der Schulräte geleitet und beaussichtigt werden, die in ihrer Auffassung und Religionszugehörigkeit der Mehrheit des lippischen Volkes entspricht. 3. Die Anstellung von Lehrpersonen muß grundsätzlich dem Religionsbekenntnisse der Kinder Rechnung tragen; wie in der bisherigen Weise ist bei der Anstellung von Lehrern darauf entsprechende Rücksicht zu nehmen. Nach alten Grundsätzen steht die Aussprache für die nächste Sitzung bevor. Im weiteren Verlauf der Sitzung wünschte die Zentrumspartei und die Lehrerschaft in Lippe die Verstaatlichung der katholischen Schulen in Lippe. Der Hauptausschuß bat, diesen Antrag abzulehnen. Erst nach Verabschiedung des neuen lippischen Volksschulgesetzes könne man dieser Frage näher treten. Von der Deutschnationalen und der Wirtschaftspartei wurde die Verstaatlichung empfohlen. Freistaat Lippe km. Oerlinghausen.(Osterfeuer.) Auch in diesem Jahre will der Verein für Natur= und Heimatkunde auf dem Tönsberge ein größeres Osterfeuer abbrennen. ak. Lemgo.(Vom Arbeitsmarkt.) Nach Eintritt der milderen Witterung hat sich hier die Arbeitsmarktlage etwas gebeuert. Vor allen Dingen hofft man, durch die in der nächsten Woche beginnenden Notstandsarbeiten eine größere Anzahl Arbeitsloser unterzubringen. Augenblicklich sind noch immer 1750 Arbeitsuchende vorhanden. b. Barntrup.(Eine beneidenswerte Stadt.) In der letzten Stadtverordnetensitzung wurde der Haushaltsplan beraten und in Einnahme und Ausgabe gleichgestellt. Der Etat schließt ab mit 204 700 RM. Die Finanzen der Stadt sind so gut in Ordnung, daß einstimmig beschlossen wurde, zur Grundwert= und Gewerbesteuer nur 100 Prozent Zuschläge zu erheben. ak. Detmold.(Unterschlagungen entlassener Knechte.) Zwei bei einem Kohlenhändler in Remmighausen entlassene Knechte haben einige Tage darauf ausstehende Forderungen ihres bisherigen Arbeitgebers eingezogen und in 10 Fällen bisher über 500 Mark unterschlagen. Den Nachforschungen der Polizei ist es gelungen, den Haupttäter bereits zu verhaften. Dem zweiten Uebeltäter ist man auf der Spur. ak. Detmold.(Hochwasser und Wasserrohrbruch.) Am Freitag ereignete sich auf der Hornschen Straße ein großer Wasserrohrbruch gleich unter dem Schienenstrang der Straßenbahn. Das aus dem Erdboden strömende Wasser floß über die Straße in die Keller. Durch das Tauwetter ist die Verlebecke am Wall über die Ufer getreten. Auch in diesem Falle wurden mehrere Keller überschwemmt. Arbeitskolonnen bemühten sich, weiteren Schaden zu beheben. ak Detmold.(Aus dem Bürgerverein.) In der letzten Versammlung wurden zunächst gegen den Plan, die Müllabfuhr in städtische Regie zu übernehmen, starke Bedenken laut. Sehr eingehend wurde über die geplante Errichtung einer Stadthalle gesprochen. Dabet wurde betont, daß der Plan, die Halle auf dem sog. Waschhof am Burggraben zu errichten, nicht zu verwirklichen sei. Der beste Platz würde das ausgedehnte Gelände hinter dem Gymnasium an der Hornschen Straße sein, wo man bei begeren finanziellen Verhältnigen ebenfalls die Errichtung der bereits vor längerer Zeit angekündigten Stadionanlage plant. Verkehrstagung in Lage ak. Lage, 15. 3. In der Generalversammlung des hiesigen Verkehrsvereins machte Bürgermeister Gierlichs interessante Ausführungen über den Bau der Straßenbahn von Pivitsbeide nach Lage. Bei den Verhandlungen mit der Paderborner Straßenbahn=Gesellschaft sei die Linienführung eingehend besprochen worden. Nach Rücksprache mit dem Stadtbaumeister Graf sei damit zu rechnen, daß die Einmündung in Unten=Lage erfolgen würde. Welche Straßen zur Weiterführung bis zum Bahnhof gewählt würden, müsse man den Erbauern überlassen. Dabei würden aber entsprechende Wünsche berücksichtigt. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde angeregt, den Gartenbauverein zu bitten, durch Preise den Blumenschmuck an den Häusern, Fenstern und Balkonen zu fördern. Sodann wurde bekanntgegeben, daß das Elektrizitätswerk Wesertal sich entschlossen hat, den Strom für Reklamebeleuchtungen und für die Schaufenster zu ermßgen. Abschluß des 74. Westfälischen Proomzlaltandlages Die Schlußansprache des Oberpräsidenten #x. Münster, 15. 3. Am Freitag vormittag kurz nach 9 Uhr eröffnete Präsident Hamm die sechste Vollsitzung des Westfäl. Provinziallandtages. Das Haus beschloß uga. die Wiederwahl des Landesbaurats Teutschbein auf die Dauer von 12 Jahren. Eine lange Aussprache riesen die Anträge der Kommunisten und Sozialdemokraten über die Arbeitslosenfürsorge, Krisenfürsorge usw. hervor. Der kommunistische Antrag, der von der Reichsregierung die Ausdehnung der Krisenfürsorge auf alle Berufsgruppen, die Verlängerung der Bezugsdauer auf 52 Wochen und die Ausdehnung der Krisenunterstützung für Empfänger über 40 Jahren auf die ganze Dauer der Arbeitslosigkeit fordert, wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt, ebenso der Antrag der Sozialdemokraten, der forderte, die Reichsarbeitsverwaltung zu ersuchen, die Krisenfürsorge für die Berufe mit ungünstigem Arbeitsmarkt bezirksweise durchzuführen, die Bezugsdauer der Krisenunterstützung bis zur Beendigung der Arbeitslosigkeit der Empfänger auszudehnen und die Zulassung der in Frage kommenden Arbeitslosen zur Krisenfürsorge nicht von einem Zeitpunkt des Ausscheidens aus der Arbeitslosen= oder Krisenunterstützung abhängig zu machen. Weiter wurden auch die Anträge der Kommunisten abgelehnt, die Aufhebung des Gesetzes über die Arbeitslosenversicherung und die Einführung einer allgemeinen Arbeitslosenfürsorge, durch die alle Erwerbslosen während der vollen Dauer ihrer Erwerbslosigkeit unterstützt werden, forderten. Die nächste längere Aussprache haben die Anträge über die Hauszinssteuer im Gefolge. Die..D. hat einen Antrag eingebracht, der den Provinzialausschuß ersucht, dahin zu wirken, daß die Hauszinssteuer in ihrer jetzigen oder in verbesserter Form solange bestehen bleibt, bis der vorhandene Wohnungsbedarf in einer der heutigen Wohnungskultur entsprechenden Form gänzlich gedeckt ist, das gesamte Aufkommen der Steuer für den Wohnungsbau zu verwenden und in erster Linie gemeinnützige Baugenossenschaften zu unterstützen. Bei der Besprechung dieser Anträge wird der Abg. Knuffmann(Komm.), Rheine, zur Ordnung gerufen, weil er den Abg. Oetting= haus(Soz.) einen Hofnarren genannt hat. Der kommunisttsche Antrag wird gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt, ebenso der sozialdemokratische Antrag. Die Ergänzungen der Satzungen der Landesbank und des Westfältschen Pfandbriesamtes für Hausgrundstücke und die Aenderung der Satzungen der Ruhegehalts=, Witwen= und Waisenkassen werden entsprechend den Vorschlägen des Verfassungsausschusses genehmigt. Mit der Verwendung der aus dem Jahre 1927 zur Verfügung gebliebenen Mittel ist der Landtag nach den Vorschlägen des Provinzialausschusses einverstanden. Es handelt sich nach Abzug anderer Beträge, die ohnehin zur Deckung notwendig sind, um einen Ueberschuß von 1 778 540 Mark, von dem u. a. 700000 Mark genommen werden, um eine Erhöhung der Provinzialumlage zu verhüten. Der übrige Betrag verteilt sich Eitielt gewaltigerrrortscift im Automobilbau brachte MERCEDES-BENZ mit seinen neuen Modellen 1020. 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Ortsgruppe Bielefeld auf Straßenbau, Bau=, Kunst= und Kulturdenkmäler, Kinderheilfürsorge usw. Der Haupthaushaltsplan für 1929 wird dann gegen die Stimmen der Kommunisten verabschiedet. In Verbindung mit dem Gesamthaushalt Zentrumsantrag angenommen, der die Provinzialverwaltung ersucht, im nächstjährigen Haushalt eine angemessene Erhoyung des Betrages für Siedlungszwecke einzusetzen. Der letzte Punkt der umfangreichen Tagesordnung betrifft die Bürgschaftsübernahme für die Westfäl. Ferngas.=G. wird beschlossen: Der Provinzialverband übernimmt zur Deckung eines etwaigen über das Aktienkapital hinausgehenden Geldbedarfs der Westfäl. Ferngas.=G. Darlehen bis zur Höhe des dreifachen Betrages des jeweiligen Aktienkapitals für selbstschuldnerische Bürgschaft im Verhältnis seines Aktienbesitzes. Er übernimmt ferner für den Fall des Erwerbs weiterer Aktien von einem anderen Aktionär, wenn nicht die Bürgschaftsverpflichtung im Einvernehmen mit dem Gläubiger auf ihn übergeht, dem bisherigen Besitzer gegenüber die Rückbürgschaft. Inzwischen ist auch Oberpräsident Gronowski wieder im Saal erschienen, der den 74. Prov.=Landtag mit einer kurzen Ansprache schließt. Er führt aus, daß die Mehrheit des Hauses Wert auf positive, sachliche Arbeit lege, nicht auf lange und zahlreiche Reden(?). Ein Parlament, in dem noch ein solcher Geist herrsche, werde stets Achtung und Aufmerksamkeit in der Oeffentlichkeit finden. Deshalb bitte er darauf zu achten, daß weder im Plenum noch auf der Tribüne etwas geschehe, was das Ansehen des ProvinzialLandtages schmälern könnte. Was die Anregung angehe, den Provinzial=Landtag in Zukunft nicht auf einem Sonntag einzuberufen, so müsse man bedenken, daß es eine 100jährige Tradition sei, die Landtagstagungen feierlich einzuleiten, was in diesem Maße an einem Wochentag nicht gut möglich sei. Andererseits sei es aber richtig, daß in allen anderen preußischen Provinzen der Landtag an einem Wochentag einberufen werde. Er werde daher mit dem Provinzialausschuß Fühlung nehmen und dem Staatsministerium berichten. p. Minden.(Festnahme eines jugendlichen Ausreißers.) Der jugendliche Handlungsgehilfe N. aus Bielefeld hatte am 24. Januar von einer Bielefelder Firma einen Scheck über 3000 Mark zum Einlösen bekommen. Er suchte mit dem Gelde das Weite und trieb sich bis jetzt in Kassel, Leipzig, Dresden und Berlin herum, wo er den größten Teil des Geldes durchbrachte. In Berlin hatte er sich ein neues Motorrad gekauft und dieses auch mit nach Minden gebracht. Ohne sich hier anzumelden, hatte er sich Quartier gesucht. Jetzt gelang es der Kriminalpolizei, ihn festzunehmen. Man fand bei ihm noch 110 Mark Bargeld. „. p. Holtrup.(Ein erfreulicher Beschruß.) Die Gemeindevertreter versammelten sich vor einigen Tagen in der Kiesgrube, um noch einmal die Maßnahmen zu beraten. Anordnungen sollen streng durchgeführt werden. Der Mutterboden soll abgedeckt und die vorhandenen Löcher in der Grube zugeschüttet werden. Falls der Platz für den Boden nicht ausreicht, soll die Breite Straße in Vössen um etwa einen Meter höher aufgeschüttet werden. Dadurch verschwindet die Steigung an beiden Enden der Straße, und wenn durch eine feste Decke die Straße gefestigt ist, wird sie sich von selbst sauberer halten. (:) Paderborn.(Der Kreis kauft Gut Ringelsbruch.) In der letzten Kreistagssitzung wurde mit 13 gegen 8 Stimmen beschlossen, die Kreissparkasse Paderborn zu ermächtigen, Gut Ringelsbruch bei Paderborn zu wenn es gelingt, das Kaufangebot von 750000 Mark auf 700000 Mark herabzudrücken. Nach lengwierigen Verhandlungen erklärte sich die jetzige Besitzerin Gräfin Hagenburg bereit, auf der vom Kreistag beschlossenen Grundlage das Gut zu verkaufen. Es geht in den Besitz der Kreissparkasse über und wird vom Kreise verwaltet. Das Geld dafür wird dem Aufwertungsfond der Kreissparkasse entnommen. Ob die Kreissparkasse bezw. der Kreis Paderborn mit dem Kauf des Gutes Ringelsbruch einen guten Griff getan haben, ist zweifelhaft. Ein gemeiner Betrüger Magdeburg, 15. 3. Der Kunstmaler Erich Prinz, der in der Revolutionszeit 10 Monate Chef der Berliner Sicherheitswehr war, hatte sich heute vor dem Schöffengericht wegen Betruges zu verantworten. Prinz hatte in etwa 20 großen Städten Betrugsmanöver derart ausgeführt, daß er Inflationsgeschädtgte glauben machte, daß er in der Lage sei, die Auszahlung ihres aufgewerteten Versicherungsbetrages schon vor 1932 zu bewirken, sofern sie ihm eine bestimmte Prämiendifferenz sofort auszahlten. In den meisten Fällen ist Prinz dieser Betrug auch gelungen. Unter Hinweis darauf, daß Prinz wegen dieser Vergehen kürzlich in Chemnitz bereits zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt worden ist, wurde von dem Verteidiger dargestellt, daß der Betrug eine fortgesetzte Handlung bedeute, daß er also nur einmal zu bestrafen und daß das Magdeburger Verfahren einzustellen sei. Das Gericht erkannte in diesem Sinne. Der Brudermord bei Liebau. Der unter dem Verdacht des Brudermords festgenommene Besitzerssohn Gustav Taube, der, wie wir meldeten, auf der Landstraße zwischen Michelsdorf und Oppau neben der Leiche seines Bruders schwer betrunken aufgefunden worden war, hat nunmehr gestanden, seinem Bruder die vier Messerstiche beigebracht zu haben, die dessen Tod herbeiführten. Am Vormittag des Mordtages hatte der Vater beim Gericht in Liebau seinen Grundbesitz auf die beiden Söhne überschreiben lassen. Mit ihrem Kind vor den Zug geworsen. Ein entsetzliches Drama spielte sich in der Nähe des Vorortbahnhofs Oberhausen=Nürnberg ab. Die 40 Jahre alte Ehefrau Therese Kottmaier warf sich mit ihrem vierjährigen Söhnchen vor einen vorüberfahrenden Zug. Sie wurde, furchtbar verstümmelt, tot aufgefunden. Der Knabe erlitt schwere Hinterkopfverletzungen, denen er nach einigen Stunden erlegen ist. Allgemeiner Bildrundfunk 0 70d 23 Das Wetter für morgen Bericht der Wetterwarte Essen vom 15. März Nachdruck verboten Das von Großbritannten nach Süddeutschland reichende Hochdruckgebiet besteht in unveränderter Höhe fort und breitet sich ostwärts über Skandinavien aus, während das Tiefdruckgebiet über Nordosteuropa langsam abzieht. In Deutschland dauert das meist trübe und neblige Wetter, vielfach mit leichten Regenfällen, bei Temperaturen in der Naye des Nullpunkts fort. Der Kahle Asten meldet frischen Nordwestwind, Nebel, 3 Grad Frost und 33 Zentimeter Schneehöhe. Aussichten bis Sonntag: Meist bewölkt, aber keine erheblichen Niederschläge bei wenig geänderten Temperaturen. ERKLXRUNG: Owoihenlos, Oherer ohelbbesecht Owollig. Obedecht.-Regen. Oleicht-Oshsschh omdüg-Ofrach m. Oslor.#ostef amn. O sumich. O voller Sturm Die Pfeile Fliegen mit dem Wince. Die eingezeichneren Unlen Witterungsbericht vom 16. März: Mitgeteilt von F. Böcketmann Wwe. Niedrigster Thermometerstand in der Nacht— 1 Grad Celsius. Thermometerstand um 9 Uhr vormittags + 2½ Grad Celsius. Barometer 763 Millimeter. Wind 80. Himmel bedeckt. Berlin, 15. 3. Wie verlautet, steht die allgemeine Einführung des Bildrundsunks unmittelbar bevor. Es hat sich herausgestellt, daß durch Verbesserung der Gendetechnik die Wiedergabe so vervollkommnet werden kann, dast Versager für die Zukunft zu den Ausnahmen gehören werden. Daraufhin ist beschlossen worden, die Bildsendung nach dem Fultographsystem in den allgemeinen Rundfunkbetrieb einzuordnen. Auch in Zukunft soll jedoch die Abwicklung des sonstigen Programms durch die Bildsendung nicht beeinflußt werden, vielmehr sollen die Pausen zwischen den einzelnen Darbietungen zum Senden von Bildern benutzt werden. Zugleich will man diese Art der Bildberichterstattung wesentlich aktiver gestalten als bisher möglich war. Zu diesem Zwecke wird die Rundfunkgesellschaft ein eigenes Photoatelier einrichten, das besonders auch eine Bildtelegraphie=Station erhält. „Nur in Peseken“ Eine spanische Firma hat an die „Frankfurter Zeitung“ folgenden Brief gerichtet: Von einer angesehenen Firma der sächsischen Textilindustrie erhalte ich soeben ein Schreiben, aus dem ich Ihnen den nachstehenden Abschnitt zur Kenntnis bringen möchte. sandte Ihnen vor einigen Tagen meine Preisliste in Reichsmark und möchte Sie heute bitten, die Aufträge nur in Peseten aufzunehmen, da man heute noch nicht wissen kann, welchen Einfluß die Pariser Verhandlungen auf die Stabilität der deutschen Währung haben werden. Einstweilen wollen Sie den Tagestuhs zugrunde legen. Ich werde Ihnen in onn inen Tagen neue Pesetenlisten zugehen aufrichtig erschreckt, wie eine solche Meinungsbildung in Deutschland möglich ist, und ich möchte nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, welche verheerende Wirkung derartige ins„ Ausland gesandte Mitteilungen anrichten mussen. Ganz unsaßlich ist überhaupt der vorder dortige Industrielle gesechhen Prei Pelete, die ja in den Monaten um 12 Prozent gefallen st, größeres Vertrauen entgegenzubringen als durch internationalen weit mehr garantiert ist. Iuteresenverauickung O.., Barcelona. Chefredakteur: Dr Jur Kurt Schmidt, Verantwortlieb für Politik und Handel. Dr. ver. pol. Baumgert, Kommunales und Lokales: Paul Abrend, Juristischer Mitarbeiter: LandgerichtsBellsren G. eon u unterheltende ###. Han; Havemann, für Vermischtes, Pround sport: Heinrich Gehne, für den geschäftlichen u. Anzeigenteil sowie Sonderbeilagen: Priedrich Niemeyer, Druck und Verlag. B. Gundlach.G. sämtlich in Bielsfeld, Sonnabend. 16. März 1929 Westfälische Reueste Nachrichten Nr. 64 Seite 15 O* Vin Cnoterrsc .20.80 440 GE Fussball Um die Westfalenmeisterschaft Arminia— Sp. Bergg. Herten Wie wir schon mitteilten, findet nunmehr morgen das erste Entscheidungsspiel zwischen den galt. Nach Tage der Bezirkes aller Bestimmibeit: Dinge kann jedt glücklich mit Spiel wiren; angenommen werden, daß auch das Spiel wirklich ausgetragen wird. Das ist immerhin schon ein Fortschritt. Ueber die Aussichten der Bewerber schrieben wir schon in unserer ersten Wenn man den Hiesigen bei Berücksichtigung des eigenen Platzes ein geringes Plus einräumen kann, so darf dennoch nicht vergessen werden, daß Hertens Mannschaft nicht unterschätzt werden darf. Arminia wird schon alle Kräfte anspannen Wi#en, um die ersten Punkte zu gewinnen. Hertens Munnschaft in rechnisch gut durchgebildet und spielt mit einem Elan, der ihnen ohne sonderliche Schwierigkeiten den Gruppentitel eingebracht hat. * Spielvgg. 06/07— V. f. L. Osnabrück Was die Bielefelder Fußballfreunde in den letzten Wochen haben entbehren müssen, wollen die Vereine anscheinend wieder gutmachen. Nach langer Pause stellt sich auch die Spielvereinigung wieder vor, die als Gegner den bekannten V. f. L. Osnaeinem Gesellschaftsspiel gewonnen hat. Mit Rücksicht auf das Entscheidungsspiel ist der Beginn gul vormittags 11 Uhr(Sportplatz an der verl. Muhlenstraße) angesetzt worden. Der Kräftevergleich Ostkreis— Westkreis ist nicht ohne Interene. Man darf gespannt sein, ob die Bielefelder auch jetzt noch über eine spielstarke Mannschaft wie zu Anfang der Hlüte ein Sieg licheit tiegen. u. die Gäste im Vereich der MögAus Westtalen Die Spiele am Sonntag Als Nachtragsspiel der Meisterschaftskämpfe kommt der Kampf zwischen Osnabrück 08 und Sparta Nordhorn zum Austrag. Die Nordhorner münsen diesen Kampf unbedingt gewinnen, falls sie in die weitere Entscheidung für die Oberliga eingreifen wollen. Heftiger werden die Begegnungen in der 2. Bezirksklage sein. Die Paarungen wurden wie folgt vorgenommen: S. V. Werries— V. f. K. Hamm. Poklzei Hamm— Bockum=Hövel, S. u. S. 13 Recklinghausen— Germania Datteln, Union Recklinghausen— S. V. Hüls, B. V. Erkenschwick— B. V. Marl, Neuhaus— Höxter, Paberborn 13— S. u. Geseke, Minden— Preußen Paderborn, S. C. Oelde— Borussia Lippstadt, V. f. B. Bünde— V. f. B. Detmold, S. u. S. Gütersloh—. Paderborn 08, Osnabrück 16— Polizei Münster, sowie S. V. Königsborn— V. f. R. Soest. Dortmund 95— Sppgg. Hamm Handball Die W. S..-Endspiele Westfalen— Ruhrbezirk Die Polizei Bielefeld trifft in Dortmund auf dem Alemannia=Platz auf die Dortmunder Polizei. Es handelt sich um eine Neuansetzung für das am letzten Sonntag in Essen ausgefallene Spiel. Arminia fährt mit beiden Mannschaften nach Paderborn, um dem S. C. Preußen Freundschaftsspiele zu liefern. Deutsche Turnerschaft 20. Deutscher Turntag in Berlin Zum 20. Male seit etwa sechzigjährigem Bestehen der Deutschen Turnerschaft tritt am 4. und 5. Oktober in Berlin der Deutsche Turntag zusammen, die oberste Verwaltungsbehörde dieses größten deutschen Verbandes für Leibesübungen. Der Deutsche Turntag kommt alle zwei Jahre zusammen. Er hat das Recht, Beschlüsse von grundlegender Bedeutung zu fassen. Er setzt sich aus rund 300 Vertretern der 18 Turnkreise zusammen, die von den Kreisturntagen gewählt werden, ferner aus den Mitgliedern des Vorstandes und des Hauptausschusses der D. T. Schon zweimal ist der Deutsche Turntag in der Reichshauptstadt abgehalten worden: das erstemal 1879, das zweitemal 1904. Die große Bedeutung des Deutschen Turntages kommt schon rein äußerlich dadurch zum Ausdruck, daß dem diesmaligen Turntag die Räumlichkeiten des Reichstages zur Verfügung gestellt worden sind, in welchen die Abgeordneten der 1,75 Millionen deutschen Turner und Turnerinnen am 4. und 5. Oktober ihre Beratungen pflegen werden. Als Rahmenprogramm ist vom Berliner Turnverband die Besichtigung der Deutschen Turnschule am 3. Oktober nachmittags, ein Begrüßungsabend am gleichen Tage in der Städtischen Oper(mit Festleiel), und als Abschluß eine Turnfahrt nach Pots, u m a m S o n n t a g, d e n 6. O k t o b e r, g e d a c h t. TuSp. 1890— Einigkeit mueermgei... Spiel der Meisterklasse wird am Lnigerweg ausgetragen. Zwei Ortsgegner treffen zusammen, die sich wahrscheinlich die Punkte auch besten Krästen antreten. t ibern Endspiele im Geu Tv. Kirchlengern— Tv. Spenge m Prerss, Pors spielt bier gegen die Gruppe ###czert. Damit beginnen die Spiele um die Gaumeisterschaft. Das morgige Spiel ist offen. Im Südbezirk führt die Bieleselder Turnmit h Kunkt vor dem Gabderbaumer Tv. Beide Mannschaften haben morgen ein Spiel auszutragen, und zwar gegen Tv. Einigkeit bezw. Tom. Endspiele im Bezirk „In her Bezirksklasse steben sich folgende Mannschafren im ersten Entscheidungsspiel gegenüber: TuSp. 1890— Tv. Heepen Auch hier ist der Sieger kaum im voraus zu nennen. eeraup Ju Weitere Spiele Bezirk Bethel— Bielefelder Turngemeinde Gütersloh— Senne II Dornberg— Jöllenbeck Jugend: Einigbeit— B. T. G. 48 1890— Dornberg Gadderbaum— Ifingdorf Jöllenbeck— Schildesche * Fortsetzung der Endspiele im Kreis Die Endspiele um die Kreismeisterschaft im Handball werden morgen fortgesetzt. Es finden zwei Spiele statt. Jahn Minden— Eintracht Bochum Tv. Siegen— Tv. Dorstfeld Jahn Minden hat statt Germania Hagen Eintracht Bochum als Gegner. Das Spiel findet in Minden statt. Nach dem Siege von Bochum über Siegen wird Jahn morgen ein schwerer Kampf bevorstehen. Der eigene Platz wird ihnen aber ein Vorteil sein. Dorstfeld muß nach Siegen und wird den Siegenern dieses Mal wohl die Punkte überlassen müssen. Gerätewettkampf des Kreises in Lüdenscheid Der mit Spannung erwartete Mannschaftsgerätewettkampf des Kreises wird morgen in Lüdenscheid ausgetragen. Jede Mannschaft besteht aus vier Turnern, die am Reck, Barren und Pferd eine Kürübung zu turnen, außerdem einen Pferdlängssprung und eine Kürfreiübung auszuführen haben. Insgesamt sind 45 Mannschaften gemeldet, darunter aus Bielefeld der Gadderbaumer Turnverein und die Bieleselder Turngemeinde. Aus dem hiesigen Gau sind sonst keine Mannschaften gemeldet. Aus dem lippischen Gau nimmt Bahnfrei Detmold teil. Die Mannschaften der Bielefelder stehen wie folgt: Gabderbaumer Tv.: Banck, Hohenhold, Schäper, Hahn. Bielefelder Turngemeinde: Bornemann, L. Borsdorf, Fullert, W. Pankoke. Ersatzmann: Metzner. * Schwimmlehrgang Der Schwimmwart des Minden=Ravensberger Gaues hält morgen nachmittag in dem Hallenbad an der Gütersloher Straße einen Lehrgang für Schwimmer ab. Schach Die Kreiswettkämpfe Morgen finden die Vereinswettkämpfe in der=Klasse ihre Fortsetzung. Der Brackweder Schachklub empfängt den spielstarken Bielefelder Schachverein Rot=Weiß. Die Gäste sind als sichere Sieger zu erwarten.— Einen schweren Kampf gibt es zwischen der zweiten Mannschaft des Bielefelder Schachklubs und dem Gütersloher Schachverein. Die Bielefelder, die bisher dominierten, sind durch die Neueinteilung der Mannschaften(8 Spieler in der =Klase anstatt der bisherigen 5) naturgemäß stark geschwächt, so daß die Aussichten der Gütersloher gar nicht schlecht sind. Jedenfalls wird aber die =Mannschaft des Bielefelder Schachklubs— die Konkurrenzvereine Detmold und Herford haben die Aufstellung von zweiten Mannschaften wegen der Kräfteverschiebung als aussichtslos unterlassen— alles daran setzen, trotz der veränderten Umstände gut abzuschneiden. 1929 toid ein Großftagahe In allen Ländern plaut man Transozean- und Weltrundfahrten New York, März.(United Preß.) Die großen Flugzeug= und Luftschifffahrten der vergangenen zwei Jahre sollen 1929 fortgesetzt werden. In allen Teilen der Welt bereiten sich Flieger auf neue, noch nie versuchte Flüge vor, um der Aviatik neue Wege durch die Lüfte und über Ozeane zu erschließen. Art Goebel, der Sieger im Luftderby von Kalifornien nach Hawaii im Jahre 1927, beabsichtigt, einen Erdrundflug ohne Zwischenlandung auszuführen. Er hofft, diesen kühnen Plan mit Hilfe jenes neuen Betriebsstoff=Versorgungssystems ausführen zu können, das kürzlich am amerikanischen Armeeflugzeug „Question Mark“ mit Erfolg ausprobiert wurde: mit der Versorgung in der Luft. Im August oder September soll der Probeflug vorgenommen werden. Goebel beabsichtigt, von Westen nach Osten zu fliegen, von Wichita (Staat Kansas) und zurück. Wie aus Paris berichtet wird, plant die Flugzeugfirma Fokker ebenfalls einen Rundflug in östlicher Richtung ohne Zwischenlandung von Paris nach Paris. Dieser Flug wird vielleicht schon im Juni ausgeführt werden. Goebel machte noch keine näheren Angaben über seine beabsichtigte FlugNew York überflogen werden. Goebel will einen Reservepiloten und zwei Radiooperateure mitnehmen. Ueber das Personal des Pariser Flugzeugs sind noch keine näheren Angaben gemacht worden. Die Aufstellung eines anderen Flugrekords wird von Bert Hassell und Parker D. Cramer beabsichtigt: nämlich ein Flug von Rockford, Illinois, nach Stockholm und über Kopenhagen zurück nach den Vereinigten Staaten. Die Flieger werden voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni in Rockford starten. Voriges Jahr versuchten sie einen ähnlichen Flug, der jedoch mißlang. Sie mußten in Grönland eine Notlandung vornehmen und blieben hier mehrere Tage verschollen. In diesem Jahr beabsichtigen sie, einen dreimotorigen Hydroplan mit entsprechend höherem Betriebsstoffvorrat zu benutzen, im Gegensatz zu dem einfachen Apparat, auf dem sie voriges Jahr den mißglückten Versuch ausführten. Kapitän Harry Lyons, der 1928 mit dem Fokker=Monoplan„Southern Croß“ den Flug von Kalifornien nach Australien mit Zwischenlandung auf den Hawaii= und Fidschi=Inselz## ausführte, will diesen Sommer den Atlantischen Ozean überfliegen, von den Vereinigten Staaten nach Europa. Bevor zu diesem gelinie; der Flug des Fokker=Flugzeuges wird startet wird, soll erst ein Probeflug von Kaliwahrscheinlich über Aleppo, Karachi, Kalkutta, Hongkong, Wladiwostock, Petropawlosk und Kamtschatka führen. Die Vereinigten Staaten sollen in der Linie San Franzisko, Chikago und Westfalen-Lippe-Fahrt 1929 Auf neuer Strecke— Start und Ziel Detmold Kontrolle in Bielefeld ak. Der Allgemeine Deutsche Automobil= Club rüstet auch für dieses Jahr zu einer Westfalen—Lippe=Fahrt, die neben der großen Zuverlässigkeitsfahrt über 418 Kilometer wieder eine große Sternfahrt nach der lippischen Landeshauptstadt Detmold bringt. Durch die Oberste Sportbehörde ist nunmehr die große Strecke festgelegt. Die Fahrt beginnt am Sonntag, den 21. Juli, in Detmold und geht über Lage, Lemgo, Barntrup, Rinteln, Obernkirchen (Kontrolle) nach Bückeburg, von dort über Minden, Herford zur nächsten Kontrollstelle Bielefeld. Dann weiter über Gütersloh nach Münster zur Zwangshaltestelle Recklinghausen. Nach einstündiger Pause folgt die Rückfahrt über Kamen, Unna, Paderborn, über die steile Gauseköte im Teutoburger Walde nach Detmold zurück. Die Gesamtlänge der Strecke umfaßt 418 Kilometer. Für leichtere Fahrzeuge geht die Fahrt von Detmold über Herford zur Kontrollstelle Bielefeld, dann nach Münster, die Rückreise auf derselben Strecke wie für größere Kraftfahrzeuge. Für diese Teilnehmer wurde die Reise durch das Wesergebiet gestrichen. Schon heute macht sich in motorsportlichen Kreisen für die Zuverlässigkeitsfahrt großes Interesse bemerkbar. Im vergangenen Jahre sah Detmold 750 Zielfahrer und 220 Teilnehmer an der Zuverlässigkeitsfahrt, darunter fast 80 Kraftwagen. Wie immer sind im Rahmen der ganzen Veranstaltung besondere Veranstaltungen für die Ziel= und Zuverlässigkeitsfahrer in Vorbereitung. Zwei künstlerische Plaketten sind in Arbeit. Sämtliche Meldungen gehen an die Sportleitung Solle. Detmold, Paulinenstraße. Internationale ADAC.=Länderfahrt 1929 Die vom 15. bis 29. Mai angesetzte„Internationale ADAC.=Länderfahrt für Motorräder mit und ohne Seitenwagen“ findet im In= und Ausland lebhaftes Interese. Es liegt bereits eine Reihe sportlich beachtenswerter Nennungen vor, darunter die des bekannten Fahrers Woodhouse auf Sunbeam, des deutschen Straßenmeisters Soenius auf B. M.., des Siegers vieler Zuverlässigkeitsfahrten Linner auf Zündapp, sowie die von Weymar auf Standart. Für die ausgeschriebene Teamwertung hat als erste deutsche Fabrik B. M. W. 3 Maschinen genannt. Aus dem Ausland werden viele Ausschreibungen angefordert, so daß auch heuer diese schwere Konkurrenz internationalen Charakter haben wird, zumal auf die Beteiligung von England, Frankreich, der Tschechoslowakei und Ungarn zu rechnen ist. Da vielfach der Wunsch geäußert wurde, entgegen der Ausschreibung, die lediglich die Beteiligung von Krafträdern bis 1000 Kubikzentimeter vorsieht, auch Krafträder bis 1200 Kubikzentimeter für die„Internationale Länderfahrt 1929“ zuzulassen, hat die Vollversammlung der Obersten Motorradsportbehörde beschlossen, auch Krafträder mit und ohne Seitenwagen bis 1200 Kubikzentimeter für diesen sportlichen Kampf zuzulassen. fornien nach Neu=England gemacht werden. Außer den beabsichtigten Weltrundflügen gibt es nur einen Plan zur Ueberfliegung des Pazifischen Ozeans: nämlich den Plan des Majors Tien Lai Huang, des Präsidenten der Chinesischen Luftfahrts=Gesellschaft. Er hofft, einen Flug von 14 400 Kilometern, von Kalifornien bis China, auszuführen. Das wäre das Doppelte des gegenwärtigen Langstreckenrekords. Zwei Flüge sollen von Frauen ausgeführt werden. Der eine Flug soll von Deutschland nach Amerika, der andere von New York nach den Britischen Juseln führen. Den westlichen Flug will Mildred Johnson, eine amerikanische Pilotin, unternehmen. Viola Gentry, die eine Zeitlang den Dauerflugrekord hielt, will den New=York—England=Flug versuchen. Italien plant zwei Transozeanflüge. General De Pinedo, der einen Atlantikflug auf der südlichen Route bereits hinter sich hat, beabsichtigt jetzt einen Flug von Rom nach den Vereinigten Staaten. Er wird bei diesem Projekt von Staatssekretär Italo Balbo, dem Leiter des italienischen Flugdienstes, unterstützt. Die Flugzeugfabrik Fint in Turin befaßt sich mit dem Plan eines Fluges von Italien nach Argentinien. Leutnant Claudio Mejia und Diego Arzeno, zwei argentinische Aviatiker, beabsichtigen einen Flug von Buenos Aires nach Sevilla. Den Flug in entgegengesetzter Richtung wollen die Piloten Kapitän Francisco Jiminez und Kapitän Francesco Iglesias versuchen. England wird mit schwerer Artillerie auf dem Kampffeld der Rekordflüge erscheinen. Die zwei Riesenluftschiffe des britischen Luftfahrtministeriums, R. 100 und R. 101, werden mit großer Eile fertiggebaut. Dazu kommen noch die gewiß nicht kleinen Pläne der deutschen Flieger, so daß 1929 ein Großflugjahr werden wird. En den ersten 10 Sahren sollte jede Mutter Ihr Kind nur mit der reinen, milden ARVCA KINDERSEIFE weschen und beden. Das Kind wird es ihr einst danken, weil ihm dagurchepäter manche Sorge um die unaltung seines guten eints erspert bleibt. Nivea-Kinderseife ist überfettet und nach ärztlicher Vorschrift besonders für die empfindliche Haut der Kinder hergestellt. Date 70 Pfe. Mit Frühlingsbeginn koman s0 recht die Zeit für PPEA UALNTL denn Im Prühjahr ist unsere Haut be- Reiben Sie allabendlich, aber auch am sonders empfindlich, weil ihre Widerslands Tage. bevor Sie in die Luft hinausgehen, fähigkeit im Winter durch die wärmende Gesicht und Hände mil Nivea-Creme ein. 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Telephon Haben Sie schon gehört dast ein ganz besonders unterhaltsames Kabarettprogramm mit vielen, für Bielefeld neuen Attraktionen in Langes Künstlerspielen gegeben wird? Im Programm u. a. Walther Stein, der Sänger vom Rhein. Melitta Hanke, eine lustige Vortragssoubreite, M. dame LYMA, Visionen, R. Morello, der urkomische Jongleur und seine Partnerin Allce, Ilandtänze, 4 Eveiyne Parker Girls, neue Tanzschöpfungen. Hans Viebahn und seine 5 Künstler, das neue Salon- und jazz-Orchester. Ab 16. März: Prosrammwechsel! Sonnabend und Sonntag je 2 Vorstellungen, um 4 und .50 Uhr. Preier Eintritt am Sonnabend nachmittag. BAR• TANZ Bielefelder Musikverein V. Abonnements-Konzert Sonntag, den 17. März 1929, nachmittags 3 Uhr Jchannisberg-Tenhalle Johann Sebastian Bach Passiens Muslk nach dem Evangelisten Jchannes Leitung: Herr Musikdirektor Dr. Paul Brück. Minden Selisten: Sopran: Gisela Derpsch Alt: Eva jürgens Tenor: Alfred Wilde Baß: Kammersänger Alfred Paulus(jesus und Arioso) Fred Drissen(Arien und Rezitative) Viola di gamba: August Wenzinger, Köln Klavier: Professor Wilhelm Lamping Orgel: Ernst Nacken Mitwirkende: Der verstärkte Chor des Musikvereins Das verstärkte stächt. Orchester. Konzertflügel: Steinway& Sous, Hamburg Vertreter: Th. Mann& Co., Bielefeld Generalprobe: Sonnabend, den 16. März. abds..50 Uhr Eintrittspreise mit Kleiderablage:.50,.50,.50 und.30 Mk. Generalprobe.— und 1.— Mk. Kartenverkauf: Buchhandlung O. Fischer, Obernstraffe Autobusverkehr je ½ Stunde vor Konzertbeginn ab Jahnplatz. Haltestelle von-der Recke-Straße. Sillara-Akademie Größtes Unternehmen am Platze: Wochentags bis 5 Uhr nachmitt. stark ermältigte Preise. „Hotel Stadt Bremen“. Eingang: Buhuhofstraße und Zimmerstrafe Erstklassige Küche und Getränke zu soliden Preisen. Sonntag, den 17. d.., nachmittags 4 Uhr: Bunter Nachmittag auf dem Rütl ausgeführt von Edith Byron. Maria Barth, Hans Schwarz, Helnzl Virneburg und Kapellmeister J. Oworzak. Eintrittspreis: RM..80. Berglast Sonntag, den 17. März. nachmittags 4 Uhr: Kunstiel Konzert Sonntags von 5— 11 Uhr für Anfänger und Vorveschiitlene beginnen Anfang April Kaffeehaus Mai Täglich KOnzent uunmmmmmm Kapelle Jatob Breiden. Im Konzertlokal Kulinna, Kreuzstr. 24 Eintritt frei. Ab 7 Uhr abends: Großer Schlußball Eintritt 75 Pig. Mösterkrag am Klosterplatz Bes.: Hl. Nedderhof Gut bürgerl. Restaurant. HAPAG NORDLAND FAHRTEN, 3 Hapag-Nordkapfahrten mi dem Vergndgungsreisgn 2. Pf g9 33- 30. vom 24. Jull bis 11. Auou: Fahrpreis.K 300. und aufwärts. Hapag-Flord- und Polarfahrt Bich--Sche Cnder enster Fahrpreis.4p; 850.- und aufwärts. Hapag-island-, Spitzbergen- und Norwegenfahrt Pan--r hc aner Fahrpreis.Kp; 625.- und aufwärte. 2 Ostsos- und Skandinavienfahrten von 4. Augöst bie k. Sspiember Pier 70 vom 6. September bis Sonntag nachmittag: Ab 7 Uhr: Mein Saal ist für Sonnabend=Festlichkeiten noch frei. Moderne Janzabende Sonnabend, Sonntag und Mittwoch im Berggarten Die besten 3 Tanzpaare werden täglich abends 11 Uhr prämiiert. Schiedsrichter die Gäste. Eint. itt 50 Pig. Speise-Restaurant „Zum Resselbrink“ Sonntag, den 17. März 19 9 Gedeck Mk..25 Fleischbrühe mit Criesklöllchen Gespickter Filetbraten Blumenkohl mit Butter Kartoffeln Nachspeise Birnen- Kompott Heute 4 Uhr Sonntag 4 Uhr mit neuem Programm abends 8 Uhr in den Restaurant Klostermann Brachwede-Brock Sonntag: Konzert anschließend Tanz. Eintritt frei. Is Tarzkavelle. Fm uun.# 2 Hnstiergelan Snnms Grüne Tanne Kreuzstraße. Naute u. morgen Kleiner Saal für Vereine und Festlchkeiten frei M s Onkel Helnrich von Pivisheide 2 gastiert am Sonnteg, den 17. März, im Gasthaus„Zur Arche“ Herforder Straße Vumar und Stimmung. Ab Montag, den 18. März, täglich Max und Moritz * Deutschlands bestes u. komisches Zither-Duett Elntritt frei. 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Während in diesem Jahre unsere Arbeit im Friedhofsbeziri, in Ur uns bisher zwar reiche Kunstschätze aus den Gräbern und Kenntnisse über den Bestattungsritus im ältesten Sumerien beschert hatte, hat unsere sensationellste Entdeckung indessen unmittelbar nichts mit den Gräbern selbst zu tun. Die Gräberschächte sind aus Böden ausgehoben, die völlig aus Kehricht, zermorschten „Kolzasche, Fonscherben und ähnlichem Abfall bestehen. Es handelt sich dabei nicht um eine gleichförmige Masse, sondern sie zerfällt in scharf abgegrenzte Schichten von verschiedeFarbe. Nahe an der Oberfläche zeigen diese Schichten eine leichte Neigung in nordwest=südöstlicher Richtung: je tiefer man jedoch vordringt, umso stärker wird, das Gefälle, bis die roten, grauen und schwarzen Erdbänder einen Neigungswinkel von fast 45 Grad aufweisen. Als wir aber an der Südost=Grenze unseres Grabungsfeldes Sondierungen vornahmen, die bis tief unter die ältesten Gräber und weit unter das Niveau der gegenwärtigen Ebene führten, die die Trümmer von Ur umgibt, stellten wir fest, daß die Schichten hier plötzlich horizontal wurden, und daß die darin enthaltenen Fragmente nicht kunterbunt durcheinanderlagen, wie in den höheren Schichten, sondern flach am Boden eines Depositum von : Wasserschlämm. Nordwestlich vom Friedhof stellten wir einen anderen Unterschied fest: hier fanden wir keine Gräber, sondern die Böden und eingestürzten Mauern von Gebäuden, die übereinander errichtet worden waren; die Häuser der frühen Siedlungen, die immer wieder auf den Trümmern ihrer Vorgänger errichtet worden waren, waren mit der Zeit so hoch emporgestiegen, daß die Terassenstadt sich hoch über die Ebene erhob, so hoch wie die von Wind und Wetter kahl gesegten heutigen Hügel. Damit hatten wir den schlüssigen Beweis für etwas, was wir seit langem vermutet hatten. Der Friedhof bestand aus einem Erdgürtel, der sich um die Grenzen der vorhistorischen Stadt hinzog und sich von der hohen Stadtmauer bis zu einem Kanal oder Wasserlauf hinab erstreckte. Die erste Siedlung war auf einer Insel in dem sumpfigen EuphratDelta angelegt gewesen. Durch den Kehricht, den man vor die Mauern geworfen hatte, war die Insel allmählich gewachsen, indem die Buchten der Insel ausgefüllt wurden. Das so gewonnene Gebiet war dann in späterer Zeit als Grabstätte verwandt worden. Es erschien uns unwahrscheinlich, daß man Königsgräber in einem Abfallhaufen augelegt haben sollte, dessen Entstehungsgeschichte noch frisch in der Erinnerung war. Man muß daher zwischen dem Zeitpunkt, zu dem man aufhörte, hier den Schutt abzulagern, und der Zeit, als die ersten bedeutenderen Begräbnisse stattfanden, einen anständigen Zeitraum einschalten. Jedenfalls muß der Kehricht älter als die Gräber sein und die tieferen Schichten müssen dementsprechend einer noch früheren Periode angehören. Indessen war auch hier Vorsicht am Platze. Der Neigungswinkel in den Schichten ließ erkennen, wie sich der Abfall stets wieder über den bereits dort liegenden Kehricht erAblagerungen waren unmittelbar an die Stadtmauern selbst geschichrden; je weiter man sich von den Maziern entfernte, umso neueren Datums mußten selbst die niedrigsten Schichten sein. Die unterste Schicht an der Südost=Seite ließ sich sogar aufwärts verfolgen bis sie an der Nordwest=Seite an die Oberfläche trat. Wenn setsemigr“ Forschungen im Südosten fortotzten, so geschah das also nicht, weil wir dort die ältesten Ueberreste zu finden erwarteten, sondern vielmehr weil wir dort auf spätere Entwicklungsstufen stoßen würden, die vielleicht das Bindeglied zu der Zivilisation bilden würden, die uns aus den Gräberfunden bekannt geworden war. Mit den Königsgräbern auf dem gleichen Niveau entdeckten, wir beschriebene Tontafeln, Beweis einer überaus frühen Be= schaffen haben, liegt doch kein Anlaß vor, an siedlung vor uns haben, bei der zwei Elemente der Tatsache selbst zu zweifeln. Sie berichten, zu haben scheinen; wie lange haß eine Reihe ihrer Städte die Sintflut überumengewirkt zu haben scheinen; wie sie gedauert hat, davon läßt sich auf Grund unserer Arbeiten am Rande der Insel kein Bild machen. Dann ist eine Katastrophe eingetreten, die die niedrig gelegenen Teile der Insel mit ihren Resten von menschlicher Tätigkeit unter einer gewaltigen Schicht von angeschwemmtem Ton begraben hat. Diese Schicht ist im Südosten durch einen späteren und höher gelegenen Wasserkanal zwar zernagt worden, aber sie muß sich zunächst über ein viel weiteres Gebiet erstreckt haben. Auf dieser Schicht finden wir eine neue Siedlung, die in mancher Hinsicht die alten Ueberlieferungen fortsetzt, jedoch in anderen Punkten etwas völlig Neues darstellt. Es scheint, als habe ein Teil der Niveau entdeckten,wir beschriebene Tontafeln, darstellt. Es scheint, als habe ein Teil der die viel älter waren als die Gräber, die aber ursprünglichen Bevölkerung die Katastrophe auch bereits zu einer vorgeschrittenen Kultur= auf Kosten des anderen überlebt. Dieses verstufe gehörten. Darin lag die Bestätigung hängnisvolle Noturereignis da safe gehbrien, Barin tag die Bestaligung unserer Annahme. Als wir tiefer gruben, zeigten die übereinanderliegenden Schichten nur wenig Unterschiede; die Typen der Tongefäße waren durchaus gleichartig, und alles hängnisvolle Naturereignis, das die alte Siedlung begrub und den Fluß der Zivilisation unterbrach, kann offenbar nichts anderes gewesen sein als die Sintflut, von der die scien##t gp#rchaus gleichartig, und alles Geschichten und Sagen der Sumexer berichten. schten darauf hinzuweisen, daß die Zivilisation Die Sumerer sahen die große Flut als ein während einer geraumen Zeitspanne überaus historisches Ereianis an. durch das eine Evoche gleichmäßig, fast müßte man sagen, völig un= in ihrer Volksgeschichte bezeichnet ist. wühtend einer gernumen Heilspanne überaus Fengeschig Sreihnis un, bulch bas eine,epoche gleichmäßig, fast müßte man sagen, völlig un= in ihrer Volksgeschichte bezeichnet ist.„Obwohl verändert geblieben war. Tatsächlich fanden sie über den Zeitpunkt, zu dem die Flut einverandert geblieben war. Tatsächlich fanden wir keinen Scherben und keine Gesäßform, die wir nicht bereits von den Gräberfunden her kannten, obwohl man von der tiefgelagerten Fundstätte hätte schließen müssen, daß ein Zetraum von wenigstens mehreren Jahrhunderten zwischen der Herstellung der Gefäße und der Anlegung der Gräber lag. Als wir schließlich bis etwa zu dem Niveau der umlisgenden Ebene hinab vorgedrungen waren, stießen die Arbeiter auf jungfräulichen Boden, eine Tonschicht, in der sich keine Spur von Töpferware, Asche oder sonstigen menschlichen Ueberbleibseln vorfand. Der einzige Gegenstand, den wir dort fanden, war ein Stück von einem versteinerten Tierknochen. Um aber jeden Irrtum auszuschließen, drangen wir mit der Hacke noch viel tiefer, etwa: 3½ Meter, vor. Hier stießen wir plötzlich auf eine flache Schicht, die reich durchsetzt war mit Feuersteinsplittern und bearbeiteten Feuersteinen, mit Tonscherben, die den obenerwähnten glichen, und mit bemalten Resten jener al=Ubaid=Töpferware, die ich im vergangenen Sommer etwas voreilig als „antidiluvial“ bezeichnet hatte. Als wir jetzt noch tiefer vordrangen, entdeckten wir immer neue Scherben, von denen einige den gleichen Typ aufwiesen wie die, die wir in den frühesten Grähern gakunden hatten danebe## e über den Zeitpunkt, zu dem die Flut eingetreten ist, widersprechende Legenden geeine Rethe ihrer Städte die Sintflut üherstanden hätten. Obwohl Ur nicht ausdrücklich erwähnt ist, braucht man es dennoch nicht von dieser Liste auszuschließen. Die Flut, die einige von den hochgelegenen, ummauerten Städten verschonte, hat gewiß die Dörfer der nicht sumerischen Einwohner verschlungen. Wir haben Grund zu der Annahme, daß das bemalte Steinzeug, das verschwindet, sobald die Sumerer die Oberhand gewinnen, auf diese nichtsumerischen Einwohner zurückzuführen ist. Nur eine Ueberschwemmung, eine Ueberschwemmung von beispielloser Wucht, kann die acht Fuß dicke Tonschicht hinterlassen haben, die wir über der ursprünglichen Siedlung in Ur gefunden haben. Wir haben diese Schicht auch nicht nur an einer Stelle gemessen, sondern an drei Stellen, die wenigstens zweihundert Meter voneinander entfernt waren. Wenn jemand geglaubt hätte, er könne tatsächliches Beweismaterial erbringen für ein Naturereignis wie die Flut der sumerischen Legenden, die auch die Sintflut ist, von der das Buch der Genesitz spricht, den hätte man sicherlich für einen hemmungslosen Optimisten angesehen. Ich habe aber keine andere Auslegung für die Tatsachen, die uns unsere hiesigen Ausgrabungen aufgewiesen haben. Wiedersehen im Zuchthaus Von Lenka von Koerber die in Strafanstalten alg freie hei harte wilige Wärterin gearbeitet hat allein zu heamten schießen, gar nicht auf den dem Zwecke, um das Seelenleben der Ge= Tamten schieben, ihm nur drohen wollen.— sangenen zu studieren und darüber zu be So dumm, kurz vor der Wache zu schießen, war richten. Sie ging dabei aus von der Hilfes er nun wirklich nicht.— Und der letzte Einrichten. Sie ging habei aus von der Hilfe für entlagene Strafgefangene, der sie jahrelang selbstlos und hingebungsvoll ihre Arbeitskraft und ihre Zeit geopfert hat. Um Entlagenen mit Rat und Tat richtig heifen zu können, mußte sie an Ort und Stelle studieren, wie der Strafvollzug auf die Gesangenen wirkt. Aus ihren Erfahrungen entstand ihr Buch:„Meine Erlebninse unter Strafgefangenen“.(Verlag Walter=Haedecke in Stuttgart). Die folgenden Schilderungen ergänzen das Buch auf Grund ihrer Beobachtungen in einem sächsischen Zuchthaus. Der Einbrecher er nun wirklich nicht.— Und letzte Einbruch? Natürlich, den brauchte er nicht zu machen, aber sein alter Freund war arbeitslos geworden und hatte gesammert, er brauchGeld,— und er selbst hatte sich gerade auf seiner Arbeitsstelle so wütend geärgert,— ein paar Mark sollte er gestohlen haben, mit solchen Lumpereien ließ er sich doch nicht ein. Die Mutter wollte das Geld schon ersetzen, um Ruhe zu stiften, aber das hatte er nicht gewollt. — Man hat doch auch seine Ehre.— So war er arbeitslos geworden. Dann kam der Komplice und schlug vor, einmal wieder einzubrechen. Der Einbruch war ja auch gar nicht so Typ aufwiesen wie die, die wir in den frühesten a. hregnggge Stadt sprach von dem kühnen Gravern gefunden hatten, daneben aber auch nusoregez: Er hatte sich ein Loch in die Decke bemalre und eingekerbte Gefäße von einer seiner Zelle gebohrt und war von dem Boden Aut die biaher in 1t- aubakannt gamaf an mer des Untersuchungsgefängnisses über die Dächer geflohen. STaithem murden nachts mehrmals bemalte und eingekerbte Gefäße von einer Art, die bisher in Ur unbekannt gewesen war, und schließlich ganz zu unterst einen gebrannten Ziegel von einem Typ, der uns völlig neu war. Dieser letztgenannte Fund ist von ganz besonderer Bedeutung; denn er beweist, daß Ur zu einer Zeit, in der man bemaltes Steinzeug und Ziegel verwandte, nicht ein Dorf aus Lehmhütten gewesen sein konnte, sondern vielmehr eine zivilisierte und gehörig ausgebaute Stadt. Schließlich erreichten wir wenige Fuß über dem Meeresniveau wirklich jungfräulichen Boden, die Schlammlagerung, aus der die Insel bestand, auf der die ersten Bewohner des Sumpfgeländes ihre Hütten errichtet hatten. Das Ergebnis dieser Funde ist zunächst, von dem kühnen schlimm— er hatte schon ganz andere Sachen in Loch in die Decke gemacht— bloß wie er mit dem Freunde erwischt wurde, hat er dem Beamten vor der Tür der Wache mit der Waffe gedroht, damit er ihn entwischen lassen sollte. Für den Einbruch würde er als vielfach rückfälliger Verbrecher 3 bis 4 Jahre kriegen, das war nicht so schlimm, — aber für diese andere Sache wollten sie ihm noch 5 Jahre aufhalsen. Nein, da konnte er nicht mitmachen. Ausreißen, ja ausreißen bei der nächsten Gelegenheit. Was man ihm auch alles zumuten wollte! Als seine Mutter ihn besuchte, sollte er in Fesseln in das Besuchszimmer geführt werden. Da hat er sich geweigert, zu ihr zu gehen,— geflohen. Seitoem wuroen nachts meyrmals Boden und Keller des Gefängnisses abgeleuchtet, damit die Nachtwache jeden weiteren Ausbruch verhindern konnte. Einige Tage später meldeten die Zeitungen: der Ausbrecher sei festgenommen, nachdem ihn einer seiner Bekannten verraten hatte. Von jetzt ab wurde er nur noch in Fesseln zu den Verhandlungen geführt. Der Untersuchungsrichter gab mir die Erlaubnis, mit ihm zu sprechen. Zuerst war der laubnis, mit ihm zu sprechen. Zuerst war der Da hot ar sich gemeigert, zu ihr zu gehen,— Gefangene sehr mißtrauisch,— dann aber, als na, und schließlich haben sie es der Mutter erSun Titrgane hrehe wubte wie ein Einbrecher laubt, zu ihm in das Hauptgebäude zu kommen. er, mir Pis.## Zu, toll dürfen sie es auch nicht mit mir Was sollte er nun machen, es blieb ja nichts treiben.“ anderes übrig als auszureißen. Man wollte Der Gefangene warf seinen Kopf zurück, Wel Die dann lassen Sie sich keinen Kanarienvogel als angeblich„besien Ersatz“ aufdrängen; genau so wenig dürfen Sie einen angeblich „ebensoguten“ Tabak in Kauf nehmen, wenn Sie einen besonders leichten— wenn Sie also Schellhass=Tabak rauchen wollen. S Millionen Kenner rauchen nur Schellhass=Tabak; denn er kostet nichts mehr und ist doch bedeutend leichter und angenehmer. Probieren Sie ruhig alle vorhandenen Marken, dann erst recht werden Sie sich endgültig für Schellhass=Tabak entscheiden, nachdem Sie den Unterschied im Geschmack gemerkt haben. Und dann: Schellhass wirbt für eine gute Ware mit barer Münze und gewährt Ihnen Mk. 5000.00 imz. Raucher-Umfrage.M dir Juugze kuklat: „Wbossuetz Kuionscheitot tich Tchaltsass=Toshanb von autonen Mlaunkon 3“ Antworten am: E. F. Schellhass Söhne.=G.„Raucher=Umfrage“ Hemelingen b. Bremen. Bedingungen in jedem Lodon. Leichter, milder und bekömmlicher, ein Gedicht für den verwöhnten Raucher, sind 5 Schellhass= Feinschnitte Leichter Schell K 30 Pf. Schellhass 1928er.... 40 Pf. Schellhass Feuerstrahl 50 Pf. Schellhass Transit=Schäg rein Uebersee...... 60 Pf. kein Aeberser. Schellhass Krone (flache Blechschachtel) der leichte Enbat 60 Pf.1 ist in allen Geschäften erhältlich. Vemosonellenachweit duuch: C. J. Scheichats Sohne u.#., gitr..18. Hemelingen bei Seumen. Sonnabend 19 März 1929 Westsällsche Neveste Rachrichten Nr. 64 Seite 10 seine dunklen Augen glühten leidenschaftlich. Seit. Rherschn. war erfüllt von jenem #feugersagbang, der es dem aktiv krimtnellen Menschen so schwer macht, das geordnete bürgerliche Dasein zu ertragen.— Ich weiß aus Erfahrung in der Fürsorgearbeit: diese überschüssige Kraft, die sich auslöst in gesellschaftsfeindlichen Handlungen, kann umreagiert werden zu positivem Tun. Viel schwerer ist es, den schwachen, energielosen Menschen, der sich sollen sie einmal sehen, was sie aus mir gemacht haben.“ Vor kurzer Zeit habe ich ihn wieder besucht und ihm Grüße von seinen Angehörigen gebracht. Sie sorgen sich, weil er gar nicht schreibt. „Was soll ich Mutter schreiben? Ich weiß nichts.“ Er ist noch immer in der Einzelzelle, aber er wird treiben läßt, vor erneuten Straftaten zu de 1edmende Akleinsein. wahren. Ich spreche mit dem Staatsanwalt. Nein, es ist nichts machen, das Gesetz steht gegen den Alle Einhrecher Schon Bedrahung u= h: ht und gewöhnt an das Die Mörderin Untersuchungsgefangenen fürchteten Einorecher. Schon Beoroyung— und die gibt sich vor der jungen Mörderin, wenn sie mit er ja zu— wird mit mindestens 5 Jahren ihren schwebenden Schritten, den Kopf ein Jahre Strafe— und wenig vorgeneigy die schmalen Hände ineinZuchthaus bestraft. Also 8 Jayre Strafe er ist 28 Jahre alt. Was Wunder, daß der Gedanke:„Ausreißen“ sein Denken und Sinnen erfüllt. Eindreiviertel Jahr später sehe ich ihn im Zuchthaus. Merkwürdig verschleiert sind seine Augen, der Gang schleppend geworden. Einzelhaft, doppelte Zellentür.„Ausreißer, Vorsicht", steht quer über dem dicken Aktenband. Und was sagen die Akten? Nicht eine einzige rohe Tat hat er begangen; ausschließlich Einbrüche. es Gertrub nicht mehr ertragen, in ihrer Heimatstadt zu bleiben; sie zog in die Großstadt, stürzte sich in den Strudel der Vergnügungen und stahl, als ihr mit Näharbeit verdientes Geld verausgabt war Zum ersten Male gesaßt und bestraft, lernte sie im Gefängnis ein mehrsach vorbestraftes Mädchen kennen, mit dem sie ververse Beziehungen unterhielt. Gertrud hing sehr an der Freundin Lisbet und als sie ihr anbot, in ihre Wohnung zu ziehen, willigte sie sofort ein. Die Freundin lebte mit einem jungen Zuhälter und ihrem fünfjährigen Töchterchen zusammen, kümmerte sich aber sehr wenig um das Kind und war froh, als Gertrud für die Kleine sorgte und den Haushalt in Ordnung hielt. Aber bald verlangte der Zuhälter, daß sie auch für ihn als Prostituierte verdiene. ander verschlungen, aus ihrer Zelle trat und zum gemeinsamen Spaziergang geführt wurde, sie auch für ihn als Prostituierte verdiene. Es ist Vorschrift, daß die Untersuchungs= Bisher hatte sich der Zuhälter von Lisbet völlig gesangenen schweigend, Abstand haltend hinter= aushalten lassen, daher waren ihm die Beeinander gehen. Die Aufseherin hat immer ziehungen der beiden Mädchen von Anfang an Mühe, die Frauen daran zu verhindern, daß unerwünscht. Darum saßte er den Plan, sie zu sie sich einander nähern und sich etwas zu= trennen, indem er Lisbet beseitigte und Gerflüstern, aber der Mörderin kam niemand zu trud durch Mithilfe an dem Mord dauernd an nahe, niemand wollte mit ihr sprechen. sich band. Bir sprachen mehrsach lange miteinander Ihre furchtbare Tat hatte die gesamte Be= Nach einem heftigen Streit der beiden durfte in diesem Zuchthaus Gesangene, die#lkerung empört, sie war der Beihilfe zum Mädchen machte er Gertrud durch übermätzigen vormeldeten, allein sprechen. Man merkte ich durkte sich vormeldeten, allein sprechen. Man merkte ihm an, daß er sich daran gewöhnen mußte zu sprechen. Das ständige Schweigen und Alleinsein hatten ihn scheu gemacht. Dann kam es langsam und gepreßt hervor:„Sie wollen mich nur mürbe machen, nichts erlaubt man mir, ich habe mich doch schon mehrfach in die Schlosserei gemeldet.“ Meinen Einwand, man könne ihn doch nicht als gelernter Schlosser in die Schlosserei lassen, weil er sich dort sofort Ausbrecherwerkzeuge machen würde, beantwortete er etwas lebhafter.„Wenn ich ausbrechen will, kann ich das hier von der Zelle genau so gut. Sie meinen die großen Wachhunde? Die sind gar nicht so schlecht,— bloß einer,— die anderen kennen mich schon ganz gut.“ Ich sah unwillkürlich den Gefangenen vor mir, wie er trotz des strengen Verbotes, aus dem Fenster zu sehen, nachts hoch oben an dem kleinen Zellenfenster hing, um die Hunde zu beobachten, augenblicklich seine schlimmsten Feinde.— Und dann die hohe Mauer! Er kann ja doch nicht herüber, wenn er sich auch so wein den Weg erlistet hätte. Dennoch kreisen seine Gedanken immer und immer wieder um den Ausbruch. Und nun spreche ich von der Mutter, von den sieben Geschwistern, alles ordentliche, arbeitsame Menschen, an denen er sehr hängt. Sie sorgen sich um ihn, und wenn er ausbricht, verliert er sie für immer und irrt heimatlos umher. Das soll er sich doch einmal vorstellen und nicht nur die herrliche Freiheit, die er sich erträumt und die in Wirklichkeit dem Gehetzten nur Unglück bringt. „Da haben Sie ja eigentlich Recht.— Aber Sie können es sich nicht vorstellen, wie schrecklich das Leben in der Zelle ist. Wenn sie mir wenigstens andere Arbeit geben würden. Aber immer, immer Tüten kleben, da muß man ja verrückt werden. Manchmal lause ich stundenlang in der Zelle umher, wie ein Löwe im Käfig. Sie wissen nicht, wie ich mich beherrschen muß. Aber wenn ich gar nicht mehr kann, schlag ich doch noch einmal die ganze Zelle kaputt.“ Ich erinnere mich einer früheren Unterhaltung. Da hat der Gefangene mir erzählt, wie er als Siebzehnjähriger mit 6 Wochen Gefängnis für einen Diebstahl bestraft worden ist. Als er sich ganz allein in eine Zelle geschlossen sah, hatte der wilde Junge wie toll zu toben angesangen und nicht geruht, bis er jedes Stück in der Zelle zerschlagen hatte. Dafür bekam er 4 Wochen Dunkelarrest, bis er geweint hat wie ein kleines Kind und gefleht, man sollte ihn doch nur herauslassen.„Als sie mich dann endlich herausnahmen, habe ich gedacht: jetzt ihrer Freundin angeklagt und hatte Alkoholgenuß gefügig, und zwang sie, Lisbet, schon in der Voruntersuchung alles gestanden, die er gepackt und gewürgt hatte, einen Lappen denn die Tat lastete auf ihr und wollte sie zer= in den Mund zu stecken.— Am nächsten Tage malmen, sie mußte reden, damit das Schweigen sollte sie ihm bei der Zerstückelung der Leiche sie nicht zerrieb. helfen, weigerte sich aber, von Grauen und Jetzt wartete sie auf den Entscheidungs= Reue gepackt. Aber die Leiche mußte ja aus termin. dem Hause, wenn nicht alles entdeckt werden Am ersten Tage meiner freiwilligen Dienst= sollte. So trugen die beiden Verbrecher zwei zeit im Untersuchungsgefängnis sprachen wir Säcke zum nahen Teich und versenkten sie dort. miteinander, später erzählte mir Gertrud viel Das Schweigenmüssen mit der schweren von ihrem Leben. Unehelich geboren, hatte sie Last auf der Seele war für Gertrud so furchtmit acht Jahren erlebt, wie die Mutter fremde bar, daß sie die Verhaftung als Erlösung empMänner bei sich aufnahm, später in den Ent= sand. Dennoch ließ ihr die Tat keine Ruhe, wicklungsjahren hatte sie bei einer Tante ein sie erlebte sie immer wieder in grausiger DeutBuch mit aufreizenden verversen Bildern ge=lichkeit, nachts träumte sie von der Freundin, lesen und seine Anweisungen mit einer Freun= rief verzweifelt ihren Namen und flehte um din erprobt. Aber alle diese niederziehenden ihre Verzeihung.— Die Sehnsucht, als 26= Erlebnisse schienen ihre Kraft zu verlieren, als jähriger Mensch weiterzuleben, um zu fühnen, sie mit 16 Jahren einen jungen Mann kennen kämpfte mit dem Wunsche, die Todesstrafe lernte, mit dem sie jahrelang verkehrte und möchte sie endlich richten. Ich habe niemals den sie aufrichtig liebte. Nachdem sie ein Kind einen Verbrecher gesehen, der sich so absolut bekommen hatte, fühlte sie sich ihm doppelt ver= ehrlich zu seiner eigenen Schuld bekannte, keine bunden. Den Versprechungen des Geliebten, Eutschuldigung für sich suchte und die Geer werde sie heiraten, sobald er genug verdiene, spaltenheit seines Wesens so unbarmherzig glaubte sie mit dankbarer Freude— bis seine deutlich empfand. achtbaren Eltern von den Beziehungen des Die Oberaufseherin des UntersuchungsSohnes hörten und ihm jeden weiteren Ver= gesängnisses gab ihr viel Näharbeit, weil Gertrud dringend bat, immerfort arbeiten zu dürsen, damit die Gedanken sie nicht so unabNach zwei Jahren besuchte ich das Mädchen im Zuchthaus. Ihr Ausdruck hatte viel von der krampfhaften Gespanntheit verloren, aber ihr stark betonter Wille, einmal ein neues Leben anzufangen, war auch nicht mehr spürbar. Die ganze Zeit bewachte eine Beamtin unsere Unterhaltung, und Gertrud sah immer fragend zu ihr hin, bevor sie mir eine Antwort gab. Es half ja auch nichts, über sich selbst nachzudenken oder gar Gedanken auszusprechen. Es wurde ja den ganzen Tag von Leuten, die es so viel besser verstanden und die ausschließliche Macht über sie hatten, für sie gedacht. Ich fragte die verantwortliche Beamtin, warum ich ihr nicht schreiben sollte. Ja, das war schwer zu sagen, die Stimmung der Gefangenen war sehr verschieden, man konnte nicht wissen, wie ein Brief auf sie wirken würde. Windstill, abgeschlossen, ohne irgendwelche Verbindung mit dem Leben, wie es draußen in der Freiheit pulsiert, verbringt der Gefangene seine Tage,— mit nützlicher Arbeit. Er hat die Möglichkeit, ein guter, braver Gefangener zu werden, der sich reibungslos in den Betrieb einfügt. Kürzlich habe ich Gertrud noch einmal besucht, wieder wurde das Gespräch bewacht, da sah mich die Gesangene gequält an:„Wenn ich heute herauskäme, ich könnte mich draußen nicht halten.“— Und wie wird es erst nach den langen Jahren sein? kehr mit dem Mädchen untersagten. Er mußte gehorchen, wenn er nicht auf jede weitere Unterstützung der wohlhabenden Eltern verzichten wollte. Bald darauf starb das Kind. Nun konnte „jede Tasse Radfreiker „eine Gesundheit" -lagt man... lässig quälten. Die langen Nächte waren qualvoll genug. Als ich wieder zu Hause war, schrieb mir Gertrud wiederholt lange Briese,— die Katze der Oberaufseherin, die sie einige Zeit in der Zelle haben durfte, war nun fort; dafür hatte sie einen verirrten kleinen Vogel bekommen. Zuerst war er ganz scheu, jetzt fraß er aber schon zutraulich aus ihrer Hand. 14 Tage später: der kleine Vogel war gestorben, er konnte wohl die Eingeschlossenheit nicht vertragen, sie hatte das kleine Tier so lieb gehabt, jetzt war sie wieder ganz allein. Dann kam der Entscheidungstermin: fünfzehn Jahre Zuchthaus. Gertrud kam aus dem Untersuchungsgefängnis in die Strafanstalt und war getrennt von der guten mütterlichen Beamtin, die ein so warmes Herz für zerquälte Menschen hatte. Als ich ihr dann schrieb, bekam ich den Bescheid, der Brief hätte ihr leider nicht ausgehändigt werden können, die Gefangene sei ohnehin so aufgeregt, es sei besser, wenn die Fürsorge in einer Hand läge. Die Oberaufseherin des Untersuchungsgesängnisses kam nicht wieder zu ihr, weil solche Besuche nicht üblich waren. Die Gefangene hatte sich eben an andere Verhältnisse und andere Beamte zu gewöhnen. Ermittlungen der Arbeitsämter über die Berechtigung des Anspruchs auf Arbeitslosenunterstützung Bei den Arbeitsämtern tauchen in der Praxis öfter Zweifel darüber auf, inwieweit sie verpflichtet sind, durch eigene Ermittlungen bei Stellung eines Antrags auf Arbeitslosenunterstützung den Grund der Lösung eines Arbeitsverhältnisses zu klären. Zu dieser Frage hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung in einem Schreiben an die Landesarbeitsämter folgendes ausgeführt: In erster Linie hat das Arbeitsamt selbst alle Tatbestandsmerkmale zu ermitteln, die für die Frage der Gewährung oder Versagung von Arbeitslosenunterstützung von Bedeutung sind. In § 171 des AVABG. ist den Arbeitsämtern die Befugnis übertragen, Ermittlungen jeder Art mit Ausschluß eidlicher Vernehmung anzustellen, und allen Behörden und Privakpersonen eine Auskunftspflicht auferlegt.§ 184 will nur sicherstellen, daß, sofern ein arbeitsgerichtliches Verfahren anhängig gemacht ist, die Einheitlichkeit der Rechtsprechung für den weiteren Instanzenzug gewahrt wird. Im§ 184 ist ausdrücklich bestimmt, daß die Entscheidung des Vorsitenden des Arbeitsamtes dadurch nicht aufgehalten wird, daß bereits ein arbeitsgerichtliches Verfahren schwebt. Das Arbeitsamt hat bei Entgegennahme der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung von Amts wegen alle Anspruchsvoraussetzungen zu prüfen und insbesondere gegebenenfalls zu exmitteln, ob der in der Arbeitgeberbescheinigung angegebene Entlassungsgrund zutrifft. Die Entgegenahme der Arbeitslosmeldung und die Vormerkung zur Arbeitsvermittlung dürfen nicht davon abhängig gemacht werden, daß die Entlassungsbescheinigung oder sonstige Arbeitspapiere beigebracht sind. Ostern die neuen Tapeten Einoleum Rechmann Die andere Generation Roman von J. Schneider=Foerstl Urheberrechtschutz durch Verlag Oskar Meister, 29) Werdau Sa. Ihre Augen zwangen ihn auf die Knie. Beide zugleich beugte er, um ihr zu Willen zu sein. Die schmalen, sehnigen Hände höhlten sich zu einer Schale, für sie das Gold aus der gleißenden Tiefe zu schöpfen. Gleichsam von einer überirdischen Macht getrieben, sah er nach ihr hin. Sie lächelte ihm zu. Das Schattenspiel seiner gewölbten Finger ruhte dunkel in der fließenden Helle. Er kniete mit vorgeneigtem Oberkörper und mit nach ihr gewandtem Kopf, damit er ihr Gesicht sehen konnte. Ein Windhauch bewegte das feinstielige Blätterwerk der Reben vor den Fenstern. Etwas Dunkles rieselte über das Weiß seiner Hemdbrust. Es sah aus, als stürze rotes rinnendes Blut aus seinem Munde. Ein einziger heller Schrei! Der Bruchteil einer Sekunde! Dann war sie bei ihm. Er ließ es willenlos geschehen, daß sie ihn küßte, daß sie das Blut, das sie an ihm zu sehen glaubte, mit zitternden Fingern von seinem Halse und seiner Brust strich.„Komm!“ sagte sie bittend.„Du bist müde.— Bist du nicht müde?“ „Ja!“ sagte er leise. Er hörte seine eigene Stimme und kannte sie nicht mehr. Der das gesprochen hatte, das war ein anderer, den diese Stunde erst geboren hatte. Sie lag in den Kissen und er saß neben ihr. Ab und zu hoben sich ihre Lider. Der Blick ihrer Augen ging über ihn hin. Ihre Finger spielten erst in den seinen, zuckten dann heftig und entalitten ihm wesenlos. 1 Er hörte die Schläge der Turmuhr aus der Stadt herauf nach der Höhe, in der sein Haus lag. Er dehnte seine Muskeln und verspürte eine eigentümliche Erschlaffung. Als er sich von dem Bettrande erhob, war er zerschlagen wie nach Tagen schwerster Arbeit. Kühl und feucht kam die Nachtluft vom Fluß herauf. Er ging schleppenden Schrittes nach dem Fenster und schloß es. Nur die Querscheibe, die sich oben über die beiden Längsflügel legte, ließ er für einen Spalt geöffnet. In weitem Abstande ging er an ihrem Bett vorüber. Er sah ihr Gesicht leuchten, das nun ganz weiß und schemenhaft zwischen dem Blondhaar ruhte, sah auf ihre Hände, die reglos auf der Decke lagen, und dann auf die seinen, die für sie— die Frembe— das Gold aus der Tiefe geschöpft hatten.. Um welchen Preis! Ein Märchen, das er in der Knabenzeit gelesen hatte, fiel ihm ein: von der Nixe, die einen jungen Fischer in ihren Bann zog und ihn mit sich hinunter in die Fluten nahm, aus denen er nie wieder zur Erde zurückkehrte. Er schlich nach der Türe. Leise, vorsichtig, fürchtend, es möchte ein Brett der Diele knarren und sie wecken. Er hatte die Klinke bereits herabgedrückt, da ließ er sie wieder in die Höhe gleiten. Er mußte sie noch einmal sehen! Dann sollte die Wette bei ihr wachen, heute und immer!— Immer!— Bis sie aus seinem Hause war. Wie ein Dieb tastete er zu ihr hin, neigte sich über die Kissen und horchte auf ihren Atem. Wie hieß sie?— Wohin ging sie, wenn sie ihn verließ?— Verließ?— Ihm war, als gehörte sie bereits zu ihm, als hätte sie kein Recht mehr, ihn wieder allein zu lassen. Er hatte ja auch das Gold für sie geschöpft— das Gold, das sie haben wollte, ohne daß er wußte, zu welchem Zweck, nur um ihr dienstbar zu sein. Sein Gesicht wurde hart und schmal, als er auf sie niedersah. Sie wußte morgen nicht mehr, was diese Nacht geschehen war!— Aber er!— Aber er!— Was sollte er tun, um das zu vergessen, um ihre Küsse nicht mehr zu fühlen, um den Druck ihrer Arme nicht mehr an seinem Leibe zu spüren. Er glaubte, jede Stelle seines Körpers bezeichnen zu können, wo einer ihrer Finger geruht hatte. Als neuerdings ein blauschwarzes Dunkeln durch den Raum kroch, floh er. Floh vor dem fremden Weibe und sich selbst, lief in den Garten, die weißen Wege entlang, den Hang hinunter. Eine Türe knirschte, draußen vor den Drahtvierecken des Zaunes gurgelte der Fluß. Er streifte die Kleider ab. Der Mond hatte nicht einmal Zeit, seinen schlanken, sehnigen Körper zu umschmeicheln. Kopfüber warf er sich in die Flut, schwamm stromauswärts, um jede Muskel seines Körpers zu beschäftigen. Wie seine Nadeln rannten die Wellen gegen seinen Leib. Vergessen wollte er!— Nichts als vergessen! Er tauchte unter. Die Wasser sollten seine Lippen von ihren Küssen reinwaschen, die sie ihm gegeben hatte, und brannten doch, als er wieder an die Oberfläche kam, nur um so tiefer und heißer. Auf dem Rücken liegend, ließ er sich stromabwärts treiben, an den schlasenden Häusern der kleinen Stadt vorüber. Die Wogen trugen seinen Körper, als führten sie eine elfenbeingeschnitzte Form mit sich. Die Brücke wölbte sich hoch über ihm. Der Fluß machte eine scharfe Krümmung. Da besann er sich, daß es Zeit zur Umkehr war. Stromaufwärts bekam er endlich das Gefühl eines wohltuenden Müdeseins. Als er an seinem Garten ankam und ans Ufer stieg, taumelte er. Go hatte er's gewollt. Nur das Hemd warf er über, dann schritt er nach dem Sommerhause, das ganz am äußersten Ende seines Besitzes lag. Die Decke über sich geschlagen, lag er auf der harten Pritsche und schloß die Augen, ohne den erhofften Schlaf zu finden. Wie stark der Holder duftete, der sich draußen gegen die Bretterwände lehnte!— Der Geruch des Jasmins zog von der Einfahrt bis hierüber. Von den Wiesen, die den Garten begrenzten, kam der Atem frischen Heues. Er hatte die Türe des Gartenhauses offen stehen. Draußen glitzerte der Kies wie ein flimmerndes Becken. „Schöpf mir das Gold, Heinz!“ Verfluchtes Gold! Er fuhr auf und siel wiederum zurück. Ein Heimchen zirpte. Ueber ihm im Astwerk regte sich ein Vogelpaar. Leuchtkörper glitten funkelnd zu thm in das Dunkel, tanzten an den Holzwänden hinauf und an ihm vorüber hinaus ins Freie.— Alle Kreatur war zu zweien, zu dreien, zu hunderten! Er war allein! „Bleib bei mir!“ Seine Glieder wurden müde, der Schlaf lag wie eine weiche, kühle Hand über seinen Lidern. Er fühlte wiederum ihren Körper an dem seinen tastend. Jetzt, nach einer Stunde, konnte er noch jede Stelle bezeichnen, wo ihre Finger ihn berührt hatten. Er ließ die Arme von der Decke gleiten, kraft= und hilflos. Es war alles umsonst!— Er konnte nicht vergessen! Vom Hause her kam durch die Stille der Nacht ein Laut.— Ein kurzes, trockenes Husten. gleiden aus!— Er fuhr in seine E. un# horchte— nun kam es noch einmal. Er ne über den Rasen, setzte über den Kies, riß sich an einer Hecke die Wange blutig, sprang die wenigen Steinstufen hinauf und stand abermals vor ihrer Tür. ruhig, kein Laut drang durch die Stille. Er hörte die schwere Standuhr des Eßzimmers ticken, dessen Tür offen stand, und zwischen hinein die Schläge seines eigenen Herzens. Gegen den geschnörkelten Schrank gelehnt, horchte er nach der Tür, hinter der sie lag. (Fortsetzung in der nächsten Nummer) * AKKU-Ladestation Reichsbankstr 5 fernsor 5974 1— Radio-Haus Marktetes Fornrus: Ladestation I Radlo- und ElektroSTORHTGNN Schildesche, Lerchenstraße 19 (Nähe Rettungshaus) Radio-Apparate Komplette Anlagen schon von Mk, 110.— an. Akku-Ladestation Vorführung jederzeit und unverbindlich Wellenjammer und Wellentausch Wellenfammer drängt 4u die neue Wellenvertellung hervorgeruiene Der eicke estelätce er bn##chebt daher, um, die. gegenwärtige unhaltbare Einteilung in eine brauchpare zu verwandein, die Forderung einer Aenderung der Wellenrhalb Deutschlands durch Tausch. Er weist darauf hin wie Seischas Cherisen de man oine Sörug durch den Origender beguen uit Se####n empfangen könnte, sind ger nicht oder nur mit sehr selek. tiven Geräten zu noren. Der Empfang von Langenberg über Köln ist gleichSen Ses. er durch den Berliner Gleichwellensender überdeckt. Der Verder Fmnfe der Saxundsatz auf:„Es soll tunlichst an jedem Ort Deutschland. der Emptang der wichtigsten und in ihrer Eigenart hervorstechendsten Seutschen und ausländischen Sender möglich sein.“ Es kämen also für Deutschland in erster Linie, die Sender Berlin, Frankfurt a.., Langenberg und Munchen, für das Ausland Budapest, Dayentry, Kattowitz, Prag. Wien usw. in Betracht. Der Verband prüft nun die Sachlage und wird dann weiter Deutschlands eintresten. Vellen innerhalb Neues Kopfzerbrechen. Der Welt-Rundfunkverein hat wieder einmal in Genf getagt, wobei sein technischer Ausschuß abermals die Neuverteilung der Rundfunkwellen in Europa erörterte. Diese Erörterung fand im Hinblick auf die bevorstehende Konferenz der europdischen Regierungen in Prag statt, auf der die Wellenfrage von neuem erörtert werden soll. Also Erörterungen über Erörterungen! Wenn dadurch nur etwas gebessert würde! Es ist immer schlimmer und schlimmer geworden. Wir erhoffen nichts mehr von noch so vielen Tagungen und Erörterungen. Solange man immer neue Sender baut, statt ihre Zahl zu vermindern, kann es nie etwas werden. Selbstverständlich hat trotz der jüngsten Wellenverteilung schon wieder einmal ein deutscher Sender seine Welle ändern müssen. Dresden sendet jetzt nicht mehr auf Welle 587,1, sondern auf Welle 317,1. 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Das Urteil lautete gegen Zellermener auf 10 Monate Gefängnis und 695 400 Mark Geldstrafe, gegen den Kaufmann Sommer auf 6 Manate Gefängnis und 365000 Mark Geldstrafe, gegen den Kaufmann Gertges auf 4 Monate Gesängnis und 184000 Mark Geldstrafe. Der Eisenbahnsekretär Schornstein erhielt 5 Monate Gefängnis und 182400 Mark Geldstrafe. Außerdem wurde ihm die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von drei Jahren abgesprochen. Sämtliche Angeklagten, denen außerdem noch eine Wertersatzstrafe von insgesamt 272000 Mark auferlegt wurde, wurden wegen Fluchtverdachtes noch im Gerichtssaal verhaftet. den Herrn: Silbergrau Die Farbe der kommenden Männermode London, im März(United Preß). Der junge und smarte Londoner wird in diesem Frühjahr mit Vergnügen feststellen können, daß die schönste Jahreszeit auch an der Herrenmode nicht ganz ohne Einfluß vorübergeht. Nach der Meinung einiger führender Schneider in Bondstreet wird die hellere und fröhlichere Note für die Herrenkleidung dieses Jahres bestimmend sein. Die vorherrschende Farbe wird vermutlich das Grau sein, und zwar ein silbriges Grau und andere GrauNüancen mit leichten, farbigen Streifen. Das doppelreihige Jackett wird auch in dieser Saison weiter getragen werden, der dreiknöpfige, einreihige Rock jedoch wird vermutlich sich einer größeren Beliebtheit erfreuen, wobei der Kragen übrigens einen leicht gerollten Schnitt haben wird. Dazu gehört die einreihige Weste, die die mehr und mehr aus der Mode kommende zweireihige Weste ziemlich in den Hintergrund gedrängt hat. Die Hose wird auch in dieser Saison sehr lang geschnitten sein und über dem Schuh in einer leichten Knicksalte liegen. Der Schnitt wird ziemlich wett sein, jedoch nicht im entferntesten an die Oxford=Hose erinnern. An Hemden und Schuhen wird man keine großen Aenderungen bemerken. Allgemein ist man der sarbige Hemdenstoff vornehmlich deshalb, weil er nicht sonderlich auf der Wäschereirechnung lastet, behaupten wird. Der halbsteife Kragen wird jedoch vermutlich einer noch weiteren und bequemeren Art Platz machen. Der Schlips wird fröhlich sein, in der Gurikähalten 2335 deutsche Millionäre Die vom Statistischen Reichsamt herausgegebene Statistik der Vermögenssteuerveranlagung stellt fest, daß es vor dem Kriege in Deutschland 15 547 Millionäre gegeben hat, während es jetzt deren nur noch 2335 Besitzer von Vermögen von über einer Million Reichsmark gibt. Die meisten Millionäre wohnen in Berlin und zwar 290. Es folgt Hamburg mit e“ 4c. Pane mit 5o, Frehelgkt und Köln Düßfeldorf mit und Chemnitz mit je 21, Hannover mit 19, 10, Wiesbaden mit 1a. 1 esel mit Neben den Millionären ist auch die Zahl der zehnfachen Millionäre erheblich zurückgegangen. 1913 besaßen 229 Deutsche ein Vermögen von mehr als zehn Millionen, heute gabgern von mehr, als zehn Millionen, sind es nur noch 85, die sich eines solchen mögens rühmen können. heute Ber= Si-e WTe W Sonnabend. 16 März 1929 Westfälische Reueste Nachrichten Nr. 64. Seite 26 Eintritt frei! Bintritt frei! Ichbin geheiltdurch Wohlmuth Auf vielseitigen Wunsch findet ein populär-wissenschaftlicher Vortrag mit Lichtbildern am Montag, den 18. und Mittwoch, den 20. März, 8 Uhr abends, im kleinen Saal des Ho eivereinshaus, Bleleteld statt. Referent: Nerr Pred Laarsen aus Hamburg. Hunderttausende geheilter Patienten, welche an Gicht, Rheuma, Ischias. Arterienverkalkung. Lähmungen. Nervenleiden, Magen- und Darmstörungen selbst in den sogrnannten hoffnungsiosen Fällen etc. erkrankt waren, verdanken nachweislich dem elektro-galvanischen Wohlmuth-Heil-Apparat ihre Gesundung. Weit über 500000 Wohlmuth-Apparate allein in Deutschland. Aus unserer Zeugnismappe: Ich kann Ihnen hierdurch die freudige Mitteilung machen, daß der von Ihnen im Oktober 1928 bezogene Apparat nicht was Sie mir beim Kauf sagten, sondern seit 5 jahren habe ich tatsächlich zum ersten Male Hülfe zur Linderung der Schmerzen me nes Nervenknotenleidens„durch Ihren Apparat bekommen, Ich möchte den Apparat nicht mehr missen und hoffe, dalt ich mein Leiden in noch ganz kurzer Zeit beseitigt habe. Auch meine Tochter ist ihr schweres, verröres tienzleiden(.—130 Hierzschlag) last ganz los und auch nach mehreren Jahren großer Sorgen können Im hut sie gerettet, denn wenn Ihr Vertieter meine Tochter wiedrrsicht, wird er sie kaum erkennen. Vierr Naener Neupiecd Herdendorter Strnse, achreibt unterm 1a. 2. sur. Stonen, Lectenteunter ich nur ihrem WSchimgth-Apogost Herr Karl indiesteln, Bieleleld. Gutenbergstraße 4, schreibt unterm 12. J. schalle mir nug einen Wohimuth=Apparat an, durch desten intenaren Gebrauch ich volständig viecer berzgentellt vin. vintrist Graf: Veranstalter: G. Wohlmuth& Co.,.-., Barmen, Kl. Werthstr. 32 wrent Eintritt frei! Die sensatione le Neuheit! Locken-Kamm! Drehbankfutter in Präzisionsausführung. Fabrikst Alfred N. Schütte, steis ab Lager hielerbar. Außlerdem liefern wir Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeilung, neu und gebraucht Autogene Schweißanlagen, Carbid. G. a f. Zänge,Bieleteid Fernsprecher 1526 und 1527. K Der haus rau treuester Diener K D. R. G..— Ges. geschützt in allen Staaten. Onduliert ohne Behelfe kurze od lange Haare nur durch einfaches Kämmen. Unverwüstlich. Unentbehrlich für jede Dame. Preis pro Stück RM..50. Provinzversand per Nachnahme oder gegen Voreinsendung des Betrages durch Exporthaus Franz Humann, Wien, II., #loisgasse 3/120. Zahlr. 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Bismarck war nichts weniger als ein musikalischer Genießer, und es mußte schon sehr grob kommen, ehe sein Ohr beleidigt wurde, aber beim Passieren eines Bahnhofs ertönte plötzlich eine so alles Maß übersteigende Katzenmusik, daß selbst der eiserne Kanzler entsetzt die Hände gegen die Ohren preßzte. Dennoch lag die Schuld nicht an den begeisterten Bläsern, wenn es auch nur Kleinstadtmusikanten waren, sondern an den„physikalischen Fisematenten", wie Onkel Bräsig sagen würde. Jeder von uns hat zuweilen Gelegenheit, wenn er mit der Eisenbahn fährt, sus Klangveränderung, die Bismarck so erentn zu beobachten. Oft, während wir dahinbrausen, kommt aus der entgegengesetzten Richtung ein anderer Zug an uns vorbei, dessen Führer gerade in diesem Augenblick die Dampfpfeife ertönen läßt. Da hört man denn, wie just in dem Moment, da die Lokomotive an uns vorbeifaucht, der Pfeifton urplötzlich verzerrt und um einen Ton tiefer wird. Wenn, da ein ganzes Blasorchester vorbeihuschte, so müßte naturgemäß ein schauriges Pandämonium entstehen. Der Grund ist einfach: Die Höhe eines Tones hängt von der Anzahl der Schallwellen ab, die in einer Sekunde unser Ohr treffen. Treffen in der Sekunde 200 Schwingungen unser Gehörsorgan, so vernehmen wir einen tieferen Ton, als wenn doppelt soviel Schwingungen des tönenden Körpers uns erreichen. Fahren wir nun mit hoher Geschwindigkeit an einem Töne, also Schallwellen aussendenden Körper vorüber, so geht in dem Augenblick, da wir an ihm vorbeischwirren, eine physikalisch bedeutsame Veränderung vor sich. Eben noch fuhren wir auf die Schallquelle zu, jetzt aber eilen wir von ihr fort, und nun müssen die Schallwellen sozusagen hinter uns herlaufen. Es können uns also jetzt weniger Schallwellen in der Sekunde erreichen als vorher, und so muß der Ton für uns sinken. Der biedere Alltagsmensch würde sicher nicht auf den Gedanken kommen, daß diese verzerrten Töne irgend etwas mit den Geheimnissen der Sternenwelt zu tun haben könnten, daß sich von da aus eie Brücke zu den fernen Sonnen und ihrem Flug durch das All schlagen ließe. Dennoch ist es der Fall. Der Geist des Menschen verknüpft die entlegensten Gebiete! Christian Doppler aus Salzburg, ein außerordentlich geistvoller Mensch, der in seiner Jugend Steinmetz gewesen und später ein bedeutender Physiker und Mathematiker wurde, hatte die Erscheinung, die wir oben besprachen, wie Tausende vor und mit ihm beobachtet. Aber er spann im Spinnstuhl seines Hirns den Gedanken weiter, bis zu den Sternen. Er sagte sich: Was hier mit den Schallwellen eines tönenden Körpers geschieht, das muß auch mit den Lichtwellen geschehen, die von einem leuchtenden Körper ausgehen. Den verschieden hohen Tönen entsprechen beim Licht die verAlunge und Sierne Von Bruno H. Bürgel schiedenen Farben. Von einem leuchtenden treifer. 9cher,ächzwellen aus, die unser Auge Gi#######choem, ob mehr oder weniger richtwellen in der Sekunde unser Auge treffen, srschetptauns der leuchtende Körper rot, gelb, mit großer Geschmo und nun Körver nähern oder.. so muß sich sein ger uns von ihm entfernen, Tan sch richt ändern, ebenso wie der Ton sich änvert. Man muß so feststellen können, sagte sich Doppler, ob wir uns manfernen, Doppsan vue machte zwar bei seinen ersten Stekslationen einige Fehler. Erst der Franpare(Peihaße, n Jahre später die gangdie den Astronomen in den Henguigkeit zu geben— zu zeigen, daß— um ein Beispiel heven— der hellste Stern des Himmels, der Strius, sich uns in jeder Sekunde acht Kilometer gabgrt, daß sich der rote Stern Beteigeuze 22 Kilomerer von uns entfernt, daß unsere eigene Sonne mit ihren Planeten mit 19½ Kilometer Geschwindigkeit in der Sekunde auf Sternbild des Herkules zufliegt, aber Wenisch froch a ani abgehetzter einem Lungenleiden erlag und während seines Lebens seinen genialen Gedanken nur bekämpft sah, bleibt dennoch das Verdienst, zuerst den Weg gewiesen zu haben, der uns zu so reichen Aufschlüssen über die Sterne führte. „Fraunhofersche Linien“ genannt werden. Sie rühren von den verschiedenen Stoffen her, die auf dem fernen Stern glühen. Wasserstoff, Kalzium, Eisen, Kohlenstoff, Natrium, kurz jeder Stoff wird durch besondere, ihm eigentümliche Linien erkennbar. Ihre Beobachtung und Erforschung verrät dem Astronomen, woraus die Sterne bestehen. Die Doppler=Fizeausche Methode lehrt nun, daß jene Fraunhoferschen Linien im Licht des Sternes Veränderungen erleiden, wenn der Stern sich uns nähert oder sich von uns entfernt. Der Beobachter in der Kammer des Einstein=Turmes kann das in der Tat deutlich sehen. Nähert sich uns der Stern, so verschieben sich die Fraunhoferschen Linien nach dem violetten Ende des bunten Spektral= bandes, entfernt er sich, so sind sie nach dem Rot hin verschoben. Aus der Größe der Verschiebung ergibt sich die Geschwindigkeit der Bewegung, und sehr seine Meßinstrumente und Meßkünste erlauben uns so wirklich Aufschlüsse über die kompliziertesten Wanderungen der Sternströme und über unser eigenes Weiterfliegen im Raum zu erlangen. Der Mann im Meßraum der unterirdischen Kammer des Einstein=Turmes zeigt und beweist uns, daß wir mit der zwanzigfachen Geschwindigkeit einer Granate auf den schönen blauen Stern „Wega" zubrausen, der nun am Abendhimmel hoch über uns im Unerreichbaren schimmert, als eine Sonne ferner Erden. Aus dem gesellschaftlichen Leben Heute sind auf allen großen Sternwarten der Welt Männer am Werke, um nach der doppler=Fizeauschen Methode die Bewegungen im Sternenraum zu messen. Bei uns in Deutschland werden Arbeiten dieser Art besonders auf der Sternwarte zu Potsdam ausgeführt, wo sich treffliche Instrumente für solche Zwecke befinden. Namentlich der neue „Einstein=Turm“ dieses schönen und modernen Observatoriums dient solchen Untersuchungen. Was für kniffliche Methoden ersinnt doch der Mensch unserer Tage, um den zarten Lichtvon den fernen Sternen kommend, nach oft jahrhundertelangem Fluge durch das erst jetzt bei uns eintrifft, zu Mitteilungen über die Weltkugel zu bewegen, von der er ausging! Hier im Einstein=Turm wird das Sternenlicht nun gar bis zu einem unterirdischen Keller geführt, um in einer raffiniert ersonnenen astrophysikaltschen Folterkammer peinlich befragt zu werden. Oben im Turm sind Spiegel angebracht, die das Licht des Sternes senkrecht nach unten in das Innere des Turmes hineinwerfen. Dort erst treffen sie auf die Fernrohrlinse, die nun ein Bild des Sternes entwirft, das aber erst unter der Erde in einer besonderen Kammer entsteht. Nun wird der Lichtstrahl zerlegt. Er muß durch Glasprismen hindurchgehen, die das Licht des Sternes in ein langes, buntes Regenbogenband auflösen. Wir wissen ja alle, daß das weiße Licht der Sonne in Wahrheit aus all den bunten Regenbogenfarben besteht, und daß der Regenbogen nichts weiter ist als Sonnenlicht, das durch die Wasserkugeln der Regentropfen hindurchgehen mußte und dort gebrochen, zerlegt wurde. Man kann das künstlich viel besser erreichen, wenn man das Licht durch Glasprismen schickt, und das wird in der unterirdischen Kammer des Einstein=Turmes zu Potsdam sowohl mit dem Sternenlicht wie mit dem der Sonne gemacht. Das so entstehende bunte Regenbogenband vom Licht eines Sternes nennt man ein Spektrum. Betrachtet man dieses Spektrum genau, so erkennt man in ihm Tausende von dunklen Linien, die nach ihrem ersten Erforscher Wilhelm von Bode ist tot. Er hatte Berlin zur Stadt der schönsten Privatsammlungen machen wollen. Als er starb, gab es kaum eine mehr. Zuerst versteigerte man die Sammlung von Frau Hainauer, die Geld für ihre Schwiegersöhne, den Grafen Hacke, den Freiherrn von Zedlitz, und den Herrn von Dincklage brauchte. Dann verkaufte der alte Geheimrat Gutmann, als er von Berlin wegzog; ihm folgten die Erben des bekannten Nationalökonomen Geheimrats von Kaufmann, der Bankter von der Heydt, James Stmon, Eduard Simon und erst kürzlich Oskar Huldschinsky. Jedesmal ging dem alten Bode ein Stich durchs Herz, der niemals mehr heilte. Hatte er doch jede dieser Sammlungen wie seine eigene geliebt. Wilhelm von Bode stammte väterlicherwie mütterlicherseits aus alten braunschweigischen Familien. Seine Mutter war eine Rimpau aus einer im Halberstädtischen begüterten Familie, und in diese Familie hatte auch seine jüngste Tochter geheiratet. Ihr Gatte ist der Rittergutsbesitzer Dr. Rudolf Rimpau. In ihrer hübschen Villa Uhlandstraße—5 haben Wilhelm von Bode und Frau — sie entstammte der bekannten württembergischen Gelehrtenfamilie Gmelin— eine reizende intime Geselligkeit für ihre Freunde gemacht. Eine große Geselligkeit verbot sich durch die vielen Krankheiten des Hausherrn, denn Bode litt häufig an Venenentzündungen und mußte oft Monate hintereinander liegen. In Kiel ist dieser Tage die Witwe des bei den Falklandinseln gefallenen Kreuzergeschwaoerchefs Graf Spee, Gräfin Margarethe von Spee, aus dem kurländischen Geschlecht der Osten=Sacken gestorben, betreut von ihrer einzigen Tochter Gräfin Huberta. Denn ihre beiden Söhne Otto und Heinrich waren mit dem Vater zusammen gefallen, der Vater auf der„Scharnhorst", die beiden Söhne auf der „Rürnberg; und„Gneisenau“. Der Tod der Grafin ist fast nirgends in der Presse erwähnt worden, und doch hätte man dieser Frau gedenken sollen, die an einem Tage den Gatten und beide Söhne verloren hatte und heroisch ihr Leid trug. Sie wohnte in einer kleinen Wohnung in Kiel, ging nie in Gesellschaften und empfing nur selten Besuche, einen der letzten war der des Reichspräsidenten, der trotz seines Alters die drei Treppen zur Gräfin emporkletterte, um ihr eine Freude zu machen. bar. Den Hauptteil des Vermögens erbte Friedrich Wilhelm IV., der selbst kinderlos, daraus die für den Prinzen Karl bestimmte große Secundogenitur machte, freilich erst, nachdem die zahlreichen illegitimen Kinder ausgestattet waren. 1810 hatte der Prinz, der übrigens eine Zeitlang Freier der Madame de Staël war, eine jahrelange Liaison mit der schönen Friederike Wichmann, der Schwester des bekannten Bildhauers, nach dem die Wichmannstraße im Berliner Westen heißt, angefangen. Sie erhielt später den Namen Frau von Waldenburg und den gleichen Namen erhielten ihre vier Kinder, drei Töchter und ein Sohn, der in den letzten Lebensjahren des Prinzen August Hofmarschall seines Vater war. 1825 trennte sich dann der Prinz von seiner Geliebten und ging zu der schönen Berliner Jüdin Auguste Arend über. Auch sie erhielt nach einiger Zeit einen adeligen Namen und wurde Frau von Prillwitz, ein Name, der auf ihre fünf Kinder, drei Söhne und zwei Töchter, überging. Frau von Prillwitz starb ganz jung 1834, erst zweiunddreißig Jahre alt, an der Schwindsucht, während Frau von Waldenburg ihren prinzlichen Freund um ein Jahr überlebte. Sie starb 1844, dreiundsechzig Jahre alt in Rom, als sie ihren Bruder, den Bildhauer besuchte. Heute Schweinerippchen mit Braunkohl.20 Geschäftliche Mitteilung Mit der jetzt auf ihrem Gut Charlottenhof in der Neumark verstorbenen Frau Marie von Klitzing geborene von Waldenburg ist das letzte Enkelkind des Prinzen August von Preußen, Neffen Friedrichs des Großen und Bruders des bei Saalfeld 1806 gefallenen Prinzen Louis Ferdinand, heimgegangen. Als Prinz August 1843 unvermählt starb, galt er als der reichste Mann Preußens. Er hinterließ zahlreiche Güter und zehn Millionen Taler in Mercedes=Benz in Kopenhagen Einen neuen hervorragenden Ausstellungserfolg konnte Mercedes=Benz mit seiner Beteiligung an der Automobilausstellung in Kopenhagen verzeichnen. Sämtliche ausgestellten Modelle haben die ungeteilte Bewunderung aller Besucher und Interessenten gefunden. Das ausgestellte„“=Modell wurde wieder, wie schon so oft, als das schönste „der.„Ausstellung bezeichnet. Kronprinz Friedrich sowie Prinz Axel von Dänemark, der Präsident des Kgl. Dänischen Automobil=Clubs weilten längere Zeit auf dem Mercedes=Benz=Stand, dem sie ihre besondere Aufmerksamkeit schenkten. Allgemein interessierte vor allem auch die ausgestellte Pullman=Limousine des Achtzylinders Typ„Nürburg". Für das 2,6=Liter=Luxus=Cabriolet Typ „Stuttgart 260“ wurde sogar der Ausdruck„die Perle der Ausstellung“ geprägt. Das einzige Komprenormodell der Ausstellung, eine Sechsliter=Pullman=Limousine, konnte schon am ersten Tage vom Stand weg verkauft werden. Mercedes=Benz hat mit allen Typen gute Verkaufserfolge erzielt. Von allen Besuchern der Ausstellung wurde anerkannt, daß die auf der Ausstellung gezeigten MercedesBenz=Wagen sich als deutsche Qualitätsarbeit auf das vorteilhafteste von amerikanischer Serten= und Massenware unterschieden. Dieses Urteil kann von der deutschen Automobilindustrie mit Recht als ein neuer Erfolg verzeichnet werden. BEURNFASOT Die Siegestrophäen der schwierigsten technischen Wettbewerbe des Vorjahres, der A. O. A..Gebrauchswertprüfung, der Reichs. und Alpenfahrt und der Internat. Alpenfahrt verschafften der Marke Brennabor neue internationale Anerkennung. 43 erste und zweite Preise auf internationalen Schönheitskonkurrenzen bewiesen die Oberlegenheit der künstlerisch vollendeten Formgebung und gediegenen Ausstattung unserer serienmässig im eigenen Werk hergestellten Karosserien. Die bedeutensten Ausstellungen des Kontinents in Paris, Berlin und Amsterdam zeigten aufs neue die absolute Konkurrenzfähigkeit unserer Ausitst ind... 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In Verfolg dieser Tatsachen ist es unausbleiblich, daß die Pünktlichkeit in den Zahlungen für gelieferte Waren nicht immer innegehalten werden konnte und andererseits eine überaus große Anzahl von Wechseln zu Protest gehen mußten. Im Zeichen einer solchen Wirtschaftskrise versteht es sich von selbst, daß die Auskunfteien mit Arbeit überhäuft werden. Bei den vielen zu beantwortenden Fragen handelt es sich, wie eine große Anzahl von Fällen beweisen, des öfteren um das Wohl und Wehe eines Betriebes, ohne daß man sich im Augenblick deren Konsequenz bewußt ist. In den meisten Fällen haben die vorgelegten Fragen auch die Kreditgewährung dieses oder jenes Gewerbebetriebes zum Gegenstand. Auch beim Auskunftsgewerbe sind schon Bedenken gegen die Praxis der Gewährung von Kreditauskünften durch Auskunftsinstitute entstanden. Vor allem richten sich die Bedenken gegen die von den Auskunsteien streng geübte Vertraulichkeit der Auskunft. Der Beauskunftete könne durch unrichtige Auskünfte Schaden erleiden, zumal die Auskunfteien neben der Anführung von Tatsachen auch ein Werturteil über die Persönlichkeit und den kaufmännischen Ruf des Beauskunfteten abzugeben pflegten. Es wird daher nicht nur verlangt, daß jedermann auf Verlangen von den Auskunfteten Auskunft darüber gegeben werden müsse, ob eine Auskunft und welche über ihn abgegeben worden sei, sondern darüber hinaus müßten die Auskunfteien verpflichtet werden, vor Erteilung der Auskunft dem zu Beauskunftenden die Möglichkeit zu geben, die Auskunft zu berichtigen, und zwar am zweckmäßigsten durch einen besonders als solchen gekennzeichneten Nachtrag des zu Beauskunftenden selbst. Die von westdeutschen Handelskreisen vorgebrachten Beschwerden über eingezogene Auskünfte durch Auskunfteien sind insofern als berechtigt anerkannt worden, als über gut fundierte Handelsunternehmungen auch der Wirklichkeit nicht entsprechende Auskünfte weitergeleitet worden sind. In einem solchen Fall war einer bedeutenden Firma im Industrie= gebiet der Kredit gesperrt worden und infolgedessen traten Zahlungsschwierigkeiten ein, und der Konkurs war unausbleiblich. In einem zweiten Fall gab eine Auskunft über eine kurz vor dem Konkurs stehende Firma ein äußerst günstiges Urteil ab. Angesichts solcher Fehlauskünfte strebt man nach der Schaffung einer Kontrollinstanz und die Abschaffung des 3 824 Abs. des Bürgerlichen Gesetzbuches, der besagt, daß durch eive Mitteilung, deren Unwahrheit dem Mitteilenden unbekannt ist, dieser nicht zum Schadenersatz verpflichtet wird, wenn er oder der Empfänger der Mitteilung an ihr ein berechtigtes Interesse hat. Wie wir erfahren, sind eine große Anzahl von Firmen bereits dazu übergegangen, mit den in bestem Ruf stehenden Auskunftteien Verträge abzuschließen, die die Haftbarmachung der Auskunfteien für evtl. eintretende Schäden zum Zwecke haben, die auf Grund der Richtigkeit nicht entsprechender Ausküufte dem Vertragskontrahenten entstehen. In den großen Handelsstädten, wie Berlin, Hamburg, Bremen usw., hat man mit dem Abschluß solcher Verträge die besten Erfahrungen gemacht. Wie wir hören, wird dieser Gedanke auch von den Handelskreisen und vor allem auch dem mittelständtschen Handwerk und Gewerbe im Industriegebiet ebenfalls erwogen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß der Ruf des Beauskunfteten einen wesentlichen Bestandteil der Kreditbeurteilung bildet, insbesondere soweit es sich um Personalkredit handelt. Wenn auch die Vertraulichkeit der Auskunfteien nicht aufgegeben werden braucht, so ist es im Interesse einer gesunden Wirtschaft doch wohl notwendig, daß eingezogene Auskünfte nur von durchaus vertrauenswürdigen Gewährsmännern eingeholt werden dürften. Im allgemeinen liegt es einzig und allein in der Hand des Kaufmannes oder Gewerbetreibenden selbst, die möglichen und vorhandenen Mißstände des gewerblichen Auskunfteiwesens dadurch auf ein geringes Mindestmaß zu bringen, daß sie nur Auskunfteien benutzen, die in jeder Hinsicht vertrauenswürdig sind. Die Anwartschaft auf Hinterbiebenenfürforge Im Nahmen der Angestelltenversicherung Zu der Frage, ob eine Anwartschaft auf Hinterbliebenenfürsorge im Sinne der§8 11 und 14 des Angestelltenversicherungsgesetzes gewährleistet ist, hat der Reichsfinanzminister soeben wie folgt Stellung genommen: „Bevor durch die Kann=Vorschrift des Art. 6 Abs. 1 des Gesetzes vom 4. August 1925 die Möglichkeit geschaffen worden war, einer sogenannten nachgeheirateten Frau Hinterbliebenenversorgung zu gewähren, waren die betreffenden Pensieräre gezwungen, die Zukunft ihrer Familie selbst sicherzustellen. Der Umstand, daß derartige selbstgeschaffene Sicherungen fast ausnahmslos der Inflation zum Opfer gefallen und dadurch zahlreiche Hinterbliebene in unverschuldete Not geraten waren, hat seinerzeit den Anlaß dazu gegeben, durch Art. 6 Abs. 1 die Möglichkeit von Härteausgleichen zu schaffen. Es hat dabei nicht in der Absicht gelegen, die in Betracht kommenden Pensionäre von der ihnen bis dahin obliegenden Verpflichtung zur Sicherstellung der Zukunft ihrer Familie ohne weiteres zu befreien. Ist jemand nach seinen Einkommens= und Familienverhältnissen zur Erfüllung dieser Verpflichtung nicht in der Lage gewesen, so wird das selbstverständlich die spätere Gewährung der Hinterbliebenenversorgung, die naturgemäß erst nach den beim Tode des Pensionärs gegebenen Verhältnissen beurteilt werden kann, nicht hindern. Für einen im Angestelltenverhältnis beschäftigten und an sich unter die Versicherungspflicht fallenden Pensionär ist es aber das von selbst Gegebene, seiner Verpflichtung durch Zahlung der Versicherungsbeiträge nachzukommen, und es liegt kein Anlaß vor, ihn davon zu befreien.“ Der Reichsarbeitsminister hat für seinen Bereich durch Erlaß vom 21. Februar 1929— la(1c) 740/29— entschieden, daß eine Anwart= schaft auf Hinterbliebenenfürsorge nicht gewährleistet ist, wenn ein früherer Beamter oder Offizier nach seiner Versetzung in den dauernden Ruhestand geheiratet hat. 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Die Mieten rauchen trüb und faul, durchs feld bricht quer der morsche Rain; schon dünkt am Hang der schwarze Unaul der kahlen Kronen seltsam klein. Die Nreuze werden feucht und braun, die Dör er steigen aus dem Schnee; die Latten sinken aus dem Jann, die Runsen schleifen Schlamm und Klee. Der Reuter scheidet Saat und Spelt, die Eggen stehn im Tal bere.: der Bauer tritt von Feld zu Feld den alten Jußpfad wieder breit. Noch ist der Hohlweg weiß verlegt, noch tost im fernen Wald der Sturm und auf der nackten Scholle regt sich nur verfrüht ein bleicher Wurm. Und mit der morschen Borke räumt erst gründlich auf das rauhe Licht, bevor mit Gras der Wald sich säumt und Grün aus Rain und Rillen bricht. bisher alles sein können? Haben denn Blumen blühen können, haben denn Bögel gesungen in der Welt? Das fragen ur sich und verstehen es nicht, und keiner kann stehen bleiben, Kinder, Greise, alles rennt, rennt, rennt. Da geschieht ein ungeheures Getöse und alle liegen zu Boden geschmettert, als ob der Blitz sie getroffen hätte. Sie ltegen auf den Bäuchen, sie liegen auf dem Rücken und rühren sich nicht. Doch sind sie nicht tot, nein, es kommt daher, daß die Flamme aufgehört hat zu brennen, und daß eine neue Luft heranweht, von den Bergen her und aus der Ebene, eine Luft, wie sie keiner je geschmeckt hat, betäubend und beinahe tödlich. Und Stunden vergehen und einer nach dem andern steht auf, reibt sich die Augen, schaut verwundert um sich, atmet erlöst und selig, und geht begnadet an sein Tagewerk. Hedwig Süskind Das Berbrennungsfest Viele Menschen stehen beteinander. Sie beraten, ja sie wie man das Böse aus der Welt schaffen könne. Sie chütteln, die Köpfe, sie machen geschette Gesichter, nichts fällt Da tritt einer vor, einer, dessen Auge voll Geist ist. Er sagt ganz einfach: Wir halten ein Verbrennungsfest! Und ohne zu wissen, was er meint, reden es alle nach: Wir halten ein Verbrennungsfest! Und nun sagt er ihnen, was er damit meint und wie er es meint. Eines Tages kommen sie auf einem großen Platz zusammen, auf einem ungeheuer großen Platz. Ste gehen wie unter einer Bürde, denn jeder hat etwas mitgebracht, jeder bringt seine schlechtesten Eigenschaften und seine schlechtesten Taten mit. Nicht die schlechten Eigenschaften und die schlechten Taten, die behalten sie, aber die schlechtesten— die gibt jeder ab, ganz still gibt er sie ab. Alle legen ihre schlechtesten Eigenschaften und ihre schlechtesten Taten auf die Erde, da, wo der große Platz ist, uund sie schichten sie auf zu einem ricsengroßen Haufen. Und die es getan haben, lassen andere herantreten und sehen zu. Und viele schichten und viele sehen zu. Es ist aber, als wären sie alle blind und ohne Sinne, denn keiner weiß noch, was sie tun, keiner sieht, was der Nächste niederlegt. Nur die Ahnung, daß etwas geschehen solle, versammelt sie feierlich. Nun aber tritt der vor, dessen Auge voll Geist ist. Er erhebt sein Haupt und spricht mit Pathos: Weichet, weichet, weichet! Und sie weichen alle zurück. Er aber senkt eine brennende Fackel mitten in den Haufen, und es beginnt zu brennen. Da erhebt sich ein Gestank, ein orkanartiger Gestank, nie hat die Welt so etwas über sich ergehen lassen. Es gibt kein Wort, keine Feder, keinen Gesang, kein tierisches Gebrüll, nichts, was diesen Gestank imstande wäre zu schildern. Die Flamme schlägt hoch und plötzlich beginnen die Menschen zu rennen, sie laufen, sie stürzen davon, denn ihnen ist es wie Schuppen von den Augen gefallen und ein Erstaunen und Entsetzen hat sie überkommen: wie, fragen sie sich, wie hat Franz Carl Endres: Relativität Der Beherrscher aller Gläubigen wälzte sich sehr unmutig auf seinem Lager. Er war verdrießlich. Ja, mehr noch als das: Obwohl er über alle Schätze des Ortents verfügte, obwohl er umgeben war von den schönsten Frauen Cirkassiens und Arabiens, obwohl die Gelehrten und Künstler darin wetteiferten, dem hohen Herrscher Unterhaltung und geistige Genüsse aller Art zu bieten, fühlte sich dieser bitter unglücklich und war ebenso unzufrieden mit der Welt, wie mit sich selbst. Als der feiste Obereunuch eine Spazierfahrt vorschlug, flog ihm sofort ein Pantoffel des kaiserlichen Fußes an den Kopf. Der Eunuch küßte diesen Pantoffel zwar, gelangte aber doch zu der Ueberzeugung, daß es besser sei, heute von weiteren Vorschlägen abzusehen, und zog sich unter hundertdrei tiefen Verbeugungen zurück. Das Mißgeschick des hohen Staatsbeamten(der Obereunuch rangiert im Orient vor den Ministern) ließ den ganzen Hof verstummen und niemand wagte, dem schlecht gelaunten Herrn einen neuen Vorschlag zu unterbreiten. Eine bange Atmosphäre lag über dem Palast. Da wurde die Ankunft eines persischen Derwisches gemeldet, der ob seiner Weisheit sehr berühmt war. Der Sultan zog die Stirne kraus. „Was will der Esel?... in Allahs Namen, laßt ihn eintueten!“ Der Derwisch nahte sich dem Kalisen, küßte den Teppich, der vor dem Diwan lag und verharrte in Schweigen. Aber er lächelte. „Was lächelst du?“ schrie der Kalif ihn an. „Ich freue mich deiner Weisheit, Herr," erwiderte der Derwisch,„du nanntest mich einen Esel, bevor du mich sahest und kennen lerntest. Wir anderen Sterblichen bedürfen einiger Zeit der Erfahrung, bis wir über einen uns Fremden zu solch klarem Urteil kommen.“ Der Beherrscher der Gläubigen fühlte den Vorwurf, der in diesen Worten lag und wollte schon heftig aufbrausen. Da er aber ein gerechter Fürst war, bezähmte er sich und sprach von anderen Dingen. Dabei kam er auch auf seine unglückliche Stimmung zu reden und forderte den Derwisch auf, ihm diese zu vertreiben. „Nichts leichter als das, Erhabener,“ antwortete der DerMack: Der Weibsteufel Der Oberstleutnant a. D. Joachim von Berbach war in den Jahren, in denen man den materiellen Gütern dieses Lebens allmählich die Liebe entgegenbringt, die man in jüngeren Jahren an andere Dinge zu verschwenden pflegt. Er hatte, obwohl fünfundfünfzig Jahre alt, nach dem Tode seiner Frau ein zweites Mal geheiratet, im Grunde aber nur deshalb, weil er sich in seiner etwas außerhalb der Stadt gelegenen Villa gar zu einsam gefühlt hatte. Seine etwa zwanzig Jahre jüngere Gattin, eine, wie es schien, immer gleichmäßig heitere Natur, hatte sich sehr schnell in die Besonderheit ihrer Lage gefunden. Sie betreute den etwas zu früh verbrauchten Mann mit jener Sorgfalt, die Männer in diesen Jahren nicht mehr als lästig empfinden. Es war Sonntag. Der Oberstleutnant hatte nach dem Abendessen wie immer seine geliebte Flasche alten Burgunder getrunken und war, nachdem er noch ein Stündchen in Fontane geschmökert hatte, wie gewöhnlich um zehn Uhr schlafen gegangen. Als Frau Helene ihm etwa eine Stunde später folgte, fand sie den Gatten bereits in tiefem Schlafe. Sie verwendete die übliche Sorgfalt auf ihre Nachttoilette und legte sich dann, kurz vor Mitternacht, ebenfalls nieder. Es mochten etwa zehn Minuten vergangen sein— Frau Helene lag wach in ihren Kissen—, da hörte sie draußen auf der Veranda das ihr vertraute Signal. Nachdem sie sich vergewissert hatte, daß ihr Gatte auch wirklich fest schlafe, stand sie leise auf, warf einen Mantel über und wollte eben nach der Tür greifen, als der Oberstleutnant, durch irgend ein, von ihr selbst nicht wahrgenommenes Geräusch geweckt, sich in seinem Bett aufrichtete. „Ist da jemand,“ rief er, noch halb schlaftrunken und machte Anstalten, Licht anzuknipsen. „Kein Licht!“ zischte die Frau. „Was gibt's? Bist du es, Helene?" „Pscht! Einbrecher!" Mit einem Satz war der Oberstleutnant aufgesprungen, hatte den immer neben ihm auf dem Nachttischchen liegenden Browning ergriffen und stand im nächsten Augenblick neben seiner Frau. Die tastete sich an ihn heran und hatte ihm, ehe er sich's versah, die Waffe aus der Hand gewunden. „Dort", flüsterte sie dem überraschten Mann ins Ohr, und ehe der noch etwas hatte sehen können, krachte auch schon der Schuß. Der Oberstleutnant hörte noch, wie jemand draußen gegen die Verandamöbel fiel, dann sah er einen Schatten sich über das Geländer schwingen. Gleich darauf hatte das Dunkel des Gartens die Gestalt des Unbekannten aufgesogen. Frau Helene beruhigte die durch den Schuß aufgeschreckten Dienstboten und ließ sich dann, zum Erstaunen ihres durch den Vorfall nicht allzustark beeindruckten Eheherrn, angelegen sein, die Veranda zu untersuchen. In Wahrheit lag ihr vor aran, etwaige Fußspuren auf dem Boden nach Möglichkeit zu verwischen. Eine Spur von Blutstropfen, die bekundete, daß der Unbekannte getroffen worden war, vermochte sie freilich nicht zu beseitigen. Beim Frühstück am nächsten Morgen kostete es sie nicht allzupiet uieberredung, den Gatten von der Absicht einer este e cice er ce e eicect ecie weiße Hand nur ein wenig. Da versank der Herrscher in tiefen Schlaf. Die Höflinge aber glaubten, der Derwisch wolle ihren Herrn verzaubern und stürzten sich mit gezogenen Dolchen auf den Fremden. Der aber lächelte nur und hob seine weiße Hand auch gegen sie. Da versanken auch die Höflinge, auf den Boden niederstürzend, in Schlaf. Der Derwisch aber setzte sich an das Lager des Beherrschers der Gläubigen, ganz dicht neben den Schlafenden, und dachte nach. Nach wenigen Minuten erweckte er ihn. Der Kalif rieb sich die Augen, richtete sich auf, seufzte und lachte dann, schlug vor Freude die Hände zusammen und rief: „Allah sei gepriesen! Wie glücklich bin ich, wie unsagbar glücklich! Ich bin also wirklich der Kalif, der großmächtige Kalif und nicht der arme Limonadenverkäufer, der ich jahrelang war. Oh es war entsetzlich.. entsetzlich, diese Not, diesen Hunger... und dieser verruchte, ungerechte, grausame Herrscher, den ich hatte. Dieser Esel war zudem mit seinem Schicksal nicht zufrieden. Ist das nicht unglaublich, wo es so viele Menschen gibt, die wirklich Veranlassung haben, unzufrieden zu sein. Oh, dieser Esel von Kalif!" Da erinnerte sich der Beherrscher der Gläubigen, der jetzt erst vollkommen wach wurde, an manches und schämte sich plötzlich sehr. „Weiser Derwisch,“ sprach er,„du gabst mir eine gute Lehre. Aber leider habe ich nun drei lange Jahre ungenützt verstreichen lassen. Und ich will doch all den armen Menschen helfen, denen es so schlecht geht, wie es mir in diesen drei Jahren ging.“ Der Derwisch lächelte. „Erhabener! Du schliefest nur 10 Minuten. Aber ich bat Allah, deine Seele in den Körper und in das Schicksal eines deiner armen Untertanen ziehen zu lassen, damit du erkennen mögest, wie gut es dir als Kalif gegangen ist. Allah hat mein Gebet erhört. Vergleiche, Erhabener, dein Los stets mit dem Lose der Unzähligen, deren einer du nur 10 Minuten lang warst, und du wirst stets glücklich sein. Diese da aber,“ fuhr der Derwisch fort und wies auf die schlafenden Höflinge, „waren 10 Minuten lang Kalifen in einer sehr sorgenvollen schweren Zeit und haben Herrschaft und Freiheit im Kampfe gegen mächtige Feinde verloren. Sie werden nun sohr glückAnzeige abzubringen. Man habe davon nur Scherereien und am Ende käme bei derlei Geschichten doch nichts heraus. Sei es nun, daß einer der Dienstboten, sei es, daß jemand aus der Nachbarschaft geklatscht hatte, genug, die Polizei erfuhr von dem nächtlichen Intermezzo und fühlte sich zu amtlichen Ermittelungen veranlaßt. Der Oberstleutnant mußte wohl oder übel den Sachverhalt berichten und Frau Helene konnte nicht anders als ihn bestätigen. Es war, bei solcher Kenntnis der Dinge, für die Polizet nicht schwer, durch Umfrage bei den wenigen Aerzten des Städtchens den Mann zu ermitteln, der wegen einer Schußverletzung ärztliche Hilfe hatte in Anspruch nehmen müssen. Es war der Chauffeur eines Fabrikbesitzers, der, wie das übrige Personal übereinstimmend aussagte, in der fraglichen Nacht sehr spät nach Hause gekommen war. Der Fabrikant, ein allgemein geachteter Mann im Städtchen, verbürgte sich augenblicks für die völlige Unschuld des Verdächtigten, dessen Ehrlichkeit er seit Jahren zu erproben Gelegenheit gehabt habe. Dieser selbst konnte seine Anwesenheit in der Villa des Oberstleutnants in der fraglichen Nacht nicht leugnen, verweigerte aber über deren Gründe jede Auskunft. Als er hörte, daß die Frau des Hauses es gewesen sei, die auf ihn geschossen hätte, war er zunächst sichtlich betroffen. Der Beamte mußte es ihm auf seine ungläubige, erstaunte Frage noch einmal wiederholen; dann schien er einen Augenblick zu überlegen, ob er nicht lieber doch reden solle, blieb aber schließlich bei seinem hartnäckigen Schweigen. Da die Frau des Oberstleutnants bei den wiederholten Vernehmungen auf ihrer Aussage bestand, sie habe lediglich in dem Glauben, es mit einem Einbrecher zu tun zu haben, auf diesen geschossen, und da auf der anderen Seite kein vernünftiger oder glaubwürdiger Grund für den nächtlichen Besuch des Chauffeurs in der Villa ersichtlich war, erhob man gegen diesen die Anklage wegen versuchten Einbruchsdiebstahls. Auch die Verhandlung brachte zunächst kein Licht in die rätselhafte Angelegenheit. Der Angeklagte schwieg, wie er während der ganzen Voruntersuchung geschwiegen hatte. Der Staatsanwalt hatte sich eben zu seinem Plaidoyer erhoben, als ein aufregender Zwischenfall den Fortgang der Verhandlung unterbrach. Eine blasse, verhärmte Frau im Zuschauerraum war plötzlich aufgesprungen und hatte geschrieen:„Mein Mann ist unschuldig! Die Schuldige sitzt dort!“ Dabei hatte sie auf die in der Zeugenbank sitzende Frau des Oberstleutnants gedeutet. Bei der hierauf angeordneten Vernehmung der Frau als Zeugin sagte diese unter Tränen folgendes aus: Sie habe bisher geschwiegen, weil sie ihre eigene Schande nicht habe auf den Markt tragen wollen. Sie könne aber nicht länger zusehen, wie man ihren Mann als Dieb behandle. Der sei nur ein schwacher, aber kein ehrloser oder schlechter Mensch. Die Frau Oberstleutnant müsse ihn verführt haben. Seit etwa einem Jahr sei er nachts wöchentlich zweimal hinaus zu ihr in die Villa gegangen. Sie sei ihm am Anfang einige Male gefolgt, ohne daß er es bemerkt habe. Er sei jedesmal mehrere Stunden dort geblieben. Von ihrer Entdeckung habe sie bis heute niemandem, auch ihrem Manne nicht, erzählt. Die Frau des Oberstleutnants, erneut vorgerufen, bezeichnete diese Aussagen als phantastisches Gerede einer offen bar hysterischen Person. Mit einer betont hochmütigen Gestc erklärte sie weiter, daß sie mit dem Angeklagten noch nie ein Wort gesprochen habe. Der, vom Vorsitzenden ein letztes Mal eindringlich befragt, schwieg merkwürdigerweise auch jetzt. Während die Frau des Oberstleutnants sprach, hatte er sie ununterbrochen mit großen, erstaunten Augen angestarrt, aber sein Mund blieb verschlossen. Das Gericht sprach den Chauffeur frei, obwohl Aussage gegen Aussage stand. In der Urteilsbegründung hatte der offenbar lebenskundige Richter angedeutet, daß in dem vorliegenden Fall möglicherweise Faktoren mitsprächen, die zu übersehen das Gericht nicht in der Lage sei. Der sensationelle Ausgang des Prozesses verursachte eine ungewöhnliche Erregung unter den Einwohnern des Städtchens. Niemand zweifelte daran, daß die unglückliche Frau des Chauffeurs die Wahrheit gesagt hatte, und jedermann war geneigt, in dem einfachen aber geraden Manne ein Opfer der geitig und sozial böher stehenden Frau zu seben. Pese se ecice e ece ece ece ee Sorgen des Herrschers leben zu dürfen.“ Der Derwisch weckte die Schlafenden, und es herrschte am Hofe des Kalisen viel Lachen und Freude. Während man sich aber seine Träume einander erzählte, war der Derwisch verschwunden. . Er wanderte gedankenvoll die Straße, die ihn wieder in die Einsamkeit führte. Alfred Manns: Das letzte Gesicht In der ostfriesischen Küstengegend liegt das Dorf Warftdamm. Dort hatte ich zur Vollendung eines Romans für einige Wochen beim Pastor Quartier genommen. Abends saß ich mit dem freundlichen alten Herrn zusammen im anregenden Gespräch hauptsächlich über die Geschichte dieser Gegend. Ich erfuhr bei dieser Gelegenheit, daß die Kirchenbücher den großen Verwüster, den Dreißigjährigen Krieg, überstanden hatten, da hierher kein reisig Volk gekommen war, es sei denn ein nicht allzu wüster Streiftrupp des hessischen Landgrafen. . Um diese Zeit hat in der Gemeinde ein Mann gelebt, über den die Kirchenbücher sehr, sehr seltsame Dinge berichten in dem abgehackten Stil alter Chroniken. Der Hibbo Fimmen war ein Mensch, der mehr sah, mehr sehen mußte als andere. Uebergänge und Zusammenhänge fehlten in den alten Aufzeichnungen; die versuchte ich durch Logik zu ersetzen: freilich mußte hier und da auch die Phantasie mithelfen. Ich ließ meinen Roman für ein paar Tage liegen und machte mich an die. Schilderung der gransigen Begebenheiten, in denen Hibbo Fimmen eine Rolle spielt. stand eine saubere, nicht allzn Wier5 Hhe Sernenen, geescdend für einen einsamen Mann #.##9 Fimmen. Er war zur Zeit, als sich die nachstehenden Ereignisse zutrugen, ein Mann von achtzig Jahren. Einst Bauersohn, hatte er in seinem Leben nur die Armut anderer kennen gelernt, die er zu lindern strebte, somett„es ihm möglich war und wo sie ihm begegnete oder zu Alle Dorfleute liebten den Alten, und sie gingen zu ihm. wenn sie Rat oder Hilfe brauchten. Gelten mochte jemand den Sonnabend, 16. März 1929 Westfälische Neueste Nachrichten Nr. 64 Seite 26 Der Oberstleutnant, der anfangs gewillt schten, seiner Gattin mehr zu glauben als der Frau eines Chauffeurs, sing allmählich doch an zu zweiseln. Trotzdem blieb ihm nichts übrig, wollte er seine Frau von dem schimpflichen Verdacht eines Meineids befreien, als gegen die Chauffeursfrau Anzeige zu erstatten. Diese kam wenige Tage später, am ganzen Leibe zitternd, vor der Vernehmung zu ihrem Manne: „Warum redest Du nicht?“ Der Chauffeur zog die Weinende an seine Brust, strich ihr zärtlich über den Scheitel und sagte dann:„jetzt werde ich reden.“ Die Frau erschrak; sie vernahm deutlich die Drohung, die hinter diesen Worten stand.„Was willst du tun? Geh' nicht zu dieser Frau! Sie ist ein Teufel!" „Eben deshalb.“ Es klang ganz ruhig, aber die Frau spürte die tiefe Erregung, die in dem Manne zitterte. Den ganzen Tag über ließ sie ihn nicht aus den Augen, jeden seiner Schritte verfolgte sie voll Angst und Argwohn. Sie wurde erst ruhiger als sie ihn am späten Abend sich auskleiden und niederlegen sah. Bald danach schlief sie ein. Als sie mitten in der Nacht aus einem wilden Traum jäh auffuhr und nach dem Bett neben sich tastete, war ihr Mann verschwunden. Böser Ahnung voll warf sie rasch einige Kleidungsstücke über und eilte ihrem Manne nach. Sie wußte wohin er gegangen war. Schon von weitem sah sie sämtliche Fenster der Villa hell erleuchtet. Als sie näher kam, standen auch schon Leute vor dem Garten, dessen Tor weit geöffnet war. Sie stürzte hinein aber man wehrte ihr das Weitergehen. Vorsichtig bereitete man sie auf die Wahrheit vor, die sie im Grunde schon wußte: ihr Mann hatte die Frau des Oberstleutnants getötet und dann sich selbst gerichtet. Ohne einen Laut von sich zu geben sank sie bewußtlos in ein Beet voll glühender Dahlien. Eugen Klöpfer: Landstreicher Zeigt mir den Künstler, der nicht gerne reist und noch viel, viel lieber ungebunden dahinwalzt, einem unbestimmten Ziele, neuen Eindrücken entgegen!— Den gibt's nicht!— Neue Menschen, neue Gegenden, neue Gedanken! Und ewig neue Neugierde! Meine erste größere Reise machte ich als Junge von sieben Jahren mit einem Wanderzirkus— sie dauerte drei Tage. Große Eindrücke! Noch größer die Eindrücke, die ich bei meiner Heimkehr rückseitig entgegennahm!— Jeden Mimen zog es von jeher gewaltig hinaus in die freie Ferne, auch heute noch, wo es wandernde Schmieren nicht mehr gibt, hat ein jeder„seine Sehnsucht". Meistens zieht diese Sehnsucht die Kollegen von heute dorthin, wo zufällig ein großer Bühnenleiter sich auszuruhen wünscht. So erzählte mir Max Reinhardt einmal, wie er ahnungslos und glücklich allein am Strande und im Sande sich behaglich ausstreckte, da tauchte der Komiker G. auf(es Vortreechge Pere Stimmt Lehrer:„Also Leute, welche schlechte Kleidung und nichts zu essen haben, nennt man arm. Wie heißen aber solche, die eine gut gefüllte Speisekammer und Schätze haben?" Moritzchen:„Köchinnen, Herr Lehrer!".„Lustige Blätter“ Ppramidenrätsel Der Vorteil Ein Franzose, der seit Jahren in England lebt, hat vor „egen. dus Englische Türgerrecht erworben. Ein anderer anzose, der danon erfahren hat, fragt ihn bei einer Begegkurzem das englische Bürgerrecht erworben. Ein anderer Fru.#esg der dabon=erjahren Fu., fIgi, ihn der einer Getzeg nung:„Was haben Sie denn davon, oaß Sie jetzt Engländer sind?“ Beispiel kann ich jetzt sagen: Wir haben die Schlacht bei Waterloo gewonnen!"„Lustige Blätter" Er dringt ins Volk Ein Fachbruder von der Zunft der lyrischen Dichter hat sich als Litfaßsäule verkleidet. Sehr behaglich mag ihm ja in der mit farbigen Anzeigen beklebten Riesentonne nicht zumute gewesen sein, allein, er erlebte doch den Genuß eines Erfolgs: denn es war das erstemal in der ganzen Praxis dieses Dichters, daß er vom Publikum gelesen wurde.„Lustige Blätter" Gericht Richter:„Junger Freund, als Sie den Diebstahl ausführten, dachten Sie denn gar nicht an Ihre armen, betagten Eltern?“ „Jawoll, an die hab' ich gedacht, aber wenn die klauen, behalten sie ooch alles für sich!"„Ulk“ Pallenberg Einmal mühte sich Pallenberg, in einem Zimmer eigenhändig Tapeten anzukleben. Immer wieder rollte sich die w zurück. Meint Pallenberg:„Schau her, die einzige Roue, die mir nicht liegt.“„Ulk“ Reklame „Unsere Stadt— mit anschließender Wohnsiedlung— hat die gesündeste Luft in der Welt. Einzig!“ „Da ist wohl die Sterblichkeit gering?“ „Gering? So gut wie gar nicht! Wir haben im Krematorium geradezu den offiziellen Beschluß gefaßt, Freikarten auszugeben.“„Detroit News“ Unterricht „Junger Mann, was unterstehen Sie sich? Sie umärmeln meine Tochter! Sie wollen ihr wohl allerhand Sachen beibringen?" „Gegenteil. Ich zeige ihr, was sie beim Zusammensein mit Herren durchaus nicht zulassen soll."„Froufrou" Jedes leere Feld erhält einen Buchstaben. Die Wörter entstehen, indem immer zu den Buchstaben des vorberigen Wortes ein neuer hinzugefügt wird. Bei jeder Wortbildung sind die Buchstaben beliebig zu verstellen, Die Wörter bedeuten: 1. 2. Tonstufe, 3. Gottheit, 4. Wild, 5. Teil des Wagens, 6. Teil der Overkörpers, 7. Gefäß, 8. Teil des Kopfes. des Rätsels aus voriger Weg zu Hibbo Fimmen, ohne leichteren Herzens von dort wegzugehen. Doch nur in Ausnahmefällen betrat der Greis die Häuser seiner Dorfgenossen, und tat er es dennoch, so erfaßte die ganze Familie ein namenloses Entsetzen, denn Hibbo Fimmen brachte den Tod. Er besaß die in Nordfriesland hier und da vorkommende Gabe des zweiten Gesichts, und ein innerer Zwang trieb ihn hinaus zum Hause der Familie, die demnächst den Besuch von Freund Hain zu erwarten hatte. Er sprach dann nichts von diesen furchtbaren Dingen, die ihn hinstießen zu den Menschen, um dort den Unglückskünder zu spielen; er blieb auch nicht lange, unterhielt sich vom Wetter, von der Ernte und ging wieder. Wenn er draußen war, fielen sich die der Zärtlichkeit ungewohnten Familienmitglieder in die Arme, sie sahen sich mit großen Augen an, in denen das Grauen lag: Gilt es dir oder gilt es mir? Und die Ruhe kehrte erst zurück, wenn das Los gefallen und der Sarg aus dem Hause war. Aber die Friesen sind gerecht, ste trugen es Hibbo Fimmen nicht nach; sie wußten, er war der letzte, der einen Menschen mit Wissen und Willen gequält hätte. Er konnte nicht anders, er mußte kommen. Da nahm man ihn hin wie eine schwere Beigabe zum Tode. An einem warmen Sommerabende saß der alte Hibbo in einem Altväter=Lehnstuhle vor dem erloschenen Feuer seines offenen Herdes. Seine stets ernsten Züge, auf denen seit einem halben Jahrhundert niemand ein Lächeln gesehen, waren heute verzerrt und hatten die fahle Blässe, wie sie ein übermenschlich grauenhaftes Erleben zu zeitigen pflegt. Still saß er und starrte mit weit aufgerissenen Augen ins Leere. Er sah dort nichts, aber vor einer Stunde hatte er etwas gesehen. Nun erhob er sich schwerfällig. Als er stand, sank er plötzlich in wahnsinniger Verzweiflung vor dem Stuhle in die Kniee, legte den Kopf darauf und schrie:„Allbarmherziger, exspare mir, dieses! Ich muß ja hin, ich muß ja, wenn du mich Ticht dulch den Tod von diesem Gange befreist.“ nos Lests lis noch auf den Knien, als jemand von draußen Scheiben klopfte. Gleich darauf wurde die Tür aufgerissen, und ein verwegener bessischer Feldkornett stand auf der Schwelle. Er suchtelte mit einer Reitpeitsche wild herum und schlug nach dem alten Kater, der einen Buckel machte und das Fell sträubte, traf ihn aber nicht. „Respekt vor dem Landgrafen, du Vieh, und auch dir, Alter, möchte ich das raten!“ Langsam erhob sich Hibbo. Er sah den Eindringling an, und sein Gesicht verzog sich so grauenhaft, daß der wilde Kriegsmann einen Schritt zurückwich. Dann raffte er sich zusammen, und indem er den Blick des Greises mied, herrschte er ihn an:„Dein Ruhm ist bis in unser fernes Lager gedrungen. Beweise jetzt deine Kunst: du wirst mir gleich meine Zukunft prophezeten, und wenn du das nicht vermagst, dann bist du ein Hundsfott, und bei allen Teufeln, dein Alter soll dich nicht vor der Rute schützen!“ " Hibbo Fimmen reckte sich zu seiner ganzen gewaltigen Friesenhöhe empor, und sein Blick, der etwas Seherhaftes Bei mir aist es#lage galiges Zurückweichen des Kornetts. „Der mir gibl es keine Kunst und keine Prophezetungen. Bei mir gibt es weit mehr: die Gewißheit. Willst du die hören?“ au un Henker, ich verlange von dir, daß du mir sagst, was Da trat Hibbo ganz nahe auf den Kriegsmann zu.„Du du Menschlein, dir sitzt der Tod bereits im Nacken. Du wirst deine Heimat, ja dein Lager nicht wiedersehen, denn nur wenige Stunden hast du noch zu leben.“ Der Kornett stieß eine grimmige Lache aus. Blich deg asten; ahrte er etwas ganz Eigenartiges: Der eisiger Schauder bestieg sein Roß und trabte davon. ale son feine Feitana oren Kornett ven. a Joden liegen saben, da ließen sie wo er war, wühlten die Sporen in die Weichen #5 Peris, und betten dahin, als ob der Teufel ihnen auf den galde schen ede Kester dent dauren oen Bide Glamun u. verließ und gleich in das des Nachbarn trat. war nicht Gülsdorf). Da hörte er ein Husten in seiner Nähe. Der Komiker stand da, begeistert auf den Meister blickend, Reinhardt wollte sich retten und sprang entschlossen in die Flut und schwamm davon! Juhn! Der Komiker ihm nach, Reinhardt, von jeher ein guter Schwimmer, behielt die Vorhand, aber der Komiker, auch ein hartnäckiger Schwimmer, ihm immer hinter den Fußzehen, bis ihm der Atem ausging und er anfing, zu pusten und Wasser zu schlucken. Da wendete Reinhardt sich um, und der Komiker stöhnte:„Herr Professor — welcher Zufall! Ist die Rolle des„Guck“ in„Guck und Gau“ schon besetzt?“ Dann sank er, und Reinhardt ruderte dem Land zu. Der Komiker, hartnäckig, tauchte wieder langsam auf und kam schachmatt ans Ufer. Die Rolle hat er aber trotzdem nicht bekommen.— Vor Jahren bekam ich hohen Besuch in Gestalt meines Freundes Ferdinand Bonn, eines der letzten genialen Reisenden unserer Branche. Er kam damals direkt von Wien und brachte einen Wäschesack mit. Darin lag seine Geige. Und ich lag zu Bett, wetl ich überarbeitet war und mir der Arzt strengste Ruhe verordnet hatte. Also holte Bonn seine Geige aus dem Sack und spielte mir eins auf und dann noch eins, und dann erklärte ich ihm:„Der Arzt hat mir strengste Ruhe verordnet!“—„Die Aerzte sind Rindviecher und der deine ist ein Ochse,“ sprach Ferdinand. „Ich werde dir mein neues Stück vorlesen— steh' auf— oder bleib’ liegen— ist vielleicht besser!“— Und er begann. Nach dem ersten Akt weckte er mich auf und sprach:„Wenn du diese Rolle hinter dir hast, bist du ein gemachter Mann! Noch fünfzig Jahre nach meinem Tode wirst du mit Stolz sagen: „Bonn hat mir diese Rolle anvertraut! Was ist Shakespeare, was ist Hollaender gegen mich?“ Und er las den zweiten Akt, mehr einschlafen. Als er aber mit dem dritten Akt beginnen wollte, sagte ich:„Einen Moment,“ und sprang munter aus dem Bett, ging zur Küche und sprach: „Anna! Herr Bonn bleibt hier— ich reise! Sorgen Sie für hn!“— Bonn regierte in meinem Hause und las der ausgezeichneten Köchin Anna den dritten Akt vor, und dann das ganze Stück von vorne— sie kann es heute auswendig und vrieb bis zum heutigen Tage eine begeisterte Verehrerin des Dichters In., dem wundervollen elsässischen Städtchen, war ich engagiert mit meinem Freunde Hellmuth, der aus München stammte und ein Heldenvater war, nebenbei der beste Weinkenner, den ich bis dato— Carl Wallauer ausgenommen— kennengelernt hatte. Aber Hellmuth war auch ein besessener Wanderer. War die Probe zu Ende, dann hieß es:„Jetzt wollen wir die Gegend inspizieren, um die Eingeborenen in ioren Sitten und Gebräuchen kennen zu lernen.“ Und wir zogen zum Bahnhof, traten an den Schalter und sagten:„Zwei 1 für eine Mark zwanzig!“—„Wohin?“ sagte der Beamte.„Eine Mark und zwanzig weit— wohin ist wurscht!“ sagte Hellmuth. Und so geschah's. Der nächstfällige Zug wurde benutzt, und los ging die Fahrt, bis die 1,20 Mark abgelaufen war. Und dann stiegen wir aus und schön war's. Neue Gegend. neue Menschen, alles unbekannt. Und zogen eines Tages in eine Ortschaft ein und gingen ins nächste Willshaus. Es war bisher ein stilles, nettes Dorf gewesen. An dem Tage aber entpuppte es sich. Denn in dem ersten Wirtshaus stand ein Grammophonapparat, den ließen wir spielen. Es war aber da auch ein elektrisches Klavier, und das ließen wir gegen Einwurf von 10 Pfennig auch spielen. Der Lärm war schon sehr hübsch, wurde aber mächtig übertroffen, als wir entdeckten, daß gegenüber noch ein Wirtshaus stand, das ein entzückendes Orchestrion besaß. Einwurf 10 Pfg. Dieses Orchestrion bediente ich, während Hellmuth Grammophon und Klavier antreten ließ. Beiderseits bei geöffneten Fenstern. Ich siegte mit meinem Orchestrion. Mittlerweile hatte sich außen mancherlei an Bevölkerung angesammelt, und ein Junge sagte: „Im Adler an der Ecke gibt's noch eines.“— Richtig, im benachbarten Adler war noch ein Orchestrion, nicht ganz so neu wie das erste, aber viel deutlicher. Ich hatte natürlich mächtig zu tun, um hin und her zu rennen und die beiden Instrumente mit Zehnpfennigstücken zu versorgen, aber es ging. Und doch wurde ich geschlagen von diesem Burschen Hellmuth, der ein altes Waldhorn in seinem Anwesen entdeckt hatte und nun zu Grammophon und elektrischem Klavier mächtig durchs Waldhorn blies. Und dann wurden wir verhaftet, und am Abend mußte in C. die Vorstellung ausfallen, und wir waren entlassen— wurden aber(die Berliner Direktoren mögen sich ein Beispiel daran nehmen) nach vier Tagen wieder in Gnaden aufgenommen. Ber sucht mich mal, ich habe es heute eilig, muß noch Besuche machen bei Brinkamas, Okenas, Arens, ich weiß nicht, wo ich nicht hin müßte. Auf Wiedersehen.“ in 3as wichsigs der Akte und trat ins Nebenhaus, und dann — übernächste und folgende Haus. Immer schleppender, muysamer wurde sein Gang, immer glanzloser chhosftenen Lige mit balbge. Zuletzt sagte..au. Daus überging er. Nacht zu wünschen:“ noch:.36h komme, um ench Paxen die ersten Dorfstraßen, bei denen Hibbo erschien, „ eimepen geschüttelt, so nahmen die Nachbarn, bei denen Greises sorach ach; um einiges rubiger. Der Gang des lassener wurden die Besuchten. Darf: Hißßg Jaussener eing schließlich das Gerücht durchs altersschmach agen, er ist nicht meyg; geworden. Gelobt sei der Schöpfer, daß wir brauchen. Geht er zu allen, so sießt o rust teilzunehmen ein Tagelbner, demn Hause, wenn du wiunsge; wil ic nicht. Bringe mic setzt nach des Tagelohnere, der ihn zuletgt über 10 au den Arm Schwelle seiner In beinem Hause bin ich nicht gewei wenn ich bir gute Nacht sage, danzn peee dei Biser, und du bist dier sa bei mir. nichts zu bedenten, „.=Also gute Nacht, Bernt Visser, flüsterte er. Dann war ten, aimeten erleichtert aus die Zübbo trot allem lebim Greisenwahn zuletzt 5e denn ganz ossensichtlich batte der Drei Tage später; unsetlige Sehergabe verloren. wurde von ihr verschont, i Best ins Dorf. Kein Haus Paares und Vernt Bissers. u das des knnaverbeirateten 36. Jehrgen Die„Wenisllschen lagen für Sport. Unter Hof und Garten und lich 6mal und kosten alo können bei allen Träg trägern und in unseren Havvigeschättsstelle und Fernruf für die Geschäf Zentrale: 4970—4973 nach abende 7 Uhr Neues 1 General Heye ist getroffen, um dort de zuwohnen. Der britische Sche chill war am Sonntag mit den ReparationsIn der Nacht zur Schlageter=Gedenkstätt Heide von unbekann zerstört. In dem Ermittlu russischen Dokumenten abend weitere acht 1 Berlin festgenommen ehemalige Staatsrat Inhaber des russischen Bay, sowie ein ehem leutnant. Im Braunschwei Fraktion„Gemeinscha Wirtschaftsverband, Di bund beteiligt sind, „Reichslandes Braunse Verwaltung ein. Die lettische poli Zentralausschuß der il Partei Lettlands bei der die Mitglieder voll überrascht. Unter den zwei Emissäre der Kon Pässen nach Lettland Stadtverordneter unde handelsvertretung. Der estländische Ge reichte am Sonntag d Ratifikationsurkunde über den Kriegsächtung den beiden Staaten in In Sevlievo(Bul mentale Lesehallengebä Bibliothek durch Brank Schaden beträgt mehrer Der Führer des Humaid hat sich gegen Nedschd erhoben. Er ur in das Gebiet von Nedse lichen Agenten, welche Stämmen einzogen. Il Straffeldzug gegen die * Die spanische Reg gegen die aufsässigen S strafen zu verhängen Hochschulen für längere Das Befinden des Foch hat sich bedeutend: sind besorgt. * Feng Yu=Hsiang, de vinzen Kansu, Schensi, ist von seinem Posten Nationalregierung in nungsverschiedenheiten Organisation zurückgetr die Beschlüsse des Parte auszuführen. Der chinesische Min wesen, der im Auftrage einer Hungersnot be Honan, Schensi und Kar seinem Bericht an die daß in den genannten 16 Millionen Menschen sind. Die Universilät M. Mad Durch königliche Universität bis zum geschlossen worder Fakultätsdekaue, die k toren werden ihres und durch ein königlich setzt werden. Die# Studierenden, denen Vorgängen an der Uni wird, werden in alle ih