Ausgabe A Vereinigt mit NS-Volksblatt Bielefelder Stadtanzeiger Die„Westf. Neuesten Nachr.“ mit unterhaltenden und unterrichtenden Beilagen erscheinen wöchentlich Gmal und kosten monatl. 2 RM., im Postbezug .36 RM. einschl. 27.06—36,/48 Pig.(— im Durchschnitt 81.77 Pig.) Zeitungsgebühr, aber ohne Bestellgeld. Im Falle höberer Gewalt oder infolge Betriebsstörung hat der Bezieber keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.— Hauptgeschäftsstelle: Schulstr. 20 Nr. 300 38. Jahrgang Bielefeld, Freitag. 23. Dezember 1938 Amtliches Organ der NSOAP und sämtlicher Behörden Anzeigenpreis: Der 1 mm hobe, 46 mm breite Anzeigenraum in der Ausgabe 4— Bielefeld 18 Ptg., Gesamtausgabe 30 Plg. Der 1 mm hobe, 70 um breite Textraum in der Ausgabe A— Bielefeld 60 Ptg., Gesamtausgabe 1 RM. Bellagen: 10 RM das Tausend. Teilauflagen 12 RM Annahmestellen für Bielefeld: Hauptgeschäftestelle Schulstraße 20. Geschäftsstallen: Alter Markt 2. Rohrteichstraße 9, Herlorder Straße 84. Fernruf Nr. 313, 351—358 Einzelnummer 10 Vig. Poghnhes gesthrn. neo Hnneleerl Weihnachten im Ausland II: Reveillon in Frankreich Von unserem Vertreter Das Gesetz über die Altersversorgung vom Führer unterzeichnet # Berlin, 23. Dezember Der Führer hat am 21. Dezember das nunmehr fertiggestellte Gesetz über die Altersversorgung des deutschen Handwerks gebilligt. Dem deutschen Handwerk wird mit diesem Gesetz eine schöne Weihnachtsfrende beschert, die Reichsarbeitsminister Seldte in Gegenwart des Reichshandwerksmeisters Schramm und des Reichsinnungsmeisters Feuerbaum gestern verkünden konnte. Die Bekanntgabe des neuen Gesetzes fand im Rahmen einer schlichten Feierstunde im Haus des deutschen Handwerks zu Berlin statt. Reichshandwerksmeister Schramm begrüßte den Reichsarbeitsminister und die Vertreter der übrigen interessierten Ministerien, sowie die Männer der deutschen Presse. Er wies auf die Verdienste hin, die sich Minister Seldte um das Zustandekommen des bedeutsamen Gesetzes erworben hat und die ihm nun auch die Ehre zuteil werden ließen, das neue Handwerksgesetz bekannt zu geben. Reichsarbeitsminister Seldte gab dann in kurzen Umrissen ein Bild des neuen Gesetzes, das mit dem 1. Januar 1939 seine Wirksamkeit besitzt. Reichshandwerksmeister Schramm würdigte anschließend die Bedeutung des Gesetzes für das deutsche Handwerk und im Rahmen der allgemeinen Sozialpolitik des nationalsozialistischen Staates. Er schloß seine Ausführungen mit dem Dank an den Führer, der erst die Volksgemeinschaft geschaffen und damit auch der Zerrissenheit vergangener Zeiten den Weg zu sozialen Gemeinschaftstaten mit dem jetzigen Gesetz freigemacht hat. Das neue Gesetz über die Altersversorgung des deutschen Handwerks führt für alle Schaffenden des Handwerks die Jwangsversicherung ein, läßt aber gleichzeitig auf Grund der besonderen Verhältnisse in der Zusammensetzung und Schichtung des Handwerks ausreichend Spielraum, in dem wohl die Versicherungspflicht eingeführt, die Art der Versicherung aber weitgehend dem Ermessen des einzelnen überlassen wird. Das deutsche Handwerk hat keine eigene Berufsversicherung geschaffen, sondern baut nach dem neuen Gesetz seine Altersversorgung im Anschluß an die Angestelltenversicherung aus. Alle Handwerker sollen vom 1. Januar 1939 ab bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte versichert werden. Ihre gewerberechtliche Selbständigkeit wird dadurch aber nicht berührt. Im Hinblick auf die Vielseitigkeit und Verschiedenartigkeit der versicherten Kreise im Handwerk, erfaßt die Versicherung nicht nur den Verdienst aus der Tätigkeit als Handwerksmeister, sondern das gesamte. Sohr#sen: kommen, wie es in dem letzten Einkommensteuerbescheid festgestellt worden ist. Auch werden die Handwerker ohne Rücksicht auf ihr Jahres: einkommen versicherungspflichtig, da die sonst bei der Angestelltenversicherung übliche Grenze eines Einkommens von RM. 7200 bei den wechselnden Verdienstmöglichkeiten des Handwerks sinnlos sein würde., K4.46262 Handwerksmeister, die in ihrer Lehrlingsund Gesellenzeit versicherungspflichtig gewelen sind, haben vielfach später ihre fallen lassen. Das Gesetz sieht vor, daß sie für die Zeit ihrer Selbständigkeit, frühestens aber hochschulen gesäubert Die letzten Juden entfernt Berlin, 23. Dezember Durch einen ergänzenden Erlaß des Reichsministers Rust wird nunmehr die Säuberung der deutschen Hochschulen von Juden abgeschlossen. Soweit bisher Professoren, sonstigen Lehrkräften und wissenschaftlichen Beamten, die Juden im Sinne der Nürnberger Gesetze und als solche aus dem schuldienst ausgeschieden sind. ausnahmsweise die Genehmigung erteilt worden war. privat und ohne jede Fühlungnahme mit deutschen Studenten in Hochschulinstituten, Bibliotheken usw. wissenschaftlich weiterzuarbeiten, oder diese Einrichtungen zu benützen, hat der Minister mit seinem neuen Erlaß gung mit sofortiger Wirkung zurückge191en. für die Zeit seit dem 1. Januar 1924 die Beiträge nachzuentrichten und so ihren Rentenanspruch erhöhen können. Andererseits läßt das Gesetz dem Handwerker, der eine genügend hobe Lebensversicherung abgeschlossen hat, um bei hohem Alter in den Besitz eines entsprechenden Kapitals zu gelangen, die Wahi, ob er der Rentenversicherung der Angestellten mit dem vollen Beitrag, mit dem halben Beitrag oder gar nicht angehören will. Voraussetzung ist, daß die Gesamtversicherungsprämie nicht unter dem Beitragssatz der Angestelltenversicherung liegt. Entweder zahlen also die Handwerker den ganzen Satz ihrer neuen Zwangsversicherung oder sie zahlen den halben Beitrag zur Rentenversicherung und eine mindestens ebenso hohe Prämie für eine sonstige private Lebensversicherung. In diesem Fall können sie neben ihrem Kapital aus ihrer Lebensversicherung die halbe Rente von der Reichsversicherungsanstalt erwerben. Sie verbinden also die Vorzüge einer Rentenund Kapitalversicherung und werden doch nicht in einer ihre Kraft übersteigenden Weise belastet. Schließlich können Handwerker die eine entsprechend hohe Lebensversicherung abgeschlossen haben, oder bis zum 1. Juli 1939 abschließen, ganz auf die Zugehörigkeit zur Rentenversicherung verzichten und lediglich ihren privaten Kapitalanspruch aus der Lebensversicherung durchführen. Die Handwerker haben durch die Fristsetzung bis zum 1. Juli 1939 ausreichend Gelegenheit, ihre Entscheidung in ruhiger Ueberlegung zu treffen. Für diejenigen Handwerksmeister, die infolge fortgeschrittenen Alters keinen ausreichenden Rentenanspruch zu erwerben vermochten, müssen beim deutschen Handwerks= und Gewerbetug Unterstützungsmittel zum Schutze vor Not und Alter eingesammelt werden. * Nachdem das deutsche Handwerk seit beinahe 40 Jahren um die Einführung einer Altersversorgung gekämpft hat, wird das neue Gesetz für die Mehrzahl der Handwerksmeister sicherlich eine schöne Weihnachtsgabe darstellen. Der eine oder andere aber, der lieber ohne Versicherungszahlungen leben und dafür auf die Altersversicherung verzichten möchte, wird einsehen, daß die Altersversorgung des Handwerks eine Gemeinschaftsaufgabe darstellt, der sich ein einzelner aus egoistischen Gründen nicht entziehen kann. Punkt 15 des nationalsozialistischen Programms fordert, daß jedem ehrlich schaffenden Deutschen im Alter Schutz und Hilfe gegen Elend und Not gewährt wird. Die Altersversorgung des deutschen Handwerks ist ein Baustein auf dem Wege zur allgemeinen Durchführung dieses nationalsozialistischen Gedankens. Sie ist ein Werk, das in der Geschichte des Handwerks aller Völker ohne Beispiel dasteht. Feuneos Angeissspians gesiohten Die Dokumente im Koffer des britischen Vizekonsuls/ London schweigt London, 23. Dezember Eine sensationelle Svionageassäre erregt in England größtes Aufsehen. Im versönlichen Gepäck des englischen Vizekonsuls von San Sebastian, Sodman, wurden beim Ueberschreiten der nationalspanischen Grenze Karten und gestohlene Aufzeichnungen über militärische Geheimnisse der nationalen Truppen gefunden, die sich auf die neue Offensive General Francos beziehen. Auf Grund der eingeleiteten Untersuchung sind bereits 200 Verhaftungen in San Sebastian vorgenommen worden. Die beschlagnahmten Schriftstücke bezieben sich auf Kampfhandlungen, die am 15. Dezember, dem Jahrestag der Schlacht von Teruel, im Segre=Gebiet beginnen sollten. Man glaubt, daß die Auffindung dieser Dokumente der Grund für die Verschiebung der Offensive ist. Die britische Regierung hat zu der Spionageaffäre noch keine Stellung genommen und wartet einen offiziellen Bericht ab. Die englischen Zeitungen bemühen sich inzwischen, zu versichern, daß die Geheimdokumente von einem Unbekannten in das Geväck des englischen Divlomaten geschmuggelt worden seien, um sie sicher über die Grenze zu bringen. Das ungarische Judengesetz Bis zum 1. Januar 1942 durchgeführt Budapest, 23. Dezember Der Entwurf des neuen Indengesetzes wurde Donnerstag abend in einer Konferenz der Regierungspartei vom Justizminister bekanntgegeben. Danach gelten grundsätzlich alle Inden und Indenmischlinge als Inden, ausgenommen jene Halbjuden(ein jüdisches Großelterupaar) deren jüdischer Elternkeil sich vor der Ehe hat taufen lassen. Ausgenommen sind Kinder aus diesen gemischten Ehen, wenn sich der jüdische Elternteil zwar vor der Ehe, jedoch nach dem 1. 1. 1938 hat taufen lassen. Gewisse Erleichterungen sind für Kriegsteilnehmer vorgesehen. Juden dürfen, so besagen u. a. die weiteren Bestimmungen, in Zukunft als Beamte oder Angestellte bei staatlichen, städtischen oder Komitatsbehörden überhaupt nicht mehr angestellt werden. Sie dürfen keine Der Vizekonsul wurde nach der Durchsuchung seines Geväcks von den nationalspanischen Behörden nicht weiter aufgehalten, sondern setzte seine Reise fort. Der Konsul selbst bestreitet jede Schuld und versucht, einen spanischen Angestellten des englischen Konsulats zu verdächtigen, der die Dokumente ohne Wissen des Konsuls in dessen Koffer hineingetan hätte. Vor einer Abordnung der„Londoner Vereinigung der Friedensgesellschaft“, gab Unterstaatssekretär Butler die Erklärung ab, daß die britische Regierung zur Zeit nicht beabsichtige, General Franco Kriegfübrendenrechte zu gewähren. Solange die Vorschläge des Richteinmischungsausschusses bestehen blieben, halte die britische Regierung als Mitglied des Ausschusses daran fest. Sie habe keine Vorschläge zur Aenderung der Lage zu machen. Die Regierung werde auch weiterhin die britischen Handelsschiffe einschließlich auf von den Hilfsorganisationen gecharterten Schisse auf hoher See schützen. Hierzu schreibt Vernon Bartlett in der liberalen„News Chroniele“. Chamberlain werde in Rom der Gewährung von Kriegführendenrechten an Franco nicht zustimmen. leitenden Stellen in der Presse, im Theater und Film bekleiden. Die Verhältniszahl der Juden wird bei allen kulturellen und geistigen Berufsgruppen mit 6 v. H. festgesetzt, und zwar ist diese Verhältniszahl nicht nur auf die Zahl der Angestellten, sondern auch auf den gesamten Lohnhaushalt des Betriebes zu beziehen. Mitglieder von Kammern der freien Berufe(Aerzte. Anwälte usw.) können ebenfalls nur 6 v. H. sein, wozu allerdings ein Plus von 3 v. H. als Kriegsteilnehmer kommen kann. Führende Posten in Gewerkschaftsverbänden können Juden nicht bekleiden. Die Juden wählen getrennt 30 Tage nach den allgemeinen Wahlen zu den einzelnen gesetzgebenden Körperschaften mit ihren eigenen Stimmen ihre eigenen jüdischen Vertreter. Die Bestimmungen des Gesetzes müssen bis zum 1. Januar 1942 durchgeführt sein. Tatareseu überreichte Beglaubigung Der neue rumänische Botschafter in Paris. Tatarescu, überreichte sein Beglaubigungsschreiben. Wenn der Deutsche an Weihnachten denkt, so stellt er sich den Lichterbaum vor, der für ihn das eigentliche Sinnbild dieses schönsten Festes des Jahres geworden ist. Und wenn irgendwo draußen in der Welt=Deutsche zusammenkommen, um gemeinsam Weihnachten zu seiern und es ist trotz aller Mühen keine Tanne oder Fichte aufzutreiben, so basteln sie sich einen Weihnachtsbaum aus Holz zusammen und verkleiden ihn mit grünem Papier. Ein deutsches Weihnachtsfest ohne Lichterbaum— das ist eine Unmöglichkeit. Aber soviel Völker — soviel verschiedene Arten auch, Weihnachten zu feiern. Jedes Land hat andere Sitten, andere Gebräuche: Der Engländer seinen Mistelzweig, der Schwede sein Lutetiatfest, der Deutsche das Sinnbild des im Kerzenglanz strahlenden Tannenbaumes und der Franzose die„Reveillon“. Mahlzeit um Mitternacht Der Franzose feiert Weihnachten etwa ähnlich, wie in Deutschland das Neujahrsfest begangen wird, nur mit dem Zusatz, daß er natürlich das Neujahrsfest auch nicht ausfallen läßt. Weihnachten ist für ihn kein Fest der Familie, das daheim, im Kreise der engeren Angehörigen, begangen wird, sondern dem ganzen Programm dieses Abends nach mehr eine Veranstaltung der Freude, des Vergnügens, die ihm für einige Stunden Gelegenheit gibt, sich wenigstens einmal im Jahre unbeschwert um den Alltag nur dem Genuß des Augenblicks hinzugeben. Daß viele Franzosen vor dem eigentlichen Festbeginn noch in die Kirche gehen und der Weihnachtsmesse beiwohnen, bedeutet keine Einschränkung, im Gegenteil, die darauffolgenden Stunden geselligen Beisammenseins, des Vergnügtseins, der Ausgelassenheit werden dadurch nur noch unterstrichen. Es zeigt sich aber auch an Hand dieses Ueberbleibsels, daß dem Weihnachtsfest ursprünglich in Frankreich ein weit stärkerer kirchlicher Charakter innegewohnt hat, der erst im Laufe der Zeiten verwischt worden ist und heute fast völlig in den Hintergrund tritt. Der Besuch der Mitternachtsmette ist eine letzte Erinnerung daran und auch sie wird schon mehr traditionell als wirklich innerlich aufgesaßt. Wie gestaltet sich nun der Ablauf. des Reveillon=Abends? Wir wiesen schon auf die Aehnlichkeit mit den Gebräuchen hin, die in Deutschland zu Neujahr ausgeübt werden. Wer es sich leisten kann, beginnt den„Heiligabend“ mit einem Besuch der Oper oder eines anderen Theaters. Die minderbemittelten Bevölkerungskreise ziehen natürlich das Kino vor. Das ist der Auftakt, dem dann— wie gesagt— um Mitternacht die Weihnachtsmette folgt. Die größeren Kirchen— in Paris vor allem die Madeleine— sichern sich dafür die Mitwirkung namhafter Künstler, besonders der Oper. Wer dieser Handlung in der Notre=Dame=Kathedrale zu Paris, in der Sacré=Coeur=Kirche oder in der Madeleine beiwohnen will, muß sich schon Wochen vorher Karten dafür sichern, insbesondere für die letztere, die dank der Fremdenverkehrsreklame auch von zahlreichen Ausländern besucht wird. Gind Oper und Theater, Kino und Mitternachtsmesse absolviert, dann findet erst die Hauptsache des Festes statt: die Reveillon oder das Mitternachtsmahl. Es ist wohl nicht jedermanns Sache, um 1 Uhr nachts ein schweres Essen mit unzähligen Gängen zu sich zu nehmen, das sich über Stunden hinzieht. Für den Franzosen aber stellt diese„Handlung“ erst die eigentliche Weihnachtsfeier dar. Die Restaurants, insbesondere die bekannten„Feinschmeckerlokale", sind überfüllt und vermieten ihre Plätze ebenfalls im voraus. Die Preise sind natürlich bedeutend höher als sonst, da aber die Auswahl der Gaststätten groß ist, kann sich jeder seinem Geldbeutel entsprechend einrichten. Die größeren Lokale bieten als Zugabe einen„Ball“, die kleineren beschränken sich meist wegen Platzmangels auf„Tafelmusik". Das Vergnügen währt bis weit in den Morgen hinein, wirkt aber nur dort wirklich echt und natürlich, wo die Scharen der Ausländer nicht hinkommen, also in den Vororten und den Vierteln der kleinen Beamten, Gewerbetreibenden, Angestellten und Handwerker. Und die Kinder...“ man lange genug getafelt, getanzt, gelacht und mit den Nachbarn und Freunden aus dem Viertel, in dem man wohnt, gescherzt und geplaudert, zieht zwischen 6 und 8 Uhr morgens alles langsam nach Hause. Man ist in den Weihnachtstag hineingerutscht wie in Mit Ninmen um Narz verder Daladier stellte zweimal die Vertrauenstrage vor der Kammer 2 Pavis, 28. Dezember Wider alles Erwarten ist die Regierung Doladier am Donnerstagmittag knapp an einer Krise vorbeigegangen. Die Opposition Deutschland in den ersten Tag des neuen zwang bei der Abstimmung über den Artikel 2 Jahres. Jetzt endlich auch kammen die Kleinen des Einanzgesetzes den Ministeyrräsidenten die Jahles. Beg. endlich auch kommen die Kiginen, die an der Neveillon der Erwachsenen noch nicht haben teilnehmen dürfen, zu ihrem Recht. Allerdings beschert der Weihnachtsmann die kleinen Franzosen nicht unterm Lichterbaum, sondern kommt still und heimlich über Nacht und legt ihnen die Geschenke in die schon am Abend vorher berettgestellten Schuhe oder er baut sie im Kamin auf. Das ändert natürlich nichts daran, daß die Erwartung, mit der die Kinder diesem Ereignis entgegensehen, ebenso groß ist wie die der deutschen Jungen und Mädchen. Auch sie fertigen schon Wochen vorher eine lange Wunschliste für den Weihnachtsmann an und viele Warenhäuser haben sogar einen besonderen Briefkasten für diesen Zweck ausgehängt. Auch ihre Wünsche unterscheiden sich wenig von denjenigen unserer Buben und Mädel. Ein Gang durch die Weihnachtsausstellung eines Warenhauses oder ein Blick in das Schaufenster eines Spielzeugladens beweist, daß, was die Wünsche von Kinderherzen betrifft, internationale Unterschiede verschwinden. Bei den Mädeln sind as die Puppen und die Kochstuben, bei den Jungen in erster Linie Eisenbahnen, Festungen und Bleisoldaten. Der Wunsch nach„militärischer Aufrüstung“ muß übrigens bei den französischen Buben in diesem Jahre ungewähnlich starkes Ausmaß angenommen haben. Jedenfalls herrscht auf diesem Gebiete die Technik vor und Flugzeuge und Panzerwagen sind in großen Mengen in jedem Nadensenster zu sehen, wobei allerdings bezeichnand ist, daß sie weit mehr die Neugier als das Interesse der„Erwachsenen" erregen, als die der kleinen Knaben, die vielfach gar leine Gelegenheit haben, einen Blick auf diese Herrlichkeiten zu wersen, da die breiten Rücken der Väter sie daran hindern. Zum Schluß noch ein Wort über den Weihnachtsbaum. Tatsächlich, auch in Frankreich kennt man den Wethnachtsbaum, wenn auch nur über die Vermitttung der Elsässer, aber nicht wie bei uns als das weihnachtliche Symbol, sondern als Kindergeschent und Spielzeug. Seine Ausmaße sind daher auch entsprechend. In den meisten Fällen steht er in einem Blumentopf, und wenn er dann noch mit Trompeten, rotlackierten Flugzeugen und Puppen behängt ist, wirkt er auf einen Deutschen leicht wie eine etwas mißglückte Karikatur. Und dann fühlt man eigentlich erst, daß für unsere Begriffe dem französischen Weihnachtssest doch etwas sehlt, und zwar das Wesentlichste: nämlich jene Stimmung, die nur bei deutschen Menschen herrschen kann. Die deutsche Weihnacht läßt sich nicht in Worte fassen, sondern man muß sie erleben. Für einen Ausländer wird sie immer ein Rätsel sein... Das Duell in der Wehrmacht Nur mit Genehmigung des Führer: Berlin, 23. Dezember Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe gibt bekannt:„Der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat sich die Genehmigung zum Austragen eines Zweikampfes für Wehrmachtsangehörige vorbehalten.“ Unterhaus vertagte sich Das englische Unterhaus nahm den Antrag auf Vertagung des Unterhauses bis zum 31. Januar nächsten Jahres ohne Abstimmung an. Chamberlain brachte zu dem Vertagungsantrag einen sonst nicht üblichen Zusatz ein, wonach der Sprecher des Hauses, wenn es sich als notwendig erweise, sofort das Unterhaus einderusen solle. des Finlanggrseges pen Ministeprtastdenten die Vertrauensfrage zu stellen. Die Regierung erhielt nur 291 gegen 284 Stimmen. 34 enthielten sich der Abstimmung. Dieses Ergebnis zeigt deutlich, in was für einer gefährlichen Situation sich das Kabinett am gestrigen Tage besand. Im Verlauf der weiteren Haushaltsaussprache am Abend stellte die Regierung ein zweites Mal die Vertrauensfrage, und zwar über den Artikel 2 des sog. Finanzgesetzes. Dieser Artikel wurde mit 322 gegen 265 Stimmen bei 23 Enthaltungen angenommen. Die Sitzung wurde daraushin bis 21 Uhr französischer Zeit unterbrochen. Die Kammersitzung wurde um.30 Uhr durch Kammerpräsident Herriot eröffnet. Sie stand im Zeichen der Finanzberatungen. Insgesamt waren anfangs, nur 30 Abgeordnete anwesend. Der erste Artikel des Finanzgesetzes wurde ohne Widerspruch angenommen. Als dann die Entscheidung über den Artikel 2 getrossen werden sollte, erhob sich plötzlich der kommunistische Abgeordnete Duclos und warnte das Haus vor der Annahme dieses Artikels, der praktisch die Notverordnungen Reynauds sanktionierte. Der Fraktionsführer der Sozialdemokraten erhob dann auch sofort den Antrag, die Sitzung zu vertagen, denn den Sozialisten war inzwischen zum Bewußtsein gekommen, daß in der Tat der Artikel der Regierung die Berechtigung gab, den inanziellen Teil der Notverordnungen zu realisieren. In der neuen Pause wurden die anderen Abgeordneten telesonisch herbeigerusen und die Sitzung wurde in einer bis zum Platzen gespannten Atmosphäre wieder ausgenommen. Die Debatte griss vom Finanztechnischen durch einige Aeußerungen des Iinanz= ministers Reynaud sogar in die allgemeine politische Sphäre über. Der Kommunist Duclos stellte an den Ministerpräsidenten die Frage, ob die Abstimmung über den Artikel 2 der Notverordnungen seiner Meinung nach auch für die Notverordnungen überhaupt entscheidend sel. 4 2 M Daladier erwiderte varauf, oaß er auf eine solche Frage nur die Vertrauensfrage stellen könne; denn die Regierung könne es nicht zulassen, daß ein Artikel aus den Notverordnungen herausgegriffen und damit das ganze Gesetzwerk in Frage gestellt werde„Die Regierung werde nicht an der Macht bleiben, wenn man ihr die Möglichkeit nimmt, sich das nötige Geld zum Regieren zu besorgen.“ Die Abstimmung vollzog sich unter einem großen Tumult da die einzelnen Parteien sich in der Eile noch nicht schlüssig waren, ob sie dafür oder dagegen stimmen sollten. Mit ungeheurer Spannung sah man dem Auszählungsergebnis entgegen, das, wie oben gesagt, der Regierung eine Mehrheit von sieben Stimmen brachte. Die Sozialdemokraten sowie die Kommunisten hatten dagegen gestimmt. Insgesamt wären dies 226 Stimmen, die restlichen 58 verteilen sich auf die republikanischen Sozialisten und sogar auf die Rodikalsozialisten. Es ist bezeichnend, daß sich nicht weniger als die Hälfte der radikalsozialistischen Parteimitglieder der Stimme enthalten und sogar gegen den Ministerpräsidenten gestimmt haben. Trotz dieses knappen Sieges zeigt sich Daladier sehr optimistisch. Dies gehi aus einer Erklärung hervor, die er nach der Sitzung den Journalisten abgab:„Es sind noch seche Stimmen zu viel, denn ich würde auch mit einer Stimme an der Macht geblieben sein.“ Helhidode=Ein Zwenles Leldols Vittorte Mussolini brandmarkt die amerikanischen Filmjuden Mailand, 96. Dezember Vittorio Mussolini, der aus dem Gebiete des Films tätige Sohn des Duce, setzt sich in einem Aufsatz im„Popolo'Italia“ mit dem durch und durch verindeten amerikanischen Film auseinander. Er geht dabei von dem Vorschlage eines gewissen Herbert Hooper im„Hollywood Svectator“ aus, durch Schaffung eines amerikanischen Hetzfilmes den„armen von Deutschland verfolgten Inden zu Hilfe zu kommen“. In dem Hollywooder Machwerk hatte sich das Indentum seines beherrschenden Einflusses auf den sogenannten amerikanischen Film gebrüstet: „Da die Juden den amerikanischen Film beherrschen", schrieb Hoover,„müßten sie mit der lauten Stimme des Films zugunsten der jüdischen Opfer der verrückten Deutschen eintreten.“ Vittorto Mussokini stellt in seinem Aufsatz fest, daß man in amerikanischen Filmen die geschickte verborgene kommunistische Tendenz nur selten auf den ersten Blick erkennen könne. Aber die Beherrscher des amerikanischen Films, die Mener, Zukor, Cahn und Warner bildeten zusammen mit vielen Darstellern vom Schlage einer Crafford, eines Chaplin und Montgommery und Schriftstellern vom Typ Hemmingways einen dem internationalen Kommunismus verbundenen Block. In ganz Hollywood stehe nicht ein einziger Filmgewaltiger auf Seite der autoritären Staaten, weil Hollywood ebenso von Juden wimmele wie Telaviv. Der Schreiber des Artikels im„Hollywood Spectator“ verlange mit einem Rufe nach den Waffen(!), daß Deutschland durch den Film solange gebrandmarkt werden müsse, bis ihm eine strenge Bestrafung erteilt worden sei. Man sehe also, erklärt Vittorio Mussolini, daß die„armen von allen verfolgten Inden“ doch nicht jene Schäschen seten, als die sie scheinen mögen. Dieser Hoover fordere auch die Schaffung Spunnaug Ridischen Peag ans Badupest Grenzkommission stellt Arbeit ein— Karmasin sichert Kulturrechte Prag, 23. Dezember Die Spannung zwischen Ungarn und der Tschecho=Glowatei hat sich weiter verschärft. Die tschecho=slowakische Regierung gab ihrer Kommission, die sich mit der Festlegung der neuen Grenze gegenüber Ungarn befaßt, den Auftrag, ihre Arbeiten unverzüglich zu unterbrechen. An amtlicher Stelle begründet man diesen Schritt damit, daß noch immer terroristische magyarische Elemente in das slowakische Gebiet eindrängen, deren Ziel es offensichtlich sei, den noch in slowakischem Besitz verbliebenen Teil der Bahnstrecke Kaschau—Uzhorod für Ungarn zu okkupieren. Die jüngsten Ereignisse, die sogar zwei Todesopfer auf slowakischer Seite forderten, seien nicht dazu angetan, die nötigen Voraussetzungen für eine gedeihliche Arbeit der tschecho-slowakisch=ungarischen Grenzregulierungskommission zu schaffen. Der deutsche Staatssekretär in der Slowakei, Abg. Karmasin, stattete dem slowakischen Kultusminister einen Besuch ab. der kom bezüglich des künftigen kulturellen Lebens der Deutschen in der Slowakei verbindliche Zusicherungen gemacht hat. So wird sofort eine selbständige deutsche Abteilung im slowakischen Unterrichtsministerium mit einem Deutschen an der Spitze errichtet, die über das Schulwesen hinaus für alle kulturellen Belange der deutschen Volksgruppe zuständig ist. Es werden ferner sofort drei deutsche Schulinspektoren ernannt. Ebenso wurde die Erlaubnis zur Einrichtung verschiedener deutscher Schulen sofort erteilt. Wie der„Prager Zeitungsdienst“ erfährt dürfte in der nächsten Zeit mit einem allgemeinen Verbot der Einfuhr und Verbreitung aller deutschfeindlichen Emigrantenzeitungen und sonstiger antideutscher Heyliteratur in der Tschecho=Slowakei zu rechnen sein. Das Verbot dieser Blätter soll verhindern, daß durch verlogene und unwahre Nachrichten und Hetartikel das Verhältnis zwischen der Tschecho=Slowakei und dem Deutschen Reich veraistet wird. Zwischen Vertretern der deutschen und der tschecho=slowakischen Regierung ist ferner eine Vereinbarung über die Befreiung der Bewohner bestimmter Grenzgebiete von strafrecht lichen Verfolgungen abgeschlossen worden. eines jüdischen Films, der zeigen solle, auf welche Höhe es die Angehörigen dieser Rasse in der Filmkunst gebracht hätten.?) Der Gewinn aus diesem Film solle zur Unterstützung der vielen Juden dienen, die in Schwierigkeiten geraten seien. Der Rest des Aufsatzes, schreibt Vittorio Mussolini weiter, sei wahrhaft komisch, denn der Artikelschreiber selbst stelle mit Bedauern fest, daß die Gebrüder Warner seine Gedankengänge sofort für ihre Spekulation dienstbar zu machen suchten. Daraus ergebe sich mit schlagender Klarheit, wie die Juden auch das eigene Unglück ausnutzten, um Geschäfte zu machen. Vittorio Mussolini richtete schließlich einige Worte an jenen Teil des italienischen Filmpublikums, der es noch nicht begriffen habe, daß man in Zukunft die Juden Taylor, Luise Rainer, Chaplin und Lubitsch nicht mehr werde bewundern können. Nachdem die amerikanische Filmproduktion so viele Jahre lang auch in Italten Millionen eingestrichen hatte, sei ihr eine feste Verdienstziffer bei der Einfuhr nach Italien angeboten worden. Diese habe sie aber abgelehnt. Damit glaubten die Amerikaner die Itoliener„aushungern“ zu können. Da die Fuden jetzt zur aktiven Hetze übergingen, wäre es absurd, alle jene Filme weiter hereinzulassen, die von den Feinden des italientschen Vokkes erdacht, geleitet und dargestellt würden. Hollywood stelle sich auf die Seite des Kommunismus. Das sei ein deutliches Zeichen Schluß mit ihm zu machen. Lokterien werden vereinheitlicht Die Deutsche Reichslotterie kommt Berlin, 23. Dezember Die Reichsregierung hat soeben ein Gesetz über die Deutsche Reichslotterie b. schlossen, durch das für die verschiedenen bisher nebeneinander bestehenden Staatelotterien ein: einheitliche Deutsche Reichslotterie errichtet wird, Gs gibt alse in Zukunft keine Preußis Süddeutsche, Sächsische oder Hamburger Staatlotterie mehr, sondern nur noch eine einziegroße Klassenlotterie, die Deutsche Reiche letterte. Die Deutsche Reichslotterie wird etwa im Mai 1939 mit ihren Ausspielungen nach neuem Spiel= und Gewinnplan beginnen. Die bereits eingeleiteten Staatslotterien werden selbstverständlich planmäßig zu Ende geführt. Die Spieler werden besonders darauf bingewiesen. daß keinerlei Anlaß besteht, etwa das Svielen in den noch laufenden Staatslotterien abzubrechen Damit würden sie nur ihre durch die Teilnahme an den Vorklassen erworbene Anwartschaft auf Teilnahme an der Haupt= und Schlußklasse und damit die weitaus größten Gewinnaussichten aufgeben. „Pour le merile“ Der Führer bei der Uraufführung Vorlin, 28. Dezemder In Aumesenheit des Obersten Befehlohabere dor Wehrmacht, des Führers und Reichokanzlere, und zahlreicher Vertreter aus. Staat, Partei und Wehrmacht, vornehmlich der Luftwasse, kam gestern abend im Verliner Usa=Palast am Zae der neue Karl=Ritter=Großfilm der Use „Pour ie mérite“ zur Uraufführung. Das Werk hat in einer des großen Themas würdigen Spielhandlung die letzten 20 Jahre der deutschen Fliegerei, vom letzten Kriegsjahr über den Zusammenbruch bis zur Wiederauferstehung der ruhmreichen deutschen Wehrmacht und stolzen deutschen Luftwasse, zum Inhalt. Die neue Meisterschöpfung Karl Rittere wurde mit Stürmen des Beifalls aufgenommen. Blutspender vom Raihs geehrt Ehrenzeichen des Roten Kreuzes verlichen Der Präsident des deutschen Roten Kreuzes, Herzog von Koburg, hat mit Zustimmung des Führers und Reichskanzlers dem Ver trauensarzt der deutschen Botschaft in Par's, Dr. Albert Claaß, der den ermordeten" sandtschaftsrat vom Rath die erste ärzt# Hilfe geleistet hat, das Verdienstkreu; d Ehrenzeichens des deutschen Roten Kreu und dem französischen Staatsangehörigen A mand Thomas, der sich dreimal als Blut spender für den Gesandschaftsrat vom Rat## zur Verfügung gestellt hat, das Ehrenzeichen des deutschen Roten Kreuzes II. Klasse verliehen. Mongolei uis„Jesondere Hönle“ Japans Antikomintern-Pläne im Fernen Osten 1 Toklo, 23. Dezember In Japan gab der japanische Ministerpräsident eine Erklärung ab, in der grundlegend Japans Ziele im Fernen Osten dargelegt werden. In der Erklärung wird besonders die Achtung der Souveränität Chinas unterstrichen, jedoch ist dazu notwendig, daß— wie schon öfter betont— die militärischen Operationen solange weitergehen, bis die japanfeindliche Kuomintangregierung Tschiangkaischeks restlos beseitigt ist. Anschließend gibt der Ministerpräsident einen Ueberblick über die Pläne der Neugestaltung im Fernen Osten. Japan, China und Mandschukuo werden vereinigt werden in dem gemeinsamen Ziel eine Neuordnung in Ostasien durchzuführen die nachbarliche Freundschaft zu verwirklichen. gemeinsam gegen den Kommunismus sich zu verteidigen und wirtschaftlich zusammenzuarbeiten. Daher ist es notwendig, daß China vor allem alle veralteten Vorurteile und besonders die gegen Japan und Mandschukuo gerichtete Einstellung aushebt. Japan wünscht ganz offen, daß China aus freien Stücken die diplomatischen Beziehungen mit Mandschukuo aufnimmt. Da ein kommunistischer Einfluß in Ostassen nicht geduldet werden kann, so hält Japan es für eine wichtige Voraussetzung der chinesisch=japanischen Beziehungen, daß ein Antikominternpakt zwischen China und Japan in Uebereinstimmung mit dem sapanisch=deutsch=italienischen Pakt zustande kommt. Um zu einer vollen Auswirtung dieses Paktes zu gelangen, fordert Japan angesichts der augenblicklichen Lage und der Verhältnisse in China, daß an besonderen Plätzen Trup pen stationiert werden. Japan fordert ferner, daß die Innere Mongolei als eine besondere antikommunistische Zoue eingerichtet und bezeichnet wird. Auf die wietschaftlichen Beziehun gen eingehend, betont die Erklärung, daß ein sapanisches Wirtschaftsmonopol nicht beabsichtigt sei. Japan fordere vielmehr nur, daß Japaner sich wirtschaftlich in China betätigen könnten und Japan die Möglichkeit besitze, die Naturschätze in China und der Inneren Mongolel zu entwickeln. Territorialer Besitz oder Kriegsentschädigungen würden von Japan nicht gefordert. Judenrazzia in Amsterdam Konzentrationslager für illegale Flüchtlinge * Amsterdam, 23. Dezember. Die niederländischen Polizeibehörden organisierten eine umfassende Aktion. um Amsterdam von illegal eingedrungenen jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland zu säubern. Nicht weniger als 440 Juden. die nicht im Besitz der erforderlichen Personalpapiere waren, wurden in große Sammeltransvorte zusammengefaßt und in ein Konzentrationslager übergeführt, die in Hoek van Holland und in Beenhuizen eingerichtet worden sind. Um sich dieser Juden mit einem Schlage bemächtigen zu können, hatte die Polizei, wie der„Telegraph" berichtet, einen Trick angewandt, der auch voll gelang. Sie hatte an die betreffenden Juden dem Inhalt nach unverfängliche Schreiben gerichtet, in denen die Aufforderung zu einem Besuch auf dem Polizeipräsidium enthalten war. Mit Recht hatte man unterstellt, daß kein Jude dieser Vorladung Folge geleistet haben würde, wenn er geahn hätte, welches Los seiner wartete. Da bei Polizeipräsidenten täglich hunderte von Ur lauberkarten herausgeben, bestand noch die Gefahr, daß man bei der Polizei nicht ohne wei teres erkannt haben würde, ob es sich bei dieser erscheinenden Person um einen festzunehmenden Juden handelte. Aus diesem Grunde hatte die Polizei die diesen illegalen Flüchtlingen zugeschickten Schreiben mit einem Geheimzeichen versehen. Als sich die 440 Juden meldeten, wurden sie in 15 bereitstehenden Autobussen in die beiden Konzentrationslager abtransportiert. Fie-Greiseltr Vhat R ONANVONEURTRIEMANNap; Cepprlatby Verlag Oehar Meister, Wergan Nr. 7) Nachdruck verbeten Allerdings hatte die Zeit nicht etwa um die etwas altertümlichen Fabrikgebäude einen Bogen gemacht.„Im Gegenteil! Auch die„Vereinigten“ merkten, daß es eine Wirtschaftskrise gab. kam der Fehlschlag mit Dr. Meßdorfs. Er weches brenzlig wurde und nur die Kapitalkräftigsten sicher standen, zur„Union AG.“ hinüber, und aus dem ehemaligen Verlobten und Verbündeten wurde ein Feind. Er hat es nicht vergessen, daß Karola ihn einen„erbärmlichen Verräter“ nannte, als sie dahinterkam, dat, er„sie bereits seit Monaten mit Irene Didriksen betrog. Diese Feindschaft gist nun besonders den „Vereinigten“. Er ist die Seele der„Unson“ geworden, verfügt über unbeschränkte Mittel und setzt alles daran, die„Vereinigten“ in seine Hand zu bekommen. Karola weiß, daß er nur auf den Augenblick wartet, um auch ihr ein Angebot machen zu können, das sie nicht ablednen kann, ohne alles zu verlieren. Aber sie kapituliert nicht. Sie denkt nicht daran. Dabei hat sie es schwer, denn das Werk braucht neue Maschinen. Werbung. also mit einem Wort: Kapital! Das aber hat sie nicht. Was sie verdiente. hat bieher gerade gereicht. um Mutters irrktunige Schulden zu tilgen... und ihre eigenen. „Kind. Kind.“ sagt die Tante oft, wenn sie beide in Niederau in dem schönen alten Gutsbeilammen sitzen.„für wen tust du das les? Warum verkaufst du nicht einfach und studierst Musik, die du so gern hast? Du hättest doch mehr als genug zum Leben.“ Aber davon will Karola nichts bören. „Kommt nicht in Frags!“ schiebt sie alle Vorschläge beiseite.„Solange ich noch meine fUuf Sinne beisammen habe, kriegen sie mich nicht unter! Und Hägebarth ist auch noch da. Laß uns erst einmal die Lieferungen nach Norwegen in der Tasche haben! Sollst mal sehen Dann haben wir für zwei Jahre ausgesorgt!“ „Hast du begründete Aussicht. Kind. diesen Auftrag hereinzubekommen?“ ze babe se. Tanichen!“ trsket Kgzela die ilte grau und macht ein sehr zuversichtliches besicht, Aber das ist nur für die Tante berechnet. In Wirklichkeit sieht das ein wenig anders aus. denn ihr Vertreter in Bergen. noch von Großvaters Zeiten der, scheint nicht gerade ein sehr eifriger Mensch zu sein. Er hat den Abschluß dieses Geschäftes, das sie von Radevormwald aus eingeleitet hatte noch nicht um einen Mülimeter weiter gebracht. Ja, sie hat Herrn Ssransen heimlich in Verdacht, auf beiden Seiten zu hinken. Die.„Union AG.“— sprich Dr. Meßdorf— lätzt's zur geeigneten Zeit nicht an Geld fehlen. Sie kennt Meßdorff. Auf Schritt und Tritt spürt sie seine Gegnerschaft. Sie weiß auch, daß er von brutaler Rücksichtslosigkeit ist. wenn er einen Mitbewerber zur Strecke bringen will. Sie hat es ja an seiner Seite erlebt, wie er mit allen Mitteln, erlaubten und unerlaubten. Karajan die verbeißungsvolle Erfindung abjagte. Damals war sie noch seine heimliche Braut. Nun kämpft er gegen sie und... die „Vereinigten“! Wie damals: Mit allen Mitteln! Rücksichtslos und ohne Skrupel! „Der Mann ist ein gewissenloser Abenteurer!".„ Das sagt auch Herr Hägebarth. Prokurist der„Vereinigten“. Dabei schlägt er auf den Tisch, daß die Tintenfässer klirren, und sein Spitzbart scheint sich vor Wut zu sträuben. Fräulein Hellebaum, das ältere Mädchen, dem er seine Briefe in die Maschine diktiert. wird vor Schreck ganz klein, denn sie weiß, daß nun ein Donnerwetter folgt, das sich gewaschen hat. Je älter— desto kälter— sagt das Sprichwort, bei ihm ist's umgekehrt. Er wird von Jahr zu Jahr reizbarer und energischer. Seine Arbeitswut wächst mit zunehmendem Alter. Trotz seines Bauches, des Spitzbartes und des ewig rutschenden Zwickers ist er ein Perpetuum modile, eine Arbeitsmaschine, deren Gans schwer zu stoppen ist. „Er ist vollkommen wahnsinnig! Oder ich leide an Arterienverkalkung! An hochgradiger Arterienverkaltung! Fräulein Hellebaum, leide ich daran? Was? Schweigen Gie, wenn ich Ihnen wirtschaftliche Hinteraründe erfolglos begreiflich zu machen suche! Wie erklären Sie sich diesen Brief? Was, den kennen Sie nicht? Sie wissen nicht was darin stebt? Unglaublich! Sie sind unfähig, jemals einen leitenden Posten zu bekleiden. Ich wußte schon als Lehrling. was in jedem Brief stand. der im Kontor zu finden war. Ich las als Fünfzehnjähriger bereits auf sechs Meter Entfernung fließend, auch wenn die Schrift Konf stand! Oder meinen Sie, der alte Battenfeldt selig hätte mir das alles gesagt? 3 bewahre! Aber ich habe mit meinen beiden Augen gestohlen, wo ich konnte. Allerdings ohne jemals eine Silbe davon zu verraten! Sehen Sie! Gie können beides nicht! Sie können nicht einmal stehlen, was in einem Brief steht: Aber Sie können auch den Mund nicht halten. Darum ist's ganz gut, daß Sie kurzsichtig sind So! Und was sagen Sie nun, wenn ich Ihnen verraten muß, daß der Auftrag, um den wir uns die Finger wundgeschrieben haben, unsere großartige Hoffnung, unsere letzte Chance im Kampf gegen diesen Schweinehund Meßdorff. bereits vergehen ist?“ Fräulein Hellebaum machte große erschrockene Augen, Du lieber Gott, denkt sie, er schimpft ja kaum, da muß es also etwas sehr Ernstes sein! Laut fragt sie:„Etwa der nach Norwegen?“ „Derselde! Derselde! Dieler Idiot! Dieser Sörensen! Zehn Jahre hat ihn der alte Battenfeldt dick gefüttert, nur aus Gutmütigkeit. weil er der Söhn seines Schulfreundes ist. Zehn Jahre lang dat der Kerl nichts anderes getan. als die Aufträge verbucht, die wir troß seiner Sauferei hereinbekommen haben aus Norwegen, und nun, wo er zum erstenmal wirklich etwas tun soll in seinem Leben, wo er sich mal auf die Hinterhacken setzen sollte, damit uns die ganz große Sache in die Finger kommt, wo er weitz, daß es um die Wurscht geht, da läßt er sich's wegschnappen: Einfach vor der Nase wegschnappen!“ „Von wem. Herr Hägebartd?— Etwa von der Union Acb.?“ „Von wem denn sonst. Sie ahnungsloser Engel. Sie? Denken Sie etwa von der Drogerie um die Ecke?— Natürlich, dieser Kerl, dieser Meßdorff dieser ausgekochte Schweinehund Der ist schuld daran! Der will uns auf die Knie zwingen, und verdammt und zugenäht. er kennt unsern Laden zu gut, er schafft's auch!— Los! Nehmen Sie Ihren Block! Hängen Sie sich ans Teleson! Nein, zum Donnerwetter! Sie sollen schreiben! Verstehen Sie denn nicht deutsch? Schreiben Sie an den Chef!— Ja, Sie wissen doch die Anschrift ganz genau, warum machen Sie um Himmels willen so ein saudämliches Gesicht?!“ Nun heult sie auch noch! „Hellebaum. Goldkind, wischen Sie gefälligst Ihre Tränen ab wir sind hier nicht in einer Kleinkinderbewahranstalt! Schreiben Sie dem Chef! Eilbote! Und dann telefonieren Sie! Und wenn Sie Verbindung haben, dann kommen Sie gefälligst und hören Sie mit! Sie sind doch her einzige schweigsame Mensch hier im Betrieb.— Co. Haben Sie verstanden? Ja?— Und nun rufen Sie mir die drei Herren Ingenteure zusammen, mit denen muß ich ein Hühnchen rupfen. Außerdem nehme ich an, daß der Chef nach diesem Brief bald hier sein wird!“ „Fräulein Westner?“ „Ja, wer denn sonst? Außerdem ist das nicht Fräulein Westner, sondern einfach der Chef! Verstanden! Im Gespräch ist der Chef einer Firma weder weiblich noch männlich, sondern ganz einfach der Chef... also sächlich! Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! Und nun los! Die Verbindung!" Die drei Ingenieure kommen inzwischen. Es sind tüchtige Kerle, jeder vorbildlich auf seinem Gebiet. aber schließlich können sie auch nicht zaubern. Die„Union AG.“ stellt sich eine Reihe der neuesten Spezialmaschinen auf. sie verringert die Produktionskosten auf ein unwahrscheinliches Maß, ja... sie zucken die Achseln, die drei Herren— da kommen eben die kleinen Leute nicht mit. Zu solchen Preisen ist eben kein Angebot zu machen. Man müßte... man müßte... „Ja.. und was müßte man. meine Herren?“ „Man müßte eben einen ganz neuen Artikel fabrizieren oder aus einem einheimischen Robstoff.. es sind doch da allerlei Versuche im Gange!" Aber Hägebarth lacht den jungen Mann aus. Natürlich weiß er, daß diese Versuche im Gange sind. Er weiß aber auch, daß sich die „Union AG.“ mit einer solchen Erfindung mächtig in die Nesseln gesetzt hat. Drei Jahre Prozeß, und dann war’s nachber nichts, rein gar nichts! Die Geschichte war gut gedacht, aber nicht bis zum Ende. Und ein anderes Werk wäre an den Kapitalien krachen gegangen, die man hineingesteckt hat, um sie nachher nicht verwerten zu können. Karajan oder so ähnlich hieß der Kerl ia wohl, den Meßdorff damals ganz klein gekriegt hat. dem er die Erfindung sozusagen abgesagt hat wie der große Hund dem kleinen die Wurst hat ja bei uns die Sache zusammengebastelt: ein Glück, daß Meßdorff damals ging und nicht bei der„Vereinigten“ die Sache ausprobierte. wir wären zugrunde gegangen an dem Gehlschlag. „Nein, wenn, die Herren keine besseren Vorschläge haben Die Herren zucken die Achseln. Hägebarth kann auch nichts weiter tun, als sie ratlos entlassen. Außerdem ist das Gespräch mit Niederau da. „Meine Herren. Irgend etwas muß geschehen. Darüber sind wir uns alle klar. Noch zwei, drei solche Schlappen, wie wir sie jetzt bekommen haben, und wir sehen uns in einem Jahr auf irgendeiner Gartenbank beim Skatvielen wieder. Besseres haben wir dann vermutlich nicht mehr zu tun. Denken Sie sich die Geschichte noch mal durch... am Montag oder Dienstag ist der Chef da. Dann mutz eine Entscheidung fallen.“ Und dann gebt Hügebartb mit dem Ehef telesonieren. Der Sonntag ist ihr letzter gemeinsamer Tag. Um zehn Uhr kommt das Postauto mit den beiden Freunden. Man kann also noch ein wenig spazierengehen. Es ist noch ein wenig kühl, aber man ahnt hinter der Kühle bereits die Wärme der Sonne. Ganz in Gold getaucht warten die Berge, sie locken, sie rufen mit Wald und Feld und taufrischen Wiesen. Onkel Thomge sitzt mit der Tante hinter seinen Büchern. Da sind so schwierige und endlos lange Aufstellungen zu machen. der Roggen muß abgeliefert werden, dafür gibt's bestimmte Marken, und die Bücher müssen in Ordnung gebracht werden. Dazu kommt die Molkerei. die natürlich auch gerade jetzt mit ihrer Halbjahrsabrechnung fällig ist— ach, er hat schon Grund zum Seufzen, der gute Onkel, denn solche Federfuchserarbeit mag er gar nicht gern. Aber weil sie gemacht werden muß, hat ihn die Tante kurz entschlossen hinter den Schreibtisch gesteckt und ein Angelzeug in sichern Gewahrsam gebracht. „Du bist mit mir verbeiratet,“ meint sie ganz kühl.„wir sollen Freud und Leid gemeinsam tragen, also hilf jetzt auch gefälligst bei der Schreiberei!“ Basta, dagegen kann man nichts machen. So sieht er denn mit beimlichem Neid, wie Karola und der Doktor schon am zeitigen Morgen in die Frische der Berge steigen. Er hätte viel darum gegeben, mit seiner Angelrute ihnen folgen zu können. Aber die zwei sind ganz froh, daß sie allein ino.„„„ H 9 Er weiß nun, daß er zu diesem Mädchen gehört. Alles an ihr liebt: ihre Haare, ihre schlanken kräftigen Hände, das zarte und doch so bestimmte Gesicht, die schmalen Schläfen und die seltsam strenge Falte zwischen den großen Augendrauen, die sie manchmal zeigt wenn sie nachdenkt. Ihr Gang. ihre Gestalt, alles ist ihm wie ein frischer Trunk aus einer reinen Quelle, die vor ihm noch niemand entdeckte. Er fühlt die Herbheit dieses Mädcheng und undewußt, wie hinter aller Küole und Beherrschung eln starkes, liebebereites Hers schlägt. Karola ist wie verzaubert. Sie weiß, daß das Schicksal gesprochen hat und daß sie zu diesem Mann halten wird in Leben und Tod. Was vergangen, ist, ist vergangen. Sie will nicht daran denken. Nicht jetzt. Später einmal wird eine Stunde kommen. in der sie ihm alles, alles sagen wird. Wenn sie erst durch die Tat bewiesen hat, daß sie ihn über alles liebt, wird er an ihrer Aufrichtigkeit nicht mehr zweifeln können. Jetzt ist sie erst einmal glücklich. Sie spürt es mit dem wachen Sinn der liebenden Frau. daß der Mann nehen ihr empfindet wie sie. daß die letzten Schlacken einer bösen Zeit von ihm abgefallen sind. Das macht sie heiter, nicht laut und lachend. vielmehr so ganz von innen beraus froh und beschwingt. Es ist in all ihrem Tun ein wenig Mütterlichkeit. Und gerade das ist es. was Karaian so warm berührt. Sie suchen ihren Lieblingsplatz auf. über dem Dorf am Hang des Berges. da. wo man hineinschauen kann ins Tal und weiter in das grüne Land. bis dahin, wo sich in grauer Ferne das Gebirge ins flache Land verläuft. „Du hast mir eigentlich noch gar keine richtige Liebeserklärung gemacht. Herbert." lächelt Karolg.„Wenn deine Freunde kommen, wird es zu späte sein.“ „Karola. aber du weißt doch...“ „Ach. ich möchte as so gerne noch einmal bören „Ich kann das so schlecht sagen... es will mir nicht beraus...“ windet er sich lachend. *„Ich will's aber hören!“ Sie hält idn bei beiden Schultern fest und schüttelt ihn aus Leideskräften. „Ich will's versuchen! Nur geb gnädig mit mir um!“ stöhnt er.„Weißt du, wie das Märchen vom Schneewittchen endet?“ „Und wenn sie nicht gestorben find, so leben sie heute noch.— Du bist ein Scheusal. beim Ende anzufangen.“ „Falsch] Hör zu! Es ist auch die einzige Weile. auf die ich eine Liedeserklärung zustande kriege. Ich schäme mir sonst die Ohren vom Kopf „Keine Ausflüchte!... Wie geht's im Märchen, ich will es von dir hören: Bitta... ein einziges Mal!“ Da sagte er es ganz leise:„Da sprach der Königssohn: Du bist bei mir. Ich habe die lieber als alles auf der Welt. Komm mit mir auf meines Vaters Schlot, du sollst meine Gemahlin werden.—— Weißt du jetzt, wie es weitergeht?“ „Ja.“ nickt Kaxola.„Da war ihm Schneewittchen gut und ging mit ihm. und ihre Hochzeit ward mit großer Pracht und Herrlichkeit gefeiert...“ Still nimmt er sie in seine Arme. Ueber ihre Augen laufen zwei große Tränen. (Fortsetzung in der nächsten Nummer) Druck und Verlag: Zeitungsverlag für Westfalen G. m. b.., Bielefeld Schulstraße 20. Fernruf 851—353. 313 Verlagsleiter: Walter Wittenberg komm. Hauptschriftleiter: Adoll Manns Verantwortlich für Politik. Wirtschaft und Vermischtes: Wollgang Thomaa, für Kunst und Kultur L..: Hans Eduard Braun, für Unterhaltung i. V. und Sport: Erich Winter, für Gemeindepolitik, Lokales und Gericht: Dr. Walter Oech, für Provinz 1.: Otto Müller, für Bewegung: Adolf Manne, sämtlich in Bielefeld.— Ferner die in den lokslen Teilen der einzelnen Stadtausgaben angeführten Schriftleiter.— Berliner Schriftleitung: Dr. Haus Seel, Berlin SW 68, Charlottenstraße 82.— Für den Bilderdienst verantwortlich die Ressortschriftleiter. Verantwortlicher Anzeigenleiter: Heinrich Erdmann, Bielefeld. Zur Zeit ist die Anzeigenpreisliete Nr. 4 gültig. D. A. XI. 1938: Bezirksausgabe-Bielefeld über 31 500 (davon Lokalbeilage Halle über 2 600) Bezirksausgabe-Gütersloh über 2000 Bezirksausgabe-Herford über 6 200 Bezirksausgabe-Oeynhausen über 2 800 Bezirksausgabe-Minden über 7600 Bezirksausgabe-Lübbecke... über 5 900 Oesamtauflage über 58 500 „Volksoper mußte 40 Jahre warten Ein seltsames Theaterjubiläum in Wien- Juden hetzten gegen die erste antisemitische Bühne der Ostmark Von der Oeffentlichkeit unbemerkt, ging in diesen Tagen ein Jubiläum der Wiener Volksoper vorüber. Und doch verdient das Werden dieser Oper gerade heute Beachtung, denn sie war vor 40 Jahren das erste antisemitische Theater Wiens und wollte die erste„VolksAn einem Dezembertag des Jahres 1898 pachtete Adam Müller=Guttenbrunn das neuerbaute„Kaiser=Jubiläums=Stadttheater“ in Währing. Der Bezirksvorsteher Baumann hatte ihm das Ehrenwort abgenommen, keinen Juden anzustellen und jedes jüdische Stück abzulehnen. Gleich den Auftakt zur ersten Spielzett 1898 bildeten wüste Zeitungsangriffe der Juden. Als alles nichts nützte, wurde der Polizei mitgeteilt, daß Unbekannte das neuerbaute Haus bei der feierlichen Schlußsteinlegung in die Luft sprengen würden. Der einzige Mann, der aus dieser Drohung seine Konsequenzen zog, war — Wiens Polizeipräsident— er blieb der Feier sern. Aber auch die erfundenen„Attentäter“ sehlten... Sonst war ganz Wien auf den Das erste Spieljahr brachte Ersola. Aber schon im zweiten Jahr begannen die Früchte der jüdischen Hete zu reisen. Die jüdische „Sonn= und Montagszeitung“ schrieb einmal: „Jeder wahre Christ, der nicht den schwarzen Fleck des Antisemitismus trägt und jeder Jude, der sich selbst achtet, muß das totgeborene Antisemitentheater meiden wie die Pest.“ Geld und Macht standen hinter den Juden. So war es kein Wunder, daß das Theater schon nach fünf Jahren seine Pforten schließen mußte. Vor wenigen Wochen hat nun die Deutsche Arbeitsfront das Theater dem Sohn des damaligen Bezirksvorstehers Baumann wieder geöffnet, damit das Haus endlich werde, was seine Gründer erstrebten, eine Bühne des Volkes, eine KdFf.=Bühne unter dem Namen „Volksoper“. So hat die Gegenwart den beiden Vorkämpfern Müller=Guttenbrunn und Baumann recht gegeben und 40 Jahre später ihr Werk gekrönt. Wieder Deutsches Theater in Mährisch=Ostran. Das Deutsche Theater in Mährisch=Ostrau, das infolge der Krise im Herbst nicht eröffnet worden ist, wird nun unter der künstlerischen Leitung von Kurt Labatt, der sich als Bühnenleiter, Regisseur und Schauspieler in Wien und Berlin einen guten Namen schaffen konnte, Ende Dezember die Spielzeit beginnen. Die Stadtgemeinde MährischOstrau hat in ihrem Voranschlag für 1939 einen Betrag als Subvention eingesetzt, der auch der neuen Leitung zur Verfügung gestellt werden wird. Als Gröffnungsvorstellung gelangt mit einem Ensemble hervorragender Darsteller am 30. Dezember Max Mells„Spiel von den deutschen Ahnen“ zur Aufführung. Es folgen dann am 31 Dezember Nestrons„Talisman“. im 1. Januar Shaws„Millionärin“ und dann Schillers„Kabale und Liede“. Die Spielzeit ist zunächst dis Ende April in Aussicht genommen 120 Konzerte der Wiener Sängerknaben. Die unter Leitung des bekannten Opern= und Oratoriumsängers Dr. Paul Lorenzi stehenden Wiener Sängerknaben definden sich gegenwärtig mit zwei Chören auf umfassenden Auslandsgastspielreisen. Der eine der beiden Chöre, dessen Dirigent Dr. Gomboz ist, gibt in Amerika ein Gastspiel, und zwar sind nicht weniger als stebzig Konzerte vorgesehen. Ferner werden die jungen Sänger in zahlreichen Rundsunksendungen zu hören sein. Bei ihrem Konzert in Washington waren die Wiener Sängerknaben Gäste des Deutschen Botschafters Dieckhoff. Der zweite Chor, den seine Gastspielreise durch Europa führen wird, gibt zunächst fünfzig Konzerte in den verschiedenen Städten des Reiches und geht dann nach der Schweiz, nach Holland, Belgien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Rumänien und Griechenland. Nach ihrer Rückkehr werden die beiden Aus'andschöre gemeinsam mit dem in Wien gebliebenen dritten Chor ein großes Konzert veranstalten. Nur Uraufführungen beim 10. Internationalen Musikfest. Das 10. internationale zeitgenössische Musikfest in Baden=Baden— vom 31. März bis 3. April 1939— will einen Querschnitt durch das allerneueste Schaffen der Tondichter geden und wird deshalb nur Uraufführungen deingen. Während Deutschland mit Max Trapp, Karl Höller, Kurt Hessenberg und Walter Abendroih vertreten ist, werden die Italiener Giovanni Salvinucet und G. Fr. Maligiero, der Franzose Florent Schmitt, der Ungar Niclos Rosza, der Belgier Marcel Poot, der Norweger Harald Saevernd und der Rumäne Stan Golestan interessante Eindlicke in die moderne europäische Musik gewähren, auch der Südamerikaner Gduardo Farbini und die Engländer Williams und Holst sollen auf einem Konzert des ständigen Chores des Britischen Rundfunks zu Worte kommen. Neue„Sommernachtstraum"=Musik. Bernbard Eichhorn, Musikdirektor des staatlichen Schauspielhauses Dresden, hat aus weniger bekannten Kompositionen Karl Maria von Webers eine neue Musik zu Sdakespeares„Sommernachtstraum“ zusammengestellt und bearbeitet. Die Bearbeitung wurde bereits im Sommer 1987 und 1938 mit größtem Erfolge durch die sächsische Landesbühne aufgeführt. Ende bringt das staatliche Schauspieldaus Dresden den „Sommernachtstraum“ mit der Wederschen Musik in der Bearbettung Eichhorns beraus. „Schwäbischer Dichterkreis“ gegründet. Die Dichter des Gaues Württemberg=Hohenzollern haben sich zum Schwäbtschen Dichterkreis“, zusammengeschlossen. Reichsstatthakter Gauletter Wilhelm Murr übernahm am 16. Dezember, am Tage seines 50. Geburtstages, dei Schirmherrschaft über die neue künstlerische Gemeinschaft, mit deren Leitung Georg Schmückle beauftragt wurde. Als zum„Schwäbischen Dichterkreis" gehörig werden folgende Dichter betrachtet: Veit Bürkte (Karl Heinrich Bischoff), Karl Hans Bühner, Hans Heinrich Ehrler, Ludwig Finckh, Anton Gabele. Otto Gmelin, Karl Götz, Wilhelm Kohlhaas, Isolde Kurz, August Lämmle, Otto Lautenschlager, Heinrich Liliensein, Otto Linck, Hans Erich Owlglaß. Helmut Paulus, Hans Rephing, Max Reuschle, Anna Schieber, Wilhelm Schloz. Paul Schmidt, Georg Schmückle, Gerd Schneider, Gerhand Schumann, Wilhelm Schuffen. Auguste Gupper. Ehrung eines polnischen Gelehrten. Die philosophische und naturwissenschaftliche Fakultät der westfälischen Wilhelms=Universität in Münster hat dem ordentlichen Professor der Philosophie an der Warschauer Universität Dr. Jan Lukasiewicz zu seinem 60. Geburtstag am 21. Dezember 1938 den Grad und die Würde eines Doktors der Philosophie ehrenhalber verliehen. Sie ehrt durch diese Verleihung einen bahnbrechenden Forscher aus dem Bereich der mathematischen Logit und Grundlagenforschung. einen Historiker, der an entscheidenden Stellen eine grundlegende neue Auffassung der Geschichte der abendländischen Logik in strenger Begründung erarbeitet hat, und einen Logiker, der sich mit einer vorbildlichen universalen, völkerverbindenden Geisteshaltung für das Werk des großen deutschen Meisters Gottlob Frege führend eingesetzt hat. Film=Biennale 1933 in Venedig. Ungeachtet des amerikanischen Boykotts des italienischen Filmmarktes wird die VII. Internationale Filmkunstausstellung im August kommenden Jahres in Venedig abgehalten werden. Auf Grund der bisherigen Erfahrungen soll der künstlerische Wert der Veranstaltung noch gehoben werden. „Pour le merite“, staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll. Das große Heldenepos deutscher Flieger, der neue Karl=Ritter=Film der Usa„Pour le mérite“, der heute im Berliner Usapalast am Zoo zur Uraufführung kommt, hat die höchsten Prädikate. nämlich„staatspolitisch— und künstlerisch besonders wertvoll“ erhalten. Dieser Film ist außerdem das erste Werk, das von der Reichsjugendführung durch das Prädikat„lugendwert“ ausgezeichnet wurde. Aribes DI.-Actikel 00T.-Aeihel Sti Schlittschuhe Wipproller Bälle Fußballstieler Jischbillard Statt Kerten! Nach schwerem. mit großer Geduld ertragenem Leiden ging heute um 23 Uhr ganz unerwartet meine liebe Frau und Mutter, meine treue Schwester, unsere Schwägerin und Tante Frau Marie Schmidt geb. Ralemeler im Alter von 65 Jahren in Frieden heim. In tiefer Traner Heinrich Schmidt Familie Hermann Schmidt Familie Heinrich Sewing Bielefeld, Detmold, Dortmund, den 21. Dex. 1938. Kavallerlestraße 12 Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Statt besonderer Anzeige Heute morgen um 4 Uhr verschied nach schwerem Leiden meine liebe Frau, meine treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Kusine Frau Johanne Lotte geb. Flechmenn Im Alter von 63 Jahren. In tiefer Trauer Heinrich Lotte Familie August Reinköster Bielefeld-Schildesche, den 22. Dezember 1938. Schäferstraße 9 Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 24. Dezember 1938, vormittags 11.30 Uhr, von der Stiftskirche zu Schildesche aus statt. Vorfeler daselbst 11.00 Uhr. Am Donnerstag mittag. 12.40 Uhr, erlöste der Tod unsere liebe, gute Mutter Frau Minna Schatzeck geb. Latten von ihrem qualvollen Leiden im Alter von 42 Jahren. In tiefer Trauer: Waltraut und Margund Schatzeck Bielefeld, Wiesenstr. 13, den 22. Dezember 1938. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 27. Dezember, 14 30 Uhr. auf dem Sennefriedhof statt. Vorleier daselbst 14.10 Uhr. Plötzich und unerwartet riß der Tod meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwägerin und Tante Frau Frieda Wittenberg geb. Kracht im Alter von 40 Jahren aus unserer Mitte In tiefer Trauer: Robert Wittenberg nebst Kindern Brake 461 Beerdigung Sonnabend den 24. Dezember 1938, 2½ Uhr. aus der Kirche zu Brake. Am 21. ds. Mts. verschied infolge Unglückstalles unsere Betriebsangehörige Frieda Wittenberg Wir verlieren in ihr eine gute Arbeitskameradin, die dem Werk in der kurzen Zeit ihrer Betriebsangehörigkeit in treuester Pflichterfüllung gedient hat. Wir werden ihrer stets in Ehren gedenken. Betriebsführer und Gefolgschaft der Benteler-Werke Aktiengesellschaft Für die velen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meit es lieben Mannes spreche ich auf diesem Wege allen meinen herzlichsten Dank aus. Frau Anna Hanning, geb. Koch Leopoldshöhe, den 21. Dezember 1938. K # Viele selder Stablanzeiger Zweites Blatt der Westfälischen Neuesten Nachrichten, Nr. 300 Freitag, 23. Dezember 1938 Wr Der Lichterbaum Vater schmückt den Weihnachtsbaum. Das ist ein uraltes Vorrecht aller Väter in Deutschland. Er schmückt ihn so, daß er hübsch aussieht und den Kindern Freude macht. Vater hängt Aepfel und Nüsse an die Zweige, auch Schokoladenkringel bindet er an. Dies alles, Aepfel, Nüsse und Schokoladenkringel, ist nach altem Brauch den Kindern verfallen, die den Baum plündern. Vater hängt aber diese schönen Sachen nicht an die untersten Zweige, denn im vergangenen Jahr versuchte der kleine Hans, vier Jahre ist er, so einen rotbäckigen Apfel zu pflücken, als die Lichter brannten und alle andern andächtig die alten Lieder sangen. Der Baum kippte natürlich um, es gab ein großes Hallo. Gott sei Dank war Vater geschickt genug, erst mal rasch alle Lichter auszulöschen. Eines hatte schon die Tischdecke in Brand gesetzt: es ging aber noch mal alles gut ab. In diesem Jahr will Vater nicht Feuerwehr spielen, er gibt deshalb höllisch auf den Baum und besonders auf die Lichter acht. Mit den Bränden, verursacht durch leichtsinnigen Umgang mit dem brennenden Lichterbaum, ist nicht zu spaßen. Wie viele Brände jedes Jahr am Heiligen Abend entstehen, nur weil nicht aufgepaßt wurde, das wagt der Vater gar nicht zu sagen, obwohl er es mal gesehen hat, weil er meint, Mutter würde dann überhaupt gegen den Baum sein. Das möchte er aber nicht, er freut sich ja selber so darauf, und deshalb paßt er lieber auf, schon weil er davon überzeugt ist, daß alle Väter in Deutschland das gleiche tun. Bielefelder Kraftposten Der Fahrplan zu Wethnachten und Neujahr Am Tage vor Weihnachten und Neujahr verkehren die Kraftposten wie Sonnabends. An den Festtagen fahren alle Kraftposten wie Sonntags. Auf der Linie Bielefeld— Neuenkirchen(Kr. Melle) wird am ersten Weihnachtstage von Neuenkirchen(Kr. Melle) nach Bielefeld folgende Fahrt eingelegt: ab Neuenkirchen(Kr. Melle) 22.15 Uhr; ab Häger 22.35 Uhr: ab Schröttinghausen 22.45 Uhr; an Bieleeld 23.10 Uhr. S46e1 Die Ausflugsfahrten Bielefeld—Ein— und Dreischlingen, ab Posthof 15.00 Uhr, werden an allen Feiertagen bis Peter auf'm Berge durchgeführt. Unsere Trachtenausstellung Das Bauernhausmuseum auf einige Wochen geschlossen Die Sonderausstellung„Ländliche und städtische Trachten Norddeutschlands“ im Hause Wertherstraße 3 bleibt nicht nur bis zum 8. Januar, wie ursprünglich vorgesehen, sondern bis Sonntag, 15. Januar, geöffnet. Die Reihe der darin ausgestellten Gemälde, Zeichnungen und Stiche aus dem Privatbesitz des Grafen Korff=Schmising(Halle), von Gerhard von Möller(Kupferhammer), des Freiherrn Spiegel von und zu Peckelsheim(Spiegelsberge), von Dr. med. Warnek(Bielefeld) wird noch erweitert durch Porträts aus dem Besitze von Dr. med. Hartog(Bielefeld). Daß die hundert wertvollen Trachtenpuppen in das Eigentum des Museums übergegangen sind, wird von allen Besuchern Die Häuser Werchertraße 3 und Koblenzer Straße 1 sind am heiligen Abend wie am ersten Weihnachtstage und am Neujahrstage geschlossen. Am zweiten Weihnachtstage sind sie von 10—13 Uhr, an den übrigen Werktagen von 11—13 und 15—17 Uhr geöffnet, Das Bauernhausmuseum bleibt für einige Wochen geschlossen, da die Arbeiten der Eindeckung des Daches mit Stroh ihren Anfang nehmen. * Unfall infolge der Glätte bestern um.05 Uhr stürzte beim Ueberqueren des Fahrdammes am Alten Markt ein Mann nfolge Glätte. Er zog sich einen linken Oberchenkelbruch zu und wurde in das städtische krankenhaus gebracht. # Wer ist der=Finder? lm letzten Sonnabend gegen 19.45 Uhr wurde n der Osningstraße ein älterer Mann mit bluenden Kopfverletzungen angetroffen, der über den Erhalt seiner Verletzungen keine Auskunft geben konnte. Vermutlich ist der Mann in der Bodelschwingb= oder Osningstraße bei einem fall verletzt worden. Vermißt wird ein dunkelgrauer Hut und ein schwarzer Ebenholzspaziertock mit Silberkrücke. An der Nase „6. 3. 1919 M..“ eingraviert. Wer hat die Gegenstände gefunden oder kann Angaben über den Unfall machen? Meldung erbittet die Kriminalpolizei. Turnerstraße 18. W antP. Pnei Tatuf supult Vom allerersten Weihnachtsbaum Ein großes Erlebnis bei den Kleinen im NSV.-Kindergarten Gern überreicht Tänte Dörge ihren Schützlingen die Gaben. „Es war einmal“, so fangen alle Märchen an, aber das, wovon hier geschrieben sein soll, das ist kein Märchen, sondern wurde gestern vielen Buben und Mädeln, ja auch uns beglückendes Erlebnis. Es war also einmal dort draußen ganz weit im Fernen Osten, wo die Heeper Fichten sich schräg vom ewigen Westwind gestellt haben, eine seit langen Wochen erwartungsfrohe Kinderschar. Sie hatte den schönen Spielplatz am Waldesrand mit den warmen Stuben des NSV.=Kindergartens vertauschen müssen, kalt blies der Sturm und weiße Flocken wirbelten nun, setzten den Kiefern dicke Säcke aus Puder auf, daß die sich bogen unter der Last.— Da kehrte jetzt der Weihnachtsmann ein. Schon lange waren im Kindergarten fleißige Hände dabei gewesen, Spielzeug und Rahmen zu einer Feier zu schaffen, die Neues bringen sollte. Mit vielem Können war man an die Sache gegangen, Tante Dörge war mit ihren Helferinnen eifrig am Werk und Vater und Mutter Goldstein zeigten sich bei der Herstellung von Kasper und König, von Schuster und Prinzessin als Meister. Die Liebe zur Jugend hatte Herz und Hände geführt. Nun war es soweit.— Die„Großen“ von den Kleinen durften zum Kindergarten kommen. Da stand kein Tannenbaum, denn des Kindes Weihnachtserlebnis soll der Lichterbaum daheim bei Vater und Mutter sein. Aber eine Weihnachtspyramide aus Blau und Silber und Tannengrün war mitten im Raum, darüber das Sonnenrad, auch Adventskranz genannt, mit vier Lichtern und den 12 Monatskindern. Tante Dörge sprach über den Sinn der vier Lichter, über die Bedeutung der Monde im Leben der Menschen. Ein Lied erklang. Und dann kam die Weihnachtsgeschichte. Aus unserer Heimat stand sie auf, Hermann Löns hat sie einst für uns alle geschrieben. Da sehen wir im Hohen Holz(am Steinhuder Meer) den Weihnachtsmann, deftig wie ein Bauer, ehrlich wie Wode, und das Christkind, licht wie der Lenz, liebevoll wie eine Mutter. Und wir hören die Geschichte vom allerersten Weihnachtsbaum. Wieder ein Lied nun kamen auch die Kleinsten. War das ein frohes Leuchten in glückseligen Kinderaugen, als nun die Tür sich öffnete zu ernsthaftem Spiel. Uns Pressemännern, die wir als die einzigen Erwachsenen teilhaben durften, und die darum im Dunkeln blieben, um die Kleinen nicht zu stören, ging das Herze auf. Razzien auf Drückeberger Arbeitseinsatz für jede Kraft X Die Suche nach Arbeitskräften führt häufig zu erstaunlichen Ergebnissen. Schon seit langem sind fast in allen Arbeitsamtsbezirken gemeinsam mit anderen interessierten Behörden und Verbänden Maßnahmen zur Ersassung der noch vorhandenen„unsichtbaren“ Arbeitskräfte durchgeführt worden. Immer wieder verstehen es dabei Arbeitsunwillige, sich dem Zugriff zu entziehen. Zum Teil wandern sie in die Großstädte ab in der Annahme, dort besser untertauchen zu können. Zu ihnen gesellen sich dann noch Elemente, die ihren Arbeitsplatz aus dem zwischenbezirklichen Ausgleich ohne weiteres wieder aufgegeben haben. Wie sehr es notwendig ist, entsprechende Maßnahmen in regelmäßigen Abständen durchzuführen, zeigt das Beispiel aus einem großstädtischen Arbeitsamt. Dort wurden gemeinsam mit anderen Stellen an einem Vormittag die Heime der Heilsarmee, das Obdachlosenasyl, das Hasenviertel und einige kleinere„Hotels" überprüft. Bei der Aktion wurden 118 meist ledige Arbeitskräfte festgestellt, die sich dem Arbeitseinsatz entzogen hatten. Von ihnen waren 99 voll und 19 teilweise einsatzfähig. Die Volleinsatzfähigen wurden sofort verpflichtet und bereits am nächsten Tage in Marsch gesetzt. Die Feststellungen ergaben, daß der Personenkreis zum größten Teil aus Asozialen, aber auch aus solchen Arbeitslosen bestand, die sich aus persönlichen Gründen den Arbeits einsatzmaßnahmen der Arbeitsämter entzogen hatten. unmmmmmmmmmmmmm Freude und Jubel, als dann die Geschenke kamen. Für jeden das richtige, das man sich schon so lange und sooo sehnlich gewünsch: Und dann kam das Schönste von allem: Jedes Kind trägt einen Tannenzweig in der Hand, darauf ein buntes Lichtlein flammt. Gläubig singen sie ein Lied vom Leben. Lichtträger und Lichtbringer für und in die Zukunft sind das! Als kleine Pustebacken die Kerzen auf den Zweigen löschten, die elektrische Beleuchtung wieder aufflammte, da haben wir noch schnell einen Blick in strahlende Kinderaugen getan, haben den alten schönen deutschen Mär chenfiguren ringsum an der Wand zuge wunken, die uns soviel näher stehen, als schwarze Mohren aus fernem Morgenlande. Dann sind wir still und leise hinuntergegangen in den Flockenwirbel, sind durch hohen Schnec gestapft. Und haben kein Wort miteinander gesprochen wir zwei Männer. Denn wir hatten mit uns selbst und dieser schönen Feierstunde zuviel zu tun. Am Abend aber wollte den Kleinen der Schlaf noch lange nicht kommen. Mit roten Backen lagen sie in ihrem Betichen und uns alle ging eine seine Melodie: „Einmal werden sie noch wach, heißa dann ist Weihnachtstag.“ Ma. Tagebuchberichte eines jungen Bielefelders N. Unser Zug hält wie so oft an einem kleinen Bahnhof. Es ist im Norden Javans. dort. wo das Klima dem unsrigen sehr ähnlich ist. Wir sehen aus den Fenstern unseres Abteils und entdecken plötzlich einen Deutschen mit seiner Frau. Schlicht und einfach sind sie gekleidet, ganz im Gegensatz zu den anderen Deutschen, die wir bis jetzt gesehen haben. Wir erkennen gleich in ihnen den Bauern. Beide kommen auf uns zu. uns zu begrüßen. Wir drücken zwei harte Hände. Hände, die ein Heldenlied der Arbeit wiedergeben. Und dann schauen wir in zwei Gesichter und Augenpaare, in denen noch immer jener deutsche Blick liegt, der sich über Generationen hin ungetrübt erhalten hat. Wenn die Hände dieser beiden Bauersleute der Ausdruck ihres harten und entbehrungsreichen Lebens waren. dann spiegelte sich in ihren Augen die beiße Liebe und Sehnsucht zu einem Lande wider, das sie nie sahen, nur abnen und doch so nah fühlen. Einer ihrer drei Söhne steigt zu uns ins Abteil. Während sich der Zug aus dem Bahnhof entfernt, die beiden Alten zurücklassend, hat er sich bescheiden zu uns gesellt. Seine Augen sind naß vor Freude und Glück. ein Stück Heimat auf einmal um sich zu haben. Schließlich kommen wir ins Gespräch, und er erzählt uns dann von dem Lebenskampf seiner Ahnen und Eltern. Sie sind vor sieben Jahren aus Rußland, wo schon ihre Vorfahren als deutsche Siedler ihre Pflicht erfüllten, vertrieben worden und als arme und unbekannte Flüchtlinge nach Javan gekommen. Sie haben als einfache Tagelöhner, Straßenarbeiter und Bauernknechte für ihre fünfköpfige Familie einen kärglichen Unterhalt erworben. während die Mutter Brot gebacken und verkauft hat. Sie haben so bescheiden und genügsam gelebt, wie es ein Javaner nicht besser kann. und von dem wenigen Geld noch soviel gespart. daß sie nach fünf harten Jahren einen Silbersuchs kaufen konnten und mit diesem im Süden Japans eine Farm beginnen. Mit etwas Glück und der Hilfe einiger in Japan lebenden Deutschen konnten sie in diesem Jahre ihre Farm nach dem Norden verlegen, wo sie unter günstigeren klimatischen Verhältnissen arbeiten können. Außerdem haben sie es so weit gebracht. daß der eine der drei Söhne im nächsten Jahr nach Deutschland fahren kann. Er erzählte mir. daß er jede Arbeit annehmen würde, und hoffe. im Laufe der nächsten Jahre einen seiner Brüder herüberzubolen, bis dann endlich die ganze Familie wieder in den Schoß der Heimat zurückgekehrt ist. Fremde Welten und Schätze können sie nicht mehr locken. Das Blut hat gesprochen. Wir leben einen Tag japanisch Im allgemeinen hat man uns. wo es eben möglich war, euroväisch bewirtet. Wenn man aber Japan ganz kennenlernen will, dann muß man auch dort binreisen, wo keine großen Fremdenbotels stehen, wo es keinen Badestrand Man ißt, japanisch gekleidet, Nippons Kost. Hock Liegt der Schnee! Wie lange wird es dauern? gibt. ins Innere. Auf dem Schiff schon hatte man uns die tollsten Sachen von japanischem Essen und Wohnen erzählt, und auch unter den Deutschen in Javan gab es in dieser Hinsicht allerhand verschmitzte und versteckte Anspielungen, wenn wir über unser Programm sprachen. Wir wurden selbst mehr und mehr gespannt und hatten die unmöglichsten Vorstellungen. Nach 14 Tagen teils geduldigen, teils ungeduldigen Wartens kamen wir endlich in einem rein japanischen Kurort an, wohin sich bis jetzt noch kein Europäer verlaufen hatte. Allein diese Feststellung war schon eine Sensation für sich. Größere sollten unserer allerdings noch harren. Vor dem Hotel ging es schon los. Schuhe ausziehen, hieß es. In Pantoffeln ging es die blitzsauberen Gänge entland und die Treppen hinauf ins Zimmer. Vor dem Zimmer müssen aulch noch die Pantoffeln ausgezogen werden, so daß die Löcher in den Strümpfen nun gar nicht mehr verheimlicht werden können. Auf den Hacken Wir sehen uns im Zimmer verdutzt um. Kein Tisch, kein Stuhl, kein Bett, kein Schrank. Das einzige Inventar besteht aus zwei Kissen und einem Miniaturtischlein, das besser in eine Puppenstube passen würde. Aber wir kommen gar nicht zur Besinnung. Die Nai=San, japanische Bezeichnung für das Zimmermädchen, knönft uns ungeniert den Rock auf. um uns zu entkleiden und in den Kimono zu stecken, den man im Hotel trägt. Wir versuchen uns den hilfsbereiten Händen der Mädchen zu entziehen und täuschen anderes vor. Während sie den Tee holen, flitzen wir schnell in das ungewohnte Kleidungsstück Willig und bereit zu dienen Vorweihnachtliche Jeier der Oben auf der Höhe des Teutoburger Waldes, wo die weite Schneefläche noch nicht die Furchen des Verkehrs der Stadt zeigt. steht inmitten der weihnachtlichen Landschaft die „Schöne Aussicht“, in der gestern abend die D AF.=Kreiswaltung mit ihren Angehörigen zu' einer vorweihnachtlichen Feier zusammengekommen waren. Der Schein der Lichterbäume von den Plätzen der Stadt leuchtete berauf, als Kreisobmann Pg. Kötter, nach einem musikalischen Vorspiel, seiner Freude darüber Ausdruck gab, so viele zu dieser vorweihnachtlichen Feier begrüßen zu können. Der deutsche Mensch träte mit dem Bewußtsein in den Schein der Kerzen, daß das Dumpfe und Schlechte dem Hellen und Guten Platz zu machen habe. Das wolle man auch mahnend mit nach Hause nehmen, wenn man diese vorweihnachtliche Feier, die alle nach der rastlosen Arbeit der Tage, Wochen und Monate ehrlich verdient hätten, beendet sei. Der Kreisohmann wies sodann auf das aufgebaute Geleucht mit den 12 Kerzen hin, die die Monate des Jahres versinnbildlichten. Der letzte Monat— und dafür die letzte Kerze— seien aber nicht das Ende, son. dern es komme wieder etwas Neues. Er wies dabei auf das Werden in der Natur hin und auf die Sitte unserer Altvordern die an das wiederkehrende Licht glaubten. Aus dem Buch von Hans Zöberlein „Der Glaube an Deutschland“ kam der Teil einer Kriegsweihnacht zur Verlesung dem der Brief eines jungen Deutschen, der in der Ostmark für das Deutschtum kämpfte, folgte. Nachdem der Kreisohmann alle 12 Kerzen entzündet hatte, gab er symbolisch das 12. Licht weiter zum Entzünden der vielen Kerzen auf den Tischen. So bildete die Lichterkette den äußerlichen Ausdruck einer engen und festen Gemeinschaft. Pa. Kötter hatte dies vorher bereits in seiner Rede angedeutet und tnüpfte daran die Madnung, daß es immer unsere Pflicht sei, uns daran zu erinnern, wie der Führer es ermöglicht habe, ein solches Fest zu feiern. Die letzten Töne der Musik, die die Handlung des Lichtanzündens begleiteten, waren verklungen, als Kreisobmann Pa. Kötter nochmal das Wort ergriff. Er brachte dabei zum Ausdruck, daß das Schicksal immer das Feuer in uns bewahren möge, das uns willig und bereit macht zu dienen. Mit dem Führergruß und dem Gesang der Nationallieder wurde dieser arste Teil der Veier beendet. Später gab es dann noch einen Julklapp, an den alle Beteiligten noch lange zurückdenken werden. Nicht weniger als 70 verschiedene Sprüchlein gab es zu hören und zu lesen, und eitel Freude lösten die mit jedem Vers verbundenen Geschenke aus. Es war kein Wunder, wenn man noch in echter Kameradschaft zusammenblieb. umsomehr, als die Männer und Frauen der DAff.= Kreiswaltung, die immer für ihre Arbeitskameraden arbeiten, selten Gelegenheit haben selbst mal zu einer Feierstunde zusammenzukommen. Gestmias Wolhnachrurtaur=Pgkge Weshalb überfüllte Züge und Zugverspätungen? umaullnmammmnnmm Die richtige Marke zum Freimachen der Weihnachtssendungen ist nur die WRW.-Briefmarke Mmmmmmm und gehen dann zum Bad. Wir haben inzwischen gelernt, uns in diesen Dingen nach unseren japanischen Begleitern zu richten. So sitzen wir denn gleichfalls vor dem großen Becken und waschen uns ab. Einer hilft dem anderen, hier und da reibt eine Nai=San einem Japaner den Buckel, unbekümmert und ungeniert. Und dann hocken wir zu 10 und 20 in dem großen Becken mit heißem Schwefelwasser und tun so. als mache uns das gar nichts. In Wirklichkeit aber meinen wir in kochendem Wasser zu sitzen und sind nachher alle krebsrot. Ein kurzer Spaziergang, im Kimono natürlich, durch das Dorf zieht sämtliche Bewohner und besonders die Jugend auf uns. Gebackene Chrysanthemen Bald darauf ist Abendbrot. Wir versammeln uns in einem großen Raum und hocken auf dem Boden. Jeder hat einen kleinen und einen noch kleineren Tisch mit Speisen vor sich. Die Beine gehören eigentlich unter das Hinterteil. Jedoch lange hält das niemand aus. Der eine legt sie links, der andere rechts seitwärts raus, der dritte schiebt sie durch den schmalen Tisch, andere wieder ziehen sie bis unters Kinn. jeder versucht eben. es sich so bequem wie eben möglich zu machen und doch fühlt sich jeder recht verquer. Wenn dann wenigstens das Essen zu vertragen gewesen wäre. Es würde zu weit führen, all die vielen Gerichte, wie rohen Fisch. Bambusblätterspitzen, Kräuter und Wurzeln. gebackene Chrysanthemen, rohe Sojabohnen mit Schoten und Fischsupne. neben der Hauptnahrung Reis. aufzuzählen. Es möge alles erklären, daß man sich vor dem javanischen Essen satt essen muß, wiewohl einige Kameraden sich sehr schnell an das Essen gewöhnten andere dagegen niemals. Dabei muß man noch vorsichtig sein. daß man nicht mit aller Herzhaftigkeit in so ein verlockend aussehendes Stück Gurke oder Kürbis heißt. Die Dinger sind derart scharf gewürzt. daß es einen sofort umhaut und die Tränendrüsen ungewollt in Funktion treten. Nach Beendigung dieser Arbeit ist man im allgemeinen bettreif. Die Nai=San schlägt dann das Bett auf dem Boden aus. ein hartes Reiskissen dient als Kopfunterlage, die Papptüren. Fenster werden zugeschoben, und wenn die NaiSan einen dann schön zugedeckt hat, entfernt sie sich lautlos. Einmal haben wir eine ganze Woche so gelebt. Aber schön war's doch. R. Becker X Im allgemeinen Reiseverkehr kennt die Reichsbahn drei besonders große Spitzen: den Verkehr zu Ostern, zu Pfingsten und zu Weihnachten. Wie begegnet nun die Reichsbahn der außerordentlichen Inanspruchnahme der auf weite Strecken verkehrenden D- und Eilzüge? In den Vorjahren genü###e fast restlos der Einsatz von Vor= und Nachzügen. Es konnten zwar nicht alle Ueberfüllungen vermieden werden, aber bisher ist noch jeder Reisende an sein Ziel gebracht worden. selbst wenn er bisweilen keinen Sitzplatz bekam. Diesen Fahrgästen konnte man leicht die Frage aus den Augen lesen(viele gebrauchten dazu die liebe deutsche Muttersprache): „Warum verstärkt die Reichsbahn diesen Zug nicht?“ Nun, die Antwort ist einfach: Manchmal sind die Reservewagen bereits aufgebraucht, manchmal ist der Zug bereits aus volle Bahnsteiglänge„verlängert“ worden, so daß ein weiterer Wagen keinen Platz mehr zwischen den Weichen hätte und manchmal ist der Zug„ausgelastet". Wie jede Maschine, hat nämlich auch die Lokomotive eine Grenze für ihre Leistungsfähigkeit. Wohl könnte man ihr noch den einen oder den anderen Wagen anhängen, aber dann würde sie die für den Zug vorgesehene Geschwindigkeit nicht halten können, sondern langsamer fahren müssen: Die Reisenden würden dann mit unter Umständen erheblichen Verspätungen an ihr Reiseziel gelangen. Und woher kommen die Verspätungen, die sich in dem Festverkehr besonders unangenehm auswirken? Nun, auch hier ist der starke Reiseverkehr die Ursache. Im Festverkehr ist der Andrang zum Zug wesentlich stärker als zu den sonstigen Zeiten, also die Dauer der Aufenthalte in manchen Fällen etwas knapp. Der Reichsbahn ist diese Tatsache wohl bekannt, sie kann aber diesen Zug nicht wegen weniger Tage das ganze Jahr hindurch auf zahlreichen Bahnhöfen künstlich„verbummeln". Eine weitere Ursache von Verspätungen liegt in den Anschlüssen begründet. Es ist klar, daß, wenn ein Zug auf einen Anschlußzug warten muß, er auch auf die Vor= und Nachzüge des Anschlußzuges zu warten hat, es sei dann, daß er selbst derartige Vor= und Nachzüge führt. Das Abwarten der Vor= und Nachzüge des Anschlußzuges ist aber die Regel. In den letzten Jahren ist der Verkehr zu Weihnachten so stark gestiegen, daß die Einlegung von Vor= und Nachzügen nicht mehr ausreichte. Man ist daher dazu übergegangen, zu den Festen besondere Entlastungszüge zu fahren. Diese Entlastungszüge sind ebenfalls Schnellzüge, von denen ein Teil aber wegen übermäßiger Inanspruchnahme der Bahnhöfe und der Strecken in fahrplanmäßig etwas ungünstigeren Lagen, d. h. zu ungünstigen Tageszeitungen vorgesehen werden mußte. Als Ausgleich wurde ihren Benutzern die Entrichtung der D- und Eilzugszuschläge erlassen. Und wie ist es nun im besonderen um den diesjährigen Weihnachtsverkehr bestellt? Der Weihnachtsverkehr 1938/39 steht unter dem Zeichen größter Anstrengungen der Reichsbahn, die ungeheuer große Anfrage nach Platzangebot in den schnellfahrenden zuschlagpflichtigen Reisezügen zu befriedigen. Obwohl das Eisenbahnnetz gewachsen ist, at der Bestand an Dund Eilzugwagen und an Lokomotiven verhältnismäßig nur sehr gering zugenommen. Wegen verschiedener technischer Eigenschaften sind viele Fahrzeuge der angegliederten Gebietsteile auf weite Entfernungen nicht ohne weiteres voll einsatzsähig. Ja mehr noch, die Reserven des Altreiches mußten zur Bewältigung des dortigen allgemeinen Verkehrsaufkommens mit herangezogen, also ihr im Alt reich verbliebdener Teil erheblich geschwächt werden. Demgegenüber wird sich die Zahl der Reisenden wesentlich vermehren, denn im Laufe des Jahres 1938 wurden sehr viele Arbeitskräfte nach auswärts vermittelt. Alle diese außerhalb ihrer Heimatorte beschäftigten Arbeiter und Angestellten wollen über die Feiertage zu ihren Familien reisen und belasten den Festreiseverkehr im Verhältnis zu den Vorjahren zusätzlich. Die Reichsbahn hat deswegen in diesem Jahre zu den verschiedensten Einschräntungsmaßnahmen greisen müssen. Go wurde die Ausführung von Gesellschaftsfahrten, auch in Gesellschaftssonderzügen, zu gewissen Tagen untersagt, und selbst den Inhabern der Arbeiterrückfahrkarten an bestimmten Tagen die Benutzung der zuschlagpflichtigen Züge verboten. Diese Regelung ist notwendig gewesen, denn sonst würden sich alle Reisenden erfahrungsgemäß auf die Fahrt in D= und Eilzügen einrichten und somit diese Züge schon in den Ausgangsahnhöfen restlos überfüllen. Die auf den Unterwegsbahnhöfen wartenden Reisenden müßten dann einen überfüllten Schnellzug nach dem anderen an sich vordeifahren lassen, ohne mitkommen zu können. Die Reichsbahn aber fährt in diesem Jahre außer den Vor= und Nachzügen und den erwähnten Entlastungszügen erstmalig noch sogenannte „Weihnachtsurlauberzüge“. Das sind Züge, die jedermann— also auch den Inhabern von Arbeiterrückfahrkarten— zugänglich sind, die in möglichst allen getroffenen Verkehrsbeziehungen in möglichst aünstigen Fahrplanlagen und nach Möglichkeit mit Schnellzugsgeschwindigkeit, in der Regel nicht langsamer als mit 85 kmsh, gefahren werden. Diese Weihnachtsurlauberzüge verkehren an den Sperrtagen für die Benutzung der D= und Eilzüge durch Inhaber von Arbeiterrückfahrkarten, also am 23., 24., 26. und 27. Dezember 1938 und am 2. und 3. Januar 1939. Die Einzelheiten über diese Entlastungsmaßnahmen (Fahrpläne der Weihnachtsurlauberzüge usw.) können bei den Bahnhöfen oder Reisebüros erfragt werden. Pa. Dr. Wilhelm Warning las Die.=Gefolgschaft des Bannes Bielefeld bei einer Lichtfeier Am Donnerstag veranstaltete die.= Gefolgschaft des Bannes Bielefeld(158) eine Lichtfeier, in deren Mittelpunkt Pa. Dr. Wilhelm Warning aus seinem Werk „Bauernblut“ vorlas und das Werk er. läuterte. Nach einigen mustkalischen Umrahmungen hörten wir das von Pg. Dr. Warnina geschriebene Heimatschauspiel in einer guten Rezitation vorgetragen, das uns in das Bauernleben und in die Bauernehre Einblick gewinnen ließ. Anschließend erläuterte Pg. Dr. Warning sein Werk und kam auf wissenswerte Brauchtümer aus dem niedersächsischen Heimatlande zu sprechen. Mit einigen lustigen Anekdoten verabschiedete sich der Dichter und hinterließ bei den Kameraden einen starken Nachhall. Das Bannorchester unter Leitung von Eberhard Mast legte in verschiedenen Konzertstücken Proben ihres Könnens ab fipp. 2t Rentenzahlung Es wird darauf hingewiesen, daß die Militärrenten am 29. und die Invaliden= und Uafallrenten am 30. Dezember 1938 gezahlt werden. Es liegt im eigenen Nuten der Rentenempfänger, daß die Bezüge an diesen Tagen abge holt werden, da bei späterer Abholung wegen des einsetzenden Neujahrsverkehrs eine schnelle Abfertigung nicht gewährleistet werden kann. Nochdrugk verbeten) Ortsgruppen der NSDAP. Mittekind. Von Freitag, 28. 12., bis Donnerstag. ö.., bleibt die Geschäftsstelle geschlossen. Johannisberg. Zur heutigen Weihnachtsfeter im Zwiebelkotten, 17 Uhr, bitte ich alle Politischen Leiter sowie Walter und Walterinnen der RSt. möglichst pünktlich zu erscheinen. Der Ortsgruppenleiter. Siakertor. Die Geschöftsstelle der RSDAP., Ortsgruppe Siekertor, ist vom 24. 12. bis 2. 1. für jeglichen Verkehr geschlossen. Erödel. Die Geschäsisstelle der RODaP., Ortsgruppe Fröbel, ist vom 24. 12. bis 2. 1. für jeglichen Verkehr geschlossen. Tanke Gerli und ihre Kinder Weihnachtsseier im NSB.=Kindergarten Schildesche Mit unendlicher Liede, Sorgfalt und wochenlanger Vorarbeit war die Weihnachtsfeier im NSV.=Kindergarten zu Schildesche vorbereitet worden. Die Leiterin, Pgn. Stursberg(Tante Gerti), hatte mit ihren Helferinnen bis tief in, die Nächte gesessen, mit Laubsäge, Farbstiften, Leim, Nadel und Faden hantiert, denn es sollten 70 Kinder mit Eigenerzeugnissen beschenkt werden. Erwartungsfroh saßen gestern nachmittag nicht nur die Kinder, sondern auch die vielen Eltern versammelt, als Tante Gerti den Willkommensgruß aussprach und unter den Gästen besonders den Ortsgruppenleiter, Pg. Klasing, und die Ortsgruppen=Frauenschaftsleiterin, Pan. Heidemann, begrüßte. Nachdem Onkel Otto mit dem Weihnachtsmann telefoniert hatte, gingen die Flügeltüren auf und die Gabentische wurden sichtbar. Für jeden Jungen war ein kleiner Bauernhof mit viel Vieh, Bäumen und Häusern aufgebaut, und für jedes Mädchen stand da eine Wiege mit einem netten Püppchen. Selbstverständlich fehlten die vielen Süßigkeiten nicht.— Aber zunächst mußten Eugen und Inge, Käthe, Lisa, Wolfgang und wie die kleinen Künstler alle heißen, Proben von Gesang und Wort geben. Gemeinsam wurden Lieder gesungen, und dem inzwischen erschienenen Nikolaus wurde immer wieder beteuert, daß man artig sei. Ortsgruppenleiter Pg. Klasing nahm kurz das Wort und brachte zum Ausdruck, daß man wohl selten bei einer Weihnachtsfeier soviel Kleinarbeit für den Gabentisch gelehen habe. Man sei froh in Schildesche, diesen NSV.=Kindergarten zu haben, denn mit nationalsozialistischer Auffassung und Treue würden hier bereits die kleinsten Erdenbürger betreut. An die anwesenden Erwachsenen richtete der Ortsgruppenleiter den Appell, weiter für den Besuch des NSB.=Kindergartens zu werben. Als Vervollständigung des Kindergartens und gewissermaßen als Bescherung für Tante Gerti war eine richtige große Puppenstube mit Hauseingang. Klingel, Briefkasten. Fenster ulm aufgebaut. Weiter war ein großes KasperleTheater angekommen mit vielen neuen Puppen und nicht zuletzt eine Ziehharmonika. Kinder aber hatten für ihre Eltern kleine Gegenstände angefertigt, und selbst der Onkel von der Zeitung bekam ein kleines Geschenk. Es war kein Wunder, daß bei groß und klein eitel Freude herrschte, bei dieser wundervollen Weihnachtsfeier im NSV.=Kindergarten in Schildesche.— Schönen Dank, Tante Gerti.—sch. Personalien Der Führer und Reichskanzler hat nachstehenden Beamten des Fernsprechamtes das Treudienstehrenzeichen verliehen: in Gold: dem Postamtmann Kotzenberg, den Obertelegrafeninspektoren Becker=Nolte und Reker, dem Telegrafeninspektor Henschel, dem Telegrafensekretär Prante. dem Telegrasenassistenten Schnelle. In Silber: den Telegrasenleitungsaufsehern Rehburg und Remmert, den Postassistentinnen Baumeister, Roosen und Petri. 4t Fettverbilligungs= und Bezugsscheine Die Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine für Speisesette, der Margarine=Bezugsscheine, sowie der Zusatzscheine für Konsummargarine für die Monate Januar, Februar und März 1939 an die nichtunterstützten Familien, einschließlich der Kurzarbeiter, erfolgt für den Stadtkreis Bieleseld von Montag. 2. 1. bis Dienstag. 10. 1. Die näheren Angaben über Zeit und Ort der Angabe sind aus der am Freitag, 30. 12., erscheinenden Ausgabe dieser Zeitung zu ersehen. + Zwei Autos beschädigt Gestern. gegen.50 Uhr. stießen am Schillerplatz(Westseite) zwei Wagen zusammen. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt. i Ein Zusammenstoß Am 22. 12. 1938. gegen 10.80 Uhr. stiehen auf der Niedernstraße. Ecke Altstädterkirchstraße. Personenkraftwagen mit einem Lastzug zusa men. Beide Fahrzeuge wurden leicht beschädie Winterschlußverkauf und Herrenhütc. Vor einigen Tagen wurde über den ab 30. 1 9 stattfindenden Winterschlußverkauf berichtet. In# der Meldung hieß es u.., daß Herrenhüle vom Schlußverkauf ausgeschlossen sind. Das Verbot bezieht sich, wie uns die Wirtschafts gruppe Einzelhandel mitteilt, aber lediglich auf folgende Hutartikel: Schwarze steife Herrenhüte, Seidenhüte, Schlapphüte und schwarze weiche Herrenhüte, ebenso blaue Mützen. Der Verkauf aller anderen Herrenhutartikel innerhalb des Winterschlußverkaufes ist gestattet. „Fröhliche Weihnachten“ Slückwünsche mit Wökn.=BriX Wenn in diesen Tagen die Glocken das urdeutsche und schönste aller Feste annläuten, und wenn ein poar Tage später ein weltgeschichtliches Jahr zu Ende gehi, dann wünschen Milslstäbiäcs uns jeder Volksgenosse zum Bruder und zur Schwester, vorab diejenigen, denen ein hartes ein sorgenschweres Dosein beschieden dat. „Ds int sombochaft schsn., mit dem Glückwunsch von Mensch zu Mensch ein— wenn auch kleines Opfer für zwar unbekannte, aber stammesverwandte Volksgenossen zu verbinden. Deshalb liegt ein tieser, schdner Sinn darin, die Glückwunschsendungen zu Weihnachten und Neujahr mit dem Winterhilfswertzeichen der Deutschen Reichspost freizumachen. Nicht auf die paar Pfennige, die ja eigentlich nur eine Aufrundung des Gebührenbeirages darstellen, kommt es an, sondern auf die damit bekundete, die Volksverbundenheit und die Volksgemeinschaft bejahende Idee und Tat. Die Betriebspause Neue Pauseuregelung im Betriebe ab 1. Jau. X Durch die neue Arbeitszeitordnung, die ab 1. Januar 1939 in Kraft tritt, sind Ruhepausen von bestimmter Mindestdauer erstmalig für alle Gefolgschaftsmitglieder eingeführt worden. Der Reichsarbeitsminister stellt hierzu erläuternd fest, Ruhepausen könnten nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn für die Einnahme der Mahlzeit genügend Zeit zur Verfügung steht und auch nachher noch ausreichende Freizeit zur Ausspannung übrig bleibt. Die vorgeschriebenen Mindestpausen müssen im voraus feststehen. Eine im Einzelfall gelegentlich notwendige Verschiebung der Ruhevausen, ohne daß ihre Dauer gekürzt wird, verstoße nicht gegen Sinn und Zweck der neuen Vorschriften. Im übrigen sei eine abweichende Regelung aber nur deim Nachweis eines wichtigen Grundes mit behördlicher Genehmigung zulassig. Klimadienst der„Westsälischen Neuesten Nachrichten“ Nach den Beobachtungen der Klimastation im Reichswetterdienst in Bieleseld=Stieghorst Lufttemperaturen: höchste des Tages 91 tiefste der Nacht.....— 11,0 Tagesschwankung 1,0 Tagesdurchschnitt—.6 Erdtemperaturen: tiefste am Erdboden.....— 13.2 10 cm in der Erde.—#6 20 cm in der Erde..—.1 50 cm in der Erde.+.9 100 cm in der Erde.....“ 48 Sonnenscheindauer: 0,0 Stunden. Niederschlag in den letzten 24 Stunden: 8,4 Liter je Quadratmeter. Dampfdruck: 4,7 Millimoter. Lustseuchtigkeit: 99 Prozent. Schneehöhe: 13 Zentimeter. Stadttheater Bielefeld „Macht des Schicksals" Die Dekorationen zu der Erstaufführung „Die Macht des Schicksals“ werden in den Werkstätten des Theaters nach Entwürfen von Franz Hosenfeldt gearbeitet(Malerarbeiten: Franz Erdmann, Bauien: Edmund Bursche, Kostüme: Annemarie Honczek und Werner Sebbin, Masken: Heinrich Scheubner). Binnen zwei Wochen bringt das Stadttheater in der Oper und Operette zwei Werke heraus, die an den gesamten Apparat der Bühne die höchsten Anforderungen stellen.— Die Kartennachfrage für die Weihnachtsvorstellungen „Die Macht des Schicksals" und„Frau Luna“, ist sehr rege. Es sind in allen Platzgruppen nur noch wenige Karten verfügbar. Aus dem Landkreise Bieleseld Goldene Hochzeit Ummeln. Heute können die Ebeleute Friedrich Steinmeier und Frau Marl., ged. Eickermann, auf das seltane Fest des 50jährigen Ebesubiläums zurückblicken. Beide Jubilare stammen aus dem nahen Lipperlande Der Zubelbräutigam wurde in Verlebeck gevoren und zählt 73 Jahre, wädrend seine Gattin im Jahre 1867 in Schlangen das Licht der Welt erblickte Bedingt durch seinen Beruf als Maurer, sand er des öfteren seine Beschäftigung außerhalb seiner Heimat und so siedelte er bereits vor über 40 Jahren in unsere Gemeinde über, wo er seine jetzige Besitzung, Ummeln 102, ankaufte.#ls Altersrentner, dem berufliche Unfälle leider nicht erspart geblieben sind, lebt er friedlich mit seiner Lebensgefährtin, seiner Tochter und zwei Enkelkindern auf seinem Besitztum. Das Ehepaar ist geistig noch sedr rege und nimmt noch regen Anteil an allem Gescheden unserer Zeit. Brackwede. Sonnenwende. Von dem Hange der Rosenhöhe in Brackwede leuchtete am Dienstag wieder das Feuer der Sonnenwende in die weite Ebene wie schon so oft in den letzten Jahren. Politische Leiter. SA., 53. BDM. und Angehörige der RSKOV. umstanden in weitem Kreis die lodernde Flamme. Kränze und Fackeln flogen in die Glut, begleitet von sinnvollen Sprüchen zur Jahreswende. Die Feuerrede hielt der Ortsgruppenleiter Pa. Weber. Leuchtende Sterne, loderndes Feuer und weich lastender Schnee hatten die Stimmung hervorgezaubert, die besonders empfänglich machte für die Weiherede zur„heil'gen Nacht der klaren Sterne". Müde sinkt das tatenreiche Jahr 1938, das Jahr der Erfüllung des Traumes von der Einigkeit aller Deutschen. hinab in die Vergangenheit. Sieohaft aber steigt empor ein neues, das wir mit fliegenden Fahnen und offenen Herzen voll Hoffnung und Glauben grüßen. Mit den Liedern der Bewegung fand die stimmungsvolle Feierstunde ihr Ende. Brackwede. Saubere Bürgersteige. Durch den anhaltenden Schneefall sind die Bürgersteige von einer hohen Schneedecke überzogen, so daß die Hausbesitzer ein beträchtliches Stück Arbeit mehr zu leisten haben. Der Schnee soll nun aber nicht einfach auf die Straße gesegt, sondern am äußeren Bürgersteig aufgeschichtet werden, damit bei eintretendem Tauwetter keine Stauung des Wassers in der Straßenrinne eintreten kann.(e) Heepen. Konzert unter dem Lichterbaum. Wenn auch das Liedersingen des Männer=Gesangvereins Heepen am Dienstag unter dem Lichterbaum im Dorf wegen der grimmigen Kälte abgesagt werden mußte, kann trotzdem noch in diesem Jahr ein Konzert unter dem Gemeinschaftslichterbaum stattfinden. Die NSBL.=Kapelle Heepen wird am heiligen Abend in der Zeit von 17—18 Uhr hier musizieren. Das Konzert wird dem Vorweihnachtsabend Rechnung tragen. Hoffentlich macht diesmal das Wetter nicht wieder einen Strich durch das Programm.(.) Heepen. Sonnwendfeter der Jugend. Die Jugend des Führers feierte die Rückkehr des Lichts und der Wärme diesmal im Dorfe selbst; denn auf dem Adolf=Hitler= Platz war der Holzstoß errichtet. Als die Jugend mit ihren Fahnen anrückte, hatten sich Parteigenossen und Mitglieder der SA. bereits eingefunden. Schmetternde Fanfarenrufe leiteten die Feierstunde ein. Ein Pimpf sprach von dem Künden des Morgenrots eines neuen Lichtjahres und der Schwur„Du sollst bleiben Land“. klang auf in dem Liede: Heilig Vaterland! In der Feuerrede sprach Gefolgschaftsführer Budewig von dem Erbe der Vorzeit, das die Jugend mit der Feier der Wintersonnenwende übernommen habe. Das Lied der Deutschen, sowie das Fahnenlied der HJ. waren feierlicher Ausklang einer nationalsozialistischen Weibestunde.(.) Brake. Die Feier der Volkswethnacht findet heute um 18.30 Uhr in der Turnhalle in Brote statt. Aus Oerlingkausen Oerlinghausen. Goldene Hochzeit. Heute seiern die Eheleute Hermann Räter und Frau Auguste, geb. Meier, Welschenweg 3, das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Jubilare erfreuen sich noch bester Gesundheit. Auch ein arbeitsreiches Leben liegt hinter ihnen. Der Jubilar steht im 77. Lebensjahre und die Jubilarin im 78. Sie hat ihrem Manne 5 Kinder geboren, von denen noch zwei am Leben sind. Ein Sohn fiel fürs Vaterland. — Wir wünschen alles Gute!(104) Oerlinghausen. Volksweihnachts seier. Heute, Freitag, 18.45 Uhr, veranstaltet die Ortsgruppe der RSDAP. im Stadthotel für die vom W5W. berreuten Volksgenossen und=genossinnen sowie für deren Kinder eine Volksweibnachtsseier. Die Politischen Leiter und deren Frauen sowie die Amtsträger der RSV. werden an dieser Feier teilnehmen.(104) Frosi und Lötlampe Und drohende Feuersgefahr X Infolge der plötzlich einsetzenden Kälte sind eine große Zahl Schadenfeuer durch Auftauen von Wasserleitungen verursacht worden Es werden in der Regel von den die Wasserleitung auftauenden Personen die Wärmeschutzmittel, mit welchen die Leivungsrohre geschützt sind, wie Torfmull, Sägemehl, Stroh usw.— alles leicht Feuer fangende Materialien — nicht weit genug von der Stelle, an der mit einer Löt= oder Schweißflamme die Auftauarbetten vorgenommen werden, fortgeräumt. Die nachstehenden kurzen Hinweise auf vorweihnachtliche Neuerscheinungen betrachten wir nicht als Kunstwürdigung. W. Langheld und H. von Chamier= Glisczinski haben das Werk„Leben und Sterben um Afrika“ in zweiter, neubearbeiteter Auflage herausgebracht. In einer umfassenden Einleitung sind alle die Männer aufgezählt, die sich im afrikanischen Kolonial= dienst Verdienste erworben haben. Dieses Werk, das die heroische Geschichte deutscher Pioniertätigkeit in Afrika der Nachwelt überliefert, wird zu einem Ehrenbuch deutschen Fleißes und deutschen Forschergeistes, das namentlich der Jugend Ansporn und Vorbild sein soll. Das Werk ist im Verlag A. Anton& Co. in Leipzig erschienen. Der Ganzleinenband kostet .20 R M. Viel Freude wird der„Neue deutsche Jugendfreund“ bei der Jugend auslösen. Diesmal haben Beiträge, geliefert: Richard Euringer, Fritz Helke, Kuri Fervers, Erich Langenbucher, Alfred Rosenberg. Baldur von Schirach, Heinz Steguweit, Will Vesper und viele andere mehr. Es ist ein Buch so recht für unsere Jungen. In Haltung und Stil ist es ein rechter Jugendfreund.(Verlaa Schmidt& Spring in Leipzig. Preis 4,80 RM.) Werner Bergengruen schrieb das Märchenbuch„Zwieselchen“. Es ist ausgestattet mit Bildern von Marianne Scheel. Es ist verlockend. die Bekanntschaft Zwieselchens zu machen, dieses kleinen, ausgeweckten Jungen, über dessen Einfälle und Abenteuer alle Kinder viel lachen werden. Erich Dustmann dem erfahrenen Bergsteiger, gelang es zusammen mit seiner Frau, den stattlichsten Gletscher Europas, den 2300 Meter hohen und 5000 Quadratkilometer großen Joste dals dreen in Norwegen zu bezwingen. Welche Anstrengungen und wieviel Ausdauer dabei von ihnen gesordert wurde, erzählt Dustmann in seinem Buch „Wunder des ewigen Eises“, das mit seinen Nach der Polizeiverordnung zur Verhütung von Feuersgejahr dürsen Lötlampen, Schneide= und Schweißapparate in Räumen, in denen leicht entzündliche Stoffe lagern, drennbare Gase oder Dämpse entstehen oder leicht entzündliche Körper sich in staubförmigem oder faserigem Zustande mit der Luft vermischen, nicht verwendet werden. Bei Löt Schneide oder Schweitzarbeiten muß der Arbeitsplatz in einem Umtreis von zwei Metern von leicht entzündlichen Gegenständen frei gemacht werden. Ferner ist darauf zu achten, daß herabfallende glübende Schmelzteile nicht in gefahrbringender Weise abtropsen oder verstreut werden. Bei Nichtbefolgung genannter Verordnung wird die Festsetzung eines Zwangsgeldes bis zu 130 RM. angedroht. Wenn durch die Nicht befolgung ein Schadenseuer entsteht, erfolgt außerdem Anklage wegen fahrlässiger Brand stiftung + Die Post im Schulunterricht Das Reichspostministerium hat jetzt wieder ein Postmerkbuch für den Schulunterricht herausgegeben, das ein zuverlässiger Führer durch alle postalischen Einrichtungen ist. Auf 40 Seiten sind alle wichtigen Dienstzweige der Deutschen Reichspost, die sich für eine Behandlung in der Schule eignen, zusammengestellt. Deutscher Reichsbahn=Kalender. Den neuen Jahrgang des Deutschen Reichsbahn=KalenderKonkordia=Verlag Reinhold Rudolob, Leipzig stellte der Pressedienst des Reichsverkehrsministeriums unter das Motto„Reichsbahn und Landschaft“. Bilder aus allen deutschen Gauen, nicht zuletzt aus der Ostmark und dem Sudetenland, zeigen uns Natur, Volkstum, Kultur und Eiedlung in ihren mannigfaltigen Beziehungen zu dem größten Verkehrsbetriebe der Welt. Ein geschmackvoll ausgestatteter Kalender, der auch in seinen Textnotizen hochinteressante Angaben bringt. eigenen Jotos herrlich ausgestattet ist, so fesselnd, daß der Leser sich selbst in die wunder volle Bergwelt versetzt glaubt.(Erschienen im K. Thienemann=Verlag, Stuttgart.) Der gleiche Verlag veröffentlicht ein Erlebnisbuch von Leopold Weder„Bubenserien am Baltischen Meer“. Weber dem wir die Erneuerung der deutschen und nordischen Sagenstoffe verdanken, erzählt hier aus seiner Jugendzeit in Rußland. Carl Streller hat nette Zeichnungen zu der Erzäh lung gemacht. Ein lesenswertes Buch Gerhard Scholt berichtet in seiner Erzählung„Der kleine Giese“ von dem mannhaften Heldentum eines jungen Soldaten. der stillschweigend mit zähem Mut selbst im Grauen der Schlacht nicht versagt. Es ist das Schicksal eines einzelnen, und doch gehi es uns alle an.(K. Thienemann=Verlag, Stuttgart.) Von einem spannenden Erlebnis erzählt Otto Boris in seiner Erzählung„Varg und seine Wölfe“. Es ist die Geschichte eines Hundes, die Boris mit aller Herzlichkeit eines Tierfreundes erzählt.(K. ThienemannVerlag.) Helene Schultz=Laudien erzählt in ihrem Buch„Ein Jahr drüben“ von amerikanischer Lebensart und Sitte, gesehen mit den Augen eines jungen Königsberger Mädels. Frisch und humorvoll beschreibt das illustrierte Buch ein Freundschaftsabenteuer. dessen Ende großes Glück bringt.(K. Thienemann=Verlag.) Für die Kleinen wird es eine besondere Freude zu Weihnachten sein, wenn Grimms ans im Glück und andere Märchen“ unter dem Weihnachtsbaum liegen Alle die lieben Märchen vom„Tischchen deck dich“, vom„Daumesdick" vom„Froschkönig" und vom„Sneewittchen“ sind in diesem Buch enthalten.(K. Thienemann=Verlag.) Der Verlag Jos. Scholz, Mainz, gibt ein herrliches„Katzenbilderbuch“ heraus, erdacht und illustriert von Clare Tuxlay Newberry.„Molli“ heißt es kurz. Eine köstliche Katzengeschichte aus Amerika. Bücher für die fügene Soorse UUP...„ die richtige Kleidung aus unserer großen Auswahl BIs Weihnachten durchgehend geöffnet! Votduten ues Postheiser=Aagesegt Die Züge speien eine Flut von Weihnachtspoketen dd. Berlin, 23. Dezember Das Weihnachtsfest stellt vor allem an die Deutsche Reichspost ungeheure Aufgaben, die sich aus dem lawinenartigen Ansteigen des Postverkehrs zu den Feiertagen ergeben. Der Weihnachtsverkehr stieg in der letzten Zeit gerade bei der Post von Jahr zu Jahr, so daß stets umfangreiche Vorkehrungen getrofsen werden mußten, um diese Mehrarbeit reibungslos zu bewältigen. Zu den Tausenden von Hilfskräften, die wie in den Vorjahren über die Arbeitsämter nur mühsam herangezogen werden konnten, kamen in diesem Jahre zahlreiche Soldaten und Angehörige des Arbeitsdienstes. Aber auch in der Heranziehung der Soldaten ergaben sich zuerst einige Schwierigkeiten, da gerade zu dieser Zeit der größte Teil der Soldaten auf Urlaub fährt. Daneben haben sich diesmal Angehörige der Leibstandarte Adolf Hitler in den Dienst der Reichspost gestellt. Aber die große Anzahl menschlicher Hilfskräfte reicht nicht aus, um die Mehrarbeit zu bewältigen. So muß vor allem der Wagenpark der Post für diese Zeit erheblich vergrößert werden. Die einzelnen Postämter haben sich mit den Fuhrwerkunternehmern in Verbindung gesetzt, die täglich Hunderte von Lastwagen allein für den Bezirk der Reichshauptstadi zur Verfügung stellen. Zur Entlastung der Reichsbahn und der Bahnpostämter wie der Züge setzte die Reichspost für die Paketbeförderung von der Reichshauptstadt in die weitere Berliner Umgebung Lastkraftzüge ein, die alle Orte im Umkreis von etwa 50 km um Berlin mit Weihnachtspaketen beliefern. Einen Eindruck vom Umfang des Weihnachtsverkehrs der Post erhält man, wenn Plakette zu Neujahr Unser Bild zeigt die Neujahrsplakette 1939 der Kunstgießerei Gleiwitz. Die Plakette ist als Medaillon in Eisenkunstguß hergestellt und trägt in Hochrelief den Kopf des Führers nach einem Modell von Prof. Arno Breker. Die Jahreszahlen 1889 und 1939 weisen auf den kommenden Geburtstag des Führers hin. Weltbild(K) man bedenkt, daß an einem einzigen Tage auf einem der Berliner Postämter nicht weniger als 60 000 Pakete befördert werden müssen, die allein für die Berliner Innenstadt bestimmt sind. Diese Zahl erhöht sich täglich und man rechnet für Heiligabend mit dem Eintreffen von annähernd 100000 Paketen. Die Spezialfahrzeuge der Reichspost, die sich für den Transport riesiger Ladungen besonders eignen, führen auf Grund ihrer eigenartigen technischen Einrichtung den Namen„Sattelschleppzüge", weil die Anhänger auf der Zugmaschine gleichsam aufgesetzt sind. In verschiedenen Stadtteilen der Reichshauptstadt mußte sich die Reichspost mit der Errichtung von großen Schuppen behelfen. Dorthin gelangen alle Pakete, die von den Empfängern selbst abgeholt werden. Auch eine alte Kaserne in der Berliner Innenstadt wurde zu diesem Zweck verwandt. Besondere Schwierigkeiten, die in der vorherigen Berechnung nicht einkalkuliert waren, erwachsen diesmal aus dem raschen Umschwung der Witterungsverhältnisse. Durch den plötzlich einsetzenden Frost kam es zu teilweise erheblichen Zugverspätungen, die manchmal alle getroffenen Vorkehrungen über den Hausen warfen. Trotzdem konnte die Deutsche Reichspost bisher zur vollen Zufriedenheit der Oeffentlichkeit alle Anforderungen voll erfüllen. Venedig in Eis und Schnee Auch Venedig hat den plötzlichen Kälteeinbruch zu spüren bekommen(unser Bild). Im Schnee bietet die Lagunenstadt einen ungewöhnlichen Anblick. Weltbild(K) Lautbener in den Miileigeungei Södliche Warmlutt bringt Glatteisgefahr— Noch mehr Schnee? dd. München, 23. Dezember Die große Kältewelle, die das ganze Reichsgebiet in den letzten Tagen beherrscht hat, ist im Abflauen. Die Temperaturen sind überall stark angestiegen, ja nach erheblichen Schneefällen ist in den Alpen, im Riesenund Erzgebirge und Böhmerwald sogar Tauwetter eingetreten. Die Wetterflieger von Berlin und München haben ebenfalls in Höhen von 1200 m Wärmegrade gemessen. Im Flachlande wird bei weiterer Frostmilderung die kalte Witterung noch einige Zeit anhalten. Es bleibt abzuwarten, ob die von Süden auf die Bodenkaltluft aufgleitenden Warmluftmassen noch weitere Schneefälle bringen, wie dies in der letzten Nacht der Fall war. Zum Teil dürften die Niederschläge als Regen herunterkommen und so eine erhebliche Glatteisgefahr mit sich bringen. Starker Temperaturanstieg verwandelte die Wiener Straßen in eine spiegelglatte Eisfläche, die viele Opfer forderte. Der schwerste Verkehrsunfall ereignete sich bei Schwechat, wo ein Privatomnibus auf der glatten Fahrbahn umstürzte. 31 Insassen wurden leicht und vier schwer verletzt. Im Wiener Stadtzentrum gab es serienweise Zusammenstöße. Der Rettungsdienst leistete 35 Personen die erste Hilfe. Die Temperatur stieg im Laufe des Tages auf 3½ Grad. Dennoch herrschte starkes Eistreiben auf der Donau. An der ungarischen Grenze zeigten sich in der Donaukrümmung bei Theben die ersten Ansätze einer gewaltigen Eisstauung. In ganz Belgien sind starke Schneefälle zu verzeichnen. In Ostbelgien hat die Schneedecke eine Höhe von 40 cm erreicht. In Brüssel und Mittelbelgien liegen etwa 10 cm Schnee. Die Temperaturen sind leicht gestiegen, jedoch werden immer noch 9 bis 15 Grad Kälte gemeldet. Die Kälte hat gestern wieder acht Todesopfer gefordert. Die Temperatur hat sich in ganz Frankreich in den letzten 24 Stunden stabilisiert. Rochefort weist mit 18.7 Grad unter Null den niedrigsten Stand auf. Auf der Gegenseite herrscht in Marseille fast Frühlingswetter mit plus 11 Grad. Man unterstreicht besonders die Schwierigkeiten, die sich dem Kraftwagenverkehr durch Schneefälle entgegenstellen und die in verschiedenen Gegenden zu Schwierigkeiten in der Zufuhr von Lebensmitteln geführt haben. Die unmittelbare Folge hiervon sind neue Preissteigerungen die auch in der Pariser Markthalle zu verzeichnen sind. Kurz aber wichtig! Dr. Goebbels erkrankt. Reichsminister Dr. Goebbels ist an einer akuten Darmgrippe erkrankt. Er kann deshalb die für heute abend zum Volksweihnachtsfest geplante Ansprache nicht halten. An seiner Stelle wird der Reichsbeauftragte für das WHW., Reichshauptamtsleiter Hilgenfeldt sprechen. Keine Klärung des Millionendiebstahls. Der Millionendiebstahl auf dem belgischen Dampfer„Elisabethville" konnte trotz aller Bemühungen der Behörden noch nicht aufgeklärt werden. Bisher wurde nur festgestellt, daß die Goldbarren und Diamanten im Werte von 17 Millionen Franken während der Reise zwischen Madeira und Vlissingen verschwunden sind. Sowjetdivlomat als Warenhausdieb. Der Handelsbeirat an der Sowietbotschaft in Brüssel, ein Jude namens Abraham Fourewsky. ist wegen Diebstahls in einem Brüsseler Warenhaus zu drei Monaten Gefängnis und 350 Franken Geldbuße verurteilt worden. Die usb. berschentt Minlonen Heute Volksweihnacht in allen Gauen des Reiches Peinischee. Iirerruns mr entsteel Antideutsche Flugzettel an den Kirchentüren 4d. Sleiwitz, 23. Dezember Deu agressiven Aufrufen und hetzerischen Zeitungsartikeln des Polnischen Westverbandes in Ostoberschlesien sind jetzt die ersten antideutschen Taten gefolgt. Sie beweisen, daß die radikal=polnischen Kreise gewillt sind, einen rücksichtslosen Wirtschaftskampf gegen das Deutschtum in Ostoberschlesten zu eröffnen. Unter dem Vorwand, den polnischen Kaufmann und Gewerbetreibenden zu unterstützen. sind in den Straßen aller ostoberschlesischer Städte große Transvarente angebracht worden. die dazu auffordern, nur bei Polen zu kaufen. In Kattowitz wurden deutsche Geschäfte mit Plakaten überklebt und in Tarnowitz verteilten Kinder sogar an der Kirchentür antideutsche Flugzettel. Bei der gesamten Aktion werden die Deutschen mit den Juden auf eine Stufe gestellt. Alle Boykott=Aufrufe richten sich gleichzeitig gegen deutsche und gegen jüdische Geschäftsunternehmen. In einem Taschenkalender, den die sogenannte Nationale Wirtschaftsaktion in Kattowitz herausgab. versteigt sich die Verbohrtheit gewisser polnischer Kreise zu der Faselei einer „deutschen Gefahr“. die der jüdischen Gefahr gleichgestellt wird. Dazu wird den Deutschen Ostoberschlesiens vorgeworfen, daß sie ihren wirtschaftlichen Besitzstand übermäßig ausgedehnt hätten und bestrebt wären, ihn noch weiter zu vergrößern. Obwohl in dem Taschenkalender von einem Kampf auf zwei Fronten. gegen die Deutschen und gegen die Juden. die Rede ist, richtet sich die Boykottbewegung doch offensichtlich ganz besonders gegen die deutschen Kaufleute und Handwerker. Die zahlenmäßig weit überlegenen jüdischen Kaufleute werden augenscheinlich schonender behandelt. Angesichts dieser neuen Aktion, die sich unter völliger Nichtachtung der deutschen nationalen Volksgruppe in Ostoberschlesien als„Nationale Wirtschaftsaktion“ bezeichnet, sind die Deutschen aller Berufsstände in Ostoberschlesien zu bar tem Widerstand gegen diese durch nichts gerechtfertigte Boykottbewegung entschlossen. Während der Wirtschaftskampf in Ostober= schlesien begann, hat eine empfindliche Teuerungswelle das Ollagebiet, das sogenannte Teschener Schlesien, erfaßt. Durch die ungünstige Währungsumrechnung sind besonders die Preise für alle Artikel des notwendigen Lebensbedarfs seit dem Staatshoheitswechsel deutlich angestiegen. Auch die Arbeiter der Metallindustrie sind durch die Währungsmaßnahmen schwer betroffen worden. Zurzeit ist ein Schlichtungsausschuß damit beschäftigt, zwischen Arbeiterschaft und Betrieben zu vermitteln, da die Arbeiter eine Lohnerhöbung um 18 bis 20 v. H. gefordert haben. dd. Wien, 23. Dezember Mit jubelndem Herzen fiebert die Ostmark ihrer heutigen ersten großdeutschen Volksweihnacht entgegen. Auf den freien Plätzen der Städte und Dörfer sind Christkindlmärkte aufgebaut, brennen allabendlich viel tausend Kerzen an hohen Tannenbäumen, und Adventkränze, groß wie Wagenräder, hängen quer über den Straßen. Alles ist in diesem Jahre der Befreiung anders geworden. Die Zahl der Arbeitslosen sank von 600000 auf 100000, die Kaufkraft der ausgehungerten, verarmten Bevölkerung stieg gewaltig. Wohl niemals kam diese Tatsache in den vergangenen Wochen stärker zum Ausdruck als gerade jetzt in diesen Weihnachtstagen. Die Geschäfte können nicht soviel an Waren besorgen, wie plötzlich verlangt wird. Der Umsatz des Goldenen Sonntags übertraf alle Erwartungen, denn jahrelang gestoppte Kaufkraft ist plötzlich frei geworden. Ein Volksfest wird das Weihnachtsfest durch die freudige Teilnahme aller, auch der ärmsten Volksgenossen. Die NSV. hat Zum Schutz gegen den„Achsenwind“ Dem Verkehrspolizisten an der Kreuzung der Ost—West- Achse mit der bisherigen Siegesallee in Berlin ist ein Holzverschlag gebaut worden. Dieser Windschutz, vereint mit dem brennenden Koksofen, lassen ihn den„Achsenwind“(so nennen die Berliner den scharfen Ostwind, der die Ost—West-Achse entlang fegt) leichter ertragen. Weltbild(K) mit ihrer gewaltigen Organisation dieses letzte hohe Ziel verwirklicht. In Wien erhielten die Armen in der Weihnachtswoche 21000 Kilo Butter, 36.000 Kilo Fett, 40 000 Kilo Zucker und 300000 Pfundspenden. Zur Auschaffung neuer Wäsche werden für 800 000 Mark Bezugsscheine ausgegeben. Auch an die Kinder ist gedacht worden. Sie finden heute in den Räumen der 424 Wiener Ortsgruppen gedeckte Tische. Ihre kleinen Geschenke machen im Haushaltsplan der NSV. mit Spielwaren und Wäsche rund eine Million Mark aus. Ueberall in der Ostmark finden auch Betriebsfeiern statt. Nach dem Gau Niederdonau rollten in den vergangenen Wochen sieben Waggons mit Spielsachen. Sie brachten 600 Puppenzimmer, Eisenbahnen, Kasperltheater. Puppenküchen, 5000 Bilderbücher und 3000 Kindergewehre. Dieser Gau mit seinen 700 Ortsgruppen hat eine besondere schöne Aufgabe zu erfüllen. Er versorgt einen Teil der südmährischen Ortschaften, die erst vor wenigen Monaten ins Reich zurückgekehrt sind. Autobandit hingerichtet Kraftwagen-Gangster unschädlich Berlin, 23. Dezember Gestern ist der Heinrich Janys hinge richtet worden, der am 20. Dezember 1938 wegen zweier Verbrechen gegen das Gesetz gegen. Straßenraub mit Autofallen vom Son dergericht in Hamburg zweimal zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Janys, der in demselben Urteit ferner wegen versuchten Mordes und einer Reihe schwerer Diebstähle bestraft worden ist, hat sich in zwei Fällen in der Dunkelheit durch Mietskraftwagen in einsame Straßen fahren lassen, um die Kraftwagenführer zu berauben. Am Ziel überfiel er die Fahrer, wobei er den einen niederschoß und schwer verletzte, dem andern Pfeffer in die Augen streute; er wurde aber im letzten Augenblick durch Passanten an der Ausführung der Räubereien behindert. Autobus gegen Eisenbahn. Bei dem Bahn hof Thiede an der Strecke Berneburg—Braunschweig durchbrach ein Autobus die für einen im gleichen Augenblick vorbeifahrenden Personenzug geschlossene Schranke. Von den Insassen des Autobusses sind drei Personen getötet. Bauarbeiter seiern mit dem Führer Weihnachten. In der festlich geschmückten Deutschlandhalle feierte am Donnerstagabend die gesamte Belegschaft des Neubaues der Reichskanzlei gemeinsam mit dem Führer das Weihnachtsfest. Jeder Arbeiter erhielt als Weihnachtsgeschen! das Buch des Führers mit Unterschrift und ein großes Lebensmittelpaket. Westsälische Neueste Nachrichten Zwischen Weser und Ruhr Freitag, 23. Dezember 1933 Stadt und Kreis Herford Radfahrer tödlich verunglückt Am Mittwoch gegen 21 Uhr ereignete sich auf der Straße Herford—Jöllenbeck ein Verkehrsunfall, der ein Menschenleben forderte. Der Ladearbeiter Gustav Beermann aus Eickum, der auf dem Herforder Güterbahnhof beschäftigt war, benutzte mit seinem Fahrrade die linke Straßenseite und wurde dabei von einem aus Richtung Jöllenbeck kommenden Kraftwagen erfaßt. Er zog sich schwere Kopfverletzungen zu und ist kurze Zeit nach dem Unfall gestorben. Der Verunglückte hinterläßt Frau und zwei unmündige Kinder. Herforder Glocken klingen in Uebersee Seit jeher hat Herford durch die Fabrilation der in der ganzen Welt bekannten Läutemaschinen mit den Glocken ein besonderes Verhältnis gehabt. Nunmehr taucht ein Plan auf. der durch die Glockenaufnahmen des Reichssenders Köln ausgelöst wurde. Viele Zuschriften von Herfordern aus aller Welt ließen erkennen, wie dankbar man durch den Aether dem vertrauten Klang der heimatlichen Glocken gelauscht hatte. Man will daher von diesen Aufnahmen Platten herstellen lassen, die man als Gruß namentlich zur weihnachtlichen Zeit Freunden und Bekannten schicken kann. Vor allem sollen diese GlockenPlatten den Herfordern in Uebersee die Grüße der Heimat bringen. Sironin des Aiges Land Lippe Detmold. Bei Fackellicht gegen das Feuer. Kurz nach 19 Uhr entstand vorgestern abend in den Mosebecker Tonwerken(Brinks& Stockebrand) aus bisher noch nicht ermittelter Ursache ein Schadenseuer, wobei im Kesselhaus des modern eingerichteten Unternehmens erheblicher Schaden angerichtet wurde. Neben den örtlichen Feuerwehren wurde die Detmolder Motorspritze zur Hilfeleistung herbeigerufen. Nach angestreugtester Tätigkeit gelang es, das Feuer gegen 21 Uhr auf seinen Herd zu beschränken. * Detmold. Feuer durch Auftauen von Leitungsrohren. Im Laufe des Mittwoch ereigneten sich in Lippe zwei Brände, die beim Auftauen eingefrorener Wasserleitungsrohre entstanden. Der erste Brand trat kurz vor 9 Uhr auf dem Hofe des Bauern Weeke in Hörste ein. Hier wurde versucht, eingefrorene Leitungsrohre oberhalb der Räucherkammer mit einer Lötlampe aufzutauen, wobei Heu Feuer fing. Den vereinten Kräften der Feuerwehren aus Hörste und Detmold gelang es, das Feuer im Keime zu ersticken. Es entstand lediglich Wasserschaden.— Der zweite Brand ereignete sich gestern nachmittag auf dem Hausboden des Präparators August Köhler in Berlebeck. Die durch starke Rauchentwicklung aufmerksam gewordenen Nachbarn alarmierten die Hausbewohner. Inzwischen hatte der Brand ein größeres Ausmaß angenommen. Da das Feuer unter den Bodendielen entstanden war, war es zunächst schwer, den Brandherd zu bekämpfen. Erst mit Hilfe einer Einstellspritze des Reichsluftschutzbundes gelang es, den Brand zu löschen Mögen diese Fälle zur Warnung dienen. Wo Wasserleitungsrohre eingefroren sind, empfiehlt es sich stets Fachleute zu Rate zu zieben. Barntrup. Uebler Verleumder. Fr. aus Barntrup wurde jetzt wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 150 RM. verurteilt. Er hatte in einem Brief an den Sachbearbeiter einer Gesellschaft beiont, daß seine Handlungsweise der eines„stinkigen Juden“ gleichkomme. Die Anklage lautete außer auf Beleidigung noch auf Erpressung. Diese konnte dem Angeklagten jedoch nicht nachgewiesen werden. An Stelle der Geldstrafe tritt im Nichtbeitreibungsfalle ein Monat Gefängnis. Urteil rechtskräftig Jüdischer Arzt wandert ins Zuchthaus Der jüdische Arzt Dr. Robert Nußbaum aus Minden, der im November 1938 von der II. Großen Strafkammer beim Landgericht in Bielefeld wegen Rassenschande zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt worden ist, hat von dem ihm zustehenden Rechtsmittel der Revision keinen Gebrauch gemacht. Das Urteil ist damit rechtskräftig geworden. breis Minden Minden. Jederzeit luftschutzbereit. Eine dieser Tage in Minden von der Feuerwehr, dem Sicherheits- und Hilfsdienst veranstaltete Luftschutzübung bewies trotz der dabei gestellten erheblichen Schwierigkeiten, daß die Stadt Minden den Anforderungen des neuzeitl. Luftschutzes gewachsen ist. Petershagen. Eisbrücke über die Weser. Der Fährbetrieb der hiesigen Weserfähre mußte von Dienstag früh infolge starken Eisganges vollkommen eingestellt werden. Das große Fährschiff wurde im Hafen sichergestellt. Im Laufe des Dienstag kam das Eis der Weser zum Stehen und Petershagen hat mal wieder, wenn auch nur für kurze Zeit, eine„Brücke“ erhalten. Kreis Lübbecke Lübbeck. Fast 6000 Kilo Lebensmittel für das WHW In Rahden wurde von der NSV. ein Waggon Lebensmittel für das WHW. zum Versand gebracht, der 5870 Kilo Gemüsekonserven und Trockenfrüchte von den Pfundsammlungen des Amtes Rahden und der Gemeinde Oppenwehe enthielt. Tonnenheide. Explosion. Als der Tischlermeister W. Buschmann in der Werkstatt die Dampfheizung angeheizt hatte, explodierte nach einiger Zeit der Kessel. Durch den Druck wurden nicht nur sämtliche Fensterscheiben zertrümmert, sondern auch ein Teil der Werkstattwand eingedrückt. Das Wasser in der Warmwasserheizung war gefroren und verursachte dadurch die Explosion. Zum Glück wurde niemand verletzt. Niedermehnen. Schlechte Freundschaft. Ein junger Mann von hier fühlte sich nach dem Genuß einer gehörigen Portion Bier von einem sonst guten Freunde beleidigt. Die Folge war eine tätliche Auseinandersetzung. Eine Latte mit Nägeln wurde genommen und damit zugeschlagen. Der Freund erlitt schwere Kopfverletzungen und mußte dem Krankenhaus in Lübbecke zugeführt werden. Der Täter wurde festgenommen. Stadthagen. Zwischen Anhänger und Motorwagen geriet der Einwohner ., als er mit Kuppelungsarbeiten beschäftigt war. Er erlitt dabei schwere Verletzungen, u. a. einen Beckenbruch, so daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Padervorner kand Paderborn. Feuer richtet großen Schaden an. In der Nacht zum Mittwoch kam es auf dem zum Rittergut Erpernburg gehörenden Vorwerk Gut Wulfstal zu einem Großbrande. In einem Wirtschaftsgebäude war Feuer entstanden. Durch den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehren von Brenken, Upsprunge und Büren, von Salzkotten, Paderborn und Geseke konnte der Brand auf das Wirtschaftsgebäude beschränkt werden. Dem Feuer sielen ca. 160 Schafe und 18 Stück Großvieh zum Opfer. Paderborn. Ueber 4000 Meldungen zum Reichsberufswettkampf. Im Kreis Paderborn=Büren wurden zum Reichsberufswettkampf der Schaffenden 1939 nach den vorläufigen Abschlußzahlen 4058 Meldungen abgegeben. Paderborn. 10000 Uebernachtungen“ in der Paderborner Jugendher= berge. Von welcher Bedeutung die Paderborner Jugendherberge„Heiersburg“ im westfälischen Jugendherbergsnetz ist, beweist die diesjährige Uebernachtungsziffer von mehr als 10000. In den Wintermonaten ist mit einer Reihe von Verschönerungs= und Instandsetzungsarbeiten begonnen worden. Kreis Hameln=Pyrmont Hameln. Neuer Bürgermeister in Bodenwerder. Bürgermeister Busching aus Hameln wurde von der Aussichtsbehörde mit der Wahrnehmung der Bürgermeistergeschäfte der Stadt Bodenwerder beauftragt. Er hat sein Amt bereits übernommen. Bad Pyrmont. Feuerwehr rettet einen Schwan. Durch den plötzlichen Frost fror die Graft sehr schnell zu. Die sich dort aufhaltenden Enten fanden noch freies Wasser an einer kleinen Stelle südlich des Schlosses. Die beiden Schwäne befanden sich auf dem Eise. Der eine konnte sich auf Grund seines Eigengewichtes nicht erheben und nicht fortbewegen. Jetzt mußte die Feuerwehr eingreifen und diesen Schwan mit Leitern vom Eis holen, da das Tier sonst verloren gewesen wäre. „Norddeutsche Kolonialschau“ Neue Wanderausstellung des Gaues Westsalen=Nord— Eröffnung am 6. Jannar in Herford Der Gau Westfalen=Nord hat wiederum eine neue Wanderausstellung geschaffen in ähnlicher Art, wie die bisherigen Ausstellungen„Weltseind Bolschewismus" und„Deutsches Schaffen“. Diese neue Ausstellung „Norddeutsche Kolonialschau“ wird für den Gau Westsalen=Nord in Herford gestartet. Gauleiter Dr. Meyer wird am 6. Jannar die Ausstellung im Rahmen einer Feierstunde, die ganz auf den kolonialen Gedanken abgestimmt sein wird, eröffnen. K Kreis Beckum Beckum. Anerkennung ausgesprochen. Der Preußische und Reichsminister des Innern Dr. Frick hat dem Leiter des Gesundheitsamtes Beckum, Medizinalrat Dr. Heger, für seine Tätigkeit im öffentlichen Gesundheitsdienst seine besondere Anerkennung ausgesprochen. In weligen Leiren Zwei Bergknappen verschüttet. Auf der Schachtanlage„Fröhliche Morgensonne", Bochum, wurden in einem Streckenvortrieb des Flözes„Dicke Bank“ infolge eines Gebirgsschlages zwei Hauer durch auslaufende Kohle verschüttet. Trotz sofortigen Einsatzes der Grubenwehr gelang es nicht mehr die Verschütteten zu bergen. Mit Rücksicht auf die schwierigen Verhältnisse ist mit einer Bergung der Verunglückten erst in einigen Tagen zu rechnen. Erfolgreiche Brandbekämpfung mit der Volksgasmaske. Im Keller einer Nordhorner Gaststätte entstand aus unbekannter Ursache ein Brand, der bei den dort lagernden Kisten eine große Ausdehnung zu nehmen drohte. Eine größere Menge feuchten Strohes ließ aber eine furchtbare Räuchentwicklung aufkommen, so daß es nur mit Hilfe der VolksNach 2r Jahren die Eneen gesanden Roman, den ein hartes Leben schrieb Bochum. Im Jahre 1931 wandte sich ein 24jähriger Mann aus Ostfriesland mit dem Ersuchen an die Polizei, nach dem Verbleib seiner Eltern zu forschen. Er gab an, daß er seit seinem zweiten Lebensjahr in einem Waisenhaus untergebracht gewesen sei, seine Eltern und Geschwister habe er nie kennengelernt. Er konnte nur noch sagen, daß seine Eltern im Jahre 1914 zuletzt in Bochum gewohnt hätten. Von der Kriminalvolizei in Bochum konnte der Vater des jungen Mannes schon im Jahre 1932 in Ostpreußen ermittelt werden. Die Nachforschungen nach der Mutter blieben jedoch ohne Erfolg. Erst vor kurzem konnte sie, unter falschem Namen in Grevenbrück lebend, ermittelt werden. Interessant sind die Gründe, die das Ebepaar vor nunmehr 24 Jahren bewog, alle Spuren von sich zu verwischen, ihre Kinder im Stich zu lassen und getrennt voneinander an verschiedenen Orten ein neues Leben zu beginnen. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei ergaben, daß die Eheleute sich schon im Jahre 1913 wegen unglücklichen Zusammenlebens in der Ebe getrennt hatten. Ihre fünf Kinder wurden von amtswegen in einem Waisenhaus untergebracht, ohne daß sich die Eltern iemals wieder um sie gekümmert hätten. Der Vater meldete sich gleich bei Ausbruch des Weltkrieges freiwillig zu den Waffen und kehrte erst 1918 vom Militär entlassen— in seine ostvreußische Heimat zurück. Die Mutter hatte schon im Jahre 1914 mit einem anderen Mann Bochum beimlich verlassen, hielt sich anschließend an verschiedenen Orten des Sauerlandes mit ihm auf. gebar auch aus diesem Verbältnis einen Sohn und ließ sich im Jahre 1915 in Grevenbrück nieder. Das Paar gab sich fälschlich als Ebeleute aus und meldete sich auch entsprechend bei der Polizei so an. Weder mit ihrem rechtmäßigen Ebemann noch mit ihren fünf Kindern aus ihrer Ehe nahm die Frau irgendwelche Verbindungen auf. Die Aufklärung der ganzen Angelegenheit gestaltete sich infolge des wohlüberlegten Vorgebens der gefübllosen Mutter langwierig und schwierig. Trotz sorgfältiger Vernichtung aller Spuren, die in die Verhältnisse hätten Licht bringen können, war es der Mutter nicht gelungen, sich dauernd vor der Polizei zu verbergen und ihrer Familie gegenüber verschollen zu bleiben. gasmaske gelang, in den Qualm einzudringen und den Herd des Feuers zu bekämpfen. In diesem Falle bewährte sich unsere Volksgasmaske als Retter in der Not. Kind im Graben ertrunken. Von einem bedauerlichen Unglücksfall wurde die Familie eines Heuermannes in der Bauernschaft Tim merlage bei Lastrup i. O. betroffen. Die Frau des Heuermannes, die mit großer Wäsche beschäftigt war, hatte ihr zwei Jahre altes Kind in die Obhut einiger älterer Kinder gegeben, die aber ihre Aufsichtspflicht vernachlässigten. Das Kind lief in einen Graben und ertrank. Unglaubliche Roheit. Zwischen den Gleisen der Reichsbahn sand man morgens bei Münster (Lager) den Viehhändler Naß aus Brockhöse mit Kovfwunden schwerster Art und erfrorenen Gliedern bewußtlos auf. Sein Gesundheitszustand gibt zu ernsten Bedenken Anlaß, wahrscheinlich müssen Hände und Füße amputiert werden. Die Polizei stellte fest, daß N. in einer benachbarten Wirtschaft am Abend vorher mit einigen Gästen eine Auseinandersetzung gebabt hatte. Als er die Wirtschaft verließ, um mit dem letzten Zug nach Brockböse zu fahren, sind ihm offenbar mehrere Personen nachgegangen. Ob sie ihn auf der Rampe nur niedergeschlagen oder noch hinabgeworfen haben, steht noch nicht fest. Verschiedene Verhaftungen sind vorgenommen worden. Straßenwetterdienst Reichsautobahn Berlin—Hannover—Bad Nenndorf: leichte Schneedecke, bis Helmstedt auf Eishaut vom Vortag. Bahn ist gestreut. Reichsstraßennetz: Zwischen Teutoburger Wald und Elbe: leichte Schneedecke zum Teil auf Glatteis. Es ist und wird gestreut. Verkehr stellenweise leicht behindert. Auf der Reichsstraße 1 westlich von Magdeburg und auf der Reichsstraße 189 zwischen Dolle und Perleburg ist der Verkehr stellenweise behindert. Noch„weiße" Aussichten Ein flaches Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa trägt von Süden her Warmluft über die Alpen, so daß es in ganz Deutschland noch weiterhin zu Schneefällen kommt. Die Temperitur betrug in Essen um 14 Uhr— 8 Grad. Die Temperaturen werden in den kommenden Tagen leicht ansteigen, aber immer noch unter 0 Grad bleiben. Aussichten für Ostwestfalen Freitag und Sonnabend: Schwache östliche Winde, bedeckt, Schneefälle. Temperaturen um—5 bis— 7 Grad. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Unverändert winterlich. „TRAGFEST“-Innenverarbeitung besonders für BRPNGÄSERTLAINAU schnhof Fcke 3S. 78156:65- Tbr 8SE RILLENROTTERTWIIRUN Bahnhof Ecke Arndtstrasse Aotzer Verstangsreeicht anseres Badermams Die Lage der Landwirtschaft in Westfalen-Lippe 7 Eine Unterredung mit dem Landesbauernführer Unser Vertreter hatte eine Unterredung mit dem Landeobauernführer von Westfalen, Matthießen, in der dieser eine Reihe von Fragen beantwortete, die im Zusammenhang mit der Erzeugungsschlacht wichtige Probleme des westsälischen Landvolkes berühren. Auf die Frage, wie die anteilsmäßige Gesamtleistung der westfältsch=livvischen Bauernschaft an der Erzeugungsschlacht des zu Ende gehenden Jahres anzusetzen ist, stellte der Landesbauernführer fest, daß Westfalen durch seine mittelbäuerlichen Betriebsverhältnisse und durch die Nähe der Industriegebiete von jeber eine sehr intensive Landwirtschaft betrieben hat. Wenn trotzdem die Erzeugung auch in Westfalen noch in Prozentsätzen gestiegen ist, so ist diese Leistung besonders hoch anzuerkennen. Das erkennt man aus einigen Vergleichszahlen. So ist die Anbaufläche in Westfalen und Livve für Runkelrüben von 47 405 Hektar im Jahre 1933 auf 57571 Hektar 1987, für Gerste von 37972 Hektar auf 53 880 Hektar, für Luzerne von 3337 Hektar auf 4719 Hektar. die Rindviebzucht von 911 868 Stück auf 984 874 Stück. von Pferden ohne die der Wehrmacht von 180 514 auf 192694 im Jahre 1938 und die Schafzucht von 81 770 Tieren auf 126 577 Stück gestiegen. „Welche Erfahrungen, so lautete die nächste Frage, hat man für das kommende Jahr gezogen und auf welchem Gebiete könnte die Erzeugung noch durch Verlagerung des Anbaues verstärkt werden zugunsten der Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Rohsofsen?“ Landesbauernführer: Durch eine starke Bezuschussung des Strobflachses ist nunmehr der Zustand erreicht worden, daß der Flachs kein Zuschußprodukt des Bauern mehr ist, sondern der Anbau sich auf rentadler Grundlage bewegen kann. Wir hoffen, daß dadurch eine stärkere Verlagerung des Flachsanbaues in die Gebiete eintritt, die in bezug auf Boden und Klima besonders gute Voraussetzungen für diese Kultur aufweisen. Dadurch wird den Bauern dieser Gebiete ein lohnender Betriebszweig zusätzlich eröffnet. „Auf welchen sonstigen Gebieten könnte noch eine Mehrproduktion erfolgen?“ Durch Grünlandverbesserung und verstärkte Melioration können Weideflächen verbessert und neugewonnen werden. Der Hackfruchtbau, der bekanntlich bedeutend mehr Kalorien je Flächeneinheit bringt, kann in vielen Gebieten noch erweitert werden. organisiert werden, um ihn zu noch höheren Leistungen zu befähigen?“ Im großen und ganzen bin ich der Ueberzeugung, daß die Leistungsmöglichkeit unserer Betriebe auf dem Gebiete der Erzeugung bald erreicht ist. Eine höbere Leistung könnte hier und da noch durch eine bessere betriebswirtschaftliche Organisation erreicht werden. „Ist durch eine Intensivierung die Rentabilität der Oöse in Westsalen und Lippe noch zu heben und auf welchem Wege ist dies möglich?“ Die Rentabilität der Betriebe ist im allgemeinen durch die Intensivierung der LandAusweitungdrlandwirtschaft sischen Autzhäsche wirtschaft nicht geringer geworden. Es hat sich lediglich ein Mißverhältnis herausgestellt, das durch die erhöhten Löhne und die teilweise gestiegenen allgemeinen Unkosten, wie Handwerkerpreise. Maschinenpreise usw. sich besonders im Laufe der letzten drei Jahre herausgebildet hat. Die Produktion ist in Westfalen in den letzten Jahren lausend gestiegen. Auf dem Gebiete der Milchproduktion, die von 566 Millionen Liter 1933 auf 1025.7 Millionen Liter 1936 gestlegen ist, ist dieses Mißverhältnis durch die Milchvreiserhöbung für den Bauern beseitigt worden. Ob das allein genügen wird, um die Produktion weiter zu steigern, dürfte sich in den nächsten Jahren herausstellen. „Kann durch Einsatz von Maschinen die Leistung des Hofes noch gehoben werden und ist das vor allem bei der in Westfalen üblichen Beredelungswirtschaft möglich?“ Durch den Einsatz von Maschinen kann sich die Intensität eines Betriebes gewaltig heben. da durch schnellen Einsatz das günstige Wetter besser ausgenutzt wird. Das gilt vor allen Dingen für die schnelle Folge im Zwischenfruchtbau. „Ist das Heuerlingswesen in Westsalen noch ausbaufühig und Ist dadurch eine wesentliche Erleichterung in der Landarbeiterfrage zu erwarten?“ Das Heuerlingswesen ist eine Einrichtung. um die die Landesbauernschaft Westfalen von anderen Gebieten unseres Reiches beneidet wird. Aber trotzdem muß die Frage einheitlicher gehandhabt werden. Zweifellos ist der Heuerling der beste Landarbeiter und der erste Anwärter für eine Neubauernstelle. Wenn erst einmal Neusiedlungen in genügender Zahl zur Verfügung stehen, dürfte die Nachfrage nach Heuerlingsstellen sehr schnell wachsen. Das Festhalten der übrigen Landarbeiter ist ebenfalls mehr eine Frage, welche Aufstiegsmöglichkeiten sich ihm und seinen Kindern bieten. Bisher sind 600 Söhne Westfalens. von Anfang 1933 an gerechnet, als Neubauern auf einem Erbhof angesetzt worden, davon 453 im Osten des Reiches während in der gleichen Zeit 728 Landarbeiterwohnungen in Westfalen neu erbaut wurden. Sicher ist, daß die Einführung und Verbreitung des Heuerlingswesens zum großen Teil mit die Landarbeiterfrage lösen hilft. „Auf welche Weise können die allgemeinen Lebensbedingungen der Landbewohner gehoben werden, um sie ans Land zu fesseln und die Sehnsucht nach der eigenen Scholle wachzurufen?“ Der Reichsbauernführer hat in Goslar bereits das Problem der Siedlung und vor allen Dingen dessen Finanzierung ausführlich angeschnitten, und wenn einmal nach den Voraussetzungen der bäuerlichen Eignung Neubauern angesetzt werden und der Landarbeiter als einer der ersten Anwärter gelten kann, das Geld aber nicht mehr die Rolle spielt wie heute, dann wird die im Menschen vorhandene Sehnsucht nach einer eigenen Scholle schon das Nötige tun. Auch die Jugend. soweit sie völkisch wertvoll ist, kann man durch dasselbe Ideal, die Aufstiegsmöglichkeit, für das Land gewinnen und an den Boden fesseln. Kolonialpolitischer Gaulehrgang Vom 28. bis 31. Dezember in Lübbecke Unter der Leitung von Gauverbandsschulungsleiter Pg. Pöbert führt der Gauverband Westfalen=Nord vom 28. bis 31. Dezember 1938 in der Kreisschule„Fritz Homann“ in Lübbecke seinen dritten kolonialvolitischen Gaulehrgang durch. An der Arbeits= und Schulungstagung, die durch die Anwesenheit des Leiters des Kolonialvolitischen Schulungshauses Ladeburg=Bernau. Pa. Keosers. ihre besondere Note erhält, nehmen alle Kreisverhandsschulungsleiter des RKB. im Gau Westsalen=Nord und eine Reihe anderer Mitarbeiter des Reichskolonialbundes teil. Sparsame Westfalen Ueber ½ Mill. RM. durch Sparklubs Vor einigen Jahren machte von Bremen aus der Sparklubgedanke seine Runde durch die deutschen Lande und fand überall Anklang. Auch in ganz Westfalen fiel dieser Gedanke auf fruchtbaren Boden und seit 1936 weisen die Ersparnisse eine immer höhere Ziffer auf. Wenn auch die einlagen der bremtschen Sparklubs— 1937 waren es fast vier Millionen und 1938 werden über fünf Millionen gemeldet— in dieser Höhe vorerst nicht erreicht werden konnten, so steht doch fest, daß sich immer mehr Betriebe und andere Zusammenschlüsse fin. den, die den Gedanken des Pfennig=, Groschenund Marksparens ausgretfen und so immer weitere Volksschichten damit erfassen. In diesen Tagen vor dem Feste werden die ersparten Beträge zur Auszahlung bracht und manchem kleinen Sparer ist dadurch möglich eine Freude zum Weihnachtsfeste zu bereiten. Diese Beträge kommen natürlich zum allergrößten Teil der heimischen Wirtschaft wieder zugute, was immerhin von nicht geringer Bedeutung ist. Nach den jetzt zum Abschluß gekommenen Arbeiten ist zu ersehen, daß allein in der Landeshauptstadt von etwa 50 Sparklubs oder Spargemeinschaften in Betrieben rund 50000 RM. während des Jahres 1938 zusammengespart wurden. Rechnet man nun die in den gesamten westsälischen Sparklubs und egemeinschaften — es sind ungefähr 900— in diesem ersparten Beträge zusammen, so ergibt sich hier eine Gumme von über einer halben Million Reichsmark. deübte WaherVmien und solche zum Umlernen für Betrieb sofort gesucht. Karl Wörmann.-G. Belefeld, Bahnhotstraße 48(bisher H. Ruben). Net dr Uienr unt derel industrie sucht für möglichst bald perfekte nach Minden in Westtalen. Angeb. mit Zeugnisabschriften und frühesten Antritt unter V 71s5 an Anzelgen-Vermittlung MarowakyBree. Minden 1. Westf. M Für Stellungsuchende Es ist zweckmäßlig, den Bewerbangen aul Chiffre-Anzeigen keine Originalseugnisse beizulügen Zeugnisabschritten. Lichtbild usw haben auf der Rückseite Namen u Anschnift des Bewerbers zu tragen. Verlag Westf. Neuest. Nachricht. — In diener Hubrih kosant jeder Wert.0e Mk. in der letten Ueberschrift.20 Mik. 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Westfalen k. durch Sparklubs en machte von Brebgedanke seine Runde nde und sand überall Westfalen fiel diebaren Boden und seit parnisse eine immer enn auch die Sparm Sparklubs— 1937 lionen und 1938 weren gemeldet— in dieerreicht werden konndaß sich immer mehr Zusammenschlüsse in des Pfennig=, Groschengretfen und so immer damit erfassen. vor dem Feste werden zur Auszahlung gekleinen Sparer ist es Freude zum WeihDiese Beträge komergrößten Teil der heiwieder zugute, was eringer Bedeutung ist. Abschluß gekommenen en, daß allein in der etwa 50 Sparklubs en in Betrieben rund es Jahres 1938 zusamdie in den gesamten 3 und egemeinschaften 90— in diesem Jahre sammen, so ergibt sich u über einer halben Inen strieb sofort gesucht. in.-G. bisher H. Ruben). Mnuminam Hellungsuchende zweckmäßlig, den Bewerau! Chiffre-Anzeigen keine nalzeugnisse beizulügen abschritten. Lichtbild usw auf der Rückseite Namen u. It des Bewerbers zu tragen. Westf. Neuest. Nachricht. 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Mit wiederum mit der größten Ueberlegenheit Endkampf mit dem Vorjahrsmeister Hoche Siegen stcht er weit in Front(Schirner) das Championat der Trabrennfahrer holte, stein die Spitze der Hindernisreiter sichern. (Schirner)(Schirner) „„ Meckker Max Schmidt holte sich das Championat der Flachrennreiter Unterholzner entschied den Sieg erst zwischen den Flaggen Das Rennjahr 1938 ist beendet, da der „allerletzte“. Renntag in Mülheim=Rafselberg am zweiten Weihnachtstage voraussichtlich dem Wetter zum Opfer fallen dürfte. Durch den Anschluß der Ostmark konnte der deutsche Rennsport 1938 auf eine breitere Basis gestellt werden. Wenn dies auch im Augenblick noch nicht so stark in Erscheinung trat, so wird doch in der nächsten Rennzeit Wien, wo man sich mit einer Ausschreibung eines„Großen Preises" trägt, in rennsportlicher Hinsicht wieder im alten Glanze erstrahlen. Die überragenden Ereignisse des abgelaufenen Rennjahres waren neben dem deutschen Derby die internationalen Veranstaltungen in München, Baden und Berlin. Erstklassige Ausländer kamen zu uns herüber— und gewannen. unsere Spitzenpferde unterlagen in Ehren. So trat diesmal der seltene Fall ein, daß unter den erfolgreichen Pferden zwei Ausländer die Listen anführen. Auf der Flachen ist es Antonym vor dem Derbysieger Orgelton. Der französische Dreijährige erschien zweimal in Deutschland am Start, gewann das Braune Band und den Preis der Reichshauptstadt und galoppierte in Deutschland insgesamt 140 000 Mark zusammen. Orgelton kam auf nicht ganz 100000 Mark. während Trollius mit rund 58000 Mark den dritten Platz einnimmt. Unter den Ställen schoß das Gestüt Schlenderhan mit einer Gewinnsumme von über einer Viertelmillion den Vogel ab, während der Stall Rösler mit einer Gewinnsumme von 160 000 Mark das Gestüt Waldfried zum Schluß noch vom zweiten Platz verdrängen konnte. Unter den erfolgreichen Vaterpferden hat sich auf der Flachen wieder Oelander das Chamvionat gesichert, dessen beste Nachkommen bis jetzt Trollius. Wunderhorn und Ebro waren. In 45 gewonnenen Rennen galoppierten die Oleandersprößlinge 330000 Mark zusammen. während Prunus. Wallenstein und Herold mit rund doppelt soviel Siegern klar zurückblieben. Auf der Hindernisbahn hat es eine Ueberraschung gegeben, da Abschluß seinen großen Rivalen Abenteurer knapp überflügeln konnte. Unter den Ställen auf der Hindernisbahn ist wie stets der des Heinz Junk mit im Vordertreffen zu finden, mußte aber diesmal die Spitze an den Stall der Kavallerieschule Hannover abgeben, die mit fast 50000 Mark die höchste(ewinnsumme zu verzeichnen hat. Im Kampf um die Championate ist die Entscheidung teilweise schon früh gefallen. Der in Westdeutschland reitende Mar Schmidt holte sich das Championat der Flachrennreiter mit 65 Siegen vor dem Graditzer Stalljockey Zehmisch. der zwanzig Punkte zurückblieb. Zwischen den Flaggen entschied Unterholzner den scharfen Endkampf gegen den Vorjahrsmeister Hochstein mit einem Punkt zu seinen Gunsten und ebenso knapp war das Ende bei den Reiterinnen, da sich Frl. v. Glinski nur um einen„Kopf" vor Frau Blume ins Ziel retten konnte.— Unverändert ist es bei den Amateuren geblieben, wo sich Oblt. Sven v. Mitzlaff erneut vor Rittmeister W. Hasse behauptete. Den erfolgreichsten Trainer stellt in diesem Jahr Westdeutschland in A. Morawez vor R. Linke und O. v. Mitzlaff, der vor einigen Wochen einem schweren Leiden erlag. Flachrennen: M. Schmödt 64.; H. Zehmisch 44.; W. Held 38.; J. Starosta 36.; L. Haut 34.; Helm. Schmidt 34.: G. Streit 33.; O. Schmidt 33.; K. Narr 31.; B. Radach 30. S. Hindernisrennen: J. Unterholzner 33.; J. stein 32.; W. Wolff 22.; R. Flieth 22.: B. Uhr 19.; A. Ostermann 14.; E. Biessey 11.; R. Prigge 10.; H. Glitsch 10.; L. Sauer 10 S. Amateurreiter: Oblt. S. v. Mitzlaff Kl. A 28; Rittm. W. Hasse Kl. A 21, Kl. B 1; Oblt. Frhr. v. Wangenheim Kl. A 9. Kl. B 2; A. Schlaefte Kl. A 8, Kl. B 1: W. H. Schmidt Kl. A 8, Kl. B 2: W. Maffey Kl. A 8. Kl. B 3: Lt. Schwerdtseger Kl. A S: G. Oehme Kl. 4 7. Kl. B 2. Beutscher Nandbal-steht 1938 zwei Weltmeisterschaften und zwölf Länderkampfsiege K Eingebildete Vankees Wieder eine Boxrangliste Die neueste Boxrangliste der amerikanischen National Boxing Association zeigt wieder einmal deutlich, daß der Durchschnitts. amerikaner alles Europäische unterschätzt und sich in jeder Beziehung überlegen glaubt. In dieser„Rangliste“ sind ganze vier Europäer— die Engländer Len Harvey und McAvoy im Halbschwergewicht, der Rumäne Aurel Toma im Bantamgewicht und der Franzose Pierre Louis im Fliegengewicht — jeweils auf hinteren Plätzen zu finden. Ein Lazek, ein Heuser— von Max ling nicht zu reden— werden mit überheblicher Gleichgültigkeit übergangen. Wenn wir uns daran erinnern, daß es gerade die RBA. war, die in Rom für eine enge Zusammenarbeit mit den europäischen Boxsportverbänden eintrat, so kann man solche Einseitigkeiten nur bedauern. * Einen in Belgien stark verurteilten schenfall hat der ehemalige Europameister im Schwergewicht Perre Charles heraufgegangg; ren. Bei Amateurboxkämpfen nicht mit dem Urteil über seinen Schützling einverstanden und versuchte nationalen Boxsport als ten Generalsekretär des bandes, Marcel Falony, mit Handgreiflichkeiten zu überzeugen. Man erwartet in sämtlichen belgischen Sportkreisen, daß Charles exemplarisch bestraft wird. Bevor Tommy Farr gegen Lou New York in den Ring kletterte, erklärte der schwatzhafte Waliser, daß er nicht mehr boxen wolle, wenn ihn der Amerikaner besiegen würde Zwei Tag= vögeänhert. Verettg am schon seine Meinung geäntert.#retts am 13. Januar will er einen neuen Kampf bestreiten. Geschäft. Reklame und etwas Sport mischen sich hier in einem Topt. Gewaltige Anforderungen stellte das vergangene Jahr organisatorisch und spielerisch an das Fachamt für Handball und Basketball. Im Handball bereitete die Ausrichtung der Weltmeisterschafts=Turniere im Feld= und Hallenhandball eine gewaltige Belastungsprobe. Es standen dafür in der Deutschlandhalle und im Olympia=Stadion zwar erstklassige Kampfstätten zur Verfügung, die aber in ihrem Ausmaß schwer zu füllen waren. Die zahlreiche Beteiligung aller maßgebenden Länder ließ aber diese Schwierigkeit erfolgreich überbrücken, so daß zu dem spielerischen Erfolg auch eine starke werbende Auswirkung kam. Die Hallenhandball=Weltmeisterschaft mit den vorzüglichen Mannschaften aus Dänemark. Oesterreich und Schweden zeigte das bekannte Leistungsbild: Die starken nordischen Staaten stehen an Spielkraft kaum hinter Deutschland. So wog die Erringung des Titels besonders schwer. Diese Tatsache unterstrich auch ein weiterer Länderkampf in Göteborg zwischen Deutschland und Schweden, den die deutsche Mannschaft nur knapp mit 16:15 Toren gewinnen konnte. Ueber alle Erwartungen stellte sich die Beteiligungsziffer an der Weltmeisterschaft im Feldhandball. Zehn Nationen traten an und legten damit ein eindeutiges Zeugnis für den Vormarsch des Handballspiels in Eurova ab. Trotz guter Entwicklung. ausgiebiger Vorbereitung und wesentlicher Leistungssteigerung konnte Deutschland seine überragende Stellung leistungsund zahlenmäßig erhärten. Das Endspiel im Olympia=Stadion lebt nachhaltig in der Erinnerung aller Handballfreunde als das beste Spiel. das je eine Mannschaft zeigen konnte. Der mit der Weltmeisterschaft verbundene Kongreß der Internationalen Amateur=Handball=Féderation bezeugte den Dank für die Unterstützung. die Deutschland dem Welthandball gegeben hat. indem er vertrauensvoll dem Führer des Deutschen Handballverbandes.-Brigadeführer Herrmann. die Präsidentschaft der JAHF. übertrug. Neben den Spielen der Weltmeisterschaft fanden drei Länderkämpfe gegen Luxemburg. Holland und Ungarn statt. Auch auf fremdem Boden spielte die deutsche Nationalmannschaft werbend und überzeugend. Und es ist zu erwarten, daß sie auch im nächsten Jahre noch keinen Gegner zu befürchten hat. Nach einer jahrelangen Pause trat eine deutsche Frauen=National= mannschaft in zwei Länderkämpfen gegen Holland in Erscheinung. Die Frauen taten es den Männern gleich und überwanden in wunderschönen Svielen ihre holländischen Kameradinnen. Auch der nationale Spielbetrieb gewann durch die überragenden internationalen Ereignisse. Die Spiele um die Deutsche Meisterschaft und die Spiele um den Adlerpreis des Reichssportführers wurden mit höchstem Einsatz und zum ersten Male vor ganz großen Zuschauermassen ausgespielt. Bei den Männern errang zum zweiten Male MTSA. Leipzig mit einer überzeugenden Leistung die Meisterwürde und bei den Gau=Auswahlmannschaften ebenso ehrlich verdient der Gau Mitte. Bei den Frauen setzte sich ebenfalls eine viel erprobte Kameradschaft durch, die Turngemeinde in Berlin. Auch diese Spiele gaben die Gewißheit, daß auf einer breiten, gesunden Grundlage hohe Leistungen gesichert sind. Ein ebenso überragendes Ereignis wie die internationalen und nationalen Begegnungen stellte das Städteturnier anläßlich des Deutschen Turn= und Sportfestes in Breslau dar. Von 40 gemeldeten Mannschaften erfüllten 39 ihre Meldungen. Alles. was Rang und Name im deutschen Handball besitzt, vereinigte die Feststadt. In drei Tagen folgten schlagartig fesselnde Kämpfe, die die Stadtmannschaft von Weißenfels als Turniersieger beendete. Amerika merkt etwas Amerikas Augebot an Al Delauen Der kanadische Schwergewichtler Al Delaney. der in London jetzt gegen den Spanier Pancho Villar siegreich blieb, hat ein Angebot erhalten. in New Vork zu kämpfen. Al Delaney soll bei einem erfolgreichen Abschneiden in die Weltmeisterschaftsausscheidungen eingeschaltet werden. Der Kanadier, der bekanntlich auch in Deutschland gekämpft hat und in Düsseldorf gegen Arno Kölblin überlegen gewann, kann aber auch in England mit einer Anwartschaft auf einen Titelkampf um die britische Meisterschaft rechnen. Ipebebrerhe 108940. Es ist nicht üblich, daß die Zuschauer bei Leichtathletikveranstaltungen nur durch Stricke mühsam vom Eindringen in die Aschenbahn abgehalten werden. Auch Fußballspielern steht im Idealfall rechts, links und hinter den Toren ein Auslauf zur Verfügung, so daß sie bei schwungvollen Läufen und Stürzen ruhig einmal über die Abgrenzungslinien des Spielfeldes hinaus können, ohne den vordersten Zuschauern die Schienenbeine zu rammen. Anders ist das bei skisportlichen Wettbewerben. Längs jeder Abfahrtsstrecke stehen die Menschen wie Mauern. Ihre Skispitzen spießen in die Abfahrtsstrecke. Und die Beine stecken bis an die Knie im tiefen Schnee, so daß die Zuschauer den aus der Bahn sausenden Abfahrtsrasern nicht schnell genug ausweichen können. Besonders um das Ziel oder den Staffelwechsel herum drängt sich die zuschauende, begeisterte Schar oft so dicht, daß der ermüdete Lang= oder Abfahrtsläufer sich nur mit Mühe seinen Weg bahnen kann. Kaum daß ihm das Einsetzen der Stöcke zur Rechten und Linken gestattet ist: so stolvert er ins Ziel. Und neben den Teilnehmern am Wettbewerb werden auch die Mitglieder des Zielgerichts schwer in ihrer schon durch Kälte, Wind und oft auch Schneefall beeinträchtigten Arbeit behindert! Um all dem abzuhelfen, tritt nun unser deutscher Schanzenfachmann S. J. Luther mit einem bemerkenswerten Vorschlag auf den Plan. Er will das Ziel nicht mehr zu„ebner Erde“ wissen, sondern auf einer um vielleicht einen Meter erhöhten Bühne. So kann sich der eintreffende Läufer ungehemmt bis ins Ziel arbeiten. Und rings umher kann ihn neben den Zielrichtern und Zeitnehmern jedermann— auch die Fotografen—, die ja daran ein besonderes Interesse haben— durch das Ziel gleiten sehen. Der Einfall ist nicht schlecht. Und da er mit Hilfe einer im Herbst vorbereiteten Erd= oder Holzbühne oder auch durch einen Schneewall leicht in die Tat umzusetzen ist. dürfte er auch Zukunft besitzen. Volksmotorrad in Italien Italieus Olymviakomitee tagte Der Präsident des Internationalen Olymvischen Komitees, General Vaccaro. beschäftigte sich anläßlich einer Sitzung im Haus des Italienischen Komitees zu Rom mit den Problemen und dem Programm des italienischen Sports. wobei er besonders auf die Verhältnisse im Radsport, Fußballsport und Motorsport zu sorechen kam. General Vaccaro sprach von dem Projekt einer gemeinsamen italienisch=deutschen Radrundfahrt und erklärte, daß diese Veranstaltung sich in den kommenden Jahren nach gründlicher Vorbereitung sicherlich verwirklichen lasse. Für das kommende Jahr haben sowohl Italien als auch Deutschland ihre Rundfahrten bereits ausgeschrieben und Italien sei weiter der Veranstalter der Weltmeisterschaften. In der Entwicklung des italienischen Fußballsports ist nach Ansicht Vaccaros die Verbesserung des Schiedsrichterwesens besonders bemerkenswert. Der italienische Fußballsport habe seine Höhe auch weiterhin behalten, und Vaccaro pflichtete durchaus der Ansicht Pozzos bei, den Stamm der Nationalelf so lange als möglich beizubehalten und Auswechslungen nur stufenweise und langsam vorzunehmen. Das größte Interesse gelte zur Zeit den Länderspielen gegen Deutschland und England. Das Sviel gegen Deutschland findet am 26. März statt, mit England laufen wegen des Termins noch Verhandluügen. Italiens Nationalelf trägt im nächsten Spieljahr auswärts nur drei Länderkämpfe aus. und zwar gegen Jugoslawien. gegen Rumänien und gegen Finnland. Der Kampf in Helsinki soll die Azzuri im Hinblick auf 1940 mit den dortigen Verhältnissen vertraut machen. Bei seinen Ausführungen über den italienischen Motorsport kündigte General Vaccaro das italienische Volksmotorrad an, das durch tatkräftige Unterstützung der industriellen Erzeugung nicht mehr als 2000 bis 2500 Lire(etwa 260 bis 330 Mark) kosten wird. Die Zahlungsbedingungen werden so günstig gestellt, daß jeder italienische Arbeiter und Angestellte das Volksmotorrad, das eine Geschwindigkeit von 70 bis 75 Kilometer in der Stunde entwickeln soll. erwerben kann. Neue Termine für die 2. Kreisklasse(Ravensberg) 15. Jan. Werther— Heepen(1. Serie) Ubbedissen— Harsewinkel(1. Serie) Avenwedde— Reichsbahn(1. Serie) Halle— Jöllenbeck Berl— Ummeln Oldentrup— Dürkopp 29. Jan. Ubbedissen— Berl(1. Serie) Oldentrup— Reichsbahn Schloß Holte— Werther Avenwedde— Heepen Dürkopp— Halle Iöllenbeck— Ummeln Mesttällsche Neueste Nachrichten Wesliahisches Wirischafesich Nummer 300 Freitag. 23. Des. Rotiastoch 23. Dezember 1935 Im Oktober gingen sowohl die Produktion als auch der Abeats von Kraftfahrzeugen gegenüber September leicht surück. Insgesamt wurden laut „Wirtschaft und Statistik“, 48 186 Fahrzeuge hergestellt, 2,0 Prosent weniger als im Vormonat. Der Gesamtabsatz verminderte sich um 4,5 Prozent auf 46 533 Fahrzeuge, wertmäßig nur um 2,1 Prosent auf 106,6 Mill. RM. * In einem Leistungsbericht für das Jahr 1938 stellt das Fachamt„Textil“, der Deutschen Arbeitsfront fest, daß die deutsche Textilindustrie den hohen Leistungsanforderungen, die in der letsten Zeit an sie gestellt wurden, in vollem Umfange gerecht geworden ist. Am 15. Dezember garen im Reichsgebiet(ohne Oesterreich) von der Maul- und Klauenseuche befallen: 699(am 1. Dezember 720) Kreise mit 7 759 (8 108) Gemeinden und 22 582(27.004) Gehöften. * Die Firma F. Schichau konnte einen neuen Auftrag der Oaloer Reederei Wühelm Wilbelmsen auf den Bau von zwei Motorfrachtschiffen von je 10 400 t übernehmen, nachdem für diese Reederei bereits vier Schiffe gebaut wurden. * Die deutsch- finnischen Wirtschaftsvereinbarungen sind in Berlin im wesentlichen unverändert für das Jahr 1939 verlängert worden. ** Am 19. Dezember ist in Berlin mit der Handeisvertretung der UdSSR, vereinbart worden, daß die für das Jahr 1938 geltenden deutsch-sowjetischen Wirtschaftsvereinbarungen auch für das Jahr 1939 in Kraft bleiben. Wie verlautet, rechnet man in Frankreich mit einer Aufbesserung der Stahlpreise um 10 Fr. je 100 kg. Die Preise sind bekanntlich seit November 1937 unverändert geblieben. * Nach einer Meldung der großen jspanischen Zeitung„Nichi-Nichi“ greift in den einflußreichen Bank- und Wirtschaftskreisen Japans immer mehr die Ueberzeugung Plats, daß die Schaffung einer sentralen Bank für die Länder des Ven-Blocks — Japan, Mandschukuo und besetzten China— dringend notwendig ist. Der Londoner Goldpreis betrug am 22. Dezemder für eine Unze Feingold 149 Schilling 0 Pence 86.6808 RM., für ein Gramm Feingold demnech 57,4855 Pence= 2,78 685 RM. d. Sudetendeutsche im Volkswagenwerk. In der Stadt des KdF.-Wagens bei Fallersleben traf ein Sonderzug mit 450 Sudetendeutschen zur Verstärkung der Gefolgschaft der bei den Bauarbeiten beschäftigten Firmen ein. Die sudetendeutschen Arbeiter wurden in dem Gemeinschaftslager untergebracht, in dem auch die Italienischen Bauarbeiter wohnen. Das Gemeinechaftalager muß im übrigen vergrößert werden. Während es bisher 5000 Arbeiter aufnehmen konnte, soll es bis sum Frübjahr so ausgebaut werden, daß es für 10 000 Arbeiter Unterkunft bietet. d. Ilseder Hütte A0., Peine. Die Ilseder Hütte in Peine bringt in diesem Jahre 450000 RM. an die Gefolgschaftsmitglieder der Hütte und ihrer Tochtergesellschaften, zu denen auch das Kohlenbergwerk Minden gehört, als Weihnachtsgelder zur Ausschüttung. Devisenkurse Berlin, 22. Dez. Pelas-#sehlun, Heute Vor. Notierung Telegr. Auszanlung Geld Brie. Geld Brief Amsterdam-Rotterdam 135,40 135.68 135.40 135.40 Brüssel-Antwerpen 42.02 42.10 42·00 42.08 Helsingtors.... 5,125.135.115.125 Kopenhagen..... 51.89 51.99 51.83 61,83 Kowno... 41.94 42.02 41.94 42.02 London....... 11.02 11.65 11.605 11.635 Madrid* New Vork....492.496.492.496 Oslo 56.40 58.52 56.32 58.44 Paris....563.577.353.567 Prag.501.609.501.600 Reval 68.13 68.27 68,13 68.27 Riga 48.75 49.85 46.75 48.85 Rom 12.00 12.11 13.00 13.11 Stockholm... 59.84 59.96 59.75 59.87 Warschau...... 47.00 47.10 47.00 47.10 Zürich-Basel..... 56.44 86.56 56.44 56.56 Tendenz: wenig verändert Berliner Metallmarkt 22. Der Elektrolytkupter wirebars Originalhüttenaluminium Desgl. in Welz- oder Drahtbarren Reinnickel Antimon Regulus Peinsilber 59.75 133.00 137.00 Bremer Baumwollmarkt.Der Mona: Brie: Lield Abrechn .02.20.91 # .16 .98 .23 .20 Magerviehhof Oenabrück. Auftrieb: 79 Rinder, 240 Schweine. Verlauf: Rinder langsam, Schweine mittel Preise: Kühe in Milch und tragende Kühe 1. Sorte 460—600 RM., 2. Sorte 390—460 RM., 3, Sorte 290—390 RM., 4. Sorte 250—290 RM.; tragende Rinder 1. Sorte 380—510 RM., 2. Sorte 280—380 RM., 3. Sorte 230—280 RM., 4. Sorte 200—230 RM.: Schweine—8 Wochen 20 bis 23 RM.,—13 Wochen 23—28 RM., Läuferschweine 32—65 RM.— Nächster Markt am 28. 13. Leer(Ostfriesland), 21. 12. A. Großviehmarkt. Zucht- und Nutzvieh-Antrieb 55 Stück. Auswärtige Käufer waren ziemlich vertreten.— Tendenz und Preise: Hochtragende und frischmeike Kühe 1. Sorte(Tendenz gut) 525—625 RM., 2. Sorte (mittel) 425—525 RM., 3. Sorte(langsam) 350—425 RM.; hoch- und niedertragende Rinder 2. Sorte (mittel) 375—450 RM.;—6 jährige Bullen 2. Sorte (mittel) 500—600 RM.; Kälber bis zu zwei Wochen flau) 15—25 RM.; Gosamttendens mittel. Wegen schwieriger Verkehrsverhältnisse geringerer Auftrieb.— Nächster Groß- und Kleinviehmarkt am Mittwoch, 28. 12. Neue Wege im Großkander Auf der Luche nach besseren Arbeitskormen Die Aufgaben, die dem Großhandel beute gestellt sind, verlangen eine Steigerung seiner Leistungen. Wenn der Großhandel dem Einzelhändler die Arbeit erleichtern soll, dann muß der Großhandel neue Einrichtungen schaffen oder bessere Arbeitstormen finden. Es wird zugleich, da das Kostenproblem eino Existenzfrage des Großhandels ist, Wert darauf gelegt, die Kosten berabzumindern. Im Lebensmittelgroßhandel liegen praktische Vorschläge vor, die Beachtung in allen anderen Fachgruppen des Großhandels gekunden haben. Besonders wichtig dürfte das Projekt sein, das die Einführung von gewissen festen Verkaufsbedingungen für Einzelhändler vorsicht. Wenn sich ein Kreis von Einzelhändlern entschließen könnte, so rechnet man im Großhandel, seinen Bedart in bestimmten Artikeln eder doch einen bestimmten Mindestbedart, ständig und ausschließlich beim Großhändler zu kaufen und dadurch eine Verpflichtung festgelegt würde, müßten sich für den betreffenden Großhändler erhebliche Vergünstigungen im Einkauf ergeben. Die frühzeitige Bestellung großer Mengen einer Ware würde neben der rechtzeitigen Lieferung auch einen durch den Mengenbonus verbilligten Preis sichern, Vorteile, die sich wieder beim Verkauf an den Einzelhandel auswirken könnten. Der Einzelhändler würde also gleichsam eine„Treuprämie“ zu erwarten haben. Um solche Verbilligungen zu erreichen, denkt man im Lebensmittelgroßhandel daran, bestimmte Waren in großen Mengen gemeinsam einzukaufen, zumal viele Waren ohnehin stets in den gleichen Qualitäten geliefert werden. Auch bei der Zustellung der Waren an den Einzelhandel bieten sich Möglichkeiten zur Kostensenkung. Bisher haben die einzelnen Großhandelsürmen selbst kleinere Warenmengen durch Lieferautos zugestellt. Dabei stand der Wert der Ware oft in einem Mißverhältnis zu den Transportkosten. Es wird nun untersucht, ob es nicht möglich ist, die Zustellung bis zu einem gewissen Grade gemeinsam durchzuführen. In der Ostmark arbeitet der Großhandel vielfach ohne eigenen Zustelldienst und bedient sich seit jeher der sogenannten „Frächter“, die die Warenzustellung für die verschiedensten Lieferfirmen In Lohn ausführen. Diese Art der Lieferungen hat für den ostmärkischen Großbandel erhebliche Einsparungen mit sich gebracht, und es ist verständlich, wenn man sich im Altreich überlegt, ob ein gemeinsam benütstes und voll ausgenütstes Lieferauto nicht billiger arbeitet als vielleicht fünf von verschiedenen Firmen entsandte Wagen, deren Laderaum Jeweils bei weltem nicht ausgefüllt ist. Neben solchen Fragen beschäftigt sich der Fachgroßhandel auch im einzelnen mit besonderen Möglichkeiten zu neuen Leistungen. Im Lebenamittelgroßhandel ist zum Beispiel der„Flechtlsch“ geschaffen worden, durch den dem Einzelhandel mit Fischen auch gleich die Vorrichtung zur sachgemäßen Frischhaltung der Fische geliefert wird. Ist der Fischtisch ausverkauft, sd wird er einfach vom Großhändler gegen einen neuen vollen Tisch ausgetauscht. Weiterhin bemühen sich einzelne Firmen darum, auf dem Gebiet der Verpackung etwas besonderes zu leisten, und die Ware in neuartiger und gebrauchsfertiger Form abgepackt zu liefern. Andere stellen die Güteprüfung in den Vordergrund und übernehmen in stärkerem Maße die Gewähr für die Qualität der Waren. Der Großhandel ist so auf der Suche, um neue Wege zu finden, auch wenn mit ihnen eine weitgehende Umstellung seiner Arbeit verbunden ist. Diese Bemübungen versprechen uns umsomehr Erfolg, als sie den Dienst am Einzelhändler und damit am Verbraucher nicht aus dem Auge verlieren. Der Zug der Juden. Im Jahre 1987 betrug nach „Wirtschaft und Statistik“ der Antell der Juden an der Auswanderung gut die Hälfte, im ersten Halbjahr 1938 machte er bereits zwei Drittel aus und stieg im dritten Vierteljahr 1938 auf fast acht Zehntel. Insgesamt haben von Juli bie September 1938 5500 Reichedeutsche das Land verlassen, davon 4200 Juden. Besonders stark war der Zug der Juden aus Hessen-Nassau(Frankfurt a..) und Berlin nach Uebersee, er umfaßte 89 bzw. 84 v. H. aller Auswanderer. Da die Statistik nur die Glaubensjuden umfaßt, dürfte der tatsächliche Anteil der Juden noch größer sein. Die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten ging zurück, die nach Südamerika hat sich beträchtlich erhöht. Immerhin haben aber noch mehr als die Hälfte aller Auswanderer Nordameriks als Reiseziel gewählt. Der Anteil Südamerikas ist von einem Viertel auf ein Drittel gestiegen. 19 000 Schlepper in ell Monaten. Der Schlepper, das eiserne Pferd des Bauern, überrascht jetzt von Monat zu Monat mit höheren Zulassungszahlen. So sind in den ersten elf Monaten dieses Jahres über 19000 Zugmaschinen veu rugelassen worden. Im Jahre 1937 waren es erst 10 000 und 1985 sogar nur knapp 6000 Stück. In drei Jahren hat eich also die Zulassungszahl mehr als verdreifacht. Zwei Drittel der Zulassungen erfolgten zugunsten der Landwirtschaft. Dabei beginnt eigentlich erst letzt der Schlepper seinen Start zum wichtigsten Helfer der Landwirtschaft und des Verkehrs. Große Zukunft hat er in der Ostmark. Hier gab es am 1. Juli nicht mehr und nicht wenlger als 251 Zugmaschinen. In der Ostmark gibt es auf 1000 gkm erst drei Schlepper, Im Altreich entfällt schon auf 10 gkm ein Schlepper. USA, vergrößern Kunstseidenindustrie Obwohl die Vereinigten Staaten in der weißen Flut ihrer Baumwolle ersticken, die Reglerung den Baum wollfarmern bis zur Hälfte des Börsenpreises Zuschüsse gibt, wird die Kunstseidenindustrie weiter ausgebaut. Im laufenden Jahre wird die nordamerikanische Kunstseldenindustrie etwa 165 Mill. kg Kunstselde erzeugen. Bie Mitte 1929 coll die Leistungsfähigkeit durch Ausbau und Neubau auf 178 MIll. kg gesteigert werden. Bis zum Frühjahr 1940 ist ein weiterer Ausbau auf 180 Mill. kg vorgesehen. Dieser Ausbau war schon im Jahre 1937 geplant worden. Er mußte zurückgestellt werden. da der wirtschaftliche Niedergang in den Vereinig. ten Staaten zu einem Rückgang in der Erzeugung führte und ein Ausbau nicht zweckmäßig erschien. Jetzt kann die amerikanische Kunstseidenindustrie den Bedart nicht befriedigen. Die Käufer des Motorrades. Die Arbeiter eind die wichtigsten Kunden der Motorradhändler. Diese Feststellung ergibt sich aus der Aufteilung der zugelassenen Kraltfahrzeuge nach den Berufen ihrer Käufer. Die Hälfte der neu zugelassenen Motorräder, nämlich 71 000 Stück, wurde von Arbeitern gekauft. Sie bevorzugten dabei das leichte und das mittlere Motorrad. Damit haben sie ihren Anteil an den Motorradbesitzern weiter erhöht, denn im Vergleich zum ersten Halbjahr 1937 hat die Zahl der zugelassenen Motorräder um ein Achtel zugenommen, der Anteil der Arbeiter unter der Käuferschicht ist aber um bald ein Viertel gestiegen. Nächst der Arbeiterschaft sind die Angestellten, die Bauern und die Handwerker die wichtigsten Käufer des Motorrades. Sie alle zusammen kauften mit 55 000 Stück im ersten Halbjahr 1938 aber weniger Motorräder als die Arbeiterechaft. Aber auch die Angehörigen der Polizei und der Wehrmacht und die Beamten schätzen das Motorrad als Verkehrsmittel und als Sportgerät. Der jugoslawiech-tschecho-slowakische Handelsvertrag ist vorläufig kurzfristig verlängert worden. Helmut Berndt. Der Sonne entgegen. v. Hase & Köhler=Verlag, Leipzig. Mit 60 Fotografien. Leinen 2,85 RM. Wer von uns ist früher, wenn es in der Schule mal weniger interessant zuging— nach unserer Ansicht, wohlverstanden— nicht in Gedanken als„Globetrotter“,rund um den Erdball geklettert? Wer von uns hat nicht auch einmal, einmal wenigstens, den Indianern, leibhaftigen„Redskins“, einen Besuch abstatten, bei den Chinesen Reis essen oder im dichten Urwald Elesanten jagen wollen? Wer hat nicht, während an der Tafel irgendein mathematischer Lehrsatz demonstriert wurde, Luftschlösser gebaut, wie sie es schöner in Wirklichkeit niemals gegeben hat? Seien wir ehrlich: Wir alle haben in frühester Jugend, als wir in uns so etwas wie „Fernweh" verspürten, auf diese Weise mehr als einmal die Welt„erobert". Und sie hat dann uns gehört, ganz allein uns. Dabei allerdings ist es geblieben. Wenige nur haben dem Wunsch auch die Tat folgen lassen. Wenige sind in jungen Jahren hinausgezogen und haben all die Strapazen und Entbehrungen auf sich genommen, die mit einer solchen„Reise um die Welt“ verbunden sind, wobei zu bemerken bleibt, daß das Wort„Reise“ in diesem Zusammenhang eine Vergewaltigung bedeutet. Denn„reisen“ und„sich durchschlagen müssen“ gehen in theoretischer Begriffsbestimmung und mehr noch in nüchterner Wirklichkeit weit auseinander. Aber denen, die es gewagt haben, trotz der vielen Einwendungen vieler unmaßgeblicher „Anteilnehmer“ in früher Jugend ihr Heil in der weiten Welt zu suchen, ist ein Erlebnis zuteil geworden, von dem sie ihr ganzes Leden zehren. Von solchen Jungen, die die Schulbank verließen, die frisch=fröhlich in die Welt hineintrabten, die über den Balkau nach Aegypten, von Indten nach China und Japan, über den Stillen Ozean nach Amerika und von dort wieder nach Deutschland gelangten, die sich die finanziellen Voraussetzungen für die sichere Durchführung ihres Planes durch Vorträge und dergleichen in zähem Willen selbst schafften— erzählt dieses Buch. ist ein Jugendbuch. Es begeistert und führt selbst die, die ihre Luftschlösser vor vielen, vielen Jahrzehnten bauten, noch„der Sonne entgegen!" Otto Müller Unvergeßliche Schule. Ein Erinnerungsbuch deutscher Erzähler. Herausgegeben von Werner Wien im Carl=Schünemann= Verlag, Bremen. Mit„Hallo!— Mensch, Kerl!— sängt es meist an, wenn sich zwei alte Klassenkameraden treffen. Und wenn sie dann gemütlich zusammensitzen und über gemeinsame Erlebnisse nachdenken, dann beginnt das„Weißt Du noch damals, als....“ Komische Stunden wachsen aus der Erinnerung, Stunden der Angst, des innerlichen Triumphes und auch der Tragik. All die Schrecken der gehaßten, gefürchteten, aber dennoch geliebten Schule werden lebendig. Dem einen blieb eine ulkige Lehrertype in Erinnerung, dem anderen Tertianerstreiche, dem dritten eine frühe scheue Liebe, erste Begegnung mit der Kameradschaft der das Wissen um den Gemeinschaftsgeist einer Klasse. Werner Wien machte es sich zur Aufgabe, an namhafte deutsche Erzähler mit der Bitte heranzutreten, Erinnerungen aus ihrer Schulzeit aufzuzeichnen. Er trug so ein Erinnerungsbuch deutscher Erzähler zusammen, das er unter dem Titel„Unvergeßliche Schule"(im Carl SchünemannVerlag, Bremen) herausbrachte. Man findet Namen wie Brehm, Gmelin, Jahn, Menzel, Agnes Miegel, E. W. Möller, Steguweit, Waggerl Ziese und Zillich darunter. Ein wenig Versonnenheit leise Rührung, aber auch manchmal etwas Bitterkeit schwingt durch die Erzählungen, wenn die heimlichen Tragödien vor dem Leser erstehen. Immer aber dringt der unausgesprochene Dank an die Schule und die Lehrer hindurch, die sich redlich mit den Rangen abplagen mußten. Trotz der Vielzahl der Erzählungen— 25 Dichter ergreisen das Wort— fühlen wir uns doch von jeder angesprochen, denn immer finden wir in unserer eigenen Erinnerung gleichgeartete Erlebnisse. So weckt das Buch auch bei uns den bunten Zauber der unvergeßlichen Schule. Hans-Jochen Zenker Mario Heil de Brentani:„Das Mädchen Bittersütz", Rudolf Schneider Verlag, Reichenau i..; im gleichen Verlag Friedland i. B. 1938:„Die Spieldose";„Spiel unter Fahnen“. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg, 1937. Immer klarer zeichnete sich in den letzten Jahren ein bestimmter Kreis der Dichter von den übrigen ad. Es sind die, die Frontsoldaten blieben. obwohl sie äußerlich die Uniform gegen bürgerliche Kleidung vertauschten. Es sind die, die in den Wirren der Nachkriegszeit innerlich fest ihren Weg gingen und sich nicht im Labyrinth der„Ismen“ verliefen, die damals, als die Schreiberlinge das Feld behaupteten, schwiegen. In dieser Zeit des Schweigens reiften in ihnen die schönsten und tiefsten Bekenntnisse zum deutschen Volk. Sie sind zu den Dichtern der neuen Haltung geworden. Auch mancher junge Dichter, der den Krieg als Kind miterlebte, hielt sich von Anfang an zu diesem Dichterkreis, der damals noch wenig in Erscheinung trat. Aber im Kampf um das neue Deutschland erzeigten ste sich den anderen als ebenbürtige Frontsoldaten. Zu diesen jungen Dichtern gehörte auch Mario Heil de Brentant. Sein Roman„Spiel unter Fabnen“ ist das stärkste Bekenntnts zu dieser neuen Haltung. Es schildert die Kindheit eines Auslandsdeutschen erst in Italien und später in Rußland. Die politischen Ereignisse der Jahre wersen ihre Schatten auf das Leben der Familie. Als die Familie gerade die Sommermonate in Italien verbringen will, bricht der Krieg aus und sie kehren nach Deutschland zurück. Das Kind erlebt bei den Fliegerangriffen die harte Wirklichkeit des Krieges. Seine Freundin Lorle wird von der einstürzenden Mauer verschüttet. In der kriegszeit gehört er zu denen, die ihren Dienst im Wehrverband auch schließlich gegen den Willen der Lehrer und Eltern tun. Welch abgrundtiese Kluft diese Jugend aber von den Hurrapatrivten trennt, das wird einem klar. der in einer Maschinenschlosserei arbeitet und steht, wie die raffiniert ausgedachten Methoden der Steigerung der Arbeitsleistung mit Stoppuhr den Menschen zum Lohnsklaven berabdrückt. Der Volontär stellt sich auf die Seite der Arbeitskameraden, er wird Sozialist, wenn auch die andern nicht verstehen, daß er darum noch lange kein Marxist sein will. In dieser Arbeit bekennt er sich zur Volksgemeinschaft und schafft schweigend an seiner Stelle Kameradschaft der Arbeit. Zwischen seinem ersten heiteren Roman „Villa Pappschachtel“ und dem neusten, der das Sammelwerk„Das Mädchen Bittersüß“ einleitet.„Agnes Magareta“ liegen drei Jahre. Es sind für den Dichter Jahre des Reisens gewesen.„Villa Pappschachtel“ war eine heitere, überschäumende Dichtung, nicht ohne den Ernst, den ein Mensch braucht, wenn er plötzlich vor dem Nichts steht und sich aus eigener Kraft eine Eristenz aufbauen will, und dies in den Jahren des Zusammenbruchs. „Das Mädchen Bittersütz“ dagegen spielt in der Blütezeit der deutschen Gotik in dem versonnenen Städtchen Brannenkirchen, in dem der Leser unschwer die Stadt Frankfurt wiederzuerkennen vermag. Die Sprache jener Zeit angeglichen, ist dazu angetan, uns in der Vergangenheit zu verträumen. Ihre zierlichen Wendungen, dem reichen Matzwerk gotischer Bauwerke gleich, verwischt nicht die herben Linien der Tragik bitterfüßer Liebe. Vor 700 Jahren war es Agnes Magarete, die die Süße und Bitterkeit des Lebens erfuhr, sie ist„Anneleen“ vor 100 Jahren widerfahren, heute heißt das Mädchen vielleicht„Viola" oder„Karla“. „Die Spieldose“ enthält eine Sammlung der reizendsten kleinen Erzählungen. Dem Tonperlenschnürlein einer Spieldose gleich erklingen hier Weisen aus dem Kinderland, Erinnerungen an Menschen und Tiere, die den Weg des Dichters einstmals kreuzten. Heinz Steauweit, den schon fahrelange Freundschaft mit dem Dichter verbindet, schrieb von ihm:„Die Jugend, die hier dichtet, folgt anderen Gesetzen als jene„Prominenz“, die vor lauter formalen„Bedenken“ das Wesentliche versäumt. Aber das Wesentliche, gar das Wesenhafte ist wohl der Urgrund, auf dem neu gebaut werden muß; und weil dieser Mario Heil de Brentani sich die Quellen. aus denen heute und später geschöpft wird, mit beglückendem Eigenwillen schon erschloß, darum können wir der Zukunft seines Künstlertums mit freudiger Voraussicht vertrauen.“ Dr. Hellmut Merzdort Faschistischer Journalist gusgewiefen Zügellosigkeiten der französischen Presse * Rom, 28. Dezember Ausweisung zweier italienischer Auslandskorrespondenten aus Paris hat in Rom große Empörung hervorgerufen. Der eine Journalist ist der Hauptschriftleiter der bebekannten Pariser Zeitschrift„Rnovo Ilalienna“, der gleichzeitig die„Gazette del Povolo“ in Paris vertritt. Der Jourualist gehört zu der alten Parteigarde und nimmt in der italienischen Kolonie in Paris eine geachtete Stellung ein. Die französischen Behörden begründen die Ausweisung damit, daß vor kurzem auch aus Rom ein französischer Journalist ausgewiesen worden sei. Wie verlautet, soll dieser in seinen Berichten einen so hemmungslosen Hab gegen den Faschiomus antfaktet haben, daß es die italienische Regierung notgedrungener Weise veranlaßt fühlte, den Ausweisungsbefehl zu erlassen. In Rom kritisiert man besonders darüber, daß die französtsche Presse sich in der letzten Zeit Zügellosigkeiten geleistet habe, die beim besten Willen nicht dazu beigetragen haben, die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu verbessern. Als tyvisches Beispiel führt man einen Artikel der Pariser Wochenzeitung„Candide“ an, die die Geschmacklosigkeit besessen hat, von einem militärischen Spaziergang in die Poebene zu sprechen und gleichzeitig die zynische Bemerkung äußerte, daß während der Besetzung die französischen Soldaten sich mit der Pasta Asciutta, dem bekannten ita lienischen Nationalgericht begnügen mußten. Die italienischen Zeitungen erwähnten dazu, daß die Franzosen keine Pasta Asciutta vorfinden werden. sondern Brot für ihre Zähne. Selbstverständlich nimmt man diese Taktlosigkeit der französischen Presse nicht allgemein tragisch, aber immerhin sind sie bezeichnend für die gespannte Stimmung, die heute zwischen Rom und Paris herrscht. das Tachgeschäft am Oberntorwal! (glelcham Jahnplatz) Elektr. Brotröster I Elektr. Heizkissen " Kochtöpfe" Fußbänke „ Tauchsieder" Bügeleisen „ FoenapparateI" Bestrahlungsgeräte Nachttisch-, Tisch-, Lese- und Klavierlampen. Große Auswahl in Leselampenlischen. Unsere Kassenschalter werden am Sonnabend, dem 24. Dezember und am Sonnabend, dem 31. Dezember um 11 Uhr geschlossen Wir wönschen unseren Versicherten ein fröhliches Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr Allgem. Ortskrankenkasse für den Stadtkreis Blelefeld in Bielefeld Allgem. Ortskrankenkasse für den Landkreis Bielefeld in Brackwede TRAGEEST 71 Weihnachten und Neujahr in 8Ab( 1 im Badehete Ae.O Kursael Konzerte. 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III DI. 27. 12. 20—29 A, 138 Die Macht des Schicksals Oper son Lertt Vorbesteille Karten, die am lage der Aufführung nicht bis 13 Uhr abgeholt sind, müssen im Interesse der Theaierbesucher anderwaitig vergeben werden „T Uaf PTSGET unsel Wolnnachtsider-Prostuhlm Gieria-Patast Ab heute unser Fost- Programm: Shirley Templei der Liebling einer ganzen Welt spielt die röhrend lustige Mädchengestalt aus dem berühmten Buch Johanna Spyris Mady Christians Jean Hersholf u. a. In deutscher Sprache aufgenommen Preiswerte Neine und) Spirituosen Wermutwein ½/1 Fl..75 Malaga.30. Samos.00 Tarragona, Rot- un Welßweine von.— an Weinbrand-Verschnitt /1 Fl..40 ½ Fl..30 Weinbrand-Qujardin ½ Fl..15 ½ Fl..55 ½ Fl..40 ½ FI.75 ½ Fl..90 ½ Fl..15 Weinbrand Jakobl 11 Fl..90 ½ Fl..50 Senner u. 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Dazu das bekannt reichhaltige Belprogramm Fox Tönende Wochenschau An den Feiertagen Kassenöffnung.15 Uhr. Beginn des Hauptfilms:.50, 4,.10 Uhr nachm. Letzte Vorstellung: 8 Uhr abends. Wochentags ab 4 Uhr nachm, durchgehend. Jülle Jacken Tseidemachen FOr Vereins- und Betriebsfeiern Welhnachts-Tüten und Beutel, Pappteller, SllleW- Seiden- u. Packpapler. Tiechtuchkrepp, Glimmerwatte u. alles zur festlichen Ausechmückung. 1 Personenwagen gebraucht, gegen Kasse zu kaufen gesucht. Ausführliche Angebote mit Preisangabe unter A S 7558 an die Westfälischen Neuesten Nachrichten Pralinen Schokoladen. Nurnberger Lebkuchen. Spekulatlus dwberse deschenkpackungen in Pralinen erster Firmen in allen Preislagen sowie Aeptel. Wal- und Paranusse Felgen. Dattein Geschmackvolle Präsantkörbe auf Wunsch i. all. Preislagen Bilis beschten Sie meins 4 Fonster! Prucht und Schokoladenhaus Kröger Hauptbahnhof Blumen sum Feste! Gördnere! Strotmann K Kn (vorm. 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