Kestsalschr dauesteFlchtichter Vereinigt mit NS-Volksblatt Die„Westt. Neuesten Nachr.“ lagen gncheinen vöchentlich dmal und hesten 155 Au. einschl Trgb- 9443 Pig.(- mn Durchachalns al. gebühr, aber chne Bestellgeil in Falle höherer Gewal: ndar tia sbrung het der Bezicher keinen Ausprach auf Liafer Nr. 211 38. Jahrgang Bieleseld, Freitag, 9. Seplember 1938 Amtliches Organ der NSOAP und sämtlicher Behörden Bielefelder Stadtanzeiger Anzeigenpreis: Der 1 mm bobe, 46 um breite Anseigenraum in der Ausgabe 4— Bieiefeld 16 Fg., Gesamteusgabe 28 Pig. Der 1 mm bohe, 70 mm breite Textraum in der Ausgabe 4— Bielefeld 60 Pig., Gesemtausgabe 1 RM. Bellagen: 10 RN, das Tausend. Teilauflagen 12 RM. Annahmestellen far Bielefeld: Hauptgeschäftestelle Schalstraße 20 Geschäftestellen: Akter Markt 2, Rohrteichstraße 9. Herlorder Straße 84 Feraruf Nr. 313. 351—959 Hühnlein Reichsleiter Vom Führer ernannt Nürnberg, 9. September hat den Korpsführer des lein zum Reichsleiter ernannt. Korpsführer Adolf Hühnlein, der Führer des RSKK. und des deutschen Kraftfahrsportes wurde am 12. September 1881 in Neustädtler (Oberfranken) geboren. Er besuchte die Voltsschule und das Gymnasium in Bayreuth und schlug dann die Offizierslaufbahn ein. 1901 und 1902 besuchte er in München die Baverische Kriegsschule und von 1909 bis 1912 die Bayerische Kriegsakademie. Hühnlein nahm von 1914 bis 1918 als Kompanieführer, Bataillonskommandeur und Generalstabsoffizier am Weltkrieg teil. Er war ferner im Verband des Freikorps Epp im Jahre 1919 an der Einnahme Münchens und 1920 an der Niederwerfung des Kommunistenaufstandes im Ruhrgebiet beteiligt. Bis 1923 blieb Hühnlein der Reichswehr, zuletzt als Erster Generalstabsoffizier beim Insanterieführer VII. Im Herbst 1923 schied er freiwillig aus der Reichswehr aus. Wegen der Teilnahme an der Erhebung am 9. November bekam er eine halbjährige Haft in Stadelheim und Landsberg zudiktiert. Adolf Hühnlein ist Träger des Blutordens und des Goldenen Ehrenzeichens der Partei. 1930 trat er in die Oberste SA.=Führung ein und wurde hier der Chef des Kraftfahrwesens der SA. und der Organisator der Motor=SA. und des RSKK. 1933 wurde Adolf Hühnlein zum SA.=Obergruppenführer befördert und 1934 vom Führer an die Spitze des aus Motor=SA. und RSKK gebildeten und zur selbständigen Parteigliederung erhobenen heutigen Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps bestellt und zum Korpsführer befördert. Adolf Hühnlein ist ferner Ehrenführer der Motor=53. Bauarbeiter aus Italien Einsatz für Hermann-Göring-Werke rd. Rom, 9. September Im September werden in Abteilungen zu je 800 Mann 6000 Bauarbeiter aus Italien nach Deutschland kommen, die in Fallersleben und in Salzgitter eingesetzt werden, um Bauarbeiten für die HermannGöring=Werke und für die Fabrikstadt des Volkswagens zu verrichten. Die Organisation des Transportes, der bis zum 12. September abgeschlossen ist, liegt in den Händen der faschistischen IndustrieArbeiterkorvorationen und der DAF. Abgesehen von dem Uebereinkommen zwischen der Reichsregierung und der italienischen Regierung gilt für die 6000 italienischen Arbeitskameraden ein Kollektivarbeitsvertrag, der sie in politischer, moralischer und wirtschaftlicher Hinsicht mit denselben Rechten wie den deutschen Arbeiter versieht. Auch diese italienische Arbeitsaushilfe geschieht im Rahmen der festen Freundschaft der beiden Nationen, wie sie sich bereits im besonderen Fall in der deutsch=italienischen Zusammenarbeit auf landwirtschaftlichem Gebiet in den 30000 ttalienischen Landhelfern auswirkt. Der Führer REKK. Hühnle der Neue rumänische Flottenbasis Auf Initiative des Königs Karol hat die rumänische Regierung Auftrag für den Bau eines Flottenstützpunktes am Schwarzen Meer, und zwar 20 Kilometer nördlich von Constanza gegeben. Der neue Hasen, der.5 Milliarden Lei(etwa 56 Millionen Reichsmark) kosten wird, wird an Umfang den Hafen von Conkanza etwa um das Zehnfache übertreffen. Gadleizag der 50000 Holntischen Leiter dor dem Fahrer Deutsche Jugend zeigte Körperschulung in Höchstform 1 Nürnberg, 9. September. Jetzt stehen wir inmitten des Reichsparteitags Großdeutschlands, auf den die ganze Welt blickt: Am Donnerstagabend erlebte die märchenhaft erleuchtete Stadt den Fackelzug von 80 000 Politischen Leitern vor dem Führer. Unter strahlendem Sonnenschein hatten sich am Nachmittag die deutsche Jugend, 15000 aus SA., Arbeitsdienst, des RSKK. und RSFK. aus allen Wehrmachtsteilen, aus## und Polizei, aus HJ. und B0M. auf der Zeppelinwiese zu einem wahren Gemeinschaftsfest der Leibesübungen zusammengesunden. Unterstützt von einer eigens für diese Darbietungen geschaffenen Musik wurden diese Darbietungen zu einer begeisternden Sinfonie des Leibes und legten Zeugnis ab von dem hohen Grad der Körperschulung der nationalsozialistischen Jugend beiderlei Geschlechts. Stürmisch wurde um 15 Uhr der Führer von den hunderttausend Zuschauern und Teilnehmern emfangen. Die SA. zeigte Partnerund Handgeräte=Uebungen, RSKK. und RSFK. vielfältige Kugelgymnastik, die Wehrmacht,# und Polizei brachten neuartige Uebungen mit dem Medizinball. Die H5. wartete mit Uebungen aus ihrer Körperschule auf und überall, stets nach dem Platzwechsel der einzelnen Gruppen, löst sich stürmischer Beifall auf den Tribünen aus. Wirkungsvollen Gegensatz zu diesen Uebungen von Kraft, Mut und Gewandtheit brachten 5200 BDM=Mädel in bunten Miedern und weißen Röcken mit ihren anmutigen Tänzen. Beim Doppelachter, dem Walzerkanon und dem Drehtanz glich der weite Rasen einem wogenden Blumenfeld. Dieser einzigartigen Demonstration herrlicher, schöner und gesunder deutscher Jugend am zugleich ersten sonnigen Tag während des diesjährigen Reichsparteitages folgte mit beginnender Nacht der große traditionelle Fackelzug der politischen Leiter von der Deutschherrnwiese aus. Punkt 8 Uhr flammte schlagartig in Nürnberg eine seenhafte Illumination auf. Und in dieses Meer von Licht ergießt sich die endlose Schlange der Fackeln. Der Führer und das gesamte Führerkorps der Partei nahmen vorm„Deutschen Hof“ den Vorbeimarsch der Achtzigtausend ab, und immer wieder und noch lange später klingt in den Rhythmus der Märsche der Jubel der unübersehbaren Massen auf, die dem Führer huldigen und wiederholt spontan die Lieder der Nation anstimmen. Der heutige Freitag ist der„Tag der Politischen Leiter“, deren Appell unter dem Lichterdom um 20 Uhr auf der Zeppelinwiese stattfindet. Um 11 Uhr wird der Parteikongretz fortgesetzt, über dessen Donnerstagtagung wir im Innern des Blattes berichten. Die weitere Abwicklung der RS.=Kampfspiele und Sondertagungen füllen das Tagesprogramm. Die verfolgten Volksgruppen beraten Benesch spricht morgen im tschechischen Rundfunk Prag, 9. September. Unter dem Vorsitz des Stellvertreters Lonrad Henleins, Karl Hermann Frank, fand eine gemeinsame Sitzung des politischen Ausschusses der Hauptleitung der sudetendeutschen Partei mit den Vertretern der slowakischen Volkspartei, der Vereinigten ungarischen Parteten und des volnischen Verständigungsausschusses statt. Ueber den dringend notwendigen Staatsumbau und die Regelung der Nationalitätenfrage wurde volles Einvernehmen festgestellt. Es wurde beschlossen, diese gemeinsamen Beratungen auch nach Bedarf fortzusetzen. Unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten Dr. Benesch sand eine Kabinettssitzung statt. Wie das der Regierung nahestehende volkssoziale Blatt„—Zet“ meldet, wurde über die allgemeine Lage und die letzten innerpolitischen Ereignisse beraten. Die Regierung habe sich entschlossen, heute Einzelheiten über die Nationalitätenverhandlungen und die Neuorganisation der tschecho= slowakischen öffentlichen Verwaltung bekanntzugeben. Präsident Benesch werde morgen im Rundfunk über die Entwicklung der Lage sprechen. In einer Prager Meldung weist Reuter darauf hin, daß die Vorschläge der tschechischen Regierung unter anderem vorsehen, daß zehn Jahre zur Durchführung der Verteilung der Beamtenschaft entsprechend dem Verhältnis der verschiedenen Nationalitäten in der TschechoSlowakei verwandt werden sollen. „. Die deutsche Bevölkerung in Jägerndorf und Umgebung ist äußerst erregt, da die poliBDM. tanzte am„Tag der Gemeinschaft“ Zum„Tag der Gemeinschaft“ führte der BDM. gestern auf der Zeppelinwiese Tänze auf. Unser Bild zeigt einen Blick auf die Vorführungen, im Vordergrund der Reichssportführer. Weltbild(K) Faschisten beim Führer Parteitags-Abordnung empfangen Nürnberg, 9. September. Der Führer empfing im„Deutschen Hof“ die auf seine Einladung zum Reichsparteitag in Nürnberg weilende Abordnung des faschistischen Italiens, an der Spitze das Mitglied des großen faschistischen Rates Minister Farinacei. Der Führer begrüßte die italienischen Gäste, unter denen sich auch Gesandter Magistrati und Generalkonsul Renzetti befanden, auf das herzlichste. Bis jetzt 400 Sonderzüge Glanzleistungen der Reichsbahn in Nürnberg Nürnberg, 9. September Am Freitag und Sonnabend treffen in Nürnberg noch die Sonderzüge der HJ. und SA. ein. Daneben fuhr am Donnerstag der in Bamberg untergebrachte BDM. nach Nürnberg und zurück nach Bamberg. In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag wurde bereits der RAD. in 55 Sonderzügen in seine Heimatgaue zurückbefördert. Der Reiseverkehr mit den fahrplanmäßigen Zügen gestaltete sich auch weiterhin sehr lebhaft. Ein Ueberblick über den bisherigen Stand des Antransportes von Reichsparteitagsteilnehmern ergibt folgende Zahlen: Bis jetzt sind mehr als ½ aller Sonderzüge auf den Zielbahnhöfen eingetroffen und ausgeladen worden. Ueber 400 Sonderzüge haben 400000 Fahrtteilnehmer zum Reichsparteitag gebracht. Mit den fahrplanmäßigen Zügen haben ebensalls rund 400 000 Reichsparteitagsteilnehmer ihr Ziel erreicht, so daß die Gesamtzahl der bis jetzt mit der Reichsbahn nach Nürnberg beförderten Personen 800 000 erreicht hat. Im ganzen beziffern sich die Sonderleistungen des Zugverkehrs bisher auf rund 1150 Fahrten und Sonderfahrten. K tische Bezirksbehörde in Jägerndorf nicht gestatten will, daß der Sarg des nach tschechischer Darstellung durch Selbstmord ums Leben gekommenen Amtswalter der SdP. Knoll, der zu einer Waffenübung eingezogen worden war, geöffnet werde. Außerdem hat die politische Bezirksbehörde die Hinzuziehung eines deutschen Arztes zur Obduktion der Leiche Knolls verboten. Die SdP. hat nunmebr an Prager zuständiger Stelle gegen das Verbot Vorstellungen erhoben. Aus Anlaß des Todes wurde für Sonnabend Parteitrauer angekündigt. Die Abgeordneten Kundt und Dr. Rosche hatten am Donnerstag mit Ministerpräsident Hodscha über die angesichts der Vorfälle in Mährisch=Ostrau notwendigen Maßnahmen eine Aussprache. Uraufführung in Nürnberg Erfolg von„Frau Sixta“ DKK. Nürnberg, 9. September Der Heimkehr der deutschen Ostmark in das Reich, die zur Parole des 10. Reichsparteitages geworden ist, tragt auch die diesjährige Welturaufführung eines bedeutenden deutschen Filmwerkes aus Anlaß dieser großen Nürnberger Tage Rechnung. Im Rürnberger Ufa=Palast lief in Anwesenheit zahlreicher Persönlichkeiten aus Bewegung und Staat der Peter=Ostermayer=Film der Usa:„Frau Sixta“ an, ein von Gustav Ueicky nach dem Roman Ernst Zahns gedrehter Stoff aus der Bergwelt der deutschen Ostmark, dem schönen Land Tirol. Titelrolle errang die Staatsschauspielerin Franziska Kindt, eine geborene Fireisrinr, einen auberordentlichen Erfolz. zun iae großen sprachlichen und darstellerischen Mittel gestaltete sie das Schicksal der schönen Posthalierin, die ihr Glück dem der Tochter opfert, mit bewegender Eindringlichkeit. Der Spielleiter hatte der schlichten Fabel aus dem vorigen Jahrhundert und auch der Darstellung alle Einfachheit gelassen. Die der Bergwelt entstammenden oder doch verbundenen Darsteller zeichneten eine Reihe vortrefflich gesehener Gestalten. Um so gegensätzlicher wirkte Gustav Frödlich in der Rolle des Fremden, der zu den Menschen dieser Bergwelt keinen Kontakt finden kann. Hans Schneeberger schuf mit wundervollen Aufnahmen aus den Oetztaler Alpen einen großartigen Liniergrund, Herbert Windt eine gute Musik. Der Film sand begeisterte Aufnahme. Bals 5000 Undineler neichsautsbahn Dr. Dietrich, Dr. Frank und Dr. Todt vor dem Parteikongreß Nürnberg, J. September Der Kongreß des Parteitages Großdeutschland nahm gestern in Anwesenheit Führers seinen Fortgang. Zunächst sprach Reichspresseches Dr. Dietrich über das Thema„Kampf gegen die Presselüge“. Wir berichten an anderer Stelle über seine Rede aus. führlich. Ferner hielt Reichsleiter Dr. Frank einen Vortrag über die Fortschritte und Erfolge der nationalsozialistischen Gesetzgebung seit dem vergangenen Parteitag. Dann folgte ein stolzer Rechenschaftsbericht des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, über die Straßen des Führers. Der Stellvertreter des Führers eröffnete den Kongreß und erteilte zunächst Reichsleiter Dr. Frank das Wort. Reichsleiter Dr. Frank gab einen interessanten Ueberblick über die Aufbauarbeit des nationalsozialistischen Staates aus dem Gebiete des Rechtswesens. Am stärksten kommen die Erfolge der nationalsozialistischen Rechtspolitik im Rückgang der Kriminalität zum Ausdruck: Die Gesamtzahl der rechtskräftig" Verurteilten ist von über 564000 im Jahre 1932 auf unter 380 000 im Jahre 1937 zurückgegangen. Erst bei der Aufzählung der einzelnen großen Gesetzestaten des angelaufenen Jahres wird deutlich, welche ungeheuren Fortschritte auf diesem Gebiet erzielt worden sind. Allen andern voran steht aber das Gesetz vom 13. März 1938, das in der klaren Sprache des Reichsrechtes die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich festlegt. In diesem Zusammenhang ersteht aus den nüchternen Zahlen der österreichischen Justizberichte, die Dr. Frank erwähnte, das furchtbare Leid, das die nationalsozialistischen Vor( Nürnberg, 9. September Nachdem schon vorgestern auf der Sondertagung des Hauptamtes für Kommunalpolitik Dr. Frank und Reichsleiter Fiehler über nationalsozialistische Gemeindepolitik gesprochen hatten, nahm die Reihe der Sondertagungen gestern ihren Fortgang. Es fanden Tagungen des NSD.=Studentenbundes, des Hauptorganisations=, Hauptschulungs= und Hauptpersonalamtes und schließlich noch des Hauptamtes für Volksgesundheit statt. Unter Teilnahme des Stellvertreters des Führers und des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung begann die Sondertagung des NSD.=Studentenbundes mit einer weihevollen Feierstunde. Reichsstudentenführer Dr. Scheel begrüßte den Stellvertreter des Führers, den Reichserziehungsminister, zahlreiche Vertreter der Partei und der Wehrmacht, darunter auch den Leiter der italienischen Studentendelegation, Dr. Gardini. Der Reichsstudentenführer schilderte das große Kampferlebnis der nationalsozialistischen Studenten. Für alle Zukunft werde der NSD.=Studentenbund das Gewissen der Bewegung auf der Hochschule bleiben. * London, 9. September Die beitische Oeffentlichkeit verfolgt mit ungeheurer Spannung die Entwicklung in der Tschecho=Slowakei. Sie ist durch die Zwischenfälle in Mährisch=Ostrau in starke Unruhe versetzt worden. In den maßgebenden politischen Kreisen erklärt man, daß sich die tschechische Keise nach den neuen Vorfällen geradezu in einem dramatischen Stadium befinde. Unter diesen Umständen gilt es als sehr unwahrscheinlich, daß Außenminister Lord Halisax nach Genf reisen wird. In der Downingstreet fanden während des ganzen Donnerstag Konferenzen statt, an denen Ministerpräsident Chamberlain, Lord Haliax, Schatzkanzler Sir John Simon und der ständige Ratgeber der Regierung. Sir Robert Vanlittart, teilnahmen. Wie verlautet, ist auf Dienstag eine offizielle Kabinettositzung einberufen worden, die sich vor allem mit der tschechischen Frage beschäftigen wird. Ministerpräsident Chamberlain hatte längere Unterredungen mit dem Kriegsminister und dem Luftfahrtminister, während Lord Halifax eine Reihe von Gesandten und Botschaftern empfing, unter denen sich auch der sowjetrussische Botschafter Maisky befand. Die Ereignisse in der Tschecho=Slowakei haben auch in Paris eine überaus nervöse Stimmung hervorgerufen. Die Regierung macht verzweifelte Anstrengungen, die Oeffentlichkeit, die durch die Einberufungen der Reservistenjahrgänge in eine Angstpsychose versetzt warde zu beruhigen. Die Alarmmeldungen gewisser Blätter über die Zuspitzung der tschechischen Krise werden in einer amtlichen Verlautbarung dementiert. In dieser Verlautbarung kommt zum Ausdruck, daß sich nach der ersten Unruhe, die die Zwischenfälle in Mährisch=Ostrau ausgelöst haben, nunmehr eine leichte Entspannung in kämpfer in der Ostmark erdulden mußten: 19 Todesurteile gegen nationalsozialistische Kämpfer, davon 13 durch den Strang vollstreckt; 86 Verurteilungen zu lebenslänglichem Kerker, 7000 zu zum Teil jahrzehntelangen Kerkerstrafen, Vermögensbeschlagnahmen in Höhe von 3800000 Schilling, die Vernichtung von Tausenden von Existenzen. Mit stürmischer Zustimmung wurde die Feststellung ausgenommen, daß jetzt durch das Gesetz über die Verantwortlichkeit von Mitgliedern der ehemaligen österreichischen Bundes= und Landesregierungen die Verantwortlichen der Dollsuß=SchuschniggPeriode zur Rechenschaft gezogen werden können. Anschließend gab der Stellvertreter des Führers dem Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt, das Wort. Die planmäßige Durchführung des größten Bauvorhabens, das jemals angepackt wurde, spiegelte sich in den Ziffern wider, die Dr. Todt in seinem Rechenschaftsbericht über die Straßen Adolf Hitlers nannte. Die Straßen des Führers sind also nicht nur, wie Dr. Todt unter stürmischer Zustimmung feststellte, die leistungsfähigsten, sondern gleichzeitig auch die verkehrssichersten Straßen der Welt. Dr. Todt teilte weiter mit, daß, wie vorgesehen, im Laufe der nächsten Monate der 3000. Kilometer der Reichsautobahn dem Verkehr übergeben werden wird. Interessant war besonders die von Dr. Todt festgestellte Tatsache, daß das gewaltige Straßenbauprogramm Schrittmacher für das gesamte Bauwesen geworden ist, so daß heute zum Beispiel die Zahl der im Baugewerbe Beschäftigten von 500000 auf.5 Millionen gestiegen ist. Die Sondertagung des Hauptorganisations=, Hauptschulungs= und Hauptpersonalamtes stand im Zeichen zweier eindrucksvoller Reden von Reichsleiter Alfred Rösenberg und von Dr. Ley. Alfred Rosenberg entwickelte aus der weitreichenden Größe der Gedankenarbeit dieses Parteitages die Grenze, die für die NSDAP. zwischen Großzügigkeit und Duldsamkeit einerseits und der Schwäche einer allzu großen Nachgiebigkeit andererseits liegen können. Anschließend ergriff Reichsorganisationsleiter Dr. Ley das Wort, um vom organisatorischen Standpunkt her die Wege der Reinerhaltung der Idee und der Persönlichkeitsauslese der Partei darzulegen. Auf der Tagung des Hauptamtes für Volksgesundheit sprach, nach einleitenden Worten des Leiters des Hauptamtes, Hauptdienstleiter Dr. Wagner, der stellvertretende Leiter der Reichsgruppe Industrie, Parteigenosse Dr. Seeliger, über das Thema der Tagung„Gesundheitsführung im Betriebe". Der stellvertretende Leiter des Hauptamtes für Volksgesundheit, Reichsamisleiter Dr. Bartels, zeigte an praktischen Beispielen aus Betrieben, daß die für die Gesunderhaltung der Belegschaft angewandten Mittel sich als ungeheuer wirtschaftlich erwiesen. Prag bemerkbar mache. Die Beruhigungserklärung machte jedoch auf gewisse politische Gruppen nicht den geringsten Eindruck. Sie ergreifen die Gelegenheit, um eine Offensive größten Stils zur Unterstützung der Prager Regierung zu inszenieren. Man ist der Ansicht, daß hier die feierliche Proklamakion der europäischen Großmächte den Zusammenbruch des tschechischen Staates verhindern könne.(!!) Außenminister Bonnet hat seine Abreise nach Genf angesichte der Lage verschoben, da er erst die Schlußrede des Führers auf dem Nürnberger Parteitag abwarten will. In englischen politischen Kreisen diskutiert man schon ernsthaft über eine Volksabstim: mung, die jedoch bei den Linksblättern keinen Anklang findet. In der Bevölkerung hat allerdings der Satz der„New York Daily News“, daß gerade eine Volksabstimmung besser sei als ein Weltkrieg mit zehn Millionen Toten und 30 Millionen Verwundeten, starken Einoruck gemacht. Spionageabwehr in Rumänien Moskau bespitzelt die Fabriken rd. Budapest, 9. September Wie aus Bukarest gemeldet wird, hat das rumänische Ministerium für nationale Volkswirtschaft an sämtliche Industrien des Landes einen Erlaß gerichtet, in dem angeordnet wird, daß in Zukunft keinerlei Auskünfte mehr gegeben werden dürfen über Aufgaben, Produktionsmethoden usw eines Unternehmens und dieses Verbot sich auf sämtliche Personen, auch auf Beamte, erstrecke. Lediglich Personen, die vom Ministerium für nationale Volkswirtschaft ausdrücklich legitimiert sind, dürfen Einblick in ein Unternehmen erhalten. Der Erlaß wird damit begründet, daß sich in letzter Zeit die Anzeichen für ein Zunehmen der Werkspionage vermehrt bätten. Flottenschau in Holland Zu Ehren der Königin Amsterdam, 9. September In Holland fand eine Flottenschau statt. Die holländische Königin begab sich mit ihrer Begleitung an Bord der Königsschaluppe, auf den breiten Strom vor Amsterdam, wo auf den Kriegsschiffen die Mannschaften Paradeausstellung genommen hatten. Eine unabsehbare Menschenmenge umsäumte den mit Flaggen reich geschmückten Hafen und jubelte der Königin zu. Anschluß an die Flottenschau vollzog die Königin den Stapellauf des 20000 Tonnen großen Ostindiendampfers„Oranie“, der für den Dienst Amsterdam—Batavia bestimmt ist. In dem bei dieser Feier gehaltenen Reden wurde betont, daß das den Namen des holländischen Königshauses führende Schiff ein neues Band zwischen dem Mutterland und der Kolonie bilden werde. Wieder das alte Wappen Das Panier von Wien dd. Wien, 9. September. Mit den Experimenten, die die Nachkriegsverwaltung der Gemeinde Wien mit dem alten Wappen der Donau=Metropole unternommen hat, macht die nationalsozialistische Stadtführung jetzt endgültig Schluß. Sie stellt fest, daß in Zukunft allein das alte Panier, der doppelköpfige Reichsadler mit dem weißen Kreuz im roten Feld als Brustschild gilt. Dieses Wappen ist vom Jahre 1464 bis 1925 in Kraft gewesen. Damals fühlte sich die rote Stadtverwaltung veranlaßt, die Umrahmung zu beseitigen. Ein paar Jahre später glaubte der schwarze Magistrat, offenbar in der Meinung, daß es sich bei dem doppelköpfigen Adler um den habsburgischen Adler handle, mit der Wiedereinführung dieses Emblems eine Verbeugung vor dem Legitimismus machen zu sollen. Nebenbei wurde als„kleines Wappen“ das weiße Kreuz im roten Feld belassen. Das großdeutsche Wien führt von nun an wieder nur das alte ehrwürdige Stadtwappen, das über 500 Jahre Symbol der ostmärkischen Hauptstadt gewesen ist. 9. September. Wie der Sprecher der japanischen Militärbehörden mitteilte, hat jetzt die Landung neuer großer Truppenverbände in verschiedenen chinesischen Häfen begonnen. In Tangtu wurde schon mit der Ausschiffung begonnen. Ueber die Stärke der neuen Verbände wurde noch nichts bekannt, sie muß jedoch bedeutend sein. Wie von japanischer Seite amtlich bestätigt wird, sind japanische Truppen in die chinesische Provinz Kwangsi eingerückt. Im Gesechtsabschnitt des Jangise=Nordufers bedrohen sie damit vom Rücken her Wusueh und die natürliche Verteidigungsstellung der Chinesen im „Tor nach Hupeh“. Hier treten die Felsen hart an den Jangtse=Fluß heran und bilden einen Engpaß, der von altersher als strategischer Schlüsselpunkt gilt und jetzt wiederum stark befestigt wurde. Von Hwangmei aus ist der Vormarsch in westlicher Richtung möglich geworden, nachdem die chinesischen Verbände— größtenteils Divisionen aus der KwangsiProvinz—, die die japanische Flanke bedrohten. durch japanische Vorstöße von Teiho, Su sung und Hwanamei her in die Vorberge des Tatieh=Massivs zurückgedrängt worden sind. Prag, 9. September. In der letzten Zeit wurden in Romotan wiederholt in der Nacht Einwohner deutscher Nationalität auf der Straße von Soldaten der Garnison angehalten und belästigt, ja in einigen Fällen mit dem Bajonett bedroht oder sogar niedergeschlagen oder blutig verletzt. Dadurch hat sich der Bevölkerung eine tiefe Beunruhigung, ja Erbitterung bemächtigt. Trotz sofortiger Intervention bei den behördlichen Stellen wurden die Täter weder festgestellt noch bestraft. Der Stadtrat von Komotau stellt fest, daß die lokalen Behörden nicht die erforderlichen Maßnahmen ergrissen haben, um der durch diese Zwischenfälle hervorgerufenen Unsicherheit ein Ende zu machen. Die Schärfe des Terrors gegen das Sudetendeutschtum wird durch einen neuen unerhörten Zwischenfall, der sich in Außig abspielte, unterstrichen, der beweißt, daß Tschechen und Marxisten nicht einmal davor zurückschrecken, unschuldige sudetendeutsche Schuljugend zu terroristeren. . In Außig begaben sich zu Beginn des neuen Schuljahres die Schüler der Volks= und Bürgerschule zum Unterricht. Hier wurden sie nun nicht etwa mit dem neuen Lehrplan vertraut gemacht, sondern zunächst einmal einer genauen Prüfung ihrer Kleidung unterzogen. Jungen, die in Deutsche Volkstracht Wie die„Egerer Zeials Sträflingskleidung. tung“ berichtet, beab* sichtigt das tschechische Justizministerium an dessen Spitze der Sozialdemokrat Dr. Derer stehi, aus„hygienischen“ Gründen eine Aenderung in der Bekleidung von Strafanstaltsinsassen vorzunehmen. Das kann der Genosse Derer nun halten wie er mag, und wir wollen ihm in sein Ressort gewiß nicht hineinreden, wennschon es eigentümlich erscheint, daß ein tschechischer Minister im Augenblick nichts anderes zu tun hat, als sich um die Wohlfahrt von Spitzbuben und Verbrechern hinter Schloß und Riegel zu kümmern, obgleich es in den sudetendeutschen Elendsgebieten genug zu tun gäbe, sich deinglich um die Förderung der Hygiene bei Staatsbürgern zu bemühen, die ehrliche Menschen sind und keine Sträflinge. Wie dem auch sei, die Sache kommt erst ins rechte Licht, wenn man erfährt, in welcher Form die Sträflingskleidung geändert werden soll. Das Ministerium hat nämlich die Einführung der kurzen Kniehose und der weißen Baumwollstrümpfe vorgeschlagen, mit andern Worten also die Volkstracht der Deutschen in Böhmen! Wir wissen nun, daß eine in Jahrunderten bodenständig gewachsene deutsche Volkstracht tschechischen Ministern gerade gut genug für eine Sträflingskleidung erscheint. Deutsche und Zuchthäusler tragen in der Tschechei künftig ein und dieselbe Bekleidung, und es wird bald nicht mehr zu unterscheiden sein, ob ein Sudetendeutscher in Volkstracht oder ein entsprungener Sträfling durch Prag läuft, wenn einer in Kniehosen und weißen Strümpfen dahergegangen kommt Ein prächtiger Vorwand für künftige„Verbrecherjagden“! In Paris und London aber lügen Schreiber= linge von der„Verständigungsbereitschaft" und dem„guten Willen“ der Prager Regierung angesichts dieser neuen Beleidigung und Schmähung nicht nur der Eudetendeutschen, sondern des gesamten von 100 Millionen Europäern verkörperten Deutschtums in der Welt und nicht zuletzt des Deutschen Reiches durch einen tschechischen Minister. Das aber ist ja gerade gewollt und beabsichtigt! Zynische Provokationen um jeden Preis nach außen, Erniedrigung und Verunglimpfung nach innen: Ein bemerkenswerter Beitrag zur europäischen Befriedung, den sich alle Deutschen gut merken müssen! Tho. Infolge des fallenden Wasserstandes des neuen Flußbettes des Huangho konnten die japanischen Truppen ihre Operationen im Nord osten der chinesischen Provinz Honan wieder aufnehmen. Diese mußten abgebrochen werden, nachdem die zurückweichenden chinesischen Truppen die Dämme des Huangho zwischen Kaiseng und Tschentschou durchstochen hatten, wodurch sich der Huangho ein neues Bett suchte, das in das Huaistromsystem mündet. Aus der Basis Kweiter plötzlich aufbrechend und anscheinend vollkommen unerwartet von chinesischer Seite, bemächtigten sich die zur Nordchina=Armee gehörenden japanischen Truppen des strategisch wichtigen Punktes Tai kang und überschritten das Ueberschwemmungsgebiet. Nach einer Moskauer Meldung des Maly Dziennik“ hat die Leitung der roten FernostArmee die Verlegung sämtlicher Flugplätze und Funkstationen in die Nähe der mandschurischen und koreanischen Grenze angeordnet. Der Zweck dieser Maßnahme sei die Einsparung von Zeit und Treibstoff bei Flügen der roten Flugzeuge in das Innere der Nachbarländer. Im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen würden in den gesamten Grenzgebieten auch Atrappen von Flugzeugund Radiostationen gebaut, die die japanischen Flieger irreführen sollen. der Wanderkleidung der sudetendeutschen Volksjugend erschienen waren wurden von den Lehrkraften veranlaßt, diese entweder abzulegen oder nach Hause zu gehen. Einem Teil der Jungen wurde die Teilnahme am Unterricht übersaupt verboten. Der politische Ausschuß der Hauptleitung der Sudetendeutschen Partei hat in einer außerordentlichen Sitzung Beschwerden behandelt, die sich gerade in letzter Zeit wieder häuften und beweisen, daß Untersuchungshäftlinge in politischen Strafverfahren schwersten Mißhandlungen ausgesetzt werden. Unruhen in Rangoon Rangoon ist es erneut zu blutigen Unruhen zwischen Burmesen und Indern ac kommen. Die Streitigkeiten, die schon sest langer Zeit aus religiösen Gründen bestehen. haben diesmal zehn Tote und über 40 Verletz“c gefordert. Aufhebung des Kriegszustandes gefordert Der Memelländische Landtag hielt eine Sitzung ab, die sich besonders mit der VetoPolitik befaßte. Im Verlauf der Tagung ergriff der Abgeordnere Bingau das Wort und sorderte erneut die Aushebung des Kreegszustandes und die Beseitigung der Staatssicherheitspolizei, damit ein freies Volk n freier Abstimmung auf der kommenden Landtagswahl seinen Willen bekunden könne. Kadolf Heß dei den Rademen Fortsetzung der Sondertagungen der Hauptämter der NSDAP. London vistanert ader Vonsaostnninung „Tschechische Krise im dramatischen Stadium“ Zupan landel neue Leuppenmassen Blücher rüstet zu neuen Gefechten in Fernost Babeiensrutsche anter Ichonenen Tschechische Soldateska schlägt die Bevölkerung blutig Roman von HANS RABL Sus Lier“ üe mmmmmummmen FUSRKUN JOHANNISTHAL 1909“ m 11)(Nachdruck verboten Die Droschke hielt nach einer stummen Weile vor ihrem Haus.„Kommst du noch ein bißchen mit hinauf. oder mußt du gleich wieder weg?“ fragte sie zaghaft. „Soll ich denn?“ Sie lächelte.„Muß ich das eigens sagen? Du weißt, doch: Ich bin um jede Minute mit Beragt schle5#ingen die Trevve binaufMargor schlos auf und zog Kamphausen durch den dunklen Flur in das kleine Wohnzimmer. kleide mich nur ein bißchen um“, sagte sie, „bin gleich wieder da.8 ##tte sich und langte nach dem Zigarettenrastchen, das auf dem sechseckigen arabischen Tischchen stand, während sie zur Tür ging. Dann kam sie noch einmal zurück.„Ich bin froh um jede Minute", wiederholte sie ganz leise,„weiß ja nicht, wie lange es dauert.“ Kamphausen sah sie groß an.„Aber ich habe dir doch wirklich keinen Grund gegeben anzunehmen——" begann er, ein wenig ärgerlich, da sein Gewissen nicht tadellos war. Sie schüttelte eilig den Kopf. S#, was ist denn dann? Bist du krank? beht es dir nicht gut?“ Sie mußte leise lachen. Eher dachte er daran, daß sie krank zu werden, zu sterben fürchte, als daran, daß ihm etwäs zustoßen möchte. Sie wagte nicht, ihm ihre wahren Gedanken zu sagen. Diese Sicherheit. diese Nichtachtung. Nichtkenntnis der Gefahr, in der er täglich lebte, war sein Bestes. Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, daß er nur so. indem er den Tod einfach nicht sah. arbeiten könne. Er war nicht der Mann. ihm ins Gesicht zu sehen und ihn trotzdem herauszufordern. Daß er häufig davon sprach, eines Tages den Hals zu brechen, gehörte dazu: im Ernst dachte er nicht daran; und möglicherweise war es sogar eine Art Aberglaube. Je mehr er vom Tod sprach, desto ferner glaubte er ihn...„Vielleicht ist es das" antwortete sie endlich.„Manchmal hat man dumme Gedanken...“ Und sie lief hinaus. Durch die halboffene Tür hörte er ihre leisen, kleinen Bewegungen.„Dauert's noch lange?“ fragte er nach einer Weile halb ungeduldig, halb neugierig. Sie antwortete nicht gleich. Endlich rief sie halblaut:„Es dauert ewig. Ich komme nicht mehr hinaus. Komm du zu mir!" Er lachte leise und ging hinüber, setzte sich zu ihr auf die Bettkante und strich über ihre Schultern. Sie hob sich ihm ein wenig entgegen, legte den Arm um seinen Nacken und zog ihn zu sich. Ja?“ fragte sie; die andere Hand ertastete den Lichtschalter und legte ihn um. Mit einem fast barten Schlag stürzte Dunkelheit ins Zimmer... Viel später— Kampausen schlief ruhig neben ihr— lag sie noch wach und starrte in die Finsternis. Steif ausgestreckt. alle Muskeln gespannt, um das Beben ihres Körvers zu unterdrücken. Denn die große Angst schüttelte sie. ... Zu dieser Stunde langte Suhr zu Hause an. Unter sanftem Gevolter erkletterte er die Treppe zu seinem Mansardenzimmer. Durch das Fenster kam schon erstes Frühlicht. Er steckte den schmerzenden Schädel in die Waschschüssel und fluchte lautlos vor sich hin. Welcher Unsinn. dachte er. die Nacht so um die Ohren zu schlagen — die Nacht und das rare Geld! Dann, während er sich trocknete, grinste er böse. Was blieb iom üorig, wenn er einmal nicht ans Fliegen treifich poll?. Nur dergleichen. Kampbausen an be## er nicht mehr nachgekommen war, hatte eo vesser, viel besser! Am übernächsten Tag endlich gelang es Tilde. unter dem. Vorwand, eine kranke Freundin zu besuchen, die durchaus gesund, dafür von Tilde hinreichend eingeweiht war, nach Johannisthal hinauszukommen. Als sie den Platz erreichte, wahr Suhr gerade aufgestiegen.„Es wird eine ganze Zeit dauern“ behauptete Kamphausen, der unversehens neben ihr auftauchte,„eine ganze Weile! Er will seine neue verrückte Provellergeschichte ausprobieren— ich denke solange der Motor eben Luft hat. Und das sieht mir doch nach einer ziemlichen Weile aus.“ .. Das Mädchen lugte hinauf, wo Suhr seine schroffen Wendungen um die Türme ausführte. Er hatte keine Ahnung, daß sie hier war. und er flog ständig zu hoch, als daß er sie hätte erkennen können. Er wäre überdies auch wohl kaum gelandet, selbst wenn er gewußt hätte, daß sie da war... Sie hörte nur mit halbem Ohr auf Kamphausens Sprechen, erfaßte sehr wenig von dem, was er sagte. Viel wichtiger war es zuzusehen, wie Suhr flog— und sie glaubte zu sehen: Er flog so gut wie noch nie: der Apparat lag sicher in der Luft, schwankte weniger, kurvte weicher. Wenn er es geschafft hätte? Unvermittelt unterbrach sie Kamphausens Redefluß: „Sie haben doch Suhrs Flugzeug gesehen? Wie gefällt es Ihnen jetzt? Ich weiß nicht genau, was er geändert hat— aber es schien so sehr wichtig zu sein...“ Kamphausen zog den Mund kraus.„Suhrs Flugzeug" wiederholte er,„wie können Sie jetzt— jetzt— von Suhrs Flugzeug sprechen!“ „Aber von was sonst?“ „Sie haben also nichts von dem gebört, was ich zu Ihnen sagte?“ „Kein Wort— leider... Seien Sie mir nicht böse.“ „Böse—? Böse kann man Ihnen gegenüber nicht sein. Nur betrübt. Das freilich tief.“ Tilde wandte endlich ihre Augen von Suhr ab und auf Kamphausen. Sie blickte ihn eine Weile stumm an. Und wenn sie auch jetzt immer noch nicht gentu wußte— oder vielleicht nicht wissen wollte, da jener schließlich Suhrs Kamerad war—. was er von ihr erhoffte, erkannte sie es doch im Blitz seiner Augen und im Zucken seines Mundes.„Sie sollten das nicht tun!" sagte sie und sie sagte es nicht mit der moralischen Ueberheblichkeit mancher Frauen, die zumeist ihren Eindruck deshalb ganz und gar verfehlt, ja erst recht anreizt.„Sie sollten das nicht tun! Wir haben genug mit der Welt zu schaffen: Suhr und ich— haben es nicht so leicht wie Sie. Da sollten Sie wirklich nicht noch versuchen, neue Schwierigkeiten zu schaffen zwischen uns beiden. Ich bitte Sie ernstlich darum. Es hat ja doch keinen Zweck für Sie. das müssen Sie mir schon glauben— und es bringt unnütz schwere Dinge in die Welt.“ Kamphausen stand reglos. Er hatte Verschiedenes erwartet, doch nicht das. Vieles. doch nicht einen Avvell an seine Kameradschaft und Ritterlichkeit. Er war überrumpelt von dem Neuen, das ihm bisher nicht begegnet war. Stumm— und plötzlich mit einem sehr schlechten Gewissen. freilich weniger gegen Margot als gegen dieses Mädchen hier— verneigte er sich leicht und ließ bewegungslos Tilde an sich vorübergehen. Dann, als er gerade in diesem Augenblick von der Zuschauertribüne her Margot Boje kommen sah. wandte er sich um und ging rasch, als sähe er sie nicht, auer über den Platz weg davon. Drüben bei den Gebäuden trafen die beiden Frauen auseinander. Sie begrüßten sich. und Margot spürte an Tilde eine kleine Unsicherheit. die schlecht bemäntelt war.„Ist etwas?“ fragte sie leise. Tilde schüttelte den Kopf; dann wurde sie ein wenig rot und sagte:„Doch ist etwas. Nichts Schlimmes“, fügte sie rasch hinzu, als die andere zusammenfuhr.„nur— es wäre gut. wenn Sie in der nächsten Zeit oft hier draußen wären. Damit ich nicht— ja, damtt ich nicht ohne Sie mit Kamphausen zusammentreffen könnte.“ „Danke“, antwortete Margot nach einer Sekunde des Besinnens.„Sie sind die erste Frau — ich gehöre schon lange Kamphausen, und er ist ungern treu, er denkt wohl, wie viele Männer er verlöre etwas, es entginge ihm etwas darüber— Sie sind die erste, die in solchen Dingen fair zu mir ist. Ich möchte wünschen. ich könnte es Ihnen einmal entgelten...“ Das Mädchen lachte verlegen.„Das ist doch nicht so viele Worte wert!“ meinte sie. Aber die andere lachte nicht mit.„Doch ist es das wert!" antwortete sie.„Denn vor Ihnen könnte ich mich fürchten— und gewöhnlich bin ich nicht ängstlich um Kamphausen. Er weiß schon, wo er's am besten hat, wenigstens bisher immer" „Es wird nie so sein“, sagte Tilde ruhig. Eine kleine Weile standen sie stumm beisammen, dann ging Margot über das Feld. um Kamphausen zu treffen; mit ihrem gewöhnlichen Gesicht, in dem kein Zug mehr die vorige Erregung verriet. Solche Dinge waren nichts für Kamphausen, waren nichts für irgendeinen Mann Tlide stand müßig neben Suhrs Schuppen: endlich ging sie hinein und setzte sich auf die Werkbank. Sie war nicht so ruhig, wie sie gern hätte scheinen wollen. Irgend etwas arbeitete in ihr. Kampbausen, dessen Ruf sie kannte, für sie glühend— sie hätte keine Frau sein dürfen. hätte nicht eine verständliche Eitelkeit sie gestreichelt. Sie spürte eine gefährliche Lust zu versuchen, wie weit er sich wohl treiben ließe. und war froh, daß sie sich nun selbst an all dem gehindert hatte. Zum erstenmal in ihrem Leben hatte das Abenteuer des Gefühls sie gestreift. und noch zitterte sie ein wenig von der Berührung. So überhörte sie es, daß Suhr keuchend und schwitzend seinen Apparat zum Schuppen schleppte. Er öffnete die Türen weit, stieß einen kleinen Ruf der Ueberraschung aus und war bei ihr.„So schön, daß du da bist!“ sagte er mit kurzem Atem.„Gerade heute!“ „Warum gerade heute?" fragte sie. ihre Hand noch in seiner. „Weil ich heute zum allererstenmal ein bißchen zufrieden bin und sehe, daß ich etwas zuwege bringe...“ Er unterbrach sich.„Du mußt entschuldigen, der Apparat muß herein— ich möchte gerade heute nicht, daß andere ihn sich zu genau besehen.“ „de eebele? lacte be. Merte. 16 helte Gemeinsam schleppten sie die schwere Maschine in den Schuppen, dessen Türen Suhr sofort abschloß. Dann sagte er lachend:„Man muß den Göttern anscheinend Opfer bringen. wenn sie ihren Segen geben sollen!" „Und welches Opfer hast du ibnen gebracht?“ fragte Tilde. Sie saß vor ihm auf der Werkbank, wippte mit dem Fuß. dessen Svitze zuweilen unter dem langen Mantelkleid hervorlugte und wieder verschwand, und blickte ihn lächelnd an.„Den obligaten Ring?“ Suhr schüttelte den Kopf.„Ich habe heute früh das Auto verkauft", sagte er endlich. ich konnte es nicht mehr halten, und ich mußte auch wieder Geld haben. Nun reicht's für die nächste Zeit— wenn der da—“. er wies auf den Apparat.„nicht zu viele Ansprüche stellt.“ „Schade!“ antwortete das Mädchen langsam.„Gerade jetzt, wo ich mich ein bißchen daran gewöhnt hatte! Jetzt kann ich mir direkt vorstellen, daß man nicht mit Pferden fährt. sondern mit so einem Ding...“ Und zum tausendstenmal erwog sie dabei, wie sie Walter helfen sollte; sie sab sehr gut, daß er ewig in finanziellen Schwierigkeiten stak, obgleich er nie zu ihr davon sprach. Aber was konnte sie tun? Gie hatte nichts, und sie kannte keinen Menschen. der Lust hätte. Geld in die Fliegerei zu stecken. in diesen ganz und gar verrückten Sport, aus dem nie etwas Gescheites werden würde, wie unlängst einer der Gäste ihres Vater sehr überzeugt behauptet hatte.„ Er lachte trocken.„Siehst du, so ist es. Was man hat mag man nicht. Und wenn man auf den Geschmack kommt, ist's zu spät.“ „Nein!“ widersprach sie heftiger als er erwartet hatte, als nötig war.„Nein, so ist es nicht! Ich vermochte es ja wirklich nur. weil es uns ein wenig Zeit sparte. Wir haben ja so entsetzlich wenig Zeit für uns— und wer weiß. wiensel uns überhaupt noch bleibt“ „Nicht!“ unterbrach er sie mit plötzlich verfinstertem Gesicht.„Ich will das nicht haben! Wenn man dauernd daran denkt, daß etwas geschehen könnte, dann dürfte man überhaupt nicht mehr aufsteigen. Dann könnte man es einfach nicht mehr. Es darf nichts geschehen! Es wird nichts geschehen! Man darf sich's eben einfach nicht vorstellen— das ist alles.“ Sie nickte.„Ich weiß, ich weiß. Man darf eben nicht. Sela! Streusand! Ob man es kann — danach darf man euch freilich nicht fragen." „Ich tu' es ja auch nicht.“ (Fortsetzung in der nächsten Nummer) Druck und Verlag: Zeitungeverlag für Westfalen G. m. b.., Bleiefeld, Schulstraße 20. Fernruf 351—358 Verlagsleiter: Watter Wittenberg Hauptschriftleiter: Dr. Hans Havemann. Stellvertr Hauptschriftletter Adolf Manne Verant wortlich für Politik, Wirtschaft und Vermischtes: Wolfgang Thomas. für Kunst, Kultur und unterhaltende Beilagen: Dr. Hans Havemann, für Gemeindepolitik, Lokalee und Gericht: I. V. Hermann Eichler für Provinz und Bewegung: Adolf Manna, für Sport: Erich Winter, sämtlich in Bielefeld.— Ferner die in den lokalen Tellen der einzeinen Stadtausgaben angeführten Schriftleiter.— Berliner Schriftleitung: Dr. Hans Seel, Berlin SW 68, Charlottenstraße 82.— Für den Bilderdienst verantwortlich die Ressortsohriftleiter.— Verantwortlicher Anzeigenleiter: Heinrich Erdmann, Bielefeld. Zursent iet die Anzeigenpreisliste Nr. 3 güitig. D. A. VIII. 1938: Bezirksausgabe-Blelefeld über 28 200 (davon Lokalbeilage Halle über 2300) Bezirksausgabe-Gütersloh über 2000 Bezirksausgabe-Herford eber 5 700 Bezirksausgabe-Oeynhausen über 2000 Bezirksausgabe-Minden über 6 800 Bezirksausgabe-Lübbecke.... über 3 400 Gesamtauflage aber 30 100 Dr. Hanspeter Rieschel: Die Zene Wänden und deieot sien Am Sonnabend 10. September, eröffnet das Stadttheater Bieleseld mit„Peer Gynt“ seine diesjährige Spielzeit. Die nachstehende theatergeschichtliche Betrachtung sandte uns der neue Dramaturg des Theaters. Wir sitzen in dem bellerleuchteten Zuschauerraum eines modernen Theaters. in Erwartung. daß die Lichter gelöscht werden, daß auf den Gongschlag der Vorhang sich vor dem Bühnenbild teilt und das Spiel beginnen kann. Diese Zeremonie ist Abend für Abend die gleiche. Wem von uns ist dabei wohl einmal der Gedanke durch den Kopf gegangen, daß all dies ja auch völlig anders sein könnte und daß es zu anderen Zeiten auch wirklich anders war. An uns selbst erleben wir, daß uns etwas immer wieder vor die Bühne drängt: Die Schaulust. Sie war von den Anfängen des Theaters bis heute der eigentliche Nerv des Theaters. Die Lust an der Schau gab dem Theater mehr als den Namen: den Ort und die Bedeutung im gesellschaftlichen Leben. Gleich blieb sich die Schaulust; verschieden waren die Formen und Techniken des Theaters, das sie erfüllte. Solange es Theater gibt, trifft das Auge der Menschen immer auf zwei Dinge. auf die Szene und auf den Schauspieler, der sich auf ihr bewegt. Gehen wir nun einmal den Weg zurück dorthin, wo es keinen verdunkelten Zuschauerraum, keine Rampe und keine wechselnden Bübnenbilder gibt. Da taucht vor uns das Rund des griechischen Amphitheaters unter freiem Himmel auf. die Reihen der Zuschauer steigen im Halbkreis um die„Orchestra“ an. die nach hinten durch die„Skene“ schlossenes Bühnenhaus— abgegrenzt ist. Aus ihr treten die Schauspieler auf die davor gelegene Oberbühne. Ihr Sviel bildet in innerer und äußerer Bewegung eine Einheit mit der großlinigen Bühnenarchitektur. Die Spiele des Mittelaltere fanden zum größten Teil auch im Freien statt; nur anfangs spielte man im Innern der Kirchen. Der Vorraum und die Stufen vor den Portalen der Dome waren der Schauplatz, die Fassaden das„Bühnenbild“ vor dem das Spiel sich entwickelte. Schließlich löste es sich ganz vom Kirchenbau und ging auf die Brettergerüste. die auf dem Markt der Städte aufgeschlagen wurden. „Dekorationen“ waren die Häuser, die den Markt umstanden— so wie heute wieder der „Römer“ und die Häuser um den Markt in Frankfurt am Main den Hintergrund der Spiele bilden. Die primitiven Aufbauten. Uebergänge und Treppen dieser sogenannten Simultanbüne dienten einem praktischen und technischen Zweck. Sie ermöglichten den Ablauf des Spiels. Die Zuschauer aber— nun nicht mehr gebannt in die festen Reihen des Amphitheaters— drängten von allen vier Seiten an die Szene heran und wanderten mit den Spielern von Schauplatz zu Schauplatz. Daß der Zuschauer zum nächsten Szenenbild wandert. mag wie eine Verdrehung der Ordnung des Theaters uns anmuten, die wir die Szene von unsichtbaren Händen auf der' Bühne„sich verwandeln“ zu sehen gewohnt sind. Heute haben wir aber im Film im Aufnahmevorgang etwas ganz Aehnliches, wenn die Kamera alo stummer Zuschauer mit den Spielern den Weg durch eine aufgebaute Dekoration macht. Die Humanisten konnten mit dieser Bühne nichts anfangen. Wie auf allen kulturellen Gebieten suchten sie auch für das Theater in der Antike nach einer gemäßen Form für ihr Theater. Sie finden es in der Bühne des römischen Komödienschreibers Terenz. Diese Bühne hat eine schmale Svielfläche, ist unverhältnismäßig viel breiter als tief und steht auf einem Podium. Nach drei Seiten ist sie offen. Hinten wird sie durch eine Schauwand abgegrenzt. die durch Pilaster und Vorhänge in vier und mehr Abteilungen gegliedert ist. Auch diese Bühne schlug man noch unter freiem Himmel auf. Zuschauerraum und Bühne waren nicht streng geschieden. Besonders aber fehlt ihr im Vergleich zu heute die Tiefe. Das Spiel muß etwas von der Wirkung eines belebten Reliefs gehabt haben.“ In unserer Zeit haben wir ähnliche Wirkungen auf der Stilbühne erlebt. In der dritten Dimension fehlt ihr das Beste zu einer wirklichen Wirkung. Die Tiefe der Bühne zu finden, war die Sache der Barockzeit, mit ihrer Liebe zu Fülle. Prunk und Plastik in allen Lebensäußerungen. Die Vorarbeiten zur Tiefenbühne leisten die italientschen Renaissancemaler. Das neue Raumgefühl fordert eine neue Bühnengestalt. Die Entdeckung der Perspektive werten die Italiener Serlio und Palladio für die Bühne aus. Der Vorstoß in die Tiefe wird aber nur erst in verspektivischen Dekorationen unternommen. Nur der Vordergrund weist plastische Dekorationen auf. Tiefe wird mit anderen Worten nur vorgetäuscht. Wirkliche Tiefe hat die Shakespeare: Bühne in ihrer ausgeprägten Form von Vorder= und Hinter=Bühne, um die sich der feste Rundbau des Zuschauerraums mit offener Kupvel kreisförmig schließt. Was das Dekorative anlangt. ist diese Bühne von einer puritanischen Sparsamkeit. Man verschmäht jegliche Illusion der Szene. Allein durch die Magie des Wortes, das den suggestiven Schauspieler verlangt. wird die„Szene“ vor der Phantasie ders Zuschauers aufgebaut. Nur ein dürftiges Requisit tritt hin und wieder zum Wort. so z... wenn auf der vom Tageslicht erleuchteten Bühne eine Fackel die Nacht versinnbildlicht. Aber die Illusion der Worte ist stärker: „Wie süß das Mondlicht auf dem Hügel schläft" oder „.. sieh den neid'schen Streif. der dort im Ost der Frühe Wolken säumt. Die Nacht hat ihre Kerzen ausgebrannt. der munt're Tag erklimmt die dunst'gen Höh'.“ — und schafft eine unerreichbare Wirklichkeit im Innern der Schauenden. Der„Dichter" weitet die Dimensionen der Szene. Und das zu einer Zeit, da das Festland sich überwiegend an einer Darstellung der Wirklichkeiten und Unwirklichkeiten übernimmt. Da fliegen Engel und Dämonen durch die Lüfte. Kriegswagen rasen vorüber, allerlei Tiere Eurovas und Afrikas spielen mit. Schlachten toben und am Schluß erscheint die Hölle oder der Himmel. Der Pomp auf der Bühne feiert Triumphe in Balletts. Aufzügen(Revuen) und Schaustellungen der Overn. Das Ende ist, daß die Technik den Menschen und das Wort ganz von der Bühne drängt und die„Maschine“ allein svielt. Auf diesen Entwicklungsstand des Theaters mußte der Rückschlag kommen. Er kam im 18. Jahrhundert als Extrem: mit der Forderung. daß das Theater in erster Linie dem Wort zu dienen habe. Die Forderung nach der DreiEinbeit des Ortes. der Zeit und der Handlung, die diese Zeit wiederum an das Drama stellte, mußte sich natürlich auch auf die Bübnenform auswirken: Der gesamte Apparat des Theaters schrumpfte auf ein Minimum zusammen. Man brauchte weniger Personen: der Szenenraum wurde dementsprechend kleiner, die Ausstattung wesentlich sparsamer. Leider gingen auch die hochentwickelten technischen Künste und Knise, die nur, solange sie gebraucht werden. lebendig bleiben, verloren. Der Vorhang. der bis dahin auf Ober= und Nebenbühnen als gliederndes Mittel verwandt worden war. gewann für dies Theater des Wortdramas als „oottsche Zäsur“ eine ungeahnte Bedeutung. In den nun meist geschlossenen Theaterbauten rückt er zwischen Bühne und Zuschauerraum an die Seite. die der Schauspieler noch heute die „vierte Wand“ nennt. Die Form der„Guckkasten=Bühne". auf die das Theater seit dem Ende der Renaissance sich hinentwickelte, hat damit ihre Vollendung erreicht. Von Barock bis heute geben Form und Ausmaße dieser Bühne dem bildenden Künstler das Gesetz für sein räumlich bildhaftes Gestalten und dem Schaufpieler das Gesetz für seine Bewegung. GUTUSETSCUUE im I. Jubildumsmonat! Neute, Freitag,.00 Uhr die zweite außerordentliche Premiere der Saison— eine Wesselm- Sremiere! PacdWessen als Medizinstudentin Hanna Kurfreit wird hier zu einer Offenbarung Es ist ihr einalger Plim der Scison. uss Buz und unz e uer. diesen Film wie das Publikum, welches bisher Gelegenheit hatte, diese Meisterleistung der Wessely## zu bewundern. Sie sagt in ihren Kritiken: A# „Einzigartig“:„Wunderbar“ SEU EEEENE — Pete. Detersen, dem groß. Charakterdarsteller, Allila-Horbiger, sowie der entzück. Sängerin Jane Tilden Auf der Bühne begrüßt Sie: direkt v. der Skaia Berlin kommend Deutschlands humorvollster Plauderer CchtwaltterrSps und erzählt ihnen Dinge ndllche nicht aug Dingel? Spielzeiten:.00,.00 und 8 15 Uhr.- Sonntags ab.00 Uhr. Freikarten u. Passepartouts haben keine Gültigk. bis auf weiteres Freude am Kunötgenuß durch elegante Kleidung Ce Bitte Fenster beachten EOTDUNE Brackwede Teleion 6685 Heute Freitag bis Montag zeigen wir den neuesten Marry-PIel-GrOBTIIm Dieser unmögliche Herr Pitt überrascht uns mit Sensationen, die wahrlich nicht alltäglich sind und die nur ein Harry Plel vollbringen kann. Unser Harry— ganz groß, gans toll, ganz wunderroll! Vorher: Kulturtlim— Wochanschau Aufführungen Wochentags: 6,.15. Sonntags: 4, G, 8. 15 Jugendliche über 14 Jahre zugelassen! Sonntag 2 Uhr Jugendvorstallung! Zwangsversteigerungen Sonnabend, 10. September 1938. Auktionshalle. Am Bach Nr. 12. hierselbst, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung: 10 Uhr. Ober=Gerichtsvollzieber Ulbricht: Küchenbüfett. Kredenz. Schreibtisch, Grammosonschrank, Silberschrank. Schreibmaschine, Rundtisch, Bücherschrank. Standuhr. Teppich, Sofa, Oelgemälde. Schnellnäher, Posten Möbel, Backensessel, Reisendraht, Geldschrank, Herrenzimmer usw. 10 Uhr. Ober=Gerichtsvollzieber Boßkötter: Radiogerät. Schreibmaschine, Geldschrank, Bücherschrank. Büfett, Standuhr usw. 10 Uhr, Menzel, Justizvollstreckungsassistent i..: 1 Herrenzimmer, Brillantring. 2 Oelgemälde, Klavier, Bücherschrank mit Büchern, Teppich. Gosa, Gessel, Gardinen u. a. m. Der Verkauf findet bestimmt statt. 10 Uhr. Ober=Gerichtsvollzieher Diestelhorst: 1 Posten neue und gebrauchte Möbel, 1 neues Schlafzimmer, Küchenschränke, Wohnzimmerschrank, Küchentische, Flurgarderoben. Eisschrank, Kautsch, Stehlampe, Teppiche. Oelbilder. Teewagen, Schreibtische, Rundtische, Klubsofa, Registrierkasse. Ferner an Ort und Stelle um 12.15 Uhr, Schlosserstraße 4: Fräsbank, Schleisbock, Bohrmaschine, Schweißapparat, Fahrradteile und halbfertige Rahmen u. a. m. In Brackwede befindet sich die 1D---Annahmestelle Abeif-Hitler-Str. 50 (Telefon 5143 Gewinnauszug 5. Klasse 51. Preußisch-Süddeutsche(277. Preuß.) Klassen-Lotterie 6 Gewinne zu 10000 RM. 29092 181968 299049 4 Gewinne zu 5000 RM. 49178 97653 4 Gewinne zu 3000 RM. 171643 347307 12 Gewinne zu 2000 RM. 14370 114870 118103 137202 303880 36662 66 Gewinne zu 1000 RM. 24436 37882 48449 49218 66235 71129 72034 76480 102908 104434 115624 121685 124825 126666 127390 136514 138901 145035 188097 203123 203884 206811 212049 238569 240675 246447 263615 271198 297496 318835 351489 367446 393413 110 Gewinne zu 500 NM. 7978 18443 20764 23363 29601 35787 59917 73840 73888 85812 88911 92036 102669 113974 121697 30952 132404 140412 140696 145462 152034 155187 156495 165477 169596 178121 181145 184203 186946 188108 206827 211677 220666 234232 238564 249032 262062 263626 275207 282790 283931 287459 292197 293736 300157 304908 312871 328772 346718 364569 364906 385784 385922 388163 391957 186 Gewinne zu 300 RN. 1607 12034 14611 16579 16635 20367 32395 22853 26445 27792 28027 37450 54526 58773 68158 7100 82727 84751 87716 90083 94222 100132 104007 10448 107963 108797 114823 118084 118215 126090 128396 138949 142047 142119 143910 144326 145077 150146 151478 163197 177827 180064 188604 192279 193967 203106 205870 208561 211549 217318 221874 223005 230572 232248 236483 241355 244304 248871 255514 262250 267507 269439 273831 277736 280163 280353 288447 288448 290407 298809 301372 303345 315869 319566 325635 326735 330769 336553 337367 339441 344313 353799 359008 367135 370964 371276 374219 376390 379783 380014 380495 381273 Außerdem wurden 4612 Gewinne zu 150 RM. gezogen. In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 10000 AM. 206889 2 Gewinne zu 5000 RM. 286677 8 Gewinne zu 3000 RM. 58124 126853 189376 279933 33 Hewinne zu 2000 AM. 27870 50996 63152 183356 220040 zcosol 306823 330044 846566 358051 361213 Esminge 15#100 NM 11810 13067 17788 65481 69368 89726.-0. JM723 112358 143140 143499 153459 156304 167152 199104 20108; 217918 228883 259485 285544 303857 315293 9219|4 328095 342551 303741 389789 396842 R3., 3924 10880 19426 20444 31441 31554 98535 P, 3913 Bö7s1 59329 63237 66840 6839e 70560 73758 40893 171110 183206 18913.89038 87291 116925 132068 136170 216634 246252 284357 34 194588 195301 195564 201621 211696 29645s 301s65 307075 318333 261580 272069 272746 285490 290868 891376 392665 3940s3 399362 333333 01 88r00s srübet sez0. w 14289 10065 34920 40186 23 61310 61814 62591, 57833 176 Gewinne zu 300 RN. 3750 739“ 3993 44722 53936,86073 66116 5970 95335 13531 2agpos 13333 Ptucf 95452 92655 213149 16581 247923 249706 359ses 26511 225252 225672 227200 240767 243620 266607 297635 306361 3 265406 266136 271252 274941 263666 32493s 326341 336iss S3 143 0 Ss 376886 3raae: aaasen seat: scohlb 36457e 36088s se7ste 367 Sesbe Srovn! Sprose 301673 391916 302005 302130 306431 397796 Staatliche Letterie- Einachmen Reitomeyer, Niedernstraße 11 v. Weltzien, Viktoriostraße 1 Berteismann, Kosterstraße 4 „*„ 0* Zweites Blatt der Westfälischen Neuesten Nachrichten, Nr. 211 Freitag, 9. September 1938 „Guck die die an....“ Wenn ein junger Mann zwischen fünfzehn und siebzehn seine in diesem Alter besonders wirksame Kritik bei Mutter und Schwester nicht anbringen kann, dann kommt es nicht selten vor, daß er sich mit Kameraden seines Alters auf den Bummel begibt, bloß, um die ganze aufgespeicherte Nörgel= und Kritiksucht seiner unverstandenen sechzehn Jährlein an den Mann oder richtiger an die Frau bringen zu können. Ein stets willkommenes Objekt dazu bietet die gerade vorherrschende Mode, und so läßt man schlenkernderweise das elegante weibliche Bielefeld an sich vorüber„Nevue" passieren. Und im gegenseitigen Austausch der Meinungen gibt man seiner Einstellung ungefähr folgendermaßen Ausdruck:„Mensch, guck dir die an, die mit dem Nöhrenhut!! Das ist der schiefe Turm von Pisa! Wenn die gegen den Wind läuft, verliert sie glatt das Gleichgewicht...“ „Haste die gesehn? Blitzrock und Evastelzen! Und'n Koppdeckel, als hätte sie sich im letzten Augenblick noch fix'n Pfannkuchen auf'n Deetz gestülpt... so'n Irrsinn, was?“ „Au Backe, guck bloß die an, die geht aber in Ordnung—.— Mensch, bist du das, Lotte?“ Und nun gehen die Kritiker, zwischen sich Lotte, im Gewühl der Promenierenden beglückt und stolz, daß Lotte„so in Ordnung geht“! P. holländische Flieger kommen Gäste in Münster und Bielefeld Am 24. und 25. September treffen sich deutsche und holländische Flieger in Westjalen, die als Gäste des Aero=Klubs von Deutschland und der Deutsch=Niederländischen Gesellschaft Münster und Bielefeld besuchen werden. Die Ankunft der Teilnehmer ersolat am Sonnabendmittag auf dem Flughafen in Münsterandorf. Nachmittags findet eine gemeinsame Autobusfahrt zur Wasserburg Haus Hülshoff und zur Annette=von=Droste=Gedächtnisstätte n Haus Rüschhaus statt, woran sich ein Empang durch den Oberbürgermeister der Stadt Münster im historischen Friedenssaal des Alten Rathauses anschließt. Sonntag vormittag starten die Gäste vom Flughafen aus nach Bielefeld, von wo aus eine gemeinsame Fahrt nach Oerlinghausen zur Besichtigung der Vorführungen der Gruppe Westfalen des NS.=Fliegerkorps auf dem Segelfluggelände erfolgt. Nachmittags beteiligen sich die Teilnehmer an Veranstaltungen des RSFK. auf dem Flughafen in Bielefeld. Das Abschlußtreffen findet dann abends im Rittersaal des Johannisberges statt. Ein Gechester von höhem kung und Wert Anerkennungsworte für unser städtisches Orchester aus berufenem Munde Die 4. Richard=Wagner=Festwoche in Detmold wurde zum tiefen Erlebnis großer deutscher Meisterkunst für Tausende deutscher Volksgenossen aus allen Kreisen der Oeffentlichkeit. Sie wurde zu einer von größtem Erfolg gekrönten Tat, an deren Vollendung mitschafften neben führenden Künstlern der deutschen Opernbühnen, Chören und Vokalvereinigungen das Bieleselder Städt. Orchester unter Leitung Musikdirektors Gößling. Wie sehr die künstlerischen Leistungen unseres Städt. Orchesters in Detmold begeisterten, beweisen die vielen Anerkennungsschreiben, die ihm von großen Persönlichkeiten deutschen Musikschaffens zugestellt wurden. Reichsstatthalter und Gauleiter Dr. Meyer: „Volle Anerkennung und herzlichen Dank der ausgezeichneten Leistung. gez.: Alfred Meyer.“ Generalintendant Staatsrat Tietsen: Ich war sehr angenehm überrascht. Bravo! gez.: Tietjen.“ Otto Daube: „Das war gut gelungen! Es war die reibungsloseste und freundschaftlichste Arbeit. Vivant sequentes! Mit dem herzlichsten Dank für alle Arbeit, Sorgen, Mühen, Entbehrungen, „fern von Weib und Kind“! Heil Hitler! gez.: Otto Daube.“ Generalmusitdirettor Pros. Reichwein: „Sehr geehrte Herren! Nachdem ich nunmehr die Ehre hatte, Sie in den Festaufführungen von„Tristan" und„Meistersinger" zu dirigieren, will ich Ihnen unaufgefordert und aus freien Stücken meine Eindrücke mitteilen: Ihre Leistungen haben nicht nur mir große Freude bereitet und mich mit Stolz auf den 1000 Meler dachf in Werisilewdung Sportappell der Betriebe bringt alle Kameraden an den Start 4 Angefahren und verletzt Am gestrigen Nachmittag wurde ein Kind, das die Detmolder Straße überqueren wollte, von einem Auto angefahren. Im Krankenhaus wurden Kopfverletzungen festgestellt. Erstmalig werden in diesem Jahre die Sportappelle der Betriebe durchgeführt. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat hierzu gesagt, daß es nicht das Ziel sei, Matadore heranzuziehen, sondern man wolle einzig und allein gesunde Menschen in den Betrieben haben. Ein gesundes Volk ist zu 90 Prozent die Lösung der ganzen sozialen Frage. Daß diese Sportappelle überall eine machtvolle Kundgebung für den Gedanken der Leibeserziehung sind und auch den letzten Volksgenossen im Betriebe dem Sport aus freiem Willen und Wunsch zuführen, konnte man gestern nachmittag auf der Königsbrügge beobachten. So wie hier die Hunderte von Arbeitskameraden antraten zum freiwilligen Sportdienst, so ist es augenblicklich überall in Deutschland. In Bielefeld haben rund 50 Betriebe mit 8000 Teilnehmern sich zum Sportappell angemeldet. Die größte Zahl der kleineren Betriebe hat bereits den Appell durchgeführt. Die Struktur der größeren Betriebe erfordert es, daß an verschiedenen Tagen die vorgeschriebenen Uebungen erfüllt werden. Zunächst handelt es sich dabei um'e Durchführung der Uebungen für den ersten Teil„Wettbewerb des guten Willens". Dieser umsaßt drei Uebungen, und zwar: Medizinballstoßen 6,50 Meter weit, Dauerlaufen über 1000 Meter in sechs Minuten und Weitsprung über 2,80 Meter. Die Königsbrügge hat wohl selten soviel aktive Teilnehmer gesehen wie gestern, als eine Abteilung eines Großbetriebes mit rund 700 aktiven Wettbewerbern die Uebungen durchführte. Es wurde im wahren Sinne des Wortes hierbei gezeigt, daß man den guten Willen hatte. Es kam nicht darauf an, wie man den Wettkampf bestritt, Hauptsache war, daß man mitmachte. Da liefen zum Beispiel die Männer, jeden Alters beinahe, in Sportkleidung, in langer Hose, mit den schweren Werktagsschuhen oder sogar in Barfuß. Hauptsache war wiederum, daß jeder die 1000 Meter durchstand. In Riegen von jeweils über 100 Lang anter nosen und Bähllen Das KdF.-Fest der 10000 Blüten auf dem Johannisberg Wenn man von einem KdF.=Fest in Bielefeld spricht, dann weiß man von vornherein, daß es ein wirkliches Fest ist. Jedes Fest hat seine eigene Note, aber daß ganze Räume mit Blumen geschmückt werden, dürfte in einem derartigen Ausmaße weit und breit noch nicht vorgekommen sein, wie dies am Sonnabend auf dem Johannisberg zu sehen sein wird. Die Vorbereitungen sind eifrig betrieben worden und man kann sich davon überzeugen, daß 10000 Blüten keine Uebertreibung sind. Das wird ein wirkliches Blumenmeer und ein wahres Blütenfest werden. Und gerade jetzt, wo wir Abschied nehmen müssen vom Sommer, wird man gern noch einmal unter Rosen wandeln. Außerdem ist dieses Fest gewissermaßen der Statt zu den Winterveranstaltungen von KdF. Die große Tonhalle wird ganz mit Rosen ausgeschmückt und über dem Vorführungspodium wird sich ein Baldachin von osen erheben. Allein in der Tonhalle kommen so, an allen Wänden und von der Decke herunterrankend, über 2000 Rosenstiele mit entprechend vielen Blüten zur Verwendung. Wenn man bedenkt, daß es sich bei dem ganzen Fest nur um Naturblumen handelt, kann man sich eine Vorstellung davon machen, welche Arbeit dazu gehört, um alles bis zum Festabend frisch zu halten. Dafür hat man eine neue Art gefunden. Ueberall kommen die Blumen aus Froßen Behältern, in denen Tannengrün und ner sich befinden. Im großen Saal aber wird man ein Fardenwunder einer regelrechten Dahlienschau bewundern können. Alle Pfeiler werden durch Dahlien verdeckt und jede der vier Seiten= und der beiden Kopfwände werden mit je 500 Dahlien geschmückt. Von der Empore herab aber hängt das große 3½ Meter lange Füllhorn, das ein Gewicht von mehreren Zentnern hat. Ganz in rot und weiß ist dieses Füllhorn aus Dahlien gehalten, und nun kann man raten, aus wieviel tausend Blüten dieses Riesenfüllhorn hergestellt wurde. Im ganzen gibt es vier Freiabonnements für die Feierabendgemeinschaften zu gewinnen, da lohnt sich schon ein Rechenexempel. Die richtige Anzahl der verwandten Blüten wird von der Herstellerfirma im verschlossenen Umschlag dem Kreiswart Pg. Schneider erst kurz vor Lösung des Blumenratens übergeben. Das ist aber noch nicht alles, was an diesem ersten großen KdF.=Fest am Sonnabend auf dem Johannisberg geboten wird. Die Bierschwemme führt diesmal den Namen„Jur Sonnen= blume“ und wird entsprechend dieser Benennung mit Sonnenblumen geschmückt. Das würde an sich schon genügen, das Fest zu besuchen, aber es wird noch mehr geboten. Ein Groß=Varieté=Programm wird abgerollt, das nur von Berufsartisten, Trapezakt, Radfahrakt, Doppelreck=Vorführung usw. durchgeführt wird. Unsere heimische Tanzmeisterin Anni Menge vom Stadttheater wird einen Blumenwalzer tanzen, und dann stehen drei Tanzflächen zur Verfügung, um nach den Klängen der SA.=Kapelle und der Tanzkapelle des IR. 18 zu tanzen. Jeder Besucher aber erhält beim Eingang bereits eine natürliche Rose als Festabzeichen. Mann wurden die Läufe gestartet, trat man zum Medizinballstoßen und zum Weitsprung an. Jeder Teilnehmer hatte eine Karte mit Nummer, und stolz wurde vorgezeigt, daß man hernach auf seiner Karte ein großes„B“ hatte. Das heißt: bestanden! Was bedeutete es, daß das Schiedsgericht zunächst unter dem Regenschirm am Tisch saß, es mußte arbeiten, denn die Werkskameraden erledigten ihre Uebungen am laufenden Band. Ganz davon abgesehen, daß sast alle mitmachten, wurden sogar beim 1000 Meter=Lauf Zeiten von etwas über drei Minuten erzielt. Wo wäre früher etwas derartiges möglich gewesen? Man muß das gesehen haben, wie dieser Spartappell, gepaart mit einer vorbildlichen Kameradschaft, alle anspornt. Um den Gedanken der Leibesübungen brauchen wir in Deutschland nicht mehr ängstlich sein. hohen Rang des deutschen Musikers erfüllt, sondern ganz allgemein Bewunderung erregt: bei Publikum, Sängern und prominenten Einzelpersönlichkeiten. Wenn auch ein Teil des Erfolges sicherlich Ihrem ständigen Dirigenten Werner Gößling sowie auch vielleicht mir selbst zuzuschreiben ist, so kann doch kein Dirigent aus einem Orchester herausholen, was nicht in ihm steckt. Sie haben also einwandfrei bewiesen, daß Sie eine kulturelle Körperschaft hohen Ranges und Wertes sind, und ich wünsche von Herzen, daß dieser Tatsache in jeder Hinsicht Rechnung getragen werden möge. Heil Hitler! gez.: Pros. Leopold Reichwein, Generalmusikdirektor, Dirigent an der Wiener Staatsoper.“ Generalmusikdirektor Prof. Pabst: „Nach dem Konzert vom 7. Juni in Detmold hatte ich leider keine Gelegenheit mehr, Sie persönlich zu sprechen und habe einen Ihrer Herren Konzertmeister gebeten, Ihnen und dem ganzen Orchester meine Bewunderung auszudrücken über die ganz ausgezeichnete Leistung, die sie an diesem Abend vollbracht haben. gez.: Eugen Pabst.“ Feierabendgemeinschaften Nur noch Plätze in zwei Gemeinschaften Sofort nach Eröffnung der Feierabendgemeinschaften von KöF. setzte eine lebhafte Anmeldetätigkeit ein. Außer den geschlossenen Gemeinschaften für eine Anzahl.von Großbetrieben, standen fünf Feierabendgemeinschaften noch zur Verfügung. Hiervon sind jetzt nur noch die Gemeinschaften drei und elf offen, alle anderen sind bereits voll besetzt. Da die Anmeldungen noch laufend jeden Tag eingehen, müssen die etwa noch vorhandenen Bewerber auf einen Platz sich umgehend bei der Kreisdienststelle melden. Weitere Feierabendgemeinschaften können nicht mehr gebildet werden. Kostecher ader den Kundl Bielefelder Schülerinnen auf großer Fahrt II. So groß auch die Spannung vor unserer Ankunft in Coventry gewesen war, der warmherzige Empfang am Bahnhof ließ alle Fahrtteilnehmer sich gleich heimisch fühlen. Die ungewohnte Umgebung kam überhaupt niemanden zum Bewußtsein. Einladungen noch an demselben Abend wie an den folgenden, ein großer Tee=Empfang am folgenden Tage in der festlich geschmückten Halle der Schule stellte rasch persönliche und vertrauensvolle Beziebungen her. Bei dieser Gelegenheit widmeten die Direktorin. Miß Barrow, und der Vorsitzende des Kuratoriums, einer für die Schulen einflußreichen Körverschaft, den deutschen Gästen freundliche Worte des Willkommens, auf die der Führer der deutschen Gruppe herzlich erwiderte. Die deutschen Mädel waren der Mittelpunkt allgemeiner Aufmerksamkeiten. Etwas für uns ganz Eigenartiges stellte die Schlußfeier, das„marks reading“, vor den Sommerferien dar. Wiederum gedachte die Direktorin zunächst der deutschen Gruppe in liebenswürdigen Worten, indem sie zugleich feststellte, daß sie die erste Fremde sei, die je dieser Veranstaltung beigewohnt habe. Auf uns alle machte hier die Art großen Eindruck, wie das Leistungsmaß und die Leistungswilligkeit in körverlicher und geistiger Hinsicht, die gesamte sittliche Haltung in allererster Linie vom Standpunkt der Klassengemeinschaft aus angesehen und beurteilt wurden. Loden-Mäntel Uns. gepflegte Spezialität zu RM. 24.-, 28.-, 22.-, 28.-, 40.-,45.Millenkötter& Mirow Bahnhofstr. 19 u. 192 Lodenversandhaus seit 1923 Wer nicht seine ganze Kraft zum Vorwärtskommen einsetzt, wer durch unerwünschte, nicht einwandfreie Haltung innerhalb oder außerhalb der Schule auffällt, schadet dem Rufe seiner Klassengemeinschaft, hemmt ihr Weiterkommen und verdient in erster Linie aus diesem Grunde Tadel. Daneben tritt dann die Anerkennung besonderer Einzelleistungen oder von persönlichen Verdiensten um die Haltung und den Geist der Klasse, um die Pflege und die VerSchnell wurde Freundschaft mit englischen Schülerinnen geschlossen. hausjahrmütler, herhören! Freizeitlager für Hausjahrmädchen In dem Freizeitheim des BDM.=Untergaues in Amshausen oder in der Kreisschule Winkelshütten müssen alle im Großkreis Bielefeld=Halle untergebrachten Hausjahrmädel ein Freizeitlager durchmachen. Die Hausjahrmütter haben sich bei Abschluß des Vertrages verpflichtet, die Mädel für ein solches siebentägiges Freizeitlager zu beurlauben und auch die Kosten zu übernehmen. Die Mädel unterstehen der Betreuung durch den BDM. und die Abteilung Volkswirtschaft—Hauswirtschaft des Deutschen Frauenwerks. Sie verleben in den genannten Heimen nicht nur eine im Geiste der Kameradschaft stehende schöne Freizeit, die ihnen Erholung bringt, sondern werden auch weltanschaulich geschult. Die für den Monat September vorgesehenen Freizeitlager der Hausjahrmädel sind voll besetzt, so daß Anmeldungen nicht mehr angenommen werden können. Nach der Kartoffelernte beginnen im November weitere Freizeitlager, zu denen alle Mädel einberufen werden, die bisher noch nicht teilgenommen haben. Die Hausjahrmütter müssen sich also auf diesen Zeitpunkt für die Beurlaubung ihres Mädel einrichten. Führerschein Klasse 4 Kurse beim Berufserziehungswerk Das Berufserziehungswerk der DAF. teilt mit, daß weitere Lehrgänge am Montag, 12.., und Dienstag, 13.., jeweils um 19.30 Uhr im Berufserziehungswerk der DAF., Lutterstr. 20, beginnen. Die Teilnehmergebühr beträgt 4,20 RM. Die Teilnehmerkosten sind rechtzeitig vor Beginn der Lehrgänge in der Geschäftsstelle während der Geschäftszeit von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr zu lösen. Sonnabends ist geschlossen. Spartarten für voltswagen Antragsteller können ihre Karten abholen Bei der Kreisdienststelle der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ in der Marktstraße sind jetzt die Sparkarten für den KdF.= Wagen angekommen. Die Antragsteller für den Erwerb eines Volkswagens können jetzt diese Sparkarten in Empfang nehmen. Ebenso sind die Sparmarken bei der Kreisdienststelle erhältlich. schönerung des Klassenraumes durch Auszeichnungen oder ehrenvolle Erwähnung vor der Schulgemeinschaft. Die höchste Auszeichnung für jede Schülerin ist es. Präfektin ihrer Klasse. vielleicht sogar einmal Hauptpräfektin ihrer ganzen Schule zu werden. Diese Präfektinnen haben mancherlei Verantwortung, sind eine wertvolle und zuverlässige Unterstützung des Kollegiums bei der Aufrechterhaltung der Ordnung außerhalb des Unterrichtes, ja sogar außerhalb der Schule. Sie„amtieren“ jedesmal für ein Jahr. können aber wieder bestimmt werden. Auf ihren„blazers“, den gleichmäßigen Schuljacken und auf den Blusen tragen sie besondere Abzeichen. Gegenüber den anderen Schülerinnen genießen sie mancherlei Vorrechte. In den meisten Schulen steht ihnen ein eigener gemeinsamer Raum zur Verfügung zum Aufenthalt wie auch zur Arbeit. Hauptpräfektin gewesen zu sein, ist für das Weiterkommen im Leben eine wertvolle Empfehlung. Abei nar sprrimeistee=kommen Weltmeister Metze und Straßenmeister Arents werden begrüßt Die Fachschaft Radsport im Reichsbund für Leidesübungen tritt mit ihren aktiven und passiven Mitgliedern am morgigen Sonnabend. 15.20 Uhr, auf dem Kesselbrink an, um den Steher=Weltmeister Metze und den Deutschen Straßenmeister Jupp Arents, die beide Bielefelder Fabrikate fahren, in der Fahrradstadt Bielefeld würdig zu empfangen. Gegen 16 Uhr ist am Hauptbahnhof eine kurze Begrüßung vorgesehen. Dann formiert sich der Zug unter dem Geleit der NSKK. und der Werkskapelle der Dürkoppwerke zum Propagandamarsch durch die Stadt. Es geht durch die Bahnhofstraße zum Jahnplatz, dann weiter Niedernstraße. Alter Markt, Ratbausstraße zum Schillerplatz. Inmitten des Zuges befindet sich der Wagen mit dem Weltmeister Metze und dem Straßenmeister Arents, anschließend folgen die Angehörigen der Betriebssvortgemeinschaft der Dürkoppwerke. Die Teilnehmer des Marschblocks bilden auf dem Schillerplatz einen viereckigen Block und auf der Rathaustreppe werden die Vertreter der Partei, der Stadt Bielefeld, des Reichsbundes für Leibesübungen, des Fachamtes Radsport und der Dürkoppwerke Aufstellung nehmen. Ein Vertreter der Partei, der Stadt Bielefeld, des Reichsbundes für Leibesübungen und der Dürkoppwerke werden dann das Wort ergreifen. Anschließend tragen sich der SteberWeltmeister und der Deutsche Straßenmeister in das Goldene Buch der Stadt Bielefeld ein. Wie schon beim Empfana der große Matavoren Kilian=Vopel und der Giganten der Landstraße in der Deutschlandrundfahrt, wird auch diesmal Bielefelds Bevölkerung beweisen. daß sie ein Freund des Radsports ist und den Meistern einen stürmtschen Empfang bereiten. Jugend heraus! Am Sonnabend, 16 Uhr, empfängt die Fahrradstadt Bielefeld den Steber=Weltmeister Metze und den Deutschen Straßenmeister Arents. Metze, der tapfere Westfale, hat in der letzten Woche bei den Rad=Weltmeisterschaften in Amsterdam für die deutschen Farben den stolzen Titel des Weltmeisters der Steher erkämpft. In den schweren Rennen binter Motoren gelang es ihm, vor seinen berühmten internationalen Konkurrenten einen sicheren Sieg davonzutragen. Arents errang unter den Giganten der Landstraße in den Berufsfahrerrennen die deutsche Straßenmeisterschaft. Auch der junge Kölner hat— wie Metze— ein Bielefelder Fabrikat und damit Bielefelder Arbeit erfolgreich vertreten. Wir rusen zum Empfang am Hauptbahnhof, dem sich ein Propagandazug durch die Stadt mit einer Begrüßung auf dem Schillerplatz anschließt, gerade unsere Jugend heraus, die ja Träger der künftigen Entwicklung des Radsports ist und bei der Begrüßung der beiden Sieger, die als Sportler und als Menschen ganze Kerle sind, an erster Stelle stehen muß. Also: Jugend beraus! Verienaug zanl Meinlels 1 Jahr 8 Monate Zuchthaus Wegen Verleitung zum Meineid und wissentlich falscher Anschuldigung hatte sich der 39 Jahre alte Martin Fischer aus Melbergen, jetzt in Bielefeld wohnhaft, vor der 2. Großen Stafkammer zu verantworten. Der bereits mehrfach vorbestrafte Angeklagte wurde zuletzt in Herford wegen einer recht üblen Unterschlagung zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt, worauf er es für angebracht hielt, sein weiteres Betätigungsfeld nach Bielefeld zu verlegen. Es dauerte denn auch nicht lange, bis er auch hier wegen ähnlicher Straftaten festgenommen wurde. Das war im Januar 1938. Als er bei seiner Vernehmung erfuhr, daß ein Kamerad von ihm, mit dem er bis dahin zusammengearbeitet hatte, ebenfalls festgenommen worden war, entschloß er sich, diesem die Schuld zuzuschieben. Also behauptete Fischer, daß nicht er die ihm zur Last gelegte Unterschlagung begangen habe, sondern sein Arbeitskamerad, dem den Gegenwert„gewissermaßen geliehen“, aber nicht von ihm zurückerhalten have. Er selbst sei vollkommen unschuldig. Nach dieser Beschuldigung kam es dem Fischer sehr gelegen, daß er im Gefängnis in der Freistunde ausgerechnet mit dem Arbeitskameraden zusammengehen mußte. Er trug ihm sein Anliegen vor und versuchte ihn zu bestimmen der Wahrheit zuwider die Unterschlagung auf sich zu nehmen, da— es ja keinen Zweck habe, wenn zwei wegen der Unterschlagung brummen müßten. In Wirklichkeit aber war es ihm darum zu tun, von dieser Sache deshalb abzukommen, weil er als vorbestrafter Betrüger mit einer ganz anderen Strafe rechnen mußte. Um dem Arbeitskameraden die Angelegenheit schmackhaft zu machen, schwindelte er ihm vor, daß seine „Braut“ ein Interesse daran habe, ihn möglichst bald wieder in ihre Armo schließen zu können. Für diese„Gefälligkeit“ würde sie gerne einige tausend Mark abdrücken. Wenn der Freund, der allerdings nicht viel besser war, diesem Schwindel auch nicht traute, so ging er scheinbar doch darauf ein, verlangte aber eine schriftliche Bestätigung. Das tat Fischer denn auch, schrieb dazu die genauen„Verhaltungsmaßnahmen", damit der Freund vor Gericht seine Aussage auch ja„richtig“ mache, und versuchte diesen Kassiber bei Gelegenheit seinem Freund zuzustecken. Hierbei wurde er gefaßt, wodurch die ganzen Machenschaften herauskamen. Inzwischen ist Fischer wegen der Unterschlagung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden, die er bis zum 27. Juli verbüßte; seitdem ist er in Untersuchungshaft. Wenn auch der Angeklagte in der Verhandlung versuchte, sich mit allen Mitteln aus der verfänglichen Situation herauszulügen, es nutzte ihm nichts. Das Gericht hatte nach den getroffenen Feststellungen keine Bedenken, den Angeklagten im Sinne der Anklage für überführt anzusehen und erkannte wegen Verleitung zum Meineide und wegen wissentlich falscher Anschuldigung auf eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Wegen seines hartnäckigen Leugnens wurde ihm die erlittene Untersuchungshaft nicht angerechnet. sp. Der Zahl nach ist als zweite Gruppe die zu nennen, die nach Kent ging als Gäste des Overseas Education League of Canada, under the ausspices of the Departmente of Education(der Erziehungsbehörden von) of Britieh Columbia, Alberta, Saskatchewan, Manitoba, Quebec, New Brunswick, Nova Scotia, Prince Edward Island and Newfoundland. Sechs Cecilienschülerinnen sollten hier ihre sprachliche Feuerprobe bestehen, in werden beim Einkauf von Erdal jetzt gespart und zur noch besseren täglichen Erdal Schuhpflege verwendet.- Dann halten die Schuhe .bleiben länger schön! schwerz 20 Ff Brad die Geheimnisse internationaler Beziebungen eingeweiht werden. Mit ihren englischen Sprachkenntnissen hatten sie sich unter einer Schar von neunzig nur englisch redenden Mädeln aus fernen Teilen der Welt zurechtzufinden.(fünf Bielefelderinnen und drei Kanadierinnen). In St. Alban's Court war eine bunte Gesellschaft zusammengekommen. Kanada stellte mit 60 Besucherinnen den Hauptanteil. frische, liebenswürdige und vorurteilslose Mädchen. Ehe sie nach Kent kamen, hatten sie Frankreich, die Schweiz, die Ostmark und das Altreich bereist, aber in Deutschland habe es ihnen“ am besten gefallen, sei die Ernährung am besten und am vollständigsten gewesen. Dann kam Jungengland als zweitstärkste Gruppe. Anfänglich sich mehr zurückhaltend. siegte aber doch bald gesunder jugendlicher Sinn über anscheinend mitgebrachte Voreingenommenheit. Endlich kamen zu je einem Mädchen aus Frankreich und Ungarn, eines aus USA., aus Neufundland und drei Indierinnen. (Fortsetzung folgt) Wer sah die Kraftfahrzeuge? Diebstähle am laufenden Band Am 6. 9. 1938 wurde in der Zeit zwischen 17 und 20.30 Uhr in der Körnerstraße der Kraftwagen IX— 194 496, Marke DKW= Meisterklasse, gestohlen. Es handelt sich um eine rotbraune Limousine mit schwarzen Kotflügeln. Weiter wurde am..1938 zwischen 23 und 23.30 Uhr das Kleinkraftrad L— 7453, Marke NSU., das in der Welle, in der Nähe von Steins Bierstuben, aufgestellt war, gestohlen. Wahrscheinlich sind die Kraftfahrzeuge unbefugt benutzt und irgendwo stehengelassen worden. Zweckdienliche Angaben erbittet die Kriminalpolizei Bielefeld, Turnerstraße 4. Zeugen gesucht Wer sah den Unfall? Am 6. 9. 1938, gegen 22.45 Uhr, wurde auf der Gütersloher Straße in der Nähe des Nebelstores ein in Richtung Brackwede fahrender Radfahrer von einem in gleicher Richtung fahrenden Personenkraftwagen angefahren und leicht verletzt. Es handelt sich im vorstehenden Falle um eine grünlackierte ViersitzerOpel=Limousine. Der Fahrer des Pkw., sowie Personen, die den Unfall beobachtet haben, werden gebeten, sich unverzüglich bei der Kriminalpolizei, Turnerstraße 18, Zimmer 2, zu melden. Mit KdF. nach Griechenland Mit dem Dampfer„Oceana“ vom.—18. 11. Es ist durch KdF. Gelegenheit geboten, eine Dalmatien—Griechenlandfahrt zu machen. Die Reise dauert vom 6. bis 18. November und beginnt in Münster. Ab Münster geht es am 6. 11. mit=Zug nach Venedig, wo die Einschiffung am 7. 11. erfolgt. Die Fahrtroute des Dampfers geht über Itea, Korinth=Kanal, Athen. Split, Triest. Die Ausschiffung in Triest erfolgt am 17. 11. Da bekanntlich KdF.=Seereisen schnell ausverkauft sind, müssen die Anmeldungen zu dieser Fahrt umgehend bei der Kreisdienststelle in der Marktstraße erfolgen. Sammelstellen für hansstroh für Landesbauernschaft Niedersachsen Nach einer Bekanntmachung des Beauftragten des Reichsnährstandes für inländische Wolle und Faserpflanzen sind für das Gebiet der Landesbauernschaft Weser=Ems die Haufverwertung G. m. b. H. in Gronau i. W. und für das Gebiet der Landesbauernschaft Nieder= sachsen die Ravensberger Bastfaserveredelung G. m. b. H. in Windelsbleiche bei Bielefeld als Sammelstellen für Hanfstroh der Ernte 1938 bestimmt worden. Hanfstroh darf nur an solche Sammelstellen und deren Aufkäufer verkauft werden, die für den Bezirk zuständig sind, in welchem der Erzeuger seinen Wohnsitz hat. Pilzkundliche Beratung kostenlos im Städt. Museum Wie schon seit Jahren, so finden auch jetzt wieder pilzkundliche Beratungen in der naturkundlichen Abteilung des Städt. Museums, Koblenzer Straße 1, statt, und zwar jeden Montag und Donnerstag in der Zeit von 18 bis 19 Uhr. Als Berater haben sich zur Verfügung gestellt: Fräulein Studienrätin Janssen, Mittelschullehrer Gottlieb, Studienrat Dr. Koppe, Professor Dr. Puls und Museumswart Rößler. Es wird gebeten, solche Pilze mitzubringen, über deren Verwendungsmöglichkeit keine genaue Klarheit herrscht. Die Auskünfte geschehen kostenlos. Die erste Beratung findet am Montag, 12. September, statt. Dr. Koppe wird zugegen sein. * Von Siegl über Vogt zu Dr. Hoffmann Das Bielefelder Kammerorchester hat den Leiter des Musikvereins, Dr. Hans Hoffmann, als Dirigenten gewonnen. * Kartoffel wächst durch einen Ring Ein Schrebergartenbesitzer brachte uns eine ganz seltsam geformte Kartoffel. Durch einen Kupferring, der in der Erde stak, war die Kartoffel hindurchgewachsen, so daß der Ring die Kartoffel in der Mitte wie eine Zange fest umschloß. (Nachdruck verboten Bielefeld=Halle RSDAP., Ortsgruppe Quelle Zu der am Sonnabend, 10. September stattfindenden Beerdigung unseres Blockleiters Pg. Reter treffen sich die Politischen Leiter in Untform um 15 Uhr in der Geschäftsstelle oder um 15.10 Uhr Ummelner Straße. Für Fahrgelegenheit ist gesorgt. Reuter, Ortsgruppenschulungsleiter. RS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk Kreis Bielefeld=Halle (Abteilung Volkswirtschaft—Hauswirtschaft) Die Freizeitlager der Hausjahrmädchen sind für den Monat September voll besetzt. Anmeldungen für diese Zeit können nicht mehr angenommen werden. Nach der Kartoffelernte werden im November alle Hausjahrmädchen, die noch nicht an einem Freizeitlager teilgenommen haben, zu einem solchen einberufen. Die Kreisabteilungsleiterin. RS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk Kreisfrauenschaftsleitung Bielefeld=Halle Die Frauenkundgebung. Sondertagung der NS. Frauenschaft am heutigen Freitag in der Kongreßhalle zu Nürnberg wird von 16 bis 17.30 Uhr auf die Reichssender Hamburg, Königsberg mit Landessender Danzig, Stuttgart und Wien übertragen. Einen Ausschnitt aus der Rede der Reichsfrauenführerin überträgt der Deutschlandsender um 20.15 Uhr im„Großen Nürnberg=Echo“. Küchenzettel des Deutschen Frauenwerks (Abteilung Voikswirtschaft—Hauswirtschaft) Hauswirtschaftliche Beratungsstelle Bielefeld, Viktoriastraße 13, Fernsprecher 7061 (bis 15. September geschlossen) Sonnabend, den 10. September: Mittagessen: Hammelfleisch mit Wirsing und Kartoffeln, frisches Obst.— Abendessen: Quartkeulchen und Apfelmus. 875 Gramm trockener Quark, 750 Gramm gekochte, abgezogene Pellkartoffeln, Salz, Muskat, ein Eßlöffel Zucker, 1 Ei, Mehl, einige geriebene Nüsse und Sultaninen oder Korinthen, Backfett, Zucker zum Bestreuen. Der Quark wird durch die Kartoffelpresse gegeben, ebenso die kalten Kartoffeln. Dann mischt man sie mit all den übrigen Zutaten, formt mit etwas Mehl runde flache Plätzchen, die man in der Pfanne brät. Sie werden mit Zucker bestreut angerichtet und heiß gegessen. Klimadienst der„Westsälischen Neuesten Nachrichten“ Nach den Beobachtungen der Klimastation im Reichswetterdienst in Bielefeld=Stieghorst Lufttemperaturen: höchste des Tages:.....+ 12,9 tiefste der Nacht:.+ 10,6 Tagesschwankung:+ 2,3 Tagesdurchschnitt:+ 11,2 Erdtemperaturen: tiefste am Erdboden:....+ 11,9 10 cm in der Erde:+ 12,4 20 cm in der Erde:.+ 12,7 50 cm in der Erde:....+ 18,6 100 cm in der Erde:...+ 14,0 Sonnenscheindauer: 0,0 Std. Niederschlag in den letzten 24 Stunden: 1,9 Liter je Quadratmeter Dampfdruck: 5,8% Luftfeuchtigkeit: 98,0% * Die Schuldfrage wurde nicht geklärt Am 7. September gegen 17.30 Uhr, stießen auf der Kreuzung Friedenstraße—Lützowstraße ein Personenkraftwagen und Kraftrad zusammen. Beide Fahrzeuge wurden leicht beschädigt. Eine auf dem Soziussitz des Kraftrades mitfahrende Person wurde leicht verletzt. Die Schuldfrage ist nicht geklärt. Hotel„Stadt Berlin“, Herford Das alte, führende Haus. Tanzveranstaltungen in der Wintersalson: Sonnahds. ab 20 Uhr Tanzabend. Sonntags ab 16 Uhr Tanziee Sonntags ab 20 Uhr Tanzabend. Mittwochs ab 20 Uhr Tanzabd. Beginn Sonnabend, 10.., 20 Uhr, bei ausgezeichneter Musik etesfeabechs Sportfslungzeng in Auelle Ein französisches Sportflugzeug, das an dem Sternflug nach Rangsdorf teilgenommen hatte und sich nun auf dem Rückflug befand mußte am gestrigen Abend gegen 18 Uhr auf einem Sturzacker in der Nähe des Queller Bahnhofs notlanden. Die Landung ging glücklich vonstatten. Die beiden Insassen werden morgen mit dem Doppeldecker vom Senner Flugplatz aus den Weiterflug antreten. Bielefeld Zwischen Proben und Premieren Zu der am Sonntag stattfindenden Erstaufführun von Wagners„Lohengrin“ sand gestern abend die Hauptprobe statt.— Die Oper wurde nach Entwürfen von Bühnenbildner Hosenfeldt kostümlich und dete rativ vollkommen neu gestaltet, so daß diese### führung musikalisch und szenisch ein besonderes eignis zu werden verspricht! Die Dekorationen entstanden in den Werkstätten unter Leitung Theatermeister Edmund Bursche und Franz Erdmann, dem Vorstand des Maiersaals. Die Kostüme wurden in den Schneiderwerkstätten unter Leitung von Gewandmeisterin Honczek und Gewandmeister Seobin angefertigt. Zu beiden Premieren,„Peer Gyn!“ und „Lohengrin“ ist eine äußerst große Nachfrage nach Karten zu verzeichnen. Wir bitten, die vorbestellten Karten bis Sonnabend mittag abzuholen. Keine faulen Ausreden! Verkehrssicher fahren— erste Pflicht des Kraftfahrers er. Heläie heihecde der einen Verichesinel Verhaltens angelt Alle Entschuldigungen verlieren jedoch ihre rechtliche Wirkung, wenn es dem Kraftfahrer möglich gewesen wäre, den Unfall durch verkehrssicheres Verhalten zu verhindern. Ein Kraftfahrer, der mit derartig abgenutzten Hinterreisen fährt, daß sein Wagen auf regennasser Straße ins Schleudern gerät und dadurch einen Verkehrsunfall verursacht, kann mit der Ausrede, daß er die Reisen nur infolge der Materialknappheit weiter benutzt habe, kein Gehör finden. Das e1gece ie biegg,(belr 841 Der stark abgenutzte Zustand der Hinterreisen bedeutete eine Gefahr für den Verkehr. Ob die Weiterbenutzung abgefahrener Reisen zulässig ist, richtet sich nach den jeweiligen Umständen und ist Tatfrage. Hier ist die Zulässigkeit im Hinblick auf das am Unfalltage herrworden. Walte Har Heyt, autreisend verneint worden. Woule der verlagte Kraftfahrer auf die Weiterverwendung der bei Regenwetter untauglichen Reifen nicht überhaupt verzichten, so mußte er anhalten, solange Regenwetter die Fahrsicherheit gefährdete. Gewiß ist es Pflicht, bei etwaiger Materialknappheit mit dem Material sparsam umzugehen, die sparsamste Materialausnutzung aber hat ihre Grenze in der Verkehrssicherheit! („Reichsgerichtsbriefe“, VI 268/37.—12. 3. 1938.) + Unzulässige Arisierungsvermerke Es ist beobachtet worden, daß in letzter Zeit an den Schaufenstern jüdischer Einzelhandelsgeschäfte Plakate angebracht waren mit dem Vermerk:„Geschäftsverkauf an arische Hand, vorbehaltlich der Genehmigung durch die zuständige Behörde". Auch im Rundschreiben an die Kundschaft ist ähnlich verfahren worden. Da hierdurch offensichtlich der Eindruck erweckt werden soll, daß der Geschäftsbetrieb arisch ist, während tatsächlich die gesetzlichen Voraussetzungen noch nicht erfüllt sind, hat der Werberat der deutschen Wirtschaft angeordnet, daß derartige Kennzeichnungen zu unterbleiben haben. Bielefelder Marktbericht vom 8. September (Preise in Reichspfennig) Rindfleisch ½ kg ab 85, Schweinefleisch ab 85, Kalbfleisch 70—180, Hammelfleisch ab 100, Leber ab 90, Eisbein ab 60, Kleinfleisch ab 25, Sülze ab 60, Suppenknochen ab 20, Nieren ab 70, Flomen ab 90, Schmalz ab 110, Talg ab 50, Nierenfett ab 60, Bratwurst ab 110, Dauerwurst ab 160, frische Wurst ab 50, Schinken ab 160, Schinkenspeck ab 116, hiesiger Speck ab 106, Eier Stück 10—13, Quark 1/ kg 25, Molkereibutter 157—160, Käse je nach Art und Güte 60—140, Schellfisch 40—45, Kabeljau 35, Rotbarsch 35—40, Seelachs 35, Salzheringe Stück—7, grüne Heringe ½ kg 20, Bücking 35—40, Schollen 50—60, Fisch=Filet 40—60, Honig 130, Hühner 100, Hähnchen 120, Pfifferlinge 40—50, Champignons 50—60, Kronsbeeren 45, Steinpilze 40—50, Tafeläpfel 25—47, Taselbirnen 54, Pfirsiche 45—50, Kochäpfel 20, Kochbirnen 20, ausländische Aepfel 88, ausländische Birnen 38, ausländische Pflaumen 45, Bananen 80—45, italienische Weintrauben 45, bulgarische Weintrauben 55, Treibhaus=Weintrauben 65, Tomaten 23, Zitronen Stück—10, Weißkohl 1/ kg 5, Einschneidekohl 50 kg 200, Wirsingkohl 1/2 kg—9, Rotkohl 8, Edelpflaumen 48, Zwetschen und Brohlerpflaumen 38 bis 50, Blumenkohl Kopf 12—35, Rosenkohl ½ kg 45, Kohlrabi—7, Stangen=Bohnen 26, ausländische Stangen=Bohnen 20, Busch= und Wachsbohnen ohne Fäden 20, Wachs=Buschbohnen mit Fäden 13, Wollbohnen 19, Rhabarber—6, Möhren—9, gelbe Kartoffeln bei 5 kg 45, rote, weiße, blaue Kartoffeln 42, Spinat ½ kg 20, Stielmus Bund 10, Perlzwiebeln ½/2 kg 24, Einmachezwiebeln 11, deutsche Zwiebeln 9, ausländische Zwiebeln 13, Sellerie Knolle 10—35, Porree ½ kg 10—15, Salat Kopf—8, Meerrettich Stange 15—30, Suppengrün Bund—7, Rote Beten ½2 kg 7, Rettiche Stück—10, Gurken 15—24, Schälgurken deutsche ½ kg 12, Schälgurken Holländer Stück 17—24, Essiggurken ½ kg 29—35, Salzgurken 11—18. Kleine Schachecke Spannende Turnierkämpfe Nachfolgende Turnierpartien eind interessant und spannend. Besondere aber deswegen, da es jedesmal dem Spieler mit den schwarzen Figuren gelingt, den Gegner zu schlagen. Die erste Partie ist aus dem Turnier um die Deutsche Schachmeisterschaft zu Bad Oeynhausen, während die zweite Partie den Kämpfen um die Bayerische Meisterschaft entnommen ist. Weiß: Reinhardt Schwarz: Rellstab Eröffnung: Indisch 1. 44, 8t6; 2. 04, e6; 3. Scs, Lb4; 4. Dez. d5; 5. a3, Lei(LXc3+!); 6. 813,—0; 7. Lg5, c6; 8. 63, Sba7; 9. Lds, a6; 10. c5, Tes; 11. Lf4, S18; 12. h3, Sd7; 13.—0, f5; 14. g4, g6; 15. g5, e5!; 16. dXe5, SXc5; 17. h4, Scet; 18. Se2. c5; 19. Tadi, b5; 20. b3, Dbé; 21. Dbl., Lb7; 22. Lgs. Det; 23. Sel. e4l; 24. LXf5(ein Verzweiflungsopfer), 6X15; 25. DX15, 44; 26. Kh2, d8; 27. Ses(Sto. b41; 28. Sait, cXbs; 29. Sb2, bXas; 30. SX43, Les; 81. S14, SX14; 32. DX14, Set; 33. Dt5, T18; 34. Dds, Sch; 35. Des, Leß; 36. 14, Dbö; 37. Sg2. Tads; 38. h5, TXd1; 39. TX41, b2. Weiß gab die Partie auf. Albiss-Gegengambtt Weiß: Dr. Ludwig Schwarz: Blendinger 1. 44, d5; 2. o4, eö; 3. dXe5, d4; 4. 813, So6; 5. Sbd2, Leß; 6. a3, Da7; 7. g8(b4), Sge7; 8. Lg2, Sgé; 9.—0(b4), h5; 10. h4, Lei; 11. Dat,—0; 12. b4. Lhs; 18. Tal(Lbz), LXg2; 14. KXg2, Dg4l; 15. Kh2, Tads; 16. Lbs, ScXeb; 17. Db5(c5), Ldé; 18. LXd42, SX18+; 19. SX13, St4; 20. La6X14-; 21. Khl, Dh3-; 22. Kgl, T4ß; 23. DXh5(erzwungen), Tg6“; 24. DXg6, fXg6; 25. Les, Ldé; 26. c5, TX13!; 27. cX06, ng4+; 28. KI1, Th3; 29. Kei, eXdé; 80. Kd2, d5; 81. Tgl, De4; 32. Tel, De4; 33. 13. Deö; 34. To8-, Kh7; 35. Ta2, d4; 36. Lg5, Th2; 87. Kd1, d8. Aufgegeben.(101) Aus dem Landkreise Bieleseld Größere Legefreudigkeit Eewbansch. Bericht, der alle Hühnerhalter interessieren wird Brackwede. Dem jährlichen Legedurchschnitt einer Henne von 90 Eiern steht ein Verbrauch von. 115 Eiern pro Person gegenüber, so daß 1930 noch 1,22 Milliarden Stück Eier eingeführt werden mußten. Es ist erwiesen, daß die schlechten Leger unter den Beständen der unorganisierten Geflügelhalter zu finden sind, da die Hennen in den Betrieben der organisierten Geflügelhalter eine durchschnittliche Jahresleistung von 150—160 Eiern erzielen. Angestrebt wird bei den noch rückständigen Geflugelhaltern eine jährliche Durchschnittsleistung von 130—140 Eiern. Die Ursache der schlechten Leistung der Hühner sind in den meisten Fällen das Tiermaterial, die Unterkunftsräume und die Fütterung. Diese Mängel lassen sich leicht abstellen, und so hat der Reichsnährstand die dem Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter e. V. angeschlossenen Mitglieder angewiesen, die nicht organisierten Geflügelhalter zu beraten, um die Leistungen zu steigern. Auch werden vom Reich Beihilfen für die Beschaffung von Tiermaterial und den Um= oder Neubau von Geflügelstallungen, sowie für die Beschaffung von künstlichen Glucken gewährt. Während für den Umbau je Quadratmeter Stallbodenfläche 1,50 RM. gewährt wird, wird für den Neubau eines Stalles je Quadratmeter ein Betrag von 3 RM. vom Reich geleistet. Sehr wichtig ist vor allem aber auch die Fütterung. Hierüber erhalten alle Geflügelhalter genauestens Aufklärung in der am Samstag im Gasthof Tölke(Hellmann) stattfindenden Versammlung der Geflügelzüchter, zu der alle Brackweder Geflügelzüchter herzlich eingeladen sind. Beginn der Versammlung um 21 Uhr. Durch die Mitarbeit aller Geflügelzüchter muß das Ziel des zweiten Vierjahresplanes, den Bedarf an Eiern im Lande selbst zu erzeugen, erreicht werden. c. Brackwede. Wem gehört das Fahrrad und der Schäferhund? Auf der Kulbrockstraße wurde ein Strickerrad(Halbballon) gefunden.— In der Gemeinde Quelle ist ein wertvoller Schäferhund zugelaufen. Auskunst erteilt das Fundbüro im Amtshaus. e. Senne l. Auf der Schwarzfahrt tödlich verunglückt. In der Nacht zum Donnerstag kam der Motorradfahrer K. aus der Senne, der mit einem Soziusfahrer die Straße am Buschkamp in Richtung Eiserner Auton befuhr, am Kilometerstein 6,8 aus der Fahrtrichtung und fuhr gegen einen Straßenbaum. Der Auprall war so heftig, daß K. auf der Stelle tot war. Der Sozinsfahrer, der sich am Soziussitz festhielt, wurde zur Seite geschleudert und wurde kaum verletzt. Die Maschine war aus dem Garten der Wirtschaft Kraks entnommen. Der Unsall ereignete sich etwa um.20 Uhr. Heepen. Die Ortsgruppe Heepen der NSDAP. wird während der Zeit der Abwesenheit des Ortsgruppenleiters ObermeyerOldentrup vertretungsweise von dem Kreishauptstellenleiter Brinkjost=Heepen geführt. Heepen. Standesamtliches. Im Laufe des Monats August konnten vom Standesamt in Heepen 13 Geburten und 7 Eheschließungen beurkundet werden. Außerdem waren im Standesamtsbezirk— Gemeinden Heepen, Altenhagen, Brönninghausen, Hillegossen, Lämershagen=Gräfinghagen und Oldentrup— 5 Sterbefälle zu verzeichnen. Heepen. Wieder Seuchenausbruch. Unter dem Klauenviehbestand des Landwirts Hermann Heidbreder in Heepen Nr. 55— Heeper Holz— ist die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen. Ueber das Gehöft ist die Sperre verhängt worden. Außerdem ist der Teil der Gemeinde Heepen, der rechts und links des Stieghorster Weges liegt, und zwar von der Wirtschaft Mühlenweg an,(Gütkrug und Düppelstraße) bis zur Gemeindegrenze Oldentrup, zum Sperrbezirk erklärt worden. Heepen. Fußballspiele beginnen! Die im Rahmen der Serienspiele der zweiten Kreisklasse auszutragenden Fußballspiele beginnen wieder am kommenden Sonntag. Die Freunde des Fußballsports können nun auch hier wieder Spiele dieser Art erleben. Als erstes Serienspiel findet am Sonntag eine Begegnung zwischen den Avenwedder Fußballfreunden und der Fußballmannschaft des Turnvereins Heepen statt, und zwar nachmittags auf dem Sportplatz„Schützenberg“. Teltacheilten Das Volk sieht nach Nürnberg Zum Reichsparteitag bringt der neue„Illustrierte Beobachter“ eine Reihe unveröffentlichter vorjähriger Aufnahmen und historische Bilder von früheren Parteitagen aus der Kampfzeit. In wirkungsvoller Anordnung ergeben so die ersten Seiten des„3B.“ einen besonders starken Eindruck. Mit einem sich anschließenden lebensvollen Abschlußbericht vom Deutschlandbesuch des ungarischen Reichsverwesers leitet die nationalsozialistische Bildzeitschrift zu einem vielseitigen Bildbericht über, der den Führer bei seinen Soldaten zeigt. Eine übersichtliche Darstellung weist auf den Verlauf der AO.=Tagung in Stuttgart hin. Schließlich erleben die Leser des„3B.“ noch einen Uebungsangriff unserer Hochseeflotte in der Nordsee und unternehmen einen interessanten Ausflug nach Santa Catalina, dem ReklameEiland des Kaugummi=Königs von Amerika. Lebensvolle Aufnahmen aus der Welt des Sports bilden den Abschluß. Der„Illustrierte Beobachter“ ist neu erschienen und überall für 20 Pfg. erhältlich. „Motorschau". Verstärkte Ausgabe zum Reichsparteitag. Wenn es wieder einmal gelungen ist, die der heutigen deutschen Motorisierung innewohnende Kraft überzeugend darzustellen, so kann dies von dem soeben erschienenen September=Heft der„Motorschau“ gesagt werden. Eine Auswahl wirkungsvoller Bilder von den Massenaufmärschen unserer Panzertruppen, Flieger und des RSKK. zu den Reichsparteitagen in Nürnberg, die besten Aufnahmen der deutschen Rennsiege im In= und Auslande, ein reich bebilderter Bericht von der Deutschen Alpenfahrt und ein nicht minder umfangreicher Luftfahrtteil, mit den Themen „Großraumflugzeuge" und„Deutsche Flugmoloren“ im Mittelpunkt, bilden nur einen Querschnitt durch den ebenso vielseitigen wie in seiner Raumausteilung großzügigen Inhalt der„Motorschau". Als besonders lehrreich seien weiter hervorgehoben ein Aufsatz mit zweifarbigen Federzeichnungen über Schmiersysteme an Fahrgestellen und ein Werksbericht, der an Hand erstklassiger Bilder die Entstehung eines Motorkolbens schildert. Auch die technischen Beiträge sind bewußt laienverständlich abgesaßt, um der„Motorschau“, als dem repräsentativen Organ der deutschen Motoristerung zu Lande und in der Luft den Weg in immer weitere Kreise des In= und Auslandes zu ebnen. Preis 1 RM. Zu beziehen durch den Buch= und schriftenhandel und vom„Motorschau"=Verlag, Berlin SW. 68. +t Freikorpskämpfer=Urkunde in den Personalakten Nach einem für alle Behörden und Körperschaften des öffentlichen Rechts ergangenen Erlaß haben Behördenangehörige, denen die Freikorpskämpfer= Urkunde ausgehändigt ist, dies zu den Personalakten anzuzeigen und die Urkunde ihrer Dienststelle vorzulegen. Die Frage, ob und inwieweit Freikorpsdienstzeiten als ruhegehaltsfähig gelten, bleibt von der Erteilung der Urkunde unberührt. Bruno H. Bürgel: Eintrikt Geröoten. In der Frühsommersonne war ich zwischen Feldern, über denen die Lerchen sangen, immer weiter und weiter geschritten. Eine schmale, von schweren Ackerwagen zerfahrene alte Dorfchaussee nahm mich auf; in den tiefen Räderfurchen stand noch das Wasser von den letzten Regengüssen, und die hohen Pappeln am Wege spiegelten sich darin. In Gedanken schritt ich weiter. Ein Kirchturm lugte über Ackerbreiten herüber, es war still und einsam in der weiten Rimnde. Und plötzlich wachte ich aus meinem Grübeln auf. Hohe Bäume umgaben mich, dichtes Unterholz stand zu beiden Seiten eines etwas verwilderten, von Gras überbuschten Parkweges.— Wirklich, ich war da, ohne auf den Weg zu achten, in einen tiefen, weltabgelegenen Park gelangt. Ein Eindringling. Ich wandte mich um. Ja, da in einiger Entfernung rückwärts sah ich eine Umzäunung, und dicht dabei auch so etwas wie ein Pförtnerhaus, ein altes Blockhaus, umstanden von Fliederbüschen. Eine verwitterte Tafel verbot den Eintritt. Es war niemand weit und breit zu sehen, und in der Meinung, daß man wohl in nicht allzu langer Zeit drüben auf der anderen Seite wieder an einen Ausgang gelangen werde, ohne wegen des verbotenen Eintrittes allzu scharfen Tadel zu erfahren, ging ich still des Weges weiter. Welch eine tiefe Stille ringsum! In breiten Windungen lief der Pfad, überschattet von riesigen Platanen und Kastanien, die ihre weißen und rosigen Lichter aufgesteckt hatten, herrliche Baumgruppen ragten über den verwilderten Grasplätzen auf, hellgrüne Linden und tief rotbraune Blutbuchen. Ein Bächlein, von einer morschen, gründlich schimmernden Holzbrücke überdeckt, lief quer durch die verträumte Welt, man hörte es leise glucksen und kichern, und sah die Kiesel auf seinem Grund im Sonnenlicht wie Schmucksteine glänzen.— Ein betäubender Duft von Flieder und früher Lindenblüte durchzog das grüne Revier. Gelbe Ginsterbüsche tauchten zwischen verwildertem Gerank auf, Rotdorn leuchtete daneben, und hin und wieder sah man Sandsteinfiguren durch die Wildnis schimmern, die Regen und Wind so zernagt hatten, daß ihre Bedeutung kaum noch erkennbar war. Und tiefste Einsamkeit ringsum!—— Ich ging immer weiter und nahm diese versponnene, versonnene Schönheit, die das Alter mit einer gewissen Wehmut überzog, in mich auf. Aber dann schlichen sich andere Vorstellungen dazwischen. Wer hier hausen, hier still und zurückgezogen schaffen könnte! Ein Buen=Retiro für Philosophen, für Künstler! Da hocken sie nun in elenden Hinterhäusern, sehen kaum einen Strahl Sonne, einen Baum, und hier liegt ein weiter Park voll berückender Schönheit, verlassen, nutzlos, ungesehen, unbewohnt! Ein kleiner Sandsteinpavillon tauchte seitwärts auf. Efeu umwucherte ihn. Seine bunten Glassenster waren nur noch in zackigen Scherben vorhanden, die rot und blau in der Sonne schimmerten. Ich ging vorüber. Wieviele junge, bleiche Mütter, wieviele blasse, nach Luft und Sonne hungernden Kinder, sagte ich ärgerlich zu mir, fänden hier ein Paradies! Das alles vertrauert und verkommt in steinernen Höhlen fern in der Riesenstadt. Ein paar leichte Holzbaracken für den Sommer, eine primitive Küchenanlage, ein paar Aerzte, ein paar Schwestern, und Vielen wäre hier geholfen. Immer wieder stand ich bezaubert still vor duftenden Blütenwildnissen, vor uralten herrlichen Baumgruppen, vor efeuüberwucherten alten Bildnissen. Die Drosseln und Finken sangen hochdroben im Blättergewirr um die Wette, brummend segelte eine Hummel an meinem Ohr vorüber, sonst Stille nah und sern. Wenn du selbst hier hausen könntest, sagte eine neidische Stimme in mir. Hier schaffen in Ruhe und Andacht, umgeben von Schönheit! Nutzlos, von einem Zaun umgeben, bewacht von einem Wächter verkommt das alles unter der Devise:„Eintritt verboten!“ Eine Viertelstunde mag ich so gewandert sein, da macht der Weg aufs neue eine Biegung. Und nun... wenige Schritte vor mir steht ein Mensch, ein Mann. Im ersten Augenblick bin ich überrascht. Ich lege mir schnell ein paar höfliche Worte zurecht, um mein Eindringen zu entschuldigen, aber der Mann scheint gar nicht auf mich zu achten. Ich betrachte ihn näher. Ein alter Herr, angetan mit einem etwas altmodischen schwarzen Gehrock, der arg zerknittert ist. Ein hellbrauner, verschwitzter alter Hut bedeckt das graue Haupt mit dem hinten sehr langen Haar. Die grünlichen Filzpantoffeln passen wenig zu dem Gehrock und dem weißen Kragen. Der Alte zeichnet mit einem Spazierstock irgendwelche Figuren in den Sand des Weges. Nun aber sieht er mich. Etwas verdutzt richtet er sich auf. Ein verlegenes Lächeln gleitet über sein Gesicht. Dann scharrt er schnell mit den Füßen den Sand wieder glatt, so daß seine Figuren verschwinden. Er zieht seinen Hut.„Kommen Sie nur, Herr Kollege“— sagt er—„von Ihnen fürchte ich nichts! So leicht ist das Geheimnis ja auch nicht zu enträtseln. Ich habe dreißig Jahre meines Lebens daran gesessen, aber dieser Lump, dieser Gratoriwitsch, hat es mir gestohlen, gestohlen, gestohlen!"— Die Stimme des Alten schnappt vor heiserem Schreien über, sein Gesicht ist blaurot geworden, und nun weint er wie ein Kind und sucht vergebens in der Schoßtasche des langen Rockes nach einem Taschentuch. Ich stehe ganz erschreckt daneben, den Mund vor fragendem Erstaunen weit geöffnet. Der Alte hat sich aber schon wieder beruhigt. Er fährt mit dem Rockärmel über die Augen und sagt, seinen Mund dicht an mein Ohr bringend:„Sehen Sie, er hat es dennoch nicht ganz erschnappt, der erbärmliche Dieb, denn wenn er sagt, daß-Quadrat plus-Quadrat unzerlegbar sei, also eine Zahl-Quadrat plus-Quadrat eine Primzahl, so will ich Ihnen hier zeigen, daß es ein Unsinn ist! Und nun malt der Alte mathematische Formeln in den Sand, eine nach der andern. Und plötzlich hält er sinnend inne.— Er richtet sich auf, schaut mich eine Weile mißtrauisch von der Seite an und plötzlich jagt, springt, hüpft, kugelt er in sinnlosesten Verrenkungen, unter einem wilden Hohngelächter seitwärts über die Grasfläche, und verschwindet hinter den Baumgruppen. Erschreckt fahre ich zusammen, ich verlasse eilend diesen Weg und biege in eine rechts sichtbar werdende Querallee ein, in der ich zwei Damen lustwandeln sehe.— Mein Gott, denke ich, was für ein seltsamer Mensch. Offenbar ist er nicht klar in seinem Kopf. Ob die Damen wohl zu ihm gehören? Ob es vielleicht nötig ist, sie auf diesen verdächtigen Mann aufmerksam zu machen? Sie kommen näher. Die eine ist noch jugendlich und recht adrett angezogen, die andere ist megärenhaft häßlich und hat etwas seltsam verschrobenes in ihrer ganzen Kleidung. Sie bleiben stehen als ich mich nähere und scheinen auf mich zu warten.— Mit einem höflichen Gruß bin ich an ihnen vorbei. Der Weg ist hier schmal, übergreifende Zweige eines Weißdornstrauches verengen ihn noch mehr. Ohne weiteres saßt die Aeltere von beiden meinen„Arm. Die andere summt ein Liedchen und zerpflückt eine Blume. „Sind Sie der Kreisphysikus? Also das geht nicht so weiter hier mit den Doktoren. Es sind alles Verbrecher. Alle! Hören Sie? Alle, ohne Ausnahme! Ich verlange Untersuchung! Strenge Untersuchung! Und dann die Verpflegung!“ Sie näherte sich mir, sieht sich furchtsam um und flüstert in mein Ohr: „Denken Sie, einmal nur Wurst in der Woche! Einmal!!...“ Ich starre sie an. Sie wendet sich ab und geht kopsschüttelnd davon. Die Junge schaut ihr einen Augenblick nach, dann wirft sie die zerrupfte Blume ins Gebüsch, und leise und stockend flüstert sie mir zu:„Wenn das Kind kommt, so bitte ich nur, es mir zu lassen, Herr Doktor. Die letzten Beiden hat man mir genommen! Sechs hatte ich im Ganzen. Alle hat man mir genommen, Herr Doktor!"... Da fällt plötzlich die Binde des Nichtverstehens von meiner###ele! Mein Gott! Dieser stille einsame Park... Diese Menschen Das graue Haus da drüben... Die Schwester im gestreiften Kleid mit weißer Haube, die dahinten eilig näher kommt... Du bist... in die Welt der Unglücklichen unter den Unglücklichen geraten... Ich eile rückwärts, ich sage fast durch die lange Allee. Was Baumgruppen, Bächlein, Fliederhecken, Drosselpfeifen, efeuumsponnene Sandsteingötter.. Fort alles, nur fort! Hinaus aus diesem Elend unter Blütendüften in die harte, aber glückliche Welt! KEIETTNTTTSSTTEEC W Purncat Vernche bieterans Brunnenhasse Mineralbrunnen 6. m. b. M. Bleiefeld, Bleichstraße 62-85, Tol. 2976 Letzte Blumen Erika mit neuem Ton— Die faule Illagd und die armen Stiefhinder Wer da glaubt, daß nun draußen die gesamte Natur sich zur Ruhe legt, weil die großen Bäume den Mut verloren haben und ihre Blätter sich verfärben, der irrt ganz bedeutend. Die kleinen Blumen des Feldes halten den Kopf hoch, ducken sich an den Boden, wenn der Sturm gar zu heftig über sie hinfährt, richten sich in der mittäglichen Sonne dankbar wieder auf, halten tapfer gegen den Nachtfrost stand und überdauern tagelangen Regen, indem sie einfach die Augen fest zu machen und nichts davon wissen wollen. Noch im November, ja im Dezember finden wir blühende Pflanzen draußen, wenn nicht gar zu scharfer Frost die Pracht zerstört oder Schnee sie zudeckt. Und das tapfere Stiefmütterchen blüht sogar unter der Schneedecke fort... Die anspruchslose, blasse und duftlose Schwester des südamerikanischen Heliotrops gibt zarte Töne voll Abschiedsschmerz in die Stimmung unserer Herbstlandschaft. Sie wird bei uns„Europäische Sonnenwende“ genannt und wurde früher zu allerlei abergläubischen Bräuchen benutzt. Die„Herbstzeitlose“ bedeckt mit lila Schimmer weite Wiesenflächen und hebt sich die von dankbaren Bienen besuchte Fruchtkeimanlage bis zum Frühjahr auf, um dann erst den Samen reisen zu lassen— eine Tatsache, die ihr den Namen der Zeitlosen eingetragen hat. Rötlich, bläulich und weiß blüht auf allen Heiden die„Erika“. Diese Blume, deren holziger Stengel manchmal fast wie ein winziger Baum wirkt, hat ihren Namen aus dem Griechischen und im Urwort die Betonung auf der zweiten Silbe. Er bedeutet„Die Brüchige" und ist eigentlich, wenn man es so betrachtet, kein recht geeigneter Mädchenname, als der er ja gern verwendet wird. Winzig klein, dafür aber leuchtend rot ist ein kleines Blümchen, das wir im Herbst auf den Feldern treffen und das den Namen Anagallis oder„Gauchheil“ führt. Die lateinische Benennung bedeutet die Bescheidene, nicht Prunkende. Sie öffnet ihre Augen erst wenn der Morgentau vom Grase gegangen ist, und darum erhielt sie in Deutschland auch den Namen die„faule Magd“. Da sie vor Beginn des Regens ihre Blüten zu schließen pflegt, nennt man sie in England „des armen Mannes Wetterglas“, auch wohl Pimpernell, unter welcher Bezeichnung sie als Kennzeichen in einem bekannten Roman, der vor einiger Zeit verfilmt wurde, ausgenommen worden ist und sich auch dem Stadtpublikum bekannt machte, das sonst herzlich wenig von dieser kleinen Blüte weiß. Im Mittelater sah man in ihr ein Heilkraut für Verrückte und Narren. Wer weiß wohl um die wahre Erklärung des Namens Stiefmütterchens? Diese hübsche Blume verdient doch eigentlich keinen Namen, den das Märchen für wenig freundliche Frauen hat? Nun, in der Schweiz erklärt man den Kindern diese Benennung folgendermaßen: Das bunteste Blatt ist die geputzte Stiefmutter, die sich spreizend auf zwei Stühle, die beiden grünen Kelchblätter, gesetzt hat; ihr zunächst sitzen, ebenfalls geputzt, die beiden rechten Töchter, während die beiden in dunkle Trauergewände gekleideten Stiefkinder zusammen auf einem Stuhl sitzen müssen; der Vater, den der Stempel darstellt, hat vor lauter Sorge einen kahsen Kopf bekommen. Immortellen, Mäuseklee, Glockenblumen, Grasnelken, Skabiosen zeigen trotz aller Wetterhärten große Ausdauer. Aber den Preis vor allen verdient doch vielleicht das Gänseblümchen, das auch den Namen Maßliebchen führt.. Eva Leiser 9Oekr-Sckack-Ecke Wohrschach Blaue Partei Rote Partei Kampfaufgabe Nr. 29 Nach einem heftigen Stellungskampf mit starkem Einsatz von Luftstreitkräften stößt Blau gegen die feindlichen Linien, besonders auch gegen das feindliche Industriezentrum vor. Bei folgender Lage erringt Blau mit dem vierten Zuge den Sieg über Rot. Blau: 1 b5. 12: H dl: P cs. 15; A ab. hb: F f5. 76, k4. Rot: J a10, d7. hlo, k9; H f1l: P bs: A f8: F 410. I= Infanterie, H=Hauptfigur. P= Panzerkraftwagen, A= Artillerie, F= Flieger. Lösung der Kampfaufgabe Nr. 28 1. Blau: F as-a8. In kühnem Entschluß schickt Blau ein Flugzeuggeschwader gegen das rote Kraftzentrum, dieses nun einschließend, vor. Die rote Haupt. figur muß diesem Druck weichen. „ Rot: H a9-c9. 2. Blau: F a10—c10. Mit ihrem Flugzeuggeschwader stößt Blau der roten Hauptfigur nach und bringt diese „ Rot: H c9—09. zum Weichen. S. Blau: A f10—610. Um ein weiteres Entweichen der roten Hauptüigur zu verhindern, verlegt ihr Blau den Weg. Die rote Hauptfigur ist jetzt ebenso eingekreist wie die blaue. Rot zertrümmert nunmehr das blaue Kraftzentrum. Rot: F f6—11 und H fl. 4. Blau: und H 49. Mit dem nach Abschnitt C der Spielregeln der blauen Partei noch zustehenden Zug hat diese durch Schlagen der gegnerischen Hauptfigur ebenfalls eine Entscheidung und damit ein„Unentschieden“ erreicht. Spontan Als der König unter den Don Juans, August der Starke von Sachsen und Polen, eines Tages durch den herabstürzenden Betthimmel nicht unerheblich verletzt wurde, rief einer seiner Höflinge, als er diese Nachricht hörte, aus: „Ach, du gerechter Himmel...!“ „Lieben Sie Musik?“ fragte bei einem Bankett eine Dame ihren Tischherrn Otto von Bismarck. Der antwortete: „Lieben? Nein. Aber ich fürchte sie auch nicht!“ 0 * ** DIEGLOCKLICHE GEBURTIHRES ZWEITEN JUNGEN ZEIGEN IN DANKBARER FREUDE AN IRMGARD BODE GER. SEWINO WERNER BODE RAVENSBERGER STR. 61 Am Dienstagabend 22.20 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden unser innigstgeliebter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Hieinrich Reker im blühenden Alter von 26 Jahren. In tiefer Trauer: Familie H. Reker und Anverwandte. Quelle Nr. 12, den 8. September 1938. Die Trauerfeier und Beerdigung findet am Samstag. dem 10. September 1938, 15.30 Uhr, vom Vereinshause Ummeln aus statt. No bequem sitzt man in % Polstermöbeln von Schultz& Steinmetz, Blelsleld, Uimenstr. 8 Spezialisten für zuverlässige Polstermöbel Betttedern- Reinigung gründlich bei Betten-Kirchhoff fes. Zurden Dr. med. Hollmeier Facharzt 49 für innere Krankheiten Nach kurzer, schwerer Krankheit wurde unser Blockleiter Kartolgenouse Heinrich Reker plötzlich durch den Tod aus unserer Mitte gerissen. Schon 1931 fand er den Weg zum Führer. Ein treuer Mitarbeiter und Kämpfer ging mit ihm von uns. Sein Andenken werden wir in Ehren halten. NSDAP. Ortsgruppe Quelle Fritz Meyer, Ortsgruppenleiter Knoblauch-Beeren „Immer lünger“ machen froh und frisch * Sie enthalt, alle wirksamen Bestandteile des reinen unvertblschten Zachlauche in Kleicht Löslicher, gut verdaulicher Form. ewährt auch bei: 8 W sowie gegen Würmer. Geschmack-u. geruchfrei. 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September 1938 Sommer will scheiden Noch stehen die letzten„Heumännlein“ auf den Wiesen und verstromen ihren süßlich=herden an die vorbeiziehenden Wanderer. An nebligen Morgen stiehlt sich ein später Sonnenstrahl schon leise zögernd durch graue Wolkenwände, oft hat er den Sendboten Wind vorausgesandt, der dann sanft über die gelblichgrünen Stoppeln gemähter Felder streift so daß die über Gartenzäune nickenden lilazarten und dunkelrot gluhenden Dahlien mit anmutigem Neigen seine Liebkosung unterstreichen. Doch der in allen Farben aufleuchtende Phlox säumt in bunten, üppigen Streisen das spätsommerliche Kleid der Gärten, in denen die letzten Rosen verblühen. Die immer freundliche rote Geranie grüßt mit ihrem, am bräunlichen Holz herabgleitenden, sanften Dolden den bunten Reigen der prächtigen Astern. die den Löwenmaul in ihre Mitte genommen haben. Ueber alle aber recken sich an kräftigen, blattschweren, geraden Stielen die gelben Sonnenräder, stolz selbst in ihrer leichten Beugung durch die Fülle ihres samtbraunen Inhalts. Als wollten sie alles Blühen vollenden, so behaupten sie sich durch viele, sich immer früher zur Ruhe begebenden Tage des scheidenden Sommers. Der glühr noch einmal auf am hohen Mittag, wenn summende Bienen an den süßen Kelchen naschen, wenn sonnengebräunte Hände ausgestreutes Heu wenden im Glanze des heißen Gestirns im Zenith. Hinabgesunken, blaut der frühe Abend am Hang violett getönter Berge, hinter denen der Sonnenball schwindet, und bald der Sommer scheidet. F. G. Frauen zur Alkoholfrage Eine beachtenswerte Frauentagung, an der auch unser Gau durch Teilnehmerinnen und Redner vertreten war, sand vor einiger Zeit in Jena statt. Der Deutsche Frauenbund für alkoholfreie Kultur“, der auch in Bielefeld und anderen Städten unseres Verbreitungsgebietes tätige Ortsgruppen mit zum Teil eigenen Gaststätten und Süßmostereien hat, hatte zu seiner Reichstagung eingeladen. Seinem Rufe waren Frauen aus ganz Deutschland, sogar der deutschen Ostmark, und Gesinnungsfreunde aus der Schweiz, gefolgt. In 28 Vorträgen wurde eine Woche lang das weite Gebiet der Alkoholfrage durchgearbeitet. Jeder Tag stand unter einem besonderen Leitwort. So gab es einen Süßzmosttag und Gaststättentag. Dr. Hertha Krause von der Hauptabteilung Volkswirtschaft—Hauswirtschaft in der Reichsstelle des Deutschen Frauenwerks behandelte„Die Aufgaben der deutschen Frau im Rahmen des Vierjahresplanes“, Otti Rohr, die Abteilungsleiterin für„Volkswirtschaftliche Erziehung“ im Deutschen Frauenamt der Deutschen Arbeitsfront, Berlin, sprach über„Gemeinschaftsverpflegung in deutschen Betrieben". Sehr viel Anklang fanden auch die Fragen und Antworten über Bevölkerungspolitik und Gesundheitsdienst, über die Dr. Else Petri=Berlin, Dr. med. Neuert=Weimar, Medizinalrat ReichErfurt berichteten.— Daß die Rolle der Hausfrau und Mutter im Kampfe gegen den Volksseind Alkohol nicht vergessen wurde, davon zeugte u. a. der Vortrag von Marga HeidrichReichenbach über„Die Hausfrau im Dienste der Volksgesundheit". Vertreter der Wehrmacht und Polizei fanden sich besonders zahlreich ein, als Dozentin Dr. med. Gertrud Meißner=Breslau über„Meine Erfahrungen über Blutuntersuchungen nach Verkehrsunfällen" sprach, und Universitätsprofessor Dr. Hans Schmidt=Halle das Thema„Die Bedeutung der Rauschgiftfrage für die Wehrbereitschaft" behandelte.— Weltanschaulich unterbaut wurde die Tagung durch einen Vortrag des Gauschulungsleiters Jan Blankemeyer=Münster„Nationalsozialismus und Alkoholfrage“. Hier wurde klar herausgestellt, wie notwendig es ist, dem drohenden Weltbolschewismus die lebendigen Kräfte unseres Volkes, ungeschädigt durch die unsere Rasse gefährdenden Volksgifte, entgegenzustellen. Das sei ganz im Sinne unseres Führers, dessen Antwort auf einen Gruß von der Frauentagung begeistert ausgenommen wurde. Erfolge deutscher Frauen Immer wieder beweist die Frau, daß sie zu hohen Leistungen auf den verschiedensten Gebieten— sei es in der Kunst, im Handwerk oder im Sport— fähig ist. So errangen in dem vom Heimatwerk Sachsen veranstalteten Roman=Wettbewerb, der Romane mit historischen oder zeitgebundenen Themen aus dem sächsischen Lebensraum erbringen sollte zwei Frauen den dritten und vierten Preis: Elli Graupner für den Neuberin=Roman„Passion der Rebellen“ und Frau H. Kolse für den Roman„Barbara Uttmann“. Im Wettbewerb der Fotoamateure, der diesjährigen großen Bundesausstellung, die der Reichsbund Deutscher Amateur=Fotografen im September in Königsberg veranstaltet, erhielt in der Abteilung„Heimat= Fotografie“ Frau Marie Bethke. Erfurt, die Plakette der Stadt Königsberg und den Ehrenpreis des Reichsministers für Volksaufklärung und Provaganda. Bei der diesjährigen Ostpreußenfahrt, dem großen Leistungskampf der Krafträder, Seitenwagenmaschinen, Sportund Gebrauchswagen konnten trotz der Schwere des Wettbewerbs auch die beiden beteiligten Frauen die höchste Auszeichnung dieses Kampfes, die„Goldene“ erringen. Es waren Christel Meinecke Hannover. auf Hanomag, und Ilse Thouret auf DKW.=Rad. Arohene saus Gerim und Wien Erste Modenschau herbst„Winter 1938,/39 in Wien Im Hotel Kaiserhof in Berlin sand die große Exportmodenschau statt. Sie gab ein überzeugendes Bild von der exakten Arbeit der deutschen Modehäuser und zugleich einen Überblick über die Herbst= und Wintermode 1938/39. Von Frau Hella Strehl angesagt, disilierten einige hundert Modelle vorüber. In der Pause zeigten die Geschwister Höpiner ihr Können. Grundthema: Weich und fraulich Mit einem kleinen Einschlag ins Senkimentale scheint dieses Jahr Frau Mode an die Herbst= und Winterarbeit gegangen zu sein. Sehr verständlich, denn wenn die Blätter fallen und die diesigen Novembertage vor der Tür stehen, da hat man eine andere Stimmung als im Frühjahr. Daher sind die weichen dunklen Rots und die satten braunen Farbtöne mehr zu verstehen, auch die Zusammenstellungen von blaurot und graugrün passen in dieses Bild. Und aus den sportlichen fast schulmädchenhaften Sommerkleidern müssen wir jetzt heraus, um die weichgeschwungenen, faltenreichen, sehr oft drapierten Kleider und Mäntel anzulegen. Straußensedern von Grotzmama Großmütter hätten auf dieser Modenschau mit einem leichten Kopfnicken gesagt:„Alles schon dagewesen.“ Dagewesen sind schon die kunstvollen Straußensedern, die aus dem Kopf — nicht nur auf dem Hut— und an den Muffs und Capes gezeigt werden. Auch die faltenreichen Tagesendkleider aus buntem Brokat und Moiré, mit und ohne Schleppe, mit und ohne langen, oben kunstvoll gezogenen Armeln sind nicht neu. Sie erleben eine reizende Auferstehung im diesjährigen Modewinter. Sogar die Kapuze an den Tages= und Abendmänteln wird sich durchsetzen, zumal sie die immer komplizierter werdende Frisur sehr schont. Mäntel: blusig und viel Pelzbesatz Natürlich werden die sportlichen Mäntel und„klassischen“ Schneiderkostüme weiter ihre Rolle in unserem Kleiderschrank spielen, denn mit ihnen ist man immer irgendwie richtig angezogen. Das hindert aber nicht, uns mit den neuen weiten, weichen Mänteln vertraut zu machen. Weit im Rücken, oft in Taillenhöhe blusig überfallend, mit Pelzrollen besetzt, mit Bindebändern statt Knöpfen, Taschen und oftmals ganzen Oberteilen aus Pelz sind sie vertreten. Farben: schwarz, grün, grau, kombiniert und meliert, aus weichem Kamelhaarstoff oder Pelz. Das Interessanteste sind die Aermel, die tief angesetzt, sehr weit und im Handgelent gezogen sind. Daneben sehr originelle Kostüme, die man in diesem Winter bequem unterm Mantel tragen kann, da seine größere Weite das erlaubt. Für junge Damen sehr zu empfehlen: reizende Samtjacken mit Stoffkleidern oder Wollröcken, dazu ein fescher Muff. Röcke werden weiter, aber noch kürzer Fesch und sportlich für den Vormittag sind die Jersey=Kleidchen, die Wien als Spezialität zeigen kann. Die kleinen Nachmittagskleidchen (klein hat nichts mit der sehr komplizierten Machart zu tun) werden auch„Swingkleider“ genannt, weil ihre große faltenreiche Weite liche Bewegungsfreiheit gestattet. Wobei gelegte, gesteppte und plissierte Falten und Fältchen einander keine Konkurrenz machen. Daneben haben die Mogekünstler Kleider geiffen, die einen fast architektonischen Grundriß haben mit kompliziert eingearbeiteten Oberteilen, wundervollen Stoffdrapierungen. Schwarz ist und bleibt wohl für den Nachmittag die klassische Farbe. Mit weißen sparsamen Pelzstückchen, mit Soutache=Stickerei, mit bunten glitzernden Steineffekten und Pailletten benäht, aus Seide, Wolle, Spitze, so präsentierten sich die bei uns Frauen so beliebten Kleider für alle Gelegenheiten. Und abends im Theater, beim Konzert? Man geht doch wieder recht„angezogen“ aus. Man zeigt heute nicht mehr die bloßen Schultern und die endlosen Rückenausschnitte, es sei denn auf dem großen Ball. Mit langen schmalen Aermeln und ganz auf Figur gearbeitet stellen sich die Tagesendkleider vor, sehr lang, sehr fließend. Ein kleines Krägelchen, ganz am Hals, ein sparsamer schmaler Einschnitt am Rücken, aus Samt und Brokat, aus Lamé und originellen neuen Geweben sind diese Kunstwerke gebaut. Oft sind kleine CapeErgänzungen nur zum Interessantermachen des Kleides da, abgenommen zeigt es sich dann als großes Abendkleid, das meist im Vorderteil bis hoch an den Hals reicht, während die verschiedensten Rückenausschnitte zu sehen sind. Das was uns Frauen wahrscheinlich am meisten gefällt ist die neue Abendjacke. Smokingartig geschnitten, aus kostbarem Silberlamé, aus blumigem Brokat bildet diese schöne einfache Jacke eine wertvolle Bereicherung der Abendmode und wird gern übernommen werden. Ein langer schmaler Rock, dazu eine Jacke aus weißer schwerer Seide sieht immer gut und angezogen aus und dürfte als„Abendtailleur“ sich nicht sobald wieder aus dem Modebild verdrängen lassen. Wenn dann getanzt wird Werden wir mit lässiger Bewegung die Capes und Hüllen abstreifen. Hoffentlich staunen die Herren der Schöpfung nicht zu sehr, denn wir haben ihnen für die Abendkleider nicht nur die Taschen— allerdings in unseren Röcken— abgeguckt, sondern wir haben uns erlaubt trägerlose Abendkleider anzuziehen. Wie sicher diese trägerlosen Kunstwerke sind und wie sie technisch„sitzen“ wollen wir nicht ausplaudern, sie sitzen fest und das genügt. Daneben warten wir auch mit krinolinenhaft aussehenden Röcken auf— wir haben ja genug Platz— und brauchen für die von oben bis unten durchplissierten Abendgedichte unzählige Meter Tüll und Sitze, und selbst wenn wir schmal und schlank auf dem Partett erscheinen — lassen wir uns nicht täuschen, es stecken immer allerhand Meter Stoff im Kleid. Kaninchen als Chamälcons— den Frauen zuliebe Wahre Kunststücke haben unsere Kürschner zustande gebracht. Neben den vielen Arten der Füchse zeigen sie uns Kaninfelle in so vielen schönen und originellen Einfärbungen, daß man nur sagen kann: das hätten wir dem kleinen Tierchen gar nicht zugemutet. In zarten braunen Tönen, blütenweiß und tiesschwarz, abschattiert zeigt sich das Kaninchenfell und erntet Staunen und Bewunderung. Und daß Hüte, Handtaschen, Taschen und Schmuck harmonisch abgestimmt auf unsere Mode in reicher Auswahl bereit liegen, ist selbstverständlich. Aber eins sei nicht vergessen: die Mode ist weich und fraulich. Wer aber von Hause aus schon zu fraulicher Linie neigt, der beschränke sich weise auf das andeutungsweise in der neuen Wintergarderobe, denn allzuviel ist nicht nur im Essen, sondern auch in der Mode ungesund und eines schickt sich nicht für alle. Marianne Glückliche Der zielbewußten, arbeitsfreudigen Frau, die sich tapfer im Leben behauptet hat, winkt das langersehnte Glück, mit einem gleichgesinnten Mann den Ehebund zu schließen. Die Jahre der Einsamkeit liegen hinter ihr, nun ist die Erfüllung ihrer Wünsche auch ihr geworden! Wir machen oft die Erfahrung, daß spät geschlossene Ehen besonders harmonisch und glücklich sind. Die reife Frau, die den Bund fürs Leben schließt, ist von dem innigen Wunsche beseelt, das Glück und die Harmonie der LebensAusschnitte aus der großen Export-Modenschau, die von der Fachgruppe Damen-Oberbekleidungsindustrie der Wirtschaftsgruppe Bekleidungsindustrie im Kaiserhof in Berlin veranstaltet wurde. Links: Schwarzes Kleid mit Spitzeneinsatz. Silberfuchsmuff und Silberfuchs. Mitte: Von links: Schwarzes Kleid mit Spitzeneinsatz, Herbstkostüm ohne Kragen mit neuartigem Knopfverschluß, bedrucktes Moiré-Abendkleid. Rechts: Türkisfarbenes Brokatkleid mit Federcape. Herybert Mienzel: Daheim Wohl dir, der du gefunden hast Das Herz, das ruft: komm, sei mein Gast, Der Abend dunkelt übers Feld, Ich hab ein Licht dir aufgestellt. Du gingst so irr, du gingst so fern, Nun über dir steht still dein Stern. Es rust das Herz noch lieberen Reim: Wohl mir, du kamst, unn sei daheim. Ummmmmmm Neue Heringsgerichte Die Heringssaison ist in vollem Gange. Man nehme diese günstige Gelegenheit wahr. Hering ist ein sehr beliebter Fisch, der sehr abwechslungsreich zubereitet werden kann. Nachfolgend einige nicht allgemein bekannte Rezepte: Heringe gedünstet. 1 bis 1½ Kilogramm grüne Heringe, Zwiebel, Petersilie, Essig. Fett, Salz. Die Heringe werden vorbereitet(Köpfe und Flossen entfernt) und gesalzen. Man legt sie mit den Rücken nach oben in einen ausgesetteten Kochtopf, gießt ein paar Tropfen Essig darüber, bedeckt sie mit Zwiebelscheiben und gehackter Petersilie, deckt gut zu, setzt den Topf in einen größeren Topf mit kochendem Wasser. Dieser wird ebenfalls gut zugedeckt, damit möglichst wenig Wasser verdampfen kann. Kochdauer etwa 30 Minuten. Beilage: Gedämpfte Kartoffeln und Dill oder Petersilientunke, zu der man den Fischsaft verwendet, oder Gemüse. Boulogner Heringe. 1 bis 1½ Kilogramm grüne Heringe, Petersilie, Zwiebel, Tomaten oder Tomatenmus, Oel, Salat. Heringe werden auf dem Grill geröstet und warmgestellt Eine feuerfeste Schüssel streicht man mit Oel aus, gibt Tomatenstückchen oder Tomatenmus, gehackte Zwiebel oder Petersilie hinein schmeckt mit Salz ab, läßt einige Minuten dämpfen und gibt die gerösteten Heringe darauf. Beilage: Petersilien=Kartoffeln. PParehen und Schicksalsgemeinschaft, die sie spät gefunden, dauernd zu erhalten; sie will ihre ganze Kraft für dieses Ziel einsetzen. Mit tieferem Wissen und Verständnis als das junge, unerfahrene Mädchen hat sie ihren Schritt überlegt und eingehend geprüft, ob dieser Bund fürs Leben glückverheißend sein kann. So manche Ehe hat sie im Laufe der Jahre gesehen, die in jugendlicher Glückseligkeit begann und dann wie eine schwere. schmerzende Kette empfunden und zerrissen wurde. Aber auch in ihr liegt wie in jeder echten Frau der Wunsch, die schützende, starke Hand des Mannes zu spüren, die ergänzende Gemeinschaft zu leben, und mit der Dankbarkeit an das Schicksal verbindet sie einen besonderen Takt, sich der späten Führung anzuvertrauen, ohne doch von der liebgewordenen und unentbehrlichen Selbständigkeit zuviel aufzugeben. Sie weiß, daß beide aufgeben müssen, um des lohnenderen Gewinnes sicher zu sein: Zweisamkeit und Geborgensein bringt auch dieses späte Glück. Den Kampf zu zweien auf sich zu nehmen, ist leichter und siegversprechender als der in allzu vielen einsamen Stunden ausgefochtene Lebenskampf. Und die Klippen der wirtschaftlichen Selbständigkeit? Bisher daran gewöhnt, nur sich selbst Rechnung abzulegen über die Einteilung und Verwendung ihres Einkommens, muß sie sich nun daran gewöhnen, das Geld des Mannes zugeteilt zu bekommen, einem anderen die Verantwortung dafür schuldig zu sein, und sie muß auch nach den Grenzen dessen, was dem Manne möglich ist, die wirtschaftlichen Ausgaben bestreiten. Aber gegenseitiges Vertrauen bildet die Brücke, die über diese Klippe hinüberführt. Die kameradschaftliche Stellungnahme in allen Dingen ist diesen im Leben erprobten beiden Menschen Gewähr für das gute Zusammenleben in ihrer Ehe. Besseres Einsehen und größeres Verständnis bilden einen Ausgleich. Wenn einer vom anderen nicht erwartet— und das ist wohl anzunehmen!—, eine Gottheit heimzuführen, die im Alltagsleben unweigerlich von der erträumten Höhe herabsteigen müßte, ist schon die hauptsächliche Voraussetzung für die glückliche Ehe gegeben. Und in den meisten Fällen sind solche Bindungen zweier ernster Menschen gut zu heißen, zufriedenes Glück spiegeln diese späten Ehen. Wien verdunkelt sich Die ersten Luftschutzübungen dd. Wien, 9. September. Nachdem jetzt die Aufbauarbeiten des zivilen Luftschutzes durch den Reichsluftschutzbund auch in der Ostmar k so weit gediehen sind, daß die ersten großen allgemeinen Uebungen beginnen können, werden in den nächsten Tagen im Gau Wien große Verduntelungsübungen durchgeführt. Die Uebung wird in drei Teile gegliedert. Am 10. September werden die Luftschutzgruppe Wien, die die äußeren Bezirke zum Wienerwald umfaßt, und die südwestlichen Teile der donauländlichen Ortschaften des Gaues Wien verdunkelt. Am 12. September folgen die zentral gelegenen Bezirke der ostmärkischen Hauptstadt, und am 15. die Verdunkelung der südlichen Bezirke und der Randgebiete des angrenzenden Gaues Niederdonau. Ueberall sind umfangreiche Vorbereitungen zur glatten Durchfuhrung der Uebungen getroffen, die nach gleichem Muster wie in den Städten des Altreichs durchgeführt werden. 3000 Jahre alte Armreifen Prähistorische Funde auf Java rd. Amsterdam, 9. September. Bei Goendi im Norden von Solo (Niederländisch=Indien) wurden interessante prähistorische Funde gemacht, bestehend aus Steinbeilen und mehreren Armreifen eines bisher auf Java unbekannten Typs. Die Armreisen sind aus Tridacna=Schilf hergestellt. Die Herstellungstechnik dieser Armreifen, die horizontale Streifen als Schmuck aufweisen, ist sehr kompliziert. Das Alter der Reisen wird auf etwa 3000 Jahre geschätzt. Cheis Farchdrach die Bloaude Jobiläum des Laboratoriums von Oppau „Tag des deutschen Rechts“. Am., 8. und 9. Oktober wird in Leipzig ein„Tag des deut schen Rechts" abgehalten. An der feierlichen Eröffnungskundgebung nimmt auch der Reichsrechtsführer, Reichsminister Dr. Frank, teil. dd. Ludwigshafen, 9. September. Das Stickstoffwerk Oppau bei Ludwigs. hafen am Rhein feiert ein Jubiläum von weltwirtschaftlicher Bedeutung. In seinen Laboratorien wurde vor 25 Jahren der Grundstein zu einer neuen gewaltigen Industrie, der Stickstoffgewinnung aus der Luft, gelegt. Seinen Chemikern gelang im Weltkrieg unter Führung von Dr. Carl Bosch die künstliche Herstellung der Salpetersäure und damit auch auf diesem Gebiet die Durchbrechung der Blockade. In Oppau sind die entscheidenden Schritte zur Gewinnung flüssiger Treibstoffe aus Kohle, des deutschen Gummis und der synthe. tischen Fettsäure unternommen worden. 1904 hatte die Badische Anilin= und Sodafabrik drei Kilometer von Ludwigshafen entfernt bei der Oppauer Fähre ein Gelände gekauft, um Platz zur Lagerung von Asche und anderen Abfällen aus der Farbenerzeugung zu gewinnen. Neun Jahre später wurde dieser unfruchtbare Uferstreifen Standort einer ganz neuartigen Ammoniakfabrik, die am 9. September 1913 ihre Pforten öffnete. In den Versuchsanlagen von Ludwigshasen hatte 1911 Dr. Carl Bosch der heute an der Spitze der J. G. Farbenindustrie steht, die Erzeugung von Ammoniak aus dem Stickstoff der Luft fabrikationsreif entwickelt. Auf dem Papier war es sehr einfach, den Stickstoff der Luft mit Wasserstoff zu Ammoniak zu vereinigen. In der Praxis gehörte zu dieser Synthese die Feststellung, daß die Zusammenfügung der beiden Elemente nur unter hohem Druck und in Gegenwart einer Kontaktmasse stattfinden kann. Der geniale Forscher Bosch und seine Mitarbeiter fanden den Weg, um Stickstoffdüngemittel herzustellen und damit eine gewaltige Steigerung Ueg. Kar! erwaclei=Minionen Hochbetrieb auf dem Volksfest in Nürnberg dd. Nürnberg, 9. September. Größer und schöner als im vergangenen Jahr ist die Stätte des KdF.=Volksfestes am Valznerweiher entstanden, wo wieder Hochbetrieb herrscht. Feste Straßen verbinden die einzelnen Hallen und Plätze. Leuchtende Blumen und gepflegte Rasenplätze runden das Bild dieses Schauplatzes neuer deutscher Lebensfreude ab, der sich für einen Millionenbesuch gerüstet hat. Vom Glockenturm klingt das Spiel der Meißner Porzellanglocken über das Gelände. Fahnen wehen im Herbstwind, und das bunte Bild der Uniformen und Trachten aus allen deutschen Gauen, das Zusammenklingen von Musik aus den Hallen und aus den Lautsprechern gibt der KdF.=Stadt ihr einzigartiges Gepräge. In den fünf Hallen rollt nachmittags und abends ein hervorragendes artistisches Programm ab. In den Freilichtspielen sind die Hohnsteiner Puppenspieler, der Reichstheaterzug und viele Volkskunstbühnen am Werk, die die Vielsalt des künstlerischen Ausdrucks der deutschen Landschaft widerspiegeln. Brauzelte laden zum Besuch ein. Sie sind malerisch zwischen die Kiefern gebaut. Die KdF. Stadt ist noch in letzter Stunde durch eine neue Sehenswürdigkeit bereichert worden. Vor der Frankenhalle sind auf einem Podium zwei Volkswagen ausgestellt. Die beiden Wagen, eine Cabrio=Limousine mit Faltdach und ein offener Wagen, waren sofort von einer großen Schar Besucher umgeben. So werden auch in den kommenden Tagen des KdF.=Volksfestes Hunderttausende Gelegenheit haben,„ihren“ Wagen im voraus zu besichtigen. Einen Querschnitt über den Fortschritt des Sportbetriebes durch„Kraft durch Freude" geben die Veranstaltungen der vielen Gausportaruppen, die auf den Freilichtbühnen auftreten. Zur Eröffnungsfeier der KdF.=Stadt waren schon 15000 KdF.=Urlauber eingetroffen, die am Valznerweiher in einer riesigen Zeltstadt untergebracht sind. Nicht weniger als 3000 Werkscharmänner versehen in dieser Stadt den Ordnungs= und Betreuungsdienst, so daß sich jeder wohl heimisch fühlen kann. der Ertragsfähigkeit des Bodens zu ermög lichen. Um gegen den Chilesalpeter erfolgreich in Wettbewerb treten zu können, mußten auch salpetersaure Salze gewonnen und damit wieder eine Kontaktsubstanz gefunden werden. Zuerst nahm man Platin, aber ein Jahr später begann der Weltkrieg, Deutschland erhielt kein Platin mehr. Erlag die june Salpeterindustrie diesem Mangel, dann hätten bald nicht nur die Düngemittel gefehlt, sondern auch die Sprengstosse, die von der Salpetersäure abhängig sind. Wieder gelang es Dr. Bosch und seinen Mitarbeitern, eine neue Kontaktsubstanz aus deutschen Rohstoffen zu finden und damit die Munitionsversorgung der deutschen Truppen im Weltkriege der Blockade zum Trotz zu sichern. Wie sich diese großartigen Erfindungen in Oppau heute auf die Wirtschaft auswirken beweisen die einzigartigen Erfolge des Vierjahresplanes. Bei der Ammoniaksynthese wird Stickstoff mit Wasserstoff unter hohem Druck im Beisein einer Kontaktsubstanz verbunden. Das gleiche Experiment mit Wasserstoff und Kohle durchgeführt, ergibt Benzin. Heute ist die deutsche Treibstoffindustrie in starkem Ausschwung begriffen und sie besitzt sogar mehrere Verfahren von Kohleverflüssigung zu Benzin, Treiböl und Schmieröl. Auch die Erzeuger von Methanol, das als Spiritus dem Benzin beigemischt wird, brachte die deutsche Treibstofswirtschaft wieder einen großen Schritt vorwärts. Bei der Herstellung all dieser neuen künstlichen Stoffe fanden sich viele Zwischenprodukte an, die zunächst nichts mehr als Abfall waren. Aber die Chemiker haben auch diese scheinbaren Abfälle nutzbar gemacht. So wurden in Oppau wichtige Versuchsarbeiten zur Herstellung von Butadien, dem Grundstoff für den deutschen Bunakautschuk, durchgeführt. Seit 1937 aber besteht außerdem eine Fabrik für synthetische Fettsäure. Sie stellt nicht nur Schmierseife und Seifenpulver her, sondern auch Haushaltsseifen und Toiletteseisen aus synthetischer Fettsäure und damit aus deutschem Rohstoff. Deutscher Volkskundetag in Brannschweig. Die Arbeitsgemeinschaft für deutsche Volks kunde veranstaltet vom 29. September bis zum 1. Oktober einen deutschen Volkskundetag in Braunschweig. Im Rahmen der Tagung wird Reichsleiter Rosenberg. auf einer öffentlichen Kundgebung sprechen. Raubüberfall in Goslar Boten der Deutschen Bank überfallen Goslar, 3. September. Vor dem Gebäude der Goslarschen Reichs. banknebenstelle ereignete sich ein Naubüber, sall. Den Boten der Deutschen Bank, die auf der Reichsbank Geld abholten, wurde eine Mappe mit über 60 000 RM. in Papiergeld entrissen. Die Räuber bemächtigten sich der Mappe, indem sie mit Nevolvern drohten und sprangen dann blitzschnell in einen bereitstehenden Kraftwagen, der über die Astfelder Straße davonfuhr. Sofort nach Bekanntwerden des Ueberfallen weilten Vertreter der Staatsanwaltschaft aus Hildesheim sowie Spezialbeamte der Keiminal= polizeileitstelle Hannover am Tatort, um dort die näheren Ermittlungen aufzunehmen. Iusstranspori= Verunglaul Verkehrsunfall in Rotspanien Paris, 9. September Nach einer Havas=Meldung aus Perviguan ereignete sich bei Gerone in Rotspauien durch den Zusammenstoß eines Brennstoff=Transportautos mit einem Personenzug ein schweres Eisenbahnunglück, das 17 Todesopfer und 20 Verletzte gesordert haben soll. Bei dem Zusammenprall hat der Kraftwagen sofort Feuer gefsangen, das sofort durch die ausflutenden Benzinmengen auf den Zug und fünf Wohngebäude übergriff. Die beiden Fahrer des Kraftwagens erlitten lebensgefährliche Brandwunden. Der„Intransigeant" berichtet ergänzend, daß es sich um einen französischen Brennstofftrausportwagen handele, und die beiden Kraftwagenführer ebenfalls Franzosen seien. Kärnten wird größer Wertvoller Acker wächst aus Sumpf dd. Wien, 9. September. Ein altes Projekt, das schon seit Jahrzehnten geplant ist und zu immer neuen Verhandlungen im Klagenfurter Landtag geführt hatte, wird jetzt nach knapp einem halben Jahr nationalsozialistischer Führung verwirklicht: Die Glan=Furt=Regulierung und damit die Entsumpfung der Sattnitz= und Weitmannsdorfer Gründe. Es handelt sich um ein 1100 Hektar großes Gelände, das nach seiner Trockenlegung wertvollen Ackerboden geben soll. Die Entsumpfung wird sich günstig für die Ufergemeinde des Woerthersees auswirken, die sehr stark unter der Unbeständigkeit des Seespiegels zu leiden hatte. Die Stabilisierung der Wasserverhältnisse des Woerthersees ist auch im Interesse des ständig steigenden Fremdenverkehrs wünschenswert. Reichsarbeitsdienst marschiert in die Nürn berger Zeppelinwiese ein. Aufn.: Schirne •* An den Rand des Reichsparteitages geschrieben Von unserem nach Nürnberg gesandten—-Schriftleitungsmitglied Nürnberg, 9. September. Wenn ein kritischer Betrachter aus der Bedrängnis eines durch tausendundzwei Angebote leicht erschütterten Herzens dieser Tage meinte, die Nürnberger Postkartenverkäufer würden zusammengenommen mindestens die Zeppelinwiese füllen, so hat er damit seine Befähigung als Taxator zwar noch nicht eindeutig unter Beweis gestellt. Aber daß Postkartenverkauf heuer in Nürnberg die kopfstärkste Berufsgruppe stellt, wird auch von anderer Seite nicht bestritten.„Offizielle Festpostkarten", Alt=Nürnberg 5 zu 20, Karten mit Sonderstempel, Führerkarten— alle zwei Minuten steht neben dem mittagessenden Volksgenossen eine neue Offerte in Gestalt eines lungenkräftigen Verkäufers oder einer„bittschön" flötenden Verkäuferin. Wieviele Postkarten werden in dieser Woche wohl in Nürnberg verkauft, wieviele verschrieben, wieviele gesammelt? Fast haben wir die Post in einem schwarzen Verdacht. Sollten die Verkäufer nicht getarnte Beamte sein? Oder was zahlt Pg. Ohnesorge den„Propagandisten der Tat“ für eine Provision? ** Sind wir zu mißtrauisch? Nun, dann sind wir mit unserem Mißtrauen wenigstens nicht allein. Denn obwohl alle drei Schritt solch ein verkappter Stefansjünger uns einen Sonderstempel unter die inzwischen stark gerümpfte Nase hält, gibt es noch genug Vorsichtige, die sich ihren Sonderstempel selbst am Schalter besorgen. Warum sollten sie auch nicht? Bei soviel Hilfskräften könnte die Reichspost ja auch das Stempeln verlernen, denn die armen Postkartenmänner müssen sich ihre Sonderstempel selbst auf die Karten drücken. Ueberschrift: Arbeitsteilung. * Auch sonst muß geteilt werden, wenn es für alle reichen soll. Zum Beispiel die Zimmer. Nürnberg ist gewiß eine große Stadt, und während der Reichsparteitage heißt Fürth ebenfalls Nürnberg, damit die, die dort draußen wohnen, den langen Weg nicht so spüren. Und trotzdem reichen die Zimmer nicht hin. Die Suche nach dem angenehmsten Bettnachbar ist das beliebteste Gesellschaftsspiel. Schnarcher sind wenig gefragt, auch Selbstrasierer sind nicht sehr beliebt, wenn ein Waschtisch für viere reichen soll. Landsleute werden gern gegen Fremde eingetauscht, denn was braucht der liebe Nachbar so genau zu wissen, was man in Nürnberg treibt. Nachbarn über treiben so gern. * Tolche Sorgen haben die Männer draußen im Lager Hanischschlag nicht. Gelände ist reichlich da, für gute Luft im Zelt sorgt die freie Lage und in puncto Ausgang ist der Zapfenstreich für alle gleich. Man braucht sich auch nicht den Kopf über die bayerische Speisekarte zu zerbrechen. Der Hilfszug Bayern nimmt den Männern diese Sorge ab, und kein Westfale braucht sich Kartofseln nachzubestellen. Die Männer vom Hilfszug kennen ihre Pappenheimer schon. * .. Ja, die Westsalen! Trotz aller Freundschaft mit den Kameraden von der faschistischen Miliz, die schwarzhemdig durch Nürnbergs Straßen ziehen— an Spaghettis können sie sich nicht gewöhnen. Da sind die Franken ihnen weit voraus. Leider! Dafür verstehen sie von mit den Wessalen!e Es ist ein Kreuz Auch in bezug aus Bier. Die Töpse sind ihnen zu groß, die Prozente— nein, das Trinkgeld meinen wir nicht— zu klein. Das Nürnberger Bier suchen sie auf der Karte hartnäckig unter„alkoholfreie Getränke“. Und das soll nun die Nürnberger nicht ärgern, die doch so stolz auf ihr bayerisches Bier sind! Aber sie lassen #nicht merken, denn die Nürnberger sind hoftiche reute. Sie haben soviele Gäste in ihren #ices.„Nauern, daß es auf ein paar tausend onnopige Westfalen auch nicht ankommt! * Der Reichsparteitag ist nicht nur ein Tag und Pschter ganze Volk hat seine Söhne hierher geschickt, das Volk Großdeutschlands und das Volk jenseits der Erenzen. Aus dem Sudetenland kommen sie und aus Siebenbürgen, aus dem Banat und aus Polen, ja sogar von jenseits des große Wassers, aus Pern und Chile und den Vei einigten Staaten und wo immer deutsche Mei schen wohnen. In ihren schönen Trachten ziehe sie durch die Straßen der alten Reichsstad deren Häuser und Giebel so gut zu den bunte Kleidern passen. Woher sie auch kommen, si fühlen sich hier zu Hause und geborgen in de Gemeinschaft des Blutes, das keine Grenze kennt. „Aber nicht nur die Deutschen, die gan welt schaut auf Nürnberg und schickt ihr Beobachter hierher. Vor allem die befreundete Nationen: Soldaten der faschistischen Mili italienische Jugend, Falangisten aus Spanie mit ernsten Gesichtern unter dem roten Bare Japaner, Ungarn. Holländische Nationalsozi listen sind da, Männer der Mussertbewegung wahl taum uin guosen, Engländer, Polen wohl taum ein Land, das in Nürnberg nich vertreten wäre, wohl kaum ein Gast, dem da Erlebnis der Gemeinschaft eines Volkes sie nicht in Auge und Miene widerspiegelte. * Nur einer ist nicht geladen und erwünscht in deutschen Nürnberg: der Jude. Ihr protzige Tempel, der Schandfleck der Stadt der Reichs parteitage, ist niedergelegt. Das fremde Ge mäuer, eine Herausforderung an den Gei dieser deutschen Stadt, hatte hier keinen Plat Noch zeugen einzelne Judenläden von de parasitären Hartnäckigkeit der Nürnberge Judenschaft. Auf dem Bürgersteig vor ihre Schaufenstern hat der Oberbürgermeister Schil der aufgepflanzt:„Jüdisches Geschäft“; so wei ein jeder Bescheid. 2 Fotos: Schirner Ein Bild vom Lichtdom, der den Appell der Politischen Leiter überwölben wird. Der Führer auf der Fahrt zum Kongreß. Nr. 211 Westfälische Neueste Nachrichten 9. September 1338 „Ihr seid die Lieblinge des Volkes!“— rief der Führer den Arbeitsmännern zu, als sie auf der Zeppelinwiese zum feierlichen Appell angetreten waren. Unser Bild oben rechts zeigt Reichsarbeitsführer Hierl bei der Meldung der Arbeitsmänner an den Führer. Auf dem linken Bild oben marschieren die Arbeitsmänner durch die Straßen von Nürnberg, stürmisch umjubelt vom Volke.— Das nebenstehende Foto gibt einen Ausschnitt aus dem KdF.-Fest, das nachmittags und abends zahllose Besucher zu Freude und Erholung vereint. Das Bild zeigt einen Fotos: Weltbild Blick auf die Ballettbühne. Reichspressechef Dr. Dietrich entlantt die Methoden jüdlischer Hetzer und Deutschenhasser Nürnberg, 9. September Auf dem Parteikongreß in Nürnberg hielt Reichspressechef Dr. Otto Dietrich gestern— wie schon an anderer Stelle erwähnt— eine aufschlußreiche Rede zu dem Thema„Kampf gegen die Presselüge“, der wir in großen Auszügen folgendes entnehmen: Wenn heute die Menschen fost alle gleichzeitig von dem erfahren, was in der übrigen Welt geschieht, wenn alle heute gleichzeitig über die Ereignisse und Entwicklungen nachzudenken vermögen, dann kann man ermessen, was diese den Menschen früherer Epochen kaum erhoffbare Möglichkeit dem Fortschritt der Menschheit gegeben hat. Aber für fast alle großen Erfindungen und Fortschritte, die der Menschheit Segen brachten und ihr den Weg bahnten zu neuer Stufe der Entwicklung, hat sie auch ihren Preis zahlen müssen. Das gleiche Nachrichtennetz, das über die Welt gezogen wurde, um die Wahrheit zu verbreiten, kann auch der Lüge dienen, wenn es verantwortungslos mißbraucht wird. Die Presselüge ist nicht nur irgendeine der vielen Fragen des Pietismus und der menschlichen Moral, sie ist eine der größten neuzeitlichen Gefahren, die die Menschheit durch ihre eigene Entwicklung heraufbeschworen hat. Die geheimnisvolle Macht des gedruckten Wortes feiert gewaltige Siege über die Herzen und Hirne der Menschen des ganzen Erdballes. Sie ist es, die das politische Denken von Hunderten von Millionen Menschen lenkt und leitet. Und darum ist die Bekämpfung der Presselüge eine der allerdringlichsten und allernotwendigsten Aufgaben, ein Werk der Selbstverteidigung aller Völker und des Schutzes der menschlichen Kultur. Man hat die ungeheuerliche Gefahr der Presselüge in der ganzen Größe ihrer Bedeutung bisher deshalb verkannt, weil die Presse als die Beherrscherin der öffentlichen Meinung in eigener Sache Partei ist, wo sie hätte Richter sein müssen. Die Presselüge oder Falschmeldung ist deshalb so gefährlich, weil sie infolge der psychiologischen Aufnahmebereitschaft der Massen für das gedruckte Wort suggestiv geglaubt wird, und zweitene, weil sie lawinenartige Wirkungen im Gefolge hat, die durch keine nachfolgende Berichtigung mehr aus. gelöscht werden können. Dafür aibt es ein schlagendes Beispiel aus der jüngsten Geschichte, das allerdings bisher in Deutschland so gut wie unbekannt geblieben ist: Am 11. November 1918. 12 Uhr mittags, trat bekanntlich an der Westfront der Waffenstillstand ein. Aber schon am 7. November, volle vier Tage vorher, wurde durch die Falschmeldung des Korrespondenten einer großen amerikanischen Presseagentur der Eintritt des Waffenstillstandes nach New York gekabelt und dort durch die Presse verbreitet. Die Wirkung war ungeheuerlich. Die Auflage der Zeitungen erreichte Millionenziffern. In den Büros und Kaufhäusern wurde die Arbeit eingestellt. Zur gleichen Zeit also, während in den Argonnen und an der Maas die amerikanischen Soldaten bluteten und noch vier Tage lang zu Tausenden ihr Leben ließen, feierten die Vereinigten Staaten das Ende des Krieges in einem grenzenlosen und unvorstellbaren Freudentaumel. Die Wahrheit wurde nicht geglaubt Zeitungen, die einige Stunden später mit der Wahrheit herauskamen, wurde nicht geglaubt, sie wurden ausgelacht und ihre Verkäufer verprügelt. Dieses Beispiel von der Wirkung einer Falschmeldung auf einen ganzen Erdball hatte keine tragischen Folgen. Hier wurde den Menschen der Friede falsch gemeldet und glaubhaft gemacht. Mit der gleichen Leichtigkeit aber können sie durch eine Lügennachricht in schwerste Krisen getrieben werden! An diesem Beispiel können Sie ermessen, wie groß und ungehenerlich die Gefahren sind, die die Presselüge in sich birgt. Daß hier etwas Durchgreifendes geschehen muß, pwenn nicht die Völker sich schwerste Schädigungen durch Skrupellosigkeit politischer Verbrecher ausliefern wollen, wird jedem klar, der unvoreingenommen der Gefahr der internationalen Presselüge seine Aufmerksamkeit zuwendet. Kampf der Nachrichtenfälschung Der Führer hat am 26. Februar d. J. von der Tribüne des Deutschen Reichstages herab der Pressehetze und Verleumdungsfreiheit in der Welt den Kampf angesagt und den Regierungen zugerufen, den Vertrieb von solchen Zeitungen zu beseitigen, die auf die Beziehungen von Staaten schlimmer wirken, als es Gift= und Brandbomben zu tun vermöchten. Und ich konnte in meinen Ausführungen vom 7. März 1938 vor den Mitgliedern des Diplomatischen Korpo und den Vertretern der ausländischen Presse positive und konkrete Vorschläge zur Eindämmung der Lügenslut im internationalen Presseleben machen. Und was hat die Welt der Demokratie auf unsere Anklagen und Vorschläge geantwortet? Wie haben die Staatsmänner, die Regierungen, die Zeitungen— die Wortführer der öffentlichen Meinung— in den angeblich freiesten Demokratien der Erde auf den Appell eines Pressefriedens reagiert? Während die Presse der autoritär regierten Staaten in erfrischendem Tone ihre Zustimmung zu erkennen gad und überaus zahlreiche private Schreiben und Aeußerungen den tiefen Widerhall unseres Appells bei allen anständigen Menschen erkennen lieben, büllte sich die Lügenpresse, die uns sonst jedes Wort im Munde herumzudrehen pflegt, in Schweigen. Man Murmelt etwas von einem„seltsamen Pressechirurgen" und von meiner Rede als einem „Auswuchs der Nazimentalität“. Aber bis heute hat sich keine ernsthafte Stimme in der internationalen Presse erhoben, die unsere Anklagen hätte widerlegen können. Gewiß, eine Reibe von internationalen Berufoverbänden der Journalisten und Verleger haben Resolutionen gefaßt. Resolutionen, die moralisch und in der Theorie lodenswert sind, aber in der Praxis versagen und sie müssen versagen, weil dieses Problem nicht in der Welt liberalistischer Willkür, sondern nur in der Sphäre politischer Verantwortung gelöst werden kann. Wenn ich die Lügenproduktion des uns seindlich gesinnten Teiles der Weltpresse seit dem letzten Parteitage hier aufzählen wollte, müßte ich mehrere Tage ununterbrochen sprechen. Ich würde dadurch den Ablauf des Parteitages empfindlich stören. Deshalb möchte ich heute aus diesem Bände füllenden Material nur einige Typen herausgreisen und an Hand dieser Beispiele eine Diagnose der Presselüge geben, die das ganze System durchleuchtet. Widerlegbare und unwiderlegbare Lügen Auf Grund unserer jahrelangen Beobachtungen lassen sich die mannigfachen Arten der Presselüge zunächst in zwei Hauptgattungen gliedern, in die Gattung der widerlegbaren Lüge und in die der unwiderlegbaren Lüge oder Motivlüge. Die widerlegbare Lüge, also die plumpe Fälschung und freie Ersindung eines Tatbestandes, wird von vielen Leuten weniger gefährlich angesehen, weil— wie sie sagen— Lügen kurze Veine haben. Widerlegbare oder plumpe Lügen arbeiten nämlich nach dem psychologischen Erfahrungsgrundsatz, den schon die alten Lateiner kannten und von dem sie sagten:„semper aliauid haeret!“(„Etwas bleibt immer hängen!“) In die Sprache der Pressepraxis umgesetzt, heißt das„Die Lüge ist schneller als ihr Dementl.“ Hier ist noch eine Anmerkung hinzuzufügen: Wie die erste Nachricht immer die in der Presse wirksamste ist, so ist auch die Schnelligkeit der Lüge entscheidend für ihren Erfolg. Deshalb gilk in der Lügenfabrikation unserer Gegner der Satz:„Werschnelllügt, lügt doppelt!“ Man muß die Wahrheit geradezu mit der Rakete hinterher feuern, um die Lüge abzuschießen, bevor sie ihr Ziel erreicht hat. Der un widerlegbaren oder sogenannten Motivlüge liegt ein an sich richtiger Tatbestand zugrunde. Aber er wird durch die Fälschung der Motive zu einer noch gefährlicheren Unwahrheit, weil man ihr oft nur schwer mit Gegenbeweisen beikommen kann. Ein Beispiel: Daß Oesterreich sich dem Reich angliederte, ist eine unwiderlegbare Tatsache. Sie dem in der deutschen Geschichte unbewanderten Zeitungsleser als heimtückischen Ueberfall zu melden und als brutale Vergewaltigung zu schildern, ist eine Lüge, die sich lange aufrechterhalten läßt, wenn der Leser nicht Gelegenheit hat, sich persönlich von ihrer Unrichtigkeit zu überzeugen. In diese Kategorie gehört auch die Lüge, die man nicht dementieren kann. Und zwar deshalb nicht, weil das Dementi nach anderer Seite hin größeren Schaden anrichten würde als der, den die Lügenmeldung selbst hervorruft. Innerhalb der beiden Hauptgattungen nun unterscheidet man die verschiedensten Arten von Presselügen, je nach der Zielsetzung, der sie dienen sollen. Die diplomatische Presselüge ist auf die Vergiftung der politischen Atmosphäre gerichtet, in der internationale Verhandlungen stattfinden. Man will diese stören oder vereiteln, ehe sie überhaupt begonnen haben. Wir haben ein typisches Beispiel dieser Art erlebt als Lord Halifax' Besuch in Berlin bevorstand. Wenige Tage vor der Abreise ließ ein Londoner Abendblatt die Bombe platzen, die alles über den Haufen werfen sollte. Sie schickte ihren„diplomatischen Korrespondenten“ vor, dessen Name zwar schamhaft verschwiegen wird, den aber doch jeder kennt. Es ist Herr Poliakoff, ein Ostjude in der internationalen Presse als Augur“ bekannt. Er war es, der den angeblichen deutschen Durchmarschplan durch die Schweiz in die Welt setzte, der genau über deutsche Absichten auf Kolonien anderer Staaten Bescheid wissen wollte, der die deutschen Befestigungen in Nordafrika erfand. Diesmal verwechselte er Krieg mit Diplomatie. Er veröffentlichte genaue Einzelheiten über die angebliche deutsche Absicht, einen Kuhhandel abzuschließen. Daneben aber wurde mit zweideutigen Worten das deutschitalienische Verhältnis derart berührt, daß der Eindruck entstehen mußte, England wolle die Zerstörung der Achse Berlin—Rom in der Wilhelmstraße durch eine deutsch=englische Annäherung erreichen. Diese Lüge wurde in der ganzen Welt geglaubt, und wir mußten in der deutschen Presse sehr deutlich werden, um unsere Interessen zu wahren. Der Besuch war in ein völlig neues Licht gerückt. Die miilerponnische Jeemardungslüge Die innerpolitische Zermürbungslüge, die sich tagein tagaus in immer neuen Verleumdungswellen vom Ausland her über uns ergießt, ist bemüht, den Nachweis von Zerwürfnissen innerhalb der Regierung, der Partei, der Wehrmacht oder untereinander zu erbringen. Dem deutschen Volk und der Welt soll vor Augen geführt werden, daß die nationalsozialistische Macht nicht festgefügt sei, daß die Welt kein Vertrauen in die Stabilität des Reiches haben könne, daß Deutschland kein verhandlungsfähiger Partner sei. Erinnern wir uns der tollen Fantasiemeldungen dieses Jahres über revolutionäre Besetzung der Wilhelmstraße oder Revolten in Stolp und Allenstein, von der Flucht deutscher Generale ins Ausland, vom Bürgerkrieg, von Massenverhaftungen, von Mord und Totschlag überall. Und das ausgerechnet vier Wochen vor der größten politischen Dokumentierung der Einheit der Nation. vor der Begründung des Großdeutschen Reiches! In der letzten Zeit beschäftigt sich diese Lügenart vorwiegend mit angeblichen wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten in Deutschland. So schreibt beispielsweise die französische Zeitung„Deuvre“ vom 21. Mai 1938:„In Deutschland erhält man Weißbrot nur dadurch, daß man schwarzes Brot mit Chlor behandelt, da dabei immer etwas Chlor im Weißbrot zurückbleibt, sind unter der Bevölkerung zahlreiche Fälle von Vergiftung vorgekommen.“ Wie die praktische Wirkung derartiger und geradezu böswillig erscheinender Meldungen ist, ersehen wir daran, daß in der tschechischen Stadt Pardubitz tatsächlich Glaskästen angebracht worden sind, in denen Brot ausgestellt wurde, dem bei der Herstellung Sand und Dreck beigemengt war. An den Glaskästen war zu lesen:„Dieses Brot stammt aus dem Dritten Reich. Solchen Dreck müssen die Deutschen essen.“ Die tschechische Zeitung„Lidove Noviny“. vom 16. Januar 1938 entstellte einen Artikel der „Times“ über die Kehrseite der Medaille des deutschen Vierjahresplanes folgendermaßen: „Den Männern ist es erlaubt, sich nur ein Hemd im Jahre zu kaufen und sich nur viermal im Monat zu rasieren. Eine Frau darf nur fünf Paar Strümpfe im Jahre haben.“ Auch von einer anderen Spezies der sog. militärischen Presselüge haben wir in diesem Jahre zahlreiche Beispiele erlebt. Wie das bekannte Ungeheuer von Loch Neß taucht bei diesen Hetzkampagnen immer wieder der berühmte deutsche Reichswehrgeneral auf, der Dokumente preisgibt oder kriegslüstern imperialistische Ziele der unerläßlichen Pangermanisten enthüllt. Diesmal war es General Reichenau.„News Chronicle“ bringt in sensationeller Form den augeblichen wörtlichen Bericht über eine Vorlesung eines der höchsten deutschen Offiziere vor einer Gruppe von Parteiführern über maßlose imperialistische deutsche Zielsetzungen im Zusammenhang mit dem Spanienkriege. Das war das Signal für eine Hetze gigantischen Ausmaßes. Indem man dem deutschen General unterschob, eine Reihe europäischer Nationen als Opfer deutscher Raubgelüste erklärt zu haben, peitschte man Furcht auf vor dem deutschen Ungeheuer und damit Haß gegen das deutsche Volk. Und wieder einmal haben die Drahtzieher ihr Ziel erreicht: aus einem Nichts, aus einer plumpen Lüge wurde eine Welthetze gegen Deutschland entfesselt, die wochenlang in den Zeitungen aller Kontinente ihr Echo fand. Und wo liegt die vermutliche Quelle? Man schreibt sie mit einem großen Maß von Wahrscheinlichkeit dem Juden Singer zu. Chefkorrespondent des Brüsseler„Soir“, des Pariser „Intransigeant“ und des Londoner„News Chroniele“ dem ehemaligen Leiter der Wiener Hetzpropagandazentrale, der jetzt an anderer Stelle sein Handwerk betreibt. Der erste Preis im Lügenwettbewerb Den ersten Preis im Lügenwettbewerb dieses Jahres aber müssen wir mit Abstand der politischen Großlüge vom 21. Mai d. J. zusprechen. Hier ließ die Presselüge Armeen durch Mitteleuropa marschieren, um aus der Tatsache, daß sie nicht marschierten, Deutschland in den Augen der Welt nachträglich eine politische Niederlage anzudichten. Man behauptete in aller Welt mit einer Dreistigkeit ohnegleichen, Deutschland habe infolge der diplomatischen Proteste und Aktionen von London und Paris und infolge der entschlossenen Haltung Prags nachgegeben und deshalb seine Soldaten wieder nach Hause geschickt. Tatsache ist, daß der Führer, der sich auf dem Obersalzberg mit ganz anderen Dingen beschäftigte, von seinen angeblichen militärischen Maßnahmen erst durch die Presse erfuhr. Aber diese Lüge vom 21. Mai wird, noch heute geglaubt. Das ist die Lüge als unmittelbares Werkzeug der großen Politik, die strupellose außenpolltische Regie=Lüge, die zu den furchtbarsten Folgen führen kann. Eine besondere, allerdings mehr erheiternde Abart der Presselüge ist die„Notlüge“, die man in Anwendung bringt, um die Welt mit starken Worten darüber zu täuschen, wie schwach einem geworden ist. Diese Art von Lüge sehen wir gegenwärtig vor allem in den roten Heeresberichten aus Spanien vertreten. Die Mobilmachung des Hasser Aus einer anderen Perspektive kommt die keine Greuellüge, die bemmungslose Mobilmachung des Hasses und der menschlichen Leidenschaften. Diese Art der Lüge wurde im Weltkrieg aus der Taufe gehoben und ist seitdem nicht mehr vom Schauplatz der politischen Ereignisse abgetreten. Zur Zeit tobt die politische Greuelbetze wieder besonders stark gegen Deutschländ. Eine kleine Blütenlese aus diesem Sumpf möchte ich Ihnen nicht vorenthalten: Die tschechische„Narodni Politika“ vom 10. August 1938 schreibt unter der Ueberschrift:„Wird in Deutschland Hundesett zu Explosivstoffen verarbeitet?“ mit einem kleinen Fragezeichen dahinter folgendes:„Nach einer Meldung der Kopenhagener Zeitung „Dansk Arbeide“ ist in der letzten Zeit die Ausfuhr fetter Doggen aus Dänemark nach Deutschland in überraschendem Maße gestiegen. Die Hunde kauft eine große deutsche Fabrik in Husum. Es war jedoch nicht möglich, den genauen Zweck der genannten Käufe festzustellen. Es wurde bloßz festgestellt, daß man in dieser Fabrik aus den Hunden Fett gewinnt, daß dann weiterverarbeitet wird. Es liegt jedoch dann die Vermutung nicht fern, daß dieses zur Erzeugung von Glyzerin für Erplosivstoffe verwendet wird, wie dieses im Weltkrieg der Fall war.“ Hier sehen wir die berüchtigte Kriegslüge von der deutschen Leichenfabrik, mit der man den Haß der ganzen Welt gegen uns aufpeitschte, mitten im Frieden bereits von neuem auftauchen. Wie hier die Zusammenhänge sind, erlennen wir aus der Moskauer Presse, wo wir bereits im Juli d. I. lesen konnten:„Nachts um 12 Uhr müssen sich die deutschen Hausfrauen verstohlen auf den Weg machen, um noch ein Stück von dem Kadaver zu erhalten. Die Zahl der Hunde bei Trier hat abgenommen.“ Auch die bekannte Bazillenlüge ist wieder auf dem Marsch.„Wickbam Steed“, der als einer der übelsten Deutschenhasser seit Jahrzehnten bekannt ist und schon 1915 als Hauptschriftleiter der„Times“ das insame Gerücht in die Welt setzte, daß Wilhelm II. die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand in Serajewo veranlaßt hätte, verbreitete bereits im Jahre 1934 in der Zeitschrift „Nineteenth Century“, London, das Gerücht, Deutschland plane im Falle eines Krieges, Paris und London durch Bazillen zu verseuchen. Als Unterlagen bezeichnete Steed geheime Dokumente, die wieder der berühmte „höhere Reichswehrgeneral“ preisgegeben habe. Damals schrieb eine französische Zeitung triumphierend:„Jetzt wissen wir auch, woher die Typhus=Epidemie im Jahre 1934 kam.“ Vier Jahre nach Sterds bringt jetzt die französische Wochenschrift„Cyrano“ unter dem 8. 7. 1938 die Nachricht, wonach nach dem Geständnis eines in England verhafteten deenschen Arztes deutsche Sportflieger in England aus 500 Meter Höhe Ratten abgeworfen hätten, die in deutschen Laboratorien mit den verschiedensten Krankheiten infiziert worden seien. Die Deutschen hätten damit die Wirksamkeit ihrer Mittel an der englischen Bevölkerung feststellen wollen. In Frankreich seten ähnliche Experimente gemacht worden. Man könnte verleitet werden, eine derartige Berichterstattung wegen ibrer Absurdität als harmlos anzusehen. Aber sie ist es nicht, denn was alles in der Welt geglaubt wird, haben wir im Kriege am eigenen Leibe verspürt. . Und so wie dier lügt und betzt die jüdischbolschewistische Presse in fast allen Ländern der Erde mehr denn je gegen Deutschland. Und viele der liberal=demokratischen sogenannten „Weltblätter“ entblöden sich nicht, diesen Lügen ein ernsthaftes Mäntelchen umzuhängen. Nicht immer kann man den Ursprung einer solchen Lüge feststellen. Aber meist kommt von Moskau der Antrieb und vor allem— das Geld. Dann wird eine der seriös erscheinenden Londoner, New Yorker, Prager oder Pariser Zeitungen benutzt, die die Lüge laneiert, und dann beginnt die Lawine zu rollen. Zunächst sind es die getarnten Winkelagenturen und dann— natürlich mit Vorbehalt die großen Büros, die die Nachricht über alle Länder verbreiten. So gebt die Lüge in die Welt und die Völker zollen ihr Tribut. Zur Zeit marschiert ein großer Tell der amerikanischen Presse mit Abstand an der Spitze aller demokratischen Länder der Erde. .. Einen interessanten Einblick in die Werkstatt dieser Art von Presse hat erst vor wenigen der Amerikaner Fleicher Pratt in einem Aufsatz des„Amerlean Mereury" gegeben. Er schildert an einer Fülle amerikanischer Zeitungslügen über Deutschland, wie die jüdisch=kommunistische Lügenpropaganda die Vereinigten Staaten bereits erobert hat Sehr aufschlußreich ist die Untersuchung. die Pratt über die Personalien und die Ar heitsweise der namhaftesten amerkkantschen Kriegsberichterstatter anstellt. Er kommi zu folgendem bemerkenswerten Ergebniz: „Von Judenkorrespondenten, die über sich selbst Ausführungen gemacht, gingen fünf mit sertigen Vorurteilen nach Spanten.— Und wir — so ruft der Amerikaner Pratt aus— Gott stehe uns bei, sind unabhängig von diesen Kriegsteilnehmern in Zivil, von diesen Kriegsberichterstattern, die zeitweilig mehr Macht über das zukünftige Leben ihrer Mitbürger besitzen, als irgend eine andere Gruppe Menschen auf der Welt“.— Sitwe Neuschen Und wie den Amerikanern, so ergeht es vielen sich demokratisch nennenden Völkern, in denen die sogenannte„Pressefreiheit“ das Wort, aber die Lüge das Zepier führt. Sie erliegen der Phrase, und die Welt geht an ihnen vorüber. So ist insbesondere auch das ebenso unverschämte wie verantwortungslose Treiben der ischechischen Presse eine europäische Gefahrenquelle ersten Ranges geworden. Die Zeitung „Slovak“, die es ja wissen muß, hat erst in den letzten Tagen dieser Presse folgende eindeutige Kennzeichnung gegeben: „Niemals ist jemand so fern der Wahrheit gewesen, wie ein tschechischer Journalist, ob er nun über slowakische, deutsche, europäische oder Angelegenheiten der ganzen Welt berichtet. Es gibt auf der ganzen Welt keine so schlecht informierte Oeffentlichkeit wie die tschechische“. Die Demokraten bedauern Und was taten die Staatsmänner der Demokratien, um diesem Treiben Einhalt zu gebieten? Worin bestanden ihre Bemühungen, die Lügen zu bannen und die Pressehetze zu zügeln Sie bestreiten nicht, daß die Weltgefahr der Presselüge vorhanden ist. Sie beklagen die Auswüchse und mahnen zur Einsicht. Aber niemand handelt; es geschieht nichts Durchgreifendes. Der amerikanische Präsident Roosevelt bezweifelt glatt, daß die Lügen= oder die „Pseudo=Nachrichtenquellen“, wie er sich ausdrückt, die öffentliche Meinung ernstlich beeinflussen und ernsten Schaden anrichten könnten. Man sieht, es wird bagatellisiert. Wo ein wahrer Augias=Stall auszumisten wäre, werden zwecklose Bekämpfungsversuche durch geistreiche Diner=Reden unternommen, und nach Tisch bleibt alles wie zuvor. Wie kommt es, daß die Demokratien stets ihre heiligsten Ideale bedroht fühlen, wenn man ihnen Vorschläge zur Bekämpfung der Presselüge macht. Sie unterschieben uns dann immer in unwahrhaftiger Weise, wir wollten ihre Presse einen Maulkorb umhängen, während wir nichts anderes bezwecken, als die Lüge an die Kette zu legen. Hier ist ihre sonst so gepriesene internationale Verhandlungsbereitschaft nicht vorhanden! Hier sehen sie nicht, hier hören sie nicht, hier achten sie nicht auf die Größe dieser Gefahr, dieser wahren Pest am Körper der Menschheit. Manchmal nur, wenn die Presselüge sich ihrer eigenen Person bemächtigt, erinnert sich ein Staatsmann ihrem Wert. Lüge, das Wesen der Demokratie Und warum— trotz dieser Erkenntnis— bandeln die Regierungen der Demokratien nicht? Mit dieser Frage sind wir an einem Punkt angelangt, wo das Problem der Presselüge aufhört, ein Problem der Presse zu sein. Hier scheinen wir an eines jener Geheimnisse der Demokratie zu rühren, die man nicht lüften kann, ohne das System selbst zu treffen und bloßzustellen. Vielleicht haben diejenigen Recht, die sagen, im Kampfe gegen die Lüge sei der Arm der parlamentarischen Demokratie gelähmt. Wenn die Lüge zum Wesen dieser Demotratie gehört, wenn sie gleichsam das Brot ist, von dem sie lebt, dann allerdings wird man begreifen, warum wie vergeblich auf ihren gegen die Presselüge warten. Wenn der edelste Gebrauch der Freiheit in der Verbreitung der Wahrheit liegen soll, dann hat die Demokratie hinsichtlich der Presse von dieser Freiheit den schamlosesten Gebrauch gemacht. Es gibt keine Pressefreiheit Es hat nie eine wirkliche Pressefreiheit gegeben, und es gibt heute keine Presserecche#. Rizgendwo und in keinem Lande der Welt! Die Presse ist immer abhängig und immer irgend jemandem verpflichtet. Es fragt sich nur wem?! Ob unverantwortlicher Partei= und Geschäftspolitik, ob den anonymen Mächten des Geldes und der Zerstörung aller menschlichen Ordnung und Moral oder den für das Leben der Völker und nicht den Parteien sich verantwortlich fühlenden Staatsmännern und politischen Instanzen der Nation. Wir haben uns für das letztere entschieden! Wir besitzen eine Pressegesetzgebung, die die modernste und fortgeschrittenste der Welt ist. Und darum sind wir frei in unserem Kampf gegen die Presselüge. Darum brauchen wir nicht, wie die, die angeblich die Pressefreiheit besitzen, zu schweigen, sondern können unserem Volke frei und offen ins Auge sehen und laut und vernehmlich vor aller Welt unsere Stimme erheben. Daß gerade wir Nationalsozialisten in diesem Aufklärungsfeldzug gegen die Weltgefahr der Presselüge vorangehen, hat seinen tieferen Grund. Kein Volk der Erde hat mehr unter dieser Verhetzung und Vergiftung der Weltmeinung gelitten, als gerade das unsere. Heute ist diese Lüge mehr denn je gegen uns auf dem Marsche. Aber wir sind wachsam geworden. Aus den bitteren Erfahrungen unserer Vergangenheit haben wir die Lehre gezogen. Wir haben durch unsere Aufklärungsarbeit im deutschen Volke Wandel geschaffen und unsere Abwehrmittel gegen die Lüge entwickelt. Heute erschauern wir nicht mehr in Hilflosigkeit und Resignation vor den Gemeinheiten der anderen. Wir lassen uns auch nicht mehr ohne Gegenwehr verleumden! Wir haben unsere eigene Presse dazu erzogen, die Interessen unseres Volkes energisch wahrzunehmen, wir haben sie dazu erzogen, Lüge zu neunen, was Lüge ist. Wir haben heute gelernt, in der deutschen Presse so deutlich zu schreiben, daß wir in der Welt verstanden werden. Und wir können— wenn nötig— auch ebenso leicht schreien wie sie, damit wir gehört werden. Wir haben eine Reihe von Proben unseres Abwehrwillens gegeben, und ich glaube, man hat unsere Sprache verstanden. Wir Nationalsozialisten haben die Presseläge im Innern niedergerungen, und wir werden sie auch draußen bezwingen. Wenn die anderen den Haß und die menschlichen Leidenschaften gegen uns mobil machen, dann kämpfen wir mit der gleichen Leidenschaft für die Mobilmachung der Gewissen. Dieser Kampf der deutschen Presse ist ein Kampf. der jeden deutschen Mann und jede deutsche Frau angeht. Ihn zu stärken, ist eine wahrhaft nationale Pflicht! Denn die Presse Deutschlands ist heute die Presse der deutschen Nation und ihre Macht die Macht der deutschen Volkes. König Boris in England Privat mit dienstlichem Einschlag König Boris von Bulgarien ist in Begleitung der Königin in London trossen; das Königspaar reiste nach Schloß Balmoral weiter. Von der bulgarischen Gesandtschaft in London wird betont, es handle sich um einen rein privaten Besuch beim englischen Königspaar. In politischen Kreisen rechnet man aber damit, daß König Boris in Schottland mit Ministerpräsident Chamberlain zusammentressen wird. In diesem Zusammenhang wird auch von der Möglichkeit einer englischen Anleihe bzw. eines englischen Kredits für Bulgarien gesprochen. Bauern bauen Grenzheim Gemeinschaftsarbeit in Süd-Kärnten In der Ortschaft Windisch=Bleiberg in Süd=Kärnten begannen in diesen Tagen Handwerker und Bauernsöhne mit einer vorbildlichen Gemeinschaftsarbeit. Es handelt sich um den Bau eines Grenzlandheimes, dessen Ausführung die männliche Bevölterung der Ortschaft freiwillig und ohne Entgelt übernommen hat. Selbst die Baumaterialien werden kostenlos von verschiedenen Körperschaften und Firmen der Umgebung gestellt. Der große Holzbau wird einen Saal mit Bühne für Veranstaltungen, ein Führerzimmer und eine Jugendherberge der HJ. erhalten. WindischBleiberg war bisher völlig abgelegen und konnte auch nicht mit Kraftwagen erreicht werden. Die Bauern haben deshalb auch freiwillig die Arbeit für den Ausbau der nach Bloiber führenden Gemeindestraße übernommen. Weslianisches Wirtschaffssiaht 9. September 1938. Nach den Erbebungen des Statistischen Reichsamte eind die Fremden-Uebernachtungen im Juli gegenüber dem entsprechenden Vorjahrsmonat in den Großstädten um 6 Prozent, in den Mittel- und Kleinstädten um 10 Prozent und in den Bädern und Kurorten um 1 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden in 1206 tremden Verkehrsorten des Deutschen Reiches.24 Millionen Fremdenmeldungen und 23.48 Millionen Fremdenübernachtungen gezählt, darunter .44 Millionen Meldungen und.38 Millionen Uebernachtungen von Ausländern. Den Seebädern brachte das günstige Juliwetter einen Anstieg der Fremdenübernachtungen um 8 Prosent. Das Ungarische Außenhandelsamt hat auf Anregung des Ungarischen Kaufmännischen Landesverbandes sich bereit erklärt, die Einfuhrbewilligungen für einen Zeitraum von einem Vierteljahr statt bisher monatlich zu erteilen und für Saisonartikel die Verteilung der Einfuhrbewilligungen für noch längere Zeiträume vorzunehmen. * Gemäß einer Anordnung ZV 16 vom 31. August der Ueberwachungestelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle gelten die Vorschriften über die Mehrschichten(6 6 des Spinnstoffgesetzes) für die Strumpfwirkerei auch dann, wenn Waren mit einem Gehalt an Rohstoffen gemäß 8 5 Absatz 1 Satz 1 des Gesetzes von weniger als 12,5 Prosent Gewichtsantell hergestellt werden. * Gemäß einer Anordnung des Reichsbeauftragten für Chemie werden die für die Steuerung des Preßmaßeneinsatzes im Altreich geltenden Bestimmungen der Anordnung 11 und der Bekanntmacbung 2 der Ueberwachungsstelle Chemie mit geringen Abweichungen auch auf das Land Oesterreich übertragen. * Nach Londoner Meldungen soll sich eine Reihe führender Bleierzeuger entechlossen haben, ein Kartell zur Kontrolle der Bleierzeugung zu bilden. In Handelskreisen verweist man allerdings bei grundsätslich günstiger Aufnahme dieses Entschlusses auf die zu überwindenden Schwierigkeiten der Durchführung. Nach den Mitteilungen des Reichsgesundheiteamtes waren am 1. September gegenüber dem 15. August im Reichsgebiet ohne Oesterreich von der Maul- und Klauenseuche 695(721) Kreise mit 14 348 (15 470) Gemeinden und 135 852(150 421) Gehöften befallen. Für die Gemeinden ergibt sich in der Berichtszeit ein Neuzugang von 2228(2433) und für die Gehöfte von 58 058(68 353). * Im Reichsanzeiger vom 7. September ist die Begründung zum Gesetz zur Aenderung des Handolsgesetzbuches vom 4. September 1938 enthalten. Maßgebend für die Aenderung war besonlers der Umstand, daß die Bestimmungen betreffend Beförderung auf den Eisenbahnen teils im Handelsgesetzbuch und teils in der Eisenbahnverkehrsordnung enthalten sind: da jedoch das Eisenbahnfrachtrecht von Zeit zu Zeit notwendigen Aenderungen unterliegt, das Handelsgesetzbuch aber ein für die Dauer berechnetes Gesetzgebungswerk ist, erschien es angebracht, im Handelsgesetzbuch nur noch die unabänderlichen Grundsätse des Frachtrechts aufzunehmen. * Der Londoner Goldpreis betrug am 8. September für eine Unze Feingold 144 Schilling 1½ Pence= 86.7633 RM., für ein Gramm Feingold demnach 55,6047 Penoe= 2,78950 RM. 326 Werkzeitschriften in Deutechland. Nach einer soeben erschienenen Zusammenstellung gab er Anfang 1938 insgesamt 326 Werkzeitschriften. Sie hatten Im Jahre 1936 eine Auflage von mehr als drei Millionen Stück und erforderten rund 1,8 Mill. kg Druckpapier. Die Werkzeitung hat ebenso wie manche anderen Leistungen auf betriebssozialem Gebiet in die meisten Betriebe erst 1933 Eingang gefunden vorher gab es nur einige wenige Unternehmen, die bereits Werkzeitungen besaßen. So haben beispielsweise ein Alter von 25 Jahren nur fünf Werkzeitschriften. Die älteste unter ihnen ist die seit 1902 erscheinende Zeitschrift der Hemburg. Amerika-Linie, ihr folgte im Jahre 1909 die Werkzeitung der IG. Farbenindustrie und im darauffolgenden Jahre die von Krupp. Die Textilfirma E. Breuninger AG., Stuttgart, läßt seit 1911 ihre Werkzeitung erscheinen, bei der Volksfürsorge Lebensversicherungs-AG., Hamburg, erscheint sie seit 1980. Devisenkurse Telegr. Aussahlung Geld Briet Berlin, 8. Sept. Vor. Notierung Geld Brief Amsterdam-Rotterdam 124.72 134,9“ Brüssel-Antwerpen. 43.4, 42.09 Heleingfors.315 Kopenhagen..... 58.70 68.80 Kowno.. 41.24 42.02 London....... 12.025 12.065 Madrig— New Vork.494.406 Oslo 60.44 60.56 Paris.43.187 Prag.801.819 Reval 66.13 66.27 Riea 48.75 48.95 Rom 13.00 13.11 Stockholm 62.01 62.13 Warschau... 47.00 47.10 Zürich-Basel... 56.44 36.56 wenig verändert 134.98 135.11 44.03 42.11 .305.316 53.72 53.82 41.94 42.04 12.03 12.06 .494.498 40.46 60.68 .14:.762 .801 6,619 .3 68.27 48.26 48.85 13.00 13.11 62.04 62.16 47.00 47.10 84.46 66.58 Berliner Metallmarkt 8. Sept. Elektrolvtkupfer wirebara Originalhüttenaluminium Desgl. in Walz- oder Drahtbarren Reinnickel Antimon Regutus Feinsilber 56.75 133.00 127.00 Bremer Baumwollmarkt 8. Sept. Tendenz: stetig. Bremer Baumwolle— loko:.86 Gewinnauszug Klasse 51. Preußisch-Süddeutsche(277. Preuß.) Klassen-Losterie Ziehungstag 7. September 1938 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 20000 RM. 59833 2 Gewinne zu 10000 RM. 2123 2 Gewinne zu 5000 RM. 315511 6 dewinne iu 2000.sst. 140064 2sdies 235799 2677o7 264615 e ch N eie e 27 226543 232562 286879 246876 262496 278298 287635 29999 267 819634 826162 832865 836664 338337 839061 376741 392929 6 Gewinne zu 500 RM. 4123 9659 10313 26185 48739 57774 72 65435 69178 69716 70366 73527 78056 86876 86972 90186 789 117112 117327 183376 133390 140121 163269 167821 169655 781 175882 181188 193402 207821 218498 224538 229928 239848 386 269891 267389 287152 296890 309642 311262 334148 354046 477 366339 371110 378133 397906 s 117204 119096 122022 123832 13219 96 139083 143946 146238 149061 150670 151043 153607 156215 7 1 7 0 2 7 7 1 8 0 6 1 6 1 8 1 1 1 0 1 6 1 8 9 3 J 3 5 5 s 2 8 6 3 3 3 3 8 1 s 3 3 3 3 3 1 8 0 281242 281007 294414 287912 293385 293726 76 805999 306068 310640 313792 813856 326876 328353 335055 11 347996 355273 366713 359156 362969 363686 364819 373921 3 390057 891368 392840 393803 Außerdem wurden 4624 Gewinne zu 150 RM. gezegen. In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen Cepinns i. 8000 zig. Bzß3 16340 zgsus 167300 Geggg is 2000 nn. 95624 1600ds 166o0s 234014 120327 128422 135657 143147 154535 177060 178339 199933 20 197758 211625 222879 225130 228780 235356 237665 257763 30s9e 3503ß Joggts 2; izis 3336e 345hsi 3463) 3533 79 270126 27038 891059 310g1s S4#vos Ssi11 316527 357435 03 374329 376801 383461 391245 392360 Gepinns u. 800 Nm. 1739 3590 10N/, B3 19103 1358 1nr6 rase 1989, 133 13763 35563 836704 J4ssss B4uss0 350462 356557 33331s 367191 383543 872264 381901 383ss9 358530 393096 395926 206305 Auberdem murhen 2658 Gemiuns un 150 RM. ansesen. und unreiner Haut Medizinal Rerod=Seist St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung Herba-Creme Unter= Krentungen in der Insertion sind Rückschläge in der Umsatzsteigerung Kluge Kaufleute wissen den Wert der Zeitungsreklame zu schätzen und bringen ihre Waren stets in Erinnerung durch die AHN Detmold Lippe, Teutoburger Weld Hotel Deutsches Haus. 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Der junge haltlose Sekretär des Generals, der aus Liebe zu Nina zum Spieler wird und vom Spielteufel besessen, sich zugrunde richtet.— Ein deutscher Arzt, der in edler Ritterlichkeit und aus tiefer Zuneigung für Nina sein Vermögen opfert.— Die dramatisches Bild menschlicher Verwirrungen. Heute Erstaufführung des neuen Tobis-Spitzenfilms Vorher: Kulturflim„Das steinerne Buch“ Tobk-Wochenschau mit den ersten Aufnahmen vom Reichsparteitag Beginn: Wochentags 4 Uhr, Soantags 2 Uhr.— Jugendliche nicht zugelassen. ST fAPATI Harnsäure ist das Grundüdel viel. Krankheiten(Rheuma, Arterienverkaltung). Connen=Tee enthält diol. Kräuter, die Harnsäure verstärkt ausscheiden. Vorbeug. und Sonnen=Tee trinken Pak. —.50 und.— Alleinverkauf: Drog. Riemeler. Jahnplatz 3 Drog. Hergeröder im Cruwell=Haus Drog. Battig. Niederwall 9 Drog. Seelhorst, Paulusstr. 25 Drog. Barnitz, Jöllenbecker Str 1 Drog. Meyer zu Bentrup-Gebr., Heeper Straße 29 Breo. Aler, Ulmenstraße 3 „. og. 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September 1933 Heutschel-Pokal=Schießen offen für alle Mitglieder der Bielefelder Schützengesellschaft. Geschossen wird ab 10 Uhr und zwar: 15 Schuß Kleinkaliber 5 Schuß Großkaliber Ich bitte um recht zahlreiche Beteiligung der Mitglieder „ Fiedler, Hauptschießleiter In der Belllerter-Strüsse werden Kleinanzeigen sowie auch alle anderen Anzeigen in unserer Geschäftsstelle Tigarrenhaus Licard vorm. Westerhoff(Postnebenstelle) Detmolder Straße 155a(Ecke Königsbrügge) u Originalpreisen angenommen Gelernter Tischler der beizen und polieren kann, für Lager und Werkstatt, wird noch eingestellt. F. Mertens. Möbelhaus Bleisfele Banktischler für sofort bei gutem Lohn gesucht. Möbel-Klare, Bielefeld Obernterwall 35 Kaufmännischer 5 möglichst mit abgeschlossener Handelsschulbildung zum 1. April 1939 gesucht. Bewerbungen u. AS 6142 an die Westf. Neuesten Nachr. richtere Ansarbeher Hankel 8p; Jostmann Möbelareßfabrikatien Gütersloh, Unter den Ulmen 68 für sofort gesucht. 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St meiden dedurch Verluste und erleichtern die Röckgabe der Unterle Westtälische Neueste Nachrichten Der Iport Freitag 9 September 1938 Drecise unter dem Damptkammer? Der alte Haudegen Adolf Heuser verteidigt heute seinen Europameistertitel (Eigener Bericht) Heute abend steigt der Europameister Adolf Heuser nach längerer Pause wieder in den Ring. Der Kölner bestreitet den Haupt kampf der diesjährigen Boxpremiere in der Tistich ung en e verreidigt alse an gleicher vor Monaten seinen größten Triumph feiern konnte— als er Weltmeister Roth die erste..=Niederlage in dessen langer ruhmreicher Laufbahn beibrachte— seinen Titel als bester europäischer Halbschwergewichtler gegen den von der IBU. bestimmten Herausforderer Merlo Preciso. Auch diesmal geht der deutsche Meisterboxer mit guten Aussichten in den Kampf, er ist durchaus zuversichtlich und hat, da er sich in bester Form fühlt, allen Grund dazu. Denn der Italiener wurde schon einmal von Heuser klar geschlagen, und dann hat unser Meister noch immer, wenn es um eine wichtige Entscheidung ging, seine Chancen auch entsprechend wahrzunehmen gewußt. Nie hat Adolf Heuser, ungemein beliebt durch seine draufgängerische mutige Kampfesführung, enttäuscht. Was uns stets wieder zu seinen Kämpfen zieht, ist die Gewißheit, daß er immer und gegen jeden Gegner auf einen dramatischen Höhepunkt hinsteuert. Anderseits hat Merlo Preciso unter der Leitung seines neuen Trainers. des früheren Europameisters Bonaglia, gerade in diesem Jahr beachtliche Erfolge errungen. Vor einigen Monaten erregte es immerhin Aufsehen, als der 27jährige Italiener in London den bei uns durch seinen mitreißenden Kampf gegen Heuser und seine beiden Siege über Witt bestens bekannten Frank Houah ausknockte, gleich anschließend den erstklassigen Engländer Martin hoch nach Punkten schlug, dann auch den kanadischen Meister Burke in fünf Runden besiegte. Diese Erfolge, auch die hernach gegen J. Schönrath und den litauischen Meister Weber errungenen Siege deuten an, daß Preciso in letzter Zeit stark verbessert sein muß. Daß der zähe Südländer schon einmal Europameister war(durch einen Punktsieg über Witt) und den Titel dann an Lazek in Wien verlor, daß er gegen Sys unentschieden boxte und von Roth äußerst knapp nach Punkten geschlagen wurde, verdient in diesem Zusammenhang erwähnt zu werden. Heuser hat es also am Freitag mit einem Gegner zu tun, der um die Europameisterkrone zu kämpfen versteht; der Italiener ist noch drei Jahre jünger und einen Kopf größer als Heuser, er hat außerdem den Vorteil der bedeutend größeren Reichweite, ist sehr schnell und technisch recht gut. Der alte Haudegen Adolf Heuser schätzt seinen Gegner hoch ein, er ist sich der Schwere des bevorstehenden Kampfes bewußt. Seit Wochen hat er sich im Grunewald auf diese Begegnung mit Eifer und Energie vorbereitet, hat täglich scharfe Sparrings mit seinem starken Landsmann Gothard Stein und dem immer noch schnellen Stegemann durchgeführt, hat eisern an den Geräten gearbeitet, und er war schon Ende voriger Woche in bester Kondition, mit 160 Pfund brachte er sein übliches Kampfgewicht auf die Waage. Beim Presse= und Abschlußtraining am Dienstag konnten wir uns von der prächtigen Form unseres Europameisters überzeugen. Anschließend saßen wir noch d außen am Hundekehlensee beisammen. Adolf Heuser erklärte uns im Verlauf unseres Gesprächs:„Als ich im März nach meinem Sieg über Roth zum Weltmeister erklärt wurde, glaubte ich, es geschafft zu haben. Aber es kam anders. Man sprach mir den im Ring erkämpften Titel einfach am grünen Disch ab und erklärte John Henry Lewis zum Weltmeister. Ich habe daraufhin den Amerikaner sofort zum Kampf gefordert, denn nur der Kampf konnte entscheiden, Summintinumeriemterntnctuerrernneiternstreierentirernerrenliteruttntiirirrienuernrnunrrirtrtiirerttn 24 Stunden in der Luft Wiener brechen Weltrekord im Segelfliegen Zwei Wiener RSFK.=Flieger, der lehrer Toni Kahlbacher und sein Kamerad Karl Tauschegg haben den bisherigen Weltrekord im Dauersegelflug im zweisitzigen Segelflugzeug im mehr als vier Stunden überboten. Der flug wurde auf dem Segelfluggelände des über dem Hundsheimer Kogel bei Hainburg durchgeführt. Die bisherige Bestleistung detrug 19 Stunden 3 Minuten und war von wei Württembergern aufgestellt. Ein Angriff auf diesen Weltrekord, den zwei Engländer im Juli mit Erfolg unternommen hatten, ist aus verschiedenen Gründen nicht anexkannt worden. kahlbacher und Tauschegg starteten am Montag im 13.54 Uhr: Sie gerieten kurz nach dem Auftieg in dichten Nebel, der sie drei Stunden lang sum Blindflug zwang. Nach Einbruch der Dunelheit wiesen zwei große Leuchtfeuer auf dem Segelflugplatz beim Hundsheimer Kogel den fliegern den Weg. Die beiden drehten in einer döhe von 500 Meter Runde um Runde. Obwohl n der Nacht wieder stärkerer Nebel den Flug erschwerte, konnten Kahlbacher und Tauschegg dennoch in der Luft bleiben, bis sie endlich eine Windstille nach fast 24stündiger Flugzeit zum Landen zwang. Die beiden Rekordflieger, die ihren Flug in iller Ruhe vorbereitet hatten und schon vorher agelang ihre Maschine mit Lebensmitteln verehen hatten, waren bei der Landung frisch und seigten keinerlei Ermüdungserscheinungen. wer von uns beiden der Bessere ist und wem wirklich der Titel gebührt. Doch dieser Kampf kam leider nicht zustande. In Europa habe ich wiederholt bewiesen, daß ich meinen Titel zu Rechi trage, alle namhaften Könner meiner Klasse habe ich geschlagen, ich erkenne natürlich meinen Herausforderer Preciso an, er war einer meiner bisher schwersten Gegner und ich glaube, daß es diesmal einen harten Kampf geben wird. Ich habe den Italiener schon einmal besiegt und ich hofse, daß es mir auch am Freitag gelinat.“ Heuser hat es sich in der Badewanne„beq uem“ gemacht. Foto: Schirner Feldwebel Carus gewann den Erintbampt 7 SA-Standarte 14 Nurnberg Sieger Palkkammpt? im Wehrmannschaftskampf rd. Nürnberg, 8. September Am Donnerstag wurden die Wehrwettkämpfe der NS.=Kampfspiele beendet. Bei prächtigem Wetter traten draußen auf dem Märzfeld zunächst die Fünfkämpfer zu ihrer letzten Uebung, einem 4000=Meter=Geländelauf, an. Feldwebel Garvs=Wünstorf errang den ersten Platz und damit den Sieg im Fünfkampf. Den Wehrmannschaftskampf, der das Kernstück dieser wehrsportlichen Wettkämpfe bildet, gewann die SA.=Standarte 14 Nürnberg. Sonne über dem Märzfeld Endlich hatte sich auch das Wetter eines Besseren besonnen. Ein klarer Herbstmorgen blaute auf dem weiten Gelände des März= feldes und strahlend schien die Sonne vom Himmel. Als noch die Morgennebel über dem Feld lagerten, starteten die ersten Wehrkampfmannschaften zum 20=Kilometer=Gepäckmarsch, mit dem die Bewältigung einer Reihe von Geländeaufgaben verbunden war. Kurz darauf wurden auch in regelmäßigen Abständen die Teilnehmer des 25=Kilometer=Radfahrens und die Fünfkämpfer auf die Bahn geschickt. Am Start sah man neben dem Reichssportführer von Tschammer und Osten zahlreiche Vertreter der SA.,#i. der Wehrmacht und der anderen beteiligten Formationen. Von 9 Uhr ab trafen die Mannschaften am Ziel ein, wo sie nach einem schweren Gepäckmarsch noch die Wehrkampfbahn zu überwinden hatten. Auch sie stellte ungeheure Schwierigkeiten. Der sumpfige Boden war äußerst schwer und die spanischen Reiter forderten manches Opfer. Außerdem galt es ein langes Kriechhindernis zu überwinden. Anschließend traten die Mannschaften zur letzten Uebung, dem Handaranatenzielwurf und einer weiteren Schießübung, an. Beim Fünfkampf erfüllte sich im Geländelauf das Schicksal des =Scharführers Rhinow, der nach den ersten drei Uebungen klar in Front liegend, in den letzten Tagen durch eine Kieferentzündung an der Austragung seiner Kämpfe stark behindert wurde. Im Geländelauf konnte er nur 24. werden. Mit einer ausgezeichneten Leistung setzte sich der bisherige Dritte, Feldwebel Garvs=Wünstorf, an die Spitze und beendete in der Zeit von 13:58,9 Minuten den Geländelauf als weitaus Bester. Dieser Erfolg ließ ihn zugleich in der Gesamtwertung Sieger werden. Oberleutnant Cramer, Luftwafse, behauptete im Fünfkampf seine zweite Position mit einem 4. Platz im Geländelauf. Auf den dritten Platz kam Oberleutnant: Lemp vor#=Scharführer Rhinow. Der Fünfkampf der Klasse B ergab einen Sieg der Luftwafse durch Leutnant Kuhn mit der Platziffer 27. Den 2. bis 4. Platz belegten die beiden Polizisten Albrecht und Kaschwisch und Leutnant Burghardt. Sieger im Reichswettkampf geschlagen Im Wehrmannschaftskampf bereiteten die Nürnberger SA.=Männer Standarte 14 eine große Ueberraschung. Es gelang ihnen, nicht nur die Sieger der SA.=Reichswettkämpfe in Berlin, die SA.=Standarte 183 Glauchau Sachsen zu schlagen, sondern auch die## Leibstandarte Adolf Hitler zu schlagen. Mit 601 Punkten gewann die SA.=Standarte 14 Nürnberg den Wehrmannschaftskampf vor der Gruppe 261 des Reichsarbeitsdienstes(Stuttgart), die 597 Punkte erzielte. Den dritten Platz belegten die Polizisten der I. Schutzpolizeihundertschaft Westen Hamburg, die 588 Punkte erzielten. Die=Leibstandarte Adolf Hitler wurde von den Polizisten denkbar knapp mit 587 Punkten auf den vierten Platz verdrängt. Die Sieger der Berliner SA.= Wettkämpfe, die Glauchauer SA.=Männer, die bisher an zweiter Stelle lagen, fielen in der letzten Uebung auf den achten Platz zurück. Fußhaller erwarten das Endspiel Mannschaft IV siegte:0 Nachdem sich in den Vorrundenspielen die Mannschaften I und II als Sieger qualisizierten, traten gestern auf dem Platz der Spielvereinigung Fürth die Mannschaften III und IV im Kampf um den 3. und 4. Platz an. Mannschaft IV siegte nach überlegenem Spiel mit:0 (:). Der Kampf fand leider vor nur 1500 Zuschauern statt, allerdings dürfte die geringe Zuschauerzahl aus der Tatsache zu erklären sein, daß sich das Hauptinteresse auf das am Sonnabend stattfindende Endspiel zwischen den Mannschaften I und II konzentriert. Ismayr und Manger Prächtige Gewichtheberkämpfe Am Mittwochabend wurden im Nürnberger Kolosseum die Entscheidungen der Gewichtheber mit den schweren Klassen abgeschlossen. Wie schon am Nachmittag kam es auch am Abend zu einem ersten Leistungsvergleich der großdeutschen Gewichtheber, bei denen die Ostmärker ausgezeichnet abschnitten. Die RS.=Kampfspielsieger Mittelgewicht: 1. Ismayr=Freising 347,5 kg.— Halbschwergewicht: 1. Haller (SA.=Gruppe Donau) 365 kg.— Schwergewicht: 1. Manger(SA.=Gruppe Hochland) 417,5 kg.— Bantamgewicht: 1. Schöbinger (Polizei Wien) 526 Pfund.— Federgewicht: 1. Richter(Polizei Wien) 590 Pfund.— Leichtgewicht: 1. Karl Jansen(Motorgruppe Niederrhein) 675 Pfund. Jnoetkieker meint: Kanadas Premier Schwergewicht Al Delaney, der am Sonntag, 25. September, in Düsseldorf, in der Rheinischen Niesen=Arena der 75 000 gegen den deutschen Schwergewichtsmeister Arno Kölblin boxt, besiegte bekanntlich den hervorragenden englischen Titelanwärter Jack London einmal in der 5. Runde und einmal in der 4. Runde durch knockont. Nach einer englischen Meldung siel Al Delaney jetzt in Manchester, wo Jack London Lokalmatador ist, einer sogenannten home-town-decision(Fehlurteil durch Lokalpatriotismus) zum Opfer, trotzdem er abermals seine große Ueberlegenheit unter Beweis stellte. Der junge Kanadier, der in Amerika Tony Calento, Bob Pastor und Roscoe Toles schlagen konnte und dadurch den Ehrentitel„Favoriten=Schreck" bekam, äußerte sich über seinen Düsseldorfer Kampf wie folgt: „Ich hätte Jack London abermals.o. schlagen können. Auf keinen Fall aber durfte ich gegen diesen eisenharten Mann riskieren, mir irgendeine Verletzung der Hände zuzuziehen. Ich habe Arno Kölblin in der Harringay=Arena gegen Eddie Phillips gesehen. Arno ist ein starker Champion. Wer ihn.o. schlagen will, darf nicht mit Verletzungen in den Ring kommen. Mir ist ein..=Sieg über Kölblin wichtiger als ein..=Sieg über Jack London. Ich habe die Absicht, in Deutschland dieselbe Spitzenleistung zu zeigen, wie in Amerika gegen die Weltklasse.“ Man darf neugierig sein, was der Deutsche Schwergewichtsmeister Arno Kölblin zu der Siegeszuversicht seines Gegners zu sagen hat. H. P. Müller Dritter beim Training in Monza Auch am zweiten Trainingstag zum Großen Preis von Italien auf der bei Mailand gelegenen Monza=Bahn waren die deutschen Rennwagen von Merzedes=Benz und AutoUnion wieder wesentlich schneller als die von Alfa Romeo und die neu eingetroffenen Maseratis. An der Spitze fuhr Hermann Lang auf Mercedes=Benz eine Bestrundenzeit von:32,4 Minuten— 164,74 Klm.=Sid. Geraume Zeit lag H. P. Müller, Auto=Union, mit:33,4 Min. dicht dahinter, doch wurde der Bielefelder zum Schluß von Brauchitsch mit 1/18 Sekunden übertroffen. Erst hinter Seaman und Caracciola (beide Mercedes=Benz) und Kautz und Hasse (beide Auto=Union) folgte Wimille auf Alsa Romeo in:39,2 Minuten. Villoresi holte auf Maserati:41/3 Minuten heraus. Ostwesttalen gegen Sauerland Gruppenturnierkampf der Elite=Boxer im Kuffhäuser Für den„Opfertag des Deutschen Sports“ wurde der Gruppenturnierkampf Ostwestfalen gegen Sauerland bereits für den vergangenen Freitag angesetzt. Es ist nur zu begrüßen, daß dieser Boxkampf um eine Woche auf heute abend verschoben wurde, da nunmehr die Gewähr für kampfstarke Staffeln beider Gruppen gegeben ist. Seit den Vorkämpfen um die Deutsche Meisterschaft, vor zwei Jahren in Bielefeld, werden wohl kaum solche Kämpfe in Bielefeld gezeigt worden sein, wie sie heute abend zu erwarten sind. Es starten mehrere Kämpfer, die bei den Gaumeisterschaften und sogar bei den Deutschen Meisterschaften vertreten waren. Im Fliegengewicht wird der tapfere Heyde aus Schötmar wohl kaum gegen den ringerfahrenen Meister aus Altena bestehen können. Dagegen dürfte Prasuhn=Herford, der Bezwinger des Olympiasiegers Kaiser-Gladbeck, gegen Rußmann=Iserlohn die Punkte holen. Der Federgewichtler Ackermann=Hagen wird Egon Schermutzki=Bielefeld vor eine große Aufgabe stellen. Beide Boxer waren schon bei den Kämpfen um die Gaumeisterschaft vertreten. Das Zugstück des Abends wird ohne Frage die Begegnung zwischen Kraft=Hagen und KramerMinden im Leichtgewicht sein. Der Hagener hätte am letzten Freitag nicht in Bielefeld sein können, denn er mußte in Dortmund bei den Kämpfen der Nationalmannschaft gegen eine Nachwuchsmannschaft in den Ring klettern. Dabei konnte Kraft den Deutschen Meister im Leichtgewicht Heese, schlagen. Kramer, der von Kolonia Köln kommt und in Minden seiner Militärdienstpflicht genügt, war bei den Deutschen Meisterschaften einmal Zweiter und wird gegen den Hagener einen großen Kampf liefern, dessen Ausgang erst mit dem letzten Gongschlag feststehen sollte. Bei den Weltergewichtlern muß Schill=Bielefeld gegen den bärenstarken KochSoest antreten. Der sympathische Bielefelder wird so recht nach dem Geschmack der Zuschauer angreifen, wird aber schwerlich die Punkte für sich erobern können. Der Bielefelder Wiese startet erstmalig im Mittelgewicht, da in der hiesigen Gruppe kein geeigneter Vertreter dieser Gewichtsklasse zur Verfügung steht. Obwohl Wiese Weltergewichtler ist, wird er mit seiner bekannten Zähigkeit für einen interessanten Kampf sorgen. Der Halbschwergewichtler KoscheAltena ist hier zu unbekannt, um ihm so ohne weiteres Gewinnaussichten gegen den ringerfahrenen Weitzmann=Bielefeld einräumen zu können. Falls Balthasar=Bielefeld genügend Trainingsmöglichkeiten in der letzten Zeit hatte, wird er gegen Peters=Neheim für einen würdigen Abschluß dieses Voxkampfabends sorgen. Westsälische Neueste Nachrichten Zwischen Weser und Ruhr Freitag, 9. September 1938 Ein böser Prophei Jugendschutzkammer verhängt Gesängnis. strafen Münster. Vor der Jugendschutzkammer in Münster hatte sich der Angeklagte Friedrich Prophet aus Münster zu verantworten, da ihm die Anklage zur Last legte, in mehreren Fällen unsittliche Handlungen an Kindern vorgenommen zu haben. Er wurde des Verbrechens überführt und erhielt zwei Jahre Gesängnis. — Weiter hatte sich vor der Jugendschutzkammer ein Hermann Voß aus Neubeckum zu verantworten. Ihm wurde zur Last gelegt, sich der Verführung einer Unbescholtenen— es handelt sich um das Stiefkind seiner Schwester— in Tateinheit mit tätlicher Beleidigung schuldig gemacht zu haben und wurde so auch überführt. Er erhielt ein Jahr Gefängnis. Aus dem Wege nach Nürnberg tödlich verunglückt Hamm. Auf dem Bahnhof Oeventrov ereignete sich ein gräßliches Unglück. Der Obertruppführer Josef Ortsiefen wurde von dem aus der Richtung Arnsberg kommenden Personenzug überfahren und war auf der Stelle tot. Der Tote stammt aus Herringen bei Hamm. Truppführer O. war mit zwei anderen Kameraden von Hirschberg nach Oeventrop gekommen, um mit dem nach Wennemen abfahrenden Zug weiterzufahren zum Reichsparteitag nach Nürnberg. Im Bahnhof hatte er noch einen Kartengruß geschrieben an seine Frau zu Hause und wollte die Karte beim Einlaufen des Zuges in den am Gepäckwagen befindlichen Briefkasten werfen. Er lief deshalb neben dem einfahrenden Zug her. Wie es geschah, hat niemand gesehen; wahrscheinlich ist er an dem überstehenden Tornister vom Zug erfaßt und zu Boden geworsen worden und unter die Räder der Wagen geraten. Bekannter Textilindustrieller gestorben Rheine. Im hohen Alter von 90 Jahren verschied hier der Fabrikant Heinrich Kettelhack, eine der bekanntesten Persönlichkeiten in der münsterländischen Textilindustrie. Der Verstorbene wurde in Recklinghausen geboren und übernahm 1873 in Wettringen im Kreise Steinfurt eine Handweberei. 1882 errichtete er in Rheine die heutige Weberei Heinrich Kettelhack, und richtete später in Mesum ebenfalls eine Weberei ein, der nach dem Kriege noch eine Spinnerei angegliedert wurde. Beide Fabriken begründete er zusammen mit seinem Bruder Clemens Kettelhack, der das 80. Lebensjahr auch bereits überschritten hat. Ja. Gruppe Westsalen Kaf ein Der Gauleiter besuchte das Lager der Politischen Leiter Drahtbericht unseres zum Reichsparteitag entsandten—-Schriftleiter: Nürnberg, 8. September. Mit jedem Tage wird das Bild in Nürnberg bunter und bewegter. War der Anfang der Woche mehr dem Arbeitsdienst und den Politischen Leitern vorbehalten, so tritt seit dem Donnerstag die SA. stark in Erscheinung. Den ganzen Tag hindurch liefen auf den Nürnberger Bahnhösen die Sonderzüge mit SAl.= Männern ein, zogen auf den Straßen die braunen Kolonnen dem SA.=Lager Langwasser zu. 3500 Mann entsandte die SA.=Gruppe Westfalen. Um 10.16 Uhr hielt der erste westfälische SA.=Zug auf dem Bahnhof Dutzenteich. Er kam aus Hagen und brachte die Brigade 68, 69 und die Marine=SA.=Standarte 9. Eine halbe Stunde später, um 10.44 Uhr, folgte der Sonderzug aus Hamm mit den Ostwestfalen und Lippern. Obergruppenführer Schramme nahm auf dem Bahnhof selbst die Männer der Brigade 65, 66 und die Marine=SA.=Standarte 52 in Empfang. Auch Brigadeführer Faßbach war zugegen. 73 Mann mit Standartenführer Nerking an der Spitze waren von der Standarte 174 gekommen. Die SA.=Reiterstandarte 165 mit ihrem Führer, Sturmhauptführer Schumacher, ist mit einem kleinen Häuflein von zwölf SA.=Reitern zur Stelle. Am Mittwoch um 23.11 Uhr verließ der Sonderzug Hamm und kam nach schöner glatter Fahrt über Hanau, Aschaffenburg, Würzburg in Nürnberg an. An der Kongreßhalle sammelten sich die westsälischen SA.=Männer und marschierten dann gleich nach Langwasser, wo noch tüchtig für den Vorbeimarsch vor dem Führer exerziert werden muß, da die Nürnbergfahrer in diesem Jahre vorher nicht mehr zum Exerzieren zusammengezogen werden konnten. Der letzte Sonderzug aus Dortmund mit dem Gruppenstab und den Brigaden 67 und 70 traf kurz vor 11 Uhr aus Dortmund ein. Am kommenden Montag werden die westfälischen SA.=Männer in ihre Heimatquartiere zurückfahren. Gauleiter Dr. Meyer stattete den Politischen Leitern des Gaues im Lager Harnischschlag einen Besuch ab. Die ganze Lagerbesatzung war zu seiner Begrüßung vor dem fahnengeschmückten Kommandoturm angetreten. Auch eine Reihe von Gauamtsleitern und Gauinspekteuren hatten sich im Lager eingesunden. In einer kurzen Ansprache würdigte der Gauleiter das große Erleben des Reichsparteitages und brachte zum Ausdruck, welche Auszeichnung es für die Politischen Leiter bedeute, an den beiden großen Ausmärschen vor dem Führer, dem Fackelzug der Politischen Leiter und dem großen Appell auf der Zeppelinwiese teilnehmen zu können. Aus den Blicken seiner Getreuen, so schloß der Gauleiter, schöpfe er neue Kraft für schwere Tage und wünsche allen Nürnbergfahrern ein frohes Erleben. Inmitten der Lagerbesatzung nahm der Gauleiter dann am Mittagessen— Gulasch mit Pilzen— teil und besichtigte anschließend die vorbildlich ausgebauten und ausgeschmückten Zelte. Besonders erfreut war der Gauleiter darüber, daß diesmal so viele Parteigenossen mit nach Nürnberg gekommen sind, die bisher nicht die Gelegenheit gehabt haben, diesen großen Appell des Deutschen Volkes miterleben zu dürfen. 660 Politische Leiter aus dem Gau Westfalen=Nord nahmen gestern an dem Fackelzug der Politischen Leiter vor dem Führer teil. Gauleiter Meyer setzte sich selbst an die Spitze seines Gaues. Gegen 18.30 Uhr marschierten die Fackelzugteilnehmer aus dem Lager ab und sammelten sich auf der Deutschherrenwiese, um von dort zusammen mit den anderen Marsch= blocks in die Stadt und vor den Deutschen Hof zum Führer zu marschieren. 1000 Politische Leiter hatten ferner Gelegenheit, den großen Tag der Gemeinschaft mitzuerleben, der im Rahmen der NS.=Kampfspiele heute auf der Zeppelinwiese gefeiert wurde. Heute feiert der Kreisleiter des Großkreises Bielefeld=Halle, Pg. Gustav Reineing, seinen 39. Geburtstag. Selbstverständlich haben sich Bielefelder und Haller aus diesem Anlaß etwas ganz Besonderes vorgenommen, denn ein Geburtstag in der Stadt der Reichsparteitage ist ein Geschehen, das unbedingt gefeiert werden muß. Chronik des Jages An die Schule für Seefahrt berufen Erwitte. Der bisher in der Reichsschulungsburg tätige Sportlehrer SA.=Obertruppführer Bux wurde als Sportlehrer an die Reichsschule für Seefahrer und Auslandsdeutsche in Hamburg berusen. SA.=Obertruppführer Bux gehörte der Reichsschulungsburg in Erwitte seit ihrer Einrichtung an. Er hat sich in weiten Bevölkerungskreisen gute Kameraden erworben. Aber auch alle Lehrgangsteilnehmer, die unter seiner Leitung in der Reichsschulungsburg Sport übten, werden den urechten und kernigen Schwaben in bester Erinnerung behalten. Münster. Die Ablegung sportlicher Leistungsprüfungen und die Verleihung von sportlichen Leistungsabzeichen hat auch im vergangenen Jahr weiter große Fortschritte gemacht. Aus einer jetzt vorliegenden Uebersicht sind im Jahre 1937 nach Ablegung der vorgeschriebenen Prüfungen im Reich 204 453 SA.=Sportabzeichen in Bronze neu ausgegeben worden. Innerhalb der SA.=Gruppe Westfalen wurde das SA.=Sportabzeichen seit seiner Stiftung an 98000 Volksgenossen verliehen, die sich der Ableistung der vorgeschriebenen Prüfungen unterzogen. Es sind demnach im letzten Jahr in Westfalen 19000 SA.=Sportabzeichen neu ausgegeben worden und es entfallen 7,6 v. H. aller bis einschließlich 1937 ausgegebenen SA.= Sportabzeichen auf die Gruppe Westfalen. Wird die Gesamtzahl der ausgegebenen SA.=Sportabzeichen der Wohnbevölkerung des Reichsgebietes gegenübergestellt, treffen Ende des vergangenen Jahres 19.5 Abzeichen auf je 1000 Einwohner gegen 15,5 Abzeichen des vorhergehenden Jahres. Von der männlichen Reichsbevölkerung, die sich auf rund 33 MilGütersloh, Kr. Wiedenbrüch Motorrad und Lastwagen stießen zusammen Der dritte Unfall in dieser Woche, bei dem auf der Umgehungsstraße ein Motorrad vom Lastzug erfaßt wurde, ereignete sich an der Kreuzung der Rhedaer Straße mit dem Westring. Dort wurde der Motorradfahrer Paul Kaiser aus Bockum bei Hamm, der die Rhedaer Straße stadtauswärts befuhr, mitten auf der Kreuzung vom linken vorderen Kotflügel eines in Richlionen stellte, war jede 25. Person im Besitz des SA.=Sportabzeichens. In der Gruppe Westsalen entfielen zur gleichen Zeit 19,3 Sportabzeichen auf 1000 Einwohner gegenüber erst 15,4 im Jahre 1936. Die Abzeichendichte ist in Westsalen damit stärker als in der benachbarten Gruppe Nordsee mit 16,8 SA.=Sportabzeichen auf 1000 Einwohner, aber geringer als bei der Gruppe Niederrhein mit 21,9 auf 1000 Einwohner, Niedersachsen mit 21,6 und Hessen mit 21,4 SA.=Sportabzeichen auf 1000 Einwohner, in der Gruppe Westmark ist sie mit 17 geringer als in Westfalen. Die Zahl der vom Reichsinspekteur für Reit= und Fahrausbildung seit 1936 ausgegegebenen Reiterscheine betrug bis zum Frühjahr 1938 insgesamt 67900 und 3452 Jugendreiterscheine. Bei den Prüfungen im Frühjahr 1938 wurden von Erwachsenen 33722 Reiterscheine und von Jugendlichen 2324 Jugendreiterscheine erworben. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich eine Steigerung um insgesamt 61 v.., woran neben der Gruppe Nordsee und der Gruppe Niedersachsen hauptsächlich auch die Gruppe Westfalen beteiligt war. tung Wiedenbrück fahrenden Lastwagens gesaßt und 18 Meter mitgeschleift. Kaiser entging dadurch einem sicheren Tode, daß er sich an der Stoßstange des Kraftwagens festhielt und mitschleifen ließ. Sonst wären die Räder über ihn weggegangen. Der Verunglückte trug einen Oberschenkelbruch und schwere Fleischwunden davon. Er wurde in das Krankenhaus eingeliefert. Schon wieder Großfener in Batenhorst Wieder einmal, und zwar das fünftemal seit der Jahrowende wurde die Gemeinde Batenhorst durch Alarmsignale aufgeschreckt und von einem Großfener heimgesucht. Diesmal stand das gesamte Anwesen des Landwirts Johannes Potthoff, bestehend aus Wohnhaus und Stallungen in Flammen. Als die Feuerwehren von Batenhorst, Langenberg und Wiedenbrück mit ihren Feuerlösch= geräten an der Brandstelle nach kurzer Zeit eintrafen, war bereits nichts mehr zu retten, denn mit großer Geschwindigkeit hatte die Feuersbrunst die Besitzung ergriffen. Das Vieh konnte nur noch mit Mühe aus den Stallungen geführt werden. Einiges Inventar blieb vom Brande verschont. Jedoch wurden die Erntevorräte vernichtet, die in den kommenden Tagen gedroschen werden sollten. Es kann auch in diesem Falle nur Brandstiftung vorliegen und die maßgeblichen Behörden sind schon seit etlichen Wochen auf der Suche, den oder die mutmaßlichen Täter zu finden. Wie bekannt, hat der Staatsanwalt auf die Ergreisung des Täters eine Belohnung von 1500 Mk. ausgesetzt. Zweckdienliche Angaben, die vertraulich behandelt werden, sind an die Kriminalpolizeistelle im Gasthof Brill zu richten.(100) Zeichen von Kruft und Wehrhäftiglei. Die Verleihung des SA.-Sportabzeichens in Westfalen Feuer kam wieder auf Wirtschafts= und Wohngebäude niedergebrannt Nordhorn. Schwer vom Schicksal getroffen wurde der Landwirt und Kaufmann Blockhuis im benachbarten Denekamp. Nachdem ihm am Wochenende das Wirtschaftsgebäude mitsamt den Erntevorräten durch Brand vernichtet wurde. ist auch das Wohn= und Geschäftshaus 30 Stunden später den Flammen zum Opfer gefallen. Frühmorgens, als der Besitzer und sein Sohn sich dem Brandplatz näherten, um mit den Aufräumungsarbeiten zu beginnen, mußten sie zu ihrem Schrecken feststellen, daß der Rest des Besitzes in hellen Flammen stand. Mit dem Wohn= und Geschäftshaus verbrannte auch der gesamte Bestand an Kolonial= und Manusakturwaren. Die Ursache zu diesem erneuten Brand ist noch nicht geklärt, doch nimmt man an, daß irgendwo an verborgener Stelle noch Funken schwelten und dadurch das Feuer bei aufkommendem Winde zum Ausbruch gelangte. Stadt und Kreis Herford Südlengern. Ein farbenfreudiger Gast. Als der farbenprächtigste Bewohner des Elsetals ist ohne Zweifel der Eisvogel anzusprechen. Seine exotisch anmutenden buntschillernden Farben geben dem Tiere sein Gepräge. Nicht jedem ist es vergönnt, ihn beim Fischsang zu beobachten. Nur der Petrijünger, der manche stille Stunde an der Else verbrachte, hatte das Glück, seiner ansichtig zu werden. In letzter Zeit wurde eine merkliche Verbreitung des Eisvogels im Elsetal festgestellt, was auf eine gute Entwicklung der diesjährigen Brut schließen läßt.(43) Südlengern. Ein seltenes Naturschauspiel bietet sich jetzt in abendlicher Stunde dem Besucher des Dobergs. Beim Anbruch der Dämmerung ziehen große Starenschwärme dem Doberg zu, um in den Bäumen zu übernachten. Tausende und aber Tausende von Staren bedecken den Himmel gleich einer großen Rauchwolke, die abwechselnde Formen annimmt. Mit großem Gezeter fallen sie in die Baumbestände ein, so daß die Zweige förmlich schwanken unter der großen. Last. Eine Starensammlung in derart riesigem Ausmaß ist bisher im Doberg nicht bekannt, und es lohnt sich, dieser großen Heerschau im Doberg einmal beizuwohnen.(43) Paderborner Land Paderborn. Urnenfunde. In der näheren Umgebung Paderborns, der sogenannten Stadtheide, in Richtung Bad Lippspringe, wurde bei Ausschachtungsarbeiten ein interessanter vorgeschichtlicher Fund gemacht. Eine hohe Urne mit Deckschale, alles zusammen etwa 40 Zentimeter hoch, wurde sogleich nach der Auffindung durch den zuständigen Gebietspfleger,=Obersturmführer Jordau von der Reichsführerschule Wewelsburg, sicher gestellt. Das Gefäß soll nach seiner fachmännischen Zusammensetzung ins Museum gebracht werden. Im Jahre 1917 ist an ungefähr derselben Stelle bereits einmal ein Gefäß gefunden worden, das sich in einem Paderborner Museum befindet und viel Aehnlichkeit mit dem jetzt entdeckten aufweist. Das Alter der aufgefundenen Urne wird von den Fachleuten auf etwa 2000 Jahre geschätzt. Kreis Melle Melle. Der Reichssender Köln weilte in Insingdorf und Dielingdorf, um dort Reportagen aufzunehmen. In Insinadorf wurde die Reportage„Lohndrescher bei der Arbeit" und in Dielingdorf„Rauseln, Riffeln und Rösten“ ausgenommen. Bauer Potthoff. einer der besten Qualitätsflachsanbauer, wirkte mit.(146) Na endlich! Das Tiefdruckgebiet über Dänemark füllt sich auf. Es wird nicht mehr in der Lage sein, verschieden warme Luftmassen zusammenzuführen. Die seit Tagen verbreitete Niederschlagstätigkeit über Deutschland ist damit beendet. Aussichten für Ostwestfalen Freitag: Schwache nordwestliche Winde, nach Frühnebel wechselnd bewölkt, vereinzelt leichte Schauer, kühl. Sonnabend: Bei mäßigen nordöstlichen Winden nach verbreitetem Frühnebel tagsüber meist heiter, trocken und mäßig warm.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Langsame Besserung. Kartoffeln im kichen?-Jauonl! Mit SRSchesr 3 *„ notchu! •• Spert Heute in Nürnberg: Wettkampffolge am Freitag, 9. September: Deutscher, Mahrkampf: 4) Haudgranatenweitwurf, ey 3000=Meter=Laus. Maunschafts=Fünfkampf: 4. 100=MeterLauf; b. 8X50=Meter=Schwimmstassel. Deutscher Wehrwettkampf: 4. 12X½ Runde=Hindernisstaffel. Reiten: Geländeritt Klasse 8. Turnen, des Deutschleubriege: Barren, " Pserd. Freiudungen. Leichtgtllet##k: Kutscheidungen 10 000 Meter, 5000 Meier, 1000 Meter, Hochsprung, Hammerwurs, Diskuswurf. Schmimmen: Entscheidungen Kunstspringen, Turmspringen, 1500 Meter Kraul.— Wasserballspiele. 2. Mannschaft. Basketball: Endrunde. Boxen: Vor= und nachm.: Vorkämpfe, abends: Zwischenkämpfe. Westsalens HJ. Vierte im Schießen Im Rahmen der NS.=Kampfspiele in Nürnberg wurde ein Schießwettbewerb durchgeführt, jeweils von den zehn besten Jungen eines Gebietes bestritten wurde. Das Gebiet 21 Baden siegte mit 2149 Ring und der glänzenden Durchschnittsleistung von 10,74. Den zweiten Platz belegte Gebiet 3 Berlin mit 2139 Ring vor Württemberg(2114), Westfalen(2101) und Ruhr=Niederrhein mit 2095 Ring. Sportamtliche Bekanntmachung Fachschaft Radsport Den Empfang unseres Steher=Weltmeisters Metze und deutschen Straßenmeisters Arents am Sonnabend in Bielefeld, zu der auch Gauführer Frohnen erscheint, erheben wir zu einer fachsportlichen Pflichtveranstaltung. Nur nach Teilnahme an dieser Veranstaltung wird Startgenehmigung für Sonntag erteilt. Kreisfachwart E. Zölsel. Mit Koch und San Westfalen—Nordmark in Bochum In Bochum treffen sich am Sonnabend und Sonntag die Tennisvertretungen von Westfalen und Nordmark in einem Freundschaftskampf. Westfalen schickt voraussichtlich Koch=Münster, Saß=Bielefeld, Dr. Adam=Münster, Aisch=Dortmund, Freitag=Dortmund und Semmelroth= Herdecke bei den Männern und Strauch, Gennermann, Lange, Murmann, Unkenbold=Wenzel, Ernst und Heitmann bei den Frauen in den Kampf.— Die Nordmark kommt mit ihren Spitzenspielern Dr. Dessart, dem Wehrmachtsmeister Dr. Tübben und Frenz. Nur bis einschließlich Montag der große Erfolgsfilm TETLDTET Marla Cebotar! Genlamine dig!! Alchael Bohnen Hans Moter Faidel-Koutol ATEN Wn Eichen-Schlafzimmer neu, für 280.— RM. abzugeben Am Rottland 4, Ecke Apfelstraße KO Reichsbeamter a.., 2 Pers., sucht Wohnung 3 bis 4 Zimmer u. Küche, möglichst mit Etagenheizung und Garage, in oder um Biele#eld. Schöne Wohnlage. Zuschriften an Studienrat Haubmann Bünde i. W. Hanstender Größe 52X120 für Schlafzimmer od. Stuhe gute Goldleiste, zu 12.50, 16.50, 22.in gr. Auswahl. Einrahmungen billiget. Busch, Gehrenberg 32. 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Nach Zuweisung von.38(.80) Millionen RM. an den Erneuerungs-, 0,02(.02) Millionen RM., an den Rücklagestock und.35(—) Millionen RM. an andere Rücklagen, verbleibt einschließlich 42 177 RM. Vortrag ein Gewinn von 52 051 RM., der vorgetragen wird(1. V. 271 116 RM. Gewinn, aus dem der Verlustvortrag aus dem Vorjahre gedeckt wurde). Die Zahl der beförderten Personen stieg 1937 gegen das Vorjahr um 9%. Im Güterverkehr nahmen die Tonnenzahlen der beförderten Güter um .2% zu. Im Zusammenhang mit der Verbreiterung des Dortmund-Ems-Kanale ist ein außerordentliches Bauvorhaben in Angriff genommen worden, bei dem die Gesellschaft voraussichtlich mit einem anteiligen Betrage von insgesamt 300000 RM. belastet wird. In der Bilanz stehen die gesamten Bahnanlagen mit 13.03(12.13), Bauten in Ausführung mit.28(.08) und Beteiligungen mit.14(.12) Millionen RM. zu Buch. Das Umlaufsvermögen stellt sich auf.02 (.16). darunter Stoffvorräte auf.68(.57), Wertpapiere auf.31(.31), Bank- und Sparkassenguthaben auf.52(1,71) Millionen RM. Andererseits sind bei 12,015 Millionen RM. AK Anlagewertberichtigungen mit.80(.44), Erneuerungestock mit 0,74 (.00), Rücklagen mit.00(.24) und Rückstellungen mit.34(.77) Millionen RM. ausgewiesen. Verbindlichkeiten erscheinen mit.21(1,06), darunter Anleihen mit.54(.55) und Verbindlichkeiten aus der Verkehrsabrechnung mit.59(.45) Millionen RM. sut den Besirk Düsseldort 201 786(208 869) bi, auf den Bezirk Köln 146628(146 879) hI, auf den Bezirk Hessen 73 033(72 120) bi, auf den Bezirk Kassel 99 393(94 968) bI und auf den Bezirk Würzburg. West(umfaßt die Hauptzollamtsbezirke Kalserelautern, Landau, Ludwigshafen, Saarbrücken und Saarlautern) 147 826(140 109) hl. Steuerfrei ausgeführt wurden vom Brauwirtschaftsgebiet West 4228 (4669) hI, davon entfallen auf den Bezirk Westfalen 3202(3459) hI, auf Düsseldorf 409(268) bI und auf Würzburg-West 535(787) hl. Insgesamt wurden im Monat Juli ausgeführt 32 552 hl gegen 30 582 bl im Vormonat und 36 844 hl im Juli 1937. Die Entwicklung des Pfandbriefumlaufe im Juli Ußt erkennen, daß der Rückschlag an den Eflektenmärkten im wesentlichen auf die Dividendenwerte beschränkt war. Die Rückflüsse an Pfandbriefen waren nicht größer als im Vormonat, und Stützungskäufe der Emissionshäuser waren nicht erforderlich. Die Bodenkreditinstitute konnten sogar in stärkerem Umfange als im Juni neue Pfandbriefe absetzen, so daß der eigentliche Pfandbriefumlauf um 31 Millionen RM. gegen 10.8 Millionen RM. im Juni gestiegen ist. Die Neuausleihungen hatten allerdings im Juli nicht den gleichen Umfang wie die Rücktlüsse. Auch bei den Landeshypothekenanstalten der Ostmark ist die Geschäftstätigkeit im Juli etwas in Gang gekommen. Nach einer Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft behalten die vorjährigen Kernobstpreise auch in diesem Jahre grundsätzlich ihre Gültigkeit. Für die diesjährige geringere Ernte wird allerdings insofern ein teilweiser Ausgleich geschaffen, als eine höhere Einstufung einzelner Sorten gewisse Preiserhöhungen mit sich bringt. d. Brauwirtschaftsgebiet West. Im Brauwirtschaftsgebiet West wurden im Monat Juli rund .041(im Vormonat.038) Mill. hi Bier abgelassen bei einer Steigerung im Reich von.55 auf 4,77 Mill. bl. Davon entfallen auf den Oberfinanzamtsbezirk Westfalen 373 789(im Vormonat 380 985) hI, Bei der Deutschen Bergin-AG für Holzhydrolyse ergibt sich für 1937 ein Neuverlust von.60(.48) Millionen RM., um den sich der Gesamtverlust auf .30(.70) Millionen RM erhöht. Die HV beschioß. das AK im Verhältnis:1 auf.633 Millionen RM. herabzusetzen und auf.25 wieder zu erhöhen. Seit dem 15. August v. Je. ist die Zahl der englischen Arbeitslosen fast um eine halbe Million gestiegen, und zwar auf.8 Millionen. Wir geben Auskunft: T. in F. Der Golfstrom entsteht durch außerordentlich starke Druckunterschiede zwischen dem Großen Ozean und dem Golf von Mexiko. Die gewaltige Strömung erstreckt sich bis in die Tiese von 2000 Meter, wie aus Temperatur- und Salzgehaltmessungen hervorgeht. Die Wirkung des Golfstroms besteht vor allem darin, daß er uns warme Luftmassen von Westen her bringt. Alle Aenderungen im Zustand des Golfstroms sind in unserem Klima ziemlich genau zu beobachten. E. H. Steppdecken, die bei längerem Liegen auf Betten schmutzig und unausehnlich werden, wäscht man in lauwarmem Seisenwasser. Nach gründlicher Wäsche läßt man sie über Nacht in reinem kaltem Wasser liegen, wringt sie am andern Tag aus und hängt sie zum Trocknen auf. Mehrmals wenden und an den Ecken und Enden wiederholt auswringen Durchklopfen. Erinnerung an Olympia. 3. Federgewichtsfieger im Olympischen Boxturnier 1936 und damit Gewinner im Olympischen Boxturnier 11 einer Bronzemedaille für Deutschland war Josef Miner, Breslau. L. K. B. Der Mieter ist nicht verpflichtet, sich an kost ender Instandsetzung" Treppenhauses und den Kost enver Justandsetzung des Treppenhousen unb an der Anbringung der Linkrusta zu beteiligen. Weiterhin braucht er auch nicht die Kosten eines Waschkessels mit zu tragen, wenn er einen mietvertraglichen Anspruch auf die Benutzung der Waschküche hat. Denn der Vermieter ist verpflichtet, die vermieteten Räume während der Mietzeit in einem zum vertragsmäßigen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten(Par. 536 BGB.). Eine Mietsteigerung bedarf zudem der Genehmigung der Preisbildungsstelle. Diese kann die Mieterhöhung auf Antrag des Vermieters genehmigen, wenn die Beibehaltung des bisherigen Mietzinses dem Vermieter auch während der Dauer des Vierjahresplanes billigerweise nicht zugemutet werden kann. g. F. in A. Eine Bekämpfung der Winde ist nur möglich, wenn Sie beim Umarbeiten immer wieder die sich zeigenden Wurzeln entsernen. Am besten geschieht diese Arbeit mit der Grabgabel, da dann die Wurzeln nicht zu sehr zerstochen und zerschnitten werden und sie sich leichter heraussuchen lassen. Außerdem ist es dringend notwendig, daß Sie während der Vegetationszeit der Pflanze gar keine Möglichkeit lassen, Blattgrün zu treiben, also. sobald sich das Unkraut zeigt, dieses durch Jäten oder durch Hacken entfernen. Geschieht dies mehrmals, dann wird die Wurzel bald von selbst versaulen. entfettungskur A. H. 19. Für die allgemeine Fürsorge gilt der Grundsatz, daß die Fürsorgebehörde den Ersatz der durch die Unterstützung aufzuwendenden Kosten sicherstellen darf, wenn das Vermögen des Hilfesuchenden vorerst nicht verwertet werden kann oder soll. Die Sicherstellung kann im vorliegenden Falle durch die Verpfändung von Vermögenswerten erfolgen. Mithin ist das Verlangen des Wohlfahrtsamtes gesetzlich begründet. In den achtziger Jahren war Wilhelm Jahn Direktor der Wiener Hofoper. Er war ein beleibter Mann und hoffnungslos in die ebenfalls sehr umfangreiche Sängerin Marie Wilt verliebt. Einmal klagte er dem Violinvirtuosen und Konzertmeister Josef Hellmersberger, daß er trotz Marienbad an zunehmender Verfettung und Atemnot leide. „Lieber Direktor“, sagte Hellmersberger,„da weiß ich ein einfaches Mittel: Trinken Sie Bitterwasser und gehen Sie täglich dreimal um die Welt herum...!“ Orient. Wir können Ihre Frage nicht beantworten, da das Statistische Jahrbuch keinerlei Angaben in dieser Hinsicht enthält. Uebertritte zum Islam in Deutschland können wir nicht feststellen. Talleyrand, der berühmte Diplomat und Intrigant, dessen Verträge und Verrätereien in ganz Europa ihre Auswirkungen gehabt hatten, starb am 17. Mai 1838 zu Paris. Als Balzac davon hörte, wiegte er mißtrauisch den Kopf: „Was mag er nur wieder damit bezwecken.. E ••EE.TR 4 Sthheee Münchener Bierausschank am Ulmenwal! Ab heute: Original Münchener Löwenbräu Oktoberfestbier ** anges SSelttse Unsire. Spiele Die weit und breit bekannte gute Küche FRITZ REMKE Die führende Kleinkunstbühne Bieletelds Die Stätte des angenehmen Aufenthalts Erstklassige Tanzkapelle Deutscher Tanz k s des Her; gticber Havs SOERT Im Die Gaststätte im Mittelpunkt der Stadt Täglich ab 4 Uhr Konzert und Deutscher Tanz Es spielt die Kapelle Willi Störbrock Jeden Donnerstag die beliebte FORSTENHOF-POST Wenn Vier dam Gantäten Küdke-Dec Sschorr-Bräu Grensquell-Jilsner Bielefelds bekannte und beliebte Wohn- und Gaststätte Walther Sewing Ruf 5232 und 1594 Die urgemütliche altdeutsche Bierschänke erter Gr beche Ge emmelkrug das Bier- u. Speise-Restaurant in der Hagenbruchstraße Mittagstisch, 12 bis 2½ Uhr Reichhaltige Abendkarte * Ausschank von Langenberger Edelpile Münchener Pschorr Bamberger Holbräu Grenzquell-Plle Porter Ale Gute und preiswerte Schoppen- und * Flaschenweine, natur cchter fuml aichias hhignusude#. guten Musik Auummmmmmmmemmmmmer Es spielt: Willyoft Schwab nit seinem Orcheste Eigene Konditorei im Hause Loltantisberg Inh.: A. Hoffmeister Ruf 4652/53 Terrallen! Große und kleine Säle 1 Gefellschaftszimmer# Eigene Konditorei 1 Mittagellen von 12—141 Uhr Parkplatz Tolustern! O B Kadel was dofür be 'n Hälwken drank. own wat be to doen um to auf moll een biatken Eenet Dages satt Kadel drang sick in öller Ruh keimen do son paar jun grüßen Kadel met gewai dächten. Kadel wöre die in dössen Glauben. De ji na den annern vo Kadümmer herzlick to. Os de ümmer neiger kamm un ihrn Spaß dorüawer hal dicke maket badden, do gens:„So nu mö ji mi Huse ben driagen, owwei dree wörn buts bölvsbere un dräggten em met grö gen Weg na sienem Hu Meter vo de Wuahnge sprung un siene Beene u lickem Blick to den Bösch wiar ümmedraggen; düt ichk ganz got laupen.“ nütte quialt und Kadel kuamen. 1937 wören mehrere niggen Tippe in Breslau gerfest. Se badden met schwauerer Sangesarbeet nu auk wohlverdeente U Se lannen dann to goer Breslau. Do was öllerlee wunnerung reev een Bol bervo. Düt gefäll'n gan ölle to de Uawertügung. ell moll na Niggen Dua keime, da de Saken dani Die Musik wird Fritz Groll Friedrich Fabrikatiol Tonwai Blumentöp GroßeTonschalen, Vas Heinrich R Ave Ludwig Jür Rind- und Schy Fabrikation feit Johann G W Avenwedde 18 Gast-, Schank : 3. Federgewichtssteger 336 und damit Gewinner Deutschland war Josel ämpfung der Winde ist im Umarbeiten immer Zurzeln entsernen. Am mit der Grabgabel, da sehr verstochen und zerch leichter heraussuchen ingend notwendig, daß nszeit der Pflanze gar tigrün zu treiben, also, gi, dieses durch Jäten Geschieht dies mehrel bald von selbst veraehu? ren war Wilhelm ner Hofopec. Er war hoffnungslos in die che Sängerin Marie Violinvirtuosen und ersberger, daß er trotz ider Verfettung und te Hellmersberger,„da Mittel: Trinken ken Sie ie täglich dreimal um ihmte Diplomat und ge und Verrätereien luswirkungen gehabt 1838 zu Paris. Als iegte er mißtrauisch wieder damit be* Gaststätte Mittelpunkt Stadt Anerkannt ute Küche Vereinszimmer Parken am Hause ehrenberg 10 annte und beliebte iststätte utsche Bierschänke berg Hoffmeister 53 ! Große und die 1 Gefellmmer Eigene ei! Mittagn 12-141 Uhr 1 Tolustern! Oelkerkee ut'n niggen Duarpe Begiabenheeten un Vokommmisse u vergangenen Jieden Kadel was dofür bekannt, dat be sick gern i# H ä l w k e n d r a n k. o w w e r ü m m e r n o w u ß t e, wat be to doen um to lauten badde. wenn: auf moll een hiatken butt hiargauhn was. Cenet Dages satt Kadel in eener Wirtschaft un drang sick in öller Rube sienen Schluck. Do keimen do son paar junge Lüe herin un begrüßen Kadel met gewauligen Wortschwall. Se dächten. Kadel wöre dicke. Kadel leet se auk in dössen Glauben. De jungen Lüe deien eenen ua den annern vo Kadel ut un prosten em ümmer herzlick to. Os de Beddegaubenstied nu ümmer neiger kamm un de Böschkens innerlick ihrn Spaß dorüawer badden dat sia Kadel so dicke maket badden, do sia Kadel to de Jungens:„So nu mö ji mi owwer auck schön na Huse ben driagen, owwer ganz vosichtig.“ Olle dree wörn buts bölvsbereet, schnappen sick Kadel un dräggten em met gröttster Vosicht den langen Weg na sienem Huse to. Ungefähr fiftig Meter vo de Wuahnge reit Kadel sick lösse. sprung un siene Beene un sia met ganz fründlickem Blick to den Böschkens:„So. nu könn ji wiar ümmedraggen; düt kotte Stücksken kann ick ganz got laupen.“ De Jungens badden sick nütte quialt und Kadel was bequeim na Huse kuamen. 1937 wören mehrere Sangeskanonen ut'n niggen Tippe in Breslau un'n dütschken Sängerfest. Se hadden met Erfolg metwirket. Na schwauerer Sangesarbeet stünnen usen Sängern, nu auk wohlverdeente Utspannungsstunnen to. Se lannen dann to goerlest un'n Lunapark in Breslau. Do was öllerlee lösse. De gröttste Bewunnerung reev een Bobkarussell(Rennbahn) bervo. Düt gefäll'n ganz kolossal. Se keimen ölle to de Uawertügung, dat, wenn düt Karussell moll na Niggen Duarpe tom Heemautfeste leime, da de Saken dann bestimmt klappe un kolossale Anteehungskraft un de Nauwerstia un Gemeenden hädde. Se uawerleggten, wat se woll in dösse Beteehung in'n Interesse vo de Heemaut unnerniahmen können. Just, oß se met den Inhaber hiarüawer kürn wollen, sögen se. dat'n ganz bekannter Schausteller ut Westfalen met den Herrn verhannele. Se woren gewauher. dat de Westfale de Bobbahn kofft hadde un de Heemautgiagend domet beglücken wolle. Neigstet Jauher mot düt Ding in'n Niggen Tippe un de Kiarmes stauhen. Un richtig, de hät't vörrig kriagen. De Bobbahn steht un'n Kiarmesplatze un fött an den Festdagen met setztig bes achtzig Kilometer ümme'n Isberg herümme. De Niggentivv'schten Sangesbröer maket Sauterdage auwend de Ehrenrunne, föhrt met Dauesverachtung un singet tüschkendür dreestimmig den „Sängergruß". Am 10., 11. und 12. September soll nun wieder das Friedrichsdorfer Herbstfest, die „Niggendörper Kiarmes“, so wie sie im Jahre 1936 nach langer Pause neu erstand, gefeiert werden. Eine alte Einrichtung im dörflichen meinschaftswirken lebte damit wieder auf. Wieder haben die Friedrichsdorfer keine Mühen und Kosten gescheut um auch die dritte Kiarmes zu einem wahren Volksfest zu gestalten und den Einwohnern, Freunden und Gönnern aus der Nachbarschaft und Umgebung Gelegenheit zu frohen kameradschaftlichen Stunden zu geben und das Wirtschaftsleben in der Gemeinde zu fördern. Wenn auch leider in diesem Jahre nur der Krammarkt stattfindet, so werden doch zahlreiche Gaste mit den Dörflern frohe und ungetrübte Stunden verleben. Das Programm ist wieder reichhaltig und recht abwechslungsreich. Es wird den Wünschen aller gerecht und verspricht köstliche Stunden. Am Samstagabend ist ein Fackelzug durch das Dorf. Am Sonntag findet der traditionelle Durchmarsch statt dem sich die Flaggenhissung anschließt. Der Montag steht im Zeichen des großen Krammarktes. An allen Tagen ist ausreichend für Vergnügungen in den Gaststätten und auf dem Kirmesplatz Sorge getragen. Wir rufen alle Einwohner unseres Dorses und der benachbarten Gemeinden auf, sich zum Friedrichsdorfer Herbstfest zahlreich einzufinden und mitzufeiern in einer großen Gemeinschaft. Der Amtsbürgermeister Mense. Der Gemeindebürgermeister Groll. Wenn't bi Johann inne Familien an'n Middagsdischk gung. dann badde Moddern Johann ümmer dat gröttste Stücksken Fleeschk un 'n Teller leggt. Eenes Dages kamm Hannes— Johanns Broer— bi Johann to Besök. Et gaw vell to vertellen und de Stunnen güngen verdächtig schnell berümme. Beede wören erstaunt. dat Mamma met eenenmaule oll tom Middagjaten reev. Apptit was dauer un tengern güngen de beeden an den schön duftenden Middagsdischk. Hannes spekuleere de Lauge aw un saug dat sien Broer Johann een vial grötter Stücke Fleeschk un'n Teller badde os be sümst. In'n ruckzuck badde be tuschket un de beeden Fleeschkstücke utwesselt in den Glauben, dat Johann nicks miarket bädde. He badde et owwer miarket. Un os Hannes just met gröttstem WohlAugcenderper Palarmes Uirmes am Samstag. dem 1o. undSonniag, dem i1. Seoi. 938 Montag, den 12. September Großer Krammarkt in Friedrichsdorf Fackelzug Festzug mit Kindergruppen Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle Baule, Lemgo. Volksbelustigung. Konzert und Tanz im Festzelt und in den Sälen Friedrichsdorf ist gerüstet und lädt alle Volksgenossen herzlichst ein. Fritz Groll, Blumentopf-Fabrik Friedrichsdorf i. W. Fernruf 64 Fabrikation feinster Friedrichsdorfer Tonwaren für Gärtnerei-Bedarf Blumentöpfe Blumenschalen. Ofenrohrmutfen Große Tonschalen, Vasen, Kübel für Park- u. Gartenanlagen Heinrich Reilmann, Bäckermeister Avenwedde-Friedrichsdorf 104 Bäckerei Gastwirtschaft Großer Festsaal Ludwig Jürgens, Friedrichsdorf Rind- und Schweinemetzgerei Fernruf 18 mmmuummmmmamm Fabrikation feiner Fleisch- und Wurstwaren Johann Gehle Bäckerei Avenwedde 186— Ruf Gütersloh 2711 Gast-, Schank- und Gartenwirtschaft Adolf Vormbrock Friedrichsdorf Fernruf 13 Fleischwarenfabrik Palip:.liselborst-Auenseiteseus Fabrik für Blechbearbeitung Spezialität: Waschkesselöten Joh.Venjakob, Friedrichsdorf Fernsprecher 94 Mmm Lager in-Eisen, Herden, Oefen Landwirtschaftliche Maschinen Miele-Erzeugnisse Haushaltungsgegenstände aller Art Maaufaktur- und Kurzwaren Molkerei Avenwedde-Friedrichsdorf Heinrich Kruhöfer Fernsprecher 10 sssssssssssssss Geors Beller Friedrichsdorf Sattlerel. Polsterei- Dekorationsgeschäft GUSTAV DRUGE M abel-Werkatatten Friedrichsderf über Gätersich I. W. Rul 98 Bautisenlere! Spezialltät Zellsperrtüren Anterügung guter handwerklicher Möbel Heinrich Beinling Friedrichsdorf Ruf 56 Opelvertretung Kundendienst Reparaturwerkstatt Tankstelle Oele Fette Franz Gehle, Avenwedde(Bahnhof) Mmmmmmmmmm Rur 3127 Mmm Fahrseug- und Maschinenhaus Pahrräder nur erster Marken. Motorräder NSU, Puch, Triumpf Nähmaschinen Adler, Gritzner. Naumann Kundendienst. Reparaturwerkstatt. Tankstelle Sämtliche Miele-Erzeugnisse. Spezialltäl: Schle-Fahrräder u. Moter fahrräder #9 Berachte deine Heinat nicht! Von Karl Mehlhoff, Friedrichsdorf Zwischen Osning und dem Dalkestrand, liegt ein Dörklein Haus bei Haus; seine Türme grüßen unverwandt stolz und still ins Land hinaus. Und in ihrem Schatten wächst und blüht ein gar freundliches Geschlecht, dem der Frohsinn aus den Augen sprüht und die Treue, deutsch und echt. Kleines Dorf, umgrünt von Wald und Feld, bist mir das Liebste unterm Sternenzelt! Mein Friedrichsdorf, mein Heimatdorf, dir bleib ich treu in aller Welt. Es gibt auf dieser Erde kein innigeres Verhältnis von Mensch zu Mensch, als das der Mutter zu ihrem Kinde. Es ist das Schönste und Erhabenste, was das Leben zu gestalten vermochte. Und fragen wir nach den Gründen, so müssen wir erkennen, daß dieses beglückende Mutter=Kind=Verhältnis ein unerforschliches Geheimnis ist. Unsichtbare, im Heiligtum der Seelen geknüpfte Bande von Liebe und Treue, gänzlich unbeeindruckt von äußeren Lebensumständen, bestimmen dieses einzigartige Verhältnis weit über Raum und Zeit hinaus und lassen es zur ungeahnten Kraftquelle werden. Diesem in seinen Voraussetzungen und Wirkungen wechselseitigen Mutter=Kind=Verhältnis ist das Verhältnis des Menschen zu seiner Heimat ähnlich. Auch hier sind es im tiefen Grunde unserer Seele geknüpfte Bande, die wie Liebe und Treue zwischen Mutter und Kind den Menschen mit seiner Heimat geheimnisvoll verbinden. Und dabei braucht die Heimat nicht einmal im landläufigen Sinne„schön“ zu sein. Der Eskimo behagen von den leckern fetten Stücke awbeit. do sia sin Broer Johann to em:„Du. Hannes. heir moll;'n anstännigen Mianschken nimmt an 'n Middagsdischke ümmer dat kleenste Stücksken Fleeschk.“ Hannes beit ümmer widder aw un gaw sienen Broer Johann ganz kott tor Antwort:„Donnerkiel, Johann, wat quaterst du denn; du häß do ja dat kleenste Stücke.“ Eenes Dages was in de Uemmegiagend von Niggen Duarpe een Versicherungsagent domet beschäftigt. Prämien intotehen. Bi dösse Geliagenheet kamm be auk in een Geschäftshus met Wirtschaft. De Husmoer was gust an'n Bedeenen un fregg em na sienen Wünschken. „Guten Morgen Frau Waldmann, mein Name ist Heidegrün. Ich komme von der Versicherung und möchte gerne die Prämien einziehen.“ 'n Augenblick, Papa iß just in Kohstall an'n melken; ick will em mol just raupen.„Papa, Papa. Papa! Heinerich!“„Ja donnerkiel, was woßte denn Maria?“„Papa kumm doch moll tengern in Laden. De Mann vonne Versicherung is dauer un will dat Geld. de Prämgen halen.“ „De Kerl von'ne Versicherung?“„Jau von’ne im ewigen Eis, der Insulaner auf meerumrauschtem Eiland, der einsame Heidier, der magerstem Boden bescheidene Ernten abringt: sie alle lieben ihre Heimat selbst dann, wenn Sorge, Not und Gefahr tägliche Weggenossen sind. Es wohnt eben ein tiefes Kraftgeheimnis im Heimatboden, so tief und stark, wie unsere Seele zu empfinden fähig ist. Was ist Heimat?— Sie ist das Land unserer Väter, um das sie sich gesorgt, das sie im Schweiße ihres Angesichts bebauten, dem sie mit Leib und Seele verhaftet waren und das sie zu verteidigen bereit waren mit ihrem Gut und Blut. Die Heimat ist der Boden, der die Leiber unserer Vorfahren wieder in sich aufnahm, nachdem die Menschen ihn ein Leben lang als heiliges Erbe getreulich verwaltet hatten. Die Heimat ist das Jugendtraumland unserer Kindheit mit allen den Menschen, die unsere Jugend umhegten. Heimat ist Elternhaus und Nachbarschaft, ist Dorf und Flur. Das Kind hat sie, aber es ahnt sie nicht. Erst wenn wir sehend geworden sind, erkennen wir sie, Sie wird uns zum Bilde, unsagbar schön und doch so voll von Wirklichkeit. Darum ist uns die Heimat auch so lieb, weil sie ein Stück von uns ist. Die Fremde mag unser Herz erfreuen, begeistern, sie mag uns die Notwendigkeiten des täglichen Lebens vermitteln und uns aus irgendwelchen Gründen lebenslang festhalten — zur Heimat wird sie uns nie. Der Mensch kann nur eine Heimas haben und nur diese eine von ganzem Herzen lieben. Die Heimat formt den Menschen an Leib und Seele, sie gibt ihm Gestalt und Charakter. Sie ist die Versicherung, be will dat Geld halen.“„Ach donnerschmor, den lott män laupen, dösse aulen Bedreegers.—haks— Gestalterin wahren Volkstums. Darum verachte deine Heimat nich:!— Wer wollte seiner Mutter nicht stets in Liebe und Dankbarkeit gedenken!— Die Heimatliebe aber ist das Fundament der Liebe und Treue zu Volk und Vaterland. Der das Bild seiner Heimat als ein heiliges, unveräußerliches Erbe in seiner Seele hegt und trägt, der ist ein treuer Diener seines Volkes und bereit, seinem VaterHerrn Dr. Alfred Brehm will ich gewiß nicht zu nahe treten! Er war recht fleißig und hat ja auch viel Hübsches und Interessantes über die Tierwelt geschrieben. Ich gebe gern zu, daß er sich Mühe gegehen hat. aber, aber— Finden wir etwa in den Arbeiten dieses Herrn Dr. Alfred Brehm etwas über Seeschlangen oder über Salonschlangen? Weiß er etwas von Salonlöwen, Premierentigern oder Zeitungsenten und dergl.? Er schreibt auch nichts über jene merkwürdige Abart der Kiebitze, die gern in Kaffeehäusern und Gastwirtschaften ihr Wesen treiben. Erzählt uns Herr Dr. Brehm etwas über die vielbeliebten Seebären? Kennt er ihren Gegensatz, die wasserscheuen Landratten, die so lebhaft bedauern, daß das Wasser keine Balken hat? Weiß er etwas von dem wohlbeleibten Hauskater, der so gern am warmen Ofen sitzt und sich in seinem Heim am wohlsten fühlt? Sein Gegensatz ist der„Hahn im Korbe“, der bekanntlich in allen Gesellschaften die Hauptrolle spielt. Erwähnt Brehm etwa jene entzückenden Goldfischchentrikots. Spricht Dr. Brehm in seinen Büchern je über die reizenden Kammerkätzchen, die Wonne aller Lustspieldichter Lessing mit seinem „Frauenzimmerchen“ Franziska an der Spitze? Beachtet dieses Dr. Brehm das weitverbreitete Geschlecht der Maulaffen, die eine große Anzahl von Menschen so gern seil hält? Diese Affenart bildet doch anscheinend einen bedeutenden Handelsartikel, obwohl man bisher meines Wissens für sie keine Umsatzsteuer zu zahlen braucht. Die Liste dieser hochinteressanten Lebewesen könnte beliebig erweitert werden. Jammerschade, die verehrte Redaktion erlaubt leider so etwas nicht„wegen Platzmangels“. Ich möchte nur noch schnell die mit Recht so beliebte„Kalte Ente“ erwähnen, an der man sich bei großer Sommerhitze nur zu gerne delektiert — ferner die verschiedenen Vögel, die rätselhafter Weise in den Köpfen mancher Menschen wohnen. Bei Brehm vermißt man auch leider die Beschreibung jener zahlreichen Affen, die nachts von fröhlichem Umtrunk mit nach Hause gebracht werden. Sie pflegen sich am nächsten Morgen in„Kater des grauen Elends“ zu verwandeln, die sich bekanntlich nur durch saure Heringe in die Flucht schlagen lassen. Uebrigens gibt es noch zwei Affenarten, die unmöglich übergangen werden dürfen. Das sind die im modernen Leben so stark verbreiteten„Klamlande zu geben, was er zu geben vermag. Heimatpflege ist Dienst am Volke, ist Hingabe ans Vaterland. Auf denn, laßt uns beweisen, daß auch wir rechte Kinder unserer lieben Heimat sind, indem wir alles das begen und pflegen, was uns unser Dorf zur Heimat werden ließ. Laßt uns über alle Unterschiede hinweg, über Freundschaft und Nachbarschaft hinaus zur Dorfgemeinschaft uns zusammenfinden. In allseitiger Verbundenheit wollen wir auch in diesem Jahre wie in vergangenen unser Heimatfest begehen; denn auch die Dorffeste sind geeignet, nachhaltige und schöne Heimaterinnerungen zu gestalten bei jung und alt als Stützen des Heimatsinnes, der Heimatliebe und des Heimatbewußtseins. mer= und Knatteraffen". Da diese merkwürdige Spielart noch nicht mit dem Blitzlicht der Naturwissenschaft beleuchtet wurde, sind einige Worte über ihre eigenartige Lebensweise gewiß nicht uninteressant. Der Klammeraffe ist merkwürdiger Weise fast immer weiblich. Da ich gegen das schöne Geschlecht stets höflich zu sein bemüht bin, nenne ich ihn resp. sie zuerst. Seine resp. ihre Erganzung ist der Knatteraffe. Beide gehören zueinander, wie die Seerose zum Einsiedlerkrebs. Sie bilden eine Symbiose— eine Lebensgemeinschaft, sozusagen eine Verbindung auf Zeit, was aber nicht ausschließt, daß ihre Lebensgemeinschaft manchmal eine dauernde wird.— Der Knatteraffe ist zumeist männlichen Geschlechts. Diese seltsamen Individuen erscheinen bei uns im Frühjahr, etwa wie die Schwalben, mit denen sie auch bezüglich der Schnelligkeit ihrer Fortbewegung eine gewisse Aehnlichkeit haben, nur fliegt die Schwalbe durch die Lüfte, und der. Knatteraffe mit seinem Klammeraffen flitzt auf Landstraßen. Im Sommer schwillt die Zahl dieser Pärchen zu Legionen an. Sie können dann, besonders bei günstigem Wetter direkt zu einer Landplage ausarten. Die Knatterassen haben nämlich ihren wunderlichen Namen durch das höchst unerfreuliche Geknatter erhalten, von dem ihre Fortbewegung begleitet ist. Sowohl Klammer= als Knatteraffen brauchen anscheinend zu ihrem Wohlbefinden große Mengen von Benzin und Straßenstaub, da sie stets von einer Wolke Staub und Benzindust umgeben sind. Ihre Fortbewegungswerkzeuge scheinen so verkümmert, daß sie sich besonders konstruierter Maschinen bedienen müssen, um durch die Welt zu kommen, was stets in einem rasenden Tempo zu geschehen pflegt. Erleidet die Maschine aber eine Beschädigung, und die Aermsten müssen zu Fuß gehen, so ist ihr Anblick direkt kläglich, um nicht zu sagen erbarmenswert. Sobald die rauhen Winde einsetzen, werden diese uns bisher so rätselhaften Wesen seltener, und im Winter, besonders wenn der Schnee liegt, verschwinden sie fast gänzlich. Nut vereinzelte Exemplare scheinen hier zu überwintern. Leider hat sich noch kein Gelehrter mit der Frage beschäftigt, ob sie einen Winterschlaf halten, oder ob sie, wie die Zugvögel wärmere Himmelsstriche aufsuchen. Aber solange die Sommersonne scheint, ist für die Klammer= und die Knatteraffen die blühende, goldene die Tage der Rosen ihres schon an sich sonnigen Lebens. Ergänzungen zu Brehms Tierleben „Naturwissenschaftliche“ Betrachtungen von R. Th. Graf von Schlieben Verein Oie„Festt. Meueste lagen erscheinen wö.36 RA einscht 27, gebühr, aber ohne B störung het der Besi oder auf Rücksahlun Nr. 212( 38. Jal Nächtlich Einen der ma diesjährige Reichs tagabend mit dem Leiter auf der Zez in den beiden letz von Scheinwerfern verwandelt war. H# politische Soldaten Wiedersehen, das ein kommendes Ja und am deutschen 2 Der Führe: aufrüttelnde Wort wurde wiederholt „Die Di Beim Appell de Zeppelinwiese hielt leitenden Worten sprache: Parteigenossen! 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