31. Jahrgang. Nummer 86 #..„eTeeues.. Die„Westsälischen Neuesten Nachrichten“ mit den Beilagen für Sport, Unterhaltung, Literatur, Frau und Kind, Haus, Hof und Garten und Ravensberger Blätter erscheinen wöchentlich omal und kosten monatlich.30 Reichsmark frei ins Haus. Sie können bei allen Trägerinnen, Agenturen, Postanstalten, Briesträgern und in unseren Filialen u. Geschäftsstellen bestellt werden. Hauptgeschäftsstelle und Redaktion Bieleseld, Rohrteichstraße 9. Feruruf für die Geschäftsstelle und Redaktion durch die GundlachZentrale: 4970—4973, nach abends 19 Uhr Geschäftsstelle 4972, nach abends 19 Uhr für die Redaktion: 4970 und 4973. mit Handelsblatt und Bielefelder General=Anzeiger Bielefeld, Freitag, 11. April 1930 Anzeigenpreis: Der Raum für die Anzeigenspalte 29 mm breit, 1 mm hoch kostet 15 Pfg. Der Raum für die Reklamezeile, 70 mm breit, 1 mm hoch, kostet 60 Pfg. Rabatt nach besonderem Tarif. 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Aber die Tatsache, daß das Loch im Staatssäckel gestopft, und zwar schnellstens gestopft werden muß, ist zwingender als manches Wahlversprechen. So müssen alle. Abgeordnete und Wähler, in den sauren Apfel beißen und sich vorerst einmal mit neuen Steuern abfinden. Reichsfinanzminister Moldenhauer hat die löbliche Absicht, neben der Schuldentilgung auch die verbummelte Kasse des Deutschen Reiches mit diesem einen Haushalt von 1930 gründlich wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu bekommen. Neue Steuern! Niemand verleugnet ihre Notwendigkeit, aber der Kampf um ihre Verteilung geht dafür um so heftiger. Leider scheint dabei der Gedanke von der steuerlichen Entlastung der Wirtschaft ins Hintertreffen zu rücken; bei manchem Abgeordneten ist der Bierverbrauch immer noch lebenswichtiger als die Arbeitsmöglichkeit in einer rentablen Wirtschaft. Wenn wir uns aber für dieses Etatsjahr mit den neuen Steuern abfinden, so werden wir für 1931 um so dringlicher eine allgemeine Steuersenkung verlangen müssen. Eine schwere Aufgabe für den Finanzminister und das Parlament im Frühjahr 1931. Nur eins wird wirklich helfen, bei gesunden Finanzverhältnissen, bei Erfüllung unserer finanziellen Verpflichtungen diese Steuersenkungen durchzuführen: Sparsamkeit! Damit entsteht die Frage, wo im Reichshaushalt noch gespart werden kann, ob nicht heute schon alle Möglichkeiten zur Ausgabeneinschränkung durch die Findigkeit des Reichssparkommissars ausgeschöpft sind. Ein kritischer Blick auf den Etat läßt diese Frage verneinen. Für den eigenen Bedarf des Reiches sind 3,2 Milliarden RM. angesetzt worden— neben 3,9 Milliarden für Kriegslasten und.9 für Schuldentilgung—, zu denen noch 17 Milliarden aus den Haushalten der Länder und Gemeinden für ihre Zwecke kommen. Das bedeutet also, daß Reich, Länder und Gemeinden im öffentlichen„Haushalt nicht weniger als 13,1 Milliarden verbrauchen. Dabei fällt ein Vergleich zwischen dem Bedarf des Reiches und dem der Unterorganisationen noch recht günstig für das Reich aus; denn eine Steigerung des Bedarfs um 155 Prozent gegen das Jahr 1913 läßt sich aus den neuen Aufgaben, den gewaltigen sozialen Lasten und der Geldentwertung immer noch rechtfertigen. Aber bedenklich ist die Steigerung bei den Ländern und Gemeinden, die trotz der Uebernahme gewaltiger Verpflichtungen durch das Reich— Polizeikosten, Wohlfahrt usw.— 275 Prozent gegen 1913 ausmacht. Hier also muß ein Sparprogramm einsetzen, wenn der öffentliche Finanzbedarf zurückgeschraubt werden soll. Nicht in dem Sinne, daß den Gemeinden die Aufstellung der Etats noch mehr erschwert wird— die Sorge ist meist schon groß genug—, wohl aber auf dem Wege, daß man überall da in den Verwaltungen abbaut, wo sich durch die verschiedenen Körperschaften Behörden mit gleichen Aufgaben überlagern. Diese Einsparungen lassen sich nicht durch grob durchgeführte prozentuale Abstriche oder Streichungen einzelner Posten durchführen, sondern allein durch eine Sparpolitik auf weite Sicht, für die eine gründliche Verwaltungsreform und=vereinfachung Vorbedingung ist. Es gibt unzählige Stellen in der Verwaltung, wo ohne Gefahr für einen geregelten Geschäftsgang Einsparungen gemacht werden können. Dazu wird u. a. gehören: die Auflösung aller Sonderverpaltungen, die der Krieg und der Versailler Frieden schuf, eine Vereinfachung der Steuergesetzgebung und damit der Steuerverwaltung, der Verzicht auf Ausgabenerhöhungen im Wehretat, die Entlastung der Gerichte durch eine gründliche Justizreform und vor allem die Vereinigung von Reichs= und Landesverwaltungen, die Uebernahme von Diensten durch nahestehende Behörden und die organische Verbindung von Aemterr zum Zwecke der Einsparung von Behörden. Das wird und muß der Weg sein, um die über neue Steuern erreichte Sanierung der Reichskasse auch für die nächsten Jahre zu sichern und damtt endlich eine Senkung des öffentlichen Bedarfs. Dann werden wir auch mit dem Unfug einer Steuerpolitik ein Ende machen können, die z. B. durch die Umsatzsteuer Erwerbsfleiß und Tüchtigkeit steuerlich bestraft. Staatsstreich in China? Schanghai, 10. 4.(Havas) Der Hauptausschuß der Kuomintang soll Nachrichten erhalten haben, wonach die Kommunisten im Begriffe ständen, einen Staatsstreich vorzubereiten. Die Untersuchung habe das Vorhandensein von Waffenlagern ergeben. Das Gerücht sei verbreitet, daß die Revolutionärin Sume Tschang verhaftet Wie sorgen wir für Ostpreußen? Die bisherigen Hilfsmaßnahmen des Reichs und Preußens Von Heinrich Rönneburg, Staatskommissar für Ostpreußen, M. d. R. worden sei. Die nordchinesischen Truppen rückten weiter vor und bedrohten Hankau. Die Regierung beabsichtige, Hankau zu räumen und Verteidigungsstellungen bei Nanking zu beziehen. Die neue Reichsregierung hat entsprechend dem Wunsch des Herrn Reichspräsidenten in ihrer Regierungserklärung umfassende Hilfsmaßnahmen für die deutschen Ostgebiete, insbesondere für Ostpreußen, angekündigt. An diesen Hilfsmaßnahmen soll besonders die Landwirtschaft beteiligt sein, aber auch Verkehrs= und Frachtfragen sowie KulturBerlin, 10. 4. Am Donnerstag begann im Reichstag die zweite Beratung der Deckungsvorlagen der Regierung(Mineralölzölle, Biersteuer usw.). Reichsfinanzminister Moldenhauer: Schon bei der ersten Lesung habe ich darauf hingewiesen, daß die vorliegenden Entwürfe nur ein Teil des großen Finanzprogramms sind, mit dem die direkten auf indirekte Steuern umgelagert werden sollen mit dem Ziel, die Wirtschaft zuentlasten. Vordringlich sind diese Deckungsvorlagen, mit denen das Desizit des Etats 1030, gusgeglichen und die Durchführung des Schuldentilgungsgesetzes gesichert werden soll. Es ist nicht Schuld der Reichsregierung, wenn der Etat 1930 dem Reichstag noch nicht zugeleitet werde konnte. Er beschäftigt gegenwärtig noch den Reichsrat. Der Etat ist aber so sparsam aufgestellt worden, daß auf Einsparungen durch Streichungen nicht Gerechnet werden kann. Die Deckungsvorlagen haben im Ausschuß ein für die Regierung nicht gerade günstiges Geschick gehabt. Die hinter der Regierung stehenden Parteien haben sich inzwischen auf ein Kompromiß geeinigt, durch das die nach den Ausschußbeschlüssen entstehenden Lücken wieder ausgefüllt werden sollen. Die Viersteuer soll danach um 50% erhöht werden, die Umsatzsteuer allgemein um 0,10%, bei Umsätzen über eine Million um weitere 0,5%. Die Regierung hat sich dieses Kompromiß zu eigen gemacht, obgleich sie starke Bedenken gegen die Erhöhung der Umsatzsteuer hegt. Sie glaubte aber, dem Kompromiß zustimmen zu müssen, um die Durchführung der ihr übertragenen Aufgabe nicht zu gefährden. Andere Möglichkeiten zur Deckung des Defizits sind nicht vorhanden, denn der Vorschlag eines Notopfers durch Zuschläge zur Einkommensteuer würde im Widerspruch stehen zur Tendenz des Finanzprogramms, die direkten Steuern abzubauen. Die Regierung hält fest an dem Willen, die Aufgabe der Kassensanierung und der steuerlichen Entlastung der Wirtschaft mit allen verfassungsmätzigen teln durchzuführen. Abg. Hertz(Soz.) beantragt, die Verhandlungen solange auszusetzen, bis der Kompromißantrag der Regierungsparteien gedruckt vorliegt. Die erst vor zwei Tagen abgegebene Erklärung der Reichsregierung, daß sie mit der 75prozentigen Biersteuererhöhung stehe und falle, scheine ja nicht mehr zu gelten. Gegen 15½ Uhr wird die Vertagung der Weiterberatung auf 17 Uhr beschlossen. * Neue Schwierigkeiten Die Wiedereröffnung der Sitzung verzögerte sich, weil der Druck der Anträge zu den Deckungsporlagen noch nicht fertiggestellt keiten aufgetaucht sind. Die Bayerische Volkspartei will jetzt nur einer 25prozentigen Biersteuererhöhung zustimmen, aber zum Ausgleich eines Notopfers in Gestalt eines Zuschlags zur Einkommensteuer für alle Einkommen von 8000 Mark an beantragen. Den gleichen Antrag haben auch die Sozialdemokraten angekündigt. Die Absichten der Regierungsparteien werden weiter durchkreuzt durch die Form, die die Deutschnationalen für ihre Anträge gewählt haben. Die Regierung wollte sich eine Mehrheit für ihre finanziellen Deckungsvorlagen dadurch sichern, daß sie die Erledigung der Agrarvorlagen hinter die Deckungsvorlage zurückstellte. Nun haben aber die Deutschnationalen ihre agrarpolitischen Forderungen in die Form von Aenderungsanträgen zu der Vorlage über Zolländerungen bei Benzin und Benzol gekleidet, um damit die gleichzeitige Erledigung der Agrar= und der Deckungsvorlagen zu erEo standen die Dinge, als um 173 Uhr die Sitzung wieder eröffnet wurde. Der sozialdemokratische Abg. Keil ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, um der Regierung vorzuhalten, wie groß ihre Abhängigkeit von den Fraktionen der Regierungsparteien, aber auch von der noch in der Opposition befindlichen Deutschnationalen Partei sei. Das als starke Regierung angekündigte Kabinett Brüning sei in Wirklichkeit die schwächste Regierung, die je vor dem Reichstag gestanden habe. Keil lehnte den Kompromißantrag der Regierungsparteien und mit besonderer Schärfe die Warenhaussteuer ab. Nachdem noch der Kommunist Ende eine heftige Kampfrede gegen die Regierung und Sozialdemokratie gehalten hatte, mußte die Weiterberatung auf Freitag vertagt werden. angelegenheiten sollen dabei Berücksichtigung finden. Diese Ankündigung hat in Ostdeutschland ein starkes Echo gefunden. Es steht zu erwarten, daß in Kürze dem Reichstag die Vorschläge der Reichsregierung, die sicher im Einvernehmen mit der Preußischen Staatsregie, rung ausgearbeitet werden, zugehen. Da ist es am Platze, einmal darauf hinzuweisen, daß in den letzten Jahren von den beiden Regierungen schon umfassende Hilfsmaßnahmen für Ostpreußen getroffen wurden, weil es sich infolge der Grenzziehung nach dem Kriege in ganz besonders schwieriger Lage befindet. Von den 2,3 Millionen Einwohnern Ostpreußens leben ½ von der Landwirtschaft. Es ist daher begreiflich, daß die nahmen ganz überwiegend die Landwirtschaft betreffen. Jede Hilfe und Erleichterung, die ihr zuteil wird, wirkt sich naturgemäß auch auf alle anderen Berufsgruppen aus. Die sogenannte„Ostpreußenhilfe", die durch das„Gesetz über die wirtschaftliche Hilfe für Ostpreußen“ vom 18. Mai 1929 fest umrissen ist, hat schon 1928 zu dem Einsatz ganz erheblicher Mittel des Reiches und Preußens geführt. Die Hilfsmaßnahmen der Jahre 1928 und 1929 sollen nun kurz erörtert und in ihrem Umfang dargetan werden. Einmal sind der Landwirtschaft die Rentenbankgrundschuldzinsen für die Jahre von 1929 bis 1931 zu erlassen. Die ausfallenden Beträge muß der Herr Reichsfinanzminister der Reichsbank erstatten. Ebenso sind zur Erleichterung der gemeindlichen Steuerlasten der Landwirtschaft vom Reich Beträge von je 7 Millionen RM. für die drei Rechnungsjahre von 1929 bis 1931 zur Verfügung zu stellen. Um dem Schachzug der Deutschnationalen zu begegnen und den Vorrang zu beseitigen, den der Antrag der Deutschnationalen den Agrarfragen geben würden, wollen die Regierungsparteien heute, Freitag, im Reichstag die Benzin= und Benzol=Vorlage noch einmal an den Ausschuß verweisen. Auf diese Weise soll verhütet werden, daß die Deutschnationalen bei den Finanzfragen Schwierigkeiten machen, was sie tun würden, wenn die Agrarfragen vorweg erledigt worden wären. Reichskanzler Brüning hat die Verhandlung mit den Parteiführern unterbrochen, um der Bayerischen Volkspartei Gelegenheit zu geben, die Lage noch einmal unter sich zu besprechen. Heute will er unter allen Umständen eine Entscheidung herbeiführen. Staatssekretär Meißner war am Donnerstag abend längere Zeit im Reichstag und man schließt daraus, daß die Forderung des Kanzlers nach Klarheit auch den Wünschen des Reichspräsidenten entspricht. Sollten sich heute wesentliche Schwierigkeiten ergeben, so würde die Regierung die Reichstagssitzung unterbrechen lassen, um in einer Kabinettssitzung ihre Entscheidung zu treffen. Nach Lage der Dinge könnte sie nur die Auflösung beIin Kreisen, die dem Kabinett nahestehen, beurteilt man die Lage aber durchaus ruhig und glaubt, daß es soweit nicht kommen werde. Diese Hoffnung hat gen noch nicht fertiggestellt offenbar ihren Grund in Besprechungen, die Die Vertagung war aber auch aus am Donnerstag nachmittag mit führenden Für Frachtenerleichterungen sind in denselben Jahren je 10 Millionen RM. zu verwenden. Diese Maßnahme soll mithelfen, die frachtungünstige Lage Ostpreußens zu verbessern. Dem gleichen Zweck dienen die Mittel, die ebenfalls für drei Rechnungsjahre mit je 300000 RM. zur Senkung der Schifffahrtsabgaben auf dem Königsberger Seekanal von der Reichsregierung gegeben werden. Und schließlich gehören dazu die 1,7 Mill., die zur Sicherung der Inbetriebhaltung von Kleinbahnen, die für die Landwirtschaft unentbehrlich sind, und deren Stillegung sonst nicht abgewendet werden könnte, verwandt werden sollen. Die sehr ungünstige Lage der ostpreußischen Landwirtschaft hat dahin geführt, daß die Bodenpreise erheblich gesunken sind. Der Gütermarkt ist fast ganz ins Stocken geraten. Dem wachsenden Angebot von Gütern steht eine immer geringer werdende Aufnahmefähigkeit gegenüber. Die stark gesunkene Rentabilität der Landwirtschaft vermindert sehr stark die Zahl der Käufer, die bereit sind, Grund und Boden in Ostpreußen zu kaufen. Daraus ergibt sich die Gefahr eines so starken Absinkens der Bodenpreise, daß damit die Kreditunterlagen für den ostpreußischen Grundbesitz eine ernste Gefährdung erfahren. Um das zu verhindern, sind von der Reichsregierung erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt worden, um durch Ankauf von Land für die bäuerliche Siedlung auf den Grundstücksmarkt drängende Betriebe aufzunehmen. Für diesen Zweck sind in den letzten Jahren jeweils Beträge, die zwischen 20 und 25 Millionen RM. im Jahre schwanken, ausgegeben worden. Im letzten Jahre haben damit die Siedlungsgesellschaften so viel Land erwerben können, daß darauf etwa 2000 bis 2500 neue Bauernstellen geschaffen werden können. Auf diesen neuen Bauernstellen werden etwa 15000 Menschen, die Familienangehörigen mitgerechnet, künftig eine Existenz finden. Die Finanzierung der neuen Siedlerstellen wird zu etwa neun Zehnteln des erforderlichen Betrages aus öffentlichen Mitteln ermöglicht, die mit 5 Prozent jährlich zu verzinsen und zu tilgen sind. Daß die in Ostpreußzen angesetzten Siedler trotz der schwierigen Lage der Landwirtschaft sich durchzuringen wußten, geht daraus hervor, daß von den Siedlern, die von der weitaus größten Siedlungsgesellschaft in den 25 Jahren ihres Freitag, 11. April 1930 wetgälliche Neuette Nlacheichter Nr. 88 Seite 2 Bestehens angesetzt sind, nur ein knappes halbes Prozent nicht lebensfähig geblieben sind. Neben der Neusiedlung ist im letzten Jahre in besonders starkem Umfange die Anliegersiedlung getreten. Sie bezweckt die Vergrößerung zwergbäuerlicher und Pächterbetriebe, sowie von Landarbeiterstellen bis auf die Größe einer selbständigen Ackernahrung. Dafür sind bisher 8½ Millionen RM. bewilligt worden. Ste werden so verwandt, daß das von größeren Betrieben freiwillig und überreichlich angebotene Land zu 4 des Ankaufspreises aus diesen Krediten bezahlt wird, die dann mit 5½ Prozent zu verzinsen und zu tilgen sind. Nur ¼ des Betrages muß der Anliegersiedler selbst zur Verfügung stellen. Dieser Betrag kann bei besonders tüchtigen, aber finanziell wenig leistungsfähigen Siedlern bis auf ein Zehntel vermindert werden. Mit dieser Maßnahme wird eine doppelte Hilfe gebracht. Größeren Betrieben, die stark verschuldet sind, wird damit ermöglicht, ungünstig gelegene Außenschläge abzugeben, so daß sie zwar auf einem verschmälerten, aber entschuldeten Restbetriebe wieder lebensfähig werden. Zum anderen wird damit vielen kleineren Betrieben eine volle Extstenzmöglichkeit gegeben. Diese Art der Siedlung läßt sich besonders schnell und billig durchführen, da keine neuen Wohn= und Wirtschaftsgebäude errichtet zu werden brauchen. Durch dieses Verfahren sind im letzten Halbjahr rund 1000 Anliegersiedlerstellen geschaffen worden, die um über 19•000 Morgen Land vergrößert sind. Zum Vergleich sei darauf hingewiesen, daß seit dem Inkrafttreten des Reichssiedlungsgesetzes im Jahre 1919 bis Ende 1928 durch Anliegersiedlung nur rund 3000 Betriebe um 23000 Morgen Land vergrößert worden sind. Man darf hoffen, daß in diesem Jahre die Gesamtzahl der Anliegersiedler auf 1500 gebracht wird. Damit würden mit Familienangehörigen 9000 Menschen besitzbefestigt und existenzfähig. Schließlich sei noch die Landarbeitersiedlung erwähnt. Durch sie werden, überwiegend aus den Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge, Landarbeitereigenheime geschaffen, die eine Landzulage von—10 Morgen erhalten. Damit hofft man der besonders bedenklichen Abwanderung der Landarbeiter entgegenwirken zu können. Die Erhaltung eines gesunden und lebensfähigen Landarbeiterstandes ist gerade für die ostdeutsche Landwirtschaft von großer Wichtigkeit. Man darf damit rechnen, daß im letzten Haushaltsjahr knapp 1000 derartiger Landarbeiterstellen geschaffen werden. Damit würden einschließlich der Familienangehörigen 6000 Menschen unter wefentlich bessere Lebensbedingungen wie bisher gestellt. Von großer Bedeutung sind auch “ die Kredithilfsmaßnahmen, die durch die„Ostpreußenhilfe“ für die Landwirtschaft getroffen wurden. Sie sollen die auf der Landwirtschaft lastenden kurzfristigen und hochverzinslichen Personalschulden in langfristige und niedriger verzinsliche Realschulden umwandeln. Das geschieht durch die Erleichterung der Begebung von erststelligem Hypothekenkredit und durch Beschaffung von zweitstelligen, sogenannten Umschuldungshypotheken. Die Versorgung mit erststelligem Kredit geschieht hauptsächlich durch die„Ostpreußische Landschaft". Sie gibt 6prozentige Goldpfandbriese heraus, deren Kurs bei der zurzeit sehr ungünstigen Absatzmöglichkeit naturgemäß Nleues vom Jage Im Reichsministerium des Innern fand eine Unterredung zwischen Reichsminister Wirth und dem thüringischen Staatsminister Baum statt, in der neben dem Konflikt Reich— Thüringen auch die Verfassungsmäßigkeit des thüringischen Ermächtigungsgesetzes besprochen wurde. Jahren Unterstützungsge * Million RM. gegeben wurven Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat neut um die Erhaltung des Stahlwerks Becker trotz der Haltung der freien Gewerkschaften gebeten. Am Donnerstag nachmittag trafen die sterblichen Ueberreste der Königin von Schweden in einem Sonderzug in Swinemünde ein und wurden nach einer kurzen Feier auf das schwedische Flaggschiff gebracht. * Der Seedienst Ostpreußen zwischen Pillau, Danzig und Swinemünde wurde am Donnerstag wieder ausgenommen. Das Bestehen wurde durch einige Ansprachen gefeiert, die auf die wirtschaftliche und nationalpolitische Bedeutung der Linie hinwiesen. * Die Störungen im Telephonverkehr Berlin—Moskau sind nach amtlicher Mitteilung nur durch eine zu starke Inanspruchnahme der Leitungen durch Staatsgespräche eingetreten. Rußland behindert sonst weder Presse= noch Privatgespräche. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat die Helfer des Kommunisten Friedrich, des Inhabers einer ausgehobenen Geheimdruckerei, verhaften lassen. In Berlin=Schöneberg veranstaltete die Demokratische Partei am Donnerstag abend eine Versammlung mit dem Thema:„Die Nationalsozialisten Feinde wahrhaft nationaler Politik“. Schon zu Beginn war der Saal zum großen Teil mit jugendlichen Nationalsozialisten besetzt, die solange lärmten, bis es ihnen gelang, die Versammlung zu sprengen. 15 Personen wurden von der Polizei zwangsgestellt. Die belgische Kammer schloß die Aussprache über die Haager Vereinbarungen ab und nahm den Gesetzentwurf zur Ratifizierung an. Der französische radikale Abgeordnete Lambert hat in der Kammer einen Antrag eingebracht, der die Beseitigung des zweiten Wahlganges für die Kammerwahlen und die Anwendung des englischen Wahlsystems vorsteht. * Die Umbauarbeiten im früheren Savoy Hotel Univers in Basel, in dem die Internationale Bank ihren Sitz haben wird, sind nahezu vollendet. Die erste Sitzung des Verwaltungsrates soll am 22. April stattfinden. Bei Warschau kam es zwischen der Belegschaft einer Metallfabrik und der Polizei zu schweren Zusammenstößen, bei denen mehrere Arbetter schwer verletzt wurden. * In Lissabon hat die Polizei viele politische Führer verhaftet, die in eine Verschwörung zum Sturz des gegenwärtigen Regimes verwickelt sein sollen. Unter den Verhafteten befinden sich der ehemalige portugiesische Ministerpräsident Cardozo, mehrere ehemalige Abgeordnete und Journalisten. Die indische Polizei durchsuchte die Räume des Nationalkongresses in Bombay und verhaftete den Sekretär. Die Inder haben vor dem Kongreß 32 große Pfannen zur Salzgewinnung aufgestellt. ziemlich tief liegt. Er beträgt zurzeit 78. Hierzu gibt das Reich einen verlorenen Zuschuß, der jetzt 14 Prozent beträgt und früher sich zwischen, 12—19 bewegte, so daß die Auszahlung doch zu 92.— bis 95.— Mark erfolgt. Für diese Zwecke sind vom Reich bisher etwa 9 Millionen Reichsmark als verlorene Zuschüsse gegeben worden. Dadurch ist die Ausgabe von rund 68 Millionen RM. erststelliger Hypotheken ermöglicht worden und mehreren tausend ostpreußischen Betrieben ist eine sehr wertvolle Hilfe gegeben. Es stehen nach an Zuschüssen für die Fortsetzung dieser Aktion nahezu drei Millionen RM. zur Verfügung, mit denen weiterhin die Ausgabe von über 20 Millionen erststelliger Hypotheken ermöglicht werden kann, sowie es der„Ostpreußtschen Landschaft“ gelingt, Pfandbriefe in diesem Umfange abzusetzen. Ebenso wichtig ist die Beschaffung zweitstelliger Hypotheken, für die bisher auf dem sehr knappen deutschen Geldmarkt Geld in nennenswertem Umfange nicht zu haben ist. Hier setzte nun die sogenannte „Umschuldungsaktion“ ein, durch die an Umschuldungshypotheken bisher für rund 4300 landwirtschaftliche Betriebe etwa 90 Millionen RM. bewilligt worden sind. Die Verzinsung dieses Kredites beträgt 7¼ Prozent, zu denen vom Jahre 1940 an noch ein Tilgungsbetrag von 1½ Prozent kommt. Diese 90 Millionen sind ausgebracht worden durch eine Anleihe der Landesbankzentrale in Höhe von etwa 30 Millionen RM. Die anderen 00 Millionen und noch weitere 10 Millionen sind urch Vorschüsse des Reichsfinanzministeriums gegeben worden oder mit einjähriger Rückzahlungspflicht des Reiches von der Preußtschen Zentralgenossenschaftskasse und der Rentenbankkreditanstalt. Man erstrebt, bei günstiger Geldmarktlage diese erheblichen Reichsvorschüsse durch eine Anleihe wieder abzudecken. Für die Umschuldung stehen jetzt noch knapp weitere 10 Millionen RM. zur Verfügung. Außerdem hat das Reich zur Erleichterung der Zins= und Tilgungsraten bei den Umschuldungskrediten noch 1½ Mill. RM. fährlich zur Verfügung gestellt. Für etwa ausfallende Umschuldungshypotheken haben das Reich und Preußen mit je 87½ Prozent und die Provinz mit 25 Prozent die Garantie übernommen. Für diese letzten 25 Prozent wird durch die Landesbank meist Rückbürgschaft bei einem beteiligten örtlichen Kreditinstitut genommen. Neben diesen Krediten sind an verlorenen Zuschüssen, die nicht rückzahlungs= und zinspflichtig sind, aus dem sogenannten Betriebserhaltungsfonds für Kursverluste, Vieh- und Wetterschäden an rund 13000 Betriebe 10½ Millionen RM. vergeben worden. Ein weiterer Betrag von zwei Millionen RM. steht dafür noch zur Verfügung. Hier muß eingeschaltet werden, daß auch für Siedler, die in früheren Jahren angesetzt worden sind, in den beiden letzten elder von den. Für die klein= und mittelbäuerlichen Betriebe ist eine besondere Kredithilfe geschaffen, die sogenannte Kleinbauerntredttattton. Diese Kredite, die in einer Gesamthöhe von 15 Millionen RM. vorgesehen sind, nachdem bereits 1928 dafür 6 Millionen RM. gegeben wurden, werden jetzt zu 4 Prozent verausgabt. Dieser billige Zinsfuß wird allerdings erst durch sehr namhafte Zinsverbilligungszuschüsse des Reiches ermöglicht. Die Kredite müssen nach drei abtragsfreten Jahren in 10 weiteren Jahresraten getilgt werden. Der Höchstbetrag eines solchen Kredites ist ausnahmsweise auf 10000 RM. bemessen. Es haben bisher rund 2000 kleinbäuerliche Betriebe solche Kredite erhalten mit einem Gesamtbetrage von 8½ Millionen RM. Außerdem sind noch 6½ Millionen RM Kredite in der Verteilung begriffen. Die Restmittel von 6 Millionen RM. müssen erst noch beschafft werden. An Pächter und Fischer sind entsprechende Kredite in Höhe von 4 bis 5 Mill. RM. zur Verteilung gelangt. Für weitere Hilfsmaßnahmen hat die Reichsregierung noch 3½ Millionen zur Verfügung gestellt zur Kreditregulterung und um durch Gewährung von Zuschüssen das Niederbrechen von Betrieben zu verhindern, die durch Haftverflechtungen und Bürgschaftsübernahme gefährdet sind. Als letzte Hilfsmöglichkeit sei noch erwähnt, daß an Neuerwerber zusätzliche Betriebskredite gegeben werden können, und zwar mit langer Frist und zu mäßigem Zinssatz. Dafür sind 2½ Millionen RM. vorgesehen. Der Preußische Staat hat die ostpreußische Hilfsaktion dadurch unterstützt, daß er der Provinz einen um 2 Millionen RM. erhöhten Betrag aus der Kraftfahrzeugsteuer überweist, die Ergänzungszuschüsse für die Volksschullasten um mehrere Millionen erhöht und die Grundvermögenssteuer durch Niederschlagung der 4. Jahresrate in Höhe von etwa 2 Millionen ermäßigt. Zur Erleichterung des Grundstücksmarktes sind von der Staatsregierung zum Ankauf von geeigneten Gütern als Staatsdomänen 4 Mill. RM. vorgesehen und zum Ankauf von Forstgelände 2 Millionen RM. Zusammenfassend darf wohl gesagt werden, daß sowohl vom Reich wie von Preußen im Rahmen des für sie finanziell Möglichen in den beiden letzten Jahren ganz erhebliche Beträge eingesetzt worden sind und noch aufgewandt werden sollen, um Ostpreußen alle nur mögliche Hilfe zu gewähren. Man daus darüber hinaus nach den letzten Vorgängen erwarten, daß diese Hilfsaktion fortgesetzt werden wird. Diese Opfer werden gebracht aus der Erkenntnis und dem Willen heraus, daß Ostpreußen deutsches Land war, ist und Sston urd SC HAATUN Ihampoon 30 A James Ensor Zu seinem 70. Geburtstag am 13. April Man weiß, sogar die talentiertesten Engländer trennt noch ein Meer von der Malerei— von der Genialität jener niederländischvlämischen Kunst, deren unabwendbare Wirklichkeit so tief ist, daß hinter ihr Metaphysik spukt. Der Anglo=Belgier James Ensor hat den realen und mystischen Rubicon: den trennenden Aermelkanal vor seiner Geburt überschritten. Ihm gehört die Welt der fleischhaften, sinnlichen Erscheinungen von Anbeginn ebensowohl wie der Geisterwelt. James Ensor, 1860 geboren, wuchs in Ostende auf. Am Meer. Am bittern, wilden Wintermeer der Fischer und Meertiere, an der zahmeren Sommersee des Kurplunders und der Lebeflundern. Im Laden seiner Mutter und Tante fand er Produkte fernöstlichen Kunstgewerbes. Gegen Ende der 70er Jahre suchte er die nahwestliche Kunstakademie von Brüssel heim, durchaus abstinent— was den dort gelehrten Normalkitsch anlangt. Schon seine ältesten Zeichnungen und Bilder waren ein Protest gegen Beschränktheit der Lehrer und Bürger, sowie ihre Zusammenfassung und Synthese: die engstirnigste Kritik. Seine ersten Arbeiten sprachen deutlich„odl profanum vulHeerwürmer, Maskenzüge, geheimntsvoller Städte, unterweltlicher Tänze und Erntefeste des grinsenden Todes. In eines Pandämoniums tausend Verzerrungen, Wahnideen, Karikaturen, Grimassen, lionardesken Fratzen offenbart sich ein Zeichner des Todes, ein Maler des rasch verwesenden Lebens. Er ist ein Musikus der unheimlichen Stille, der Meeresstille, der von Geräuschen das seine Geriesel des Sandes, der Sanduhr, des ewig die Dünen bekämpfenden Windes zuerst und zutiefst empfindet. Seine Stilleben sind TodLeben der einsamen Landschaften seiner Seele. ist ein Metster des Zwielichts, der Menschendämmerung. Manchmal zerflatternd wie Turner, manchmal äthertsch=ästhetelnd, manchmal eine Vorliebe für Rubens=Hintern austobend. Das blutige Geschwisterpaar Wollust und Tod spiegelt sich ihm in Panoramen von Masken und Skeletten, in Gespensterklubs. Mit und hinter allen Masken zeigt dieser erbitterte Moralist ein Proteuswesen, das sich nie verbergen, nie verleugnen kann: Gemeinheit, die orgiastischen Mordinstinkte der Menge. Er flieht gern vom Leben zur Starrheit. Die eindeutige Maske und das eindeutige Skelett: die automatische Puppe ist ihm lieber als der unerziehbare, zweidentig lauernde Massenmensch. Die Lyrik und Epik seiner Graphik und Bilder reizt, zum Philosophieren. In der mus, der sich oft schon in der Namengebung ankündigt. So wenn bei hm Jesus von den Teufeln Dzitts und Hihanox in die Hölle geleitet wird. Ensor ist ein aktuellen und architektonischen Scherzen nicht abgeneigter Graphiker allerersten Ranges, ein Darsteller seltenen Formats, ein revoltierender Menschenkenner, ein großer Maler des Meeres, der Erde, des Himmels und der Hölle. Albert Ehrenstein gus“, zu deutsch: ich hasse das populäre Publi= Weltliteratur sind seinesgleichen realtstische kum— und er machte sich lustig über diese armen Nichtritter von der traurigsten Gestalt. Dem allzu scharf Sehenden wird das dumm und ungeschickt Vegetierende leicht zum Pöbel. Man vergalt Ensor seinen Grimm gegen Reaktion und Roheit jeder Art mit Skandalen, Boykott, der zu spät der Anerkennung. dem Erfolg, dem Ruhm wich... g Auffällig ist des Zeichners Ensor Vorliebe für Skelette, sein Hang, bei Bäumen, Schiffen, Menschen das Skelett zu sehen. Der Lauk wald ist ihm eine hinfällige Versammlung entblätterter Bäume, der Mensch eine hinfällige Sammlung verfliegender Träume. Er ist ein Astischer Zeichner grotesker Schlachten, hat schon das chinesisch=japanische System der Ideogramme! Die Mehrzahl der Schriftzeichen hat für den östlichen Leser diesen anschaulichen Bildcharakter. Das stimmt so sehr, daß der geübte Leser den Sinn eines ihm noch nicht vertrauten Zeichens einzig durch Betrachtung von dessen Teilen erraten kann. Auch der Lautwert des Zeichens kann oft auf dieselbe Weise bildlich bestimmt sein. 2. Man wird wohl allgemein zugeben, daß die chinesischen Schriftzeichen künstlerisch allen anderen überlegen sind. Das Studium der Kalligraphie ist schon an sich eine Uebung im Kunstgenuß, sie bildet den Sinn für Formen und Verhältnisse. Im Zeichnen und Malen übertrifft ein japanisches Schulmädchen einen erwachsenen Durchschnittseuropäer. 3. An Kürze und Präzision hat geschriebenes Japanisch nicht seinesgleichen. Seine Symbole wirken, zur geschriebenen Seite zusammengefügt, so unmittelbar und kräftig wie keine andere Schrift. Die japanische Ueber## einer englischen Textseite ist um ein 7 süm.er alg.# Original. Mit dem gePhantasten— etwa Rabelats, Swift, Poe, Baudelaire, E. T. A. Hoffmann; am nächsten käme ihm eine verseinerte, gesteigerte Mischung aus Meyrink und Lemonnier. Wie Hieronymus Bosch, Pieter Breughel, Callot, Hogarth und Goya diesem Meister verwandte Meister waren, so lernten sichtbar von ihm Alfred Kubin, George Grosz und Otto Olr. Historie belebt Ensor gern durch barocken Sarkasmus. Er lätzt berühmte persische Sanitätsräte den Stuhlgang des Königs Darius nach der verlorenen Schlacht von Arbela untersuchen; biblischeren Themen weiht er einen manchmal satirisch bluffenden RealtsJapaner sie vor eineinhalb Jahrtausenden gelernt haben!"„Romast“, das Schreiben des Japanischen mit lateinischen Schriftzeichen, könne, meinte er, nur schädlich sein. Sieben Gründe führte der Gelehrte für seine kühne Ansicht ins Feld. 1. Die chinesischen Ideogramme(Vorstellungszeichen) sind infolge ihrer symbolischen Natur die ausdrucksvollsten Zeichen, die jemals für die Mitteilungen unter Menschen erfunden wurden. Wo immer man in der Welt den Hund vor dem Trichter sitzen sieht, muß man sofort ans Grammophon denken. Nun stelle man sich vor, daß diese Zeichnung durch allgemeines Uebereinkommen zum gedruckten Zeichen für das Wort Grammophon geworden set. Ebenso könnte der von einem Sternenkreis umgebene Berg, die Schutzmarke einer berühmten Filmproduktion, das Wort Film bedeuten. Man setze diesen Prozeßz fort, bis allen Worten ihr Symbol zugeordnet ist, das die auszubrückende Idee zeichnerisch festhält, und man un uudg uum vur: Iurz—„IZi“ lselbst), Die sieben Vorzüge der chinesischen Schrift (United Preß) In Tokio ist eine heftige Diskussion entbrannt darüber, ob nach der Türkei und manchen anderen Ländern nicht auch Japan seine Schriftzeichen durch lateinische ersetzen solle. Ein japanischer Philologe griff ein und meinte: „Im Gegenteil.„Die anderen Völker sollten setzung einer englischen Textseite ist um e die lateinische Schrift aufgeben und endlich die Dritter rurger als das Brigmat, mit dem gechinesischen Schriftzeichen lernen, wie wir sprochenen Japanisch steht es anders, aber seine Fehler sind dem geschriebenen nicht eigen. Die chinesischen Ideogramme eignen sich erstaunlich gut für wissenschaftliche Zwecke, hier sind sie einfach unübertroffen. Ja, ihre einzige Schwäche mag gerade in ihrer allzu großen Genauigkeit liegen, in ihrer kalten Schärfe, ihrer ängstlichen Uebernüanciertheit; aber dieser Nachteil wird durch histortsche und literarische Ideenverbindungen, die dem Ideogramm wieder Blut und Lebenswärme geben, zum Teil aufWäre etwa die englische Sprache in die kritische Lage gekommen, vor die sich die japanische 1868 beim Beginn der modernen Aera gestellt sah, so würde sie entweder Worte aus lebenden fremden Sprachen übernommen oder das Lateintsche und Griechtsche geplündert haben. Durch keine der beiden Methoden sind Vokabeln zu gewinnen, die der Mann auf der Straße sofort und ohne weiteres versteht. Aber das japanische Wort für Automobil,„Jtdosha“, dos auch aus drei Zeichen,„Ni“(selbst),„##“ Freitag, 11. April 1930 Westsältsche fleueste Nachrichten Nr. 86 Seite 3 Wirth und Schiele vor dem Reichsrat Reichsrat stellte sich am Donnerstag Herr Wirth als neuer Reichsinnenminister vor. Unter den Vorlagen, mit denen sich der Reichsrat am Donnerstag beschäftigte, war die wichtigste das Gesetz über die Pauschalierung der Verwaltungskostenbeiträge. Die Betriebe des Reiches, der Reichspost und der Reichsbahn sind verpflichtet, an die Gemeinden, in denen ihre Arbeiter wohnen, einen Verwaltungskostenbeitrag zu zahlen, da die Gemeinden von diesen Betrieben Gewerbesteuern nicht erheben können. Jetzt erst kann das Pauschalterungsgesetz geschaffen werden, das die Verteilung der Pauschalbeträge regelt. Die Reichsbahn zahlt für 1925 bis 1928 je und vom 1. April 1929 an je 5 Miutonen im Jahr. Die Zuschüsse der Reichspost betragen bis 1927 je.2, von 1928 an je 3 Millionen. Gegen die Stimme Thüringens nahm der Reichsrat das Gesetz an. Ferner nahm der Reichsrat eine Novelle zum Gerichtsverfassungsgesetz an, die die Berusungssumme in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten von 50 auf 200 Mark erhöht. Die Ausschüsse des Reichsrats hatten eine 100Mark=Grenze gewünscht, auf Antrag Preußens wurde jedoch mit knapper Mehrheit die Regierungsvorlage wieder hergestellt. Dann hielt Reichsernährungsminister Schiele in nicht öffentlicher Sitzung dem Reichsrat einen Vortrag über sein Agrarprogramm. Das Arbeitslosenkompromiß abgelehnt Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstages beschäftigte sich am Donnerstag mit dem Regierungsentwurf über die Sanierung der Arbeitslosenversicherung. Von allen hinter der Regierung stehenden Parteien wurde ein Kompromißantrag eingebracht, der dem schon in der vorigen Regierung mit Ausnahme der Sozialdemokraten zustandegekommenen Kompromiß entspricht. Nach längerer Debatte wurde der Kompromißantrag der Regierungsparteten mit 12 gegen 12 Stimmen bei Stimmenthaltung der Deutschnationalen abgelehnt. Dagegen hatten die Sozialdemokraten und die Kommunisten gestimmt. Mit allen gegen neun sozialdemokratische Stimmen wurde dann auch die ursprüngliche Regierungsvorlage abgelehnt. Wie verlautet, wird sich der Fehlbetrag für 1980 um 58 Millionen RM. steigern, da damit gerechnet werden muß, daß die notwendigen Steuern jetzt erst vom 1. Mai statt, wie ursprünglich vorgesehen wurde, zum 1. April fließen. Für diesen Ausfall von 53 Millionen muß eine neue Deckung gesucht werden. Schadenersatzklage der Gefrierfleischimporteure? Berlin, 10. 4. Angesichts der geplanten Verhinderung der Einfuhr von Gefrierfleisch weist der Fachausschuß für Fleischversorgung als Organ der an der Schlachtvieh=, Fleisch= und Fetteinfuhr beteiligten Zentralverbände darauf hin, daß durch eine im Reichsgesetzblatt enthaltene Verordnung vom 2. November 1923 die Einfuhr von Gefrierfleisch mindestens bis zum 31. Deiber 1933 nicht verhindert werden darf. Auf Grund dieser Bestimmung haben sich die an der Gefrierfleischeinfuhr beteiligten Schifffahrts=, Industrie= und Handelskreise veranlaßt gesehen, größere Kapitalien anzulegen, um eine reibungslose und hygienisch einwandfreie Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Wenn nun 2¾ Jahre vor dem in Aussicht genommenen Termin die Einfuhr von Gefrierfleisch unmöglich gemacht wird, so soll, wie die „Bossische Zeitung" berichtet, für die den beteiligten Kreisen entstehenden Schäden das Resch hafthar gemacht werden Die Heekonserenz vor dem Abschluß üeberganges zum lateinischen, KIs=e. Die Ein Fünfmächteund ein Dreimächte=Abkommen London, 10. 4.(Tel.) Man will die Seeabrüstungskonferenz vor Ostern abschließen. Anfang nächster Woche soll in einer Vollsitzung der Konferenz festgestellt werden, über welche Punkte alle fünf Mächte— Großbritannien, Amerika, Japan, —. Frankreich, Italien— einig geworden sind. an! Diese Vollsitzung wird das Ende der Konferenz bedeuten. Die Besprechungen zwischen den drei europätschen Mächten— Großbritannien, Frankreich, Italien— sollen je* doch später fortgesetzt werden. Im Untersuchungsausschuß des Preußi=] Im britischen Unterhause teilte am Donen Kandtaga für die Mitmirtschaft in## Bremierminister Ma-### breich Gastoul gemacht werven. Höhe der Schadenersatzansprüche wird viele Millionen geschätzt. Berliner Mißwirtschaft Im Untersuchungsausschuß des Preußischen Sunotugp zur vie„Mißwirtschaft in der Berliner Stadtverwaltung“ wurde am Donnerstag der Grundstückshändler Wulschner vernommen. Er hatte 1925 den Auftrag nerstag abeno Premermialster Macmo nald mit, daß am Donnerstag vormittag ein endau Abkommen zwischen den endgültiges Abkommen, zwischr# hatte 1925 den Auftrag Vereinigten Staaten, Japan und Großvrnanerhalten, Berlin das Rittergut Marienfelde inten über ein Marineprogramm erreicht woranzubieten, versuchte es erst auf direktem Wege den sei, daß alle Schiffsarten, umfaßt. Verund ging, als das Grundstücksdezernat„AU schiedene strittige Punkte, die seit Beginn der teuer“, sagte, zu Felix Günther, dem Ver= Kanferenz von deit zu Zeit den Fortschritt auf trauensmann Buschs,„von dem es hieß, er wisse am besten, wie man mit Berlin Grundstücksgeschäfte zu verhandeln habe“. Günther sei auch berett gewesen, habe aber bis zu 5000 RM. für den Wahlsonds der Wirtschaftspartei verlangt und 200000 RM. Provision, also rund 7 Prozent, während damals 8 Prozent üblich gewesen seien. Je weniger man knausere, um so eher werde der Ankauf perfekt, habe Günther gesagt. Die Verquickung mit der Wirtschaftspartei hätte aber er, Wulschner, abgelehnt, womit auch dieser Weg verschlossen war. Nun habe er sich direkt an Busch gewandt. Der habe die Verhandlungen hinausgezögert. Zur Geldhergabe an die Wirtschaftspartei sei es dann nicht gekommen. Dagegen sei ihm von dritter Seite gesagt worden, daß im Zusammenhang mit dem Ankauf des Flugplatzes Johannistal durch Berlin 70·000 Mk. von den Provisionen für den Stadtrat Busch„abgezweigt“ seien, während weitere 50000 Mk. in den Sportfonds des Oberbürgermeisters Böß geflossen sein sollen. schiedene strittige Punrte, die seit Beginn Konserenz von Zen zu Zeu den Fortschritt auf dem Wege zur Abrüstung behinderten, seten geregelt worden. Die Unterschiede in den Marinebedürfnissen Frankreichs und hätten sich als zu verwickelt erwiesen und seien bisher nicht gelöst worden. Es werde daher auf der nächsten Vollsitzung vorgeschlagen, daß die jetzt erreichten Vereinbarungen unterzeichnet werden und daß die Konferenz vertagt werde unter der Voraussetzung, daß Frankreich, Italien und England ihre Bemühungen fortsetzen werden, um zu einer Vereinbarung zu gelangen, die im Einklang stehe mit der Vereinbarung, die zwischen den Vereinigten Staaten, Japan und England selbst erreicht worden sei. Abessinien nach dem Tode der Kaiserin London, 11. 4.(Tel.) Ueber die Ereignisse in Abessinien meldet Prinzen Leopold der Berichterstatter der„Times“ in Addis Der Rechtsvertreter des Pringen####olt, Abeba: von Preußen bekundete, Berlin hätte Düppe:] Die Kaiserin Zaoditu, die am 2. April geum 1,6 Millionen billiger kaufen können, storben war, wurde noch am Abend desselben wenn nicht der Vermittler Hiller dazwischen Tages im Grabe ihres Vaters Menelik II. in geschoben worden wäre. Direkte Hilfer sgate aller Stille beigesetzt. Der Abuna(Patriarch) den habe aber Busch abgesehnt, Hzign an und die Bischöfe kamen am anderen Morgen aus, er habe Reinverdienst eine matuton an““ mumen und erörterten die Frage der Wah. hinaus gehahten van der Stadt auch hezahlten des neuen Kaisers. Später erschten###as Tafart in der Versammlung. Der abuna gab ihm bekannt, daß er zum Kaiser gewählt worden sei. Am folgenden Tage, dem 4. April, beglückwünschte das diplomatische Korps den neuen Kaiser. Nach äthiopischem Brauch wird die Krönung keinesfalls vor Ablauf von 40 Tagen, d. i. die Trauerzeit für die verstorbene Kaiserin, stattfinden. Ferner muß auch das Ende der Regenzeit abgewartet werden. Der einflußreichste der abessinischen Fürsten, Ras Hailu von Godscham, ist unterwegs, um König Tafari als Kaiser anzuerkennen. Ein Alphabet ruiniert Zeilungen Die türkische Regierung muß die Presse stützen Konstantinopel(United Preß) Mustafa Kemals Regierung hat beschlossen, der ganzen türkischen Presse drei Jahre lang Beihilfen zu geben. Diese Maßnahme war notwendig, sonst wären die letzten türkischen Zettungen finanziell zusammengebrochen. Der Entschluß der Regterung soll die Zeitungen bet erlitten haben. Da wurden mit einem Schlage Tausende Tonnen Lettern wertlos. Innerhalb einer Woche waren die Redaktionen des Landes in Elementarschulen umgewandelt. Die Verleger, Redakteure, Setzer, Korrektoren, Schreiber und Botenjungen studierten das neue, lateinische Alphabet. Sie lernten es schnell, aber es bedurfte immerhin einer gewissen Zeit......... Das Publikum, für oas die Zeitungen gemacht werden, lernte nicht so schnell. Die Zettungen erschienen im neuen Gewande. Aber die Menschen konnten sie noch nicht Im ersten Monate ihrer Latinisierung schrumpfte die tägliche Auflage einer Konstantinopler Zeitung, die vor kurzem noch ganz beträchtlich gewesen war, auf 400 zusammen. Andere türktsche Zeitungen hatten ähnliche Verluste. Einige gingen ganz ein. Das Publikum zeigte sich auch weiterhin säumig beim Lernen und die Zeitungen begannen zu fühlen, daß sie die Last des täglichen Erscheinens in einer Zeit, da die ganze Nation noch zur Schule geht, aus eigenem nicht würden tragen können. In drei Jahren, so hofft man, werden Zeitungen und Leser einander wieder finden. ** Boxen Boxkampf Osnabrück— Herford Am heutigen Freitag wird die Rückverpflichtung des Klubkampfes A. B. C. Osnabrück gegen den Boxsportverein Herford in der Stadthalle in Osnabrück ausgetragen. Die Osnabrücker stellen diesmal mit dem Nordwestdeutschen Meister Ahring und den Kreismeistern Klute und Mellmer eine bedeutend stärkere Mannschaft und Wahrscheinlichkeit nach dieses Mal den Klubkampf sicher gewinnen. ba. Kleine Notizen Die 144= Stunden=Fahrt aus dem Nürburgring steht z. Zt. noch 39 Fahrer im Wettbewerb. Da fast alle Maschinen fehlerfrei über den Kurs kamen, gab es wenig Strafpunkte. Am Morgen des Donnerstag schieden eine Horex= und eine Viktoria=Maschine aus. hinaus gehabien, von der Stadt auch bezahlten Unkosten seien auch für den Kunstfonds Böß' 30000 Mk. gewesen, die Busch verlangt habe. Politische Literatur Der Voungplan, Inhalt und Wirkung, gemeinverständlich dargestellt von Dr. Hans Gestrich. Verlag von Philipp Reclam jun., Leipzig.— Ein Büchlein, das jeder lesen sollte, der sich in öffentlichen Dingen ein eigenes Urteil bilden will. Die läuterungen zum Youngplan sind, nach Stichproben zu urteilen, zutreffend und gemeinverständlich. Die Deutsch=Französische Rundschau bringt im Aprilheft mehrere Betrachtungen über den Young= plan, französischen Milttarismus und Katholizis= mus.(Verlag: Dr. Walther Rothschild, BerlinGrunewald.) Die Europäische Revue(Verlag Berlin Se9 68) bringt im Aprilheft einen geistvollen Aussatz von Karl Anton Prinz Rohan über„Führertum“. Ferner u. a, Rudolf Kaßner:„Die Mitte“, Francis Delaise:„Die beiden Europa“. Arbeitsschnlung, das Heft des Deutchezg##or; Zeitungen finanziell zusammengebroch titee für techwische Arb süber„Boglazschule und Enrschtuß per Rlegietung gon vir Hentungen Im Tennisländerkampf Südfrankreich gegen Süddeutschland wurde die Deutschen glatt mit:2 Siegen geschlagen. Pferdesport Rennen auf der Minderheide Als nächste reitsportliche Veranstaltungen sind vom Minden= Ravensberger=Reiterverein ein Rennen am 4. Mai und ein Turnier am 1. Juni vorgesehen. Beide Veranstaltungen finden auf der Minderheide statt. Die Ausschreibungen sehen sieben Rennen vor. Ein Hürdenrennen, drei Flachrennen, drei Jagdrennen. Die Herbstrennen finden voraussichtlich im September statt. p. Zum Rennen in Quelle Es gehört zu der Tradition des Ravensberger Rennvereins, die Rennsaison in Bielefeld am Östermontag zu eröffnen. Es kommen am Ostermontag insgesamt sieben Rennen zum Lauf, und zwar drei Flachrennen und vier Hindernisrennen; unter anderem werden auch ein Verkaufsrennen sowie zwei Rennen der Klasse B gelaufen, so daß ein guter, abwechslungsreicher Sport zu erwarten ist. Selbstverständlich Totalisator auf allen Plätzen. Da mit starkem Andrang zu rechnen ist, halten wir es für geboten, schon jetzt die Kartenbestellungen den bekannten Vorverkaufsstellen: Städt. Verkehrsamt, Zigarrengeschäft Hüttemann, Reisebüro Kisker, Wettannahmestelle des Ravensberger Rennvereins aufzugeben. (Bewegung),„sha“(Fahrzeug) besteht, ist ein kurzes, sich selbst erklärendes Wort. Jeder kennt jene drei Zeichen, jeder versteht auch, was„Jidosha“ sagen will. Das macht: die chinesischen Ideogramme sind unendlich anpassungsfähig. Meldet sich das Bedürfnis nach einem neuen Wort, mag es nun konkret oder abstrakt sein, bietet sich sofort eine neue Kombination von Ideogrammen dar, die auch das Auge des Uneingeweihten zur gewünschten Bedeutung führt. Keine noch so fremde oder abseits liegende Idee, die nicht durch eine rasche Kombination von Ideogrammen wiedergegeben werden könnte. 5. Man hört oft, die japanische Schrift sei schwer zu erlernen. Aber gerade diese Schwierigkeit führt zu einem ausgezeichneten Gedächtnistraining. Ortentalen können Gedrucktes schneller auswendig lernen als die Menschen des Abendlandes. Und was die Schwierigkeit des Erlernens der japanischen Schrift anlangt, muß auf die Tatsache hingewiesen werden, daß es in Japan weniger Analphabeten gibt als in den meisten anderen Ländern. 6. Gewiß, die Ideogramme können nicht so leicht erlernt werden wie das Alphabet. Aber der Morgenländer, der unter Ideogrammen aufwächst, lernt sie leichter als etwa die englische Rechtschreibung. Man hört oft, Japaner beherrschten ihre eigene Sprache nicht und vergäßen bald, wie sie richtig zu schreiben sei. Das wäre ein schwerwiegender Einwand gegen die Ideogramme, wenn er nicht auch gegen die englische Rechtschreibung erhoben„werden könnte. Wenige englisch sprechende Personen können eine Seite Englisch schreiben, ohne einen orthographischen Fehler zu machen. 7. Das chinesische Ideogramm hat schon heute eine beinahe untversale Verbreitung. Viele Leute, die über den Vorschlag, eine europätsche Sprache mit chinestschen Schriftzeichen zu schreiben, herzlich lachen würden, haben sich nicht klar gemacht, daß diese Ideogramme das Mittel schriftlicher Mitteilungen für mehr Völker sind als die lateintschen Schriftzeichen Und die Sprachen, welche diese Völker mittels der chtnesischen Ibeogramme strieren, weichen mehr voneinander ab als das Japantsche vom Englischen. Was im 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. in Japan tastend und unsystematisch geschah, nämlich die Anwendung der chinesischen Schriftzeichen auf die eigene Sprache, das könnte und sollte heute in den westlichen Ländern zielbewußt und systematisch geschehen und dabei sollten die Fehler, die beim Japanischen gemacht wurden, vermieden werden!— Diese Gedanken mögen uns Europäer zunächst sonderbar anmuten, der Laie mag sie als fernöstliche Anmaßung empfinden, es kann aber gewiß nicht schaden, wenn man einmal unvoreingenommen über Vorzüge und Nachteile unserer Schrift nachdenkt. Die Frage einer prinziptellen Wandlung unserer Schrift ist ein durchaus ernst zu nehmendes Problem Experimente mit dem Glück Alljährlich muß vor zahllosen Gerichten entschieden werden, wer um das Glück hat. Es ist verboten, wie man weiß, nur um den Glücksspieler vor Ausbeutung zu schützen. Da aber die Ausübung des Spiels ebenso reizvoll wie seine Veranstaltung für den Unternehmer verdienstvoll ist, so muß immer wieder vor Gericht behauptet werden:„Aber nein, es ist gar kein Glücksspiel, sondern ein Geschicklichkeitssptel, denn die Spieler, die eintverzroßer Wazteisge ind, Geschiglichteite Das veroient. Was ist nun Geschialichkeit? Das Gericht muß entscheiden: Ein wie hoher Prozentsatz Menschen besitzt die zum Gewinnen erforderlichen seelisch=körperlichen EigenHer bat sch nun experimental=psychologischer Methoden gezeigt. An den vielen bunten, für 10 Rennen und Krieg einladenden Apparaten, die uns allen aus ländlichen von der Kirchweih her mit großen Reiben von Versugezzlanen bis 30 Stüch tüchtig geatr. Zubertus geschossen mit dem Automn.—ru4—. jagd“, die Kugel gestoßen beim Barellospiel und versucht, das 10=Pfg.=Stück in das Henkeltöpfchen zu schleudern oder es mit demselben aufzufangen, damit 30—40 Pfg. Gewinn dabei herausspringen möge. Denn es kommt auch bei diesen Spielen weniger auf das Glück an als auf die Fähigkeit, auf einen bestimmten Reiz blitzschnell zu reagieren. Nur, wieviele Menschen können so schnell reagieren? ist die Frage. Dabei zeigt sich nun, daß das Barellospiel (mit der Kugel einen bestimmten Sektor einer sich drehenden Scheibe treffen) tatsächlich ein Geschicklichkeitsspiel ist, bei dem die Mehrzahl der Menschen Chancen haben und die Unternehmer und Bankhalter sogar gelegentlich verlieren. Bei der Hubertus=Fuchsjagd werden allerdings so schwere Forderungen an die Geschicklichkeit gestellt, daß nur fünf Prozent aller Menschen„Glück“ damit haben werden. Und Henkeltöpschen ist vollends ein reines Glücks= oder richtiger Unglücksspiel, weil man auf die Dauer immer damit reinfallen wird Und wenn gerade ein Experimental=Psychologe in der Nähe ist, wird man sogar mit großer Genauigkeit die Höhe des künftigen Spielverlustes berechnen können, nachdem er vorher den Grad der Fähigkeit, besonders der Reaktionsfähigkeit festgestellt hat. Glück und Unglück sind berechnet worberz,#. gogien Wolf aufgeführt, wobei es zu ernstlichen Störungen kam. Die Vorstellung mußte wiederholt unterbrochen werden. Die Schutzpolizei entfernte mehrere Ruhestörer, worauf das Stück zu Ende gespielt wurde. Professer Dier gestorden. Pros. Dr. h. c. Adolf Dirr, der Hauptkonservator am Münchener Museum für Völkerkunde, der sich einer schweren Operation unterziehen mußte, ist in Passau gestorben. Theaterskandele in Leipzig und Danzig. Zu wüsten Radauszenen infolge von nationalsotzaltstischen Angrissen führte in der Leipziger Stadtverordnetenversammlung eine Debatte über Bernhard Blumes Sacco=Vanzetti=Drama„Im Namen des Volkes!“ Mit 38 gegen 32 Stimmen ging schließlich ein Antrag durch, das auf geschlossene Vorstellungen beschränkte Werk wieder in den allgemeinen Spielplan aufzunehmen. In Danzig wurde durch eine Berliner Schauspielertuppe das Stück„Zyankalt“ von Friedrich Anekdoten Die Wette Einer der bekanntesten deutschen Dramenhelden erhielt neulich ein sehr verdächtig dickes Paket mit der Post. Böses ahnend öffnete er die geheimnisvolle Sendung, und in in der Tat fand er im Innern ein etwa vierhundert Seiten starkes„klassisches". Drama eines unbekannten Titanen mit dem Begleitschreiben vor:„Wetten wir um 20 Mark, verehrter Meister, daß Sie das anliegende Werk nicht lesen werden!“ Eine Stunde später erhielt der witzige Verfasser sein Stück mit einer Visitenkarte des Künstlers durch Eilboten zurück, eingehüllt in einen funkelnagelneuen— Zwanzigmarkschein. Auf der Visitenkarte stand zu lesen:„Sie haben die vorgeschlagene Wette gewonnen!“ „Küssen ist keine Sünd In Neubabelsberg wird im Tonfilmatelier der neueste Film gedreht. Der Spielleiter ist mit der Leistung einer vor kurzem zum Star aufgerückten Anfängerin in höchstem Grade unzufrieden. In der Szene, wo die kleine Frau einen stürmischen Liebhaber energisch abweisen sollte, versagt eigentümlicherweise die mimische Kunst der neuentdeckten Schönen, die sich sonst recht gut bewährt. Die Aufnahme will und will nicht gelingen; die Abweisung des frechen Kavaliers wirkt nicht gecht".„So etwas Gekünsteltes habe ich noch niemals im Leben gesehen,“ ruft der Regisseur nach etlichen mißlungenen Versuchen verzweiselt aus.„Haben Sie sich denn noch kein einziges Mal dagegen gesträubt, wenn ein Mann Sie küssen wollte?" Mit züchtigen, verschämten Wangen erwiderte die neugebackene Primadonna kaum hörbar:„Nein!“ 21 Ein Complet von graße: Schönheit, Mantel u. Rock gen gebitter 913 SI Entzückene Elegenter Der fesche Jugendl. Trikot-CharFrühjahrs Frühjahrs Capes-Mantel weuse-loie Mentel Nestüer aus apartem ang in aparter Glokin apartem Glok lo der beliebten Stoff. besonden kenschnitt.seit„ kenform, 2farbig Sakkoform mit hübsch ansgeführt verarbelt. mi icher Pelz Garnit Fresseneinfassung Jo acke, nur " sanz auf-Seide 80. gans auf.-Seide### P ganz auf-Seide BIELEPLESE 11. April 1930 „ egee ecch. Nr. 86 Zweites Blatt Beiehelder Generol=Anzeiger Der Tagin Bieleseld Das gesunde Bielefeld Die gesündesten Städte und Städtchen Die Sterblichkeit ist jetzt aus den kleinsten deutschen Orten von 15000 Einwohnern an vom Dezember zusammengestellt. Verhältnismäßig am geringsten war sie in Tübingen mit 4,8 auf 1000 Ortsansässige. Es folgen Oelsnitz i. V. und Tuttlingen mit 4,/8, Bielefeld 5,0, Peine und Wilhelmshaven 5,2, Soest und Wiesdorf 5,4, Landau, Marl, Reichenbach i. B. und Worms.5, Herford und Kötzschenbroda 5,6, Nowawes 5,7, Auerbach i.., Meiningen und Wismar 5,9, Gütersloh und Rüstringen 6,1, Heidenau, Hilden, Küstrin und Oer=Erkenschwick 6,2, Pirmasens 6,4, Bergedorf, Feuerbach, Homburg v. d.., Mikultschütz, Oelsnitz i.., Rheine und Weißenfels 6/5, Ratingen, Suhl und Zuffenhausen 6,6, Rheinhausen und Wesermünde 6,8, Düren 6,9, Jena 7,0, Neuruppin 7,1, Luckenwalde, Sagan und Schwelm 7,2, Altena, Bergisch=Gladbach, Falkenstein i.., Gummersbach, Heilbronn, Herten, Weinheim und Wermelskirchen 7,4, Emden, Remscheid und Viersen 7,5, Göttingen 7,6 usw. Die Eigenheimbewegung Vortrag im Eigenheimbund Niedersachsen Das derdien der Vleirfeider! Von.20 bis 19 RM. Tagesverdienst Im dicht besetzten Saale des neuen Altstädter Gemeindehauses gab die Ortsgruppe Bielefeld des Eigenheimbundes Nie dersachsen durch das Vorstandsmitglied des Bundes, Ingenieur Schneider(Hannover) am Mittwoch einen Aufklärungs=Vortrag, der veranlaßt wurde durch die gegen den Eigenheimbund erhobenen Angriffe von verschiedenen Seiten. Eine der Hauptstreit=Fragen, so sagt der Redner, in der Bau=Sparbewegung ist die des offenen oder geschlossenen Sparerkreises. Die Frage nach dem Ersten und Letzten, so sagte der Referent, hat aber nur Berechtigung beim geschlossenen Sparerkreis. Beim offenen Sparerkreis dagegen treten nur Letzte auf, wenn die Bausparkasse in Liquivation eintritt. Berufene Mathematiker behaupten, daß die Wartezeit im offenen Sparerkreis nur etwa ½ von der im geschlossenen Kreise beträgt. Beim Tarif der Landes=Bausparkasse kann wegen des geschlossenen Sparerkreises und des Auslosungs=Systems nach einem Vierteljahr oder nach 9 oder gar erst nach 18 Jahren zugeteilt werden. Für die in diesem Jahre Eintretenden kann eine Wartezeit von höchstens 4 Jahren gerechnet werden; für die späteren Jahre ist bei prozentual vermindertem Zugang mit einer Verlängerung zu rechnen, und zwar bei 10prozentigem Zugang 12 Jahre, welche Zeit aber wieder erheblich abgekürzt werden kann durch Mehrleistung und die neue eingeführte Sparhilfe. In der Bau=Abteilung ergeben sich etwas längere Wartezeiten, nämlich 4 Jahre bei 100prozentigem Zugang, 7 Jahre bei 50 Prozent, 11 Jahre bei 20 Prozent, 17 Jahre bei 10 Prozent. Diese Zeiten können auch durch Mehrleistung abgekürzt werden. Der Vortragende betonte weiter, daß die Landes=Bausparkasse den privaten Bausparkassen gegenüber größere Sicherheiten bieten will, die aber keineswegs beständen. Beim Eigenheimbund Niedersachsen ist die Sicherheit gegeben durch Eintragung erststelliger Hypotheken, durch eine hohe Haftpflichtsumme aller derjenigen, die ein Darlehen bekommen haben durch Sparkonten bei der Zentralbank nordwestdeutscher Genossenschaften, durch ständige Revisionen, durch die Zinsfreiheit, wodurch höhere Verkaufswerte erzielt werden, durch die Unkündbarkeit des Darlehns auf beiden Seiten usw. * Schiedsspruch im Maßschneidergewerbe Von dem von den Streitparteten im Maßschneidergewerbe gewählten unparteiischen Kollegium wurde nach 13stündiger Verhandlung ein Schiedsspruch gefällt, der die Arbeitszeitverschlechterungen des Braunschweiger Schiedsspruchs beseitigt und die Löhne um zwei bezw. einen Pfennig erhöht. Der Schiedsspruch soll bis zum 1. März 1931 gelten. Die Parteien haben sich bis zum Sonnabend, 12.., über die Annahme des Schiedsspruchs zu entscheiden. Sonntagsverkauf vor Ostern Wie im Vorjahre so ist auch jetzt wieder der letzte Sonntag vor Ostern für den Geschäftsbetrieb in den offenen Verkaufsstellen der Stadt Bielefeld für die Zeit von 11½ bis 18 Uhr freigegeben. Die Geschäfte sind an sem Tage bereits um 17¾ Uhr zu schließen. Die Ausbedienung der nach 17¾ Uhr im Geschäft befindlichen Kundschaft muß bis 18 Uhr Ausschlaggebend für die Beurteilung aller politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme der Gegenwart des deutschen Volkes ist die Antwort auf die Frage: Was verdient der deutsche Mensch? Was erhält der Berufstätige für seine Leistungen? Von der Beantwortung dieser Frage macht der Staat die Gestaltung seines Haushalts abhängig, und der einzelne muß davon die Art seiner Lebensführung abhängig machen. So dreht sich im öffentlichen wie im privaten Leben alles um die Frage: Was verdiene ich? Bei der ungeheuren Bedeutung dieser Frage sind daher die Ergebnisse der im Auftrag der Reichsregierung durchgeführten Erhebungen über die Ortslöhne und die Einkommen der verschiedenen Berufsgruppen sehr wertvoll. Das Material der Oberversicherungsämter und die Ergebnisse der Einkommensteuerveranlagung bot die Grundlagen. Die ersten Ergebnisse der Erhebung liegen jetzt vor. Ortslohn eines Bielefelder Tagearbeiters: .20 Zunächst liegt eine Zusammenstellung der zurzeit geltenden Ortslöhne vor. Die Erhebung wurde am 1. September 1929 abgeschlossen. Nach dieser Zusammenstellung betrug nach den ab 5. September 1927 gültigen Sätzen der Ortslohn eines gewöhnlichen Tagearbeiters im Alter von über 21 Jahren in der Stadt Bielefeld im Bezirk des Oberversicherungsamtes Minden i.., zu dem Bielefeld gehört, 4,20 RM. Die gewöhnliche Tagearbeiterin über 21 Jahre in Bielefeld verdient 3 RM. Der Tagearbeiter von 16 bis 21 Jahren erhält 3 RM., die Tagearbeiterin 2,10 RM. Bei den Tagearbeitern unter 16 Jahren haben sich die Sätze weiter ermäßigt: der Bielefelder Tagearbeiter im Alter von 14 bis 16 Jahren verdient täglich 1,80 RM., die Tagearbeiterin 1,80 RM. Der Tagearbeiter unter 14 Jahren verdient 1,50 RM., die Tagearbeiterin 1,50 RM. Die Vergleiche der verschiedenen Gebiete ergeben, daß die Höhe des Ortslohnes für einen Tagearbeiter über 21 Jahre zwischen 2,80 RM. und 6 RM. sich bewegt; 4 RM., 4,.20 RM., 3,80 RM. sind die häufigsten Sätze. Was Handwerker und Landwirt täglich verdienen Die Veranlagungsergebnisse der Einkommensteuer ermöglichen eine Errechnung des täglichen Durchschnittsverdienstes des Handwerkers und des Landwirts. Im Durchschnitt entfallen auf einen Bezieher von Einkünften aus Gewerbe im Finanzamtsbezirk Bielefeld 4635,70 RM. Jahreseinkommen. Das macht im täglichen Durchschnitt 13 RM. Der Bielefelder Landwirt hat demgegenüber ein geringes Einkommen. Denn im Durchschnitt entfallen auf einen Bezieher von Einkünften aus Land= und Forstwirtschaft im Finanzamtsbezirk Bielefeld 1410,70 RM. Jahreseinkommen, also 4 RM. durchschnittlicher Tagesverdienst. Das höchste Jahreseinkommen hat ein Gewerbetreibender im Landesfinanzamtsbezirk Unterweser: 5088 RM. oder 14 RM. Tagesverdienst. Das niedrigste im Landessinanzamtsbezirk Darmstadt 2510,20 RM oder 7 RM. Tagesverdienst, während der Reichsdurchschnitt sich auf 3205,70 RM. Jahreseinkommen oder 9 RM. Tagesverdienst beläuft. Auf einen Berufstätigen der Gruppe „sonstige selbständige Berufstätigkeit" entfallen in Bielefeld 6959,70 RM. Jahreseinkommen oder 19 RM. Tagesverdienst, auf einen Bezieher von Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit 13729,20 RM. Jahreseinkommen oder 87. RM. Tagesverdienst. Das Jahreseinkommen des selbständigen Berufstätigen beträgt in Bremen 6695 RM. Jahreseinkommen und 18 RM. Tagesverdienst, während München mit 9 RM. Tagesverdienst an letzter Stelle steht und der Reichsdurchschnitt 13 RM. beträgt. Bei den nicht selbständigen Arbeitern steht Berlin mit 12 RM. Tagesverdienst an erster, Oldenburg mit 15 RM. an letzter Stelle, bei einem Reichsdurchschnitt von 30 RM. G. W. Ein geriebener Zechpreller Von unserem jurisischen Mitarbeiten P. Bieleseld, 10. 4 Der Tischler Heinrich W. aus Herford verkehrte mehrere Wochen als Gast in der bierhalle des Volkshauses in Herford. Er bezahlte seine Sammelrechnung immer am Schluß jeder Woche. Der Wirt hatte ihm dies auf seine besonderen Bitten gestattet. Das ging so paar Wochen ganz gut. Auf einmal erschien W. nicht mehr und blieb eine größere Zeche schuldig. Vielfache Mahnungen des Wirts blieben erfolglos. W. wurde angeklagt und von dem Amtsgericht in Herford wegen Betrugs zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Er legte gegen dieses Urteil Berufung ein. In der Hauptverhandlung vor dem Berufungsgericht stellte sich etwas Merkwürdiges heraus. Der als Zeuge vernommene Gastwirt des Volkshauses erklärte, daß er inzwischen in Erfahrung gebracht habe, daß der Angeklagte dasselbe Manöver mindestens in weiteren 10 bis 12 Fällen auch bei anderen Gastwirten mit Erfolg ausgeführt habe. In dem sogenannten Biertunnel des Herforder Bahnhofs soll der Angeklagte nach einer größeren Zeche durch das Fenster der Toilette entwichen sein. Der Staatsanwalt beantragte daraufhin die Vertagung der Verhandlung, bis man das ganze Material gegen den Angeklagten gesammelt habe. Das Gericht beschloß demgemäß. Man kann auf das Ergebnis der „Sammlung“ gespannt sein. Beleidigung zweier Rechtsanwälte Von unserem juristischen Mitarbeiter P. Bieleseld, 10. 4. Der Rechts= und Steuerberater Karl L. aus Bielefeld hatte in einem Schriftsatz zwei hiesige Rechtsanwälte beleidigt. Er wurde von dem Amtsgericht in Bielefeld zu 60 RM. Geldstrafe, hilfsweise zu 6 Tagen Gefängnis verurteilt. Seine gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wurde von dem Landgericht verworfen. der mensch ais Laaestosch Woher kommt die Wetterempfindlichkeit? Zuweilen begegnet man jenen griesgrämiPropheten, denen ihr Podagra ein willgen Propheten, denen ihr Podagra ein kommenes Mittel ist, sich bei den Mitmenschen interessant und den Wetterpropheten Konkurrenz zu machen. Aber auch mancher schlichte Bürger, den man nicht ohne weiteres in jene sympathische Menschenklasse einzureihen braucht, spürt in diesen Tagen, zwischen Wintersturm und Sonnenschein, in seinen Gliedern oft ein eigentümliches Ziehen und in seiner Seele— so er sie überhaupt spürt— ein Quälen und Bohren, das er nicht zu Unrecht mit den heraufziehenden Frühlingsdüften in Verbindung zu bringen geneigt ist. * In einem Aufsatz der Frankfurter Wochenschrift„Die Umschau" beschäftigt sich Dr. Hans J. Schmid mit dem„Wetterfühlen“ und sagt, daß auch der gesunde Mensch in seinem ganzen Befinden in mehr oder weniger starkem Maße vom Wetter abhängig sei. Die Aeußerungen der Wetterempfindlichkeit, die sich in Störungen des Allgemeinbefindens, wie Abgeschlagenheit, Reizbarkeit, Arbeitsunlust, Kopfweh, Schwindel, Herzklopfen usw. kundtun können, beruhen auf einer Störung im Gleichgewicht des vegetativen Nexpensystems, das unn###, von tiven Nervensystems, das unabhängtg„en dener Straße einbog, kam unserem Denken und Willen die Zusammen= und verlor die Herrschuft über den W arbeit unserer inneren Organe und der kör= Dabei fuhr sie mit dem Auto von hinten einen verlichen Vorgänge regelt. Diese Symptome Radfahrer an, der von dem Rade stürzte und gänge stehen in keiner klaren Beziehung zur Wetterempfindlichkeit. Am ehesten dürfte wohl die Sonnen= und Himmelsstrahlung, namentlich die Wirkung der kurzwelligen Strahlen, das Wettergefühl mitbestimmen. Ueberhaupt darf man nicht Einzelerscheinungen der Witterung zur Erklärung heranziehen, sondern muß die ganze Wetterlage der Forschung zugrunde legen. Auf diese Weise hat man schon wichtige Zusammenhänge gefunden, aber es bleibt auf diesem so allgemein bekannten und doch so geheimnisvollen Gebiet noch viel zu tun übrig. Die„wilde" Fahrerin Eine Strafe, die sie nicht erreichte Von unserem juristischen Mitarbeiter P. Bielefeld, 10. 4. Der Kaufmann Bruno K. aus Halle i. W. fuhr am 23. Juli 1929 mit seinem Auto durch Herford. Er wollte nach Salzuflen. Am Steuer saß nicht er selbst, sondern eine junge Dame, die offenbar keine geübte Fahrerin war; denn, als das Auto aus der Hansastraße in die Mindener Straße einbog, kam sie aus der Ruhe rschaft über den Wagen. verlichen Vorgän,„fch# bofanderg treten bei nervosen menschen besonders deutlich hervor und können hier sehr ernste Folgen haben. Die rheumatischen Beschwerden, die durch die Witterung hervorgerufen werden, lassen sich aber nicht ohne weiteres auf Störungen dieser Art zurückführen; über die Entstehung dieser Schmerzempfindung in Narben und alten Verletzungeng##er irgendwelchen Veränderungen im Gefüge der Binde= und Stützsubstanz des Körpers ist man sich noch völlig im unklaren. Unter allen fortlaufend gemessenen meteorologischen Elementen zeigt nur der Luftdruck deutliche Beziehungen zu solchen Erscheinungen des Wettergefühls. Aber die Luft wenn man nur 200 Meter., Bei Luftfahrten und bei höheren trotzdem gut ertragen. Es muß daher eine andere Ursache, bet biese in den zie mit dem Lustdruck zuSeiug g.. MitlgrungsvorDabel fahl sie mit dem Auto von Radfahrer an, der von dem Rade stürzte und Verletzungen davontrug.„ Die Personalien des Wagenvesitzers K. wurden festgestellt, und er wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung und Vergehens gegen das Kraftfahrzeuggesetz angeklagt. Er wurde von dem Schöffengericht in Herford zu 100 RM. Geldstrafe, ersatzweise 10 Tagen Gefängnis, und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Auf die von dem Angeklagten gegen dieses Urteil eingelegte Berufung gelangte die Sache vor der Strafkammer des Landgerichts in Bielefeld erneut zur Verhandlung. Der Angeklagte stellte sich als Kavalier schützend vor die Dame und behauptete, sie nicht näher zu kennen. Sie habe ihm nur ihren Vornamen genannt und vor Antritt der Fahrt einen Führerschein gezeigt. Sollte es vielleicht jene junge Dame gewesen sein, die im Zuhörerraum der Verhandlung so interessiert folgte?— Das Landgericht verwarf die Berufung des Angeklagten auf seine Kosten. Ein Vereinssubilar 25 Jahre Verein der Fabrikanten der Bekleidungsbranche in Herford, Bielesel) und angrenzenden Bezirken Der Verein der Fabrikanten der Bekleidungsbranche in Herford, Bielefeld und angrenzenden Bezirken feiert am 11. April 1930 in Bad Salzuflen sein 25jähriges Bestehen. Aus kleinen Anfängen hat sich der Verein im Laufe der Jahre zu einer der bedeutendsten und einflußreichsten Gruppen der deutschen Herrenkleiderindustrie für Berufsbekleidung, Loden=, Lüster= und Sportbekleidung entwickelt. Der Verein wurde im Februar 1905 gegründet. Als 1. Vorsitzender wurde Kommerzienrat Jacobi i. Fa. Alfermann& Jakobi, Herford, gewählt. Im weiteren Verlauf der Jahre traten die einschlägigen Firmen aus Bielefeld, Osnabrück, Hannover, Kassel, Rinteln und Gütersloh bei. Der Verein beschäftigte sich in den ersten Jahren in Sonderheit mit der gegenseitigen Sicherstellung des des und hatte sehr bald auch Arbeitskämpfe und Verhandlungen mit den damals auftretenden Arbeitnehmerorganisationen auf sich zu nehmen. Im Jahre 1912 nahm der Verein die Verbindung zum Arbeitgeber=Verband der Herrenund Knabenkleiderfabrikanten auf. Erst 1915 aber wurden zusammen mit dem Verbande Deutscher Kleiderfabrikanten gemeinsame Verkaufs= und Lieferungsbedingungen festgesetzt. Seitdem steht dann der Verein als Westfälische Gruppe diesem Verbande nahe. Während des Krieges wurde der Bekleidungsindustrie hart mitgespielt, nur mühsam gelang es, durch Vereinbarungen mit verschiedenen Bekleidungsämtern Aufträge für Krankenanzüge, Mäntel, Hosen, Drellanzüge zu bekommen. Im weiteren Verlauf des Krieges beteiligten sich die Mitglieder in reichem Maße an Heereslieferungen und über die Reichsbekleidungsstelle in Berlin an der Versorgung der Zivilbevölkerung mit Bekleidung. Der 1. Vorsitzende, Kommerzienrat Jacobi, stellte 1907 bereits infolge Krankheit und Fortzuges sein Amt zur Verfügung. An seine Stelle trat Hermann Ruben, t. Fa. A. Ruben, Herford, der den Verband bis Ende 1909 leitete, um Carl Nolting, i. Fa. Pilgrim& Nolting, Herford, bis zum Jahre 1922 die Führung des Verbandes zu überlassen. Sein Nachfolger wurde Hugo Speyer, i. Fa. Junkermann& Speyer, Bielefeld, der heute noch dem Verbande vorsteht. escet ei, eine Beschtigung bist geseg, gAngen gesucht vie un dem Lustdruck zu. GHaft IX Td gne“!! Viid V Lmmchtngn. und mnsenen Allberangbrune Geche. + Dienstjubiläum Der Prokurist Julius Lips kann am Freitag, 11,., auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Deutschen Bank und Diskonto=Geseltschaft, Zweigstelle Bielefeld, und ihrer Rechtsvorgänger zurückblicken. Firma und Angestelltenschaft gedachten des Jubilars in ehrender Der Verband hat es sich zur Aufgabe gemacht, in erster Linie in treuer Fürsorge für seine Verbandsmitglieder für ruhige und stetige Beschäftigung der Betriebe zu sorgen, die Betriebsverhältnisse und Arbeitsverträge mit Arbeitern und Angestellten den Zeitbedürfnissen entsprechend zu regeln und freundschaftliche Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten und Abnehmern sicherzustellen. Rückblickend wird man sagen können, daß seinen Arbeiten der Erfolg nicht versagt geblieben ist, was schon in seinem Einfluß bei all den Verhandlungen der Branche zum Ausdruck kommt. Freitag, 11. April 1080 westsckltische Nleueste Nachrichten Nr. 86 Seite 6 Oster-Geschenke vonbleibendem Wert! e a u n g n g g g g e c h e — Gegründet 1880 Bieleteid Obernstraße 26 Krista! Porzellan LUxUS Eine Fülle von Frühjahrs-Neuheiten zu Oster-Geschenken außerordentlich geeignet, ist eingetroffen. In Porzellan, Kristall, Keramik in jeder Preislage etwas Schönes, was bestimmt Freude macht und noch nach Jahren an den freundlichen Geber erinnert. Sonntag ist mein Geschäft von 11½— 5¾ Uhr durchgehend geöffnet. 1,3 Millionen Beamte Eine Statistik der öffentlichen Verwaltung 1 304 708 Personen beschäftigt die öffentliche Verwaltung in Deutschland. Zusammengefaßt sind die Hoheitsverwaltungen des Reichs und der Länder sowie die Kämmereiverwaltungen der Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern und der Gemeindeverbände. Bei den Gemeinden von Oldenburg, Preußen, Waldeck und Schaumburg=Lippe sind auch die Volksschullehrpersonen gezählt, die in Eigenschulverbänden von Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern und in Gesamtschulverbänden tätig waren. In den kleineren Gemeinden sind außer den Lehrpersonen nur wenige Personalkräfte als Beamte oder Angestellte hauptberuflich tätig. Von der Gesamtzahl kommen auf planmäßige Beamte 690 852, auf außerplanmäßige Beamte und Beamtenanwärter 79233, auf Angestellte für dauernde Verwaltungszwecke 155663. Zusammen sind dies 925748 Beamte und Angestellte. Dazu kommen 114 105 Militärpersonen, die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des Reichsheeres und der Reichsmarine, 231 675 Arbeiter für dauernde Verwaltungszwecke sowie 38 180 nebenberuflich oder ehrenamtlich lätige Personen. # Ein freundliches Eckchen im Johannistal Im Johannistal, an der Ecke der Uhlandstraße, wo sonst Gestrüpp wucherte und auch oft Schutthaufen lagen, ist jetzt ein„Stückchen Kultur“ fertiggestellt worden. Ein Sandkasten für unsere Kleinen ladet zum Spielen, eine lange Bank im Halbkreis zum Ruhen. Sträucher im Hintergrund und an den Seiten sowie eine— jetzt allerdings noch nicht grünende— Grasfläche werden dieses Eckchen im Johannistal freundlich ausgestalten. Ein größeres Gehege für die Wildschweine Die seit längerer Zeit auf Olderdissen in dem engen Teilkäfig eingesperrten Wildschweine haben jetzt ein größeres Gehege schräg gegenüber erhalten. Eine Freude ist es, diese Tiere zu beobachten, vor allem von dem gegenüberliegenden Waldweg macht es den Eindruck, als ob diese schwarzen Wühler sich in der Freiheit tummeln. Emsig lausen sie den kleinen Berghang hinauf und hinab und tun gerade so, als ob sie hier zu Hause wären. * Aus dem Auto gestürzt Donnerstag um 21½ Uhr stürzte in der Gütersloher Straße ein junges Mädchen aus einem in Fahrt befindlichen Personenkraftwagen. Durch den Sturz erlitt sie Verletzungen im Gesicht und an den Händen. Aus dem Eänahteise Aeilzert g. Windelsbleiche, 11. 4. Dienstiubiläum. Am Freitag kann der Verwalter Wilhelm Etgeton auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Hermann Windel G. m. b. H. zurückblicken. Sieker, 11. 4. Berletzt. Ein Händler, H. schlug am Donnerstag abend in der Wirtschaft H. eine Fensterscheibe ein und zog sich dabet eine erhebliche Unterarmverletzung zu. Er wurde mit dem Krankenauto zum Städttschen Krankenhaus gebracht. z. Heepen, 11. 4. Generalversammlung der freiwilligen Feuerwehr. Nach einer Uebung am Spritzenhaus fand im Vereinslokal Grieswelle die Generalversammlung der freiwilligen Feuerwehr statt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Der Vorstand setzt sich demnach wie folgt zusammen: Amtsoberinspektor Linnen= brügger, 1. Führer und Hauptmann; Zimmermeister Wilhelmy, 2. Führer und stellvertretender. Hauptmann; Amtsrentmeister Kamp, Kassierer; Tischlermeister Hermeyer, Obersteiger; Monteur Vogt, Spritzenmeister; Bezirksschornscheinsegermeister Herbst, stellvertretender Spritzenmeister und Beisitzer. Weiter befaßte sich die Versammlung mit internen Angelegenheiten der Wehr, mit der Sterbenkassenversicherung der Mitglieder und der am Ostermontag bei Wedding stattfindenden Frühlingsfeier. s. Heepen, 11.., Der neue Schützenplatz des Schützenvereins des Amtes Heepen hat inzwischen schon ein anderes Aussehen bekommen. Zu der Einfriedigung des Grundstückes sind etwa 300 Pfähle erforderlich gewesen. Die Aupflanzung der Heckenrosen soll in den nächsten Tagen erfolgen. Im nächsten Jahre wird sich der Schützenberg also schon mit einem Wall blühender Heckenrosen umgeben können. Die Einsaat des Rummelplatzes soll auch noch in diesem Jahre erfolgen, nachdem eine Schlackenbeschotterung vorhergegangen ist, Um Irrtümern vorzubeugen, sei barauf hingewiesen, daß das Schützenfest in die Jahre noch auf dem alten Platz im Dorf geseiert wird. bl. Brake, 11. 4. Gemeinderatssitzung. Zum letztenmal wohnte der scheidende Bürgermeister Rappold am Mittwoch dieser Woche einer Sitzung der Gemeindevertretung bei. Die Beratung und Verabschiedung eines neuen Etats soll bis nach der meindung zurückgestellt werden. Die Wirtschaft ist bis dahin auf Grund des alten Etats weiterzuführen. Bekanntgegeben wurde die Entscheidung des Reichsgerichts in Sachen des Hofes Hackemack. Das Urteil des Oberlandesgerichts in Hamm ist aufgehoben und die Angelegenheit nach dort zurückverwiesen worden. Die Beschlußfassung über die endgültige Uebernahme des Hausmeisters Moshage und Festsetzung der Gehaltsbezüge wurde verschoben, bis eine Kommission die Sache vorberaten hat. Kenntnis genommen wurde von dem Lastenausgleich zwischen der Gemeinde Schildesche als Betriebsgemeinde und der Gemeinde Brake für die Jahre 1926—1928 sowie von der Abrechnung mit der Firma Dürkoppwerke.=., Bielefeld, über Schul= und Armenlasten für das Rechnungsjahr 1928. Die Gemeindevertretung beschloß ferner eine Bühneneinrichtung in der Turnhalle anzubringen. Eine von der Gemeindevertretung eingesetzte Kommission hat für die Benennung der Straßen Namen vorgeschlagen. Das Material ist noch einmal zur Nachprüfung der Kommission überwiesen worden, mit dem Auftrage, in einigen Fällen eine Aenderung der Bezeichnungen vorzunehmen. Auf Grund eines früheren Beschlusses der Gemeindevertretung hat die Wegekommission Vorschläge für eine Erweiterung der Straßenbeleuchtung gemacht. Eine Beschlußfassung wurde zurückgestellt bis zur Aufstellung des neuen Etats. Außerdem wurden noch mehrere Steuerstundungs= und Niederschlagungsankräge erledigt. (räder mit einem buntfarbigen Papier= strauß zu schmücken, der an dem Wocken, den Stab, an dem das abzuspinnende Flachsbund, der„Duissen", befestigt war, angebunden Schützenfest in diesem wurds., Käufig trug der Wocken auch ein Die Räder stehen still Arbeitskämpfe im letzten Bierteljahr 1929 Nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes fanden im letzten Vierteljahr 1929 80 Arbeitskämpfe statt, darunter 77 Streiks und drei Aussperrungen. Beteiligt waren daran 718 Betriebe mit 10 700 Arbeitern. Der dadurch entstandene Verlust an Arbeitstagen betrug 180 000 gegen 1,1 Millionen im dritten Vierteljahr und 10,2 Millionen im vierten Vierteljahr 1928. Im Gesamtjahre 1929 kst eine Abnahme der Arbeitskämpfe von 763 im Jahre 1928 auf 458 zu verzeichnen, und zwar der Streiks von 691 auf 438 und der Aussperrungen von 72 auf 20. Während durch die Arbeitskämpfe 1928 780 396 Arbeiter 20,3 Millionen Arbeitstage verloren, verloren 1929 233 664 Arbeiter 4,4 Millionen Arbeitstage. i Ein Fünfmarkstück für jeden wohner Ueber 62 Millionen der großen Fünfmarkstücke sind jetzt im ganzen hergestellt, so daß auf jeden Einwohner ungefähr ein Stück kommt. Im März haben sich wieder alle Münzen an der Prägung beteiligt, Berlin allein mit 511 912 Stück. Neue Zehnpfennigstücke gab es wieder in Berlin, Stuttgart und Karlsruhe, im ganzen 347643, so daß sich ein Bestand von 621 Millionen ergibt.„Auch Einpfennigstücke sind weiter fast 7 Millionen geprägt worden. Lehrerin Fräulein G. wird von den Kleinen, die mit einer beinahe zärtlichen Verehrung en ihr hängen,„unser Fräulein“ genannt. „Weißt Du, Mutti, unser Fräulein trinkt imme: Kalter Mag. Sie het gesagt, daß Kaffee Hag soger Kindern nicht schadet. Des Colfein, das sonst im Bohnenkeffee drin ist, wird aus dem Kalfee Heg berausgezogen. Debei schmeckt er geneu 30, wie der allerfeinste andere Kalfes. Und dann ist in jedem Pakst ein Gutschein for schöne bunte Weppenmerken. Elly het schen 'ne genze Menge. Mutti, nicht wehr, Du keufst jetzt such Kalfee Hog? Seil ich gleich welchen heien? Des große .det hoster Bb4.80, des kleine nur 90 Pig.“Vereine und Veranstaltungen Stadttheater, Freitag ist die Erstaufführung des unterhaltsamen, von Humor sprühenden Lustspiels „Die Frau, die jeder sucht“. Sonnabend ist das Gastspiel mit Max Adalbert. Am Sonntag wird die Tanz= und Schlageroperette„Uschi“ wiederholt. Ballonverfolgung. Fritz Brünger, der OpelVertreter in Bielefeld, gibt bekannt, daß er sich an der Internationalen Ballonverfolgung, die Ende dieser Woche stattsindet, beteiligt, indem er die für diese Stadt bestimmten Ballons in Bielefeld auf dem Kesseldrink steigen lassen wird. Viele Ballons enthalten wertvolle Gutscheine, während einer von allen, die in Europa an diesem Tage aufsteigen, einen Gutschein für einen=Ps=Opel trägt. Universum bringt noch einige Tage das große Tonfilm=Drama„Hal=Tang“, der Weg zur Schande, mit Anna May=Wong, Franz Lederer, Georg Schnell, Hugo Werner Kahle u. a. m. Hierzu das ausgezeichnete Beiprogramm: Tonkurzsilm und Deulig=Woche. Gloria=Palast. Freitag Premiere mit dem neuesten Sprech= und Tonsilm der Usa„Der unsterbliche Lump“. Regte: Gustav lkeicky. Musik: Ralph Benapky. In den Hauptrollen spielen und sprechen: Liane Haid, Gustav Fröhlich, Hans Adalbert von Schlettow, Carl Gerhardt, Weiß=Ferdl, Paul Henckels, Paul Hörbiger Hermann Thiemig. Im Belprogramm: 1. Paul Morgan, Wilhelm Bendow in den Tonstlmskeisch„Casé Kalau“. 2. Der UsaKurztonfilm„In Jena sind alle Mädels so blond“. 3. Usa=Wochenschau. Aufführungszeiten: 4, 6 und .10 Uhr. Palast=Theater. Zwei Filme guter deutscher Filmkunst bringt unser Programm. 1. Der neueste Lia de Putti Film„Die Nacht nach dem Verrat“. In weiteren Hauptrollen: Lars Hanson, Warwick Ward. 2. Dina Gralla in ihrem neuesten Lustspielschlager„Fräulein Lausbub“ mit Julius Falkenstein, Albert Paulig, Robin Irwine, Else Reval. 3. Ufa=Wochenschau. Konzerthaus=Künstlerspiele. Heute Premiere mit Bella Tiris und dem großen Programm. Alte Ravensberger Spinnerreime In früheren Zeiten wurde in allen Häusern des Ravensberger Landes während der Wintermonate eifrig gesponnen. Mit Eintritt der Herbstabende holte man die Spinnräder von den Bürnen und Hilen herunter, setzte die Haspel instand, und jung und alt begann eifrig mit der Arbeit am furrenden Rade. Das Spinnen des feinsten Gewebes lag in den geschicktesten Händen, während die jüngeren Familienmitglieder mit dem Verspinnen des Wergs beschäftigt wurden. Jeder einzelne aber mußte täglich ein ganz bestimmtes Maß an Arbeit liefern, das in einer festgesetzten Zahl von Gebinden bestand. Je mehr man in die Wintermonate hineinrückte, um so mehr Abwechslung kam in die Spinnarbeit, indem man an den immer länger werdenden Winterabenden„Spinnereien“ veranstaltete oder besuchte, welche in der ganzen Nachbarschaft abwechselnd von Haus zu Haus stattfanden. Auf den Spinnabenden kamen auch Scherz und Frohsinn zu ihrem Recht, und allerlei, meist harmlose Neckereten waren gestattet. In klangvollen Weisen erschollen von den frischen Mädchenlippen die alten, heimatlichen Volkslieder. Die alten Sagen, Geschichten und Rätsel, lebendiges Volksgut, fanden dort ihre Verbreitung. Sie dienten dazu, die Arbeit zu beleben und Abwechslung in die Geselligkeit hineinzubringen. Ganz im geheimen spannen sich an den Spinnabenden auch manche Beziehungen des jungen Volkes zueinander an, zum Nachteil der Beugesleute“(Heiratsvermittler), welche dadurch um die Gelegenheit kamen, ihr einträgliches Gewerbe auszuüben. Die Spinnereten gaben dem jungen Volke auch willkommene Gelegenheit, ihre SpinnPapierblatt in runder oder eckiger Form, der als Inschrift einen kurzen Reim, welcher auf das Spinnen oder auf die Flachsbearbeitung Bezug hatte, aufwies. Er war von einem Kranze buntbemalter, in frohen Farben leuchtenden Blumen eingefaßt. Gewöhnlich enthielt das Wockenblatt auch den Namen des Spinnradbesitzers. Aus der großen Zahl der weitverbreiteten Wockenreime teilen wir nachstehend einige mit: Luidens(Mädchen) de gäern spint un singet et sirker wuit innen Liärben Leben bringet. Die Liebe gibt Freude, die Tugend gibt Ruh. Drum wähle sie beide und glücklich bist du. Enne wackere Briut(Braut spinnt flutdig(fleißig) un cheod. Buiden(draußen) esi kault, binnen est wame, ick nirme min Luid fast inne Arme. Bi den Kunkeln(Lampen) es cheod funkeln. Spinnen und Weben bringt glückliches Leben. Wenn de Lampen schuint un de Spinuriar sik dreiget, wät maniget, maniget Hiartken auschneuget. (gerät manches Herz in Brand.) De fluidigen Spinner send de Uitstuir Gewinner. Bodden Spinnen lig dat Hirkeln (Vor dem Spinnen liegt das Hecheln). Spinnen allein ist nicht sein, beim Spinnen zu zwein, kann kann man sich freun. Auch von den Rätseln, mit denen sich die fleißigen Spinner und Spinnerinnen die Zeit verkürzten, seien hier einige mitgeteilt: Wat henget anne Wand, giff jeden de Hand?(Handtuch) Witt fmiddemd un Dak, chiarl kümmt et heraff. (Ei) Veier Rar Rell, veier smarte Fell, en chrauden un en lüttken, watt es dat?(Kuheuter) Daggs tarwer et klipp, klavo, oms steit von Bedde un sägg jap? (Holzschuh) Katrin sat ubben Dreibein, kamm Veierbein uns smeit Dreibein ümme. (Melsendes Mädchen) Achter(hinter) iusen Huise do bowwet Peiter Kriuse ohne Piard(Pferd) un ohne Pleog(Pflug) makt hei Wiarege(Wege) cheneug(genug). (Maulwurf) Raff, raff ümme, raut es de Püngel, schwatt es datt Chatt wo de raue Püngel inne satt. (Möhre im Lande) Ick sen duister, wennt am hellsten es, ick sen kault, wennt am wiarmsten es, ick sen wahme, wennt am kaulsten es. (Ofen) Ick jage di, un du jagest mi, ick kruige di, un diu krigst mi, et es owwer enne gänze Unmöglichkeit, dat wut oß Süster(Schwester) un Breoer (Bruder) us seiht.(Tag und Nacht) G. H. Chefredakteur: Dr. Jur. Kurt Schmidt Verantwortlich für Polltik und Handel. Brich Seifert, fü: Kommunales. Lokalre und Vermischtes Dr. Walter Goch, fü: Feullleton und unterhaltende Bellagen: Or. Hans Havemann, Jurietischer Mitarbeiter Landgerchteret: D Artbur Piells, für Provinz. Sport und Gericht Dr Gustav Baumgart, für den geschäftlichen und Anseigentell sowie Sonderbeilagen Priedrich Niemeger. Druch and Verlag E. Gundisch.0. sämtlich in Bielefeld. Freitag, 11 April 1980 Westsältsche Nleueste Nachrichten Nr. 88 Seite 7 Tannenbergdenkmal, und den Abschlutz bildet ein Besuch der Marienburg. O Gen fletland stroße Tage bevor, die hren Abglanz auf die ganze GehOstland. Provinz Ostpreußen wersen werden, denn es sind für die Teilnehmer aus dem Reiche noch manche Das Tanuenbergtreifen der D. T. wertvolle Ausflüge vorgesehen. So wird Danzig besucht werden, so wird eine Seefahrt über Um die Ostpreußen=Insel schleicht die deutsche die deutsche Ostsee Eindrücke vom deutschen Meer Rot. Gierig öffnen andere den Rachen, um Ost der Alten geplant: Ausflüge in das schöne Oste. preußens Gebiet einzubeziehen. Auch nach Danzig preußen sollen die Herrlichkeiten der Seen= und hat bereits ein fremder Werber seine Hand aus= Küstenlandschaft zeigen, endlich trifft man sich zu gestreckt. Er sucht an der ganzen östlichen West= einer großen gemeinschaftlichen Kundgebung beim mark Einflüsse zu gewinnen und ganz allmählich das Deutschtum zum Absterben zu bringen und auszuschalten. Es wird noch immer zu wenig beachtet, daß durch den Korridor heute Ostpreußen vom Reiche abgeschnitten ist. In Ostpreußen gibt es viele treue, deutsche Männer und auch viele treue, deutsche Turner. Sie brauchen dringend die Unterstützung aus dem Reiche. Sie, die der Hort deutschen Turnertums und Volkstums im Osten sind, sehnen sich nach den Turnbrüdern und Turnschwestern im Reiche, bei denen sie schon so oft zu Gaste waren, und die sie selbst immer nur selten als Gäste begrüßen durften. Deshalb hatte die Deutsche Turnerschaft, den Anregungen einiger Führer folgend, schon vor Jahren eine Ostpreußenfahrt der DT. durchzuführen beschlossen. Leider wurde damals nichts daraus, aber in diesem Jahre wird Ostpreußen einen Ersatz erhalten, denn im Zusammenhang mit dem Kreisturnfest des Kreises Nordosten der DT. wird in Königsberg das Alterstreffen der DT. stattfinden. Entstanden ist der Gedanke aus der Kölner Zusammenkunft der getreuen Altersturner der DT. Damals wollten etwa 5000 zu den allgemeinen Freiübungen und sonstigen Vorführungen antreten, als ein stundenlanger Gewitterregen alle Hoffnungen auf ein machtvolles geschlossenes Auftreten der Altersturner zunichte machte. Es war daher ein glücklicher Gedanke, daß man an Stelle dieses verregneten Alterstreffens ein neues ausschrieb, das in den Tagen vom 28. Juli bis 3. August in Königsberg veranstaltet werden soll. Königsberg wird dann Höhepunkte festlichen Erlebens haben. Neben dem Kreisturnfest wird auch das Alterstreffen der DT. durchgeführt werden, und außerdem wird eine Auswahl der besten deutschen Volksturner und Turnerinnen, sowie eine Handballmannschaft den Königsbergern Musterleistungen zeigen. Es stehen also Königsberg Kommen werden Tausende von Turnern aus allen Teilen unserer deutschen Heimat. Sie werden einen ganz anderen Eindruck von Ostpreußen gewinnen, als sie ihn bisher hatten und aus Unkenntnis von Land und Leuten haben konnten, und sie werden eingeführt werden in eine sehr ernste Angelegenheit unseres deutschen Volkes, sie werden ihren Blick schärfen und ihren Gesichtskreis erweitern. Bemerkt sei, daß der Reichspräsident die Schutzherrschaft übernommen hat. Viele Ausschüsse sind bereits heute an der Arbeit, um dafür zu sorgen, daß sowohl das Alterstreffen als auch das Kreisturnfest zu gutem Gelingen kommen. Es stehen den deutschen Turnern herrliche Tage tiefernsten Erlebens und Erhebens bevor. Mögen sie den Ruf verstehen und mögen sie in großen Massen auch allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zum Trotz gen„Ostland“ reisen, damit der deutschen Das Wetter für morgen Bericht der Wetterwarte Essen vom 10. April Das Hochdruckgebiet über Nordosteuropa hat an Höhe etwas abgenommen, beherrscht aber noch die Wetterlage, während das gestrige Tiefdruckgebiet über Großbritannien nordostwärts abzieht. Ein flaches Teiltief liegt über dem Eingang des Kanals, während sich über Irland wieder hoher Luftdruck ausbreitet. Heute früh war es in Deutschland größtenteils bewölkt sowie in Sachsen und Schlesien teilweise regnerisch bei 3 bis 8 Grad Wärme. Der Kahle Asten hatte Windstille, bedeckten Himmel und 5 Grad Wärme. Aussichten bis Samstag: Meist trocken bei wechselnder Bewölkung und wenig geänderten Temperaturen. Sache und der deutschen Turnerei in Ostpreutzen eine wertvolle Rückenstärkung zuteil werde. Neue Werte werden dann geschaffen werden, nicht zuletzt solche, die Herz und Gemitt aufs innigste berühren. Deshalb wird die Losung des deutschen Altersturners im Jahre 1930 sein: Auf zum Tannenbergfest der DT.! Kurze Notizen Leistungsklassen auch in Orsterreich einzuführen beschloß jetzt der Oesterreichische Leichtathletik=Verband. Er folgt damit dem Beispiel der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik. Der deutsche Kunstflugmeister Fieseler hat die Kegelflugzeugbau=Werke in Ihringshausen bei Kassel erworben und wird sich in Zukunft dem Segelflugzeugbau widmen. Von Kegel stammt u. a. das Rekordflugzeug„Wien“ des Segelflugmeisters Robert Kronfeld. Für das 1000= Meilen=Rennen von Brescia sind 152 Meldungen eingelaufen. Caracctola hat bereits zweimal trainiert und dabet sehr gute Fahrtgeschwindigkeiten erzielt. Fassball ERKLZRUNG: Owchenics. Oheiter güdlbbedecht. Swollig. Obedechl. e#ehen. *Schnte.==Dungt. mücbtl. K. Gewitter. A braupcin. Alloge# H Stille.—O sehr wricht. —Oleich. am- Oschwach-Omößig a- Ofnan.## Ostark###-Ostelf en O vürmisch. #.O voller Sturm. Die Pleue fliegen mu dem Winge., Die eingezeicneten Linien (ssoboren verbinden die Orte mit gleichem Luttdruck. Die neben den Orton stehanden Jonten geben die Lutttemperatur on Witterungsbericht vom 11. Aoril: Niedrigster Thermometerstand in der Nacht+2 Grad Celsius. Thermometerstand um 9 Uhr vormittags + 6 Grad Celsius. Barometer 750 Millimeter. Wind O. Himmel teilweise bedeckt. „Gegen Ende des Matches wurde das Spiel interessanter...“(„Nebelspalter") Weiterer Sport auf Seite 3 Wardelt Sie Derlektuch Sefr aus Entere Er wurde fade, leblos schmecken. Loehse Schhrieckt der egciste fdcc in einer Talmi-Goldmundstück-CigaTehe. Rädchieh 310 Une UiS „A TIKAH nur ohne Mundstück neben einer MundstückCigarette und Sie werden über den Ortter schled-Trstdum 5017. A SMET CTOANETTE AUSLEUT Deutschlands meisfgerauchte OPig. Eigarene Uinfe Wünesiden. Egerehendbin,Benld.mbf. Dresdei-A. 2 K17 # 5% HRE FREUNDE BEWUNDERN ANERKENNEND HR GESCHMACKVOLLES HEIM WENN ES MIT DEN KONSTLER-MOBELN VON ED. ESSEN GOTERSLOHER STR.-3 NACH IHREN IDEEN UND WUNSCHEN INDIVIDUELL AUSGESTATTET WIRD Wc Statt Karten Konrad Wild Elfriede Wild geb. Schüttfort grüßen als Vermählte Bleiefeld, den II. April 1980 Deutsches Haus Und wieimmer-preiswert u. gut! 4 Velontine Seide mit Wolle, ca. 100 cm breit. solide Qualitäten Mtr..75 Kleine Jamilienanzeigen. (Aus anderen Blättern entnommen) Geboren: Eine Tochter: Heern Otto Wittenberg, Minden i. W.— Herrn Fritz Redeker, Gütersloh. Gestorben: Gustav Helmert, 52 ford.— Paul Höpker, 56., Bünde.— Friedrich Geller, 76., Augustdorf.— Hugo Kling= ler, Detmold.— Wilhelm Kaiser, 73., Tintrup.— Otto Krüger, 28., Güterslob.— Hanna Gößling, 16., Herford.— Ilse Nolte, 11 Monat, Leopoldsthal. Dann Kanpe besunge ic wäiste watt.Diu nast!“ Frau Lehmann macht aus ihrer Erfahrung kein Geheimnis; seitdem sie nämlich den guten BeckingKaffee trinkt, ist sie zufrieden.— Becking-Kaffee ist sehr krättig und ausgiebig, aromatisch und wohlschmeckend und wiederum ist es der duftige Guatemala-Kaffee, der sch so großer Beliebtheit erfreut und das Pid. nur RM.68 kostet. Auch Sie sollten es nicht unterlassen, einen Versuch zu machen. Katteebecking Rathausstraße 12 Statt Karten Wir zeigen die Verlobung unserer Tochter ANNE-DORE mit Herrn ROLAND SIEGEL an Stadieurat Paul Lindner u. Fras Anna, geb. Plamböck Bielefeld, April 1930 Lattterstr. 31 Meine Verlobung mit Fräulein ANNE-DORE LINDNER zeige ich an Roland Siege Regierungsassessor Ortelsburg Empfang: Sonntag, den 13. April 1930 Sonntag von 11½ bis 6 Uhr geöffnet! Das führende Spezialgeschäft fürgute Kleider- u. Seldenstoffe niedernstr.-10 s Samilien. M 8 Anzeigen eenn insertert man am besten u. vorteil 6 haftesten in den 9 weit verbreitesten 6 Wests.Neuesten Nachrichten.9 K— Richlie ist es, wenn Sie annehmen, daß Ihre Betten zum Hausputz nur geklopft und gesonnt werden müssen. ist vielmehr eine sorgfältige, durch moderne Spezialmaschinen vorgenomm. gründl. Reinigung der Federn. ist es weiterhin, wenn Sie annehmen, die Reinigung der Federn nimmt einige Tage in Anspruch. ist es, daß durch neue Maschinen der Reinigungsprozel nur Stunden dauert, und am gleichen Tage Ihnen die Federn wieder zugestellt werden. Betteihaus KRweinont Bettfedern-Fabrik, Goldstraße 6" Telefon 6222 Nehmen Sie bei ihren Einkduten Bezug auf die Inserate d. 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Inge Bielefeld, den 9. April 1930. Detmolder Straße 120. Beerdigung findet statt am Sonnabend, den 12. ds. Mis um 3 Uhr von der Kapelle des Sennefriedhofes aus. Vorteier.40 Uhr. Die Todesstunde schlug zu früb. doch Gott der Herr bestimmte sie. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, heute morgen 3 Uhr meine liebe Frau, unsere liebe, treusorgende Mutter. Schwester. Großmutter. Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Marie Bollweg geb. Schmerter im fast vollendeten 61. Lebensjahre zu sich in sein Himmelreich abzuberufen. In tiefem Schmerz zeigen dies im Namen der trauernden Hinterbliebenen an: W. Bollweg und Kinder. Steinhagen, den 9. April 1930. Die Beerdigung findet am Sonntag, 13. April, nach mittags 2½ Uhr. vom Trauerhause, Steinhagen Nr. 119, aus statt. Die Feier auf dem Friedhof 4 Uhr. * Freitag, 11. Aptil 1930 — Nr. 86 Drittes Blatt 66 „Für Geld machen wir alles Der Kapitän des„Falke“ wird vernommen Hamburg, 11. 4. Im Falke=Prozeß in Hamburg wurde zunächst der Kompagnon der Firma Prenzlau& Co. Felix Kramarski gehört. Er sagt aus, als 1929 Prenzlau wegen einer Waffenlieferung nach China in Paris weilte, habe er seinem Teilhaber, dem jetzigen Angeklagten, Nachricht von den Verhandlungen mit del Gado gegeben. Er sei an das Geschäft herangegangen, weil er der Meinung war, es solle sich nur um ein einfaches Exportgeschäft in Kriegsmaterial nach Venezuela handeln. Kramarskt hat zusammen mit Prenzlau in Warschau die Waffen eingekauft und zwar 2000 Gewehre mit 2 Millionen Schuß Munition für 35 000 Dollar. Es handelte sich um alte Waffen, die das polnische Kriegsministerium abstieß. folgt dann die Vernehmung des dritten Angeklagten, Kapitäns Zipplitt. Er gibt an, in der Annahme eines Waffentransportes habe er nichts Unerlaubtes erblickt. Als eine Abordnung der Mannschaft eine besondere Gefahrenzulage wünschte, habe del Gado eingegriffen und das Geld bewilligt. Der Wortführer der Mannschaft, Jäger, soll dann vergnügt gesagt haben: Für Geld machen wir alles, da nehmen wir auch noch die Knarre auf! Die auf See vorgenommenen militärischen Uebungen der Begleitung del Gados hat Zipplitt als eine militärische„Maskerade" betrachtet. Angesichts der südamerikanischen Küste seien eine größere Anzahl von Menschen in Schaluppen an den„Falken“ herangekommen, und es seien ungefähr 500 Mann mit Ausrüstung und Waffen versehen worden. Abends schlug del Gado vor, nach Cumana zu fahren und dort etwa 150 Mann, die in Blanquilla an Bord gekommen waren, an Land zu setzen. Der dritte Offizier Esser habe die Schiffsbesatzung vorher gefragt, wer mitmachen wolle. Vier Mann waren einverstanden,„mochte es biegen oder brechen". Die übrigen Leute der Besatzung aber wollen gezwungen worden sein, den Putsch mitzumachen. Als das Unternehmen mißlungen sei, habe Zipplitt aus eigenem Antrieb allg Wassen und Munition über Bord wersen lassen, um das Schiff vor etwaiger Beschlagnahme zu retten. Zipplitt bestreitet entschieden, der Befehlsgewalt des Generals unterstellt gewesen zu sein. Zipplitt gibt zu, ihm persönlich seien als„nautischer Beirat“ des zukünftigen Präsidenten monatlich 1000 Dollar als Repräsentationsgelder zugesichert worden. Auf Befragen erklärt Zipplitt weiter, die venezulanische Marine habe zwar nur zwei Schiffe, davon fehle dem einen der Kessel und dem anderen die Maschine, aber er habe doch nicht länger mit der gefährlichen Ladung in venezolanischen Gewässern bleiben wollen. Auf dem Wege ins ewige Eis Deutsche Grönland=Expedition in Island angekommen Reykjavjk, 10. 4. Wegeners Expedition kam mit dem dänischen Motorschiff„Disko" nach guter, schneller Reise in Reykjavik auf Island an. Es wurden 25 isländische Pferde, die zu Transportzwecken dienen sollen, und 3 Isländer an Bord genommen, darunter der Isländer Wigfus Sigurdsson, welcher Koch und Wegener bei ihrer berühmten Grönlanddurchquerung 1913 begleitete. Die Expedition reist nach Holstenborg auf Grönland weiter, wo die Teilnehmer und das 500 Tonnen betragende Gepäck auf den Dampfer„Gustav Holm“ Das Ende der Zamme Einde Die Leiche der Frau auf einer Insel gefunden umgeladen werden. Mit diesem Schiff hofft Wegener direkt bis zum Kamarujuk=Gletscher vordringen zu können, der als Aufstiegsweg auf das Inlandseis bestimmt ist. Sollten die Fjorde aber noch zu sehr mit Eisbergen und Treibeis blockiert sein, so wird die Expedition im Hafen von Umanak landen und von dort mit Motorbooten weiter vordringen. Starrkrampf durch Primeln Vorsicht beim Blumenpflücken! Berlin, 11. 4. In das Kasseler Landeskrankenhaus wurde die Ehefrau eines Schrankenwärters aus Ihringhausen eingeliefert. Die Aerzte stellten fest, daß die Kranke in Starrkrampf gefallen war. Beim Pflanzen von Primeln hatte sie sich eine leichte Rißverletzung an der Hand zugezogen, in die der Saft der abgebrochenen Blätter und wahrscheinlich auch Blütenstaub der Primeln eingedrungen waren und den Krampf herbeigeführt haben. Die junge Frau schwebt noch in Lebensgefahr, doch hoffen die Aerzte, sie am Leben erhalten zu können. Berlins 100000. Kraflwagen und sein ältester Bruder Berlin, 11. 4. Berlins 100 000ster Kraftwagen wurde am Donnerstag von Kraftverkehrsamt zugelassen. Auf dem Hofe des Kraftverkehrsamts in der Blücherstraße stand unter zahlreichen abzunehmenden Wagen der mit Frühlingsblumen und grünen Ranken geschmückte Jubilar, Berlins 100 000ster Wagen, ein Mercedes=Sportzweisitzer mit der Nummer IA 75075, neben ihm ein großer Mercedes=Personenwagen mit Berlins erster Zulassungsnummer IA 1, ein Wagen des Inhabers des Kaufhauses Rudolf Herzog, der bereits seit 30 Jahren diese Nummer führt. Berlin, 11. 4. Großes Aufsehen erregte am vergangenen Sonntag die Auffindung der Leiche des früheren Gutsbesitzers Gustav Linde und seines 7 Jahre alten Sohnes Rolf. Wie schon berichtet, hatte Linde im Grunewald den Knaben erschossen. Er war selbst dann zum Schlachtensee weitergegangen und hatte sich dort durch einen Kopfschuß getötet. Seine Frau, von der er seit einiger Zeit geschieden war, die er aber immer noch unterstützte, war nach dem Tode des Mannes und des Sohnes nicht mehr aufzufinden. Inzwischen hat sich eine Bekannte Lindes gemeldet, der er brieflich seinen Selbstmord angekündigt hatte. In dem Schreiben hatte Linde angedeutet, daß seine Frau tot sei und auf einer kleinen Insel in einem See begraben liege. Nach längerem Suchen gelang es am Donnerstag der Polizei die Stelle zu finden, auf die Linde in seinem Briefe angespielt hatte. Sie liegt auf einer kleinen Halbinsel des Treplin=Sees, der von der Berlin— Frankfurter Chaussee durchschnitten wird. Auf der kleinen Halbinsel zeigte sich frisch ausgeworfene Erde und in etwa 1 Meter Tiefe stieß man auf die Leiche der Frau Linde. Wahrscheinlich hat Linde seine Frau im Auto erschossen und die Leiche dann etwa 40 Meter weit bis zur Grabstelle getragen. Die Tat hatte er vermutlich vorbereitet. Durch eine Granate zerrissen Wenn man Bomben fabrizieren will Warschau, 11. 4. In dem ostgalizischen Dorf Wierczany wurde der Ukrainer Kiba durch die Explosion einer aus dem Kriege stammenden Granate, die er unvorsichtig handhabte, zerrissen. Bei der polizeilichen Untersuchung in der BeBerlin kämpft gegen den Lärm hausung des Verunglückten wurden große Vorräte an Explosivstoffen gefunden, die offenbar zur Herstellung von Bomben bestimmt waren. Kiba war Mitglied der geheimen Ukrainischen Gesellschaft Surma. Freunde des Museums Große Diebstähle im Wiener Arsenal Wien, 11. 4. Nachts drangen unbekannte Täter in das im Arsenal befindliche Heeresmuseum, das nicht unter militärischer Bewachung steht. U. a. wurden gestohlen zwei Vitrinen mit 100 MariaTheresienorden aus der Zeit der Befreiungskriege bis zur jetzigen Zeit, weiter aus der Zeit der Freiheitskriege ein großer silberner vergoldeter Pfosten von der Fleischhauerinnung mit Dukaten gefüllt, zahlreiche goldene und silberne Tapferkeitsmedaillen und aus der Zeit des Feldmarschalls Radetzky die beiden Schlüssel der Festung Venedig nach der Erstürmung Venedigs im Jahre 1849, der aus Stahl hergestellte vergoldete Schlüssel der Stadt Mailand, den Feldmarschall Radetzky im Jahre 1848 Kaiser Franz Joseph übersandte, ferner ein goldenes Halsband mit Diamantenkreuz. Genau vor 40 Jahren, in der Nacht zum 10. April, ist der Marschallstab Radetzkys, den Kaiser Franz Joseph und die gesamte Armee dem Feldmarschall zum Geschenk gemacht hatten, gestohlen worden. Auch Automaten versagen Explosion eines Glühosens Solingen, 11. 4. In der Aluminium= und Metallgießerei von Rudolf Rautenbach in Mangenberg explodierte im Gebäude der Mischereiabteilung ein elektrischer Glühofen. Glücklicherweise ereignete sich das Unglück zu einer Zeit, als die Belegschaft noch nicht erschienen war. Nur vier Personen befanden sich im Mischgebäude. Davon wurden zwei leicht verletzt. Die Ursache der Explosion, durch die das Mischgebäude zerstört und zahlreiche Häuser in der Nachbarschaft schwer beschädigt wurden, konnte noch nicht aufgeklärt werden, doch nimmt man an, daß die automatische Regulierung des Glühofens versagt und der Ofen sich infolgedessen überbitzt hat. Selbstmord eines Küstenwehroffiziers. Ein Oberleutnant der Marineartillerie in Kiel, gegen den bei der Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Diebstahls schwebte, wurde in einer Feldmark erschossen aufgefunden. Der Tote hatte den Dienstrevolver noch in der Hand. Berliner Schupostreise notiert einen Motordreirad=Fahrer, der mit geöffnetem Auspuff fuhr In Berlin hat nun die Anti=Lärm=Liga, die unter Leitung des Malers Mopp(Max Oppenheimer) steht, energisch den Kampf gegen den Großstadtlärm ausgenommen und die Behörde zu erhöhter Wachsamkett gegen jeglichen unnötigen Lärm veranlaßt. Die modernen Möbel „Aha, Ihr Vater ist Arzt— das ist sein Operationsraum?“ „Nein, das ist unser Wohnzimmer!“ („Berlingske Tidende") Stampfe, ung er Vehende Haut! Bann ver wenden Sie die falsche Benle stellt Herr Rust in Hamburg fest „Wenn Sie wüßten, wieviele Seifen aus minderwertigen Oelen und ranzigen Fetten hergestellt werden, dann würden Sie verstehen, warum der Wert der feinen Palm- und HerrRust, der moderne Kosmetiker. dessen meuer Salon aufdareleganturte und bygienischete eingerichtet int. Olivenöle, die in der Palmolive-Seife enthalten sind, so stark beront wird.“ PalmoliveSeife enthält keine anderen Fette, nur Pflanzenöle, die der zartesten Haut nicht schaden können.„Voraussetzung für jede Schönheitspflege bilder die täglich zweimalige Waschung mit Palmolive-Seife, deren feiner Schaum die Haut gründlich reinigt, zart und frisch erhält.“ KLSSIS, frasterssder 4 40 Pf. westsaltsche neueste Nlachrichten Nr. 86 Seite 10 Freitag, 11. April 1930 Nedes aus auer Wen Die Fliegee-Brüder Wolfram Hirth erhält den Hindenburg=Pokal Berlin, 11. 4. Der Reichspräsident hat den HindenburgPokal für Leichtflugzeuge dem Dipl.=Ing. Wolfram Hirth überwiesen. Der Hindenburg=Pokal ist in diesem Jahre von dem schen Luftfahrt=Verband zum zweiten Mal ausgeschrieben worden. Im vorigen Jahre war der Gewinner Frhr. von König=Warthausen, er gewann die Prämie durch seinen Weltflug. Der Hindenburg=Pokal hat den Zweck, das Sportfliegen reiner Amateure mit Leichtflugzeugen zu fördern, die sich als Privatleute eigene Flugzeuge kaufen und mit ihnen größere Leistungen vollbringen. Belohnt wird die größte Leistung des Jahres. Zu dem Pokal wird eine Zusatzprämie von 10000 RM. gegeben.„„„ Dipl.=Ing. Wolfram Hirth, der am 28. Februar 1900 geboren ist, ist der Bruder des bekannten Fliegers Helmuth Hirth, der schon zu Beginn der Fliegeret sich einen Namen in der ganzen Welt gemacht hat. Wolfram Hirths Leistungen in diesem Jahre bestanden in der Teilnahme an dem Internationalen Europa=Rundflug, einem Flug nach der Insel Man in der Irischen See und einem Flug nach Süditalien und zurück über Süd=Frankreich. Die Stinnes-Insel im'smeer Ein sonderbarer Streit Kopenhagen, 11. 4. In Oslo wird in diesen Tagen, wie die „Kölnische Zeitung“ meldet, ein Prozeß um die Eigentumerechte an der Insel Jan Mayen im nördlichen Eismeer geführt. Sowohl vom norwegischen Staat wie auch von privater Seite werden Ansprüche auf die Insel erhoben. Ein alter Seemann verlangte, als Zeuge vernommen zu werden. Er legte Schriftstücke vor, woraus hervorgeht, daß er die Insel vor vielen Jahren als Eigentum erworben und 1917 mit dem norwegischen Staat über den Verkauf der Insel verhandelt hat. Damals wurde nichts daraus, weil der Preis dem Staat zu hoch erschten. Dann verkaufte er die Insel an Hugo Stinnes für eine Million Kronen. Der Zeuge legte Briese vor, worin Stinnes sich bereit erklärte, ihm je 330000 Kronen drei Jahre lang in bar zu zahlen. Ferner teilte der Zeuge mit, daß die norwegische Regierung, als sie das erfuhr, ihn gezwungen habe, die Insel an den norwegischen Staat für 10000 Kronen zu verkaufen. Der Zeuge ist jetzt der Meinung, daß auch er das Besitzrecht des Staates an der Insel anfechten könne. Amerika in Deutschland Deutschland=Fahrten amerikanischer Reisegesellschaften Hamburg, 11. 4. In der kommenden Saison werden in Deutschland namentlich zum Besuch der Oberammergauer Passionsspiele und der Weltkraftkonserenz in Berlin wiederum zahlreiche amerikanische Reisegesellschaften erwartet. Unter anderen sind dies der Bushwick Travel Club, New York, der Bayerische Volksfest=Verein, Bronx, N.., zusammen mit dem Bayerischen Nationalverband von Nordamerika, die Badischen Vereine in Amerika, der Hessen=Darmstädter VolksfestVerein, New York, der„Heimatbote“, Chicago die Artisans=Party, New York, usw. Außerdem führen die Catholic Knights of St. George eine Pilgerreise nach Europa aus. Endlich wird die Hamburg=Amerika=Linie noch geschlossene Europareisen von Teilnehmern an der Weltkraftkonferenz in Berlin, dem Badener Heimattag und der Befreiungsfeter in der Pfalz veranstalten. Sämtliche Reisen werden bis zu einigen hundert Teilnehmern umfassen. Milchreis und Erbsen Ein Kurpfuscher kam zu einem Arbeiter, der mit Magenschmerzen im Bett lag, und verordnete ihm Milchreis. Nach einer Woche hatte der Arbeiter den Milchreis satt und aß, weil ihm nicht geholfen war, Erbsen mit Sauerkohl. Da ließen die Magenschmerzen plötzlich nach. Als der Kurpfuscher das hörte, par er sprachlos und notierte sich das Rezept. Dann klagte auch ein Hausbesitzer über Magenschmerzen. Dem verordnete er sofort Erbsen mit Sauerkohl. Aber der Hausbesitzer litt an Magenkrebs und starb ziemlich schnell. Da notierte der Kurpfuscher in seinem Buche: „Erbsen mit Sauerkohl gut für Arbeiter, aber nicht für Hausbesitzer.“ Unfall des=Zuges Berlin—Frankfurt a. M. Der=Zug 2 Berlin—Frankfurt a. erlitt einen leichten Unfall. Auf der Strecke Berlin—Halle brach kurz vor der Station Muldenstein die linke Triebstange der Lokomotive. Die Triebstange hatte sich in den Oberbau gerammt, wodurch fünf eiserne Schwellen stark beschädigt wurden. Von den Insassen wurde niemand verletzt. Raubmord an der Großmutter. Vor dem Strafgericht in Amiens erschien in der Uniform der Fremdenlegion der 28 jährige Froissart, der vor vier Jahren seine 75 Jahre alte Großmutter ermordet hatte, um sie zu berauben. Nach der Tat war der Mörder in die Fremdenlegion eingetreten, die ihn auslieferte. Das Urteil lautete auf Todesstrafe. Poekische Polizei Die Polizeiverwaltung des schönen Elbestädtchens Lauenburg veröffentlicht nachstehende Bekanntmachung:„Willst du liebe Nachbarn nicht verdrießen, vergiß jetzt nicht die Hühner einzuschließen! Sie scharren, picken in der grünen Saat und hinterher folgt auch das Strafmandat: Na ja, warum nicht immer so? Verfahren gegen Bauwächter Schulz eingestellt. Das Verfahren gegen den Bauwächter Schulz wegen Ermordung der Hilde Zävernick ist eingestellt worden. Vatrers Dame(zum Optiker):„Entschuldigen Sie die Frage, mein Herr, aber mein Sohn möchte zu gern wissen, wie man das ausspricht!“ („Passing Show“) dort Oiner bagt Uo dem undern Mimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm mäntel und anzüge nur be epeko kaufen!—— denn! ist die auswahl riesengroß! die qualitäten sind erprobt gut! die verarbeitung u. zutaten hervorragend vor ellen dingen aber——— die preise enorm billig! sie brauchen nicht lange zu suchen, da nur 4 preislagen mk. 108.- 88.- 68.- 48.einheitspreiskonfektion g. m. b. h. niederwall 9 neben schuhhaus steinrück sonntag von 11½—8 uhr geöffnet Zwangsverstelgerung Zwangsverteigerung. Zwangsverstelgerung Am Sonnabend, den 12. April 1930, vorm. 10 Uhr, versteigere ich in der Auktionshalle, Hermannstr. 1, hierselbst: 3 Büsetts, 1 Kredenz, 5 Klubsessel, 1 Ring mit Brillauten, 1 Tresen, 1 Chaiselongue mit Decke, 1 Plüschsessel, 1 Schreibtisch mit Sessel, 1 rd. 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Am Sonntag geöftnet von ½12 bis ¼8 Uhr Neren- I NerrenSocken Handschuhe Freitag, 11. April 1930 „ schesrenest.....„ Nr. 86 Viertes Blatt Johannner Nur zwei Orden werden in Deutschland geduldet: das Ehrenzeichen Erster und Zweiter Klasse des Roten Kreuzes, das der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, der demnächst von seinem Amt als Landesdirektor der Provinz Brandenburg zurücktretende Herr von Winterfeldt verleiht, und das weiße emaillierte achtspitzige Kreuz mit dem Adler zwischen den Spitzen, das der Johanniterritter als Halsorden trägt. Dieser Orden ist als Zeichen der Zugehörigkeit zu einem carttativen Verein zugelassen. Er unterhält mehr als dreißig Kranken= und Siechenhäuser und hat dienende Brüder und Schwestern in diesen. Der „durchlauchtigste Herrenmeister“, wie der Prinz Oskar von Preußen offiziell betitelt wird, pflegt daher mit stillschweigender Zustimmung des Reichsinnenministeriums in jedem Frühjahr neue Ehrenritter und Rechtsritter des Johanniterordens zu ernennen. Vor 1914 konnte nur derjenige Ehrenritter des Ordens werden, dessen Familie vierzig Jahre adlig war, der über dreißig Jahre zählte und als höherer Beamter und Offizier im Range mindestens eines Hauptmanns oder als selbständiger Landwirt finanziell auskömmlich gestellt war. Die Aufnahme in den Orden als Ehrenritter kostete tausend Mark, der jährliche Beitrag sechzig Mark. Man hat nun nicht nur diese Summe erheblich herabgesetzt, sondern auch, da der Adel inzwischen in großer Zahl in das Erwerbsleben gegangen ist, viele kaufmännische Angestellte und Bankbeamte, das heißt unselbständige Persönlichkeiten aus adligen Familien, in den Orden ausgenommen. Vor 1914 gab es überhaupt, von einigen Ausnahmen abgesehen, keinerlei Kaufleute oder Industrielle im Orden. Diese Ausnahmen waren der Bankier Wilhelm von Krause, Chef des alten, aus einer Weinhandlung hervorgegangenen Bankhauses F. W. Krause& Co.— sein Vater hatte 1873 den preußischen Erbadel erhalten— und sein Schwiegersohn und Sozius Herr von der Planitz. Eine weitere Ausnahme bildete der Generaldirektor der Deutschen Waffen= und Munitionsfabriken Herr von Gontard, ein Bruder des Generals à la suite Wilhelms II. Herr von Krause und Herr von Gontard haben dem Orden große zummen geschenkt. Uebrigens genügten die oben erwähnten Eigenschaften allein nicht für den Eintritt in den Johanniterorden. Vorbedingung war auch eine gewisse Korrektheit in der Lebensführung. So ist es zum Beispiel einmal vorgekommen, daß der aktive Rittmeister eines der vornehmGen Kavallerieregimenter aus altangesessener Familie den erbetenen Johanniterorden nicht ##hielt. Grund: Er war ein wilder HasardSpieler, so daß sein Vater verschiedene Male große Spielschulden für ihn hatte zahlen müssen. So wurde dann der Lebenswandel und die Gesinnung eines jeden, der den„durchlauchtigsten Herrenmeister“ in einem offiziellen Gesuch um Aufnahme in den Orden gebeten hatte, von dem zuständigen Kommendator der Provinz eingehend geprüft. War er diesem weder mittelbar noch unmittelbar bekannt, so wurde der Gesuchsteller meistens aufgefordert, schon lange dem Orden angehörende Johanniterritter zu benennen; diese hatten dann Gewähr für seine„respectability“, wie der Engländer sagt, zu übernehmen. Die gegenwärtige Organisation des Johanniterordens ist der früheren des Malteserordens nachgebildet worden. Die Ordensmitglieder zerfallen in Kommendatoren, welche unter dem Vorsitz des Herrenmeisters das Ordenskapitel bilden, Rechtsritter, die in der Kirche zu Sonnenburg das Ordensgelübde abgelegt und den Ritterschlag erhalten haben, und Ehrenritter. Das Ordensgelübde der Rechtsritter besteht in dem Versprechen, der christlichen Religion, besonders der evangelischen Konfession, getreu zu bleiben, würdigen Wandels sich zu befleißigen, und dem Protektor des Ordens, dem König von Preußen, treu zu sein. Aus diesem Grunde erregte es großes Aufsehen, als der Reichsfinanzminister von Schlieben, damals noch ein republikanischer Reichsbeamter, während seiner Ministerzeit in Sonnenburg als Rechtsritter das Gelübde ablegte.„ Der Johanniterorden hatte noch Anfang des neunzehnten Jahrunderts große Besitzungen in Preußen. Sie wurden 1810 und 1811 sequestiert, der Orden selbst aufgelöst. An Stelle und zum Andenken an ihn stiftete dann Friedrich Wilhelm III. im Mai 1812 als Auszeichnung für ehrenvolle Dienstleistung und als Beweis königlicher Gnade den„Ritterlichen Orden St. Johannis vom Spital von Jerusalem“, abgekürzt Johanniterorden genannt. Er wurde allein vom König verliehen, und zwar nur an Adlige. Friedrich Wilhelm IV. gab zwar dem Orden die eingezogenen Güter nicht wieder zurück, erneuerte ihn aber, indem er die Balley Brandenburg wiederherstellte und seinen Bruder, den Prinzen Karl, zum Herrenmeister einsetzte. Der jeweilige preußische König war Protektor des Ordens, dessen Ehren= und Rechtsritter auf Vorschlag des Herrenmeisters von ihm ernannt wurden.sl3 Nachdem Prinz Karl 1883 gestorben war, ernannte Wilhelm l. seinen Neffen, den Prinzen Albrecht, späteren Regenten des Herzogtums Braunschweig, zum Herrenmeister. Als er 1906 starb, sollte diese Würde auf seinen ältesten Sohn den Prinzen Friedrich Heinrich übergehen. Der Kaiser hatte auch schon seine Zustimmung gegeben und die feierliche Investitur in der Sonnenburger Ordenskirche stand bevor, als Maximilian Harden in einem Artikel in der Zukunft Anspielungen auf die gleichgeschlechtliche Betätigung des Prinzen machte. Dieser verzichtete infolgedessen auf die ihm angebotene Würde. An seiner Stelle wurde Prinz Eitel Friedrich Herrenmeister des Ordens. Als sich dann Prinz Eitel Friedrich im Herbst 1926 von seiner Gattin, einer Tochter des Großherzogs von Oldenburg, scheiden ließ und in dem Ehescheidungsprozeß für den allein schuldigen Teil erklärt wurde, wandte sich die Strenge des Johanniterordens gegen seinen eigenen Herrenmeister. Prinz Eitel Friedrich trat zurück. Sein jüngerer Bruder Prinz Oskar wurde zum Herrenmeister gewählt. Er ist froh, diese Würde, die ihm eine gewisse Tätigkeit gibt, zu bekleiden, denn er hatte den landwirtschaftlichen und auch den kaufmännischen Beruf aufgegeben, weil ihm beide keine Befriedigung gewährten. Ko0. Sonntag ist unser Geschäft von 11½—5¾ Uhr durchgehend geöffnet. * ** * — Freitag, 11. April 1930 westichlische nleueste Nachrichten Nr. 86 Seite 12 Aus der AWer motorrad rast gegeneinen wagen m nicht einmal von dem Vorfall während der Vorführung etwas gemerkt.". „n]. Wir zweifeln weder daran, oaß das LichtEin Toter und ein Schwerverley##er spieltheater nach den neuesten polizeilichen Abede 10 4. Vorschriften gebaut ist, noch daran, daß ein so 38 N269c:.—. interessanter, Film gespielt worden sein muß, Der Motorradfahrer Eickholt und daß die Besucher von dem Feuer nichts gesein Beifahrer Dannenbaum, beide aus merkt haben. Rheda, kamen am Mittwoch von Beelen, als ihnen der Landwirt Friehe aus Harsewinkel mit seinem Wagen entgegen kr. Schwarzenmoor bei Herford, 10. 4. Ein Auto auf der Straße verbrannt lam. Dieser hatte ein Pferd gekauft und es an sein anderes Pferd gekeppelt, das Wagen zog. Da das Gefährt unbel##uchtet oder unzureichend beleuchtet gewefen sein soll, fuhren die beiden Fahrer in voller Wucht gegen den Wagen. Eickholt wurde auf der Stelle getötet. Dannenbaum zog sich einen doppelten Oberschenkelbruch und schwere Kopfverletzungen zu. Ein Bahnangestellter, der den Vorfall beobachtete, benachrichtigte sofort den Arzt, der Dannenbaum ins Beelener Krankenhaus brachte. Am folgenden Tage wurde ins Krankenhaus nach Rheda überAm Donnerstag gegen 11 Uhr fing ein Herforder Personenauto auf der Straße Herford—Exter durch einen Vergaserbrand Feuer und brannte vollständig aus. Personen sind dabei nicht zu Schaden gekommen. hh. Herford. Jubiläum. Der Maschinen= meister Hellweg und der Zeichner Schluh können ihr 25jähriges Dienstjubiläum im Dienste der Firma Seiler& Hüsemann seiern. hh. Herford. Die erste Geflügelsarm im Stadtkreis. Auf dem Gelände des Landwirts Detring in der Altstädter Feldmark ersteht die erste Geflügelfarm im Stadtkreise Herford. Auf einem Gelände, das zunächst einen Morgen groß sein soll, ist der erste Geflügelstall errichtet worden. 900 Küken sollen in nächster Zeit hier untergebracht werden, während bis zum Herbst der ganze Legegeführt, wo er schwer danieder liegt. Das betrieb eingerichtet und noch 300 weiße Leghornhennen angeschafft werden sollen. Die Farm, die im Motorrad wurde vollstandig zertrummert. Der Mindener Kreishaushalt angenommen v. Minden, 10. 4. Die Kreistagssitzung am Donnerstag verlief wesentlich ruhiger als die vorige, was wohl darauf zurückzuführen ist, daß erstmalig nur Zuhörer mit Platzkarten zugelassen wurden. Das Kollegium beschäftigte sich mit dem Haushaltsplan für 1930. Der Landrat teilte mit, daß die Einwohnerzahl im Kreise Minden von 121000 im Jahre 1928 auf 125000 im Jahre 1929 gestiegen sei, während die Zahl der Erwerbslosen im gleichen Zeitraum von 6000 auf 3000 gesunken sei. Der Kreistag beschloß, die Kraftfahrzeugsteuer zu erhöhen. Dann wurde der Etat beraten, wobei die einzelnen Fraktionen ihre Wünsche für das neue Rechnungsjahr bekannt gaben. Gegen die Stimmen der Nationalsozialisten und der Rhmmunisten wurde der Haushaltsplan angenommen. Der ordentliche Haushalt schließt in Einnahme und Ausgabe mit 2698,000 RM. al. Die außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben belaufen sich auf 155000 RM. Trotz der Erhöhung des ordentlichen Haushalts um 90000 RM., brauchte die Kreisumlage nicht gum, erhöht zu werden. Zugestimmt wurde einem Vertrag, der die Uebernahme der Kreisstraße Minden—Lahde— Leese mit Wirkung vom 31. März 1930 durch die Provinz Westsalen vorsieht. Laufe der Zeit noch erwettert werden soll, wird bis zum Herbst sertiggestellt werden. F. Stist Quernheim. Der Verein ehemaliger Fronttruppen Stift Quernheim besitzt jetzt eine eigene Musikkapelle. Den ersten Beweis ihrer Tüchtigkeit will die neue Kapelle am 2. Ostertage im Saale des Gastwirts Th. Oberbrakensiek in Klosterbauerschaft liefern. F. Stift Quernheim. Der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1930 wurde in Einnahme und Ausgabe mit 32 400 RM. festgesetzt. Der Fehlbetrag soll gedeckt werden durch 225 Proz. der staatlichen Grundvermögenssteuer, 350 Prozent der Gewerbesteuer vom Ertrage und 450 Prozent der Gewerbesteuer vom Kapital. F. Quernheim. Der Haushaltsplan wurde in Einnahme und Ausgabe auf 29 350 RM. festgesetzt. An Steuern sollen erhoben werden 225 Prozent der Grundvermögenssteuer, 350 Prozent der Gewerbesteuer vom Ertrage und 450 Prozent vom Kapital. Sofern die Mittel es gestatten, sollen die vom Kreisarzt beanstandeten Mängel in der Schule im laufenden und in den folgenden Rechnungsjahren beseitigt werden. F. Klosterbauerschaft. In der Gemeinderatssitzung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Der für das Rechnungsjahr 1930 entworfene Haushaltsplan wurde in Einnahme und Ausgabe mit 38 100 RM. festgesetzt. 2. Der Fehlbetrag soll gedeckt werden durch 275 Prozent der staatl. Grundvermögensteuer, 450 Prozent der Gewerbesteuer vom Ertrage und 000 Prozent der Gewerbesteuer vom Kapital. F. Kirchlengern. Hohe Alter. Herr Karl Fischer seierte am Donnerstag seinen 80. Geburtstag.— In Häver kann der Landwirt Wilhelm Pelker auf ein Lebensalter von 85 Jahren zurückschauen. Er ist der Aelteste dieser Gemeinde. F. Häver. Kriegervereinssitzung. Es sand eine lebhafte Aussprache über das Amtskriegerverbandsfest am 19. und 20. Juli in Häver statt. Ein Festausschuß, bestehend aus den Mitgliedern Bergmann, Kassebaum, Knollmann, Heitkamp und Lohhoff, soll die vorbereitenden Arbeiten erledigen. Eine Teilnahme am Kriegervereinsfest in Tengern am 26. und 27. April lehnte der Verein wegen seines eigenen Amtskriegerverbandsfestes ab. Aus dem Freistaat Lippe Der Reichssparkomm'ssar komm! Aus Gütersloh (Wer ist der Dieb? Am 8. April gegen 22 Uhr wurde in einer Besitzung an der Münsterstraße ein Diebstahl verübt. Gestohlen wurden: eine goldene Sprungdeckel=Herrenuhr, eine goldene feingliebrige Herrenuhrkette, ein Paar goldene Menschettenknöpfe und ein Paar braune Herren=Halbschuhe. Der Täter wurde bei der Tat beobachtet und vertrieben. Er mußte die Kleidungsstücke, die er sich an das Hoftor zum Abholen bereit gelegt hatte, im Stich lassen, ebenso eine braune Aktentasche mit einer alten Arbeitsjacke. Der Mann ist etwa 22 Jahre alt, mittelgroß, schlank und hat dunkles Haar. Es kann sich um eine Person handeln, die früher hier bei einem Landwirt in Arbeit gewesen ist. Es liegen deshalb die Aktentasche und die Arbeitsjacke im Rathaus(Zimmer 6) zur Besichtigung bereit. X Landfrauenvereinigung des Kreises Wieden. brück Die Landfrauenvereinigung des Kreises Wiedenbrück, die sich vor einiger Zeit bildete, und die eine konfessionell und politisch neutrale Vereinigung der Landfrauen ist, deren Männer schon organisiert sind, hielt vor einigen Tagen seine erste beratende Ausschußsitzung ab. Die Vereinigung hat sich Aufgabe gestellt, die Einrichtung von Wanderlehrgängen, Lehrwirtschaften und Absatz der Landesprodukte auf genossenschaftlicher Grundlage. Die Landwirtschaftskammer, die die Landfrauenvereinigung als Berufsvertretung anerkannt hat, wird ihren behördlichen und techntschen Apparat zur Verfügung stellen. Am 15. Mai wird der erste öffentliche Landfrauentag in Wiedenbrück veranstaltet werden. X In den Ruhestand getreten Die Konrektorin Fräulein Katharine Düchting, die 42 Jahre lang an der katholischen Volksschule tätig war, ist in den Ruhestand getreten. Wieder eine Besitzung abgebrannt wp Diepholz, 10. 4. In dem Wirtschaftsgebäude des Hofbesitzers Wehrkamp im benachbarten Graftlage brach in der Nacht gegen 3 Uhr ein großes Schadeufener aus. Das Vieh konnte in Sicherheit gebracht werden, während von dem Wirtschaftsinventar fast nichts mehr gerettet werden konnte, zumal das Feuer an den Erntevorräten reichlich Nahrung fand und sofort auf die angrenzende Scheune übergriff. Die Gebäude brannten bis auf den Grund nieder. Der Kinobrand in Bünde Bünde, 10. 4. Zu unserem Bericht am Donnerstag „Kinobrand in Bünde“ schreibt uns die Leitung der Bunder Lichtspiele u..: „Es ist richtig, daß ein Filmstreifen Feuer gefangen hat. Der gefährdete Filmstreifen wurde rechtzeitig entfernt und ist lediglich im Eingang, ca. 10 Meter tiefer vom Operations= raum entfernt, verbrannt. Eine Löschung des Feuers hat überhaupt nicht stattgefunden, denn nachdem der Filmstreifen verbrannt war, war auch jede Gefahr beseitigt, wenn überhaupt von einer Gefahr die Rede sein kann. Unser Theater ist nach den neuesten polizetlichen Vorschriften gebaut, so daß eine Feuergefahr tr Detmold, 10. 4. Noch im Laufe des Monats April wird der Reichssparkommissar in Lippe seine Tätigkeit aufnehmen. Um die Arbeit des Sparkommissars oder seines Vertreters zu erleichtern, wird das Landespräsidium bei den Vorarbeiten nach den Grundsätzen verfahren, die in anderen Ländern befolgt wurden. Dem Sparkommissar wurde bereits viel vorbereitendes Material zugeleitet. Voraussichtlich wird die Tätigkeit des Sparkommissars in Lippe schon im Juli abgeschlossen werden. Schaffl Arbeit für Wanderarbeiter ir. Detmold,.4. Mehrere stellungslose“ Wanderarbeiter aus dem Extertal hatten das Landespräsidium in einer Eingabe um Bereitstellung von Arbeiten gebeten. In dem Antwortschreiben des Präsidiums heißt es u..: Das Landespräsidium hat in Verbindung mit der Regierung, Wirtschaftsabteilung, die Frage bereits geprüft, in welcher Weise den anzuerkennenden besonderen Notständen dieses Frühjahrs abgeholfen werden kann. Es läßt sich von hier aus leider daran nicht viel ändern, daß in den Gebieten, in denen unsere Wanderarbeiter bis jetzt Arbeitsgelegenheit gehabt haben, in stärkerem Maße als bisher auf die Arbeitslosen zurückgegrifsen wird, die in den betroffenen Orten ansässig sind. Ob im lippischen Norden und im Extertal noch besondere Arbeitsgelegenheiten berettet werden können, soll noch geprüft werden. Anregungen müßten in jedem. dem bisher Meldeamt und Polizeiwache untergebracht waren, hatten sich viele Interessenten eingesunden. Von der Stadt war das Verkaussobjekt mit 25 000 RM. angesetzt worden. Die Höchstgebote betrugen 30.000 und 30 200 RM. Der Zuschlag ist noch nicht erteilt worden. tr. Detmold. Warnung vor einem Schwindler. Auf eine raffinierte Art sucht im Lipperlande ein Schwindler Dumme und findet sie auch. Er sucht sich seine Opfer in den Kreisen, die vor dem Kriege bei der Friedrich Wilhelm=Lebensversicherungs=Gesellschaft versichert waren. Er gibt sich als Vertreter dieser Gesellschaft aus und erklärt, daß die Leute am Ende des Jahres ihr Geld erhalten würden, wenn sie jetzt einen Betrag einzahlen würden. So konnte# er in Belle in zwei Fällen Geldbeträge in Höhe von 20 und 40 RM. einkassieren. Der Betrüger tritt sehr gewandt auf und fährt mit einem Auto vor. Er ist etwa 35 Jahre alt, von mittelgroßer, schlanker Figur. tr. Blomberg. Der Haushaltsplan wurde in der letzten Stadtverordnetensitzung endgültig verabschiedet. Der Etat balauziert zwar in Einnahme und Ausgabe, do ist eine Gewähr für den tatsächlichen Eingang der Einnahmeposten nicht gegeben. Ferner beschäftigten sich die Stadtverordneten mit der Gehaltsfestsetzung des Bürgermeisters. Es kam eindentig zum Ausdruck, daß das Stadtoberhaupt sehr viel Repräsentationspflichten habe und daher mit einem Monatsgehalt von 395 RM. nicht auskommen könne. Ein endBeschluß wurde jedoch noch nicht gefaßt. tr. Schlangen. Gendarmeriebeamte fahren gegen eine Hecke. Auf der Landstraße an der Ecke der Fürstenallee ereignete sich ein Motorradunfall. Der mit der Straßenkontrolle beauftragte Gendarmerie= beamte hatte auf dem Heimwege einen anderen Gendarmeriebeamten auf dem Soziussitz mitgenommen und fuhr in Richtung Schlangen. Angeblich wegen Versagens der Bremse fuhr das Rad gegen eine an dieser Stelle befindliche Hecke eines Privatbesitzers. Beide Fahrer kamen zu Fall und zogen sich Verletzungen zu. tr. Barntrup. Angeblich wegen Versagens der Steuerung fuhr das Postauto auf den Bürgersteig. Der des Weges kommende Bankbeamte F. Nolte wurde vom Kotflügel erfaßt und zu Boden geschleudert. Besinnungslos wurde er fortgeschafft. Die Wirtschaftskonferenz, die in dem] kr. Heidelbeck. Für seine Tat nicht Die Wirtschaftskonserenz, die in denz verantwortlich? Wir berichteten vor Schreihen angekündigt wird, finoet am 15. Aprl. einigen Tagen von einem Ueberfall auf eine in Bösingfeld natt. Konftrmandin. Wie jetzt bekannt wird, soll der bg. Bad Calzuslen. Die Stadt verkauft verhaftete junge Mann schwachsinnig sein, Vom Sohn im Brunnen erlränkt Rheine, 10. 4. Ein schweres Verbrechen trug sich in der Bauernschaft Neuenkirchen zu. Dort hat der Maurer Heinrich Puls seinen Vater, den Landwirt Gerhard Puls, in den Brunnen geworfen, so daß dieser ertrank. Heinrich Puls erschien am nächsten Tage bei der Neuenkirchener Polizei und gab an, daß sein Vater betrunken in den Brunnen gefallen und ertrunken sei. Da indessen bekannt war, daß in der Familie Puls des öfteren Streitigkeiten herrschten, so wurde die Meldung mit Mißtrauen ausgenommen und Heinrich Puls vorläufig verhaftet. Bei der Vernehmung verdichteten sich die Verdachtsmomente gegen Puls derart, daß dieser endlich das Geständnis ablegte, er habe den Vater, als dieser betrungen nach Hause gekommen sei. dabei skandaliert und ihn beschimpft habe, außer sich vor Erregung gepackt und in den Brunnen geworfen. Der Tod auf den Schienen 1 Unna, 10. 4. Am Mittwoch gegen 12 Uhr wurde auf der Strecke Unna=Bönen der Reichsbahnleitungs= aufseher Karl Landwehr von einem Eilzug erfaßt und getötet. Der Unfall ist auf die Unachtsamkeit des Beamten zurückzuführen. sich fragen, wiewett das Reich für die Durchführung der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge noch Mittel zur Verfügung stellt. Das Landespräsidium bereitet erneute Vorstellungen bei der Reichsregterung vor. In der nächsten Zeit soll auch auf einer Wirtschaftskonferenz für das Extertal eine Aussprache über die Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten stattfinden. Das Landespräsidium verkennt nicht, daß die Wanderarbeiter unter der Ungunst der Wirtschaftslage zurzeit besonders zu leiden haben. Alle Hilfsmaßnahmen, die vom Lande aus unterstützt werden können, würden für die nächste absehbare Zeit leider immer nur einen geringen Erfolg haben, und es muß daher mehr als je Wert darauf gelegt werden, daß in planmäßiger Arbeit die Unterbringung der lippischen Wanderarbeiter in dauernden Arbeitsstellen gefördert wird. Hieran will es das Landespräsidium nicht fehlen lassen. nicht bestand. Eine Panik unter den Besuchern ein Haus. Zu dem auf dem Rathause angesetzten so daß man ihn für seine Tat nicht verantwortist nicht ausgebrochen, unsere Besucher hatten Verkauf des städtischen Gebäudes am Markt 7, in lich machen kann. n in dem Die verhenten, die Wesliür. Nedesten Nruch. uuf! Eri-HoDi für den Osterkuchen Die teuerste Zutat für den Osterkuchen ist Butter: Und gerade hier ist es Ihnen leicht gemacht, zu sparen: Nehmen Sie Frl-Ho-Di-Margarine, sie ist mit süßem Rahm zubereitet und kostet trotzdem nur halb so viel wie Butter. Seim Einkauf von 1 Pfund Fri-Ho-Di erhalten Sie kostenlos eins der bei Jung und Alt belichten Frl-Ho-Di- Unterhaltungasplele F. Remerloh. Der neue Haushaltsplan wurde von der Gemeindevertretung beraten und angenommen. Er stellt sich in Einnahme und Ausgabe auf 10101 RM. Zur Deckung des Fehlbedarfs sollen für das Rechnungsjahr 1930 erhoben werden 225 Prozent der staatlichen Grundvermögenssteuer, 400 Prozent der Gewerbesteuer vom Ertrage und 5100 Prozent vom Kapital. 7. Blotho. Kirchensteuerzuschläge. Die Gemeindevertretung der reformierten Kirchengemeinde hat beschlossen, im Rechnungsjahr 1930 an Kirchensteuer die gleichen Sätze wie im Vorjahr, also 10 v. H. der Einkommensteuer, zu erheben. Alle nicht Einkommensteuer oder Lohnsteuer zahlenden Gemeineglieder über 18 Jahre haben ein Kirchengeld von 2 RM. zu entrichten. Iz. Gohfeld. Ihren 70. Geburtstag seiert die Witwe Charlotte. Heinrichsmeyer aus Depenbrock. veilzahl. Qualitäts-Schunwaren nur im Schamhaus-Verteilhaft Niederwall S, Eingang Körnerstraße. 8 Auun etrng. n 191 Farben: Lacke Zinsel FOTO-ARTIKEL ENTWICKELN UND KOPIEREN Leiten in großer Auswahl Verbandstoffe Weine ** earmibelt schriftl.##afis Verlag. Müncben C 4 Pier Aus Gel##- o 46 Boit Probenummern gratie und franko Verlag: Dr. Selle-Eyeler A.., Berlin SW 68 atent- Ingenieur eran Ralgt. beeid. 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Einr., Gas, el., abgeschl., Gestmiete 720 M. Sämtliche Wohnungen kommen für Inhaber von Mietberechtigungskarten, die nungen Nr. 7 bis 9 auch für andere Wohnungssuchende in Betracht. Letztere müssen nach Besichtigung der Wohnungen schriftlich unter Angabe der Nummer der grünen Ausweiskarte sich beim Wohnungsamt bis 16. d. Mts. bewerben. Wohnungsamt Bieleseld. Antliche Dehoustmachunngen Bekannimachung betr. den Amtefeiedhol in Schildesche. Die Besitzer von Grabstellen— Wahl= und Reihengräber— auf dem Amtsfriedhof in Schildesche werden hierdurch aufgefordert, unverzüglich, spätestens aber bis zum 30. April 1990 die ordnungsmäßige Instandsetzung der Grabstellen vorzunehmen. Nach diesem Zeitpunkt findet eine Besichtigung der Grabstellen durch die Friedhofskommission statt, wobei erforderlichenfalls die Instandsetzung auf Kosten der Nutzungsberechtigten angeordnet wird. Die Kosten können zwangsweise beigetrieben werden—§ 19 Abs. 3 der Friedhofsordnung vom 18. 3. 1922. In Füllen fortgesetzter Vernachlässigung von Grabstellen kann die Entziebung des Nutzungsrechts ausgesprochen werden. Schilbesche, den 9. April 1929. Der Bürgermeister. Der Wirtsch stsbetried des Johannisbades in Schildeiche ist für die kommende Badezei neu zu verpachten; das erforderliche Wietschaftsinventar wird von der Verwaltung zur Verjügung gestellt Die Verpachtungsbedingungen kunnen m Amtshause rien, Zimmer 6, eingesehen oder gegen Erstattung der Schreidgrbühren in Empfang genommen werden. Etwa ge achtangedoe sind Dte zum 10. April d s. So dei dem Unterzeichneten einzureichen. Schildesche, den 9. April 1930 Der Bürgermeister. Freitag, 11. April 1930 Kinderwagen erste Fabrikate, wie Naether. Phönix u.., nur allerneueste Formen, in allen Farben Promenadenwagen.... 8200 76.00 69.00 Klappwagen 45.00 23.90 18.50 Für die kleinen: Trittroller.50.50.95.95 Sandkarren.75.95.00 Sandspielee Gartengeräte. 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Vier, fünf Tische, jedesmal andere Menschen. In ebenso vielen Abenden oder Nachmittagen konnte man schon eine Menge Verpflichtungen abmachen. Die große Welt der Reichshauptstadt zerfällt in drei Teile, die Minister, die Staatssekretäre und anderen hohen Beamten im Reiche und in Preußen, das diplomatische Korps und die reichen Privathäuser. Reichskanzler Müller und seine Frau, die sich mit viel Klugheit und Gewandtheit in die große Geselligkeit gefunden hat, lebten wegen der schweren Krankheit, die Herr Müller im Sommer durchgemacht hat, ziemlich still. Auf Anordnung der Aerzte mußte er viel liegen. Er pflegte daher vormittags bis halb zehn Uhr und später nach Tisch zwei bis drei Stunden im Bett zu arbeiten. Auch sollte er, wenn es irgend möglich war, abends von neun Uhr ab liegen. Von diesem Gebot der Aerzte mußten natürlich häufig Ausnahmen gemacht werden. So hat das Reichskanzlerehepaar einige große Essen in den letzten Monaten gegeben. Der Reichsaußenminister und Frau Curtius haben den üblichen großen Ball für das diplomatische Korps im Prinz=Friedrich=Leopold= Palais gegeben. Der Salon der klugen und gewandten Frau Hilferding ist geschlossen. Der Nachfolger ihres Gatten, Herr Moldenhauer, sitzt bis über die Ohren in der Arbeit, so daß nur seine Gattin etwas Teegeselligkeit gibt. Dasselbe gilt für die anderen Reichsminister. Der preußische Ministerpräsident Otto Braun, der eine kränkliche Frau hat, fällt schon seit Jahren für die Berliner Geselligkeit aus und gibt nur die allernotwendigsten Herrenessen. Seine einzige Erholung ist die Jagd. Fr ihn repräsentiert der Staatssekretär leißmann, seine rechte Hand, und Frau Weißmann, die der alten Berliner Familie Reichenheim entstammt. Der Clou der Weißmannschen Geselligkeit, die sich in ihrer schönen Dienstwohnung in der Wilhelmstraße 64 abspielt, ist der alljährliche Maskenball, bei dem sich eine Fülle schöner Frauen und Mädchen treffen. Da im vorigen Jahre, englischer Mode folgend, manche Gäste Freunde und Bekannte mitgebracht hatten, so daß Ueberfülle herrschte, mußte in diesem Jahre jeder Gast seine Einladungskarte vorzeigen. Das diplomatische Korps stand in diesem Winter im Zeichen der Umgruppierung. Das galt besonders für die Botschafter, von denen drei gerade am Anfang der Saison gingen, der italienische und der amerikanische Botschafter, ferner der päpstliche Nuntius. Herr de Margerie, der französische Botschafter, zweimal verwitwet— seine erste Frau war eine Tochter des Dichters Rostand— war durch Pläne für eine dritte vielbesprochene Heirat mit einer berühmten Berliner Photographin in Anspruch genommen. Sein spanischer Kollege ist Junggeselle und kein Freund großer Geselligkeit. Der japanische Botschafter aber zog erst in der Mitte der Saison in das neugekaufte Botschaftergebäude, das ehemalige Palais Schwabach in der Tiergartenstraße. Der russische Botschafter, dem viele Kreise auch in der Diplomatie aus politischen Gründen ablehnend gegenüberstehen, begnügte sich mit dem alljährlichen Riesenfest im November am Jahrestag der Gründung der Vereinigten Sowjetrepubliken. So ruhte denn die ganze Last der Botschaftergeselligkeit auf dem türktschen und dem englischen Botschafter. Von den großen Privathäusern der Reichshauptstadt stel in diesem Winter der Salon Schwabach aus. Herr von Schwabach hatte sein Palais an die Japanische Botschaft verkauft und wohnte mit seiner Gattin im Hotel Esplanade. Das Ehepaar will im nächsten Winter wieder eine große Wohnung nehmen und repräsentiern. Dagegen empfingen andere Häuser der Hochfinanz in großem Umfange, so die Direktoren Henry und Na than und Herbert M. Gutmann von der Dresdner Bank, die Herren von Stauß, Schlieper und Oskar Wassermann von der neugeschaffenen Dedi=Bank, Kurt Sobernheim von der Kommerzbank. Bankier Hugo Simon und Frau öffneten häufig ihre schönen Räume in der Drakestraße, ebenso Frau Lotte Fürstenberg=Cassierer, die einen großen Salon für Maler und Bildhauer in der Hohenzollernstraße macht. Frau von Goldschmidt=Rothschild, geborene von Friedländer=Fuld, gab ihr schönes Palais am Pariser Platz für die Proben vieler Dilettantenaufführungen her. Erwähnt werden muß auch noch der politische Salon der Frau von Kardorff und der große Musiksalon der Frau Nora von Stemens, die im November die Saison mit der Einweihung des großen Musiksaales eröffnete, der sechshundert Zuhörer umfaßt. Sie hat ihn an ihr schönes Haus in der Gärtnerstraße in Lankwitz anbauen lassen. Die Kosten sollen beinah eine Million betragen. Von neueröffneten großen Häusern hat das des Herrn Glogowski, Besitzers der großen Schreib= und Rechenmaschinenfabrik und Hauptaktionärs der Dresdner Bank, die meiste Sensation gemacht. Er hat eine prachtvolle Villa Rauchstraße, Ecke Hitzigstraße, und versammelte hier das ganze diplomatische Korps, die Hochfinanz und sogar einen Teil der alten Berliner Hofgesellschaft. In ihr hat er schon früher viel verkehrt. Daß sie auch seine setzige Gattin besuchte, die als Frau Elly Funke früher eine große Rolle in der Welt des Kurfürstendamms spielte, hat mancherlei Gerede gegeben. Aber die paar großen Häuser, die offen waren, konnten dem Berliner Winter keinen Glanz geben. Das umsoweniger, als auch die reichsten Leute jetzt Stein und Bein klagen. Arm zu tun, ist heute guter Ton. Nehmt alles nur in allem, ein Winter war's des Mißvergnügens. (Taay= zeh für zehn, Groombara an grumbeerg für Kartoffeln). Frau J. G. Rupp hielt einen Vortrag über die Geschichte der Pennsylvaniadeutschen, die „Schnitzelbank“ wurde dargeboten, ländliche Tänze aufgeführt. Die Unterhaltung wurde fast ausschließlich auf pennsylvaniadeutsch geführt. Es bemerkt, daß Allentown eine Stadt von 78 000 Einwohnern ist, also keineswegs ein entlegenes Laudstädtchen, wo sich die angestammte Sprache etwa in der Verborgenheit noch hielte. D. A. J. Humor des Auslandes Eine pennsylvaniadeutsche Speisekarte In Allentown, Lehigh County, Pennsylvanten(Ver. Staaten) hielt der Womans Club (Frauen=Klub) am 26. März 1930 ein„Supper“ (Bankett) ab. Die Zahl der Zutrittskarten war auf 400 begrenzt, die in pennsylvaniadeutscher Sprache gedruckt und schnell ausverkauft waren. Die Speisekarte lautete: Womans Club house 1114 Walniss Shtrose Allentown, Pa. Dunnerstag, Marz 26, 130 Essa Sacht Sei Fleisch Sauer Kraut uder Gedarrt Welshkorn Gemasta Groombara Lod warrick und Schmear-Kase Eppal-tart uder Rivel-Kuchs Kaffee Taay sent may for lee-Kreme Man beachte die Sauer), überwiegend teilweise deutsche(Fleisch, aber „Haben Sie gelesen, in unserer Stadt werden prozentual die meisten Briefe geschrieben..., Ei, mücten M. „Kunststück! Wenn Sie wußten, was ich allein an Mahnbriefen bekomme!“ („Pages Gaies“) Geschäftliche Mitteilung Ueber 25 Millionen kg Tabak in einer Stadt Wer den Hasen des verträumten Städtchens Cavalla besucht, ahnt kaum, welche ungeheuren Werte dieses„Mekka der Orient=Tabake" beherbergt. Hier sammelt sich die Produktion der sonnigen Felder Macedoniens. Wenn die Erntezeit vorüber ist, sind die großen Speicher bis zum Dachfirst mit dem wertvollsten Tabak gefüllt, den die Erde hervorbringt.— Es hat übrigens mit der Ernte des Tabaks eine besondere Bewandtnis; viel Interessantes hierüber berichtet unsere heutige Beilage englische Schreibweise Nr. 6„Filmbilder aus der Heimat der Overstolz“. Einmar hin und einmal her.. K Schnell und gründlich besorgt ATA in Küche und Haus alle Putz- und Scheuerarbeit. Einfach etwas ATA auf den angefeuchteten Scheuerlappen(Bürste, Aufnehmer oder dergl.) streuen— damit jetzt den zu reinigenden Gegenstand gut säubern. 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Aber sehen Se, da war nu der Bruder von die Ermordete...“ „Ermordete?“ fragte The Single, indem er sich überrascht stellte. Frau Blaschke wurde vorübergehend unruhig. Aber dem fremden hochstehenden Herrn gegenüber, der sich so liebenswürdig für ihre Familienverhältnisse interessierte, konnte sie unmöglich den Strom ihrer Rede eindämmen. „Nun ja, sie wurde doch vergistet...“ erklärte sie mit halber Stimme. „Was Sie nicht sagen! Vergiftet!?“ Frau Blaschke nickte tief.„Man sagt, ihr eigener Sohn...“ Jetzt unterbrach sie sich doch. „Aber das gehört ja nicht hierher. Ich wollt Ihnen ebend nur erzählen, daß der Bruder von die Dame, wo mein Mann Diener war, für uns gesorgt hat. Er hat ihm ein Ruhegehalt gegeben, das bis zu seinem Tod fortgegangen is. Ein sehr nobles Ruhegehalt.“ „Das ist allerdings sehr edelherzig," bestätigte The Single. Langsam und in Gedanken wiederholte er noch einmal:„Das ist wirklich sehr edelherzig von dem Bruder." Frau Blaschke sah mit wieder erwachendem Mißtrauen auf ihren Besucher, als dieser so in sich versunken vor sich hinsprach. Sie glaubte, das Ruhegehalt ihres Mannes noch einmal rechtfertigen zu müssen.„Mein Mann war ebend ein sehr zuverlässiger Diener. Ein sehr zuverlässiger und treuer Diener war er, mein Wonn. Alas: „Davon bin ich überzeugt,“ sagte The Single jetzt rasch, um keinen Argwohn aufkommen zu lassen.„Sicher war er auch ein ebenso herzensguter Mann, wie Sie eine herzensgute Frau sind. Denn wie hätten Sie sonst zu Ihren vielen eigenen Kindern noch ein Waisenkind aufnehmen können!" 8 „Greta? Sie meinen jetzt Greta?— Nee, Greta is eigentlich gar kein Waisenkind, wenn auch die Eltern so gut wie tot sind. Aber richtig tot is nur ihre Mutter.“ „Was wollen Sie damit sagen, Frau Blaschke? Lebt denn ihr Vater noch?“ Frau Blaschke zögerte wieder, ehe sie antwortete:„Ihr Vater ls... so gut wie verschollen is er. Er is ins Ausland geflohen, weil...“ Sie sah sich scheu um, neigte sich dann näher zu The Single und wisperte ihm mit erlöschender geheimnisvoller Stimme zu: „Nämlich er war ein Adoptivsohn von die Dame, wo mein Mann... Und... und man sagt, er hat sie vergiftet...“ The Single spielte wieder den Erstaunten, ja den Empörten.„Ja, aber Frau Blaschke, ist denn das möglich?!“ „Lieber Herr, vor unserem Herrgott is kein Ding unmöglich. Jedenfalls is er geflohen, und wer flieht, klagt sich an. Das is meine Meinung.“ The Singie nickte vor sich hin, Frau Blaschke sprach eine Binsenwahreit aus, die er damals leider zu spät erkannt hatte. Wie oft hatte er sich später, als er endlich den Entschluß gefaßt hatte, zurückzukehren, gefragt, warum er es nicht schon früher getan hatte, warum er überhaupt geflohen war. In der ersten Zeit nach seiner Flucht hatte es Kent=Goßler mit seinen geschickt abgesatzten Briefen verstanden, ihn fernzuhalten. Später war der Tod seiner Frau gekommen, der ihm die Rückkehr in die Heimat wertlos machte. Dann war er einige Jahre, völlig haltlos und mit sich selbst zerfallen, in der Welt herumgezogen, als er in Amerika, dem Dorado alles Exzentrischen, in einen Zirkus gegangen war, um sich aus einem musikaltschen Clown zum ersten Exzentrik der Erde zu entwickeln. Erst Böhmer, seinem ersten Vertrauten, gelang es, den innerlich Zusammengebrochenen wieder aufzurichten und ihm den Glauben an ein zukünftiges Glück zu erwecken. Böhmer war es auch, der ihn bestimmte, an seine Rechtfertigung zu denken. Und schließlich drängte The Single selbst, daß Böhmer seine Tournee nach Berlin lenkte. Fast zehn Jahre hatte er nun verstreichen lassen, ehe er sich baran machte, seine Unschuld zu beweisen. Frau Blaschke rißz ihn aus seinem zwecklosen Sinnen. „Und da hatte nun denn das arme Ding, die Greta hatte niemand mehr auf der Welt, und da nahmen wir es eben zu uns, wie ihre Mutter gestorben is.“ „Aber der Bruder der vergisteten Dame hätte sich doch um die Kleine kümmern können.“ „Der? Nö, der nich. Der hatte selbst zwei Kinder im Alter von Greta. Und denn beiratete er auch'ne Tänzerin vom Varieté. Da konnte er Greta nich brauchen. Er hat sie uns ja aufgedrängt geradezu. Und zudem, wer gibt sich gern mit dem Kind von einem Mörder ab, wo Frau Blaschke schrak zusammen, ihre Rede wurde abgeschnitten von einem jähen Krachen des Stuhles, auf dem ihr Gast saß. Mit äußerster Anstrengung zwang The Singie seine bittere Regung hinunter. Er erhob sich, um sich zu verabschieden. Als er der Frau die Hand gab, sagte er:„Das ist alles so traurig für Fräulein Greta. Ich hoffe nur im Interesse meines Freundes Single, der große Stücke auf sie hält, daß sie einen guten Charakter hat, und daß sie... daß sie ihren Vater trotz alledem nicht vergessen hat...“ „Oh, Greta hängt noch immer an ihren Eltern,“ versetzte Frau Blaschke lebhaft.„Sie wird bald achtzehn, aber noch jeden Abend bittet sie unseren Gott, daß er ihr den Vater wieder schickt. Und über ihrem Bett hängen die Bilder von ihrem Vater und ihrer Mutter. So is se nu, Greta The Single, der schon an der Tür stand, zögerte von neuem zu gehen. Frau Blaschkes Worte erregten den Wunsch in ihm, Gretas Zimmer zu sehen. Mit leiser Stimme sagte er:„Würden Sie mir wohl das Zimmer von Fräulein Greta zeigen?... Es ist nur... weil .. Mr. Single wird sich freuen, wenn ich ihm einiges darüber berichten kann.“ „Kommen Sie nur!“ forderte ihn Frau Blaschke ohne weiteres auf und ging voraus. The Singie folgte, seltsam bewegt. XV. Das Zimmer, in das sie kamen, war klein und schien dadurch, daß drei Betten darin standen, noch beengter. Aber die Sauberkeit war hier ebenso peinlich wie im Wohnrauf. The Singie trat bis in die Mitte des Zimmers, so daß Frau Blaschke, die an der Tür stehengeblieben war, nicht wahrnehmen konnte, welche Bewegung sich für einige Gekunden auf seinem Gesicht zeigte. Sie wies auf ein eisernes weiß lackiertes Bett.„Da schläft sie, Greta.“ Ueber dem Bett hingen in schmucklosen Rahmen die Bilder der Eltern. The Singie trat näher und betrachtete die beiden Bilder, die er kannte. Sie waren während eines Urlaubes ausgenommen, bevor er zum letztenmal an die Front zurückkehrte. Er hatte sich verändert seither. Auch ohne Maske hätte man ihn heute schwer als Bernhard Halm erkannt. Das Schicksal, das ruhelose Wanderleben, sein neuer Beruf hatten seinem Gesicht eine besondere Prägung gegeben. Nur die Augen hätten ihn vielleicht verraten. (Fortsetzung in der nächsten Nummer) Es gilst nur Eine MAGGl-Würze KENNZEICHEN: Der Name MAGG1 die gelb-roten Etikeiten= die hpische Ferm der Fleschen Gi-ae## Freitag, 11. April 1980 Paiesfartie der Mankel aus bestem Moteriol in dem Steimmer angezogen sind. der Anzug Afbrdle Strossemodem und aut sitzend. der Anzug für den Sport sopozer föhig und dochgefät lgin Formund Muster de S lelchtmachen. Kleine Anzahlung, spielend leichte Wochen- oder Monatsraten Palmsenntag von 11.30 bis.45 Uhr geöftne WOLFET Obernste. 23 Ingenieurschude Wce * Nerhmeisterschule Techbikum Lade Wessaunche VolkswohlZiebung 10.—16. Apeil. 48028 Cewinne— Rul. 430000 150 000 100000 73000 " 30000 u. Einzel-##k Doppel-# Mk los. Aar lose 4an Glückabriel S ver g Mh. schiedene Lose 3 um (Porto u. Liste 40 Plg. extra) empl. u versend. unt.Nachn. Lotteriebank a. vendel .mhH., Münster I.., Salustraße 36 a. 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So hat Dielingen vier Jahre Zuchthaus verbüßt, während er nach dem neuen Urteil nur zwei Jahre Gefängnis zu verbüßen gehabt hätte. Die Wiedergutmachung dieses Justizirrtums ist nur ein Glied einer Kette. Das folgende Register, das wir der„Neuen Leipziger Zeitung" entnehmen, beweist es: Der Zollassistent Blank wurde im Jahre 1923 vom Volksgericht in Kempten wegen angeblicher Ermordung eines Kollegen zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt; der Staatsanwalt hatte Todesstrafe beantragt. Im Juli 1925 wurde Plank im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen, nachdem der wahre Mörder, ein Schmuggler aus Feldkirch, festgestellt und wegen der Tat verurteilt worden war. * Vor dem Schwurgericht Amberg wurde im Januar 1915 der Tagelöhner Wagner wegen Totschlags an seinem Arbeitskollegen Reim zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die wahren Täter wurden 1926 gefaßt. Man verurteilte sie zu je vier Jahren Zuchthaus. Für Wagner war es zu spät. Er war nach Verbüßung von drei Jahren im Zuchthaus an schwerer Krankheit gestorben. * Das Opfer eines schweren Justizirrtums, gegen das ebenfalls die Todesstrafe beantragt wurde, war der Fleischer Eduard Trantmann. Er stand 1911 wegen der Ermordung der Arbeiterin Sander vor dem Schwurgericht in Glatz und bekam 12 Jahre Zuchthaus. 1925 stellte sich heraus, daß Emma Sander ein Opfer des Münsterberger Massenmörders Denke gewesen war. Im Wiederaufnahmeverfahren mußte Trautmann freigesprochen werden. * Im Januar 1919 wurde der Hilfsgendarm Dujardin wegen schweren Totschlags zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Zehn Jahre später sprach ihn das Schwurgericht frei und billigte ihm eine hohe Entschädigung zu. * Im Januar 1922 wurde vom Schwurgericht in Münster der Bergmann Quante auf Grund der Aussage eines 14jährigen Schülers wegen Straßenraubes und Fahrraddiebstahls zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Quante wurde 1929 wegen erwiesener Unschuld freigesprochen; das Kind hatte ihn falsch bezichtigt. * Das Schwurgericht in Frankfurt am Main sprach im Juni 1929 den Schneider Höfling, der wegen Meineides im Jahre 1924 zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt worden war, wegen erwiesener Unschuld frei. * Im Jahre 1923 wurde der frühere Polizeiwachtmeister Jankel wegen Diebstahls zu einem Jahr Ge fängnis verurteilt. Er hat die Strafe bis auf den letzten Tag abgesessen. Im Sommer 1928 wurde er wegen erwiesener Unschuld freigesprochen. Ein anderer Polizeiwachtmeister hatte die Tat begangen. * In Bad Lausick bei Leipzig war die Magd eines Mühlenbesitzers wegen Diebstahls zu 13 Monaten Zuchthaus verurteilt worden. Sie mußte freigesprochen werden, nachdem sich der wirkliche Täter gefunden hatte. Im Frühjahr 1927 wurde der Volksschullehrer Saßz aus Schwerin wegen angeblichen Sittlichkeitsverbrechens an einer Schülerin zu acht Monaten Gefängnis verurtetlt, im Jahre 1928 sprach ihn das Gericht, nachdem er die Hälfte der Strafe verbüßt hatte, frei, weil die Aussagen auf der Phantasie des Mädchens beruhten. * Lehrer Klaus Blunck aus Holstein wurde 1926 wegen Kuppelei und Notzucht zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, im November 1929 freigesprochen. * Das Landgericht Berlin hatte vor drei Jahren den Schuster Laugausi wegen Blutschande zu hoher Zuchthausstrafe verurteilt. Er wurde im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen wurde 1924 der Bergmann Johann Denda aus Bochum, der 1921 vom Schwurgericht wegen eines Sittlichkeitsdeliktes eineinhalb Jahre Gefängnis bekommen hatte. * Der Maurer Johann Leister aus dem Röhndorf Bremen wurde im März 1924 von der Strafkammer in Eisenach zum Tode verurteilt, weil er in einer Nacht des Jahres 1922 seine Frau, die im Bette neben ihrem Töchterchen lag, ermordet haben sollte. Am 8. Juni 1929 verließ Leister den gleichen Gerichtssaal, auf Kosten der Staatskasse freigesprochen. ** Der Mechaniker Otto Goetz. vom Volksgericht in Augsburg wegen Ermordung seiner Geliebten im Dezember 1919 zum Tode verurteilt, und später zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt, wurde im Februar 1929 im Wiederaufnahmeverfahren vom Schwurgericht von der Anklage des Mordes freigesprochen und nur wegen versuchter Abtreibung zu einer geringen nisstrafe verurteilt. Dem russischen Kriegsgesangenen Jakubowstt vom Strelitzer Schwurgericht wegen Mordes an dem kleinen Ewald Nogens zum Tode verurteilt, wurde jetzt im Mordprosc gegen die Brüder Nogens bestätigt, daß erhebliche Zweifel an seiner Schuld bestehen, Jakubowski ist inzwischen hingerichte: worden. * Im Jahre 1924 verurteilte die Stratkammer in Greifswald Frau Anna Reiucke aus Demmin wegen der Ermordung einer 40jährigen Magd zum Tode. Das Urteil wurde nicht vollstreckt, Frau Reincke auf einstimmigen Beschluß des preußischen Landtages aus der Strafhaft entlassen. Auf Veranlassung des Gerichts, das das Wiederaufnahmeverfahren zugelassen hat, prüft das Berliner Laudeskriminalamt erneut den Fall. * Das Schwurgericht in Oldenbung verurteilte 1914 die Händler Engelbert, Louis Schmidt und Adolf Lehing wegen gemeinschaftlichen schweren Straßenraubes in Delmenhorst zu je 15 Jahren Zuchthaus. Die drei Verurteilten wurden 1929 wegen erwiesener Unschuld freigesprochen. * Der Kaufmann Harders aus Hamburg war 1920 wegen Raubes zu einer Zuchthausstrafe von 12 Jahren verurteilt worden. Im Oktober 1929 wurde das Urteil aufgehoben, nachdem sich die Nichtbeteiligung von Harders an dem Raub herausgestellt hatte. * Im Jahre 1919 wurden die 20jährigen Arbeiter Jöbges und Hübner wegen Beraubung eines Kassenboten zu 5½ Jahren und 7½ Jahren Zuchthaus verurteilt, von denen sie sechs Jahre verbüßten. 1929 wurden die wahren Täter gesaßt und die beiden fälschlich verurteilten Arbeiter glänzend rehabilitiert. * Dieses Register von erfolgreichen Wiederaufnahmeverfahren seit 1925 erhebt auf Vollständigkeit keinen Anspruch. Dieb da sien da! Ds kommt er ja der Osterbote aller Zeiten.Damit das Gute, das er bringt, such köstlich österlich gelingt. müßt Ihrs mit- Ramas zubereiten. PROMLICHT USTLRN! MARGARINE Hebrauchtes Piunt schwarz poltert, für 450 M zu verkaufen.! Orlowski Kalserstrade 15. 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Bin 65 Jahre alt, fühle mich aber so frisch und jugendlich wie mancher 40jährige nicht! Herr Chr. M. in M. schreibt am 28. 1. 1930 wörtlich wie folgt: „Ich nehme Ihr Neo-Kruschen-Sals schon seit Jahren. Ich bin 65 Jahre alt, fühle mich aber se triech und jugendlich, wie mancher 40jährige nicht. Bei Spaziergängen und Ausflügen werde ich immer aus Ende den Zuges gestellt, weil ich sonst zu schnell gehe und die anderen nicht mitkommen. Mein Körpergewicht ist am 20 Pfund geringer gewerden, ohne daß ich irgend etwas anderes gerancht hätte als Neo-Kruschen-Salz. Ich habe des Sals schon vielen Bekannten empfohlen, die es eint auch ständig nehmen und sich gut dabei fühlen“ ges. Unterechrift. (Originalschreiben liegt vor und kann eingesehen werden.) Wie viele Menschen reisen Jahr für Jahr unter Aufwendung großer Geldmittel in Bäder und Kurerte, um Mineralwesser an der Quelle zu trinken und sich aufsufrischen, d. h. zu stärken für die behen Anforderungen unserer echweren wirtschaftlichen Zeit, in der nur derjenige erfolgreich sein kann, der geistig, körperlich und durch seinen Werdegang hinreichend gerüstet ist, um den Erfolg auf seiner Seite zu haben. Wes aber machen die Millionen Menseben, die nun einmal nicht so gestellt eind. das die Reisen in die Bäder machen könnten. die aber das gleiche Anrecht auf Leben und Erfolg haben!! Alle diese Lebenskameraden unserer Zeit sollten sofort mit Fare. SALZ beginnen, denn Kruschen ist ein künstliches Mineralquellsals-Erzeugnis, entstanden auf den wissenschaftlicben Grundlagen natürlicher Quellwässer. Kruschen ist eins ähnliche Wirkung zu vielfach billigerem Preise, 4. 1 san Preise von 3 Pf. pro Tag. 1 Originalgias Kruschen reicht für 100 Tage und besint Mark.— in Apotheken und Drogerien. 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Für Farben regte die Zurückstellung der Rickstofpfäne der Gelsenklrchener Bergwerks .4. etwas an, und bei Aku hoft man neuerdings wieder auf eine sechsprozentige Dividende. Das Publikum zeigte noch keine größere Kaufneigung. Lediglich des Auslend interessierte sich etwas für seine alten Toverlten, de eröffneten Spesialwerte wie Spritaktien, Lallpepiere, Peiyphon, brenske und Bergmann bis zu 5 Prozent böher. In den heute nachmittag stattfindenden Aufsichteratseitzungen sollen glänzende Abschlußziffern bekanntgegeben werdeu, woraut die Spekuistion zu Deckungen und Käuten schritt, besonders, da eine Großbank Ware hereinnahm. Steigerungen von 3 bis 6 Prozent waren die Feige dieser Käufe, von denen am unnotierten Markte Wintershall, die die 200-Grenze überschritten, profitieren konnten. An den übrigen Märkten traten gleichtalle Besserungen bis sa 2 Prozent ein, Conti Gummi und Deutsch-Linoksum gewannen 3½ besw. 3 Prozent. Später konnten sich die Höchstkurse nicht voll behaupten, da ein Beissevorstoß am Kunstseidemarkt, wo Aku 1% und Bemberg 3½ Prozent gegen Anfang einbüßten, verstimmend wirkte. Trotzdem lag das Niveau noch en. 1 bis 8 Prosent über Anfang. Anleiben uneinheitlich. Ausländer kaum verändert, Anleiben uneinheitlich. Ausländer Pfandbriefe und Reichsschuldbuchforderungen rubig, aber nicht unfreundlich. Devisen unverändert. Pfunde Buenos stark schwenkend. Geid unund Parie fest, verändert leicht. Nachbörse. Tendenz zur Schwäche neigend. Ablösungsschuld 11, Reichsbank 290¼, Barmer Bank 134, Danat 239. Dedi 151, Dresdner 154½, Paket 111, Lieya 111¾. Akn 115, AEG. 171½, Bemberg 145½, Bergmann 200, Charl. Wasser 104½, Erdöl 102¾, Farben 174¾, Gelsenkirchen 141¾, Gesfürel 188, Harpener 126, Holzmann 108¼, Kali Aschers 222½. Kerstadt 134, Klöckner 107¾, Koln-Neuessen 111, Mannesmann 110, Manstelder 107½, Oberbedart 74½, Oberkoks 10834, Phönix 108, Rhetn., Braunk, 225, Rbeinstahl 117½, Rucgers 71½, Salzdetfurth 381½—4, Schuckert 191½, Siemens 259, Westeregeln 287, Ver. Stahl 99¾, Waldhof 193½. Frankfurter Abendbörse Die Kreuitversergung Mir Händwerk Die Frage der Kreditversorgung des Handwerke hat die Mittelstandspolitik von jeber besonders intensiv beschäftigt. Die Handwerksenquéte hat such über dieses Gebiet in mancher Hinsicht Klarheit geschaflen. Wir entachmen dem Bericht das Was sunächet des kurstslstige Leibgeld anlangt, so lst festzustellen, in welchem Umlang der als berechtigt anzuerkennende Kreditbedart dieser Art von den dazu berutenen Benkverbindungen betriedigt worden dst. An erster Stelle stchen hierbei die sthdtischen Kreditgenossenschaften. Die Statistik des Deutschen Genossenschaftsverbandes weist für 1921 bei 977 berichtenden Genossenschaften 143 000 selbständige Handwerker, für das Jahr 1926 bei 1187 berichtenden Genossenschaften dagegen 195 000 und für das Jahr 1928 in 1234 berichtenden Genossenschatten 207 000 Hendwerker als Mitgüeder nach. Nach den Mittellungen des gleichen Verbandes beträgt die Höhe der an die Mitglieder gewährten kurztristigen Kredite in der Nachkriegezeit rund.6 Milliarden RM., wovon mindestens ein Viestel auf-Behauptet, Spezialwerte gelragt An der Abendbörse war die Tendenz auf dem eiwas ermäßigten Schlußniveau des Mittagsverkehre bshauptet. Die Umsatztätigkeit blieb im allgemeinen gering. Nur für einige Spezialwerte machte sich Nachftage bemerkbar. Auf das erwartete Eintreten von Großbankmitgliedern in den Aufeichterat der I. G. Farben standen Farben im Vordergrunde des Interesses und zogen nach unveränderter Eröffnung 1 Prozent an. Für die Werte der Saizdetfurthgruppe erhielt sich in Erwartung guter Abschlüsse Nachtrage. Salzdetfurth lagen erneut 2 Prozent fester und Westeregeln zogen um ½ Prozent an. Zeilstofl Aschaffenburg lagen dagegen im Angebot und 1 Proz. niedriger. Die Rentenmärkte lagen vernschlässigt. Willierden PM., wevon mindestens ein Viertel auf das Handwerk entfällt. Daneben kommen die Kredttgenossenschaften auch noch als Baugeldgeber für einen Teil des Bauhandwerke besondere in den mitleren und kleineren Städten in Betracht Ganz neu ist die Finanzierung der handwerkerlichen Bautätigkeit durch Handwerkerbaugenossenschaften, spielt aber für die gesamte Kreditversorgung nur eine Nebenrelle. Was das Verhältnis des gewährten Kredite zu demjenigen der Vorkriegszeit und zu dem Bedart des Handwerks anlangt, so ergibt sich, das von 1913 bis 1919 eine ziemlich gleichmäßige Kreditversorgang durch die Kreditgenossenschaften stattgefunden und daß der langsam einkende Geldwert in der Höhe der gewährten Kredite seinen Ausdruck gefunden hat. Gleichzeitig ist eine Umschichtung insofern festzustellen, ais der Antell der Kredite in lasfender Rechnung zu ungunsten der auf Vorschus oder Wechsel gegebenen Kredite dauernd gewachsen ist. Eode 1924 berichteten 1075 Genossenschaften über einen Kreditbestand von 400 Millionen Reichemark, wovon 226 Millionen RM. in laufender Rechnung gegeben waren. Ende 1926 hatten 1146 Genossenschaften den Kreditbestand auf 6es Milionen Reichsmark, davon 378 Millionen in laufender Rechnung gesteigert, und Ende 1928 hat der kurztristige Kredit 1491 Millionen RA, erreicht, dsvon 981 Mfllionen RM. in laufender Rechnung. Nimmt man an, daß der Kredit bedart der den Genossenschaften angeschlossenen Bandwerkemeister in gleichem Maße berückeichtigt wird wie derjenige der anderen Mitglieder, se kann men die oben angegebenen Zahlen vielleicht als Gradmesser dafür anschen, in welchem Umfange und in weicher Form der Kreditbedart durch die Genossenschaften befriedigt wird. Die Berechnung ergibt, das der Kreditbedart der den Genossenschaften aageschlossenen Handwerker etwa um 600 Millionen RM, herum anzunehmen ist, daß aiso noch etwe 150 bis 200 Millionen Reichemark als unbefriedigt anzuschen eind. Neben den Genossenschaften sind sur Zeit besonders die Sparksssen als Kredkgeber des Auf Zeit gehandeite Werte Bank f. Brautudustr. Barmer Bankvereis.... Berliner Handels-Oes. Commerz. u. Prir.-Bank Darmst. u. Nationalbk. Deutsche Bank...... Diekonte Komm.. brezdner Bank...... .0. ko, Verkehrevmen; Di. Reichsbahn Vorz.-4bt. Hambr.-Amerik. Pah. " Hochbahg 146.75 94.25 74.55 95.2 191.3 0 „ Sücamerik. Dast. 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Daber liegen die Dinge beute so. dus mindestens die gleiche Anzahl Handwerker als Kreditschmer bei den Sparkassen auftritt wie bei den Genossenschaften. Die Statistik der Sparkassen berücksichtigt zwar nicht das Handwerk für sich, wohl aber den gewerblichen Mittelstand insgesamt bei der Angabe darüber, welche Summen ais langtristige Hypothekendariehn und als kurztristige Kredite gegeben werden. Die Gesamthöbe der dem Handwerk von den Sparkassen zugewiesenen kurztristigen Kredite wird zur Zeit nicht weniger als 400 bis 500 Millionen RM, betragen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß en sich bei den ziemlich geeicherten dem Namen nach kurztristigen Krediten in Jaufender Rechnung zum großen Tell um verkappte Reakkredite handelt, also um Kredite, die nur deshalb als Kontokorrentkredite genommen werden, well Hypotheken nicht zu erhalten sind. Wie groß die dem Handwerk von den Aktienbanken gegebene Kreditmenge ist, läßt sich ezakt nicht ermitteln. Man dert aber wohl annehmen, das von den Aktienbanken und den lndlichen Kreditgenossenschaften zusammen etwa 100 Milliosen Rlf. dem Handwerk zur Verfügung stehen, so das die Gesamtmenge der dem Handwerk zur Verfügung stehenden und in der Hautpsache ausgenutzten kurztristigen Kredite auf höchstens 950 Millionen Reichsmark bis 1 Milliarde RM, zu schätten ist. Nottablock 11. 4 m0. Die süddeutsche Zinkblechhandelsvereinigung## Frankfurt hat ihre Preise mit Wirkung ab 5. Aprs um rund 1½ Prosent ermäsigt. 7 Webereien, die Großverbraucher von kunst. anfdammn Garnen eind, haben eich seidenen Garnen eind hahen eich zusammengeten und eine Einkaufszentrale errichtet. Der Anschlus weiterer Webereien sicht bevor. Der Reingewinn der Unternchmungen von Jvas Kreuger erlaubt die Ausschüttung einer B0prosentigen Dividende(1923: 25 Prozent). In Warschau ist ein Syndiket für den Getreide. handel unter dem Namen„Syndikst der polnischen Getreidekaufleute“ gegründet worden. Das Syndikat wil vor allen Dingen kollektive Ausfuhrgeschäfte in Namen und auf Rechnung seiner Tellnchmer machen. Die englischen Bergarbeiter heben einstimmig die Vorschläge der Bergwerksbesitser abgelehnt, die auf eine bewegliche Arbeltszeitregelung im Rahmen eines Wochen- oder Zweiwochenplanes anstatt des starren 7½-Stundentages hinauslaufen. Steuer-Eil-Berichte kredtt, sowait er vom Randverk für gsverbliche Zwecke beansprucht wird. Nach der Deflation war er lange Zeit hindurch aberhaupt nicht zu haben. Erst allmäblich hat eich wieder die Möglichkeit ergeben, langfristige Reakkredite aufzunehmen. Naturgemäß ist es nicht möglich, die vom Handwerk tstsächlich beanspruchte Höhe dieser Kreditart such nur annähernd zu schätsen. Man dart vielleicht annehmen, daß die Gesamthöhe der vom Handwerk aufgenommenen langtristigen Kredite die Höhe der kurztristigen Kredite um 700 bis 800 Millionen RK. oder noch etwas mehr übersteigt, also 1¾ bis 2 Millarden Reichsmark beträgt. Aber das ist eine Schätzung, die sieh jediglich aus dem Verhältnis der Gesamtmenge des kurztristigen und des langtristigen Kredite überhaupt ergibt. Ist eie richtig, dann wird man sagen dürfen, das für gewerbliche Zwecke davon etwa ½ Millarde verwandt und in Anlagekapitel der Handwerkswirtschaft umgewandelt worden Ist. Inscweit Kredit unbefriedigt geblieben ist, wäre demnach das Wachsen des Realkredite zu wünschen, damit zunächst die„eingefrorenen“ kurztristigen Kredite in wirkliche Realkredite umgewandelt werden können. Wenn man den hierfür erforderlichen Betrag von der Seite der kursiristigen Kredtte her geschen entsprechend der oben vorgetragenen Schätzung auf etwa ½ Milliarde RM. annimmt, so würde eich ergeben, das damit ungefähr die dem Handwerk ichlende Kreditmenge getroffen wind. lung 544 Dirdidendenanteln der Rktienehniemn enfiolenden gesellschaft Der Reichsfinanshof hat entschieden: Die Aktiengesellschaft, die eigene Aktien (Aktien der eigenen Gesellschaft) beeitst, hat die hierauf entfallenden Gewinnanteile als nicht ausge. schüttetes Vermögen zu behandeln. Wenn disse Gewinnantelle nach der Generalversammlung buch. technisch als Gewinn der Gesellschaft verbucht werden und in dem Bilanzgewinn des nächstfolgenden Geschäftsjahres mit enthalten sind, so kann dieser Betrag in der Körperschaftssteuererklärung von der dem Gewinn abgesetzt werden. Körperschaftsteuer Tantiemen, die vertraglich den Vorstandsmitgliedern von Aktiengesellschaften usw. oder den Geschäftsführern von Gesellschaften mit beschränkter Haftung zustehen, reduzieren den Geschäftegewinn und sind steuerlich abzugsfählg.(Gült auch für Angestellte und Arbeiter.) Versteuerung des Gewinnes von Grundstücken Grundstücke des Betriebsvermögens eind in der Bilanz mit dem Einheitswert anzusetzen. Hierdurch ergeben sich bei einem Verkauf vielfech Bilansgewinne, die dann einkommen- oder körperschaftsteuerpflichtig werden. Infolge des niedrigen Einheitswertes erscheinen diese Bilanzgewinne vielfach sehr hoch. Diese Bllanzgewinne unterliegen nach dem Erlas des Reichsfinanzministere dem ermäßigten Steueraat: gemäß§ 57 des Einkommensteuergesetzes, und swar nach dem Jewells untersten Batze.— 01 Die Ermäßigung erfolgt nur bei einem bevonderen Antrag des Steuerpflichtigen. Die Baumwollweberei im März Der Gesamtverband Deutscher Baumwollwebereien E. V. berichtet: Die Grundtendenz der Geschäftslage in der Baumwollweberei war im Monat März ruhig. Die Kundschaft hält mit der Auftregserteilung wegen der allgemein herrschenden Unsicherbeit nach wie vor stark zurück und beschränkt sich größtenteils auf kurztristige Nachbestellungen. Vorübergehend konnten verschiedene Betriebe der Buntweberei eine Besserung der Nachtrage nach Sommerwaren verzeichnen. Nachdem in der Monatsmitte die Aufträge verbäitnismäbig gut waren, ging vielfach in der letzen Woche des Monate der Verkauf 00ch •45 #.0 .35 20.20 95 .558 74.41 433 96.33 195.50 41.1325 1. 2 ∆ 05 .50 5 30.20 25 m1. 15 114 19. 2 45.40 97.350 93.50 72.74 9 843 19.50 S4.1 5 S1.0 914.209 75.50 104 14.75 41.75 130 28. 12 n 3129 .5 16.90 91.25 225.55 222.50 .8 91 35 wieder zurück. In der Rohweberei war die Lage wesentlich ungünstiger. Die Abnehmer blieben hier Außerst zurückhaltend. In Futterstoffen und Bleichwaren war der Auftragseingeng schlechter als in den Vormonaten Januer and Februar. Wenn nicht bald ein stärkerer Eingang von Aufträgen erfolgt, muuß men mit weiteren Betriebseinschränkungen rechnen, die im Berichtsmonst sum Tell bereits erfolgt sind. Die Preise für fertige Gewebe blieben nach wie vor Außerst gedrückt und decken bei der Mehrsahl der Waren nicht einmal die Herstellungskosten. Die Auslandskonkurrens machte sich wie bieber in keinen Geweben stark bemerkbar. Die Exportlage mus mit wenigen Ausnahmen als durchans ungünstig bezeichnet werden. Der Blick ins Schaufenster Das„Betriebswirtschaftliche Institut für Einzelhandelsforschung“ an der Universität Köln hat die wichtigsten Einzelhandelstragen statistisch erfaßt. Interessant sind die Ermittelungen über die durchschnittliche Betrschtangereit eiess Sebaudenstern. Bei 2924 Beobschtungen ergab sich eine durchschnittliche Betrachtungszeit von 178 Sekunden, während der Versuch von 1928 bei 3402 Beobschtungen eine solche von 16,7 ermittelte. Gegenwärtig laulen Versuche zur Feststellung der Brancbenunterschiede. Gleichzeitig hat man eich der Arbeit unterzogen, den Aufmerksenkeitswert für die verschiedenen Punkte im Schaufenster in Prozenten zu ermitteln und ist dabei auf Grund von 11 602 Beobachtungen zu folgendem Roeultet gekommen: Schaufeuster Zinke 1eltte rechte 34 4* 38% oben ## F 134 F 7/69 25 Mltte 17.5 F 28/6 F 16 I unten Vordatierte Scheck. Die neue geseisliche Regelung 9 10.25 97 2is 95 . 3 116.27 22 15 66.33 76.15 249.30. R 5 15.75 85.56 75.46 ader durch eise uuf den Scheck den Tag der Vorlegung enthaltende rung der Abrechnungestelle. Erfolgt vor dem Tag, der auf dem Scheck ale P1 u9 n 5 95.0 75.72 12.33 5 Ae 135 2 115 3123 .6 M44# 71.55 S91.5 176.25 37.45 224.50 99.5 0 80 144.00 55.0 95.5 12 91.40 91chn 12 Am 31. März ist das Gesets sur Aenderung des Scheekgesetzes und Weebselsteuergesetzes veröffenttcht. Es richtet sich gegen den MiSbraueh der Vordatierung von Schecks. Ein verdatierter Scheck gilt am Tage der Vorlegung ausgestellt. Der Nachweis der Vorlegung wird erbracht allein durch eine auf den Scheck gesetste, von dem Bezogenen unterschriebene und den Tag der Vorlegung enthaltende Eeklärung oder durch eine suf den Scheck saate ui den ure egcheinigun 4ie Vorlegung vor dem Tag, Tag der Ausstellung bezeichnet ist, so bedart es nicht einer weiteren Vorlegung nach jenem Tage. Sämtliche Fristen beginnen mit dem Tag der Vorlegung sn laufen. Das Gesets tritt am 14. April 1930 in Kraft. Mie diesem Zeitpunkt entfällt die Wechselsteuerpflicht für vordatierte Schecks, soweit eie nach dem 13. April 1930 ausgestellt werden; andernfalls bleibt die einmal durch die Vordatierung begründete Steuerpflicht bestehen. Das Gesets sucht so die durch die Vordatierung eingerissenen Auswüchse zu bekämpfen. Die wichtigste Folge wird erst später zu erwarten sein, wenn die Kenntnis der Bestimmung als bekannt voraussesetzen ist. Von jenem Zeitpunkt an Iuft Jeder Aussteller vordatierter Schecke bei mangelnder Deckung Gefahr, wegen Kreditbetruges belangt zu werden. Er wird sieb dann nicht mehr damit entschuldigen können, daß er mit der Beschaffung der Deckung bis zum im Scheck bezeichnsten Tage der Ausstellung gerechnet habe. Die Ermittelungen beweisen, das die größte Aufmerksamkeitswirkung dem unteren, mittleren Drittel des Schaufenstere zukommt. Der Wert der Seiten- und Mittelhöbe ist erheblich geringer. Das obere Drittel ist für die Nahwirkung fast unbrauchbar. Gewinne aus Antellen einer G. m. b. H. Bei Steuerpflichtigen mit nicht mehr als 20 000 RM. Gesamteinkommen ermäßigt sich die Einkommensteuer um 10 Prozent der Gewinne aus der G. m. b.., jedoch um höchstens 10 Prozent von 5000 RM. Kassa-Kurse Ankerwerke Bielel. diech Weberei.. Gakar Oörisler..... Dürkopp Stamm-Akt. do. Vorz.-Akt Gildemeister& Co E. Gundloch........ Hoffmann Stärke Kochs Adler-Nähm..... Rl. Mezer& Co... Ravenzberger Spinn... Saroti-Merke, Herlin... H. Stocdiet& Co 297 4 Woll..... Wieking-Portland-Zement de vom 9. 4 220.00 195 10200 95 114.00 84 00 60.0 53 00 390 5 114.00 84 00 60.00 53 0 138 00 35.00 90.25 78.00 17.57 136 00 109 C0 78.00 1100 Devisenkurse eT4: aes .399 eriet 2 Berlis. 16. Ver. NotierunGeid Mlerung Bries -19 Hamburger Warenmarkt vom 10. April Drasil-Kaffees: Der befriedigende Schluß in New York besinträchtigte den hiesigen Terminmarkt nicht. Im Gegentell die Kurse lagen bis ¾ Pig. niedriger. Die von Brasilien vorliegenden Otterten sind unverändert, teils such 1 ch ermäßigt. Das Effektivgeschäft ist freundlicher. Einige gräßere Helactons:::::::: Itallen......... Koverhagen......: Paris Prag........... Schnels.......... Spansen Stockholn.......:. Judapen::......: Wien........... Notierung für je Einheiten. 163.350 99. 55 12.7. 10.•4 ans .1938 109.10. 99.595 12.03 166.44. 10.37 .33 12.23 73.05 .05 12.33 16.42 .413 91.27 112.37 73.24 9105 1 Pfund, Dollar, 98. 315 12.27 10.35 21.95 12235 16.425 .417 .23 92. 55 103 73.25 955.10 sonst in 100 21.84 16 16.948 12.303 .503 32.45 113.43 15.4 Rerliner Retallmarht 10. 4 Das Effektivgeschäft ist freundlicher. Einige größere Orders für lialienische und skandinavische Rechnung fanden Ausführung, ferner zeigt der Konsum ein größeres Kaufinteresse. Im Lokalhandel nennt man unveränderte Preise. Zentralamerik. Kaffees: Sehr ruhig. Lokopreise niedriger. Kakso: Schwächer, Käufer zurückhaltend. Good ferm. Acors je nach Qualität 38/6—39, zweithändig Haupternte je nach Sicht 38,6—40, deutscher Kamerun-Kakao loko 41.—44 sh. Reis: Drausen feste Märkte. Das Platzgeschäft past sich dem nicht an. Gutes Exportgeschäft. Auslendssucker: Effektivmarkt auf stetlgere Auslandsmeldungen etwas freundlicher. Terminmarkt stetiger. Es horrscht allgemeine Zurückhaltung. Techech. Kristalle prompt und Mai 9,1½, Juli. August, 9/3, Nov.-Dez. 9,3¾ eh per 50 kg. Rauhtutter: Unveränderte Preise. Baumwolle: Ruhig. Middling Univereal loko 17.95 pence per lbs. Gewarse: Pfeffer auf einige Engagemente der Spekulation etwas stetiger. Neiken auf haussierende Ernteberichte fest. Kümmel auf Räumung der Bestände aus alter Ernte weiter steigend. Weißer Muntok-Pleffer 300, schwarzer Singapore 240, weißer Batsvis 304, schwarzer Lampong 245, Telll Cheury 200, Neiken Sansibar 124, holl. Kümme“ 80 binL4s RA. per 100 kg. Flektreiptkupfer(wire bard Originalhüttenaluminige............ Dez=l. in Walz, oder Dradtbarren.:.:.:...: Kümmel 80, Piment Desgl. In Reinnickel Animen Re Feinsiiber 170.20 90.00 94.0 330.00 81.04—91.40 97.30—49.30 Amtliche Produkten-Notierungen#.4 Eieies Speissurcbems e 19.00-23.00 Weisen: Mürs Mickischer Braugerste.... 90—10, Fattergerste..... 180—190 Vistergerss..— Mater: Bürtlsecher::-17 Weizenmehl 100 kg. 29.30—37.20 Roggenmehl dto.... 23.73—2700 Weizenkleie. 10.25—11.00 10.50—11.25 195—16 Pottenerdeun Roggenkiete..... 10.50—11.2 Weizenkiste-Maisses,— : 18.50—10.06 e 17.00—19.00 . 15.30- 17.00 :.00-—22.30 : 14.50-14.00 :: 3 0 0 0- 2-. 3 9 : 91.- 3 05 sirsn:::::.-1849 slakuchen..:::.00—16.39 F#.sheiten:::.—.50 Feluschken ächerbohnes..: Wichen..... Lopinen: blans Lupinen: gelde Troskenschaitrd. Zecherechatteeh boys-Schrot... Kartoffelflochen Bremer Baumwollmarkt 65 5 95 5 952— Novambe Dasender 95 Kundems: ru 55 14.40 b: 17.2 RuS 1bes 15.25 S5. # Freikag, 11. April 1980 wensainche Neuente nachrichten Kirchenstreit in Windheim Drei wegen Beleidigung des Ortspfarrers angeklagte Einwohner werden freigesprochen n Minden, 9. 4. Unterhalb Mindens an der Weser liegt das wyllische Windheim, dessen auf einer Anhöhe gelegene alte Kirche den Wanderer und Schifser schon von weit her grüßt. Das Idyll ist aber nur äußerlich, denn schon seit etwa fünf Jahren tobt ein erbitterter heimlicher und teilweise offener Kampf zwischen dem Ortspfarrer Hof und einem großen Teil der Windheimer Gemeindemitglieder. Es handelt sich terbei um einen Streit über Aeußerungen des Pfarrers von der Kanzel herab, ferner um eine scheinbar einseitige Auslegung der Friedhofsordnung dem Männergesangverein gegenüber. In verschiedenen Presseartikeln wurde dieser schleichende Hader an die breite Oeffentlichkeit gebracht. Der Pfarrer wurde in diesen Artikeln hestig angegriffen, das Konsistorium sah darin eine Beleidigung und erstattete gegen den Urheber der verschiedenen unter„Eingesandt" erschienenen Veröffentlichungen Lehrer i. R. Humbke(Windheim) Anzeige wegen ldigt Beleidigung. kommt noch ein? rief, der Hinzu von drei Windheimer Einwohnern im Juli 1029 an den Pfarrer Hof gerichtet ist, in denen dem Pfarrer Unwahrheiten vorgeworsen werden. Die drei Briefschreiber, Lehrer 4 als Wortführer und die Einwohner# Humbke Röbke und Ernst David, glaubten in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt zu haben. Die erste Verhandlung im Februar 1930 mußte vertagt werden, da zur Aufrollung des gesamten Tatbestandes eine weitere Reihe von Zeugen geladen werden mußte. Welches Interesse in Windheim und Umgegend an dem Verlauf dieser öffentlichen Verhandlung vorhanden war, ist daraus zu ersehen, daß die Verhandlung am Dienstag und Mittwoch in dem großen Saal der„Weserklause" stattfinden mußte, um die große Zahl der Zuhörer unterbringen zu können. 93 Zeugen mußten sich zu 11 Anklagepunkten eingehend äußern. Der Gesamteindruck der Beweisaufnahme ging dahin, daß der Nebenkläger Pastor Hof bewußt oder unbewußt doch so gehandelt hat, wie die Angeklagten in ihrem Brief und in den Zeitungsveröffentlichungen behauptet hatten. Die teilweise sehr ins einzelne gehenden Verhöre der Zeugen warfen Lichtblicke in die verworrenen Zusammenhänge, die schließlich die Angeklagten zu ihrem Schritt in die Oeffentlichkeit bewogen hatten. Das Verhalten des Pfarrers bei den Kirchenwahlen, seine Einstellung dem Männergesangverein und dem Kriegerverein gegenüber und seine Darlegungen über diese gesamten Vorfälle lassen auf ein gewisses Machtstreben schließen, wobei die zur Erreichung seines Zieles angewandten Mittel nicht immer ganz einwandfrei waren. Es stand während der Beweisaufnahme mehrere Male Eid gegen Eid, so daß über manche Punkte kein klares Bild zu gewinnen Der Staatsauwalt vertrat die Ansicht, daß für alle strittigen Einzelheiten eine Unaufrichtigkeit oder Unwahrhaftigkeit des Pfarrers nicht in Frage komme. Die Angeklauten hätten einen schweren Vorwurf gegen einen schon 20 Jahre in der Gemeinde tätigen Pfarrer erhoben und hätten wissen müssen, daß ein solcher Vorwurf die schwerste Beleidigung darstellt. Sie müßten deshalb bestraft werden, und er beantragte für jeden Angeklagten 300 RM. Geldstrafe. Im übrigen bezeichnete er den ganzen Streit als eine Kette von gegenseitigen Mißverständnissen. Der Vertreter des Nebenklägers kam zu dem Schluß, daß die Angeklagten sich der Schwere ihrer Behauptungen voll bewußt gewesen seien, und da die Beweisaufnahme ergeben habe, daß sich die Angeklagten ins Unrecht gesetzt haben, müßten sie wegen Beleidigung bestraft werden. Der Vertreter der Angeklagten bewies auf Grund der Zeugenaussagen, daß Pfarrer Hof doch nicht so ganz einwandfret gehandelt habe wie er es jetzt darzustellen versucht habe. Auf Grund ihrer Erfahrungen im kirchlichen Leben der Gemeinde Windheim seien die Angeklagten zu ihrem Schritt in die Oeffentlichkeit veranlaßt worden, um endlich einmal Klarheit in diese seit Jahren schwebenden strittigen Fragen zu bringen. Sie hätten nicht die Absicht gehabt, den Pfarrer Hof der Unwahrhaftigkeit zu bezichtigen. Sie hätten in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt und seien freizusprechen. Das Gericht sprach hierauf die drei Augeklagten auf Kosten der Staatskasse frei. In der Urteilsbegründung wurde Pfarrer Hof als ein Mann gekennzeichnet, dem ein gewisses Machtbewußtsein„zum Vorteil der Kirche" innewohne. Er habe Tatsachen zwar nicht unwahr, aber doch in einem anderen Lichte dargestellt, um unter stillschweigender Duldung von Unklarheiten sein eigenes Machtbedürfnis zu fördern. Gegen dieses Streben seien die Angeklagten im Interesse der öffentlichen Meinung angegangen. Geschäftliche Mitteilung Neuanschaffungen für den Haushalt machen im Laufe der Zeit eine recht beträchtliche Summe aus. Durch die kürzliche Einführung der Sunlicht=Wertreklame kann die Hausfrau einen ansehnlichen Teil dieser notwendigen Ausgaben ersparen, indem sie die Gutschein=Abschnitte von Sunlicht Seise, Lux Seisenflocken, Vim oder Suma sammelt. Die Sunlicht Gesellschaft gibt ihr hierfür wertvolle Werbegaben, deren Kosten dem regelmäßigen Reklame=Aufwand entnommen sind; Preis, Qualität und Gewicht der Sunlicht=Erzeugnisse bletben genau wie bisher. 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Es ist ein mitreiliendes Werk, das durch die geniale Erfindung des Tonfilms echtes, unmittelbarstes Leben wiedergibt. Bunt, vielgestaltig und großartig sind die Szenenlolgen sind die Schauplätze des Films, und einfech. schlicht, naturhaft seine Menschen Im Beiprogramm: 1 Panl Norgan, Vllhelm Bendon in dem Tontilmsketsch Lale kalad II. Ufa-Kurztonfilm In Jena sind alle Mädels so blond III. Ufa-Wochenschau Aufführungszeiten: .00.00.10 Uhr Ehren-, Freikarten usw. haben keine Gültigkeit. Nach dem gleichnamigen Roman von Lam’Flaherty In weiteren Hauptrollen: Lars Hanson. Warwick Ward Dieser Film wurde von der Bildstelle für Erziehung und Unterricht, Berlin (Prof. Dr. E. Lampe) als künstlerisch wer'vell anerkannt. Dieser Film ist ergreifend, ohne sentimental zu sein, erregend, ohne vulgäre Spannungseflekte zu brauchen. Der Liebling des Publikums Dina Gralla in ihrem besten Lustspielschlager