Zeitung für Stadt und Land. erscheint wöchentlich zweimal, des Mittwochs und Samstags. Organ des landw. Kreis=Vereins. vmn 26. Thiel: ds Paderkorn. vierteljährlich 60 Pfg. Inserate kosten die Sgespalten. Petitzelle 10 Pig. Reklams 30 Pig. Nr. 10.—6 Paderborn, Samstag, 2. Februar 1901. Locales. Paderborn, 2. Februar 1901. —(Bischof Wilhelmus) trütt morgen die bischöfliche Reise zu den Gräbern der Aposteln in Rom an. Das bochw. Generalvicariat hat besondere Gebete für den theuren Rotsonden angeordnet und bitttt guch die Glihubigen seiner im Gebets zu gedenken. —(Der Gesangverein„Gutenberg“) begcht am Sonntag den 10. Febr. seine diesjährige Fastnachtsfeier wie bieher in der Volkshalle. Wie das uns vorliegende Programm zeigt, ist der Verein bestrebt, seinen vielen Freunden und Sönnenn einen genußreichen und heiteren Abend zu bereiten. Es soll u. A. die angekündigte Operette:„Der Quacksalber" v. Kipper von hochkomischer Wirkung sein, und was gesangliche Leistungen anbetrifft, die im vorigen Jahre mit großem Beifall aufgenommenen Operette„Inkognito“, bei weitem übertreffen. Wir wänschen dem strebsamen Verein ein volles Haus. —(In der Volkshalle) sind Samstag und Sonntag 2 junge christliche Chinssen zu sehen, welche sich der Verfolgung im Vaterlande glücklich entzogen haben. Dieselben haben in vielen größeren Städten Deutschlands großes Aufschen erregt und wirk ihnen wohl auch hier ein zahlreicher Besuch zu Theil werden. Die Gelogenheit, bezopfte Bewohner des himmlichen Reiches in Augenschein zu nehmen, haben wir hler noch kaum gehabt und so kann der Besuch nur empfohlen —(Sin Kellerbrand) rief am Dienstag Abend die Freiwillige Feuerwehr herbei. Im Keller der Firma Kaß& Co. an Rattzhausplatze brannte dort aufgestapeltes Packpapier, was gim entsetzlichen Qualm verbreitete. Eine ordentliche Portion Wasfer hinderte das weitere Umsichgreisen. Uober die EntKohungsursache verlautet nichts. —(Straßenraub.) Am norigen Montag Abends gegen 9 Uhr wurde der Lehrling des Metzgermeisters K. hier von zwei Handwerksburschen in der Königstraße angefallen und des Karren, worauf kerselbe Hafer geholt, beraubt. Auf das Geschrei des betr. Lehrlings hin kamen einige Königsträßer und rissen denselben den Karren mit Hafer wieder fort. Mit einer tüchtigen Tracht Prügel wurden dieselben entlassen. Zum nimmer Wiedersehen und ein scahbnes Andenken von Paderdorn zur Lehre ziehend. —(Die Spitzbuben) sind wieder los, deshalb aufgepaßt. Vor einigen Tagen wurde bei der Witwe Thünemeier in der Senne eingebrochen: die Einbrecher ließen mehrere hundert Mark und eine Partie Kleidungsstücke mitgehen. Letztere fanden sich später bei der Lippebrücke wieder. Ein Embruchsversuch fand auch auf dem Schützenplatze an der Schatzkammer des Vereins, welche die ruhmreichen Fahnen, den berühmten Schellbaum des sol. Vaters Knickmann 2c. ent###lt, statt. Es kam nur zur Demolirung des Vorhängeschlosses. — Nach Neuhaus wurde am Donnerstag ein Husar zurückgebracht, der mit 100 Mark aus der Kasse desertirt war. An der holländischen Grenze wurde er gefaßt. —(Ein neuer Schädling.) In der neusten Nummer des practischen Rathgebers berichtet Freiherr von Schilling über ein von ihm neu entdecktes Insekt, welches oft in Semeinschaft mit der ähnlichen Blutlaus auf Apfeldäumen und da verschiedensten Kulturpflanzen, solbst auf den Kamellien im Zimmer vorkommt Er bezeichnet diesen Schädling, den er in den verschiedenen Lebensstadten genau abbildet, als strolchende Wollschildlaus: Dactylopius vagabundus. Dieser kleine Vagabund richtet, wie berichter wird, mit seinem Saugrüssel, den er in der Pflanzenhaut senkt, zuweilen recht beträchtlichen Schaden an. Gartenfreunde, die die Kenntniß der auf ihren Lieblingen vorkommenden Schmarotzer bereichern wollen, können die betreffende Nummer des practischen Rath= gebers vom Geschäftsamt in Frankfurt a. O. kostenfrei erhalten. —(Offene Stellen für Militäranwärter) im Bezirk des I. Armeccorps. Bürgermeisterei Altendorf (Rheinl.), Rechnungsrevisor, 1800 Mk., Reigend bis 2700 Mk. Bürgermeisterei=Verwaltung Benrath, Bureau=Vorsteher für die Kommunal=Verwaltung, 2400 Mk., steigend bis 3000 Mk. Direktion der Nordbrabant=Deutschen Eisenbahn zu Gennep, Weichensteller, 2 Mi. Tagesgeld. Gefängniß Düsseldorf, Schreiber, monatliche Remuneration 75 Mk. Hauptsteueramt Düsseldorf, Haupt=Amtsdiener, 900 Mk. Gehalt, steigend bis 1200 Mk. Gefängniß Elberseld, Schreiber, monatliche Remuneration 75 Mk. Amt Horst, Polizeisergeant, 1100 Mk., steigend bis 1500 Mk. Magistrat Lippstadt, Flurh#ter und Baumwärter, 900 Mk. 18. Division Münster, Militär=Gerichtsbete, 720 Mk., fleigend bis 1320 Mk. Landos=Versicherungs=Anstalt Westfalen Mänster Westf.), Sehülfe in der Quittungskarten=Regtstratur, Monatsdikten von 15 Mk., bei guter Führung und befriedigenden Loistungen bis zu 50 Mk. monatlich. Magistrat Münster(Westf.), Poltzeisergeant für den Nachtdienst eventl. für den Tagesdienst, 1400 Mk., steigend bis 1700 Mk. Amtsgericht Soist, Kanzleigehülfe, 5 bis 10 Pfg. für die Seite. Poltzeiverwaltung Solingen, mehrere Poizeisergeanten, 1450 Mk., steigend bis 2000 Mk. Bürgermetsteramt Sterkrade, Straßenmeister, 1200 Mk. Gehalt, steigend bis 1500 Mk. Kaiserliches Postamt Minden, Briefträger, 900 Mk. Gehalt, steigend bis 1500 Mk.; Landbriefträger, 700 Mk. Gehalt, steigend bis 1000 Mk. Magtstrat Warendorf, Stadtsekretär, 1500 Dik. Amtsgericht Wattenscheid, Kanzleigehüise, 5 bis 10 Pfg. für die Seite. Strafanstalt Werden, Rufseher, 900 Mk. Gehalt, steigend bis 1500 Mk. Garnison=Lazareth in Wesel, Hausdiener, 700 Mk. Gehalt, steigend bis 1100 Mk. Amt Hattingen(Ruhr) in Winz, Poltzeisergaant, 1200 Mk., steigend bis 1650 Mi. —(Marktbericht) vom 30. Januar. Weizen pro 100 Kllo 14,80—15,00. Roggen 14.70—14,80. Mall=K. 00,00—00,00. Hafer 12,80—13,00. Wetzenkorn 14.70 bis 14,80. Erbsen 29,50—30,50. Bohnen 31,50—82.50. Linsen 31,50—82,50. Kartoffeln 5,50—6,00. Heu.00 bis 6,00. Strob 5,00—5,50. Rindfleisch ½ Kllo 0,60 bis 0,65. Schweinefleisch.65,—0,70. Kalbfleisch 0,60—0,65. Hammelfleisch 0,60—0,65. Brod 4 Kllo 0,80—0,85. Sier 60 Stück.80—.00. Butter ½ Klle 1,10—1,30. Speck 1e Alb 070—080. Willy's Großpapa. Novellette von Joseph Maertl. Bachtrud prieten. 1. Der Frühling, der langersehnte Befreier aus den eisesstarren Banden des finsteren Winters, hatte seine Sendboten in die Lande geschickt, um seine Ankunft zu verkünden. Warmer Sonnenschein lag über die Straßen ausgebreitet und mit Wohlbehagen sog der Mensch die Uinden Läfte ein, die von Feld und Wald nach der Stadt herüberzogen. Es ist etwas Eigenthämliches um die Wiederauferstehung der Natur! Mit ihren Knospen und Blüten erwaht uuch unser Herz zu neuem Leben und frischem Schaffen, as gche wis ein Hauch der Versöhnung durch die hoffnungsreiche Seele. Von al diesen gnadenreichen Segnungen schien jedoch der alte Mann nichts zu wissen, der eiligen Schrittos eine langs Straße der Berliner Vorstadt hinabging. Er mochte etwa fünfundsechzig Jahro zühlen und schien dem besseren Handwerkerstande anzugehören. Es lag etwas von einer gewissen nervösen Hast in ihm, und selbst sein verbindliches Lächeln und der kurze Gruß, die er ihn in und wieder einom Bekannten widmete, verrieihen Unruhe und guegleich auch ein sichtliches Bestreben nach Seibstbeherrschung. Ja drinnen im Horzen des alten Moisters Riklas da war es noch Winter— Winter soit Jahren, ohne daß jemals ein Frühlingssonnenstraßl die Eisrinde des Hasses und der Verachtung geschmolzen hätte, dis er gegen seine Mitmenschen und vor allem gegen sein jüngstes Kind, den einundgwanzige jährigen Paul, hegte. Was war der Grund bieser unnatürlichen Abneigung zwischen Vater und Sohn! Kein Mensch wußte es, nicht einmal dis alte Moisterin und Mutter des Gehaßten, aber so viel war klar, daß Vater Riklas sein Kind schon haßte, seit es auf der Welt war. Er war dem liebededürftigen Kinde niemals als Vater näher getreten, er hatte es steis von sich gestoßen, während er dis anderen Sprößlinge verhätschelte. Diese Vernachläßtgung des Jüngsten hatte mit den Jahren nach und nach den Charakter einer völligen Entfremdung augenommen. Vater und Sohn standen sich instinktiv als Feinde gegenüber. Das Meisto unter dem Drucko dieses ummatür= lichen Verhältnisses hatte die Meisterin zu leiden, dis als brave gutmüthige Hausfrau in der ganzen Gegend bekannt und geachtet war. Wie sie auch bat und sichte, wie sie auch mit den ernsten und klarsten Vorstellungen in den Garten drang, der Mann mit seinem finsteren Monschenhaß blieb umnerbittlich und auf seiner Meinung bestehen, Paul„der Taugenichto“ wurde von ihm nach wis vor wis ein unwürdiges Mitglied der Familte behandelt. So war es denn gekommen, daß der Jängste seine eigenen Wege ging sind ohne den Halt am Eiternhause längst schon auf Abwegs gerathen wäre, wenn ihn nicht eine wahre kunige Reigung einem hübschen jungen Mädchen vor dem moraltschen Verfall bewahrt hätte. Diese Liebe führte in Kurzem zu einem ehelichen Bunde— aber ohne den Sogen des Vaters. Das jungs Paar lebte in stiller Eintracht für sich selbst und empfing nur hin und wieder den heimlichen Besuch der Meisterin und der Geschwister, Papa Niktas, der selbst der Hochzeit ferne geblieden, hatto bis jehzt auch noch uls ihre Schwelle betreten. Da geschah eines Tages etwas Unerwartetes. Kurze Stunden vorher, als der geschätzte Leser die Bekanntschaft des Meisters Niklas gomacht hatte, wer in dessen Wohnung ein seltener Besuch erschienen. Es waren Paul und sein Weib die Verstoßenen, dis dem Zugo ihres Horzens folgend, dem Vater den Erstgeberenen peäsentieren wollten, von dessen Geburt der Moister ebensowenig Nottz genommen, wis von zener eines wildfremden Inicher. (Fortsetzung folgt.) Bu, 90#te in Aumt bit in. Bahnhnus Kprter“ zlAL 80 PP. m. Sahndort, Wartr.11 i ie Sthha Es ist nicht Jedermanns Geschmack als Kaffee einen Aufguß von gebrannter Gerste oder geröstetem Malz zu trinken. Das und nichts anderes sind aber die offen ausgewogenen sogenannten Malzkaffees. Ein wirklicher Malzkaffee, der infolge seiner patentirten Herstellungsweise mit den Vorzügen des Malzes auch das feine Aroma und den beliebten Geschmack des Bohnankaffees verbindet, ist nur Kathreiner's Malzkaffee. Dieses Fabrikat kommt aber niemals lose, sondern ausschließlich in plombirten Packeten mit dem Bild des Prälaten Kneipp zum Verkauf. Fürsorge=Erziehung. Ein treffliches Büchlein ist jüngst in der Nicolaischen Verlags=Buchhandlung zu Berlin erschienen. Es führt den Titel„Das preußische Fürsorge=Erziehungs=Gesetz und die Mitwirkung der bürgerlichen Gesellschaft bei seiner Ausführung“ und hat den bekannten Socialpolitiker Geheimen Trregierungsrat von Massow zum Verfasser. Der Verfasser geht von der Ueberzeugung aus, daß das neue preußische Fürsorge=Erziehungs=Gesetz eine der bedeutsamsten socialen Thaten darstelle, und damit hat er unzweifelhaft recht. Alle Arbeit, die der Jugend gilt, gilt zugleich der Zukunft unsers staatlichen und nationalen Lebens. Das FürsorgeErziehungs=Gesetz aber dient unserer Jugend in ganz hervorragendem Maße, indem es ihren verwahrlosten wie gefährdeten Theil gleicherweise zu schützen unternimmt. Hilfe that hier dringend not, immer lauter und ungestümer wurden die Rufe nach ihr, nun ist sie gekommen. Allein die besten Gesetze bleiben Druckerschwärze, wenn sie nicht Leben in der Bevölkerung selbst gewinnen, wenn sie sich bei ihrer Durchführung nicht der lebendigen Teilnahme und thatkräftigen Mitwirkung weiterer Volkskreise zu erfreuen haben. Diese Teilnahme zu erwecken und diese Mitwirkung herbeizuführen, dazu ist das in Rede stehende Büchlein geschrieben; es ist ein warmherziger Appell an die Männer und Frauen Freußegs, mit Hand anzulegen, daß die hohen und edlen ie., veren Verwirklichung das Fürsorge=Erziehungs=Gesetz anstrebt, auch thatsächlich erreicht werden. Der Verfasser gliedert seinen Stoff nach zwei Hauptgesichtspunkten. Er fragt zunächst, in welchen Punkten das Fürsorge-ErziehungsGesetz vorzugsweise der Mitwirkung der Bevölkerung bedürfe, und sodann, wie sich nach erwiesener Notwendigkeik die Mitwirkung am zweckdienlichsten geltend machen lasse. Die Mitwirkung der bürgerlichen Gesellschaft soll Platz greifen bei der Ermittlung der Fälle, auf welche das Gesetz Anwendung zu finden hat, bei der Anrufung der Behörden behufs Herbeiführung der Fürsorge=Erziehung im einzelnen Fall, bei der Unterbringung der Pfleglinge in Familien und Anstalten, wie endlich bei der Bestellung von Fürsorgern. Um an einem einzelnen Beispiele zu zeigen, wie wesentlich die Beihilfe der Bevölkerung für die zweckmäßige Durchführung des Fürsorge=Erziehungs=Gesetzes ist, sei nur an Folgendes erinnert. Nach dem Gesetze soll der„Kommunl= Verband" für jeden Fall der Familien=Erziehung einen Fürsorger bestellen, welcher die Erziehung des Pfleglings überwacht. Der„Kommunal=Verband“ aber sind die LandesHauptleute und Landes=Direktoren, und diese haben in den Provinzial=Hauptstädten ihren Sitz. Wie gut ist es doch da, wenn sich in den zahlreichen über die ganze Provinz zerstreuten Ortschaften Organe der freiwilligen Liebesthätigkeit finden, welche aus intimster Kenntnis der besonderen Orts=Verhältnisse heraus die schwierige Aufgabe der Beschaffung geeigneter Fürsorger lösen helfen. Was schließlich die Art und Weise betrifft, in welcher sich die freiwillige Mitwirkung der Bevölkerung am zweckmäßigsten zu äußern vermag, so hat Oberregierungsrat von Massow hierfür bis ins einzelnste gehende Ratschläge erteilt. Vor allem wird es darauf ankommen, die Kenntnis der Beztimmungen des Fürsorge=Erziehungs=Gesetz ins Volk zu tragen, und sodann, die freiwillige Vereins=Thätigkeit, welche bisher schon dem Dienste an der Jugend gewidmet war, für die Zwecke der Fürsorge=Erziehung zusammenzufassen und auf einheitlicher Grundlage zu organisieren. Das vorliegende Büchlein ist aus echter, warmer Liebe zum Volke und zur Jugend heraus geschrieben und trägt den Stempel dieses Ursprungs auf jeder Seite an sich. Möge es thatenzeugend wirken und sein schönes Motto„Helft unsere Jugend retten und bewahren!“ zahlreiche empfängliche Herzen finden! Zusammenlegungen, Unterstützung von Wassergenossenschaften und andern großen dauernden Aufgaben. Minister Frhr. v. Hammerstein: Ich bin dem Antragsteller dankbar für seine Absicht, diesen Antrag einer Kommission zu überweisen: in der Kommission wird die Frage viel eingehender und sachlicher erörtert werden können. Auch heute wieder, wie schon früher, sind Vorwürfe gegen die Generalkommission erhoben worden. Ich kann auf das bestimmteste versichern, daß nur in seltenen Fällen diese allgemeinen Vorwürfe begründet sind. v. Bodenhausen=Lebusa(de.) führt einige Fälle an von Separationei. und Verlegung von Wegen, wo bei der Generalkommission ein ungemein umständlicher und bureaukratischer Instanzenzug geherrscht hat. Damit ist die Erörterung geschlossen. Der Antrag Herold geht an eine Kommission von 14 Mitgliedern. Der Titel sowie eine Reihe weiterer Titel werden bewilligt. Beim Kapitel „Landwirtschaftliche Lehranstalten“ wird ein Versuch, die Generaldebatte wieder aufzunehmen, vom Präsidenten rechtzeitig entdeckt. Frhr. v. Zedlitz(fe.) erinnert nämlich an Herrn v. Miquels vorgestrige Aeußerung über die Vorbildung der Landwirte, kommt von da auf die Ueberfüllung der Hochschulen. Der Titel wird genehmigt. Es folgt das Veterinärwesen. Faltin(Centr.) beklagt die allzu scharfen Kontrolmaßregeln auf Grund des neuen Reichsseuchengesetzes, das insbesondere für die schlesischen Grenzbezirke nicht ein Segen, sondern ein Unsegen für die Landwirtschaft sei. Ein Regierungskommissar: Ohne scharfe Kontrolvorschriften ist eine Bekämpfung der Maul= und Klauenseuche nicht möglich, und eine scharfe Bestrafung der Uebertretung der Anzeigepflicht ist unbedingt notwendig. v. Sanden(nl.) bespricht den Rückschritt in der Zucht der ostpreußischen Pferde und unterstützt eine Bitte des Centralvereins für Masuren und Litauen. Oberlandstallmeister Graf Lehndorff: Ich bin gern bereit zu erklären, daß, wenn der Finanzminister die Mittel zur Verfügung stellen kann, wir genau auf demjenigen Wege vorschreiten werden, den Herr v. Sanden angedeutet hat. Der Titel wird bewilligt. Es folgt Capitel Förderung der Fischerei. Frhr. v. Eynatten (Centr.) begründet mit langer Darlegung der früheren breiten Verhandlungen über das Wasserrecht den Antrag auf baldige Emanirung eines preußischen Wasserrechtes, worin insbesondere die Beseitigung der zunehmenden Verunreinigung der Flüsse und Bäche durch Abwässer industrieller Werke ermöglicht ist. Finanzminister Dr. v. Miquel: Wir haben es oft erwähnen hören, daß man jeden Uebelstand beseitigen kann, wenn man nur ein Gesetz macht. Aber daß die Gesetze oft nichts nützen und sogar noch mehr Schaden anrichten als Vorteil, bedenkt man nicht. Eine Materie, die wissenschaftlich noch nicht geklärt ist, wo die Frage der oxydirenden Kraft des Wassers noch so dunkel ist, hat sich auch ganz verschieden gestaltet nach Maßgabe der Beschaffenheit der Einflüsse, die auf das Wasser wirken. Diese Frage ist eine Reichsfrage; es handelt sich nicht um ein Reichsgesetz, sondern um eine Frage, die im Verwaltungswege zu lösen ist. Hierauf wird der Antrag Eynatten gegen die Linke angenommen. Donnerstag 11 Uhr: Fortsetzung und Justizetat. Berlin, 30. Jan. Beratung der Anträge Hieber, Albrecht und Schrader betr. die Wohnungsreform. Die Diskussion war bereits geschlossen. Abg. Möller=Duisburg erklärt in einem Schlußwort zu dem Antrag Hieber, er vertrete den durch Arbeiten im württembergischen Landtage verhinderten Antragsteller. Der Antrag Albrecht sei unannehmbar, der Antrag Schrader nicht weitgehend genug. Trotz der Erklärung der Reichsregierung, daß die Sache im wesentlichen vor die Einzelstaaten gehöre, halte seine Partei doch an dem Hieberschen Antrage fest. Eine staatliche Kommission würde sehr segensreich wirken. Abg. Dreesbach(Soz.) sagt in einem Schlußwort zu dem Antrag Albrecht: Die Erklärung des Staatssekretärs habe wohl niemand als die äußere Rechte befriedigt. Abg. Eckart (Dtsch. Volksp.) befürwortet in einem kurzen Schlußwort den Antrag Schrader, der eine Kommission mit beschränkterer Kompetenz als wie der Antrag Hieber fordert. Der Antrag Albert wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt, der Antrag Hieber gegen die Konservativen, die Reichspartei und Freikonservativen, sowie gegen die freisinnigen Parteien angenommen. Der Antrag Schrader entfällt damit. Es folgt die Beratung des Antrags Berg= mann(frs.) zur Aufhebung der Theaterzensur, den der Abg. Müller=Meiningen begründet. Der Regierungskommissar Geheimrat Werner macht während der Rede des Abg. Müller fortwährend Zwischenrufe, welche sich Redner verbittet. Auch Vizepräsident v. Frege ersucht, den Redner nicht zu unterbrechen. Abg Stockmann(Rpt.) führt aus, der Reichstag sei in dieser Frage nicht kompetent. Die Zensurmängel seien unbestreitbar; es sei aber ein Versehen, die Fehler hier vorzubringen. Damit sei jedoch nicht bewiesen, daß die Zensur abzuschaffen sei. Sie müsse in verbesserter Form erhalten werden. Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. Nudiag, Berlin, 30. Jan.(Abgeordnetenhaus.) Die zweite Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung fortgesetzt. Beim Kapitel Generalkommissionen liegt der Antrag Herold(Centr.) vor auf angemessene Beteiligung des Laienelements in den Generalkommissionen. Herold(Centr.) begründet seinen Antrag intt der Darlegung der erheblich erweiterten Aufgaben der Kommissionen, Gemeinheitsteilungen, Deutschland. Berlin, 30. Jan. Die Meldung, daß sich der Kaiser unzufrieden geäußert habe, weil weder Abgeordnetenhaus noch Reichstag beim Empfange der Trauerkunde vom Tode der Königin von England ihre Sitzungen zum Zeichen der Trauer aufgehoben haben, wird, wie ein Berliner Blatt berichtet, in Reichstagskreisen, die darüber gur unterrichtet sein können, für zutreffend gehalten. Es ist hierbei darauf hinzuweisen, daß der deutsche Reichstag auch bei der Kunde von dem grauenvollen Tode Kaiser Alexanders 2. seine Sitzung nicht aufgehoben hat, obwohl der damalige Präsident, der spätere Kultusminister und jetzige Oberpräsident v. Goßler, ebenso peinlich die äußeren Formen beachtete, wie Graf Ballestrem thut. Der deutsche Reichstag ist eben mit Kundgebungen dieser Art mit Recht sparsam. Entscheidend, nicht sowohl für den Reichstag selbst als für die Beurteilung seiner Haltung im Falle des Todes der Königin von England ist aber jedenfalls die Thatsache, daß die beiden Häuser des englischen Parlaments, die beim Tode Kaiser Wilhelms 1. versammelt waren, zwar ihrer Trauer über den Tod des Deutschen Kaisers Ausdruck gaben, aber nicht daran dachten, ihre Sitzungen aufzuheben. Unter diesen Umständen wäre es seitens des deutschen Reichstags ein wohl kaum verständlicher Uebereifer gewesen, wenn er in seinen Kundgebungen anläßlich des Hinscheidens der Königin Victoria weitergegangen wäre. Im deutschen Volke würde man das jedenfalls mißbilligt und in England sowie im übrigen Auslande mißdeutet haben. Uebrigens verlautet, daß Graf Ballestrem die von ihm am Mittwoch im Reichstage veranstaltete Trauerkundgebung vorher mit dem Reichskanzler vereinbart habe. Es wird weiter hervorgehoben, daß das Erscheinen des Reichskanzlers selbst in dieser Sitzung und dessen Ansprache an den Reichstag bereits über den Rahmen dessen hinausgegangen seien, was bis dahin üblich war.— Eine Aufhebung der Sitzung zum Zeichen der Trauer hat im deutschen Reichstag unseres Wissens nur einmal stattgefunden, am 9. März 1888, nachdem Fürst Bismarck in so ergreifender Weise die Botschaft vom Tode Kaiser Wilhelms 1. mitgeteilt und der Präsident den Gefühlen des Hauses Ausdruck verliehen hatte. Feierliche Akte verlieren durch öftere Wiederholung an Bedeutung und Eindruck. Das gilt übrigens nicht nur von Trauerkundgebungen. — Der General der Infanterie zur Disposition Albert v. Rauch ist gestern im Alter von 72 Jahren hier gestorben. Er war Kommandeur des ersten badischen Leib=GrenadierRegiments Nr. 109, hierauf der 41. Infanterie=Brigade und führte von 1883 bis 1888 die 19. Division in Hannover, dann wurde er zur Disposition gestellt und zum Chef der Landgendarmerie ernannt, an deren Spitze er bis zum August 1897 verblieb. — Der Tod des Gouverneurs von Kiautschou, Kapitäns zur See Jaeschke, hat allgemein hier das tiefste Bedauern erregt; Kapitän z. S. Jaeschke hatte sich auch vor nicht langer Zeit verheiratet. Ende 1898 hatte als Nachfolger des Kapitäns z. S. Rosendahl Herr Jaeschke sein Amt als Gouverneur angetreten, man glaubte in ihm den richtigen Mann gefunden zu haben; er kannte Ostasien und die ostasiatischen Verhältnisse ziemlich genau. Mitte der achtziger Jahre kommandierte er auf der ostasiatischen Station das kleine Kanonenboot„Wolf" und 1895 führte er als Kapitän zur See das damalige Panzerschiff„Kaiser“ mit großer Umsicht nach Ostasien; es erregte in Marinekreisen ein gewisses Aufsehen, daß dieser längst veraltete Panzer mit verhältnismäßig großer Schnelligkeit und ohne den geringsten Unfall Ostasien erreichte. Provisorischer Gouverneur ist bekanntlich schon seit etlichen Wochen der ehemalige Kommandant des kleinen Kreuzers„Gefion", Fregattenkapitän Rollmann. - Die ministerielle„Berliner Korrespondenz" wendet sich gegen die Agitation, welche„Demokraten aller Schattirungen, unterstützt von wirtschaftspolitischen Doktrinären verschiedener Richtungen", unter der Parole„Brodwucher“ gegen die vom ersten Reichskanzler inaugurirte Wirtschaftspolitik zu entfesseln versuchten. Die den„Brodwucher“ vermeintlich bedingenden Getreidezölle hätten den gewaltigen Ausschwung der deutschen Industrie und die außerordentliche Verbesserung in der Lebenshaltung des deutschen Arbeiterstandes nicht aufgehalten, vielmehr als ein hochwichtiges Glied in der Kette der nationalen Wirtschaftspolitik unserm wirtschaftlichen Gedeihen manche neue Antriebe zugeführt. Es müsse auch dahingestellt bleiben, inwieweit die in Aussicht genommene Steigerung der Getreidezölle eine Brodverteuerung zur Folge haben werde. Jsdenfalls lasse die Thatsache, daß die Getreide= und Brodpreise in Deutschland in Zeiten mit äußerst niedrigen oder gar nicht vorhandenen Getreidezöllen beträchtlich höher standen, als es gegenwärtig der Fall sei, erkennen, daß nicht lediglich der Zollpolitik die Verantwortung für die Gestaltung der Brodpreise aufgebürdet werden könne. — Der Bundesrat hat nach den„Leip. N..“ den Steuersatz im Schaumweinsteuergesetz auf 20 Pfg. für Obstwein, 40 Pfg. für Schaumwein, der auf Faß gezogen, auf 60 Pfg, für solchen, der auf Flaschen gezogen ist, festgesetzt. — Es soll die Absicht bestehen, zur Beseitigung der durch die Aufhebung der Abschlußprüfungen an den höhern Lehranstalten entstandenen Benachteiligung der Nichtvollarstalten die Reifeprüfung an Nichtvollanstalten einer wesentlichen Umgestaltung zu unterziehen und sie der gewöhnlichen Versetzungsprüfung möglichst anzunähern. Berlin, 31. Jan. Der Kaiser wird am Donnerstag nächster Woche in Homburg v. d. Höhe eintreffen. — Neuerdings wird versucht, gewisse Kreise der Landtagsabgeordneten und auch der Regierung in ihrer Canal= freundlichkeit dadurch zu erschüttern, daß man die Behauptung aufstellt, es müßte zur Sicherung des Baues des DortmundRheinkanals gegen die durch den Kohlenbergbau hervorgerufenen Bodensenkungen ein sogenannter Sicherheitspfeiler stehen bleiben, dessen Kohlenflöze im Werte von Milliarden dem Nationalvermögen verloren gingen. Nach Erkundigungen, die wir eingezogen haben, sind wir in der Lage, diese Befürchtungen zu zerstreuen. Es werden vielmehr außer den bereits erfolgten Beschränkungen am Dortmund=Emskanal durch die Canalfortsetzung nach dem Rhein keine andere Beschränkungen des Bergbaues(teilweiser Bergeversatz und möglichst gleichmäßiger Abbau) erfolgen, als sie auch für die Erhaltung der natürlichen Vorflut im Emscherthal sich als notwendig ergeben. Das Stehenlassen eines Sicherheitspfeilers würde im Gegenteil in dem in Frage kommenden Gebiet schädlich sein, wie sich die frühern Markscheidenpfeiler ebenfalls als unzweckmäßig erwiesen haben. Auch für das untere an den Rhein bei Laar grenzende Canal= stück, für welches es zweifelhaft gelassen war, ob hier im Interesse der durch das Rheinhochwasser beeinflußten Vorflut der Emscher ein Sicherheitspfeiler oder die Herstellung von höheren Deichanlagen zweckmäßig sei(die auch notwendig sind, wenn kein Kanal gebaut wird), soll uunmehr beabsichtigt sein, Deiche herzustellen, damit der Kohlenberg= bau nicht geschädigt werde. Die aus der Sicherheitspfeilerfrage gegen die Kanalvorlage hergeleiteten Bedenken sind daher völlig unzutreffend. — Zu der Kündigung der seit 1861 bestehenden und seitdem mehrfach prolongirten Verträge mit den siskalischen Gruben seitens des Inhabers der Firma Cäsar Wollheim, des Kommerzienraths Arnholds, soll der Ausspruch des Handelsministers, der Kohlenhandel sei ein notwendiges Uebel, die Veranlassung gegeben haben. Wie der„Vorwärts“ wissen will, glaubt man in Börsenkreisen nicht recht an das angegebene Motiv der Kündigung. Man neige vielmehr zu der Annahme, daß Herr Arnhold der Kündigung seitens des Ministers nur zuvorgekommen sei; Herr Arnhold habe nämlich vorausgesehen, daß Herr Brefeld den Agrariern doch nachgeben müsse und das viel angegriffene Verhältnis lösen würde. — In der heutigen Sitzung des preuß. Städtelages, worin über die Beteiligung der Frauen an der Armen= und Waisenpflege verhandelt wurde, wurden Leitsätze angenommen, wonach 1) die Heranziehung der Frauen zur öffentlichen Armen= und Waisenpflege dringend wünschenswert ist, 2) dieses Ziel am besten dadurch erreicht wird, daß die Gemeinden Frauen zu Armen= und Waisenpflegerinnen wählen und direkt in die Organisation der Armen= und Waisenverwaltungen einordnen, 3) wo feste organische Verbindungen zwischen der Armen= und Waisenverwaltung und den Frauenvereinen bestanden und sich bewährten, wird auf eine künftige Heranziehung der weiblichen Hülfsthätigkeit zur eingehenden Armen= und Waisenfürsorge hinzuwirken sein. Essen, 30. Jan. Das neue Schnellfeuer=Feldgeschütz C 1900 der Rheinischen Metallwaren= und Maschinenfabrik von Ehrhardt in Düsseldorf wird in militärischen Zeitschriften vielfach lobend besprochen. So bezeichnen die Schweizerischen militärischen Blätter das Geschütz als das Ideal eines modernen Feldgeschützes. Bisher ist die Ehrhardtsche Fabrik von der deutschen Regierung nur zur Lieferung von Geschossen für die Armee herangezogen worden, sie hat aber in ziemlich kurzer Zeit einen Aufschwung genommen, der sie als Konkurrentin unsrer großen heimischen Geschützfabrik auf den Plan treten läßt. Homburg v. d. Höhe, 31. Jan. Die Kaiserin begab sich gestern Nachmittag 3 Uhr nach Schloß Friedrichshof. 31. Jan. Das„Dresdner Journal“ meldet: Eine Besserung im Befinden des Prinzen Georg ist noch nicht eingetreten. : Ausland. Wien, 30. Jan. In der gestrigen Sitzung des Polenklubs betonte Rapoport die dringende Notwendigkeit des Baues von Wasserstraßen in Galizien, namentlich eines Donau= oder Oder=Donau=, Weichsel= und eines Sau=DujesterKanals. Rapoport beantragte, den Bau dieser Kanäle als Ganzes zu behandeln, namentlich mit Rücksicht darauf, daß die preußische Kanalvorlage eine doppelte Verbindung mit der Weichsel vorsieht. Haag, 30. Jan. Der österreichisch=ungarische Gesandte überreichte der Königin Wilhelmine das Großkreuz des Elisabeth=Ordens mit einem eigenhändigen Schreiben des Kaisers Franz Joseph. 31. Jan. Das Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung des Herzogs Heinrich von Mecklenburg zum Contreadmiral und Generalmajor a la Suite der niederländisch=indischen Marine und Armee. Christiania, 30. Jan. Der kommandierende Admiral Brunnen errichten ließen. Die Enthüllung des Brunnens am Geburtstage Eurer Majestät bereitete mir eine ganz besondere Freude. Kapstadt, 30. Jan. Eine„Depesche Kitcheners vom 29. Jan. meldet: Smith Dorrien ist von Karolina zurückzekehrt, nachdem er die Burentruppen zersprengt hatte. Au sem Rückwege hatte er mehrere kleine Gefechte mit dem Feinde zu bestehen. Außer den bereits gemeldeten Verlusten au britischer Seite wurden noch 4 Mann getötet, 1 Offizier und 17 Mann verwundet. - General Knox kam 40 Meilen nördlich von Thabanchu mit De Wet in ein Gefecht. De Wet beabsichtigt, nochmals einen Einfall in die Kapkolonie zu versuchen. Bis jetzt sind nähere Einzelheiten über das Gefecht unbekannt. Eine Burenabteilung zog morgens in Boysburg ein und richtete in den Minen Modderfontains und Barnhijns einigen Kommandant Marais und 2 Buren wurden sandte folgendes Glückwunschtelegramm an Kaiser Wilhelm zu dessen Geburtstag ab:„Ew. Majestät bitte ich namens der Offiziere der königlich=norwegischen Marine allerunterthänigste Glückwünsche zum heutigen Tage aussprechen zu dürfen.“ Hierauf ist heute folgende Drahtantwort eingelaufen:„Seine Majestät der Kaiser lassen für die Glückwünsche zum gestrigen Tage danken und Ew. Exzellenz bitten, dies den Offizieren der königlich=norwegischen Marine aus. zusprechen. Freiherr v. Senden, Admiral.“ London, 30. Jan. In seiner Ansprache an den deutschen Kronprinzen bei dessen Investitur mit dem Hosenbandorden sagte der König, es sei der Wunsch seiner geliebten Mutter, der verewigten Königin, gewesen, dieses Ehrenzeichen, das vor so langer Zeit von ihrem Vorgänger gestiftet worden sei, ihrem Urenkel anzulegen. Da dies aber unmöglich gewesen, so sei diese ehrenvolle Pflicht von der Königin auf ihn übergegangen. Der König verweilte hierauf bei den freundschaftlichen Beziehungen der beiden königlichen Familien, die klar bewiesen würden durch den Besuch des Kaisers, der noch zur rechten Zeit gekommen sei, um von seiner königlichen Großmutter erkannt zu werden, und dessen edle Gesinnung die englische Nation, die seine Handlungsweise voll zu bewerten verstehe, tief gerührt habe. Hierauf wandte sich der König an den Kaiser, gab seinen innigen Gefühlen für ihn Ausdruck und sagte, er und die königliche Familie schätze den Kaiser nicht nur kraft ihrer blutsverwandtschaftlichon Beziehungen, sondern auch wegen aller seiner hervorragenden Eigenschaften und danke insbesondere für seinen trostspendenden Aufenthalt in England. Er, der König, sei der Zuversicht, daß diese freundschaftlichen Beziehungen von Dauer sein und beide Natiogen in gegenseitigem Einverständnis fortfahren werden, miteinander zu arbeiten im Dienste der Sache des Friedens und der Zivilisation der Welt. — Das viel gelesene Sonntagsblatt„Reynolds Newspaper" schrieb am 27. d..:„Es kann nicht gesagt werden, daß das Leben unseres neuen Herrschers durchwegs erbaulich gewesen sei. Aber das Volk denkt entweder: Was vorüber ist, ist vorüber, oder: Königen oder Prinzen ist es erlaubt, zu thun, was bei anderen für schlecht angesehen würde. Wir Schaden an. gefangen. — De Wet dringt gegen Süden vor und findet zahlreiche Anhänger. Er scheint eine endgültige Aktion vorzubereiten. Ein bedeutendes Kommando hat Transvaal verlassen und ist in den Freistaat eingedrungen. Kapstadt, 31. Jan. Die Besetzung von Brandsley durch die Buren bestätigt sich. Das Hauptlager der Buren besindet sich bei der Pontekosikfarm, der Kornkammer von Calvinia. Die Buren sollen sich in Calvinia verschanzen. Clamwilliam, 31. Jan. Die Abteilungen des Obersten Bethune sind hier eingetroffen. Das Gelände ist für militärische Unternehmungen außerordentlich schwierig. Peking, 30. Jan. Eine deutsche Colonne unter Generalmajor v. Trotha(Commandeur der 1. ostasiatischen Brigade), bestehend aus vier Compagnieen ausgewählter Mannschaften, einer Abteilung Artillerie und Cavallerie, ist am Donnerstag nach den nordwestlich des Nankon=Passes gelegenen Boxerdörfern abmarschirt. glauben, das letztere sei die richtige Erklärung, und sie habe auch etwas für sich. Die Versuchungen, denen ein Prinz ausgesetzt ist, sind viel stärker als die gewöhnlicher Staatsbürger.... Eduard 7. kennt das Leben, wie es ist, und er muß wissen, daß in England schreckliche Armut herrscht. Die Leute sollten doch nicht glauben, daß der Herrscher sich nie in die Regierung mischt. Die Königin that es, der neue König wird es thun. Hoffentlich thut er es in der nötigen Richlung und übt seinen Einfluß auf die Männer der Oeffentlichkeit zur Verbesserung sozialer Zustände aus, obwohl er — leider— die Hunderte von Millionen nicht zurückbringen kann, die in dem wahnsinnigen Kriege in Südafrika verschwendet worden sind.“ unterrichteter Seite wird versichert, daß der von der Königin Viktoria wenige Tage vor ihrem Tode geschriebene Brief an Lord Kilchener keineswegs den Wunsch enthielt, es möge der Krieg durch Nachgiebigkeit gegen die Buren beendet werden. Die Königin hat vielmehr Kitchener zu den von ihm getroffenen Maßregeln beglückwünscht und die Hoffnung ausgesprochen, daß diese Maßregeln nunmehr zu einer wirklichen Beendigung des Krieges führen würden, wobei sie allerdings Kitchener ermahnte, bei der Behandlung der Gefangenen, der nicht bewaffneten Buren, sowie der Frauen und Kinder das denkbar größte Maß von Schonung anzuwenden. London, 31. Jan. Der Oberhofmarschall Graf Eulenburg, der vorgestern hier eingetroffen ist, begab sich gestern mit dem König, auf dessen Einladung nach dem Marlborough. — Der König Eduard empfing im Buckingham=Palast den König von Portugal. Cowes, 31. Jan. Das Befinden des Prinzen von York bessert sich. Die Röteln gehen zurück, verursachen jedoch bedeutende Schlaflosigkeit. Madrid, 30. Jan. Das Amtsblatt veröffentlicht ein Dekret, wonach General Franz von Bourbon, Vetter des Königs, zur Disposition gestellt wird. Es ist sonst üblich, daß in den Dekreten, durch das ein General zur Disposition gestellt wird, hinzugefügt wird, daß die Königin=Regentin mit den Diensten des Generals zufrieden ist. Diese Bemerkung fehlt diesmal, was zu vielfachen Besprechungen Anlaß gibt. Petersburg, 31. Jan. Der Großfürstthronfolger und der Großherzog von Hessen sind zu den Trauerfeierlichkeiten nach England abgereist. Konstantinopel, 30. Jan. Aus Anlaß der Enthüllung des von dem deutschen Kaiser gestiftelen Brunnens richtete der Sultan an den Kaiser folgendes Telegramm:„Ich bin sehr gerührt von dem Beweise herzlicher Sympathie, den Se. Majestät mir und meinen Unterthanen zu geben die Gnade hatten, indem Sie zur Erinnerung an den zweiten Besuch in Konstaminopel einen geschmackvollen, reizenden Gerichtssaal. Düsseldorf, 31. Jan. Eine Verwirrung seines Stammbaumes beabsichtigte der Ant.., der sich Apollinaris Grafenstein nannte. Anton R. ist wiederholt vorbestraft. Um festzustellen, daß dieser Bursche, der wegen seiner Drohung gegen den Gerichtshof gefesselt auf der Anklagebank saß, Anton R. sei, war sein Bruder geladen, der ihn als Bruder anerkannte; der Angeklagte aber verleugnete seinen Bruder. Wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Widerstandsleistung wurde R. zu 2 Jahren 8 Monaten Zuchthaus, 3 Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Polizeiaussicht verurteilt, wegen Angabeeines falschen Namens erhielt er 3 Wochen Haft, welche durch die Vorhaft verbüßt erklärt wurden. Essen, 30. Jan. Vor der Strafkammer hatte sich der Bergmann Johann Wittig aus Horst=Ruhr wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu verantworten. Am 17. Juli vor. I. passierte auf Schacht 1 der Zeche„Eintracht Tiefbau" das Unglück, daß durch den plötzlichen Niedergang des Förderkorbes in einem Bremsberge der Bergmann Zelinski sofort getötet und der Bergmann Paschkowiak so schwer verletzt wurde, daß derselbe nach einiger Zeit an den erhaltenen Verletzungen gestorben ist. Außerdem wurden noch 3 Bergleute verletzt. Die Schuld an dem Unfall ist dem Angeklagten beigemessen, der als Aufschieber beschäftigt war, an dem fraglichen Tage aber den Lufthaspel bezw. die Bremse zu bedienen hatte. Der Angeklagte, welcher zur Zeit des Unglücks noch keine 18 Jahre alt war, wandte ein, daß die Bremse nicht funktioniert habe und das Förderseil plötzlich gerissen sei. Sachverständige erklärten jedoch, daß der Angeklagte zweifelsohne die Gewalt über den Lufthaspel bezw. die Bremse verloren gehabt und den Hebel falsch umgelegt habe. Das Gericht erkannte mit Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten auf 1 Monat Gefängniß. Bochum, 31. Jan. Die Klage der Stadt Herne gegen die hiesige Stadtverwaltung wegen Lieferung des Trinkbezw. Leitungswassers stand am hiesigen Landgericht zur Verhandlung. Die Stadt Bochum hat den angeschlossenen Interessenten in Herne die Wasserlieferung zum 31. März d. J. gekündigt, während die Stadt Herne die Aufrechterhaltung der Verpflichtung bis zum 31. Jan. 1931 verlangt. Das Landgericht sollte die vorläufige Vollstreckbarkeit der Stadt Bochum an die Stadt Herne erklären. Das Urtheil soll in einemnäher zu bestimmenden Termine bekannt gegeben werden. Minden, 31. Jan. Das Detmolder Manöverunglück, bei welchem im September vorigen Jahres auf dem Marktplatz zu Detmold durch eine beim Geschützreinigen losgehende, versehentlich im Geschützrohr zurückgebliebene Kartusche zwei Knaben erheblich verletzt und für ihr ganzes Leben unglückich gemacht wurden, wird demnächst ein 2. Nachspiel vor dem Mindener Kriegsgericht haben. Der zunächst seiner Zeit angeklogte Geschützführer Sergeant Kleinholz wurde bekanntlich kürzlich vom Kriegsgericht freigesprochen. Der zuständige Divisions=Kommandeur hat dieses Urteil jedoch nicht bestätigt und angeordnet, daß die nun einzuleitende Intersuchung auf andere bei dem Unglück in Betracht kommende Militärpersonen ausgedehnt wird. Aus Westdeutschland. Düsseldorf, 31. Jan. Der Herr Minister der geistlichen usw. Angelegenheiten billigt die auf die Einchränkung der Gesangwettstreite, auf die Abschaffung der Geldpreise und die Pflege der Volkslieder gerichteten Bestrebungen des Westdeutschen Sängerverbandes. Der Herr Präsident der königlichen Regierung Düsseldorf läßt eröffnen, daß auch er von den Bestrebungen des Verbandes mit Interesse Kenntnis genommen habe. Ruhrort, 30. Jan. Auf Zeche„Rheinpreußen“ wurde ein Bergmann auf seiner Arbeitsstelle todt aufgefunden. Derselbe ist wahrscheinlich nach Abgabe eines Sprengschusses durch Stickgase betäubt worden und nicht mehr zum Bewußtsein gekommen.— Ein hier als Volontär beschäftigter junger Mann aus Essen ist wegen Majestätsbeleidigung verhaftet worden, die er in etwas angetrunkenem Zustande gelegentlich eines Hochs auf den Kaiser am Sonntag Abend begangen haben soll. In der vergangenen Nacht stürzte sich ein Musketier ran 39 Zosemte. d Kaiserhasen und eraesunden.en und Uniformstücke wurden im Hafen Vohwinkel, 30. Jan. In der Nacht zum Montag wurde in der Wirtschaft„Vogelskamp“ auf der Kluse(Gemeinde Vohwinkel) ein Einbruchsdiebstahl verübt. Den Dieben fielen etwa 500., eine goldene Damenuhr nebst Kette u. dergl. mehr in die Hände. Köln, 30. Jan. Rhein und Mosel steigen weiter. Der Rhein stieg bei Mainz gestern um 0,80 Meter. Die Meosel bei Trier um 0,21 auf 3,16 Meter. Dort sind die Moselkrippen überflutet. Gegenwärtig herrscht Schneefall. „Neuwied, 31. Jan. Gegen den früheren Apotheker Schühmacher, die Fabrikanten Karl und Wilhelm Krebs zu Vallendar und den Fabrikanten Wilh. Braun zu Hohr ist die Untersuchung wegen Vergehens gegen§ 75 des Börsengesetzes eröffnet worden.§ 75 wendet sich gegen die in betrügerischer Absicht erfolgte Beeinflussung von Kursen. Einer der Angeschuldigten war bereits verhaftet, ist aber aus der Haft entlassen worden. 1 8 „Siegburg, 30. Jan. Von hier bis Friedrichsbilhelmshütte sind Felder und Wiesen weithin überschwemmt. Die Felofrucht hat unter dem Wasser stark zu leiden. Einige tiefer gelegene Häuser sind ringsum von Wasser umgeben. Gelsenkirchen, 30. Jan. Eine grausige That, die 2 Familien in schwere Betrübniß versetzt hat, vollzog sich heute Nacht in der Theresienstraße. 2 Ladenmädchen waren Abends 9,30 Uhr von 2 jungen Leuten abgeholt und in eine Wirtschaft am Kaiserplatz geführt worden, wo die beiden Pärchen in fröhlicher Unterhaltung bis 11 Uhr verblieben. Dann traten sie den Heimweg an. Der eine junge Mann hatte sich von seinem„Schatz" bereits verabschiedet und war bis zur Ecke der Bahnhofstraße zurückgekehrt, während der andere noch vor dem Eingang zur Wohnung des Mädchens mit letzterem zusammenstand. Als sich der Wartende zufällig nach dem Paare umdrehte, sah er, wie der junge Mann das Mädchen mit den Armen umfaßte. Im selbigen Augenblick ertönte ein Schuß, der in den Hinterkopf des Rädchens drang und den sofortigen Tod kzur Folge hatte. Gleich vurauf knallte ein 2. Schuß. Entsetzt schlug der Begleiter Lärm und eilte zu dem Schauplatz des grauenhaften Vorganges. Das Mädchen lag auf der Erde und gab kein Lebenszeichen mehr von sich, während der junge Mann zwar bewußtlos dalag, aber noch lebte. Im Krankenhause, wohin er gebracht wurde, starb der Mörder, namens Raabe, er soll der Sohn eines benachbarten Lehrers sein) sodann. Beide waren bei der Firma Winter u. Co. dahier angestellt. Seit kurzem war der Mörder stellenlos, nachdem er aus der früheren Stelle hatte entlassen werden müssen. In seiner Tasche fand sich kein Geld vor, sondern nur Patronen. Der Revolver, den er benutzt hatte, war noch ganz neu. Er soll zu dem Mädchen gesagt haben, daß er sie erschießen werde, wenn sie ihn laufen lasse und einen anderen liebe. werde, wenn sie ihn laufen lasse und einen anderen liebe. Ueder das arme Opfer, welches den Namen Antonie Michael führte und aus Wesel gebürtig war, hört man nur eine Stimme des Lobes. Der Prinzipal erzählt, daß er selten ein so braves Mädchen gehabt habe. Es sei ganz ausgeschlossen, daß das Mädchen mit dessen Einverständniß erschossen sei, sondern es könne nur ein Mord vorliegen. Früher ist dasselbe niemals ausgegangen; erst vor 14 Tagen hat sie, als sie mit einer aus Schalke gebürtigen Collegin, die mit ihr im gleichen Geschäfte angestellt war, ausging, ihren Mörder zum ersten Male gesehen. Bochum, 31. Jan. Grund zur Eifersucht glaubte ein Arbeiter zu haben, der auf der Kronprinzenstraße wohnte. Zwei Polensöhne waren es, auf die er Verdachtzhatte. Und als dieser Verdacht sich bei ihm zur Gewißheit verstärkte, da erfaßte ihn rasende Wut. Mit einem Dolch und einem Hampelmann bewaffnet, lauerte er den nichtsahnenden Polen auf und überfiel sie. Wie ein Tollwütiger schlug und stach er auf die beiden los. Polizei wurde requirirt, doch erst nach heftiger Gegenwehr gelang es 3 Beamten, den Wüterich der seinen Opfern den Garaus machen wollte, zu verhaften. Der eine der Ueberfallenen ist so schwer verletzt, daß er kaum mit dem Leven davon kommen wird. Greven, 31. Jan. Nachdem die Ems wieder im steten Wachsen begriffen ist, steigert sich auch die Angst über den Eintritt einer Hochwasserflut. Mörchingen, 30. Jan. Der Hauptmann Adams von der 9. Comp. 4. westf. Inf.=Rats. Nr. 17 wurde in seiner Wohnung erschossen. Die That geschah nach voraufgegangenem Streit durch den Oberleutnant Rüger; der Thäter ist verhaftet. Ludwigshafen, 31. Jan. Ein furchtbarer Orkan ging über einige Teile der Pfalz nieder. In Otterstadt riß er ein Wohnhaus zusammen und legte es in Trümmer. In Berghausen teilte das Wohnhaus des Kohenhändlers Berzel das gleiche Schicksal. In Speyer wurde die Scheune des Ackerers Vögli vollständig zerstört und an einem in der Stadt gelegenen Wohnhause eine Gibelwand abgetragen, sodaß die Bewohner flüchtig gehen mußten. Auch der Bahnverkehr erlitt gestern und heute beträchtliche Storungen. Vermischtes. Berlin, 31. Jan. Während der gestrigen Aufführung des„Bärenhäuters“ im Opernl ause stürzte eine Darstellerin auf der Bühne und verletzte sich schwer am Knie. Hamburg, 31. Jan. In der Paulinen= Allee erschoß ein 30jähriger Techniker in dem Hause seiner Mutter seine aus Altona stammende Braut und dann sich selbst. Kassel, 31. Jan. Von hier mußte Militär zu Hülfe gerufen werden, um die bei dem Dorfe Nieder=Oellrich befindlichen Eismassen zu sprengen. Kaschau(Ungarn), 31. Jan. In einem Vergnügungslokal gerieten Infanteristen mit Landwehrkavalleristen in Streit. Die herbeigerufene Polizei mußte von ihrer Feuerwaffe Gebrauch machen, wobei mehrere Infanteristen schwer verletzt wurden. Cowes, 31. Jan. Die Kriegsschiffe haben ihre Stellungen zwischen der Küste und der Insel Wight eingenommen. Es ist eine stattliche Reihe von Solthampshirewater bis nach Ryde. Bekanntmachung. Zu Gunsten des Baues der Heilstätte in Lippspringe(Auguste=Vietoria=Stift) hat der Herr Ober=Prasident eine Lotterie nach dem durch Plakate veröffentlichen Plane bewilligt. Die Gewinne bestehen in Werth= Kunst= und Gebrauchsgegenständen, die von den Vereinmitgliedern und sonstigen Freunden des Heilstätten=Vereins geschenkt werden. Eine Sammelstelle für solche Geschenke ist im Rathhause eingerichtet, auch werden Geschenke auf Verlangen jederzeit abgeholt. Loose zu 1 Mk. sind in den meisten hiesigen (durch Plakate kenntlich gemachten) Wirth. schaften und Handlungen zu haben. Unsere Mitbürger bitten wir das gemeinnützige Unternehmen durch Zuwendung geeigneter Geschenke und Ankauf von Loosen eifrig zu unterstützen. Paderborn, den 8. Januar 1901. Der Magistrat. Bekanntmachung. Für den Kreis Padervorn treffen folgende Beschäler des Kgl. Westf. Landgestüts Warendorf am 12. Februar zum Decken ein: in Neuenbeken bei Hillebrand: Odin v. Edo, dkbr., Oldenbg. und Windfried v. Elias, Fuchs, Rheinprz. in Eisen bei Meier: Wodan v. Hercules und Bundesbruder v. Harpar, schwzbr., Oldenbg. Der Deckpreis beträgt 12 Mark. Warendorf, den 11. December 1900. Der gez.: Graf Sponeck. Gesungeertin FAntendrtg?* Sonntag, den 10. Februar 1901: Theatralisch=musikalische In der Bäckerei von Clemens Rode, Neuhäuserstrasse Nr. 14, ist täglich Wisches, Krärnges PS zu haben. Einige schöne Herren-Anzüge gebe um damit zu räumen billig ab. Wilh. Peitz, Paderborn 20 Mtr. Hemdentuch.00 Mk. 20 Mtr. Halbleinen 12.00 Mk. 20 Mtr. Reinleinen 14.00 Mk. 1 Dtz. reinl. Taschentücher 3,50 Dk. Gute Waare. Umtausch gestattet. Catalog u. Proben franko. Schles. Handwerker=Gesellschaft Hempel& Co., Versandhaus, Mittelwalbe 10 i. Schles. in der Volkshalle (C. Hester). Zur Aufführung gelangen: Im Restaurant zur-bladeh Zhieben Schwank mit Gesang in 1 Akt von Leopold Ely. * Der Kampf mit dem Drachen.* Humoristisches Besammtspiel von M Legon. Aus unserer Jahres-Chronik. Lokal humoristischer Singsang. Der Quacksalber Dr. Sägebein und sein Famalus. Tolkshalle Haderborn. (C. Hester.) Samstag, den 2. und Sonntag, den 3. Febr. 1901 die ganzen Tage von Morgens 11 Uhr ab: Grosse Scheehtt, guserdenn serviren 2 junge Chinesen-Knaben Skong und Dong aus der Nöhe von Shanghai in China. Dieselben entzogen sich glücklich durch Flucht der Verfolgung von Voxern im Vaterlande. Die Eltern dieser Knaben sind am 14. Juni vorigen bei dem ersten Aufstand von den Boxern in Peitsang bei Pecking ermordet. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein Oester. oder: Opern=Burleske in 1 Akt v. Jos Laufs für Männerstimmen(Solo und Chor) mit Musikbegleitung. Componirt von Hermann Kipper. Anfang 7 Uhr Abends Nach dem Theater: D ALE. Eintritt: Nummerirter Sperrsitz 1 Mk.— I. Platz 75 Pfg.— II. Plotz 50 Pfg.— Galerie 30 Pfg. Eintrittskarten sind im Vorverkauf bei den Herren Breker, Cigarrenhandlung und Theod. Thiele, Buchhandlung, sowie bei den Mitgliedern zu haben und zwar: I. Platz 60 Pfg., II Platz 40 Pfg. Numm. Sperrsitz nur bei Herrn Breker. „„ Grube 12. ff. hiesiges und Münchener Bier, Münsterländer Töttchen, ff. Fleischpastetchen, sowie diverse Speisen hält sich bestens empfohlen. den 2. Febr.(Maria Lichtmeß) und Sonntag, den 3. Febr., Nachmittags und Abends * in dem festlich decorirten Saale des Union=Hotels — grosses— verbunden mit earnevalistischem G RPert unter Mitwirkung von Mitgliedern der Insanterie=Kapelle. neues Programm und großartiges Amüsement. Eintritt 20 Pfg. An beiden Feiertagen von 11 bis 1 Uhr Bockbierfrühschoppen bei freiem Gutree. Das von meinem Sohne geführte u Teschaft in Uhren und Goldwaaren sowie optischen Artikeln lasse ich durch meinen Geschäftsführer Herrn Schade in bisheriger Weise fortsetzen. Paderborn, den 25. Januar 1901. an Achtung! Nur noch bis Sonntag den 3. Februar servirt in meinem Locale das Albino=Paar mit weißem Haar und rothen Augen. Niemand versäume, sich diese Naturseltenheiten anzusehen. Zu zahlreichem Besuch ladet freundl ein August Brune, Ferdinandstraße. Den Nagel auf den Ropf trifft jeder, der statt werthloser Nachahmungen nur das allein echte jehin: Poodingpalver Eobig„Altdan dickerjungen (D. R. P. A. No. 7402) verwendet. Ueberall käuflich. Meine& Liebig, Hannover. Aelt. Puddingpulv.-Fabr. Deutschl. Nicht Kneipp Bild, Nicht Plombe garantieren die Güte einer Waare Prafermurrheitet dann wird die Ueberzeugung aller sein Unübertrefflich ist Kneipp=Verein. Sonntag den 3. Februar Abends 6 Uhr General=Versammlung. Tagesordnung: Rechnungslage.— Vorstandswahl.— Sonstige VereinsAngelegenbeiten. Der Vorstand. Artillerie=Verein. Sonntag den 3. Februar er. Nachmittags 5 Uhr Versammlung. wi verkausen. Raiser's Malskaffee pro Pfund nur 25 Pig. SarserPerastrgeschaft. Größtes Kaffee= Import=Geschäft Deutschlands im directen Verkehr mit den Consumenten Täderborn- Nur Westernetr! Zu. Rechenschafts=Bericht. Gemäß§ 17 Nr. 7. des Genossenschafts=Statuts wird nachstehender RechenschaftsBericht der Section— Kreis Paderborn— der.stsälischen landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft über das Betriebsjahr 190 veröffentlicht: I. Zahl der zur Anmeldung gelangten Unfälle 44. II. Zahl der verletzten Personen, für welche erstmalig Entschädigungen festgesetzt worden —sind(einschließlich der aus dem Vorjahre unerledigt übernommenen Unfallsachen) zer und zwar mit dauernder theilweiser Erwerbsunfähigkeit 1, mit vorübergehender Erwerbsunfähigkeit 30. III. Zahl der erlassenen Bescheide, durch welche: erstm sind 82, laufende abgeändert worden sind 38. IV. Zahl der Verletzten und Hinterbliebenen Verletzter, welche Entschädigungen gezahlt oder angewiesen erhalten haben und zwar Verletzte 192, Wittwen 8, Kinder 13. V. In 12 Unfallsachen schweben noch die Verhandlungen. VI. An Verwaltungskosten und Kosten der Untersuchung und Feststellung der Entschädigungen sind der Section entstanden 2082,35 Mk. ... Außer diesem Betrage sind von der Section noch die Hälfte der Entschädigungswerluge, welche aus Anlaß der im Bereiche der Section eingetretenen Unfälle festgesetzt, sowie der ratirliche Antheil an den Kosten der Berufsgenossenschaft, welche bestehen in den Verwaltungskosten derselben und der Hälfte der Entschädigungsbeträge der gesammten Scbii Paderdorn, den 24. Januar 1901. Der Sectionsvorstand— Paderborn— der Westfälischen landwirth= schaftlichen Berufsgenossenschaft. Postkarten mit Ansichten aus Paderboro, Th. Thiele. wundharmonikas Th. empfiehlt Thiele. Täglich .*** Mniich Carl Hester. Empfehle: Piera, 6jährig, guter Renner, mit Section sverbände, zu tragen. leichtem Gederwagen] 9 Aug. Böhlmann, Bölsenstrabe 10. ETMROPH, auch Accordzithern, Munaharmonlkas Cte. Skiete. Männer=Sodalität. Samstag den 2. Februar, am Feste Mariä Lichtmeß Morgens 7½ Uhr versammeln sich die Mitglieder vor der Gaukirche zu der bestreffenden Prozession mit Kerzen. Um 8 Uhr feierliches Hochamt, während desselben gemeinschaftliche Communion, nachdem Auf nahme neuer Mitglieder.— Nachmittags 2 Uhr Bruderschafts= Andacht Jesus, Maria und Joseph. Sonntag, Montag und Dienstag, an den 3 hl. Blasiustagen, Nachmittags von—4 Uhr Anbetungsstunde in der Busdorfkirche. Den Verhand. Natholischer Gottesdienst. Samstag den 2. Februar. Marich Lichtmeß. Hl. Ressen um: Dom. Von 5½ bis 8 Uhr hl. Messen, 7 Uhr Pfarrmesse mit Segen zur Gröffnung des Jubiläums, gem. Communion der St. Johannes=Bruderschaft, der Jungfrauen Congregation und der drei letzten Jahre, 8 Uhr Choramt, 8¼ Uhr Kerzenweihe, hierauf feierliche Procession durch den Pürting, Pontificalamt, Festpredigt, 11 Uhr hl. Messe mit Predigt.— Nachm. 2 Uhr Vesper, 2¾ Uhr Rosenkranz=Bruder schaft mit Predigt und Segen. 5½, 6, 7½ und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Gymnasialhochamt mit Segen, 9½ Uhr Pfarrhochamt mit Segen, vorher Kerzenweihe.— Nachm. 4 Uhr Muttergottes=Bruderschaft mit Predigt und Segen. Butzdorf. Sonntag, Montag und Dienstag 40 stündiges Gebet. Vollkommener Ablaß. Sonntag 4 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten und Hochamt,—7 Uhr hl. Ressen, 8 Uhr Pontificalamt,—11 Uhr Anbetungsverein, 11—12 Uhr Dom Joh.= Bruderschaft, 12—1 Uhr Mitglieder des 3. Ordens,—2 Uhr Junggesellen=Sodalität, —3 Uhr Vesper,—4 Uhr Männer=Sodalität,—5 Uhr Jungfrauen=Congregation, —6 Uhr Predigt und Segen, am letzten Tag Tedeum, an den beiden übrigen Tagen 5 Uhr erste hl. Messe, sonst wie am ersten Tage. Sonntag den 3. Februar. Hl. Messen um: Dom. Von 5½ bis 8 Uhr hl. Messen, 7½ Uhr Pfarrmesse mit Segen, 9 Uhr Hochamt, vorher Choramt, nachher Predigt, 11 Uhr hl. Messe mit Predigt und Segen. — Nachm. 2 Uhr Vesper, 2¾ Uhr Andacht mit Predigt und Segen. 5½ 6, 6½ und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Gymnasialmesse mit Predigt, 9½ Uhr Pfarrhochamt.— Nachm. 4 Uhr Andacht zu Ehren der heil. Familie mit Predigt und Segen. Butzdorf. 6 Uhr hl. Messe, 6½ Uhr hl. Messe und gem. Communion der drei Jahrgänge und der Jungfrauen=Congregation, 8 Uhr Hochamt mit Predigt und Segen und gemeinschaftl. Communion der SakramentsBruderschaft, vorher Kerzenweihe.— Nachmittags 2 Uhr Besper und St. BlasiusSegen. Svangelischer Gottesdienst. Sonntag, 3. Februar. Septuag. Norgens 9½ Uhr: Hauptgottesdienst. Communion. Colleete für das Aspl in Enger. Morgens 11 Uhr: Militärgottesdienst. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre. Abends 6 Uhr: Abendgottesdienst. Mittwoch Abend 7 Uhr: Bibelstund e.