ein längeres Ver*„Seestern“ wurde as Schiff so weiter en. Das steuerlose Verlauf von einer in die Tiefe. Das sterlichen Vorsitzenbestand, sprach den n Fischdampfer zu ind Bremerhavener h folgender kleiner ünder Krankenhaus 3.... sollte einer da es nicht gelang, die Operation ohne aften Vernähen der zulenken und zu ben noch eine kleine konnte der wackere nbehagen Ausdruck indessen er kleidete r Dokter, hebt Sei Feilung! ist wert, auch , von den Leset zu werden. Uhr, entschlief e Frau, unsere ster, Schwägerin 7365“ ann Beileid bitten liebenen. Dezember, nach38, aus statt. infolge Herztreusorgender ger und Onkel rink Bitte um stille 7361* kergelkuhl, Horstbrink. 30. Dezember, 66 a, aus statt. Abonnementshreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Su UUeueUloroc Organ der Sozialdemokratie für das ostliche Westsalen und die Lippischen Kurstenlumer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Robatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ Gerisch& Co., Nieleseld. 2 Nr. 303. Bielefeld, Mittwoch, 29. Dezember 1909. 20. heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Zur Lage im„fernen Osten“. . Der feierlichen„beruhigenden“ Erklärung der russischen Renerung vom 14. Dezember ließ auch die chinesische Regierung am„20. Dezember einen Erlaß an den Vizegouverneur von Murden folgen, in dem dem Vizegouverneur vorgeschrieben wird, durch öffentliche Bekanntmachungen in allen ihm unterstehenden Ortschaften die Gerüchte über Komplikationen in der Mandschurei zu dementieren und zur Beruhigung der Bevölkerung sein Mögsiches zu tun. Da auch die japanische Regierung eine halbamtliche„beruhigende“ Erklärung abgegeben hat, so hätte man glauben können, daß im„fernen Osten" alles wieder in Ordnung gebracht worden sei. Jedoch fahren die russischen Zeitungen fort, jeden Tag neue„beunruhigende“ Nachrichten zu verbreiten. Man weiß nicht nur von den geheimen Vorbereitungen der Japaner, von einer Ueberflut japanischer Spione und Reserpisten in der Mandschurei zu erzählen, sondern auch von Zusammenstößen hald zwischen Russen und Japanern, bald zwischen Russen oder Japanern und Chinesen zu berichten. Das eigentümliche aber dabei ist, daß man in Rußland diesen Gerüchten ebensowenig Glauben schenkt, wie den offiziellen Erklärungen der Regierung, man glaubt ebensowenig an die Möglichkeit eines nahen Krieges, wie an die„Unerschütterlichkeit" der„herzlichen" Beziehungen in Ostasien. Schon die Tatsache, daß es eben die„gut informierte" und noch besser subsidierte„Nowoje sremja“ ist, die am meisten„beunruhigende“ Gerüchte verbreitet, zeigt, daß diese Gerüchte mit Einwilligung der russischen tet, zeigt, daß diese Gerüchte mit Einwilligung der russischen Regierung verbreitet werden. Der Alarmruf der„Nowoje Wremja“ und die friedlichen Erklarungen der Regierung sind aiernug. Herr(Mittel Zaß Figwirlang auf die japanische Repeinliche Ungewißheit in den russischen Magiarungst omiich eine gerufen: ob Strömung bekannt r piotzliche Tod des Fürsten Ito hat nämlich eine ngewißheil in ben rüfsischen Regierungskreisen hervoro eine russenfreundliche oder eine russenfeindliche ung in. Japan die Oberhand gewinnen wird? Ito war Er war nämich derar deene der russenfeindlichenStrönung. Veranlasser der Verhandlungen über ein frächliches, raslischjapanisches Abtommen in der Mandschureinach Erarbini d's rusischen Finanzministers Kokowzew „Cyarvia und seine Zusammenkunft dort mit Ito hatte zur sadeit iessne Sstscheidung dieser Frage führen sollen. Wie verbeide sogar bevollmächtigt, einen in diesem Sinne sehaltenen Vertrag zu unterzeichnen. Ueber den Inhalt berichtet zet uus Eyarbin ein Mitarbeiter der neu gegründeten MosSaue Zeitug„Utro Rossi“:„Es handelt sich um die Aufteilung Einslus heib=zug in der Form der Bestinzung der „Eimlußzonen beider Staaten und dann in der Form der Annexion der abgegrenzten Teile... Für Japan ist die winscht pie für Rusland, svieu Ehinas ebensowenig ernur unter Mitwirkung mehrerer Großmächte statfinden kar der 8is, Sroßmachte sturglttann. Selbstverständlich werven viest„Förderer“ der Entwiallung Chinas auch die größten wirtschaftlichen und politischen Vorteile erzielen.“ Die zitierte die Interessen der russischen Industrie und Lovar Fönnte Phandels G,fürdern. Eine Vereinbarung mit Mandschure stschen Handel Burch sosche Vereine uu gen nordchinesischen Städten sein. Schiemer# Hereinbarung könnte man leicht alle Fluß= und Schieuenwege in der Mandschurei für die Ausländer sperren. „Die Engländer und Deutschen", beklagt sich die Zeitung,„begnzigter,„##, nicht damit, daß sie Getreide aus Sibirien aushren, sie jungen vielmeyr an, ihre Waren in die entsprechenden Gessendess eixznführer und verdrängen russische Waren im nördlichen Teil der Mandschurei und japanische im südlichen Teile.“ Das Blatt betrachtet somit die Lage ausschließlich vom Standpunkt des russischen Handels und ist deshalb entschieden für ein Zusammengehen mit Japan. Was sie über den Inhalt sait Verte““en ch=chinesisggt ist sehr glaubwürdig. Daß Japan ##### dem gapälsschchinesischen Krieg bereit ist, der Entwicklung soinas alle möglichen Hindernisse zu bereiten, unterliegt seinem den Versuch machen wird, Rußland, das sicht mehr als gefährlicher gronkurrent zu betrachten ist, zur vird Kuskand nesnauus zunutzen, ist sehr wahrscheinlich. Man wachen Lamit zeiner Konzesionen in der Nordmandschurei #### vagut es sich nicht der Annexion von Korea und dann . ver Südmandschurei durch die Japaner widersetze. Es handelt sich somit wenigstens gegenwärtig nicht um einen neuen Krieg zwischen Rußland und Japan, auch nicht um die gelbe Gefahr, um ein chinesisch=japanisches Vorgehen gegen Rußland, sonvern im Gegenteil um eine russisch=japanische Koalition gegen China, das unter Umständen für beide gefährlich werden kann. Selbstverständlich wird Japan bei dieser Gelegenheit versichen, Rußland auch für die Zukunft unschädlich zu machen, den grieden von Portsmouth durch neue Bestimmungen zu ergänzen, die die militärische Macht Rußlands in Ostasien endgiltig brechen duen. Nur im Falle, daß Rußland sich weigern wird, den griedensvertrag von 1905 in von Japan gewünschtem Sinne zu ändern, kann es wirklich zu einem neuen russisch=japanischen Krieg kommen. Aber für die gegenwärtige russische Regierung wäre ein Krieg zu verhängnisvoll, daher wird sie auch den Wünschen Japans nachkommen müssen und Entschädigung in China suchen, ein Versuch, dem sich auch Japar nicht widersetzen vird. Die Frage ist nur, ob es so leicht sein wird, die russischjapanischen Pläne in China durchzuführen. Der Protest, den China neulich gegen das Vorgehen Rußlands in den Grenzgebieten erhoben hat, beweist, daß China nicht geneigt ist, sich alles gefallen zu lassen. Wie verlautet, findet China eine znergische Unterstützung bei der amerikanischen und deutschen Ziplomatie,„Amerika und Deutschland sind im Gegensatz zu Japan und Rußland bestrebt, die Interessen und kulturelle Entpicklung Chinas zu fördern, um direkte Handelsbegünstigungen m China zu erlangen und die weitere Machtentwicklung Japans wu verhindern. Das Zögern Javans ist durch die Furcht vor lmerika und Deutschland zu erklären. Und man kann wohl annehmen daß für die nächste Zukunft sich Japan mit der Annexion Koreas begnügen wird, der auch Deutschland und Amerika leine Hindernisse bereiten werden. Die Mandschureifrage dagegen wird man voraussichtlich verschieben müssen trotz aller lebhaften Wünsche der russischen und japanischen Regierungsund Handelskreise. Politische Uebersicht. Vergällt. Ki. Durch die Reform des Branntweingesetzes ist den schnapsbrennenden Junkern nicht nur der Bezug der Spiritusliebesgaben verewigt worden, das neue Gesetz verschafft ihnen neue Liebesgaben und verschaffte der Spirituszentrale die Bedingungen, die ihr noch fehlten, um ihre Herrschaft zu einer lückenlosen Monopolstellung auszubauen. Zu den neuen Liebesgaben gehört der Vergällungszwang, das ist die Bestimmung, daß die Brennereien verpflichtet sind, einen Teil ihrer Produktion zu vergällen. Bei den Brennereien, die Hefe nach dem Würzeverfahren herstellen, ist derjenige Teil ihrer Erzeugung zu vergällen(denaturieren), welcher über 35 Hundertteile des Durchschnittsbrandes hinausläuft. Bei den übrigen Brennereien derjenige Teil der Erzeugung, welcher über 70 Hundertteile des Durchschnittsbrandes hinausgeht. Dieser Vergällungszwang besteht aber nicht für die Produktion der benempfänger, denn das Gesetz verfügt, daß bei den am cannterhalb erzeugt wird. Was von den sozialdemokratischen Rednern bei den Verhandlungen über das Fuselgesetz als Wirkung dieser Bestimmung vorausgesagt wurde, ist sehr schnell eingetroffen: Die bisher außerhalb des Spiritusringes stehenden Brennereien und Spritfabriken werden in die Spirituszentrale hineingetrieben, der Konzentrationsprozeß in der Spiritusindustrie ist gewaltsam zugunsten der junkerlichen Schnapsbrenner ganz außerordentlich beschleunigt worden. So lange es den Brennereien freistand, je nachdem es die Geschäftslage und die Ansprüche ihrer Kundschaft erforderten, einer Teil ihrer Produktion zu denaturieren oder von der Vergällung frei zu lassen, konnten sich die Betriebe, die sich dem Syndikat nicht anschlossen, lebensfähig erhalten, auch wenn sie die Liebesgaben aus der Kontingentierung nicht bezogen. Doch von dem Augenblick an, in dem sie einen beträchtlichen. der Vorschrift des Gesetzes vergällt mußten, denn der nicht denaturierte Spiritus, der zu Trinkoder chemischen Zwecken benutzt wird, ist bekanntlich wesentlich teurer als der denaturierte, war ihre Stellung außerhalb des Syndikats schwer erschüttert und vielsach ganz unmöglich geworden. Als eine weitere Folge ergab sich daraus, daß die Spritfabriken, die dem Syndikat ferngeblieben waren, zum Teil keinen Rohsprit von den Brennereien mehr erlangen konnten, denn die Syndikatsbrennereien müssen ihre Produktion allein an die Zentrale abliefern. Ende der verflossenen Woche berichtete die Handelspresse, daß die Südwestdeutsche Spirituseinkaufsgesellschaft in Aschaffenburg, der eine Reihe namhafter Firmen des ringfreien Marktes angehörten, zu existieren aufgehört hat. Der Mitglieder einzuziehen. Wir haben aber hier nicht genau feststellen können, wer diese Herren sind und ob auch Sie selbst einen Teil inzwischen gesammelt haben. Sollte dies der Fall sein, so bitten wir um freundliche Nachricht oder Mitteilung. an welchen Herrn Sie den Betrag entrichtet haben, damit wir unsere Listen ausgleichen können. Indem wir bitten, uns Ihr freundliches Interesse auch fernerhin bewahren zu wollen, zeichnen wir mit vorzüglicher Hochachtung und deutschem Gruß r Vorstand des Reichsverbands gegen die Sozialdemokratie gez. v. Liebert, M. d. R. gez. Dr. Bovenschen. Zweifellos eine prächtige Finanzwirtschaft. Wer dazu Neigung, sammelt nach Belieben Geld, ohne daß die Vereinsleitung irgendwelche Kontrolle darüber hat. Sie kennt auch die Namen der Sammler nicht und muß erst durch Umfrage feststellen, wer sich am Sammeln beteiligt hat. Eine musterhafte Verwaltungspraxis! Arm und Reich in Ein Einkommen von 500 Mk. jährlich wird in Württemberg bereits zur Einkommensteuer herangezogen. Das ist bitter für die Besteuerten, angenehm hingegen für dem Statistiker, denn so lassen sich die Einkommensverhältnisse der verschiedenen Bevölkerungsschichten zahlenmäßig erfassen. Jetzt liegt die Statistik, der württembergischen Einkommensteuer für 1908 vor, bearbeitet vom kgl. Steuerkollegium, publiziert in den„Württembergischen. Stärkung des Spiritusring trieb einzustellen. Damit hatte die Spirituszentrale dank der Hilfe des Gesetzes durchgesetzt, was sie seit vielen Jahren erfolglos erstrebte. Von der Spirituszentrale durch eine für ihre Interessen zugeschnittene Gesetzgebung niedergerungen, hat die Südwestdeutsche Spirituseinkaufsgesellschaft ihre Spirituszaffinerie, an die Spirituszentrale verpachtet, die die Fabrik stillegt, wahrend die einzelnen Gesellschafter sich für ihren Spritbedarf dem Ringe verpflichten mußten. Der Fuseldirektor.Kreth wird stolz auf dieses Vergällungsergebnis sein, er kann, seitdem gr. die Leitung der Schnapspolitik übernommen hat, noch eine Zeihe ähnlicher Erfolge verzeichnen. Wie der durch die agrarische Gesetzgevung zwangsweise durchgeführte Konzentrationsprozeß in der Spiritusindustrie betrieben wird, erfolgt er auch auf dem gleichen Wege im Braugewerbe, in der Zündholzindustrie und, wie jetzt geplant, in einer bisher noch unerreichten Weise in der Kaliindustrie. Doch unentwegt versichert die Schnapsblockgarde, daß sie die Zusammenballung von Kapital und Betrieben bis zum letzten Blutstropfen bekämpfe. Reichsverbandwirtschaft. Der„Reichsverband gegen die Sozialdemokratie“ leidet unter der Tücke eines grausamen Geschicks. Er hat sich die patriotische, vaterlandsretterische Aufgabe gestellt, der angeblich in der sozialdemokratischen Partei herrschenden Korruption nachzuspüren und sie zur Warnung für die bürgerliche Welt rücksichtslos ans Tageslicht zu ziehen. Aber während seine Erfolge auf diesem Gebiete recht spärlich sind, herrscht in den Reihen der Reichsverbändier selbst die zweifelhafteste kapitalistische Moral, und alle nazelang erfährt man, daß wiederum irgend eine reichsverbändlerische Größe, die bisher unentwegt den edlen Kampf für Sitte und Recht kämpfte, in des Teufels Fallstricke geraten ist und in einer vorübergehenden Trübung ihres Bewußtseins sich Handlungen gestattet hat, die gegen gewisse Paragraphen des Strafgesetzbuches verstoßen. Und daneben findet man, daß im Geschäftsbetrieb des Reichsverbandes„Usancen“ herrschen, die nichts weniger als nacheiferungswürdig sind. Dafür ein neues Beispiel. Vor einiger Zeit ist in Dresden die dortige Zweigstelle des Reichsverbandes aufgehoben worden— angeblich, weil sich die Unterhaltung nicht lohnte. Jetzt ist jedoch unserem Dresdener Parteiblatt ein Zirkular zur Verfügung gestellt worden, das von der Hauptstelle des Reichsverbandes in Berlin ausgeht und zeigt, daß auch noch andere Gründe für die Aufhebung der Zweigstelle in Dresden bestimmend waren. Das Zirkular ist vom 15. Dezember 1909 datiert und lautet: Sehr geehrter Herr! Unser bisberiger Generalsekretär in Dresden, Herr Erwin Belger, hat sein Amt vor mehreren Taz. niedergelegt, und aus diesem Grunde genötigt gesehen, unsere Geschäftsstelle Dresden vorläufig zu schließen. Wir sind deshalb auch gezwungen, das Einkassieren der Beiträge unserer Herren Mitglieder in Dresden direkt von hier aus vorzunehmen, und bitten Sie daher höflichst, den von Ihnen zeichneten Beitrag für das Jahr 1909 in Höhe von 12 A unter„Benutzung beifolgender Postanweisung an den A. Schaaffhausenschen Bankverein, Berlin W. 8, Französische Straße 53/55, mit der Bezeichnung„Konto Reichsverband“ übersenden zu wollen, worauf Ihnen von hier aus die Mitgliedstarte zugehen wird. Bisher hatte Herr Belger das Inkasso der Mitgliederbeiträge für Dresden besorgt und die Beiträge auch zum Teil eingezogen. Einige Herren hatten sich bereit erklärt, die Beiträge der ihnen bekannten Herren Einzelpersonen ist 650223=29 Prozent der Gesamteinwohnerschaft. Davon hatten zu versteuern ein Jahreseinkommen von 500—650 Mk. 131 173 Personen, ein Jahreseinkommen von 650—800 Mk. 91148 Personen, ein Jahreseintommen von 800—950 Mk. 76 602 Personen. Das sind von 650 223 Steuerzahlern 298923= 45 Prozent. deren Einkommen 950 Mk. jährlich nicht übersteigt. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß kinderreiche Familien um 1 bis 2 Steuerstufen herabgesetzt werden können. Andererseits hat jedoch eine nicht geringe Anzahl Personen noch tein Jahreseinkommen von 500 Mt. und wird deshalb in der Statistik nicht geführt. Ein Einkommen von 950 bis 1100 Mk. versteuerten 66047 Personen. 364997 Personen, also 56 Prozent aller Steuerzahler, müssen mit einem Einkommen von 500 bis 1100 Mt. jährlich sich durchschlagen. Nun die Kehrseite: Ein Einkommen von 30000 Mk. und mehr bis über 2 Millionen Mark jährlich versteuerten 1311 Personen. Ihr steuerbares Einkommen bezifferte sich insgesamt auf 97479288 Mk. Ein Einkommen von 200000 Mk. jährlich und mehr hatten 60 Personen zu verzehren, deren steuerbares Gesamteinkommen sich auf 24031004 Mk. bezifferte, pro Kopf also 400 516 Mk. Ganz besonders scharf prägt sich der Gegensatz zwischen Arm und Reich naturgemäß in der Residenz Stuttgart aus. Ein 12295 Personen versteuern ein Einkommen von 500 jährlich. Ihr Gesamteinkommen beträgt im Höchstfall 7½ Millionen Mark, sehr wahrscheinlich aber weit weniger. Ziesen 12295 armen Teufeln stehen 21 Personen mit 4 723555 Mk. Gesamteinkommen gegenüber. Noch nicht zwei Dutzend Leute, deren Einkommen das der Zwölftausend noch um mindestens 2¼ Millionen Mark übersteigt! Terrainspekulauten, Presse und " Vor der Strafkammer Stuttgart spielte sich am Montag ein interessanter Prozeß ab. Der Katastergeometer Morlock von Zuffenhausen bei Stuttgart, früher Obmann des Bürgerausschusses(Stadtverordnetenvorsteher) in Zuffenhausen, neuerdings zum Gemeinderat gewählt, fühlte sich durch eine satirische Plauderei in einem Zuffenhausener Lokalblatt beleidigt. In dem Artikel waren Andeutungen über ausgedehnte und gewinnreiche Terroinspekulationen des Herrn Bürgerausschußobmanns und Katastergeometers enthalten. Die Justiz nahm sich selbstverständlich der beleidigten Staats- und Ordnungsstütze an: der Redakteur wurde vom Schöffengericht zu Ludwigsburg zu 25 Mk. Geldstrafe verurteilt. Der angebotene Wahrheitsbeweis wurde vom Gericht kurzerhand abgeschnitten. Dem Staatsanwalt genügten die 25 Mk. Geldstrafe nicht, der Mann von der Presse sollte tiefer hineingetunkt werden. Letzterer aber wollte sich den Wahrheitsbeweis nicht ohne weiteres abschneiden lassen. So kam die Sache vor die Strafkammer Stuttgart. Hier wurde dem Zeitungsmanne erlaubt, vor seiner Verurteilung seine Beweise vorzutragen. Und siehe da: Bewiesen wurde, daß der wackere Bürgerausschußobmann Morlock im Bunde mit dem damaligen Schultheißen(Bürgermeister) Schlechter und dem damaligen Gemeindepfleger(Kassenverwalter der Gemeinde) und heutigen Schultheißen Gutekunst eine„Grunderwerbsgesellschaft“ gegründet hat, und dann haben diese drei höchsten Würdenträger der Gemeinde mindestens 300000 Mk. Gewinn„verdient". Durch Strohmänner kaufte man vielfach den Bauern die Kartoffeläcker für einen Spottpreis ab, Herr Morlock, der Katastergeometer, fertigte nicht nur die Stadtbaupläne, sondern „begutachtete“ sie auch gleich. Die Kartoffeläcker verwandelten sich dann in kurzer Frist zu wertvollen Bauplätzen. Die Mehrheit der bürgerlichen Kollegien hat nun einen festbesoldeten Katastergeometer angestellt, und zwar mit zu dem Zweck, dem Herrn Morlock die Terrainspekulation zu erschweren. — Selbstverständlich wurde der Zeitungsmann wieder verurteilt. Zwar Unrichtigkeiten habe sein Artikel nicht enthalten, aber die Form! Die Form! 25 Mk. Geldstrafe! Dabei bleibt es. Die Kosten der Verhandlungen hat er zum größten Teil auch zu tragen. als bejammernswertes Opfer der Sozialdemokratie dem Gericht vorstellte. Nur weil er sich dem Joch dieser Partei nicht beugt, si. Lis.„Hetze“ gegen ihn und seine Geschäftspraxis losgegangen. Ruhtig ist, daß unsere Genossen in Zuffenhausen stets versucht haben, der Herrschaft des Herrn Morlock ein Ende zu machGegen die Cosin=Gerste. Die Magdeburger Handelskammer beschloß, den Bundesrat und Reichstag zu bitten, die Denaturierung der Gerste durch Eposte gehalten sein soll, den Käufer von dieser niedrigen VerSester 3 in Lenntnis zu setzen. Die Kammer huldigt auch noch Stact vor Jalltzintertidie zurzeit eingeführte Deklaration den Eiinn di Zbühinlerglehungen ausreichend schütze. Besprechung der Eingabe wurde in der Sitzung der Handelskammer nicht nur auf den mutmaßlichen Giftgehalt von Eosin und auf die durch Eosin=Fütterung entstehende Rotder Farb Transport erforderliche längere Lagerung d eine Erwärmung vewirke, die zur Folge habe, daß die Gerste Geruch und Schimmel annimmt. Kleine Mühlen haben darunter zu leiden, daß sie mit Eosin gefärbte Gerste schroten müssen; sie besitzen gewöhnlich nur einen Mahlgang, der, wenn Eosingerste hindurchging, für späteres Vermahlen von Weizen und Roggen unverwendvar wird. Aus Kähnen, die neben wett de ir schteilig“ son diese, wie Salz, 45 Fresserarie und die Manl=. und Klauenseuche. Die agrariWe Plege malte in der letzten Zeit wieder einmal die drohende Verseuchung des deutschen Viehbestandes an die Wand, weil in # und in Bayern zusammen drei Fälle von Maul= und Kuauenseuche konstatiert wurden. Für die Blätter der Agrarier stand es sofort fest, daß die Seuche nur aus der Schweiz eingeschleppt sei, weshalb ein verstärkter Grenzschutz gegenuber der Schweiz verlangt wurde. Die vom Reichsgesundheitsamt sofort veranlaßte Untersuchung der Seuchenfälle hat nun ergeben, daß bei den zwei auf Bayern treffenden Fällen Maul= und Klauenseuche überhaupt nicht vorliegt, und oo die in Baden konstatierte ung auf Einschleppung aus der Schwei= zurückzeführe öffe Bei „atlichen Metallarbeitervezse S teilnehmen sollte, zu „rkranku.“ W.rg„. g aus der SchuegWufuhren nicht festgesteut werden. Die Aufregung war sonach ist, konnte umsonst. ste noch andere Ladung führen soll.. Mebl, Zucker, Geir“ in.8 uyren, sot diese, wie Salz, ng F Serteibluge, nachlling beeinflußt werden. Auch sou dus Vieh die mit Eosin gefarbte Gerste ungern nehmen. es nicht bezeichnend, daß überall die Interessen der oste#rarier zu Naturwidrigkeiten führen? So war's bei der Margatine, so beim Saccharin, so jetzt bei der Eosingerste. Zu der Ermordung des Reisenden Burchardt veröffentlicht Fosge uhe Rhatige Aut i dr„Norddeutschen Allgemeinen Ztg. „Ueber die Ermordung des deutschen Reisenden Burchardt und des früheren italienischen Konsularagenten Benzoni liegen genauere Nachrichten noch nicht vor. Nach Mitteilungen der von Sang nach Metta bei Faia von. dem Wege Ein Nachklang zum russisch=japanischen Kriege. B 512 58 burg. 29. Dez. Die„Börsenzeitung“ meldet zeigenven Nachklang zum russisch=japanischen Kriege: Die deutsche Regierung hat im Bankhause Mendelssohn für 4 Millionen Mark russische Wertpapiere beschlagnahmt und zwar auf Verlangen eines deutschen Reichsangehörigen namens Helfer. Während des, letzten Krieges kaufte Rußland den deutschen Dampfer „Auhalt und fertigte auf ihm eine große Ladung Proviant und Munition unter deutscher Flagge nach Wladiwostok ab. Alle Dokumente des Dampfers waren auf den Namen Helfer verschrieben und diesem eine sehr große Belohnung für den Fall der glücklichen Ankunft in Wladiwostok versprochen. Unterdessen wurde der Portsmouther Friede geschlossen und der Dampfer konnte infolgedessen frei seine Reise machen. Er traf in Kiautschon ungefahrdet ein. Helfer verweigerte die Herausgabe des Dampfers, da die versprochene russische Belohnung ausblieb. Das deutsche Gericht erkannte Helfer als Besitzer des Dampfers an, laut Besitzes der Dokumente. Alle Anstrengungen russischer= seits, den Urteilsspruch umzuwerfen, mißlangen. Der russische Konsul in Tschifu verstand in den Besitz des Schiffes„Anhalt“ mit Umgehung Helfers zu gelangen. Dieser verlangt die Rückgabe des Schiffes oder obige Entschädigungssumme. Die deutschen Gerichte beschlagnahmten infolgedessen die bei MendelsDeutsches Die Einigung der linksliberalen Parteien. Der Zentralausschuß der Freisinnigen Volkspartei soll zur Beratung über Programm und Organisationsstatut für die Vereinigung der drei linksliberalen Parteien am 15. Februar im Reichstagsgebäude zusammentreten. Der Tagung voraus geht eine Sitzung des erweiterten geschäftsführenden Ausschusses. Konservative und Mittelstandsvereinigung. Der stellvertretende Vorsitzende der Rahardtschen Deutschen Mittelstandsvereinigung, Postsekretär Stockmann, der der konseroativen Partei seit 28 Jahren angehört und mehrmals auch im zweiten Berliner Wahlkreise für diese Partei zum Reichstag kandidiert hat, ist von den Konservativen aufgefordert worden, den Vorsitz in der Mittelstandsvereinigung niederzulegen. Er hat aber statt dessen seinen stellvertretenden Vorsitz im Berliner deutsch=konservativen Wahlverein niedergelegt. Die Reichseinnahmen sind im November 1909 zirka 40 Millionen höher gewesen als im November 1908. Wie viel davon auf die neuen Steuern usw. entfällt, läßt sich mit Bestimmtheit nicht sagen, da die Einnahmen zum Teil, soweit es sich um Steuererhöhungen handelt, in den Gesamtzahlen der einzelnen Quellen enthalten sind. Soweit die neuen Steuern einzeln aufgeführt sind, zeigen sie eine Einnahme von etwa 13 Millionen Mark Die nauen Nerbranchssbaahen 0 Mark. Die neuen Verbrauchsabgaben ergeven, gegenüber den vielfach auf sie gesetzten Hoffnungen, Mindereinnahmen, während aus anderen Einnahmequellen, insbesondere dem Umsatzstempel sehr hohe Beträge eingegangen sind. Da in den zur Einnahme gelangten Betragen der neuen Steuern usw. noch vielfach die aus den Nachversteuerungen eingekommenen Summen enthalten sind, andererseits aber infolge der starken Einfuhr und Produktion der letzten Zeit vor dem Inkrafttreten der neuen Steuern die jetzigen Zahlen noch lange keinen sogenannten Beharrungsuustand zeigen, ergibt sich aus katerEnt.... ge„ den besagten Einnahmequelken. Die Eisenbahner und der neue Präsident der ReichseisenDer neue Reichseisenbahnpräsident Wackerzapp paßt i preußischer Unduldsamkeit, das man im aus den gegenwärtigen Ziffern kein #ares Bild üver die zukunftige Gestaltung der Finanzen aus bahnen. Der neuganz, in das System preußischer Unduldsamkeit, Reeichseisenbahnbetriebe zur Virtugsitat ausgeoildet hat. Als vor drei Jahren der auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehende Verband süddeutscher Eisenbahner sich mit den Zuständen auf den elsaß=lothringischen Bahnen beschaftigte, es Herr Wackerzapp, der folgende Verfügung erließ: war „In der letzten Zeit ist wiederholt von außerhalb unserer Verwaltung stehenden Personen für den Eintritt der reichsländischen Eisenbahner in den Süddeutschen Eisenbahnerverband agitiert worden. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Ziele und Bestrebungen dieses Verbandes in der gleichen Weise als ordnungsfeindlich anzusehen sind, wie dies fur den Verband der Eisenbahner Deutschlands(Sitz Hamburg) gilt; daß deshalb die Teilnahme an dem einen wie dem anderen Verbande, sowie die Unterstützung ihrer Bestrebungen mit der Beschäftigung im Dienste der Reichseisenbahnverwaltung unvereinbar sind und die Auflösung des Dienst= bezw. Arveitsverhältnisses zur Folge haben werden. Hieraus geht mit aller Deutlichkeit hervor, was die Eisenbahner von dem Nachfolger des Herrn v. Schulz zu erwarten haben. . Soldatenfreuden. Der“ Unteroffizier Rücker aus Köln, der wegen Wachvergehens mit 5 Tagen Arrest bestraft wurde und die Strafe am Weihnachtsabend antreten sollte, hat sich mit seinem Dienstgewehr erschossen. Den Regimentskommandeur soll eine strenge Untersuchung gegen den Schuldigen eingeleitet haben, der den Strafantritt am Weihnachtsabend anordnete. he Schon wieder ein Fortschritt, Deutschland in der Welt voran. Durch Kabinettsorder ist bestimmt worden, daß der Paradewaffenrock für Generäle verschwinden soll. An seine Stelle tritt ein einfach.r= Wagestra. Kopfarbei n einfacherer Waffenrock. Wie viel ersalbeit mag das gekostet haben!!! Der Direktor des Hansabundes. Der Mann, der bereit ist, als Direktor an die Spitze des Hansabundes zu treten, ist nach langem Suchen gesunden worden. Wie dem„Berliner Tageblatt“ mitgeteilt wird, ist der Oberbürgermeister Alfred Knobloch von Gand nuch Melta er. Tals von Aufständischen ermordet und einige Gendarmen in ihrer Begleitung verwundet worden. Wo die Leichen sich gegenwärtig befinden, ist noch unbekannt. Die deutsche Regierung hat alsbald in Konstantinopel die erforderlichen Schritte zur Verfolgung der Schuldigen getan. Gesch## hat mit dem Ausdruck des Bedauerns über das Geschehnis mitgeteilt, daß die strengste Untersuchung telegraphisch angeordnet worden ist. Die Reisenden waren von dem italienischen Konsul in Hodeida vor Antritt ihrer Reise auf das Gefährliche ihres Unternehmens hingewiesen worden. Burchardt war auch schon im Jahre 1907 bei seiner letzten Anwesenheit in Yemen von dem kaiserlichen Botschafter in Konstantinopel schriftlich darauf aufmerksam gemacht worden, daß angesichts der dort herrschenden Zustände keinerlei Garantie für seine Sicherheit bestehe. Gegenüber anders lautenden Meldungen sei festgestellt, daß Burchardt keinerlei amtliche Beziehungen oder Auftrage gehabt hat und im Demen lediglich als Privatmann gereist ist. triebsversammtung der Gorickeschen Arbeiter ausgerechnet 24 Stunden vor deren Stattfinden einzuladen. Sein Kneifen begründet der Herr Oberbossel damit, daß im Jahre 1906 in Bielefeld und am 5. Dezember 1909 in Vlotho von christlich-nationaler Seite abgehaltene Versammlungen durch Sozialdemokraten gestört worden stien. Ist das auch Unsinn, so ist's doch„christliche" Logik. Also weil angeblich„christliche Versammlungen gestört worden sind, deshalb geht Herr Oberbossel nicht in die allen Richtungen zugänglichen offentlichen Metallarbeiterversammlungen, um Aug' in Auge mit Andersdenkenden seine Angriffe auf den Verband zu wiederholen, den er bisher nur aus dem Hinterhalte verleumdet hat. Das begreife, wer kann! Herr Oberbossel, den man bis vor kurzem in Bielefeld garnicht kannte, dessen Wissenschaft über Vorkommnisse in Bielefeld aber bis in das Jahr 1906 zurückreicht, sollte doch auch daß der Sozialdemokrat Severing es war, der es dem Christlich=Sozialen Wallbaum in der großen Protestversammlung in Herford ermöglichte, seine wiederholt vom Unwillen der Massen unterbrochene Rede zu Ende zu führen. Weshalb bringt er diesen Vorgang nicht in Zusammenhang mit seinem Kneifen? Auf das Schreiben des Herrn Oberbossel an Severing ist ihm diese Antwort gesandt worden: Belefeld, 29. Dezember 09 Herrn Gewerkschaftssekretär Oberbossel. Sie scheinen trotz den— nach meiner Auffassung— tlaren Ausführungen in meinem Schreiben vom 21. Dezember über den Zweck der an Sie ergangenen Einladung gänzlich im Unklaren zu sein. Meine Kollegen verfolgten mit der Einladung an Sie lediglich die Absicht, Ihnen Gelegenheit zu geben, auf die Kritik zu antworten, die Ihre Ausführungen über die Tätigkeit des Deutschen Metallarbeiter=Verbandes in der öffentlichen Metallarbeiterversammlung vom 24. November gesunden haben. Nach den Darlegungen eines Ihrer Vervandskollegen glaubten wir mit diesem Vorgehen Ihren eigenen Wünschen entgegenzukommen Wie uns Ihr Schreihen am S g. Eng=genznemmen. Wie und Ihr Schleiben vom 28. Tezember das uorigens erst gestern, Dienstag, abends in der siehenten Stunde in m 6“** Spanien. Die Lage im Riffgebiet. Madrid, 27. Dez. Der Korrespondent des Blattes„Espania“ in Melilla berichtet in sehr en### Worten über die Lage im Riffgebiet. Das Friesohn deponierten russischen Werte. Inzwischen ist der Gehilfe des Oberprokureurs des Zivilkassationsdepartements, Dynowoki, nach Berlin kommandiert worden, um die Angelegenheit beizulegen. Wie verlautet, wird die Forderung Helfers befriedigt werden. Eine diplomatische Intervention ist ausgeschlossen. Der Staat hat damit nichts zu tun. pesumistischen Worten über die Lage im Riffgebiet. Das Frievenswerr sei nur ein trugerisches. Die Eingeborenen, so heißt es, fahren fort, die vorgeschobenen Posten der Spanier anzugreisen und zu beunruhigen. Ein lebhafter Waffen= und Munitionsschmuggel geht vor sich. Die Eingeborenen haben bei ihrer Unterwerfung nur ihre alten Gewehre abgegeben und rühmen sich nunmehr, die Arbeit in den Gruben verhindern zu können. Aus dem Innern treffen Meldungen über Waffen= und Munitionstransporte in das Riffgebiet ein. Der aufrührerische Scheik El Kizzian hat große Geldsummen gesammelt zum Erwerb von modernen Geschützen. Er soll einen Preis von 50 000 Duros ausgesetzt haben, der demjenigen zufällt, welcher ihm moderne Geschutze beschafft. Sämtliche Marabuts unterstützen die Agitation El Kizzians. Kommnnales. Die liberale Stadtratsmehrheit in Pirmasens, die durch den Ausfall der Proporzwahlen für die Zukunft beseitigt ist, hat noch kurz vor Ablauf ihrer Amtszeit einen Vorstoß gegen das unseren Parteigenossen zustehende Recht, aus ihrer Mitte den 2. Adjunktenbesetzen, unternommen. In einer der letzten Sitzungen beschloß sie die Anstellung eines rechtskundigen Gemeinderatsmitglieds, der zugleich 2. Adjunkt sein soll. Als besoldetes Gemeinderatsmitglied wurde Rechtsanwalt Kömmerling, z. Zt. in Zweibrücken gewählt. Die sozialdemokratischen Vertreter blieben der Wahl fern, da sie in der ganzen Sache einen gegen sie gerichteten gewaltmäßigen Entrechtungsakt erblicken. Dem neuen Rechtsrat wurde auch gleich der Vorsitz des Gewerbegerichts und Kaufmannsgerichts übertragen. Wegen Nichtbeachtung der gesetzlichen Vorschriften bei der Wahl soll Beschwerde erhoben werden. der sieventen Glande in meine Pande gelangte) leyrt, haben wir uns in dieser Annahme getäuscht. Sie befinden sich jedoch in einem noch größeren Irrtum, wenn Sie glauben, daß wir, um Ihre Angriffe auf den Deutschen MetallarbeiterVerband zuruckzuweisen, Ihre Anwesenheit für erforderlich hielten. Ebenso wenig sind wir ungehalten darüber daß Sie nur an solchen Stellen über den Deutschen MetallarbeiterVerband schimpfen, an denen Sie vor einer Entgegnung geschützt sind. Das erträgt der Metallarbeiterverband, wie der Mond das Bellen eines gewissen Tieres erträgt. Und endlich möchte ich— um jeden Zweifel zu beseitigen— für meine Person erklären, daß ich weder Zeit noch Lust habe, ohne zwingenden Anlaß mit Ihnen zu diskutieren. Selbstverständlich bleibt Ihnen für die heutige, von uns anberaumte öffentliche Metallarbeitei Versammtung die wirklich unbegrenzte Redefreiheit gewährleistet. Diese Bemerkungen dürften auch für Sie wohl klar genug sein. Mit angemessener Hochachtung! Carl Severing. Wir hielten diese ausführlichen Darlegungen um deswillen für nützlich, weil sie mehr wie andere Schilderungen über das Verhalten der„Christlichen“ geeignet sind, diese tapferen Kämpen in ihrer ganzen Glorie zu beleuchten. der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 29. Dezember. Wie Herr Oberbossel kneift. Vor einigen Wochen tagte im Lokale des Herrn Debour, Herforderstraße, eine von etwa 100 Personen besuchte Fabrikbesprechung der Görickeschen Arbeiter, zu der ein ge Stunden vorher durch den sogenannten christlichen Metallarbeiterverband eingeladen worden wax. Im Verlauf der Besprechung hat sich ein Herr Oberbossel, Sekretär des christlichen Metallarbeiterverbandes, darin gefallen, den Deutschen Metallarbeiter=Verband mit einem großen Aufwand an Lungenkraft„zu vernichten". Die Ausführungen dieses Herrn wurden in einer am 24. November abgehaltenen öffentlichen Metallarbeiter— Beendigung des Bierkrieges. Die Bielefelder WirteVereinigung übermittelte am 22. Dezember der Konsumentenkommission folgenden Beschluß: Um den Konsumenten entgegenzukommen, werden in den Restaurationsbetrieben allgemein 7/20= Liter=Gläser zum Preise von 15 Pfennig eingeführt. Dieser Beschluß ist jedoch nur dann verbindlich für die Mitglieder der Wirte=Vereinigung, wenn seitens der Konjumenten der Bierkrieg beendet wird. Sollten nach Beendigung des Bierkrieges noch irgendwelche Differenzen zu erledigen sein, wird der Vorstand der WirteVereinigung beauftragt, betreffs Regelung derselben mit der Kommission der Konsumenten in Verbindung zu treten. Auf Grund dieses Beschlusses fand am Montag abend eine Versammlung der Vereinsvorstände im Restaurant„Stadt Bielefeld" statt. Von der Konsumentenkommission wurde der Antrag gestellt, den Beschluß der Wirte=Vereinigung zu akzepieren und damit den Bierkrieg für beendet zu eeklären. Nach lebhafter Dislussion wurde der Antrag der Kommission angenommen und dadurch der Bierkrieg in Bielefeld nach nahezu 4monatlicher Dauer beendet. Aufgabe der Wirte wird es nun sein, den Beschluß strikte durchzuführen und einzuhalten, de dieser Beschluß nach Meinung der Konsumenten das mindeste ist, was dieselben erwarten konnten. Jeder Wirt, der den Beschluß nicht beachtet, hat dann die Folgen seiner Handlungsweise selbst zu tragen. Seitens verschiedener Redner wurde es auch als selbstverständlich betrachtet, daß nunmehr die von einzelnen Brauereien aus Anlaß des Bierkrieges eingeführten Feierschichten in Wegfau kommen und Arbeiterentlassungen vorerst nicht vorgenommen werden. bossel auf die Angriffe der Redner antworten würde, wenn man ihm dazu Gelegenheit verschaffte. Es wurde sofort zugesagt, Herrn Oberbossel diese Gelegenheit durch Veranstaltung einer zweiten Versammlung zu geben. Am 21. Dezember ist ein Einladungsschreiben als Einschreibebrief an ihn abgegangen, dessen rtlaut hier folgt: Bielefeld, 21. Dezember 1909. Herrn Gewerkschaftssekretär Oberbossel, Bielefeld. Am 24. November wurden in einer öffentlichen Metallarbeiterversammlung, die sich mit Vorgängen im Betriebe der Firma Göricke beschäftigte, auch Ausführungen besprochen und kritisiert, die Sie in einer voraufgegangenen Werkstattbesprechung der Börickeschen Arbeiter in Beziehung zum Deutschen Metallarbeiterverband gebraucht haben. Ein anwesendes Mitglied des christlichen Metallarbeiterverbandes bemerkte aus diesem Anlaß, daß Sie auf die Ausführungen Ihrer Kritiker zu erwidern hatten und auch sicherlich erwidern würden, wenn man Ihnen Gelegenheit dazu bieten würde. Von den Veranstaltern der Versammlung wurde als würde. Von den Veranstaltern der Versammlung wurde als Antwort auf diese Bemerkung sofort die Zusage gegeben, im Monat Dezember eine zweite Versammlung einzuberufen und Sie darauf aan; hesanders aufmorksam machen dezember eine zweite V Sie varauf gunz besonders aufmerrsam zu machen mit dem Bemerken, daß Ihnen freie Rede mit unbeschränkter Redezeit gewährt werde. Dieser Zusage möchten wir hierdurch nachkommen. Die Versammlung findet statt am Mittwoch — Bielefelder Allgemeine Otrskrankenkasse. In der gestrigen Sensralgerigmmlung in der Reichshalle“ hielt das Mitglied des Ausschusses der Landesversicherungsanstalt Westfalen, Herr J. Köllner, einen etwa einstündigen, interessanten und durch umfassendes Zahlenmaterial unterstutzten Vortrag über„Dies Krankenkassen als Fundamente der Arbeiterversicherung".„Auf keinem Gebiete sei eine solche Unwissenheit wie bei der Arbeiterversicherung unter den direkt daran Beteiligten vorhanden. Dies komme hauptsächlich daher, weil die Arbeiterversicherung kein einheitliches Gesetz sei, sondern in Kranken-, Alters=, Invaliden= und Unfallversicherung zerfalle. Es müsse danach gestrebt werden, daß ein einheitliches Gesetz geschaffen werde und ein Zweig der Versicherung den anderen ergänze; es könnte dadurch ganz bedeutend an Verwaltungskosten gespart und mehr für die Versicherten getan werden. Aber die Hoffnung, daß die neue Versicherungsordnung hier Besserung schaffen werde, sei sehr gering. Selbst bei den Krankenkassen sei die Zersplitterung eine sehr große, denn man habe mit sieben verschiedenen Arten von Krankenkassen zu rechnen, den Orts=, Fabrik=, Innungs- usw.=Kassen. 50 Prozent der Versicherten befinden sich in Ortskrankenkassen. Die Zahl der Versicherten### habe im Jahre 1908 gegen 1907 um 186000 zugenommen, davon entfallen allein 126000 auf die Ortskrankenkassen. Die größte ahl blatt“ mitgeteilt wird, ist der Oberbürgermeister Alfred Knobloch in Bromberg der Erkorene. Als besondere Vorzuge werden an ihm gerühmt: rednerische Begabung, ferner der Umstand, daß er dem Fürsten Bülow geholsen hat, die polnische Enteignungsvorlage durchzudrücken. In wirtschaftlichen Fragen steht er angeblich auf dem Boden des Freisinns, in politischer Hinsicht ist er freikonservativ. Vielleicht steht er auch noch in religiösen vollständige Redefreiheit garantiert ist. Das Gleiche gilt auch für andere Angehörige der christlichen Gewerkschaften, die etwa an der Versammlung teilnehmen würden. Hochachtend! Deutscher Metallarbeiter=Verband, Verwaltung Bielefeld. Was Kundige, mit der Naturgeschichte der„Christlichen" vertraute Arbeiter von Herrn Oberbossel mit Bezug auf diese derzahl zu klein Verwaitungskosten zu hoch seien. Die Krankenkassen im Deutsihen Reiche haben im vorigen Jahre für Krankheitskosten 297396000 Mark ausgegeben, das sind 22 Millionen Mark mehr als die Atters= und Invalidenversicherung ohne Reichszuschuß und mit Hinzurechnung desselben 28 Millionen Mark weniger. 24,13 Mark Krankheitskosten sind pro Person ausgegeben. Man sieht hieraus welchen respektablen Faktor auch in dieser Hinsicht er freikonservativ. Vielleicht steht er auch noch in religtösen Dingen auf dem Standpunkt des Zentrums, dann könnte man ihn in der Tat als ein Universalgenie bezeichnen. Uebrigens: was muß der Hansabund seinem Tirektor Gehalt zahlen, wenn dieser sich entschließt, seine Stelle als Oberburgermeister aufzugeben. zu der öffentlichen Metallarbeiterversammlun beantworten seine Getreuen mit der Einladung zu einer Be triebsversammlung der Arbeiter der Firma Aug. Göricke, die zu derselben Zeit tagen soll, wie die öffentliche Metallarbeiter=Versammlung. Und was allem die Krone aufsetzt: Dieser Herr Oberbossel bringt es fertig, den Kollegen Severing, der, wie auch ihm bekannt war, als Redner an der 35000 Krankenkassenmitz einer großen Kasse die Interessen der Versicherten besser gewahrt werden können, als in den vielen kleinen Kassen. Das Krankenversicherungsgesetz sei das populärste Gesetz, weil hier die Versicherten mitzuraten und mitzutaten hätten, was bei den anderen Versicherungsgesetzen wenig oder gar nicht der Fall sei. Eine grapyische Darstellung, weiche der Referent ausgehängt hatte. veranschaulichte, inwieweit die Krankenkassen das Fundament * der Arbeiterversicherung sind. Aus den Krankenkassen gehen die Vertreter zu den unteren Verwaltungsbehörden die VerSchluß der Hoffnung Ausdruck, daß seine Ausführungen daze derd beitragen würden, me bringen, und empfiehl ratur, dann würden d nommen werden könne gen verschwinden, und Es wurde der Wun einen Vortrag über ei mit es verstandlicher gesetzgebung auf einme sprach, dem Wunsche: Bei der Umwahl Georges, Rüter, Sche Arbeitgeber die Herrei meister Wilhelm Wald die Arbeitnehmer Köll druckereibesitzer Koch die Präsenzliste verlese beitnehmervertretern anwesend waren. — Freie Volksbüh tragsmarken, sowie di Genossen Bottcher, V nächste Vorstellung findet am Sonntag, 16 woch, 19. Januar, stat — Stadttheater. Ar „Die Dollarprinzessin“ Sonnabend, als am N brillanten Schwankes voll lustiger Einfälle; auf der Bühne, die Si die Zuschauer kommen erklärt sich auch der Bühnen gegangen ist nachmittag geht„Dorn 2 M Schötmar. Gewerk Bicker(„Odeon“ Don Bielefeld. Modellt „Centralhalle". Menuighüffen. Soz. des Genossen lung". Sozialdemokratise Biel Die Kassierer innert, daß bis zum 15 Quartal 1909/1910 e Pünktlichkeit ist findende General=Verst also auch die Bezir erfüllen, und baldigst rechnen. Sozialdemokratis Der Vorstand beruf Gen auf Sonntag, 5. Febri Lage, Langenstraße 9 1. Bericht des Vorstan 2. Organisation, Agita 3. Bericht über die Ver 4. Beschlußfassung über gehenden Punkten ih 5. Wahl des Vorstande 6. Verschiedenes. Wir ersuchen die versammlung zu nehmen an den Unterzeichneten bis zum 16. Januar in Die Ortsgruppen n Delegierten. J. A.: Wilhel Weitere Am Freitag, 24. 2 Schmidt=Altona Oetinghausen. 2 der Filiale Herri Haupt=Zollat rätlichen Vorsch Ste Das Unrecht an den nicht das gesetzlich se die Tabaksteuer eingetr wieder gut gemacht wer trages Giesberts, die Bundesrat es überlie regeln, anstatt es selbst Wir lassen den Bes Eingabe eines Kolleger An Hauptzollamt Lemgo. Vom Hauptzollamt 6. September 1909 a wöchentliche Unterstützu neuen Ausführungsbest Berechnung der Unterst Zahl der Tage, an wel ergibt sich ein höherer von 13,04 Mk. pro Wo Nach Abzug von 60 vom 1. Juli 1908 bis an denen ich Zigarrena vom 6. September 190 bescheinigten Verdienst Dieser, 906,40 Mk., entspricht einem Tagel pro Tag 2.23 Mk., und zwar vom 6. Septembe Tage, 100.35 Mk. zuste Erhalten und quittie nach meiner Ansicht no Ich bitte daher das mir zustehenden, bisher von 3.48 Mark. 9 Hauptzollamt Lemgo. Nr. R B 174. Urschr. mit dem Ber gen nur Wirkung für d den Unterstützungen, haben. Demnach kann werden. teitnehmen sollte, zu der Arbeiter ausgerechnet zzuladen. Oberbossel damit, daß im dezember 1909 in Blotho ine Versammlungen durch : Ist das auch Unsinn, zeil angeblich„christliche ##shalb geht Herr Oberzugänglichen offentlichen ; in Auge mit Andersid zu wiederholen, den er det hat. Das begreife, wer vor kurzem in Bielefeld Vorkommnisse in Bieleickreicht, sollte doch auch ing es war, der es dem großen Protestversammerholt vom Unwillen der führen. Weshalb bringt ing mit seinem Kneifen? ossel an Severing ist ihm ld. 29. Dezember 09 Oberbossel ner Auffassung— tlaren vom 21. Dezember über gladung gänzlich im Unlgten mit der Einladung belegenheit zu geben, auf Ausführungen über die ter=Verbandes in der ng vom 24. November agen eines Ihrer VerVorgehen Ihren eigenen ns Ihr Schreiben vom rn, Dienstag, abends in e gelangte) lehrt, haben cht. 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Eine nt ausgehängt hatte, assen das Fundament Krankenkassen gehen igsbehörden, die Vercherungsanstalten, die erversicherung und die vor. Redner gibt zum Ausführungen daz# beitragen würden, mehr Aufklärung unter die Versicherten zu bringen, und empfiehlt zum Selbststudium die einschlägige Literatur, dann würden die Rechte der Versicherten besser wahrgenommen werden können und manche Klage über Benachteiligungen verschwinden, und der Zweck seines Vortrages sei erreicht. Es wurde der Wunsch geaußert, in jeder Generalversammlung einen Vortrag über ein Versicherungsgesetz halten zu lassen, damit es verstandlicher sei, als wenn die gesamte Versicherungsgesetzgebung auf einmal behandelt werde. Der Vorsitzende versprach, dem Wunsche nach Möglichkeit nachzukommen. Bei der Umwahl des Vorstandes wurden die Arbeitnehmer Georges, Rüter, Scheele und Schneider wiedergewählt und als Arbeitgeber die Herren C. Th. Oltrogge wieder- und Schlossermeister Wilhelm Waldhecker neugewählt. Als Revisoren wurden die Arbeitnehmer Köllner und Schulz und der Arbeitgeber Buchdruckereibesitzer Koch gewählt. Während des Wahlaktes wurde die Präsenzliste verlesen und festgestellt, daß 107 von den 213 Arbeitnehmervertretern und 7 von den 107 Arbeitgebervertretern anwesend waren. — Freie Volksbühne. Die Bezirkskassierer können die Beitragsmarken, sowie die Karten für die Kindervorstellung beim Genossen Böttcher, Volkswacht, in Empfang nehmen. Die nächste Vorstellung„Des Pfarrers Tochter von Streladorf“ findet am Sonntag, 16. Januar, die Kindervorstellung am Mittwoch, 19. Januar, statt. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: „Die Dollarprinzessin" wird heute und Freitag gegeben. Sonnabend, als am Neujahrstage, findet die Erstaufführung des brillanten Schwankes„Der Doppelmensch“ statt. Das Stück ist voll lustiger Einfälle; ein unheimlicher Wirrwarr entwickelt sich auf der Bühne, die Situationskomik feiert wahre Triumphe und die Zuschauer kommen aus dem Lachen nicht heraus. Daraus erklärt sich auch der Siegeszug, in dem das Stück über alle Bühnen gegangen ist und noch geht.— Heute und Sonnabend nachmittag geht„Dornröschen“ in Versammlungen. Mittwoch, 29. Dezember. Schötmar. Gewerkschaftskartell. Abends 8½ Uhr bei Bicker(„Odeon"). Donnerstag, 30. Dezember. Bielefeld. Modelltischler. Abends 6½ Uhr in der „Centralhalle“. Meunighussen. Soz. Verein. Abends 8½ Uhr. Vortrag des Genossen Hoffmann=Bielefeld über„Kulturentwicksungk. Sozialdemokratischer Verein für den Wahlkreis Bielefeld=Wiedenbrück. Die Kassierer der Ortsgruppen werden daran erinnert, daß bis zum 15. Januar die Abrechnung für das zweite Quartal 1909/1910 an den Kassierer abgeliefert sein muß. Pünktlichkeit ist in Rücksicht auf die demnachst stattfindende General=Versammlung unbedingt erforderlich. Mögen also auch die Bezirkskassierer rechtzeitig ihre Pflicht erfüllen, und baldigst mit den Kassierern der Ortsgruppen abrechnen. Der Sekretär. Der Sozialdemokratischer Verein für den Lippe. Der Vorstand beruft die Generalversammlung auf Sonntag, 5. Februar, ins Lokal des Herrn Carl Voß in Lage, Langenstraße Nr. 92, mittags präzise 1 Uhr, ein. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Organisation, Agitation und Presse. 3. Bericht über die Verhandlungen des Landtags. 4. Beschlußfassung über diejenigen Anträge, die bei den vorhergehenden Punkten ihre Erledigung nicht gefunden hahn. 5. Wahl des Vorstandes. 6. Verschiedenes. Wir ersuchen die Ortsgruppen, Stellung zu der Generalversammlung zu nehmen und etwaige Anträge bis zum 25. Januar an den Unterzeichneten einzusenden. Die Abrechnungen müssen bis zum 16. Januar in den Händen des Kreiskassierers sein. Die Ortsgruppen wählen auf je 1 bis 25 Mitglieder einen Delegierten. Mit Parteigruß! v. an" Der Vorstand. J. a.. Wirhelm Eggen, Detmold, Krummestr. 4. Weitere Folgen der Tabakstener. Am Freitag, 24. Dezember, entließ die Firma C. F. G. Schmidt=Altona ihre sämtlichen Arbeiter der Filiale Oetinghausen. Dieselbe Firma läßt auch ihre Arbeiter der Filiale Herringhausen bis auf weiteres feiern. Das Haupt=Zollamt Lemgo und die neuen bundesrätlichen Vorschriften für die Auszahlung der Staatsunterstützung. Das Unrecht an den armen Tabakarbeitern, indem man ihnen nicht das gesetzlich festgelegte ¾ ihres Verdienstes für durch die Tabaksteuer eingetretene Arbeitslosigkeit auszahlte, soll nicht wieder gut gemacht werden. Schuld tragen die Macher des Antrages Giesberts, die christlichen Arbeiterführer, indem sie dem Bundesrat es überließen, die Auszahlungsbestimmungen zu regeln, anstatt es selbst im Reichstage zu beantragen. Wir lassen den Bescheid des Hauptzollamtes Lemgo und die Eingabe eines Kollegen hier folgen: An Hauptzollamt Lemgo. Oerlinghausen, 21. Dezember 1909. Stiftstr. 14. Vom Hauptzollamt Lemgo ist mir auf mein Gesuch vom 6. September 1909 als arbeitsloser Zigarrenarbeiter eine wöchentliche Unterstützung von 13.04 Mk. bewilligt. Da nach den neuen Ausführungsbestimmungen vom 26. November 1909 die Berechnung der Unterstützung nach dem Jahresverdienst und der Zahl der Tage, an welchen Arbeit geleistet, zu geschehen hat, so ergibt sich ein höherer als der mir seinerzeit bewilligte Betrag von 13,04 Mk. pro Woche. Nach Abzug von 60 Sonn= und Feiertagen während der Zeit vom 1. Juli 1908 bis 30. Juni 1909 verbleiben noch 305 Tage, an denen ich Zigarrenarbeit geleistet und den in meiner Eingave vom 6. September 1909 vermerkten, von meinem Arbeitgeber bescheinigten Verdienst von 906,40 Mk. erzielt habe. Dieser, 906,40 Mk., an 305 Arbeitstagen erzielte Verdienst entspricht einem Tagelohn von 2,97 Mk., wovon mir ¾, also pro Tag 2,23 Mk., und für die Zeit meiner Arbeitslosigkeit und zwar vom 6. September bis 27. Oktober einschl. 1909, sind 45 Tage, 100.35 Mk. zustehen. Erhalten und quittiert habe ich bisher 96,87 Mk., so daß mir nach meiner Ansicht noch 3,48 Mk. nachzuzahlen sind. Ich bitte daher das Hauptzollamt Lemgo um Bewilligung des mir zustehenden, bisher zu wenig gezahlten Betrages in Höhe von 3.48 Mark. Adolf Niebuhr, Zigarrenarbeiter. Hauptzollamt Lemgo. Nr. B 174. Lemgo, den 24. Dezember 1909. Urschr. mit dem Bemerken zurück, daß die neuen Bestimmungen nur Wirkung für die Zukunft, d. h. für die noch festzusetzenden Unterstützungen, nicht aber für die bereits festgesetzten haben. Demnach kann Ihr Gesuch nicht mehr berücksichtigt werden.. Unterschrift(unleserlich). Die am 19. Dezember in Mennighüffen gewählten Kommissionsmitglieder sowie die beauftragten Gauleiter und der Vertreter der Presse werden zu einer Sitzung auf Sonntag, 2. Januar, nachmittags 8 Uhr, ins Lokal H. Nübel, Bünde, eingeladen. An dieser Sitzung soll das Agirationskomitee der sozialdemokratischen Partei von Bünde und Umgegend mit teilnehmen; es muß jede Ortsgruppe vertreten sein. * Heepen, 28. Dez. Hausbrand. Heute morgen gegen 10¼ Uhr ertönte im Dorfe Feuersignal. Auf dem Boden des von 4 Familien bewohnten Hauses des Chausseearbeiters G. Steffen war Feuer ausgebrochen. Durch sofortiges Eingreifen der hiesigen freiwilligen Feuerwehr konnte das Feuer auf seinem Herd beschränkt werden. Dieses Haus ist bereits im Februar dieses Jahres bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannt. Das Feuer ist durch Unvorsichtigkeit von Kindern entstanden. * Oetinghausen, 28. Dez. Am Neujahrstage veranstalten die Arbeitervereine eine Neujahrsfeier, bestehend in Gesangsvorträgen, Abbrennen eines Lichterbaumes und Aufführung eines Theaterstückes. Die Mitglieder der Arbeitervereine von Oetinghausen und Umgegend werden zu dieser Feier hierdurch eingeladen. * Horst, 29. Dez. Unter Vergiftungserscheinungen erkrankte hier gestern nach dem Genusse von Fleisch, das auf dem Wochenmarkt gekauft war, eine ganze Bergmannsfamilie. „§ Detmold, 28. Dez. Im Amtsblatt, dem offiziellen Organ der Regierung, in dem alle Bekanntmachungen der Regierung erfolgen, sind wieder zwei Veröffentlichungen erfolgt, die die Allgemeinheit interessieren. Es paßt das Amtsblatt in die heutige Zeit nicht mehr hinein, und es sollten seitens der Regierung die Veröffentlichungen in der Tagespresse erfolgen, denn viele Bekanntmachungen, die die Tagespresse nicht übernimmt, die aber doch für viele von Interesse sind, bleiben ungelesen und verfehlen damit ihren Zweck. Es hätte deshalb die Regierung, als der Vertrag mit dem Drucker abgelaufen war, das Amtsblatt eingehen lassen sollen. Es ist bei der Vergebung dieser Druckarbeiten seitens der Regierung nicht das beachtet worden, was einsichtvolle Regierungen seit Jahren schon tun; solche Arbeiten nur an tariftreue Druckeresen zu vergeben. Im Gegenteil hat den Druck des Amtsblattes die tarifuntreue Firma F. Beyer erhalten, die auch bisher das Amtsblatt druckt, und zwar unter der Bedingung, daß die Arbeit für einen Preis geliefert wird, der niedriger ist, als der bisherige. Es würde sich für die Gewerbeinspektion empfehlen, die Räume dieses Kunsttempels mal etwas näher anzusehen, denn diese entsprechen, soweit wir unterrichtet sind, nicht den Bundesratsbestimmungen. Es wird in diesem Kunsttempel die Schnellpresse auch noch durch menschliche Kraft in Bewegung gesetzt In sanitärer Beziehung ist manches nicht so, wie es sein soll. Wenn dieses erst alles seine Regelung erfahren hat, dann wird Herr Beyer sicher nicht mehr so billig liefern können, als es bisher der Fall war. Nun zu den Veröffentlichungen, die die kommunalen Sparkassen des Lippischen Landes und die neuen Bestimmungen betr. Anstellung der mittleren Beamten in Lippe betreffen. Die kommunalen Sparkassen hatten im Jahre 1908 einen gesamten Einlagenbestand von 69338 922,68 Mark. An der Spitze steht die älteste kommunale Sparkasse des Landes, Salzuflen; die wenigsten Einlagen hat Brake. Es hatten: Salzuflen: Einlagen 20 788998,16 Mark, Reservefonds 237 171,19 Mark, Verwaltungskosten 22803,86 Mark, Zinsüberschuß 147 224,05 Mark; Lemgo: Einlagen 10 857109,79 Mark, Reservefonds 157419,38 Mark, Verwaltungskosten 15.051,01 Mark, Zinsüberschuß 81 765,08 Mark: Lage(Stadt) 9 806 784,18 Mark, Reservefonds 302 394,52 Mark, Verwaltungskosten 10 836,45 Mark, Zinsüberschuß 70 162,48 Mark; Blomberg: Einlagen 8874991,41 Mark, Reservefonds 93·093,63 Mark, Verwaltungskosten 14 254,95 Mk., Zinsüberschuß 52090,19 Mark; Horn: Einlagen 4 166 545,79 Mark, Reservefonds 150136,54 Mark, Verwaltungskosten 4398,19 Mark, Zinsüberschuß 28 828,15 Mark; Bösingfeld: Einlagen 2210 659,24 Mark, Reservefonds 39 401,52 Mark, Verwaltungskosten 2996,27 Mark, Zinsüberschuß 11 523,79 Mark; Detmold: Einlagen 1519 600,82 Mark, Reservefonds keinen, Verwaltungskosten 4632,16 Mark, Zinsüberschuß 7971,86 Mark; Barntrup: Einlagen 1 199042,66 Mark, Reservefonds 38 586,70 Mark, Verwaltungskosten 2188,04 Mark, Zinsüberschuß 7973,69 Mark; Alverdissen: Einlagen 1 114 530,74 Mark, Reservefonds 6344,47 Mark, Verwaltungskosten 2079,30 Mark, Zinsüberschuß 7228,41 Mark; Oerlinghausen: Einlagen 785 422,24 Mark, Reervefonds 9377,82 Mark, Verwaltungskosten 930,30 Mark, Zinsüberschuß 2846,61 Mark; Lage(Amt): Einlagen 527298,75 Mk., Reservefonds keinen, Verwaltungskosten 1745,14 Mart, Zinsüberschuß 1061,67 Mark; Brake: Einlagen 487938,90 Mark, Reservefonds 2305,99 Mark, Verwaltungskosten 1441,11 Mark, Zinsüberschuß 1184,48 Mark. — Die neuen Bestimmungen für die mittleren Staatsbeamten besagen, daß als mittlere Beamte gegenwärtig anzusehen sind: Sekretäre, Rendanten, Kontrolleure, Registratoren, Kalkulatoren beim Staatsministerium, den Verwaltungsämtern, den Steuerkassen, der Landesspar= und Leihekasse, und die Expedienten bei dem Ministerium und der Regierung. Es können nur solche Personen als mittlere Beamte berufen werden, die 1. das 21. Lebensjahr vollendet haben, 2. durch Physikatsattest nachweisen, daß sie die erforderliche körperliche und geistige Gesundheit besitzen, 3. die für den einjährig=freiwilligen Dienst erforderliche wissentschaftliche Befähigung besitzen, 4. ihre aktive Dienstzeit im Heer oder Marine erfullt haben oder für die Friedenszeit völlig davon befreit sind, 5. einen dreijährigen Vorbereitungsdienst vollendet und 6. die vorgeschriebene Prüfung bestanden haben. Die Prüfung besteht aus einer schriftlichen und mündlichen. Anwärter, welche bereits länger als zwei Jahre im Vorbereitungsdienst sind, brauchen sich den neuen Bestimmungen nicht zu unterwerfen. Lilerärische s. Die„Sozialistischen Monatshefte", redigiert von Dr. J. Bloch(Administration Berlin W., Potsdamer Straße 121h), die bekanntlich alle 14 Tage erscheinen, haben soeben das 26. Heft ihres 15. Jahrgangs erscheinen lassen. Das Heft ist dem Parteitag der preußischen Sozialdemokratie gewidmet, der am 3. Januar zusammentritt. Aus seinem Inhalt heben wir hervor: Dr. Bruno Borchardt: Zum preußischen Parteitag 1910.— Eduard Bernstein: Der Stein ist im Rollen— wohin?— Dr. Max Maurenbrecher: Um das Wahlrecht.— Paul Löbe: Zur Reform der preußischen Landesorganisation.— Dr. Arthur Schulz: Agrarpolitische Aufgaben der preußischen Sozialdemotratie.— Wilhelm Schröder: Vom starren System.— Julius Bruhns: Die Fortbildungsschule im Kommunalprogramm der preußischen Sozialdemokratie.— Dr. Wilhelm Hausenstein: Hironymus Bosch.— Gewerkschaftsbewegung von H. Stühmer. - Genossenschaftsbewegung von G. David.— Kommunalpolitik. * Von Dr. H. Lindemann.— Geistige Bewegung von Dr. W. Hausenstein.— Frauenbewegung von W. Zepler.— Psychologie von Dr. O. Lipmann.— Geschichte von P. K. Kampffmeyer.— Bildende Kunst von L. Stern.— Dichtkunst von M. Hochdorf. - Musik von Dr. H. Leichtentritt.— Verkehr von F. Linke. - Neuerscheinungen.— Notizen.— Autorenverzeichnis 1909.— Der Preis des Heftes beträgt 50 Pfg. Pro Quartal(6 bis 7 Hefte) 3 Mark. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, auf jeder Postanstalt, bei allen Kolporteuren, in den Kiosken, sowie direkt vom Verlag der„Sozialistischen Monatshefte", Potsdamer Straße 121h, Berlin W. 35.(Zusendung unter Kreuzband oder in geschlossenem Kuvert.) Probehefte stehen auf Verlangen jederzeit kostenfrei zur Verfügung. Raubmord. Köln, 28. Dez. Heute nacht wurde in Schonnebeck(Bez. Düsseldorf) der Bergmann Zalach, der abends seine Löhnung abgehoben hatte, von mehreren Personen überfallen, seiner Barschaft beraubt und ermordet. Von den Tätern fehlt ne jetzt jede Spur. Verhaftung einer Engelmacherin. München, 28. Dez. Der „Munchener Post“ zufolge, ist die Polizei einer Engelmacherin auf die Spur gekommen, die sechs Kostkinder hatte, das eine davon wurde in völlig verwahrlostem Zustande nach 9 Tagen nach München zurückgebracht. Wegen des zuletzt verstorbenen Kindes erstattete die Leichenfrau Anzeige. Der Staatsanwalt hat nun angeordnet, daß die Leichen aller Kostkinder dieser Frau exhumiert werden. Unglücksfälle auf dem Eise. Breslau, 23. Dez. Der 8jährige Sohn eines Schriftsetzers fiel in ein Loch, das für die Fische in die Eisdecke des Teiches im hiesigen botanischen Garten gehackt war, und ertrank. Sein 10jähriger Bruder, der ihn retten wollte, ertrank gleichfalls.— Auf dem Fabrikteiche in Gutschdorf bei Striegau brach die 16jährige Tochter eines Tischlermeisters beim Schlittschuhlaufen ein. Der Lehrer Englich eilte ihr zu Hilfe, geriet gleichfalls unter das Eis, und beide ertranken. Allonstein, 28. Dez. Der bei Passenheim im Kreise Oetelsburg wohnende Besitzer Katannek fuhr mit seiner Frau und zwei Kindern am ersten Weihnachtsfeiertage über den Kalbensee mit einem Schlitten. Der Schlitten brach ein, und alle vier Personen ertranken. Da die verunglückte Familie abgelegen wohnt, wurde ihr Verschwinden erst gestern entdeckt. Bei den Nachforschungen wurden bis gestern abend die Leichen der beiden Kinder geborgen, die Leichen der Eltern sind noch nicht aufgefunden worden. Das Ende der Tragödie von Allenstein. Allenstein, 28. Dez. Bei der Allensteiner Staatsanwaltschaft schwebt gegen Frar v. Schönebeck, um derentwillen Hauptmann v. Goeben ihren Gatten, den Major v. Schönebeck, ermordete und sich später im Gefängnis selbst den Tod gab, noch immer ein Verfahren wegen Anstiftung zum Morde. Ein Obergutachten hält Frau v. Schönebeck nicht für so krank, daß hier der§ 51 in Anwendung kommen könnte. Die Sache ist jetzt spruchreif und dürfte voraussichtlich in der im März stattfindenden Schwurgerichtsperivde zur Verhandlung kommen. Selbstmord eines Pastors im Wahnsinn. Dresden, 28. Dezember. In Zittau hat sich Pastor Claus erschossen. Er war plötzlich irrsinnig geworden. Zwei neue Eisenbahnunfälle. Kaiserslautern, 28. Dez. In der Station Neuhemsbach=Sembach stieß eine Nachschubmaschine auf den letzten Wagen eines Zuges, dessen Insassen beurlaubte Militärpersonen waren. 13 Soldaten erlitten leichte Kopfverletzungen. Der Materialschaden ist unbedeutend. Der Unfall hat seine Ursache wahrscheinlich in einem Mißverständnis in der Signalgebung. Der Zug war mit etwa 400 Militärpersonen besetzt, die von ihrem Urlaub nach Straßburg zurückfahren wollten. Ein Arzt leistete die erste Hilfe. Die Verletzten konnten ihre Weiterreise mit dem nächsten Zuge antreten. Nur ein Soldat, der eine Rivpenauetschung erlitt, mußte in das Neustädter Krankenhaus übergeführt werden. Bonn, 28. Dez. Auf der Rheinuferbahn, einer elektrischen Lokalbahn zwischen Köln und Bonn, ist heute nacht der letzte Zug um 12 Uhr 30 Minuten kurz vor Bonn entgleist. Der Zug fuhr zu rasch durch die Kurve. Dadurch entgleiste der Motorwagen mit dem Anhängewagen. Dieser fuhr dann durch die Eigengeschwindigkeit in den Motorwagen hinein. Dabei wurden vier Personen verletzt, zwei erlitten Schenkelbrüche. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Explosion. Riedlingen, 28. Dez. Gestern abend erfolgte in der Käserei Rehm in Pflummern in Württemberg eine gewaltige Benzinexplosion. Ein Teil des Hauses stürzte ein. Der Besitzer und zwei Mädchen wurden schwer, die Tochter leicht verletzt. Doppelmord und Selbstmord. Brüssel, 28. Dez. In der Rue Noyer schoß heute morgen ein Tapezierer nach einem Konflikt auf seine Gattin vier Revolverschüsse ab, wodurch diese tödlich verletzt wurde. Hierauf tötete er seinen 20jährigen Sohn und beging sodann Selbstmord. Vierfacher Raubmord. Brüssel, 28. Dez. Bei Spa wurden der Pächter eines Restaurants, Eduard Eorard, seine 30jährige Frau, sein 2½jähriges Kind und seine 70jährige Mutter gestern abend durch Axthiebe von Einbrechern ermordet. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Vom Unwetter in Spanien. Madrid, 28. Dez. Fortgesetzt laufen neue Hiobsposten aus dem Ueberschwemmungsgebiet ein. Bei Barco Valdeorras in der Provinz Orense tötete ein herabstürzender Felsblock 27 Personen. An der Küste von Galicien sind Hunderte von Fischerbooten untergegangen. Infolge der letzten Regengüsse hat in der Ortschaft Viana ein Erdrutsch stattgefunden, wobei mehrere Häuser zertrümmert worden sind. Acht Personen sind ums Leben gekommen. Schiffbruch. Newyork, 28. Dez. Ein Fünfmaster ist auf der Höhe von Boston gestrandet. 12 Mann der Besatzung sind umgekommen. Der Schaden wird in Newyork auf 5 Millionen Dollars berechnet. Letzte Nachrichten. Hamburg, 29. Dez. Der Tischler Thaden hat gestern früh eine Frau durch 8 Beilhiebe getötet. Thaden hatte sich vor kurzem ein Geschäft gekauft, das schlecht ging. Seine Frau machte ihm deshalb Vorwürfe. Gestern fruh kam es wieder zu einem heftigen Streit. In seiner Wut ergriff Thaden ein Küchenbeil und zertrümmerte seiner Frau, die hochschwanger ist, die Schädeldecke. Nach der Tat versuchte er sich zu erhangen, wurde jedoch daran verhindert und verhaftet. Berlin, 29. Dez. Ein kühner Diebstahl ist gestern an einem ausländischen Arzt hier verübt worden. Der aus Brasilien stammende Arzt Dr. Coppola befindet sich gegenwärtig auf einer Reise nach Italien. Er traf dieser Tage in Berlin ein und nahm in einem erstklassigen Hotel Wohnung. Gestern wurde ihm auf bisher unaufgeklarte Weise aus seiner Ledertasche ein Kreditbrief über 150000 Franken gestohlen. Hirschberg(Schlesien), 29. Dez. Der Vater des in der Giftmordaffare verhafteten Oberleutnant Hofrichter ist im vorigen Jahre in Warmbrunn, wo er zur Kur weilte, plätzlich gestorben. Jetzt finden Nachforschungen statt, um womoglich die Todesursache zu ermitteln. Prag, 29. Dez. Der Bahnhofsassistent Zeiß, der wegen des schweren Zugzusammenstoßes verhaftet wurde, ist gestern aus der Haft entlassen worden, nachdem er die ehrenwörtliche Erklärung abgegeben hatte, daß er sich von der Station nicht entfernen werde. Er leidet seit dem Frühjahr an einer schweren Nervenkrankheit. Zeiß suchte seinerzeit, als er vom Bahnarzt behandelt wurde, seine Enthebung vom Verkehrsdienst nach. Dem Ersuchen wurde nicht stattgegeben. Es kam vor, daß Zeiß ununterbrochen 18 Stunden im Dienst war. Briefkasten der Expedition. Achtung, Filialexpedienten! Von folgenden Filialen haben wir bis heute keine Nachricht erhalten, wie viel Zeitungen für Januar gebraucht werden: Eilshausen, Hunnebrock, Lemgo, Lippstadt, Stift Quernheim, Schweicheln, Vehlen, Wendthagen, Hahlen(Minden). Wir machen darauf aufmerksam, daß wir nicht eher Zeitungen überweisen, bis wir die Bestellung vom Expedienten bekommen haben. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Albin Schädlich, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Biolefeld. ist der Besuch im KinematographenTheater„zur alten Post“ ein andauernd guter? Barum, Wen dert für jung und alt aus Böste auf dem Gebiete der Lichtbildbühne Sebeten Gird und künstlerisch ausgeführte Musikstücke die Bilder begleiten. Wir Vleiben unserem Bestreben getreu, stets an der Spitze zu marschieren. Waidmannsheil, Marsch. Grosse Eisbärenjand in den PolarHochinteressante Naturaufaufnahme. Heinzelmännchen, Salonstück von Ellenberg. Ndlters Weinnachten. Humoreske. wolnndcnten. Droll. Erlebnisse beim Einkauf eines Tannenbaumes. Dazu: Trictac-Polka von Waldteufel. Ouverture zu„Stradella“ von Flotow. Die Töchter des Steinbrechers. Ein ergreifendes Drama. 8. Volksszenen aus„Der Evangelimann“ von Kienzl. 16. in Seinem Kinde bestralt. Lebensbild von tiefer Tragik. Rosen aus dem Süden, Walzer v. Strauss. Dazu: Der verliebte Handschuh-Verkäuter. Eine süsse Lachpille. Unter dem Siegesbanner, Marsch v. Blon. Man Soi nicht mit der Liebe Spielen. Spannende Komödie. Dazu: Balletmusik aus„Naila“ von Dellbes. Die Meistersänger von Berlin, Potpourrl von Linke. Die Lampe. Urkomische Szenen. Dazu: Valse blene von Margis. Xylophon- Einlagen. 9388 Man kaufe seine Schirme nur im guten Spezialgeschäft, wo solche sollde und dauerhaft hergestellt, auch repariert u. neu bezogen werden. Schirmfabrik 33. Bielefeld. Telephon 1563. Asgensem.me in bekannten nur guten Qualitäten von den einfachsten bis zu den feinsten Genres:::: Spazierstscke in geschmackvoller, vornehmer Ausführung, wie echt Silber, Silbereinlage, Tula, echt Toledo, Schildpatt, Elfenbein, Rhinozeros, echte Rohre, sowie stets Original Pariser, Wiener und englische Neuheiten. 7383 1 MAo ah empfehle ich: Rum, Cognac, Arrak Kaiser- u. Schlummerpunsch Grosse Auswahl in Likören, Rot- u. Weisswein. Eimendorfer. Steinhäger. Wom Niederwall 5. Die Tilgung der 3 s2prozentigen Vielefelder Stadtanleihe A Allerhöchstes Privilegium vom 14. Februar 1881, erfolgt in diesem Jahre durch Ankauf. Rückständig aus früheren Verlosungen sind: Auslosung zum 1. April 1907 Nr. 981 und 1827 zu 500 Mk. Auslosung zum 1. April 1908 Nr. 1045, 1077 1097, 1125, 1894 zu je 500 Mk. Magistrat Bielefeld. 5253 Wieleseld, Schulstraße 20 empfiehlt zu bedeutend herabgesetztem Preise Stimmen Nr Freihen Blütenlese der hervorragendsten Schöpfungen unserer Arbeiterund Volksdichter. Mit 38 Porträts. 790 Seiten. Preis 22 Mark. (Porto nach auswärts 25 Pfg.) * Piredler 14 Niedernstrasse 14 Noute Nöbes-Tämttieh Fregrumm! ist sich darüber klar, daß wir in der Vorführung kinematographischer Bilder unerreicht dastehen. Man noch über die Elite=Vorstellungen des Biotophon=Theaters als Stätte der Erholung und des Vergnügens und werden uns sehr viele Anerkennungen zuteil. Jede Mutter und jeder Vater schickt auch beruhigt seine Kinder zu uns, da sie wohl wissen, im Biotophon=Theater gibt es Vorführungen, die nicht nur unterhaltend, sondern auch belehrend sind. Der Direktion aber wird es ein ganz besonderes Vergnügen sein, auch im neuen Jahre allen Ansprüchen der Bürger Bielefelds und Umgebung gerecht zu werden und in derem Sinne dieses Institut zu leiten. Zum B.such unseres Theaters ladet ergebenst ein 7396 Die Direktion. Auszug aus dem Spielplan: Neu! 60. Künstler=Drama. Neu! Ständ und Liebe Koloriert. Ein Meisterwerk der Lichtbildbühne. Der Engpass von St. Alosia. Wundervolle Naturaufnahme. Neu! Neu! Lehmanns letzte tolle Streiche. Stürmischer Lacherfolg. #n.„am"„* Neui Tanzende Majaden. Hervorrigend. en! Rag.„ W.* Neu! Das Alage Kina. z Fesselndes Lebensbild.= Schlager ersten Ranges! Der widerspenstige Gatte. Selten schönes Bild. Neu!: Zugstück dieser Woche! Amerikanischer Kunstfilm. Tne Mended Eate. Niemand versäume diese Vorführung. Wunderbare Szenen. Neu! e" Sonor„„ Schlager Schwiegermurter muss reiten ternen! — Tränen werden gelacht.— Schlager! Kunstfilm! Schlager! Der Verehrer. Hochkomisches Lustspiel. Perle des Spielplans! Ein aufgeklärtes Vergehen! Ausgezeichnete Vorführung. usw. 12 ersiklassige Attraktionen! Nr. 303. Schadener Aus Anlaß des Reichsgericht am 8. Ni zu Schadenersatz wegen des Urteils ist jetzt ver Scharfmacherblättern,z das Reichsgericht habe denersatz verpflichtende klarer Verstoß gegen de des Kieler Bäckerboyko ausgesprochene Ansicht. mehr auch im Mannhe berechtigte Waffe im w gericht gelangt dadurch schädigenden Ergebnis, und die Art der Dur Schadenersatzes für der Fösheich zulassiges, ma #ittel, so, kann logisch des Boyto#s keine gegen sein. Die gegenteilige spruch. Und was die möglich verlangt werder gefuhrter Schaden nicht der Schluß falsch: weil ein Schaden zugefügt ist kott zugefügten Schaden prozeß, der die Höhe de Klarheit seitens des R wenn es sich nicht dem infolge der Hetze der Sc seiner eigenen früher be abgewichen zu sein und tionsrecht der Arbeiter Bei der großen Bede schaftlichen Kämpfe gebe teilsgründe nachstehend „In Uebereinstimi kennenden Senats hat der Boykott im wirtsch und Arbeitgebern als nicht widerrechtlich sei. eine bessere oder ihne verhältnisse hinzuwirke ihnen ferner die Verei und Arbeitsbedingung e erschet, der 9. nach ihrem Erme en, bei den Meister bleivt es den Arbeitg die Befugnis zur Ver über die Arbeitsverhäl eigenen Arbeitern zu v nicht aufzunehmen ode Der fragliche Boyko um eine vorteilhaftere auch, um die Anerkenn: wandten Mittel wide stoßen hätten. Hierbgen ausgegangen. Wiederyolt betont auch deshalb rechtswil bezweckt habe, den Klä betriebes einen tunli Zwang auf seine Ent Hiermit verkennt dessen sich streitende dienen, seinem Wesen kann als den, die schädigung zum Nach Läßt man den Boyko zu. so kann er nichts der Gegner geschädig Unerlaubt wird de Die Hosen des 57 Vaterländischer Roman Ein Dritter fiel ein: brei zu essen, weiß jeder wir uns den Mund ver und unter uns ist kein§ „Was sollen uns di liegen wie der Dachs in läßt. Schüchtert sie ein, ändern ist. Aber sie stel ständen—“ „So hätten wir eine anschlagen könnt,“ fiel d Blut willen, hört mich mir's, es gart auch dort. Wenn wir die Städte g # konnen wir sagen, das die Ungerechtigkeit warn Sache ein Ansehen. Vor Vögte, seine Zwingherren hat Oesterreich die Wald alle zusammen, Bauern, schlimmer, so wir alle, e Leben für die Freiheit ein in die Marken setzten, n und immer schlimmere, di uns nicht, wir mußten wenn wir das Schwert wieder selbst zu helfen! Wer wagt, gewinnt. Vi Knabe, der nicht mehr V Statuten, Satzungen, un der adlig Blut vergießt 1 zu Gesetzen geben will, vi eure Stimmen, schreit 3 Briefe es schreiben, schick um nicht angeklagt zu n Brüder. Bis die Sippsa bis sie mit Truppen anrü vir einig sind.“ Die Bilder, welche de sehendes. Die Roheren ein, das Reich könne es n „Wenn wir unterliegen überall Gesetze vor. Sch dem Felde und warten d lie werden wahrhaftig ni# baren Erbschaft. Ich wie „ 0 Nr. 303. Bielefeld, Mittwoch, 29. Dezember 1909. 20. Jahrg. Schadenersatz wegen Boykott. Beichsgerichie Meßgerbopkotts hat das iu Schadenersah r. gggmder ein Urteil gefält, durch welches „ Schabenersaß wegen Boykott verurteilt wird. Der Wortlaut des Urteils ist jetzt veröffentlicht. Er widerlegt die von einigen herblättern, z. B. der„Post“, aufgestellte Behauptung, das Reichsgericht habe die Boykotterklärung als eine zum Schasarer Farstag Hendlung bingestellt. Das wäre ja ein des Lieler Bächestansoa Gesetz und gegen die u. a. aus Anlatz Balleroohlotts am 12. Juli 1906 vom Reichsgericht ausgesprochene Ansicht. Das Reichsgerichtsurteil erklärt vielnehr guch zm Mannheimer Fall den Boykott als eine durchaus verrchtigte Waffe im wirtschaftlichen Kampf. Aber das Reichshähigenden er... zu einem die Arbeiterklasse schwer ergebnis, daß es Beleidigungen in den Flugblättern und die Art der Durchführung des Boykotts als Stütze des Schadsgersatzes für den Boykott zuläßt. Ist der Boykott ein Mittel, is“taui leider wirtschaftlich notwendiges des Bopkatts feine scherweise auch, die Art der Durchführung scamte ggen, die guten Sitten verstoßende Handlung pruch Dsf ckgenteilige Ansicht enthält einen unlöslichen Widerwäglich verle uas die„Beleidigungen anlangt, so kann doch unmöglich verlangt werden, oaß ein durch die Beleidigung herbeigeführter Schaden nicht durch den Boykott verursacht ist. Es ist der Schluß falsch: weil durch Beleidigung dem Schlächtermeister ein Schapen zugefügt ist, hat der Beleidiger für den durch Boyrott zugefügten Schaden zu haften. Darüber wird in dem infolge der Heßze der Scharfmacherpresse seden vil, „#eigenen früher betätigten Auffassung durch Scheinschlüsse nogewichen zu sein und eines schweren Eingriffs in das Koalitionsrecht der Arbeiter sich schuldig gemacht zu haben. schasticher großen Bedeutung des Erkenntnisses für die gewerk##lichen Kämpfe geben wir den wesentlichsten Teil der Urteusgründe nachsteheno wörtlich wieder: en ereinstimmung mit der Rechtsprechung des erder Hapfatt.. b#t das Perufungsgericht angenommen, daß in, wirtschaftlichen Kampf zwischen Arbeitnehmern niche miter Mittel zur Erreichung erlaubter Ziele „#ewwerrechtlich sei. Berechtigt sind die Arbeitnehmer, auf eine bessere oder ihnen genehmere Gestaltung ihrer Arbeitshinzugirken. Nach§ 152 der Gewerbeordnung ist Vereinigung zur Erlangung günstiger Lohnriche bepeiehpe iie- Phrar ist ihnen daher auch ##wehtt, die Anertennung der„Organisation“, die sie sich nach iyrem Ermessen im Rahmen des Gesetzes gegeben haben bei den Meistern, durchzusetzen.(Auf der anderen Seite Befbanis zur.... der Organisation über die Vrhektspe=kertr uns ihrer Arbeiter zu verweigern, die urbensverhaunisse im eigenen Betrieb nur mit den eigenen Arbeitern zu verhandeln, Mitglieder der Organisation Der fragliche Bopiot um auch, zu erringen. Das Berufungsgericht hat jedoch den Boykott um deswillen erachtet, weil die von den Beklagten angewandten Mittel wider Strafgesetze und die guten Sitten verstoßen hätten. Hierbei ist es zum Teil von irrigen Erwägunven, Aisgegeg.4 Crv4g auch deshalß das Verusungsgericht daß der Boykott nalo rechtswidrig gewesen sei, weil die Boykottleitung have, den Kläger durch Unterbindung seines Geschäftsomen einen tunlichst, hohen Schaden zuzufügen, um einen Zwung uuf seine Entschließungen auszuüben. verkennt das Berufungsgericht, daß der Boykott, dessen sich streitende wirtschaftsgruppen gegeneinander bevienen, seinem Wesen nach gar keinen anderen Zweck haben kann, als den, die Gegner durch empfindliche Vermägensschädigung zum Nachgeben und zur Unterwerfung zu nötigen. Läßt man den Boykott als Waffe im wirtschaftlichen Kampfe zu. so kann er nicht schon deswegen unerlaubt sein, weil damit der Gegner geschädigt werden soll. Unerlaubt wird der Boykott nur dann, wie der erkennende Senat mehrfach ausgesprochen hat, wenn bezweckt wird, die wirtschaftliche Existenz des Getroffenen völlig zu untergraben und ihn zugrunde zu richten, oder wenn die mit dem Boykott beabsichtigte Schädigung in keinem Verhältnis zum Anlaß des Streites steht. Davon ist hier indes keine Rede. Das Berufungsgericht hält weiter den Boykott aus dem Grunde für rechtswidrig, weil die Boykottleitung die Oeffentlichkeit angerufen, aber nicht zugleich das Publikum durch eine sachliche Darstellung des Streitfalles in den Stand gesetzt habe, sich ein eigenes objektives Urteil darüber zu bilden. Nur unter dieser Voraussetzung wäre die Inanspruchnahme der Oeffentlichkeit zulässig gewesen. Dem Berufungsgericht ist darin beizutreten, daß der ganze Boykott vermöge der das Strafgesetz und die guten Sitten verletzenden Art seiner Durchführung widerrechtlich, geworden ist. in den Vorinstanzen zur Rechtfertigung ihres Vorgehens berufen haben, ist hervorgehoben, daß die damaligen Beklagten — die Kieler Bäckergesellen und das Kieler Gewerkschaftskartell— sich in ihren Kundgebungen aller persönlichen Anfeindungen oder Verdächtigungen ihrer Meister enthalten haben. Das Gegenteil haben, wie die Flugblätter und die Feststellungen des Berufungsgerichts ergeben, die heutigen Beklagten getan. Neben anderen kränkenden Bemerkungen haben sie dem Kläger Imhoff vorgeworfen, er betrüge die Arbeiter um ihr Koalitionsrecht, weil er, wozu er das Recht hatte, Mitglieder des Zentralverbandes entlassen hat; er halte seine Gesellen— die, wie es ihr Dienstvertrag gestattete, bei ihm austreten konnten— wie Sklaven und zwinge ihnen eine fast grenzenlose Arbeitslast auf; er habe— weil er die Verhandlung mit dem Zentralverband ablehnte— höchst leichtfertig den Boykott provoziert. Es wird von seiner egoistischen und anmaßenden Protzenhaftigkeit, von seinem dünkelhaften Herrenstandpunkt und davon gesprochen, daß er nur durch den schärfsten Boykott zur Vernunft gebracht werden könnte. Die Innung wird des schweren Wortbruchs beschuldigt: sie habe Zusagen gegeben, um die Aufhebung des Boykotts zu erlangen, dann aber es mit ihrer Ehre vereinbar gehalten, ihr Wort zu brechen. Die Meister werden als wortbrüchige Innungshelden bezeichnet, von denen sich die Arbeiterschaft und das Publikum nicht an der Nase herumführen lasse. Nach der Beweiswürdigung der Vorinstanzen waren alle diese, zumeist schon der Form nach beleidigenden Vorwürfe unwahr und geeignet, die Ehre und das Ansehen der Meister, namentlich der Kläger in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen; sie bildeten also Vergehen nach§§ 185, 186 des Strafgesetzbuches. Die Beklagten haben weiter,— wie das Berufungsgericht feststellt,— durch die Art, wie die Flugblätter vertrieben wurden, Ende Oktober und im November 1906 allabendlich zur Zeit des Einkaufes durch die Arbeiterbevölkerung systematisch die größten Menschenansammlungen vor den boykottierten Läden herbeigeführt und dadurch mittelbar oder unmittelbar auf die Kaufwilligen einen Zwang zum Nichtbetreten der Läden oder zur Zurückgabe der gekauften Waren ausgeübt. Hierin wie in der an die Berufsgenossen der Beklagten sich wendenden und eine bedingte Ehrverletzung enthaltenden Erklärungen in den Flugblättern: Boykottbruch sei ebenso gemein und ehrlos wie Streikbruch, hat das Berufungsgericht ohne Rechtsirrtum eine Uebertretung des§ 153 der Gewerbeordnung erblickt. „Doch kommt es hierauf nicht wesentlich an, und es braucht auf die mit der neueren Rechtsprechung des IV. Strafsenats (Entsch. in Strafs. Bd. 40, S. 226: 41, S. 365) im Widerspruch stehende Ansicht des Berufungsgerichts, daß auch die gegen die Metzgermeister, also die Gegner der Beklagten im Lohnkampf gerichteten Ehrverletzungen unter§ 153 der Gewerbeordnung fallen, nicht näher eingegangen zu werden. Denn alle diese Kundgebungen und Veranstaltungen, die nach der Annahme des Berufungsgerichts auf Aufreizung und Aufwiegelung der Massen berechnet waren, und zu denen die Beklagten geschritten sind, weil sie sich von einer einfachen Boykotterklärung keinen genügenden Erfolg versprachen, können vor der Rechtsprechung als zulässige Mittel im wirtschaftlichen Kampf nicht bestehen. Sie widerstreiten dem Anstandsgefühl eines jeden gerecht und billig denkenden Menschen und stemveln den fortgesetzt sich einer solchen Kampfesweise bedienenden Boykott zu einer die guten Sitten verletzenden Handlungsweise, die seine Urheber nach§ 826 des Bürgerlichen Gesetzbuches, dessen Merkmale im übrigen gegeben sind, schadenersatzpflichtig macht.“ Parteinachrichten. Kurzer Prozeß. Wegen formaler Beleidigung zweier organisierter Buchdrucker, die bei einem Streik der BuchdruckereiHilfsarbeiter den streikbrechenden Hilfsarbeitern Vorschub geleistet hatten, wurde Genosse Sommer vom Stettiner „Volksboten“ zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt. Besonders bemerkenswert ist der Prozeß wegen des Verfahrens, das das Schöffengericht beliebte. Es zog sich nämlich, nachdem der Beklagte einen Antrag auf Beweiserhebung gestellt hatte, zurück und kam mit dem Beschluß, den Antrag abzulehnen, wieder. Aber auch das Urteil hatten die Richter bei dieser Gelegenheit gleich fertiggemacht. Entgegen den klaren Bestimmungen des Gesetzes war also dem Beklagten nicht das letzte Wort gegeben worden. Warnung! Ein sich als österreichischer Genosse ausgebender Journalist P. Reimann sucht von den Parteiorganisationen Unterstützung zu erlangen. Er gibt an, er sei vor zwei Jahren wegen Aufruhrs und Majestätsbeleidigung aus Oesterreich geflohen, jetzt aber begnadigt worden. Er will aber nicht in seine Heimat zurückkehren, sondern in Deutschland bleiben. Zuletzt, gibt er an, sei er 1½ Jahr in London gewesen; er zeigt drei Legitimationskarten, die sehr mangelhaft sind, vom Kommunistischen Arbeiterverein London vor. Oesterreichische Parteilegitimationen kann er nicht aufweisen. Als Legitimation führt er einen Unterstützungsausweis vom Sozialdemokratischen Verein München mit 5 Mark, Fürth 2 Mark, Karlsbad 2 Kronen bei sich. Auf Kreuzfragen verwickelte er sich derart in Widersprüche, daß er abgewiesen wurde. Betreffender Reimann ist mittlerer Statur, trägt Brille und kurz gestutzten Schnurrbart. Die Organisationen werden vor Reimann gewarnt. Sozialdemokratischer Verein Dresden=A Max Richter, Kassierer. Nieder mit den Anarchisten. Die„Leipziger Volkszeitung" schreibt: „Unter dieser Spitzmarke haben vorigen Dienstag die Leipziger Anarchisten ein Flugblatt verbreitet, das von verlogenen Angriffen auf die Sozialdemokratie wimmelt. Als Beweis, wie skrupellos die Wahrheit in diesem„Fluchblatt" vergewaltigt wird, nur ein Beispiel. Wird da erzählt, daß am 10. Dezember plötzlich der Geist des„blindwütigen Parteisanatismus“ in die Geschäftsleitung des Volkshauses gefahren sei. Man habe die Verbreitung der anarchistischen Literatur im Volkshause nicht mehr mit ansehen können und lediglich, um die politische Agitation für die Anarchie zu hindern, habe man plötzlich den so friedlichen Stammtisch der Anarchisten zum Volkshaus hinausgeworfen. Als wir diese Zeilen lasen, sagten wir uns sofort, daß das frech geschwindelt sei. Wer die Verhältnisse im Volkshause kennt, der weiß, daß dort den Herren Anarchisten niemals irgend welche Schwierigkeiten gemacht worden sind. Seit Jahren haben sie ihren Stammtisch da, seit Jahren vertreiben sie ihre Literatur da, an eine politische Maßregelung des kleinen Bäckerdutzend dachte man um so weniger, ja besser, man wußte, wie willkommen den Anarchisten eine derartige Torheit gewesen wäre. Hätten sie dann doch billige Gelegenheit gehabt, sich als„politische Märtyrer", als„Opfer sozialdemokratischer Vergewaltigung“ aufzuspielen, ganz abgesehen davon, daß eine derartige politische Maßregelung unvereinbar wäre mit den Grundsätzen der Partei und den Anschauungen der Leipziger Genossen. Wenn trotzdem gewissen Elementen das Betreten des Volkshauses untersagt worden ist, so muß eben etwas anderes vorliegen, und wie uns von der Geschäftsleitung des Volkshauses mitgeteilt wird, liegen in der Tat die Dinge sehr anders! An einem der letzten Sonntage kam es im Volkshause zu einer unerhörten Szene, wie sie glücklicherweise noch nicht dagewesen ist und auch nicht wieder vorkommen wird. Einige im Saale randalierende Burschen fielen, als einer der Geschäftsführer sie zur Ruhe wies, plötzlich mit Messern und Stöcken über ihn her und bearbeiteten ihn derart, daß er blutüberströmt zusammenbrach. Um die Personalien der Messerstecher feststellen zu können, wurden die Tore des Volkshauses geschlossen. Diese Maßregel gab nun den Wortführern der Anarchisten erwünschte Gelegenheit, über„sozialdemokratischen Terrorismus" im Saale Die Hosen des Herrn von Bredow. „Vaterländischer Roman von Wilibald Alexis(W. Häring). „ Ein Dritter siel ein:„Daß wir nicht hier sind, einen Milchvir ansen, Wiß jeder. Mags ein heißer Brei sein, daran Kurd den Peund verbrengen; genug, wir sind geschworen, und unter uns ist tein Hundsgon#, der den Eid bricht. *„Was sollen uns die Stadte?“ sagte ein anderer.„Die iegen wie der Dachs in ihrem Fett, froh, wenn man sie in Ruhe 5553„Schüchtert sie ein, so geben sie sich in das, was nicht zu känden iut:: Aber sie stehen nicht zu uns, und wenn sie zu uns hätten wir eine Macht auf unserer Seite, die ihr hoch Bilck Psislen“ Pört wieg“ sührer ein.„Um aller Heiligen nir's, es gärt.. nochz, an. Die Bürger knurren, glaubt #m#######er auch dort. Nur einen Brand hineingeschleudert. # Wenn wir die Städte gewinnen, nur einige, nur die besseren, ## können wir sagen, das ganze Land hat sich erhoben, die Unbill, Sache sin Anseben. Das gibt unserer zeine Zehing: Vor einem ganzen Lande, das aufsteht, seine 5#eine Zwl#gpexren abschüttelt, hat auch das Reich Respekt. hat Oesterreich die Walosta###e wieder gewonnen? Dort traten valle zusammen, Bauern, Städte, Adel. Wär' unsere Sache Schem Fsr zie wir, alle, einer dem anderen, bingen, Gut, Blut, #i. 81 die Freiheit einsetzten? Die alten Vögte, so die Kaiser Am vie Murten, setzten, waren gut.„Darauf kamen schlimmere immer schlimmere, die Bayern, die Luxemburger; sie halfen uns nicht, wir mußten uns selbst helfen. Wer beweist uns, gnn, wir, das Schwert zücken, daß unser Recht ausging, uns #wiever selvst zu helfen. Wagt es, Freunde, das auszusprechen! Verwirkt hat er, der tolle, eigensinnige Knabe, der nicht mehr Vogt sein will des Reiches, der unsere ##e# Jatzunger, unsere alten Rechte freventlich zertritt, ##der adlig Blut vergießt um Lumpereien, der seine Grillen uns zu Gesetzen geben will, verwirkt hat er die Herrschaft. Erhebt ##re, Stimmen, schreit Zeter mit tausend Kehlen, laßt tausend ####s schreiben, schickt Druckschriften durch das Reich, klagt, “„nicht angeklagt zu werden. Er hat keine Kinder, keine #rüder. Bis die Sippschaft aus Fransen klagt, belehnt wird, #dis sie mit Truppen anrückt, sind wir im Besitz und stark, wenn Abir einig sind.“ 1. Die vuver, welche der Redner erweckte, hatten etwas An##dehendes. Die Roheren schienen verstummt. Andere warfen #ein, das Reich könne es nicht dulden, der Kaiser werde es nicht. 9.„Wenn wir unterliegen!“ rief Wigand.„Der Sieger schreibt (verall Gesetze vor. Schlagen wir die ersten, die kommen, aus zoerall Gesetze vor. Schlagen wir die ersten, die kommen, aus erm Feibe und warten die anderen ab, gesattelt und gerüstet, sie werden wahrhaftig nicht lüstern werden nach der unfruchtwiederhole euch, hätten die Puttlitze, die #e werden m varen Erbse Quitzow, die Rochow, die Bredow vor hundert Jahren den Städten nur den kleinen Finger gereicht, statt ihre Bürger zu zwicken und werfen, so gäb's keinen Nürnberger zwischen Elbe und Oder, wir hätten reichsfreie Geschlechter, reichsfreie Städte. Und nichts ist zu spät, wo es gilt, sich selbst retten. Die Fürsten, gllüberall im Reiche, freilich sie möchten oben hinaus, den freien Adel tnechten, die Städte bändigen. Aber anderwärts lassen sie sich nicht bändigen. Seht auf die Bündnisse im Schwabenland, in Franken, in der Pfalz. Die Sickingen, Berlichingen, die Kronberg, die Brömser rühren sich, sie werden den Fürsten, die nicht mehr sind als sie, noch manche Nüsse zu knacken geben. Sind wir schlechter als die? Ja, wenn wir nicht den Mut haben, besser sein zu wollen. Wir haben keine Burgen auf steilen Felsen, meint ihr. So haben wir Sümpfe, Wälder, Brüche, Seen und zahen Mut. Schaut euch um, wenn ihr doch zagt, nicht nach Abend, nach unseren Nachbarn im Morgen. Da ist Freiheit, Erinnert euch, daß von euren Urgroßmüttern noch slawisches Blut in euren Adern rinnt. Der Pole hat auch einen König, aber wehe ihm, wenn er die Hand anlegt an die Rechte des Adels. Solche Markgrafen wollten wir dulden, selbst erkoren, aus freier Wahl hervorgegangen. Da hat der Adel Rechte, da schirmen die Großen die Kleinen, da wagt kein Fürst, den freien Mann unter seine willkürlichen Satzungen zu drücken. Was hindert uns, wenn das Deutsche Reich uns nicht will, wenn es über uns als Stiefbrüder die Achseln zuckt, uns dem mächtigen freien Polen anzuschließen. Freunde und Brüder! wo es Freiheit gilt, sicht sich's so schön mit dem krummen Säbel wie mit der geraden Klinge!" Hn Otterstädt kommt noch immer nicht,“ rief einer, der ungebuldig ehon mehrmals zur Tür hinausgegangen. „Es kommen ihrer viele nicht, auf die wir rechneten.“ Einer zählte am Finger die Namen mehrerer großen Familien:„Es hat mir das Mark im Leibe gesotten, was du sprachst, Wigand, das ist wahr, aber wo soll's hinaus, wenn die Wedel fehlen, die Puttlitze, die Reder, Rochow, Bredow, Alvensleben?“ „Der Sturm kräuselt zuerst nur Staub, zuletzt reißt er Dacher ab. Uns läßt man anfangen; glückt es, so zweifle nicht, daß auch die Reichen zur Ernte sich einfinden. Das ist der Lauf der Welt. Es kommt nur darauf an, daß man stark genug sich fühlt, um anzufangen.“ Andere hatten eine Liste vorgezogen und musterten die Köpfe der Anwesenden. Der Anführer riß schnell das Papier fort: „Nichts Geschriebenes! Keine Namen.“ Er warf das Papier in den Ofen und ließ sein Auge nicht davon, bis der letzte Zipfel sich in Glut und Asche krümmte. Einige lächelten über die Vorsicht:„Wir sind ja unter uns.“ „Um so weniger tut Papier not, wo Blut und Ehre unseren Bund kitten. Wir kennen uns doch alle?“ Seine Augen flogen im Kreise umher.„Nicht wahr, Hans Zarnekow?— Ihr vom roten Haus, Hans Lüdke?“ Ein Nicken und ein Handschlag antwortete:„Wer ist der auf der Ofenbank?“ „'s ist ja der Götz von Ziatz!“ lachte Wedigo. „Was Teufel, und kann schlafen!" „Er kam vor’ner Stunde todmüde vom Nachtritt an. Der Wirt sagt, er fiel auf die Bank.“ „Seid Ihr's gewiß?“ Wedigo zeigte auf die Büffelhaube, den Pelz, und lächelte etwas:„Wer im Lande kennt nicht Götzens Elensbüchsen!“ „Das ist gut,“ sagte Wigand.„Er schwor im Rausch; ich zweifelte, ob er nüchtern kommen würde.“ „Will auch keinen Eid drauf ablegen, daß er nüchtern kam.“ lachte ein anderer. „Genug, er ist gekommen, sein Name ist bei uns, und das ist viel.— Weckt ihn nicht. Er nutzt uns im Schlafe so viel, und vielleicht mehr, als wenn er wachte,“ setzte er leise hinzu. Ein freudiges Hallo draußen, ein Geklirr von Rüstungen. ein Pferdewiehern unterbrach sie und im nächsten Augenblick stürzte ein Ritter herein und warf ungestüm den Heimsturz zurück:„Da bin ich!— Er kommt.“ Otterstädts Augen rollten wie eines Irren, seine Brust hob sich und senkte sich, sein Atem versagte ihm. „Er kommt?“ „Vor einer Stunde ritt er durchs Köpenicker Tor.— Das sah ich noch von Waldeck aus— flog wie der Wind.— Wenn er an den drei Eichen ist, schrillt Kaspar Flans in die Pfeise.— Aber— Teusel, der Ritt griff mich an—“. „Verschnaufe dich.“ „Er reitet—“ „Mit wie vielen?“ „Nicht der Rede wert. Heintz von Reder ist's, und Kaspar von den Seinen. Den Pommerschen Abgesandten H — er reitet nicht nach dem Süßen Grund, durchs große Gestell nach dem Spechtgraben zu.“ „Das ändert unseren Plan.“ „Ihr müßt euch teilen,“ sagte Otterstädt,„rechts an die Spree, links an die Sümpfe. Ein Stündlein mehr, aber wir haven ihn im Netz. Einen Trunk Met— ich brauche Lebensgeister.“ „Und?“— fragte der Anführer, der seine Befehle ausgeteilt und zurückgekehrt war, mit einem forschenden Blick. „Hilf dir selbst, so hilft dir Gott,“ sagte Otterstädt aufspringend. Er riß ab den unscheinbaren Pelzrock, der seine Rüstung verbarg, und zog sein Schwert.„Blank, Mann gegen Mann, so ist's am besten.“ „Und in Sonnenwalde?“ „Kalkuliert Niklas Minckwitz mit seinen Vettern, wann's am sichersten für ihn sein wird, Fürstenwalde zu überrumpeln.“ „Und die Birkholze?“ „Das Frösteln überkam sie, je näher der Tag rückte. Er zu Grüllen, und für die Freiheit der Messerstecher eine Lanze einzulegen. Es sei ein Skandal, die Tore zu schließen, da sehe man die sozialdemokratische Freiheit, von uns hätte der GeWeile fort. Wer will es da der Geschöftsleitung des Polis. daß sie, als in den nächsten Tagen diese angenehmen Gäste wieder auf der Zildfläche erschienen, ihnen evenso hoflich wie entschieden das Lokal verwies? Und um ihnen die Möglichkeit, sich als politische Märtyrer aufzuspielen, von vornherein zu nehmen, wurde ihnen ausdrücklich erklärt: nicht wei, ihr Anarchisten seid, sondern weil ihr euch als MenLieser intsnmäßig benommen habt und weil keiner von euch gieser insamen Parteinahme eurer Wortführer zugunsten der Herren Messerstecher entgegenzutreten für nötie hielt, weil ihr a1s damitzsingerstguden eid, deshalb ist kein Raum mehr für Bi in Whaus. Schlleßlich sind die Geschäftsführer des Zoishauses doch nicht dozu da, sich, auf Wunsch der Herren Anarchisten zusammenstechen und abschlachten zu lassen!“ Und daß diese Begeisterung für die„direkte Aktion“ der Messerund verwandteg, Bgrufsgenossen keine Ausnahmeerscheinung speziell der vem Haupischreier der Anarchisten ist, oafur konnten wir, wenn's verlangt wird, Beweise bringen. Diese Darstellung des Vorfalls aus den Kreisen der Geschäftsecherse Gedrät dauses gibt der Affäre in der Tat ein wesentlich beit das letzte PharsPng chbrigen ist ia wohl über diesellngelegenheil bur iepte Worl noch nicht gesprochen. zurief:„Sie sind ein Schuft und ein Verschlinger zen Millionen.“ Ueber diese Dinge sind Jahre hingegangen. Eintritts der uomirals Bettalg die Rede war sagte er““ während der jüngsten Krise, von der Möglichkeit des des Abmirals Bellowdb die debe Wal, fagle Frris in verschiedenen Interviews, daß er nie an Bettolos persönlicher Ehrenhaftiaseit gasmeiselt ker. g— an Bertolgs versgzlicher Chreuhäftigleit gesweifelt hatte. Er hatte damals die Verantwortung für die Veröffentlichungen anderer Genossen auf sich genommen, wäre aber persönlich durchaus nicht feindlich Bettolo gesinnt“ ut: gegen Geine useent. Einem Kabinert Sonnino=Bettolo würde er Eine neue sozialistische Zeitschrift in Dänemark. Die sozialgemotratische Partei Dänemarks will zu Anfang des neuen Jahres eine neue wissenschaftliche Zeitschrift herausPisfenschghi da Zirlangen der Arbeiter nach Aufllarung und gewöhnlichn groß ist, zeigt deutlich die außerJu, rege unteilnahme, an dem Unternehmen; die vorgesehene Auflage von 10 000 ist für ein Land von zirka 3 Millionen Eixwohnern sehr hoch. Da schon 7000, Abonnenten vorhanden brsd; P. dien geplante Auflage wahrscheinlich noch zu niedrig. Die el cumer, wird eine vopulär=historische Abhandlung des Genossen Dr. Gustav Bang, betitelt: Die Durchbruchszeiten in der Geschichte Europas: Durchbruch des Christentums, die Reformationszeit und die französische Revolution usw. enthalten. Ferri und die Parlamentsfraktion. Der Fall Ferri ist wie dem„Vormärts“ aus Rom berichtet wird, in eine akute Phase geireten. um vorigen Montag abend hielt die Parteifrakao, um zu diesem Falle Stellung zu nehmen, und natürlich war Genosse Ferri hierzu eingeladen worden. Ferri antwortete mit einem Brief, in dem er erklärte, er werde am 26. dieses Monats seinen Wählern in dem Wahltreistongreß von Gonzaga Rede stehen; nach seiner Rückkehr gedichte er nicht an den Fraktionssitzungen teilzunehmen, würde seine Unterstützung nicht verweigern. Diese Haltung Ferris erscheint denen, die ihn persönlich kennen, nicht so unverständlich, wie wohl den meisten anderen. Ferri tut sich ungeheuer viel auf seine Objektivität zugute. Er hat hier wohl hauptsächlich den„Gerechtigkeitsakrobaten“ posiert, wie er seinerzeit, als ihn die bitterste persönliche Feindschaft von Turati trennte, sich anbot, für die Kandidatur Turatis in Mailand zu sprechen. Wir glauben nicht, daß für Ferris veränderte Stellung Bettolo gegenüber der Umstand ausschloggebend war, daß dieser sich wieder der Regierung näherte. Uns scheint vielmehr, daß Ferri eine Gelegenheit suchte, um der öffentlichen Meinung Stoff zu geben, sich über seine„Ueberlegenheit" und seine Objektivität zu wundern. Es dürfte wenig Menschen geben, deren Handlungen so sehr von dem Urteil der anderen beeinflußt werden, wie dies bei Ferri der Fall ist. Vieles, was der Ausfluß eines impulsiven Temperaments zu sein scheint, ist Resultat kühler Berechnung des zu erwartenden Eindrucks. Freilich hat sich Ferri in diesen Berechnungen oft getäuscht, wie die Hochflut der Lächerlichkeit bewies, die ihn fortzuspülen drohte, als er in einer Parlamentssitzung, von der ihn die Geschäftsordnung ausgeschlossen hatte, eine Glasscheibe zerbrach und seinen mächtigen Kopf durch die Lücke schob. um ein:„Nieder mit der Camorra“ in den Saal zu brüllen. Auch diesmal dürfte sich Ferri in der Wirkung seiner Haltung verrechnet haben. Auf seine Enthüllungen über den angeblichen„Giolittismus“ einiger Genossen der Fraktion darf man gespannt sein. Sicher hat sich Ferri sehr geschädigt, indem er sich weigerte, der Parteifraktion Rede und Antwort zu stehen und vorzog, sich vor seinen Wählern zu verantworten, was seinen eigenen Prinzipien über Parteidisziplin zuwiderläuft. Bei der Sitzung, die über den Fall Ferri entschied, waren die folgenden Abgeordneten zugegen, die auch die Tagesordnung unterzeichneten: Badaloni, Berenini, Beltrami, Bonomi, Bocconi, Brunelli, Bissolati, Cabrini, Casalini. Caneva, Chiesa, S. Ferri,„Giulietti, Mancini, Montemartini, Marangoni, weorgari, Musatti, Veerlani, Nofri, Pescetti, Quaglino, Rondani, Samoggia, Trapanese, Treves und Zerboglio. de der Metallarbeiterverband seinen Mitgliedern gewährt. Die bisherigen Mitglieder des Schmiedeverbandes aver gewisse Tatsachen zur Sprache bringen, die in den politischen und journalistischen Kreisen Roms notorisch wären. Hier sozialiskischen Zhae= eine.,„ Anschuldigungen an, die mehreren sogtulisischen abgeordneten eine ausgesprochene Vorliebe für Giolitti und sein Kabinett zum Vorwurf machten. Sehecrhsch ielusen und badn doann einsinnig die is sin Wägisterium vertreten sind, und daß diese Ansichten, wo #####öglichkeit dieses Eintritts in Ausführung eines Parteibeschlusses anerkennen, niemals von der Zugehörigkeit zur Fraktion ausgeschlossen haben. Die Parteifraktion erachtet aber, daß der Fall Ferri nicht unter diese Erwägungen fällt, da die jüngste Gewerkschaftsbewegung. waren vom Eintrittsgeld befreit, die bisher im Schmiedeverband gezahlten Beiträge würden ihnen aufgerechnet und sie wären den geleisteten Beiträgen entsprechend unterstützungsberechtigt. Dabei soll den Schmieden völlige Bewegungsfreiheit als Sektion innerhalb des Metallarbeiterverbandes gewährleistet werden. Ferner übernimmt der Metallarbeiterverband die jetzt im Schmiedeverband besoldeten Angestellten, wobei besonders berücksichtigt werden soll, daß die bisher im Schmiedeberufe organisatorisch tätigen Hazbegellnächtigten auch fernerhin diese Funktionen ausüben. 5nust#em Uebertritt würde der Metallarbeiterverband stattstische Erhebungen über die Erwerbsverhältnisse im Schmiedegewerbe vornehmen, das gewonnene Material in einer Broschüre veröffentlichen, und nachdem eine Konferenz für die Schmiede einberufen, in der diese Erhebungen besprochen werden sollen. Der Beschluß über den Uebertritt bleibt dem am 22. Mai in München tagenden Verbandstag des Schmiedeverbandes vorbehalten. Wird der Uebertritt unter den vom Metallarbeiterverband entgegenkommenden Bedingungen von den Delegierten des Schmiedeverbandes beschlossen, so geschieht das sicher zum Vorteil der Mitglieder des Schmiedeverbandes; und manche üble Grenzstreitigkeit wäre damit zugleich beseitigt. Die Mitgliederzahl des Deutschen Holzarbeiterverbandes ist von 144 259 zu Beginn des Jahres 1909 auf 151 406 am 1. Oktober gewachsen, und hat damit ihren höchsten Stand(151 717 am Schlusse des Jahres 1906) nahezu wieder erreicht. Bei der Verschmelzung des Handschuhmacherverbandes mit dem Lederarbeiterverbande sind von 3096 Mitgliedern 3017 übergetreten. 50 männliche und 29 weibliche Handschuhmacher hielten die Organisation für überflüssig. Haftentlassung Mansfelder Bergleute. Aus den Untersuchungsgefängnissen in Halle, Eisleben und Hettstedt wurden, wie burgerliche Blätter melden, am 23. Dezember sämtliche wegen Streikunruhen verhafteten Mansfelder Bergleute bis auf zwei ernlassen. eue M4 au Genossenschaftsbewegung. exris, ein persönlich ist und keinerlei Mitserantwortrint aus: ergtggn einschließt. Sie beschließt daber, seinen As der Fraktion, den er in verschiedenen Interviews zum ausdruck georacht und in seinem heutigen Brief bestätigt hat, zur Kenntnis zu nehmen und hebt hervor, daß Ferri sich geweigert hat, den angeblichen Grund seines Austritts aus der Fraktion, nämlich die Giolitti=Freundlichkeit seiniger sozialistischen Abgeordneten, durch deutliche Anschuldigungen zu belegen und die Fraktion in Stand zu setzen, sie zu prüfen und zu beten. Die Fraktion erklärt schließlich, sich jeden Urteils über die politische Haztung Enrico Ferris und jeder moralischen Wertung seines Vorgeyens in der Frage Bettolo zu enthalten.“ Bettolo, der heutige Marineminister, ist derselbe, gegen den sich im Jahre 1903 die berühmten Angriffe des„Avanti“ richteten, die ihn der Mißwirtschaft und persönlicher Interessenpolitik in der Marineverwaltung beschuldigten. Damals verklagte der Admirgl Battala Ferr" wegen Bepolliik in der Marineverwaltung beschuldigten. D rlagte der Aomiral Berrolo Fecri w ergab viel Belastendes gegen Bettolo, trotzdem wurde aber Ferri, der die Verantwortung für alle Veröffentlichungen auf sich genommen hatte, zu 14 Monaten Gesängnis verurteilt. Daß Ferri, der die damalige Kampagne, nicht allein führte, persönlich von Die, Lemgalige Kampgane nischt, allein führte, persönlich, von Bettolos dunkler Ehrenhaftigteit üverzeugt war, zeigte sich in der Parlamentssitzung vom 21. Mai 1903, in der Ferri dem säuften mich mit schönen Worten und klugem Rat, daß Joachim ein mächtiger Fürst sei, und sie hätten's nur mit dem Lebuser hof zu. tun. Wann und wie und wo es ihnen mit dem, ihrem Der Aufruf der Grubenarbeiter. Die Vertreter der vier Bergarbeiterorganisationen haben am Dienstag in einer gemeinsamen Sitzung folgenden Aufruf an die Ruhrbergleute erlassen: „Die am 28. Dezember 1909 in Oberhausen stattgefundene Konferenz der Vorstände der vier Bergarbeiterorganisationen befaßte sich eingehend mit der Arbeitsnachweisfrage und kam zu der Ueberzeugung, daß die Einschränkungen, welche der Zechenverband der Satzung des Arbeitsnachweises gegeben hatte, in keiner Weise geeignet sind, die seitens der Arbeiter von dem einseitigen Arbeitsnachweis befürchteten Gefahren, Lohndruck, Maßregelungen usw. zu beseitigen. Die Organisationen halten daher den Zwangsarbeitsnachweis nach wie vor als eine Einrichtung, gegen die der Kampf nötigenfalls mit den schärfsten Mitteln geführt werden muß. Die Konferenz hielt jedoch angesichts der Wirtschaftskrisis und der vorhandenen Kohlenvorräte den gegenwärtigen Zeitpunkt nicht für geeignet, in einen Streik einzutreten, sondern empfiehlt den Bergarbeitern dringend, denselben zu verschieben bis zu einer günstigeren Zeit. Die Vertreter der vier Bergarbeiterorganisationen stehen einmütig auf dem Standpunkt, falls es zum Streik kommt, nur an diejenigen Streikunterstützung zu zahlen, die beim Beginn des Ausstandes ihrer Organisation mindestens drei Monate angehört haben. An Unorganisierte wird keine Streikunterstützung gezahlt. Mit Rücksicht auf den bevorstehenden Streik ist dafür Sorge zu tragen, daß von jetzt ab schon jeder Zuzug von Bergarbeitern in die Bergreviere, namentlich in das Ruhrgebiet, streng ferngehalten wird. Alle Arbeiterorganisationen, sowie die arbeiterfreundliche Presse werden gebeten, diesen Aufruf zu verbreiten und im Sinne desselben zu wirken, um dadurch die Bergarbeiter in ihrem Kampfe gegen den Zwangsarbeitsnachweis zu unterstützen.“ Feinde, gelänge, und dann und da und dort wollte Joachim sich##n Eine Arbeitslosenzählung hat der Zentralterband der einmischen, als dann und insofern und alldieweil würden auch Maurer am 27. November vorgenommen., Zur Zeit der einmischen, als dann und insofern und alldieweil, würden auch sie— Kreuzdonner Himmelwetter Sapperment, ich sattelte und machte, daß ich reine Luft kriegte. Was lächelst du?“ „Daß wir so sichere Bundesgenossen haben. Oder zweifelst du, wenn wir ihn fortgeschleppt, daß ihre Bedenklichkeiten, wie eine Schnuppe vom Licht gefallen sind!“ „Parite arbrs Pohin?“ Gee gse; noch in der Mark. So lang's im Lande zweiselhafr aussieht, geht's mit ihm heimlich aus einer Feste in die andere, daß niemand weiß, wo er sitzt.“ „Und? „Knöpft er sein Ohr zu auf die Propositionen, steigt er immer ein Stockverk tiefer—.... nen, seigt „Bis—“ „Hörst du nichts draußen?" „Bis er unter der Erde liegt?“ Angenblich: ais sest, Otterstädt, nicht vor einem solchen „Jetzt, gerade jetzt, Hallo! Nachher ist's Henkerdienst.“ .„Hast Lust, wie Kunz von Kaufungen durch die Gassen geschleift zu werden! Prinzenraub! Pfui über das Dumme und lhe. Unter die Erde, aber nicht im Kerker. Gottes freie Luft soll das Gericht der Freien anschau'n.“ „Otterstädt! Still, zügle die stille Wut. „Ich will nicht zügelg „Wir verderben die beste Sache—“ „Was schert mich die Sache! Ich hab's mit Menschen zu tun. Mein Feind ist er, mein Todseind; ich hasse, verabscheue nichts so auf Gottes Erdboden. Meinen Freund hat er gemordet, seinen eigenen Busenfreund: Pest und Tod, wer mich hindern nill! Ich hau' ihn nieder, Basta.“ „Achtet auf ihn, wenn's losgeht!“ flüsterte der Anführer zu seinen Vertrauten, als das Zeichen draußen gegeben ward. Die Verschworenen stürzten zur Tür hinaus, daß die Wände der morschen Hütte zitterten. „Götze! Herr Götze von Ziatz, wacht auf!“ hatte einer der letzten dem Schläfer auf der Bank zugerufen und ihn gerüttelt; doch erst nachdem er hinaus war, hatte der Schläfer sich aufgerichtet. Als er die leeren Wände sah, flog er ans Fenster und tauschte. Als die letzten Reiter zum Gehöft hinaus waren, sprang auch er in den Hof, riß sein Pferd aus dem Stalle und schwang sich mit einem Satz hinauf. Zum Torweg hinaus, gab er dem Tiere die Sporen, daß die Weichen bluteten. Der Haidewirt schrie ihm verwundert nach:„Da nicht. Herr Ritter! Nicht ins Gestell, da treibt Ihr gerad auf ihn zu; links durch den Wald!“ Der Reiter hätte ihn noch hören können, aber er hörte nicht. Ehe der Wirt dreißig Pulsschläge zählte, war er ihm aus dem Gesicht. „Ein Bredow mag's sein,“ sprach der Wirt;„aber Götz von Ziatz ist's nimmer."(Fortsetzung folgt.) egenammen. Zur Zeit, der ##am#St: Rovemyer vorgenommen. R Zählung hatte der Verband 162582 Mitglieder, von denen 101 293 befragt werden konnten Von den Befragten standen am Zähltage in Arbeit 116327 oder 76,89 Prozent; arbeitslos waren insgesamt 23,11 Prozent, davon wegen Arbeitsmangels 10,04 Prozent, wegen Witterungsverhältnisse 9,90 Prozent und erKrankheit 3,17 Prozent. 162 Zweigvereine haben trotz Mahnung die Berichtsbogen nicht eingesandt. Tarifbewegung der Buchdruckerei=Hilfsarbeiter und=arbeiterinnen in Dresden. Montag, 20. Dezember, haben in 12 Dresdener Buchdruckereien nach voraufgegangener vierzehntägiger Kündigung die Anlegerinnen die Arbeit eingestellt. UrGeschäftspatriotische Mittelständler gegen die Konsumvereine. Gegen die Konsumvereine und die gemeinschaftlichen Warenbezüge der Beamten hat der kürzlich in Goslar stattgefundene fünfte Verbandstag des Niedersächsischen Schutzverbandes für Handel und Gewerbe Stellung genommen. An sich bieten zwar solche Mittelstandstage nichts Neues. Es sind stets dieselben abgestandenen Phrasen und Klagen über die Not des Kleinhandels und Kleingewerbes und dieselben kurzsichtigen Forderungen nach Staatshilfe gegen die unbequeme Konkurrenz der Konsumvereine, die dort vorgetragen werden. In neuerer Zeit wird mit der allgemeinen Hetze gegen die Konsumvereine ganz systematisch gegen die Beamten vorgegangen, die entweder den allgemeinen oder den Beamtenkonsumvereinen angeschlossen sind. Die Mittelstandstagung in Goslar hat den Geschäftspatriotismus der Profitlinge unverhüllt offenbart. So wurde von einem Blankenburger Kaufmann ausgeführt: Für den Mittelstand werde von der Regierung nur wenig getan, obgleich er immer treu zu Kaiser und Reich gehalten habe. Wenn hier keine Aenderung eintrete, dürfte man sich nicht wundern, wenn einmal die Frage gestellt würde:„Was nützt uns diese Treue?“ Es sei sehr wohl möglich, daß später einmal bei politischen Wahlen dieser Unzufriedenheit Ausdruck gegeben würde. Der Verbandstag faßte den Beschluß, die Regierungen der deutschen Bundesstaaten zu ersuchen, ihre Beamten von der Beteiligung an Konsumvereinen fernzuhalten, da sonst das Staatswohl gefahrdet sei. Ferner soll der Bundestag und der Reichstag die Lieferantengeschafte der Konsumvereine verbieten, und schließlich wird vom preußischen Abgeordnetenhause und von der Braunschweiger Landesversammlung eine Umsatzsteuer gefordert. .„Die Vorgänge auf dem Verbandstage des Niedersächsischen Schutzverbandes in Goslar bilden geradezu eine Karikatur auf „den staatserhaltenden Mittelstand“, in dessen selbstsüchtigem Interesse die Regierung in allen Bundesstaaten die Millionen von Bürgern wirtschaftliche Vorteile gewährenden Konsumgenossenscharten heute bereits in großem Umfange ausnahmegesetzlich behandeln. Da aber trotz aller Ausnahme= und Erdrosselungssteuern gegen die Konsumgenossenschaften sich die wirtschaftliche Lage vieler Handwerker und Kleinhändler nicht bessern will, drohen jetzt die„Staatserhaltenden“, ihre Gesinnung im staatsgefährlichen Sinne zu revidieren, wenn die Regierungen ihren ungerechten Forderungen nicht Gehör schenken wollen. Diese Geschäftspatrioten und Geschäftspolitiker, die als die Stützen der Monarchie und des Reiches gelten wollen, fordern nichts Geringeres als eine Deklassierung Hunderttausender Beamten in ihrem eigenen selbstsüchtigen Profitinteresse, das sie bescheiden mit dem„Staatswohl“ identifizieren. Die Profitsucht macht sie dermaßen blind, daß sie nicht erkennen, daß ein Verbot der sogenannten Lieferantengeschäfte der Konsumvereine nicht letztere, sondern die mit den Konsumvereinen in Geschäftsverbindung stehenden Handel= und Gewerbetreibenden schwer schädigen muß. Betrug doch im Jahre 1908 der Umsatz der Konsumvereine im Lieferantengeschäfte über 23½ Millionen Mark. Allein die 117 Vereine des Mitteldeutschen Verbandes hatten 1908 einen Lieferantenumsatz von über 1,8 Million Mark. Uebrigens sind die Konsumvereine des Zentralverbandes seit langem bemüht, im Interesse der Genossenschaft das Lieferantengeschäft, möglichst einzuschränken und schließlich ganz aufzugeben. Auch die Forderung einer landesgesetzlichen Umsatzsteuer für die Konsumvereine dürfte angesichts des offenbaren Mißerfolges dieser Steuer kaum noch einen Anwalt bei den Regierungen finden. sache zu diesem Vorgehen gab das Verhalten des Vorstandes der sdener Buchdruckerrtorsiper, ggricher jede VerInnung Dresdener Buchdruckereibesitzer, welcher jede Verhandlung über einen vom Verbande der Buch= und Steindruckerei=Hilfsarbeiter und-arbeiterinnen Deutschlands vorgelegten Tarifentwurf ablehnte. Trotzdem die Forderungen sich innerhalb der Grenzen der zwischen dem Deutschen Buchdruckerverein(Prinzipalsorganisation) und dem genannten Verbande r.- celie eerad Ggeschlossenen, gellgeneinen Bestimmun. Soziales. Die Straßburger Versicherungs=Anstalt ist eine jener Versicherungsgesellschaften, die in ihren Statuten allerlei verfängliche Bestimmungen haben, durch die die eingefangenen Mit; g a n z D e u t s c h l a n d a b g e s c h l o s s e n e n„ a l l g e m e i n e n B e s t i m m u n gen halten, waren die Innungsprinzipate nicht zu bewegen, mit Gyteperiongls in Verhandlungen zu txeten. e7 Zerizstern ihres Hilfspersonals in Verhandlungen zu Telbst vas vermittelnde Eingreisen des Tarifamtes der Deutschen Buchdrucker und des Zentralvorstandes der UnternehmerVereinigung blieb unbeachtet, so daß die Hilfsarbeiterinnen zur Arbeitsniederlegung greifen mußten. In der Kündigungszeit haben die Beisitzer von vier größeren Druckereien die Forderungen der Organisation anerkannt und mit ihrem Personal Hausverträge abgeschlossen, wodurch sie der Stillegung ihrer Betriebe vorgebengt haben. Die vom Streik betroffenen Prinzipale versuchen nun mit allen Mitteln Ersatz aus anderen Druckstädten, selbst aus Oesterreich, heranzuziehen, bis jetzt erfreulicherweise ohne Erfolg. Wenn auch fernerhin der Zuzug von BuchdruckAnlegerinnen nach Dresden serngehalten wird, dürfte die tariffeindliche Dresdener Innung zur Einsicht gezwungen werden. Uebertritt des Schmiedeverbandes zum Metallarbeiterverband? Wie wir der„Metallarbeiter=Zeitung“ entnehmen, sand Ende September in Hamburg eine Konferenz der Vorstände obengenannter Verbände statt, die sich mit dem Uebertritt des Schmiedeverbandes zum Metallarbeiterverband beschäftigte, Die Verhandlungen führten zu keinem positiven Ergebnis. Die Vorstände beider Verbände kamen dahin überein, daß der Vorstand des Schmiedeverbandes die vom Vorstand des Metallarbeiterverbanes gemachten Vorschläge seinen Mitgliedern zur Diskussion und Stellungnahme mit den übrigen Anträgen zum Verbandstag unterbreiten wolle. Dies geschieht nun auch in Nr. 1 des Jahrganges 1910 der„Schmiede=Zeitung“.— Nach diesen Vorschlägen würden die zum Metallarbeiterverband übertretenden Mitglieder des Schmiedeverbandes in die gleichen Rechte eintreten, die auf Grund der Dauer der Mitgliedschaft glieder um ihre Rechte gebracht werden. In den Versicherungsanträgen, die das Mitglied durch eigne Unterschrift anerkennen muß, wird gewöhnlich nach früher überstandenen Krankheiten gefragt. Der Agent versichert dem Antragsteller, daß unbedeutende Krankheiten hierbei nicht in Frage kommen. Macht ein Mitglied jedoch später an die Kasse Ansprüche, so ist es dieser bis dahin gelungen, dem Versicherten nachzuweisen, daß er auf dem Antragsformular„unwahre Angaben“ gemacht hat. Uns werden jetzt Schriftstücke zur Verfügung gestellt, aus denen hervorgeht, daß ein Mitglied lediglich aus dem Grunde auf seine Anspruche verzichten soll, weil er bei der Aufnahme verschwieg, er einmal einen Finger der linken Hand verstaucht hatte. Als die Kasse sah, daß der in Frage kommende Arbeiter Ansprüche stellt, schrieb sie ihm: Wir schließen Sie als Mitglied aus, lehnen die Zahlung einer Krankenentschädigung ab und erklären ihre Mitgliedichaft als nicht bestanden. Nach den Statuten haben weder ausgetretene noch ausgeschlossene Mitglieder Anspruch auf Rückzahlung der geleisteten Prämien. Will man sich gegen dieses Vorgehen wenden, so bleibt nur der Klageweg offen; die Klage muß aber bei dem Amtsgericht in Straßburg angebracht werden. In den weitaus meisten Fällen wird der Hereingefallene— infolge der Scherereien, die ihn erwarten— darauf verzichten, die Angelegenheit weiter zu verfolgen. Der beste Schutz ist natürlich der, daß man derartige Versicherungsanträge nicht unterschreibt. ssc. Wie verkrüppelte Mädchen sich selbst erhalten! Eine der größten bumanitären Gesellschaften in England ist die „Watercreß and Flowergirls Mission“(wörtlich: Brunnenkressen- und Blumenmädchen=Mission), die sich die Fürsorge für verkrüppelte und verwaiste Kinder zur Aufgabe gemacht hat und zu diesem Zwecke ein Kinderhospital, ein Waisenhaus. ein Feiertagsheim für blinde und verkrüppelte Kinder, ein Sanatorium und eine Krüppelanstalt errichtet hat. Die Gesellschaft zählt über 36.000 zahlend Beiträgen aufbring anstalt, die sich in Zwecke errichtet wu gesunden Glieder u schaffen, der sie be Angehörigen, Freu hängig zu sein. E man den jungen## hat und sie diese ir für die sonst auf de Rezept: Englische Backwund trotz der vielen Vo nur 10 Pf VOHS Schönst Zum Schluss hervorragendes sonders machen Naturaufnahmen heiten und Zugnu vom 20 Li Ein Drama aus Piefke S 0 Farbenkiner Natursz Der Brude Drama von Der kluge Grosses Dram Selten schöne: Schulze Verlobur Au Grafen Ho He dr Boachen Zean Longuet und Geo Hinter den Zulissi lution. Mit einem von Jean Jaures. es Deutsch, Der Loch Taktik. Deutsch Veveln von S. Grumbach. liedern gewährt. Die bisandes wären vom Eindeverband gezahlten Beisie wären den geleisteten erechtigt. Dabei soll den Is Sektion innerhalb des werden. Ferner überjetzt im Schmiedeverband ers berücksichtigt werden se organisatorisch tätigen ese Funktionen ausüben. r Metallarbeiterverband sverhältnisse im SchmieMaterial in einer Broeine Konferenz für die jungen besprochen werden tt bleibt dem am 22. Mai Schmiedeverbandes vorden vom Metallarbeiterzen von den Delegierten geschiebt das sicher zum vandes; und manche üble eseitigt. bolzarbeiterverbandes ist 9 auf 151 406 am 1. Okhöchsten Stand(151 717 zieder erreicht. huhmacherverbandes mit Mitgliedern 3017 überse Handschuhmacher hielente. Aus den Unterund Hettstedt wurden, 23. Dezember sämtliche felder Bergleute bis auf ewegung. egen die Konsumvereine. meinschaftlichen Wareni Goslar stattgefundene sischen Schutzverbe Stellung genommen. tage nichts Neues. Es en und Klagen über die des und dieselben kurzgegen die unbequeme rt vorgetragen werden. en Hetze gegen die KonBeamten vorgegangen, Beamtenkonsumvereinen ing in Goslar hat den nverhüllt offenbart. So mann ausgeführt: Für g nur wenig getan, obh gehalten habe. 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Am meisten interessiert uns die Krüppelanstalt, die sich in Clerkenwell befindet und die speziell zu dem Zwecke errichtet wurde, Mädchen, die in irgend einer Weise ihrer den Glieder und Organe beraubt sind, einen Beruf zu verschaffen, der sie befähigt, sich selbst zu erhalten, statt von ihren Angehörigen, Freunden oder der Wohltätigkeit Fremder abhängig zu sein. Es ist dies auch vollkommen gelungen, indem man den jungen Mädchen die Anfertigung von Blumen gelehrt hat und sie diese im Großbetrieb ausuben läßt. Die Mädchen, für die sonst auf dem Arbeitsmarkt kein Platz ist, werden durch die Ausbildung, die sie genießen, zu gelernten Arbeiterinnen gemacht. Einarmig, gelähmt, blind, fortwährend Fürsorge bedürftig, haben sie sich doch eine solche Geschicklichkeit angeeignet, daß die Produkte ihrer Arbeit nach Deckung aller Unkosten und Zahlung eines schönen Lohnes an die Arbeitenden noch einen Ueberschuß eingebracht haben. letzten Jahre waren 247 Mädchen in der Anstalt beschäftigt; von denen 133 auch dort wohnten, während die übrigen bei ihrer Familie schliefen. Von den 138 waren 15 von Geburt, 45 durch Krankheit verunstaltet, 81 hatten abgenommene Glieder, 17 waren gelähmt, 21 blind, taub usw. und 44 konstitutionell krank. Es ist dies, wie der Bericht betont, der erste gelungen# Versuch, die Arbeit Verkrüppelter gewinnbringend zu gestatten, der aber hoffentlich zur Nachahmung anspornen wird. Die Anstalt selbst beabsichtigt, ihren Betrieb bald zu verdoppeln. Ende gut, alles gut. W„„Versuchen Sie bitte zum Silvester nachstehendes Rezept: Englischer Kucnen: 125 Gramm Butter rührt man mit 200 gr Zucker schaumig, dann fügt man nach und nach 3 Eier hinzu und 500 gr Mehl mit 1/8 Liter Milch. Nachdem alles gleichmässig mit einander verrührt ist, gibt man viel Korinthen, Rosinen, Sukkade(Zitronat), ½/8 Paket Reeses Vanillinzucker sowie 1 Paket Reeses Backwunder hinein und backt bei mässiger Hitze am besten in länglicher oder auch runder Form. Wesentlich verfeinert wird der Kuchen, wenn mit der Milch 1 Esslöffel guter Arrak hinzugefügt wird. Backwunderkuchen wird zart und mürbe ohne viele Eier. Reese Gesellschaft Hameln. K Backwunder trotz der vielen Vorzüge nur 10 Pfg. 7380 Nur noch heute und morgen: 7386 EMSMNU WPUTPURN hauptsächlich Kaffeekannen, dopp. Essenträger und Wasserkannen sowie verschiedene Restbestände zum Preise von....... nur S. Mar iis dos Der 9 Pfund Neues 7389 Vohend-Pheuter Schönstes Theater Bielefelds! P. P. 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Am 2 der„Neuen Freien serbische Regierunge durch die nicht nur Kroatien und Slawt werden sollten, und de des kroatischen Landt# reiche Geldspenden er einige Monate vorher 50 Mitglieder der„kr heit des kroatischen L wie auch den verantn den Wiener Geschwor klagten„Aktenstücke z reich=Ungarn“ vor, di gleich in der ersten 6 nannten„Aktenstücke" Es waren nämlich ke die in Form einer B bei zweien dieser Dok: im Original gesehen graphisches Faksimile auf die Autorität Ae einer„leitenden Stell zu beurteilen vermag". erklärte er, auf die 0 protokolle und Kassena s üden), des angeblich konne er auf seinen: zehntelange Beschäftig die genügende Bürgsch eines Historiker würd keit die Merkmale der herauszustellen begann nicht mehr bloß seine. sondern machte allerle die Dokumente gesehen Dokumenten vollen G der Kläger, Dr. Tusch Hochverrats damit be Landtag einmal gesagt morgen mit der Flint zu schießen!“, als dies kurze Zeit nach dieser gezogen worden sei, Seine Majestät ist lan aussetzungslos die bü wobei ja die sonstigen nicht herabgesetzt werk Aber die„leitenden thal— gingen aus der der Historiker Friediur vom Auswärtigen Am halten hatte, und der Dokumente kostspielige vorgenommen. Aber i geblichen Protokolle d schülerhaften Serbisch Merkmale genug trugals Fälschungen erken: wird erzählt, man mü schicken— obgleich die anderen Protokoll, ma sobald die serbische Sku werde— die schon ein In anderen Dokument existiert haben, Funkti gewählt wurden. Der währsmänner Dr. Fr Belgrader Verschwöre Friedjungs ihnen droht verrats verhaftet werde Dokumente für gefälscht Markowitsch, konnte st 2. November, da er ein sollte, in Berlin gewes Herren Friediung und hausmitgned Dr. B meyrenthals, gelang zuführen, der weitere erklärten, daß sich zwe hätten und daß sie au nehmen könnten. So ist die Kampagn ein militärisches Blatt erbringen, daß Oesterre sei. Aber daß man di wie wenig Verstand d nicht nur in Oesterreich