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Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Sc JTeuoosteesue Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ A. Gerisch& Co., Nieleseld. Nr. 297. Bielefeld, Dienstag, 21. Dezember 1909. Die heutige Nunmer umfaßt 12 Seiten. Die Konferenz der gewerblichen Arbeiter des Krtises Hresotd, einberufen für Sonntag nachmittag um 2 Uhr nach dem „Tümpelkrug" in Mennighüffen, um die Agitation für die Errichtung eines Gewerbegerichtes für den Kreis Herford und ##für die Erlangung kürzerer Lohnzahlungsperioden in Fluß zu bringen, war von 38 Orten durch 148 Delegierte beschickt, darunter 90 Zigarrenarbeiter, 11 Zigarrensortierer, 12 Holzarbeiter, 7 Metallarbeiter, 6 Maurer, 5 Schneider, 4 Bauarbeiter. Der Landrat, welcher eingeladen war, hatte sich durch das Amt Löhne vertreten lassen, ferner waren die Gauleiter Schlüter vom Tabakarbeiterverband, Büscher vom Schneiderverband und Sadenwasser vom Bäckerverband #anwesend. Die Sozialdemokratische Partei war durch den Parteisekretär Klingenhagen, die„Volkswacht" durch den Redakteur Hoffmann vertreten. Die Konferenz wurde um 2½ Uhr eröffnet und wählte in den Vorstand Kruse=Bünde, Lücking=Vlotho und AlthoffEnger. Zunächst verlas der Vorsitzende das Schreiben des Landrats, welches dieser an den Gewerkschaftssekretär SchmidtHerford als Antwort auf dessen Vorstelligwerden zwecks Errichtung eines Gewerbegerichts für den Kreis Herford gerichtet hatte. Darin wird mitgeteilt, daß der Kreisausschuß die Errichtung eines Gewerbegerichts nicht für notwendig oder iuch nur nützlich hält und es deshalb ablehnt, einen entsprechenden Antrag an den Kreistag gelangen zu lassen. Hierauf erhielt Gewerkschaftssekretär Schmidt das Wort zu seinem Referat über die Bedeutung eines Gewerbegerichts für den Kreis Hersord. Zunächst führte der Redner die Vorzüge der Rechtsprechung durch das Gewerbegericht für die Arbeiter vor Augen: Die Schnelligkeit der Entscheidung, ihre Endgiltigkeit bei Streitfällen unter 100 Mark, die geringeren Kosten, die Ausschaltung des Rechtsanwalts. endlich die Möglichkeit der Beilegung in den Sühneterminen. Diesen Vorzügen gegenüber käme der Einwurf, den der Landrat gemacht habe, daß nämlich die vier Amtsgerichte des Kreises viel bequemer für die Arbeiter lägen als das eine Gewerbegericht liegen könnte, gar nicht in Betracht. Denn von vornherein schon verzichteten die meisten Arbeiter darauf, ihr Recht bei den Amtsgerichten zu suchen, wenn es sich nur um geFringe Summen handele. Redner führt einen solchen Fall an. Daß nun der Kreis Herford ganz besonders eines Gewerbegerichts bedarf, läßt sich leicht nachweisen durch Gegenüberstellung mit seinen Nachbarkreisen, welche beide ein solches besitzen. Der Kreis Herford mit der Stadt Herford umfaßt 32281 Erwerbstätige. Rechnet man für die Stadt selbst 5000 ab, bleiben für den Kreis immer noch über 27000 übrig. Dem gegenüber leben im Kreis Minden 18266, im Kreis Bielefeld 10304 Erwerbstätige. Dabei ist der Flächenraum des Kreises Minden 58711 Hektar, der des Kreises Herford 43746 Hektar, während Bielefeld allerdings nur 26140 Hektar hat. Wenn also * in Minden mit seiner viel größeren Ausdehnung sich das Gewerbegericht bewährt hat, besteht kein Grund, es für den weit kleineren Kreis Herford abzulehnen. Welcher Weg ist nun einzuschlagen, um, nachdem der Kreisausschuß es abgelehnt hat, zu einem Gewerbegericht zu kommen? Redner empfiehlt 1. eine Petition an den Kreisausschuß; 2. eine Petition an den Gewerbeinspektor; 3. daß in den Gemeinden eine Agitation entfaltet wird. In der Diskussion weist Hoffmann auf die Wichtigkeit des Gewerbegerichts in seiner Eigenschaft als Einigungsamt für die Beilegung von Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern hin, welche gerade im Kreise Herford aus Anlaß der durch die Tabaksteuer herbeigeführten Lage im Tabakgewerbe zu erwarten sind. Schlüter schließt sich diesen Ausführungen an. Der Einwand mit der Bequemlichkeit der Amtsgerichte wäre ganz hinfällig, jetzt müßten die Zigarrenarbeiter aft in Hamdurg, Bremen, ja sogar in Bassum an den Amtsgerichten ihr Recht suchen, wobei sie oft lieber ganz darauf verzichten. Uebrigens sei es doch recht bezeichnend, daß die Herren des Kreisausschusses das Gewerbegericht für den Kreis ablehnten. Und gerade diese Herren gehörten doch zu den Parteien, welche die Sozialdemokratie als arbeiterfeindlich hinzustellen versucht haben, weil diese das erste Gesetz über die Gewerbegerichte als unzulänglich abgelehnt habe. Dabei zeige sich gerade diese Unzulänglichkeit bier im Kreise Herford, indem die Herren im Kreisausschusse die Macht hätten, den Arbeitern das Gewerbegericht vorzuenthalten. Es sprachen dann in der Diskussion noch Lücking=Vlotho, Weßler=Hüffen, Schmidt=Bünde, Niemeyer=Herford, Nadig=Herford, Meier=Schweicheln, Lange-Bünde, Maschmann=Eilshausen, Meier=Herford, KruseBünde, Klüter=Ennigloh, welche noch Beispiele für die Notwendigkeit des Gewerbegerichts anführten und ein energisches Voraehen empfahlen. Es wurde dann ein Antrag Schlüter die Zahlstellen der Gewerkschaften und die Ortgruppen des Sozialdemokratischen Vereins sollten in der nächsten Zeit Versammlungen abhalten mit der Tagesordnung: Der Kreisausschuß des Kreises Herford als Gegner der Errichtung eines Gewerbegerichts, gegen wenige Stimmen angenommen. Die dagegen Stimmenden wünschten nicht, daß gegen den Kreisausschuß derart offen Stellung genommen würde. Ferner wurde folgende Eingabe an die Gewerbeinspektion in Minden zu richten beschlossen: In der Annahme, bei der Königlichen Gewerbeinspektion Interesse für die Errichtung eines Gewerbegerichtes für den Kreis Herford zu finden, richtet die heute im„Tümpelkrug“ tagende Konferenz der Arbeiterorganisationen des Kreises folgendes Gesuch an sie: Die Königliche Gewerbeinspektion wolle ein Gutachten darüber abgeben, ob auf Grund der Ausbreitung der Industrie und des Gewerbes im Kreise Herford von ihr die Errichtung eines Gewerbegerichtes als wünschenswert und nützlich angesehen wird. Die Veranlassung zu der ausgesprochenen Bitte wurde der Versammlung durch die Kenntnisnahme einer bayr. Min.=Entschl. vom 2. März 1905 mit folgenden Wortlaut gegeben: „Die Gewerbeaussichtsbeamten werden es deshalb als ihre vornehmste Aufgabe zu betrachten haben, die weitere Einrichtung von Gewerbegerichten, welche zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bisher wesentlich beigetragen haben, auch in kleinen Gemeinden mit industrieller und gewerblicher Bevölkerung in Anregung zu bringen. Die Konferenz ersucht die Königliche Gewerbeinspektion, das erbetene Gutachten an die Adresse des Gewerkschafts=Sekretärs Fritz Schmidt in Herford, Hämelingerstraße 5. gelangen zu lassen. Weiter soll folgende Petition an den Kreisausschuß des Kreises Herford abgehen: Im Auftrage der Konferenz von 148 Delegierten der gewerblichen Arbeiter aus allen Orten des Kreises Herford, welche am Sonntag nachmittag im„Tümpelkrug" zu Mennighüffen getagt hat, richtet die unterzeichnete Kommission an den Kreisausschuß des Kreises Herford das Ersuchen, dem Kreistag möglichst bald eine Vorlage betreffs Errichtung eines Gewerbegerichts für den Kreis Herford auf Grund des Gesetzes über die Errichtung von Gewerbegerichten vom Jahre 1901 machen zu wollen. Zur Begründung dieses Gesuches sei folgendes angeführt: Das Gesetz über die Errichtung von Gewerbegerichten vom Jahre 1891 stellte die Errichtung eines solchen ganz und gar in das freie Ermessen der Gemeinde, beziehungsweise des Kommunalverbandes. In diesem Gesetz war ein Zwang überhaupt nicht ausgesprochen. Trotzdem kamen, und zwar in recht kunterbunter Reihenfolge, in großen und kleinen Gemeinden eine große Anzahl von Gewerbegerichten zustande, und überall bewährten sie sich auf das Allerbeste, so daß in dem Gesetz von 1901 schon ein Obligatorium für alle Gemeinden über 20000 Einwohner ausgesprochen wurde. Will man diese Bestimmung sinngemäß auslegen, so kann sie nur so verstanden werden, daß der Gesetzgeber annahm, alle Gemeinden von über 20000 Einwohnern hätten so viel Industrie, daß für die darin beschäftigten Arbeiter ein Gewerbegericht eine Notwendigkeit geworden sei und das Zivilgericht nicht mehr ausreiche. Daß der Gesetzgeber die Errichtung von Gewerbegerichten nicht für das ganze Deutsche Reich obligatorisch machte, konnte nur darin seinen Grund haben, weil es wirklich noch Landesteile mit ganz unentwickelter Industrie gibt. Und eine allgemeine Formel, für Landesteile oder Kommunalverbände mit entwickelter Industrie die Errichtung von Gewerbegerichten obligatorisch zu machen, war nicht gut zu finden und in das Gesetz hineinzuarbeiten. Dem Sinn nach aber ist sie in ihm enthalten, wenn für Gemeinden von über 20 000 Einwohnern ein solches Obligatorium ausgesprochen wird. Zweifellos hat nun unser Kreis Herford mit seinen 27000 Arbeitern weit mehr Industrie, als irgend eine Stadt von 20.000 Einwohnern nur haben kann. Im Kreis Minden, welcher weit weniger Industrie hat, ist ein Gewerbegericht schon seit dem Jahre 1897 vorhanden, und es hat sich außerordentlich gut bewährt. Auch der andere Nachbarkreis, Bielefeld, hat seit dem Jahre 1903 ein Gewerbegericht, und auch dies hat sich sehr gut bewährt, obgleich dieser Kreis kaum ein Drittel der industriellen Arbeiter hat, wie der Kreis Herford, und von diesem noch dazu der größte Teil mit gewerblichen Streitigkeiten dem Gewerbegericht der Stadt Bielefeld untersteht. Demgegenüber sind die 27000 Arbeiter des Kreises Herford allein auf den von der Gesetzgebung durch das Gesetz über die Errichtung von Gewerbegerichten a's unzulänglich anerkannten Prozeßweg der Zivilgerichte angewiesen. Wir gben uns daher der frohen Hoffnung hin, daß der Kreisausschuß unserem Gesuch stattgeben wird. Zum 2. Punkt der Tagesordnung:„Wie erlangen wir kürzere Lohnzahlungsperioden?", referierte Gauleiter Schlüter. Er führte aus: Wie der Mangel eines Gewerbegerichts sich während einer wirtschaftlichen Krise scharf bemerkbar macht, so auch die langen Lohnzahlungsperioden. Während in Vlotho der Tabakarbeiter jede Woche liefere und jede Woche seinen Lohn erhalte, seien in anderen Bezirken des Kreises Herford Lohnzahlungsperioden von über einem Monat üblich. Bei der reichen Firma Engelhardt& Biermann sei die Lohnzahlung nach§ 3 445 der Fabrikordnung eine monatliche, d. h. die Auszahlung des Lohnes findet erst bis zum 8. des folgenden Monats statt. Der arme, hungernde Tabakarbeiter muß also bei seiner Armut der reichen Firma 5 Wochen Kredit geben auf seinen Arbeitslohn. Was diese Firma an sogenannten Wohltaten den Arbeitern erweist, ziehe sie reichlich aus den Zinsen der Arbeiterlöhne, die sie so lange festhalte. „Die Art der Lohnzahlung sei zu der Zeit, wo die Tabakarbeiter Westfalens noch zum großen Teil ihren Erwerb aus der Landwirtschaft zogen, den Verhältnissen entsprechend gewesen. Heute aber, wo die Tabakarbeiter Westfalens zum größten Teil proletarisiert seien, wo sie fast alle von ihrer Arbeit als Tabakarbeiter leben müssen, seien diese langen Lohnperioden geradezu zum Fluche geworden. Neben der Lohnknechtschaft trete nun noch als zweites: Die Schuldknechtschaft. Durch die monatliche Lohnzahlung werde der schlecht bezahlte Arbeiter doppelt ausgebeutet, als Arbeiter und als Konsument. Gezwungen sei er, zu borgen, und das könne er vielfach nur mit Hilfe der Bürgschaft seines Werkmeisters. Schlechte und teure Ware erhalte er meist. Die Zigarrenindustrie sei durch die Heimarbeit eine fliegende Industrie geworden. Fabriken gehen plötzlich ein. Die Arbeiter haben den Lohn von über einem Monat zu fordern, und vielfach bekommen sie dann nichts mehr. Die Fabrikanten sollten es doch ablehnen, die Armut zum Gläubiger zu haben. Aber diese halten fest an der monatlichen Lohnzahlung.. Die Armut als Gläubiger und reiche Industrielle als deren Schuldner, solch ein System haben wir hier in Westfalen. Dieses System erzeuge eine Verlumpung zahlreicher Arbeiterfamilien. Wo der Lohn jede Woche ausgezahlt wird, ist die Arbeitsleistung des Arbeiters eine größere als dort, wo ein Arbeiter nach 5 Wochen, in nebelhafter Ferne, erst zu der Entlohnung seiner Arbeitskraft kommt. In der Bibel heißt es schon 3. Buch Moses, 19, 13: Es soll des Tagelöhners Lohn nicht bei dir bleiben, bis an den Morgen. Hier kehrt man sich aber nicht daran. Von diesen Leuten sagt Jesus Sirach 34, 27: Wer den Arbeitern seinen Lohn nicht gibt, der ist ein Bluthund. Moses sagt dann noch 24, 14: Du sollst dem Dürftigen und Armen seinen Lohn nicht vorenthalten, er sei von deinen Brüdern oder Fremdlingen, die in deinem Lande und in deinen Toren sind. Wären die Arbeiter geschlossen organisiert, so wäre es leicht, wöchentliche Lohnzahlungsperioden einzuführen. Die Frage sei aber zu brennend, daß sie noch hinausgeschoben werden könne. In diesem Herbst sei wieder eine Reihe Arbeiter in die Gemeindevertretungen gewählt worden. Auf Grund des§ 113a der Gewerbeordnung kann durch Ortsstatut einer Gemeinde für alle Gewerbebetriebe festgelegt werden, daß Lohnzahlungen in festen Fristen erfolgen müssen, welche nicht länger als 4 Wochen und nicht kürzer als 1 Woche sein dürfen. Der Jahresbericht der Gewerbeaussichtsbeamten Berlin 1894 nenne Seite 225 die Gemeinde Rathenow, welche von dieser Bestimmung Gebrauch gemacht habe. Die Uebertretungen eines solchen Gemeindestatuts werden durch den§ 148 Nr. 13 der Gewerbeordnung bis 150 Mark oder mit Haft bis 4 Wochen bestraft. Unsere Gemeindevertreter hätten hier ein Gebiet für ihre Tätigkeit und es wäre eine Kulturtat, wenn sie für ihre Gemeinden solche Bestimmungen schaffen könnten. Auch hier müsse versucht werden, für den ganzen Bezirk solche Gemeindeverordnungen zu erhalten, im Interesse des Arbeiters, dessen Familie und der Kommunen. Redner schlägt vor, zur Agitation für die Errichtung des Gewerbegerichts und Erlangung solcher Gemeindestatuten eine Kommission einzusetzen, welche die Agitation intensiv zu betreiben hat. Eine Diskussion über den Vortrag fand nicht statt. Der Antrag, eine Kommission zu wählen, wurde angenommen und eine solche aus 8 Personen, aus jedem der Aemter des Kreises Herford eine, gewählt. Sie besteyt aus Vahle=Bünde, Lücking=Vlotho, Müller=Enger, Redecker=Spenge, Kluter=Ennigloh, Maschmann= Eilshausen, Flachmeier= Löhne, Müller=Schwenningdorf; ferner sollen die Gauleiter Schlüter, Büscher, Sadenwasser und Supper; sowie Klingenhagen als Vertreter der Sozialdemokratischen Partei und Hoffmann als Vertreter der„Volkswacht" beratende Stimme darin haben. Damit schloß die prächtig verlaufene Konferenz. Politische Uebersicht. Die Notwendigkeit einer neuen Wahlkreiseinteilung zeigt eine Petition, die der Magistrat von Charlottenburg dem Reichstage zugehen lassen wird. Der Magistrat hat nämlich beschlossen, den Reichstag zu ersuchen, den Wahlkreis TeltowBeeskow=Storkow=Charlottenburg in mehrere Reichstagswahlkreise zu zerlegen, derart, daß der Stadt Charlottenburg zwei Vertreter im Reichstage zugestanden werden. Nach der Reichsverfassung soll auf 100000 Seelen ein Abgeordneter entfallen, mit der Maßgabe, daß Bundesstaaten. die keine 100000 Einwohner haben, doch als selbständige Wahltreise gelten sollen. Seit der Gründung des Reiches ist an dieser Wahlkreiseinteilung nichts mehr geändert worden. Die Bevölkerung der Städte und der industriellen Gegenden hat sich riesig vermehrt, die Bevölkerung in den agrarischen Distrikten hat, infolge der Landflucht, nur wenig zugenommen. Den Vorteil von dieser Ungleichheit haben die reaktionären Parteien. Am kraffesten liegen die Dinge allerdings in dem Wahlkreis Teltow= Beeskow=Storkow=Charlottenburg, der auch noch die Städte Wilmersdorf, Schöneberg und Rixdorf umfaßt. 1907 hatte dieser Wahlkreis nicht weniger als 248 160 Wahlberechtigte, von denen 199595 gewählt haben. Sieger blieb Genosse Zubeil mit 104 104 Stimmen; auf die Konservativens#entfielen 52490, auf die Freisinnigen 39066 Stimmen. Zu den Riesenwahlkreisen gehören ferner Berlin 6 mit 194941, Berlin 4 mit 134.082, Bochüm mit 143.835 und Dortmund mit 105 491 Wählern. Zentrum ist keine konfessionelle Partei, sie verkünden's aller Orten, im Reichstag, auf jeder Versammlung und in jedem Kaplansblättchen. Und dann bringt, zur Bekräftigung des nichtkonfeisionellen Charakters, die„Trierische Landeszeitung", Morgenausgabe vom 15. Dezember 1909, folgende Anzeige: Oeffentliche politische Versammlung. Sonntag, den 19. Dezember cr., nachmittags ½4 Uhr in Orscholz, Saar im Saale der Wirtschaft Reden Zentrumsversammlung. 1. Reichsfinanzreform.(Herr Direktor Langer, Trier.) 2. Schulfrage. Alle Zentrumswähler von Orscholz und Umgegend sind eingeladen. Das Pfarramt. Nicht übel erinnert die„Kölnische Zeitung" dabei an den Ausruf des Dr. Bitter, auf dessen Standpunkt damals auch noch Roeren stand:„Lassen Sie bei einer Wahl den Klerus neutral sein, und die Zentrumspartei ist zerschmettert!" Nun, der Klerus verläßt das Zentrum nicht,„das Pfarramt“ beruft sogar seine Versammlungen ein, und die schwarzen Schäflein wissen. was das zu bedeuten hat. Freisinn und allgemeines Wahlrecht. In dem kürzlich veröffentlichten Programm=Entwurfe der zu gründenden„Deutschen Freisinnigen Volkspartei“ werden mit Recht alle jene Forderungen vermißt, die von einer liberalen Partei hätten aufgestellt werden müssen, z. B. die Einführung Kesden des Koenmagendtrechs enter Vzitgung der Klesen. wahlen und der öffentlichen Stimmabgabe“ eine besondere Betrachtung gewidmet. Das Blatt wirft die Frage auf, ob die Urheber des Entwurfs wirklich die Absicht haben, den Programmpunkt des allgemeinen Wahlrechts auf die hanseatischen Stadtstaaten auszudehnen, und schreibt dann: „Das hieße doch Hamburg und Lübeck einfach der Sozialdemokratie ausliefern, zumal der Erwerb des Bürgerrechts dort der denkbar leichteste ist. In kürzester Zeit würde durch Eintritt der fluktuierenden Beoölkerung in den Staatsverband die Wählerschaft des Staats mit der der Reichstagswahlkreise identisch sein. Auch für Bremen würde die gleiche Gefahr heraufbeschworen, wenn auch der Erwerb des Burgerrechts an eine Gebühr geknüpft ist. Wenn man— mit Recht— eine sozialdemokratische Kommunalverwaltung für Berlin für unzulässig hält, so muß man sagen, sie darf auch in Hamburg nicht Platz greisen. Sie ist für die Hausestädte sogar noch viel steben; er würde durch seine Gesetze die gue ische Stadt Volkspartei nicht wollen. Ihre Parteigenossen in seati Unglück Bremens halten.“ 908 grobte da, wo es den„Liberalen" bung der aus dem Ausland kommenden Futergerste tellenvermittelung der Schiffs eute vom Juni 1902 dacht Spesentlisch= Verig ve zenannten Spezialgesetzes feger sder den Verord. Rußkand. injofern als die Erlaubnis für rmittlergewerbes von dem Nachweis eines vorhandenen Beauf die Erteilung von neuen Konzessonen. Ueber nationalliberale Zukunftspläne macht die Germania“ Die Lebenshaltung der englischen und der deutschen Arbeiter. bebung des englischen Hans und Erläuterungen aus der Er. Dezember 1907 im Durchschnitt 7½ Pence gleich 63¾ Pig, (2530 Mart) die Woche, während engl...4. Schiling piel als der deutsche, 4rrechnek aver der enaliche dovpelt so ## in Brot umgerechnet aber der eng n rr. Albsicht haben bei den. Nationalliberalen die land=Westialen mit den genmenden Reichstagswahlen in Rheinmachen um das 5.“—osialvemokraten gemeinsame Sache zu Nachen, um das Hentrum zu verdrängen Bassermann, der jetzt einen zum konservativen Besitzstand gehörigen Kreis vertritt, in in Osnabrück zu kandidieren. Weiter die Absicht haben, im Reichstag die Friedenspräsenzgesetz läuft im Jahr 1911 ab; jede neus,„Vorlage bringt Meyrausgaben. Die Witwen= und Taisenversicherung und die Pensionsversicherung der Privatbeamten kosten auch viel Geld; da hofft man nun im liberalen die Sozialdemokratie fur Annahme der Reichserbschaftsteuer gewinnen zu können unter der Voraussetzung, daß die gewonnenen Mittel zur Durchführung der genannten sozialen Zwecke dienen sollen. Die Genossen sollen sich dann verpflichten, in allen drei Lejungen für die Erbschaftssteuer zu Feäh, sich keine Mehrheit, so soll unter dieser bann ganz von selbst Fa. sich geben, und der Großblock ware ., Verschtsmaßreglen gegen Japan. Petersburg, 20. Te legungen vor. Vön Irkurst Oiten umangreiche Truppen:Ven vorgeschoben worden. Die Gesamtstärke der dort stehen. sischen Truppen beträgt etwa 250.000 Mann. Türkei. lich Hinrichtungen sezt: 90z 2eb. g Odan(en=Hinrichtungen. Konstantir der Regierung, alle einmal hinzurichten von Adana, es sei wirlungsvoller, dem Eine summarische Hinrichtung sei bald vergessen. Heute werden beiden Hirüger e sonen zehängt, darun .—.„Ziberjade und alle Mitglieder der wegen ihres Reichtums veruhmten Familie Kibarjade. Auch in Macedonien die Henker viel zu tun. In Uesküb werden in nächster richtet werten.auen und der Bulgare Alexi Maneff binge Kommnuales. Gemeinderatswahlen in Württemberg. In Asberg wurden zi7, Sezigidemokrat und ein Unparteischer gewählt.— In nicht ve#e wo unsere Partei bisher im Gemeinderat noch gar „###ll##en war, gelang es mit großer Mehrheit beide zur Wayl stehenden Mandate zu erobern. In Reichenbach a. iegte der sozialdemokratische Wahlvorschlag. Gewählt wurden zwei Sozialdemokraten und ein Unparteiischer. In Mergeln bei Heidenheim, einer nationalliberalen Hoch' Die Wirkungen der Krise. Markenverkauf für die Versicherten der.. gibt der men Freilich nichsu Arbeitsmarkt der Industrie komder nur an“ San,gge lusdruck, weil der Industriearbeiter Woüt ige ie Erscheinung, weil Industriearheitersiche“ sind, die nicht in dem Maße wie di. cpsfianen Jahren 1903 bis 1906 in jedem Jahre 20 bi. sant dieser Ueberschuß im Per= 6c 202“ ar sise, Zehersches ig als im Reorender die Erise einepzte tragsmarken. In den Vergleicg mit 140h aus 16104904 Bei 1908 wird mitgeteilz.i verteiten Rechnungsergebnissen fü. 19. geteilt, vaß in diesem Jahre nur 9952791 Beitragsmarke,„mehr verkauft wurden als 1907. Schlimmer is über dus Bilv in einzelnen Bezirken. Hier trat ein direkter Rückgang im Markenverkauf ein. Diese Bezirke geben folgen 1907 1000 Winiger 1908 als im 34 009 719 Saziested.......: 19686177 umterstr. 3; Hostein.. 16641473 Unterstunten. 4683279 33 652 425 19392847 16 515639 4679 107 Jahre 1907 357293 293330 66234 4172 10 Jahren von 1899 bis 1908 jolgendermaßen lin P den Luarier 2= 11 Doppelzeniner):1in0 an Deuticht 383 3809 s2cs 1902 1903 1904 1905 1906 1907 1908 Denischr. Sajn S2,0 84,0 35,2 33,2 36,2 36,7 37,3 43,0 43,8 England 25,0 26,1 26,9 28,1 26,9 28.4 29,8 28,3 30,7 32,0 Differenz 8.2 5,9 7,4 7,1 6,3 7,8 6,9 7,0 12,3 11,3 on B5g gsaef auf# galt für das Deutsche Reich ein Weizenzol den Quarter. An dden Doppelzentner= etwa 3,7 Schilling au Toppelzeniner Dage trat die Erhöhung auf 5.50 Mar der(iniolge der 51 58 Schiling pro Quarter) in Kraft, lan ur Wirs.“ dir meehreinsuhr unter dem alten Tarif) erst 190 ####ung. Unter dem alteren Tarise sehen wir eine Diffe ens von im Durchschnitt rund 6—8 Mark, die mit dem neuer. Senbar ai: Fuie 12 Mi steigt. Die noch höhere Steigerung is ender die Wiltung der durch Aufhebung des Identitätsnack des Zolles zur gesteigerten Aussugr, die erst die volle Wirkun, ##r Geltung brachte. Unter Berücksichtigung de Frachtdifferenz zeigt das deutlich die Wirkung der bei uns ge ens der Weltria allgemeinen Stei ich daß die zmartspreise um so schwerer wirkt. Es ist begreif des Verlangen s0 setten Bissen glei hanol8. Aber grogen wie ihre Standesgenossen diesseits de —Janl der demagogische Schwindel, daß das Auslan en, Hou, ge, der bei uns fruyer auch eine Rolle gespielt ha ###d durch diese Gegenüberstellung deutlich widerlegt. 4 300 019 721029 75 020 648 74 300 019 „Da die jungen Leute, die das 16. Lebensjahr vollendet habe. ptlichtig wurden... u haltnis steben, versicherungs ss hsarsen e die Zahl de Statt des natürlichen Anwachsens von 1500 000 trat ein Rüc Deutsches Reich. ardneten Fra.. Verfassung im Reichstag. Die Abg einen Initigi.t Link und Pachnicke haben im Reichs.e Beichsver i: entrag, eingebracht, der hinter Artikel 3 de Frricheverfassung den Zusatz angebracht wissen will: „In jedem Bundesstaat muß eine aus Wahlen der Bevölke rung hervorgegangene Vertretung bestehen, deren Zustimmun balis eriorderlich zset Veststellung des Staatshau wird sich wahrscheinlich für diesen Antrag ein Mehrheit finden, wenn auch Konservative und Zentrum dageger stimmen werden. Schließlich ist es doch entsetzlich blamabel, das Teutsa and noch ein Land ohne Volksvertretung gibt Möglich auch, daß der Bundesrat beistimmt, da es ja die mecklen wünichen Ssausrunsen selbst.sind, weiche eine Volksvertretun, „ P., Eenn warde ein Widerspruch Preußens Fürstliche Portofreiheit. Die deutschen Landesfürsten un ßer ihneg noch die Familie Thurn und Taxis haben das Pr. ###er poctofrei eit. Von diesem Privileg machen sie au den ausgievigsten Gebrauch; ist doch jungst festgestellt worde aßgeine, fürstiche Moikerei ihre Produtte, mit denen sie Hand keiel, vorlbstei versendet. Einen besonders markanten Fall tei jetzt das„Berliner Tageblatt“ mit. Nach der Darstellung de jenannten Blattes hat eine herzogliche Hofverwaltung— welck vird seider nicht gesagt— bei einem Handelshause für die herzog iche Forst=Administration Waren im Gewicht von 300 Kill Hostpoleten mit dem Ausdrp enden sind. Mit diesem gruc„bertogliche Angelegenbeit“ ben gratis u herzn aufdguck veriehen, hatte die Post d Sachen grans zu vefort rn. Das Postporto, das ein gewöhr icher Sterblicher hätte bezahlen müssen, würde sich auf 56,60 M elaufen haben. Natürlich würde dieser gewöhnliche Sterblick olche Quantitäten nicht der Post, sondern der Bahn zur Be Ssößsen müsfern. Frach 5.40 Die Beseitigung dieses durch nichts begründeten Privilegs i m meichstage von sozialdemokratischer Seite mehrfach verlang vorden, vom Staatssekretär Kraeike jedoch immer abgelehn weden„Die deutschen Fürsten werden vom Volke für ihre Ar eit so reichlich bezahlt, daß teinerlei Anlaß besteht, ihnen aud ioch besondere Zuwendungen zu machen. In Rohracker sielen der Sozialdemokratie alle drei zur Wahl tehenden Mandate zu. In Ulm hatte die Sozialdemokratie einen ganzenven Erfolg zu verzeichnen, indem sie einen starten Stimatsmandate eroherte, Vorjahr erziele und zwei neue Gemeinde, „Eine sozialdemokratische Mehrheit. In Ilmenau haben pit i1 Senspen bei den Gemeinderatswahlen ihre volle Liste slatt: nan oten vuragebracht. Die bürgerliche Liste unterlag I. Januar ab 16 der Sezialt im Vemeinderate gehören vom ichen Parteien an.ratie und nur 6 den bürger. Sressaner“ Pagistrat ädtischen Arbeiter in Breslau. Der beschloß auf die gemeinsame Eingabe der hen Arbeiter. Die Lohnzulage(seruu der Löhne aler städti. üickwirtend ausgezahlt werden. 0 bis zum 1. Dezenber d. J. Wahlrechtsschänder an der Arbeit. Den Sozialdemokraten in delsnitz i. V. gelang es, bei der letzten Stadtveroronetenwahl innehmen. Bürgermeistser so daß sie jetzt 7 von 18 Sitzen rachte am Freitag irn Lante a Landtagsabgeordneter Dr. Schanz Tachle um Freilag in der Stadtverordnetensitzung eine Vorlage das bestehende gleiche Listenwahlrecht in ein Vierlassenwahlrecht(Berufswahlrecht) zu verschändeln. Den Izlurdemokratischen Vertretern wurde erst zwei Tage vor Staltinden der Sitzung der geplante Wahlrechtsraub mitgeteilt. An er Beschlußfassung beteiligten sich auch die mit Jahresschluß aus chezverfumm ausscheidenden bürgerlichen Vertreter. Die Wahlemterertummerung wurde ohne Debatte mit allen gegen die unierer Vertreter angenommen. Unsere Vertreter 9bsnund ien#rktärung ab, daß sie sich an der Diskussion nicht beigen, urn sie die Art der Einbringung der Vorlage für unesetzlich halten. Ohne daß dieselbe dem Verfassungsausschuß vorlegen hat, ist sie dem Kollegium zur Beschlußfassung unterbreitet Im. Beschwerdeweg werden sie den gefaßten Beschluß mechten. Tags vorher hatte eine überfüllte Einwohnervermmlung gegen den geplanten Wahlrechtsraub protestiert: die ürgerlichen Stadtverordneten ließen das unbeachtet. Gewerkschaftsbewegung. erungen selbst sind, weiche eine Volksvertretung „ a“ Srag emte eim Wirrtstug, Preuptur mit seiner „. Summen allein...., den untrag auf Verfassungs D. 0- Urr Pringen, Schon A wiversprechener=Snm Hessen gegen die Schiffahrtsabgaben. Die Handelskamme n Darmstadt, be. häftigte„## in ihrer letzten von der sachsischen und badischen Regierung ". Stimmen allein genügen, den Antrag auf Verfast anderung zu Fall zu bringen. Schon 14 wideriprechende Stim men genugen hierfur. Aber wenn auch Mecklenburg eine Verfassung erhalten sollte wird Preußen sein Herrenhaus und sein Dreiklassenwahlrecht noch lange nicht los. Gewiß, ohne Not werden die Junker lecklenvurg nicht preisgeben, aber ihre Hochburg, wo ihr Schicksal entschieden wird, ist Preußen Das geliebte preußische Wahlrecht werden sie bis zum Aeußersten verteidigen. isinn. Gichof, Zeru.. und der Freisinn. Der Ab es sich offenbar zur Aufgabe gestellt hat, den Frei sinn nach Kräften zu blamieren, erzahlt in Nr. 290 des„Tag' „Ich lengne zwar nicht uur gurt gr memals getan, d.) auDer„Abg. ** auch und habe es niemals getan, d. z auch von der burgerlichen Linken erhebliche Fehler vegangen worden sind.„So war es nach meiner Auffassung sehr wohl möggeh sich uber die Branntweinsteuergesetzgebung mit der Konrvativen rechtzeitig zu einigen, selbst auf die Gejahr hin, daß as Branntweinmonovol eingefuhrt würde, dem eine große Anzahl freisinniger Abgeordneter nach meiner Kenntnis der Dinge ihre Zustimmung nicht versagt hätte. In der Steuerkommission haben die Vertreter der Freisinnigen das Monopol scharf bekämpft und bei den letzten Nachwahlen zum Reichstage haben die freisinnigen Redner mit Stolz verkündet, daß der Freisinn gegen die Branntweinsteuer gestimmt hätte, und nun kommt ein Mitg ied der freisinnigen Reichstagsfraktion und erklärt, daß eine große Anzahl Freisinniger bereit waren, für das Branntweinmonopol zu stimmen. Aan wird sich diese Tatsache für die kommende Wahlagitation Tarmstadt, beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung mit de Denlschrift di. Schift egrrung veröffentlichter varauf binzuwirten. sabgaben. Es wurde beschlossen sich ucsammensch; daß die übrigen hesischen Handelslammer — g A s a m m e n s c h l i e ß e n z u e i n e m e r n e u t e n e n e r g i s c h e n P r o t e s i gegen die von Preußen geplanten Schiffahrtsabgaben. Dadurch Pesäsß, aaß die bessische Regierung dem Beispiele Schrite unternehmen fol.“un auch ihrerseits geionet in rung gerichtet wegen der Schiffahrtsabgaben. Die Interpellan ten richteten an die Regierung die Frage: Wie stellt sich die graöfzrzggliche Regierzng zu der Frage der Einführung von Vertreter im is gegen die Einführung von Cosin. Die Presse der Agrarier wird nicht müde immer und immer wieder zu versichern, daß Tosin eine äußerst harmlose gen sei, de mindetens so ungefährlich sei, als wie de farbe., mit denen die Zuckerwaren gefarbt werden. In den ##isen der Regierung scheint man aver doch etwas anderer „os#u ein.„Wenigsiens eröseglichen die„Hanburger achrichten eine Zuschrift der Firma Druyn in Eckernförde des halts: „Fur einen Segler mit 1000 Sack Gerste weigerte ich mich, die vielbesprochene Färbung mit Eosin zuzu assen. Auf ein an den preußischen Finanzminister gesandtes Telegramm erhielt die Firma die telegraphische Antwort, daß das Zollamt angewiesen bisher zu denaturieren durch Anschneiden.“ Verfahren ist bisher stets geübt worden, bis es den ##nfahrtsargaben? Ist sie bei Bundesrat die Stimme Hessen- gegen Schiffahrtsabgaben abgeben zu lassen? B. i Pannesmannschen Berzwerksrechte. Im Namen des Hanvurger Reeder hat der Vorsitzende Generaldirektor Ballin jetzt eine Eingabe an den Reichskanzler gerichtet, in der im Interesse der deutschen Schiffahrt und der deutschen Eisenmnrusttie dringend darum gebeten wird, daß das Reich die Mannesmannichen Bergwerkskonzessionen in Marokko dem deutschen Kapital sichere. Der Verein schließt sich dem Ersuchen der Solinger Handelskammer an, die ebenfalls fur einen derartigen Schup eingerreten ist. Die Eingabe wird damit begründet, daß bisher Hamburger und andere deutsche Reedereien lohnende Beschäftigung beim Erztransport aus Schweden gefunden hätten, aber dieser Verdienst sei durch die bekannten Päne der Einschränkung der schwedischen Erzausfuhr gefährdet. Daher sei der deutschen Schiffahrt an einer Ausbeutung neuer, eben der marokkanischen Erzlager um so größer. . Zur Einigung der linksliberalen Parteien. Der geschäftsfuhrende Ausschuß des Wahlvereins der Liberalen(Freisinnige „einigung beschäftigte sich, wie die„Liberale Korrespondenz“ merdet in seiner Sitzung am Montag mit den Vorlagen des Vierer=Ausschusses. Er beschloß, das vorgeschsagene Programm dem demnächst einzuberufenden Gesamtvorstand der Partei unverändert zur Vorlage zu bringen. Hinsichtlich des Organisazwei Aenderungen vorgeschlagen werden, die sich hauptsächlich auf Formulierung der Rechte und Pflichten der Dur De eshel Ba Cg ein eutud er. 9. Jannar 1910 in Aussicht zenommen sein. Petition für den Arbeiterinnenschutz. Die ie spür schon herichteieg g schen Gewerbe versuchen, n gt schon brrichteten, die mit dem 1. Januar in Kraft tretenprisch zu machen, tie hutze der Arbeiterinnen dadurch illn. uchen dig“ gi 09 g: in Petitionen an den Bundesrat erachen, die graphischen Gewerbe für Saisongewerbe zu erklären. Diesem Bestreben der Unternehmer suchen die Arbeiterverbände m graphischen Gewerbe in gleicher Weise zu begegnen. Die zerbände der Buchbinder, Buchdrucker, Buch- und Steindruckeen Bundesrat ebenfalzg pden und Steindrucker haben an en#######s eine Petition gesangt, in der sie bitten, us gesundreinchen, volkswirtschaftlichen und gesetzlichen Grünie Unterneumerpetitionen abzulehnen, und keine Ausnahmen im Theiszeit fur died peiten s;seklich festgesetzen Maximal. dieser Tard“. di Arbenietinnen zuzulassen. Zur Begründung brikanten in ihren.. iesen daß die GeschäftsbücherUrbeitsbedirfnis: Eingabe selbst zugesteben, daß ein vermehrtes venigg Praax canur zu den Quartalswechseln upd oft nur sermerlt, daß Arbeitsteu wird in der Petiton der Verbände Arbeiten steis po va. Ir0 fnzu Bewältigung schnell anfalender zur eingeste vorhusben star und somit von den Unternehmern #eult zu werden brauchten. Das wird durch eine Auferung der von den vier Verbänden in den letzten Jahren geleisteten großen Summen für Arbeitslosenunterstützung zahlenmäßig belegt.— Diese einfache, aber sehr treffliche Begründung nehmerverbände glatt ahzulehnen.. Peition der UnterDeizember, bezinnt vor den (Baden! der Prozeß gegen vie Teilnehmer an den Rheinfelder Fage in Auspruch sichtlich zwei geschichte des Przesses. Zur Ortentierung eine kurze Vorren eine Naumspium wurde vor zwei JahFahrik in Neubausten(Schweizl. gen g. Hn 13. August wurden auf der naßen Siaion BrügDurufe dis Früllige“ ausgeladen. Die Streikenden suchten durch zu halten, wobei is viligen von der Aufnahme der Arbeit abder Schieberei mit dem Revolver, der sich bei unter den Streisgpeg hervor. Dazu kam waren. Im selben Phend nach Eintreffen des aeu derundte transports fant:. StreitbrecherEengel und Versammlung der Streikenden statt, in der ühr zie Anschluß an diese Soheif(elshr mmecg Streskbrecher. demoliertz, Auch die Fahri, fen walle beschangt. Der Favestportier Giel fen aus einem Schweizer Milifärgewehr unter die Streikenden, zunacst oone zu treffen. Ein Schuß traf jedoch einen deutschen Arbeiter, der schw schossen auch die Sti standen. Ein italier gen In den fong#n Gendarmen des Be stanzer Infanteriere Ruhe wieder herstel mädchen ist nun A Von der Staatsanw Der„christliche" ruhen seien von den steht aber kein einzie gehören fast alle Ar .. Die Antwort de Essen a. d. Ruhr sammlung der Berge Die Interpellation w sammlung erblickte Innern, daß es auch uind und deren Int dorte Verhöhnung d von überzeugt, daß 1 kann, erachtet aberd gehen nicht für geeie eine Besserung der di Hausuhr. Eiche, 205 cm hoc schöner Gongschla Mk. 110.— Beste u. billi von Uhren Teppiche Vorlagen Läufer Wachott Wandschi Spindbord Markttasc ** = Casete zu bekan Bilnisen- Fie Tapetenn „VmD 6. m. be. M1. 5 Rathausstras rsburg, 20. Dez. Wäh hres wurden von Kriegs ind davon 510 vollstreckt Todesurteile und 84 HinPetersburg, 20. Defangreiche Truppen= Ver0 Mann mehr nach Osten ke der dort stehenden rusMann. tinopel 20. Dez. In gen statt. Auf den Rat me am Armeniermassakre widerte das Kriegsgericht Volke das abschrecende g als möglich zu bieten. vergessen. Heute werden ien gehängt, darunter die glieder der wegen ihres de. Auch in Macedonien sküb werden in nächster re Alexi Maneff hingees. g. In Asberg wurden tischer gewählt.— In m Gemeinderat noch gar ßer Mehrheit beide zur in Reichenbach a. F. hlag. Gewählt wurden ziischer. In Mergellliberalen Hochburg, geGemeinderat zu bringen. ratie alle drei zur Wahl e Sozialdemokratie einen sie einen starten Stimnd zwei neue GemeindeIn Ilmenau haben wahlen ihre volle Liste ürgerliche Liste unterlag neinderate gehören vom und nur 6 den bürgeriter in Breslau. Der meinjame Eingabe der der Löhne aller städtizum 1. Dezember d. J. n Sozialdemokraten in Stadtveroronetenwahl e jetzt 7 von 18 Sitzen zeordneter Dr. Schanz tensitzung eine Vorlage st in ein Vierzu verschändeln. Den zwei Tage vor Stalttsraub mitgeteilt. An mit Jahresschluß aus Vertreter. Die Wahlmit allen gegen die n. Unsere Vertreter er Diskussion nicht beder Vorlage für unrfassungsausschuß vorußfassung unterbreitet den gefaßten Beschluß rfüllte Einwohnerversraub protestiert; die unbeachtet. legung. seiterinnenschutz. Die Gewerbe versuchen, nuar in Kraft tretenerinnen dadurch illun den Bundesrat ergewerbe zu erklären. die Arbeiterverbände e zu begegnen. Die ich- und Steindrucketeindrucker haben an ngt, in der sie bitten, nd gesetzlichen Grünkeine Ausnahmen im stgesetzten Maximal1. Zur Begründung die Geschäftsbücheri, daß ein vermehrtes wechseln und oft nur etition der Verbände ia schnell anfallender n den Unternehmern vird durch eine Aufn letzten Jahren geunterstützung zahlenreffliche Begründung Petition der Untericht. Heute, Diensicht in Waldshut an den Rheinfelder voraussichtlich zwei ing eine kurze Vore vor zwei Jahale der Aluminiumerrichtet. Dem den größten Teil urch, daß ihnen der in Aussicht stellte. z. Die Fabrikanten 1 am 22. Juli zum in Station Brugkenden suchten durch me der Arbeit abchkeiten kam. Ein evolver, der sich bei des schießlustigen ind die lange Dauer ißerfolg riefen eine ervor. Dazu kam ihnungen gekündigt des Streikbrecher= kenden statt, in der Anschluß an diese Unruhen, die den in die Wohnungen noliert. Auch die rtier Biel feuerte je Streikenden, zuoch einen deutschen Arbeiter, der schwer verwundet zu Boden sank. Gleichzeitig schossen auch die Streikbrecher, die bewaffnet auf dem Fabrikhof standen. Ein italienischer Arbeiter blieb tot auf dem Platze. In den folgenden Tagen wurden dann alle verfügbaren Gendarmen des Bezirks und auch eine Kompagnie des Konstanzer Infanterieregiments nach Rheinfelden beordert, die die Ruhe wieder herstellten. Gegen 20 Arbeiter und ein Dienstmädchen ist nun Anklage wegen Landfriedensbruches erhoben. Von der Staatsanwaltschaft sind 59 Zeugen geladen. Der„christliche“ Sekretär Engel hatte behauptet, die Unruhen seien von den Sozialdemokraten angezettelt worden. Nun steht aber kein einziger Freiorganisierter unter Anklage, dagegen gehören fast alle Angeklagten der christlichen Organisation an. Die Antwort der Bergarbeiter. In Schonnebeck bei Essen a. d. Ruhr befaßte sich am Sonntag eine Massenversammlung der Vergarbeiter mit der Antwort der Regierung auf die Interpellation wegen des Zechenarbeitsnachweises. Die Versammlung erblickte in der Aeußerung des Staatssekretärs des Iennern, daß es auch arme Witwen gibt, die Bergwerksaktionäre sind und deren Interessen geschützt werden müssen, eine unerhörte Verhöhnung der Bergarbeiter. Die Versammlung ist davon überzeugt, daß nur durch Selbsthilfe etwas erreicht werden kann, erachtet aber den gegenwartigen Zeitpunkt zu einem Vorgehen nicht für geeignet. Ein Streik sei sicher, doch müsse erst eine Besserung der Konjunktur abgewartet werden. Die Differenzen in der Holzindustrie werden trotz des bevorstehenden Weihnachtsfestes mit unverminderter Schärfe weiter geführt. In Höchst a. M. und Luckenwalde ist zwar in den letzten Tagen erneut verhandelt worden eine Verständigung konnte aber bisher nicht erzielt werden. In Sommerfeld versuchen die Unternehmer mit Aufbietung aller Kräfte Streikbrecher anzuwerben. Bisher ohne Erfolg. Recht schlechte Erfahrungen auf diesem Gebiete macht auch die Waggonfabrik in Bautzen, bei der seit Wochen die Stellmacher wegen einer erheblichen Lohnreduzierung ausständig sind. In Berlin und anderen Orten wurden ganze Transporte von Streikbrechern zusammengestellt, die aber— dank der Aufmerksamkeit der Arheiterschaft— wieder zerstreut wurden. Mit dem traurigen drest, den die Streikbrecheragenten nach Bautzen brachten, vermag die Direktion der Fabrik nichts anzufangen. Es sind deshalb auch in den letzten Tagen die Tischler des Betriebes in Mitleidenschaft gezogen worden, weil sie sich weigern, die Arbeit der ausständigen Stellmacher fertig zu stellen, Die Mißwirtschaft auf der Kieler Werft. Flensburg, 20. Dez. Vor der Kaiserlichen Disziplinarkammer in Schleswig kam heute ein Prozeß gegen den Werftbuchführer Gumlich von der Kaiserlichen Werft in Kiel zur Verhandlung. Gegen Gumlich, der wegen Unterschlagung amtlicher Gelder angeklagt war, wurde von der Diszivlinarkammer auf Dienstentlassung unter Belassung von drei Vierteln der gesetzlichen Pension auf die Dauer von 5 Jahren erkannt. Drei Matrosen vom Sturm ins Meer geschleudert. Triest, 20. Dez. Bei einer Nachtübung wurden von der Segeljacht „Sen“ der k.=k. Kriegsmarine auf der Höhe des Leuchtturms San Eiovanni di Pelagio drei Matrosen vom Sturm ins Meer geschleudert. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsaktion gelang es nur, einen zu retten, während die anderen ertranken. Dynamitexplosion. Christiania, 20. Dez. Heute vormittag wurde in einem Vorort eine Straßenbaubaracke infolge einer Dynamitexplosion in die Luft gesprengt. Zwei Arbeiter wurden getötet, 10 lebensgefährlich verletzt. Von einer Lawine verschüttet. Innsbruck, 20. Dez. Bei einer militärischen Skiübung wurden mehrere Soldaten von einer Lawine verschüttet. Ein Kaiserjäger wurde bisher als Leiche geborgen. Ob die anderen grettet sind, ist noch nicht bekannt. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Interatenteil: Wilhelm Böttcher. beide in Bielefeld. 2 F Herren- und Damen-G.#ren. Damen-Ringe, u. Feldstecher Nickei v.Mk. 7.— an reizendeMuster f.Theater, Reise 10.— r Silber Gold 99 99 9" 18.—„ HerrenRemontoirUhren. Nickel von Mk. 4.— an Silber„„ 10.—„ „„ 60.—„ Echt Gold schon von Mk. 2.50 an. und Jagd, von Mk. 5.— an. Trauringe sind meine Spezialität. Echt Gold von Mk. 3.— an. Echt goldene Krawattennadeln v. Mk. 2.— an. Hausuhr. Eiche, 205 cm hoch, schöner Gongschlag, Mk. 110.— - Grosse Auswahl in— Broschen. Echt Gold von Mk. 2.— an. 1 Uhr gratis mit Garantie für gutes Gehen erhält jeder Leser dieser Zeitung trotz meiner äusserst niedrigen Preise beim Einkauf von :: Mk. 10.00 an. KuckuckUhren von Mk. 7.— bis Mk. 20.— eind eine Freude für Freischwingcs die ganze Familie. schmücken jedes Zimmer, dauerhaft, von Mk. 15.— an. äusserst bullig! 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Und dennoc Meinung: Rost bildet sie und diese sind dann gewöl Wunden, die durch solche meistens u regelmäßig, schmutzt und mit Eitere sehr das Entstehen von und in schweren Fällen st Das, was wir„Blutver keine gewöhnliche Vergift eine Ueberschwemmung d Entzündungen und Eiter besonderen Gifte bilden. zu tun. "— Stadttheater. Aus d Der letzte Sonntag brack nachmittags das entzücken erfolgreiche Operette„7 wird, bereits am morg Preisen wiederholt, währ zweiten Weihnachtsfeierta — Polizeibericht. Ge chen mit größerem Geldbe ledernes Portemonnaie n portemonnaie mit geringe Zugelaufen: 1 ge pinscher(Bastard); 1 gelt Entlaufen: 1 kleit pinscher(Bastard). Verloren: 1 silber dene Brosche mit Grana mit roten Steinen; 1 br 2 Mark Inhalt. Schlittenfahren. das Schlittenfahren in den reichen Fußwegen, wie He polizeilich verboten ist. 8 Mennighüffen. Ver Donner Soz. Gi wicklung". Referent Praktisa Der Vorstand des verbandes hat in sein arbeitslosen Mitgliede, n eine Woche arbeitslos ist, a an männliche Verheiratete Ledige 3 Mark. Auch hier ist es wieder seinen Mitgliedern als wah die Wunden, die ihnen der schlagen hat, zu lindern u Auch ein Rückblicke sind oft reich ist indessen ein R folgloser Tätigkeit, die sich zun hinter sich hat. Bielefelde #.#n. Montag 20. Dez Lustspiel in 4 Akten von Etwas besser ist es Bihezus auf das deutsche zinsicht auf den Tiefstand bunderts nicht viel sogen Witz und viel Behagen, sammengeschriebenen Lusts. Ausnahmen davon gab es flächlichkeit ist jetzt doch man den Anschein eines merhin ist das Publikum flächlichkeit des Moserscher kum nämlich, das aus den denn überhaupt die Aufwi Freinsvorstellung verdank Witz, daß die Einjährigen den. Ein Höhepunkt des vornherein wissen, daß der denheim erobern wird, so mütserregungen in dem S störungen ausgesetzt. Die da ist, erfolgt durch eine Sophie erst hört, daß der um eine Pflegerin für se Ueberzeugung von der unn unendlichen Liebe des edler außerdem kriegen sich auch und der ziem ich dösige Ei Feldt. Natürlich, ein Ziv wie ein Leutnant. Gespielt wurde ausgezei ertragen gewesen. 0 D* Bielefeld, Dienszag, 21. Dezember 1909. 20. Jahrg. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 21. Dezember. — Das Arbeitersekretariat ist am 24. Dezember nur von morgens 9 bis mittags 1 Uhr geoffnet. — Der Zweigverein der Friseurgehilfen hielt am 20. d. M. eine Mitgliederversammlung ab. In der Versammlung wurde darüber K age geführt, daß in den Wochen, in die ein Feiertag fällt, kein Ausgang gegeben wird. Die Kollegen wurden dahin belehrt, oaß, wenn ein Gehilfe oder Lehrling Sonntags länger als 3 Stunden beschäftigt wird, er in der darauf folgenden einen Ausgang von 1 Uhr mittags ab zu verlangen hat; denn in diese Woche ein Feiertag fällt. Wir möchten an dieser Stelle die Gewerbepolizei auffordern, in den Geschäften zu revidieren. Es wurde festgestellt, daß auch sonst der Ausgang sehr unpünktlich gegeben wird und speziell für Lehrlinge vielfach illusorisch gemacht wird. Eine Revision wäre also sehr am Platze. lost ist nicht giftig! Im Volke herrscht vielfach der Glaube, daß Eisenrost giftig sei und lokale oder allgemeine Vergiftungen Blättern für VolksgesundbeitsepzseaeP. Dus ist, wie in den Mast ist nichtinnpfiege beront wird, ein Irrtum, Ros. int nicht giftig, weder, wenn er genossen wird, noch, wenn er unmittelbar in den Körper gelangt. Nur das Einringen von Eisensolittern oder Eisenrostkörnchen in das Innere des auge, ist gefährlich, wenn der Fremdkörper nicht entfernt sogar verordnet und sindline Verbindungen des Erzens werden entbehr'ich. Und dennoch Reinung: Post“tihet sich auf: etwas Wahres an der obigen un ddies##r##ige bilder uug an schlecht aufbewahrten Eisengeräten und dann gesohnuich auch stumpfschartig und schmutzig. die vurch oiche rostigen Geräte entstehen, sind daher meistens u cegelmaßig, gequetscht, gerissen und vor allem verschmutzt, und mit Eitererregern bedeckt. Das alles begünstigt und Prschmaricne Ezündungen und Eiterungen und in schweren Fällen sogar von allgemeiner„Blutvergiftung“ Das, was wir„Blutvergiftung“ nennen, ist aber wohlgemerkt keine gewöhnliche Vergiftung mit einem leblosen Gift, sondern eine Ueberschwemmung des Körpers mit Krankheitskeimen, die Entzündungen und Eiterung hervorrufen und dazu noch ihre besonderen Gifte bilden. Damit hat aber der Rost an sich nicht? zu tun. "— Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Sonntag brachte zwei Siege auf der ganzen Linie: nachmittags das entzückende Märchen„Dornröschen“, abends die erfolgreiche Operette„Die Dollarprinzessin".„Dornröschen“ wird, bereits am morgigen Mittwochnachmittag zu kleinen Preisen wiederyolt, wahrend„Die Dollarprinzessin erst zweiten Weihnachtsfeiertag folgt. funden: 1 grünes Perlehhandtäschchen mit größerem Geldbetrag; 1 größeres Geldstück; 1 braunes nrernes Portemonnaie mit Inhalt; 1 altes braunes Damenportemonnaie mit geringem Inhalt; 1 braune Kindermütze. vin sher' schostatb:: gelbe Dogge; 1 aschgrauer DobermannFpincher(Dastarch, 1 gelber Dobermannpinicher pinscher(Bastard), 1 kleiner gelber Rehpmnscher; 1 Dobermann dene Brosche mit Guilberne Damenuhr mit Goldrand; 1 golmit roten Steinen; ranatsteinen; 1 goldenes Gliederarmbank 2 Mark Inhalt: auns Damenportemonnaie mit etwo Schuttenfahren. Es wird darauf hingewiesen, daß das Schl##enfahren in den Straßen, sowie steilen und verkehrsreichen Fußwegen, wie Hochstraße, Waldstraße und Galovpweg polizeilich verboten ist. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Versammlungen. Donnerstag, 23. Dezember. Mennighüffen. Soz. Verein. Vortrag über:„Kulturentwicklung". Referent: Genosse Hoffmann=Bielefeld. Praktisches Christentum. Der Vorstand des Deutschen Tabakarbeiterverbandes hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, jedem arbeitslosen Mitgliede, welches am 24. Dezember mindestens eine Woche arbeitslos ist, als Weihnachtsunterstützung zu zahlen: an männliche Verheiratete 5 Mark, an männliche und weibliche Ledige 3 Mark. " Auch hier ist es wieder der Tabakarbeiterverband, der sich seinen Mitgliedern als wahre Stütze in der Not erwies und der die Wunden, die ihnen der Schnapsblock und die Regierung geschlagen hat, zu lindern weiß. Auch eine Arbeiterorganisation. Rückblicke sind oft interessant und lehrreich. Besonders lehrreich ist indessen ein Rückblick auf die vierzehn langen Jahre erwigloser Tätigkeit, die der Gewerkverein der Ziegler in Lippe sich hat. Als nach dem Fall des Sozialistengesetzes Bielefelder Stadttheater. 1, en. Montag, 20. Dezember: Der Veilchenfresser, custspiel in 4 Akten von Gustav von Moser. Etwas besser ist es ja denn doch wohl mit dem Geschmack in bezug auf das deutsche Lustspiel geworden, was allerdings in Hinsicht auf den Tiefstand der siebziger Jahre des vorigen Jahrkunderts nicht viel sogen will. Tamals waren die mit wenig Feitz und viel Behagen, mit unglaublicher Oberflächlichkeit zusammengeschriebenen Lustspiele, Possen und Schwänke die Regel, Ausnahmen davon gab es damals gar keine. Die reine Oberflachlichkeit ist jetzt doch fast verschwunden und wenigstens sucht man den Anschein eines ernsthaften Motivs zu erwecken. Immerhin ist das Publikum auch noch von der entsetzlichen Oberflachlichkeit des Moserschen Veilchenfressers entzuckt, das Publikum nämlich, das aus dem Milieu der Kriegervereine, wie wir denn überhaupt die Aufwärmung dieses Stückes einer KriegerSig dad Licuug ver danken. Und was ist das für ein feiner den######e Einjährigen von dem Unteroffizier gedrillt wer##, ein Höhepunkt des Lustspiels! Da wir außerdem von vornherein wissen, daß der edle Leutnant sich Sophie von Wildenheim erobern wird, so sind wir auch vor allen tieseren Gemütserregungen in dem Stück bewahrt und keinen Verdauungsstorungen ausgesetzt. Die Lösung des Konflikts, der gar nicht da ist, erfolgt durch eine spanische Wand, hinter der versteckt Sophie erst hört, daß der Oberst von Rembach sie heiraten will, um eine Pflegerin für seine Gicht zu haben, später aber die Ueberzeugung von der unwandelbaren, grenzenlosen, ewigen und unendlichen Liebe des edlen Veilchenfressers zu ihr erhält. Und außerdem kriegen sich auch noch die Tochter Valeska des Obersten und der ziem ich dösige Einjährige und Referendar, Victor von Feldt. Natürlich, ein Zivil kann ja auch nicht so gescheit sein wie ein Leutnant. Gespielt wurde ausgezeichnet. Sonst wär's auch gar nicht zu ertragen gewesen. die Gewerkschaftsbewegung mächtig erstarkte, da sahen die schwarzrackigen Drahtzieher sich schon im Geiste als die betruoten vohgerber, denen die Felle davonschwimmen, und sie boten alles auf, um ihren Einfluß zu erhalten und womöglich noch zu stärken. Aus diesem Anlaß gründete denn der„Zieglerpastor“ Zeiß im Jahre 1895 den Gewerkverein der Ziegler in Lippe, angeblich um die Lage der Ziegler zu verbessern. Der Hauptzweck war allerdings der, die Ziegler von dem Eintritt in die verhaßten„freien“ Gewerkschaften abzuhalten. Betrachten wir nun, was der Gewerkverein von seinen Zielen erreicht hat. Es ist bitter wenig. Für die materielle Besserstellung der lippischen Ziegler ist, abgesehen von zwei Aktionen, gar nichts geschehen. Einmal, im Jahre 1896, ging man bei den Unternehmern um den Vierzehnstundentag betteln, und das andere Mal, als angesichts des durch die Hochkonjunktur im Jahre 1906 verursachten empfindlichen Arbeitermangels die freien Gewerkschaften den Kampf um den Zehnstundentag aufnahmen, waren es die genügsamen Leute vom Gewerkverein, die sich auch mit zwölfstündiger Arbeitszeit zufrieden gaben. Der Gewerkverein will aber auch gar nicht ernstlich eine Verbesserung der elenden Lage der Ziegler herbeiführen und infolge seiner unzureichenden Mittel kann er es auch nicht. So müssen wir denn seine Hauptaufgabe, die Bekämpfung der Sozialdemokratie, ins Auge fassen. Was man vor vierzeyn Jahren im christlichen Lager träumte, daß man unter der Gunst der Kirche, durch Unterstützung der Behörden und Unternehmer der sozialistischen Gewerkschaftsbewegung bald nahe oder gar überzukommen vermöchte, hat sich als trügerische Hoffnung erwiesen. Was man sich so schön ausmalte, die gesamte Arbeiterbewegung im Sinne christlicher Neutralität zu beeinflussen und so von der sozialistischen Gewerkchaftsbewegung abzulenken, war ein Phantasieprodukt. Und ist ihnen die Erreichung dieses Zieles versagt geblieben, so schlug auch die Taktik fehl, durch bescheidenes Vorgehen das Unternehmertum zu Zugeständnissen zu bewegen, die, wie man meinte, der Arbeiterschaft verweigert wurden, weil sie unter der Führung der„revolutionaren“ Sozialdemokratie stand, und sich darum eines Entgegenkommens unwürdig zeigte. Die Christlichen dachten die Führung zu übernehmen, um zu zeigen, daß auch unter christlichem und nationalem Banner etwas zu holen sei. Darin sind sie nun eines Besseren belehrt worden; sie müssen dem Unternehmertum genau so gut jeden Pfennig Lohnerhöhung, jede Minute Verkürzung der Arbeitszeit abtrotzen, wie die Sozialdemokraten. Sie müssen erleben, daß der Unternehmer auf ihre Forderungen pfeift, wenn sie auch noch so bescheiden gehalten sind und mit der Versicherung unwandelbar guter Gesinnung vorgebracht werden. Wenn man das alles berücksichtigt, so haben die Gewerkvereinshe den ganz und gar keine Ursache, zufrieden zu sein. Sie haben sich nun andere Mittel zur Bekämpfung der freien Geverkschaften ausgesucht und zwar die für einen Christlichen natürlichsten: Lüge und Verdrehung. Mit dem neuesten Produkt aus der Reichsverbandskloake, das im„Gut Brand“ eine geignete Ablagerungsstätte gefunden hat, sich zu befassen, verbietet ins unser Reinlichkeitsgefühl. Die Christen„lügen denn nun inmal wie der Teufel und schwindeln aus Prinzip“, das braucht rst gar nicht bewiesen zu werden, sie beweisen's selber. Daß inen bei ihren Verdreyungskünsten auch einmal ein kleiner lapsus unterläuft, fällt weiter nicht auf. Im„Gut Brand", kummer 49, behauptete man, die Sozialdemokratie suche die Unufriedenheit der Massen zu fördern, denn sie könne nur Unufriedene gebrauchen. Nebenbei gesagt, brauchen wir tatsächlich ie Unzufriedenheit nicht in die Massen zu tragen, das besorgen ie herrschenden Klassen schon allein. Siehe Finanzreform, die ie Gewerkvereinsleute so schön totschweigen. Nach den allgeneinen Gesetzen der Logik folgt nun, daß der Gewerkverein eben nur die Zufriedenen an sich fesseln will. In der Nummer 50 es„Gut Brand“ vern ahrt man sich aber dagegen, daß der Geverkverein„mit aller Kraft die Tugend der Zufriedenheit pflegen oll“. Man macht sich's zurecht, wie's gerade in den Kram paßt. Las erst der Sozialdemokratie zum Vorwurf gemacht wird, dient hernach zur eigenen Verteidigung. Eine eigentümliche Kampsesweise beobachtet man übrigens der Agitation des abrikarbeiterverbandes gegenüber. Suchte man denselben im vorigen Jahr totzureden, so versucht man ihn jetzt totzuschweigen. Aus guten Gründen. Denn es wird auch der allerchristlichsten Verdrehungskunst nicht gelingen; an den m— als„Stinkbombe“ bezeichneten— Flugblatt festgenagelten latsachen zu rütteln. Die mit soviel Pathos angekundigte Erviderung läßt denn auch auf sich lauern, offenbar weiß man nichts. Der Gewerkverein wird, wie die„gelben“ Gewerkschaften, Schutztruppe des Unternehmertums bleiben, sich mit der geamten christlichen Gewerkschaftsbewegung as Schutztruppe rückschrittlicher, volks= und arbeiterfeindlicher Parteien weiter erweisen. Das ist der Zwiespalt, daß sie einmal vorgeben, Arbeiterinteressen zu vertreten und andererseits sich auf die„politische Neutralität“ verpflichten, wenn es gegen Parteien geht, die ihrem ganzen Wesen nach arbeiterfeindlich sind. Diesen Zwiespalt den Massen zum Bewußtsein zu bringen, soll unsere nächste Aufgabe sein, je eher uns das gelingt, desto eher werden die christlichen Gewerkschaften zugrunde gehen und auf ihren Trummern richten wir den Bau der freien Gewerkschaften auf zum Wohle des lippischen Zieglerproletariats. r Herford, 20. Dez. Diebstahl. In der Nacht auf Sonnabend voriger Woche sind dem Kassierer des Deutschen Textilarbeiterverbandes zirka 200 Mark gestohlen worden. 160 Mark in Gold, die in der Nähe lagen, sind nicht entdeckt worden. Der Dieb hat die Fensterscheibe mit Schmierseife bestrichen und dann eingedrückt. Nachforschungen mittels Polizeihund blieben erfolglos. * Enger, 20. Dez. Stadtverordneten=Sitzung. T.=O.; 1. Baugesuch Beckemeyer; 2. Antrag Wilkenhöner und Genossen auf Ausdehnung der Straßenbeleuchtung bis zur Schmidtschen Zigarrenfabrik.— Zu 1 wird beschlossen: Dem Baugesuch wird entsprochen, wenn Beckemeyer die Straßenbaukosten in Höhe von 372 Mark hinterlegt. 2. Der Antrag hat der Beleuchtungskommission zur Prüfung vorgelegen und wurde von dieser abgelehnt, weil kein Bedürfnis vorliege. Die Stadtvertretung ist aber der Meinung, daß hier ein verechtigter Wunsch vorliege und beschloß, in der Nähe der Schmidtschen Fabrik einen Straßenbeleuchtungskörper anbringen zu lassen. Ferner wird der Vertretung mitgeteilt, daß der Königl. Hofmaler für Anfertigung von zwei Exemplaren des Stadtwappens 35 Mark fordert. Die Bestellung wird beschlossen. * Ennigerloh, 21. Dez. Dacheinsturz. Gestern nachmittag 4½ Uhr stürzte auf dem großen zweistöckigen Neubau der Zementfabrik Anneliese die eiserne Dachkonstruktion ein. Die Trümmer fielen in einen Raum, in dem eine Anzahl Arbeiter beschäftigt war. Drei von ihnen wurden, nach dem„Münsterischen Anzeiger“, sofort getötet, vier sind verletzt, davon zwei schwer. Die Getöteten sind sämtlich verheiratet. Für die Verwundeten, die ins Krankenhaus gebracht wurden, besteht keine direkte Lebensgefahr. Hätte der Einsturz sich eine Viertelstunde früher ereignet, so wären die Folgen noch trauriger geworden, da um diese Zeit noch etwa 20 Arbeiter mehr auf dem Bau beschäftigt waren. Die Umfassungsmauern des Neubaues sind stehen geblieben. Die auf dem Dache stehenden Leute stürzten herunter, kamen aber mit leichteren Verletzungen davon. r. Detmold, 20. Dez. Rechtsstreit. Spurlos verschwunden war seit dem 15. Januar d. J. der Photographengehilfe Wegener von hier. Nach verschiedenen Monaten fand man dann den Verschwundenen im Teutoburger Walde erschossen auf. Er hatte sich selbst das Leben genommen. Die Leiche war schon stark von dem Raubzeug angeschnitten, sie wurde indes von dem Photographen Raspe als diejenige Wegeners erkannt. Der Ortsarmenverband Detmold legte die Beerdigungskosten aus und forderte diese in Höhe von 38 Mark von der Ortskrankenkasse für die versicherungspflichtigen Arbeiter der Stadt Detmold zurück. Diese weigerte sich aber, die geforderte Summe zu bezahlen und führte als Weigerungsgrund an, daß es nicht festgestellt sei, daß die Leiche, welche damals gefunden sei, identisch mit der des Kassenmitgliedes Wegener gewesen sei. Der Ortsarmenverband leitete nun eine Klage gegen die Kasse ein. Das Kreisverwaltungsgericht Detmold vernahm in der letzten Sitzung den Photographen Raspe und auf Grund dessen Aussage wurde die Ortskrankenkasse verurteilt, an den Ortsarmenverband Detmold die geforderte Summe zu bezahlen. § Detmold, 20. Dez. Die gestrige Generalversammlung der Ortskrankenkasse der versicherungspflichtigen Arbeiter des Amtes Detmold war von den Vertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber nur schwach besucht, die Kassenmitglieder waren dagegen sehr zahlreich vertreten. Es war von den Kassenmitgliedern beim Verwaltungsamt Detmold Protest erhoben worden, weil die letzte Vertreterwahl nicht statutengemäß und für die ausgeschiedenen Vertreter keine Ersatzwahl stattgesunden hatte. Der Landrat hatte daraufhin die Generalversammlung abzuhalten untersagt und angeordnet, daß erst ordnungsgemäß die Vertreter zu wählen seien. Diese Verfugung hat der Vorstand dadurch inhibiert, daß dem Verwaltungsamte seinerseits die Mitteilung gemacht wurde, die Wahlen seien richtig erfolgt, worauf der Landrat seine Verfügung zurückzog. Es konnte, da erst gestern morgen die Kassenmitglieder Kenntnis von der veränderten Sachlage erhielten, kein Protest mehr erhoben werden gegen die Angaben des Vorstandes. Die gestrige Generalversammrung hat aber gezeigt, daß der Protest der Kassenmitglieder berechtigt war; denn trotz des Protestes ließ der Vorsitzende von den Vertretern der Generalversammlung die Ersatzvertreter wählen. Bei den Vorstandswahlen wurden keine Beisitzer aus der Mitte der Versammlung hinzugezogen und in den Vorstand wurde arbeitgeberseitig der Möbelfabrikant Kottmeier=Pivitsheide gewählt, obwohl er kein Vertreter der Arbeitgeber ist. Es war bei der Einladung zur Generalversammlung auf der Tagesordnung nicht angegeben, daß Ersatzoertreter gewahlt werden sollten. Nachdem die Generalversammlung ihre Tagesordnung, die nur aus Ergänzungswahlen zum Vorstand usw. erheben. Dieser Protest muß u. E. den Kassenmitgliedern zu ihrem Rechte verhelfen, denn der Landrat kann nach dem Geschehenen nicht anders, als die bisherigen Wahlen für ungiltig erklären. r. Heiligenkirchen, 20. Dez. Die Ableitung der Abwässer aus der Villenkolonie Friedrichshöhe in die Berlebecke gab dem Fürstlichen Verwaltungsamt Gelegenheit, hiergegen einzuschreiten. Alle Bewohner der Villenkolonie kamen der Verfügung nach, bis auf die Witwe Meier zu Wantrup. Diese erhob gegen die Verfügung des Verwaltungsamtes Klage. In der letzten Sitzung des Kreisverwaltungsgerichts beantragte die Klägerin, die Verfügung außer Kraft zu setzen, während das Verwaltungsamt beantragte, die Klägerin kostenpflichtig dahingehend zu verurteilen, die Ableitung der Abwässer in die Berlebecke zu unterlassen. Im Verlaufe der Verhandlung zog jedoch das Verwaltungsamt die Klage zurück, da in der Verfügung nicht klar und deutlich ausgedrückt war, was das Verwaltungsamt jorderte.(!) Das Verwaltungsamt behielt sich aber weiterschritte gegen die Klägerin vor. 5. F; Pivitsheide, 20. Dez. Der Fußweg, welcher von der Koylpotter Mühle abzweigend nach dem Donoper Teich führt, beschäftigte das Kreisverwaltungsgericht in seiner letzten Sitzung. ein öffentlicher sei. Stührenberg war der Ansicht, daß der Weg ein öffentlicher ist, während die Kläger das Gegenteil für richtig hielten. Eine Klarstellung erfolgte indessen nicht, da ein Vergleich zwischen beiden Parteien zustande kam. Nach diesem soll dem Landwirt Stührenberg ein 5 Meter breiter Weg, welcher nach dem Kommunalwege zum Donoper Teich führt, freigegeben werden. * Ahlen, 20. Dez. Achtung, Gewerkschaftler und Parteigenossen! Wie im vergangenen, so auch in diesem Jahre, veranstaltet das Gewerkschaftskartell ein Weihnachtsfest. Die Feier und Bescherung der Kinder findet am 1. Feiertage, nachmittags 5 Uhr, statt. Am 2. Feiertag, nachmittags 4 Uhr, ist gemutliches Beisammensein, verbunden mit Konzert, Theater und Tanz. Der Musik=, Gesang= und Arbeiter=Turnverein haben ihre Mitwirkung zugesagt. Es ist jetzt Pflicht der Kollegen und Parteigenossen, sich an beiden Tagen zu beteiligen. * Bochum, 20. Dez. Christliche Kampfesweise. Am d. M. beschäftigte sich das Schöffengericht Bochum zum zweiten Male mit der Klagesache des Vorstandes des Bergarbeiterverbandes gegen Redakteur Rürup vom„Bergknappen". Es handelt sich um den zurechtgestutzten Bericht des„Bergknappen“ über eine Versammlung in Schmidhorst vom 6. April 1908, in der der frühere Verbandsangestellte Spaniol die unerhörtesten und beleidigendsten Behauptungen gegen den Verbandsvorstand in die Welt jetzte. Spaniol ist deshalb schon verurteilt, ebenso die christlichen Sekretäre Gropp und Steeger. Eine ganze Anzahl Zeitusgen, welche den Bericht brachten, mußten Ehrenerklärungen aufnehmen und die Gerichtskosten decken. Der Redakteur des„Bergknappen“ aber wollte den Wahrheitsbeweis antreten und hatte die jetzigen„Freunde“ der Christlichen, Spaniol und Heinen neben Steeger als Zeugen geladen. Aber er fiel damit schwer herein. Es wurde nachgewiesen, daß der von Steeger verfaßte Bericht des„Bergknappen“ wohl alle schweren Beleidigungen enthielt, die Spaniol, Brodam und Heinen geäußert hatten, aber die wichtigsten Richtigstellungen Sachses in jener Versammlung hatte Steeger„vergessen“. Dann waren aber noch alle beleidigenden Stellen im„Bergknappen" fettgedruckt, so daß das Gericht auch darin die Absicht der Beleidigung erblickte und Rürup trotz Zuerkennung des§ 193 des Strafgesetzbuches zu 60 Mark Geldstrafe und die Kosten der Publikation verurteilt. Gerichtliches. Das Urteil im Prozeß Kwilecki. Posen, 20. Dez. Urteil im Prozeß Kwileck ist heute vormittag 11 Uhr gefällt worden und lautet wie folgt: Es wird festgestellt, daß der junge Graf Joseph Kwilecki nicht der Sohn des Grafen Ignatius Kwilecki und dessen verstorbener Ehefrau, Gräfin Kwilecki, ist, sondern der Sohn der Bahnwärtersfrau Meyer. Die Kosten des Prozesses werden dem Verurteilten, Grafen Kwilecki, auserlegt.— ∆ 45 0 Vermischtes. Naturdenkmalpflege in Preußen. In Berlin hat kürzlich die zweite Konferenz für Naturdenkmalpflege in Preußen stattgefunden, an welcher neben dem staatlichen Kommissar für Natursenkmalpflege, der die Verhandlungen leitete, und dem Referenten ius dem Kultusministerium 23 Geschäftsführer der Kom BeBreslau, Danzig, Dortmund, Hanau, Hannover, Hildesheim, Kassel, Liegnitz, Lüneburg, Magdeburg, Münster, Osnabrück, Sigmaringen, Stettin, Thorn und Wiesbaden teilnahmen. Aus den Besprechungen, die sich über den ganzen Tag ausdehnten, ergab sich, daß zurzeit 9 Provinzialkomiiees, 10 Bezirkskomitees und 10 Landschafts-, Kreis= und Ortskomitées, meist Oherbürgermeister, bestehen. Hierdurch hat die Organisation Ruturdenimalpflege eine wesentliche Ausgestaltung erfahren und die hierzu erforderlichen Mittel werden bereitwilligst von den Provinzial- und Kommunalverbänden usw. gewährt. Der staatliche Kommissar machte Mitteilungen über den Internationalen Kongreß für Landschaftsschutz, der zum ersten Male in Paris im Ottober dieses Jahres stattfand. Sechs Staaten hatten offigielle Vertreter dorthin entsandt, und der deutsche Botschafter Lurst Radolin war einer der Ehrenpräsidenten des Kongresses. Zo#rgnässischen Kreisen fand die preußische Organisation der Relnrvenimalpflege eingehende Beachtung und Anerkennung, und schhaft eräpier nrichtung für Frankreich „Aus der in der Konferenz vorgelegten Literatur ein von Proressor Miyoshi in Tokio in japanischer Schrift veröffentlichter Leitfaden der Botanik hervorzuheben. der die Naturdenkmalpflege in Preußen ausführlich behandelt und entsprechende Vorschläge für Japan daran knüpft. Nachmittags warden ausführliche Referate über zwei wichtige Fragen der Naturdenkmalpflege gehalten. Professor Kumm=Danzig erläuterte an der Hand eines umfangreichen Kartenmaterials die bsäsher. auf Grund des Gesetzes gegen die Verunstaltung landhervorragender Gegenden getroffenen Maßnahmen zum Schutz der Landschaft und legte dar, inwieweit es auch der Naturdenkmalpflege nutzbar gemacht werden kann. Dr. Hermann von der staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege sprach über Ncaturschutzparke. Er wies darauf hin, daß derartige Freistätten zur Erhaltung der ursprünglichen Natur in Deutschland, wie in anderen Ländern, schon lange bestehen, und daß die neuerdings in der Presse verbreiteten Pläne zur Einrichtung von Schutzparken nichts Neues bringen, überdies nur teilweise den Forderungen der Naturdenkmalpflege entsprechen. Schlimme Folgen eines Lotteriegewinns. Frankfur: a. M., 20. Dez. Der in der Bürgerstr. 86 im vierten Stock wohnhafte 32jährige Kellner Eduard Lösch, der im Vorjahre einen großen Lotteringewinn gemacht hat und sich seitdem dem Trunke ergab, versuchte heute morgen sich und sein Kind durch Leuchtgas zu töten. Er hatte sich mit dem Kinde eingeschlossen und den Gashahn geöffnet. Die von einem Ausgang zurückkehrende Frau fand den Mann nach Aufbrechen der Tür mit dem Kinde am Boden liegen. Das Kind war bereits tot, während der Mann noch bei vollem Bewußtsein war. Er wurde verhaftet. Großfeuer. Kassel, 20. Dez. Ein Großfeuer äscherte in Ostheim(Röhngebirge) sieben Häuser mit allen Vorräten ein. gestellt, doch wird Brandstiftung vermuter. Der Schaden ist beträchtlich. Mädchenhändler verhaftet. Nürnberg: 20. Dez. Hier ist heute ein Freiherr von Stengel aus Schotenhofen als Mädchenhändler verhaftet worden. Konstantinopel, 20. Dez. Die Polizei verhaftete einige Kaufleute in dem Augenblick, als sie eine Anzahl unter falschen Vorspiegelungen aus Spanien hierher gebrachter Mädchen an türlische Harems als Stlavinnen verkaufen wollten. Die Mädchen, zumeist noch Kinder, wurden dem spanischen Konsulat übergeben, die Händler, die italienische Pässe besaßen, mit dem zialienischen Eildampfer nach Brindisi abgeschickt. Eine große Touristenleistung. Budapest, 20. Dez. Aufsehen erregt in Touristenkreisen eine Leistung des Studenten Strabuczynski aus Berlin, der im Laufe von 5 Tagen alle 11 Spitzen der Hohen Tatra, von denen jede über 2300 Meter hoch ist, bestieg. Das gelungene Unternehmen war die Folge einer Wette, die der Berliner Student mit Mitgliedern des Budapester Touristenvereins abgeschlossen hatte. Von Cook. London 20. Dez. Dem„Morning Leader“ wird aus Kopenhagen berichtet: Nach 10tägigen Untersuchungen der Cookschen Beobachtungen am Nordpol hat die Kommission gestern dem Konsistorium der Universität erklärt, daß das vorliegende Material nicht ausreichend sei, um ein definitives Urteil abgeben zu können. Es wird wahrscheinlich demnächst ein Bericht veröffentlicht werden, in dem dargelegt wird, raß die Universität nach dem vorliegenden Material nicht zu urteilen imstande ist, ob Dr. Cook tatsächlich den Nordvol erreicht hat. Die dänischen Forscher haben ihren Glauben an Cook immer noch nicht verloren. Automobilunfall. London, 20. Dez. Der„Morning Leader“ meldet aus Lissabon einen schweren Automobilunfall. Bei dem spanischen Orte Barcarrota, nahe der portugiesischen Grenze, rannte ein reicher Bankier, Don Juan Luna, der in Begleitung von drei Freunden und einem Chauffeur im Automobil einen Hügel hinabfuhr, bei einer scharfen Wegebiegung in einen entgegenkommenden Automobilomnibus. In dem Omnibus befanden sich 14 Passagiere. Das 65pferdige Automobil Lunas stieß mit solcher Gewalt in den Omnibu. daß dieser einen 120 Fuß tiefen Abhang hinabstürzte. Polizeimannschaften eilten sofort zur Hilfe und zogen aus dem Trümmerhaufen vier Tote und 12 schwer Verletzte hervor. Wohnung in der Engerschstraße vernäßt. Die Mutter erfuhr, daß die Kleine von einem Mann unter Liebkosungen und Versprechungen in ein nahe gelegenes Haus gelockt worden sei. Als die Frau in das Haus ging und die Wohnung des Mannes betreten wollte, trat ihr dieser mit blutbefleckten Kleidern entgegen. Die Muttex rief die Hausbewohner zusammen. Diese hielten den Mann fest. In dem Kabinett, das er bewohnte, fand m die kleine Johanna mit entsetzlichen„Stichwunden ermordet vo an Vor. In der Herzgegend klafften drei Enar. Der Mörder hat augenscheinlich mit dem wesser in der Wunde herumgewühlt. Der „„ en Wegfer in der Wunde herumgeuntk.“. Wer Täter, der den Mord leugnet, ist ein Kanalarbeiter Leo Ehunger Er wurde verhaftet. London, 21. Dez. In dem großen Konfektionshause Arding& Hobbs in Clapham, einem südlichen Vorort Londons, brach gestern nachmittag Großfeuer aus, das in wenigen Augenblicken das große Geschaftsgebaude in helle Flammen jetzte. Krachend sprangen die Schaufensterscheiben und die Dekorationen wurden ein Raub der Flammen. Unter den angestellten jungen Männern und Mädchen entstand eine furchtbare Aufregung, da jast sämtliche Ausgänge durch die Flammen versperrt waren. Für die Augenzeugen dieses Schauspiels war es herzzerreißend, die Hilferufe der jungen Mädchen zu hören und zu sehen, wie sie an den Fenstern standen und in ihrer Todesangst wie wahnsinnig mit den Armen gestikulierten. Mehrere Männer sprangen aus beträchtlicher Höhe hinab und wurden schwer verletz:. Der Polizei gelang es nur mit Mühe, die große Menge der Neugierigen in Ordnung zu halten. Die Feuerwehr mit sämtlichen Löschapparaten aus dem ganzen Distrikt war an Ort und Stelle. Der Arbeitsminister Burns, dessen in der Nähe der Vrandstätte belegenes Haus in Gefahr stand, ein Raub der F ammen zu werden, beteiligte sich an dem Rettungswerk. Das Feuer breitete sich rasch auf die angrenzenden Baulichleiten aus. Die in der Ein betrügerischer Bankier. Weimar, 20. Dez. Hinter Tagen geflüchteten Bankier und niederländischen d Schulze ist von de. hiesigen Staatsanwaltich dem vor 14 2 Konsul Richart Schulze ist von der hiesigen#####anwaltschaft ein Steckbrief erlassen worden. Es hat sich verausgestellt, daß er sich in geradezu unglaublicher Weise an den ihm anvertrauten Geldern vergriffen hat. Ueber den Aufenthult des betrügerischen Bankiers bestehen nicht einmal Vermutungen. Feuer in einer Spitzenfabrik. Plauen(Vogtl.), 20. Dez. „Neue Vogtlädische Leitung“ meldet: Heute morgen gegen ¾41 Uhr brach in dem Hause der Spitzenfabrik Uhlmann, Inhaber Edmund Baer, plötzlich Feuer aus, und zwar mit solcher Heftigkeit, daß die Bewohner nicht viel mehr als das Leben retten konnten und zum Teil durch den Qualm hindurchgetragen werden mußten. Gegen 2 Uhr war das Feuer in der Hauptsache gelöscht. Die Ursache des Brandes ist noch nicht festMülheim=Ruhr, 21. Dez. Eine blutige Ehetragödie hat sich gestern hier abgespielt. Ein Mann gab auf seine von ihm getrennt lebende Frau vier Schüsse ab; der zur Hilfe herbeieilende Bruder der Frau erhielt einen Streifschuß in den Oberarm. Der Täter wurde von den Hausbewohnern übel zugerichtet und mußte schwer verletzt ins Krankenlaus geschafft werden. Gleiwitz, 21. Dez. Von der Strafkammer wurden gestern sechs Knaben im Alter von 11 bis 13 Jahren, die sich zu einer Räuberbande zusammengeschlossen hatten, wegen etwa 40 Einbruchsdiebstähle zu Gefängnisstrafen von 6 Monaten bis zu 2 Jahren verurtei#t. Brüssel, 21. Dez. Gestern nachmittag 3 Uhr, als die Besichtigung der Leiche des Königs beendet war machten die Ausgesperrten, die zu spät gekommen waren, Skandal, der in eine allgemeine Keilerei ausartete. Militär mußte einschreiten. Kleider wurden zerrissen. Hüte eingetrieben und Sti schläge ausgetauscht. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Wien, 21. Dez. Zwischen dem Professor Emil Etty und dem Oberleutnant Rudolf Wänzel fand gestern ein Duell statt, bei dem die Gegner so erbittert aufeinander losgingen, daß sie ein Halt! überborten. Dem Oberleutnant wurde durch einen Nachhieb das Schädelbein zerschlagen. Der Schwerverletzte wurde ins Lazarett gebracht. Der Professor erlitt nur leichtere Veretzungen. Die Ursache des Zweikampfes war ein Wortwechsel wegen eines Mädchens. Wien, 21. Dez. Gestern nachmittag wurde die fünfjährige Johanna Panze, Tochter eines Arbeiters, aus der elterlichen Nähe befindliche Telephonzentrale war längere Zeit bedroht. Die Feuerwehr konnte das brennende Haus nicht mehr retten, es stürzte krachend in sich zusammen. Bis jetzt steht fest, daß zwei Angestellte bei der Katastrophe ihren Tod fanden. Ein Mann starb bei seiner Ankunft im Hospital, vier Personen nurden schwer verwundet. Man fürchtet, daß die Zahl der Toten und Verwundeten größer ist, da bei der großen Aufregung keine genaue Feststellung erfolgen konnte. Das Feuer ist anscheinend zurch Kurzschluß entstanden. Standesamts-Nachrichten. Stadt Herford. In der Zeit vom 13. bis 18. d. M. wurden beim hiesigen Standesamt angemeldet: Geburten; Knaben: Heizer Heinr. Held, Arbeiter Heinr. Sander, Agent Aug. Meier, Wagenwärter Heinrich Vogt, Kaufmann Herm. Wenke, Hotelier Emil Lustermann, Arbeiter Heinrich Schröder, Kaufmann Ernst Muermann, Kolon Peter Kleineberg, Maurer Karl Rochus. Mädchen: Zuschne der Aug. Brinkmann, Erster Stadtbauamtsassistent Wilh. Meyer, Kaufmann Walter Angenete, BahnAufgebote: Tischler Aug. Heinr. Rathert und Christine Aeker, Wirt Julius Heinr. Gustav Grebe und Marie Graßow, Hammerschmied Karl Speißberg und Antonie Horn, Handarb. Christian Düler und Witwe Helene Steinhec keinden! Eheschließungen: Gastwir! Gust. Tiemeyer und Emma Püsing. Schlosser Georg Ernst und Luise Hahne, Elektrotechniker Friedr. Sassenberg und Johanne Kralemann, Maschinenmeister Friedr. Tiemann und Frida Diekmann, Müller Friedrich Knollmann und Emma Brockmeier, Arbeiter Heinr. Körtner und Marie Ebbinghaus, Polsterer und Dekorateur Gustav Blanke und Anna Depve, Arbeiter Heinr. Rottmann und Dorothea Werner, Landwirt Aug. Föske und Sophie Reuter Tischler Wilh. Keller und Emilie Ernst, Schreiner Wilhelm Möller und Auguste Lange. Sterbefälle: Zuschneider Engelbert Wilkes 77 Jahre; Heinrich Schütte, 2 Jahre: Charlotte Heitbrink, 1½ Stunden, Handelsmann Wilhelm Löchte, 44 Jahre. Kreine Anzeigen! Wort kostet nur 2 Psg., in### Worte mit mehr als 15 Buchstaben der fetten Ueberschrift 10 Psg. 244 werden doppelt gerechnet. Anzeigen unter dieser Rubrik werden nur bei Vorausbezahlung ungenommen. Triumphstühle, zirka 200 Stück, Rohr= und Plüschsessel verkaufe bis Weihnachten mit 10% Rabatt. Hermann Schulze, Bielefelder Korb= und Kinderwa enversandhaus, Obernstraße 38, Telephon 1433. 7027 Wortmanns Matador, bester Hut, garantiert weiterfest, Mk. 3.—, 3.50, 4.—, 4.50, 5.—. 6034 Klappzylinder, Gelegenheitskauf 5.40, 6.25, mann, Niedernstraße 24. Wort6065 Pelzreparaturen, Modernisieren, schnell und billig. Wortmann, Niedernstraße 24.(6066 Möller, vormals Wiebrock. Tilsiterkäse Pfund 80 Pfg., Limburger Pfund 55: fg., Apfelsinen 4 Stück 10 Pfg. 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Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Nordfeld 16a, aus statt. Deutscher Metallarbeiter=Verband Verwaltung Zieleseld. Am Freitag starb nach kurzem schweren Leiden unser treues Mitglied, der Dreher Landwehr im Alter von 24 Jahren. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren! Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 3 Uhr vom Trauervause, Nordjeld 16a, aus statt, und ersuchen wir um zahlreiche Beteiligung. 7236 Die Ortsverwaltung. Todesanzeige. Am Sonntag mittag 12 ¾/4 Uhr starb nach kurzem Leiden unser innigst geliebtes Söhnchen Wienhard im Alter von 6 Monaten. Dieses zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an 7222 Wilh. Raabe und Frau Minna geb. Güse. Deutscher Metallarbeiter=Verband Verwaltung Zielefeld. Am Montag starb nach kurzem schweren Leiden unser treues Mitglied, der Schmied Bökenkamp im Alter von 63 Jahren. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren! Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 2½ Uhr vom Tranerhause, Weststr. 2, aus statt, und ersuchen wir um zahlreiche Beteiligung. 7237 Die Ortsverwaltun g Nr. 297. Ein S# Wir lesen im„Vorw Die Bewegung unter russischen Genossen die C leute wachgerufen, der in 1905 in Libau stattfand. Ich war— berichtet rückgekehrt, als ein uns mir ins Bureau der Or Schutzleute haben eine 2 ließ mir die Adresse gebe entlegene, kaum beleuchte In einem feuchten u dem es keine Bänke und sammelt. Es mogen ihr alle siebzig— so vie' gab streikten. Sie verlangte handlung" durch ihre Bo ihrer einzelnen Forderun der Polizei in Zivil nie der Lohnzulage Forderu Witwen= und Waisenunt war dem Polizeimeister einem deutschen Adeligen worden. Die Schutzleute schäftlichen Teiles ihrer der Leber weg zu diskuti Ich trat ins Zimmer, ihren dunklen Manteln u und klirrenden Säbeln „Der Redner, der Redn getauft, die während der lungen und auf den Plä Ich hatte mir auf de peinliche Situation beda sagen, die sich dem Teuf die Diener derer warei lagen? In jener Zeit hattei Volk erlassen, sich für di und das praktisch denken ihnen ja nicht verschaften len. Die Arbeiter nahm Schutzleuten die Revolve sie stets aufs neue verso Freischärlerkorns, das i „Nagan“, das bei der Po nei war. Die Schutzleute vor den Arbeitern; die stehenden Schutzmann an Die Polizei versorgte sie dann wieder in unsere H Polizeiverwaltung auf ei ließ sich von den betreff Reoolver bezahlen. Das Spannung zwischen der niederen Polizeiorganen Ich hatte mir vorgeno umgehend, den Schutzleut wesen ihnen zukommende versuchen, sie zum Nachde zu den ihnen so nahestehGegensätze, die zwischen über die gewaltigen Käm *) Dieser Herr. der 100 000 Einwohnern, die deutende Rolle spielt, fer Verkündigung des Manif saus. Bei der von Geno seitzels fiel uns ein Bül Hunve.— Wir überzeug wie es die Berliner Gen die Spitzel von der Pol wurden, die viel ausführ nächsten Morgen in der ten, und in denen die S spielten. Das weitere sol Die Hosen des Vaterländischer Roman vo „„„Armselige Atemzüg tonnen sie, das ist ihre Armut gonnen! Dies zohen, hoblen Wünschen worten, die mich wie## Krähen und Raben um das, wie der Sonnenstr dir's, Hans Jürgen von sollen nich fürchten lei klappern fühlen, sie soll könnten in der Erde G wenn ich mich ihnen zeig lich bin. Nun genug V Es war ein schöner Nebel besiegt, und strahl gipfel, als sie auf einer mir das Geleit,“ sprach Deinen und morgen erw Heut' bist du noch ein Fi Hast du noch was auf willst, so sprich es aus.“ „Die Eva hat gewiß „Das Fräulein Eva Schutz, das werke dir. brave Jungfrau einen Den will ich ihr zuzieher viel tun muß, um die E anders als mit Ehrfurc Die Eva mit Ehrf: kurios vor. Aber der erbitten solle. Für sich Für seine Pflegemutter Pflegevater, Herr Gott Zoachim in seiner Bu fing es etwas ungese sagte freundlich:„# vor. Er soll Ehr dient, der sich fr zieh, um die Strafe vo verschmäht, ein Amt in rechtlichen Männer beda von den nächsten Stände meiner Meinung, aber „ Hans Fürgen war ingen geschaukelt, als lediges Pferd in den Nr. 297. Bielefeld, Dienstag, 21. Dezember 1909. 20. Ein Schutzmannsstreik. Wir lesen im„Vorwärts": Die Bewegung unter den Schutzleuten in Paris hat in einem russischen Genossen die Erinnerung an einen Streik der Schutzleute wachgerufen, der in den Tagen der„Freiheit" im Winter 05 in Libau stattfand. Ich war— berichtet er— am Abend von der Agitation zurückgekehrt, als ein uns unbekannter, schmächtiger Jüngling zu mir ins Bureau der Organisation trat und zu mir sagte,„die Schutzleute haben eine Versammlung, Sie sollen kommen". Ich ließ mir die Adresse geben. Eine Droschke führte mich in eine entlegene, kaum beleuchtete Straße, die ich nicht kannte. n einem, feuchten und dunklen, angerauchten Zimmer, in dem es keine Bänke und Tische gab, fand ich die Schutzleute versammelt. Es mögen ihrer wohl dreißig oder vierzig oder auch alle siebzig— so vie’ gab es in der Stadt— gewesen sein. Sie streikten. Sie verlangten eine Lohnzulage und„bessere Behandlung" durch ihre Vorgesetzten. Sie hatten eine ganze Liste ihrer einzelnen Forderungen aufgestellt, die ihnen ein Schreiber " Jolizei in Zivil niedergeschrieben hatte. Es waren neben der Lohnzulage Forderungen darin wie: Unfallentschädigung, Witwen= und Waisenunterstützung, Invalidenrente. Die Liste war dem Porizeimeister(Chef der Polizei der russischen Städte), einem deutschen Adeligen*), durch eine Deputation überreicht Die Schutzleute waren nun nach Erledigung des geschäftlichen Teiles ihrer Sache zusammengeblieben, um frei von der Leber weg zu diskutieren. ins Zimmer, und durch die Menge Schutzleute mit ihren dunklen Manteln und den hohen, stark riechenden Stiefeln lirxenden Säbeln ging ein beschwichtigendes Gemurmel: „Der bredner, der Redner.“ So hatte das Volk die Genossen getauft, die während der Revolution in öffentlichen Versammlungen und auf den Plätzen der Stadt sprachen. „Ich hatte mir auf dem Wege zu den Schutzleuten die etwas peinliche Situation bedacht. Was hatte ich den Schutzleuten zu sagen, die sich dem Teufel der Reaktion verschrieben hatten, die dis, Diener derer waren, mit denen wir im ärgsten Kampfe ga Fr jener Zeit hatten wir zudem gerade einen Aufruf ans c g a s s e n, s i c h f ü r, d i e b e v o r s t e h e n d e n K ä m p f e z u b e w a f f n e n, und vas praktisch dentende Vol# hotte sich die Waffen, die wir ihnen ja nicht verschaffen konnten, aus allen zugänglichen Quelie Arbeiter nahmen vor allem in gutmutiger Weise den Schutzleuten die Revolver ab, mit denen die vorsorgliche Polizei sie, sters gufs neue versorgte. Wir hatten schließlich ein ganzes g s sos v.i####gin einheitzicher Weise mit dem System sNagun“, dus bei der Polizel in Livau bevorzugt wurde, bewaffnei war. Die Schutzleute wehrten sich nie und gaben aus Furcht vor den Arbeitern, die stets zuzweit oder zudritt einen alleinstehenden Schutzmann aufs Korn nahmen, die Waffe sofort ab. Die Polizei versorgte sie dann mit neuen Nagan=Revolvern, die dann wieder in unsere Hände kamen. Schließlich aber kam die #litzigexwaltung auf einen Trick, sich schadlos zu halten. Sie ##n den betreffenden Schutzleuten den abgenommenen imedolver bezahlen. Das trug nun zu einer Vermehrung der Spannung zwischen der revolutionären Arbeiterschaft und den niederen Polizeiorganen bei... hatte mir vorgenommen, vorerst ganz objektiv, den Streik umgehend, den Schutzleuten von den in einem geordneten Staatswesen ihnen zukommenden Aufgaben zu reden und sodann zu versuchen, sie zum Nachdenken zu bewegen über ihre Beziehungen zu den ihnen so nahestehenden Leuten aus dem Volke, über die Gegensätze, die zwischen ihnen und dem Volke ringsum klafften, über die gewaltigen Kämpfe, die das ganze Land erbeben mach..*) Dieser Herr. der Polizeichef einer Stadt von beinahe 100 000 Einwohnern, die als Handels= und Kriegshafen eine bedeutende Rolle spielt, fertigte für seine Spitzel(noch nach der Verkündigung des Manifests vom 17. Oktober) falsche Pässe Bei der von Genossen vorgenommenen Verhaftung eines Spitzers fiel uns ein Bündel von derartigen Dokumenten in die Hande.— Wir überzeugten uns übrigens auch dabei, daß— wie es die Berliner Genossen don ihren Spitzel her kennen— die Spitzel von der Polizei für Versammlungsberichte bezahlt wurden, die viel ausführlicher und wahrheitsgetreuer schon am nachsten Morgen in der Zeitung erschienen. ten, und in denen die Schutzleute eine so volksfeindliche Rolle spielten. Das weitere sollte sich dann geben. Die Schutzleute waren begierig zu hören, was der Vertreter der Arbeiter ihnen sagen werde. Sie holten eine Bank herbei, die ich als Rednertribune benutzen konnte. Ich sprach nach dem ausgedachten Schema, Ich g.aube, die Schutzleute verstanden mich nicht. Sie hatten zu sehr die eine praktische Frage vor Augen, wer die NaganRevolver, die zwölf Rubel das Stück kosteten, bezahlen sollte. Als ich in meiner Rede innehielt, interpellierten sie mich wegen der Revolver. Ich setzte ihnen auseinander, daß die Arbeiter bisher in den Schutzleuten Feinde gesehen und demgemäß gehandelt hätten. Es würde nun anders werden, wenn die Schutzleute gegenüber der Polizeiverwaltung es durchsetzen würden, daß man sie nicht„gegen das Volk“ gebrauchen durfe. Sie erklärten sich damit vollig einverstanden, nur könne das jetzt nicht mehr als Forderung in die Liste eingetragen werden, da diese schon der Polizeiverwaltung überwiesen sei. Sie gaben aber das Wort,„nicht gegen das Volk“ handeln zu wollen und erhielten von mir als Gegenleistung das Versprechen: ich würde mich dafür verwenden, daß die Organisation das Entwaffnen der Schutzleute verbiete. Damals glaubte ich allerdings, daß die Schutzleute meine Rede verstanden. Ich war überzeugt, daß ich sie um ein gut Stück gescheiter gemacht hatte. Wir verabredeten mit ihnen, daß ich am anderen Morgen wiederkommen sollte, um weitere Diskussionen zu pflegen und den Verlauf des Streiks zu verfolgen. Es interessierte sie augenscheinlich die Sache mit den Revolvern und außerdem fühlte ich aus ihrem ganzen Verhalten, daß sie, in Ungewißheit über den Ausgang des Kampfes, der sie ihren kärglichen Lebensunterhalt kosten konnte, sich instinktiv an die Arbeiter klammerten, deren gewaltige moralische und materielle Kraft sie empfanden. Es war zweifellos nicht bloß kleinliche Berechnung, wenn sie mich a's den Arbeitervertreter weiter in ihrer Mitte haben wollten: der Kampf des Polizeiproletariats um bessere Existenzbedingungen ließ in ihnen die ersten Ahnungen proletarischen Bewußtseins erwachen... Ich kam am anderen Morgen wieder. Die Schutzleute teilten mir mit, daß die Antwort des Polizeichefs noch nicht eingetroffen sei. Sie bestellten mich zu einer zweiten Versammlung am Nachmittag. Ich kam hin und fand die Schutzleute in außerordentlicher Erregung. Der Polizeichef hatte die Delegierten der Schutzleute beschimpft; die Schutzleute seien ein Gesindel, das keine Forderungen zu stellen habe, hatte er gesagt. Man beriet nun, was zu tun sei. Ich beschränkte mich aufs Zuhören. Sie beschlossen, in geordnetem Zuge durch die Stadt zu ziehen und in corpore vor die Polizeiverwaltung zu rücken, um den Polizeichef zur Rede zu stellen. Ich beglückwunschte sie zu ihrem energiichen Vorhaben, und wir schickten uns an, auf die Straße zu gebenr. Ta trat plötzlich der Gebilfe des Polizeichefs ins Zimmer. Ich sah, wie die kleinen Polizeiseelen erstarrten, wie die Disziplin sie alle vor ihrem Vorgesetzten schweigen machte, ihre laute und aufrichtige Erregung verstummen ließ. Um sie vor ihrem Vorgesetzten nicht in Verdacht zu bringen, zog ich mich ins Nebenzimmer zurück, wo ich alles weitere mit anhören konnte. Der Polizeichef hatte sich eines Besseren bedacht. Er gab nun Mag sein, sel war, sten der gab noch einige patriotische und väterlich gutgemeinte Phrasen zum besten und verschwand unter den lauten Dankesbezeugungen und Freudentaumel der triumphierenden Schutzleute. Ich hielt die Situation für geeignet, um den Schutzleuten klarzulegen, was energisches Auftreten zu bedeuten habe, wie man seine Menschenrechte verteidigen musse und wie auch die Schutzleute notgedrungen zu denselben erfolgreichen Mitteln des Kampfes greifen müßten, wie die Arbeiter. Aber nun wollten die Schutzleute mich gar nicht mehr anhören. Sie hatten den Streik gewonnen und fürchteten nun, es könne ihnen die Sache verderben, wenn sie weiter mit mir fraternisierten. Sie empfingen mich, als ich ins Zimmer trat, feindlich, und als ich mich anschickte, auf die Bank zu steigen, da hörte ich die Worte:„Nein, nein...“ Ich fühlte, wie es in mir zu kochen begann, wie Schmerz um die Kleinlichkeit und Beschränktheit der Menschen mich umfaßte.... Ich stieg trotz des lauten Protestes der Schutzleute auf die Bank. Ein stämmiger Schutzmann sprang auf mich zu, faßte mich am Aermel meines Mantels und riß mich von der Bank zu Boden. Die Schutzleute schrien wild durcheinander. Ich stand ganz allein den Dutzenden von bewaffneten und wütenden Schutzleuten gegenüber Daran habe ich aber damals nicht gedacht. Ich empfand in Bedanken die gewaltige Masse der Arbeiter hinter mir und fühlte mich erhaben über die Schutzleute mit den klirrenden Waffen... Ich raffte mich auf, verschaffte mir Raum mit den Armen und sprang auf die Bank. Schäumend vor Wut rief ich den Schutzleuten mit lauter Stimme zu, es möge gehen, wer mich nicht hören wolle. Die anderen aber sollten bleiben.... Niemand verließ den Raum. Die Besonnenen suchten Ruhe zu schaffen, und ich konnte sprechen. Nie hatte ich so von Herzen, nie so mit Begeisterung gesprochen wie hier vor den Schutzleuten. Ich schleuderte ihnen ihre ganze Kleinlichkeit, den Mangel jeglichen Menschtums entgegen. Wer sie denn eigentlich seien? Unglückliche Bauern aus litauichen Dörfern, die von räuberischen Gutsherren in den Staub getreten würden. Unglückliche Bauern, die, der Not gehorchend, aus dem Elend des Dorfes sich in die unumschränkte Gewalt des Polizeioffiziers geflüchtet haben. Schimpf und Schande treffe sie von den Vorgesetzten, aber auch Schimpf und Schande von den Arbeitern. Und wenn man ihnen dazu verhelfen wolle, sich aufzuraffen, das Kleid der Schande abzustreifen und in die Gemeinschaft der Massen zu treten, in die sie ihrer Klassenlage nach hineingehörten,— da erwachte wieder in ihnen die sklavische Furcht des geknebelten Bauern vor der Allgewalt des Polizeioffiziers. Ich weiß nicht mehr, was ich ihnen noch gesagt habe. Als ich zu Ende war, jubelten mir die Schutzleute zu, drückten mir die Hand, und ich sah es ihnen an, daß sie mir aufrichtig dankbar waren.... Sie wollten mit mir zusammen auf die Straße. So ging ich denn, von den vielen Dutzend Schutzleuten eskortiert, ins Freie hinaus, in den herrlichen trockenen Frost eines Dezembernachmittags, wie ihn der Ostseestrand kennt. Plötzlich, auf offener Straße, in Gegenwart aller anderen Schutzleute, trat an mich ein junger Schutzmann heran, aus dessen tadellos neuer Uniform ich schloß, daß er eben angeworben war. Er ergriff meine Hand und stammelte in gebrochenem Russisch:„Richtig, so ist es, richtig hast Du gesagt, ich verstehe...“, stammelten, was und quälte sich sichtlich, um was recht Ueberzeugendes herauszupressen. Er kam aber nicht weiter und brach in Tränen aus. Und ehe ich mich wehren konnte, hatte er sich gebückt und mir die Hand geküßt. Meine Hand wurde naß von den Tränen des Polizisten.... Auf einem Platze, in dem einige Straßen mündeten, spielten ein paar Dutzend Buben„Revolution". Sie hatten hierzu die obligate rote Fahne entfaltet, schrien und lärmten, daß es weit hörbar war. Da erblickten sie den herannahenden Trupp der Schutzleute. Mit Windeseile verstummten die Stimmen, die Fahne verschwand und die Jungens stoben auseinander. Mein Nebenmann, ein hochaufgeschossener Schutzmann, der gesenkten Hauptes nachdenklich einherschritt, winkte den Knaben mit der Hand, sie möchten zurückkommen, und sagte zu mir:„So, sie furchten uns. Warum, warum... Die Jungens hatten mich unter den Schutzleuten erkannt und begriffen nun die Situation. Sie schrien den streikenden Schutzleuten„Hurra“ zu und spielten nun Revolution mit doppeltem Eifer. Wir waren über den Platzonoch nicht hinweg, als zwei reitende Dragoner angesprengt kamen. Es war natärlich Kriegszustand in der Stadt und Dragoner bildeten die Patrouillen. Sie hatten es auf die Jungens abgesehen. Die waren nun aber wieder so flink mit ihrer Revolution zu Ende, daß niemand etwas von den Dragonern abbekam. Der hochgewachsene Schutzmann, der noch immer neben mir herschritt, bemerkte traurig:„Warum denn, Kinder. Was wollen die Dragoner?. Später erzahlten mir Arbeiter in der Stadt, daß es nun auch unter den Schutzleuten„unsere“ gäbe, sie hätten nun auch einen Zirkel. Als ich nach einiger Zeit in einer stillen Straße auf einem Schlitten vorbeifuhr, hörte ich, wie ein Schutzmannsposten zu einem zweiten sagte:„Da fährt der Unsrige". So mancher Schutzmann begrüßte mich noch lange Zeit nachher. Und abends, wenn ich über eine stille Straße schritt, drückte mir manchmal ein Schutzmann die Hand. Und als die„Freiheit" zu Ende und ich Libau verlassen hatte, erzählten mir die Genossen, daß der Schutzmann, der vor meinem Hause Posten stand, in meine Wohnung gekommen sei, um mich vor einer bevorstehenden Haussuchung zu warnen. 51 Die Hosen des Herrn von Bredow. Vaterländischer Roman von Wilibald Alexis(W. Häring). 1.„Armselige Atemzüge der Ohnmacht! Höre auf. Das konnen sie, das ist ihre Kraft, das ihre Lust. Ich will sie ihrer Armut gonnen! Dies Spinnengewebe, dies Wespennest von rohen, hohlen Wünschen vernichte ich mit einem Blick. Ihren Porten, die mich wie Fledermäuse und Eulen umflattern, wie Krähen und Raben umachzen, will ich ein Wort enrgegenietzen, das, wie der Sonnenstrahl, dies Gezücht verscheucht. Merke dir's, Hans Jürgen von Bredow, ich fürchte sie nicht, aber sie sollen nich fürchten lernen, sie sollen erschrecken und Zähneklappern fühlen, sie sollen wunschen, daß sie sich verkriechen sonnten in der Erde Grund. wenn ich meine Stimme erhebe, wenn ich mich ihnen zeige, nicht wenn ich vor ihnen scheine, wie sich bin. Nun genug Verdirv mir nicht die reine Morgenluft.“ a.Es war ein schöner Morgen geworden, die Sonne hatte die Nevel besiegt, und strahlte sogar schon warm durch die Kiefergipfel, als sie auf einer Höhe still bielten:„Bis hier gabst du K#f. das Geleit, sprach der Fürst.„Kehre zurück, rede mit den Leinen und morgen erwarte ich dich im Schloß an der Spree. scheut bist du noch ein Freier, Hans Jürgen, morgen ein Mann. Hast du noch was auf dem Herzen, was du als Freier sagen willst, so sprich es aus.“ „Die Eva hat gewiß geplaudert, Durchlaucht?“ „Das Fräulein Eva Bredow steht unter meinem besonderen Schutz, das werke dir. Ich werde seiner Zeit sorgen, daß die drave Jungfrau einen guten Mann bekommt, wie sie verdient. Den will ich ihr zuziehen. Du aber, mein Dienstmann, der noch viel tun muß, um die Sporen sich zu verdienen, darfst sie nicht anders als mit Ehrfurcht ansehen.“ Die Eva mit Ehrfurcht ansehen, das kam Hans Jürgen kurios vor. Aber der Fürst schien zu erwarten, daß er etwas Für sich? Er war ja nun des Fürsten Mann. für sich selbst. Aber sein hatte denn der davon, daß in seiner Burg geschlafen, derweil er fort gewesen? Er fing es etwas ungeschickt an, aber Joachim verstand ihn und sagte freundlich:„Meine Gedonken kamen dir zudor. Er soll Ehre haben, wie der Mann verdient, der sich freiwillig selbst einer bösen Tat zieh, um die Strafe von einem anderen abzulenken. Wenn er berschmäht, ein Amt in meiner Nähe anzunehmen, wo ich der rechtlichen Männer bedarf, denk' ich ihn zum Landtagsmarschall von den nächsten Ständen wählen zu lassen. Er ist nicht immer meiner Meinung, aber er liebt die Ordnung.“ Hans Fürgen war schon weit zurück, von wunderbaren Zingen geschaukelt, als dem Fürsten und seinen Begleitern ein twviges uterd in den Weg kam, das ihnen entgegenwieherte, gleichwie sich freuend, Gesellschaft in der Einsamkeit zu finden. Als es sie begrüßt, ging es wieder an sein Geschäft und grasete. „Das bedeutet ja wohl Unglück!“ „Nur einen abgeworfenen Reiter,“ entgegnete der Holzendorf. „Das Pferd ist fromm. Es hat ihn wohl nicht abgeworfen, der Reiter mag darauf eingeschlafen sein.“ An einem sonnigen Abhang fanden sie ihn wirklich. Er lag, sanft gebettet, im weichen Sande und der Friede der Natur ruhte auf dem vollen freundlichen Gesichte. Die Augen fest zu, schien er doch zu lauschen auf die Lieder, welche die Kieferwipfel über ihm rauechten, und die Gedanken des Schlafenden schienen Versteck zu spielen mit der Sonne, welche durch die Zweige ihn jetzt anblickte und jetzt wieder verschwand. der Mann nicht zu Schaden gekommen,“ sagte Joachim. Ein tiefer Ton zwischen Schnarchen und Gähnen, der aus der vollen Brust sich arbeitete, gab eine beruhigende Antwort. Er drehte den Kopf um, weil die Sonne ihn belästigte, und wie er den Arm behaglich von sich streckte, ward jener inne, wie wohl dem Manne war, der auf dem Sande lag. „Es scheint ein guter Mann zu sein.“ „Hilf Himmel, so mich mein Aug nicht trügt,“ entgegnete der von Holzendorf,„ist's unser Wirt, Herr Gottfried von Ziatz. Freilich, das sind ja seine Elenshosen.“ Jvuchim hat selten in seinem Leben gelächelt. Als aber der Ritter fragte, ob er den Mann wesk, sollte owg gradie, 55 k. ven Munn wiuen sonle, verzog sich sein Mund, da er den Kopf schuttelte:„Er schläft so suß! Was ich ihm sagen und bieten könnte, wäre doch nicht besser als seine Träume." „Aber sein Pferd ihm fangen, daß er es hat, wenn er aufwacht, wäre doch Christenpflicht,“ meinte der andere. ". Das Pferd kam von selbst, als würde ihm die Zeit lang, ob sein Herr noch nicht aufwachte. Lächelnd ritten sie fort. Der Kurfürst wies auf einen Mann, der mit einem leeren Wagen des Weges kam. Dem wollten sie die Sorge für den Schlafenden anempfehlen. „Fort, Katze!" sprach Herr Gottfried, als das Pferd ihn anschnupperte, und gab ihm einen sanften Schlag mit der Hand. Ob das Roß wohl auch sah, daß Herr Gottfried lachte? Wie rauschte es in den Bäumen über ihm, wie knisterten die Kiefernadeln unter ihm, wie dufteten ihm die Heidelbeersträucher, die für keinen Wachenden einen Duft geben; wie schlürften seine ausgestreckten Glieder die Sonnenstrahlen, die immer wärmer wurden. Er sah durch die geschlossenen Augen die Ameisen, die auf seinen Beinen ver ebens mit Schaufeln und Rüsseln durch die Elenshaut zu drig#n versuchten. Herr Gottfried träumte einen süßen Traum; icy will ihn nicht verraten. Als er die Augen aufschlug, saß neben ihm einer, der sich's auch behaglich gemacht. „Kaspar, was machst du da?“ fragte er. „Ich esse.“ Das war kein Traum mehr. Kaspar schnitt sich mit seinem Zulegemesser Scheiben vom Rettich, vom Käse und vom Brot. Aber neben ihm lag ein aufgemachter Kober mit Würsten. „Kaspar! Du hast ja auch Wurst da.“ „Ja. Herr. „Kaspar, ist's Essenszeit?“ „Je. nachdem, Herr. Wen hungert, der ißt, wen schläfert, der schläft. Das war die Frage. Herr Gottfried hätte wohl gern noch geschlafen, aber da stand doch die Sonne vor ihm und sah ihn so groß an, wie seine Frau, wenn sie im Recht war und er im Unrecht, und das Pferd scharrte mit den Füßen und wieherte, und die Würste dufteten ganz anders, als vorhin die Heidekräuter. „Kaspar, wie lange habe ich geschlafen?“ „Das weiß ich nicht, Herr.“ Der Herr rieb sich die Augen und schob sich unvermerkt dem Kober mit den Würsten näher. „Wo kommst du denn Herr, Kaspar?“ Wurst. Und als er die zweite zur Hälfie verzehrt, entsann er sich, daß er seit gestern mittag nichts gegessen. Wer aber einmal den Erinnerungen die Pforte aufschloß, auf den stürmen sie los; es wird ihm schwer, die Tür wieder zu schließen. Als er die dritte gegessen, wie vieles hatte er sich da entsonnen! „Jch glaube, ich hab' die Nacht hier gelegen, Kaspar!“ „Das kommt wohl so,“ sagte der Knecht.„War'ne schöne Nacht, die Sterne schienen.“ „Ja, ich habe gefroren. Hat dir die Frau nicht auch'nen Morgentrunk mitgegeben?“ „Aber ne Gans,’ne Martinigans; ist hier im anderen Kober.“ Gib ber. Ist auch’ne schöne Gegend hier, du hast recht.“ Herr Gottfried machte die Bemerkung, daß die Martinigans sauer sei, der Knecht aber sagte, es ware manches im Leben jauer. Da hatte sich Herr Gottfried wieder auf seinen Ellbogen gelehnt und sah die Sonne an, das Fließ im Grunde und die Kiefern und Büsche, in denen der Wind sich wiegte, und dachte etwas. Wenn Herr Gottfried etwas dachte, nämlich wenn er vorher getrunken hatte, dann ward dem Knecht Kaspar immer vang zumute. Um was mehr, als Herr Gottfried plötzlich ausrief:„In dem Fließ sind sie gewaschen worden.“ Kaspar war schnell auf den Beinen und die linke Hand unwille kürlich auf dem Rücken. Diesmal hätte es wohl sein Rücken allein ausbalten müssen, denn wer denkt jedesmal, wenn er von Berlin nach Hohen=Ziatz fährt, daß er einen Friesrock unter die Jacke stopfen muß; aber das ist das Dämonische bei den Prügeln wie bei den Schlägen des Schicksals, daß sie in der Regel dann Vom Strafkouto der wilte das Schöffengericht Zer#n vom„Saalfelder Parteinachrichten. esse. Zu 50 Mark Geldstrafe verurhiansnhensen den Genossen “, w e i l e r i n e i n e r P o l e m i k „Tratsch= und Klatschie ae brnehmun, en Pericht billigue dem Angettagten hormaler Geleiz““ verechtigter Zuteressen zu, kan jedoch wegen eindigung zu obiger Strafe. Inieressant ist, was der Porsitzende in bezug auf den§ 198 ausführte:„Der Angeklagte hat in Wahrnehmung berechtigter Intereisen gehandelt. Das Gesetz sieht auch die Wahrnehmung der Interessen dritter Personen ver. Der Angeklagte ist Mitglied sozialdemokratzischen Partel und ohne Zweisel überzeugter Sozialdemorrat. als solcher hat er das Recht, in seinem Blatte den sozialdemokratischen Ideen und Gedanken Verbreitung zu Arischels un Zas sei nach Ansicht ga, Gerichts der Zweck des s 103 des Si. s. sentie m dem Anggztagen den Schutz des : 1n0 den Strafgrsetzsuches zuzubilligen. machen. Besonderes Augenmerk wird auch darauf gezichtst, dis in Untersuchungshaft genommenen Jugendlichen vor s atung mit älteren Verbrechern zu schützen, durch die ja git ern der Grund zu späteren Straftaten gelegt wird. Hoffentdieie natörliche und menschlichere Auflassung des veltere Forischeitte wachen. nd in Abrigen Deuischand bult S. 4 F, Fc, Sterblichkeit in den internationalen Großstädten. Der Munlchener Giatistische Amt veröffentlicht eine Zusammennellung über Sterbefälle in den bedeutendsten europaischen und gußereuropäischen„Slädten. Wie nachstehender Auszug aus der treffenden Tabeue zeigt, varjiert diese Sterblichkeit ganz außerordentlich. Es wurden nämlich gezählt Stadt Soziales. 9437 Grund der günsigen Ersch Davern. Nachdem Preußen auf sonderen Gerichtshösen Fzunn die man in Ameria mit bemacht hat, am i zur zugendliche Verletzer der Gesetze geöffnei hat ist Baden. 1908 seine ersten Jugendgerichtshose elot, Erstense uen Ogz.1. Januor 190h besen Veipiel ge. woesstagt noch ein baar Sn dabei in dem sühzeutschen in Preußen nur in den 7 Schritte weiter gegangen. Wahrend cerichten###### vin Großstädten, am Sitze von Oberlandsgerichten, Jugenogerichtshöfe eingerichtet wurden, ist dies in Brenßen Jaä'sem Strafgerichte gescheben, und während in Beriähren Zugendgericht nur im amtslschöffenfgericht ichen Kraft tritt, hat Bayern es auch für das landgerichtöchr, Jor haßt asig für schwerere Gesetzesübertretungen einge. der Wohliat einereu se zugendliche„Verorecher“ in Bayern teilbaitig wirz. Jugendgerichtshof Dder„Sozialen Kultur" berichtet nun Staatsanwalt Vurpregz; über die erste halbjährige Tätigleit des Jugendvon allen haverischen Den das naturgemäß die stärtstre Frequenz von uuen büherischen Jugendgerichtshöfen aufweist. In München Alter von 12 bis 18 Jahren. Gegen diese Sirmindige in Zeitraumes vom 1. Jonuar bis 30. Juni 1909 11.5 Anzeigen er Alterszu““ und diese Abweichungen ia durch die verschiätene volgt. Gegenüber einer Anzeigehäusgleit von 499 auf alse und 1 Zewanderungen zu erlären. die ingendsischer Strafmündigen nur eine salche nan 23 aus de Penss. Bombay Kalkutta Glasgow Hamburg Kairo(Einheimische „„(Fremde) Manchester Brüssel Amsterdam Madrid München Rom Sydney Dresden Leeds Alexandrien(Einheim.) Stockholm auf 1000 Einwohner 13,8 16,5 17.5 14.1 15,4 17,6 28.6 17.2 28.0 15,8 39,1 27.8 17,7 15.3 38.8 26.8 18.2 14.5 13,0 24,1 17.9 18.5 10.3 15,3 15.3 30.0 19.7 14,7 von 5.53. gui. die über 18 Jahre alten Strafmünk vie jugenvischen Strufmündigen nur eine solche von 2, Hiedenen Puteresant ist es, wie sich die Anzeigen auf die ver„ oenen Altersstgsen der Jugendlichen verteilen. Von je 100 er nachslehenden altersstufe gelongten zur Anzeige: 12—13 Jahre 0.25 15—16 Jahre 2.425 13—14" 0,59 16—17" 4,43 14—15" 1.25 17—18„ 5.2 # Man ersieht hieraus, daß die Straffälligkeit in den jüngeren noch außerst minimal ist, so daß eine Hinaussetzung des strafmündigen Atters überhaupt sich wohl rechtfertigen wurde. Mit zunehmendem Alter nähert sie sich dann immer meh Straffälligkeit der Erwochsenen. aa gleich 23 2u: Anzeige gelangten Jugendlichen befanden sich Knaben und 244 gleich 20,7 Prozeni Fädcherz,„Zox den Anzeizen waren 427 wegen Vergehens erHishstß vn diesen waren wiederum 250, also über die Hälfte waren: Ferbältnse 1 Knaben und 107 Mädchen beteiligt Nur 14 Knaben wurdene die Roheitsvergeben. verletz stand gegen die Staatsgewalt: Mehr Op ware#; 6 Knaben, die wohl meist das Opfer von Wüstlingen socheausten zen Vergehen gegen S 175 zur Anzeige und 3, die noch nicht 15 Jahre alt waren. Schälser. 5oa zur Anzeige gelangten waren 181 Lehrlinge, 218 neberraschendn* Hilisarbeiter usw., 140 Dienstnädchen. unebelich Gebe die Latsache, daß der prozentuale Anteil der unehelich Gevorenen unter den straffälligen Jugendlichen geist als unter der Gesamtbevölkerung. Von je 100 jugendlichen, Straffälligen waren nämlich 13,/8 Uneheliche, während in der Gesamtbevölkerung auf je 100 Perjonen 27.5 Uneheliche Linder sich in dieser I.zum Teil dadurch, daß viele unebeliche aber auch ansueen diter auf dem Lande befinden, zum Tel Fürfarge ie dem gunstigen Einfuß der vormundschaftlichen b-3eze: ur uncheliche, Linder erlärt. 861156 die Ergehnsten“ der Bericht keine detaillierten Angaben über er Rechtsprechung. Es wird nur mitgeteilt, daß in über 70 Fällen es möglich war, die bedingte Verurteilung und die. Gewährung von Füriorgehilfe für die zugendlichen Gesetzes. 75h zu erlanger„Richt weniger als 30 karitative Vereine Bentralitellens ein= Z ugeugergeverband zusammengetan, desse A:tz#e den Z###gericht mit Rat und Tat zur Seite nehr. ashle und Knabenheime, leider offenbar nicht frei von Einflüssen, öffnen den jungen Verirrten ihre Pforten und suchen sie zu brauchbaren Mitgliedern der Gesellkommen, wenn man sich ihrer am wenigsten versieht. So kam es auch hier, nur umgekehrt. Der treue Knecht krummte schon den Rücken, um sich in die rechte Lage zu bringen, aber der Herr ruhrte seinen Arm nicht, vielmehr ließ er die Backe noch tiefer ir die Hand sinken, als er in einem Tone sprach, über den der nuecht sich verwunderte:„Siehst du, Kaspar, wenn sie nicht geischen hätte, dann war das alles nicht gekommen.“ „Tann wär' das nicht gekommen, Herr!" „Und was ist nicht alles draus entstanden.“ „Und noch viel mebr.“ „s ist ein so gut Weib, Kaspar!“ „Und was für eins!" „Wenn sie nur nicht alles müßte waschen wollen. Weiß auch gar nicht, wo sie das her hat.“ „Die Lise aus Gütergotz jagt,'s muß ihr angetan sein.“ „Und grase meine Hozen! Mein Veiter Balthasar auf Wagvez. Jocgt gre nich aehae sehen ja wie neu aus.“—„Ganz wie A##s sie mi Abholten, da war's ihnen schon angetan. „ungetan—“ id der Hedderich hat sie auch an seinem Leib gehabt.“ „Daß sie den nicht auch gehängt haben!" unterschreiben. Die in Landin sagten, da müßte mich ja der Teufel geplagt haben.“ Föß war auch der Teufel, Herr!“ sie auch nimmer von mir tun.“ „So ist's recht. Herr.“ .E#Der kluge Schäfer in Spandow hat mir gesagt, mit der Zeit gieht sich's und schiebt sich wieder zurück.“ „Ist mit dem Leder wie mit dem Menschen, Herr. Jung 11ch amen s alt schrumpft's ein. Aber's gibt schon unterschied„Kaspat, dem sieht's doch keiner nicht mehr an, daß es im Wasser war.". „Keine Seele, Herr.“ Und seit dem—.“ „Haben sie Euch mit sechs Trompetern rausgeblasen; ich hört's in Berlin. Das hat Euch mancher Mann beneidet.“ „Und die Vettern erst; das hättest du mal sehen sollen!" „Haben ein Traktament losgelassen. Nicht wahr?“ Herr Gottfried schmunzelte:„Das ging aus einem Haus ins andere. Weiß doch wirklich nicht, wo ich zuletzt gewesen bin. Was sagt denn die Prigitte zu?“ „I nu. was wird sie sagen?’ne Stiege Gänse haben wir in den Rauchfang gehängt. Die Agnes haben wir nach Spandow gbracht“. „Die Agnes, ach, das liebe Kind!“ „Die wird fromm werden. Nu schlachten wir auch bald die Schweige: chicden hohe Sterblichkeit der fremden und der einheimischen Bevolkerung in den nordafrikanischen Handelsstädten zu. Im übrigen gegt aus obiger Tabelle hervor, daß die günstigsten Stervlichtensverhältnisse in den großen westeuropäischen und amerikanischen Kulturstädten, die ungünstigsten in Rußland und ### den in der heißen Zone gelegenen Großstädten zu finden sind. Die hochste Sterblichkeitsziffer hat B. bay mit 39,1 pro 1000 Einwohner, die niedrigste Sydney in Australien mit nur 10,3. das also die gesündeste„Stadt der Welt bezeichnet werden darf. In Europa schießt umsterdam mit 13,0 den Vogel ab und darn Londezz das troß seiner„Slums“ nur eine Sterberate von 13.8 un 1000 hat. Berlin steht mit 15,4 pro Mille nicht viel über diesen niedrigsten Zissern. Literarisches. erschienene Nummer 26 des Postillon enthält an verbandes u. Ilustration n: Der Juliusturm des Zentralverbandes.— Der Zechenverband und seine Arbeiterfursorge.— Las englische Herrenhaus.— Der Herr III.— Hall= Frserinste Pilligsde g#., Aus der Reichshauptstadt. #.— Daur unser:— Dier vier puttbeinstücke.— Ungesühnte Verorechen.— Der Professor und die Nonne.— Auch ein Weihnachtsmärchen.— Der Preis der Nummer ist 10 Pfg. Probenummern sind jederzeit durch den Verlag Paul Singer in Stuttzart, sonie durch alle Buchhandlungen pnd““. ziehen. fanstungen und Kolporteure zu beVermischtes. Eine islamitische Ehe vor deutschen Gerichten. Das oberste bayerische Landgericht in München entschied, wie gemeldet wird, heute einen Ehescheidungsprozeß, der die deutschen Gerichte schon eit längerer Zeit beschäftigte. Der Schriftsteller Friedrich Arndt e 1855 persieß en einer Frau Therese H. gexheiratet. In Namen Al Raschid=Bei an. Von Konsiantinopel aus schrieb er en seine Frau einen Scheidungsbrief und erfüllte alle Formaliäten, die nach ottomon schem Rtecht zu einer Ehescheidung notvendig sind. Drei Jayre später, schoß er mit der gleichfals um Islam übergetretenen Schriftstellerin Helene Böhlau eine weite Ehe. Seine erste Frau erklärte sich damit jedoch nicht einverstanden und socht die Eiltigleit der zweiten Ehe durch alle wald 1 "„Bin doch kurios, zu wissen, wie's daheim geht.“ Damit war Herr Götz aufgestanden, und der eine Fuß saß schon im Steigbügel.„Wie lange bin ich denn eigentlich fort, Kaspar?“ „In einer Stunde sind wir zu Haus, Herr!" „In einer Stunde, kurios!“ jage Herr Gottfried, und saß nun ganz im Sattel.„Viele Stunden, die machen einen Tag, und viele Tage einen Monat, und viele Monate ein Jahr, und was machen nun viele Jahre!'s ist doch kurios, Kaspar, wenn man so das denkt. Manchmal ist mir doch, als wären viele Jahre nur eine Stunde, und dann ist mir wieder, als eine Stunde viele Jahre.“ Dem treuen Knecht war recht bang zumute als sie so nebeneinander, der Herr ritt und er kutschierte. Daß der Herr ihn nicht geprügelt hatte, das war schon sonderbar. Und jetzt ritt er o versenkt in sich und dachte, und dachte laut. Der Knecht dachte, ach, wenn's mit dem guten Herrn zu Ende ginge! „Da sah Herr Gottfried plötzlich seine Handschuhe an und neckte den Daumen in den Mund, und schüttelte den Kopf: „Kaspar, Kaspar! mir fällt was ein.“ „Das auch noch! da's ist richtig.“ Kaspar wischte sich das Auge. „'s ist richtig, Kaspar!'s kommt sch'imme Zeit.“ . I, warum nicht gar! Die Kraniche flogen ja über unser „Krieg. Aufstand gibt's, sie rüsten, ich muß mit. Ach. nn kommt das alles raus.— Wo waren wir doch letzte Nacht?— Richtig, richtig! Die blanken Schwerter kreuzweiß über den Bechern. Der Totenkopj auf dem Tisch. Der Köplin hielt meinen Arm, als ich schwor. Der Wulf, der konnte nicht mehr stehen, da biß er in den Handschuh, daß er sich's entsänne, wenn er aufwachte. Ich biß auch.— Ja, ja, s ist alles so.“ „Hab' auch von gehört, sie sind wolfstoll um den Lindenberg. — Ihr müßt also auch mit, wenn's losgeht?“ „Mit!“. „Der Kurfürst ist ein starker Herr. Wer ihn anbellt, den beiß er.“ perden, auch beißen.“ Die kriegerischen Gedanken schienen sich in dem Ritter zu sammeln. „Unter„Wölfen muß man mitheulen. Na, vielleicht kommt's nicht dazu.“ Der Ritter stützte das Kinn mit der Hand:„Vielleicht! Wollen ihn beim Freigericht verilagen, daß er einen Edelmann darum— Wenn das es auf sich nimmt— sonst, sonst, Kaspar, da werden wir die Knochen rühren müssen, da wird's Ernst werden. Alle Heiligen, da dürfen wir nicht mehr schlafen. Kaspar, verstehst du mich; das dürfen wir der Frau nicht sagen.“ (Fortsetzung folgt.) Instanzen an. Heute wurde der Prozeß vor dem obersten Land gericht in München verhandelt. Es wies die Klage der erster Gattin kostenpflichtig ab. da die nach ottomanischem Recht erfolgt Gbescheibung zu Rcht bestehe. ersolg Katastrophe beim Eisgang, Petersburg, 18. Dez. I. Geuvernement Mohilew, nahe dem Dorf Mozur, hat sich au dem Fluß Pripet eine entietzliche Katastrophe zugetragen. EinHolzfahre, die 27 Menschen und zwei Pferde mit sich führte setzte während des Eisgangs über den Fluß. Mitten auf den Wesser wuroe eins der Pferde wild und begann auszuschlagen wobei die Menschen nach einer Seite drängten. Die Fähre ver### lor das Gleichgewicht und schlug um. Tabei wurden alle 2 Menschen in die eisigen Fluten des Pripet geworfen. Am Ufe standen Hunderte von Bauern, sahen das Umschlagen der Fähr saben die Unglücklichen zwischen den Eisschollen auftauchen, um Leben ringen und hörten sie um Hilfe rufen, doch konnte ihnen des starken Eisgangs wegen keine Rettung gebracht werden Sämtliche 27 Bauern versanken vor den Augen ihrer AngeWie man zu einer Rente kommt. In London ist ein Mani gestorben, der es verstanden hatte, sich auf ganz eigenartig Weise eine Rente zu verschaffen, die ihm, wenn auch kein tuxuriöses Leben, so doch eine bequeme Existenz ohne Arbeit und ohne Sorge ermöglichte. Mr. Clammis war in London e#n stadtbekannte Persönlichkeit, in letzter Zeit hat man sich allerdings nur sehr wenig mit ihm befaßt, um so größeres Aufsehen aber erregte sein„Fall“ seiner Zeit. Es war vor einer Reihe von Jahren, als an den Schaltern der„Bank von England“ täglich ein Mann zu erscheinen pflegte, der den Beamten nicht näher bekannt war und der jedesmal rund 50 Zehnpfund=Scheine präsentierte, die zerrissen waren, und zwar höchst sorgfätig jeder einzelne derart, daß kein Stückchen fehlte, wohl aber die Scheine so unbrauchbar waren, daß sie eingestampft werden mußten. Nun ist es bekannt, daß die„Bank von England“ bei der Erzeugung jedes Zehnpfund=Scheines genau 40 Penny Kosten hat, so daß ihr 50 unbrauchbar gemachte Scheine, die erneuert werden mußten, einen Schaden von 20 Schilling verursachten. Als der Mann, dem natürlich die Scheine, die er im unbrauchbaren Zustande vorlegte, durch neue erjetzt werden mußten, das Manöver längere Zeit fortsetzte, begann man auf ihn zuerst mit Erstaunen, dann mit Unmut und zuletzt mit Besorgnis zu blicken. Schließlich ließ ihn einer der Direktoren zu sich rufen, machte ihm Vorwurfe, daß er das Geld in so mutwilliger Weise vernichte, und drang in ihn, dieren Unfug aufzugeben. Der Mann jedoch, der sich als ein Mr. Clammis legitimiert hatte, blieb sehr kühl und erklärte daß es in England slein Gesetz gebe, welches ihm verbieten könne, 10 Pfund=Scheine oder auch andere Banknoten zu vernichten, so lange es ihm beliebe. Dies hatte allerdings seine Richtigkeit.„Welches Interesse haben Sie eigentlich daran,“ fragte der Direktor,„d#e Bank von England täglich um 20 Schillinge zu schädigen?“—„Ich habe nicht das geringste Interesse daran,“ erwiderte Mr. Clammis,„aber ich mache Ihnen einen Vorschlag, den Sie annehmen oder ablehnen können: Ich v.rursache Ihnen einen Schaden von täglich 20 Schilling; da ich täglich, mit Ausnahme der Sonntage, erscheine, so beträgt die Summe monatlich 520 Schilling. Setzen Sie mir eine monatliche Rente von 350 Schilling aus, jo erkläre ich und verpflichte mich, keine Banknoten mehr zu vernichten, und Sie ersparen jeden Monat eine Summe, die immerhin im Laufe von Jahren ganz beträchtlich ist. So wird uns beiden geholfen.“ Tatsächlich ging die Bank von England darauf ein und sicherte Clammisz schriftlich eine lebenslängliche Rente zu, was für diesen von um Werte war, als einige Jahre später in England das Gesetz durchging, welches die Vernichtung von Banknoten ichwer bestraft. Mr. Clammis hat seinem Vertrage gemäß seinn Wort auch gehalten und bis an sein Lebensende dafür seine Rente bezogen. Er hat durch seinen schlauen Streich sich sogar Sympathien erworben und bei seinem Leichenbegängnis war unter den Leidtragenden auch ein Beamter der Bank von England.er der Bank Tragödie des armen Offiziers. Aus Paris wird den schälsesc chchesechecke ec chche entwendete, zu achtzehn Monaten Gefängnis verurteilt. Der Prozeß entrollte die Tragödie des armen Offiziers, wie siel krasser und trauriger kaum noch gedacht werden kann. Mit dünner und zitternder Stimme erzählte der Angeklagte, der so gar nicht im Aeußeren einem Offizier ähnelt, den aber seine Untergebenen liebten und seine Kollegen schätzten, seine Lebensgeschichte, die einen ewigen, aufreibenden Kampf mit Sorgen und Entbehrungen bildet. Lair war verheiratet und besaß einen fünfjährige Tochter, an der er mit großer Liebe hing. Da er# kein Vermögen besaß und eine arme Frau geheiratet hatte, reichten sein Gehalt zur Bestreitung der täglichen Bedürfnisse nicht aus. Und so mußte er Schulden machen, beim Bäcker, beim Fleischer und schließlich bei aller Welt. Ein Kaufmann in Lyon hatte ihm vierzig Franken geliehen, dafür verpfändete er ihm seine goldenen Epauiettes, die er niemals wieder auslösen konnte. Ja, um mit seiner Familie nicht hungern zu müssen, sah er sich genötigt, Stücke seiner Equipierung und Teile seiner Extraunizorm zu kaufen. Dann starb sein Kind und Lair warf sich nun ganz der Verzweiflung in die Arme. Seine Frau war von ihm fortgezogen, um in Paris Geld zu verdienen. Lair fing an zun trinken und machte im Rausch einen Selbstmordoersuch. Um den moralischen Halt wieder zu gewinnen, schrieb er an seine Frau, sie möge zu ihm zurückkehren. Aber die Antwort lautete: „Waxunz, pillst du, daß ich ag dir komme? Ich habe selbst kaum „ viei Gelo, daß ich mein Leven fristen kann!“ Am 10. September besaß der Unglückliche nur noch zehn Franken. Die Gläubiger bedrängten ihn hart, und in seiner Verzweiflung stahl er das Geld aus der Kasse. Er entfloh mit dem Raub, gab 600 Franken aus und stellte sich dann selbst der Behörde. Mehrere Freunde legten zusammen, und Lair konnte das gestohlene Geld## zurückerstatten. Während die Zeugen vernommen werden, Stagtsanwalt und Rechtsanwalt ihre Plaidoyers halten, sitzt der ungerlagte traurig und in sich zusammengesunken aus der mit schwarzem Tuch ausgeschlagenen Anklagebank, die wie ein Sarg aussieht. Und als das Urteil verkündet wird, senkt sich sein Kopf noch tiefer herab gleich, als ob er eben einen wuchtigen Schlag auf das Haupt erhalten habe, von dem er sich niemals wieder erholen könnte. Drahtlose Ferngespräche mit Amerika. Einer Londoner Meldung des„Daily Mail“ zufolge wird in wenigen Wochen das zwischen dem Eiffelturm in Paris und der Mutual Lise## Office", dem höchsten bewohnten Gebäude Newyorks, installierte drahtlose Telephon den Betrieb aufnehmen können. Wenn die# praktische Probe aufs Exempel das hält, was die erfolgreichen# bisherigen Versuche versprochen, wird man in der Lage sein, über den Atlantischen Ozean zwischen den rund 3500 englische Meilen entfernten beiden Metropolen Gespräche zu führen, ohne auch nur die Stimme erheben zu brauchen. Welche Umwälzung das für den internationalen Handel und Verkehr herbeizuführen# bestimmt ist, ergibt sich allein schon aus der Erwägung, daß dien# transatlantische Fernsprechverbindung den Beteiligten gestatten wird, geschäftliche Dinge in wenigen Minuten zu erledigen, deren## Regelung bisher ebensoviele Wochen erforderte. Das System französische Regierung für die bevorstehenden Versuche „Admiralität zwischen ihren Bureaus in Whitehall und den Schiffen des im Kanal manöverierenden Geschwaders in diesem Sommer hergestellt hatte, und die den praktischen Beweis# im Falle einer Seeschlacht im Kanal der kommandierende Admiral imstande ist, von der Kommandobrücke mit der Seebehörde in London in mündlichen GedankenaustauschDie das Gespräch vermittelnden elektromognetischen Luftwellen werden durch eine besonders gestaltete Bogenlamp## erzeugt und durcheilen den Raum mit der Schnelligkeit des Lichts# in einer Geschwindigkeit von 186000 englischen Meilen preiSekunde. Die für die Experimente auf dem Eiffelturm montierte, den elektrischen Strom für die Riesenlampe erzeugend#### Dynamomaschine arbeitet mit 200 Pferdekräften seß vor dem obersten Lan wies die Klage der ersten# ttomanischem Recht erfolgte ersburg, 18. Der. In Dorf Mozyr, hat sich auf gstrophe zugstragen. Eing zi Bferde mit sich führteh n Fluß. Mitten auf den und begann auszuschlagen drängten. Die Fähre ver## Tabei wurden alle 21 ripet geworfen. Am Ufen das Umschlagen der Fährer #sschollen auftauchen, umd e rufen, doch konnte ihnen Rettung gebracht werden den Augen ihrer Angen In London ist ein Mann sich auf ganz eigenartige# ihm, wenn auch kein Existenz ohne Arbeit und mis war in London e#n Zeit hat man sich allerum so größeres Aufsehen war vor einer Reihe der„Bank von England“ e, der den Beamten nicht und 50 Zehnpfund=Scheine zwar hochst sorgfätig jeden ie, wohl aber die Scheine upft werden mußten. Nun zland" bei der Erzeugung iny Kosten hat, so daß ihr erneuert werden mußten, sachten. Als der Mann. unbrauchbaren Zustandes ten, das Manöver längerei erst mit Erstaunen, danng zu blicken. Schließlich rufen, machte ihm Voriger Weise vernichte, und Der Mann jedoch, der hatte, blieb sehr kühl und t gebe, welches ihm veruch andere Banknoten zu ies hatte allerdings seine Sie eigentlich daran,“ England täglich um 20 nicht das geringste In,„ a b e r i c h m a c h e I h n e n er ablehnen können: Ich glich 20 Schilling; da ich erscheine, so beträgt dies en Sie mir eine monatrkläre ich und verpflichten hten, und Sie ersparen in im Laufe von Jahren den geholfen.“ Tatsächein und sicherte Clammis was für diesen von um ahre später in England sichtung von Banknoten em Vertrage gemäß sein Lebensende dafür seines lauen Streich sich sogar n Leichenbegangnis war tter der Bank von Engus Paris wird den Kriegsgericht in Toulon## fizier Rens=Raoul Lair, laymore“ 1380 Franken ingnis verurteilt. Der nen Offiziers, wie sie it werden kann. Mit der Angeklagte, der so# ähnelt, den aber seinen schätzten, seine Lebensen Kampf mit Sorgen heiratet und besaß einep zer Liebe hing. Da er## geheiratet hatte, reichtet Bedürfnisse nicht aus. Bäcker, beim Fleischer## nann in Lyon hatte ihm te er ihm seine goldenen ösen konnte. Ja, um sen, sah er sich genötigt, einer Extrauniform zu air warf sich nun ganz frau war von ihm fortten. Lair fing an zu stmordversuch. Um den rieb er an seine Frau, die Antwort lautete: ? Ich habe selbst kaum kann!“ Am 10. Sepzehn Franken. Die iner Verzweiflung stahl nit dem Raub, gab 600 der Behörde. Mehrere### ite das gestohlene Geld## vernommen werden, slaidoyers halten, sitz mmengesunken auf der klagebank, die wie ein kündet wird, senkt sich r eben einen wuchtigen n dem er sich niemals rika. Einer Londoner## d in wenigen Wochen und der„Mutual Liset Newyorks, installierte en können. Wenn dien# was die erfolgreiche### an in der Lage sein n rund 3500 englische## präche zu führen, ohne i. Welche Umwälzung Verkehr herbeizuführen er Erwägung, daß die# Beteiligten gestatten ten zu erledigen, deren## rderte. 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Je öfter b labaksteuer gesprochen wird schen Urheber dieses Gesetze Erneuter Zuruf.)— Es dern! Nun glaube ich, daß mar der Kommission im allger ##t, in der die Sozia.demok #tien keine Veranlassung, i de Ausführungsbestimmung harten, was sich an neuem ne so lange Debatte nicht #geschnitten ist, nachdem wi #u#lig, daß wir uns unsere Zunächst die Fürsorge für #es wieder in der Tebatt Fir im Gejetz nicht einen Re #tten, sondern nur die Unte de früheren Debatten hinw #en, die Arbeiter eine Rot geatsanspruch„Unterstützun zerling nicht die Spur ein Arbeiter weniger bekommen Kützung und nicht von einen Puruj von den Natl.: En graut folgendem Rechtsanig Bunkt. Nicht über eine The #ben, sondern untersuchen,e Schaden erlitten hat dadure gesetzeskraft erlangt hat. T chweisen; deshalb,g aube Petrachtungen auf diesem G soch, daß Schäden entstand ##brüber reden. Die Summe 2 Millionen war P Millionen im neuen 4 Million war von der Re April 1911 bis 15. Augus # Millionen Mark, und ich Bericht des„Vorwärts Sache so darstellte, als ob b #usgegeben worden sei. Im #ien nur 228000 Mark bez ### viermal mehr ausgezahlt Kart bis Ende November. * Ueber die Frage sich heute benn die 4 Millionen aufgebi ##rhanden sind, welche info Beichaslies,„ geworden sind, Escattigung zu sein. Die 2 ##l gieses hohen Hauses,. #rtrauen haben, daß wir sie grbeits osigkeit noch andquer ##ebraucht worden sind.(Sehr Derr Abg. Everling heute sch ##nag er das tun: es ist a bg. Everling: Sehr billig!) ###nsrede, die Sie eben gehal Piste! Dann sagt Herr Everling, Kroativen damals unbedingt Pracht hätten, bestanden, dan #eben. Dieser Vorwurf ist, ##erling, doppelt, unbegreiflid Hauses so viel von dem #s. Zentrum immer auf die ### in der Mitte.„Wären ###. Evexling verfahren, wäre ##ß er gleich wieder denselber en. deutschen Gauen erhobe Felitik getrieben, die sich aller bg. Everling weit unterschei Nun ist mehrfach ausgefül uirch das neue Gesetz viel gr gette, und man operiert dabei Anter den. 160 000 Tabakarbei ##en, daß unter den 34.000 ## die von einer und dersel Von Tes Desuche eingereicht Gesuchen eingegangen,# Wenn in einem Betriebe I# Ersiche eingelaufen um Unte #ads. Das kann man doch 7. ## meine überhaupt, man Peurteilung der Folgen des