Aboonementsbreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzeluummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Su U SrUsToTsosoe Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprachender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ A. Gerisch& Co., Vieleseld. Nr. 294. Bielefeld, Freitag, 17. Dezember 1909. 20. Die heutige Rummer umfaßt 16 Seiten. Die„parteilose“ Staatsgewalt. Daß die Regierung, die organisierte Staatsgewalt, keine Parteiregierung, daß sie parteilos sei und stets bleiben werde, hat der neue Reichskanzler v. Bethmann Hollweg in der Rede, mit der er sich am 9. d. M. dem Reichstag vorstellte, erklärt. Der Kanzler hat damit ein Thema angeschnitten, das einer eingehenden Betrachtung wert erscheint. Wir möchten dem Urteil unserer Leser die„parteilose“ Staatsgewalt überhaupt etwas näher bringen. Daß Herrscher, Regierungen, Staatsmänner, Behörden, Polizei, Justiz usw. wirklich parteilos sind oder sein können, wird niemand, der die Bedingnisse und den Zweck ihrer Existenz und ihres Wirkens kennt, ernsthaft zu behaupten wagen. Sie waren stets Partei, sind es und werden es bleiben, so lange Klassen- und Privilegieninteressengegensätze bestehen, mit denen sie zu rechnen haben, die ihr System begründen, die teils mit ihren Interessen sich decken und verbinden, teils dagegen gehen. Jede Staatsgewalt, möge sie den Republikanismus, das absolute Gottesgnadentum, oder die konstitutionelle Monarchie repräsentieren, hat immer nur as Partei und mit Hilfe von Parteien auf der Basis einer Interessengemeinschaft regiert. Unsere Konservativen machen sich eines politischen Täuschungsversuches schuldig, wenn sie dem Volke die Meinung beibringen wollen, daß der Monarch„über den Parteien“ steht. Es ist das eine Phrase, erfunden, um das monarchische Ansehen zu schützen, den Herrscher als die„entscheidende Stelle“ gelten zu lassen, was er in der konstitutionellen Monarchie mit ihrer verfassungsrechtlichen Teilung der Gewalten zwischen der Regierung und der Volksvertretung prinzipiell nicht sein soll und darf. So schrieb einmal die„KonservativelKorrespondenz“: „Die Entscheidung kann immer nur an einer Stelle ausgeübt werden, die über den Kassenunterschieden steht, die also zum besten des Gemeinwohls den Ausgleich widerstrebender Elemente herbeizuführen vermag. Nicht nur nach göttlichem, sondern auch nach menschlichem Reichs= und Landesrecht steht an dieser Stelle der Monarch und keine„Volkssonveränität“, am allerwenigsten aber die sozialdempkratische Klassensonveränität, wird imstande sein, dieses Recht zu beugen oder zu verschränken.“ Daß es Klassenunterschiede gibt und daß diese Unterschiede mit ihren Interessen- und Anschauungsgegensätzen das Parteiwesen bestimmen, kann nicht bestritten, werden.„Die Konsequen; ist, daß kein Mensch, auch keine sogenannte„entscheidende Stelle“, kein Regent, kein Machthaber„über den Klassenunterschieden" und„über den Parteien“ stehen kann. Noch kein Monarch, und mochte er der absoluteste und mächtigste sein, hat es fertig gebracht, sich mit seiner praktischen Poitik über die Klassengegensätze und Klasseninteressen und über die Parteien zu erheben, sich frei zu machen von ihren bestimmten Einflüssen, parteilos zu regieren. Die Phrase, daß der Monarch und seine Regierung„über den Parteien“ steht, hat ihren Ursprung in dem Bemühen, den monarchischen Absolutismus zu rechtfertigen, ihn als die Institution erscheinen zu lassen, die den Beruf habe, eine Herrschaft der Gerechtigkeit über alle zu führen. Man hat die Phrase in ein System gebracht unter Zugrundelegung des politisch=religiösen Dogmas, daß die Klassenunterschiede und Interessengegensätze nach„Gottes allweisem Ratschlage" bestehen, ein Teil der„göttlichen Weltordnung", also„unantastbar" sind. Vor allem die preußische Junkerpartei hat die Ausgestaltung dieses phraseologischen Systems sich angelegen sein lassen, um ihrer Interessenverbindung mit der Hohenzollern=Dynastie willen. Stets ist die Junkerpartei geleitet gewesen von der Erwägung, daß der Monarch ihren Interessen dienen, seine Macht zu ihrem Vorteil gebrauchen müsse unter Beugung der Rechte und Interessen anderer. Das ist der Grundzug der Politik der Junkerpartei; er kommt am besten zum Ausdruck in dem bekannten Sprüchlein: „Der König absolut,— wenn er unsern Willen tut.“ Mit der Phraje von der Erhabenheit des Monarchen über dem Klasseninteresse und den Parteien hat der reaktionäre Geist, besonders in Preußen, dem Monarchismus schon oft sehr schlechte Dienste geleistet. Als Bismarck noch mit dem widerspenstigen Liberalismus zu ringen hatte, stellte er den Satz von„über den Parteien stehendem Königtum" als Reformdogma auf und nannte dieses Königtum nach dem von konservativen Sozialpolitikern gegebenen Beispiel das„soziale Königtum“. Die Hohenzollern wurden hingestellt als die Beschutzer der Armen und Schwachen, gegen die Reichen und Starken, als die Könige der Bettler“, als die Machthaber, die Gott dazu auserwählt habe, den Gegensatz zwischen Arm und Reich aufzuheben, das Rätse det modernen Sphinx, die soziale Frage zu lösen. Das ist Legende geblieben, und wird Legende bleiven. Was das„soziale Königtum“ zur Ueberwindung der„Umsturzpartei“ unternommen hat, die Sozialgesetzgebung, rechtfertigt die Voraussetzungen, von denen es dabei ausging, nicht. Abgesehen davon daß diese Gesetzgebung vernünftigerweise unmöglich als„Lösung der sozialen Frage", als Mittel zur Beseitigung der Klassen= und Interessengegensatze und zur Herbeiführung der„sozialen Harmonie“ dienen kann, ist sie begleitet gewesen von anderen Akten, erod at bie Blägierung sich burch ein und stenerpolitisches System der Voltsausbeutung durch Ausnahmegesetze wider die Arbeiterklasse und deren Partei, die Sozialdemokratie, so schwer verfündigt am Volke, und damit wahrlich nicht bewiesen, daß sie „über den Parteien“ steht. Der agrarische Lebensmittelwucher, den die neue Zollpolitik dem Volle gebracht hat, ist, wie sehr auch die finanziellen Interessen der Regierung sich damit verbinden mögen, in der Hauptsache doch eine Konzession an die Partei der Junker, der Aararier. Und ebenso ist die ganze zünftlerische Gesetzgebung nicht anderes als Konzession an die sogenannten „Mittelstandsparteien“, die eine Bedeutung im politischen Leben erlangt haben und deshalb Berücksichtigung ihrer Forderungen seitens der maßgebenden reaktionären Parteien und der Regierung erfuhren. Aeußerst charakteristisch ist, wie alle diese Parteien einander zu überbieten versuchen in Bekundung der„monarchischen Gesinnung“, der„monarchischen Treue“. Eine wirklich nationale Eigentümlichkeit ist die Anhänglichkeit an den Thron, an das monarchische System nie gewesen; sie war im sogenannten„niederen“ Volke immer nur etwas künstlich Gemachtes, den politisch rückständigen Massen Suggeriertes, und für die herrschenden oder nicht geschieht, bemißt sich der Grad ihrer, Gesinnung, die Starte ihrer„monarchischen gibt es zah lose Beispiele. Oft genug schon hat Klassen und Parteien immer nur der Reflex ihrer Interessenerwägungen. Diese Klassen und Parteien sind„monarchisch gesinnt“ unter der nicht idealen, sondern rein materialistischen Voraussetzung, daß das monarchische System sich in den Dienst ihrer Interessen stellt. Und nach dem Maße, wie das geschieht ihrer„monarchischen in Treue". Dafür ift genug schon hat das Junkertum gegen den Monarchen, der ihm nicht zu Willen war, konspiriert und rebelliert! Es ist im Laufe der letzten Jahrzehnte öfter vorgekommen, daß Junker und Agrarier der Regierung mit„Erschütterung der monarchischen Gesinnung“ gedroht haben für den Fall, daß sie auf die Interessenpolitik der Herren nicht eingehen werde. Beim neuen Zolltarif stellten konservative und agrarische Organe in Aussicht, es würde, wenn die Regierung nicht für die geforderten Agrarzölle eintrete, die Landbevölkerung sich mit dem Proletariat der Städte sich vereinigen und dann würden „die Throne krachen". Die nationalliberale„Kölnische Zeitung“ hingegen schrieb einmal, wenn die Regierung fortfahre, das Junkertum zu begünstigen, könnten die Liberalen sich erinnern, daß sie eigentlich doch nur Vernunftmonarchisten“ seien und eine„Revision ihrer monarchischen Gesinnung“ vornehmen. Mit der Regierung zu handen und paktieren und da Gunst um Gunst zu geben, ist das Bestreben jeder„staatserhaltenden“ Partei. Sie zwingen den Monarchen förmlich in den Parteicampf und dann erhebt jede den Anspruch darauf, seine Partei zu führen. Am entschiedensten tritt dieser Anspruch bei der Junkern hervor. Sie gebärden sich als die„festeste Stütze der Thrones". Daß es eine Interessenverbindung zwischen Königtum und Adelspartei gibt, darauf wies Wilhelm II. in der Rede hin, die er am 6. September 1894 in Königsberg hielt, worin er den Adel aufrief„zum Kampf für Religion, Sitte und Ordnung gegen die Partei des Umsturzes“ und bemerkte, eine„Opposition preußischer Adeliger gegen ihren König sei ein Unding: Wie den Adel a's Stand und Partei, so nimmt der Mon archismus in Preußen auch die Staatsbeamten für seine Partei tellung in Anspruch. Darüber belehrt sehr drastisch folgend Tatsache: In einem Erlaß Kaiser Wilhelms I. vom 8. Janua# 1882 wird geradezu erklärt, die durch den Diensteid beschworen Pflicht der Beamten erstrecke sich auch auf die Vertretung de: Politik der Regierung bei den Wahlen. Das heißt: die Beamter wangsweise zu einer Regierungspartei zu machen; sie zwingen nach jeweiligem Ermessen der Regierung eine ihr genehme Parte zu unterstützen; sie zu Wahlsklaven der Regierung degradieren; ihnen das Recht eigener politischer Ueberzeugung und freier Parteinahme absprechen. Auf allen Gebieten des öffentlicher Wesens sind die klassenstaatlichen Gewalten" Partei bezw. ver hündet mit den sogenannten„staatserhaltenden", den reaktionären Parteien, welche die Interessen und Anschauungen der errschenden Klassen vertreten. Mit allen staatlichen Einrich tungen unterordnen sie sich möglichst diesen Interessen und An chauungen. Militarismus, Kirche, Schul'e, Polizei und Justi, usw., werden in den Dienst dieser Interessen und Anschauunger gestellt, d. h. in den Dienst von Parteien gegen Parteien ode: von Klassen gegen Klassen. Das ist die„parteilose“ Staatsgewalt. Politische Uebersicht. Gegen die Vertenerung des Der Deutsche Handelstag hat gegen die neue FernsprechGebührenordnung eine Eingabe an den Reichstag gerichtet, ir der er nachweist, daß durch den neuen Tarif eine Verteuerung von mindestens einem Drittel eintreten würde; in Berlin würd. ie Vertenerung 54, in Hamburg sogar.72 Prozent betragen Die kleineren Netze würden infolge der Herabsetzung der Grund und Gesprächsgedühr noch größere Zuschüsse wie bisher be nötigen, diese wurden in Zukunft von den größten und besonders mitt eren Netzen, welch letztere schon jetzt zuviel bezahlen, ge ragen werden müssen. Es soll also die städtische Bevölkerung das heißt hauptsächlich Handel und Industrie, zugunsten der ändlichen in noch stärkerem Maße wie bisher belastet werden Für die Annahme der Reichspost, daß eine Mehrbelastung der Teilnehmer durch eine Verringerung der Gespräche um 25 Proz vermieden werden würde, liege kein Grund vor. Außerden müsse man sich mit aller Entschiedenheit dagegen wenden, das eine Behörde, die zur Förderung des Verkehrs da ist, offen sichtlich und zweckbewußt auf eine Einschränkung des Verkehrs und zwar um nicht weniger als 25 Prozent, hinarbeitet. Hier tritt ein so verkehrsseindlicher Zug in die Erscheinung, wie er in gleicher Schärfe kaum jemals dagewesen ist. Man kann sich des Gedankens nicht erwehren, daß diese„Reform“ des Fern prechwesens dem Wunsche der fiskalischen Ausbeutung dieses Verkehrsmittels entsprungen ist und nur eine weitere kurzsichtige Maßregel im Verkehrswesen darstellt, als welche z. B auch die so starke Erhöhung des Ortsportos für den Postkartenverkehr bezeichnet werden kann. In der Eingabe wird weiter auf die Belästigungen hingewiesen, die aus der Zählung jedes einzelnen Gesprächs entstehen, sowie auf die unangenehme Lage in die Gewerbetreibende kommen, bei denen bisher die Kunden den Fernsprecher unentgeltlich benutzten. Der Fernsprechapparat muß hier geradezu überwacht werden, um zu verhuten, daß er mißbräuchlich auf Kosten seines Inhabers benutzt wird Während bisher der Fernsprechverkehr sich glatt und rasch abgewickelt hat, wird in Zukunft der vielen kleinen alltäglich wiederkehrenden Unannehmlichkeiten kein Ende sein. Der Deutsche Handelstag hält es daher für seine Pflicht, im Interesse von Handel und Industrie gegen die gep'ante Aenderung der Fernsprech=Gebührenordnung und die damit verbundene außerordentliche Verteuerung des Fernsprechverkehrs entschieden Verwahrung einzulegen, und bittet, dem vorgelegten Entwurf seine Zustimmung zu versagen. Deutsche freisinnige Volkspartei. Unter diesem Namen soll die Verschmelzung der drei linksliberaen Parteigruppen, die bereits seit längerer Zeit eine Fraktionsgemeinschaft im Reichstag bilden, vor sich gehen. Die linkstiverale Presse veröffentlichte am Donnerstag abend die Grundsätze der neuen Partei und im Anschluß daran den Entwurf zu einem Organisationsstatut. Den Grundsätzen ist folgende Prinzipienerklärung vorausgeschickt: „Die Partei tritt ein für Schutz und Stärkung des Reiches und die Aufrechterhaltung seiner bundesstaatlichen Grundlagen. Partei fordert die gleichherechtigte Mitwirkung aue Staatsbürger in Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung zur Förderung des politischen und sozialen Fortschritts, sie bekämpft alle Sonderbestrebungen, die dem Gemeinwohl zuwiderlaufen, und erstrebt den friedlichen Ausgleich der sozialen Gegensätze in einer die Freiheit des Einzelnen verbürgenden Gesellschaftsordnung. Die Partei verpflichtet ihre Mitglieder zu politischer Mitarbeit auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens und erwartet von diesem gemeinsamen und planmäßigen Wirken die für die Gesamtheit unentbehrliche Steigerung des berechtigten Einflusses des deutschen Bürgertums.“ Das Programm selbst zerfällt in neun Abschnitte. Im ersten Abschnitt wird gefordert: Volle Gleichberechtigung aller Staatsbürger; Erhaltung des Reichstagswahlrechts; allgemeines, g.eiches, geheimes und direktes Wahlrecht für die einzelstaatlichen Volksvertretungen; freiheitlichen Ausbau der Reichsverfassung und der inneren Einrichtung des Reiches. „Der zweite Abschnirt behandelt die Stellung zu Kirche und Schule. Hier wird Gewissens= und Religionsfreiheit verlangt, erner Beseitigung der vom Staat gewahrten Vorrechte der kirche, allgemeine Volksschule ohne konfessionelle Trennung. Der dritte Abschnitt will die Sicherung der vollen Wehrkraft es Reiches unter Vermeidung aller Luxusausgaben. Mögichste Verkürzung der Dienstzeit. Reform des militärischen Straf= und Beschwerderechts. Der vierte Abschnitt verlangt unparteiische, gleichmäßige kechtsprechung. Politische und Preßdelikte sollen vor die Schwurgerichte verwiesen werden. Im fünften Abschnitt wird die schrittweise Herabsetzung der 'ebensmittel= wie der Industriezölle verlangt und die progressive Besteuerung von Einkommen, Vermögen und Erbschaften geordert. Aus dem sechsten Abschnitt ist zu entnehmen: Zusammendirken von Gesetzgebung, Verwaltung und Selbsthilfe zur bebung der Lebenshaltung der Lohnarbeiter und Angestellten. Sicherstellung und Ausdehnung des Koalitionsrechts, reichsgesetziche Regelung der Rechtsverhältnisse der in Haus= und Landdirtschaft beschäftigten Personen, Ausbau des Arbeiterschutzes, Interstützung der Gewerbeaussicht durch Hilfskräfte aus den keihen der Arbeiter und Arbeiterinnen; Förderung der Tariferträge. Unabhängigkeit der Arbeitnehmer außerhalb des Areitsvertrages.— Vereinfachung und Verbesserung der Reichsersicherungsgesetzgebung unter Wahrung der Selbstverwaltung. lusdehnung der sozialen Fürsorge auf die Privatangestellten. Sicherung der Freizügigkeit der Arbeiter und Angestellten. Naßnahmen zur Sicherung gegen unverschuldete Arbeitsosigkeit. Abschnitt sieben enthält die Forderungen für Mittelstand und andwirtschaft. Neben Aufrechterhaltung der Gewerbefreiheit ird die Beseitigung der durch die Gefängnisarbeit und durch je Militärwerkstätten dem Gewerbe entstehenden Schäden verangt. Hebung des wirtschaftlichen Verkehrs durch Tarif= und dandelsverträge. Stärkung der Produktionskraft der Landzirtschaft. Beseitigung der Familienfideikommisse. Einschränung des Besitzes der toten Hand. Im achten Abschnitt wird die Erweiterung der Rechte der rauen behandelt.— Die Forderung des Wahlrechtes für die rauen wird nicht gestellt. Abschnitt neun endlich wünscht Förderung der Bestrebungen uf Annäherung der Völker zu gemeinsamer Kulturarbeit und ur gleichmäßigen Erleichterung der Rüstungslast. Ausbau des Lölkerrechts und der internationalen Schiedsgerichtseinrichungen zum friedlichen Ausgleich entstehender Streitigkeiten. Aus dem Entwurf zu einem Organisationsstatut ist zu entehmen: Oberste Instanz ist der alle zwei Jahre stattfindende rdentliche Parteitag. Die Leitung der Partei wird dem Zenralausschuß übertragen. Mit der Führung der laufenden Gehäfte wird ein aus 16 Mitgliedern bestehender geschäftsführener Ausschuß betraut, der seinen Sitz in Berlin hat. Die Orgaisation gliedert sich in Ortsvereine, Bezirksverbände und andesvereine, die alljährlich besondere Parteitage abhalten. Die Entscheidung bei Stichwahlen wird der Organisation er in Frage kommenden Wahlkreise überlassen. Den Schluß bilden die Uebergangsbestimmungen. Zunächst reten die drei Parteien zu gesonderten Parteitagen zusammen. ist eine Zustimmung zu dem Programm erzielt, dann findet der rste Parteitag zur Konstituierung der Gesamtpartei statt. Der eschäftsführende Ausschuß wird erstmalig aus 9 Mitgliedern er Freisinnigen Volkspartei und je 4 Mitgliedern der Freiinnigen Vereinigung und der Deutschen Vockspartei gebildet. Die Interpellation über die Beamtenmaßregelung in Kattowitz, die gleich nach den Weihnachtsferien im Reichstage zur Verhandlung kommen soll, hat in der„Post“ bereits eine Veantvortung gefunden. In dem scharfmacherischen Blatt gibt sich ine gonvernementale Lakaienseele Mühe, jetzt schon die„Gründe“. u. finden, die dann der offizielle Regierungsvertreter als amtiche Antwort auf die Interpellation dem Reichstage zur Rechtertigung der Strawerietzung vortragen wird. Hören wir diese Gründe. Die„Post“ schreibt: „In der Presse werden diese Versetzungen vielfach fälschlich als Strafversetzungen bezeichnet. Das Reichs=Beamtengesetz und das preußische Disziplinargesetz für die nichtrichterlichen Beamten vom 21. Juli 1852 sehen allerdings die Strafversetzung als Disziplinarstrafe vor allein diese Strafe kann nach beiden Gesetzen nur auf Grund eines förmlichen Disziplinarverfahrens von dem geordneten Disziplinargerichte verhängt werden. Davon ist in dem vorliegenden Falle nicht die Rede, es handelt sich vielmehr dabei lediglich um Versetzungen im Interesse des Dienstes. Abgesehen von den richterlichen Beamten haben sich nach dem geltenden Beamtenrecht sowohl Reichs= als Staatsbeamte eine Versetzung im Interesse des Dienstes gefallen zu lassen. Die Befugnisse solcher Versetzungen anzuordnen, ist auch im Interesse des Reichs= und Staatsdienstes durchaus unerläßlich; sie erfolgt, wenn ein Beamter, der im allgemeinen seinen Dienst wahrzunehmen in der Lage ist, sich gerade für die Verwaltung einer besonderen Dienststelle nicht eignet, entweder weil seine Kraft zu dem Maß der Dienstgeschäfte nicht ausreicht, oder weil sonst in zeiner Person liegende Momente ihn gerade zu erfolgreicher Wahrnehmung dieser besonderen Geschäfte nicht geeignet sein lassen. In dem vorliegenden Falle ist die Versetzung erfolgt, weil die betreffenden Beamten durch die Stimmabgabe zu###iner bundesstaatlichen Grundlagen.] gunsten eines Polen, gezeigt haben, daß sie das Maß von Die Purker sbever. die gleichbelichtign Mitwirtung aller!(Staats- und Nationalgefuhl nicht besitzen, das als eine uner# läßliche Vorbedingung für die Wahrnehmung von Staatsin den polnisch gemischten Landesteilen anzuHier handelt es sich bekanntlich um einen ExistenzElemente das Deutschtum undu Staatswesen. In diesem Kampse muß der Beamie Sharszis fatge hei. Knopt gedruckt würde. Der Bleistist hat auf dem arensvort sehr angestrengt ceint „„ Fnnspter Er, Wgegttengig worden zu sein, denn er hatte meistens keine Spitze mehr. Mad. Harriet Meta Smith aus Paris(Rue d'Auler 7) hat ein Mittel angepriesen zur Beund in einer Nacht beifen samdse Mitel solte unsehlbor sein heißen, daß die Freunde der Christen, die Konservativen und das Zentrum, hier über alle Maßen verhaßt sind, nicht ver* diefer nationalen Politik, wie im Interesse der StaatsautoriMassenis, zu Tläßlich. Wenn dayer ein Teamter bei den ine Stimme einem polnischen Kandidaten gibt, so neserl#er den augenfälligen Beweis, daß er das Maß von nationalem Staatsbewußtsein nicht besitzt, das für Beamte in esse des Pienstes ist daßer nahedinge zugleich der deutschen, schwer von dem Polentum bedrängter Bevölkerung der Ostmarken schuldig.“ " Es handelt sich lediglich um gemaßregelte Post= und Eisenvahnunterbeamte und um Lehrer. Selbst wenn der Faruspioshtis eichr, gap t“ daß die Beamten der Regie. Jungspoliit nicht entgegenwirken dürfen— ein Grundsatz, dem wir scharf entgegentreten möchten und der auch im Kampfe um konservativ=junkerliche Interessen nie anerkannt wurde—, ist in dem Kattowitzer Falle absolut nicht einzusehen, wie die Gemaßregelten dienstlich hätten regierungsfeindliche Politik Domen das Mittsl*##: Was Ganver, daß eine Menge Tümen dus Weitlel zu haben wünichte. Die sich Meldenden erhielten einen Vertrag, den sie unterzeichnet zurüchenden mußten. Tarin verpflichteten sie sich zur Zahlung von 24 Mark für das Wunvermittel, während Madame Smith versprach, das Geld zurückzuzahlen, wenn das Mittel wirkungslos sei. In diesem Faue mußte es aber binnen 48 Stunden nach Paris zurückgeschickt werden. Es bestand aus einem Pfaster einer Seife, die jedenfalls andeuten sollte, daß man ordentlich eingeseift wird. Das Pflaster mußte zwölf und mehr Stunden auf den Runzeln liegen Damen, die da Mittel nach ver### betzt. .* Detmold, 17. Dez. Aktienbierbrauerei Falkentrug, Falkenkrug bei Detmold. Die ordentliche Generalversammlung fand am Donnerstag statt. Anwesend waren „ are mit 1360 Stimmen. Aus Aktionärkrenteg wurde 25 Aktionäre mit 1360 Stimmen. Aus unonärkregsen wurde der#n#rag gestellt, den Aufsichtsrat in Zukunft aus fünf statt aus drei Mitgliedern bestehen zu lassen, es wurde jedoch mit 709 gegen 657 Stimmen beschlossen, die Zahl der Aufsichtsratsmitglieder vorläufig für dieses Jahr auf vier festz „e fur Weiner nach rergeblichem Gebrauch zurüc gesandt haben, errielten ihr Geld nicht zurück, sondern ein f den Vertrag und die 48°:8“* treiben sollen. Oder soll ihnen etwa unterstellt ven Post= und Eisenkab ee gersteut werden, daß sie hoben 3 Tos- und Eisenruhnaufertigung die Polen bevorzugt Deutsches Reich. Reichstagsersatzwahl in Mülheim=Wipperfürth ist auf anberaumt worden. Stich auf den 26. Jebruar Urteil eines Innkers über den verflassenen Block. AbVertag in Honlasberg en versichert, er wosle iacher vastrolle gegeben und den Versammelten Ferfichter, er wolle never vor die Hunde gehen, als mit diesen modgrigen, konfusen Liberalen. Weiter sagte er noch: uns uie hechsfinanzreform war mit der Erbschaftssteuer einfach nicht zu machen. Aver wäre dies auch nicht der Fall gewesen, dann Blag muchu a castssteuer direkt erfinden müssen, um den mit Pauken und g. da zu verkindern, daß man nach links * Geschichte, mit Genton..... eine unmnatürliche Teschichtt, int Leuten zusammen fechten zu sollen, von denen z. B. aufustellennu ggn den alten Bebel schreibt, nur gleiche Richtlinten gangen iit ist em Wuander Gottes, daß es zwel Jahre geSchreiben, worin au, ven Bertlag und bie 48 Stunden Frist zur Juruusenlung hingewiesen wird. Mad. Smith ist auch erbötig, Haare aus dem Gesicht zu entsernen, und zwar umsonst, wenn man ihr Personen namhaft macht, die minkestens für 80 Mark Bestellungen einsenden. Und es soll auch solche Dumme genug geben, die auf den neuen Schwindel hineinfallen. — Zur Hygiene der Gastwirtschaften. Wie wir im Aerztlichen Vereinsolatt“ lesen, wurde kürzlich in der 36. Plenarversammlung des Sächsischen Landesmedizinalkollegiums folgender Antrag angenommen: „„Das„andesmedizinalkollegium wolle es für angezeigt erlaren, duß zur Beförderung der Sauberkeit in den Gartwirtschaften vom Ministerium des Innern verordnet werde, deß in den Gastwirtschaften des Landes Pfeffer und Salz nur in Streubüchsen, Senz in Tuben, Brot in einzelnen Schnitten, Weißbrötchen in Pergamentpapier eingewickelt, Zahnstocher in automatenartig wirkenden Tehältern dem Publikum zur Verfügung #### Tehältern dem Publikum zur Verfügung werven vursen, endlich das sogenannte Einsprengen der u igv.#.: Bet, wie für Tischge, ater allen UmKarte Flcße, i Schiffahrtsabgaben im badischen Landtag. Badens zu den Schifsahrts Intervellation über die Stelung kann die Großb. 4 zoben, die folgenden Wortlaut hat: wärtigen Stand 30htice Regierung über den gegenmitteilen 2. 8 der verhandlungen vetr. die Schiffahrtsabgaben genommen.. nit anderen Bundesstaaten leben drobende großen die dem gesamten deutschen Wirtschafts„henbe grshe Gefahr abzuwenden?"— wird morgen verhandelt werden cttogssitzung vor der Zweiten Kammer ####rrn. Die Regierung, wird voraussichtlich GeInformationen geruun nednen die sich, wie auf Grund bester be#ont„werden kann, durchaus mit dem in der acsisch=badischen zepzugrift geliend gemachten, den Landesneressen gemaß zachlich entschieden ablehnenden Standpunkt decken. Die in norddeutschen Blättern versuchte Deutung, als ob Baden an ein Zurückweichen denke, ist unzutreffend. Gamös wostrien der Tschechen. Wien, 16. Dez. Der punit angessterreichischen Abgeordnetenhaus ist auf den Höhe. nt##angt, und allem Anschein nach wird die Entscheibungsschiacht jetzt geliefert. Die gestern um 11 Uhr begonnen Sitzung dauert fort und es soll die Absicht beider Parteien sein, sie tuljüglich so sange dauern zu lassen, bis es Sieger und BeTscheche Kotlarz sprach bis 2 Uhr nachts in Sprache, also 12½ Stunden über die Tierarznei.. in Prag und erklarte dann, seine Rede deutsch fortzusetzen und stowenisch beenden zu wollen. Er ließ sich aber schließlich bereden und schloß 10 Minuten vor 2 Uhr. Dann kamen Redner der arbeitswilligen Parteien, die auf das Wort verzichteten, und sandlung der endlosen Dringlichkeitsanträge wurde fortgesetzt. um 1 uyr nachts war es zu einem großen Tumult geSten## Ein Mann rief von der Galerie herab:„Wir sind Sumtirager, wir dulden diesen Skandal nicht!“ Ein anderer diese Komödie zahle ich jährlich 4400 Kronen S#c Die Zwischenrufe entfesselten auf den Bänken der Tschichen einen furchtbaren Skandal. Die tschechischen AbgeGalerie hinauf:„Ihr Gauner, ihr Strolche, Hautie daß ihr hinauskommt! Marsch hinaus! Herr Präsident dann trat wieder die Nachtraße Die S erie wurde geräumt. ler, nur Kotlarz sprach weiter. Der Sitzungssaal wor fast sänden(d d.““: 4:, gssche gehr cwäsche, unter allen Um. wenn die Wasche gebraucht worven ist) den Gastwirten vervoten werde.“ Sterspentlichder letztere Passus scheint vom hygienischen S anrbunkt Twcentlich. Wie haufig werden gebrauchte Wäschestucke, Se#oienen usw., wenn sie nicht beschmutzt sind, einfach angefeuchtet und dann gemangt und so dem Publikum wieder zum Gebrauch geboten! — Polizeibericht. Gefunden: 1 Milchgefäß; 1 DubleeHerren=Freundschaftsring mit rotem Stein; 1 gold. Damenuhr mit silb. Kette; 1 weißer Schal oder Kragenschoner; 1 Winterüberzieher; 1 Portemennaie mit zirka 3 Mk. Inhalt. Zu gelaufen: 1 schwarzer Pinscher mit gelben Abzeichen und weißen Vorderpfoten. Verloren: 1 mattgold. Kettenarmband; 1 braunes led. Herrenportemonnaie, inliegend etwa 40 Mk. in bar, 1 kleiner Schlussel, 5=Pfg.=Marke und Notizzettel; 1 brauner Knabenbiberpelz; 1 silb. Damenuhr mit Monogramm E. R.; 1 wertvoller Damengürtel auf dem Wege von der Löbellstraße bis zur Städtischen Badeanstalt. Entlaufen: 1 braune Jagdhündin mit grauen Beinen. Festgenommen wurden 1 Perion wegen Trunkenheit und groben Unfugs, 1 Perion wegen Bettelns und 1 Person wegen Notzucht.— 21 obdachlose Wanderer erhielten Unterkunft, im Polizeigefängnis. Aus einem Tiebstahl rührt anscheinend ein Fahrrad her, welches am 15. d. M. abends an der Kaiser- und Héeperstr.= Ecke gefunren und auf dem Bureau der Kriminal=Polizei abgeliefert wurde. % zur vinee Bige un, eilt senthusetzen. Der au der Tagesordnung steuende entrag der Verwaltung auf Schaffung von A rzugsaktien durch Zuzahlung auf die Stammum den buchmaßigen Verlust zu beseitigen und Ve riebskapital zur Erlauung eines Sudhauses zu schaffen, wurde seitens der Verwaltung zurückgezogen Verschiedene Vorschläge aus Aktionärkreisen zur Sanierung des Unternehmens sollen der Prüsung sal ein= guberordentliche n00 deren Liclung fou eine außerorbenlliche Generalversammtung zur wäntias SPeschlußfassung einberufen werden. Ueber die gegeneriige“ age des Geschäfts äußerte sich Direktor Karstens dahin, vaß sich vasselbe wieder zu beleben beginne. * Barntrup, 16. Dez. Von der Rührigkeit des andes gegen die Sozialdemokratie zeugt ein Schreiben, weiches einem hiesigen Geschäftsmann von der Geschäftsstelle Frankfurt a. M. des verü—hmten Verbandes zugesandt wurde. Es hat folgenden Wortlaut: 523, 523; 65, 64. Stimmen. weil sie in der der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 17. Dezember. — Die Bücher= und Wandschmuckausstellung erfreut sich weiter, eines guten Besuchs. Wert beim Einkauf von Büchern Geist undien amagarau zu legen, daß den Ansprüchen von „ und Geschmun„Rechnung getragen wird. Vor allem empfenlen wir für die Jugend im Alter von 10 bis 14 Jahren die Srächlige Pischer, Zelsbucher. Dann ist Gelegenheit gegeben, für 1.25 Mark bezw 7 zicht unter 250 Mark zu haben sind, Zweranoien 5 Mark zu kaufen. Wir nennen: ##p„Zoo,„Hilde Bobbe“,„Kater Murr“,„Reineke lich wie zuch in Ausstatt. Robinson Crusoe“ und andere, terttich wie duch in Ausstallung geradcezu alles Prachtwerke. a0 Ferner weisen pir auch auf die Ausgaben im Preise von Märchen gzerab zu 50 Pfg. hin und nennen„Grimms Frarchen“,„Jubezayl“, Fabeln von Wolgast, Spekter u. a. sind in reicher Auswahl vorhanden. Aber auch sonst ist soviel Sönes undeSane vorbanden, daß jedem Bedürfnis Rechnung geVoltsbühnen=Vorstellung geßfengt Preitgg nach der von 12 bis 1½6 Uhr und 7 Uhr abends. Mit g:" Sonntag von 11½ Uhr mittags bis gechloste“ min P#it viesem Tage ,wird dann die Ausstellung geschlossen. Wil bitten alle ernstyaften Bekämpfer der SchundGelegenheit zu benutzen und der Jugend nur gute Bücher auf den Weihnachtstisch zu legen.-0—.— Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Es vurfte die Theaterfreunde interessieren, zu hören, daß der Komponist der„Förster=Christ., Herr Georg Jarno, gan außerordentlich von der hiesigen Aufführung seiner Operette befriedigt war und der Direktion volle Anerkennung zollte, namentlich auch der Darstellerin der Förster=Christl, Frau Direktor widmete er sein Bild schrift: Der wirfsich gaieser, pidmete er sein, Bild mit der Inschrift.„Der wirtlich vorzüglichen, prachtvonlen, entzückenden, frischen, liebenswürdigen, unverfälscht echten Förster=Christl Berstl zur freundlichen, Erinnerung an die schöne Bielefelder Auffuhrung in Tankbarleit. Die nächste Aufführung des Werkes findet am ersten Weihnachtsfeiertag statt. Geheimmittelschwindel. Immer neue Blüten treibt der S ait Geheimmitteln, der von Amerika, England und Die Wahlen zum Gewerbegericht=Land, die gestern Donnerstag stattfanden, haben uns schöne Erfolge racht. Wir lassen die Resultate, soweit sie uns gemeldet sind, hier folgen:... Wahlbezirk Schildesche. A. Wahl der Arbeitgeber: .. Von 134 Wählern übten 7 ihr Wahlrecht aus. Gewählt sind iegeleibesitzer Tödheide und Kaufmann Lehmenn. B. Wahl der Arbeitnehmer: Von rund 1600 Wählern beteiligten sich 588 an der Wahl. Es erhielten Stimmen die Kandidaten der freien Gewerkchaften: Schriftsetzer Franz Dreckshage Lageravbeiter Wilhelm Heitland die Kandidaten der Christlichen: Lagerarbeiter Huttemann Weber Heinr. Henke 1903 erhielten wir 114, die Gegner keine S Dutzende von Wählern mußten umkehren, n####### in der Wäh erliste nicht au gefnort waren; jeden alls eine Mahnung in die Betreffenden, die Liste während der Auslegungsfrist auch einzusehen. Wahlbezirk Brackwede. Die Kandidaten der freien Gewerkschaften erhielten 385 Stimmen, die der Christlichen 91. Die Christlichen hatten alles aufgeboten und den letzten Mann an die Urne gebracht. 1903 wurden 272 und 274 Stimmen für die Gewerkschaften abgegeben; für die Christen keine. Wahlbezirk Gadderbaum. r Kandidat der freien Gewerkschaften erhielt 114 Stimmen, der Christliche 70 Stimmen. 1203, murden für den Kandidaten der Gewerkschaften 68, für die Christlichen 55 Stimmen abgegeben. Wahlbezirk Dornberg. Das Resultat hat die kühnsten Erwartungen übertroffen. Unser Kandidat erhielt 69 Stimmen, der bisherige Vertreter der Christlichen, Ringstmeier, ganze 2 Stimmen. Wahlbezirk Sieker=Heepen. A. Arbeitgeber: Siekmann, Schneidermeister, 5 Stimmen, Orth, Tischlermeister, 2 Stimmen. Kandidat der Gewerkschaften erhielt 222 Stimmen, der Gegner nur 37. Achtung, Taoakarbeiter! Auf Grund der Ausführungsbestimmungen vom 26. November 1909 über die Auszahlung der Unterstützungen aus dem Viermillionenfonds ist eine andere Berechnung in Kraft getreten. Die Zollämter sind angewiesen, das vorher zu wenig ausgezahlte Geld nach den neuen Berechnungen schleunigst nachzuzahlen. Alle Tabakarbeiter, welche schon Staatsunterstützung bezogen haben oder noch beziehen, wollen unter Angabe der Journalnummer oder wenn solche Nummer nicht mehr vorhanden ist, unter Wiederholung ihres Unterstützungsgesuches die Nachzahlung der zu wenig erhaltenen Gelder beantragen Die Gauleitung: W. Schlüter. NB Auf Grund des§ 7„ist aus dem Gesamtbetrage des im den Zweck, burgerliche Wähler und bürgerliche Parteien zusammenzuschließen, um so Hand in Hand den Irrlehren der Sozialdemokratie entgegenzutreten. Die letzten Wochen haben uine nicseit imie große Erfolge die Sozia demokratie durch die ist darüm sehr wichlig, gerlichen gagern zu verzeichnen hat. Cs daß auch in Ihrem Orte alle auf vaterländischem Boden stehenven Herren zu einer vertraulichen Besprechung eingeladen werden. Wir wollen versuchen, einen Teil dieser Herren als Mitglieder unseres Verbandes zu gewinnen un somit Gelegenheit zu bekommen, bei Ihnen regelmaßig Vortrage halten zu können. Sie wurden uns zu großem Tank verpflichten, wenn Sie uns eine Anzahl oben erwähnter Adressen mitteilen wollten, Zanit wix diese Herren von hier aus zu einer Versammlung Ansung Tezember einlaven konnen. Aus gleichem Grunde ### wir Versammlungen ab in Schieder, Schwalenberg, In der Anlage finden Sie eine Vortragsliste, aus welcher Sie ersehen, in welcher Weise wir unsere Vorträge auswählen. Für eine erste Versammlung bei Ihnen würde es gut sein, über die augenblickliche politische Lage sowie über die Sozialkratie zu sprechenuren Reichsverband gegen die SozialdemoIn der angenehmen Hoffnung, recht bald von Ihnen Antwort zu erhalten, zeichnen wir Mit vorzüglicher Hochachtung ganz ergebenst „„„ Robert Peter.“ 1. Versammlungstechnit. 2. Reichsvereinsgesetz. 3. Das Arbeiterschutzgesetz. 4. Der Arbeitsvertrag 5. Das Kinderschutzgesetz. 6. Das Gewerbegericht. 7. Die. Axheiterversicherung: a) Krankenversicherung; b) Unin#rsicherung; c). Alters= und Invalidegversicher 8 wugs tscheru.#g##. Alters= und Invalidegversicherung. FAng ou der albeiter vom Staate wissenr,u geich 1# der albeiter vom Staate wissen! a) geichstag; Miliärmesene:*) Das Regt des Leutschen 9 Ocuitardesen und Wehrpflicht. 9. Arbeiterorganisationen. 10. Warum muß sich auch der Arbeiter in der Gegenwart für Volksvirtschaft interessieren. Veiren der Sozialdemokratie. Reichsverband gegen die Sozialdemokratie. 13. Das„Erfurter Programm. 14. Ist Religion Privatsache? 15. Lanz, ein Christ Sozialdemokrat, kann ein Sozialdemokrat 16. Das Paradies der Sozialdemokratie.(Zukunftsbilder). I5 Sozialdegiokratische Konsumvereine. 10. Hrei und Srzialdemotratie. 19. Landwirtschaft und Sozialdemokratie. 20. Kolonialpolitische Fragen. 21. Flotte und Sozialdemokratie. 23. Sie Kinamzen d“ Jugendfürforge“? a. S, atunzen des Deutschen Reiches. 2r. Die meform der Arbeiterversicherungsgesetze. r sozialdemokratische Parteitag zu Leipzig 1 Schwindel mit Geheimmitteln, der von Amerika, England und Frunkreich anscheinend mit Riesenerfolg betrieben wird. Nachdem der Schwindel des„Professors“ Maxim, der Handschriften einforderte, um daraus die tollsten Dinge zu deuten und dann den„gläubigen“ Damen eine„Plakette anzuschmieren, aufgedeckt worden ist, hat sich eine Menge der Gerupften gemeloet. Die Damen erhielten meistens für teures Geld ein ovales Brett aus dünnem Holz, auf dessen einem Ende ein Glasknopf und am andern Ende ein Bleistift befestigt war, der allein schreiben jahr verdiente Tagelohn zu berechnen.“ Alle Tage, an welchen nicht beim Tabak gearbeitet ist, sind also bei der Berechnung des Lohnes auszuscheiden. .* OOstinghausen, 15. Dez. Am Sonntag, 19. Dezember, feiert ver urbeitergesangverein„Vorwärts" sein Winterkränzchen in den Lolalitäten des Herrn W. Feld in Herford. Freunde und Gönner der Arbeitergesangvereinssache sowie alle Brudervereine sind hierdurch herzlich eingeladen. S#che, 16. Dez. Nachklänge zur„hristlich“. en Versammlung. In der Notiz in der Mittletzten Zeile selbst wochsnummer muß es in der letzten 25. Der sozialdemo.—, g Leiteig 1909. Schon lange gibt sich der Reichsverband Mühe, mit seiner Agilation in unseren Agitationsbezirk einzudringen. Als ziemlich einzigen Erfolg hat er dabei zu verzeichnen, daß die Biele.„ W e s t s ä l i s c h e Z e i t u n g“ i h m f r e u n d l i c h s t i h r e S p a l t e n a l s verenwiige. Dungablagerungsstätte für seinen sämtlichen Einbruchsner.g iuet hat. Er dürfte auch mit seinem neuesten Einbrachsrersuch in Lippe kaum mehr Glück haben als bisher. * Lübbecke, 16. Dez. Rechtsauskunftsstelle. Die nächste Rechtsauskunftsstunde findet am Sonntag, 19. Dezember, morgens von 9 Uhr an, im Lokale des Herrn Baumeister statt. e. Stadthagen, 16. Dez. Von den Typhuserkrankungen. Die jetzt in mehreren schaumburg=lippischen Dörfern auftretenden Typhusfälle nahmen erfreulicherweise bis jetzt einen günstigen Verlauf, so daß Todesfälle noch nicht vorgekommen e. Stadthagen, 16. Dez. Schwindel. Mit den bekannter spanischen Schatzschwindlerbriefen werden jetzt auch die Bergite beglückt, nachdem andere, als besonders kapitalkräftig geltende Bewohner zu klug waren, um auf den plumpen Schwindel hereinzufallen. In einem Falle soll ein Bergmann allen Ernstes erwogen haben,„den im Gefängnis schmachtenden Unglücklichen“ mit der geforderten Summe Geldes auf die Beine zu helfen, wurde hieran aber noch rechtzeitig durch Bekannte gehindert. So. hirä#es wies hlessenz, daß das Schwindelmanöver wiederhett wile, es wird beshaus davor gewarnt. * S t a d t h a g e n, 1 6. D e z. Z u m B i e r k r i e g. I n d e r S i t z u n g des Gewerkschaftskartells am Sonntag kam auch die Bierrage zur Sprache. Da von den Brauereien immer noch der Abschluß eines Tarifs mit der Organisation der BrauereiSer Bierhopfott, io erfiärt stände noch Kar Hlossenen Onheiteni, das Kartell, daß für die dem #%% angeschr#n##rvenet ein Bierbopkott nicht .., da in den für uns in Frage kommenden Lokalen iniere Forverungen erfüllt werden und wir keine Veranlassung haben, sonstige Bierboykottierungen bestehen zu lassen. * Stadthagen, 16 Dez. Gemeinschaftliche Sitzung der städtischen Kollegien vom 13. Dezember. Der Bericht der Rechnungsprüfungskommission des Realprogymnasiums war von der vorigen Tagesordnung zurückgestellt worden, da noch Unstimmigkeiten vorhanden waren. Heute nun wurde von dem Berichterstatter klargelegt, daß dieselben geklärt sind. Es handelte sich um einen Betrag von 870 Mark, der bereits im Juhli 1#o5 doppelt in den Etat ausgenommen war, wodurch ferenz zwischen Kasse und Etat entstanden war. Da fest#, daß Kasse und Belege stimmten und nur ein Formfehler v##rlag, wurde dem Rechnungsführer Entlastung erteilt und um den Unterschied auszugleichen der Betrag von 870 Mark nachbewilligt. Verschiedene unwichtige Sachen fanden ihre Erledigung. Genosse Kreft fragte an, ob in Sachen Notstandsseien voch eine von denen viele berei denen es nicht möglick halten. Bürgermeiste keine weiteren Schritt die Angelegenheit u bringen, um eventuell Schluß der Sitzung fa den Stadträte Everdi wiedergewählt, an eSen bicker gewählt. e. Obernkirchen, 14 verunglückte vorgestern mann Wömpner aus Baumstamm auf das verursachte.— Gester: aus Ahnsen auf dem der Hand zwischen Fö drei Finger der rechte Son Vielefeld. Soz. Ver Uhr bei Holz. „Poesie im Dier —.4. Bezirk. Die St Genossen wollen — 18. Bezirk. Abenk Bünde. Gew.=Kar Minden. Metalla im„Colosseum". Lübbecke. Soz. Ver Oeynhausen. Gew.= abend bei Pauli Niederbecksen. Soz. Hauera (SchI Hauspantoffel grün, Cosmos, mit F Bunte Kordps mit gepinnter Filzsohl Farbige Filzp braune Filzsohle Farbige Filzp braune Filzsohle Lärbige Pizp sehr dick, mit Filz- u Farbige Filzp sehr warm, Filz- und Plüscheinfass W EE Ka e Konservativen und haßt sind, nicht verquerei FalkenDie ordentliche Geitt. Anwesend waren lktionärkreisen wurde uiunft aus fünf statt es wurde jedoch mit ihl der Aufsichtsratsvier festzusetzen. Der der Verwaltung auf ung auf die Stammitigen und Ve riebschaffen, wurde seitens ene Vorschläge aus rnehmens sollen der erden; nach deren eralversammlung zur 1. Ueber die gegenektor Karstens dahin, übrigkeit des ialdemokratie Geschäftsmann von i—hmten Verbandes gut: Vorstand des ReichsAuftrag, in dortiger ufklärende Vorträge mnisationen hat nur erliche Parteien zuden Irrlehren der etzten Wochen haben demokratie durch die verzeichnen hat. Es Orte alle auf vaterer vertraulichen Been versuchen, einen Verbandes zu gen, bei Ihnen recelpflichten, wenn Sie i mitteilen wollten, einer Versammlung gleichem Grunde der, Schwalenberg, gsliste, aus welcher sorträge auswählen. würde es gut sein, se über die Sozialen die Sozialdemod von Ihnen Antgebenst Robert Peter.“ ###swirtschaftlichen Prier auf Wunsch sind folgende: rsicherung; b) Undenversicherung. n? a) Reichstag; ht des Deutschen: er Gegenwart für skratie. in Sozialdemokrat zukunftsbilder). esetze. pzig 1909. Mühe, mit seiner ingen. Als ziemn, daß die Bieleihre Spalten als einen sämtlichen t seinem neuesten haben als bisher. ftsstelle. Die ag, 19. Dezember, aumeister statt. phuserkranippischen Dörfern de bis jetzt einen scht vorgekommen it den bekannter auch die Bergapitalkräftig gelumpen Schwindel inn allen Ernstes en Unglücklichen“ Beine zu helfen, kannte gehindert. manöver wiederIn der Sitzung uch die Bierimmer noch der n der Brauereies bestände noch daß für die dem oykott nicht imenden Lokalen ine Veranlassung lassen. iche Sitzung mber. Der BeRealprogymnackgestellt worden, seute nun wurde den geklärt sind. k, der bereits im n war, wodurch n war. Da festnur ein Formntlastung erteilt g von 870 Mars fanden ihre Erichen Notstandsgeleiter seien, es seien voch eine ganze Anzahl Arbeitsloser vorhanden, von denen viele bereits seit Monaten außer Arbeit seien und denen es nicht möglich sei, hier irgendeine Beschäftigung zu erhalten. Bürgermeister Ocker erwiderte, daß allerdings noch keine weiteren Schritte vorgenommen seien, er versprach jedoch, die Angelegenheit nochmals im Magistrat zur Sprache zu bringen, um eventuell Arbeiten in Angriff zu nehmen.— Nach Schluß der Sitzung sand die Stadtratswahl für die ausscheidenden Stadträte Everding und Sebening statt. Ersterer wurde wiedergewählt, an Stelle Sebenings wurde Apotheker Steinbicker gewählt. e. Obernkirchen, 16. Dez. Unfälle. Auf dem Lietstollen verunglückte vorgestern der an der Kreissäge beschäftigte Bergmann Wömpner aus Vehlen dadurch, daß ihm ein schwerer Baumstamm auf das Bein fiel und eine erhebliche Quetschung verursachte.— Gestern morgen kam der Bergmann Winkelhale aus Ahnsen auf dem Lietstollen dadurch zu Unfall, daß er mit der Hand zwischen Förderkorb und Drahtseil geriet, wobei ihm drei Finger der rechten Hand fast ganz abgequetscht wurden. Versammlungen. Sonnabend, 18. Dezember. Dielefeld. Soz. Verein, 1., 2. und 3. Bezirk. Abends 8½ Uhr bei Holz. Vortrag des Genossen Schreck über „Poesie im Dienste der Freiheit". —.4. Bezirk. Die Straßenvertrauensmänner und sonst tätigen Genossen wollen sich um 6 Uhr bei Hellsinger einfinden. — 18. Bezirk. Abends 8½ Uhr bei Husemann. Bünde. Gew.=Kartell. Abends 8 Uhr bei Nübel. Minden. Metallarbeiterverband. Abends 7¼ Uhr im„Colosseum“. Lübbecke. Soz. Verein. Abends 9 Uhr bei Burmeister. Oeynhausen. Gew.=Kartell. Abends 8½ Uhr Diskutierabend bei Paulsmeier. Niederbecksen. Soz. Verein. Abends 8½ Uhr bei KüsterSonntag, 19: Dezember. Verein, 8. Bezirk. Vorm. 10 Uhr bei Vorm. Bielefeld. Soz. Heidsiek. — 10. Bezirk. Vorm. 10 Uhr bei Gröppel. — 14. Bezirk. Vorm. 10 Uhr bei Beckmann. Brackwede. Arbeiter=Abstinenten=Bund. 10½ Uhr bei Kramer. Blotho. Saz. Verein. Vorm. 10 Uhr bei Kasselmann. Werther. Soz. Verein. Vorm. 10 Uhr bei Brünig. Holsen. Soz. Verein. Nachm. 3 Uhr. Dehme. Oeffentliche Gewerkschaftsversammlung. Nachm. 4 Uhr bei Wirt Stremming. T.=O.: Die Folgen der Reichsfinanzreform und welche Aufgaben hat der Reichstag nunmehr zu erfüllen.— Ref. Genosse BuseBielefeld. Stadthagen. Soz. Verein. Nachm. 4 Uhr im„Schaumburger Hof“. Lemgo. Gewerkschaftskartell. Vorm. 10 Uhr im „Lippischen Hof“. Salzuflen. Oeffentliche Fabrikarbeiter= und Ziegler=Versammlung. Nachm. 3½ Uhr bei Kaiser, Referent Herr K. Bruder=Hannover. Schötmar. Fabrikarbe im„Tivoli“. beiterverband. Vorm. 9 Uhr Bauhilfsarbeiter=Verband. Delegiertenwahl zum Verbandstag. Es finden folgende Versammlungen Sonntag vorm. 10 Uhr statt: Bielefeld bei Hannemann, Webereistraße 5. Brackwede bei Kramme. Schildesche bei Lücking. Sieker bei Meyer. Heeperstraße. ellershagen bei Hellsinger, Kamphof. Ubbedissen im Rolltrug. Gütersloh bei Klau, Berlinerstraße. Letzte Nachrichten. Hamm, 17. Dez. Gestern vormittag legte in dem Bankhaus von Max Gerson ein Angestellter einer hiesigen Firma eine mit dem Namen des Chefs dieser Firma gefälschte Quittung über 9000 Mk. vor und erhielt das Geld auch anstandslos ausgezahlt. Die Fälschung wurde erst nachmittags entdeckt. Der Betrüger ist geflüchtet. Bonn, 17. Dez. Das hiesige Kartell der Studentenkorps erkärte der Disziplinarbehörde der Universität mündlich, daß die Korpsstudenten, die sich an den Ausschreitungen bei dem jüngsten Bierausflug nach Rüngsdorf beteiligt hatten, aus dem betreffenden Korps ausgeschlossen worden seien. Die Disziplinarbehörde gibt sich aber damit nicht zufrieden, sondern verlangt eine schriftliche Erklärung und droht mit der Suspendierung der Korps für den Fall, daß eine solche Sicherheit nicht gegeben wird. Brüssel, 17. Dez. Der König Leopold der Belgier ist heute nacht um 2 Uhr 37 Minuten im Alter von 74 Jahren gestorben. Innsbruck, 17. Dez. Im Sextentale wurden zwei Jäger auf der Gemsjagd von einer Lawine fortgerissen. Militär nahm die Rettungsarbeiten vor. Der eine der Jäger wurde tot, der andere schwerverletzt ausgegraben. Wien, 17. Dez. Im Laufe des gestrigen Abends mußten die Tribünen dreimal geräumt werden. Die Sitzung dauerte nach Wiederherstellung der Ruhe um 12 Uhr 30 Minuten nachts noch fort. Newyork, 17. Dez. In Nicaragua nahm der Kongreß begeistert die Erklärung auf, man werde sich der Landung amerikanischer Truppen bis zum letzten Blutstropfen widersetzen. Bei Rama wird eine Schlacht erwartet. Die Unruhen in Managua sind unterdrückt; es herrscht Ordnung. Wie verlautet, hat Präsident. Zelaya in einer Zuschrift an den Kongreß ertlärt, daß er sein Amt niederlege. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, füe ratenteil: Wilbelm Böttcher, beide in Bieleseld. Hadsruntelrenl (Schlappen) Hauspantoffeln 25 grün, Cosmos, mit Filzsohle 30, 804 Bunte Kordpantoffeln 35 mit gepinnter Filzsohle 50, 45, 40, 804 Farbige Filzpantoffeln 50 braune Filzsohle 004 Farbige Filzpantoffeln 85 braune Filzschla 00 Farbige Filzpantoffeln 85 sehr dick, mit Filz- u. Spaltsohle 105, SO4 Farbige Filzpantoffeln sehr warm, Filz- und Ledersohle Plüscheinfass 1.35 Iausschäfe Farbige Tuchschuhe 75 mit Kordelsohle 104 mit Kordelsohle kräftige Militärtuchschuhe 100 alte Ledersohle 36/42 Steppschuhe mit Ledersohle und Absatz Filzschuhe für Herren sehr warm, Filzsohle Filzschuhe für Damen feinfarbig, mit Plüscheinfass Bunte Kordschuhe 150 135 155 135 CRorel stieiel 225 mit Filz-Ledersohie. Or. 27/30 l. 35,#. 31/35 1.50, 36/42 1.95, 43/47 853 mit Vachettebesatz, PlüscheinfassSealskin Paar 7.00, Kräftige□AR Fla-Schnalenstiefel 6 75 mit Lederbesatz, für Herren, ganz### solide Qualität..... 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Gesetzwidrige licher Per Bei Gelegenheit der gesetzes für Land= und F dieses Gesetz eine Bestim sonen, die„zum Untersch forstwirtschaftlichen Arbfordernde Stellung einn rechts mit den Betriebsbe diese„Facharbeiter“, wie in Gemeinschaft mit de nießen, daß ihre Unfallret sönlichen Jahresverdi Gewerbe= und Bauunfallt sicherten der Fall ist), zi und forstwirtschaftlichen den persönlichen JahresJahresarbeitsverdienst m wirtschaftliche Arbeiter al oder forstwirtschaftliche,s# keit durchschnittlich Verwaltungsbehörde für Diese Bestimmung ist fü arbeiter von großer Bei höhere Renten. „Das Gesetz selbst hat n zahn, die als Facharbeiter im§ 1 Absatz 6 eine An spiele die folgenden: För werbliche Facharbeiter, w Müller, Ziegler, Stellma rungsamt hat dann in ein gearbeiteten„Musterst und es hat seiner Aufzählu „Die Aufnahme aller wirtschaftlichen sowie gewe torisch, indessen wäre es u so einzuschränken, setzes vereitelt wü festzuhalten sein, daß durch Gesetzes aufgeführten Bei zeichnet wird. Im übri schaft nach den in ihrem B nissen im einzelnen zu prü zum Unterschiede von ger lichen Arbeitern eine techn Stellung einnehmen.“ Aus dieser Erläuterun das Reichsversicherungsam in der Beispiele=Aufzählu unter das die Statuten nicht hinuntergreifen so darum die nur allein richti zahlreiche Facharbeiter(z. Schmiede u. a.) in der waren und dort das Rech dividuallohn schon hatten; gestellt werden, das wu Reichstage ausdrücklich bet Prüft man nun aber di der Berufsgenossenschaften liche Tatsache, daß viele,e jenes Mindestmaß Von den insgesamt 45 be genossenschaften haben ganz ner und Gärtnereigehilfen Einengung vorgenommen, die vier Württembergischen Obergärtner als Facharbeit den Betriebsbeamten ger so verhält es sich aber auch den Brennern und Brauer schaften nur die Meiste Müllern nur die Mühlenv Man ersieht hi aus w Arbeiter selbst ein Mitvern schon erzielte gesetzgeberi revidieren. Als geradezu rätselh, werden, daß dasselbe Rei Musterstarut die oben ang gesetzwidrigen Statuten(ge ration) seinen Geneh hat. Man sollte meinen, antwortliche Hand, ohne d Anfug angerichtet. Oder n Die Arbeitervertreter i ganz energisch zur Rechen Partei Der Parteitag für das und Sonntag in Annen in denen Kreisvereine bes denen 4094 Frauen sind. Mitglieder 14 532 ohne Fi den Mitgliedern entfallen auf Bochum 5790, auf H Borken 1740. In Arnsl Vereinsorganisation, in nossen. Von der Zahl der von 1907 im Bezirk mach Die Einnahmen der Krei 1907/08 69056 Mk., 1906 Sozialdemokratische Geme 1907 waren es erst 66. D beschickt, dazu kamen noch Lüdinghausen= Beckum=2 Tecklenburg=Steinfurt=Aha gliedert sind. Vom Par wesend. Die weibliche Berufstät und Nürnberg auf Grund sählung ist Gegenstand e Güherischen Statistischen Li Jahre 1907 in Munchen 97 hauptberuflich erwerbstätig 1895. Auf die einzelner Frauen wie solgt: * D e( f d e r Nr. 294. Bielefeld, Freitag, 17. Dezember 1909. 20. Gesthliötigr Stalnten IandwirtschaftBei Gelegenheit der Revidierung des Unfallversicherungsgesetzes für Land= und Fortwirtschaft im Jahre 1900 wurde in dieses Gesetz eine Bestimmung hineingearbeitet, durch die Personen, die„zum Unterschiede von den gewöhnlichen land- oder forstwirtschaftlichen Arveitern eine technische Fertigkeit erfordernde Stellung einnehmen“, hinsichtlich des Rentenbezugsrechts mit den Betriebsbeamten gleichgestellt werden. Das heißt, diese„Facharbeiter“, wie sie später genannt worden sind, sollen in Gemeinschaft mit den Betriebsbeamten das Vorrecht genießen, daß ihre Unfallrenten unter Zugrundelegung ihres persönlichen Jahresverdienstes berechnet werden(wie das im Gewerbe= und Bauunfallversicherungsgesetz für alle danach Versicherten der Fall ist), zum Unterschiede zu den übrigen landund forstwirtschaftlichen Arbeitern, für die, ohne Rücksicht auf den persönlichen Jahresarbeitsverdienst, ganz allgemein jener Jahresarbeitsverdienst maßgebend ist,„den land= oder forstwirtschaftliche Arbeiter am Orte der Beschäftigung durch landoder forstwirtschaftliche, sowie durch, anderweitige Erwerbstätigkeit durchschnittlich erzielen und der von der höheren Verwaltungsbehörde für den Zweck allgemein festgesetzt wird. Diese Bestimmung ist für die meisten dabei beteiligten Facharbeiter von großer Bedeutung, denn sie gewährleistet ihnen höhere Renten. „Das. Gesetz selbst hat nun zwar nicht alle Berufsarten aufgezuhlt, die als Facharbeiter behandelt werden sollen, aber es führt im§ 1 Absatz 6 eine Anzahl Beispiele an; es nennt als Beispiele die folgenden: Förster, Gärtner, Gärtnereigehilfen; g.werbliche Facharbeiter, wie Brenner, Maschinenführer, Heizer, Müller, Ziegler, Stellmacher, Schmiede. Das Reichsversicherungsamt hat dann in einem für die Berufsgenossenschaften ausgearbeiteten„Musterstatut“ diese Beispiele noch erweitert, und es hat seiner Aufzählung dann diese Erlauterung beigegeben: „Die Aufnahme aller genannten Arten von land- und forstwirtschaftlichen sowie gewerblichen Facharbeitern ist nicht obligatorisch, indessen wäre es unzulässig, die Begriffsbestimmung so einzuschränken, daß dadurch die Absicht des Gesetzes vereitelt würde. Im allgemeinen wird daran festzuhalten sein, daß durch die im Wortlaut des§ 1 Abs. 6 des Gesetzes aufgeführten Beispiele etwa das Mindestmaß bezeichnet wird. Im übrigen wird bei jeder Berufsgenossenschaft nach den in ihrem Bezirke bestehenden besonderen Verhältnissen im einzelnen zu prüfen sein, welche beschäftigten Personen zum Unterschiede von gewöhnlichen land= oder forstwirtschaftlichen Arbeitern eine technische Fertigkeiten erfordernde besondere Stellung einnehmen.“ Aus dieser Erläuterung geht klar und bestimmt hervor, daß das Reichsversicherungsamt die Absicht des Gesetzes darin sah, der Beispiele=Aufzählung nur ein Mindestmaß zu geben, in unter das die Statuten der Berufsgenossenschaften jedenfalls nicht hinuntergreifen sollten. Diese Auffassung kann auch darum die nur allein richtige sein, weil vor der Gesetzesänderung zahlreiche Facharbeiter(z. B. Brenner, Brauer, Müller, Ziegler, Schmiede u. a.) in der Gewerbeunfallversicherung versichert waren und dort das Recht auf Rentenbemessung nach dem Individuallohn schon hatten; diese sollten auf keinen Fall schlechter gestellt werden, das wurde während den Verhandlungen im Reichstage ausdrücklich betont. Prüft man nun aber die jetzt in Kraft befindlichen Statuten der Berufsgenossenschaften nach, dann findet man die erstaunliche Tatsache, daß viele, entgegen dem Willen des Gesetzgebers, jenes Mindestmaß noch eingeschränkt haben! Von den insgesamt 45 bestehenden landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften haben ganz allein mir Beziehung auf die Gärtner und Gärtnereigehilfen 24, also über die Hälfte, eine Einengung vorgenommen, und zwar reicht diese soweit, daß z. B. die vier Württembergischen Berufsgenossenschaften nur noch die Obergärtner als Facharbeiter aufführen, eine Kategorie, die sonst zu den Betriebsbeamten gerechnet wird! Wie mit den Gärtnern, so verhält es sich aber auch mit anderen Facharbeitern, wie mit den Brennern und Brauern, von denen einzelne Berufsgenossensaften nur die Meister zu den Facharbeitern zählen, von lauern nur die Mühlenverwalter. Und so weiter. Man ersieht hi aus wieder, wie man überall dort, wo die Arbeiter selbst ein Mitverwaltungsrecht nicht haben, bestrebt ist, schon erzielte gesetzgeberische Fortschritte wieder zurück zu revidieren. Als geradezu rätselhaft muß es am Ende noch bezeichnet werden, daß dasselbe Reichsversicherungsamt, das in seinem Musterstarut die oben angeführte Erläuterung gibt, unter den gesetzwidrigen Statuten(gesetzwidrig nach seiner eigenen Deklaration) seinen Genehmigungsvermerk angebracht hat. Man sollte meinen, hier habe wieder einmal eine unverantwortliche Hand, ohne daß vorher der Inhalt geprüft war, Anfug angerichtet. Oder was liegt da sonst vor? Die Arbeitervertreter im Reichstage werden die Regierung ganz energisch zur Rechenschaft fordern müssen. Berufsgruppen Land- und Forstwirtschaft.... Gewerbe und Industrie Handel und Verkehr...... Lohnarbeit wechselnder Art... Staatliche Dienste und freie Berufe Häusliche Dienste Jahr 1895 1907 1895 1907 1895 1907 1895 1907 1895 1907 1895 1907 Erwerbstätige Frauen München Nürnberg 1033 558 21 993 27407 19177 29 328 9457 9956 4044 6/982 19174 23 120 1034 1091 10 738 25 601 4 250 10137 1020 1741 618 1336 7272 9066 Parteinachrichten. Der Parteitag für das westliche Westfalen tagte Sonnabend und Sonntag in Annen bei Dortmund. Die vier Wahlkreise, in denen Kreisvereine bestehen, zählen 18127 Mitglieder, unter denen 4094 Frauen sind. Am 1. Juli 1908 betrug die Zahl der Mitglieder 14 532 ohne Frauen, am 1. Juli 1907 13284. Von den Mitgliedern entfallen auf den Wahlkreis Dortmund 8527, auf Bochum 5790, auf Hamm=Soest 2130, auf RecklinghausenBorken 1740. In Arnsberg=Olpe=Meschede besteht noch keine Vereinsorganisation, in der losen Vereinigung sind 125 Genossen. Von der Zahl der sozialdemokratischen Reichstagswähler von 1907 im Bezirk machen die Organisierten 18 Prozent aus. Die Einnahmen der Kreisvereine betrugen 1908/09 78844 Mk., 1907/08 69056 Mk., 1906/07 47 500 Mk., 1905/06 21 820 Mark. Sozialdemokratische Gemeindevertreter zählt der Bezirk 113, 1907 waren es erst 66. Der Parteitag war von 66 Delegierten beschickt, dazu kamen noch je zwei Delegierte aus den Wahlkreisen Lüdinghausen=Beckum=Warendorf, Münster=Coesfeld und Tecklenburg=Steinfurt=Ahaus, die dem Agitationsbezirk neu angegliedert sind. Vom Parteivorstand war Genosse Gerisch anwesend. Soziales. Die weibliche Berufstätigkeit in den Großstädten München und Nürnberg auf Grund der letzten Berufs= und Gewerbezählung ist Gegenstand einer Veröffentlichung des Königlich Bayerrichen Statistischen Landesamts. Es waren demnach im Jahre 1907 in Munchen 97351 und in Nürnberg 48972 Frauen hauptberuflich erwerbstätig gegen 71 878 resp. 24032 im Jahre 1895. Auf die einzelnen Berufsklassen verteilten sich diese Vrauan wie solgt: zusammen: 1895 71878 24032 1907 97351 48972 Wie man sieht, hat sich also in Nürnberg die weibliche Erwerbstätigkeit fast verdoppelt, während sie in München nur um zirka 35 Prozent gestiegen ist. Anders gestaltet sich freilich das Bild, wenn man die Vermehrung der Bevölkerung und der Erwerbstätigen überhaupt in Rechnung zieht. Dann ist in München der Anteil der weiblichen Erwerbstätigen an den Erwerbstatigen überhaupt von 35,9 auf 38,0 Prozent, in Nürnberg aber von 32,1 auf 33,2 Prozent gestiegen. Neben den häuslichen Diensten, die fast ausschließlich von Frauen besorgt werden, ist der Anteil der weiblichen Erwerbstatigkeit besonders groß in der Gruppe„Lohnarbeit wechselnder Art“, wo er bei der letzten Zählung in München 59,7, in Nürnberg 86,4 Prozent betrug. Auch die Gruppe„Handel und Verkehr“ weist in Nürnberg 27,6, in München 41,1 weibliche Erwerbstätige auf. ssc. Heiratsalter und Heiratshäufigkeit in europäischen Staaten. Bei der mehr oder weniger frühen Eheschließung spielen nicht nur Rassenfragen, sondern auch soziale Verhältnisse eine große Rolle. Wir wissen, daß in den entwickelten Industriestaaten infolge der Schwierigkeit für den Mann, eine gesicherte Lebensposition zu gewinnen, das Heiratsalter immer weiter hinaufgeschoben wird. In unentwickelten Ländern dagegen heiratet die Bevölkerung in sehr jugendlichem Alter. Das Paradies der Ehelustigen ist Serbien, in dem zwei Fünftel der Männer und drei Fünftel der Frauen unter 20 Jahren heiraten, und in dem auf je 10000 der über 15 Jahre alten, also ehemündigen Bevölkerung jährlich 119 Eheschließungen entfallen, während z. B. in Deutschland nur 0,1 Proz. der Männer und 15,8 Proz. der Frauen unter 20 Jahren heiraten und die Zahl der Eheschließungen auf 10000 Ehemündige nur 55 betragt. Wie sich die wichtigsten europäischen Staaten in dieser Beziehung verhalten, ist aus folgender Tabelle ersichtlich: Gerichtliches. ** Bielefeld, 15. Dez. Strafkammer. Die Ehefrau des Monteurs Hermann Ladenthin, Klara geb. Heitz, von hier hatte sich hinter verschlossenen Türen wegen gewerbsmäßiger Unzucht und schwerer Kuppelei zu verantworten. Das sittlich verkommene Weib hat sich nicht allein dem schmutzigen Gewerbe hingegeben, sendern sogar ihre leibliche 17 Jahre alte Tochter der Unzucht in die Arme geliefert. Sie wurde von der Strafkammer wegen gewerbsmäßiger Unzucht zu vier Wochen Haft und wegen schwerer Kuppelei zu 1 Jahre Zuchthaus und Aberkennung der burgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren verurteilt. Die Haftstrafe ist durch Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft verbüßt. Dem Arbeiter Heinrich Pagenkemper aus Dorstfeld, welcher schon wiederholt wegen Vergehens gegen fremdes Eigentum vorbestraft ist, wurden wiederum eine Anzahl Diebstähle zur Last gelegt, die er in den Jahren 1908 und 1909 in Rietberg und Umgebung ausgeführt hat. Er hat im Oktober 1908, als er bei dem Goldschmied Amtmann in Rietberg eine Halskette kaufte, eine zweite Halskette gestohlen. Im Monat November 1908 erschien er bei der Witwe Nordmann in Rietberg, um dort die Ecken nachzusuchen. Er wurde aber entdeckt und verjagt. Zwei weitere Diebstähle fallen in den Monat November 1909. Gegen 4 Uhr nachmittags am 2. November ist er bei dem Ackerer Michels in Varensell eingestiegen und hat hier 8—9 Mk. aus einem Kofer gestohlen, noch an demselben Tage hat er bei der Witwe Jürgenkorte dortselbst zu stehlen versucht. Es war ihm hier um Wasche zu tun. Doch ist er hier verscheucht worden. Die Strafkammer stellte einen vollendeten und einen versuchten schweren Diebstahl ferner einen einfachen und einen versuchten einfachen Diebstahl fest und erkannte gegen den Angeklagten auf eine Gesamtstrafe von 1 Jahr und 5 Monaten Gefangnis. Auf die Strafe kam 1 Monat Untersuchungshast in Anrechnung. Der Fürsorgezögling Paul Hübert von Dortmund, welcher in der Zwangserziehungsanstalt Moorhof untergebracht war, ist am 21. August d. J. aus dieser Anstalt entwichen. Am Abend des 22. August sta mer in Lübbecke an. Da er hungrig und ohne Varmittel war, stieg er in ein Haus ein. Bei der Durchsuchung der Kleidungsstücke fand er in einer Weste 6,73 Mk., die dem Gärtner Spahn gehörten. Er gestand heute den schweren Diebstabl ein und erhielt unter Annahme mildernder Umstände 1 Monat Gefängnis. Durch diesen Monat Gefängnis wird der Junge nun auf den Pfad der Tugend zurückgeführt werden!! Wegen Milchpantscherei stand unter Anklage die 15 Jahre alte Haustochter Minna Herbig von Ilserheide bei Petershagen. Sie war vor dem Schöffengericht zu Petershagen beschuldigt, gemeinsam mit ihrer Mutter die der Molkerei Schäkel zu Frille gelieferte Milch durch Zusatz von Wasser oder Magermilch verfälscht zu habem Anfangs waren beide geständig gewesen, in der Schöffengerichtssitzung hatten aber beide bestritten. Der Gperichtshof hatte die Mutter wegen der Fälschung zu einer Geldstrafe von 20 Mt. eventuell 4 Tagen Gefängnis verurteilt, die Tochter aber wegen mangelnden Beweises freigesprochen. Gegen diese Freisprechung hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt, die aber heute von der Strafkammer als unbegründet verworfen wurde. „ Die Bestechungen auf den Saargruben. Saarbrücken, 15. Dez. Vor der hiesigen Strafkammer fand heute in der beeennten Bestechungsangelegenheit auf den Saargruben die ang#digte Verhandlung gegen den Grubensteiger Eberhard aus Dudweiler statt, dem die Anklage zur Last legt, sor#eesetzt für Handlungen; die eine Verletzung von Amtspflichten enthielten, von den ihm unterstellten Bergleuten Geschenke erhatten zu haben. Der Verhandlung wohnten von der Bergwerko##rektion Bergwerksdirektor Neff und Berginspektor Herbig bei. Das Urteil lautete auf einen Monat Gefängnis. Militärisches. s8c. Zunehmende Invalidität beim Heere. Beim deutschen Heere wurden von 100 Mann der Kopfstärke entlassen als dienstunbrauchbar invalide zusammen 1873/78 2,1 0,75 2,8 1878/83 2.1 0,67 2,8 1883/88 2.1 1.0 3,1 1888/93 2,1 1,4 35 1893/98 2,4 1,7 4,1 1898/03." 2.6 1.9 4,5. Die ils dienstunbrauchbar ohne Versorgung Entlassenen weisen also in den 35 Jahren nur eine geringe Zunahme auf. Dagegen ist die Zahl der Inoaliden um mehr als das Doppelte gestiegen. Otto von Schierning führt das in seinem Buche „Sanitätsstatistische Betrachtungen über Volk und Heer“ (Berlin 1910) auf folgende Ursachen zurück:„Der seit Jahren dauernd gesteigerte Dienstbetrieb stellt an die körperlichen Kräfte und die körperliche Rüstigkeit, aber auch an die geistige Regsamkeit stetig höhere Anforderungen; es ist daher nicht moglich, Leute mit auch nur geringen, die Bewegungsfähigkeit verringernden oder die Ausdauer herabsetzenden Fehlern in der vorgeschriebenen Zeit auszubilden und durch die zwei Jahre des Dienstes hindurchzubringen. Womit verblümt zugegeben wird, daß die Zunahme der Invalidität auf den immer anstrengender werdenden Dienst zurückzuführen ist. Das Deutsche Reich in der Welt nicht voran. Berlin, 16. Dezember. In der Verleihung der Dienstauszeichnung für die Unteroffiziere soll, wie die„Deutschen Nachrichten“ hören, die Aenderung, wonach an Stelle der bisherigen Schnallen Kreuze und Denkmünzen treten, erst im nächsten Jahre erfolgen. Im Etat 1910 waren die erforderlichen Mittel bereits vorgesehen, sind jedoch wegen der schlechten Finanzlage für dieses Jahr wieder gestrichen worden. Die Freisprechung des Einjährigen Baumgarten bestätigt. Magdeburg, 16. Dez. Die Berufung des Gerichtsherrn gegen das Urteil erster Instanz, durch weches der Einjährige Baumgarten von der Anklage des Mordes freigesprochen wurde, ist vom Oberkriegsgericht verworfen worden. Ungetreue Offiziere. Hannover, 16. Dez. Das Kriegsgericht der 20. Division verurteilte den Oberleutnant Kerm oom 78. Infanterieregiment in Osnabrück wegen Untreue und Belügen eines Vorgesetzten zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis und erkannte ferner auf Entfernung aus dem Heere. Budapest, 16. Dez. Aus der kleinen kroatischen Garnisonsstadt Varasd wird gemeldet: Der Ulanenoberleutnant Wut Wuchetitsch wurde verhaftet wegen Unterschlagung ihm anvertrauter Gelder, die ihm zum Ankauf von Pferden übergeben worden waren. Die defraudierten Summen verpraßte Wuchetitsch mit seiner Maitresse. Der Verhaftete ist der Bruder des Obergespans von Agram und ein Schwager des Banus von Kroatien, Baron Rauch. Die Verwandten erwirkten die Ueberführung des Offiziers in eine Irrenanstalt. Paris, 16. Dez. Das Kriegsgericht verurteilte den Leutnant Lair wegen Unterschlagung und unerlaubter Entfernung von seinem Kommando zu 10 Monaten Gefängnis und zum Verluste seiner Charge als Leutnant. Selbstmord eines Mörders. Köln, 16. Dez. Ein Kölner Kriminalkommissar entdeckte heute morgen in dem Hause eines gewissen Karl Müller in Dünnwald den Doppelmörder Schiefer. Auf einige Schreckschüsse flüchtete der Verbrecher in den Stall, wo er sich durch einen Schuß tötete. Verhaftung eines Anwalts. Kiel, 16. Dez. Der stellvertretende Amtsanwalt des Kieler Schöffengerichts, Schumacher, ist, wie die„Kieler Neuesten Nachrichten“ mitteilen, heute wegen dringenden Verdachts der amtlichen Unterschlagung resp. Diebstahl amtlichen Eigentums auf Veranlassung des Staatsanwalts verhaftet und in das Untersuchungsgesangnis gebracht worden. . Tod beim Spiel. Frankenberg, 16. Dez. In Geisa schlugen zwei 12jahrige Knaben in einer Schmiede mit schweren Hämmern auf einen Ambos. Dabei entglitt dem einen der Hammer und flog dem anderen Knaben jo unglücklich auf den Kopf, daß ihm der Schädel zertrümmert wurde und der Tod sofort eintrat. Zustände auf einer Hofbühne. Dresden, 16. Dez. Der Ballettmeister Berger von der Dresdener Hofoper hat gegen den Redakteur Rau von der„Dresdener Rundschau“ wegen schwerer Beleidigung Klage erhoben. Rau hatte in seinem Blatte behauptet, daß Berger sich gegen die weiblichen Mitglieder des Königlichen Balletts Unschicklichkeiten und Roheiten erlaubt habe. Der Prozeß kommt nächsten Montag zur Verhandlung. Tobsüchtig gewordener Opereitenkomponist. Dresden, 16. Dez. Der bekannte Operettenkomponist Rudolf Dellinger, erster Kapellmeister am Dresdener Residenz=Theater, ist plötzlich tobsüchtig geworden und mußte in die Piersonsche Nervenheilanstalt in Coswig übergeführt werden. Tod im Wasser. Berlin, 16. Dez. Aus Deutsch=Afrita ist beim Kommando der Schutztruppen heute die telegraphische Meldung eingelaufen, daß 17 Askari von der in Lindi stationierten 3. Eingeborenenkompagnie mit einem Aluminiumboot verunglückt und ertrunken sind. Petersburg, 16. Dez. Auf dem Pripetflusse in Mozyr, Gouvernement Minsk, riß sich ein Prahm los, wobei von 26 Personen 21 ertrunken sind. Die eigene Frau erschossen. Budapest, 16. Dez. In Löcse erschoß der Wirt Johann Lesnyak seine Frau, indem er auf sie mit einem Flaubergewehr zielte, das er für ungefährlich hielt. Eine Knabe verbrannt. Budapest, 16. Dez. In Eperjes fiel ein unbeaufsichtigter Knabe beim Spielen in einen Ziegelofen und verbrannte. Erst viel später fand man durch Zufall die verkohlten Reste des Verunglückten. Nr. 48. Die Anfrage muß an die Königliche Staatsanwalkschaft in Bielefeld gerichtet werden. Nr. 55 B. Die in Lippe geltenden Bestimmungen für das Gesinde kennen wir nicht, sie werden aber kaum von denen der preußischen Gesindeordnung abweichen. Nach der letzteren muß das Dienstmädchen für den angerichteten Schaden aufkommen, wenn das Gegenteil nicht ausdrücklich vereinbart ist N. N. Die Gemeinden verlangen in der Regen für diese Zeit die Steuer. Eine endgiltige Entscheidung ist uns nicht bekannt, versuchen Sie es aber eventuell mit einer Beschwerde. 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I I i I — — i = i V* 1 i 7130— IISIlSI steitt= Zen= etc. 5 7133 7015 Cnl! sen 951an 20 an 30 203 5.23 20 30 30 1.23 1.30, 1.30„ 1tte.. Post. 9 99 99 99 99 P. OOT S C Nr. 294. Bielefeld, Freitag, 17. Dezember 1909. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Agrarier, Liberalismus und Wahlreform. Die Proviazialversammlung des Bundes der Landwirte fand am Dienstag in Königsberg statt. Der Reichs- und Landtagssurchtlar gehetzt und darin den Rekord der Sozialdemokratie übertroffen. Die Tatsachen, die unser Genosse Scheidemann im Reichstage aus ter Geschichte der Hobenzollern vorgebracht hat, haben auch bei dem Junler von Bieberstein erhebliche Beschwerden hervorgerufen. Es sei schmachvoll und unerhört, meinte der edle Herr, daß so etwas ungestraft hätte geschehen können. Die Versammlung nahm dann auch eine Resolution an, in der sie ihre tiefste Entrüstung über die Angriffe Scheidemanns auf das Königshaus aussprach und darauf hinwies, daß man an diesem Beispiel sehen könne, wie verhängnisvoll eine Aenderung des preußischen Wahlrechts sein würde! Herr von Bieberstein bemerkte noch, daß die preußischen Konservativen an den sechs Sozialdemokraten im preußischen Abgeordnetenhause gerade genug hätten. Ni“ergutsvesitzer Aus dem Winkel=Logau kam in seiner Rede auch auf den verstorbenen Block zu sprechen. Man hätte sich schon daran gewöhnt, so führte er aus, faule Kompromisse zu schließen, und die Kluft, die uns trennt, mit unhaltbarem Material. zu überbrücken. Es sei aber mit Freuden zu begrüßen, daß endlich wieder reiner Tisch sei. Wenn wir unser Volk ruinieren pellten, so dürften wir nur die Sache so gehen lassen, wie sie „####ing. Dann hätten wir schließlich nur noch einen Hausen Proletarier. Turch die neuen indirekten Sieuern#eien die Armen weniger getroffen worden, als die Reichen. Was die Erbanfallsteuer betrifft, so habe das Geld keine Rolle gespielt. Aber es hätte der Familiensinn geschützt werden müssen, der trotz aller faulen Späße ein sehr wertvolles Gut des Volkes sei. Das bewegliche Kapital könne sich der Besteuerung entziehen, unbewegliche aber nicht. Hätte man die Sätze nach oben erhöht, so wäre die Konfislation des ererbten Eigeniums eingetreten. Der Bauernbund hetze, wie kaum ein Sozialdemokrat hätte hetzen können, und richtete auf dem Lande großen Schaden an. Dieselben Blockbrüder, die von zwei Jahren sich nicht satt schreien konnten über den gemeinsamen roten Feind, sie##en jetzt dazu über, Bündnisse mit der angeblich so gehaßten Soztalbemokratie zu schließen. Herr von Oldenburg erklärte, die Konservativen hätten vorausgesehen, daß der Liberalismus ihnen in den Rücken fallen würde, um sein„koddriges“ Wahlgeschäft zu machen. Die Finanzreform zustande zu bringen, habe er als eine nationale Tat angesehen, und sollte er sich darin getäuscht haben, so wolle er lieber mit seinem Freunde Bieberstein vor die Hunde gehen, als mit dem„koddrigen" Liberalismus. Jetzt. hätten wir wieder ein tlares Gefechtsfeld. Der Block hätte schon viel früher zu Ende gehen müssen. Auch der brave Januschauer konnte es Ech nicht verlneifen, der preußischen Regierung einen Tritt zu versetzen; er sieht das Gefährliche an der preußischen Wahlrechtsbewegung darin, daß die Regierung sich ihr angeschlossen habe. Zur Wahlrechtsänderung in Hessen. Die Wahlrechtsvorlage, wie sie aus den Beschlüssen der Zweiten Kammer hervorgegangen ist, findet nur in der ultramontanen Presse freudige Zustimmung. Die nationalliberale Presse verhält sich entweder reserviert oder protestiert scharf gegen das Pluralwahlrecht. Das nationalliberale„Mainzer Tageblatt" erwartet vom Liberalismus der hessischen Regierung, daß sie das Machwerk der liberalen Parteifreunde ablehne. Dieser Appell ist für den hessischen Kammerliberalismus bezeichnend, aber natürlich wirkungslos. Da aber die Wahlrechts„„ der stellt. Tas Organ des Freiherrn von Heyl, die„Wormser Zeitung", spricht von der„großen und peinlichen Ueberraschung, die die „mangelhafte Arbeit“ der Zweiten Kammer im Lande hervorgerufen habe. Der Freiherr von Heyl selbst hat sich am Sonntag in einer Rede in Worms ziemlich scharf gegen die Beschlüsse der Zweiten Kammer ausgesprochen. Er sagte u. a.: „„In dem neuen Wahlgesetz war vorgesehen, daß jeder Staatsbürger 3 Jahre in Hessen wohnen müsse, ehe er wählen könne. Dadurch waren— nach meiner Berechnung— 30 Prozent der Wähler ausgeschlossen. Man hat also das direkte Wahlrecht erkaufen wollen, indem man das Wahlrecht derer beschränkt hat, die gezwungen sind, ihren Wohnsitz zeitweilig zu verlegen. Das Gesetz stellt also in liberaler Beziehung keinen Fortschritt dar..... Man will nun das Pluralwahlrecht einführen, das dem Wähler, wenn er 50 Jahre alt geworden ist, zwei Stimmen gibt. Ich glaube nicht, daß damit eine günstige Wirkung erreicht werden kann....... Die Erste Kammer tritt noch vor Weihnachten, am 22. Dezember, zusammen, um sich mit der Wahlrechtsfrage zu beschäftigen. Es wäre ein Bild für Götter, wenn die Erste Kammer mehr Liberalismus aufbringen würde als die nationalliberal-ultramontan=bauernbündlerische Mehrheit der Volkskammer“ und die Wahlrechtsvorlage in dieser Form ablehnte. Man darf zwar nicht übersehen, daß die Erste Kammer bisher dem direkten Wahlrecht den größten Widerstand entgegenietzte, und daß insbesondere der Freiherr von Heyl diesen Widerstand organisierte. Aber es wäre Heyl dennoch zuzutrauen, daß er an seinen nationallibere! N h für erlittene Unbill nnen„„nusterralen Parteifreunden dadurch rächen wurde, daß er sich in die volksfreundliche Toga hüllt und das reaktionäre Wahlgesetz zu Fall bringt. Die Eosinschweinerei. Ki. Als das Verbot der Anwendung von Borsäure zum Zweck der Haltbarmachung von Fleisch erlassen wurde, zogen die Agrarier mit der Geschichte des„Sodahundes" im Lande umher, um durch dessen trauriges Schicksal die Notwendigkeit des Borsäureverbots zu erhärten. Angeblich war ein Hund mit Fleisch, das mit Borsaure behandelt war, gefüttert worden, dieses Fleisch sollte ihm gar schlecht bekommen sein, eine schwere Erkrankung war nach agrarischen Behauptungen die Folge des Versuchs, durch den bewiesen werden sollte, daß die Vorsäure noch viel mehr für Menschen gefährlich sei, wenn sie nicht mal ein Hund vertrage. Aber bald stellte sich heraus, daß das arme Vieh der agrarischen Wissenschaft zum Opfer gefallen war, man hatte dem Hund vor dem Borsäurefleisch täglich 8 Gramm Soda und 8—10 Gramm Kalisalpeter zu fressen gegeben. Eine solche Behandlung des Kölers, der als Reichssodahund fortlebt, wollte man damit rechtfertigen, daß der Hundemagen erst empfindlich gemacht werden mußte, um zu erkennen, wie Borsäurefleisch etwa auf den menschlichen Magen wirken würde. Jetzt muß das deutsche Volk bedauern, daß die Agrarier und ihre Vollziehungskommission, die deutsche Reichsregierung, das Eosinschwein nicht einer annähernd so liebevollen und eingehenden Behandlung Karstens den Magen und Darm eines Schweines, gerste gefüttert ist, den Mitgliedern des Reichstags gezeigt. Sowohl die Eingeweide des Schweines als auch der Speck erwiesen sich als stark gerötet und entzündet, trotzdem die Fütterung mit Eosingerste erst seit acht Tagen stattgefunden hatte. Wenn die Agrarier gezwungen werden, ihre Totschweigetaktt, die sie auch gegenüber den neuen Anklagen gegen die Eosinschweinerei zu üben bestrebt sind, zu brechen, dann werden sie nach den berühmten Mustern von einem vereinzelten Fall sprechen, der für die Schädlichkeit der Eosingerste nichts beweist. Für die Niedertracht agrarischer Mißwirtschaft im Reiche ist die Erfindung von Eosingerste ein geradezu klassisches Beispiel. Durch den Wuchertarif wurde auch der Gerstenzoll erheblich gesteigert, und um dieses Ziel gründlich zu erreichen, setzten die Wucherparteien für Gerste, die zu Brauzwecken Verwendung findet, einen Zollsatz von 4 Mk. für den Doppelzentner fest, der durch vertragsmaßige Vereinbarungen nicht ermäßigt werden durfte, während der Zollsatz für andere Gerste(Futtergerste) nicht gebunden wurde. Nun kamen die Zollstellen in Verlegenheit, welche Gerste als Malzgerste und als guttergerste steuerlich zu behandeln sei, es wurde ihnen deshalb freigestellt, in Fällen, in denen Gerste als Futtergerste eingeführt wird, aber in denen nach ihrer Auffassung die Möglichleit besteht, daß diese Gerste als Malzgerste verwendet werden könnte, eine solche Verwendung durch Zerschneiden der Gerste unmöglich machen zu lassen. Doch damit waren die Agrarier im weiteren Verlaufe nicht zufrieden, sie verlangten, daß eingeführte Futtergerste durch Färbung mit Eosin beschmutzt, dem Vieh verekelt und damit minderwertig gemacht werde. Wie immer, fügte sich die Regierung den agrarischen Wünschen, obwohl sie selbst in der Begründung zur Vorlage über die Einführung der Eosinschweinerei hervorhov, daß sich bisher in der Verzollung von Gerste keine Mißstände ergeben hätten, die eins-solche Maßnahme erforderten. Wegen dieses Eingeständnisses wurde sie von der agrarischen Presse kräftig gerüffelt, aber die Agrarier beruhigten sich, da die ihnen widerstandslos gehorchende Regierung für die Beschmutzung eingeführter. Futtergerste mit unentwegter Entschiedenheit eintrat. Nicht die Sorge um etwaige Steuerbinterziebungen war es, die die Agrarier zu ihrem Kampfe für die Eosinschweinerei bewog, für Steuerhinterziehungen haben sie belanntlich ein seines Verständnis, der einzige Zweck war, durch Entwertung eingeführter Futtergerste den Preis für inländische Gerste, der bereits überaus hoch ist und war, noch weiter zu steigern. Eosin ist völlig unschädlich, erklärte die Regierung nach agrarischem Tiktat, was gesiert es sie und ihre Auftraggeber, daß die Praris das Gegenteil beweist. Nach dem Willen der Agrarier soll das Vieh, das mit ausländischer Futtergerste gefüttert wird, ruhig vergiftet und entwertet werden. Haben sie doch auch die Färbung von Margarine verlangt, um den Acmen, die keine Butter bezahlen können, den Genuß von Margarine zu verekeln. Auch dieses Ziel werden sie noch erreichen, wenn das deutsche Volk ihrer Herrschaft nicht ein Ende macht. Die„unsittlichen“ Turner und die erregbaren Jungfrauen. Im Westen und Süden des Reiches, namentlich aber in den Rheinlanden, wird gegenwärtig ein sehr erbitterter Kampf gegen die Turnvereine gefuhrt. In der Rheingegend legten vor einiger Zeit mehrere katholische Geistliche schriftlich und mündlich Protest dagegen ein, daß sich in neuerer Zeit zah reiche Turnplätze in der. Näse von Kirchen befinden. Diese Tatsache müßten sie als„ungehörig" betrachten, denn es läge nach ihrer Ansicht die Gefahr sehr nahe, daß zum Gottesdienst gehende Jungfrauen sich an der unästhetischen Kleidung der auf dem Turnplatz befindlichen Turner in ihrer Sittlichkeit stark beeinträchtigt fühlen könnten. Mündlich wurde diese Stellungnahme noch dahin näher ausgeführt, daß gesagt wurde, die durch die Turnkleider stark abgezeichneten traftigen Körperteile der von Gesundheit strotzenden Jüng.inge konnten bei den Jungfrauen auf dem Kirchgang jeruene Regungen wachrufen. Wegen dieser Behauptung entstand in der so staatsgeltenden und sittenfrommen deutschen Turnerschaft lebhafte Entrüstung. Allen voran wies der Vorsitzende der deutschen Turnerschaft, der bekannte Sozialistenfresser Dr. Götz, diese„Beschuldigungen“ zurück und bezeichnete die klerilalen Angriffe als Machenschaften einer unduldsamen„Pfaffenzunft“, die glaube, alles nach ihrer alleinseligmachenden Manier zurechtstutzen zu müssen. Nun erhoben wieder die kerikalen Sittlichkeitsfanatiker ein großes Geschrei über den antireligiösen Geist, der„vielfach in der deutschen Turnerschaft gepflegt werde". Sogleich beteuerte Dr. Götz, nichts habe ihm bei seiner Abwehr ferner gelegen, als die Religion anzugreifen, nicht einmal die katholische Geistlichkeit habe er treffen wollen, da er recht gut wisse, daß einsichtsvolle Glieder derselben sogar die Leibesubungen der Jugend unterstützten, er habe sich nur gegen unduldsame Elemente gewandt, die bei allem, was nicht von ihnen ausgehe,„unsittliche" Tendenzen vermuten. Aber diese Erklärung konnte die gewaltig kochende Volksseele nicht besänftigen: man glaubte einen günstigen Anlaß gefunden zu haben, den schon längst unbequemen interkonfessionellen Turnvereinen auf den Leib zu rücken. Das suchte man nun weiter auf zweierlei Weise zu erreichen. Erstens, indem man das Turnen überhaupt als ungehörig bezeichnete. Um das zu„beweisen", kramte man Anklagen aus, die einmal vor— 78 Jahren gegen das Turnen vorgebracht worden sind. Ein frommer Schriftsteller, der alte Sauerwein, hat im Jahre 1831 in den„Zeitbildern“ folgendes verbrochen: „Das Turnen ist eine Flegelei, der Turner kommt bei allen, seinen Sprüngen über die Flegeljahre nicht hinaus. In Gesellschaften von feinem Ton wird er nie eingeführt werden, weil er schmutzig aussieht, braun ist wie ein Zigeuner, haarig wie ein Esau, beim Sprechen brummt wie ein Bär und barbarische Lieder singt. Wer wird Kannibalen in gebildete Sozietäten führen, wer ein Stachelschwein zum Schoßhündchen haben wollen? Darum, ihr Landeskinder, besucht keinen Turnplatz!“ So wurden denn in Wort und Schrift die Gläubigen“ gegen die bisherigen Turnvereine mobil gemacht, und dank dem Druck der Geistlichkeit sind bereits„katholische Fußballklubs“ und „katholische Turnvereine“ ins Leben gerufen worden, bei denen die Gefahr der Sittenlosigkeit nicht besteht. Natürlich werden in den konfessionellen Turnvereinen auch streng konfessionelle Reckstangen und Springböcke benutzt; und ein Teil der Turnstunden wird durch Betstunden ersetzt, damit die so unsittlich wirkenden Muskeln wieder verschwinden und die leicht erregbaren Jungfrauen in der Kirche ihre Gedanken nicht mehr von dem tröstlichen Zuspruch des geistlichen Herrn zu den kraftvollen Gestalten der turnenden Jünglinge zurückschweifen lassen. Sie werden nur noch an die geschwollenen Gestalten der Seelsorger denken. Deutsches Reich. Der„Hofgang“ eines Sozialdemokraten. Die bürgerliche Presse hat mit Behagen registriert, daß sich Genosse Wehder vor seiner Wahl zum zweiten Vizeprösidenten des Meininger Landtages verpflichtet haben sollte, an der Vorstellung des Präsidiums beim Herzog und an etwaigen weiteren Besprechungen mit dem Herzog in Landesangelegenheiten teilzunehmen. Nun hat der erste„Hofgang“ des Genossen Wehder stattgesunden; er bestand darin, daß sich am Dienstag mittag die beiden Vize in das herzogliche Residenzschloß beguben und sich dort in eine zu diesem Zwecke aufliegende Liste einschrieben. Während früher die drei Präsidenten zum man diesmal„an höchster genommen. Stelle" von diesem Besuch hat Abstand Sozialpolitische Anträge des Handlungsgehilfenverbandes. Der Vorstand genannten Verbandes hat beim Reichstag aufs neue Eingaben eingereicht, die sich auf die Arbeitslosenversicheseitsordnung und Lohnzahlung, die Notwendigkeit der Handelsinspektion, den Achtuhr=Ladenschluß und die Sonntagsruhe beziehen. Auch dem Reichsamt des Innern sind Eingaben in Sachen der Sonntagsruhe, ferner in Sachen der Handeisinspektion und der Versicherung der Privatangestellten zugegangen. Die Maßregelungen in Kattowitz dauern fort. Die Regierung in Oppeln hat zwei Mittelschullehrern in Kattowitz eröffnen lassen, daß sie demnächst versetzt werden, weil sie bei der Stadtverordnetenwahl für die polnischen Kandidaten gestimmt haben. DasZentrum, das diese Vorkommnisse im preußischen Landtag zur Sprache bringen wollte, hat nun doch eine Interpellation in dieser Sache im Reichstag eingebracht, die jedenfalls bald nach den Weihnachtsferien zur Verhandlung kommt. Auch die Polen werden eine Interpellation einbringen. Der Präsident des Reichs=Eisenbahnamtes Schulz ist um seinen Abschied eingekommen. Eine kaiserliche Entscheidung über das Abschiedsgesuch ist noch nicht erfolgt. Freisinnige Stichwahlparole in Sachsen=Weimar. Die Freifür Thüringen hat nun beschlossen, den einzeinen Wahlkreisorganisationen die Stellungnahme in der Stichwahl zu überlassen.— In Berga=Elster beschlossen die Freisinnigen, gegen den agrarischen nationalliberalen Reichstagsabgeordneten Lehmann zu stimmen. Die badische Biersteuer. In Baden kann die neue Biersteuer am 1. Januar nächsten Jahres nicht in Kraft treten, sondern erst am 1. April 1910. In der Dienstagssitzung der Budgetkommission des Landtages hat das Zentrum seine passive Resistenz fortgesetzt, man vertagte deshalb die prinzipielle Abstimmung bis nach Weihnachten.— In der Kommission erklärte der Minister, daß der Mehraufwand infolge des Reichs=Biersteuergesetzes für 1910 4300000 Mark betrage, und daß voraussichtlich auch noch eine Erhöhung der Vermögens= und Eintommensteuer werde kommen müssen. Gestohlene Wahlakten. In Ramberg(Pfalz) wurden in der Nacht zum Mittwoch die Wahlakten und Stimmzettel der Gemeindewahl gestohlen. Der dreifach versiegelte Schrank, in dem sich die Akten befanden, wurde erbrochen vorgefunden. Sofort wurde nach allen Richtungen hin recherchiert, sogar ein Polizeihund aus Saarbrücken wurde in Anspruch genommen, jedoch hat man bis jetzt noch keine Spur von den Dieben.— Ramberg ist ebenso wie Diedesfeld, wo vor einigen Wochen die Wahlakten gestohlen wurden, eine reine Zentrumsdomäne, in der es der Sozialdemokratie bisher nicht gelang, Mandate zu erobern. Da die Stimmenzählung noch nicht beendet war, muß nunmehr eine Neuwahl vorgenommen werden. Rußland. R. K. Ein Ritualmord! Aus Petersburg wird und geschrieben: Wie ein„Ritualmord“ inszeniert wird, um einen Pogrom hervorzurufen, und welche Anlässe und Mittel dazu ausreichen, dafür liefert eine auch sonst instruktive Gerichtsverhandlung, die in diesen Tagen in Uman(Gouvernement Kiew) stattfand, einen krassen Beleg. Im März 1907, kurz vor Ostern, verschwand in Tarastscha der minderjährige Sohn des dortigen Stadtverordnelen Kyrill Schmatow. Fünf Tage lang suchte man überall oergeblich den vermißten Knaben. Am 3. April wurde der Leichnam von Fischern aufgefangen und zu den Eltern gebracht. Die Obduktion ergab, daß der Knabe in qualvollster Weise gemartert und dann ertränkt worden war. Nun wurde, wie gewöhnlich, das Gerücht ausgesprengt, die Juden hätten den Knaben zu rituellen Zwecken getötet. Die Gefahr eines Pogroms lag nahe. Bald hatte aber die Untersuchung ergeben, daß der Knabe am Tage seines Verschwindens mit einem Spielgenossen Zamurow im Volkshause gesehen worden war. In die Enge getrieben, gestand dieser, daß sein Kamerad Slozewski, der Sohn des Bürgermeisters von Tarastscha ihn gegen eine Belohnung von fünf Rubeln veranlaßt hatte, den jungen Schmatow nach einem einjamen Ort zu verlocken. Der darauf verhaftete Slozewski leugnete zwar seine Schu d, er konnte jedoch sein Alibi nicht nachweisen. So wurden die Knaben Zamurow und Slozewski wegen Ermordung Schmatows vors Bezirksgericht in Uman gebracht. Ein erschreckendes Bild der lokalen Verhältnisse entwarf dabei der als Zeuge vernommene Vater des Ermordeten.„Ich wußte — berichtete er u. a.—, wo ich die Mörder meines unglucklichen Sohnes zu suchen habe: die Spuren führten direkt zum Vater des Angeklagten, zum Bürgermeister Slozewski. Dieser ließ sich Bestechungen geben, erpreßte Gelder von den Einwohnern und organisierte sogar eine Bande, die Brandstiftungen und Gewalttaten jeder Art in der Stadt verübte. Als das Gerücht von dem angeblichen Ritualmord entstand, wurde es besonders eifrig von dem Bürgermeister kolportiert. Ich aber erkannte sofort den Zweck: es sollte ein Pogrom gegen die Juden provoziert und in der allgemeinen Verwirrung sollten die Stadtwahlen unbemerkt vorgenommen werden. Di eines llage gestellt.“ Der Zeuge stand nämlich als F tionellen Stadtverordneten dem„echt=russische im Wege; so sollte sein Sohn zum Opfer sallen und als Mittel zum Ziel dienen. Auf Grund eines dreitägigen Zeugenverhörs stellte dann das Geschworenengericht die Schuld des fünfzehnjährigen Bürgermeistersohnes mit unumstößlicher Klarheit jest und konnte sogar die Tatsache ernieren, daß der Mörder jur seine Leistung vom dankbaren Vater 100 Rubel als Geschenk erhalten hat, während seinem Komplizen, einem gleichartigen Knaben, von derselben Quelle nur 50 Rubel gewährt wurden. So siegte in diesem Falle auch in Rußland die Gerechtigkeit. Wäre es aber dem Slozewsky gelungen zeinen regelrechten Pogrom durchzuführen, so würde er noch heute seines Amtes als Bürgermeister walten, während die Juden noch dazu als die Schuldigen dastünden und eventuell gar gerichtliche Verfolgung zu gewärtigen hätten. Ein Pogrom als Mittel im Parteikampf ist doch wahrhaftig keine Neuigkeit in Rußland. Nur war es diesmal zu ungeschickt eingefädelt. Zudem sind die Zeiten momentan für Pogrome nicht günstig. Aus der Stadt und Nachbarschaft. (Schluß.) * Bielefeld, 17. Dezember. Verjährung von Forderungen. Wenn sich dar Jul, Ninem Ende zuneigl, ist es zwellmäßig, daß jeder, der etwa Außenstände hat, sich, noch rechtzeitig dar uder unterrichtet, ob das JJahr seinem Ende zuneigt, ist es zweckmäßig, etwa, außenstande hat, sich noch rechtzeitig dar uber b diese Aunenstande demnachst verjahren. In der Regel beginnt eine Verjährungsfrist mit der Entstehung des Anspruchs. Bei solchen Forderungen aber, die einer zwei= oder vierjährigen Verjährungsfrist unterliegen, beginnt die Verjährung mit dem Schlusse des Jahres, in dem Ferderung fällig geworden ist. Ist z. B. eine solche Forderung im Juli 1907 entstanden, so lauft die Verjährungsfrist vom 1. Januar 1908 bis 31. Dezember 1909. Mit Ablauf dieses Jahres würde also die betreffende Forderung verjähren. Von den Forderungen, die in zwei Jahren verjähren, sind zu nennen die Ansprüche der Kaufleute Fabrikanten, Handwerker und Kunstgewerbetreibenden, der Eisenbahnunternehmungen, Frachtfuhrleute, Schiffer, Lohnkutscher und Boten, der Gastwirte und solcher Perjonen, die Speisen und Getränke gewerbsmäßig verabfolgen, derjenigen, die Lotterielose vertreiben, derjenigen, die im Privatdienst stehen, wegen des Gehalts, Lohnes oder anderer Dienstbezüge, der gewerblichen Arbeiter, Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter, Tagelöhner und Handarbeiter wegen des Lohnes und anderer an Stelle oder als Teil des Lohnes vereinbarten Leistungen, mit Einschluß der Auslagen, sowie der Arbeitgeber wegen der auf solche Ansprüche gewährten Vorschüsse, der Lehrherren und Lehrmeister, wegen des Lehrgeldes und anderer im Lehrvertrag vereinbarter Leistungen, sowie wegen der für die Lehrlinge bestrittenen Auslagen, der öffentlichen und privaten Unterrichts=, Erziehungs=, Verpflegund Heilanstalten, der Lehrer, Aerzte, Hebammen, Rechtsanwälte Notore, Gerichtsvollzieher, Zeugen und Sachverständigen. " Ist die Leistung der Kaufleute, Fabrikanten und Handwerker für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgt, oder werden Lotterielose zum Weitervertrieb geliefert, so verjähren die dafür erhobenen Ansprüche in vier Jahren. Dieser Verjährungsfrist unterliegen auch die Ansprüche auf Rückstände von# et= und Pachtzinsen und auf Rückstände von Renten, Auszugsleistungen, Besoldungen, Wartegeldern, Ruhegehalten, Unterhaltsbeiträgen und allen anderen regelmäßig wiederkehrenden Leistungen. In all den genannten Fällen würde also die Forderung, wenn sie im Laufe des Jahres 1907 entstanden und eine Hemmung oder Unterbrechung der Verjährung seit dieser Zeit nicht eingetreten ist, am 81. Dezember 1909 verjähren. Nach eingetretener Verjährung ist der Schuldner berechtigt, die Zahlung zu verweigern. Macht er aber von diesem Recht keinen Gebrauch, unterläßt er z. B. in einem nach Eintritt der Verjährung gegen ihn angestrengten Prozeß der Einwand der Verjährung geltend zu machen so muß er eben mit seiner Verurteilung rechnen, denn der Richter hat nicht ohne weiteres, sondern erst dann, die Verjährung zu berücksichtigen, wenn der betreffende Schuldner sich hierauf beruft. Die Verjährung kann gehemmt werden dadurch, daß die Zahlung gestundet worden ist oder wenn der Schuldner aus einem anderen Grunde vorübergehend zur Verweigerung der Zahlung berechtigt ist, oder wenn der Gläubiger an der Rechtsverfolgung verhindert ist. Der Zeitraum, während dessen die Verjährung gehemmt ist, wird in die Verjährungsfrist nicht eingerechnet. Die Verjährung kann auch unterbrochen werden, indem der Schuldner dem Gläubiger gegenüber den Anspruch durch Abschlagszahlung, Zinszahlung. Sicherheitsleistung oder in anderer Weise anerkennt. Die bloße Zusendung einer Rechnung oder einer sonstigen außergerichtlichen Mahnung unterbricht die Verjährung nicht, es sei denn, daß der Schuldner in einer Rückäußerung die Forderung ausdrücklich anerkennt. Des weiteren wird aber die Verjährung unterbrochen dadurch, daß der Gäubiger gegen den Schuldner beim Gericht Klage erhebt oder den Erlaß eines Zahlungsbefehls beantragt. Der Zeitpunkt der Unterbrechung beginnt aber erst mit Zustellung der Klogeschrift oder des Zahlungsbefehls an den Schuldner, daher empsiehlt es sich auch, soweit solche Maßnahmen notwendig werden, die entsprechenden Anträge beim Gericht recht bald einzureichen, damit die Zustellung auch sicher noch vor Jahresschluß erfolgen kann. Ist eine Forderung ausgeklagt, so verjährt sie in jedem Falle erst in 30 Jahren. Zur Unterstützung der Opfer des Tabaksteuergesetzes. Aus Baden wird geschrieben: Nach den neuen Ausführungsbestimmungen über die Unterstützung der arbeitslos gewordenen Tabakarbeiter sollen in Zukunft die Unterstützungen jeweils nur noch auf die Dauer von zwei Monaten gewährt werden. Die Gesuche können jedoch wieder erneuert und abermals Unterstützung bewilligt werden. Die bisher giltig gewesenen Unterstützuggsbewilligungen können zwecks Umschreibung demnachst den Behörden vorgelegt werden. * Brake, 16. Dez. Kommunases. Aus dem Entwurf eines Haushaltsplans der Gemeinde Brake für die nächste Etatsperiode seien folgende Ziffern mitgeteilt: A. Einnahme: vom Kapital 240,66 Mark, Zinsen vom Grundvermögen 45,65 Mark, Beiträge der Gemeindemitglieder 21086,69 Mark, aus der Schulverwaltung 4652,— Mark, aus der Armenverwaltung 70.— Mark, verschiedene Einnahmen 210.— Mark, durchlautende Einnahmen 600.— Mark. B. Ausgabe: Beitrag zum Amtsbedarf 5084,54 Mark, Verwaltungskosten 475.— Mark, Steuern und Lasten 5336.30 Mark, Verzinsung und Abtragung der Schulden 1898,64 Mark, Bau= und Unterhaltungskosten 1500.— Mark. Armenpflege 1070.— Mark, Unterhaltung der Schulen 10 980.— Mark, insgemein 145,02 Mark, durchlaufende Ausgaben 660,— Mark.— durchlause * Herford, 16. Dez. Am Sonnabend, 18. d. M., vormittags 10 Uhr, findet auf dem Alten Markte hierselbst die Platzverteilung zum diesjährigen Weihnachtsmarkte statt. s. Minden, 15. Dez. Vollsvorstellung im Stadttheater. Am Sonnabend, 11. Dez., fand die von der TheaterKommission arrangierte Volksvorstellung statt. Dieselbe war besucht, ein Zeichen, daß auch das minderbemittelte Publikum und namentlich die Arbeiter ein Bedürfnis nach gutem Theater haben. Daß der Magistrat erst durch das Gewerkschaftskartell darauf aufmerksam gemacht werden mußte, nur nebenbei. Was bei dieser Volksvorstellung auffiel, war, daß verschwindend wenig Arbeiter unter den Besuchern zu sehen Dies hatte verschiedene Gründe. Einmal war von der Theater=Kommission diese Vorstellung viel zu spät bekannt gemacht worden und zweitens war auch die Zeit so ung ücklich wie nur irgend möglich gewählt. Ist schon der Sonnabend nicht der passende Tag, so machte die Anfangszeit(abends 7 Uhr) es vielen Arbeitern geradezu unmöglich, an der Vorstellung teilzunehmen. Die große Mehrzahl der Arbeiter hat erst zwischen 6 und 7 Uhr Feierabend und diesen ist es geradezu unmöglich, dann noch das Theater zu besuchen. Die Arbeiter haben den Wunsch, daß nech öfter Volksvorstellungen stattfinden, denn sie müssen ja gerade so gut Steuern zahlen, wie jeder andere Bürger. Wir möchten der Theater=Kommission den Vorsch'ag machen, für die Zukunft Volksvorstellungen auch Sonntags nachmittags zu arrangieren. Jedem Arbeiter würde dann die Möglichkeit geboten, das Theater besuchen zu können und zweitens würde der Theater=Kommission Geld erspart bleiben, denn dann brauchte für die Mitglieder des Theaters kein Reisegeld extra ausgegeben zu werden und es würden auch die Spesen nicht so hoch, sein, weil ja Direktor Stein sowieso Songtags abends spierr. Vielleicht zieht die Theater=Kommission diesen Vorschlag in Erwägung, es würde vielen damit gedient sein. Standesamts-Nachrichten. Heepen. In der Zeit vom 1. bis einschließlich 15. Dezember wurden beim hiesigen Standesamt angemeldet: Geburten: Söhne: Fabrikarbeiter Gustav Schwabedissen, Altenhagen 15; Gärtner Paul Fuchs. Oldentrup 14; Erdarbeiter Karl Kleimann. Heepen 201; Fabrikarbeiter Wilhelm Ewert, Oldentrup 67; Jabrikarbeiter August Wittenborn, Heepen 192; Kaufmann Wilhelm Berning, Heepen 269. Töchter: Ziegler Wilhelm Krüger, Heepen 135; Schlachter Wilhelm Beste, Heepen 217; Fabrikarbeiter Gustav Schröder, Oldentrup 49; Bäckermeister Wilhelm Twellmeier, Heepen 41; Zigarrenmacher Emil Bilz. Heeven 249. „. Eheschließung: Schlachter Heinrich Wehmeyer, Milse 52, und Auguste Höner, Heepen 39. Sterbefälle: Knabe Wittenborn, ohne Vornamen, 1 Tag alt, Heepen 192; Schneider Gustav Möller, 33 Jahre alt, Oldentrup 78; außerdem eine Totgeburt von der Ehefrau des Tischlers August Müsse, Brönninghausen 10. **** Enger. In der Zeit vom 26. November bis 2. Dezember 1909 sind beim hiesicen Standesamt angezeigt: " Geburten. Söhne: Zigarrenarbeiter August Bollmann, Besenkamp; Zigarrenarbeiter Friedrich Beckmann, Besenkamp; Schuhmachermeister Heinrich Ebmever, Enger. Töchter: Maurer Heinrich Ellerbrock, Belke=Steinbeck; Fabrikarbeiter August Altheide, Westerenger; Gastwirt Karl Hildebrand, Enger; Zigarrenarbeiter Friedrich Brünger. Enger. Aufgebote. Zigarrenarbeiter Wilhelm Schröder, Pöding= hausen, und Zigarrenarbeiterin Karoline Gießelmann, daselbst; Fabrikarbeiter Gottlieb Meyer, Westerenger, und Zigarrenarbeiterin Marie Lohkamp. Enger; Zuschneider Friedrich Wippermann. Herford. und Anne Heuermann, Herrinchausen; Zigarrenarbeiter Gustav Siekmann, Westerenger, und Zigarrenarbeiterin Friederike Schröder, daselbst. Eheschließungen. Bäcker Heinrich Vorzmever, Enger, d Auge Friederike Weithöner daselbst: Weher Aucust Moller, enger. eschließungen. Bäcker Heinrich Vortmeyer, Enund unne Feievetze ggnpurg, zueton, Weber August Möl Lenzinghausen, und Weberin Johanne Heienbrock, Westeren Sterbefalk. Wilhelmine Friederike Niewöhner, 17 Westerenger. ** Bünde. Anmeldungen vom 27. November bis 3. Dezember. Geburten: Söhne: Zigarrenarbeiter Heinrich August Hartmann hier, Südringstraße Nr. 70; Dachdecker Johann Heinrich Palsbröker, hier, Strotweg Nr. 18. Eheschließungen: Zigarrensortierer Arnold Gustav Oermann, hier, Südringstraße Nr. 57. mit Zigarrensortiererin Mathilde Luise Kröger, Ennigloh, Wilhelmstratze Nr. 180; Arbeiter Ernst August Twiehaus mit Zigarrensortiererin Johanne Marie Elise Plaß geborene Entemeyer, beide wohnhaft in Bünde, Feldstraße Nr. 26. Sterbefälle: August Gottlieb Röhr, 7 Mon.; Handlungsgehilfe Hermann Heinrich Klostermann, 19 Jahre; Paula Luise Friederike Sundermeier,? Wochen; Otto August Hermann Vornbäumen, 17 Jahre; Paula Minna Amalie Sundermeier geborene Budde, 25 Jahre. **** Minden. Anmeldungen vom 28. November bis 4. Dezember. Geburten: Söhne: Oberpostpraktikant Hüttenhain; Färber Schlomann; Schneider Benele. „Töchter: Hilfsschaffner Wöhler; Kirchendiener Salz; Bize. gebel Köhring; Arbeiter Fricke; Gefangenen=Ausseher KehlAnerbe Edler in Holzhausen, I mit Ernestine Wilhelmine Watermann in Hausberge; Erdarbeiter Consbrink in Pontoy mit Stuhlflechterin Leoni Fery in Pontoy; Zigarrenarbeiter Cläsing in Hüffen mit Zigarrenarbeiterin Johanne Glied in Hüffen; Arbeiter Pieper in Minden mit Karoline Franke in Todtenhausen: Unterveterinär Baum in Minden mit Margarete Jürgens in Wolfenbüttel; Bäcker Kunter in Rehme mit Luise Wilhelmine Schwichow in Rehme; Schmiedegeselle Schröder in Scholen mit Sophie Marie Magdalene Schäfer in Scholen. Eheschließung: Arbeiter Mescher mit Wilhelmine Dahlmann in Minden. „ Sterbefälle: Monteur Willmann aus Hausberge, 9.„Jahre 11 Mon.; Sohn des Kaufmanns Seidel, 2 Jahre 3 Mon.: Schuhmacher Wolf, 74 Jahre 9 Mon.; Eisenbahnwerkführer Böhning, 72 Jahre 4 Mon.; Tochter des Arbeiters Wiese, 9 Mon.; Stadtkassengehilfe Franz, 32 Jahre; Postschaffner a. D. Hagens, 78 Jahre; Schneidermeister Winter, 71 Jahre 6 Mon. Warnung. . In letzter Zeit erscheinen in den hiesigen Tageszeitungen häufig Anpreisungen über sogenannte Heilmittel und Heilkuren. Es handelt sich hierbei fast ausnahmslos um schwindelhafte, auf die Ausbeutung des Publikums gerichtete Reklamen. Die Mittel sind größtenteils völlig wert'os und nicht geeignet, krankhafte Zustände zu beseitigen. Die veröffentlichten Zeugnisse über Heilerfolge sind vielfach gefälscht. Die meist geschickt abgefaßte Rekame veranlaßt fortgesetzt viele Tausende, ihr Geld unnütz fortzuwerfen. Mit welchen Mitteln das leichtgläubige Publikum ausgebeutet wird, zeigt. z. B. der Riesenschwindel des Amerikaners William Scott=Skinner, der auch in hiesigen Zeitungen mehrfach sein wertloses Zeug angepriesen hat. Damit das Publikum nicht hinter seine Schliche kommt, tritt er unter den verschiedensten Namen auf; erwähnt sei nur folgendes: Als John Crawn Burleigh vertrieb er ein Mittel für Kahlköpfige, als Professor Max Dana ein Asthmamittel, als Professor Keith Harvey eine Ohrbatterie, als Dr. S. W. Rice das Lymphol, ein Mittel gegen Brüche, als Professor Horatio Carter das„Kräftigungsmittel Dorema“ und ein Mittel„für Männer", als Mr. G. A. Mann kündigte er die als Kurpfuscherschwindel längst gebrandmarkte „Jcadiopathie“ an, unter der Firma Rita Nelzon wird von ihm in letzter Zeit das„Albuko#a" vertrieben, u. s. f. Wir warnen dringend alle diejenigen, die ssich ein auf marktschreierische Weise angepriejenes Mittel beschaffen wollen, und empfehlen ihnen, vorher im Rathaus, Zimmer 31, anzufragen, ob ein Schwindel vorliegt. Auch Herr Kreisarzt Medizinatrat Auskunft jederzeit bereit diuerpigs 17, ist dur Bielefeld. Orts=Gesundheitskommission. gewähre ich alfen-Astelltingen-Theinles Aauses Berufskleidung, Hüte und Mützen rein netto. Herren-Garderoben Jünglings-Garderoben Knaben-Garderoben 7104 Spoziul-deschaft für Kotten-- und Khaben-Bokleidung. Niederwall 4. Inh.: Otto Slekmann. Niederwall 4. Grösstes Spezial-Geschäft am Platze. Grösser Wehnnachts Verkauf S Brotmaschinen 3.50, 3.75, 4.75 Wärmflaschen 1.25, 1.90 □ Tischlampen von 1.75 an.##### S S Relbemaschinen 1.50, 1.75, 2.00 Schirmstünder 1.75, 2.50 Küchenlampen von 30 Pig. an. S# Fleischhackmaschinen 3.00, 4.75„„!. Wegaihlgh 750# K Kuchenformen, Springform g 5 Gebückkasten 2.25, 2.75, 3.25 fl. dek. 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Krise sich noch besser als Natürlich muß wieder Selbstkosten dazu herhal englischen Konkurrenz zu geht aus Fachkreisen ein nauer Ermittlungen fest ischen Gruben viel nied gewinn der Gruben in konstatiert, daß die Selb Sicherheitszwecke der en die der deutschen Kohlen außerdem noch eine staat Kohlen zu zahlen haben. also durchschnittlich 50 P hingewiesen, daß die engl auf dem Berliner Markt die Staatshilfe anrufen, gelegten Achtstundentag daß die Gewährung der schließlich den wenigen es gehört die ganze Unge gesichts ihrer Unerträg Forderungen auf Staats ist in Deutschland die sch syndikate deutsche Kohler dem Aus and werfen, n ausgewuchert werden. E bahnverwaltung noch da solchen Bedingungen bet billige Eisenbahnausfuhr Landeseisenbahnrat die schen Kohlenverbraucher bietende Gelegenheit ergt Kohlenmagnaten geforder der sehr billigen Ausfu schleuderte Kohlen schreit gegen die In der bekannten wurde behauptet: Das 8 Die Hosen de 48 Vaterländischer Roman Einer der kleinen Wa gestampften Boden riesel Stiefel, aber indem der pürdige Frau selbst sche ritterlichen Bewegung ho „Es tut mir leid, da und getreuen Vasallen in Nun ist es einmal so, u Wetter ist schön, und de Walde umher, derweil die Walde umher. beschickt. Ein verirrter Lager für die Nacht und Weniger konnte der L bei einem Vasallen eint bleiben! Das war noch verbarg nicht den neuen „Das ganze Haus ist „Ein trocken Kämmer ein Stall, ein Schupper gewiegt unter Gottes H Da jah die Edelfrau, an:„Gnädigster Herx,s wo er ist. Seit vier Ta, und sie hielt den Arm v „So hat der da mich Hans Jürgen blickend. Hans Jürgen stand a. verdrossen nennen mocht Der Frau von Bredo Fürsten Angesicht bringt seine Schergen, sie klopfe tritt nicht selbst über die wankten aufs neue zu ei „So hab' ich meine Bote davon nichts mehr, das si und vergeben zu machen, „Göß ist unschuldig!“ „Und ein Ehrenmann sind, gestraft.“ Freil jubelte ihr Herz seinen Arm ergreifen, se wollte reden, sie wollte n im Leibe, aber sie sühlte, die Mägde, die ungeschlif Besen, mit offenen Mäul wie ein großes Tier. 1 Nr. 294. „ Bielefeld, Freitag, 17. Dezember 1909. 20. Jahrg. Notleidende Kohlenmagnaten. Ki Der preußische Landeseisenbahnrat wird sich in den nächsten Tagen mit einem Antrag auf Einführung von Eisenbahn= Ausnahmetarifen für Gaskohlen von Oberschlesien, Niederschlesien und Rheinland=Westfalen nach Berlin und Vororten befassen. Das Verlangen nach Frachtermäßigung geht diesmal von dem Oberschlesischen Berg= und Hüttenmännischen Verein aus, der die Forderung mit einer„Notlage“ der schlesischen Kohlenindustrie begründet. Auf dem Berliner Kohlenmarkt spielt die eng ische Kohle eine noch recht beträchtliche Relle, die schlesischen Zechen wollen die englische Konkurrenz hier nach Möglichkeit verdrängen. Dieses Ziel ist gewiß löblich, es ist aber eine unerhärte Leistung, daß die Kohlenherren zur Erreichung dieses Zieles die pekuniare Hilfe des Staates beanspruchen. Daß die Kohlenpreise Bernins und seiner Vororte besonders niedrig wären, davon hat bisher niemand etwas gehört, die englische Konkurrenz, die keineswegs mit Schleuderpreisen arbeitet, hat lediglich dazu beigetragen, die bösartige Wucherpolitik der deutschen Kohlensyndikate auf einem bestrittenen Absatzgebiete nicht noch rücksichtsloser toben zu lassen. Nun gäbe es fur die schlesischen Zechen den kürzesten, sichersten und eigentlich selbstverständlichen Weg, die englische Konkurrenz zu schlagen: eine Ermäßigung der berüchtigt hohen Kohlenpreise. Zu Herabsetzungen scheinen die schlesischen Kohlenmagnaten vielleicht auch entschlossen zu sein, aber vorerst wollen sie sich den dadurch entstehenden Ausfall ihrer Wucherprofite aus der Staatskasse in Gestalt von Frachtermäßigungen ersetzen lassen. Was einer schwachen Industrie zuzubilligen wäre, bedeutete in dem vorliegenden Falle einen unerhörten Skandal, denn die schlesischen Zechen sind die denkbar rentabelsten Unternehmungen. die Tatsache zu verzeichnen, daß ihre Lage auch in der Krise sich noch besser als die der westfälischen Zechen behauptete. Natürlich muß wieder die Behauptung von den gesteigerten Selbstkosten dazu herhalten, um die„Notlage“ gegenüber der englischen Konkurrenz zu beweisen. Dem„Berliner Tageblatt“ geht aus Fachkreisen eine Zuschrift zu, in der auf Grund genauer Ermittlungen festgestellt wird, daß der Gewinn der engischen Gruben viel niedriger ist als der durchschnittliche Reingewinn der Gruben in Schlesien und Westfalen. Ferner wird konstatiert, daß die Selbstkosten als auch die Aufwendungen für Sicherheitszwecke der englischen Gruben nicht geringer sind als die der deutschen Kohlenwerke, daß die englischen Gruben aber außerdem noch eine staatliche Abgabe für jede geförderte Tonne Kohlen zu zahlen haben, die zwischen 35 und 75 Pfg. schwankt, also durchschnittlich 50 Pig: beträgt. Weiterhin wird noch darauf hingewiesen, daß die englischen Gruben, gegen deren Konkurrenz auf dem Berliner Markte die dividendenreichen deutschen Zechen die Staatshilfe anrufen, von diesem Jahre ab den im Gesetz festgelegten Achtstundentag haben. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Gewährung der verlangten Ausnahmetarife ganz ausschließlich den wenigen reichen Gesellschaften Nutzen erbrächte, es gehört die ganze Ungeniertheit der Kohlenmagnaten dazu, angesichts ihrer unertraglichen Monopolherrschaft noch weitere Forderungen auf Staatshilfe zu erheben. Seit Jahr und Tag ist in Deutschland die schwere Klage zu erheben, daß die Kohlensynditate deutsche Kohlen zu wirklichen Schleuderpreisen nach dem Aussand werfen, während die einheimischen Verbraucher ausgewuchert werden. Eine solche Politik wird von der Staatsbahnverwaltung noch dadurch unterstützt, daß für eine unter solchen Bedingungen betriebene Kohlenausfuhr ganz besonders billige Eisenbahnausfuhrtarife zugestanden werden. Wenn der Landeseisenbahnrat die Eisenbahntarife im Interesse der deutschen Kohlenverbraucher regeln will, dann sollte er die sich ihm bietende Gelegenheit ergreifen und statt der von den schlesischen Kohlenmagnaten geforderten Tarifänderung zu einer Beseitigung der sehr billigen Ausfuhrtarife für nach dem Auslande verschleuderte Koylen schreiten. gegen die Sozialdemokratie. In der bekannten Erklärung der Zentrumsparteileitung wurde behauptet: Das Zentrum ist keine konfessionelle, sondern eine politische Partei. Wie es in Wirklichkeit mit dieser Behauptung aussieht, sagt uns das nachfolgende Zirkular eines badischen Zentrumsblattes, das sich ausschließlich an die katholische Geistlichkeit wendet und also lautet: „Hochwürdiger Herr! Die bedenkliche Zunahme der sozialdemokratischen Stimmenzahl anläßlich der letzten Landtagswahl, besonders auch auf dem Lande, gebietet es als eine Notwendigkeit, durch systematische Belehrung die Bevölkerung über das wahre Wesen und die verwerflichen Bestrebungen der Sozialdemolratie aufzuklären.“ Zu diesem Zwecke bieten wir Ihnen zwei geeignete Flugschriften an. Die eine behandelt die den Sozialdemokraten in der Badischen Kammer von den Zentrumsabgeordneten zuteil gewordenen Erwiderungen; die andere Flugschrift wendet sich gegen die von den Sozialdemokraten noch immer betriebene Steuerhetze gegen das Zentrum. Letztere Schrift wurde uns von der Zentrale des Volksvereins unentgeltlich zwecks Verbeitung zur Verfügung gestellt, Das Flugblatt vetreffend„Die falschen Freunde der Landwirtschaft“ ist zu folgenden billigen Preisen von uns zu beziehen: 100 Stück.... 4 Mt. 200„.... 6„ 300„ 8„ 500„.. 10„ 1000„.... 15„ Das zweite, ebenfalls beiliegende Flugblatt„Die roten Falschmünzer“ wird von uns(soweit der Vorrat reicht) unentgeltlich(nur gegen Rückerstattung der Portokosten) versandt. Wir bitten Ew. Hochwürden, auf beigefügtem Bücherzettel Ihre Bestellung zu vollziehen. Hochachtungsvoll! Verlag der„Freiburger Tagespost“.“ Das vorstehende Schreiben gewinnt dadurch noch eine besondere Bedeutung, daß die„Freiburger Tagespost“ den badischen Zentrumsführer, Geistl. Rat Wacker in Zähringen, zum Gründer und Inspirator hat. Welche Rolle der katholische Klerus in der badischen Zentrumspartei spielt, zeigt ferner die Tatsache, daß die einflußreichsten Zentrumsblätter von katholischen Geistlichen redigiert werden. Kommunales. Gemeinderatswahlen in Württemberg. In Neuenbürg wurde neben zwei Nationa liberalen und einem weiteren Bürgerlichen auch ein Sozialdemokrat in den Gemeinderat gewählt.— In Vaihingen a. F. wurden neben zwei bürgerlichen Kandidaten zwei Sozialdemokraten, die ersten Vertreier unserer Partei, in den Gemeinderat gewählt.— In Birkenfeld ging der sozialdemokratische Zettel, dem ein Gegenvorschlag gar nicht erst gegenübergestellt wurde, glatt durch. Inso gedessen wurden zwei Sozialdemokraten und ein Bürgerlicher gewählt.— In Knittlingen wurde der seitherige sozialdemokratische Vertreter im Gemeinderat wiedergewählt.— In Dürrmenz=Mühlacker wurden zwei Sozialdemokraten neben einem Volksparteiler und einem Unparteiischen gewählt. — In Großsössen gelang es, den Vorsitzenden der sozialdemokratischen Parteiorganisation mit der höchsten Stimmenzahl in den Gemeinderat zu wahlen.— In Geislingen siegte das Kartell der„Linken", bestehend aus Sozialdemokratie und Liberalen, über das Zentrum. Es wurden zwei Liberale, ein Unparteiischer und ein Sozialdemokrat gewählt.— In Lorch wurden neben vier Bürgerlichen ein Sozialdemokrat, der erste Vertreter der Partei, in den Gemeinderat gewählt.— In Schramberg war der Wahlkampf sehr heftig, die Beteiligung betrug 91 Prozent. Sozialdemokratie, Volkspartei und freisinniger Bürgerverein gingen einerseits, Zentrum und Nationalliberale(!) gingen andererseits zusammen. Gewählt wurde je ein Vertreter von Sozialdemokratie. Volkspartei, Bürgerverein und Zentrum.— In Hegensberg gelang es, einen Sozialdemokraten in den Gemeinderat zu wahlen. Vom Bielkrieg. — Vereinbarungen zur Vermeidung von Arbeiterentlassungen in der Brauindustrie Württembergs. Mit dem Württembergischen Brauereiarbeiterverband wurde, da auch die bürgerliche Mehrheit im Landtag den sozialdemokratischen Antrag auf Unterstützung der infolge der Brausteuererhöhung arbeitslos werdenden Brauereiarbeiter abgelehnt hatte, nachstehende Vereinbarung getroffen. Diese hat Giltigkeit für die Orte Stuttgart, Vorchingen, Ludwigsburg, Böblingen, Möhringen, Eßlingen, Plochingen und Göppingen und besagt, daß Arbeiterentlassungen bis 1. April 1910 nicht stattfinden sollen. Im Falle einer Verminderung des Bierabsatzes um mehr als 10 Prozent sollen über die Regelung einer für die Zeit nach dem 1. April 1910 notwendig werdenden Betriebseinschränkung(ob durch Arbeiterentlassungen oder Schichtwechsel) zwischen dem Württembergischen Brauereiverband und dem Zentralverband Deutscher Brauereiarbeiter(Zweigverein Stuttgart) unter Hinzuziehung der vereinigten Gewerkichaften Stuttgarts weitere Vereinbarungen getroffen werden. Parteinachrichten. Quittung. Im Monat November gingen bei dem Unterzeichneten folgende Beiträge ein: Altona, 8. u. 10. schlesw.=holst. Wahlkreis, 3. Quart. 09 2128,58. Aalen, 13. württemb. Wahlkreis, 3. Quart. 09 10,92. Groß=Berlin à Konto seiner 8 Wahlkreise 10000.—. Berlin, diverse Beiträge 290,60. Bromberger Agitationsbezirk 2. und 3. Quart. 09, Wahlkreise: Lissa=Fraustadt 5,70; Gnesen 3.25; Samter=Obornik 13,03; Krotoschin 4,10; Wirsitz=Schubin 6,30; Adelnau=Schildberg(nur 2. Quart.) 3,95; Rawitsch=Kröben 7,10; Posen=Stadt 33,80; Kolmar=Filehne 22,30; Bromberg 23,46; Meseritz=Bomst(nur 3. Quart.) 1,75; Sa. 124,74. Bremen. sozialdemokr. Verein à Konto der Beiträge für 1909/10 2400.—. Braunschweig, 1. braunschw. Wahlkreis(Braunschw. Blankenb.), 3. Quartal 1909 563,22. Desgleichen 2. Wahlkreis(HelmstedtWolfenbüttel) 102,90. Desgl. 3. Wahlkreis(Holzminden=Gandersheim) 80,70. Baden=Baden, 8. badischer Wahlkreis, 3. Quart. 09 59,50. Backnang, 11. württemb. Wahlkreis, 3. Quart. 09 35,84. Beuthen(Oberschl.), Agitationsbezirk Oberschlesien, 3. Quart. 1909, Wahlkreise: Kattowitz=Zabrze 63,35; Beuthen=Tarnowitz 50.—; Ratibor 15.—; Gleiwitz 10,35: Pleß=Rybnik 5,10; Summa 143,80. Bremerhaven, 19. hann. Wahlkr., und Bremerhaven, 3. Quart. 09 568,12. Bochum=Gelsenkirchen, sozialdemokr. Verein, 3. Quart. 09 966,30. Bern 50.—. Butzbach i. H., K. Y. Z. 5.—, D. E. F. 2.—, Sa 7.—. Bank, 3. oldenb. Wahlkr., 2. Quart. 1909: Lemwerder 15,50; Ganderkesee 19,50; Sa. 35.—. Böblingen, 4. württemb. Wahlkr., 3. Quart. 09 89,24. Duisburg, sozialdemokr. Verein f. d. Wahlkr., 3. Quart. 09 593,05. Durlach=Pforzheim, 9. bad. Wahlkr., 2. Quart. 09 220,67. Dortmund= Hörde, sozialdemokratischer Verein, 3. Quartal 1909 984,—. Essen, soztaldemokr. Verein d. Wahlkr., 3. Quart. 09 561,28. Erstein=Molsheim, Wahlkreisbeitrag für 3. Quart. 09 24,32. Elberfeld=Barmen, sozialdemokr. Verein, 3. Quart. 09 950.—. Falkenberg(Oberschl.) 3.—. Freiburg i. B., 5. bad. Wahlkr., 3. Quart. 09 59,30. Göppingen, 10. wurttemb. Wahlkr., 3. Quart. 09 177,20. Hannover, 8. hannov. Wahlkr., à Konto der Beiträge für Juli bis Oktober 09 2000—. Hamm=Soest, sozialdemokr. Verein, 3. Quart. 09 274,38. Hanau=GelnhausenOrb, 3. Quart. 09 790.—. Itzehoe, 5. schlesw.=holst. Wahlkr., 3. Quart. 09 339,20. Köln a. Rh., Reg. W. 20.—. Karlsruhe, 10. bad. Wahlkr., 1. Quart. 09 186,42. Desgl., 2. Quart. 09 180,70. Limbach, sozialdemokr. Verein des lo. sächs. Wahlkr., 3. Quart. 09 425.—. Luckenwalde, sozialdemokr. Zentralwahlverein des Wahlkr., 3. Quart. 09 193,80. Leisnig, ein paar gute Freunde 45.—. Ravensburg, sozialdemokr. Kreisverein des 15. württemb. Wahlkr., 2. u. 3. Quart. 09 22,46. Ronsdorf, Wahlkreis Lennep=Remscheid=Mettmann, 3. Quart. 09 500.—. Rostock, 5. mecklenburg. Kreis, 3. Quart. 09 206,20. Stuttgart, 1. württemb. Kreis, 3. Quart. 09 713,76. Schwedt, Wahlkreis Prenzlau=Angermünde, 3. Quart. 09 53.—. Schwiebus=ZüllichauCrossen, Wahlkreisbeitrag für 3. Quart. 09 39,65. SiegenWittgenstein, sozialdemokr. Verein, 3. Quart. 09 19,98. Stockelsdorf. Fürstentum Lübeck, 3. Quart. 09 91.84. Schleswig, dritter schlesw.=holst. Wahlkr., 3. Quart. 09 151,02. Stettin, Beitrag der Provinz Pommern für 3. Quart. 09, Wahlkreise: Stettin Die Hosen des Herrn von Bredow. Vaterländischer Roman von Wilibald Alexis(W. Häring). 48„— Einer der kleinen Wasserbäche, die von den Treppen über den gestampften Boden rieselten, netzte allerdings die Sohlen seiner Stiefel, aber indem der Fürst es bemerkte, sah er auch, daß die würdige Frau selbst schon im Feuchten kniete, und mit einer ritterlichen Bewegung hob er sie, ehe sie sich dessen versah, auf. „Es tut mir leid, daß ich die würdige Frau meines lieben und getreuen Vasallen in so löblicher Verrichtung stören mußte. Nun ist es einmal so, und man muß sich darein finden. Das Wetter ist schön, und der Hausherr reitet mit mir in seinem Walde umher, derweil die gute Hausfrau das Haus zur Notdurft beschickt. Ein verirrter Weidmann fordert nicht viel, ein einfach Lager für die Nacht und ein freundlich Gesicht zum Willkomm. Weniger konnte der Landesherr freilich nicht fordern, wo er bei einem Vasallen eintritt. Aber auch die Nacht wollte er bleiben! Das war noch mehr als zu viel. Ihr ehrliches Gesicht verbarg nicht den neuen Schreck. „Das ganze Haus ist ja naß!“ „Ein trocken Kämmerlein findet sich doch wohl; und wo nicht, ein Stall, ein Schuppen. Der mude Jager schläft auch ungewiegt unter Gottes Himmelsdach. Wo ist Herr Gottfried?“ Da sah die Edelfrau, die Hände im Schoß faltend, ihn groß an:„Gnädigster Herr, spottet unser nicht. Ihr wißt am besten, wo er ist. Seit vier Tagen ist er nicht in sein Haus kommen, und sie hielt den Arm vor die Augen. „So hat der da mich doch nicht belogen,“ sagte der Fürst, auf Hans Jürgen blickend. Hans Jürgen stand aufrecht mit einer Miene, die man wieder verdrossen nennen mochte. Der Frau von Bredow dämmerte eine Ueberzeugung. Des Fürsten Angesicht bringt Gnade. Wenn er richten will, schickt er seine Schergen, sie klopfen mit geharnischter Faust ans Tor: er tritt nicht selbst über die Schwelle des Verurteilten! Ihre Knie wankten aufs neue zu einem Fußfall; Joachim kam dem zuvor: „So hab' ich meine Boten übereilt mit ihrer guten Kunde: doch davon nichts mehr, das sind vergessene Dinge, die ganz vergessen und vergeben zu machen meine Sorge sein laßt. „Götz ist unschuldig!“ jauchzte es auf.„Ich sagt' es gleich.“ „Und ein Ehrenmann! frei seit drei Tagen, die Schuldigen sind gestraft.“ Freil jubette ihr Herz. Sie wollte auf den Fürsten zustürzen, seinen Arm ergreifen, seine Hand an ihre Lippen drücken, sie wollte reden, sie wollte niederstürzen. Das Herz rührte sich ihr im Leibe, aber sie sühlte, es passe alles nicht. Aber da standen die Mägde, die ungeschliffenen Mägde, mit ihren Eimern, ihren Besen, mit offenen Maulern, und gafften den großen Fürsten an, wie ein großes Tier. Und viel fehlte nicht, so hätten sie auch ihn vorhin mit den Eimern begossen. Wer hätte das gut gemacht Die Burg hätte ja müssen geschleift werden, in Grund und Boden! Da stand Hans Jürgen auch wie ein Kegel, und rührte sich nicht. Nun wußte sie, was zu tun. Sie riß ihn vor:„Das ist dein gnädiger Kurfürst. Auf die Knie, und dank' ihm, wie deine Schuldigkeit, daß er—“ Sie wußte doch eigentlich nicht, was er danken sollte. „Ich knie vor keinem Menschen nicht,“ sprach Hans Jürgen, und blieb aufrecht stehen. „Der wird nicht niederfallen,“ sagte der Fürst,„dafür steh' ich Euch. Gehört der trotzige Gesell zu Euch?“ Nur hatte er's doch gehört! Die Edelfrau sah auf den Junker, wie etwa ein Tausendkünstler ängstlich auf ein Haus oder einen Turm, das er auf der Schaubühne aufgerichtet hat, und auf sein Kommandowort soll es zusammenstürzen. Hans Jürgen stand wirklich nicht mehr ganz sicher, und es hätte nur eines leisen Druckes bedurft, so wäre er niedergestürzt. Aber die Cdelfrau verdarb es. „Gnädigster Herr, rechner uns das nicht an, wir haben Leides genug in der Familie. Er gehört wohl zu uns; unseres Vetters Kind ist er, eine Waise, aber Goti allein weiß, warum das Von mir hat er's nicht und von meinem Gottfried auch nicht. Wir hatten einen besseren, aber dem ist das Bein gebrochen. Der würde gleich lnien. Dieser ist auch ein guter Junge, aber macht uns diel Herzeleid; seine Dummheit und sein Trotz bringt uns ins Verderben.“ Da trat plötzlich Hans Jürgen einen Schritt vor, und sah dem Kurfürsten recht dreist und dumm aber grad ins Gesicht. „Herr Kurfürst, daß mir's Gott verzeih, ich kann's nicht. Aber wenn ich meine Blutsfreunde ins Verderben bringe, dann will ich's doch. Warum soll ich denn niederknien? Wer was übertreten hat, der soll's, wer was bitten tut, der mag's. Ich hab' nichts übertreten, ich mag nichts bitten. Herr Gotze, mein Ohm, hat nichts Böses getan, die Base hat auch nichts getan; hier hat keiner was getan. Ihr seid ein großer Herr, Ihr seid der Kurfürst, was ich denke, das hab' ich draußen gesagt, wo ich noch nicht wußte, wer Ihr wart, und Ihr habt's gehort, wo Ihr noch nicht wußtet, wer ich war. War das nicht recht, nu da hab' ich's getan. Es tut mir gar nicht leid, denn was mir im Herzen saß, mußte'raus. Ihr seid Herr im Land, und könnt befehlen, und wir müssen gehorchen. Wenn Ihr befehlt: knie nieder, so tu ich's darum; aber von freien Stücken, Gott straf' mich, ich tu's nicht, und nun erst gar nicht. Nun mußte er ihn doch auf der Stelle nach Spandow schicken und hängen lassen!— Gegen das erstere hätte sie vielleicht nicht viel einzuwenden gehabt. Aber Joachim faßte ihn leicht beim Arm, und schob ihn beiseite, aus der Wasserpfütze, darin er mit den Füßen, da er nicht ruhig stand, spritzte und umher näßte. „Ein ungeschickter Bub' ist's, das seh' ich nun, Frau von Bredow, und hier ein ungebetener Gast, gleich mir. Wir stören die Ordnung. Darum muß man uns die Tür weisen, und da unsere Wirtin zu freundlich ist, will ich ihr Amt verwalten.“ Damit führte er den Hans Jürgen freundlich zur Tür hinaus. „Was weiter an dem Tag in der Burg Hohen=Ziatz vorgefallen, das kann noch ein anderer beschreiben, wer Lust hat. Uns drängt Wichtigeres, das einbricht, und wir halten es nicht auf. Die Kraniche hatten doch recht gehabt, dachte der Knecht Ruprecht. „Das ist ein Herr!“ sprach die Edelfrau, als sie wieder zu Atem kam, und sie hatte wohl Grund, es zu sagen, denn der nicht merken läßt, daß er ein Herr ist, ist der rechte Herr. Der Kurfürst ging mit seinem Begleiter in der Burg umher, als hätte er wunder was zu sehen, das ihn ganz von allem abzöge. Da erklärte er dem Ritter von Holzendorf, was die Bauart der Wenden gewesen; und was die Deutschen gemauert hätten. So, nachdem er über die Mauern ringsum gegangen, wollte er, da die Sonne schon die Kieserwipfel berührte, noch einmal ins Freie vor dem Abendimbiß, als er den blassen Kranken in der Torstube am Fenster sitzen jah. Er trat zu ihm ein, und tröstete ihn: wen Gott heimsuche, den liebe er, und wen er zu toten scheine, den erwecke er oft; er verhieß ihm, wenn er in den geistlichen Stand trete, sein Auge auf ihm zu haben, und dafür zu sorgen, daß er in den geistlichen Würden wie in der Erkenntnis steige. Aber das irre Auge des Junkers war ihm unheimlich. und er eilte, daß er ins Freie kam. Die Leute wußten nicht, über wen sie mehr sich verwundern sollten, über den Fürsten, oder über ihre Frau. Es war viel, mit Händen schien's saum zu schaffen, aber es ward doch geschafft. Ueberall kann doch nicht ein Mensch sein, aber sie war überall; jetzt in der Küche, jetzt in der Halle, nun wühlte sie in den Schränken, nun flog sie in den Keller. Da war der Flur der Halle nun trocken, das hatte manches Stück der Herbstwäsche gekostet, da war feiner weißer Sand drauf gestreut, und Tannenreiser, da prasselte der Kamin und verbreitete angenehme Wärme, aber auch angenehme Düfte, sie hatte Bernstein und würzige Kräuter hineingeworfen; über die nassen Treppen waren Decken gelegt, und die Geländer mit grünen Sträuchern umwunden. Da stand der Tisch schon in der Mitte mit ihrem Hochzeitsgedeck, und einem silbernen Armleuchter, und Flaschen und Schusseln: „So wird's wohl gehen, sprach sie aufatmend, und sank erchöpft in den Armsessel. Sie hatte fur alles gesorgt, auch das Bett stand schon draußen, das sie hineintragen wollten, wenn der Fürst abgespeist, denn die Halle war das einzige Gemach in der Burg, wo ein Fürst zur Not nächtigen konnte, vor dem Wasser, das alles überschwemmt hatte. Ja für alles hatte sie gesorgt, nur nicht für sich. Da saß sie, die Hände auf den Knien, und nun erst sah sie sich selbst. Es war noch alles, wie es gewesen. Der Rock auf dem Rücken verknotet, die Aermel aufgekrempt, die Haare— mit einem Aufschrei stürzte sie fort, denn schon kehrte der Fürst über die Zugbrücke zurück. 418,82; Ueckermünde=Usedom=Wollin 46,52: Greiswald=Grimmen 76,40; Stralsund=Rügen 99,18; Anslarz=Demzmin 13.96; Kolberg=Köslin(2. Quart. 09) 60.92; Stelp=Lauenog#g...40; Naugard=Regenwalde 6.—; Ppritzbur##&am; igereigzeigrn Kammin 10.98; Neustetin 8.80; DramJa#-Schspelvein#.#6: Bütow=Rummelsburg 6,40; Summa aul. 3. wasf. Kreis, Johreshei.. für 8. Duart. 09 15.—, Wir. nr. V. kuff. detein, Fahresbeitrag für 1908/09 74,94. Berlin, den 8. Dezember 1909. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. Verwischtes. „Die Ermordung der Deutichen Brunhuber und Schmitz. Wir lesen in der„Frankfurter Zeitung": Anfang Oktober erfuhr man aus einem Brief des Missionars Monbeio Einzelheiten Wi priggrs, Mgnbeig Einzelheiten über die Ermordung der deutschen Reisenden Dr. Brunhuber und Dr. Schmitz durch die Lissu oder Lutzu am mittleren Salwin— 3u Kereinsgesetzliches. Dieser Tage sand vor dem Schöffengericht kopf ihren Abschlus, die“ des Bürgermeisters von Biedengruppe des fasialdemastrg gon dem Herrn gegen die dortige OrtsBienoste Femeratischen Kreizwahlvereins inszeniert war. Entscheibun ni. Pselt lung am e. a eantc o9# inmal, soite die Mitgliederversammi### 6. November e##offentliche Versammlung gewesen sein, angemeldet war, dann sollte eine Bestrafung von 15 Mk. weil der Leiter der Mitgliederversammlung von seinem Hausrecht.# orauch gemacht hatte und den zur Ueberwachung der Versammtung entsandten Wachtmeister Köppe zweimal energiich Einzelheiten, die aber manche Frage über den Ort, die Zeit und die nähexen, Umstände, offen ließen. Weitere Aufklärung gibt zetzt, ein Gericht ves englischen Konsuls in Tengjueh(Momein), urchtbald Rose, im Dezemberheft des„Geographieal Journal“, der sich u. a. auf die Mitteilungen des chinesischen Obersten Tschiang, der mit der Bestrafung der Schuldigen beauftragt war, stützt. Tengjueh verließen Brunhuber und Schmitz Anfang Dezember v. J., begl sischen In v. J., begleitet von einem indischen Koch, zwei hineMaultiertreibern und zwölf eingeborenen Trägern. Das Geviet der„zahmen" Lissu am Salwin reicht etwa bis 26 Grad 25 Minuten n. Br.; dann beginnt das Gebiet der wilden, unabhängigen Lissu. Lomade, unter 26 Grad 57 Minuten n. Br., ist zier der nördlichste Punkt, bis wohin jemals ein Europäer gekommen war,(Forrest und Litton)., Die beiden Reisenden beiden Fällen kam das Gericht zu einem Freispruch, da es zu der HusherSarszigs Sise Ph# sich nur um eine Mitgliederversammweiteren J. Die Kosten muß die Staatskasse tragen. Den Termin zu erseh des Genossen Caz ihm auch die Unloster Unkosten für den die Schärsiher Pasiecder Parteipresse. Vom 1. April 1910 ab soll Zitan gebrickt wir di sett in der Parteidruckerei zu ner Vollszeitungun er politischen Teil mit der„Dresde. gebruckt werden. Am1 egene Druckerei zu Görlitz .1. Februar soll die Redaktion, die jetzt der Serelte Taüthadel auein führt, durch den Genossen Paul Höhne####egartt werden. Genosse Höhne, von Beruf Drechsler. war visyer schon Mitarbeiter der„Vollszeitung“. Gewerkschaftsbewegung. die Arbeitslosenversicherung. Wie bei den gnderen, Korvorationen, so hatte der Magistrat der Stadt nugsdurg auch bei den Gelben ein Gutachten zur Einführung einer gemeindlichen Arbeitslosenversicherung eingeholt. Beschfasfen sich un der Vorstandschaft wurde rung durch die Gemeiuncheu einer Arbeitslosenversiche. keiner Weif; berechnigi“ auszusprechen, da die Gemeinde in seise berechtig. Jlei, Zuschüsse an einen Teil der GeWeitenu icnständ iänern... gewähren. werden. da dadurch Fie“: denr Venter Shstem zugestimmt st würden, Uebrigens jei zie Orcanisalionen geArbeitern zu verzeicknen. Aus se, eder sei ein kom: drangen am östlichen Salwinufer weiter nordwärts vor und gelangten um Neujahr nach dem kleinen Dorfe Omati, wo die Träger gewechselt wurden. Der junge Dorfhäuptling übernahm mit elf Sk'aven den Weitertransport des Gepäcks und scheint in der Hoffnung, die Reisenden auszuplündern, die Nachbardber= und Unter=Naba und Laowu aufgehetzt zu haben, sie möchten ihnen den Weg sperren. Bald nach dem Verlassen des Torfes verschwanden zwei Pferde, die beiden chinesischen Treiber gingen auf die Suche nach ihnen, und Brunhuber und Schmitz blieben mit dem Inder allein. Im Laufe des Tages erklärten die Lissu, sie wollten nicht mehr weiter marschieren; sie stiegen zu einem Bergdorfe in die Höhe, und die Reisenden beschlossen, die Nacht auf einer Sandbank im Salwin zu lagern. Der Inder wurde ins Dorf geschickt, um ein Huhn zu kaufen, und sah dort die Träger mit den Dörflern in auffälliger Weise reden und zechen. Er äußerte seinen Verdacht, Brunguber aber beruhigte ihn: am Morgen würden die Träger alle sicherlich zur Stelle sein. Ja, die beiden Deutschen ahnten so wenig einen Verrat, daß sie nicht einmal die Gewehre auspackten Am Morließ sich lange niemand blicken. Schließlich kamen gegen 30 Lissu, außerst freundlich, aber alle mit Schwertern bewaifnet; sie. brachten einen Korb mit Reis und einige Eier und Bestrafung der Schuldigen aus den übrigen Vorfern wird kaum je die Rede sein können. Nach dieser Darstellung scheint es, daß Brunhuber und Schmitz sich etwas unvorsichtig benommen haben. Sie mußten aus den Erfahrungen ihrer Vorgänger Forrest und Litton wissen, daß den Lissu nicht zu trauen ist, daß sie zwar den ofjenen Angriff meiden, aber hinterlistig sind. „ Bestiglischer Mord. Budavest, 15. Dez. Der rumänische Bauer Georg Bugy, der Nabob von Lupest, wurde wegen wordes verhaftet. Er tötete aus geringfügigem Anlaß sein 13jähriges Dienstmädchen durch Peitschenhiebe, Knüttelhiebe und Fußtritte Kleines Feuilleton. Die größte Bewässerungsanlage der Welt, die nach ihrer Vollendung durch ihre Größenverhältnisse auch die bekannte Niltalsperre bei Assuan noch weit übertreffen wird, ist, nach dem„Prometheus“, zurzeit im nordamerikanischen Staate Neu=Mexiko am Rio Grande in Ausführung begriffen. Neu=Mexiko bildet eine Hochebene, die von einzelnen Gebirgszügen der Rocky Mountains durchzogen wird und sehr wasserarm ist. Dazu kommt noch, daß, wie eingehende Untersuchungen der klimatischen Verhältnisse gezeigt haben, in ziemlich regelmäßigen Zwischenräumen Jahre vorgekommen, in denen der Wassermangel sich besonoers empfindlich fühlbar macht. Unter diesen Trockc verioden hatte bisher die Landwirtschaft schwer zu leiden, und so hat man sich denn entschlossen, das ganze Land mit einem System von Bewässerungsanlagen zu überziehen, das eine besonders hole Ausnutzung des Bodens ermöglichen solt. Ein Teil dieser Anlagen ist die große Talsperre am Rio Grande, deren Baukosten anf 33 Millionen Mark geschätzt sind. Durch eine 58 Meter über den jetzigen Flußwasserspiegel hinausragende Sperrmauer, deren Jundamente 20 Meter unter die Sohle des Flußbettes hinabreichen, wird der Rio Grande zu einem gewaltigen See aufgestaut, der bei einer Länge von 45 englischen Mellen, einer Breite von 5 bis 6 englischen Meilen und einer Tiefe bis zu 60 Metern über 2899 Millionen Kubikmeter Wasser fassen soll Diese gewaltige Wassermenge wird dann in Trockenzeiten zur Bewässerung der umliegenden Ländereien benntzt. bsshreczen eing. Korb mit Reis und eng,#####n rhielten oafur Baumwouenzeug, eine Schere und ein Messer. Während die Lebensmittel von dem Inder verpaat wurden, umringten die Lissu die beiden Reisenden, die in einiger Entfernung von einander sich befanden, weil Brunhuber zum Fluß gegangen war, um sich die Hände zu waschen, Jeder war von 12 bis 14 Lissu eingeschlossen. Pötzlich er ab einer den Syeer und stieß schm Grignen gn vergenchugn, auch würden die AugsspPf. ioren arbeitslos werdenden Arbeitern in reichlinsem Braße Unterstützungen zuwenden.ern stützungen zuwenden. der gelben Vorstandschaft deckt sich fast wörtlich mit den Gründen, die von den Augsburger Industriellen geseg, die. Einführugg,„der Arbeitslosenversicherung angeführt worden sind. Die Gelben zeigen„sich auch hler wieder als ngrschlossen. Z####her bo einer orn Speet und frieß ihn cmit in den Leib: Schmitz siel rückwärts auf den Sand. Tann stürzten sich die anderen auf ihn und zerhieben ihn mit ihren großen zweihändigen Schwertern. Brunhuber schrie auf, da perjetzte ihm ein Wilder einen Schwerthieb über den Kopf, so daß eine llaffende Wunde entstand. Er hatte am Morgen einen Revolver zu sich gesteckt, ihn aber nicht mehr gebrauchen können. Die Beute wurde dann geteilt und die Leichen warf man in den Salwin, der dort reißend und tief ist. Der Inder wurde gebunden und als Gefangener abgeführt. Von den zurückkehrenden beiden Chinesen wurde der eine, bevor er die Stelle erreichte, durch einen Pfeilschuß ins Auge getötet, der andere wurde gefangen., Nach der von Rose zusammengestellten Karte lieg der worden sind. Diechigger uriheusthienversicherung angeführt1 fangen., Nach dex. von, Rose zusammengestellten Karte liegt der der Unternehm anß 11, auch vier wieder als Schauplatz der Raigstrophe, die sich also,vereits um die JahresStrupbe A# iehmer, und leisten als solche den scharf= i wende 1998/09 abgespielt hat. unter 27 Grad 20 Min. nördlicher macherischen Industrieuen Beihilfe.] Breite; Brunhuver und Set is hatten mithin ihre erste AufFührern der Gelben erscheinen, ob den MitEtwas anderes war ja wohl von den kaum zu erwarten, fraglich muß es nur ersc der Geduldsfaden reißt eb solchen„arbeiterzeindlichen Verhaltens ihrer Leitung. Vielfache Anzeichen deuten schon darauf hin, daß die Langmut selbst der bedürfnislosesten, patriotischen und unternehmertreuen Arbeiter zu Ende geht. Mißlungene Iustizaktion. Anläßlich der Gewerbegerichtswahlen in Offenburg(Baden) im Dezember 1905 veröffentlichte das dortige Gewerkschaftskartell ein Flugblatt, welches der Vorsitzende als verantwort icher Redakteur unterzeichnete und die Gecksche Druckerei herstellte Herr Kaplan August Karle in Offenburg fühlte sich als Führer der christlichen Arbeiterschaft durch den Inhalt des Flugblattes beleidigt. Er klagte mittels Schriftsatzes vom 23. Februar 1906 gegen den Buchdruckereibesitzer Ad. Geck, welch letzterer als Mitglied dem damals versammelten Reichstag anwohnte, der am 13. Tezember 1906 aufgelöst wurde. Das Amtsgericht Offenburg hatte in der Klage am 1 Septemeinen(räffnungsheichluß her 1906,einen Eroffnungsveichluß ergehen lassen und traf in der Sache seit der Reichslagsauflösung jediglich WiedervorlageVerfügungen. Unterm 3. Dezember 1909 hat nun das Amisgericht Offenburg das Verfahren eingestellt, weil die Sache verjährt ist. den Gründen ist angeführt, daß vor dem Auflösungstag (13. Dezember 1906) eine Untersuchungshandlung gegen den Beichuldigten nicht vorgenommen werden konnte, der Eröffnungsbeschluß alig nichtig ist. Nachher geschah keine richterliche Handtung zur Unterbrechung der nach sechsmonatlicher Frist eintretenden Verjährung. gabe, die Erforschung des unbekannten Stromstücks des mitreren Salwin, schon fast vollstandig erledigt. Der Inder wurde in Unter=Naba zuerst drei Monate in strengem Gewahrsam gehalten; er blieb anfangs an Händen und Füßen gefesselt und wurde in der Nacht von vier Männern bewacht, später mußte er den Frauen bei der Feldarbeit helfen. Als dann nach Naba das falsche Gerücht drang. daß chinesisches Militär am Flusse aufwärts rücke, schoß man mit Pfeilen auf ihn; er erholte sich aber und wurde nach fünfmonatiger Gesangen haft von einem chinesischen Händler losgekauft. Erst Anfang Mai d. I. hörte man in Tengjueh die unbestimmte Nachricht von der Mordtat(was sich daraus erklärt, daß unter den einzelnen Lissudörfern kaum ein Verkehr besteht), und der chinesische Taotai schickte den Obersten Tschiang mit 20 Mann am Fuß hinauf, um zu ermitteln, was daran Wahres sei. Von Lomade rückte er in Eilmärichen vor, und schon in fünf Tagen stand er vor Ober=Naba. Das Dorf war aber verlassen. Darauf umzingelte Tichiang, der bei dem ganzen Unternehmen eine bemerkenswerte Energie und Bravour zeigte, auch verwundet wurde, in der Necht Omati und versuchte es in der Frühe zu überraschen, um alle Bewohner lebend zu fangen. Er wurde aber doch bemerkt und mit einer Wolke von vergifteten Pfeilen überschüttet. Nun mußte er schießen lassen, mehrere Lissu fielen, andere konnten flieben, aber neun andere, darunter der erwähnte verräterische Häuptling, fielen lebend in seine Hände und wurden mitgenommen. Die Verfolgung der Fliebenden in der Richtung auf Laowu fand bald ein Ende, weil sie die über eine tiefe und weit ausgedehnte Schlucht gezogene Seilbrücke hinter sich durchschnitten hatten. So kehrte Tschiang, zumal er einen Hinterhalt fürchten mußte, um. Den Cefangenen wurde später der Prozeß gemacht, und vor einigen Wochen kam, wie man sich erinnern wird, die Meldung. mehrere von ihnen seien hingerichtet worden. Von einer „ Der Müdigkeitsbazillus. Auf dem panamerikanischen Kongreß fur Hygiene vom Jahre 1902 berichtete der Chef der zoo ogischen Sektion der amerikanischen Marine, Dr. Charles Wardell Stiles, über die Entdeckung eines Parasiten, der jene verderbliche krank afte Mattigkeit und Mudigkeit hervorruft, die die weiße Bevölkerung des trockenen, sandigen Südens der Vereinigten Staaten in so großem Maße befällt und so furchtbare Verheerungen anrichtet. Der amerikanische Forscher entwarf dabei ein erschütterndes Bild von jenen armen abgezehrten Menschen, die in einsamer, unfruchtbarer Gegend an dem rätselhaften Leiden zugrunde gehen, aber seine Ausführungen wurden von den anderen Gelehrten nur mit großer Skepsis ausgenommen. Dr Stiles hat inzwischen seine Studien und Forscht Anes hui tngwischen seine Studien und Forschungen mit zähem Eifer fortgesetzt und kommt jetzt auf die damals angeregte Frage zurück. Die neuen Beobachtungen bestätigen vollauf die vor 7 Jahren gemachte Entdeckung. Schon früher hatten andere Forscher und Gelehrte, wie in der„Revue" ausgeführt wird, Beobachtungen gewonnen die in ähnlicher Richtung verliefen. 1782 fand der deutsche Geistliche Goeze in den Eingeweiden eines Tachses einen winzigen Parasiten, der etwa die Form eines kurzen Haares hatte. Sieben Jahre später fand der deutsche Loologe Fröhlich im Darm eines Fuchses den gleichen Parasiten. Man nannte ihn den Hakenwurm, weil sein Körper die Form eines Hatens habe, während in Wirklichkeit nur der Kopfteil diese Krümmung zeigt. 1843 berichtete Dubini über einen ähnlichen Parasiten, der unter den Ziegelbrennern und anderen Arbeitern in der Umgegend von Mailand schwere Krankheiten hervorrief, und 1879, beim Durchbruch des Gotthard, forderte ein rätse haftes Leiden, das man die Tupnelkrankheit nannte, unter den Arbeitern am Gottbard viele Opfer. Weitere ForGotthard viele Opfer. Weitere Forschungen bestätigten, daß dies Leiden ansteckend war; in Kalkutta, in Tunis, am Kap und in Aegypten konnte beobachtet werden, daß der Parasit durch europät'che Auswanderer eingeschleppt worden war. Ein Arzt aus Texas. Dr. Allen J. Smith, stellte dann fest, daß der amerikanische Hakenwurm mit den von Dubini beschriebenen Parasiten nicht völlig übereinstimmt. Dr. Stiles' neue Forschungen bestätigten diese Beobachtungen. Er hat den neuentdeckten Parasiten„necator americanus“ genannt; insbesondere unter den ärmsten Arbeitern im Süden der Union, die als Erdesser ihr Dasein fristen und sogar den Ruß der Schornsteine zum Nahrungswittel erhoben haben, richtet dieser Parastt gewaltige Verheerungen an. Der unheimliche, winzige Wurm verkapselt sich in den Eineweiden und raubt mit der Zeit se“. Oyfern al F. gen 5 Tetigtett zur 3 heit hen seinen Opfern aue Tatkraft und Farigrein zur Arbeit. Er hat das Aussehen eines winzigen schlammigen Fadens; die Weibchen legen an der Stelle, wo sie sich eingekanset haben Tausende von Eiern, aus denen"“ sich eingerapfe= habeng Tanzende von Eggrn, aus denen dann die neuen Parasiten sich über die ganzen Magengewebe ausbreiten. Der kleine, kaum 2 Zentimeter lange Wurm rollt sich innen um die Eingeweide und reißt kleine Teile aus der Schleimhaut; durch die Wunden dringt er dann vor und sangt Blut. Der englische Arzt Dr. Sandwith hat bei der Autovsie bei einem Individuum nicht weniger als 250 Würmer und 575 Wunden gefunden; bei einem anderen gar 863 Wunden und 270 Würmer, die zum Teil das Eingeweide völlig durchbohrt hatten und bis zur Hälfte ihres Körpers durchgedrungen waren. Die Infektion erfolgt meist durch die Fußsohle, die mit dem Boden in Berührung kommt, auf dem der Parasit sich befindet. Der junge Fürst, der noch vorhin so freundlich und leutielig stumm und mit bewöllter Stirn kelle Fasel“ m heien se Tpeisen schmech.##n an der nenen #afel. weundeten iym die Speisen, schmeckte ihm der Wein nicht, vermißte er den Wirt ihm degenüber, oder war das Sonnenlicht seiner Laune mit der Sonne am Horizont untergegangen?— wixt, auch müde sein, dachten sie in der Halle„Seit der # mit dem Lindenberger," flüsterte sein Büchsenspanner zum Gesinde draußen,„ist er allabends so. wenn es dunkelt.“ „Mein gnädiger Herr wird's Euch zu Lieb’ und Dank wissen, gnädige Frau.“ führte der Ritter von Holzendorf für seinen Fürsten das Wort,„daß Ihr Euch so angelegen sein saßt ihn mit Ehren und Gutem zu bewirten. Wir treffen's nicht überall so, wenn wir auf der Jagd in ein Haus einfallen. Man nimmt da gern vorlieb, was man findet, Ihr aber tragt vom Besten auf, und ist's doch fast so stattlich alles hier, wie zu einer HochDas machte die Edelfrau erröten, denn sie hatte ihr Brokatkleid angezogen mit dem sie an den Altar getreten war, und auf dem Kopf saß schön gepufft die Flügelhaube von damals. Aber Temperatur wesentlich über diejenige seiner Umgebung zu erhöhen und seine Körpertemperatur gleichmäßig zu erhalten. Erst allmählich wird nack der Geburt die volle Warmblütigkeit erworben. auch darauf sah der Fürst nicht. Den Leuten in Burg HabenZiatz, schien das fast noch merkwürdiger, als verhin seine Leutjengreit. Und wenn die Gestrenge ihm so mit tiefem Knicks das Backwerk reichte, oder auf der Silberschale den feinen Wein zum Nachtisch, nickte er, wie in Gedanken, und hatte es kaum an die Lippen gebracht, da er es wieder hinsetzte. auch nicht einmal einen einzigen anständigen Menschen meinem Herrn zu Tisch setzen konnte, das ist was ich mir mein Lebtag nicht verzeihen werde,“ flüsterte die Burgfrau zum Begleiter des Fürsten; ihn selbst anzureden wagte sie hicht mehr.„Aber wo sollten wir hinschicken.'s ist ja keine vernünftige Seele hier herum.“ Joachim erhob sein Gesicht aus dem Arm, in den er es gestützt. „Wo ist der junge Mensch! Der Bursch, den ich im Walde ### und der mich auf den blichteweg führte? Ichrsehe ihn nicht Gohrent labt der Mousch ein Stüffigtoitslohom...... Vor der F une wiennenation besteheg, und so wirb benn auch der Kopfhaarwuchs Gevurr icor der Mensch ein zlusnigreitsleven; er wandelt sich in der des Weidbes durch die Menstruation in schwächerer, aber ganz ähnmeh (Forts. folgt.) Die Haarbildung als Stoffwechselersche heinung. Der Geburtsvorgang bedingt, daß der Mensch binnen weniger Stunden eine vollständige Umwandlung seiner Lebensweise vollzieht. Wie jedes Säugetier, so erhält auch der Mensch vor der Geburt seine Wärme größtenteils von der Mutter, ist aber nicht imstande, seine Geburt zu einem warmblütigen, luftatmenden, milchgenießenden Säugetier um. Dabei tritt durch Bildung ungewöhnlicher Mengen von Stoffwechselschlacken eine derartige plötzliche Steigerung des Organstoffwechsels auf, daß bei der gewaltig gesteigerten Wachstumsgeschwindigkeit der Hautorgane ein allgemeiner Haarwechsel eingeleitet wird, der häusig zunächst im Verlust der Kopfbehaarung und Glatzenbildung der Kinderkopfhaut sich äußert. Diese Glatzenbildung ist aber ganz anderer Art als diejenige beim Erwachsenen. Im letzteren Falle ist die unzureichende Haarneubildung die Ursache, während die Kinderglatze gerade durch zu stürmische Neubildung, durch zu starke Steigerung der Zellteilungsvorgänge in der Haut hervorgerufen wird. „Beim Wechsel des Milchgebisses finden wir ebenfalls ein lückenreihiges Gebiß beim Kinde wie im höheren Alter beim Beginn des endgültigen Zahnschwundes, nur ist im ersteren Falle die vermehrte Zahnneubildung, im zweiten die Mangelhaftigkeit des Knochenersatzes des Kiefers die Ursache der Zahnverluste." Und weiter erinnert Friedenthal, dessen mehrgenanntes Werk über das Dauerhaarkleid des Menschen unsern Ausführungen zugrunde gelegt ist, an die Schnelligkeit der Erneuerung der Hautorgane nach der Gevurt, an den periodischen Häutungsvorgang so vieler Tiere, der stets zugleich eine Stoffwechselkrise bedeutet.„Durch ihren gewöhnlich allmählichen Ersatz von Haut und Haar sind die Primaten (Affen) vor den Tieren mit periodischer Häutung und periodischem Haarwechsel bevorzugt und es ist ihnen eine größere Gleichmäßigkeit gesichert; auch der absolate Energieaufwand wird bei den periodischen Wachstumsbeschleunigungen als weit größer angenommen werden müssen als bei dem allmählichen Ersatz. Für das spätere Leben kommt eine periodische Beeinflussung des Wachstums der Kopfhaare beim weiblichen Geschlecht durch Menstruation und Geburten zustande. Bedingt schon jede Stoffwechseländerung eine Vermehrung der Stoffwechselschlacken, so ist die Beeinflussung des Hautwachstums durch eine überstandene Schwangerschaft so auffällig, daß ein deutsches Sprichwort sagt: Jedes Kind kostet einen Zopf und einen Zahn. Wenn auch glücklicherweise diese Regel den Zahnverlust betreffend übertrieben ist, verdient der Hinweis auf die Kopfbai rerneuerung doch Beachtung. In der Menstruation des Weibes können wir eine ständig wiederholte Nachahmung des Geburtvorganges erblicken, zurückweisend auf einen Zustand, wo unmittelbar auf die Geburt, Eldas Gebären. g s Unabhängig ven dieser Hyhothese bleibt die Tatsache der aehnlichreit der Stoffwechselbeeinflussung durch Geburtsvorgang und Mentruaton besieben und sowied denn auch dz. Coaustsvurgege dasch on wienstenation in schloacheret, üoer gunz uhnlicher Weise beeinflußt, wie bei der Beendigung der Schwangerschaft durch den Geburtsvorgauß. In beiden Fällen kommt es, wie bei der Bildung der Kinderglatze, zu vermehrtem Haarausfall durch Wachstumssteigerung und Reizung der haarbildenden Stellen durch Stoffwechselschlacken, nicht zu einer verminderten Bildung von Haarsubstanz. Ein verminderter Haarersatz kann zeitlich sehr wohl dem Haarverlust folgen, der im Anschluß an eine Geburt entstand. Dann handelt es sich aber um krankhafte Schwächezustände, nicht um physiologische Folgeerscheinungen. Bei natürlichen Verhältnissen wird durch Gebären der Haarwuchs des Weibes nicht geschwächt, sondern die Verluste nach kurzer Zeit mehr als ausgeglichen. Bis zum Abstieg der Lebenslinie beantwortet der Organismus eine Entnahme Ghn. Shilbung. urch Ueber der Geburt der Kopfhaarwechsel des Kindes so stürmisch, daß eine fast völlig haarlose Kopfhaut die Folge wäre, aber in jedem Falke liegt das Minimum der Behaarung kurz nach der Geburt. Das feine Haar der Kopfhaut und die Augenbrauen und Wimpern sind durch ihre Pigmentarmut fast so unauffällig wie der feine Flaumpelz über dem Körper. Mit zwölf Jahren plegen bei der polkilodermen(weißen) Rasse bei beiden Geschlechtern die Eigentümlichkeiten des Kinderhaarkleides am deutlichsten und ungestörtesten in Erscheinung zu treten. Die Wimpern stehen noch auf der Höhe der Ausbildung, die Augenbrauenhaare haben eine Poreiden zu Sorn. wsgerng Juuktionen entbel guter Aluebih be ger, euengung de Korermite.= 6166 . Das Uebergreisen des Terminalhaares(Terminalhaarkleid ist das auf das Kinderhaarkleid folgende Behaarungsstadtum, das nur veim Manne an bestimmten Körperteilen einige Ausbildung erfährt) auf das weibliche Geschlecht bei einigen Störungen der Ovarial= funktion und bei zunehmender männlicher Betätigung der Frauen auf die maßgebende chemische Rolle der Stofwechselschlacken der Geschlechtsorgane und des Zentralnervensystems für das Wachstum der Haut und der Hautorgane(Haare) hin. Bei der Frau muß man auch eine Ausbildung jedes mehrere Zentimeter langen, wirklich barthaarähnlichen starken Terminalhaares reifung und neue Sckwangerschafterfolgte, wiebeute noch ber Kaninchen, als Unregelmäßigtet anschen, welche sch in den meisen Füllen mie Mäusen und Meerschweinchen. Bei diesen Tieren folgt die Begattung anderen Wachstumsuuregelmäßigkeiten oder Etaffmachse## und damit erneute Schwangerschaft innerhalb weniger Stundeu auf vereine findet.: Stomwechlestorigen Uc. 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Welt, die nach ihrer uch die bekannte Niltal= d, ist, nach dem„ProStaate Neu=Mexiko am Mexiko bildet eine Hochkocky Mountains durchkommt noch, daß, wie erhältnisse gezeigt haben, jahre vorgekommen, in pfindlich fühlbar macht. e Landwirtschaft schwer lossen, das ganze Land zu überziehen, das eine öglichen solt. Ein Teil io Grande, deren BauDurch eine 58 Meter nde Sperrmauer, deren Flußbettes hinabreichen, See aufgestaut, der bei Breite von 5 bis 6 engrn über 2899 Millionen tige Wassermenge wird imliegenden Ländereien nerikanischen Kongreß Chef der zoo ogischen r. Charles Wardell en, der jene verderbhervorruft, die die „ S ü d e n s d e r V e r llt und so furchtbare he Forscher entwarf ten abgezehrten Menan dem rätselhaften rungen wurden von tepsis ausgenommen. ind Forschungen mit die damals angeregte bestätigen vollauf die früher hatten andere e“ ausgeführt wird, Richtung verliefen. in Eingeweiden eines wa die Form eines er fand der deutsche n gleichen Parasiten. in Körper die Form it nur der Kopfteil bini über einen, ähninnern und anderen schwere Krankheiten Gotthard, forderte melkrankheit nannte, pfer. Weitere Fornd war; in Kalkutta, e beobachtet werden, inderer eingeschleppt len J. Smith, stellte mit den von Dubini stimmt. Dr. Stiles' ungen. Er hat den us“ genannt; insbeüden der Union, die en Ruß der Schornrichtet vieser Parasit elt sich in den Ein)pfern alle Tatkraft sehen eines winzigen der Stelle, wo sie aus denen dann die ngewebe ausbreiten. rollt sich innen um s der Schleimhaut; ). sangt Blut. 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M. schlossenen definitiven Ausf schädigung der info ge der #nd geschädigten Tabakarbe #urde anerkannt, daß be Führungsbestimmungen die 1 Tabakarbeiter vorgetragener sesentlichen Punkten Berü oen neuen Ausführungsbest inzelne Unklarheiten, über d bei den zuständigen Behörd #iche, weshalb beschlossen wi ##tände nach Berlin zu ent sschatzsekretär Rücksprache zu getretär gewährte den ger #6. Dezember. bereitwilligst 1 D i e A r b e i t e r v e r t r e t e r b r i ützung der Zigarettenarbei Setandpunkt, daß auch diese Artikels IIa des neuen 2 Rtützung berechtigt seien. D diches Ganzes; zwar sei die verschont geblieben, habe da ##rhalten. Nach ihren Info n Reichstag nicht daran ger Unterstützung auszuschließen. Der Herr Reichsschatzsekr Streugjuristischen Standpunkt Die ersten beiden Artikel de Erhöhung der Banderolester em Artikel IIIa festgelegt sicht angewendet werden. E ###s liege zu dieser Frage n ##entlich, von den bewilligter Arbeiter einen Teil zu verwei Arbeiter benachteiligt wür Unterstützung von Zigaretter Vvorzuliegen, da die eingehend den letzten Monaten erheblic Die Arbeitervertreter erkl ##thaltenen Informationen n Vügleit zu befürchten sei. sich Material über eine Sroßeren Umfanges in der gann erneut in eine Prüfung Bezüglich des Verhaltens A#issperrungen verwies der wii die von ihm zu den A. #rläuterungen. In diesen h *„ S t r e i k s u n d A u s s p e r r u n #ne die Unterstützungsberecht ## Arbeit angesehen. Sie v, angesehen, wenn sie nich wie tonnten aber auch mehr Nachweis der unverschuldeter ### durch die Vorschrift im§ 1 Burch die Worte„in der Rege körden für die Beurteilung #geben sei. Was die Zuwei ##e Tabatarbeiter anbelange, immungen ein Benehme seamten, geeignetenfalls ur Kännern aus der Arbeitersch Der Herr Reichsschatzsekre n einem allgemeinen Rundst Dieser fakuliativen Bestimmt #r gegeben wird, und erst Pustellung von gedruckten K dar „ von gedruckten bann den Zollamtern übe Nachdem sodann noch ei Frörtert worden waren, wur ##prochen, ob den Bestimn #tt im Schlußsatz des§ 1 brücklich als unterstützungsb ###n auch bezüglich der jet g##wirkende Kraft zu geber Die Arbeitervertreter m berige Rechnungsmethode, Juli 1908 bis 30. Juni wesenen Personen auch die der Durchschnittsberechnung serechnet worden wäre, vie Bädigt worden seien. Die enterstützungen erhalten, da Wer auch fremder Beihilfe Onnen. Der Herr Reichsschatzsek: #ch sei, daß in Fällen, wo ondere Härten zutage get: Eichen um Nachbewilligung #chtigt werden müßten, doc gengen der bisher gewährte Die neue Berechnungsm ezember an Platz greifen. — 68 Karten— * Der Herr Reichsschatzst Seter der Arbeiterverbank wirken, daß entsprechend d Zurückgeisung von Be sselben sich zunächst an wechlen, bei Beschwerden ertreter der Arbeiter au *