Rnkänfen anfchlen. un Schildesche, BieleInI, A., feld. St. 32 E. Amtsst. st.„Z. Keruschle“. Mühlenst. 18. , W., Siegfriedstr. 22. erm., Jöllenbeckerstr. 31. g., Herford, Radewigerstr. ann, Helnr., Thielenst.1. Herforderstr. 105. I., Bürgerweg 70. H., Schildesche, Bielef. St. 26. r. H., Detmolderstr. 60. Heinr., Wertherstr. 53. G., Hallerweg 105. Heinr., Sieker. lug., Brackwede. „,G., Schildesche, Bielef. St. 199 Gust., Spindelstr. 56. opm Schildesche, VIIII., I. Geschäft am Platze. A., Schildesche, Goethest.10. un, Therese, Bünde, Bahnh. W., Viktoriastr. 47. inn, H., Detmolderstr. 75. ver, H., Herf., Radewigerst. Herm., Petristr. 1. Sudbrack, I. Gesch. a.Platse In Schuhwaren. 1,F., Detmold, Krummest.28. , Wilh., Bleichstr. 55. in. H., Jöllenbeckerstr. 120. inshoff, H., Sudbr., Jöllenb. 8t. arl. Heeperstr. 107. Shingnang, un, F., Detmold, Paulinenst. 65. „ 4 Nord- u. Bünderst. T. II., Ecke. einr., Jöllenbeckerstr. 39. r., Kurfürstenstr. 67. W., Arndtstr. 54. er, G., Kaiserstr. 99. y. W., Bürgerweg 74. H., Schildesche, Bielef. St. 44 Is Carl Lepper, Gehrenb. 22. VIßbrun, Detm., Lemgoerst.4 tz, Brackwede, Bielef. St. 100. N. Hiul Ber““ol. Bez.-Qu. f.Schuhw. sse, C., Herforderstr. 76. sche. J. Herford, tche, S., Läbberst. 20. Bürgerweg 42a. king, II., err tter. H., Kurfürstenstr. 85. I., Brackwede, Kaiserstr. 61. ann, F., Oststr. 15. Bielef., Kaiserstr. 970. Brackw., Güterslohst. 221. billigste Bezugsquelle, Bahnhofstr. 45 A., Gütersloherstr. 39 a. Ahnieche drübel. Nusehkäupt ienpulver-a Parkimeriefabr. Dnr u. Soldmaren) H., Herf., Radewigerst. 18. I., Gütersloherstr. 14. in Kurfürstenstr. 63, Inl, II., Ecke Arndtstr. F., Ssdschmied, 1 Bannhofstr. 29. 3. H., Bünde, Bahnhofstr. . Deppermann, dernstrid, Heepertr. 4. ann, Heinr., Kirchplats 2. B., Juweller, Gehrenberge, A. Heuer, chermstr., Niederwall 12. enfeldt, H.Rennatr. ug., Bürgerweg 65 a. ul. Arndtstr. H., Herford, Lübberstr. 21. r. Herm., Rohrteichstr. 50 e. el. P., Enger, Kataloge 9— gratis u. franko. 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Renteistr.-Ecke. -Automat, Eckskotsomst. hähg bei Herford, bHoue Angen Aufenchalt. olung“(Thlemeyer), Herford. un güchser Hert.„brödere Abonnementsbreth für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1 80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. 263. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Inseraten=Annahme bis ½29 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr aben. tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag der Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht" Gerisch& Co., Vieleseld. ( 49 Bielefeld, Mittwoch, 10. November 1909. 20. T SHUE SOGUS ENDE BSCOGEIG GGE UE: Jak. T SHHEEHODS EIIRT Wir grüßen Dich, ob Deine Gruft Zermürbt der Zeitenkarst! Du sangst von Freiheits=Morgenluft, Eh' unsre Kette barst; Und warst der Freiheit Waffenschmier Bevor sie zog ins Land. Miölner gleich, so warf Dein Lied Die Knechtschaft in den Sand. seinem 150. Geburtstage. grollte wie ein Donnerwetter, Und ein Jahrtausend grollte mit, Als erstmals in die Welt der Bretter Karl Moor mit seinen Räubern schritt. „Ich klage an!“ so Deine Rede Voll Wucht und Kraft. Kein Wort klang hohl. Den Handschuh hin und„Auf zur Fehde! Es gilt der ganzen Menschheit Wohl!“ (Nachdruck verboten., Was fragt nach Liebe die Kabale? Was gilt Despoten Bürgerglück? Wer schaudert vor dem Kainsmale Des Untertanenmords zurück?... Du warfst in lodernder Empörung ’uc Bombe unter jene Brut.— An Deinem Grabe weint Verehrung Dort, wo ein Attentäter ruht. Ein Pfeil, der von der Sehne schnellte, Tyrannenherzen jäh zerspellte, Ein Brand, aufflammend blutig grell. Und das, was in Dramen, Balladen und Liedern Dein Spiel uns gesungen, noch klingt es und rauscht, Ein Quell, ewig sprudelnd. Die Vöglein erwidern Im heiligen Hain, wo die Andacht Dir lauscht. Ein Blitzen, das die Nacht erhellte, Zwingburgen bis zum Grund zerschellte: Das war Dein Sang von Wilhelm Tell. An Tagen wie heute, da drängen die Massen, Sie kränzen Dein Mal und Dein Grabhügel schwill. von Blütengewinden. Auf Märkten und Gassen Grüßt Liebe des Volkes Dein steinernes Bild: „Einst warbst Du und starbst Du für Dein Ideal, Du rangst mit den Nöten des Lebens. Dein Adel der Menschheit bot Trotz aller Qual— Und siehe, Du warbst nicht vergebens. Wir halten die Waffen, die Du uns geschenkt, Gedankenschwerter, zum Stoße gesenkt; Wir treiben zum Orkus das Grauen. Wir ringen, wir roden und bauen. „Dein Saitenspiel sang Lieb' und Leid War süßer Laute voll. Doch grollte es in Zorn und Streit, Sein Ton zum Donner schwoll.— Wie Kinderlachen, zephyrweich, Umschmeichelt unsern Sinn Dein Lied, und aus dem Märchenreich Lag Silberglanz darin. „Wir bauen die Welt nun, von der uus Dein Ruf Wie Glockenton fernher erklungen; Wir preisen den Geist, der ihr Bild uns erschuf, Der unsere Sehnsucht gesungen. Bewundernd Dein Leben, genießend die Frucht, Und vor uns Vollendung, der Feind auf der Flucht, Dem, was Du gesungen, zum Lohne Des Nachruhms Kränze und Krone. „Begeisternd hat Dein Sehersang Die Darbenden gelabt: Die Schwachheit lauschte hoffnungsbang, Vom Zauber kraftbegabt. Auf Erden ist das Glück daheim Und Völkerfriede stark, Wenn Freiheitssaat entsprießt dem Keim:— Das zündete ins Mark! „Du Wahrheitsapostel, Du Schönheitsprophet, Märtyrer der Freiheit, wir grüßen Dich! Unsterblichkeit ragend zu Häupten Dir steht, Die Menschlichkeit lagert zu Füßen sich. Du trugst den Funken in dunklen Schacht Er ward zur Leuchte uns angefacht, Und Aureolen des ewigen Lichts Bestrahlen siegend das kalte Nichts. „Und braust nun aus den Saiten Der rast wie Schlacht und Mord, Wie Dissonanz bei Babels Turm Und dröhnt wie Stentors Wort. Da ist ein Satz ein Hammerschlag Und jeder Vers ein Schwert, Ein Richterbeil am Rachetag, Das in den Nacken fährt.—— Sturm „Wir segnen Dich, ob Deine Gruft Zermürbt der Zeitenkarst! Du sangst von Freiheits=Morgenluft, Eh' unsre Kette barst... Unsterblichkeit ragend zu Häupten Dir steht, Die Menschlichkeit lagert zu Füßen sich. Du Wahrheitsapostel, Du Schönheitsprophet, Märtyrer der Freiheit, wir grüßen Dich! O. D. Zur Schillerfeier. Denn er war unser! Dieses Wort, welches sein gewältiger Zeitgenosse Goethe ihm nachgerufen hat, ist nicht nur richtig in dem Sinne, wie es Goethe zunächst gemeint hat, nämlich daß Schiller ein deutscher Lichter gewesen ist und ein Stück deutschen Wesens darstellt, auch wir, die richtigen Erben der Geistesbewegung des heutschen Bürgertums, die wir das von unseren Vätern Ererbte ttworben haben und es deshalb wirklich und rechtmäßig beien, auch wir, die klassenbewußten Proletarier, können sagen: Lenn er war unser. Und daran soll uns auch nicht irre machen, daß sein Entwickungsgang, so revolutionär er begann, dennoch nicht in die sozialIRetratische Gedankenwelt hineingeführt hat. Das war zur 1, wo Schiuer lebte, gerade so unmöglich, wie, daß die große skanzösische Revolution mit einer sozialistischen Gesellschaft Wigen konnte. Schiller hat seinen Frieden mit der bürgerlichen besellschaft gemacht, gerade so, wie alle anderen Geistesheroen, i Deutschland in der zweiten Hälfte des achtzehnten JahrUnderts hervorgebracht hat. Er hat diesen Friedensschluß der delt kund und zu wissen getan in einem seiner der Form und Sprache nach allerschönsten Gedichte, welches Franz Mehring V überaus zutreffend das hohe Lied des deutschen Philisters gekannt hat. So wundervoll die Form und Sprache dieses Geist, seinen Gedankeninhalt kann man getrost auf eine Stufe setzen mit dem von Goethes„Bürgergeneral“, bei dem man auch erstaunt fragen muß, wie Goethe, welcher doch die weltgeschichtliche Bedeutung der französischen Revolution vollkommen erkannt hatte, dazu kam, solch läppisches Zeug über den ihr zu Grunde liegenden Gedanken zu schreiben. Und durchaus entsprechend muß man über den Gebankeninhalt von Schillers „Lied an die Glocke“ urteilen. Wenn es irgend eine Periode in der Weltgeschichte gibt, deren Verständnis ohne die materialistische Geschichtsauffassung ganz und gar unmöglich ist, so ist das die der geistigen Revolution des deutschen Bürgertums. Wir haben schon oft an dieser Stelle betont, daß es unsere Ansicht ist, es sei fruchtlos, in der Weltgeschichte mit dem„Wenn" zu operieren. Und dennoch drängt es den Geschichtsforscher oft mit unwiderstehlicher Gewalt, diesem„Wenn" nachzugehen, besonders in Fällen, deren Eintreten mehr oder weniger vom Zufall abhängig gewesen zu sein scheinen. So die brutale Niederwerjung Athens durch das minderwertige Sparta. Und wie bei jenem antiken Gipfel menschlicher Kultur, so auch bei seinem Gegenstück in der Neuzeit, der Blüte des deutschen Geistes. Aber die materialistische Geschichtsforschung zerstört schnell den Glauben an Zufälligkeiten, indem sie zeigt, wie Entstehen und Vergehen in den wirtschaftlichen Grundlagen der Gesellschaft ihre Ursachen haben. Sie lehrt uns, daß Athens Zusammenbruch die notwendige Folge der antiken Sklavenwirtschaft war, sie gibt uns auch Aufschluß darüber, warum die Revolution unseres Bürgertums am Ende des 18. Jahrhunderts nur eine auf geistigem Gebiet sein konnte und deshalb im Sumpfe der bürgerlichen Gesellschaft ein betrübliches vorläufiges Ende nehmen mußte. Wohl kann man trauern, daß Männer wie Goethe und Schiller in der elenden Athmosphäre der deutschen Kleinstaaterei verkümmern mußten, wohl ist die Frage berechtigt, was sie uns erst Großes geschaffen hätten, wenn ihr Geistesflug sich frei und ungehindert hätte entfalten können. Und wir sind fest überzeugt, daß Schiller, wenn er statt dessen in einer Gesellschaft, durch welche der große Strom der Menschheitsentwicklung brauste, gelehbt hätte, Dramen so kläglichen Inhalts wie die„Jungfrau“ und„Maria Stuart“ nicht geschrieben hätte. Natürlich liegt uns nichts ferner, als ihn deswegen anklagen oder herabsetzen zu wollen. Darum bleibt er doch der Riese und, nas für uns wichtiger ist, er blieb auch der Anwalt der Fortentwicklung. Denn wie Goethe am Schluß seines Lebenswerkes seinen Helden, in welchem er sich selbst doch verkörpert hat, Worte sagen läßt, die ihn unmittelbar als Anhänger der sozialistischen Idee stempeln: „Ein solch Gewimmel möcht' ich sehen, Auf freiem Grund mit freiem Volke stehen" so läßt auch Schiller sein letztes Meisterwerk enden mit einem Bekenntnis zur Freiheit als dem herrschenden Prinzip der menschlichen Gesellschaft. „Und frei erklär' ich alle meine Knechte.“ Und darum können wir, die Erben des revolutionären Bürgertums, heute mit Stolz ihn für uns reklamieren: Denn er war unser. Politische Uebersicht. Die Konservativen und die Erbschaftssteuer. Dieser Tage veröffentlichte der Abg. v. Dewitz einen Artikel, der für die Deszendentensteuer eintrat. ## für die Deszendentensteuer eintrat. Die„Kreuzzeitung“ glaust diese Stellungnahme durch den Hinweis bedeutungslos machen zu können, daß es sich um einen freikonservativen Abgeordneten handelt. Aber auch der frühere Minister des Innern, v. Köller, doch sicher ein Voll=Konservativer, hat in einer konservativen Versammlung in Cammin erklärt, daß er kein Gegner der Erbschaftssteuer sei.„Ich habe zehn Jahre in einem Lande gelebt, in dem sie besteht, und ich habe dort niemals die Empfindung gewonnen, daß die Erbschaftssteuer irgendwie unangenehmer ist, als andere Steuern es ssind.“ Herr 3. Köller ist der Ansicht, daß die Erbschaftssteuer wiederkommen wird, und daß dann die Großgrundbesitzer nicht dieselben Vergünstigungen erhalten werden, die ihnen der vorige Entwurf angeboten hatte. Er meinte:„Die Bedingungen, die einzelnen Bestimmungen der jetzigen— abgelehnten— Vorlage waren so entgegenkommend und so vorgeschlagen, daß die Steuer wirklich ertragb gewesen wäre.“ Auch, der konservative„Reichsbote“ schreibt abermals in einem artikel unter dem Titel„Die rettende Tat“: Die Mucker und die Reaktion in Preußen. Die„Allg. Evangel.=luth. Kirchenztg.“ sucht dem König von Preußen und Herrn v. Bethmann Hollweg klar zu machen, daß sie, trotz des Versprechens in der Thronrede, keineswegs gezwungen seien, die Wahlreform in Angriff zu nehmen. In Wendungen, die entschieden mehr jesuitisch als lutherisch anmuten, schreibt dieses Organ: „Jedenfalls wird aber der Kanzler, so wie wir ihn kennen, sich hüten, allzu eifrig den Wechsel einzulösen, den Fürst Bulow in der Wahlrechtsfrage der Linken ausgestellt ha.:„Aber der Kaiser hat sein Wort dafur verpfändet!“ schreiven die Viatter der gegen das englische Volk beseelt seien. Die Solidarität der britischen und der deutschen Regierung in dem Kolonisationswerk bestehe bestege auch auf vielen Handelsgebieten, besonders beim wonbau. Er hoffe, die Ben zu ernern, in der deme zu einem großartigen Erfolge gelangen wurden. sch auf vielen Handelsgebieten, besonders beim BaumEr hoffe, die Zeit zu erleden in der heide zu er " d e r W a h l r e c h t s f r a g e d e r L i n k e n a u s g e s t e l l t h a t.„ A b e r d e r Kauser hax sein Wort dafur verpfändes!“ schreiben die Blätter der Linken. Je nun, die Thronrede— die ist gemeint— ist ein Regierungsakt, kein persönliches Wort; sie wird vom preußischen Staatsministerium versaßt und vom König bloß verlesen, und in per Braris ist es so gewesen daß der Menisteryräsid gatsministerium verfaßt und vom König bloß verlesen, und in der Pragis ist'es so gewesen, daß der Ministerprasideni Fürst Bülon mit dem fertigen Entwurf in der Tasche zu seinen Kollegen tem ihn nach kurzer Borgtung annehmen ließ und dann sich Rußsand. Opfer der Reaktion. Petersburg, 9. November. Die Verfolgung der Presse durch die Behörden hat zwei Opfer gefordert. Wie aus Saratow gemeldet wird, haben die Herausgeber des„Saratowski Westnik". Lopuchowski und seine Mitarbeiterin Sytschewa materieller Mißerfolge wegen. die durch die vielen über sie verhängten administrativen Strafen verTgenemmen, tlom mit dem fertigen Entwurf in der Tasche zu seinen Kollegen kum, ihn nach kürzer Veralung unnehmen neß und bann sich eine ungemein günstige Wirkung von dieser„liberalen Tat“ versprach. Die Wirkung in der Presse ließ in seinem Sinne auch nichts zu wünschen übrig, aber man darf eben die Presse nicht ursacht wurden, Gift genommen. Der Zustand Lopuchowskis ist gefahrlich, der der Frau Sytschewa hoffnungslos. Das Blatt ist jetzt in andere Hande übergegangen is zu wunschen übrig, aber man darf eben die Presse nicht für oas genaue Spiegelvild des Volkswillens halten, denn die Linke hat im Verhaltnis weit mehr große publizistische Organe, als wirkliche Resonanz in den Wählermassen. Wäre: B Die konservative Partei kann deshalb(nachdem die Talonsteuer als Besitzsteuer versagt hat), ohne ihrer früheren Stellung etwas zu vergeben, zur Erbanfallsteuer zurückkehren, und es wird ihr auch, da die Reformsteuern die 500 Millionen nicht einbringen, die großen Bedürfnisse für Heer und Marine aber erfüllt werden müssen, tatsächlich nichts anderes übrig bleiben, als zu der Erbanfallsteuer, der einzig möglichen Besitzsteuer, zurückzukehren, und es wäre das beste, wenn die Konservativen mit einem großzügigen Akt der Selbstverleugnung im Interesse des Reiches selbst die Initiative zu einer Wiederherstellung der Regierungsvorlage ergriffen, ehe das zum Schaden der konservativen Partei von anderer Seite geschieht. Kommen wird das doch; das ist die allgemeine Ueberzeugung, weil eine Besitzsteuer nötig ist und es eine andere nicht gibt. In beweglichen Worten führt das der„Reichsbote" noch länger aus, mit dem Erfolge, daß die„Deutsche Tageszeitung dazu bemerkt: „Mit diesen Ausführungen wird der„Reichsbote" vermutlich wiederum den Beifall des„Berliner Tageblatts“ finden. Von den Konservativen, die nicht geneigt sein durften, den„großzügigen Akt der Selbstverleugnung" zu vollziehen, werden sie wohl kaum ernst genommen werden. Deshalb können auch wir uns versagen, ernstlich darauf einzugehen. Und vorläufig sind wir noch der Ansicht, daß die Landbündler in der konservativen Partei recht behalten werden und nicht diejenigen, welche die Rolle des weißen Raben in der Erbschaftssteuer spielen möchten. Und wir wurden das auch mit der größten Freude begrüßen. Denn nichts könnte dem politischen Fortschritt in Preußen=Deutschland dienlicher sein, als menn die als wirtliche Resbhanz in den Wählermassen. Walk das Verhältnis keine Tauschung, so müßten wir ja im Reichstage mindestens hundert freisinnige Abgeordnete haben. Geplant ist nun in Preußen, der vorjährigen Thronrede zufolge, ein Wahlrecht, das eben wie das neue sachsische auf dem Mehrstimmensystem beruht(??!): aber ehe Pläne Wirklichkeit werden, ehe man auch nur über die„Enqueten“ hinaus ist, vergehen vielleicht Jahrzehnte— und inzwischen hat man Zeit, sich zu berubigen. Eine Wahlrechtsreform, wenn Preußen überhaupt eine bekommt, wird sicherlich nicht mehr in Bethmann Hollwegs Amtszeit fallen. Er persönlich hat eine Verbeugung vor der Linken in diesem Falle nicht nötig: und insgeheim wird— die Linke selbst ihn dafür segnen.“ Seht sie euch an. diese Männer, die das Christentum in Erbpacht genommen zu haben behaupten und es mit ihrem„christlichen" Gewissen vereinbaren können, den König zum Bruch seines Versprechens aufzufordern! Ist es da verwunderlich, wenn jetzt allmählich die Bezeichnung„christlich“ gleichbedeutend mit Schwindler und Lügner wird? So weit haben es diese„Christen“ durch die Hereinzerrung des Christeniums in den politischen Kampf und zugleich durch die Unlauterkeit ihrer Kampfmittel schon gebracht der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 10. November. Zur Stadtverordnetenwahl. Bekanntgabe der Wahlresultate erfolgt heute abend um 7½ Uhr in der Centralhalle. Was die Bürgerlichen für Anstrengungen machen, um auf ihre Liste mög ich viel Stimmen zu vereinigen, zeigt folgender Vorfall: Im ersten Wahlbezirk kam ein Wähler mit der Vollmacht eines anderen am Erscheinen verhinderten Wählers an und wollte seine Stimme für die bürgerlichen Kandidaten abgeben. Da di. Stimmabgabe für einen anderen Wähler nicht zulässig ist wurde der Mann vom Wahlvorsteher zurückgewiesen. Die Genossen sehen aber hieraus, wie notwendig es ist, daß auch der letzte Mann bei der Wahl antritt. Deutsches Der Reserveoffizier mit dem Orden. Im Kieler Werftprozeß hat sich der Erste Staatsanwalt folgenden Ausspruch geleistet: Miölner. Unsere Leser werden ihrer Mehrzahl nach nicht gewußt haben, als sie das Gedicht an der Spitze unserer heutigen Nummer lasen, was sie unter Miölner sich denken sollten. Diesen hier zur Aufklärung, daß Miölner der Name des Hammers ist, welchen die Hand des alten germanischen Donnergottes Thor führte. inr Es wenn bir ostelbischen Junker fortfahren wurden, sich dem deutschen Michel in ihrer wahren Gestalt als kleinlich egoistische und habsüchtige Gesellschafr zu zeigen welge die Unteressen des Vaterlandes ihri „Man wird nachher versuchen, die Glaubwürdigkeit des Zeugen anzuzweifeln. Ich möchte deshalb feststellen, daß er noch heute Reserveoffizier ist und erst vor kurzem den Roten Adlerorden dritter Klasse erhalten hat. Was mag sich wohl der Erste Staatsanwalt, als er dies sagte, — Holzarbeiterverband. Es fehlen noch einige Fragezettel über die statistische Aufnahme unseres Verbandes. Die Vertrauensleute werden ersucht, dieselben in der am Donnerstag stattfindenden Vertrauensmännersitzung abzuliefern. Die Funktionäre mögen gleichzeitig unsere Kollegen auf die reichhaltig ausgestaltete Gewerkschaftsbibliothek, Marktstraße 8, aufmerksam machen. ###en Gestalt als#lich egoistische und habsüchtige G schaft zu zeigen, Welche die Inleressen des Balerlandes den gen stets zu opfern bereit ist. Sie sind auch viel zu sehr daran gewöhnt, den Staat als milchenden Kuh zu betrachten, als daß sie imstande sein sollten, die Gefahr, die mit dem Zutagetreten ihrer Unersättlichkeit verbunden ist, in ihrer ganzen Größe zu erkennen. haben? Sollte er wirklich der Ansicht sein, daß ein Calwer hatte gemeint, die iberales. Wir lesen im„Berliner Tageblatt": Auch in Kreisen, die von einer Verständigung mit der Sozialdemokratie bisher nichts wissen wollten, scheint sich eine Wandlung anzubahnen. Die„Kolnische Zeitung“ behandelt in einer Berliner Korrespondenz das Thema„Norddeutsche und süddeutsche Sozialdemokratie“, indem sie an Calwers, auch von uns erwähnte Ausführungen anknüpft. El politisch= varlamentarische Gl“ bemotratie Sinne ponitioer Mitarbei Zeitung gert noch einen Schritt weiter und findet: „Auch an Stellen, wo die politische Gleichberechtigung nach sozialdemokratischer Auffassung nicht gewährt ist, sehen wir außerhalb des preußischen Staates größere Neigung der Sozialdemokratie zur Mitarbeit als in den pol'tischen preußischen Korperschaften. Der Grund hierzu wird also nicht allein in der Beschaffenheit des politischen Wahlrechts zu suchen sein, sondern er liegt wohl vielmehr in der ganzen Art und Weise, wie die Sozialdemokratie und ihre Anhänger behandelt werden. In Preußen sucht man sie auf jede Weise von jeder Parlamentärische Gleichberechtigung, die die Sozial„ in Süddeutschland genieße, habe erzieherisch, im esererr#if#rteg auf sie gewirkt. Die„Kölnische Mensch, der Reserveoffizier ist und den Adlerorden dritter Klasse hat, als Zeuge besondere Glaubwürdigkeit besitzt? Das ist ja die ungeheuerlichste Ungeheuerlichkeit, die uns bis jetzt bei deutschen Gerichtsbeamten vorgekommen ist! Ein wahres Entsetzen erfaßt uns, wenn wir bedenken, daß dieser Mann in die Lage kommen kann, zu Gericht zu sitzen über Angeklagte, welche einfache Proletarier sind. Aber andererseits werden auch manche unglaubliche Gerichtsurteile dadurch verständlich. Moderne Ketzerverfolgung. Die preußische Generalsynode, die zurzeit in Berlin tagt, begann Dienstag die Beratung eine: Gesetzes gegen etwa von Geistlichen verbreitete religiöse Irr lehren. Der Die Beratungen kamen nicht über das begründende Referat des D Hackenberg hinaus. Im§ 1 der Vorlage ist das Verlangen der Herren Synodalen zusammengefaßt; danach soll das neue Verfahren in Kraft treten, „wenn auf Grund von Tatsachen die Annahme gerechtfertig: — Gewerkschaftlicher Belehrungsabend. Ueber die gesetzichen Bestimmungen des Arbeiterschutzes spricht Kollege Severing am Freitag, 12. November, abends 8½ Uhr, im Restaurant„Stadt Bielefeld". Da auch die Programme zum„Lustigen Abend“ an diesem Abend ausgegeben werden, ist das Erscheinen aller Gewerkschaftsvorstande und Kartelldelegierten dringend erforderlich. Der Ausschuß des Gewerkschafts=Kartells. — Freie Volksbühne. Die Mitglieder, welche ihre Beiträge noch nicht bezahlt haben, können dies tun am Donnerstag mittag in der Volkswacht und am Donnerstag abend von 6 bis Uhr im Parteibureau in der Marktstraße. Die Mitglieder erscheint, daß ein Geistlicher in seiner amtlichen oder außeramtlichen Lehrtätigkeit mit dem Bekenntnis der Kirche dergestalt in Widerspruch getreten ist, daß seine fernere Wirtsamgestalt.,###erspruch getreten ist, daß seine fernere Wirksamkeit innerhat# der Landeskirche mit der fur die Lehrverkundung allein maßgebeden Oedeutung des in der Heiligen Schrift verfaßten und in den Bekenntnissen bezeugten Wortes Gottes unvereinbar ist. werden hierauf aufmerksam gemacht mit dem Bemerken, daß, wer nicht die Beiträge bezahlt, seiner Mitgliedschaft verlustig — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Der erste Abend der Schifferfeier bringt heute(Mittwoch „Wallensteins Lager“ und„Die Piccolomini, morgen(Donnerstag) folgt als Schluß der Trilogie„Wallensteins Tod“. Zu beiden Abenden suind noch Billetts an der Theaterkasse erhältlich. Der große Operetten=Erfolg„Die Förster=Christl“ erzielt dauernd ausverkaufte Häuser und erweist sich als ein Zugstück ohne g’eichen. Die siehente Aufführung erfolgt bereits am Sonnabend. Der Anfang— 7½ uyr— und das Ende— den. In Preußen sucht man sie auf jede Weise höheren Mitwirkung an staatlichen und kommunaten Arbeiten Kein einheitlicher Strafvollzug. Durch die Presse lief kürzlich die Nac sicht, daß das Reichsjustizamt mit der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes betr. die einheitliche Regelung des trafvollznes haschäftigt sei Dio Scherlprasse ist 10 uhr#m....(½ Uhr— und das Ende 10 Uhr— ermoglichen es auch den auswartigen Theaterfreunden, der ganzen Vorstellung beiwohnen zu können. Es gelten die übStadttheaters hat aus#. der Schillerauszuschließen und errichtet überhaupt eine Scheidewand zwischen ihnen und allen bürgerlichen, insbesondere auch den Regierungskreisen. In Süddeutschland ist man toleranter; süddeutsche Fürsten haben mehrfach Sozialdemokraten bei sich gesehen und sich mit ihnen unterhalten. Es wird daher wohl nicht allein an den Sozialdemokraten, sondern auch an den dortigen Beamten und am Bürgertum Süddeutschlands liegen, wenn sich dort eine minder feindjelige Stellung zwischen beiden Richtungen entwickelt hat.“ Die„Kölnische Zeitung" verweist dann noch besonders auf die Mitarbeit der Sozialdemokratie im Kollegium der Berliner Stadtverordneten, wo sich namentlich in den Kommissionen zwischen sozialistischen und bürgerlichen Kollegen ein leidliches Verhältnis herausgebildet habe. über den Strafvollzug gesammelt worden. A Regelung dieser Frage venkl das Reichejastizan bestehen Zweifel darüber, ob das Reich über#a Frage einheitlich zu regeln, weil die Kosten „Zwischen ihm und der verneinenden, oft obstruktionistisch wirkenden Haltung der Sozialdemokratie im Reichstag und dreußischen Landtag— sagt die„Kölnische“ weiter— liegt ein ugenfälliger Unterschied, der doch wohl zugunsten des Verältnisses in denjenigen Körperschaften spricht, bei denen„ostelbische“ Auffassung weniger vorherrscht. Diese Beobachtung entbehrt weder des Interesses noch der praktischen Bedeutung Die Sozialdemokratie ist eine so große Partei, daß wir unbedingt mit ihr rechnen müssen, sie wird nicht von heute auf morgen verschwinden, kein Sozialdemokrat wird sich unmittelbar zum konservativen oder liberalen Vertreter umwandeln; deshalb fragt es sich, ob man in Preußen nicht dadurch zu einer Besserung gelangen könnte, daß man an Stelle der oftelbischen Behandlung eine solche setzt, die sich mehr dem süddeutschen Verfahren nähert. Es braucht sich dabei um keinen Systemwechsel zu handeln, sondern nur um eine leichtere, weniger exnusive Behandlung der Personen und Dinge. Wenn es wahr ist, daß die Verhältnisse, wie sie sich in Süddeutschland gestaltet haben, denen in Preußen vorzuziehen sind so lst d Wunsch auch be Süddeutschlau# Das wäre in der Ta daß die Verhältnisse, wie sie sich in Süddeutschland „ e„„Aaglehen siny, so ist der rrechtigt, daß man in Preußen ahnliches wie in and zu erzielen suchen sollte. die #Lste biern Vorteile gebracht. Sie haben daher das glogie Interesse daran, daß die Scheidewand zwischen Bürgerzum und Regierungskreisen einerseits und der Sozialdemokratie andererseits nicht falle. Die bisherige Leitung der nationalliberalen Partei hat sich bedingungslos in den Dienst dieser Auffassung gestellt. Soll das jetzt anders werden? Dann hätte der Herrschaft Ostelbiens das Sterbeglöcklein geläutet. Strafbonzuges beschäftigl sei. Die Schellpresse ist nun zu der Erklärung ermächtigt, daß man dem Reichshustizamte wieder einmal zu viel zugetraut hat. Es ist dort nämlich nur Materia! üret ven Guug: gam#.., un eine einheitliche * R e i c h s m s t i z a m t n i c h t. A n g e b l i c h „#upt befugt ist, diese age einheitlich zu regeln, weil die Kosten von den einzelnen Bundesstaaten getragen werden müssen. Tazu komme, daß nicht einmal im führenden Staate Preußen der Strafvollzug bisher einheitlich geregelt ist, sondern vom Justizministerium und vom Ministerium des Innern nach verschiedenen, teilweise erheblich voneinander abweichenden Grundsätzen gehandhabt wird.— Der langen Rede kurzer Sinn ist der: Preußen will nicht. Und um das etwas zu verschleiern, stellt man die Kompetenz des Reiches in Zweifel. Von den sächsischen Landtagswahlen. Genosse Linke, der bekanntlich im 6. landlichen Wahlkreise mit 6 Stimmen Majorität gewählt worden ist, ist nunmehr als endgiltig gewählt zu betrachten, da die amtliche Auszählung 9 Stimmen Majorität ergeben hat. In einigen Wahlkreisen sind Wahlproteste eingelaufen, so im 14. ländlichen, in dem Genosse Schmidt gegen den Konservativen Starke gewählt wurde; ferner im 3. städtischen Kreise von seiten der Liberalen; hier ist der Konservative Knobloch gewählt. Eine Verfassung für Mecklenburg. Rostock, 9. Nov. Dem zum 19. November nach Sternberg einberufenem mecklenburgischen Landtag wird ein Verfassungsentwurf vorgelegt werden, wonach sich der zukünftige Landtag aus 100 gewählten und 6 von dem Großherzog ernannten Abgeordneten zusammensetzen Blödsinn deutscher Chauvinisten. In einem Artikel des„Tag“ hatte der Legationsrat a. D. vom Rath behauptet, daß England zur Zeit des Doggerbankfalles während des russisch=japanischen Krieges sechs Unterseeboote in der Nähe von Helgoland stationiert hatte, um jedes auslaufende deutsche Kriegsschiff in die Luft zu sprengen. Die„Kölnische Zeitung schreibt demgegenüber, daß in deutschen, amtlichen Kreisen, sowohl im Auswärtigen wie im Reichsmarine=Amte, von einem solchen Vorgange nicht nur nichts bekannt sei, sondern man sei auch weit entfernt, an diese Möglichkeit zu glauben. Wenn man schon den Engländern eine solche hinterlistige Piratenpolitik zutrauen wollte, so sei es doch ganz unwayrscheinlich, daß sechs Unterseeboote sich tagelang in der Gegend von Helgoland, die von deutschen Schiffen und Fischereifahrzeugen fortwährend befahren wird, hätten aufhalten können, ohne daß davon etwas bemerkt worden wäre. Auch hätten die englischen Unterseeboote damals noch nicht einen solchen Grad der Vollendung erreicht, daß sie zu diesem Zwecke hätten verwendet werden können. lichen Overettenpreise. . Die Direktion des Stadttheaters hat aus Anlaß feier einen Kranz am Schillerdenkmal niedergelegt. — Polizeibericht. Viehmarkt. Der gestrige Viehmarkt war mit 25 Pferden, 61 Rindern und 1695 Schweinen betrieben. Es wurden gezahlt: Für Pferde 300—600 Mk., für Rinder 200 bis 450 Mk. für Schweine(6##8 Wochen alt). 18—24 Ml., für Schweine Stangen) 28—48 Dek., für Schweine(Zuchttiere) 58 bis 100 Mk. Der Handel war flott. Gesperrt ist wegen Geleisverlegung für Fuhrwerk die Bahnhofstraße vom Bahnhof bis zur Feilenstraße vom 11. bis 3. November d. J. " Der Trichinenbeschauer Kornowski wohnt nicht Heeper= sondern Herforderstraße 92. Festgenommen wurde 1 Person wegen Straßenraubes, 1 Person wegen strafbarer Obdachlosigkeit und 1 Frauensperson vegen Gewerbsunzucht; 12 obdachlose Wanderer erhielten im Polizeigefängnis Unterkunft. Fahrraddiebstahl. Am 9. d. M., abends gegen 6## Uhr, wurde vor dem Hauptpostamt hier ein Fahrrad entwendet. Es hatte fast neuen braunen Ledersattel und neue Petroleumlaterne. Vor Ankauf wird gewarnt. Beschlagnahmt wurden in Stuttgart bei Verhaftung eines Kellners folgende Gegenstände: 1 silberne Damenuh., Fabriknummer 284 959; 1 silberne Damenuhr, Fabriknummer 23821; 1 silberne Damenuhr, Fabriknummer 86914; 1 weißmetallene Herren=Remontoiruhr; 1 Doublé=Damen=Halzuhrkette; 1 gelbmetallene Halskette mit herzförmigem Anhänger; 1 Pretension zum Oeffnen mit blauen Steinen; 1 Edelweiß in Silber unter Glas gefaßt; 1 silb. sogen. Ulmer Spatz; 2 Nickelketten. Um Mitteilung suc vienlicher Anhaltspunkte an hiesige Kriminallo gebeten Abteilung wird Aerien! — Gewerbegericht(Land). Vergleichsverhandlung vom 9. Oktober. Der Arbeiter L. klagt gegen den Unternehmer ulze auf Zahlung rückstöndigen Lohnes im Betrage von „95 Mi. Gegen den Beklagten wird Versäumnisurteil erlassen. * Soweit das„Berliner Tageblatt“, welches in letzter Zeit brav für die Aufrüttelung des deutschen Philisters eingetreten ist. interessant ist zu bemerken wie wit der machsenden Macht Und intereham I., za Lemerten, wie uil der wachsenden Macht der Sozialdemokratie diese Leuten bündnisfähig erscheint, welche früher gar nicht daran gedacht haben. Wir vegrüßen dies in dem Sinne der Ausführungen, welche schon im kommunistischen Maniet geracht wornen fad 25 Cr. 3, ersiek Bel dal. n „„machlsworden Iind und die uis erstes Hiet, das erreicht werden muß. die Niederkämpfung der ostelbischen Junker bezeichnen. Wollen die Liberalen daran teilnehmen, sollen sie uns willkommen sein. Engkand. Zur Entente mit Deutschland. Liverpool, 9. November. Die hiesige Handelskammer gab zu Ehren des Staatssekretärs Dernburg ein Festmahl, bei dem der Vorsitzende Sir Alfred Jones die Hoffnung aussprach, daß der vorhandenen Mißstimmung ein Ende bereitet werde, sowohl in Großbritannien wie in Deutschland. Der Gedanke, daß Deutschland und Großbritannien in einen Krieg geraten könnten, sei vollkommen lächerlich. Staatssekretär Dernburg erwiderte, er sei froh, die Versicherung geben zu können, daß die Deutschen von den besten Gefühlen Der Ziegler D. und vier Genossen klagen gegen den Ziegelmeister Sonntag in Hoberge auf Zahlung des Restlohnes in Höhe von 37,65, 47,40, 48.45, 51,25 und 80 Mk. Die Kläger erkennen an, daß von diesen Summen noch kleinere Posten für Mittagessen usw. abgehen. Der Beklagte will aber auch außerdem je 12 Mk. für Kontraktbruch in Abzug bringen. Die Klager halten das jedoch nicht für zulässig, weil sie wegen unpünktlicher Lohnzahlung ein Recht zur Arbeitsniederlegung gehabt hätten Die Parteien vergleichen sich, da der letzte Kläger seine Forderung abgetreten hat, wird diese Sache ausgeschieden. Die übriger erhalten 17,11, 35,00, 36,00 und 44 Mk. "— Kaufmannsgericht. Spruchsitzung vom 9. Novemver. Der Reisende v. d. L. verlangt von dem Kaufmann Knor! rückständige Provision in Höhe von 40 bis 50 Mk. Die genaue Summe sollte der Beklagte nach Einsicht seiner Bücher feststellen. Die Parteien einigen sich dann dahin, daß die Forderung 35 Mt. beträgt. Hiervon erkennt der Beklagte 17,50 Mk. an, von dem Rest behauptet er, daß er durch den Bruder des Klägers an diesen gezahlt sei Da das bestritten wird, soll Beweis erhober werden.— Der Reisende L. klagt gegen die Portokontrol! Selhari Juß deren Inhaber die Herren Angerstein Jaro am# auf Zahlung einer Entschadigung in Höhe von 1000 Mi. Der Kläger behauptet, daß er von den Beklagten als kommen. It nommen wor günstig er gi von 100 Mk. gegen den He Zahlung eine teien einigen Widerrufsrec Tarift Tabakarbe Zigorren: H Holzhaus Sitter; 5 fabrik, Inh. Ellexmann, Schtöder, La schein, Glal u3 Metzle Blanke, 4 Arbeiter, die Lol akarbeiter es wert, daß Fabrikate un und Rintelne Firmen. Vor keine Mitteili Arbeiter! Zigarren, vor Firmen sind, Konsumver seren vont Versande bez taristreuer F * Sieker, z. Abteilung 8 Uhr bis na# der 2. Abteilu 11½ Uhr bis demokratie sir W. Budde, fü * Heepen, wir über M Nachdem nun anscheinend de bemüßigt zur die Berichtigt welche in Nr. Herr Tappe Serichtigung lassen mit der Beleidigung r Preßgesetze „Volkswacht“ die gegenteiliwollen gern Punkte geirr und dann geö ##ohof, in aller Blom doch hegten di ler Bl. liegen man wollte welcher den Schließlich b leiste des Sar des Herrn T Mütterlein. welchem dieses wandte sich H woll hen und Büchern nach wollte man n Gruft und le hatte ein Kreu Darinliegende kannt. Herr doch der richt es doch gewese verklagt. Nuseitig auszuspi raten, da dan werden, wovo * Schilde Wahlen der finden am D Meyer zu Di wählt von vo teilung wählt Die beiden le liche Wähler Gemeindeein Legitimations geführt. Da beim Gemein tragung bis falls man de Verein sind für die 2 Schäffer; für die 3. Starr. Parteigen Maisenbeteili * Quelle, Gemeinde die dritte Ab aus, für den Gärtner bei Stimme habe Wie sehr si kommen, zeig Wahl zu den er ihnen vers lassen, und w halten. Die§ Herr Schwar hat er aber bider billige A anschläge nied Am Wahl Schwarze scho ersucht, die Le Zimmermeiste macht geben, u der Wahl ste hatte, die Vol noch nachher * Oerling Die große M sind hier in Die Lohnverh schlechtert wo Arbeitszeit bringen. 190 rungen infolg brodelei hat al lt seien. Die Solidarität der erung in dem Kolonisationswerk jebieten, besonders beim Baumerleben, in der beide zu einem ürden. sand. rsburg, 9. November. Die Behörden hat zwei Opfer geneldet wird, haben die HerausLopuchowski und seine Mitr Mißerfolge wegen. die durch administrativen Strafen verDer Zustand Lopuchowskis ist ewa hoffnungslos. Da gangen Das Blatt nid Nachbarschaft. zielefeld, 10. November. ordnetenwahl. Wahlresultate erfolgt ir in der Centralhalle. trengungen machen, um auf ihre vereinigen, zeigt folgender Vorein Wähler mit der Vollmacht verhinderten Wählers an und rgerlichen Kandidaten abgeben. anderen Wähler nicht zulässig lvorsteher zurückgewiesen. Die notwendig es ist, daß auch der rden ihrer Mehrzahl nach nicht an der Spitze unserer heutigen Miölner sich denken sollten. Miölner der Name des Hamten germanischen Donnergottes fehlen noch einige Fragezettel nseres Verbandes. Die Verselben in der am Donnerstag sitzung abzuliefern. Die Funke Kollegen auf die reichhaltig hek, Marktstraße 8, aufmerkngsabend. Ueber die gesetz Arbeiterschutzes spricht I. November, abends 8½ Uhr, „Lustigen Abend“ an diesem das Erscheinen aller Gewerkerten dringend erforderlich. des Gewerkschafts=Kartells. itglieder, welche ihre Beiträge nen dies tun am Donnerstag Donnerstag abend von 6 bis Marktstraße. Die Mitglieder icht mit dem Bemerken, daß, seiner Mitgliedschaft verlustig terbureau wird uns geschrieben: er bringt heute(Mittwoch iccolomini, morgen(Donners„Wallensteins Tod“. Zu beian der Theaterkasse erhältlich. „Die Förster=Christl“ erzielt erweist sich als ein Zugstück fführung erfolgt bereits am 5 Uhr— und das Ende— auswärtigen Theaterfreunden, zu können. Es gelten die üb's hat aus Anlaß der Schillermal niedergelegt. ekt. Der gestrige Viehmarkt und 1695 Schweinen betrieben. 300—600 Mk., für Rinder 200 Wochen alt). 18—24 Ml.. für für Schweine(Zuchttiere) 58 lott. sverlegung für Fuhrwerk die zur Feilenstraße vom 11. bis er Kornowski wohnt nicht Person wegen Straßenraubes, losigkeit und 1 Frauensperson hlose Wanderer erhielten im 9. d. M., abends gegen 6¾## t hier ein Fahrrad entwendet. ersattel und neue Petroleumit. n Stuttgart bei Verhaftung nde: 1 silberne Damenuh#, e Damenuhr, Fabriknummer briknummer 86914; 1 weißDoublé=Damen=Halzuhrkette; irmigem Anhänger: 1 Preteneinen; 1 Edelweiß in Silber Ulmer Spatz; 2 Nickelketten. ltspunkte an hiesige Kriminal= ergleichsverhandlung klagt gegen den Unternehmer gen Lohnes im Betrage von rd Versäumnisurteil erlassen. ssen klagen gegen den Ziegelif Zahlung des Restlohnes in und 80 Mk. Die Kläger erien noch kleinere Posten für eklagte will aber auch außern Abzug bringen. Die Kläger weil sie wegen unpünktlicher tsniederlegung gehabt hätten der letzte Kläger seine Fordeche ausgeschieden. Die übriger chsitzung vom 9. Novemvon dem Kaufmann Knor! 40 bis 50 Mk. Die genau nsicht seiner Bücher feststellen. in, daß die Forderung 35 Mk. lagte 17,50 Mk. an, von dem den Bruder des Klägers an en wird, soll Beweis erhober gen die Portokontroll= r die Herren Angerstein# Entschadigung in Höhe von aß er von den Beklagten als st eingestellt worden sei. Die es seien wohl Verhandlungen ben nicht zum Abschluß## Tariftreue Firmen in der Tabakindustrie im 5. Gau sind: „, Tabakarheitergenossenschaft Burgsteinfurt, Tabak und gorren; H. Schmitz, Soest; Karl Kleine, Pyrmontolzhausen; H. Posteher, Bielefeld; H. Blome, ker; Horstkötter. Heepen; Gadderbaumer Zigarrenfabrik, Inh. Kuhlmann, früher Faust, Gadderbaum; Gebr. Ellexmann, Bielefeld; H. Wolkenstein, Rheda; Fritz Schtöder, Lage; Schlüter u. Heldt, Rehme; Gebr. Sonnenschein, Gladbeck=Spenge; H. Bösmann, Osnabrück; Franz Metzler, Osnabrück; A. Blanke, Schledehausen; H. Blanke, Osnabrück; A. Tiesing, Bramsche. Arbeiter, Genossen! Vorstehende Firmen haben durch Vertrag die Lohn= und Arbeitsbedingungen mit dem Deutschen Tabakarbeiterverbande tariflich geregelt. Solche Firmen sind es wert, daß sie von den Arbeitern durch Konsumierung ihrer Fabrikate unterstützt werden. Der Bielefelder, Oerlinghauser und Rintelner Konsumverein führen nur Zigarren tariftreuer Firmen. Von den anderen Konsumvereinen ist uns bis jetzt noch keine Mitteilung zugegangen. Arbeiter! Konsumiert nur Waren dieser Firmen, weist alle Zigarren, von denen ihr nicht wißt, ob dieselben von obigen Firmen sind, zurück. Konsumvereine, Wirte, Kaufleute und Händler, welche ZiVersande bezichen P(4sate vom taristreuer Firmen geführt:: vinweis:„Hier werden Zigarren „„.Sieker, 9. Nov. Gemeinderattswahl. Die Wahl der eilung findet am Freitag, 12. November, von morgens Ag# bis nachmittags 2 Uhr in der Schule III statt; die Wahl .„Abteilung am Sonnabend, 13. November, von vormittags tm Uhl bis nachmittags 2 Uhr. Die Kandidaten der Sozialdemokratie sind: für die 3. Abteilung die Genossen W. Klei und W. Budde, für die 2. Abteilung: A. Fischer. ##. Heevenz 9. Nov. In Nr. 242 der„Volkswacht“ berichteten über Mitztande auf dem Friedhof in Heepen. Nachdem nun Wochen vergangen sind und das Landracsamt sich anscheinend der Sache angenommen hat, sieht man sich in Heepen bemäßigt zur Berichtigung. Herr Totengräber Tappe verlangte die Berichtigung unter Berufung auf§ 11 des Preßgesetzes. welche in Nr. 260 der Volkswacht“ vom 6. d. M. erschienen ist. Berichtfianng Freitag auch im„General=Anzeiger“ die unter„Stimmen aus dem Leserkreise" bringen lassen mit der Schlußbemerkung, daß er die„Volkswacht“ wegen Beleidigung verklagt habe. Die Berufung auf den§ 11 des uberflüssig, weiß doch jedermann, daß die ohne diese jederzeit so anständig gewesen ist, auch die gegenteiligen Meinungen zu Worte kommen zu lassen. Wir zugeben, daß sich unser Berichterstatter in einem Punkte geirrt hat, und zwar ist der falsche Sarg nicht gehoben und dann geöffnet, sondern sofort geöffnet worden. Wir wollen Lier, einen Augen- und Ohrenzeugen reden lassen: Als wir den Mäller gig, veeven betraten, war der Sarg, in welchem der ## viome aus Sieker liegen sollte, bereits bloßgelegt. Je„„ Gheoten die Beteiligten Zweisel, daß in dem Sarge der Müllegen könne. Man beriet alles mögliche und unmögliche, man wrute einem Sarghändler oder Tischler telephonieren, Echseßlich bemerite ion wiederkennen solle der Beteiligten, daß die Verschlußleiste des Sargdeckels los war. Jetzt wurde dieser in Gegenwart Mütterlein. Die trskzspfe und man sah eben das bejagte ## e e t r i n., D i e G r a b e i n f a s s u n g u n d a u c h d e r S t e i n, u n t e r welchem dieses lag, waren aber die des Müllers Blome. Hierauf Herr Tappe jun. an seinen Vater und sagte:„Gong und kiek tau(Herr Tappe sen. sollte zu Hause in den Blichern nachsehen) und Tappe sen. ging. Doch währenddem wonze man nicht müßig dastehen. Ein Beteiligter stieg in die Gruft und legte den Nebensarg vollends bloß(auf dem Grabe hatte ein Kreuz gestanden). Dieser wurde dann geöffnet und der Tarinliegende von den Verwandten, von Gattin und Vater erkannt. Herr Tappe kam dann wieder und freute sich, daß nun doch der richtige gefunden war. Nicht wahr, Herr Tappe, so ist es doch gewesen? Herr Tappe hat uns laut„General=Anzeiger“ verklagt. Nun gut, so werden wir Gelegenheit haben, uns gegenseitig auszusprechen. Doch das können wir ihm schon jetzt verraten, da; dann vor Gericht auch noch Fälle zur Sprache gebracht werden, wovon man in Heepen sich nicht träumen läßt. * Schildesche, 9. Nov. Gemeinderatswahl. Die Wahlen der Gemeindeverordneten der Gemeinde Schildesche finden am Donnerstag, 18. dieses Monats, im Lokale der Witwe Meyer zu Drewer, Bielefelderstraße 39, statt. Die 3. Abteilung wählt von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 2 Uhr; die 2. Abteilung wählt um 2½ Uhr und die 1. Abteilung um 3½ Uhr. Die beiden letzteren sind Terminwahlen und müssen somit sämtliche Wähler pünktlich zur Stelle sein. Die stimmberechtigten Gemeindeeinzesessenen der 3. Abteilung, die bis jetzt noch keinen Legitimationsschein erhalten haben sind nicht der K““ gefuhrt. gscheglerhalten haben, uing nicht in der ListegaufDa die Wahlerliste nur noch bis Sonnabend, 10 Nov., merndevorsteher zur Einsicht offen liegt muß“" N # Gam## Lahlerliste nur noch his Sonnabend, 13 Xov deim Gemerndevorsteher zur Einsicht ossen negt, muß die Nachtragung bis zu dem Tage unbedingt beantragt werden, andern falls man des Wahlrechtes verlustig geht. Vom sozialdemokr. Verein sind folgende Genossen als Kandidaten aufgestellt: für die 2. Abteilung: Herm. Oberschelp und Herm. Schäffer; fur die 3. Abteilung: Heinrich Vogelsang und Karl Starr. Parteigenossen, wahret euer Wahrecht, Sorgt für ein Massenbeteiligung. * Quelle, 9. Nov. Noch ein Beitrag zur hiesigen Gemeinderatswahl. Die Glashütte Teutoburg gab für die dritte Abteilung durch den Betriebsleiter Thon die Paroli aus, für den Bürgerlichen Lütgert zu stimmen— Lütgert ist Gärtner bei Gößling— mit den Worten, Lütgert will eur Stimme haben. Wie sehr sich Herr Schwarze bemühte, in den Gemeinderat zu kommen, zeigt folgendes: Herr Schwarze ist tagelang vor der Wahl zu den Handwerkern gelaufen, hat für sich agitiert, indem er ihnen versprach, in nächster Zeit mehrere Häuser bauen zu lassen, und wenn sie für ihn stimmten, würden sie die Arbeit erhalten. Die Handwerker waren jedoch schlauer, einmal hatte dies Herr Schwarze schon versprochen. Seine sämtlichen Bauten hat er aber bisher einem Unternehmer in Steinhagen übertragen, der biltige Arbeitskräfte hatte und deshalb auch seine Kostenanschläge niedriger stellen konnte. Am Wahltage, des Morgens um 9½ Uhr, war Herr warze schon auf dem Kupferhammer und hat den Werkmeister ersucht, die Leute zu veranlassen, für ihn zu stimmen. Von dem Zimmermeister Dopheide, der krank war, ließ er sich eine Vollmacht geben, um dessen Stimme für sich abgeben zu können. Bei der Wahl stellte sich heraus, daß er in seinem Eifer vergessen hatte, die Vollmacht mit einem Stempel zu versehen. Er wird noch nachher berappen müssen. * Oerlinghausen, 9. Nov. Von der Hausindustrie. Die große Masse der Frauen und Mädchen am hiesigen Platze sind hier in der Hausindustrie für Bielefelder Firmen tätig. Die Lohnverhältnisse sind teilweise im letzten Jahre noch verschlechtert worden, so daß die Näherinnen bei 10—15stündiger Arbeitszeit es durchweg nur zu kläg'ichen Wochenlöhnen bringen. 1905 konnten die Näherinnen wesentliche Verbesserungen infolge ihrer guten Organisation erzielen. Durch Eigenbrödelei hat aber eine Anzahl der Frauen der Organisation den Rücken gerehrt, so daß sie es selbst verschulder haben, daß gegenwärtig die willkürlichsten Verhältnisse vorhanden sind. In den nächsten Tagen soll nun erneut durch eine rege Hausagitation versucht werden, die Näherinnen für die Organisation zu gewinnen, um zu gegebener Zeit auch in der Bielefelder Wäscheindustrie mit Erfolg eine Besserung durch Tarifverträge herbeizuführen. „„ Freitag, 12. November, abends 8½ Uhr, findet für sämtliche Naherinnen eine wichtige Besprechung im Lokale des Herrn Löer statt. Gewerkschafts= und Parteigenossen werden dringend ersucht, ihre Angehörigen zu veranlassen, obige BeLsprechung zu besuchen. * Todtenhausen, 9. Nov. Gemeindewahlsieg. Bei der gestrigen Gemeinderatswahl siegte der Genosse Ch. Reimler mit 35 Stimmen gegen 20 der Gegner. Wären die Gegner auf dem Posten gewesen, wie bei der vorigen Wahl, dann hätten wir keinen Erfolg gehabt. Es gaben hier 56 Wähler ihre Stimme ab von 169 in der 3. Abteilung. Mit dem Resultat können wir uns keineswegs zufrieden geben. In Kutenhausen, wo 50 Prozent aller Wähler an der Wahl teilnahmen, unterlag unser Kandidat G. Gieseking mit 16 gegen 19 Stimmen der Gegner. Dort hatten die Gegner während der Wahl zwei Radfahrer unterwegs, die Schlepperdienste verrichteten; die Lehrer, Postboten und alles wurde herbeigeschleppt. Und trotzdem: wäre die Schlafmützigkeit der organisierten Arbeiter nicht so groß, es wäre den Gegnern überhaupt unmöglich gewesen, in Todtenhausen und Kutenhausen auch nur einen Kandidaten in der 3. Abteilung durchzubekommen. In Stemmer, wo wir zum ersten Male selbständig mit einem Kandidaten vorgingen, unterlag derselbe. Er erhielt 12 Stimmen. Bezeichnend ist, daß die organisierten Arbeiter aus dem eigentlichen Dorf Stemmer sich überhaupt nicht an der Wahl beteiligten. In Todtenhausen und Kutenhausen haben mehrere Genossen Protest gegen die Wählerliste erhoben. weil sie nicht nachgetragen wurden. Die Behörde, der Amtmann, erklärte dem Schreiber dieses, die Neuerung von 666—900 Mk. käme nur für die Gemeinden in Betracht, die keine Gemeindesteuer erheben, also für uns wäre die Sache hinfällig; darauf aufmerksam gemacht, daß in dem Gesetz eine derartige Klausel nicht enthalten wäre, sagte er, daß es auf die juristische Auslegung ankäme. Im Verwaltungsstreitverfahren wird die Sache zum Austrag kom##en. * Bückeburg, 9. Noo. Falsche Auskünfte. Die hiesigen Geschäftsleute befinden sich seit einiger Zeit in großer Aufregung, weil ein hier ansässiger Auskunftsagent über die Vermogens= bezw. Geschäftslage mehrerer Kaufleute auswärtigen Firmen unrichtige Auskunft erteilt hat. In einer gestern abend abgehaltenen Versammlung wurde das Gebaren des Auskunftsagenten scharf kritisiert und eine Resolution angenommen, in welcher u. a. beschlossen wurde, allen größeren Auskunfteien von den Vorkommnissen Mitteilung zu machen. * S t a d t h a g e n, 9. N o v. T y p h u s. Z u r z e i t l i e g e n i m h i e sigen Landeskrankenhause 11 Typhuskranke. Erfreulicherweise handelt es sich nur um mittelschwere Fälle. Ein Teil der Kranken befindet sich bereits wieder auf dem Wege der Besserung; ein Todesfall ist noch nicht vorgekommen. Seitens des Bergamtes sind Vorkehrungen getroffen worden, daß man hoffen kann, daß eine Verbreitung der Epidemie verhütet wird. * Nienstädt, 9. Nov. Typhusepidemie unter den Bergarbeitern. Hier erkrankte vor drei Wochen ein Bergarbeiter an Typhus. Seitdem sind über 20 Typhusfälle gemeldet worden. Die Erkrankten sind alle Arbeiter auf dem Georgschacht. Die Ursache dieser Typhuskrankheit soll in dem Trinkwasser auf dem Georgschacht unter und über Tage liegen; das Trinken desselben ist verboten worden. Am Freitag, 5. d. M., wurde an Ort und Stelle eine Untersuchung des Wassers von verschiedenen Aerzten vorgenommen. Etwas Genaues konnte aber noch nicht festgestellt werden. Die am schwersten Erkrankten sind ins Krankenhaus Stadthagen gebracht worden, welches jedoch von Ueberfüllung bedroht wird. Bedauerlich ist es, daß erst dann Vorkehrungen zur Gesundheitsförderung getroffen werden, wenn die Arbeiterschaft soich chwere Opfer gebracht hat, denn es ist schon mehrfach Klage und Beschwerde geführt worden über das zu klein angelegte Wasch kauengebäude, welches viel zu wünschen übrig läßt in bezug au die Verhütung der Uebertragung von Krankheitsstoffen. Denn von 600—700 Arbeitern hängen darin die Kleidungsstücke, wie ein Klumpen alter Makulatur mit einander verbunden. Auch über Reinhalrung der Abortkübel ist schon vielfach geklagt worden. Wenn es auch einmal den Anschein hatte, als wenn eine Aenderung eintreten sollte, mußte man doch nach kurzer Zei dieselbe Vernachlässigung wieder wahrnehmen. Unter welcher Umständen sind solche mangelhaften Verhütungen ansteckender Krankheiten noch möglich? Die Antwort lautet: Weil der größte Teil der Arbeiterschaft noch nicht den genügenden Mut und das Verständnis besitzt, für ihre Interessen einzutreten und zu kämpfeh. Die Behörde und die Bergverwaltung sind sich der kulturellen Rückständigkeit des größten Teils der hiesigen Bergarbeiterschaft bewußt. Der Anschlag auf den Schächten, welcher den Arbeitern die Anweisung gibt, vor dem Essen sich die Hände zu waschen, ist sinnlos, weil für Waschwasser nicht gesorgt wird, also bleibt nur das Waschen zu Hause. Das ist ein Beweis dafür, daß sich die Arbeiter jeden Zollbreit Verbesserung erst erzwingen müssen. Möchten die Arbeiter doch hieraus lernen und die Konsequenzen ziehen, das heißt, mitkämpfen in der Organiation um Befreiung aus der Lohnknechtschaft und Unterdrückung für bessere Behandlung, Lohn= und Arbeitsbedingungen. * Dortmund, 9. Nov. Der verantwortliche Redakteur der hiesigen Arbeiterzeitung, Adolf Nottebohm, ist heute nachmittag wegen Verbrechens gegen die§§ 176 Abs. 3 und 177 verhaftet worden. Als vor einiger Zeit die Gerüchte über die der Verhaftung zu Grunde liegenden Vorgänge in die Oeffentlichkeit drangen, wurde Nottebohm von der hiesigen Parteileitung aufgefordert, alle seine Parteifunktionen bis zur Klärung der Sachlage niederzulegen. Dazu wird uns auf persönliche Erkundigung mitgeteilt, daß Nottevoym nicht verhaftet worden ist, sondern eine einmonatige Gefängnisstrafe wegen Preßvergehens angetreten hat. Industrie, Handel und Verkehr. Verdrängung der reinen Werke. Die Erzeugung von Feinblechen gehorte bislang noch zu den alleinigen Betriebszweigen der reinen Feinblech=Walzwerie. Nur das Eisen= und Stahlwerk Hösch in Dortmund, sowie das Hörder Walzwerk der A.=G. Phönix erzeugten bisher schon Feinbleche. Demnächst werden aber auch andere große Hüttenwerke Walzen-Straßen für die Erzeugung sowohl von Grob= wie von Feinblechen anlegen. Als einziger Gegenstand der Erzeugung dürften für die reinen Blechwalzwerke nur noch dünnere Feinbleche in Frage kommen. Die großen gemischten Werke werden sich aber auch noch dieses Erzeugungszweiges allmählich bemächtigen und dadurch die„reinen“ Walzwerké zur vollständigen Einstellung des Betriebes nötigen. In der letzten Haupt=Versammlung des Baroper Walzwerkes empfahl ein Aktionär, jede sich darbietende Gelegenheit zur Angliederung an ein gemischtes Walzwerk zu ergreisen, da er darin die einzige Möglichkeit erblicke, das Werk aus seiner ungünstigen Lage zu befreien. Elektrizität in der Landwirtschaft. Nach einem Bericht in dem Organ des Reichsverbandes der Deutschen Landwirtschaftlichen Genossenschaften machte in der Provinz Hannover die Einführung der Elektrizität im landwirtschaftlichen Kleinbetrieb ganz ungeahnte Fortschritte. Seit dem 1. Januar d. J. wurden dort 93 Elektrizitätsgenossenschaften gegründet, welche fast sämtlich sogen. Leitungsgenossenschaften sind, die ihre Leitungsanlage selbst beschaffen und dann mit einem fremden Elektrizitätswerk Stromlieferungsverträge abschließen. Die Bildung der Elektrizitätsgenossenschaften geschieht dadurch, daß das Kapital, welches für die Ortsanlage und den Anteil an der Hochspannungsleistung erforderlich ist, bei der Kreissparkasse auf Grund der unbeschränkten Haftpflicht entliehen wird. In den Kreisen Hildesheim und Marienburg schließen sich in jedem Orte die Interessenten zu einer Leitungsgenossenschaft zusammen. Diese beschaffen sich das Ortsleitungsnetz und übernehmen einen Anteil an der gemeinschaftlich herzustellenden Hochspannungsleistung. Diese Hochspannungsanlage wird von einer alle Leitungsgenossenschaften umfassenden Elektrizitätszentrale erbaut, welche auch den für alle angeschlossenen Leitungsgenossenschaften bindenden Stromlieferungsvertrag mit einem Elektrizitätswerk abschließt. Gerichtliches. System Mieltschin. Aus Darmstadt wird dem„Berliner Tageblatt“ geschrieben: Ueber die Erziehungsanstalt Gräfenhausen wurden in letzter Zeit im Hessenlande peinliche Gerüchte verbreitet. Diese Gerüchte beschäftigten sogar Sitzungen der Darmstädter Stadtverordneten=Versammlung. Schließlich war die Anstaltsleitung gezwungen, wegen Beleidigung Klage beim Schöffengericht in Tarmstadt zu erheben. Was dort bei der Zeugenvernehmung zutage gefördert wurde, war jedoch keineswegs dazu angetan, die Anstaltsleitung zu entlasten, sondern sie bestätigte zum Teil die über die Anstalt verbbreiteten Gerüchte. In der Verhandlung hatte sich der Fabrikarbeiter Adam Gilbert wegen Nötigung und Beleidigung zu verantworten. Der vierzehnjährige Sohn Gilberts war in der Zwangserziehungsanstalt Ohlystift bei Gräfenhausen untergebracht. Dem Vater war zu Ohren gekommen, daß sein Sohn dort schwer körperlich mißhandelt würde. Er versuchte deshalb am 22. August mit einem Unbekannten, seinen Sohn in die Schweiz zu entführen. Dabei soll er den Aufseher mit einem Revolver bedroht und durch Schimpfworte beleidigt haben. Gilbert wurde zu 15 Mark verurteilt. Mildernd wurde dem Angeklagten seine damalige Erregung angerechnet. Der Vorsteher der Anstalt mußte unter Eid zugeben, daß im Winter ein Junge halbnackt von den Aufsehern mit einem Strick um den Leib in eine Dunggrube getaucht worden war. Der Zögling sollte einen Waschlappen und eine Zahnbürste, die er vorher dort hineingeworfen hatte, wieder herausholen. Ferner ist es öfters vorgekommen, daß sechzehnjährige Jungens im Stall auf Stroh schlafen mußten, um die Aufseher aus ihren Betten zu holen, wenn die Kühe kalbten. Mehrere Abgeordnete bereiten eine Interpellation im Landtage über den Fall vor Prozeß Steinheil. Paris, 9. Nov. Der erste aufgerufene Zeuge ist der Juwelier Souloy, der die Schmucksachen der Frau Steinheil zur Aenderung erhielt. Auf Wunsch des Präsidenten tritt er zu den Geschworenen, um ihnen an den verteilten Abbildungen seine Demonstrationen zu machen. Frau Steinheil sucht nachzuweisen, daß der Juwelier sich in den Schmucksachen irrt. Namentlich ein echter und falscher Türkisenring spielt eine Rolle. Als der Juwelier sagt, daß einmal ihre Tochter seinen Kommis empfangen habe, antwortet sie:„Weil wir glaubten, es wäre ein Erpresser oder ein Journalist. Eine lebhafte Diskussion zwischen dem Präsidenten, dem Verteidiger, dem Zeugen und der Angeklagten schließt die erste Stunde. Der Kommis des Herrn Souloy, Eschart, wird aufgerufen. Es ist derselbe, von dem Frau Steinheil im Kabinett des Untersuchungsrichters agte:„Ach, diese Augen! Das ist einer der Mörder!" Nach einigen unwichtigen Zeugnissen wird ein Sachverständiger für jalschen Schmuck aufgerufen, den der Verteidiger in ein Kreuzverhör nimmt. Paris, 9. Nov. Nach den Erklärungen des Juweliers verweist der Vorsitzende auf die Haltung der Angeklagten hin, welche fünfmas nacheinander über die Juwelenfrage vernommen wurde, und erst im weiteren Verhör ein Geständnis über den Verbleib einzelner Juwelen ablegte. Frau Steinheil verteidigte sich gegen die Beschuldigungen, in dem sie erklärt, daß sie das Geheimnis über die Herkunft der Juwelen ihren Freunden und zuletzt ihrer Tochter gegenüber nicht freigeben wollte, da sie zahlreiche dieser Juwelen von ihren Liebhabern erhalten habe. Frau Steinheil beklagt sich darüber, daß man sie peinige, sie habe keine Kraft mehr, den Verhandlungen zu folgen und die Beschuldigungen zu ertragen. Der Vorsitzende erwidert, daß sie immer eine derartige Ausrede habe, wenn sie keine Worte zu ihrer Verteidigung finde. Es wurden hierauf verschiedene andere Juweliere und Fachmänner vernommen, deren Aussagen jedoch ohne Belang sind. Ein neues Interesse gewinnen die Vernehmungen des Journalisten Hutin, welcher im„Echo de Paris“ den bekannten ufsehenerregenden Arlikel über das Geständnis der Frau Steinheil veröffentlicht hatte. Hutin wurde vom Vorsitzenden aufgefordert, den Verlauf der tragischen Nacht zu erzählen, während welcher Frau Steinheil das Geständnis machte. Hutin childerte seine damaligen Erlebnisse und gibt auf die Bemerkung des Verteidigers der Frau Steinheil zu, daß die Angeklagte in der betreffenden Nacht bei normaler Stimmung war. Ein anderer Journalist und Photograph namens Barbi bestätigt das Geständnis, welches Frau Steinheil in der erwähnten Nacht gemacht hat. Als Hutin sich bereits entfernt hatte, um seinen Artikel zu schreiben, war der Zeuge Barbi noch im Hause der Frau Steinheil verblieben, und zwar auf den Wunsch der Angeklagten, weil diese befürchtete, daß infolge ihrer Anklage gegen den Alexander Wolff, den sie als den Mörder bezeichnete, die Mutter desselben, die Köchin Mariette Wolff, sich zu Tätlichkeiten hinreißen lassen könnte. Der Journalist befand sich nun im Nebenzimmer bei Fräulein Steinheil und einer Frau Chabrier, die erklärte, daß Frau Steinheil nach einer Unterredung von zehn Minuten mit ihrer Köchin Mariette Wolff ihr gesagt habe, sie habe ihre Köchin gefragt, was sie an ihrer Stelle tun würde, wenn alles an den Tag käme und wenn sie verhaftet würde. Frau Steinheil sagte, ihre Köchin habe erwidert:„Ich würde nichts eingestehen und alles ableugnen.“ In dieser Nacht war es auch, wo Frau Steinheil die Absicht ausdrückte, sich zu töten, und ihn bat, ihr Gift zu besorgen. In derselben Nacht hatte auch die Köchin Mariette Wolff Selbstmordgedanken geäußert und nur durch das Erscheinen des Herrn Charbin, der etwa um zwei Uhr morgens in der Wohnung eintraf, wurde ein Selbstmord verhindert. Dann wurde Herr Chabrier, der Vetter des Malers Steinheil, vernommen. Er hatte immer die lebhafteste Zuneigung zu seinem Verwandten gehabt. Der Zeuge schildert die bekannten Vorgänge am Morgen nach der Mordnacht Die Köchin Mariette Wolff bestätigt, daß sie in der Nacht des Geständnisses auf den Revolver hindeutete und ausrief:„Hier ist meine Rettung. Die Frau des Zeugen, die nun erscheint, sagt im wesentlichen dasselbe aus, wie ihr Mann. Damit schließt die heutige Sitzung. Briefkasten der Redaktion. Sozial. Die Angelegenheit läßt sich im Briefkasten nicht bringen, sprechen Sie gelegentlich in der Redaktion vor. Lemgo. Die Frage läßt sich ohne genaue Kenntnis der Sache nicht erschöpfend beantworten. Die Vollstreckung einer solchen Strafe verjährt im allgemeinen in zwei Jahren. Jede Handlung der Behörde, welcher die Vollstreckung obliegt, unterbricht aber die Verjährung. Ob in den letzten zwei Jahren eine solche Handlung vorgenommen ist, geht aus Ihrem Schreiben nicht hervor Briefkasten der A. Drechsler, Oeynhausen. Wegen ungenügender Adresse an Brandt, Rehme, geschickt, und zwar am Sonnabend voriger Woche, Gegleubeck. Uns ist von einer Reklamation nichts bekannt Die heutige Rummer umfaßt 10 Seiten. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. DeShalt sind Wir gezwungen, unseren enorien Amsaß Ainmer noch zurerzreszern! Weil großer Verkauf auch großen Einkauf bedingt Und großer Einkauf bedingt billige Preise. Es liegt also auf der Hand, daß wir immer billiger werden können, je mehr Umsatz wir erzielen. Es wird uns jeder unserer geehrten Kunden bezeugen, daß wir stets das Bestreben hatten, unsere Kundschaft billig und gut zu bedienen, und liegt es also im Interesse eines jeden selbst, seinen Bedarf bei uns zu decken. Wir bekleiden jeden, ob groß, ob klein, ob dick, ob dünn, vom Kopf bis zur Sohle. am Jahnplatz. 6136 Olso GasglühlichtBrenner D. R.-P. 178502 u. 191590. 6124 Unter Garantie 30-35%o Gasersparnis gegen Nuer Hormal bei mindestens gleichem Licht. Nachstehende Etablissements sind mit Olso-Licht beleuchtet: Gesellschaftshaus„Eintracht“ Grand-Hotel Geist Ernst Hasenciever“ Hotel„Drei Kronen“. Th. Mann& Co. Hotel„Ravensberger Hof“. I. Opitz, Druckerei Restaurant Karl israel O. Richter, Druckerei S. Stern& Sohn, Wäschefabrik Kahmann& Engelking, Telegraphen-Zeugamt Minden Gesellschaftshaus„Ressource“ Dürkopp& Co.(Teilanlage) Baer& Rempel Restaurant„Drei Kronen“. Restaurant May(Bunte) R. Nagel& Co. A. Gerisch& Co., Druckerei Hotel„zur Krone“. A. Steinker, Kartonnagenfabrik H. Müller, Apollo-Cabaret Gronemeier& Banck, Brackwede K. u. Th. Möller, Kupferhammer. Postämter: Bielefeld, Gütersloh, Herford, Lemgo, Lage, Paderborn, Minden u. II u. a. m.— Ausserdem viele tausend biesige Referenzen. beneral-Vertreter der deutschen Olso-Licht-Centrale, Berlin Telephon 1293. Carl Penner, Bielefeld. Telephon 1293. Kontor u. Lager: Friedrichstr. 25. Kalserstr wwischen Kaiserstr. u. Kaiser- Wilhelm- Platz. Die Geschäftsleute, die in der inserieren, w Grottoll Koutall. (elektrisch betriebene konzentr. Stufenbahn). Am Schnellsten 6099 Schneler 3 Schneller Herford. 5383 und Oeten verschiedener Sorten in grosser Auswahl zu billigsten Preisen! Schnell! Fahrgeschwindigkeiten 1.Sohnell Täglich geöffnet von 4 Uhr nachm. August Schrader vorm. f. Dürkopp Nachf. Jeden Mittwoch KINDER- FEST und Sonnabend LAINDER- FEST Dienstag und Freitag: ELITE-ABEND von 3 bis 6 Uhr. von 7 Uhr ab. Permaldfe hr. 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Hausberge, 27. Aug. 1908. Endesunterschriebener sagt hiermit dem Herrn garstadt seinen wärmsten Dank für die sorgfältige und staunend schnelle Behandlung meines Beinleidens. Lange war ich in Behandlung anderer Aerzte, aber alles vergebens, bis ich endlich in die Behandlung des Herrn Karstadt gelangte, wo ich in kurzer Zeit gründliche Heilung meines Beines fand, sodaß ich Herrn Karstadt allen derartig Leidenden empfehlen werde und zeichne mit aller Hochachtung Wilhelm Laumann. Kleinenmarpe, 8. Aug. 1909. Herrn C. Karstadt. Mit herzlichem Danke bestätige Ihnen gern, daß Sie mich im vorigen Jahre behandelt und in verhältnismäßig kurzer Zeit von meinem Beinleiden befreit haben. Allen ähnlich Leidenden werde ich Sie jederzeit warm empfehlen. Frau Lietsen. Bremen, 12. Sept. 1909. Sehr geehrter Herr Karstadt! Ich bin durch Ihre' Behandlung von meinem schlimmen und gefährlichen Beinleiden vollständig geheilt. Es ist mir darum ein Bedürfnis, Ihnen meinen aufrichtigen Dank zu sagen. Ergebenst Frau Lehrerwitwe Thies. Lagendorf, Kreis Salzwedel, 22. Sept 1909. Unbemittelten, gegen Vorzeigung einer amtlichen Bescheinigung, Behandlung kostenlos. 0 Nachstehend gebHoffmann Eil Sitzung Sozil Die Sitzung wird vom Ge eröffnet, Es sind Deutschland:„Sing Frankreich: Vailla Rußland: Rubano Hansen, Knudsen; Anseele; Endland: Staaten: Berger, Wrons Lankoff; Spanien: Als erster Sitzung die Orga hagen. Ein Br über das in Aussic gresses wird die A einbart. Es folgt Kongresses Vaillant be Beratung auf dem Absetzung. Auch M fragen eingehende nisse in den einzeln Die Hosel * Vaterländischer R Es ist w dabei eine und Durchei hinaus: es polter, Rost sluchten nich git, verhalte Büffelwäm Lindenberg und Hans Stahlhandsch aber er sagte er nicht Sturmhaube beschlägen. „Langsam eitter aufzie Pst5:„Nun buschten, nic winkend.„L sit doch n. sesmt davo besser mache holt, wenn den Pelz wo waschen wirk 9and sammerlein, ##tte vorhin Grußt e8 dai a. C. Han hätte hör als er nun lein Spiegel Fenster blitz Kopf hinaus saversehens u# salten wo licht, jetz Da er dach: D Swicz ansteckte, FG. 38 verschiedener Sorten zu billigsten Preisen! Dürkopp Nacht. Srilafafe erei„Volkswacht“. PT Fernsprecher Nr. 427 5970 chwüre und Selten Ruhe nötig! ags 9—11 Uhr. 18, bis ich endlich in die Beg des Herrn Karstadt gewo ich in kurzer Zeit gründeilung meines Beines fand, ch Herrn Karstadt allen deridenden empfehlen werde und mit aller Hochachtung Wilhelm Laumann. enmarpe, 8. Aug. 1909. C. Farstadt. Mit herzlichem bestätige Ihnen gern, daß Sie vorigen Jahre behandelt und ältnismäßig kurzer Zeit von Beinleiden befreit haben. ühnlich Leidenden werde ich erzeit warm empfehlen. Frau Tietsen. ien, 12. Sept. 1909. geehrter Herr Karstadt! Ich irch Ihre' Behandlung von schlimmen und gefährlichen eiden vollständig geheilt. Es darum ein Bedürfnis, Ihnen aufrichtigen Dank zu sagen. enst Frau Lehrerwitwe Thies. ndorf, Kreis Salzwedel, . Sept 1909. Behandlung kostenlos. Bielefeld, Mittwoch, 10. November 1909. 20. Jahrg. Nachstehend Die Bielefelder Stadtverordnetenwahlen der dritten Abteilung. geben wir das Resultat der Wahl am Dienstag. Zum Vergleich ist hinzugefügt das Resultat der Wahl von 1907. Sozialdemokraten Hoffmann Eilers Diekmann Jürging Hesse Köllner Rüter Bürgerliche Parteien kamp Meyer meyer mann(Winkler Richter nehher mankt Wieg= mann —% 1. Tag. vormittags. 00 65 63 36 11 79 30 14 70 24 302 508 900 Sitzung des Internationalen F„miistisihen Hurrans. „ Brüssel, 7. November. .. Die Sitzung des Internationalen Sozialistischen Bureaus wird vom Genossen Vandervelde um 10 Uhr vormittags eröffnet. Es sind folgende Länder durch Delegierte vertreten: Deutschland: Singer, Molkenbuhr; Oesterreich: Dr. Adler; Frankreich: Vaillant, Guesde; Holland: van Kol, Troelstra; Rußland: Rubanowitsch, Lenin; Ungarn: Garami; Dänemark: Hansen, Knudsen; Schweden: Branting; Belgien: Vandervelde, Anseele; Endland: Quelch, Keir=Hardie, Roberts: Vereinigte Staaten: Berger, Kretlow; Argentinien: Cambier; Polen P. P., S.): Wronsky, Diamant; Littauen: Warsky; Bulgarien: Lankoff; Spanien: Febra, Ribas. Als erster Gegenstand der Tagesordnung beschäftigt die Sitzung die Organisation des Kongresses in Kopenhagen. Ein Brief der dänischen Genossen gibt Mitteilung über das in Aussicht genommene Lokal. Als Datum des Kongresses wird die Woche vom 28. August bis 4. September vereinbart. Es folgt die Besprechung über die Tagesordnung des Kongresses. Vaillant bezweifelt, ob die Agrarfrage schon reif zur Beratung auf dem nächsten Kongresse sei und beantragt ihre Absetzung. Auch Molkenbuhr glaubt, daß eine, auf Spezialfragen eingehende Diskussion infolge der verschiedenen Verhältnisse in den einzelnen Ländern ergebnislos bleiben müsse. Schon der Baseler Kongreß der alten Internationale habe das Prinzip der Vergesellschaftung des Bodens aufgestellt, darüber hinaus werde man schwerlich zu einheitlichen Formen kommen. Molkenbuhr widerspricht auch der Aufnahme der Frage dei Beziehungen zwischen der Partei und den Genossenschaften in die Tagesordnung, da diese Frage lokalen Tharakter habe; dagegen beantragt er die Behandlung der Arbeitslosenfrage und der Internationalen Schiedsgerichte auf dem Kongreß.— Vaillant schlägt vor, daß das Internationale Bureau die angeschlossenen Parteien ersuche, sich mit der Agrarfrage intensiv zu befassen, um ihre Diskussion auf dem zweitnächsten Internationalen Kongreß zu ermöglichen. Im Namen der franzosiichen Partei beantragt er, die Besprechung des Verhältnisses zwischen Partei und Genossenschaften auf die Tagesordnung zu setzen. Ferner die Besprechung der internationaten Beziehungen zwischen den Seitionen und dem Bureau.— Branting verweist auf die Wichtigkeit der Organisation der internationalen Hilfeleistung und beantragt, diesen Punkt auf die Tagesordnung des Kongresses zu setzen.— Adler bemerkt, die Agrarfrage stelle sich heute viel komplizierter dar, als zur Zeit der alten Internationale. Ihre Beratung würde eher zeigen, worin wir uneinig, als worin wir einig sind. Für die internationale Hilfeleistung fehlt uns die exekutive Gewalt, aber eine Besprechung wird immerhin eine moralische Bedeutung haben. Die Erfahrungen beim schwedischen Generalstreik zeigen uns, daß die Hilfeleistung dort am besten, wo das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften am besten ist.— Wronsky beantragt eine Kundgebung gegen die Todesstrafe.— Singer unterstützt den Antrag mit dem Hinweis auf die bevorstehende Beratung der deutschen Reichsstrafgesetzreform. Er nimmt den Einspruch Deutschlands gegen die Beratung der Genossenschaftsfrage zurück und unterstutzt auch den Vorschlag Brantings, da gewisse einheitliche Regeln für die Hilfeleistung geschaffen werden könnten, die diese beschleunigen wurden. Desgleichen spricht er sich für die Behandlung der Frage der Schiedsgerichte und für den Antrag Vaillant aus.— Berger vertritt die Aufnahme eines Punktes in die Tagesordnung, unter dem die internationalen Resultate der Arbeiterschutzgesetzgebung mit besonderer Rücksicht auf die Art, wie der amerikanische Kapitalismus mit dem Leben des Arbeiters umspringt, behandelt werden soll. Redner glaubt, daß die Festietzung eine internationalen Minimalprogrammes für den Arbeiterschutz möglich sei.— Quelch ist für Beratung der Agrarfrage in Kopenhagen, hält die Genossenschaftsfrage für eine Frage nationalen Charakters und ist im übrigen für die vorgeschlagenen Punkte. Er beantragt aber weiterhin, den Achtstundentag und den 1. Mai auf die Tagesordnung zu setzen. Die Abstimmung ergibt die Ablehnung des Punktes Agrarfrage. Die Tagesordnung wird wie folgt festgesetzt: 1. Beziehungen zwischen der Partei und den Genossenschaften; 2. Internationale Schiedsgerichte: 3. Jnternationale Hilfeleistung; 4. Arbeitslosenfrage; 5. Kundgebung gegen die Todesstrafe, vornehmlich auf politischem Gebiet: 6. Internationale Beziehungen zwischen den Parteien und dem Bureau; 7. Resultate der Arbeiterschutzgesetzgebung; 8. Achtstundentag und 1. Mai. Nachmittagssitzung. Die französischen Genossen beantragen eine Solidaritätserklärung mit den spanischen Genossen anläßlich ihrer Intervention gegen die Marokko=Politik. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Ebenso wird eine von Belgien und Frankreich eingebrachte Resolution für die schwedischen Generalstreikkämpfer und für die Nationen, die ihnen tatkräftige Hilfe geleistet haben, angenommen. Endlich protestiert das Bureau gegen das Verfahren der rumänischen Regierung gegen Ralowski und die rumänischen Proletarier, die für diesen Genossen eingetreten sind. Endlich wird ein Protest beschlossen gegen die vom Zarismus und der ipanischen Regierung verübten Greuel. Febra Ribas ersucht um Unterstützung der katalonischen Genossen, die das ehedem vermißte Zusammenarbeiten von Partei und Gewerkschaft erreicht haben und besonders einer Presse benötigen. Auf Antrag Adler wird ein diesbezügliches Zirkular an die angeschlossenen Parteien erlassen werden. Die Engländer beantragen eine häufigere Tagung des Bureaus. Toch wird beschlossen, es beim bisherigen Verfahren zu belassen, wonach jährlich eine Konferenz und weitere nur im Bedarfsfalle mit Zustimmung der Mehrheit der Sektionen stattfinden sollen. Hierauf werden Fragen des Anschlusses erledigt. Das Ansuchen der Socialist Labur Party of Great-Britania, die vom Setretariat an die britische Sektion gewiesen worden ist, wird im Sinne des Anschlusses erledigt, nachdem Quelch noch auf die Bedeutungslosigkeit der Gruppe hingewiesen hat. Es gelangt die holländische Frage zur Debatte. Zu der vom Exekutivkomitee beschlossenen Verwerfung des Anschlußansuchens der S. D. P. führt Singer aus: Wir sind für den Uebergang zur Tagesordnung über das Ansuchen der S. D. P., weil wir es nicht für die Aufgabe der Internationale halten, sich in die Streitigkeiten der einzelnen Länder einzunischen. Wir können unsere guten Dienste für eine Vermittlung anbieten, aber wir dürfen weder als Konferenz, noch als Kongreß als Schiedsrichter fungieren. Wofern aber der Antrag inen Ausschluß der der neuen Partei angehörenden Genossen beabsichtigt, stimmen wir nicht zu. Wir wollen die Diskussion auf diese formale Seite beschränken, aber nicht auf die Sache selbst eingehen.— Adler ist im Prinzip mit Singer einverstanden. Das Bureau kann und soll keine Appellinstanz sein. Es scheint mir aber, daß Singer eine Verwechslung unterläuft, es handelt sich nicht um eine Ausschließung, die niemand verlangt, sondern um eine neue Partei, die zugelassen werden soll. Als Bureau aber haben wir dieses Recht nicht. Wenn wir in Rußland Parteien anerkennen, die prinziviell viel weiter von einander entfernt sind, als die beiden holländischen Frattionen, können wir wohl der neuen holländischen Partei keine Stimme zuerkennen, aber wir können In Sofen des Herrn von Brivow. „vaterländischer Roman von Willbald Alexis(W. Häring). 8. Kapitel. Eine schlimme Entdeckung. Es ist was los! murmelte einer dem andern zu, und machte dabei eine pfiffige Miene. Die stille Geschäftigkeit, das Gewirr und Durcheinanderlaufen und Flüstern sprach laut in die Stille hinaus: es ist etwas los. Treppauf, treppab ging es ohne Gevolter, Rosse wurden gezäumt und gesattelt und die Knechte sluchten nicht und rissen nicht Witze; aus der Rüstkammer trugen git verhaltenem Atem die Junker Pickelhauben, kurze Spieße, Lindarkerg und was zu einem Ausreiten gehört. Der von einbenverg warf sich das Panzerhemde des alten Bredow um und Hans Jürgen gürtete ihn. Hans Jochem reichte ihm die Stahlhandschuh, die dem edlen Herrn ein wenig zu groß waren, iber er sagte: Es schadet nichts. Den Helm mit dem Sturz wollte T.nicht.„Die Nacht ist das beste Visier!“ und er stülpte eine Sturmhaube auf von Büffelleder, mit breiten Klappen und Blechdeschlägen. Langsam hörte man die Zugbrücke knarren und das Fallaufziehen. Die alle sagten:„Es ist was los!“ aber Kaspar legte:„Nun geht's los!“ als die Fräulein an ihm vorüberFichter, nicht wie ihre Art vorsichtig, und dem Graubart zuend.„Lauft nur,“ rief er nach,„das Donnerwetter kommt amroch nach, wenn die Mutter es nicht bald findet. Das hommt davon, wenn die Leute wollen klüger sein und alles Lesser machen. Mein Herr Götz weiß auch, wo Bartel Most 82½ enn er den Wein ausgeschlafen hat, und wer dem Bären in Pelz waschen will, der seh sich vor, daß er nicht selbst gewaschen wird.“ Gegenüber der Erkerstube, wo der Ritter lag, war ein kleines immerlein, das Schilfdach lief schräg darüber hin. Der Sturm Zits vorhin darauf geschlagen, daß die Sparren knackten, jetzt #### es darinnen auch, aber der Sturm war in einer jungen „#: Hans Jürgens Herz pochte, daß der alte Kaspar draußen „ gatte hören können. Wohl hätte er sich beschauen mögen, „#er nun fertig war, wie er aussah, aber in der Kammer war seu# Spiegel und kein Licht. Nur die Sterne aus dem schiefen ####er, olitzten auf den verrosteten Harnisch. Er lehnte den „ninaus und schlürfte die laue Nachtluft ein. Da kamen miversehens seine Finger unterm Brett zusammen, als wenn er gicht 1., ollie. Er erschrak fast:„Nein, beten, das schickt sich um, jepr nicht. Nachher!" ##20 er sich umwandte, stieß er mit dem Kopf an das Schilfsoll auch nicht mehr lange sein! Nachher—“ Er KWiez und tappte durch die dunkle Kammer nach der Tür. „Kußen war es licht an der Lampe, die der alte Kaspar immer esteckte, wenn sein Herr erwachen sollte. Der schaute den Gerüsteten verwundert an, und seine Mienen gingen in ein Lächeln über. Eine Sturmhaube trug Hans Jürgen auf dem Kopf mit einem breiten Rand, und die beiden Flügel eines Habichts waren in den Kamm gesteckt. Der Harnisch war über einen verblichenen Wappenrock von blauer Farbe geschnallt, in dessen gestepptem Faltenwurf die Motten lange genistet zu haben schienen, und dazu klirrte ein schwerer Degen an seiner Seite. „Na nu!“ rief er ihn an.„Gegen wen ziehst du aus?“ Hans Jürgen machte ein wichtig Gesicht:„Geb dem Gast das Geleit. „Glaubte wenigstens, du zögst gegen den Großtürken. Nun will ich dir was sagen, Hans Jurgen. Wenn du gegen den Türken ziehst, dann magst du den Degen klappern lassen, aber wenn du bei Nacht ausreitest, trag ihn fein unterm Arm. Noch etwas,“ rief er ihm nach,„wenn's verkehrt geht, wundre dich nicht, du hast die Sturmhaube verkehrt aufgesetzt. Und wenn dein Vater seliger ausritt, ich meine, wie du jetzt, dann zog er nicht seinen Wappenrock an, wie du jetzt, sondern hing den schlechtesten Kittel um. Sieh dich nur da im Schild an der Wand.“ Ein erster Blick, den Hans Jürgen auf das Schild tat, zeigte ihm, daß der alte Knappe recht hatte. Er stülpte die Sturmhaube um und nahm den Degen unterm Arm. Aber des Vaters Rock, den konnte er doch nicht mehr ausziehen. „Ei. die Nacht ist duster, Hans Jürgen,“ lächelte der Alte, und die Farbe ist ausgeblichen. Auch ist's lange her, daß der Rock geleuchtet auf der Straße, da kennt ihn wohl keiner mehr. Nun noch nen guten Rat auf den Weg: Laß dich nicht bangen, sie tun keinen hangen, den sie nicht fangen. Sprich nicht, wo du schlagen kannst, aber wo ein andrer zuschlägt, brauchst du nicht nachzuschlagen. Trau mehr auf dein Gesicht, als wenn ein andrer spricht. Beim Teilen, da mußt du eilen. In der Not ist ein schnell Pferd besser als ein guter Freund; und gute Freunde in der Heide bringen draußen manchem viel Leide. Viele Hunde sind des Hasen Tod, aber wenn du des Nachts ausreitest, hüte dich vorm Morgenrot.“ Hans Jürgen war längst die Treppe hinunter, als der Alte noch in seinem guten Rat fortfuhr. Aber er sah ihm freundlich nach:„Wird schon was aus ihm werden. Ein gutes Pferd muß scharf zugeritten werden. Aber ohne solchen kleinen Spaß verjauerte er ja.“ Es war etwas los, das alle wußten und keiner sprach es aus; nur eine wußte es nicht. Bisweilen geht es in den Häusern zu, wie in den Schlössern der Könige. Was alle wissen und sich zuflüstern und darüber lachen und sich freuen, weiß der Herr nicht, den es doch zunächst angebt, aber niemand wagt es ihm zu sagen, weil sie ein böses Gesicht fürchten. Die Burgfrau, die sonst alles sah und hörte, ja ihr entging nicht der stille Gedanke, der sich im Gesicht verriet, heute sah sie nicht die emsige Geschäftigkeit, sie hörte nicht das Geflüster, und wenn sie sah und hörte, überjah sies und uberhörte es, denn ihre Gedanken waren anderswo. Durch die Böden und Kammern war sie mit dem Schlüsselbund treppauf, treppab, rechts und links und hatte das eine noch nicht gefunden, was sie suchte. Und dreimal schon war sie wieder an dem Knecht Kaspar vorbeigestreift, und dreimal hatte er ihr zugerufen:„Gestrenge Frau, nun ist's bald Zeit.“— War's die schwüle Luft, hatten die Unholde es ihr angetan? Sie fragte niemanden, sie hätte sich ja selbst angeklagt, daß sie etwas vergessen, und gesehen hatte sies doch, Stück für Stück war es durch ihre Hande gegangen, als sie abluden. Da schlug sie plötzlich die Hände zusammen. Wie ein Blitz leuchtete es vor ihren Augen. Sie war auf der Galerie nach dem Hofe. Die Pferde standen gesattelt, der fremde Herr ließ sich noch einen letzten Trunk reichen. Eine Fackel warf ihr ungewisses Licht auf die Gruppen.„Da steht er ja.“ Hans Jürgen schlug seine in die Hand seiner Muhme, die sie ihm hinhielt. „Ich bringe dir was mit, Evchen.“ Eva lachte, als ob sie's bezweifelte.„So wahr—“. Sie hielt ihm schalkhaft den Mund: „Versprich nichts, Hans eh' ou's halten kannst. Du bist ja noch nicht fort.“—„Wer soll's mir nun wehren!" rief er und seine Augen funkelten.„Der Herr ist mir gut, und wird was Besseres aus mir machen, daß keiner sich mein mehr zu schämen braucht." „Hans Jürgen!“ rief eine Stimme durchs Dunkel, wie eine Trompete, die zum Gericht schmetterte. Die, welche die Stimme kannten, fuhren zusammen; es war der Ton in dieser Stimme, der ein aufziehendes Ungewitter ansagte. Eva zog ihre Hand zurück und senkte ihre Wimpern. Der, dessen Namen gerufen ward, riß die Augen auf, aber er ließ sie im selben Augenblick wieder sinken. Es war gewiß ein Spuk der Nacht, oder eine arge Frau mußte die Edelfrau mit Blindheit geschlagen haben, als die Stücke vom Wagen geladen wurden. Der Sturm, der Wirrwarr allein konnte ihre scharfen Sinne nicht so geblendet haben, daß sie etwas sah was nicht da war. Aber wie stand ihr jetzt alles klar vor Sinnen. Da hingen sie ja noch zwischen den Fichten, vom Wind geschaukelt, Hans Jürgen hatte die Wacht. Sie selbst war nicht mehr hingekommen, sie hatte nicht befohlen, sie abzunehmen. Wer sollte sich's unterstanden haben, es eigenmächtig zu tun? „Hans Jürgen, wo sind sie?" „Was, liebe Base?“ sprach der Ritter Lindenverg, und erschreckte doch fast, als er die Frau sah, die ihn nicht sah. So aufgebracht, so keuchend und blaß war sie hinunter gestürzt, und stand vor ihrem Kleinvetter, wie der Richter vor einem armen Sünder. „Wo sind sie blieben. Hans Jürgen?" Es war, als sollte Hans Jürgen der festgeschnallte Harnisch nicht leugnen, daß ihre Mitglieder Sozialisten sind. Wir können Partei überlassen.— Troelstra legt die Gründe dar, warum der Vorstand der holländischen Partei einstimmig die Delegierten beauftragt habe, fur die Nichtgenehmigung des Zulassungsgesuchs einzutreten. Er bemerkt, daß der Vorstand aus Vertretern beider Richtungen bestehe. Auch von den Marxisten sind fast alle in der S. D. A. P. verblieben, so Frau Roland=Holst, Wibaut u. a. Redner behält sich vor. eine Antwort auf das der Konferenz unterbreitete Memorandum der S. D. P. den Sektionen gedruckt zugehen zu lassen und bemerkt gegen Adler, daß man die separatistischen Holländer nicht anders behandeln könne als die Engländer, gegen die man soeben ihre numerische Geringfügigkeit geltend gemacht habe.— Vaillant glaubt gleich den deutschen Genossen, daß man nicht den Ausschluß aller Genossen verfügen könne. Der Redner drückt den Wunsch aus, daß die holländische Partei der neuen Organisation schon jetzt Stimmen auf dem Kongreß zuweise.— Die Holländer erklaren, diesen Vorschlag nicht anzunehmen.— Lenin: Adler und Singer stimmen darin überein, daß sie die Absplitterung als gegebene Tatsache anerkennen. Ferner darin, daß die Mitglieder der neuen Partei als Sozialisten anzusehen und berechtigt sind, am Kongreß teilzunehmen. Vertreter im Bureau beanspruchen sie nicht. Redner ist der Ansicht, daß die Zuweisung der Stimmen der holländischen Sektion überlassen bleiben solle mit Vorbehalt des Berufungsrechts an das Bureau.— Huysmans verliest einen Brief der Genossin Roland=Holst, worin sich diese für Zulassung der neuen Partei ausspricht.— Van Kol beklagt, daß man es Troelstra nicht ermöglicht habe, gleich den Engländern die Bedeutungslosigkeit der neuen Partei nachzuweisen.— Singer führt gegen Adler aus, daß es sich doch darum handle, ob eine Partei, die allen Zulassungsbedingungen entspreche, ausgeschlossen werden solle. Ein Ausschluß wäre nur moglich, wenn sie die gemeinsamen sozialistischen Grundsätze der Internationale verletzt hätte. Redner beantragt, das Internationale Bureau wolle beschließen:„Die unter dem Namen„Neue sozialdemokratische Partei“ in Holland gegründete Partei ist auf Grund ihrer Zustimmung zu den für die internationalen Kongresse geltenden Zulassungsbestimmungen zu diesen zuzulassen. Ueber die Beteiligungen an den internationalen Bureausitzungen und über die auf dem Kongreß dieser Gruppe im Rahmen der holländischen Sektion zustehenden Stimmen entscheidet, wenn zwischen den holländischen Genossen keine Einigung erfolgt, der Kongreß zu Kopenhagen.“ Adler spricht sich noch einmal eingehend zu der Frage aus und erklärt, er sei gegen die Ausschließung, aber er will, daß nicht verheimlicht werde, daß die Akte, die zur Absplitterung geführt haben, die entschiedene Mißbilligung des Bureaus finden und daß ihre Wiederholung an anderen Orten nicht zu wünschen ist. Er beantragt folgendes: Der Antrag der S. D. P. wird an die holländische Sektion verwiesen. Wenn eine Einigung nicht erfolgt, steht ihr die Berufung an das Internationale Bureau offen.— Guesde: Die Spaltung ist heute eine Tatsache. Ich frage nicht nach der Quantität der einen oder der anderen Fraktion. Die Genossen, die zu beiden gehören, haben gestern zur Internationalen gehört und gehören ihr heute ebenso an.— Troelstra tritt für Annahme der Adlerschen Resolution ein Die S. D. P. hat ihre Aufnahme ins Bureau beantragt, nicht in den noch nicht existierenden Kongreß. Singer will diesem die Entscheidung zuweisen, die Mandatsstreitigkeiten nehmen aber so viel Zeit in Anspruch, daß wir in London beschlossen haben, sie im Bureau zu erledigen. Singer, der jetzt schon dem Kongreß die Sache zuteilen will, geht tatsachlich über das formale Verfahren hinaus.— Guesde betont nochmals, daß es sich nicht um eine Neubildung, sondern um eine Spaltung handelt. Beide Teile seien im Rahmen der Internationale geblieben; nicht eine Aufnahme, sondern eine Ausschließung sei in Frage.— Anseele spricht für die Resolution Adler. Die Mitglieder der neuen Partei seien nicht ausgeschlossen worden, sondern selbst gegangen.(Guesde: Aus der Internationale niema's!)— Gorter, der als Journalist zugelassene Vertreter der S. D. P., bemerkt gegen Troelstra, daß die neue Partei ihre Aufnahme ins Bureaus aber nicht die Zulassung von Delegierten beantragt habe. Als eine Partei von 500 Leuten verlangen wir keine Vertretung, aber die Zugehörigkeit zur Internationale. Gegen Anseele bemerke ich, die Tür zur Partei steht uns leider nicht offen, so lange wir nicht das Recht haben, unsere eigene Meinung und eigene Organe zu haben Die Abstimmung ergibt Annahme der Adlerschen Resolution mit 16 gegen 11 Stimmen, die für die Singersche abgegeben werden. Eine Beschwerde der argentinischen Partei gegen Genossen Ferri wird zur Kenntnis genommen. Vaillant befürwortet die Zulassung einer Organisation in Saloniki als Untersektion der noch nicht bestehenden ottomanischen Sektion— Berger setzt die Forderung der amerikanischen S. D. P. auseinander, die die Zuerkennung beider Delegiertenstimmen fordert, da sie 97 Prozent der Mitgliedschaft beider Parteien umfasse. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Mit einigen Dankesworten schließt der Vorsitzende die arbeitsreiche Konferenz. Harteinachrichten. Der beleidigte Reichsverbändler. Vor dem Lübecker Schöffengericht hatte sich am Freitag der Redakteur unseres dortigen Parteiblattes, Genosse Löwigt, wegen angeblicher Beleidigung des zweiten Geschäftsführers des Reichsverbandes gegen die vom Leibe fallen, seine Arme hingen schlaff herunter, die Pickelhaube sank nach vorn über. „O weh!" seufzte Eva Bredow. „Meines Mannes Elensbüchsen, Hans Jürgen! Bist du aaub?“ „Unseres Herrn Elensbüchsen!" wiederholte es stammelnd aus dem Dunkel des Hofes. Wenn die gestrenge Frau so erschien, fühlte niemand sich gemüßigt vorzutreten. Der arme Hans Jürgen stand ganz allein und das Wort erstarb ihm auf der Lippe. Er stotierte etwas vom Krämer Hedderich, vom Sturm, vom Kurfürsten. Er hätte auch von den Sternen und seinem seligen Vater reden können, er wußte nicht, was er sprach „Wie siehst du aus! Ist hier Mummenschanz?“ rief sie, die Fackel ihm fast ins Gesicht haltend.„Zum Aufpassen stellt' ich dich hin, nicht zur Narreteidung. Mit einem raschen Griff hatte sie die Habichtsflügel und die Stahlhaube ihm vom Kopf gerissen; sie flogen auf den Boden. Mit einem zweiten löste sie unsanft den Bauchgurt, der den Degen hielt, daß er klirrend zu Boden niederfiel, und zum dritten hatte sie ihn am Arme aus dem Kreis gerissen. „Den Harnisch soll da drinnen der Ruprecht lösen und den Rock ausziehen. Will ihn dir verschließen; deines Vaters Erbstück ist zu gut zur Fastnachtsjacke. „Verzeiht nur, gnädiger Herr," wandte sie sich zu dem Ritter, „daß der ungeschickte Bub' Euch Ungelegenheiten macht. Nichts als Mucken und Nucken im Kopf, wenn man ihm nicht allzeit auf die Finger sieht. „Frau Base,“ sagte der Ritter,„er sollte mir das Geleit geben, wie Ihr bestimmt.“ „Doch nicht als Mummelack! Erst Birkenreiser und dann Ritterdegen. Der Hahn soll nicht über den Zaun fliegen. Die Leute lachten ja meinem Vetter von Lindenberg, einem kurfürstlichen Rat, nach, wenn er mit ner Vogelscheuche durch die Dörfer trottierte. Der arme Hans Jürgen! hörte er das stille Gelächter, in das auch der hohe Ritter, sein Beschützer unwillkürlich einfiel. Die Bitte und Verwendung desselben half nichts, vielleicht weil sie nicht zu ernsthaft gemeint war. Dringen auf die Begleitung durfte er nicht, Peter Melchior flüsterte ihm zu: in acht, daß sie nicht den Spaß merket!" Auch mochte Sozialdemokratie, Dr. Ludwig in Berlin, zu verankwörten. Die Reichstagswahl in Bingen=Alzey bildete den Hintergrund dieser Klage. Im Mai d. I berichtete die„Hessische liberale Wochenschrift", daß bei der Ersatzwahl in Bingen=Alzey der Reichsverband sich in ausgiebiger Weise gegen die Linksliberalen betätigt hätte und daß die eigentliche Leitung des Wahlkampfes gegen Pfarrer Korell in den Händen der Reichsvervändler lag. Es wurde dann weiter gesagt, daß unter der Leitung des stellvertretenden Geschäftsführers des Reichsverbandes, Dr. Ludwig, Flugblätter und Wählerzeitungen mit den ärgsten Schmähungen der Freisinnigen hergestellt wurden. Reichsverbandsbeamte hatten die Aufgabe, hinter Pfarrer Korell herzureisen und seine freigehaltenen Reden stenographisch aufzunehmen, um sie gegen ihn zu verwenden. Diese Notiz des liberalen Blattes war vom„Lübecker Volksboten“ übernommen und daran die Bemerkung getnüpft worden, daß Dr. Ludwig früher, bevor er Reichsverbandsangestellter wurde Redakteur des Lübecker nationalliberalen Organs gewesen ist. Dann wurde die Frage aufgeworfen, ob unter seiner Leitung auch die Flugblätter für die Lübecker Liberalen gegen die Sozialdemokratie fabriziert worden seien, und Ludwig als sehr vielseitig bezeich net. Namentlich in der Behauptung, daß Ludwig vielseitig sei, sollte die Beleidigung liegen. Zum Verständnisse dieser Bezeichnung sei erwahnt, daß Dr. Ludwig vor einigen Jahren noch selbst linksliberal war, dann nationalliberal wurde, jetzt im Fahrwasser des reaktionären Reichsverbandes segelt und in Lübeck bei der Reichstagswahl die Liberalen unterstützt, in AlzeyBingen dieselben aber vekämpft hat. Im Termin stellte der Vertreter des Angeklagten den Beweisantrag, Zeugen darüber zu vernehmen, 1. daß Dr. Becker den Reichsverband um weitgehendste Unterstützung ersucht hat, damit Korell durchfalle, 2. daß über Korell auf der Geschäftsstelle des Reichsverbandes in Frankfurt a. M. eine besondere Personalakte geführt worden ist, 3. daß der Reichsverband in seiner Korrespondenz Artikel gegen Korell und daß Dr. Ludwig selbst alle Wahlzeitungen gegen Korell und das Flugblatt„Die Sünden des Freisinns" verfaßt hat, und endlich, daß Angestellte des Reichsverbandes dem Pfarrer Korell nachgereist sind, unbemerkt dessen Reden zu stenographieren suchten, und daß diese Versammlungsberichte zuungunsten des liberalen Kandidaten gefärbt in die Zeitungen lanciert wurden. Als Zeugen für diese Beweisantrage wurden benannt: Reichsverbandsgeschäftsführer Kretschmar=Berlin, Justizrat Caiman=Alzey, Schreibmaschinistin Traß in Frankfurt a. M., Dr. Becker=Brendlingen, v. Liebert=Berlin. Der Vertreter des Klägers, oer ehemalige liberale Reichstagsabgeorbnete Dr. Görtz, ersuchte um Ablehnung der Beweisanträge. Er bestritt die angeführten Tatsachen nicht, sondern behauptete, Dr. Ludwig habe als Reichsverbandsgeschäftsführer nur pflichtgemäß gehandelt, als er den liberalen Pfarrer Korell bekämpfte. Von Dr. Herz wurde dagegen hervorgehoben, daß es wichtig sei, festzustellen, daß der Reichsverband nicht, wie er falschlich behauptet, nur die Sozialdemokratie bekämpft, sondern alle freiheitlichen Bestrebungen. Die Beweisanträge wurden schließlich abgelehnt. Das Gericht kam zu einer Verurteilung unseres Genossen, und zwar wurde auf 300 Mk. Geidstrafe erkannt. Die Beleidigung wurde darin gefunden, daß Dr. Ludwig der Vorwurf der Vielseitigkeit gemacht sei. Die hohe Geldstrafe sei ausgesprochen, weil der Angeklagte schon einmal wegen Beleidigung des Dr. Ludwig bestraft sei. Von einer Gefängnisstrafe sei abgesehen. weil bei dem Angeklagten niedrige Gesinnung in keiner Weise erwiesen wäre. Unsere Justiz urteilt wirklich wunderbar. Dr. Ludwig, der Reichsverhändler, war früher linksliberal, dann nationalliberal, schließlich tonservativ angehaucht. Er hilft in Lübe die Liberalen im Wahlkampf gegen die Sozialdemokratie und in BingenAlzey bekämpft er die Liberalen. Das sind Tatsachen, die nicht bestritten werden. Wer daraus aber folgert, Dr. Ludwig sei „vielseitig“, den verknurrt man in Lübeck zu 300 Mk. Geldstrafe. Wegen„Majestätsbeleidigung“ ist am 7. Juli d. J. vom Landgericht Kolmar i. Els. der Parteizekretär Heinrich Knauf zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten verurteilt worden. Er hat in mehreren Versammlungen einen Vortrag über„Das persönliche Regiment des Kaisers und die 500 Millionen neue Steuern gehalten. Darin sprach er vom Gottesgnadentum, den Vorfahren und der Vielseitigkeit des Kaisers. Das Gericht ist der Ansicht, daß der Angeklagte die Führung des Titels„Von Gottes Gnaden“ und die Vie.seitigkeit des Kaisers nicht einer sachlichen Kritik unterzogen habe; von den Vorfahren des Kaisers habe er nur die schlechten Eigenschaften und Taten hervorgehoben!— In der einen Versammlung habe er dem Kaiser Verkehr mit unanständigen Dämchen unterstellt. In seiner Revision behauptete der Angeklagte, er habe einen Angriff auf die Ehre des Kaisers nicht beabsichtigt; eine bloße Verletzung der Ehrfurcht genüge nicht zur Verurteilung, ehrverletzende Aeußerungen aber seien nicht festgestellt. Er habe nur die Schäden des persönlichen Regiments besprochen und den Kaiser nur als den markantesten Vertreter dieses Regiments herangezogen. Die einfache Aufzühlung aller der Gebiete, auf denen der Kaiser sich betätigt hat, sei nicht beleidigend. Ueber die Vorfahren des Kaisers habe er allerdings formell beleidigende Worte gebraucht, aber er habe damit nur sagen wollen, daß kein Monarchengeschlecht, auch nicht das beste, nur tüchtige Männer hervorbringe. Daß der Kaiser in seinen Vorfahren beleidigt werden sollte, sei nicht festgestellt. Mit den„Dämchen in kurzen Kleidern“ habe er nur das Verhalten des Kaisers in der wichtigen Zeit der Debatte über das Kaiser=Interview kritisieren wollen. Die Zeugen, die die angeblichen Aeußerungen er vielleicht nicht dringen. Die Gunst großer Herren ist ein Sonnenblick bei Aprilwetter. Er bedurste zu nichts des Jungen. „Hans Jochem soll Euch's Geleit geben, auch Peter Melchior so er Lust hat—“ „Nur bis zum Heidekrug,“ fiel dieser rasch ein,„Muhme. Bin müd und will nächten bei meinem Ge###tter in Golzow. Wenn einer nach mir fragt, bin ich bei dem zu Nachi gewejen.“ „Und Hans Jürgen?“ fragte lächelnd der Ritter, aber sein Lächeln galt dem vorsichtigen Peter Melchior. „Der nächtigen!“ rief die Edelfrau,„der soll gar nicht nächtigen und nicht schlafen, weil er schlief als er wachen sollte. Denkt Euch, hat meines Herrn Leibkleid auf der Bleiche gelassen, und ich hab's ihm auf die Seele gebunden. Wozu ist er denn, wenn er zu nichts taugt! Zum Maulaffenfeil, zum Brummen und Grunzen wird er nicht gefüttert, auch nicht zum Mummenschanz. Hinaus soll er, auf der Stelle hinaus, und nicht wiederkehren bis er's findet und bringt. Ich sollte strenger sein; aber dank's dem Herrn. Ist das Zucht? Hast du die gelernt in meinem Hause, daß ich ein Aug zudrücke. Ach, Herr von Lindenberg, man hat mit dem Jungen seine Not. Trotz und Uebermut, und mein Mann ist ein guter Mann, aber zur Erziehung taugt er nicht. Ihr wißt doch, wie er eigensinnig ist auf das alte Erbstück, ich habe meine Not damit, und gerade die ließ der Junge draußen im Stich, und weiß, wie's mir an die Seele geht. Aber Ihr habt Eile—“ „Sagt nur ja,“ kreischte Peter Melchior dem Ritter ins Ohr. „Sie sagt Euch sonst die ganze Litanei von den Hofen—“ Es polterte und rasselte über die Zugbrücke, sie knarrte wieder und das Fallgitter fiel in seine Fugen, die Fackeln erloschen, die Knechte und Mägde schlichen zurück. Warum mußten sie im Vorbeigehen alle auf ihn sehen, warum draußen durch das Fenster nach ihm schielen, warum wiesen sie mit den Fingern nach ihm? Er dachte es sich wenigstens. Der Harnisch lag auf der Erde, der Wappenrock hing uber der Schemellehne; den Degen seines Vaters hatte die Muhme vor seinen Augen in den großen Schrank verschlossen. Da perlte ihm die erste Träne aus dem Auge, als sie vor allen zu ihm gesprochen:„Lerne was, dann kannst du was, aber was Hänschen nicht lernt, wird Hans nimmer lernen, und der du nicht gelernt vor einer Leine Wache stehen, wie soll der vorm Feind seine Schuldigkeit tun.“ Fortsetzung folgt.) des Angeklagken bekundet haben, seien ganz unfähige Leute, und zwar Zentrumsanhänger. Die Polizeibeamten in den anderen Orten, an denen der Angeklagte den gleichen Vortrag gehalten habe, hätten keine Majestatsbeleidigung gefunden! Der Reichsanwalt beantragte die Verwerfung der Revision. Nicht die Kritik des Gottesgnadentums, sondern deren wiederholte höhnische Anführung“ sei als Beleidigung angesehen und nur der hierin liegende ungriff auf den§; er selbst als beleidigend aufgefaßt worden. Das Reichsgericht erkannte auf Verwerfung der Revision. Internationale sozialistische Preßkonserenz. Die Konferenz sozialistischer Journalisten, die der Konferenz des internationalen sozialistischen Bureaus voranging, war von einem großen Teil der Delegierten dieses Bureaus, sowie von Vertretern mehrerer Parteiblatter besucht. Sie beriet über mehrere Vorschläge, die zur Verbesserung des internationalen Informationsdienstes gemacht worden waren. Von den Vertretern von Deutschland, Oesterreich, Polen, Schweden u. a. wurde ausgeführt, daß bei ihnen die Frage im ganzen gelöst sei. Die Vertreter von England und Amerika gaben zu, daß die Berichterstattung der deutschen Presse im ganzen genuge, doch vermißte der amerikanische Vertreter(Genosse Berger) eine ausreichende Berichterstattung gerade aus seinem Lande. Quelch(England) und de Brouchère (Belgien) hoben hervor, daß die anderen Länder in weit schlechterer Lage seien als Deutschland und Korrespondenten nötig haben. Hierauf wurde die Frage der Bulletins behandelt, die kleinere Nationen, die keine Tagespresse zur Verfügung haben, herausgeben wollen. Dr. Adler erklärte, es komme darauf an, in welcher Sprache diese Mitteilungen herausgegeben werden sollen. Die betreffenden Parteien sollte eine Umfrage an die Presse des Auslandes richten und Abonnenten suchen. Allerdings müßten sie sich darauf gefaßt machen, draufzuzahlen. Die Errichtungs eines Depeschendienstes wurde namentlich von de Brouchère befürwortet. Es könnten ganz gut, ohne große Kosten, Sammelstellen für wichtige Parteinachrichten errichtet werden, z. B. in Paris für Frankreich und Italien, in Berlin für Deutschland und Oesterreich. Renaudel(Vertreter der „Humanité") und Vaillant stimmen diesen Ausführungen zu. Huysmans erhielt die Ermächtigung, an die deutschen Genossen, die bisher wenig Interesse für den Gegenstand gezeigt hätten, heranzutreten. Eine Diskussion über das Thema der Inserate in der Parteipresse ergibt die Unmöglichkeit einer totalen Abschaffung oder auch nur einer uniformen Regelung. Branting (Schweden) teilt u. a. mit, daß die wichtigsten Parteiblätter seines Landes nach dem Generalstreik beschlossen haben, keine Spirituosen=Annoncen mehr zu veröffentlichen. Der Antrag, diese Frage auf der nächsten Pressekonferenz neuerlich zu beraten, fand nicht die Mehrheit. Interparlamentarische sozialistische Konferenz. Furnemont(Belgien) führt den Vorsitz. Vor Eingehen in die Tagesordnung wird dem in London lebenden Genossen Labroda das Wort erteilt, der über den Fall eines Genossen seines Landes, des Rechtsanwalts Guttieras, berichtet, der auf Verlangen der Regierung wegen eines„Revue“. Artikels über die Sikuation in Mexiko auf dem Gebiete der Vereinigten Staaten ins Gefängnis geworfen worden und in Gefahr ist, gleich Ferrer getötet zu werden, wenn er ausgeliefert wird. Auf Antrag Bergers wird beschlossen, den Genossen Chase den Präsidenten des amerikanischen Schutzkomitees für die mexikanischen Flüchtlinge von dem Fall in Kenntnis zu setzen und das Exekutivkomitee mit der Ausarbeitung einer Resolution über die mexikanischen Zustände zu beauftragen. Huysmans bittet die Sekretäre der Fraktionen, künftig ausführlichere Berichte mit Beilage von Dokumenten einzusenden Namentlich die Duma-Fraktion kann daraus Nutzen ziehen. Auf der Tagesordnung steht bloß die Frage der Altersversicherung.(Antrag Schweden.) Der Antrag Italiens auf Behandlung der Abrustungsfrage kann nicht verhandelt werden, da ein Berichterstatter nicht anwesend ist. Genosse Cabrini hat ein Entschuldigungsschreiben für die italienische Fraktion geschickt. Van Kol beantragt, daß die Fraktion vor dem Kopenhagene. Kongreß Berichte über ihre Tätigkeit in der Kolonialfrage erstatte. Italien hat schriftlich mehrere Wünsche geltend gemacht bezüglich eines Austausches von Mitteilungen über die Altersversicherung des preußischen Legitimationskartenzwanges, der Ausdehnung der österreichischen Unfallversicherung auf Bosnien und Herzegowina und Verwirklichung der Unfallversicherung in Ungarn. Molkenbuhr erklärt, daß die deutsche Partei auch weiter mit aller Energie den Legitimationszwang bekämpfen wird. Dr. Adler verweist darauf, daß die österreichische Partei gleich nach der Annexion, neben dem Protest gegen diese, ihre Forderungen zum Schutz der Arbeiter in den annektierten Ländern erhoren habe. Der tatsächliche Zustand ist heute dort weit besser als früher, dank der Organisationsarbeit und auch infolge unseres Einwirkens auf das Ministerium des Aeußern. Die Unfallversicherung allerdings geht die Gesetzgebung an, und da können wir nichts tun, da die staatsrechtliche Stellung jener Länder noch ganz unentschieden ist. Branting erstattete den Bericht über die Altersversicherung. Es sei wichtig, zu wissen, ob sich nicht eine Grundlage von einheitlichen Grundsätzen auf diesem komvlizierten Gebiet finden ließe. Er setzt dann die verschiedenen bestehenden Systeme auseinander. Hierauf berichten Molkenbuhr, Vaillant, Dr. Adler, Keir=Hardie, Knudsen, Van Kol über den Stand der Frage in ihren Ländern. Van Kols Antrag bezüglich der Berichterstattung über die Kolonialpolitik wird angenommen, weiter eine Resolution gegen die Verfolgungen der mexikanischen Regierung gegen die Vorkämpfe moderner, namentlich sozialistischer Ideen und gegen das Verfahren der rumänischen Regierung gegen ihre eigenen Bürger. Die sozialistischen Fraktionen werden aufgefordert, in ihren Parlamenten zu intervenieren. Gewerkschaftsbewegung. Die Aussperrung der Mühlenarbeiter von Mittelfranken ist durch die Bemühungen des Gewerbegerichts und des Fabrikinspektors erledigt worden. Das Gewerbegericht, das als Einigungsamt angerufen wurde, fällte einen Schiedsspruch, den beide Teile annahmen. Die Arbeit wurde Montag, 8. November, wieder ausgenommen. Elsässische Textilarbeiterstreiks. Nach zehnwöchiger Dauer ist der Streik der Weber und Leberinnen der Firma Godefroy & Elsässer in Bühl und Lautenbachzell im OberElsaß ohne Erfolg für die Arbeiterschaft beendet worden. Nachdem der Gemeinderat von Bühl einen Antrag seiner zwei sozialdemokratischen Mitglieder auf Bewilligung von Unterstützungen für die Streikenden und Ausgesperrten erst im Prinzip angenommen hatte, gelang es dem„liberalen“ Bürgermeister, der Angestellter der Firma Godefroy& Elsässer ist, in einer zweiten Sitzung unter Mitwirkung der Höchstbesteuerten der Gemeinde die Ablehnung des Antrages durchzusetzen. Darauf nahmen einen Tag später die Streikenden, die großtenteils unorganisiert sind, die Arbeit bedingungslos wieder auf. Sie konnten nut aus dem Grunde so lange aushalten, weil sie neben der Fabrikarbeit größtenteils eine kleine Bodenparzelle bewirtschaften.— In dem Vororte Burgweiler bei Mulhausen i. Els. stellten diese Woche in der Weberei J. Bernheim wiederum zirka 40 bis 50 Personen die Arbeit ein. Während hier Lohnverschlechterung die Urtache bildete, war es bei Godefroy& Elsässer die Einführung des Vierstuhl= Systems, was zur Arbeitseinstellung führte. Erfolge des Holzarbeiterverbandes. In der Holzwarenfabrik Döring in Lauf Bayern) haben die Mitglieder des Holtarbeiterverbandes eine Lohnerhöhung von 7—10 Proz. durchgesetzt und die Einführung der 57stündigen— bisher 59 Stunden — Arbeitszeit erreicht. Es kommen hier zirka 200 Arbeiter Frage. Der abgeschlossene Vertrag läuft 2 Jahre. Auch in ien ganz unfähige Leute, und Die Polizeibeamten in den geklagte den gleichen Vorkajestätsbeleidigung gefunden! ie Verwerfung der Revision. ums, sondern deren„wiederBeleidigung angesehen und uuf den#. er selbst als beReichsgericht erkannte auf eßkonferenz. Die Konferenz Konferenz des internationalen war von einem großen Teil wie von Vertretern mehrerer über mehrere Vorschläge, die len Informationsdienstes geVertretern von Deutschland, wurde ausgeführt, daß bei sei. Die Vertreter von Engie Berichterstattung der deuth vermißte der amerikanische usreichende Berichterstattung (England) und de Brouchère deren Länder in weit schlechund Korrespondenten nötig der Bulletins behandelt, die presse zur Verfügung haben, rklärte, es komme darauf an, ungen herausgegeben werden sollte eine Umfrage an die Abonnenten suchen. Allermachen, draufzuzahlen. Die es wurde namentlich von nnten ganz gut, ohne große e Parteinachrichten errichtet reich und Italien, in Berlin Renaudel(Vertreter der ien diesen Ausführungen zu. g, an die deutschen Genossen, stand gezeigt hätten, ber das Thema der Inserate möglichkeit einer totalen Abformen Regelung. Branting wichtigsten Parteiblätter seieik beschlossen haben, keine eröffentlichen. Der Antrag, ssekonferenz neuerlich zu beialistische Konferenz. den Vorsitz. dnung wird dem in London Wort erteilt, der über den des Rechtsanwalts Guttieras, zierung wegen eines„Revue“. Nexiko auf dem Gebiete der is geworfen worden und in werden, wenn er ausgeliefert schlossen, den Genossen Chase. en Schutzkomitees für die Fall in Kenntnis zu setzen usarbeitung einer Resolution beauftragen. stäre der Fraktionen, künftig se von Dokumenten einzusenn kann daraus Nutzen ziehen. die Frage der AltersverDer Antrag Italiens auf ann nicht verhandelt werden, end ist. Genosse Cabrini für die italienische Fraktion eaktion vor dem Kopenhagene. keit in der Kolonialfrage erere Wünsche geltend gemacht Litteilungen über die Altersimationskartenzwanges, der ifallversicherung auf Bosnien ing der Unfallversicherung in daß die deutsche Partei auch gitimationszwang bekämpfen daß die österreichische Partei em Protest gegen diese, ihre iter in den annektierten Läne Zustand ist heute dort weit ationsarbeit und auch infolge isterium des Aeußern. Die die Gesetzgebung an, und da aatsrechtliche Stellung jener Branting erstattete den g. Es sei wichtig, zu wissen, einheitlichen Grundsätzen auf ließe. Er setzt dann die verLeinander. Hierauf berichten Dr. Adler, Keir=Harer den Stand der Frage in ntrag bezüglich der Berichtk wird angenommen, weiter ungen der mexikanischen Rerner, namentlich sozialistischer der rumänischen Regierung ozialistischen Fraktionen werenten zu intervenieren. sbewegung. rheiter von Mittelfranken ist erbegerichts und des FabrikGewerbegericht, das als Einieinen Schiedsspruch, den beide urde Montag, 8. November, Nach zehnwöchiger Dauer ist nnen der Firma Godefroy autenbachzell im Oberrschaft beendet worden. Nachnen Antrag seiner zwei sozialvilligung von Unterstützungen errten erst im Prinzip angeiberalen“. Bürgermeister, der Elsässer ist, in einer zweiten öchstbesteuerten der Gemeinde rchzusetzen. Darauf nahmen die größtenteils unorganisiert ieder auf. Sie konnten nur en, weil sie neben der Fabrikdenparzelle bewirtschaften.— bei Mulhausen i. Els. stellten rnheim wiederum zirka 40 bis rend hier Lohnverschlechterung hodefroy& Elsässer die Einwas zur Arbeitseinstellung des. In der Holzwarenfabrik sen die Mitglieder des ung von 7—10 Proz. durchündigen— bisher 59 Stunden en hier zirka 200 Arbeiter## ag läuft 2 Jahre. Auch in Münchaurach wurde der wochenlange Streit der Holzarbeiter mit gutem Erfolge beendet. Die Lohnbewegung in der Nordhausener Kautabak-Industrie ist beendet. In einer gut besuchten Versammlung der Röllchenmacher am 5. November wurden die von den Fabrikanten gereichend bezeichnet wurden, beschloß die Versammlung— auf #und der schlechten Geschäftskonjunktur— sich mit den Zugeständnissen einverstanden zu erraren. 25 Jahre Bürstenmacher=Zentralorganisation. Am 9. und 10. November dieses Jahres sind 25 Jahre seit der Gründung der Zentralorganisation der Bürsten= und Pinselmacher verflossen. In Leipzig tagte an den genannten Tagen des Jahres 1884 der Kongreß der Bürstenmacher Deutschlands und beschloß die Gründung des„Unterstützungsvereins der Bürsten= und Mitglieder, jedoch ging die Zahl bis Ende 1887 wieder auf 4 zurück. Am 1. Juli 1893 erfolgte der Uebertritt zum Holzarbeiterverband mit 930 Mitgliedern. Die Zahl der organisierten Bürsten= und Pinselmacher hat sich im Holzarbeiterverband KORTTTETT Blum KN sentdem auf 5700 vermehrt, und der durchschnittliche Wochenverdienst weist eine Steigerung von 15,78 Mark im Jahre 1893 auf 19 Mark im Jahre 1906 auf. Als besonders wertvollen Erfolg können die Bürstenmacher verzeichnen, daß die Organisation endlich in das große erzgebirgische Industriegebiet, in Schönheide, Eingang gefunden hat. Der große Streik daselbst, an dem 1200 Perionen beteiligt waren und der dem Verbande 45.000 Mark Kosten verursachte, ist noch in aller Erinnerung. Auch die Gewinnung einer nennenswerten Zahl weiblicher Mitglieder ist den Bürsten= und Pinselmachern erst im Holzarbeiterverband möglich geworden.— Der Holzarbeiterverband hat aus Anlaß des Jubiläums ein Agitationsflugblatt für die beteiligten Arbeiter herausgegeben. Weitere Protestversammlungen der Bergarbeiter gegen den Zwangsarbeitsnachweis fanden Sonntag in Aplerbeck mit 700, in Röhlinghausen mit 700, in Wellinghofen mit 650, in Herten mit 700, in Barop mit 500, in Recklinghausen=Süd mit 300, in Bergeborbeck mit 250 und in Gelsenkirchen mit 250 Teilnehmern statt. Auch in diesen Versammlungen herrschte begeisterte Kampfstimmung. Den streikenden Kameraden in Mansfeld wurde volle Sympathie in ihrem Kampfe, um das Koalitionsrecht ausgesprochen. Arbeiter nach Brüssel gesucht? In einer Reihe deutscher Blätter erscheinen ständige Anzeigen, in denen Arbeiter für die Cehobes Gchhheihisccnent Fix und fertig— 3Teller 10 Pfg. AntortJoA Bauten der im nächsten Jahre stattfindenden Brüsseler Weltausstellung gesucht werden. Besonders werden verlangt: Maler, Zimmerer, Stukkateure usw. Schon vor einigen Tagen wurden Stukkateure vor Zuzug nach Brüssel gewarnt, da eine Lohnbewegung dieser Arbeiterkategorie in Brüssel ausgebrochen war. Es ist aber notwendig, im allgemeinen schon jetzt vor jedem Zuzug nach Brüssel zu warnen, da es den Unternehmern nur darum zu tun ist, durch Vergrößerung des Arbeitslosenheeres in Brüssel die auf Verbesserung ihrer Verhältnisse drängenden Arbeiter bei den Ausstellungsbauten von Forderungen zurückzuhalten. Wie die Lohnverhaltnisse sind, darüber geben folgende Angaben, die dem internationalen Gewerkschaftssekretariat gemacht wurden, Auskunft. Die Löhne betragen zurzeit für Maler 40 Pfg., für Maurer 36—40 Pfg., für Zimmerer 44 Pfg., für Metallarbeiter 40—44 Pfg., für Vergipser 36—40 Pfg. pro Stunde. Dabei wird von den Arbeitern der meisten Berufe— besonders von Tischlern, Zimmerern usw.— verlangt, daß sie eigenes Werkzeug mitbringen. Die Gewerkschaften der verschiedenen Berufe sind zurzeit bestrebt, eine Erhöhung dieser völlig ungenügenden Sätze durchzuführen. Das kann natürlich nur geschehen, wenn der Zuzug ferngehalten wird. Ehe also jemand auf Grund der Zeitungsannoncen— kürzlich erschien eine solche sogar im„Arbeitsmarkt“— sich zur Reise nach Brüssel entschließt, moge er sich erst genau bei seiner Gewerkschaft nach den Verhältnissen dort erkundigen. Guten Klang bei jeder Dame, Hat der wohlbekannte Name! 6120 SLUM das moderne Waschmittel D. R.-P. würzt famos ∆ Suppen, Jaucen, Gemuse, A Welecheneisen ete. ete Vortieg Ain ache gilt als Gutschem A snnnue enthält! Gutschein. Berücksichtigt bei Eueren Einkäufen die Inserenten der„Volkswacht". 6118 Zuernt Konltmt Fatikeita, denn lie ist reine Pflanzen-Butter-Margarine, ersetzt die unerschwinglich teure Kuhbutter vollkommen und übertrifft alle anderen Fette an Reinheit und Wohlgeschmack. H. Schlinck& Cie. H.-G. Hlleinige Produzenten von- Palmin-und -PalmonaReise-Handbuch für wandernde Arbeiter. Preis Nk. 1,50. Porto 10 Pig. Vorrätig in der Buchhandlung„Volkswacht“, Schulstr. 20. S Unter Preis! Orössere Posten KinderKleidchen u. 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Nack (Teleg Nach einer Verhandlungen schleife auf der teresse der Bevö des Prozesses m nur in den Sti stoff, sondern w lebhaft kommen marineamt isti lanzler und der eingehend über Genugtuung wir geäußerte Plan helmshaven und männische Beir steht geistig am weitesten hervor ist ein hoher Fü sichtszügen. Tr jugendlicher Fri die beiden Ver Spiegel=Kie der Werft stiege von Altmaterial Angabe, daß wer gemischt werden schickter Form die mit überleger eine gewisse Wir anwaltschaft, die treten läßt, hat die Frankenthal nachweisen wird. kleinen Tisch ge völlig für sich in rich, ein im biblische Alterh zu kämpfen hat. Zahl seiner Kin Vermögensverhä Vorgesetzten stel strafen verhänge diensteifrigen B Untergebene un war bezeichnend, Art eine Anzahl daß der Keller Tür zu diesem K Lokaltermin hell beschäftigten Ar gab, die Tür zu respektvoll nach. übrigen weit zu meister Chrun sein rechtes Aug verständige als auf der Werft d lamentarischen höhtes Interesse wohnenden Zent sowie die freisin hardt den Prozes Der Beginn. bleibens eines G lich ein Ersatzge öffnung der Sit bat sich Erster e den Ausführung lichen Werft der Frankenthal auf meine Fragen in den Zweck, den Angriffe auf die oder seine Schu richtig, teils maf nunmehr höchste außerhalb des Weise ausgenutzt der Verhandlung über das ganze offen bekennen n den, die nebenbe ist. Um aberd nicht allzu sehr schränken, durd lich festgestellt wi nerkungen des waltung einer ge direktor Exzellen, ihn über den sog hat festgestellt, d auf die Werftver bemerke dazu, de dem Bedürfnis? egenheit gegeben Frankentha Wege große Be Vert P- R. Vert. I.= verden von se verwertet werk daß der Angek ungen nicht ni Perft so ware Soweit Angri Eschäftswesen kalten waren, llagten darin Zeuge Ober (eeiten, Verhal vervorgehoben „Hertha“ für Händler verkau beier sbaum perte s, verkauft. wert ist, für 74 ich durch Aufr den Mastbaum #ir Lage, auf gir persönlich hier folgende aus der„Hertl teren, weniger Bei diesem Um 6 nicht möglich Nr. 263. Bielefeld, Mittwoch, 10. November 1909. 20. Die Unterschleife auf der Kieler Reichswerft vor dem Schwurgericht. (Unber. Nachdr. verb.) Hg. Kiel, 9. Nov. (Telegraphischer Bericht.— Siebenter Tag.) Nach einer zweitägigen Ruhepause wurden heute mittag die Verhandlungen in dem Riesenprozeß wegen der großen Unterschleife auf der Kieler Werft wieder ausgenommen. Das Interesse der Bevölkerung hat trotz der bereits einwöchigen Dauer des Prozesses mehr zu als abgenommen. Der Prozeß bildet nicht nur in den Städten an der„Waterkant“ ständigen Gesprächsstoff, sondern wird auch schon in den Blättern aller Richtungen lebhaft kommentiert. Eine Berichterstattung für das Reichsmarineamt ist im Verhandlungssaal anwesend, die dem Reichslanzler und dem Staatssekretär des Reichsmarineamts direkt eingehend über den Verlauf des Prozesses berichten wird. Mit Genugtuung wird hier allenthalben der von der Reichsregierung geäußerte Plan begrüßt, zunächst der Kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven und dann den Werften in Kiel und Danzig kaufmännische Beiräte zu attachieren. Von den neun Angeklagten steht geistig am höchsten und wagt sich in der Verteidigung am weitesten hervor der Kaufmann Julius Frankenthal. Er ist ein hoher Fünfziger mit weißem Bart und intelligenten GeTrotz des vorgerückten Alters verteidigt er sich mit der Werst stieg er immer und inmer wieder auf die hoben Berge von Altmaterial, um dem Gerichtshof von der Richtigkeit seiner Angabe, daß wertvolles und nichtwertvolles Metall durcheinander gemischt werden, zu überzeugen. Seine rhetorisch in recht geschickter Form gegen die Werftverwaltung gekleideten Angriffe, die mit überlegenem Humor vorgetragen wurden, verfehlten nicht eine gewisse Wirkung auf die Prozeßbeteiligten, und die Staatsanwaltschaft, die diese Massenanklage durch drei Mitglieder vertreten läßt, hat auch bereits angekündigt, daß sie durch Kundige die Frankenthalschen Angaben mindestens als Uebertreibungen nachweisen wird. Neben Frankenthal— von diesem durch einen kleinen Tisch getrennt, den Frankenthal mit seinen Privatakten völlig für sich in Anspruch nimmt— sitzt der alte Rat Heinrich, ein im Dienst ergrauter verwachsener Beamter, der das biblische Alter hinter sich und mit allen Beschwerden des Alters zu kämpfen hat. So dauerte es geraume Zeit, ehe er sich auf die Zahl seiner Kinder besinnen, und noch länger, ehe er über seine Vermögensverhältnisse richtige Auskunft geben konnte. Seine Vorgesetzten stellen ihm, auch wenn sie über ihn Disziplinarstrafen verhängen mußten, durchweg das Zeugnis eines fleißigen, diensteifrigen Beamten aus. Dagegen war er gegen Vorgesetzte, Untergebene und Publikum gleich barsch und abstoßend. Es war bezeichnend, daß er bei der Besichtigung der Werst in seiner Art eine Anzahl Arbeiter direkt anfuhr. Es handelte sich darum, daß der Keller des großen Magazingebäudes besichtigt und die Tür zu diesem Keller geöffnet werden sollte. Es erregte auf dem Lokaltermin helles Lachen, als Heinrich den in diesem Schuppen beschäftigten Arbeitern in befehlshaberischem Tone Anweisung gab, die Tür zu öffnen. Die Arbeiter kamen seinem Befehl sofort respektvoll nach. Hinter diesen beiden Angeklagten treten die übrigen weit zurück. Magazinaufseher Rieckens und Obermeister Chrunst— letzterer verlor bei einer Schiffsexplosion sein rechtes Auge— sind in der Verhandlung meist mehr Sachverständige als Angeklagte, da sie für den komplizierten Apparat auf der Werft die beste Informationsquelle darstellen. In parlamentarischen Kreisen bringt man natürlich dem Prozeß erhöhtes Interesse entgegen, es ist daher erklärlich, daß die in Kiel wohnenden Zentrumsabgeordneten Dr. Spahn und Dr. Bitter sowie die freisinnigen Abgeordneten Dr. Struve und Dr. Leonhardt den Prozeßverhandlungen stellenweise persönlich beiwohnen. Der Beginn der Sitzung verzögerte sich infolge des Ausbleibens eines Geschworenen bis fast gegen 12 Uhr, so daß schließlich ein Ersatzgeschworener einspringen mußte. Gleich nach Eröffnung der Sitzung durch Landgerichtspräsidenten Andrae erbat sich Erster Staatsanwalt Gräfrath das Wort zu folgenden Ausführungen: Ich habe bereits am Freitag auf der Kaiserlichen Werft den Versuch gemacht, den Angriffen des Angekl. Frankenthal auf die Werft entgegenzutreten, und ich habe bereits meine Fragen in dieser Richtung gestellt. Diese Fragen hatten den Zweck, den Beweis zu führen, daß die Frankenthalschen Angriffe auf die Werft, durch die er seine Nichtschuld beweisen oder seine Schuld geringer erscheinen lassen will, teils unrichtig, teils maßlos übertrieben sind. Ich bin der Ansicht, daß nunmehr höchste Zeit ist, den Angriffen Frankenthals, die auch außerhalb des Saales in sehr unvorsichtiger und subjektiver Weise ausgenutzt werden, entgegenzutreten, einmal im Interesse der Veryanolung, damit die Geschworenen kein unrichtiges Bild über das ganze Milieu bekommen, andererseits auch, wie ich offen bekennen will, im Interesse der Reichs- und Staatsbehörden, die nebenbei zu vertreten auch Pflicht der Justizbehörden ist. Um aber den Verhandlungsplan des Herrn Präsidenten nicht allzu sehr zu stören, will ich mich heute auf einen Punkt beschränken, durch dessen Aufklärung nach meiner Meinung deutlich festgestellt wird, wie unrichtig es ist, wenn man aus den Bemerkungen des Angeklagten allzu viel Schlüsse auf die Verhaltung einer großen Behörde zieht. Ich habe den Oberwerftvirettor Exzellenz v. Usedom als Zeugen geladen und beantrage, Exzellenz v. Usedom rankenthal 5 Ich Werft sem Bedürfnis Ausdruck gegeben habe, es müsse der Werft Gelegenheit gegeben werden, über die Aeußerungen des Angeklagten Frankenthal, daß man sich auf der Kieler Werft auf ganz legalem Wege große Vorteile verschaffen könne, Aufklärung zu schaffen. — Vert. I.-R. Wallach: Die Aeußerungen Frankenthals perden von seiner Verteidigung nur insoweit aufgegriffen und verwertet werden, als daraus der Schluß gezogen werden soll, daß der Angeklagte die ihm zur Last gelegten strafbaren Handlungen nicht nötig hatte und daß die Verhältnisse auf der Kieler Perft so, waren, daß er sich legale Vorteile verschaffen konnte. Soweit Angriffe gegen. Institutionen, Einrichtungen und das Esschäftswesen der Kieler Werft in diesen Ausführungen entg#en waren, hat die Verteidigung keinen Anlaß, dem Angenagten darin zu folgen. Zeuge Oberwerftdirektor Exzellenz v. Usedom: Es ist am sweiten Verhandlungstage vom Angekl. Frankenthal ein Fall vervorgehoben worden, wo ein eiserner Mastbaum vom Schiffe 8355129 für 74 Mk. von der Kaiserlichen Werft an einen guuzuet, verlauft wurde. Von diesem Händler hat Frankenthal den Mastbaum für 900 Mk. gekauft und ihn später für 1094 Mk. heiter,verkauft. Er folgerte daraus, daß ein Stück, das 1094 Mk. ##r in, fur 74 Mk. von der Werft verschleudert wird. Nachdem #. zurch„Anfrage festgestellt hatte, daß dieser Fall tatsächlich ven Mastbaum auf dem Schiff„Hertha betraf, bin ich nun in der Lage, auf Grund persönlicher Wahrnehmungen und der von „Issönlich geführten Notizen über das Verfahren der Werft erhielt die Meldung, daß das nicht möglich wäre, weil der Umbau mehr kosten würde, als ein neuer Mast. Diese Möglichkeit wurde daher fallen gelassen. Der Mast lag neben dem Schiff auf dem Kai und konnte nicht transportiert werden, weil wir keine Transportmittel für diese Größe hatten. Ich forderte damals Angaben ein, was das Verlegen dieses Mastes bei uns kosten und was wir bekommen würden, wenn wir ihn als Schrot verkauften. Ich erhielt die Antwort, daß das Verlegen des Mastes 900 Mk. kosten würde. Ich habe mich über diese hohe Summe gewundert; der Mast war aber nicht genietet, sondern geschweißt. Damals hatten wir noch nicht die Mittel, die wir jetzt haben, um geschweißtes Eisen zu zerlegen. Es war also für uns ausgeschlossen, den Mast in dieser Weise zu verwerten, denn eine Arbeit, die nichts einbringt, lohnt nicht und ist unwirtschaftlich. Mir tat der Mast aber leid, weil er ursprünglich großen Wert gehabt hatte. Ich versuchte, ihn bei einer anderen Stelle der Marineverwaltung unterzubringen, ich habe mich mit dem Kieler Hafenkapitän in Verbindung gesetzt, ob er ihn nicht als Signalstation verwenden könnte. Dafür konnte er aber auch nicht verwendet werden, weil er einen massiven Unterbau erfordert hätte und diese Kosten zu hoch waren. Ich habe mich aber damit noch nicht begnügt, sondern ich habe nach Berlin an die Damuka geschrieben und angefragt, ob der Mastbaum nicht als Aussichtsturm verwendet werden könnte. Es ergab sich schließlich, daß der Transport auch hier zu teuer sein würde. Erst dann wurde an den Verkauf des Mastbaums herangetreten. Ich habe mit dem Verkauf selber nichts zu tun gehabt. Wenn aber der Angekl. Frankenthal für den Mast schließlich 900 Mk. gegeben hat, so beweist das, wie zuverlässig wir gerechnet haben, denn diese Summe ist angegeben worden für das Verlegen des Mastbaums. Ich glaube hiermit den Beweis erbracht zu haben, wie unbegründet die Behauptungen und Schlußfolgerungen sind, die aus diesem Verkauf des Mastes für die Werftverwaltung gezogen wurden. Ich weiß bestimmt, daß die anderen Punkte, die ebenfalls von dem Angekl. Frankenthal augenscheinlich mit der Absicht vorgebracht sind, die Werftverwaltung in den Augen der Geschworenen und in der öffentlichen Meinung herabzusetzen und für sich Stimmung zu machen, auch von mir widerlegt werden könnten. Ich bin überzeugt, daß auch wegen der anderen Punkte an dieser Stelle Gelegenheit sein wird, Aufklärung zu geben. Ich bin selbstverständlich nicht in der Lage, für jeden Verkauf von Altmaterialien eine ähnliche Aussage, die sich auf persönliche Anschauungen gründet, abzugeben. Ich habe erheblich mehr zu tun und will nur zum Ausdruck bringen, um weiteren Schlußfolgerungen für die Werft und die Werftverwaltung vorzubeugen, daß die Kaiserliche Werft im Jahre 1908 mit einer sachgemäßen Verwendung von 61 Millionen Mark zu tun hatte. Demgegenüber steht der Wert des Verkaufs von Altmaterial mit 400000 Mk., also mit noch nicht 1 Prozent, genau 0,7 Prozent. Vert. I.-R. Wallach: Ich nehme an, daß später Gelegenheit sein wird, auf die Frage der mangelnden Sortierung der verschiedenen Qualitäten, die tatsächlich bestanden hat, zurückzukommen.— Angekl. Frankenthal: Der Mast hat 24.000 Kilogramm gewogen. Ich erlaube mir, darauf hinzuweisen, daß bereits zur Zeit des Verkaufs dieses Mastes das neue Schneideverfahren auf der Werft bestand.— Zeuge Exzellenz v. Usedom: Es war erst im Entstehen und das Verfahren wurde erst in einer Werkstatt versucht. Angeklagter Frankenthal: Es ist zu gleicher Zeit auf der Lerft ein ebenso großes Stück, das nicht transportiert werden konnte, zerschnitten worden.— Zeuge Exzellenz von Usedom: Davon ist mir nichts bekannt.— Hierauf wurde Vizeadmiral Exzeuenz von Usedom vorläufig entlassen. Staatsanwaltschaftsrat Reils kündigt eine Reihe von BeLaufe der Untersuchung aus den Akten eine Reihe Briefe und Schriftstücke verschwunden sind. Es ist nun aber nicht nur dies eingetreten, sondern nach Ansicht der Anklage sind auch solche Schriftstücke im Laufe der Untersuchung von den Angeklagten in die Akten eingefügt worden, die ursprunglich nicht darin waren. Das mußte natürlich dem Untersuchungsrichter auffallen. Ich will bei dieser Gelegenheit dem Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Grützmacher das Zeugnis ausstellen, daß er mit ganz ungewöhnlicher Sorgfalt und ungewöhnlichem Fleiß die schwierige Untersuchung geführt hat. Das Auftauchen dieser Briefe und Schriftstücke war für mich Anlaß, der Sache nach(unterbrechend): Durch diese Mitteilungen wird ja die Verteider Anschein erweckt werden, als o5 diese Briese und Abrech. nungen aus der Korrespondenzmappe stammen, in der sie sich seit der Zeit, deren Datum sie tragen, angesammelt haben. Nun zeigen aber diese Blätter Durchlochungen, die ganz merkwürdig sind.(Der Vorsitzende zeigt eine Reihe Blätter den Prozeßbeteiligten.) Dieses Blatt zum Beispiel hat eine Durchlochung, die nicht mit der Maschine ausgeführt worden ist.— Angekl. Frankenthal: Dann wird die Maschine nicht funktioniert haben und wir haben die Bleifeder genommen.— Vors.: Hier habe ich eine Abrechnung von Frankenthal und Jacobsohn. In dieser Abrechnung sind zwar Löcher drin, aber sie decken sich nicht mit den Löchern der anderen Blätter.— Angekl. Frankenthal: Dafür habe ich keine Erklärung. Es handelt sich hier um 120000 Briefe, und da kann ich von den einzelnen Briefen keine Kenntnis haben.— Vors.: Es scheint nun weiter, als wenn diese Unstimmigkeit in den Löchern demjenigen, der die Briefe geschrieben hat, bedenklich geworden wäre. Hier habe ich zum Beispiel ein Blatt, auf dem offensichtlich die echte Durchlochung aufgelegt worden ist, auf dem dann mit blauem Tintenstift die beiden betreffenden Stellen vorgezeichnet und dann mit der Hand ausgeschnitten worden sind.(Der Vorsitzende läßt das Blatt zirkulieren, das die Prozeßbeteiligten mit Hilfe eines Vergrößerungsglases genau in Augenschein nehmen.) Sie werden noch ganz andere Dinge erleben.— Staatsanwaltschaftsrat Reils: Augenscheinlich sind hier die Löcher mit einem scharfen Federmesser ausgeschnitten worden.— Ein Geschworener: Ich habe noch nicht erfaßt, weshalb das alles gemacht sein soll. — Vors.: Es sollte der Eindruck erweckt werden, daß diese Papiere aus der Korrespondenzmappe stammten, deshalb mußten die Löcher angebracht werden. Nun zu einer anderen Tatsache. Hier ist ein Brief, datiert: Hamburg, 16. Januar 1903. Der Brief stammt von Jacobsohn und ist an Frankenthal gerichtet. In dem Brief kommt der Satz vor:„Nachdem alles glatt von statten gegangen ist, glaube ich nicht, daß eine Denunziation einlaufen wird. Wir dürfen nicht in die Lage kommen, daß glatt von statten tion einlaufen wird. Wir dürfen nicht in die „der Alte uns den Kopf abreißt". Diese Worte„der Alte“ und „den Kopf abreißt“ sollen nun erklärt werden durch einen Brief Frankenthals an Jacobsohn vom 18. Januar 1903. Diesen Brief und nir persönlich geführten Not aus zuigende Ausfuyrungen zu machen: Der Mastbaum wurde hat die Verteidigung zu den Akten gegeben, aber da ist ein Unteren wendert c aber gisgenommen, weil er durch einen leich glück passiert: dieser Brief stammt nämlich nicht aus dem Jahre Vei Zieientst vraum einnehnenden, Mest, ersetz werden solle, 1903, sondern die Urschrift weist die Jahreszahl 1902 auf' D vesei umbau habe ich beim Schiffsbauamt angefragt, ob Verteid * nicht möglich wäre, diesen alten Mastbaum umzubauen. Ich ist von der Verteidigung ein Brief herangezogen, der eine authentische Interpretation für von dem Angeklagten Frankenthal gewährte Nachzahlungen geben sollte. Dieser Brief trägt das Datum: 11. August 1900, und enthält die Mitteilung, daß Frankenthal an den Spediteur Kründer 2000 Mark gezahlt hat. Wir haben nun versucht, diese Nachzahlung herauszubekommen. Wir haben das Scheckbuch des Angeklagten Frankenthal genommen und wir haben uns dann von den beiden in Betracht kommenden Bankhäusern Schecks geben lassen. Die Summe von 2000 Mark soll nach diesem Briefe am 11. August 1900 gezahlt worden sein, in zwei Teilen à 500 Mark und 1500 Mark. Die betreffenden Schecks der beiden Bankhäuser lauten aber auf 4527 Mark und 10991 Mark. Die beiden Schecks sind nicht ausgestellt auf den Namen Kründer, sondern der eine ohne Namen, der andere auf den Namen Grundmann.— Angekl. Frankenthal: Schecks werden überhaupt selten auf den Namen ausgestellt, sondern immer nur auf die Summe.— Vert. J.=R. Stobbe: Was soll denn dieser ganze Beweis?— Staatsanwaltschaftsrat Reils: Ich behaupte, daß der Brief vom 11. August 1900 gefälscht, daß er künstlich nachgemacht ist. Die Tatsache, daß in dem Brief behauptet wird, es seien 500 Mark an Kründer gezahlt worden, während der Talon des Schecks auf Grundmann lautet, beweist mir, daß Frankenthal, als er den Brief fälschte, sich dieser Tatsache nicht erinnerte. Es handelt sich bei den Briefen darum, daß die Angeklagten durch später künstlich nachgeahmte Briefe die sie belastenden Briefe bei den Anklageakten erklärlich und verständlich machen wollten. — Vors.: Weiter habe ich hier einen Brief vom Jahre 1904, der merkwürdigerweise vorhanden ist, während sonst alle Briefe aus diesem Jahre verschwunden sind. Darin heißt es:„Je weniger gesagt wird, desto besser.“— Angekl. Frankenthal: Dieser Brief, der neu fabriziert sein soll, hat doch für den vorliegenden Fall gar keinen Wert. Inwiefern soll dieser Brief bedenklich sein.— Vors.: Bedenklich ist Papier und Tinte, mit denen er geschrieben ist, sogar sehr bedenklich. Das werden Sie noch sehen. Weiter haben wir hier eine Abrechnung des Angeklagten Hermann Jacobsohn, datiert: zurzeit Kiel, 5. April 1903. Wie war es dem Angeklagten Jacobsohn möglich, am 5. April 1903 in Kiel diese Abrechnung zu schreiben, während er sich tatsächlich in Westfalen aufhielt.— Angekl. Jacobsohn: Dann wird Frankenthal diese Abrechnung ausgeschrieben und mir einige Tage später, als ich nach Kiel zurückkam, zur Unterschrift vorgelegt haben. Das Datum rührt natürlich dann von dem Tage her, an dem Frankenthal diese Abrechnung ausschrieb.— Vors.: Das kann stimmen, denn Sie gaben in der Tat am 7. April von Essen eine Depesche an Frankenthal auf, in der Sie mitteilten, am andern Morgen in Kiel zu sein. Bedenklich ist dann aber immer noch das Datum: zurzeit Kiel. Das wird Frankenthal nicht geschrieben haben, denn er wohnte ja in Kiel. Weiter habe ich eine Abrechnung, unterschrieben von Frankenthal und Jacobsohn, datiert 5. Oktober 1900. Am 6. Oktober 1900 schrieb aber Hermann Jacobsohn aus Hamburg an Frankenthal, daß er noch längere Zeit wegen des Beinbruches im Gipsverband liegen müsse. Er kann also doch unmöglich am 5. Oktober mit diesem Gipsverband nach Kiel gereist sein.— Angekl. Jacobsohn: Dann wird mir auch diese Abrechnung zur Unterschrift zugeschickt sein. — Angekl. Frankenthal: Ich war während der Krankheit Jacobsohns alle drei Tage bei ihm.— Vors.: Weiter habe ich hier eine Reihe Briefe aus dem Jahre 1902, von denen einer egckKiel eine Unterschrift geleistet haben will, in London war.— Angeklagter Jacobsohn: Ich kann das jetzt nach 7—8 Jahren nicht feststellen.— Vors.: In einem Briefe vom 20. September 1902 schreiben Sie, daß Sie wohl noch vier Wochen krank liegen mußten und am 30. September wollen Sie schon wieder in Kiel gewesen sein und Briese unterschrieben haben.— Vert. I.=R. Schirren: Dann wird der Angeklagte eben schneller gesund geworden sein, als er dachte.— Vert. R.=A. Stobbe: Der Präsident zieht hier fortgesetzt Schlüsse aus den vorliegenden Briefen, dann muß auch mir das gestattet sein. Ich behaupte, daß Notlügen im kaufmännischen Verkehr gang und gäbe sind es kann sich auch hier um solche handeln.— Vors.: Ich habe hier weiter einen Brief, datiert: Zurzeit Kiel, 29. Februar 1902. Das ist nun überhaupt falsch, denn einen 29. Februar gab es 1902 gar nicht, es war kein Schaltjahr. Außerdem aber war sondern der Hermann Jacobsohn an diesem Tage gar nicht in Kiel, sond in Düsseldorf, denn wir haben zwei Briefe von Jacobsohn, eine ist datiert vom 26. Februar aus Düsseldorf, der andere vom 2. März aus Düsseldorf. In dieser Zeit muß also Jacobsohn in Düsseldorf gewesen sein.— Angekl. Frankenthal: Es ist sehr leicht möglich, daß Jacobsohn an einem Tage während dieser Zeit bei mir in Kiel war.— Vors.: Ich habe noch einen Brief, datiert 11. Juli 1902. Gleichzeitig aber liegt ein Brief von demselben Tage vor den Frankenthal an Jacobsohn. Wenn Jacobsohn in Kiel war und Briefe unterschrieb, brauchte Frankenthal an Jacobsohn doch keinen Brief zu schreiben. Aus einer anderen Stelle der Akten kann ich aber feststellen, daß er an diesem Tage in Düsseldorf bei seinem Sohn war.— Ein Beisitzer: Sollen denn die ganzen Briefe verkehrt datiert sein? — Angekl. Jacobsohn: Die Sache ist zu lange her.— Vert. I.=R. Schirren: Wie hielt es denn der Angekl. Jacobsohn mit den Ortsbezeichnungen?— Angekl. Jacobsoyn: Wenn ich in Kopenhagen war, schrieb ich sehr häufig: Hamburg, den soundsovielten, weil ich dachte, ich sei noch in Hamburg.— Vors.: Sie schrieben es aber auf Frankenthalschem Papier.— Angekl. Jacobsohn: Ich nahm stets Papier von Frankenthal mit.— Ein Beisitzer: Da Sie in Hamburg wohnen, ist das vielleicht erklärlich, daß Sie Hamburg schrieben, wie erklären Sie aber, zurzei„Kisl?— Angekl. Jacobsohn: Das weiß ich jetzt nic Millagspause. Genossenschaftsbewegung. ak. Fortschritte des Genossenschaftswesens. Die Großaufsgesellschaft der französische einkau gesellschaft der französischen Genossenzchaft schäftsjahr 1908/09 einen Umsatz von 5,4 Millionen Franken erzielt. Gegenüber den Vorjahren mit 1,88 und 3,8 Millionen eine tüchtige Zunahme, die von unserem Zentralorgan„LHumanité“ mit der gebührenden Genugtuung berichtet wird. Auch mit den einzelnen Genossenschaften geht es entsprechend voran. So berichtet der Konsumverein des Pariser Arbeiterquartiers Belleville von einer Mitgliederzahl von 7383 Familien(846 Neuaufnahmen) und einem Jahresumsatz von 3620000 Franken. Im Jahre 1902 lauteten die entsprechenden Zahlen 5680(203) und 279000 Franken. Der Geschäftsüberschuß wird nur zum Betrag von 4½ Prozent des Umsatzes den Mitgliedern zurückvergütet. Der Mehrertrag fließt den eigenen Fonos des Unternehmens und gemeinnützigen Zwecken zu. So wurden mit 55.000 Franken unterstützt: Volksuniversität, Bibliothek, weltliche Waisenfürsorge, Arbeiter=Sport=,=Gesang=,=Kunst= und Esperanto=Vereine, Erziehungswerke usw. Es gibt eine Genossenschaftsapotheke, ärztliche Sprechstunden, Leib-, Unterstützungsund Sterbekasse. Weiter werden Beiträge gezahlt an die Gewerkschaftsverbände, an das Parteiorgan, und jedes Mitglied erhält während eines Streiks Brot und Milch gratis. Dabei sind ansehnliche eigene Fonds angesammelt worden. Das Genossenschaftsvermögen beläuft sich auf über 700000 Franken. Eine Krönung des bisherigen Wirkens vollzieht der Verein jetzt durch Errichtung eines Volkshauses. Zrecheint Smmal wöchentlich. Bozagsquchen-Verzeichms Den Losera bei Elnkäufen zur Beachtungempfohlen. Skuchlungenenchüiße) Vardanr. Möbel aller Art, Herde, Uhren u. Kindergagen, Herren- u. KnabenAnzüge, Kompl. Betten. Marry Dreyer Oöbenstr. 5. hinoholtreie Getrhche Bilz, Vertr. IV. Festing h Sinaloo Bleiefeld. Hegeler, Hch., Mühlenstr. 19. 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