ragt werden, ob der Angevon ihm begangen wurde, kam, daß er ein gebildeter 1 aufmerksam gemacht, worsagnose nichts sei. Unter ngeklagte nicht im Zweifel in zuverlässiges Mittel ist. einer Bejahung der Fahrren Umstände, unter denen Berücksichtigung geMilie bt, in da das ganze Milien in agten erzielten Erfolge— Exfolge waren— haben . Der Angeklagte ist vielsicheren Bewertung seiner Hinweise der Aerzte nicht Glauben abzubringen. Es ß der Angeklagte vielleicht ialität nicht imstande ist, er Unzuverlässigkeit seiner in der Vorwurf der Fahrerhebliche Bedenken haben dem Gericht sehr schwer ngsgrade und der Stellung seine Methode— das mag berden— dem Angeklagten te, wegen eines ähnlichen in, dann wird er sich nicht das mögen sich, auch diethode des Angeklagten die . Es sind speziell die bier dem das Gericht sich sechs igt hat, nachdem die Guter Angeklagte sich künftig ehen können: Ich bin von ugt gewesen. Und nach den einer der eklatanten Fälle ten angegeben wurde, fällt der Angeklagte war daher hrens fallen der Staatsrag der Verteidigung, auch vendigen Auslagen für die enen Sachverständigen auf elehnt worden. Das Genach Lage der Sache auch egen. al verließ, wurde er von chenmenge mit stürmischen IIg. es. rhaftek. Magdeburg, Bäcker Robert Hannemann en, begangen, an Mädchen den meisten Fällen waren beschlechtsverkehrs zugegen. „ 2.,Nov. Der 42jährige 14. September hier wegen au erschoß und seinen daß er bald darauf starb, suchungsgefängnis dadurch er dem Arzt zur Unterüber ein Treppengeländer 5986 raße, schestraße, iwbescherstr. erweg, straße, hstraße, rstraße, iebestt! rstraße, Erstraße, * ße. är Köllner. itee. Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Nr. 260. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. * Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Bielefeld, Sonnabend, 6. November 1909. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag ver Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht". A. Gerisch& Co., Vieleseld. 20. Krrr Uur Arbeiter! Parteigenossen! Der Wahltag naht. Aus allen Teilen des Reiches dringt die Kunde zu uns von glänzenden Siegen der Sozialdemokratie. Da darf die Bielefelder Arbeiterschaft nicht zurückbleiben. Auch von ihr soll man in allen deutschen Gauen verkünden, daß sie ihre Schlachten zu schlagen versteht. Gegen den„Umsturz“ haben sich auch in diesem Jahre alle Gruppen der bürgerlichen Parteien verbündet und die Beute, die Mandate der dritten Abteilung, unter sich verteilt. Parteigenossen! Schließt die Reihen! Im Sturme muß der Feind zersprengt werden. Die Partei erwartet, daß jeder seine Pflicht tut! Der Schillerrag muß mit einem Zusammenbruch der Reaktion und einem glanzenden Siege der Sozialdemotratie enden. Die hentige Nunmer uusaßte 16 Seiten einschließlich der Unterhaltungsbeilage„Nach Feierabend“. Der Gipfel„christlicher“ Unverschämtheit und Verlogenheit. jeher hat im sozialdemokratischen Programm der Satz: „Religion ist Privatsache“ gestanden, und jederzeit hat auch die Sozialdemokratie streng nach diesem Satze gehandelt. Den sogenannten christlichen Parteien war es vorbehalten, die Religion und speziell das Christentum in den politischen Kampf hinab zu zerren, und was haben sie damit erreicht? Daß die Bezeichnung christlich, soweit der politische und gewerkschaftliche Kampf in Betracht kommt, heute schon einen recht unangenehmen, verächtlichen Beigeschmack erhalten hat. Schuld daran haben alle diejenigen, welche mit dem Christentum ein politisches Geschäft zu machen versuchten und dabei dann die bedenklichsten Mittel in Anwendung brachten. „ Wir, sind heute in der Lage, unseren Lesern etwas so hanebüchenes von dieser„christlichen“ Kampfesweise mitteilen zu können, daß man es kaum für möglich halten könnte. In den letzten. Versammlungen, in welchen sich unsere Genossen mit diesen Christen herumstreiten mußten, wurde von diesen die Behauptung aufgestellt, der„Vorwärts“, das Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei, habe den sozialdemokratischen Anf. Entschädigung der arbeitslos werdenden Tabakarbeiter für blödsinnig erklärt, Beweis genug, daß dieser Antrag ganz und gar unbrauchbar gewesen sei. Gefragt, in welcher Nummer des„Vorwärts“ das stehe, wichen die Christen zunächst aus, bis sie endlich von ihren eigenen Anhängern zur Angabe gezwungen wurden So erklärte denn endlich das Verbandsorgan der christlichen Tabakarbeiter, es stehe in Nr. 161 des„Vorwärts“. Und was steht nun dort? Hier ist der Artikel des„Vorwärts“ wörtlich: Wie sie schwindeln! Durch Schwindeleien frechster Art sucht das Zentrum seine verräterischen Streiche gegenüber den Tabakarbeitern zu vertuschen. Hier liest man, dem berüchtigten Antrage Giesberts hätte die Petition des christlichen Tabakarbeiterverbandes zugrunde gelegen, dort wird unterstellt, das in dieser Petition Geforderte sei widersinnig, so maßlos ausschweifend, daß an seine Gewährung gar nicht gedacht werden konnte. So schreibt die „Märkische Volkszeitung": „Die Sozialdemokraten, deren Anträge immer Produkte agitatorischer Erwägungen sind, glaubten ganz schlau zu sein, als sie zum Antrag Giesberts auf Entschädigung geschädigter Tabakarbeiter Zusätze beantragten, die den in einer Petition des christlichen Tabakarbeiterverbandes ausgesprochenen Forderungen entsprechen. Nun hatte aber der Abg. Giesberts bereits seinem Antrage jene Petition zugrunde gelegt und hatte sich überzeugen müssen, daß mehr, als sein Antrag enthielt, nicht zu erreichen war. Manches, was die Sozialdemokraten besonders ausgesprochen haben wollten, lag übrigens bereits in dem Antrage darin, und es war deshalb unnötig, es nochmals auszusprechen.“ „Es wird also zugestanden, daß der sozialdemokratische Antrag und die Petition der christlichen Arbeiter dasselbe besagen. Ja, um den Verrat des Giesberts zu bemänteln, wird behauptet, dieser habe im wesentlichen das gleiche beantragt. Was aber sagt der„Arbeiter“, das Organ des Verbandes der katholischen Arbeitervereine, Sitz Berlin? In seiner Nummer vom 11. Juli bringt er es fertig, folgenden Blödsinn zu behaupten: :„Was der sozialdemokratische Antrag besagt, muß man sich einmal an einem Beispiele vergegenwärtigen. Nehmen wir an, ein Arbeiter wäre anderthalb Jahre in der Tabakindustrie tätig gewesen und würde innerhalb des ersten Jahres nach Inkrafttreten des neuen Tabaksteuergesetzes arbeitslos. Da es nach dem sozialdemokratischen Antrag auf die Dauer der Arbeitslosigkeit absolut nicht ankommt, so hätte dieser Arbeiter bei einer Arbeitslosigkeit von nur einem einzigen Tage einen vollen Jahresarbeitsverdienst, mindestens aber 500 Mark zu baampruchan Märe der Arheiter länger als zehn Jahre in der Tabakbranche beschäftigt gewesen und würde er nach Inkrafttreten des neuen Tabaksteuergesetzes innerhalb des ersten Jahres auch nur einen Tag arbeitslos werden, so bekäme dieser Arbeitslose für einen Tag den fünffachen Betrag seines Jahresverdienstes, mindestens aber 2500 Mark. Jeder nur halbwegs denkende AArbeiter wird mit Entrüstung eine solche Gejetzesmacherei zurückweisen. Daß solch ein Antrag völlig aussichtslos sein muß, liegt ohne weiteres auf der Hand....“ Ob die katholischen Arbeiter die blödsinnigen Forderungen erheben wollten, die das katholische Blatt unterstellt, mögen die vom Zentrum Betrogenen sich selbst beantworten. Vermutlich werden auch sie sagen müssen, daß die Zentrumsdemagogen dem sozialdemokratischen Antrage nur deshalb eine so alberne Auslegung geben, um den skandalösen Verrat des Zentrums zu vertuschen. *„„ Soweit der„Vorwärts“. Wir fragen alle ehrlichen Menschen: Steht hier auch nur ein Wort davon, daß der sozialdemokratische Antrag blödsinnig wäre? Ist es, nicht der Gipfel der Unverschämtheit und Verlogenheit, die klaren Worte des„Vorwärts“ in ihr klares Gegenteil zu verdrehen? In raffiniertester Weise wird erst aus dem Antrag der sozialdemokratischen Fraktion unerhörter Blödsinn herausgelesen, der erste Schwindel. und dann, nenn der„Vorwärts“ diesen Schwindel richtig kennzeichnet, wird in heimtückischer Weise gelogen, diese Kennzeichnung beziehe ssich auf den Antrag selbst, und zwar zunächst ohne irgend welche näheren Angaben in Versammlungen, wo eine sofortige Widerlegung nicht möglich ist. Wahrlich, heimtückischer und verlogener den Kampf zu führen als diese Christen, ist unmöglich. Wir wollen diesen Christen aber auch die letzte Ausrede nehmen. Sie könnten nämlich noch behaupten, der„Arbeiter" habe recht und es stehe wirklich solcher Blödsinn im Entschädigungsantrag der Sozialdemokraten. Womit ja zugleich die christlichen Arbeitervertreter, die alle treu und brav gegen diesen Antrag gestimmt haben, entschuldigt wären. Und dann hätten sie auch recht gehaht, zu sagen, der„Vorwärts“ habe den Antrag blödsinnig genannt. Zwar habe der„Vorwärts“ nur die Ausführungen des„Arbeiters“ gemeint, da aber diese richtig seien, werde dadurch auch der sozialdemokratische Antrag getroffen. Selbst wenn dies zuträfe, hätten die Christen immer noch nicht das Recht gehabt, zu sagen, der„Vorwärts“ habe den Antrag der sozialdemokratischen Fraktion blödsinnig genannt. Das war unter allen Umständen gelogen. Aber sie haben auch nicht recht, und der„Arbeiter“, dieses Organ des Verbandes katholischer Arbeitervereine, hat ebenfalls in nichtswürdigster Weise geschwindelt. Um dies zu zeigen, drucken wir hier den Antrag unserer Fraktion im Wortlaut ab. Der Reichstag wolle beschließen: in den Entwurf eines Gesetzes wegen Aenderung des Tabaksteuergesetzes folgenden Artikel IIa einzufügen: Artikel IIa. Entschädigung arbeitslos werdender Arbeiter. Personen, die als Arbeiter oder Arbeiterinnen in der Tabakindustrie gearbeitet haben und innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Tabaksteuergesetzes durch Einschränkung der Produktion oder durch Verlegung der Fabriken, oder durch Uebergang von Handarbeit zur Fabrikation vermittelst Maschinen arbeitslos werden, erhalten Entschädigung, und zwar, wenn sie zur Zeit des Eintritts der Arbeitslosigkeit mindestens ein Jahr, aber nicht länger als zwei Jahre sich als Tabakarbeiter oder=Arbeiterinnen ernährt haben, den Betrag eines Jahresarbeitsverdienstes, mindestens aber fünfhundert Mark; wenn der Arbeiter oder die Arbeiterin sich länger als zwei Jahre, aber weniger als zehn Jahre als Tabakarbeiter oder=Arbeiterin ernährt hat, den dreifachen Betrag des Jahresarbeitsverdienstes, mindestens aber eintausend und fünfhundert Mark; wenn der Arbeiter oder die Arbeiterin sich länger als zehn Jahre als Tabakarbeiter oder=Arbeiterin ernährt hat, den fünffachen Betrag des Jahresarbeitsverdienstes, mindestens aber zweitausend und fünfhundert Mark. Ob dieser Antrag verbesserungsbedürftig ist, darüber läßt sich streiten. Jedenfalls enthält er den Blödsinn, den der„Arbeiter“ aus ihm in seinem bösen Gewissen herauslesen möchte, nicht, dafür sind ja die Bedingungen für die Entschädigung in ihm enthalten. Und jedenfalls würden die arbeitslos werdenden Tabakarbeiter bei seiner Annahme besser gefahren sein, als bei dem samosen Antrag des katholischen„Arbeitervertreters“ Giesberts. Aber weil die Christen das selbst fühlen, darum versuchen sie in so ganz unerhörter Weise zu schwindeln, wie sie das hier in Minden=Ravensberg getan haben. Uebersicht. Der Schnapsblock als Retter des Vaterlaudes. Die„Kreuzzeitung“ wendet sich gegen die Behauptung, daß Konservative und Zentrum verbündet seien. Aber ein Zusammengehen beider Parteien sei zum Schutze des Vaterlandes notwendig. Das Junkerblatt rechnet den Liberalen vor: „Man nehme doch die Lage nüchtern, wie sie ist. Unsere 40 Sozialdemokraten im Reichstage— demnächst werden es vielleicht wieder 80 oder auch mehr sein— dazu die Polen, Dänen usw. usw., bilden doch nun einmal von vornherein ein totes Gewicht, das gemeiniglich automatisch gegen alles, was dem Reiche frommt, in die Wagschale fällt. Dies tote Gewicht durch ein eo ipso oppositionelles Zentrum bis mindestens an die Hälfte des Reichstages verstärkt zu sehen, daran kann doch nur der Wunsch des Liberalismus, sich selbst unentbehrlich zu sehen, sonst aber niemand. ein Interesse haben. Und noch ein höherer Gesichtspunkt. Das Zentrum ist nun einmal, man mag es beklagen oder nicht, jetzt und für absehbare Zeit die Vertretung des katholischen Volksteils. Soll dieser ein Drittel der Nation ausmachende Volksteil dauernd in innerem Gegensatz und einem gewissen Fremdgefühl in unserem Staatsleben erhalten werden?" Bei der Finanzreform habe das Zentrum bewiesen, daß ihm die Interessen des Reiches hochstehen, dieweil die Liberalen versagt haben. Das Bündnis zwischen Konservativen und Zentrum scheint denn doch etwas inniger zu sein als in der Oeffentlichkeit zugegeben wird. Die Kosten dieser Verbindung muß immer der Liberalismus tragen, der unentwegt den Kampf nach links führt und trotzdem von rechts ganz bagatellmäßig behandelt wird. Die Macht der Konservativen. Welchen Einfluß die Konservativen auf die offizielle Reichspolitik besitzen und wie gefügig sich die Regierung trotz aller Bedenken= ihrem Willen unterwirft, zeigt folgende Aeußerung, die vor einigen Tagen Graf Schwerin=Löwitz in Anklam gemacht hat: „Als ich den Fürsten Bülow in einer längeren Unterredung, welche ich wenige Tage vor seinem Rücktritt mit ihm hatte, darauf hinwies, daß doch im Fall einer Annahme der Erbschaftssteuer die ganze Finanzreform nicht zustande gekommen sein würde, erwiderte er mir, diese Möglichkeit wolle er nicht bestreiten; dann aber, wenn nur die Konservativen ihn nicht in der Erbschaftssteuerfrage im Stich gelassen und nicht mit dem Zentrum gemeinsame Sache gegen ihn gemacht hätten, würde er den Reichstag nicht nur einmal, sondern, wenn nötig, dreimal aufgelöst haben, um die Reform mit dem Block gegen das Zentrum zustande zu bringen.“ Die Aeußerung ist recht interessant. Also, wenn die Konservativen mit von der Partie hätten sein wollen, dann hätte Bülow, den die Liberalen gewissermaßen als den ihrigen preisen, keinen Augenblick gezögert, sogar dreimal hintereinander den Reichstag aufzulösen, um die Finanzreform durchzubringen; gegen den Willen der Konservativen aber wagte er nicht zu handeln und zog es lieber vor, das Feld zu räumen, als gegen sie einen Wahlkampf zu eröffnen, der ihre Machtstellung hätte erschüttern können. Fast scheint es so, als beliebte es dem Herrn Grafen von Schwerin=Läwitz zur höheren Ehre der Konservativen aufzuschneiden; aber die„Kölnische Zeitung" bestätigl in allen Teilen die Aeußerung des Grafen Schwerin. Sie schreibt: „Es kann durchaus bestätigt werden, daß dies die Auffassung des Fürsten Bülow war, und daß er sich auch zu anderen Leuten in diesem Sinne geäußert hat. Wenn es ihm möglich gewesen wäre, sich weiter auf den Block zu stützen, so würde er mit diesem vor einer selbst wiederholten Auflösung nicht zurückgeschreckt sein, die schließlich, so wie die Stimmung im Volke war und ist, eine Mehrheit ergeben haben würde, mit 1 1 A der män eine ganz andere Finanzreform hätte machen können, als wie sie uns jetzt von den Konservativen beschert wurde. Nachdem sich aber die Konservativen von der Blockpolitik abgewandt und den Block gesprengt hatten, so etwa argumentierte Fürst Bülow, hätte eine Auflosung des Reichstages sich allerings unter ganz anderen und sehr viel ungünstigeren Verhältnissen vollziehen müssen. Die Regierung wäre gezwungen gewesen, den Wahlkampf gegen drei Seiten zu führen, gegen die Konservativen, gegen das Zentrum und zegen die Sozialdemokraten. Abgeseher. davon, daß es zum mindesten fraglich ist, ob alle maßgebenden Faktoren zu einem solchen Kampfe gegen die Konservativen bereit gewesen wären, ist es so gut wie sicher, daß die preußischen Landräte einer Weisung, ihre alten konservativen Freunde zu bekämpfen, nicht oder doch nur ganz vereinzelt nachgekommen wären. Fürst Bismarck sagte einmal, seine Diplomaten müßten einschwenken wie Unteroffiziere und dasselbe dachte er jedenfalls in Uevertragung auf die innere Politik auch von den höheren Verwaitungsbeamten. Die haben sich seitdem geändert, namentlich seitdem bei der Kanalfrage die sogenannten Kanalrebellen nach ihrer ersten, unseres Erachtens übrigens in der Form nicht gerechtfertigten Maßregelung für ihren Widerstand gegen die Zentralgewalt dadurch belohnt wurden, daß man sie die Treppe hinauffallen ließ. Seitdem haben die Herren keinen Anlaß, Verwarnungen und Weisungen der Zentralgewalt sonderlich tragisch zu nehmen und es hätte sich bei einem Wahlkampfe unter den oben gekennzeichneten Bedingungen ein Durcheinander ergeben, von dem ein wirklicher Erfolg und eine gründliche Sanierung unserer parlamentarischen Verhältnisse nicht zu erwarten gewesen wäre. In diesen von oornherein zur Erfolglosigkeit verurteilten Kampf wollte Fürst Bülow nicht hineinsteigen.“ Klar und deutlich ist hierin ausgesprochen, daß die Konservativen, da die ganze höhere und hohe Bureaukratie aus ihren Parteigängern besteht, den ganzen Verwaltungsapparat in Händen hat, und die Regierung deshalb nicht wagen kann, einen ernstlichen Kampf gegen die Konservativen zu führen, da in diesem Falle der Apparat versagen, wenn nicht gar sich gegen die Regierung kehren würde. Besser kann kaum dargelegt werden, welchen Wert die liberale Phrase hat, in Deutschland und Preußen stände die Regierung über den Parteien. Sie ist lediglich der Verwaltungsausschuß der Konservativen Deutsches Weitekes Steigen der Fleischteuerung. Die Berliner Fleischerinnung hat sich mit der Frage der Fleischteuerung befaßt und brachte ihre Ansicht in folgender Weize zum Ausdruck: Die Beschickung der deutschen Schlachtviehmärkte mit schlachtreifem Vieh ist ungenügend, so daß eine Erhöhung der Verkaufspreise für alle Arten Fleisch, Wurst und Fleischwaren sich als unbedingte Notwendigkeit erweist. Die einzige Möglichkeit, diese Kalamität zu beseitigen, wird in der Oeffnung der Grenzen erblickt. Die Behauptung, daß mit der Einfuhr von lebendem Schlachtvieh die Gefahr der Seuchenverschleppung steige, wurde als leere Phrase bezeichnet. Einberufung des Reichstages. Der Reichstag ist, wie bereits gemeldet, nunmehr durch kaiserliche Verfügung definitio auf Dienstag, 30. November, einberufen worden. Der Kaiser wird den Reichstag mit einer Thronrede eröffnen. Viel Arbeit wird der Reichstag vor Weihnachten nicht mehr leisten können. Am 30. November läßt der Alterspräsident, diesmal Abg. Träger, lediglich den Namensaufruf vornehmen. Am 1. Dezember erfolgt dann die Wahl des Präsidiums. Am 6 Dezember dürfte mit der ersten Lesung des Etats begonnen werden, die, wie alljährlich, noch vor den Weihnachtsferien erledigt werden soll. Die eigentliche Arbeit wird also Mitte Januar beginnen. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 6. November. Stadtverordnetenwahl. Die Wahlbureaus der sozialdemokratischen Partei für die einzelnen Abstimmungsbezirke befinden sich in den nachstehend bezeichneten Lokalen: 1. Abstimmungsbezirk. Wahlort: Altes Rathaus am Markt. Wahlbureau: Flaßbeck, Breitestr. 15. 2. Abstimmungsbezirk. Wahlort: Gewerbeschule, Oberwallstraße. Wahlbureau! Indiestel, Bürgerweg. Abstimmungsbezirk. Wahlort: Turnhalle der 5. Bürgerschule, Gr. Kurfurstenstraße. Wahlbureau: Fritz Risch, Gr. **——„„„„*— Kurfürstenstraße 57. 4. Abstimmungsbezirk. Wahlort: 10. Bürgerschule, Gutenbergstraße. Wahlbureau: Hellsinger, Schmiedestr. 9. 5. Abstimmungsbezirk. Wahlort: 6. Bürgerschule, Herforderstraße. Wahlbureau: Central„alle, neben der Gaststube. 6. Abstimmungsbezirk. Wahlort: Knabenmittelschule, Kaiserstraße. Wahlbureau: Hagemann, Heeper= und Kronenstraßen=Ecke. 7. Abstimmungsbezirk. Wahlort: Tunhalle der 4. Bürgerschule, Heeperstraße. Wahlbureau: Freese, Heeperstraße. 8. Abstimmungsbezirk. Wahlort: 2. Bürgerschule, Rohrteichstraße. Wahlbureau: Husemann, Göben= und Luisenstraßen=Ecke. 9. Abstimmungsbezirk. Wahlort: 12. Bürgerschule, Bülowstraße. Wahlbureau: Vogt, Gütersloherstraße. Das Zentral=Bureau befindet sich im kleinen Saal der Centralhalle. Die Genossen welche sich zur Wahlarbeit gemeldet haben, müssen am Dienstag, vormittags 8½ Uhr, in der„Centralhalle" sein. Arbeiter, Parteigenossen! Wühlt am ersten Wahltage, ihr erleichtert udurch die Wahlarbeit! „Die Parteigenossen der einzelnen Abstimmungsbezirke müssen sich am Abend des ersten Wahltages im Wahlbureau ihres Bezirks einfinden. Zur Verkündung des Wahlresultats findet am Mittwoch, 10. November, abends 7½ Uhr, in der Centralhalle eine öffentliche Versammlung statt.: Zur Wahlbewegung. Wie die bürgerlichen Blätter berichten, will der Haus= und Grundbesitzerverein bei den nächten Stadtverordnetenwahlen im Jahre 1911 oder 1913 mit einer selbstständigen Kandidatenliste in den Kampf ziehen. Auch uns sind darüber Nachrichten zugegangen. Wir wissen aber auch, daß der Haus= und Grundbesitzerverein, der auf dem Rathause seine heiligsten Güter, hohe Grundrente und hohe Mieten schutzen will, nicht allein selbständig vorgehen wird. Wie wir aus absolut sicherer Quelle erfahren, will auch der Verein ehemaliger 279er, der Kanarien= und Ziegenzuchtverein, die Spiritistenloge „Aurora, du Drecksau“, der Rauchklub„Kanaster" und der „ferein für fereinfachte ortografie“ eigene Kandidaten aufstellen. Um die arg vernachlässigte Pflege der Kunst wieder zu Ehren zu bringen, trägt sich auch der Mandolinen=Klub„Enzian“ mit der Absicht, alle Kandidaten auf sein Programm zu verpflichten und, falls er damit keinen Erfolg erzielt, ebenfalls selbständig vorzugehen. In der konservativen Parteiversammlung, die vorgestern stattfand, wurden als Kandidaten aufgestellt für die 3. Abteilung die Herren Werkmeister Hermann Klußmann und Arbeiter Heinrich Wiegmann, und fur die 1. Abteilung Herr Fabrikant Arnold H. G. Bertelsmann. .— Sozialdemokxatischer Verein, Ortsgruppe Bielefeld. Die nachste Mitgliederversammlung findet am Freitag, 26. November, statt. In dieser Versammlung werden die Delegierten für die am 5.-Dezember stattfindende Generalversammlung gewählt. — Die Bezirke wählen auf 1 bis 25 Mitglieder je einen Delegierten. — Freie Volksbühne. Die Bezirkskassierer müssen am Montag abend beim Genossen Böttcher, Marktstraße 8, abrechnen. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Morgen wird die Millöckersche Operette„Der BettelFnl gegeben und Montag gehr die Lustspiel=Novität„Fräulein Josette— meine Frau in Szene. Fur die Schiller=Feier mußte der Karten=Verkauf für bei de Abende wegen der großen Nachfrage geschlossen werden, von jetzt an können nur noch Karten zu den einzelnen Abenden abgegeben werden. Dienstag und Sonnabend finden wieder Aufführungen von„Die FörsterChristl“ statt. Die stets ausverkauften Häuser sind der beste Beweis für die große Zugkraft dieser beliebten Operette. Wochen=Spielplan. Montag, 8. November. Anfang 8 Uhr, Ende 10½ Uhr. Zum zweiten Male:„Fräulein Josette— meine Frau". Lustspiel in 4 Akten von Paul Gavault und Robert Charvey. Deutsch von Max Schönau. Dienstag, 9. November. Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr. Zum sechsten Male:„Die Förster=Christl“. Operette in 3 Akten von Bernhard Buchbinder. Musik von Géorg Jarno. Mittwoch, 10. November. Anfang 7½ Uhr, Ende 10¾ Uhr. (Außer Abonnement.)„Wallensteins Lager. Ein dramatisches Gedicht in einem Aufzuge von Fr. v. Schiller.— Hierauf:„Die Piccolomini.“ Ein dramatisches Gedicht in 5 Aufzügen vor Fry Schiller S aufgugen von Hr. v. Schiller! Donnerstag, 11. November. Anfang 7½ Uhr, Ende 10½ Uhr. „Wallensteins Tod.“ Ein dramatisches Gedicht in 5 Akten von Fr. v. Schiller. Sonnabend, 13. November. Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr. Operetten-Preise! Zum 7. Male:„Die Förster=Christl.“ Operette in 3 Akten von Bernhard Buchbinder. Musik von Georg Jarno. — Das städtische Orchester veranstaltet am Sonntag, nachmittags 4 Uhr, das 32. Abonnements=Konzert der Schützengesellichaft auf dem„Johannisberg". Vorverkgufskarten haben nur für Mitglieder Giltigkeit. — 1. Kammermusikabend. Morgen abend 8¼ Uhr findet in dem Eintracht=Saale der erste Kammermusikabend der Herren Barkhausen. Sculz und Pradel unter Mitwirkung des Pianisten Gerard Bunk statt. Wir weisen auf diese Veranstaltung empfehlend hin, besonders, da zum ersten Male ein Klavierquartett von Gerard Bunk zur Aufführung kommen wird. Zur weiteren Aufführung kommen eine Violinionate von Emil Szögren und das Es-dur-Klavierquartett von Schumann.(Näheres ssiehe im Inserat) — Das Trottoir Roulant, auf dem Platze an der Kaiserstraße, wo im vorigen Winter der Zirkus stand, hat gestern seine Pforten geöffnet, und es hatte sich auch gleich eines guten Besuches zu erfreuen. Das Trottoir Roulant ist eine Stufenbahn, die sich in drei erhöhten Abteilungen mit verschiedener Geschwindigkeit dreht. Jung und alt vergnügten sich in den aufund abbewegten Kutschen oder den sich wieder drehenden kleinen Karussells. Von den Jungens werden die durch Federn zu bewegenden, wie im Galopp trabenden Pferde bevorzugt Auch für denjenigen, der sich nichts aus derartigen Vergnügungen macht, lohnt es sich doch, das Etablissement einmal anzusehen Schon die Fassade gewährt einen imvosanten Anb ick und die Innendekoration und Beleuchtung ist noch bedeutend schöner. Die Außenwand, welche das Rondell abschließt, ist mit gemalten Bildern versehen und eine die Wand entlang führende Bank bietet Sitzgelegenheit. Ein elektrisches Orchestrion jorgt für die nötige Musik und eine gut eingerichtete Restauration für die leibliche Verpflegung. Unzählige elektrische Lampen erhöhen den Glanz des Prachtbaues, nerin das Publikum auch vollständig gegen die Unbilden der Witterung geschützt ist.(Alles Nähere siehe Inserat.) — Städtische Auskunftstelle. Ueber die Tätigkeit der städtischen Auskunftstelle in der Zeit vom 1. April bis 1. Oktober d. I. vird uns folgendes geschrieben: Die Gemeinnützige Rechtsberatungsstelle für Minderbemittelte wurde im 1. Halbjahr 1909 (1. April bis 1. Oktober 1909) von 1811 Ratsrchenden in Anspruch genommen. Es wurden im ganzen 1916 Auskünfte erteilt. Von diesen entfielen 791 auf das Bürgerliche Gesetzbuch und zwar: 47 auf den allgemeinen Teil, 507 auf Schuldverhältnisse, 45 auf das Sachenrecht, 127 auf das Familienrecht und 65 auf das Erbrecht, 197 auf die Zivilprozeßordnung, 15 auf die Konkursordnung und das Zwangsversteigerungsgeietz, 16 auf die Grundbuchordnung, 124 auf das Gesinderecht, 62 auf das Handelsgesetzbuch, 17 auf das Wechselrecht, 243 auf die Geweroeordnung 2 auf das Genossenschaftsgesetz, 73 auf das Krankenversicherungsgesetz, 59 auf das Unfallversicherungsgesetz, 52 auf das Invaidenversicherungsgesetz, 6 auf das Armenunterstützungsgesetz, 60 auf die Steuergesetze, 10 auf die Heer= und Wehrordnung, 24 ani as Fürsorgeerziehungsgesetz, 7 auf das Patentgesetz, 26 auf die Verwaltungsgesetze und 121 auf sonstige Geseze und Verordnungen. In 171 streitigen Fällen gelang es zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Vermietern und Mietern, Dienstherrschaft und Gesinde Vergleiche herbeizuführen bezw. mit Erfolg zu vermitteln. Es wurden 212 Schriftstücke(Klagen, Antrage auf Bewilligung des Armenrechts der Invaliden= und Unfallrente, Steuer- und Militärreklamationen usw.) angefertigt. Von den Ratsuchenden wohnten 1456 in Bielefeld und 355 außerhalb Bielefelds, 1338 waren männlichen und 473 weiblichen Geschlechts. Der Hauptarbeitsnachweis besetzte in der angegebenen Zeit 2813 offene Stellen und zwar 2559 Stellen für mannliche und 254 Stellenz für weibliche Personen. Von den besetzten Stellen kommen auf den Stadtkreis Bielefeld 1429, auf den Landkreis Bielefeld 300. auf den Kreis Herford 141, auf den Kreis Halle 120, auf den Kreis Wiedenbrück 199, auf den Kreis Minden 67, auf den Kreis Lübbecke 92, auf das Fürstenzum Lippe 377 und auf die Provinzen Hannover, Rbeinland und Hessen=Nassau 128. Die Zahl der Arbeitsuchenden betrug 8320 männliche und 626 weibliche Personen. Unter den Arbeitsuchenden waren 37 Polen, 4 Belgier, 28 Russen, 14 Schweizer, 24 Tänen, 26 Holländer, 58 Oefterreicher, 50 Böhmen, 21 Ungarn, 15 Galizier, sieben Schweden, 1 Engländer und 1 Serbe. Die Zahl der offenen Stellen belief sich auf 2856 für männliche und 704 für weibliche Personen. Die Lage des Arbeitsmarktes hat sich gegen das Vorjahr nicht wesentlich gebessert. Die Arbeitsverhaltnisse in der Eisenindustrie waren nach wie vor schlecht. Im Baugewerbe trat im Monat September eine kleine Besserung ein. Im Bekleidungsgewerbe machte sich ein Rückgang bemertvar, so daß Schneider und Schuhmacher nur selten Stellung erhielten. An weiblichem Dienstperional mangelte es sehr. Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Arbeitern war dagegen in den Monaten August und September ziemlich rege. Die Sch hreibstube für stellenlose Kaufleute und Bureauarbeiter erledigte 400 Aufträge. Es wurden 13 253 Adressen geschrieben und 3860 Briefe postfertig gemacht. Die Zahl der Abschriften in Handschrift beliet sich auf 53. in Maschinenschrift auf 18 735 seiten. Die Zahl der um Beschäftigung nachsuchenden Personen * 9 4*„ u h a r h a l“ d e r S c h r e i b betrug 65. Hiervon wurden 24 in- und außerhalb der stube beschäftigt. Durch Vermittelung der Schreibstube erhielten 11 Personen dauernd und 9 Personen vorübergehend Stellung. An Lohn wurde durchschnittlich 3 Mk. für den Tag bezahlt. Der Wohnungsnachweis wurde in der Berichtszeit lebhaft in Anspruch genommen. Es wurden 396 leerstehende Wohnungen gemeldet. Zirka 400 Verzeichnisse mietfreier Wohnungen wurden im Bureau des Wohnungsnachweises an Wohnungsuchende verabfolgt:.„„ Das offentliche Verteyrsbureau gab im Monat April einen neuen Führer— Jahrgang 1909— heraus. Derselbe ist gegen den vorjährigen texlich erweitert und mit einem Bezugsquellenregister, sowie Umgebungskarte und Stadtplan versehen worden. Auch auf die äußere Ausstattung wurde größerer Wert gelegt. Ein großer Teil ist an auswärtige Verkehrsbureaus des In- und Auslandes kostenlos versandt, während bei Kongressen und großen Festen am Orte der Führer zum Selbstkostenpreise zur Verteilung an Fremde abgegeben worden ist. — Der Handelssachverständige beim Kaiserl. Deutschen Generalkonsulat in Rio de Janeiro, Herr Dr. Voß, wird am Sonnabend, den 6. d. M., vorm. von 10—1 Uhr und nachm. von 3—6 Uhr im Bureau der Handelskammer zu Bielefeld für Interessenten zwecks Auskunftserteilung über die Verhältnisse in Brasilien zu sprechen sein. — Polizeibericht. Gefunden: 1 Double=Gliederarmband, 1 Sack mit Kartoffeln, 1 Zigaretten-Etui, 1 Strickleiter. Verloren: 1 goldene Brosche mit Opalsteinen, 1 Etui mit 30 Mark Inhalt, 2 braune Handtaschea mi Inha“, 1 sibernes Kettenarmband, 2 Kinderpelerinen, 1 silberne Remon toir=Tamenuhr. Versammlungen. sonntag, 7. November. Herford. Verband ne und und der Schneideg, Schgeiderinnen und Wäschearbeiter. Nachm. 272 Uhr im Lokale W. Hillert, Brüderstraße. Schweicheln. Soz. Verein für Schweicheln und Sundern. Lerm. 902 Uhr: Vortrag. Minden. Vorm. 9 en. Oeffentliche Turnerversamlmlung. Nachmittags 3 Uhr im Kolosseum: Vortrag des Kreisvorsitzenden Turngenossen H. Wohlers=Bremen über das Thema: „Warum und wo turnen wir. Oerlinghausen. So z. Verein. Nachm. 4½ Uhr bei Wirt Hapner. Schötmar. Gewerkschaftskartell. Morgens ½10 Uhr bei Becker. Dienstag, 9. November. Bünde. Soz. Verein. Abends 8½ Uhr bei Gastwirt Timmert. Aufstellung der Kandidaten für die Stadtverordnetenwahl. * Quelle, 3. Nov. Einer, der gern Gemeinderat werden wollte, aber nicht konnte. Eine von bürgerlicher Seite einberufene Wählerbesprechung der 2. Ableilung tagte am Dienstag abend in der Wirtschaft des Herrn Wirt Buscher hier. Es handelte sich darum, was für einen Kandidaten man in der 2. Abteilung aufstellen sollte. Durch Flugblatt vom Hünenburgwirt Grebe war Herr Faorikani August Schwarze in Vorschlag gebracht. Eine ganze Reihe Landwirte und Handwerker, die in der Versammlung anwesend waren, wollten jedoch von dem reaktionären Schwarze nichts hören und sprachen sich gegen ihn aus. Doch nicht alle, Schuhmachermeister Kochbeck und Wirt Grebe versuchten die hervorragendsten Seiten des Herrn Fabrikanten herauszustreichen. Diese Loblieder fruchteten jedoch nichts. Man wollte nun auch gar nichts von diesem Herrn, welcher angeblich in der„kurzen Zeit so viel geschaffen hat“, wissen. Unter diesen Umständen war ein Durchfall unvermeidlich. Man mußte sich deshalb wohl oder übel dazu bequemen, einen anderen Kandidaten aufzustellen. Doch gesagt ist leichter, als getan. Von Schuhmachermeister Kochbeck wollte auch niemand etwas hören, ist dieser doch mit derselben Brühe, wie Herr Schwarze, begossen. Nach langem Hin- und Herreden einigte man sich jedoch. Es beschlossen Nationalliberale und Konservative gemeinsam, für den Maurermeister Obeloh zu stimmen. Wie dies jedoch nun Herr Schwarze hörte— er war in einem andern Zimmer des Restaurants— da mußte man ihn gesehen haben, wie er Flüche und Verwünschungen ausstieß. Hatte er vorher, als er horte, daß Herr Kochbeck aufgestellt werden sollte, freudig ausgerufen:„Nun kriege ich meine Schafe zusammen“— der Herr Fabrikant sah sich gewiß schon in zwei Jahren mit noch zwei vom Kriegerverein im Gemeinderat sitzen—, so stieß er jetzt wutentbrannt aus:„Unerhört! Gemeinheit! Die meisten Sieuern trägt man und wird so entrechtet! Nichts soll man zu sagen haben!“ Herr Schwarze war untröstlich. Die freundlichen Worte des Herrn Grebe:„Komm, August, sei doch ruhig, trinl dich nur erst einen“, halfen nichts. Lange muß man wohl noch zusammen gewesen sein und dislutiert haben, um MitterNacht hörte man noch Stimmen aus der Wirtschaft dringen. So geht es, wenn man absolut in den Gemeinderat ziehen will. Herr Schwarze mag sich einstweilen gedulden. Vielleicht geht bei er nächsten Wahl sein sehnlichster Wunsch in Erfüllung. Bis dahin jedoch mag Herr Schwarze seine Wohltaten genau reeine noch bessere Liste den Wahlern der Uns ging folgendes istrieren, damit er dann 2. Abteilung präsentieren kann. * Heepen, 3. Nov. Berichtigung.“ Schreiben zu: „Die Redaktion der„Volkswacht", Bielefeld, ersuche ich auf Grund des§ 11 des Preßgesetzes um Aufnahme folgender Berichtigung:„ 940...... H 949. 2m2#, homa uu In ihrer der. 242 schrieb die„Voltswachl in bezug uuf vie sgrabung der Leiche des Müllers Blame zu Sieker daß hier Ausgradung der Leiche des Maners Biome zu Eieler, daß hier zuerst ein falscher Sorg ausgehoben sei, in dem ein altes Mutterchen aus dem Kirchspiel Heepenz gelegen habe. Dieser mußte nun wieder an seinen Ort gesetzt und der richtige gesucht werden, der dann auch im Grabe nebenan gefunden wurde. Hierzu bemerke ich: Der Platz, wo der Müller Blome im Reihengrabe veerdigt lag, stand nach meinem Buche genau fest. Auch war ein Denkmal darauf errichtet. Wenn eine Leiche ausgegraben wird, muß auch das nebenanliegende Grab geöffnet werden, damit die Arbeiter nicht von dem nachstürzenden Sande verschüttet werden und sie Platz haben, in der Tiefe den Sarg zu fassen und zu heben. So habe ich das Grab des Blome und das Nebengrab geöffnet Als beide Särge frei waren, entfernte ich mich auf einen Augenblick und diesen benutzte ein Unberufener, den Nebensarg zu offnen. So ist es gewesen. Es ist also 1. nicht wahr, daß ein felscher Sarg herausgehoben ist. Beide Särge standen auf der Seite und unten noch fest in der Grube. 2. Wenn jemand in meiner kurzen Abwesenheit den Nebensarg unbefugt geöffnet hat, so ist das nicht meine Schuld. 3. Der Sarg des MüllersBlome brauchte nicht erst gesucht zu werden. Der stand an seinem Platz unter dem Denkmal, den ich eben zur Aushebung frei gemacht hatte. Die Angaben der„Volkswacht sind also alle unrichtig. Aug. Tappe, Totengräber. * Halle, 6. Nov. Ueber die Reichsfinanzreform wird der nationalliberale Reichstagsabgeordnete für den Wahlkreis Herford-Halle, Herr Dr. Contze, morgen nachmittag 5 Uhr im Saale des Herrn Hackemeyer sprechen. Genosse Hoffmann wird anwesend sein. * Schweicheln, 4. Nov. Der Fall des Lehrers Wörmann hat heute zu einer Verurteilung des Arbeiters Sunderbrink zu 15 Mark Geldstrafe durch das Schöffengericht in Herford geführt. Wir haben darüber schon einmal berichtet, als der Prozeß zum ersten Mal zur Verhändlung stand und vertagt wurde. Es handelte sich um die Frage, ob Sunderbrink, als er den Lehrer Wörmann zwecks Aussprache wegen dessen Vorladung vor den Schiedsmann besuchte und von diesem aufgefordert worden war, die Wohnung zu verlassen, sich des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht hat. Auch die heutige Verhandlung gab dem Lehrer Wörmann wieder Gelegenheit, seinen grenzenlosen Haß gegen die Sozialdemokratie, die ihm doch gar nichts getan hat, zum Ausdruck zu bringen.„Der Arbeiter Sunderbrint und die sozialdemokratischen Genossen sind üver mich hergefallen und haben mich fast zu Tode gepeinigt, so begann er seine Zeugenausjage. Daß ein solcher Zeuge, der solche Fleverphantasien unter seinem Eide zum besten giot, mit Vorsicht genossen werden muß, scheint uns selbstverständlich zu sein. Man muß nur wissen, welche Rolle Herr Wörmann in letzter Zeit gespielt hat. Nicht nur, daß er eine Menge Leute, von denen er sich beleidigt glaubt, vor den Schiedsmann hat laden lassen, ohne übrigens bis jetzt Klagen gegen sie folgen zu lassen, er ist auch in Stift Quernheim beim Vater des Müllerknechts gewesen und hat auf diesen wegen der ihn belastenden Aussage seines Sohnes eingesprochen. Der Vater hat ihn aber einfach ablaufen lassen. Nun ist es doch schon eine recht große Geschmacklosigkeit und mit christlicher Gesinnung nicht recht vereinbar, einen Mann wegen Hausfriedensbruchs anzuzeigen, weil er vielleicht ein paar Minuten länger in der Wohnung geblieben ist, als er nach der Aufforderung zum Verlassen nach dem Buchstaben des Gesetzes durfte. Denn darum allein dreht sich die Frage. Daß Sunderbrink vollständig friedlich die Wohnung verlassen hat, das steht fest, fraglich ist nur, ob er zwei Minuten zu lange in der Stube 26 Die ssc. Es ist in traten, auf die A daher wird auch e schlacht, die vor n in Berlin vor sich seltiam genug, abe des Sozialismus steinigerem Boder Ferdinand Lassall schreiben den Ko erleuchtet hatte, am 9. April 1863 zeitige Propagan direlten Wahlrech dem Leipziger Ze „Selbsthilfe un Schulze=Deutzsche zu erblicken erklä Stellung im StaLassalle selbst, der war, hatte in der einer Fülle von noch gehörte es zu beiter in Berlin, deutschen Arbeite sprengen. Die Tatsache, Reichstag am 12. für den sozialdemt weiter Zeugnis d Zeit, wo die Fo Schläge erlitt, noc wollten. Erst au der zum Zwecke de am 26. Septembei den Anhängern de Leitung des Präs schrittlichen Störe auf sozialdemokrat kannten die Berli war, als man hätt Als im Herbst begann die Fortsch gesichts des in de ziemlich beplaziert Sonntag. nach der berufene Volksver im Abgeordnetenh des Militärbestan lungen zum Zweck Gelegenheit schien günstig, den Verst Verbreitung sozial geben sollte. 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Die Konzerthausschlacht. gra les auf die iumer von eigenem Reiz für uns Sozialdemodaber wird guch“ans unserer Bewegung zurückzublicken, und eine Erinnerung an die berühmte Konzerthausschlacht, die vor nunmehr vierzig Jahren, am 7. November 1869, in Berlin vor sich ging, nicht ohne Wert sein. Heute klingt es seltsam genug, aber die Tatsache ist unbestritten, daß der Gedanke des Sozialismus nirgendwo an einem größeren Ort auf steinigerem Boden fiel als in der Hauptstadt Preußens. Als Ferdinand Lassalle mit seinem berühmten offenen Antwortschreiben den Kopf so manches nachdenklichen Arbeiters hell erleuchtet hatte, faßte der Berliner Allgemeine Arbeitervei am 9. April 1863 eine Resolution, die sich sowohl gegen eine zeitige Propaganda zugunsten des allgemeinen gleichen und Ziret spihsgetrschts nach Lassalles Vorschlag aussprach, als zuch Zentralkomitee eine Abjage erteilte und in der „Selbsthilfe", und„Selbstverantwortlichkeit" nach den von Schulze=Delitzsch ausgesprochenen Grundsätzen einzig das Mittel erblicken erklärte, das den Arbeitern eine ihrer würdige Stellung im Staat und in der Gesellschaft verschaffen werde. Lassalle selbst, der als Verbündeter der Konseroativen erschienen war, hatte in den von ihm abgehaltenen Versammlungen mit einer Fülle von Widerwärtigkeiten zu kämpfen, und jahrelang noch gehörte es zum guten Ton fortschrittlicher Bürger und Arbeiter in Berlin, die von den Anhängern des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins einberufenen Versammlungen zu Prage g au. Die Latsache, daß bei den Wahlen zum konstituierenden Reichslug am 12. Februar 1867 in ganz Berlin nur 69 Stimmen für den sozialdemokratischen Kandidaten abgegeben wurden, legt weiter Zeugnis dafür ab, daß die Berliner Arbeiter zu einer Zeit, wo die Fortschrittspartei in der Provinz schon schwere Schlage erntt, noch nichts oon sozialdemokratischen Ideen wissen wollten. Erst auf dem Allgemeinen deutschen Arbeiterkongreß, der zum Zwecke der Gründung gewerkschaftlicher Organisationen am 26. September 1868 in Berlin abgehalten wurde, gelang es den Anhängern des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins unter Leitung des Präsidenten J. B. von Schweitzer, sich der fortschrittlichen Störenfriede zu entledigen und das Unternehmen auf sozialdemokratischer Basis zustande zu bringen. Bald erkannten die Berliner Sozialdemokraten, daß die Frucht reifer war, als man hätte erwarten sollen. Als im Herbst 1869 der preußische Landtag zusammentrat, begann die Fortschrittspartei eine Abrüstungsaktion, die sich angesichts des in der Luft liegenden deutsch=französischen Krieges ziemlich beplaziert ausnahm. Eine auf den 7. November, einen Sonntag, nach dem Konzerthaus in der Leipziger Straße einberufene Volksversammlung sollte die von der Fortschrittsvartei Abgeordnetenhause beantragte Resolution auf Herabsetzung des Mintärbestandes und Anknüpfung diplomatischer Verhandlungen zum Zweck allgemeiner Abrüstung sanktionieren. Diese Gelegenheit schien den Führern der Berliner Sozialdemokratie günstig, den Versuch zu wagen, der der Oeffentlichkeit von der Verbreitung sozialdemokratischer Gesinnung in Berlin Kenntnis geben sollte. Zwar war von Schweitzer, der Präsident des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, auf einer Agitationstour, doch es heißt, daß Toelcke, der provisorische Leiter der Organisation, es auf das Wagestück ankommen lassen wollte, und auf seine Anfrage beim Präsidenten von Dresden aus das inhaltschwere Wort„Vorwärts“ zurücktelegraphiert erhielt. Die Anhänger des Allgemeinen beutschen Arbeitervereins erschienen in Massen sammlung erklärt wurde. Loewe wollte als Einberufer die Versammlung schließen, doch bestritt Toelcke, nachdem die Präsidentenwahl gegen den Einberufer entschieden hatte, dem Abgeordneten erfolgreich das Recht zu solcher Handlung. Die lärmenden Fortschrittler wurden dann mehr oder weniger sanft zum Saal hinausgedrängt, und daraufhin nahm die Versammlung in aller Ruhe den gewollten würdigen Verlauf. Am Schlusse nahm man eine von August Capet eingereichte Resolution an, worin die Reschaffuzng der stehenden Heere und deren Ersetzung durch eine ##verlangt wurde. Die auf teilweise Abrüstung hinstredenbe Forderung der Fortschrittspartei wurde für eine unverzeihliche Halbheit erklärt, die im Verein mit dem sonstigen Verhalten der Fortschrittler im Reichstag und Landtag beweist daß diese zu energischem Handeln unfähig und des Vertrauens der Arbeiter unwurdig seien. Die Arbeiter müßten statt ihrer auf Grund des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts Abgeordnete wählen, welche der von Ferdinand Lassalle gegründeten sozialdemokratischen Arbeiterpartei angehörten und die Interessen des Volkes voll und ganz vertreten. Toelcke schloß die Versammlung mit der Erklärung, daß die Anwesenden mit dem frohen Bewußtsein nach Hause gehen könnten, eine große politische Tat vollbracht zu haben. Unter dem Gesang der Audorfschen Arbeitermarseillaise trennten sich die Versammlungsteilnehmer. Dieser Vorgang erregte in der politischen Welt ein ungeheures Aufsehen. Wenn auch in der Kaltstellung der Fortschrittler mit aller Klarheit die Macht zutage trat, die die Lassalleanische Arbeiterpartei bereits in Berlin erlangt hatte, so darf doch nicht übersehen werden, daß die moralische Position der Sozialdemokratie bei der ihr geglückten Ueberrumpelung nicht unangefochten .:„Die Fortschrittler erhoben begreiflicherweise ein gewalliges Geschrei über die von den Lassalleanern verübte„Vergewaltigung des Vereinsrechts". Ihrem Weheklagen gegenüber betonte der Sozialdemokrat“ durchaus mit Recht:„Wenn man allgemeine Volksversammlungen einberuft, zu denen jeder ohne Unterschied der Partei erscheinen kann, so hat man zu vergewärtigen, daß in allen Fällen, wo es uns gut scheint, auch unsere Partei am Platze ist. Man hat in allen solchen Versammlungen nach allgemeinem und demokratischen Brauche den Vorsitzenoen durch die Mehrheit wählen zu lassen. Will man keine Sozialdemokraten haben, so beruse man Versammlungen von bestimmter Parteifarbe ein. In Versammlungen der Fortschrittspartei und Volkspartei werden wir nicht kommen. Das klang, wie gesagt, sehr richtig, daß sich nichts dagegen einwenden ließ, aber die Fortschrittler wußten noch auf andere Weise ihre sozialdemokratiichen Gegner zu verdächtigen. Sie beschuldigten diese des Einverständnisses mit der Polizei, weil die Beamten sich bei dem Vorgange durchaus pazsiv verhalten hatten und die später kommenden Bürger vom Betreten des Versammlungslokals mit der Warnung abgehalten hatten, daß sie sich dort Prügel holen könnten. Die kleine Organisation der Internationglen, die sich als demokratischer Arbeiterverein zuzmengeschlossen hatte, war gleichfalls entrüstet, obgleich mehiere ihrer Mitglieder in der Versammlung unbehelligt zu Wort gekommen waren. Unter Berufung auf ihrer Zugehörigkeit zur Internationale bot sie sämtlichen Parteien ein Bündnis zum Schutze der Vereinsfreiheit an, eine Wandlungsweise, der gegenüher Toelcke mit einigem Recht fragte, was wohl der ####tmen der Internationalen zu einer solchen Taktik sagen So blieb der kühne Handstreich der Lassalleaner nicht von mehr oder minder erklärlichen Bekrittelungen frei; aber alles allem braucht die Arbeiterschaft, die damaligen Zustände in Retracht gezogen, sich der Konzerthausschlacht durchaus nicht zu schamen. Es blieb unter den politischen Verhältnissen am Ausgange der sechziger Jahre kaum etwas anderes übrig, als auf diese Weise der Welt zu zeigen, wie wenig die hohlen, haltlosen Phrasen des fortschrittlichen Manchestertums sich auf einen Rückhalt im Volke stützen konnten. Zwar gab die Fortschrittspartei damals noch nicht ohne Kampf ihre Stellung auf, aber bald mußte sie sich durch die Tatsachen davon überzeugen lassen, daß sie ihre Rolle im Berliner Proletariat ausgespielt hatte. Einige Jahre später, als der Gründungskrach, der dem Kriege von siebzig folgte, die Gemüter ernüchtert hatte, gab es nur noch eine Arbeiterpartei in der neuen Reichshauptstadt: die sozialdemokratische. Die Unterschleife auf der Kieler Reichswerft vor dem Schwurgericht: (Unber. Nachdr. verb.) IIg. Kiel, 4. November. (Telegraphischer Bericht.— Vierter Tag.) sachverst.: Das kann nicht kontrolliert werden. Vors.: Das erfahren Sie auch nur rechnungsmäßig?— Sachverst.: Jawohl.— Vert. I.-R. Schirren: Da ist also gar keine Kontrolle möglich?— Sachverst.: Nein. Nur wenn sich später herausstellt, daß zu viel oder zu wenig Material da ist, verschaffen wir uns Aufklärung.— Vert. I.-R. Schirren: Gelingt es immer, solche Differenzen aufzuklären?— Sach= Haben die Zirheiter Meistens.— Vert. J=R. Schirren: o ver ich stohlegsgen letztea drei Monaten sind allein 50 verschiebene Tiebstähle zur Kenntnis der Behörde gekommen, und zwar händelt es sich um Diebstähle auch von Neumaterial. Es müßte doch eigentlich ausgeschlossen sein, daß solche Diebgründet zurückweist.— Sodann wurde Marine=IntendanturAsfessor Frerich als Zeuge aufgerufen. Er bekundet, daß die Kaiserliche Werft in Kiel in neun große Abteilungen zerfällt und über einen Angestelltenstab von 8600 Personen verfügt. Die Aufgabe der Kaiserlichen Werft ist nicht, in kaufmännischer Weise einen Gewerbebetrieb zu verwalten, sondern ihre Aufgabe ist es, für eine schlagfertige Flotte zu sorgen. Hinter dieser Aufgabe müssen alle kaufmännischen Rücksichten hintangesetzt werden. Der Wert der Bestände der Werft beläuft sich auf etwa 6 Millionen Mark, diese Bestände werden jährlich viermal umgesetzt. Diese ahl mag ein Beweis für den kolossalen Umfang sein, den der Werftbetrieb hat.— Vert. R.=A. Stobbe: Ist es richtig, daß die Hauptarbeit des Rechnungsrats Heinrich die Befriedigung der Bedürfnisse der Kriegsschiffe war und daß im erst in zweiter Linie die Sorge für die Materialien oblag?— Zeuge Assessor Frerich: In erster Linie hatte Rechnungsrat Heinrich allerdings für die Kriegsschiffe zu sorgen.— Verreidiger R.=A. Stobbe:Ist damit nicht schon die volle Arbeitskraft eines Mannes erschöpft?— Zeuge: Natürlich, wenn er alles selbst besorgt; aber er hatte ja seine Untergebenen.— Verteidiger R.=A. Stobbe: Ich meine, daß jetzt der Posten getrennt ist und zwar infolge der Vorgänge, die zu diesem Prozeß geführt haben.— Zeuge: Deswegen nicht, die Absicht der Teilung hat vielmehr schon früher bestanden.— Vert. R.=A. Stobbe: Es genügt mir die Feststellung, daß man eingesehen hai, daß ein Mann an der Spitze der Magazinverwaltung zu wenig ist. Hierauf wurde die Sitzung im Gerichtsgebäuse abgebrochen und die Prozeßbeteiligten begaben sich auf das Gelände der Kaiserlichen Werft. Unter der neugierigen Anteilnahme der Kieler Beoölterung begaben sich der Gerichtshof, die Angeklagten in Begleitung von sechs uniformierten Kriminalbeamten, sämtliche Geschworene und Ersatzgeschworene, drei Mitglieder der Staatsanwaltschaft, die Verteidiger und die Vertreter der Presse zunächst nach dem Hafen, wo ein Sonderdampfer auf sie wartete. Sie fuhren dann an der Kruppschen Germaniawerft vorbei durch das flutende Leben des Kieler Hafens bis zu dem Gelände der Kaiserlichen Werft, das eingehend in Augenschein genommen wurde. Unter Führung höherer Beamter wurde zunächst die Kontrolle besichtigt, der sich am Hauptportal jedes einund ausfahrende Fuhrwerk, sowie jeder hinein= und hinausgehende Arbeiter zu unterziehen hat. Von der Verteidigung wurde eingewendet, daß es ganz unmöglich sei, bei einer so flüchtigen Kontrolle auch genau zu untersuchen, was in den geüllten Wagen drin ist. Bei der Materialienstelle zeigte besonders der Angeklagte Frankenthal, wie völlig wertloses Zeug mit sehr vertvollen Resten Bronze, Kupfer und Messing gemischt sei, und daß es eben immer darauf angekommen sei, sich diese wertvollen Stücke herauszusuchen. Er zeigte auf einen großen Haufen gan inverletzter Röhren und Platten, für die die Industrie noch ehr gut Verwendung hat und für die sich immer gute Käufer finden, die aber von der Kaiserlichen Werft eben nicht mehr gebraucht werden können. Sodann wurde die große Maschinenhalle zenau besichtigt, in der aus den Maschinen Eisenspäne und Materialabfälle herausfallen, ebenso die Art, wie diese Späne und Abfälle nach den Magazinen transportiert werden, weiter wie die Verwiegung erfolgt. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Frage der Verwiegung geschenkt. Dann ging es auf den großen Eisenhof, der jetzt eine genauere Sortierung nach dem Wert und der Art der einzelnen Stücke aufweist als früher, wohl infolge der Vorgänge, die zu diesem Prozeß geführt haben. Schließlich begab man sich noch in den Oelkeller, wo man betrachtete, wie das Flecköl entsteht. Zum Schluß wurde eingehend die Wage besichtigt. Es war bereits dunkel geworden, als der Lokaltermin sein Ende erreicht hatte. Morgen finden auch die Verhandlungen selbst im Verwaltungsgebäude der Kaiserlichen Werft statt, damit durch die Vernehmung der zahlreichen in der Werft beschäftigten Zeugen keine Unterbrechung des Betriebes eintritt. Die Zeugen sollen von der Arbeitsstelle in den Saal gerufen und dann möglichst rasch wieder entlassen werden, damit jede Verzögerung in der Werftarbeit vermieden werde. * (Unber.„Nachdr. verb.) Hg. Kiel, 5. November. (Telegraphischer Bericht.— Fünfter Tag.) Zu Beginn der heutigen Sitzung fanden sich die Prozeßbeteiligten zunächst noch im Schwurgerichtssaal des Landgerichtsgebäudes zusammen, um noch einige geladene Zeugen und Sachverstöndige zu vernehmen. Es wird zunächst als Sachverständiger Marineoberbaurat Hoffert von der Kaiserlichen Werft in Kiel vernommen, an den Vorsitzender Landgerichtspräsident Andrae die Frage richtete, ob Unterschlagungen, wie sie die Anklage annimmt, in solchem Umfange bei einer täglichen Revision hätten gemerkt werden müssen.— Sachverst. Marineoberbaurat Hoffert verneint diese Frage. Er gao dann ein Bild von der Art, wie die technischen Revisionen auf der Kieler Werft vorgenommen zu werden pflegten. Die technische Revision ist nur der eine Teil der Revision und wird ergänzt durch andere Revisionen, vor allem durch buchmäßige Revisionen. Wir können nicht in jedem einzelnen Falle feststellen, wieviel Material da ist und ob alles Material verrechnet ist. Es entzieht sich auch unserer Beurteilung, ob das tatsächlich verrechnete Maierial verbraucht worden ist. Auf der Kaiserlichen Werft#wird jedes einigermaßen wertvolle größere Stück Eisen gewogen von einem amtlich vereideten Wiegemeister. Diese Wiegelisten bekommen nicht wir, sondern sie gehen an das Reichsmarineamt und werden dort geprüft, und zwar werden sie geprüft an der Hand der Kostenanschläge. Das ist eine der Prüfungen, die sich das Reichsmarineamt vorbehalten hat.— Vors.: Also Sie stützen Ihre Prüfungen auf Bescheinigungen, die Sie erhalten. Ob diese Bescheinigungen richtig sind oder nicht, entzieht sich Ihrer Kenntnis?— Sachverst.: Jawohl.— Vors.: Wenn nun ein Schiff abgewrackt wird, wie wird das von Ihnen kontrolliert?— wer kontrolliert das?— Sachverst.: Der Werkmeister paßt scharf auf. Was er etwa nicht gebraucht hat, gibt er sofort ab. — Vert. R.=A. Stobbe: Ich nehme an, daß jede Werkstatt ein Interesse daran hat, möglichst viel Material zurückzugeben und möglichst fiel Abfälle zu überweisen, da dann die Neuarbeit ja möglichst billig ist. Werden also zu diesem Zwecke die einzelnen Werkstätten nicht das Gewicht der Abfälle möglichst hoch angeven?— Sachverst.: Es wird allerdings darin ein bißchen zu weit gegangen.— Vert. I.-R. Schirren: Wir haben wie der Kaiserliche Werftbetrieb ist, kann man mit so kleinen Teilen nicht rechnen. Man muß nur in großen Zügen verhüten, daß ein Manko entsteht. So weit wie der Herr Verteidiger gebt, tann man wirklich nicht gehen. Die Kontrolle kann sich auf derartige Kleinigkeiten nicht erstrecken. Der nächste Zeuge war der frühere Bureaugehilfe Reinkens aus Kuxhaven, der unter dem falschen Namen Brauer sich den Angeklagten Frankenthal gewendet hat und Briefe die bevorstehende Versteigerung einer vor Jahren an in einem Briefe die bevorstehende Versteigerung einer Menge Guttavercha auf dem Artilleriedeport in Kuxyaven anverstorbenen Kapitänleutnant Haase erhalten habe.— Angekl. Siegfried Jacobsohn: Der Zeuge hat sich auch an andere gehilfen in dieser Weise in Verbindung setzen würde.— Der Zeuge bleibt jedoch bei seiner Aussage.— Vors.: Als Sie in den Saal hineintraten und vor mir standen, waren Sie sehr. laß. Ich hatte den Eindruck, daß ich einen Menschen vor mir hatte, der sich nicht sicher fühlte. Ich warne Sie dringend vor einem falschen Eid. Es wäre eine bodenlose moralische Gemeinheit, wenn Sie einen verstorbenen Offizier hier in eine Sache hineinziehen würden und wenn das nicht wahr wäre. Sie haben auch vor dem Kriminalkommissar Wannowski in Berlin kein Wort von dem Kapitänleutnant Haase gesagt.— Zeuge: Ich bleibe bei dem, was ich gesagt habe.— Vors.: Sie können die Aussage verweigern, wenn Sie sich irgend eine strafbare Handlung haben zuschulden kommen lassen.— Zeuge: Ich bleibe bei meiner Aussage.— Der Zeuge wird hierauf vereidigt. Die Gerichtssitzung auf der Kaiserlichen Werft. Hierauf wurden Sonderdampfer zur Aufnahme bereit stand. Eine große Menschenmenge hatte am Hafen Aufstellung genommen. Der der die große schwarz=weiß=rote Flagge führte, wieder entlassen werden, um, wenn die Reihe an ihnen ist, telephonisch in den Saal gerufen zu werden.— Als erster Zeuge nurde Werftdirektor Vizeadniral Exzellenz v. Usedom vernommen. Er ist von der Ve nidigung als Zeuge dafür benannt, daß trotz aller Mühe und Nachforschungen es nicht möglich war, festzustellen, wieviel Mengen von der Werft verschwunden sind. — Vors.: Exzellenz wissen, um was es sich handelt. Es sind große Mengen, die abhanden gekommen sein sollen.— Zeuge: Wenn unter den erheblichen Mengen von verschwundenem Material die Differenz zu verstehen ist zwischen den abgefahrenen Materialien und den nicht bezahlten Materialien, dann muß ich zugeben, daß eine nachträgliche Feststellung der Herkunft dieser nicht bezahlten Materialien jetzt schwer ist, weil der Nachweis dieser Differenz nur auf Grund der Bücher und Gewichte möglich ist. Dieser Nachweis läßt sich aber nicht führen, weil diese Gegenstände nur einmal gewogen sind, und wenn sie zweimal gewogen sind, immer von derselben Stelle und denselben Leuten gewogen sind. Der Grund, weshalb dieses Material nur einmal gewogen werden konnte, war einesteils der, daß es große Stücke waren, die von den Schiffen abgehauen wurden und die sich nur sehr schwer transportieren ließen, andererseits waren es kleine einzelne Stücke, die im einzelnen nicht so oft gewogen werden konnten, um die Kosten nicht zu sehr in die Hohe schnellen zu lassen.— Vors.: Ist versucht worden aufzuklären, wieviel im ganzen weggekommen ist?— Zeuge: Dem Gewicht nach läßt sich das nicht feststellen. Wir wissen nur die Art des Materials und wissen z. B., daß Schraubenflügel weggekommen sind usw. Ueber Details können wir keine Auskunft geben. Das Gericht muß bedenken, daß 1908 vier Millionen Kilogramm Eisen= und Stahlabfälle und 400000 Kilogramm wertvolle Abfälle auf der Kaiserlichen Werft vorhanden waren. Da können wir auf kleine Mengen nicht achten.— Der nächste Zeuge ist Applikant Braun, der Auskunft gab über die Verpflichtung der Applikanten, den Wiegedienst zu überwachen.— Vors.: Sind Sie das Wiegehäuschen hineingegangen?— Zeuge: Nicht Ich verstehe ja auch vom Wiegen gar nichts.— Vors.: War es nicht leichtsinnig, nicht hineinzugehen und sich einfach auf die Magazinaufseher zu verlassen?— Zeuge: Ich wußte nicht, daß ich die Magazinaufseher bewachen sollte.— Vors.: Sie meinen also, es habe genügt, wenn Sie das Gewicht weiteraben, das die Magazinaufseher Ihnen angaben?— Zeuge: Jawohl.— Vert. R.=A. Stobbe: Wer hat Sie instruiert über Ihre Tätigkeit auf der Werft?— Zeuge: Niemand, wir mußten die Werftdienstordnung studieren.— Vert. J.-R. Wal* Wie haben Sie Ihre Anwesenheit im Wiegehäuschen aufgefaßt, wenn Sie von der Sache nichts verstanden?— Zeuge: Ich habe es lediglich als eine Formsache aufgefaßt.— Vert. I.-R. Wallach: Sie haben doch nachher die Unterschrift auf den Wiegezettel gegeben, haben Sie das auch nur als Formsache aufgefaßt?— Der Zeuge kann hierüber keine Auskunft geben.— Zeuge Applikant Münch hatte die Verpflichtung, bei der Abfuhr und Verwiegung des Altmaterials zugegen zu sein. Er hatte aufzupassen, daß die richtigen Haufen abgefahren die Abnehmer nicht von anderen Haufen, die sie wurden, daß die Abnehmer nicht von anderen Haufen, nicht getauft hatten, etwas abfuhren, und daß vor aulen Dingen Käufer, die Eisen gekauft hatten, nicht etwa Bronze oder andere wertvolle Materialien nahmen. Der Zeuge Münch hat diesem Dienst auch obgelegen.— Zeuge Applikant Eichler hatte aufzupassen, wieviel Waggons taglich von der Kaiserlichen Werst abgefahren wurden.— Vert. R.=A. Spiegel: Können Sie sagen, daß auch jeder Waggon auf die Wage gekommen ist?— Zeuge: Nein, denn es wurde ja manches Altmaterial in Haufen gekauft und brauchte gar nicht über die Wage zu gehen. — Verk. R.=A. Spiegel: Kann es vorgekommen sein, daß ein Teil der Waggons, die hätten gewogen werden müssen, ungewogen mit herausrutschten?— Zeuge: Ich kann das nicht sagen, ich verließ mich ganz auf die Magazinaufseher.— Staatsanwaltschaftsrat Reils: Von wem erfuhren Sie, wieviel Waggons täglich abgefahren wurden?— Zeuge: Ich zählte selbst, außerdem sagte mir der Magazinaufseher, wieviel noch beladen werden würden und das zählten wir dann zusammen.— Staatsanwaltschaftsrat Reils: Ist nicht schon um 6 Uhr früh mit der Verwiegung begonnen worden, während der Bureaudienst erst um 8 Uhr anfing?— Zeuge: Ich ging immer erst um 8 Uhr zum Bureaudienst, was vorher geschah, weiß ich nicht. — Vert. R.=A. Stobbe: Sind wir darüber einig, daß die Kontrolle durch die Applikanten eine absolut unzuverlässige war? — Vors.: Ich bin mir vollständig darüber klar Hierauf trat eine Pause ein. Briefkasten der Redaktion. C. D., Neubeckum. Die Behörde darf das Verfahren nich einstellen, so lange ein Diebstahlsverdacht besteht! Ob zwischer den Beteiligten die Sache geschlichtet ist, ist ganz gleichgiltig. Quittung. Für die Kommunalwahlen gingen ein: Liste 6(Vae Für die Kommunglwaßlen ginge & Rempel, Tischierei) 28,25; Liste 8(Hengstenberg, Tichter 53,20; Liste 20(Dürkopp, Stanzerei und Pedalbaus 30,75; List: 24(Dürkopp, Elastikbau) 12.45; Liste 39(Koch& Co., Sch eiferei 6,50; Liste 43(Durkopp, Saal I) 54,75; Liste 56(Fabrik Nagel) 22.50; Liste 59: 16.—; Liste 64(Koch& Co., Adlerbau) 29.10; Liste 65(Hengstenberg, Schleiferei und Vernickelei) 11,10; Liste 0(Dürkopp, Stellmacherei) 19,70; Liste 71(Tischlerei Meiner: 6.50; Liste 78(Dürkopp, Saal V und Singer aal) 26,50; Liste 86 (Volkswacht) 13,10 Mark. Bielefeld, 5. 11. 1909. Wilh. Böttcher, Marktstr. 8. FEMMRent 20n auoladen schenken ihr Vertrauen seit fast zwei Jahrzehnten RX der altbewährten Kreuzs #e4% MAGGI-Würze mit dem Kreuzstern, Beim Nachfüllen achte man darauf, daß aus der großen WAGal-Flasche nachgefüllt werde, da in dieser gesetzlich nur echte MAGal-Würze feilgehalten werden darf. weil sie hält, was sie verspricht. AS6Is gute, sparsame Küche“. Siets nür erstklassige Mtraktiohen. Voteghen-Prreutel Bielefeld, Niedernstr. 14. Erstes und vornehmstes Theater für Unterhaltung und Belehrung. Originalaufnahmen berühmter Künstler und Künstlerinnen in Ton und Bild. Kinematographische Berichterstattung :: aller aktuellen Ereignisse.::(6068 Vorzüge unseres Theaters: Vornehm ausgestatteter Theaterraum.— Geschmackvolle Auswahl der Bilder.— Völlig einwandfreies Programm.— Technisch mustergiltige Vorführung.— Künstlerisch pianistische Illustration der Darbietungen. Eigene Filmzentrale in Düsseldorf, daher größte Leistungsfähigkeit. Jonass& C0. ist eine gute Bezugsquelle Beweis: Sonntag 11½2 Uhr: Matinee. Mittwoch und Sonnabend von 2—4 Uhr: Kinder-Vorstellung. i: 10 Pfg. Schlager-Programm 6. bis 9. November 1909. In den italienischen Alpen. Sensationell! Neu! Ein Zugstück dieser Woche. Unser Aufnahmeoperateur befand sich zum größten Teil mit seiner Kamera auf einem schwimmenden Floße und hat dadurch ganz entzückende Szeuen von überaus packender, aufregender Wirkung geschaffen. Eine der besten Darbietungen dieser Woche.— Unmöglich zu schlafen. 2. Schlager. Hochkomische Burleske. Neu. Neu. Perle des Spielplans. Erstkl. Schlager. Maria aus d. Oper Stradella. " EIbannloid 4. Schlager. Hervorragend. Letzte Neuh it. Herz Bitel Heidr und Gemüt ergreifendes Drama. Fesseinde Handlung. Komisch. 5. Schlager. Neu. Der lustige Witwer. Stürmischer Lacherfolg. 6. Schlager. Herrliche Szencrien. Neu. Das malerische Biarritz. Ein Bild von eigenartigem Reiz. Naturaufn. Sensationell! Neu. Erstklass. Schlager. An der schönen blauen Donau. bsond:“ Hiagewieen Spannende Vorgänge! 8. Schlager! Entzückende Farbenpracht! Die Ehrlichkeit des kleinen Blumenmädchens. Ein kleines Mädchen aus einem Blumenladen findet eine mit Banknoten gefüllte Tasche und bringt sie zur Polizei. Der Verlierer des Geldes erstattet auf der Wache Anzeige und erjährt zu seiner größten Freude, daß die Tasche bereits abgegeben worden ist. Da das Mädchen Waise ist, adoptiert er es und die Kleine lernt nun die Seiten eines besseren Lebens kennen. Kunetrguigg, Die Vogelscheuche. Hochtonschl aasspsel Gespielt von Herrn Treville vom Rejane=Theater, Herrn Villa vom Ambigu=Theater, Herrn Baud vom Vaudeville=Theater, Herrn Maia vom Gymnase=Theater. S Ich bescheinige hiermit, dass von der Firma Jonass& Co., Berlin, innerhalb eines einzigen honats 4931 Aufträge von alten Kunden, d. h. solchen, die schon vordem von der Firma Ware bezogen habon, ausge. üart worden sind. In der vorstehenden Zahl 931 sind nur die Bestellungen enthalten, die der Firma brieflich von den Kunden selbst überschrieben sind. Berlin, 1. Februar 1909. gez. L. Riehl beeidigter Bücherrevisor. Restaurant Schützenkof. Sonntag, 7. November: Gr. humoristisches 6056 O.„Inser. Anfang 4 Uhr. Es ladet ein Gust. Puls. Soeben erschien: S5 Trütenace 1910. Preis 1 Mk. Porto nach auswärts 10 Pfg. Zu beziehen durch die Buchhandlung„Volkswacht“. Sonntag, den 7. Nov., abends 8¼7 Uhr, im Saale der„Eintracht“: J. Kanmer musik-Rocha der Herren H. Barkhausen(Violine), W. Schulz(Viola), W. Pradel(Cello) und Gerard Bunk(Klavier). Programm: 6086 Klavierquartett Rob Schumann. Sonate E-moll für Klavier und Violine" E. Sjögren. Klavierquartett O-moll Gerard Bunk. Steinway-Flügel aus der Niederlage Th. Mann& Co. Vorverkauf bei Selle: 1. Platz 200 Mk., 2. Platz 1.00 Mk. An der Kasse: 1. Platz 2.50 Mk., 2. Platz 1.50 Mk. Gallerie-Karten nur an der Kasse: 0.75 Mk. en 783 7 KII 153 K 171 Seziatdemonrätischer Verein für den Wahlkreis Vieleseld-Wiedenbruck. 5985 Mitglieder=Versammlungen: Schildesche. Sonnabend, 6. abends 9 Uhr, im Lokale des Wirts Lücking. Tagesordnung: 1. Bericht vom Bezirksparteitag. 2. Frauenorganisation. 3. Gemeinderatswahl. Ortsgruppe Sicker. Sonntag, den 7. November, nachmittags 4 Uhr. Tagesordnung: 1. Beriht über den Parteitag in Brackwede. 2. Die bevorstehenden Gemeinderatswahlen. NB. Der Vortrag des Genossen Hoffmann muß ausfallen, da er anderweitig referieren muß. Ortsgruppe Stieghorst. Sonntag, 7. November, nachmittags 4 Uhr, im Vereinslokal. Ortsgruppe Verentrup. Sonnabend, 6. November, abends 9 Uhr, im Vereinslokal. Ortsgruppe Gütersloh. Sonnabend, den 6. Nov., abends 8 ½ Uhr. Vortrag des Genossen Max Sachs über„Alkoholismus und Arbeiterklasse“. Ortsgruppe Rheda. Sonnabend, den 6. Novbr., abends 8½2 Uhr, bei Kipp. Die Mitglieder sind verpflichtet, in den MitgliederVersammlungen zu erscheinen. Der Vorstand. Bochzeits=Einladlungen liefert Buchdruckerei Volksmacht. 85 Vereinsbibliotheken empfehlen wir unser Lager soztalikischer und gewernschaftrichtr Literatur Rataloge gratis und franko. Buchhandlung„Volkswacht“ Bielefeld, Schulstraße 20. □ 5 4 Todes-Anzeige. Am Donnerstag nachmittag 4½2 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine innigstgeliebte, unvergeßliche Frau und treusorgende Mutter unseres Kindes, unsere Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin, Cousine und Tante geb. Kulbrok 6069 im Alter von 30 Jahren.— Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an die trauernden Hinterbliebenen Hermann Jache nebst Kind. Die Beerdigung findet am Montag nachmittag 2½2 Uhr vom Trauerhause, Brackwede=Süd 174, aus statt. Konsum derein für Aobivissen u. Umg. E. G. m. b. H. Am Sonntag, 14. November, nachmittags 4 Uhr, findet im Lokale des Herrn Tigges, Rollkrug, eine außerordentliche Generur=Presammlung statt. Tages=Ordnung: 1. Auflösung der Genossenschaft und Beschlußfassung über den Anschluß an den Bielefelder Consum=Verein, E. G m. b. 2. Wahl der Liquidatoren. 3. Verschiedenes. Der Wi tigkeit der Tages=Ordnung wegen ist ein vollzähliges Erscheinen der Genossen erforderlich. Der Aufsichtsrat. A. Sprick, Vorsitzender. N3. Der Zutritt ist nur gegen Vorzeigung der Legitimationskarte gestattet. 6045 Todes-Anzeige. Am Donnerstag nachmittag 5 Uhr verschied sanft nach langem, schweren Leiden unser innigstgeliebter Vater, Geoßvater und Urgroßvater, der Webermeister Anton=En,, ech im Alter von 72 Jahren.— Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Schildesche, den 6. November 1909. Die Beerdigung findet am Montag, den 8. November, nachmittags 3 Uhr. vom Trauerhause, Schillerstraße 9, aus statt. Vorfeier daselbst um 2½2 Uhr. W N 6050 Nachruf. Am Mittwoch, den 3. November 1909, starb unerwartet unser langjähriger Mitarbeiter Christian Oeffelke im Alter von 57 Jahren. 6071* Wir werden ihn stets in Ehren halten! Die Arbeiter der Fa. Vereinigte Kammerichsche Werke. Nr. 26 Vom m Der Landrat yat Pech mit sein greifen in den S. nung nach der ar gar als lächerlich der Mansfelder K Schachtgebäude in eine 4000köpfige 9 Streikbrecherblute auf Piken spießen Maschinengewehre die Straßen der schnauzbärtigen G die Flinte quer üb erhalten“, worübe wird. Selost dem Aufgebot so blam lehnte. Solange zur Erheiterung schätzbaren Stoff hoffte Einschüchter das Gegenteil um am 21. Oktober is während vom 25. der zum Schacht g Mauer, trotz des nungsklüngel. Vo gebiet erscheinende willigen hat heute dem Schutz des M beit gehen können. Streik keine Zeile Kampf beendet sei. eine große Anzahl logen, bis schließlie sie der Streik been bereist, die örtliche schaften beobachtet, endet, wenn nicht furchtbaren Kamt vember auf der S in zu Fuß und Strecke höchstenfal aber niemand ein trouillierten auf von 800 bis 1000 an cheinend die racht arbiglten G. in die Chaussee G 06 und: Straße aufrecht! waffneten Gendart affneten brechern At zu. Abwechslung Lilpt, die Lanzen Wer mochte das n Hat der Herr tärs nicht nur gr gründlich blamiert wonach diejenigen gebracht sind und um 8 Uhr schließe Ukases bereits mit erfuhr, war er sch der außer Kraft allzu schnell mit de ist die Zurücknahm die zwei Wirte 5o Zentralstreikleitung Landrat telephon Laubralkenephon jetzung der Porize besonders aber fü am Bahnhof habe. Dieses Ge den Bergmannsdi nicht besucht, sond sollte die jetzt schor herabgesetzt werde die frische Luft zu Oberpräsident au bacher Wirten die Der Herr Am eine Frauenversat der Ausstellung d Leimbach, und so fort die Zurückna erhielten die Wir Ahlsdorf die Ver die Wirte sich an hebung des Ukases sich nun zum Herr nahme des Erlass mit seinem Sekre sollen wir der Zu uns ja, wenn wir Dem Wirt lie 8 Uhr mündlich n dung erfolgen. W gespannt darauf, n zu der Aufhebung zwei Stunden vo harte. Moge er suchen, die Blama er nicht überzeuger wendig war. Bei der Gemeind von 7 Kandidaten d. wurde wiedergewählt Zur Gemeindeste Verband der Detaill darin Regierung un vereine vorzunehmen zu betrachten sei. F edaktion. arf das Verfahren nich cht besteht! Ob zwischer t, ist ganz gleichgiltig. ngen ein: Liste 6(Vaer Hengstenberg, Tischere:) id Vedalbau 30.75; List (Koch& Co., Sch eiferei „Liste 56(Fabrik Nagel) & Co., Adlerbau) 29.10; Vernickelei) 11.40; Liste e71(Tischlerei Meiner: singer aal) 26,50; Liste 86 Böttcher, Marktstr. 8. st zwei Jahrzehnten mit dem# 26 kreuzstern,## 6 verspricht. ite, sparsame Küche“. oldwaren und eschenKartikel und eilzanlung talog mit 4000 Abbilgen umsonst u. portofrei ass& Co., Eerlin H 46 lle-Alliance-Strasse 3. ends 81 Uhr, tracht“: in Rocha Schulz(Viola), 0 Bunk(Klavier). : 6 0 8 6 " R o b S c h u m a n n. " E. Sjögren. ". Oerard Bunk. se Th. Mann& Co. Mk., 2. Platz 1.00 Mk. 2. Platz 1.50 Mk. Kasse: 0.75 Mk. e. hr entschlief sanft nach bte, unvergeßliche Frau ndes, unsere Tochter, " Cousine und Tante # 6069# gen mit der Bitte um# ernden Hinterbliebenen### he nebst Kind. nachmittag 2½ Uhr aus statt. 8 G e. r verschied sanst nach geliebter Vater, Geoßprecht u tiefbetrübt an Hinterbliebenen. 900. g, den 8. November, hillerstraße 9, aus statt. 6050% A I 909, starb unerwartet br 8 * uur:: 1 0 Bielefeld, Sonnabend, 6. November 1909. Arbeiter, Gendssen: Meider ven Euch ziemen nicht mehr die Laster der Unterdrückten. 20. Jahrg. Mansfrider Krirgsschauplahr. nung nach der Streik für Herrn Vogelsang, denr eine Anordnung nach der anderen erweist sich als falsch, überflüssig oder sar Fa„licherlich. Weil in seiner Phantasie die Schornsteine lder Kupferhütten zusammenstürzen, die Hütten- und eine 4000tönige Revg“ ust fliegen weil er 180—200 Frauen für Ene„ooldpiche Rrebplutionsbande ansah, die nach reichstreuem Streikbrecherblute dürstete und reichstreue Streikbrecherköpfe ap Piken spießen wollten, ließ er vier Garnisonen alarmieren, schinengewehre auffahren und Kürassiere schlachtbereit durch die Straßen der Ortschaften reiten. Außer den unzähligen schnauzbärtigen Gendarmen, die in Patrouillen von 3—4 Mann, die Flinte quer über der Brust hängend, die„Ordnung aufrecht wird, Seibft Zeid Sechn allen Wirtschaften gelacht und gespottet Aufgebat so blamabel, baß Vogelang schien dieses unnötige Wige, buumgbeggaß er jede Verantwortung, dafür ablehnte. Solange das Militar im Streikgebiet ist, hat es nur zur Erheiterung der Streikenden beigetragen und liefert unschaßzbaren Stoff für Humor in den Versammlungen. Die erStreikenden durch das Militär ist in das Gegenteil umgeschlagen denn seit dem Einzug des Militärs 21. Oktover ist die Zahl der Streikenden ständig gewachsen, während vom 25. Oktober bis 3. November ganze 3 Mann wieder zum Schacht gekrochen sind. Die Kampfarmee steht wie eine Mauer trotz des Ansturmes von allen Seiten durch den Ordnungsklüngel. Vom 21. bis 30. Oktober schrieben die im Streikgebiet erscheinenden Blätter jeden Tag:„Die Zahl der Arbeitswilligen hat heute wiederum bedeutend zu eit keine Zeile mehr, schweigen alle Vorgänge tot, als ob der Kampf beendet sei. Sie haben in ihren Kaseblättchen jeden Tag eine große Anzahl von. Streikbrechern in den Schacht hineingelogen, bis schließlich keine mehr übrig geblieben sind und ist für pe. der Streik heendez.„Wer heute als Fremder das Streitgebiet verein, die örtliche Presse liest und die Grabesruhe in den Ortschaften beobachtet, würde tatsächlich glauben, der Streik sei beendet, wenn nicht das Militär und die Gendarmen auf einen furchtbaren Kampf schließen ließen. So zählten wir am 3. November auf der Straße von Augsdorf bis Gerbstedt 27 Gendarmen zu Fuß und außerdem 6 zu Pferde! Und auf der ganzen Strecke hochstenfalls 10—15 Streikbrecher am Paulschacht, denen aber niemand ein Haar krümmen wollte. Die Gendarmen pavon 800 bis 1000 Meter, während die Berittenen je 2 Mann an cheinend die„Verbindung“ der ganzen Patrouillenkette aufrchauffeg, Garkst. de Hareiggmihan, der Straße Augsdorf in die Chaussee Gervsteor=Heiligenthal hielten 2 Mann hoch zu 206 und: Fußgendarmen die Ordnung“ der vollständig leeren Straße aufrecht! Eine menschenleere Chaussee, nur von bewaffneten Gendarmen bevöltert, um einigen reichstreuen Streikbrechern„sicheres Geleit“ zu bieten! In Hettstedt trafen wir zur Abwechslung eine Abteilung Kürassiere, den Blechhut aufgestülpt, die Lanzen stoßbereit, durch die Straßen reitend. Wohin? Wer mochte das wissen. Hat der Herr Landrat sich mit der Heranziehung des Milinur gründlich verrechnet, sondern mindestens ebenso gründlich blamiert, so noch mehr durch die neueste Verfügung, wonach diejenigen Wirtschaften, in denen Streikbureaus untergebracht sind und Streikversammlungen stattfinden, des Abends um 8 Uhr schließen sollen. Wir haben den Wortlaut jenes Ukases bereits mitgeteilt. aber kaum, daß ihn die Oeffentlichkeit erfuhr, war er schon durch den Oberpräsidenten von Hegel wieder außer Kraft gesetzt und denjenigen Amtmännern, die nicht allzu schnell mit der Ausfertigung desselben bei der Hand waren, it die Zurucknahme erspart geblieben. Am 30. Oktober erhielten die zwei Wirte von Leimbach den Ukas zugestellt, während die Zentralstreikleitung schon tags vorher erfahren hatte, daß der Landrat telephonisch beim Regierungspräsidenten die Herabzetzung der Polizeistunden auf 8 Uhr für eine Reihe Lokale, ganz besonders aber für das Gasthaus„Zum Grafen von Mansfeld“ am Bahnhof Mansfeld, wo die Streikführung wohnt, beantragt habe. Dieses Gasthaus liegt mehr als eine Viertelstunde von den Bergmannsdörfern entfernt, wird von Bergleuten fast gar nicht besucht, sondern von dem reisenden Publikum, aber dennoch soute die jetzt schon auf 10 Uhr festgesetzte Polizeistunde auf 8 Uhr herabgesetzt werden, um dadurch die Streikleitung nochmals an die frische Luft zu setzen. Es ist nicht so weit gekommen, weil der Oberpräsident auf eine dringende Beschwerde hin den Leimbacher Wirten die Polizeistunde auf 11 Uhr heraufgesetzt hat. Der Herr Amtmann von Greisfeld Herr v. Doetinchen, der eine Frauenperigzumlugg, nur bis 5 Uhr„genehmigte“, war mit vieserz urases nicht so. fix wie Herr Ziegler, von o erlehte er daß er mit der Ausstellung auch steuer der Antrag Osann unterstützt werden, nach dem die Besteuerungen, dieser Betriebe nach dem Umsatz erfolgt. Endlich r Hieren giern ersucht, den Begriff„Warenhaus“ zu steuer anzustreben. Verste und Rechtsanwälte sei eine Berufs. Arbeiterkinder=Elend. Seit dem 1. Oktober 1904 hat die Mannheim einen Schularzt im Hauptamt anesstellt,un, ist damit in die Reihe derjenigen wenigen Städte vie der wichtigen schulärztlichen Frage eine besondere Beachtung schenken. Wie Anstellung eines ständigen Schularztes damals damit begründet, daß zur Vertiefung in die Schulhygiene die betreffende Persönlichkeit sich ganz dieser Aufgabe widmen müsse, was im Nebenamt nicht gut möglich sei, und auch Hur Höshren saste. Dienst sich nevenamtlich schwer Nach den vorliegenden Berichten, von denen der letzte erst kürslich, erschienen ist, erstreckt sich die Tätigkeit des Schularztes auf aue das korperliche Wohl berührenden Fragen, so auf die Unterbringung der Schuler in den Schulräumen, ob die Schulusw. Ferner hat der Schularzt diejenigen Schüler zu bezeichnen, die in ihrer Ernährung zurückgeblieben sind und daher an dem in siter zen halten! eiter merichsche Werke. der Ausstellung vieses Ukases nicht so fix wie Herr Ziegler von Leimbach, und st er###e#die er, daß er mit der aussieuung auch sofort die Zurücknahme verfügen mußte. Am Mittwoch, 3. Nov., erhielten die Wirte in seinem Amtsbezirk, in Ziegelrode und Ahlsdorf die Verfügung, um 8 Uhr schließen zu müssen, worauf die Wirte sich an den Landrat wandten und von diesem die Aufhebung des Ukases versprochen erhielten. Der eine Wirt begab sich nun zum Herrn Amtmann und bat um die sofortige Zurücknahme des Erlasses. Er hörte, wie der Herr Amtmann sich mit seinem Sekretär darüber unterhielt:„Welche Begründung sollen wir der Zurücknahme denn nun geben? Wir blamieren uns ja, wenn wir nicht eine entsprechende Begründung finden.“ Dem Wirt ließ man die Aufhebung des Schankverbots um 8 Uhr mündlich mitteilen, jedoch werde die schriftliche Begründung erfolgen. Wir und jedenfalls die ganze Oeffentlichkeit sind gespannt darauf, welche Begründung der Amtmann v. Doetinchen zu der Aufhebung des Polizei=Erlasses„finden“ wird, den er Stunden vorher zur Rettung des Staates ausgefertigt hatte. Möge er mit Aufbietung des ganzen Polizeigeistes versuchen, die Blamage zu verwischen, andere Menschenkinder wird er nicht überzeugen, daß die Herabsetzung der Polizeistunde notwendig war. Bei der Gemeinderatsersatzwahl in Weida i. Th. wurden von 7 Kandidaten der Ordnungsparteien 5 gewählt, 1 Genosse wurde wiedergewählt, einen Bezirk eroberten wir neu. Zur Gemeindesteuerreform in Hessen bereitet der Hessische Verband der Detaillistenvereine eine Eingabe vor. Er ersucht vurin megierung und Kammer, eine Besteuerung der Konsumvereine vorzunehmen, die als eine Forderung der Gerechtigkeit in betrachten sei. Ferner soll bei der Warenhaus= und Filialin ihrer Ernährung zuruckgeblieben sind und de von der Stadtverwaltung unentgeltlich gespendeten, Milch und einem Brötchen bestehenden Fruhstück teilnehmen dürfen. Der hierfür im vergangenen Winter gemachte AufMark. Auch die eines Ferienaufenthaltes bedürftigen Schüler werden vom Schularzt bezeichnet. Als gesundheitlich eines solchen Ferienaufenthaltes bedürftig wurden in diesem Jahre im ganzen 920 Knaben und 1018 Mädchen bezeichnet, das sind, so heißt es im Bericht des Schularztes, 25 Prozent der gesamten, über 10 Jahre alten Schullevölkerung. Da es aber dem Verein für Ferienkolonien an den erforderlichen Mitteln zur Unterbringung so zahlreicher Schüler fehlte, so konnten nur 372 Knaben und 409 Mädchen untergebracht werden. Der Bericht konstatiert dann, daß das in die Ferienkolonien geschickte Schülermaterial schlechter und daher die Erfolge geringer geworden seien. Von den Kolonieführern wurde allgemein die Beobachtung gemacht, daß viele Kinder im Anfang keinen Appetit haben, weil ihr Magen keine regelmäßige Tätigkeit gewoynt ist.... Je schwächlicher die Kinder sind, desto später stellt sich eine Besserung der Ernährungsverhältnisse ein.“ Von ganz besonderer Wichtigkeit ist, was der Schularzt über die gesundheitlichen und körperlichen Verhältnisse der ihm auch unterstellten„Schüler der Bürgerschule(erweiterte Vollsschule, Schulgeld jährlich 28 Mark) zu berichten hat. Es heißt da:„In früheren Berichten wurde anläßlich der Erörterung der Schulbankfrage schon öfter darauf hingewiesen, daß das Schülermaterial der Bürgerschule in Körpergröße und Körpergewicht um mindestens ein Jahreswachstum voraus ist. Das gleiche säßt sich aus den vierjährigen Erhebungen über Körpergröße und Gewicht der Kinder ersehen. Bei den Reihenuntersuchungen und schulärztlichen Sprechstunden in der Bürgerschule sind Kinder mit so schlechten Ernährungs= und Gesundheitsverhältnissen, wie die Gruppen der eines Kolonieaufenthaltes als dringend bedürftig bezeichneten und wirklich berücksichtigten Kinder in der Tat überhaupt gar nicht anzutreffen.“ Nach einer dem Bericht beigegebenen Tabelle betrug in der ersten Normalklasse das Durchschnittsgewicht bei den Knaben der Bürgerschu.e 21,19 und bei den Knaben der Volksschule nur 19,83 Kilogramm. Das gleiche Verhältnis besteht auch in den höheren Klassen, sowohl bei Knaben wie bei Mädchen. Auch waren die Kinder der Bürgerschule im Durchschnitt größer gewachsen als die Volksschüler. Diese schulärztlichen Feststellungen sprechen Bände! Sie zeigen, wie die unteren Klassen an Unterernährung leiden, denn das, was hier bei den Kindern festgestellt wurde, trifft sicherlich erst recht bei deren Eltern zu. Schlechte Wohnungen und mangelhafte Ernährung, wozu dann auch noch ungenügende Bekleidung kommt, sind die Ursachen der schlechten körperlichen Entwicklung der Arbeiterkinder. Der hier mit den Kindern des Mittelstandes gemachte Vergleich zeigt das zur Eoidenz, was unsere Gegner aber nicht abhalten wird, von dem hohen wirtschaftlichen Aufschwung, den die Arbeiterklasse genommen haben soll, zu fabulieren und zu verlangen, daß sie sich endlich mit ihren„durchaus angemessenen“ Lohn zufrieden geben soll. Gewerkschaftsbewegung. Tarifverträge und Kämpfe in der Brauindustrie. Der zwischen dem Brauereiarbeiterverbande und der Brauereivereinigung in Ulm vereinbarte Tarifvertrag wurde auf ein Jahr verlängert mit einer Lohnerhöhung von 0,70—1,40 Mark pro Woche und Entschädigung des nicht getrunkenen Freibieres mit 15 Pfg. pro Liter. Bis zum 1. Oktober 1910 muß der Abschluß eines neuen Tarisvertrages vollzogen sein. Der Tarif wurde diesmal auf die Maschinisten und Heizer ausgedehnt.— Die Erneuerung des Tarifvertrages mit der Aktienbrauerei Itzehoe brachte eine Arbeitszeitverkürzung von täglich ¾ Stunde für die inneren Betriebsarbeiter und 1 Stunde für die Bierfahrer. Der Lohn wurde um 1—2 Mark pro Woche für Heizer erhöht, um 2—3 Mark für Hilfsarbeiter. Ueberstunden werden um 5 Pfg. höher bezahlt. Die Sonntagsjour wird um 3 Stunden verkürzt und um 1,50 Mark höher bezahlt. Das Bierfahren an Sonntagen wird mit 1 bezw. 2 Mark vergütet.— Für die Arbeiter des Frankfurter Brauhauses, Frankfurt a. M., wurde eine Lohnerhöhung von 2,50 Mark pro Woche erzielt.— In der Bierniederlage von Ehrenberg in Stettin legte das gesamte Personal die Arbeit nieder, weil der Betriebsinhaber einen Kutscher entlassen wollte, wofür er bereits einen billigeren engagiert hatte. Der billigere und ein inzwischen eingestellter Arbeitswilliger mußten den Betrieb wieder verlassen; nach eintägigem Streik nahmen die Streikenden die Arbeit wieder auf. Zu den Tarifverhandlungen im Malergewerbe. Der Protest seitens des Verbandes der Maler. Lackierer und Anstreicher gegen die Hinzuziehung des Herrn Rat Boysen aus Hamburg hat sich erledigt. Es wurde eine Uebereinstimmung dahin erzielt, daß an Stelle des Geh. Ministerialrates Dr. Wiedfeldt der Nachfolger desselben. Herr Dr. Rat aus Essen, an den Verhandlungen teilnimmt. Tarifbewegung der Rechtsanwaltsangestellten in Leipzig. Die Leipziger Anwaltsangestellten führen seit längerer Zeit eine Tarifbewegung, die von den drei bestehenden Organisationen— Verband der Bureauangestellten Deutschlands, Kreisverein Leipzig des Verbandes Deutscher Bureaubeamten und Bureaubeamtenverein zu Leipzig— gemeinsam durchgeführt werden sollte. Wie notwendig eine Verbesserung der Gehaltsverhältnisse der Anwaltsangestellten ist, zeigt eine Statistik, nach der 53,5 Prozent ein„Gehalt" bis zu 50 Mk. 27,1 Prozent von 50—100 Mk. und nur 19,4 Prozent über 100, Mk, beziehen. 66.6 Prozent aller Angestellten waren bis zu 20 Jahre alt, 23 Prozent zwischen 20 und 30 Jahre und über 30 Jahre alt. Die Leipziger Anwaltschaft hatte die Forderung der Angestellten auf Regelung des Lehrlingswesens und der Arbeitszeit sowie Festsetzung von Mindestgehältern und Ferienurlaub abgelehnt. Darauf nahmen der Kreisverein und der Bureaubeamtenverein von ihren Forderungen Abstand; sie überließen jetzt dem Verein der Bureauangestellten das Kampffeld allein, der nun auch die Tarifbewegung energisch fortsetzt. Eine öffentliche Versammlung der Bureauangestellten verurteilte scharf das Gebaren der beiden genannten Organisationen und beauftragte den Verband der Bureauangestellten usw. Deutschlands, die Tarifbewegung im Namen der gesamten Anwaltsangestellten allein weiterzufuhren. Ein Unternehmer über Streikbrechervermittlung. Bei der mitte lsäntischen Mülleraussperrung suchen die Unternehmer aus an eien. P####te ce Arbeitswillige heranzuziehen; besonders der Mühlenbentzer Bauriedel in Nürnberg sucht durch Versendung von Zirrularen und Annoncen in Zeitungen Streikbrecher für sich und andere Betriebe zu werben Darauf sandte ihm ein Mühlendirektor aus Beuthen O.=S. einen Brief der der. Ausgesperrten auf den Tisch geflogen ist. In diesem Brief "„Mit großer Verwunderung ersehe ich aus unserer Vergandszeitung, daß Sie Ihren geschätzten Namen dazu hergeben, Mullern Arbeit in den Betrieben nachzuweisen, die augenblicklich Lohndifferenzen mit ihren Arbeitern haben. Ich bin überzeugt, daß es nur dieser Anregung bedarf, damit Sie eine fernere Vermittlung von Arbeitskräften ablehnen. Leider trägt unsere perkehrte Reichs=Steuer=Politik die Schuld daran, daß aue Levensmittel recht empfindliche Preissteigerungen aufweisen. Dies dürfte auch die vielleicht berechtigte Ursache für die dortigen Lohnforderungen sein. Eine Beurteilung der hortigen, Ziserenzen„möchte ich mir versagen, wohl aber erNaren, duß ich bei Lohnkämpfen die Vermittelung von Arbeits...„ für eine Ansehen erhöhende Tätigkeit nicht erachten „ Reparierte Lokalisten=Ehre. Im Verlaufe des bekannten Streikes im Strebelwerke zu Mannheim hatte der Lokalist Adolf ###s zer in ungehöriger Weise, gegen den Metallarbeiterverband G gegen„die Sozialdemotratie gehetzt. Die Mannheimer „Volksstimme“ hatte schließlich dem Stelzer in ebenso scharfer Reizs gegnn o...1 ihn mit dem Sekretär Hilbig vom gelben Agegperein auf eine Stufe gestellt. Sie verlangte von Stelzer auskunft darüber, woher er die Mittel zu seiner Existenz nähme, da er ja ein vollwertiges Arbeitsverhältnis nicht habe. Schließlich war das Auftreten des Stelzer als das eines Agent provocateur bezeichnet, der wie in Basel so auch in Mannheim die Arbeiterschaft immer nur scharf mache, der aber auch, wenn §. zu, kritischen Situationen komme, nie zu sehen sei. Am 29. Herr#de gat e. das Schöffengericht in der Sache zu urteilen, da Moisstimme: beleidigt fühlte, der Veranswortliche, der S#n mume, wurde zu einer Geldstrafe von 20 Mk. und einem Drittel der Kosten verurteilt, zwei Drittel der Kosten wurden dem Kläger aufgeburdet, da er durch sein Auftreten Veranlassung zu den fraglichen Artikeln in der„Volksstimme“ gegeben hätte. Urteil legte Stelzer Berufung ein, über die am 3. November vor dem Landgericht zu Mannheim verhandelt wurde. Die Strafe für Remmele war ihm zu niedrig, außerdem vollte er keine Kosten zahlen. Das Landgericht hob das schöffengerichtliche Urteil auf und verurteilte den Redakteur Remmele zu einer Geldstrafe von 150 Mark und zu den Kosten beider Instanzen. Remmele habe klipp und klar zu beweisen gehabt, daß Stelzer von unehrenhafter Seite die Geldmittel zu seiner Existerz erhalte. Der S 193 des Str.=G.=B. sei vom Schöffengericht angezogen worden. Remmele habe zwar den Kampf in Wahrung berechtigter Interessen geführt, die Form der Artikel aber verhindere die Zubilligung des Schutzes von§ 193 des Strafgesetzbuches. Auf dieses verschärfte Urteil kann der Lokalist Stelzer nicht stolz sein. Er hat sich auch in der Gerichtsverhandlung über seine Existenzverhältnisse ausgeschwiegen, und es wird ihm mit Gerichtsurteilen nicht gelingen, die Zweifel an seiner Ehrenhaftigkeit zu beseitigen. Nebenbei bemerkt sei noch, daß der Vorsitzende des Landgerichts, der bei der Landtagswahl in Lörrach=Land gegen unseren Parteigenossen Breitenfeld unterlegene Führer der liberalen Partei, Landgerichtsrat Dr. Obkircher war, der auch Mitglied des gelben Arbeitervereins zu Mannheim ist.ns „ Erfolgreicher Streik der russischen Borstenarbeiter. Das auslandskomitee des Allgemeinen judischen Arbeiterbundes für Littauen, Polen und Rußland rief in der ausländischen Parteiund Gewerkschaftspresse die Arbeiter um Beistand an für 2000 ausgesperrte Borstenarbeiter des Nordwestgebietes Rußlands. Das Komitee macht jetzt bekannt, daß der Kampf der Borstenarbeiter nach einer Dauer von vier Monaten mit glänzendem Erfolg beendet ist. Die Solidarität der Arbeiter überwand alle Schwierigkeiten. Das Bestreben der Fabrikanten, dem seit 1905 erkämpften achtstündigen Arbeitstage ein Ende zu machen, mißlang.„Vom Ausland wurden 173058 Franken zur Unterstützung Der amerikanische Gewerkschaftskongreß. Die Jahres=Versammlung der„American Federation of Labor“ findet vom 8. November ab in Toronto(Kanada) statt. Die diesjährige Tagung steht, wie der Präsident Gompers in der offiziellen Einberufung sagt, im Zeichen ganz außergewöhnlichen Interesses. Er verweist dabei auf die Beratung über eine engere Fühlung und Verbindung mit den Gewerkschaften Europas. Einige weitere Fragen jedoch werden zweifelsohne nicht minder dem Kongreß besondere Bedeutung geben, und zwar zunächst die Stellungnahme zur Politik. Der Staatsverband der Gewerkschaften in Ohio, einer der bedeutendsten Teile der American Federation of Labor, wird den Antrag unterbreiten, daß die Gewerkschaften bei allen Waylkampagnen als völlig unabhängige Arbeiterpartei auftreten sollen. Ferner hat sich ein Streit über die Zulassung der einen oder anderen Gruppe des zersplitterten Elektrikerverbandes durch das schroffe Vorgehen der Zentralinstanz des Gewerkschaftsbundes zugunsten des einen Teils sich in letzter Zeit arg zugespitzt. Allen Staats- und Lokalverbänden ist die Teilnahme an solchen Körperschaften, in denen die von der Zentralinstanz nicht anerkannten Elektriker vertreten sind, verboten worden. Diese Anweisung wird nicht überall befolgt. Dieser Streit dürfte, da er immer größere Dimensionen anzunehmen scheint, zu scharfen und prinzipiellen Auseinandersetzungen Anlaß bieten. Der Kongreß tagt in dem aufblühenden englischen Koloniestaate Kanada, wo ctwa 150000 Arbeiter in Verbänden der American Fedezation of Labor arganisiert sind. Es besteht #war noch eine besondere National-Organisation, deren Motto „Kanada den Kanadiern“ eine Zeitlang als Zugmittel galt, doch geht diese Bewegung zugunsten der internationalen, d. h. der amerikanischen Gewerkschaften, ständig zurück. Die kangdischen Fuetilanischen Gewertschaften, figndig zuxung, Die kandvischen Zweigvereine des amerikanischen Gewerkschaftsbundes, dem erwa 25 Berufsverbände angehören, haben eine besondere Institution, ihren„Kanadischen Arbeitskongreß", der alljährlich stattfindet, und der auch zu der Landespolitik Stellung nimmt. Der Einfluß der„internationalen“ Organisationsform wird durch die Torontoer Tagung in Kanada sicherlich gefördert werden. Wir werden über die Verhandlungen laufend berichten. Zentralisationsbestrebungen der australischen Gewerkschaften. Die australischen Gewerkschaften sind noch außerordentlich zersplittert. Die in den letzten Jahren immer heftiger und umfangreicher werdenden wirtschaftlichen Kämpfe haben jedoch auch dort die Notwendigkeit größerer Geschlossenheit deutlich gezeigt, um so mehr, da die Unternehmer sich schon frühzeitig recht starke Zentral=Organisationen zu schaffen wußten. Die letzten Kongresse der Gewerkschaften der einzelnen Bundesstaaten haben denn auch entsprechende Resolutionen bejchlossen, in denen die Verschmelzung der lokalen Gruppen zu Landesverbänden empfohlen wurde. Diese Anregung ist schon vielerorts auf fruchtbaren Boden gefallen. So wurde vor kurzem in Melbourne ein Zentralverband der Gerber und Lederarbeiter Australiens gegründet. Auf dem Kongresse waren die Vertreter einer Anzahl schon bestehender Gewerkschaften dieser Berufe aus allen Bundesstaaten anwesend, die sich einstimmig für die Verschmelzung zu einer Einheitsorganisation aussprachen. Es wurde u. a. festgestellt, daß die Lohn= und Arbeitsbedingungen in den verschiedenen Ländern des Bundes außerordentlich verschieden sind. Es soll besonders deshalb, weil die Verhältnisse in der Lederindustrie durchweg schlechter sind wie in anderen Berufen, demnächst eine einheitliche Aktion zur Verbesserung der Lohn= und Arbeitsbedingungen unternommen, dabei auch aus die Beseitigung der Frauenarbeit in Gerbereien aus gesundheitlichen Gründen hingewirkt werden. Sehr geklagt wurde darüber, daß oöllig unsähige 13 Tahrikinsnoktaren fungieren die meist aus dem StandLeute als Fabrikinspeltoren fungieren, die meist aus dem Stande der Zivilanwärter genommen werden und für die beruflichen Verhältnisse daher nicht das geringste Verständnis besitzen. Die bestehenden Schutzgesetze werden deshalb trotz der Fabrikinspektion keineswegs durchgeführt. Die nächste Tagung. die erste Generalversammlung des neuen Verbandes, die zu Ostern 1910 in Sydney stattfinden soll, wird sicherlich schon eine Stärtung der Organisation zeigen, und dadurch dann auch die Möglichkeit bieten. über wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Lohnund Arbeitsbedingungen in der australischen Lederindustrie, die sehr bedeutend ist, zu beraten. Der Wert der verschiedenen Fleischprodukte für den Meuschen. Dr. Ludwig Reinhardt(Basel) schreibt in der„Fxankfurter Beitung:. an..„ Sar) ans tin uammigunb Obschon der Mensch von Hause aus ein vorwiegender Pflanzenesser ist, spielt doch das Fl.isch in seinem Speisezettel eine sehr große Rolle; ja, man kann ruhig sagen, eine zu große Rolle. Gerade der übertriebene Fleischgenuß, dem die besser situierten Städter sich hingeben, ist in Verbindung mit der ganzen übrigen widernatürlichen Lebensweise und dem zu reichlichen Genuß der die Nerven durch Ueberreizung schließlich schwächenden und krankmachenden Gifte wie Alkohol, Nikotin und Koffeln ein Hauptfaktor der zunehmenden Nervosität Bei dem, der sich naturgemäß ernähren will, soll das Fleisch nur die Beikost zur pflanzlichen Nahrung sein, welch letztere wenigstens drei Vierteile der Gesamtnahrung ausmachen soll. Das Fleisch ist abei nicht bloß als Eiweißspender sehr wichtig, indem unser Gesamtbedarf an Eiweiß nur schwierig— besonders bei geschwächter Verdauung— ausschließlich aus der in der Regel, außer den Samen besonders der Hülsenfrüchte, nicht sehr reichen pflanzlichen Substanzen gewonnen werden kann, sondern auch durch die Menge von Nährsalzen, die wir darin aufnehmen. Eine sehr große Bedeutung kommt bei der Zubereitung der verschiedensten Gerichte der Fleischbrühe zu, die beim Sieden des Fleisches in Wasser gewonnen wird. Nun ist es ein ebenso großer, als weitverbreiteter Irrtum, zu glauben, daß die Fleischbrühe und der durch Eindicken derselben gewonnene Fleischextrakt nahrhaft seien und das Fleisch ersetzen können. In Wahrheit enthalten beide absolut keinen Nährwert; das bißchen Eiweiß, das in das Wasser, besonders solange es noch kalt mit jenem in Berührung kommt, übergeht, gerinnt in der Siedetemperatur und wird als unansehnlicher Schaum beseitigt, obschon gerade dieses das einzig nahrhafte an der Fleischbrühe ist. Als das Ergebnis eingehender Versuche hat Prof. G. von Bunge von der Fleischbrühe einzig festgestellt,„daß sie den meisten Menschen angenehm schmeckt und riecht". Dieses Urteil des berühmten Baseler Physiologen war aber etwas zu einseitig gesaßt. Wenn die Fleischbrühe auch durchaus keinen Nährwert besitzt, was ganz sichergestellt ist, so ist sie doch eine wertvolle wässerige Lösung von Nährsalzen, der nicht nur als Genußmittel, sondern auch als Anregungsmittel eine gewisse Bedeutung zukommt. Vermöge ihres osmotischen Druckes von 7,5 Atmosphären ist sie das Proiotyp einer die Verdauung beschleunigenden und rasch ins Blut und in den allgemeinen Körperkreislauf gelangenden Nährsalzlösung, die auch gewisse Extraktivstoffe des Fleisches enthält, die einen überaus günstigen Einfluß auf die Absonderung der Verdauungssäfte zunächst im Magen und dann im gesamten Verdauungskanal ausübt und anregend auf das gesamte Nervensystem wirkt. Dadurch ist sie ein sehr wertvolles, besonders bei daniederliegendem Appetit die Eßlust erhöhendes und die Absonderung der Verdauungssäfte anregendes Genußmittel. Deshalb ist sie in Form von Suppen, mit reichlich nahrhaften Einlagen versetzt, eine vorzügliche und höchst angenehme Speise zum Eröffnen der Hauptmahlzeit. Da also ihr Nährwert ausschließlich in der Einlage liegt, soll sie ziemlich dick, besonders in Fällen, wo eine Verwässerung des sowieso spärlich ergossenen Magen= und Darmsaftes vermieden werden soll, genossen werden. Um nun eine gute Fleischbrühsuppe und zugleich ein saftiges Stück Schwellfleisch zu erhalten, soll dieses erst beim Sieden des Wassers in den betrefsenden Topf, und zwar am besten einen Papinschen Topf mit Sicherheitsventil am Deckel, der luftdicht mit Schraubenverschluß verschlossen werden soll, hineingelegt werden. Dann gerinnt sofort die äußerste Eiweißschicht und bildet so einen ziemlich vollkommenen Abschluß nach außen, der bewirkt, daß die das Fleisch schmackhaft machenden Extraktivstoffe nicht zu stark ausgelaugt werden und das Fleisch trotz des Schwellens schmackhaft bleibt. In kaltes Wasser gelegtes und dann gesottenes Fleisch verliert außer etwas Eiweiß, das durch Abschäumen verloren geht, den größten Teil seiner, die Schmackhaftigkeit desselben bedingenden Extraktivstoffe. Dadurch wird es unschmackhaft und bietet der Verdauung größere Schwierigkeiten, wenn auch sein ganzer Eiweißgehalt noch in ihm steckt. Aber für gesunde, leistungsfähige Verdauungsorgane ist das fadeste, ausgesottenste Schwellfleisch so nahrhaft als der zarieste Braten, dessen durch brenzliche Stoffe erzeugter Wohlgeruch in Gegensatz zu jenem schon vor dem Essen die Abscheidung von Speichel— eben das Wasserzusammenlaufen im Munde— und später auch von Magensaft hervorruft. Uebrigens ist es, um eine wohlschmeckende Fleischbrühsuppe zu erhalten, durchaus nicht nötig, Schwellfleisch zu kochen, da das Fleisch dadurch an Schmackhaftigkeit entschieden abnimmt. Viel zweckmäßiger ist es, das Fleisch gebraten zu essen und die Suppe dafür mit dem so billig zu habenden Fleischextrakt zu würzen oder ihr zur Geschmacksverbesserung eine Suppenwürze hinzuzufügen. Besonders für die Krankenkost, bei welcher der gute, appetitanregende Geschmack und Geruch eine äußerst wichtige Rolle spielt, sind diese empfehlenswerten Genußmittel von unschäßbarem Werte.,, e 6e z, T.tuer Fleisch ist im allgemeinen um so nahrhafter, je saftiger es ist, je weicher und lockerer die Fleischfasern sind; denn dann lassen sich diese um so leichter und vollständiger verdauen. Diese Erweichung geschieht nun entweder durch die Natur oder durch besondere Zubereitung des Fleisches. Ersteres geschieht beim Lagern des Fleisches. indem die nach dem Tode entstehende Fleischmilchsäure die Fasern durchAuflösen des dazwischen liegenden Bindegewebes lockert. Dadurch erst wird das Fleisch „mürbe“, d. h. zart und leicht verdaulich, während frisch geschlachtetes Fleisch zäh und unverdaulich wie Gummi, sowohl zum Kauen, als auch zum Verdauen ist. Auch die Art des Schlachtens hat großen Einfluß auf die Verdaulichkeit und Nahrhaftigkeit des betreffenden Fleisches. Bleibt möglichst viel Blut im Fleische zurück um so saftiger und leichtverdaulicher ist es, um so lockerer sind die Fasern und um so eher werden sie von den Verdauungssäften gelöst Deshalb ist auch die jüdische und überhaupt orientalische Schlachtart des Schächtens durch Durchschneiden der großen Halsadern ohne vorhergehende Betäubung eine höchst unzweckmäßige. Weil die Menschen der Vorzeit, die im Blute den Sitz der Seele, des Lebens sahen, aus abergläubischer Scheu das Essen des Blutes, das für sie ein Essen der Seele mit den daran haftenden mehr schlimmen als guten Folgen bedeutete, scheuten, braucht es unsere darin aufgeklärte Zeit durchaus nicht zu tun. Verzichtet sie doch damit nicht nur auf das für die Blut- und Fleischbildung beste und leistungsfähigste Nahrungsmittel, sondern zugleich auch auf die größere Saftigkeit und Leichtverdaulichkeit des auf diese veraltete, grausame Weise gewonnenen Fleisches. Aber auch vom zartesten, völlig abgelagerten Fleische geht ein ziemlich großer Teil der Fasern unverdaut ab. Als ursprünglichem Pflanzenesser ist eben das Verdauungsvermögen für Fleisch beim Menschen nicht in dem Maße ausgebildet, als bei den eigentlichen Fleischfressern, den Raubtieren, die einen viel salz äurereicheren Magensaft haben, der die Fleischfasern viel vollständiger auflöst und sogar faules Fleisch, Aas aller Art, wie bei den Hyänen, seiner fauligen Eigenschaften beraudt (Schluß folgt.) und es genießbar macht. am 9. und 10. November 1909: 5903 Sonnabend, den 6. November, abends 8 Uhr, bei Freese, Heeperstraße, * J### kareg Engorsch. * 0. * 6 * *0 Auramp, Engerschestraße, * *9 * * *0 *9 7. 7. 7. * *0 *0 * * 7. * 7. Montag, den S. Rovember, abends 6 Uhr, dei Kleinert, Delmriverstraßt, S.„ 9 *0 9 90 * * * 8. 8. 90 * 1 * * *0 Bracksiek, Hallerweg, Broute, Spinverstraße, Tuxhorn, Bleichstraße, Gröppel, Ziegelstraße, Schmiebestt., Gitditer, Iollendeckerstraße, Holz, Siegfriedstraße, Aaßdelk, Sreilestraße. Tagesordnung: Referenten: Die Stadtverordneten Eilers, Hoffmann, Mademann, Severing und Gewerkschafts=Sekretär Köllner. recht zahlreichem Besuch ladet ein sozialdemokratische Wahlkomitee. Groitsen Möbel aller Kinder zagen Anzüge, Harry Dr rohote Megeler, lich., Paator Vertr. J. R lag er Spez Apfelperie Friat Kor (Sapiac. 1e aisr h. Nur bewährte, p Unübertroffer Federn u Lagerbesu Friedrich Betten kaufen Im Bielefeld VIktorl Geserte asiche Barkey, C., Wei Bielefelder Altwein Bielef. Pilsener, M1 tI. Lagerbier Brauerei He Gebr. U Pruerel J. R erscher „Niederlag Keiser Wilhelmp esete Spez. Flaschenbie Löllmann, B., W. Lucas Ca Seiters, Brause Kleint Spez. ff. bei fr. Lppstäd Remke jr. Dortm. 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Dader Verdauung größere er Eiweißgehall noch in fähige Verdauungsorgane eisch so nahrhaft als der Stoffe erzeugter Wohlvor dem Essen die AbLasserzusammenlaufen im nsaft hervorruft. meckende Fleischbrühsuppe hwellfleisch zu kochen, da leit entschieden abnimmt. sebraten zu essen und die abenden Fleischextrakt zu erung eine Suppenwürze inkenkost, bei welcher der Geruch eine äußerst wichzwerten Genußmittel von nahrhafter, je saftiger es hfasern sind; denn dann tändiger verdauen. Diese rch die Natur oder durch Ersteres geschieht beim h dem Tode entstehende isen des dazwischen liegenerst wird das Fleisch ulich, während frisch gelich wie Gummi, sowohl ist. großen Einfluß auf die es betreffenden Fleisches. zurück um so saftiger und sind die Fasern und um igssäften gelöst Deshalb ientalische Schlachtart des großen Halsadern ohne unzweckmäßige. Weil die den Sitz der Seele, des seu das Essen des Blutes, sen daran haftenden mehr ete, scheuten, braucht es nicht zu tun. 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Ich hatte nässende Flechten an beiden Händen und mich in 6 Monaten von mehreren Aerzten behandeln lassen. Da wurde ich auch auf Sie aufmerksam gemacht und innerhalb einiger Wochen waren meine Hände wieder gesund, was sie auch bis zur Zeit noch sind. Ergebenst Heinr. Boßmener. Osnabrück=Schinkel, 14. Sept. 09. an einem hartnäckigen, flechtenartigen Ausschlag am Ohr. Wir hatten schon viele Mittel angewandt, aber alles erfolglos. Es war so schlimm, daß viele Leute meinten, das Ohr könnte vom Kopfe fallen, da hörten wir dann vor. Herrn Karstadt. Nach einmaligem Gebrauch Ihrer Medikamente heilte es vollständig und werden wir Sie aufs wärmste empfehlen. Für Ihre werten Bemühungen der herzlichsten Dank senden gdolf Böddeker u. Frau. Vinsebeck, 14. 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E Wörmann sagt etwa fünf Min anwalt beantro Schöffengericht wegen Hausfri Wir würder nur auf Aussag diese ihrem In Has gegen S# Wörmann sprie jage des Lehrer der seines Bri sagte aus, daß Wohnung seine nuten, eher wen Zeitraum sind der Tochter ins Wörmann, dann rechnet der Aufe also, wenn dies für den Konflikt Aussage wenigst Mühlenbesitzer interessiert, was wollen.„So kor Berufung ist Wörmann in B * Barkhauser ratssitzung kommensteue Kreissteuer betri Rückwirkung von mit einem Fehlb Deckung geschaffe neubau nebst Mark veranschlag meinde. Auch a höhung geschritte die Schulkinder, eine Einrichtung, meinde bemerkbar der Gemeinderats antritt der neuer 1911 erfolgen.( zuwachssteuer wic sollen erst Erhebi Es ist begreifl Anregung soviel nossen im Dorfva Frage nicht mehr mehr, als die hier aufbringt. * Barkhausen, Orte. Hier am ziemlich mißliche tagswahl auf uns schaftlich organisie und 40„Volkswack nicht so besucht, wi und in betreffs A argen. Parteigeno wenig mehr auf en uns noch fernstehe Die neuen Steuer: tionsmaterial genu ein wenig mehr A. besserer Besuch der in Barkhausen * Minden, 5. auf weiteres im Se Umtausch der Püch mittags und Mittw * Lübbecke, 4 9 mäßig besuchte. Vol Lokale des Wirts überfüllt war, wie hat zum Teil seine letzten Stunde unge Bekanntlich hatted Versammlung im o daß dieses nicht vor änderungen vorgeno lichen Auseinanderse germeister, bis es bisherigen Auffassur ammlung bei offene diese besser besucht gerade einzelne Kate treten waren. Fast reaktionären Partei tragen wollen. * Dortmund, 5. stürzte der 18jährige Fehltritts vom Balkt Wohnung auf die S ) Gelsenkirchen, gestohlen in G Berginspektion 2( 279 500 Mk. gestohlen sclüssel den Geldsch Summe aufbewahrt Die Polizei ist in si hunden eine Spur zu Gelsenkirche Königlichen Berginst Summe war für die Möllerschächte bestim 6067 geweilt hat. Er behauptet, daß er sofort gegangen ist, der Lehrer jagt aber aus, daß er sich nach der Aufforderung noch etwa fünf Meinuten in der Stube aufgehalten habe. Der AmtsSchössengericht verurteilte Sunderbrin Wir würden es für recht bedenklich halten, den Angeklagten nur auf Ausage des Lehrers Wörmann zu verurteilen, auch wenn # ihrem Inyalt nach zanz unanfechtbar wäre. Der maßlose Sunderbrink und Genossen. der aus dem Lehrer Wormann spricht, würde uns vorsichtig machen. Aber die Aussage des Lehrers Wörmann steht in diame ralem Gegensatz zu # seines Bruders, des Mühlenbesitzers Wörmann. Dieser daß zwischen dem Betreten und dem Ver assen der Wohnung seines Bruders durch Sunderbrink höchstens 5 Miguten, eher weniger als mehr, verstrichen sein können. In diesem Helttuum sind enthalten die Zeit, in welcher Sunderbrink von Märmann.. Zimmer geführt wurde, dort warten mußte auf bann kam erst der Konflikt in der Stube, und endlich rechnet der Aufenthalt auf dem Flur auch noch dazu. Was bleibt Sireden-Banfift in der an. 4.s 5 Minuten ausmacht, dann Ausiage der Stube übrig, der doch nach des Lehrers Mwäblenbeßen 91ens 5 Minuten gedauert haben soll. Und der Mühlenbesitzer Wörmann ist an der Sache jedenfalls ganz unwollen###pos niemand vom Lehrer Wörmann wird behaupten wruen. So kommt uns das Urteil etwas unverständlich vor. Berufung ist angemeldet, wir werden also auch diesen Fall Wörmann in Bielefeld zu genießen bekommen. * Barkhausen, 4. Nov. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, den Zuschlag zur Einkommensteuer, der bis dahin 100 Prozent nebst 30 Prozent Kreisszeuer betrug, um 30 Prozent zu erhöhen und zwar mit nückwirkung vom 1. April 1909. Die Jahresabrechnung schloß Picztng geichaft 2000 Mark ab und hierfür mußte geschaffen werden. Der notwendig gewordene Schulnruvan uebst Badeanstalt(der Neubau ist auf 80000 meineperstischlagtl erfordert erhebliche Mehrtosten für die Gemeiner. auch aus diesen Gründen mußte zu der Steuer=Erhöhung geichritten werden. Die Badeanstalt soll nicht nur für die Schulkinder, sondern auch für das gesamte Publitum dienen, eine Einrichtung, deren Mangel sich schon lange in unserer Gemeinde bemerkbar gemacht hat. Ferner wurde der Vermehrung der Gemeinderatsmitglieder von 6 auf 9 zugestimmt. Der Amtsantritt der neuen Gemeinderatsmitglieder soll am 1. Januar 1911 erfolgen. Einer Anregung auf Einführung der Wertdie Mehrheit des Gemeinderates aus. sollen erst Erhebungen und Schätzungen erfolgen. Es ist begreiflich, daß die Mehrheit des C meinderates diese soviel wie möglich ignoriert, doch werden unsere Genossen im Torfparlament schon dafür Sorge tragen, daß diese Frage nicht mehr von der Tagesordnung verschwindet, um so e## als die hier bestehende Grundsteuer nur 700 bis 900 Mark * Barkhausen, 4. Nov. Das Parteileben in unserem te. Hier am Orte herrschen in bezug auf Parteileben noch ziemlich„mißliche Verhältnisse. Bei 188 bei der letzten Reichslagswuhl auf uns entfallene Stimmen und zirka 140 gewerkBastswachts=Aarneiten si n 50 Parteimitglieder hetucht wis uvvinenten. Die Versammlungen werden nicht so besuult, wie es der Zahl der hiesigen Arbeiter entspricht und in betreffs Agitation für die Partei liegt noch vieles im argen. Parteigenossen, das muß anders werden, besinnt euch ein wenig mehr auf eure Pflicht und sorge ein jeder dafür, daß den uns noch fernstehenden Arbeitern die Augen geöffnet werden. Die neuen Steuern und namentlich die Tabaksteuer sind Agitationsmaterial genug. Ein wenig mehr Agitation für die Partei, ein wenig mehr Agitation für die„Voskswacht“ und ein bißchen entdeckt. Der Geldschrank war mittels Nachschlüssels und das Geld, das gestern nachmittag von der Reichsgebenstelle in vier Reisetaschen geholt worden war, gestohlen. samte Pastmutzten heute früh ohne Löhnung bleiben. Die geeliisen tzei befindet sich in sieberhafter Tatigkeit. KriminalAus## von auswärts und die besten Polizeihunde aus Dort#en Hagen usw. sind nach dem Tatorte entsandt worden. Der Erste Staatsanwalt aus Essen ist heute nachmittag in Gladbeck eingetroffen. Bis jetzt fehlt jede Spur von den Tätern. ein wenig mehr Agitation für die„Voskswacht“ und ein bißchen besserer Besuch der Parteiversammlungen, dann werden wir auch hier in Barkhausen vorwärts kommen. * Minden, 5. Nov. Die Bibliothek befindet sich bis auf weiteres im Sekretariat, Ovferstr. 8. Die Ausgabe und der Umtausch der Bücher findet Sonntags von 11—12 Uhr vo mittags und Mittwochs abends von 7—8 Uhr statt. * Lübbecke, 4. Nov. Volksversammlung. Eine nur mäßig besuchte Volksversammlung tagte gestern abend hier im Lokale des Wirts Baumeister. Daß die Versammlung nicht überfnitt war, wie es eigentlich die jetzige Situation erforderte, hat zum Teil seinen Grund darin, daß es noch fast bis zur letzten Stunde ungewiß war, ob die Versammlung tagen konnte. Bekanntlich hatte die Polizeiverwaltung vor 1½ Jahren eine Versammlung im obigen Lokale verboten mit der Begründung, daß dieses nicht vorschriftsmäßig sei. Nachdem nun einige Veränderungen vorgenommen waren, bedurfte es noch einer mündlichen Auseinandersetzung des Einberufers mit dem hiesigen Bürgermeister, bis es diesem gelang, den Bürgermeister von seiner bisherigen Auffassung abzubringen, und so konnte denn die Versammlung bei offenen Haustüren stattfinden. Trotzalledem hätte diese besser besucht sein können und charakteristisch ist es, daß gerade einzelne Kategorien der Tabakarbeiter fast gar nicht vertreten waren. Fast sollte man glauben, daß diese ihr von den Tesctignägge., Parteien auferlegres Schicksal mit Lammesgeduld * Dortmund, 5. Nov. Unglücksfall. Heute vormittag Kürzte, der 18jährige Sohn des Bankiers Süllwald infolge eines Sachnuns hacho, der im vierten Stock gelegenen elterlichen auf die Straße und war sofort tot. 1* Gelsenkirchen, 5. Nov. Ueber eine Viertelmillion gestohlen in Gladbeck(Westfalen). In der Königlichen 29 30g Pik. gestlahlen, We;shächte), wurden Donnerstag nacht schlüssel“ in Geldschrank ie Einbrecher öffneten mit einem NachSraffer den Gelbschrant, in dem die zur Lohnzahlung nötige Summe aufbewahrt wurde. Von den Dieben fehlt jede Spur. ist in fieberhafter Tätigkeit und hofft, mit Polizeihunden eine Spur zu finven. „„Gelsenkirchen, 5. Nov. Zu dem Riesendiebstahl auf der Koniglichen Berginspektion Gladbeck wird noch gemeldet: Die 1 die heutige Abschlagszahlung der Belegschaft der Möllerschächte bestimmt. Heute früh gegen 5 Uhr wurde der Gewerkschaftsbewegung. ir ia 200 Strche de betelsig beite in Wickede(Ruhr), an dem für die Arbeie. waren, zst mit einem schonen Erfolge iter nach viertägiger Tauer beendet worden. Die Arbeitszeit gurde um eine halbe Stunde verkürzt und eine fünfinige Tohnerhöhung bewilligt. Außerdem werden einige Beitsress#rbesserungen im Arveitsverhältnis eingeführt, die fur ebenfalls von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind. Die Arbeiter können mit diesem Erfolg zufrieden sein. Streit in Mansfeld. Wie verschiedenen Blättern gewird, trafen in Mansfeld der Oberpräsident der Provinz Sachsen und der Regierungsrat von Merseburg ein. Unter sendarmerieoffiziere und im Beisein des tärkommandos fand im Rathause eine Konserenz statt. Gerichtliches. ** Bielefeld, 5. Nov. Schwurgericht. Vorsitzender: Landgerichtsdirektor Geheimer Justizrat Greiff, Vertreter der Stagikagten spof.: Staatsanwalt Dr. Dommes, Vertreter des Dr. Meyer.— Heute morgen begann „Vexgandlung gegen den Reisenden Wilhelm Lutterkordt von hier wegen Meineids. Die Sache endete erst gegen 5 Uhr nachmittags. Der Angeklagte, welcher schon einmal wegen Unterschlagung und Betruges in mehreren Fällen zu 9 Monaten Gefangnis verurteilt worden war und diese Strafe längst verbüßt hat, war angeklagt, am 4. März d. J. zu Bielefeld vor dem u. Landgericht, einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Beyörde, in der Zivilprozeßsache des Schlossers Schröder wider den Kaufmann Hch. Drees von hier den vor seiner, Vernehmung geleisteren Zeugeneid wissentlich durch ein e Zeugnis, verletzt zu haben. Der Angeklagte war, wie er ungloi, Mitinhaver der Firma Drees u. Co. hierselbst, während der Kaufmann Drees heute unter Eid bekundete, daß nur er allein als Inhaber der Firma zu betrachten war. Es handelt Saßen Saußzlächlick um ein vom Angeklagten dem Maschinenvon Drees mitd i devetu gegebenes Automobil, welches #######is mit Gevalt von Schröder weggeholt worden ist. Der Angetlagte veyauptet, dies Automobil sei sein Eigentum, wähbehauptet, der Angeklagte habe keinen Anteil daran bt., Da. nun Schröder in dem Glauben stand, das Auto sei ihm wiverrechtlich von Drees weggeholt worden, so strengte er die Zivilklage wegen Herausgabe des Automobils gegen Drees an und benannte den Angeklagten als Zeugen. Der Angeklagte worden und kat Zeuge, am. 4. März d. J., eidlich vernommen Automobi!“ n Eia ausgesagt, daß das hier in Frage kommende automooil sein Eigentum sei und er dasselbe gekauft und aus eigenen Mitteln bezahlt habe. Dieses wurde der Grund zu dem heute anstehenden Meineidsverfahren. Der Zeuge Drees blieb riie dahie daßzer das Auto von der Firma Strathmann hierten gelauft und auch bezahlt habe. Diese Tatsache wurde durch den heute als Zeugen vernommenen Strathmann bestätigt. Dazu kam noch eine Menge Belastungsmaterial. Auf Grund der umfangreichen Beweisaufnahme wurde der Angeklagte des Neineids, unter Zubilligung des strafmildernden Umstandes 157 des Strafgesetzbuches, schuldig gefunden. Der Gerich.shof verurteilte den Angeklagten zu 9 Monaten Gefängnis. Prozeß Steinheil. Paris, 5. Nov. Am heutigen dritten Verhandlungstage finden wieder die heftigsten Tispute im Sitzungssaale statt, und die Beamten bemühen sich, die zahlihre Schulden zu decken.“ Der Prasident steut fest, daß die Schmuckoehatter leer waren, als die Polizei kam. Ihre mite das sie diesislich der Junelen erklärt Frau Steinheil daauch daß sie Geließeg, zihrer Tochter nicht eingestehen wollte, #########e wgzirdtt, gegabt habe. Ihre frühere Behauptung, sie einige Juwelen einem Juwelier anvertraut habe, um beis unzuändern, bedauert sie nunmehr lebhaft. Der Vorsitzende auf den Punkt hin, daß Frau Steinheil eine neue Tätigkeit an den Tag legte, nachdem ihr Geliebter Borderel auf dir Rolwenvigkeit hingewiesen hatte, die Mörder ausfindig zu machen. Frau Steinheil erklärt, ihre diesbezüglichen Bemühungen geschahen nur einzig und allein wegen ihrer Tochter, die verWvi und fur deren Zukunft die Bestellung der Mörder notwenPstuach einer kurzen Pause wurde die Verhandlung . Krr wieder ausgenommen. Der Vorsitzende erwähnt richtet halte Frau Seinheil an den Untersuchungsrichter geanzustrengen.Teeine Zibilklage gegen die unbekannten Mörder aisdann kommt der Präsident auf die Anklage zu sprechen, die sie gegen ihren Diener Remy erhoben hatte. Um ihren Diener ins Verderben zu stürzen, habe sie eine der ihr angeblich gestohlenen Perlen in die Brieftasche des Remy gelegt. Frau Steinheil meinte, sie sei überzeugt, daß Remy schuldig sei. Sie habe ihn durch diese List, die sie jetzt bedaure, zu einem Geständnis veranlassen wollen. Dieser Plan sei in ihr gereift, nachdem sie Kenntnis erhalten hatte, daß Remy schlecht beleusei und auch von der Sicherheitsbehörde als Dieb und gekennzeichnet wurde. Diese Aeußerungen veranlaßten der., Staatsanwalt, Frau Steinheil ihre fortwährende Lügenichreit, vorzuwerfen. Es ereignete sich nunmehr ein kleiner Zwischensau, weicher Frau Steinheil Gelegenheit gibt, sich schluchzend und ihre Unschuld beteuernd an die Geschworenen zu werden, um deren Mileid zu errezen.080 Paris, 6. Nov. Im Steinheilprozeß wurde gestern in die Zeugenvernehmung eingetreten. Die ersten Zeugen sind Polizei kommissar Buchotte und zwei Polizisten, die erzählen, wie sie die Räume des Hauses gefunden und welche Beobachtungen sie in den ersten Stunden angestellt haben. Der Verteidiger Aubin nimmt den Kommissax in ein Kreuzverhör. Er fragt ihn u. a. wie ihm die ganze Siization vorkam. Herr Buchotte antwortete: Ein richtiger„Einbrsch war es nicht. Auch Dr. Lefevre sagte gleich, die Fesselung komme ihm komisch vor. Nach dieser Aussage verzichtete der Verteidiger auf weitere Informationen. Der Prozeß wurde auf heute mittag 12 Uhr vertagt. Militärisches. herigen Resultate der Verhöre und entwickelt im einzelnen alle Vergänge, die sich vor der Mordnacht abgespielt haben, nameni„u zu den lehten Tagen vor, dem 5. Mai 1908. Er erllärt den Geschworenen eingeyend die Geschichte von den Kaftanen, die die Mörder getragen haben sollen, wie die Angeklagte säche“ langian. bräsidenten erhebt sich die Ange. Stimme, so daß sie im Saale fast u Slss. Fizielbeiten zurückzukommen. Das Verhör gehit nungsgeld ein und auf die Geldsorgen des Hauses Steinheil. Frau Steinheil beteuert, alles Geld ihrem Manne gegeben zu haben; sie wird sehr heftig und greift auch den Prasidenten persönlich an. Draußen ereignet sich unterMunizipalgardihen Jer. Eis Mann suchte einem wachehaltenden Fennizihuigardisten ven Savel aus der Scheide zu ziehen. Er ung#rtsefuhrt unter den heftigsten Tumulten. Die Verhandlung gem inzwischen weiter. Die Steinheil wird immer heftiger und verlangt in leidenschaftlichen Worten:„Lassen Sie mich jetzt sprechen, damit ich alles sagen kann.“ Sie ergeht sich in Dishesite set öhergden Befund am Morgen nach dem Morde und E#reitel vie. heugenaussage des Arztes. Dann geht die Verbeil sibzer, Paun Feschreiß ge stohlenen Schmucklachen der SteinMorgen nach dem Mark sie das Erscheinen der Bebörden am Morde, wo sie auf ihrem Bette vorgefunden wurde, und bezichtigt den Inspektor Hamard und den Unterhuchungsrichter Leydet der Voreingenommenheit. Sie spricht Stimme zu den Geschworenen und erklärt:„Ich habe alles für meine Mutter getan. Die Schmucksachen habe ich aa.„ Militäxischer Aufruhr. Wegen militärischen Aufruhrs und u.„Sorramzugergeigezuge haben sich heute Vizefeldwebel Mewes und die Unterogiziere. Stahn und Lichtenberg vor dem Oberkriegsgericht in Berrin zu verantworten. Die drei sollen dem Befehl eines Leutnanks v. Pirscher, beim Exerzieren Schritt zu halten, nicht nur nicht nachgekommen, sondern auch die Mannrise Jnikanz verzrteilted Besehl nicht nachzukommen. Die Pürteit sandlung noch nicht gefält Glus der Oessentlichkeit statt; das Urteil ist Arbeiteram Hochherratsprozeß gegen die Redakteure des„Freien .. Die beiden Angeklagten werden freigesprochen. „Senat har sich ganz auf den Standpunkt des Sachverständigen Lundauer gestellt. Er vermißt, daß es sich bei diesen Artikeln um einen bestimmten Akt der Vorbereitung handelt. Es wird näher zargelgt und schließlich noch gesagt, daß auch die S§ 110 in Frage kommen können:§ 130 scheidet absolut aus, bei§ 110 sehtt es an einer direkten Aufforderung. Deshalb werden sofort freigelaseg, erlan verden. Die in Hannover verurteilte Donnerstag als. drei Soldaten wegen Aufruhrs, einen zu 3 Jahren Gesängnis, zwei andere zu je 5 Jahren Zuchthaus. Die Soldaten hatten im Manöver nach einem vergnugt verlebten Abend, an dem sehr erster Instanz war der Aufruhr vernein hatren je 3 Jahre Gefängnis erhalten. Gegen das Urteil des Oberkriegsgerichts soll Revision eingelegt werden. Hamburg, 6. Nov. Der frühere Reisende Wöllmer, der in Berlin wegen schweren Diebstahls zu 4 Jahren Zuchthaus verwegcen Bespise u gestern vom Amisgericht in Hanburg ##hufe an dem Liehstahl von Gold= und Silbersachen Konigsgrabern zu Roskilde zu 8 Jahren Zuchthaus verKassel, 6. Nov. Der Reichstagsabgeordnete Potthoff, der wegen Beleidigung des Waldeckischen Landtags, begangen durch Eieigstpreschen, zur Reichstagswahl 1907, angeklagt war, wurde Petersburg, 6. Nov. In einem Dorf des russischen Kreises 2 Personen. Die Täter er Fiume, 6. Nov. Das Postamt des Städichens Bucciard bei Fiume wurde gestern gänzlich ausgeraubt. Der Schaden beträgt mehrere tausend Kronen. Die Täter sind noch nicht ermittelt. Mailand, 6. Nov. In Edolc bei Brescia stürzte gestern ein im Bau begriffenes Haus ein und begrub 10 Arbeiter unter sich. 6 waren sofort tot, 4 wurden schwer verletzt Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher. beide in Bielefeld. 1 Wir empfehlen unserer Kundschaft, von unserem Angebot weitgehendst Gebrauch zu machen. Baumwoll- und Weisswaren sind in letzter Zeit ganz enorm gestiegen. Trotzdem bieten wir grosse Posten zu ermässigten Extrapreisen. Die Preise sind nur für die nächste Woche giltig. —0 November 6— " A ve. Beginn Montag A 6047 in bester Verarbeitung für Herren für Jünglinge für Knaben die grosse Möde für Herren für Jünglinge für Knaben Schwere für Herren Wasserdlehts Gdantaten für Jünglinge für Knaben 70.—180 3u.-120 Gowrader AU Höbel, Betten, Herde, Veisterwuren, 1. 6053 auf bequemste Teilzahlung Erstes und ältestes Niedernstrasse 29/31 Bielefeld Niedernstrasse 29/31. Bielefeld, Bahnhofstr. 2a. 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Nach de Deutschland 9,4 der unteren Fra tägliches, daß es anoert sich jedoch der Frauen hand eignen weiblichen schreibt weiter: „Es liegt ein der„reinen Lehr verachtete„Weiba hinein so ziemlich das die Natur üb wachte“ moderne heiten sieht und m Gleiche wie der# Doch, trotz, all tiven sich gemußig zu grunden, den„ Zwecke ins Leben jeuchung breiter Frauenbund“ wir glieder politische sich auf die Hemi zu diesem Zwecke Um den Dame gesperrt waren, n tiden Staatsweis stattfinden, der Vaterländischer 14 Sieb „Ein Stündlei der Knecht Kaspa wenig Umstände ohne den Wöchter und hineinzuschau Tür geschoben, der der er auch dann Ein treuer Knech schläft. Jetzt aber Rübe, einem Käst „Kaspar, ich hi „Tut nichts.? hat er geflucht. „Aber er hat schläft er nur im „Wenn er erst ihm fort, und dan „Das ist einm „Allemal, Gest brummt, schnarrt, „Es ist ein vor „Weck meinen „Des Markgra „Und wenn all „Kaspar, du bi nicht, was es gilt. „Kann mir wi Wäsche zu tun.“ „Kaspar, ich bis Du wirst doch nich „Plaudern wei wenn er's merkt, „Meinst du, ol „I nu, Gestrei süßen, dann geht sonders von dem Blut zurückschlägt bißchen, und da m nicht versteht. Ick nur verdrießlich meine Sache allein mals gut. Unten schien es der die Aufmerksat rend Kaspar wied ging, hatte sie sich Der Dechant ke als seine Art wa gien ihm nicht ga in Habit. „Ihr habt wiel Der Geistliche „Und gewonne el, Betten, Herue, Hterwuten, Iakturwarch u. in allen Größen *— gutes Papier— zu haben in der idlung„Volkswacht“. tage: 4589 igs von 9—11 Uhr, ( von 9—3 Uhr. bends bitten wir □ — E 93 S 8 • 5 #. 60 9 8 2. — . S. 2: 0S 2 0 lheizung. 6044 S B 0 Nr. 260. Bielefeld, Sonnabend, 6. November 1909. 20. Jahrg. Für unsere Frauen. Der Not gehorchend, nicht der eigenen Erkenntnis Kr. In den Reihen der Konservativen hat sich eine große Wandlung vonzogen, sie haben von ihrer vorgefaßten Meinung, Frau für alle Zeiten ins Haus gehöre, ablassen müssen. Noch vor, wenigen Wochen war es die freikonservative Zeitung, „Die Post“, das Organ des verstorbenen Freiherrn v. Stumm, das in der politischen Beteiligung der Frau schwere Gefahren erblickte. Unter Auszählung all der Leistungen des Mannes, bei der u. a, auch der Militärdienst eine große Rolle spielte, kamen vie„Postesel“— so nannte Herr v. Stumm seine Redakteure einmal— zu der Ueberzeugung, daß die politische Beteiligung der Frau nicht mit ihrer Pflichtleistung im Einklang zu bringen sei, da die Frau dem Staate keine personliche Dienste leiste, nicht Soldat werden könne utw. Auch zeigten sich die Herren ungeheuer besorgt, daß durch die Beteiligung der Frauen am politischen Leben der von den Männern so sehr geliebte anschmiegende weibliche Charakter verloren gehen könnte. Was um so sicherer sei, wenn die Frauen der bösen Sozialdemokratie in die Netze gingen. Die Sozialdemokratie suche nicht nur Männer, sondern auch Frauen, die heranwachsende Jugend und sogar die Dienstboten in ihren Bann zu ziehen, um sie alle für ihren häßlichen Kampf zu gebrauchen. So geifert„Die Post“, aus purem Neid bemegung. Anwachsen unserer sozialdemokratischen FrauenDie jungsten Vorkommnisse im Lager der Konservativen verraten zu deutlich, daß„die Postesel“ nur aus Angst oder Neid oder Verlegenheit so dumm schreiben konnten.— In der „Deutschen Tageszeitung“ des Knuten=Oertel produzierte nun kürzlich auch der edle Graf Reventlow folgende tiefgrümlige Weisheit:„Die Frau soll von allen Sonderbestrebungen und Schwankungen unberührt das nationale Herdfeuer im Hause pflegen!"— Der hochgeborene Herr der Schöpfung scheint geschlafen zu haben, daß er die sich fast täglich vollziehende Hereinziehung der Frauen in die industrielle und landwirtschaftliche Erwerbsarbeit nicht bemerkt hat. Nicht bemerkt hat, daß Millionen ledige und verheiratete Frauen und Mütter in der harten Fron der Lohnarbeit ihr erbärmliches Dasein fristen müssen. Nach dem Statistischen Jahrbuch waren allein in Deutschland 9.4 Millionen Arbeiterinnen. Die Heranziehung der unteren Frauenklosse zur Pflichtleistung ist etwas so alltägliches, daß es gar nicht weiter gemerkt wird. Das Bild andert sich jedoch sofort, wenn es sich um politische Forderungen der Frauen handelt, dann können die Herren sogar über ihre eignen weiblichen Klassenangehörigen spotten. Graf Reventkow schreibt weiter: „Es liegt ein überaus komischer Widerspruch darin, daß nach der„reinen Lehre“ der Bewegungsweiber das von ihnen tief verachtete„Weibchen“ früherer Generationen bis in die heutige hinein so ziemlich das törichste und minderwertigste Wesen ist, das die Natur überhaupt hervorgebracht hat, während das„erwachte“ moderne Weib sich auf einmal im Besitz aller Weisheiten sieht und mühelos imstande ist, auf allen den Gebieten das Gleiche wie der Mann zu leisten.“ Doch, trotz all des Spott und Hohnes haben die Konservativen sich gemüßigt gesehen, einen weiblichen Reichslügenverband zu grunden, den„Nationalen Frauenbund“, der lediglich zu dem Zwecke ins Leben gerufen ist,„um gegen die sozialistische Verjeuchung breiter Frauenkreise zu wirken". Der„Nationale Frauenbund“ wird kaum vorerst dazu kommen, für seine Mitglieder politische Rechte anzustreben, seine ganze Tätigkeit wird sich auf die Hemmung der sozialistischen Bewegung erstrecken; zu diesem Zwecke ist er gegrundet. Um den Damen, die bisher von allem politischen Leben abgesperrt waren, nun mit Löffeln die Grundsätze der konservatiden Staatsweisheit einzugeben, soll ein Einführungskursus stattfinden, der in zwölf verschiedenen Thematas ihnen die vornehnlich si; gesern soll. Wenn der Geschafte der Konservativen Waffen gegen die Sozialdemokratie lief „Frauenhund“ auch vornehmlich die Erchuft besorgt, so ist es doch nicht unmöglich, daß die bürgerlichen Damen bei dieser Gelegenheit auch ihre eigene Rechtlosigkeit als Weib erkennen und daß Wünsche in ihnen laut werden, die nach Anerkennung der eigenen Persönlichkeit drängen. Tritt dies ein, dann geyt es den Konservativen wie Goethes X der angstvoll ausrief: „Die ich ich Hauberlehrling, werd rief, die Geister nun nicht los.“ Die proletarische Frau und Mutter soll aber nicht ruhen und rasten bis alle Klassengenossinnen sich der Sozialdemokratie angereiht haben und gemeinsam mit dem Mann für Freiheit und Gerechtigkeit kämpfen. Der weibliche Reichslügenverband darf sich unter ihnen keiner Erfolge erfreuen. Auf, an die Arbeit!= Beschaffung von billigem Fleisch für die Arbeiter einer großindustriellen Gesellschaft. Eine interessante Mitteilung enthält nach einer Notiz der„Dortmunder Zeitung“ der Jahresbericht der Harpener Bergbaugesellschaft, eines der Riesen=Montanunternehmen in Westfalen. Die Gesellschaft will„ihren“ Arbeitern ermöglichen, zu billigerem Schweinefleisch zu kommen und äußert sich im Jahresberichte folgendermaßen über die zu dem Zwecke gemachten Anstalten: „Gut Geeste. Für die Arbeiterernährung ist die billige Fleischbeschaffung eine Frage von Bedeutung. Mit der Anlage des Gutes Geeste haben wir einen Versuch eingeleitet, um für unsere Arbeiter gutes Fleisch zu möglichst gleichbleibenden billigen Preisen zu beschaffen. Eigene Schlachthäuser und Fleischverkaufsstellen schalten den selbständigen Fleischermeister in unerwünschter Weise aus und sind dabei in ihren Verkaufspreisen immer abhängig von den Viehmarktpreisen. Wir wollen daher versuchen, durch eigene Produktion einen gewissen Einfluß auf die Viehpreise in den für uns in Frage kommenden Orten zu gewinnen. Wir beabsichtigen, dauernd durchführbar, und da Schweinedünger am vorteilhaftesten auf leichtem Sandboden verwertbar, haben wir im Oktober 1907 ir der Nähe von Meppen, in Geeste, ein Heidegelände erworben, das durch seine Lage am Dortmund=Emskanal und an der Bahn Münster=Emden für den Bezug von Futtermitteln sowohl wie für den Versand von Vieh besonders günstige Bedingungen bot, und das durch Zukauf inzwischen auf etwa 2500 Morgen angewachsen ist. Von diesen zunächst völlig ertraglosen, sumpfigen Flächen sind bis jetzt etwa 1000 Morgen durch sachgemäße Entwässerung und Bearbeitung mit land verwandelt. Die ausgedehnten Weideflächen geben in Verbindung mit angrenzenden kleinen Waldbeständen die günstigste Gelegenheit, die Mutterschweine Sommer und Winter im Freien zu halten, nur unter Zuhilfenahme einfacher Stallungen. Es werden mit dieser rauyen Haltung seit über einem Jahre sehr gute Erfolge erzielt. Nur die letzte Vollmast erhalten die Tiere in modern eingerichteten, für etwa 1000 Schweine berechneten Stallungen, die in der Nähe der für die Futterbereitung errichteten Dampfmühle angelegt sind. Da die Tiere hier nur 6—8 Wochen bleiben sollen, werden bei der jetzigen Einrichtung jährlich etwa 6= bis 8000 Schweine geliefert werden können. Wir hoffen, schon in diesem Jahre surch die Erträge des landwirtschaftlichen Betriebes und aus S1 Die Tosen des Heren von Brevow. Vaterländischer Roman von Wilibald Alexis(W. Häring). 14— Siebentes Kapitel. Ein böser Rat. „Ein Stündlein noch, Gestrenge, dann wacht er auf,“ sprach der Knecht Kaspar, der an seines Herrn Tür Wache hielt und wenig Umstände machte vor der Edelfrau, welche, so schien es, ohne den Wöchter wohl Lust gehabt hätte, ein wenig aufzuklinken und hineinzuschauen. Er aber saß auf einer Bank, die er vor die Tür geschoben, den Rücken gegen diese gelehnt, eine Stellung, in der er auch dann und wann die Augen zugedrückt haben mochte. Ein treuer Knecht dient seinem Herrn, auch wenn er für ihn schläft. Jetzt aber schnitt er Scheiben umschichtig von einer großen Rübe, einem Käse und einem Haferbrot zum Abendimbiß. „Kaspar, ich höre ihn schnarchen.“ „Tut nichts. Vorhin grunzie er, dreimal stöhnte er und dann hat er geflucht. Das geht immer voraus.“ „Aber er hat sich gewiß auf die andere Seite gelegt. Dann laft er nur immer fester ein.“ „Wenn er erst bis zum lauten Fluchen kam, dann flucht's in ihm fort, und dann wacht er auf.“ „Das ist einmal—“ „Allemal, Gestrenge, wie die alte Wanduhr. Erst knickt sie, brummt, schnarrt, dann nach einer Weile schlägt sie.“ „Es ist ein vornehmer Herr, Kaspar!" „Weck meinen darum nicht auf. „Des Markgrafen Freund.“ „Und wenn alle Markgrafen in eigener Person kämen.“ „Kaspar, du bist ein guter und treuer Knecht, aber du weißt nicht, was es gilt. Ich muß dabei sein, wenn er aufwacht. „Kann mir wohl denken, warum. Ich habe nichts mit der Wäsche zu tun.“ „Kaspar, ich bin deine Frau, wollte sagen deines Herrn Frau. Du wirst doch nicht—“ „Plaudern werd' ich nichts, was mich nichts angeht, und wenn er's merkt, nun, da mag jeder sorgen, den's trifft, aber—“ „Meinst du, ob er poltern wird, oder—“ „I nu, Gestrenge, das kommt darauf an. Trank er zuletzt süßen, dann geht's: aber Landwein, dann ist's schlimmer, besonders von dem dicken, aus Stettin. Wenn das Gewürz im Blut zurückschlägt! Recken und strecken muß er sich allemal ein bißchen, und da muß ihm keiner in den Wurf kommen, der es nicht versteht. Ick fühl's immer gleich am ersten Schlag, ob er nur verdrießlich ist, oder ein Gewitter losgeht. Das ist nun meine Sache allein, gestrenge Frau, und dabei tun Weiber niemals gut.“ Unten schien es zu gewittern, ein Schlag oder Klang war's, der die Aufmerksamkeit der Hausfrau in Anspruch nahm. Während Kaspar wieder unbekümmert an seinen Käse und Rettich ging, hatte sie sich über das Treppengeländer gelehnt. Der Dechant kam herauf, etwas gerötet im Gesichte, schneller als seine Art war. Das Zusammentreffen mit der Edelfrau schien ihm nicht ganz angenehm; die eine Hand fuhr schnell unter i Habit. „Ihr habt wieder gespielt.“ Der Geistliche zuckte die Achseln. „Und gewonnen?“ dem Erlös kleinerer Mengen gemästeter Schweine die Betriebskosten zu decken.“ Diese geschilderten Maßnahmen, wenn man ihr auch eine gewisse Großzugigkeit nicht absprechen kann, fallen ja in den bekannten Rahmen der großindustriellen„Wohlfahrts"bestrebungen. Nach dem Schluß der Mitteilung„hofft“ man,„schon in diesem Jahre“ die Betriebskosten zu decken, so daß die Harpener Gesellschaft später am Ende noch ein gutes Geschaft bei der Geschichte macht. Daß jedenfalls nicht nur nebenbei noch der Gedanke maßgebend sein wird, wenn durch die billigeren Fleischpreise in den Arbeiterkolonien der Reallohn steigt, den Minimallohn zu senken, diese„Hoffnung“ drückt der Jahresbericht natürlich nicht offen aus. Aber diese Folgen können eintreten und es ist nicht ausgeschlossen, daß die Gesellschaft von vornherein damit rechnet. Wenn der Bericht meint, daß eigene Schlachthäuser und Fleischverkaufsstellen den selbständigen Freischermeister in„unerwünschter Weise“ ausschalten, so ist doch andererseits klar, daß auck das Vorgehen der Harpener Berghaugesellschaft nach derselben Richtung hin wirkt. Wenn die durch billige Viehpreise von der Bergbaugesellschaft alimentierten Fleischhändler in den Kolonien der Zechen vorteilhafter verkaufen können, so drückt dies doch auch auf die Preise der anderen Metzger, auch wenn diese etwas entfernt wohnen; denn die Metzger in RheinlandWestfalen setzen vielfach ihre Waren durch Fuhrwerk in einem ziemlich weiten Umkreis ab, so daß sie die Konkurrenz der Gesellschaft wohl zu spüren bekommen werden. Jedenfalls ist der geschilderte Versuch sehr interessant. Es mehren sich die Anzeichen, wonach die kartellierten Großindustriellen auch der Zerfahrenheit im Konsum der Verbrauchsgüter zu steuern versuchen. Da solche Versuche seitens der Großindustrie aber immer von Finanzinteresse der kapitalistischen Gesellschaft. nicht vom Konsumenteninteresse diktiert werden, können sie lange nicht in derart großzügiger Weise in Angriff genommen werden wie es die vereinigten Konsumenten imstande wären. Mit der allgemeinen Organisierung des Konsums ist die Existenz der Ringe und Kartelle unverträglich. Indes ist der Versuch der Harpener Bergbaugesellschaft sehr dazu angetan, die breite Masse der Konsumenten auf die ungeheuren Kräfte hinzuweisen, die in der Macht der Verbraucher schlummern und die zu organisierter Wirksamkeit geweckt sein wollen. Industrie, Handel und Verkehr. Die Lederindustrie in Deutschland. Die Kapitalskonzentration schreitet auch in der Lederindustrie(Gerberei, Lederfärberei= und =Lackiererei) schnell vorwärts, wie die letzte Berufs= und Betriebszählung vom 12. Juni 1907 beweist. Die deutsche Lederindustrie umfaßte am 12. Juni 07 insgesamt 4626 Betriebe. (4306 Haupt= und 320 Nebenbetriebe.) Von den 4306 Hauptbetrieben entfielen 4104 auf die eigentliche Gerberei und 202 auf die Lederfärberei= und Lackiererei. Von den Hauptbetrieben waren 976 Alleinbetriebe und 3330 Betriebe mit mehreren Personen oder mit Motoren. Insgesamt waren in diesen Betrieben 52613 Personen beschäftigt, davon 48909 männliche und 3704 weibliche Personen. Von den 52613 insgesamt beschäftigten Personen kommen 44229 Arbeiter für die gewerkschaftliche Organisationsarbeit in Betracht, der Rest entfällt auf die Eigentümer, Betriebsleiter, Kontor= und Aufsichtspersonal. An verheirateten Arbeiterinnen waren 772, an jugendlichen Arbeitern unter 16 Jahren 2106 beschäftigt. Von den 52613 insgesamt beschäftigten Personen entfielen 976 Personen auf die Alleinbetriebe, 205 Personen auf andere Betriebe, 1828 Personen auf die Betriebe mit zwei Personen, 1692 Personen auf die Betriebe mit 3 Personen, 1919 Personen auf die Betriebe mit 4 und 5 Personen, 3239 Personen auf die Betriebe mit 6 bis 10 Personen, 4423 Personen auf die Betriebe mit 11—20 Personen, 8911 Personen auf die Betriebe mit 21—50 Personen. 6497 Personen „Kann ich dafür!“ „Die toben nun“ „Laßt die Heiden toben, ich tat's ja nur aus Gefälligkeit.“ „Das ist’ne Aufführung, das ist ne Wirtschaft! Und ein Geistlicher dazu! Was soll das Gesinde dazu sagen! Im Freien, nun ja, zum Zeitvertreib, im Lager, da hab ich ein Auge zugedrückt Aber Ihr wißt, daß ich im Schlosse ein für allemal—“ „In Ihrem Schlosse sollen doch meiner gütigen Wirtin edle Gäste nicht über Langeweile klagen. Die Frau war fort, der Herr kam nicht, verwundert sich da meine Frau von Bredow, daß der Gast sich selbst nach einer Unterhaltung umsah. Billigen, was er tat, ei behüte, daß mir das in den Sinn käme, aber er ist den Leidenschaften unterworfen, gleich uns allen. Ich für meine Person hätte auf einen Dank gerechnet, nicht auf einigen zornigen Blick, noch weniger—“ darauf, daß mein Beichtvater meine Gäste ausziehen —„Ausziehen! Ei, was ein harter Ausdruck aus so freundlichem weunde!. Ist der ein Räuber, der wider Willen annimmt, was man ihm aufdringt? Ich sehe auch darin—“ „Nur nicht wieder einen Fingerzeig. Den lieben Gott laßt mir beim Spiele aus dem Spiel. Das sage ich Euch. Gebt dem Teufel, was des Teufels: Ihr werdet Euch schon mit ihm vertragen. Aber macht nen Knoten in Eure glatte Zunge, wenn Ihr krumm gerade reden wollt. Denen ist's schon recht, i ja, auch dem Herrn von Lindenberg, Satan steckt auch in ihm, wenn er sein glatt Kleid verrückt; war's nur nicht bei uns geschehen. Aber— Dem Dechanten war es gelungen, seine Hand frei zu machen; vermutlich war der Beutel, der dem Herrn von Lindenberg vorhin gehört, in seine Tasche sacht geglitten. Er hob seinen Arm. „Frau von Bredow spricht nur meine Gedanken aus. Es nimmt's, ich sage nicht der Herr, aber das taunische Glück, denen oft, was sie nicht zu nutzen verstehen, um es denen zu geben, die einen besseren Gebrauch davon zu machen wissen. Als ich so wider meinen Willen an das böse Brett gerissen ward, dachte ich im stillen, wie das Altartuch in unserem Chor wohl eine neue Verbrämung verdient. Wenn nun von dem sündigen Golde durch den Zufall, sei es mir erlaubt, so zu sprechen. in deine Hände fiele, ei, du könntest schöne Goldfransen dafür in Magdeburg einlösen, das dachte ich. Ich sage nicht, daß dies eine Eingebung war, behüte mich vor jeder Lästerung; aber es ist doch sonderbar, daß immer, wenn ich an die Fransen dachte, der Wurf mir gelang. „Glückliche Reise, ehrwürdiger Herr. Seht Euch nur in Magdeburg vor, daß die Fransen echt sind. Kaufleute und Goldsticker betrügen gern" „Ich habe seitdem anders gedacht. Das Jungfrauenkloster unserer lieben Frauen bei Spandow ist schlecht ausgestattet. Wenn wir unser liebes Fräulein Agnes dahin brächten, und zu Ehren der heiligen Agnes einen Altar stifteten, wurde das ein liger Dienst sein, sowohl für die Heilige, da wir eine gnädige haben da großen Einfluß, die Bredows zurzeit nur geringen. Und Ture Vettern in Friesack rühren sich für uns, wie Ihr am besten wißt, nicht viel. Ein kleiner, mäßiger Altar nur; ich habe es so überschlagen, Silberstickerei, ein Kruzifix von Messing, die heilige Agnes kann ein Maler konterfein, der bei uns im Schuldturm sitzt; der arme Schlucker ist mit wenigem zufrieden. Es sind ja überall schlimme Zeiten. Aber meine gnädige Frau gibt mir zu, wenn wir unsere Agnes mal als Aebtissin sehen wollen, müssen wir etwas tun:“ Die Hausfrau hob die Hände und zeigte ihre zehn Finger, dem Dechanten:„Nun ist'? genug. Ich soll teilen das jundige Spielgeld, damit ich schweige! Mein Kind soll ich ausstatten damit!. Die heilige Aones mag nehmen, was sie verantworten kann, denn sie ist eine Heilige und weiß es besser als ich; aber meine Agnes soll Aebtissin werden durch deinen Würfetraub! Und wenn sie dienende Magd ihr Lebtag bliebe, sie soll lieber Pförtnerin, Küchenschwester, Scheuermagd bleiben, als durch das Teufels Geld Aebtissin Herr Dechant, wenn Ihr nicht mein Beichtvater wäret und wir alte Freunde! So spricht die Schlange. Mir das! Seht Euch ja nicht um, mäuschenstill; er steht hinter Euch, der Verführer, riesengroß. Der Menschenseind spricht aus Euern Lippen und Ihr wißt es vielleicht selber nicht.'s ist doch ein Jammer, daß der Verderber selbst Macht hat über die Geweihten des Herrn. Wo soll denn ein sündiges Menschenkind sich Trostes holen. Bleibt, still stehen,“ rief sie ihm nach, als er ihr folgen wollte „Fer die Nucht graut mich vor Euch Morgen früh— nun, morgen früh ist ein anderer Tag; wir haben's vielleicht beide vergessen und halten's für einen Traum. Das wäre das beste. Zur ebenen Erde sah es derweil wüst aus. Der Becher, den der Gast dem Dechanten nach dem letzten Wurf an den Kopf geworfen, rollte noch auf der Diele. Die Würfel lagen zerstreut, und keiner schien Lust zu haben, sie aufzulangen. Der Herr von Lindenberg aber ging, wie sehr erhitzt, im Zimmer auf und ab, bis er sich auf den Lehnstuhl des alten Götze warf. Den gespornten Juß legte er auf die Bank und stützte den Kopf auf den Ellbogen. Peter Melchior saß am Tisch in ähnlicher Stellung; die beides Junker, Hans Jurgen und Hans Jochem, standen an —„Ich hab's gesagt, hütet Euch vor dem Pfaffen,“ sprach Peter Melchior.„Was in des Pfaffen Sack kommt, ist verloren Jeden anderen kann man kitzeln, aber die tote Hand gibr nichts wieder „Eine verfluchte Geschichte!“ brummte der Gast.„Wieder haben muß ich's. Seine kurfürstlichen Gnaden gab mir auf der hren Beutel, um bei der Rückkehr die Almosen auszu„„Die Glatzen sind auch arme Leute!“ sagte höhnisch der „Daß der alte Götz grad' heut' schlafen muß.“ „Peter Melchior lachte:„Sein Korn ist noch nicht verkauft.“ s schon auf dem Halm, und das Geld zum Schornstein hinaus,“ fiel der Gast ein.„Ist hier keiner in der Nähe? Der Stechow hat nichts, der Holzendorf auch nicht; der Arnim gibt nichts'raus. Ist kein Jude herum? Nur bis morgen, bis übermorgen soll's, der Kurfurst ist darin ängstlich wie eine alte Jungfer um ihren Ruf.“ Es fand sich kein Jude, kein reicher Mann. „Blitz!“ rief der Junker Melchior.„Der Krämer Hedderich! Hätten wir den nicht gehen lassen. Der könnte die Ehre haben, für einen Edelmann ein paar Tropfen zu lassen. Und der Mann ist's wert. Als ich so ein bißchen in die Kisten und Kasten hineinfuhlte, klimperte eine sehr verdächtig.“(Fortsetzung folgt.) auf die Betriebe mit 51—100 Personen, 8207 Personen auf die Betriebe mit 100—200 Personen, 5025 Person= auf die Betriebe mit 201—500 Personen, 8915 Personen auf die Betriebe mit 300—1000 Personen und 5776 Personen auf die Betriebe mit mehr als 1000 Personen.— Das Königreich Preußen stellt für die deutsche Lederindustrie die Hauptzahlen. Auf Preußen entfielen von den 4626 Gesamtbetrieben allein 2303 Betrieve(2168 Haupt= und 185 Nebenbetriebe), in denen 25 457 Personen beschäftigt waren. Preußen umfaßte am 12. Juni 1907 in der everindustrie 49,8 Prozent der Gesamtzahl der Betriebe des Deutschen meichs.— Wie sehr unsere eingangs aufgestellte Behauptung von der Konzentration der Industrie auch für die Lederindustrie zutrifft, mögen folgende Zahlen illustrieren. Im Jahre 1875 gab es in Deutschland noch 11 781 Betriebe(11 421 Hauptbetriebe), in denen 40879 Personen beschäftigt wurden. Im Jahre 1882 war die Zahl der Betriebe auf 10 455 gefallen (9883 Hauptbetriebe), in denen 44594 Personen beschäftigt wurden. Im Jahre 1895 gab es nur noch 7637 Betriebe(7150 Hauptbetriebe), in denen 53155 Personen beschäftigt wurden. Die Berufszählung vom Jahre 1907 ergab nur noch 4626 Betriebe(4306 Hauptbetriebe) mit 52613 beschäftigten Personen. Die Zahl der Betriebe hat sich von 1875 zu 1882 um 11,8 Prozent vermindert, die Zahl der beschäftigten Personen um 9,1 Prozent vermehrt. Von 1875 zu 1895 trat eine Verminderung der Betriebe um 35,2 Prozent, eine Vermehrung der kei beiter und Arbeiterbetriebe.— Edmund listische Werden.— Rene Schickele: Großstadtvolk. Schildbach: Der Tarifvertrag.— Martin Etzel: Ge Kulturarbeit.— Roman Streltzow: Eine Um Das sozia— Bernhard ##werkschaftliche Streltzow: Eine Umformung der russischen Sozialdemokratie.— Wirtschaft von R. Wissell.— Sozialpolitik von R. Schmidt— Philosophie von Prof. Dr. F. Staudinger.— Naturwissenschaften. von Dr. C. Schmidt.— Geschichte von P. Kampffmeyer.— Dichtkunst von M. Hochdorf.— Landwirtschaft von Dr. A. Schulz.— Der Preis des Heftes beträgt 50 Pfg. Pro Quartal(6—7 Hefte) 3 Ml. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, bei allen Kolporteuren, auf jeder Postanstalt, in den Kiosten, sowie direkt vom„Verlag der Sozialistischen Monatshefte“ Potsdamer Straße 121h, Berlin W 35.(Zusendung unter Kreuzband oder in geschlossenem Kuvert. Probehefte steyen auf Verlangen jederzeit kostenfrei zur Verfügung. Kleines Feuilleton. beschäftigten Personen um 30,0 Prozen. uin. Von 1875 zu 1907 trat eine Verminderung der Betriebe um 60,7 Prozent und eine Vermehrung der beschäftigten Personen um 28,7 ein. Von 1895 zu 1907 hat sich die Zahl der beschäftigten Personen nicht vermehrt, sondern um ein geringes(542 Personen) verringert. Diese Verringerung der beschäftigten Personen ist nicht auf eine Produktionsverminderung, sondern auf eine starke Vermehrung der Arbeitsmaschinen zurückzuführen. Das geben die Unternehmerfachblätter der Lederindustrie selbst zu. Auf einen Betrieb in der Lederindustrie kamen im Jahre 1875: 3,51 Personen, 1882: 4,3 Personen, 1895: 7,0 Personen, 1907: 17 Personen. Auch diese Durchschnittszahlen zeigen eine starke Konzentration der Betriebe. Wie groß die Produktion an Leder in Deutschland ist, können wir mangels einer Produktionsstatistik nicht feststellen. Sicher aber ist, daß der Bedarf und die Produktion an Leder in Deutschland nicht gefallen ist. Der Bedarf an Leder ist infolge gehobener Lebensweise weiter Volksschichten gestiegen, ferner sind neue Industrien entstanden, wie z. B. die Automobilindustrie, die neue Absatzgebiete für die Lederindustrie erschlossen haben. Schließlich sei noch an die riesige Vermehrung des Militärs erinnert, das ebenfalls ein großer Konsument der Lederindustrie ist. Mit dieser Kapitalskonzentration geht Hand in Hand eine starke technische Entwicklung, die an die Stelle der Muskelkraft und der Handgeschicklichkeit des Lederarbeiters die Arbeitsmaschine setzt. Die Lederarbeiter haben deshalb alle Ursache, die Reihen ihrer gewerkschaftlichen Organisation durch eine intensive Agitation zu fördern, damit sie der gestiegenen wirtschaftlichen Macht des einzelnen Unternehmers eine starke gewerkschaftliche Organisation entgegenstellen können. Eilktärisches. Die Riesengagen der Flugkünstler. Daß die kühne Unerschrockenheit, mit der die Flugtechniker ihr Ringen um die Eroberung der Luft durchkämpfen, nicht unbelohnt bleibt, zeigt die Liste der Honorare, die den Teilnehmern des letzten englischen Flieger=Meetings von Doncaster ausgesetzt worden sind. Die Flugmenschen ernten nicht nur Ruhm und Anerkennung, sie verdienen auch Geld und brauchen den Vergleich mit den Gagen der großen Tenöre und Primadonnen nicht zu scheuen. Für seine Flüge in Doncaster erhält z. B. Delagrange nicht weniger als 120000 Mark festes Gehalt; dem Obersten Cody werden 50000 Mark bezahlt. Sommer erhält 30.000, Windham 10000, der Graf Van der Bourgh die gleiche Summe und 10000 Mark sind auch ausgesetzt für Simeni, der im Lenkballon aufsteigt. Nur Manes begnugt sich mit 2000 Mark. Im Blackpool erhalt Farman 24000 Mark, Paulhan 20.000, Rougier 16.000, Fournier 12.000 und Rue 2000 Mark. Zu diesen festen Gehaltern aber treten dann noch die hohen Geldpreise, die für einzelne Der Bohnentase. wythagoras und seine ernyanger waren dei Ansicht, daß der Bohne dämonische Kräfte innewohnen, und enthielten sich daher mit äußerster Strenge ihres Genusses. Von diesem Aberglauben, der im alten Griechenland weit verbreitet war, ist auf die Nachwelt nichts übergegangen. In China speziell ist die Bohne eins der beliebtesten Nahrungsmittel, das auf Hunderte von Arten verarbeitet wird. Die interessanteste davon ist der sogenannte Bohnenkäse, der in ganz China als Nationalgericht gilt. Er wird aus der Buschbohne(Wong=tu) zubereitet, die fast auf jedem Boden und ohne viel Pflege gedeiht. Als Volksnahrungsmittel kommt der Bohnenkäse oder Tou=fou in China gleich nach dem Reis; auch in Japan ist er sehr verbreitet. Im„Ostasiatischen Lloyd“ wird nun eir Rezept zu diesem Gericht gegeben, das auch europäische Hausfrauen, vor allem aber unsre Vegetarier interessieren dürfte. Die Bohnen werden eine Nacht lang in Wasser aufgeweicht, am Morgen aufgebrochen und mitsämt dem Wasser in eine Handmühle geschüttet. Hier werden sie zu einem dicken, gallertartigen Safte verarbeitet, der in einen aus dichtem Gewebe bestehenden Sack gefüllt und in diesem dann heiß aufgebrüht wird. Der daraus ausgepreßte Saft wird in einem Kessel nochmals zum Sieden gebracht und mit etwas Salzwasser versetzt, das den Erstarrungsprozeß beschleunigt. Es ergibt sich nun eine feste Masse, deren Geschmack dem unsres Käses entspricht Standesamts-Nachrichten. Leistungen ausgesetzt sind, so daß ein tüchtiger Flugtechniker die Möglichkeit hat, in wenigen Wochen ein reicher Mann zu werden. Vom Liebesmarkt der vornehmen Welt. Man schreibt der „Wiener Arbeiter=Zeitung“ aus Budapest: In Ungarn verfügt die Kirche über dritthalb Millionen Joch Ländereien und zirka 80 Millionen betragen ihre Jahreseinkünfte aus dem beweglichen und unbeweglichen Vermögen, deren größter Teil dem Hochklerus die Mittel zu einer fürstlichen Lebenshaltung liefert. Es ist daher begreiflich, daß die„bessere“ Prostitution mit Vorliebe nach den zahlungsfähigen Prälaten angelt. Im„Az Ujsag“, dem Organ der Altliberalen— der Liebesmarkt fü Von der„Neuen Zeit"(Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 6. Heft des 28. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Die Forderung des Tages.— Die Wertsteigerung des Bodens in England und die neuen Steuern. Von M. Beer.— Ludwig unter den Propheten. Von K. Kautsky. — Die Konsumgenossenschaftsbewegung. Von Wilh. Häusgen. Literarische Rundschau: Dr. S. Eitinger, Das Verbrecherproblem in anthropologischer und soziologischer Beleuchtung. Von W. A. Erngr#, Paola Lombrosg,„Carattere della Bonger Femminilitä. Von Oda Otverg. Dr. N. R. af Ursin, Die deutsche Sozialdemokratie. Von M. N.— Notizen: Zur Reorganisation der Parteischüle. Von Ernst Koch.— Zeitschriftenschau. Die„Sozialistischen Monatshefte", redigiert von Dr. I. Bloch(Administration, Berlin W., Potsdamerstraße 121h), die bekanntlich alle 14 Tage erscheinen, haben soeben das 22. Heft ihres 15. Jahrgangs erscheinen lassen. Aus seinem Inhalt heben wir hervor: Paul Umbreit: Zur Frage der gesetzlichen Arbeitervertretungen.— Eduard Bernstein: Der Tod Ferrers und die Macht der öffentlichen Meinung.— Dr. Max Maurenbrecher: Schulung der Funktionäre.— Wilhelm Schröder: ArErgan er. Annerkann drr Eirebmärtt für die hohe Geistlichkeit kann doch nicht in den Spalten klerikaler Blätter etabliert werden—, findet man folgende„Kleine Anzeigen“: Die Freundschaft eines Prälaten oder gutmütigen Herrn von hohem Rang sucht intelligente dreißigjährige, in staatlicher Stellung befindliche Witwe. Briefe unter„Ein einzigesmal“ erbeten. Nur eines Prälaten dauernde Freundschaft suche ich, der auch mein Beichtiger wäre. Ich bin eine junge, schöne, vornehme Dame. Briefe unter„Strenge Diskretion“ erbeten. Auch männliche Prostituierte machen in dem„vornehmen“ Blatt ihre Offerte. Eines derselben lautet: An vornehme Damen! 26jähriger, in jeder Hinsicht tadelloser, eleganter, schlanker, blonder Herr sucht die intime Freundschaft einer Magnatenfrau oder ähnlich vornehmer, materiell unabhängiger Dame, mit der er auf Wunsch eventuell auch eine Auslandsreise machen würde. Distinguierte, solide Manieren und ebensolches Gemüt sichern die größte Diskretion. Auch ältere Damen können anfragen. Abenteurerinnen jedoch mögen dies, als zwecklos, unterlassen. Briefe unter „Ich liebe die Frau und den Champagner“ erbeten. Auf dem Liebesmarkt der vornehmen Welt Ungarns sind die Inhaber geistiger und weltlicher Latifundien von den weiblichen um mannlichen Prostituierten„höherer“ Klasse besonders gesucht. Und finden sich auch bei dem großen Geschäftsverkehr. Dornberg. Angemeldet in der Zeit vom 16. bis 81. Oktober. Geburten: Sohn: Heuerling Friedr. Wilh. Aug. Paepen möller, Uerentrup 1. Töchter: Heuerling Aug. Tiemann, Großdornberg 1; Postbote Friedr. Heinr. Ad. Gröne, Großdornberg 24. Aufgebote: Schleifer Gustav Friedrich Siekerkotte. Babenhausen 20, und Fabrikarbeiterin Alwine Lisette Karoline Kobusch, Schildesche, Wilhelmstr. 61; Stellmachermstr. Friedr. Wilh. Kreft, Großdornberg 73, und Anna Lindhorst, Großdorn= berg 34: Hausdiener Kaspar Heinr. Aug. Diekmann, Babenhausen 57, und Näherin Anna Marie Luise Linnenbrügger dos 34. Eheschließungen: Kupferschmied Matthias Eichler, Großdornberg 37. und gewerbl Ida Elise Auguste Reiersloh, das.: Schmied Herm. Heinr. Dresing, Deppendorf 13, und Haustochter Anna Marie Luise Möller, Schröttinghausen 57; Tischler Peter August Milsmann, Niederdornberg 8, und Näherin Anna Marie Luise Meier, Niederdornberg 7; Zigarrenarbeiter Herm. Heinr. Krämer, Kirchdornberg 31, und Zig.=Arbeiterin Johanne Luise Dorothea Bartelborth, Lenzinghausen 124. Sterbefälle: Kind Karl Heinrich Erwin Böke, Babenhausen 24, 2 M.; Karl Hohenhaus, Kirchdornberg 17, 10 J. Sonnabend. Arbeiter=Schachklub abends 8½ Uhr in„Stadt Bielefeld". Verein Geselligkeit“ 9 Uhr bei Wwe Hellsinger, Schmiedestr. s Klub„Geselligkeit“ 9 Uhr bei Schneider, Kampstraße. Skatklub„Gut Glück“ 9 Uhr bei Schneider, Kampstraße. Skatklub„Gemütlichkeit“ 9 Uhr bei C. H. Apenbrink, Herforderstraße. Theaterklub„Olympia“ 8½ Uhr bei Witwe Kahl, Herforderstr. Theaterklub„Thalia“ 8 Uhr bei Freudenau, Heeverstraße. Radfahrerverein„Dornberg“ 9 Uhr bei Wirt Bökenkamp. Babenhausen. Turn=Verein„Jahn“, Dornberg. Oerlinghausen. Arbeiter=Turnverein„Einigkeit“ 9 Uhr bei C. Lücking. Minden. Arbeiter=Radfahrerverein„Vorwärts“ in der Centralhalle", Ritterstr. 18(Eingang Trockenhof). Sonntag. Kraftsportverein„Atlas“ vorm. 9 Uhr bei Wöhler, Heeperstraße Montag. Diskutierklub 8 Uhr im Restaurant„Stadt Bielefeld“ Kegelklub„Neuntöter 8½ Uhr bei Beckmann, Kl. Howe. Werther. Arbeiter=Turnverein„Irisch Auf“ 9 Uhr bei Brünig. Gütersloh. Arbeiter=Gesangverein„Einigkeit" 8½ Uhr. Schötmar. Radfahrerverein„Wanderer“ ½9 Uhr im voli“. Lage. Kraft=Sport=Verein 8½ Uhr bei Karl Voß, Langestr. Stadlöerbronelen=Wahl. Für die mit Ende dieses Jahres nach Ablauf der Wahlzeit bis Ende 1909) ausscheidenden und vor Ablauf der Wahlzeit (bis Ende 1909) ausgeschiedenen Mitglieder der StadtverordnetenVersammlung, als: a) von der III. Abteilung. Wollwarenhändler Wilhelm Dielmann, Redaktenr C. Hoffmann, Maurer C. Eilers Fabrikarbeiter August Jürging, Wirt Hermann Husemann; b) von der II. Abteilung Kaufmann Hermann Lohmeyer, Kaufmann Gustav Gassel, Justizrat Dr. Frankenstein, Architekt Bernhard Kramer, Fabrikant Georg Seydel; c) von der I. Abteilung: Fabrikant H. Calow, Kaufmann E. Buddeberg, Kommerziencat W. Velhagen, Realschutdirektor Dr. Reese, Maurermeister A. Karmeyer sollen Ergänzungswahlen, für die vor Ablauf ihrer Wahlzeit ausgeschiedenen Mitglieder: a) der III. Abteilung: Kaufmann Wilhelm Lohmann, gewählt bis Ende 1911, und Schlosser Gustav Arnold, gewählt bis Ende 1913, b) der II. Abteilung: Baurat Fritz Gräber, gewählt bis Ende 1913 und e) der I. Abteilung: Fabrikant Wilhelm Modersohn und Fabrikan! Dr. A. Oetker, gewählt bis Ende 1911, sollen Ersatzwahlen nach den Bestimmungen der Städteordnung vom 19. Mörz 1856 und des Gesetzes vom 30. Juni 1900 stattfinden. Die Wahl für die III. Abteilung findet am 9. und 10. November d. J. von 10—1½ Uhr und von 4—7 Uhr in 9 Abstimmungsbezirken statt, und zwar gehören zun II. Abstimmungsbezirk: Wahlort: Gewerbeschule, Oberwallstraße. Arndtstraße, Bergstraße, Kleine Bergstraße, Bismarckstraße, Brüderstraße, Bürgerweg, Dornbergerstraße, Dorotheenstraße, Ellerstraße, Fehrbellinerstraße, Friedenstraße, Goldbach, Grünstraße, Hammerschmidtstraße, Große Kurfürstenstraße, Laerstraße, Mindenerstraße, Roonstraße, Schulstraße, Siechenmarsch= straße, Waldstraße, Wertherstraße. Klusstraße, Lessingstraße, Lippeschestraße, Löbellstraße, Lortzingße, Mittelstraße, Mozartst str Te Wahlort Gilhstraß Rolandstraße, Schlo Turmstraße, Weststra III. Abstimmungsbezirk: Turnhalle der V Bürgerschule, Große Kurfürstenstraße. straße, Johanniskirchpl ße. Telanchtoonstraße, Pestalozzstraße, hofstraße, Siegfriedstraße, Teichstraße, se, Wittekindstraße. Friedrichstraße, Gutenberg# F r /5 Kriem dstraße, Meindersstraße, Melanch I. Abstimmungsbezirk: Wahlort: Altes Rathaus am Markk. Altstädter Kirchplatz, Altstädter Kirchstraße, Angerstraße. Am Bach, Bachstraße, Breitestraße, Brinkstraße, Burgstraße, Coblenzerstraße. Am Damm, Dammstraße, Fußbach, Gehrenberg, An der Gewerbeschule, Goldstraße, Güsenstraße, Hagenbruchstraße, Hochstraße, Jahnplatz, Johannisberg, Kasernenstraße, Kesselstraße, Kleine Kesselstraße, Klosterpiatz, Klosterstraße, ** Notpfortenstraße, garwall, Oberwallstraße, Papenmarkt, Piggenstraße,## Aethausstraße, Renteistraße, HitternraßeOsenstra Kosenstraße. Schiuerplatz, Sieterstraße, Sieterwall, Spiegelstraße, Steinstraße, Süsterplatz, Ulmenstraße, Upmannstraße, Waldhof, Welle, Am Zwinger. Kreuzstraße, Am Markt, Neveiswau, Nievernstraße. Niederwau, straße, Kleine Notpfortenstraße, Obernstraße, ObernPiogenstraße, Postgang, ße, Kleine IV. Abstimmungsbezirk: Wahlort: X. Bürgerschule, Gutenbergstraße. Am Bahnhof, Bahnhofstraße, Kl. Bahnhofstraße, Bünderstraße, Engerschestraße, Ernst Gräbestraße Am Güterbahnhof, Jöllenbeckerstraße, Am Kamphof, Kampstraße, Kurzestraße, Lübbeckerstraße, Lutzowstraße, Mellerstraße, N Nordstraße, Osnabrückerstraße, straße. Siegfriedplatz, Spengerstraße, brackstraße. V. Abstimmungsbezirk. Wahlor:. VI. Bürgerschule, Herforderstraße. Albrechtstraße, Alleestraße. Borsigstraße, Brandenburgerstraße, Buddestraße, Cavolleriestraße, Düppelstraße, Feilenstraße, Heinrichstraße, Herforderstraße, Josephstraße, Kaiserstraße, Kaiser=Wilhelm=Platz, Königstraße, Am Kreishaus, Märkischestraße, Maybachstraße, Missundestraße. Paulusstraße, Prinzenstraße, Reichsbankstraße, Reichspoststraße, Siemensstraße, Thielenstraße, Waldemarstraße, Weidenstraße, Wiesenstraße, Wilhelmstraße, Wilhelm Bertelsmannstraße, Zimmerstraße. VI. Abstimmungsbezirk: Wahlort: Knabenmittelschule, Kaiserstraße. Augustastraße, Bleichstraße, Brüderpfad, Brunnenstraße, Falkstraße, Feldstraße, Finkenstraße, Flachsstraße, Hatenort, straße, Kronenstraße, Moltkestraße, Petristraße, Stadtholz, Turnerstraße, Viktoriastraße, Waldeckstraße, Walkenweg, Wörthstraße, Ziegelstraße. VII. Abstimmungsbezirk: Wahlort: Turnhalle der IV. Heeperstraße. Blumenstraß ürgerschule se, Eduard=Windthorststraße, eimweg, Hermannstraße, Groß sstraße, ße,. Metzer Fröbelstraße, Heimweg, Hermannstraße,„Großz.n " Telobugtlug., Marktstraß ze, Niedermuhlentamp, Oelmunlenstraße, Oststraß Ehleutrupperweg, e Howe, Kleine straße, DuhlenHowe, a#e Sadowastraße, Schlosserstraße, Spindelstraße, Spinnereistraße, Webereistraße. VIII. Abstimmungsbezirk Wahlort: II. Bürgerschule, Rohrteichstr ofe. Alienstraße, Diesterwegstra straße. Goben „raße, Luisenstraße, Mittelstraße, M. 1##straße, Oerlinghauserstraße, Ravensvergerstraße, Koyrteichstraße, Sparrenstraße, eutoburgerstraße. IX. Abstimmungsbezirk: Wahllokal: XII. Bürgerschule, Bülowstraße. Arbeiterheim, Blücherstraße, Bülowstraße, Burgstieg, Friedhofstraße, Gneisenaustraße, Grenzweg, Gütersloherstraße, Hallerweg, Hohenzollernstraße, Johannistal, Kantensiek, Konigsweg, Langenhagen, Lastweg, Lutterstraße, Lutterweg, Nordfeld, Sandhagen, Scharnhorststraße, Am Sparenberg, Steinmetzstraße, Uhlandstraße, Zastrowstraße. Die Wahl für die II. Abteilung findet am 11. November dieses Jahres von 10 bis 1 Uhr und 4 bis 7 Uhr im alten Rathause am Markt in 2 Abstimmungsgruppen statt; und zwar umsaßt die 1. Abstimmungsgruppe die in der Liste der stimmfähigen Burger für die II. Abteilung unter Nr. 1 bis 599 aufgeführten Wähler, die 2. Abstimmungsgruppe die unter Nr. 600 bis 1322 aufgeführten Wähler. Die 1. Abstimmungsgruppe wählt in Zimmer 3, die 2. Abstimmungsgruppe im Saal des Alten Rathauses. Die Wahl für die 1. Abteilung findet am 12. November d. von 11 bis 1 Uhr im alten Rathause am Markt statt. Wahlberechtigt sind nur die in der Liste der stimmfähigen Bürger verzeichneten Wöhler. Die Hälfte der von jeder Abteilung zu vählenden Stadtverordneten muß aus Hausbesitzern(Eigentümern, Nießbrauchern und solchen, die ein erbliches Besitzrecht haben) bestehen(§§ 16 und 22 der Städteordnung). Die Vertretung jeder Abteilung muß zu jeder Z. zur Hälfte die Eigenschaft von Hausbesitzern ß zu jeder Zeit zur Hälfte haben. Nach den Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichs sind unter Hausbesitzern nur die Besitzer eines Wohnyauses zu verstehen; darunter sind Miteigentümer eines Hauses nicht zu verstehen. In der I. Abteilung waren 14 Hausbesitzer, von denen 7 ausscheiden; in der II. Abteilung 13 Hausbesitzer, von denen F ansscheiden; in der III Abteilung 9 Hausbesitzer v# Denen S aur chrir, In der Hr. Gblellung 8 Jausdenher, von denen 5 ausscheiden. Da 8 Stadtverordnete in jeder Abteilung Hausbesitzer sein müssen, so müssen bei den diesjährigen Stadtverordneten=Wahlen in der I. und II. Abteilung je 1 und in der III. Abteilung 4 Hausbesitzer gewählt werden. Bielefeld, den 20. Oktober 1909. Der Magistrat Das Wahlgeschäft wird sehr erleichtert, wenn die Wähler behufs schnellerer Ordnung der mündlich zu Protokoll zu erklärenden Stimmen geschriebene oder gedruckte Zettel mit zur Stelle bringen, welche die Namen der zu wählenden Kandidaten enthalten und zwar in folgender Reihenfolge: 1. Erzänzungswahl(8 Stadtverordnete); 2. Ersazwahl(2 Stadtverordnete in der III. Abteilung, Ersatz für Lohmann bis 1911 und Ersatz für Arnold bis 1913, 1 Stadtverordneten in der II. Abteilung, Ersatz für Gräber bis 1913. und 2 Stadtverordnete in der I. Abteilung, Ersatz für Modersohn und Oetker bis 1911). Sodann empfiehlt es sich, daß der Wähler sich die laufende Nummer, unter welcher er in der vor der Wahl ausgegebenen Liste eingetragen steht, genau merkt, um so das Auffinden seines Namens in der Liste bei der Wahl zu erleicherAbonnemen: für Bielefeld und U wie bei sämtlichen A ins Haus gebracht 60 lich. Durch die 1.80 Mk. vierteljähr Bestellgelt Einzelnummer Erscheinung mit Ausnahme der Feiertage täglich n# Fernsprech=Anschlus Nr. 261 Die heutig Spanische undf den von der span Prozesses Ferrer. richt des General= hat die Lücken der der Inhalt des B Der General=Ar Angeklagten, erwäh den spanischen, nac die Gründung der gewesen sei, beschre Ideen“ verbreitet h habt hätten,„den S und die Republik zu „dem Volks=Haus“ „überhaupt allen 8 tion hinarbeitete", kommt der Bericht Teilnahme Ferrers — 47*— Juli. Es heißt dem Platze Antonil festanten, dann am vor einem Kavalle nicht gewaltsam ger tausch von Botscha Blattes„Progreso“ Domenech, eines B dorthin, um zu erfAm 27. Juli hat ei der, zu seiner Ehr Barcelona war, der sozialen Feigheit be abends Ferrer dem Spitze einer Bande zogen waren.“ Der dann einige Zeugenhalten waren und Aufrührer in Prem lich bringt er eine dort als„ein höchst der seine Ideen dur zu verbreiten sucht". tung des Verteidige Ein weiteres Al Generalkapitän von stätigt; dieser hoheT schließlich auf den B Kein einziger der al stellt worden, und v den, daß er Ferrer vom Horensagen. T abgeschnitten, seine ihm sogar die Mitte zuschaffen. In Par ihn abgeschickte Geld zösischen Blätter hal dem es heißt: Der Untersuchun die Erlaubnis, mir nise, Briespapier, ven, zurückg Verteidiger eine A at, die ich für ihn Böswilligkeit der Man entzieht a teidigung.„In m lastendes Moment. sucht und nichts g den Obersten Richt Leiter des Aufruhr langen, dieser Bea weise habe, er hab ist sicher, daß ich b den muß, aber er fü Atmosphäre beeinfl Nur die reaktionät bringen darf. Die Jedenfalls muß ma zu veröffentlichen! 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