** ** apuze 90, 50, Stoff. ikters, 50, 0= t in 75, 1.99 1.33 4.75 4.75 9 9 9 . 95 . 1.95 Lot 95. 98 50 0 9 8 9 5966 runnen. Leserinnen und Leser K str. 18 Wench billig. mden 85 kleidern 5953 üchtige, solide Lenmacher rmarbeit sofort gesucht. .50 bis 12 Mk. oro 5964* r Marten, lenscheid. Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Nr. 257. ## 5 sau der Sozialdemokratie für das östliche Westsaten und die lippischen Kurstentumer. iug, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Mittwoch, 3. November 1909. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½29 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag der Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ erisch& Co., Nielesekd. Die Hinterbliebenenversicherung und Armenunterstützung. ordnung verst sofort, nachdem das Reichsamt des lich bagegen erhoben. Hinterbliebenenversicherung die Witven und Wasen der Ar. bleiben. Diese unsere Kritit haben unsere Gegner aig u Hanienspert, dat grfedunn hingestellt. Es war Versicherung die erheblich höheren Arnde Hinterbliebenenzinigen Stadten gegenüberstellte. au dag nterstützungen in wegnern nicht. gentigte unseren berechtigt nachgewiesen wporden. Iicher Seite unsere Kritik als „Sozalen Praxis“ hat Sophie Susmann möglichst genauer Feststellungen folgend uGgice rin auf Grund wie hoch die Witwen= und Wai Versicherung sind, und wie dach eu. ointerbliebenenReibe von Städten. i Armenunterstützurg in einer Di, Hinterbliebenen=Versicherung sol unter hen uu beachten. „ Gießen„ Vorns... 20 „ Berlin„ 180 bis 240 Söite.des, Resierungsentwurseh Petzatmisen im Jahre 1907 eine Vozgenöß den tatsächlichen KRisäih. 170 Mark pro Jahr auszahlen. Für die 0 der 1. Lohnklasse 72,60 bis 90.60 Mark pro Jahr, „„ 8040„ 11640„„ „„„„ 8640„ 134/40 „„ 4,„ 92.40„ 152.40" „„ o.„ 9840„ 17040 niebrigeren Löhnen in Vetracht zur die Lohnlassen mit den untersten Lohnklassen. In diesen sind svöchstens alo die drei durchweg kleiner, zum Teil sehr viel avue Witwenrenten saf Waiexfübungen für Witven in auluer as die Arnen. aen tngen für die Witwen in auen oden angeführten mersam, daß nach der Verwaltungsprsa derauf aufordnungen im Reich die erwerbsfähige garis kest aler ArmenPuasestens ein Lind zu errähren Sde Witwe initande ein sel, Graniheis eshe arkerhsält, venn nicht besondere Hinterbliebenen=Versicherunges. Waisenrente der in der 1. Lohnklasse 90.— bis 102.— Mark, . s.„ 9540„ 13¾9„ „„ 4„ 103.20„ 143.40 „„ 5.„ 107,40„ 155,40„ In Stolp. Heilbronn Gießen. Witten.. Elberfeld Altenessen Berlin Mainz. Worms 3. Bei 4 Kindern: Armenunterstützung der Hinterbliebenen108 Mar zeggächerung 171 bis 267 150,60 Mark, 150,60 150,60 150,60 150,60 150,60 150,60 150,60 150,60 200 228 und mehr 240 bis 300 240 252 bis 300 315 Hinterbliebenen=Verscherungese Paiseurente der in der 1. Lohnklasse 117,— bis 130,80 Mark, „„„ 123.—„ 150—„ . 4.„ 13320„ 16320 Gernch i.: 139: Ma riager Glechkeg iserente der Hiuterblichenei=Verschek, zwei Kindern dagegen isr(denen=Versicherung; bei mehr als pflege höher als die Waisenrente der g d ArmenGegcensiher den“d ic mehr als 1 Kind, allenfalls 2 haben. ders, wenn der Voter vor dem 40. Jahre gestorben— versagt sie vollständig, also gegenüber den Bedürftigsten! Wir verzichten absichtlich darauf, das statistische Material Pris Aud Ze= Khstesgug Zeger ewricge, so verchol.“ boch boraus, doßh die angetilntsige Hinelesders an. Ergib sch bewahri, die Hie der Arstenpsgze in Ansprich. deuor beiter als. Erigel für die Belastung durch den Blase die Nr. Henshar: Wayrlich, eine schamlosere Komödie ist nicht eseie dC a ie Kchehgne ade cce an oben erläuterten Berechnung ermittelten Durchschnpe Paisenrenten zur Seite, die der gettsbetrag der versicherung vorschlägt: viuterbliebenen1. Bei 2 Kindern: Armenunterstützung der Hinterbliebenenan: Versicherung 89,40 Mark, „„ in Stolp Heilbronn Witten * Mainz. Worms Elberfeld Berlin Altenessen 36 Mark, s 89 96 78 104 104 104 108 Altenesen... 120„ uierten Berechnung die Maiserrent: 89,40 89,40 89.40 89.40 89,40 89.40 89.40 89,40 nach der Huterten Berechnung Versicherung: in der 1. Lohnklassé 63,60 bis 73,80 Mark, „„ 3.„ 6780„ 88/80„ „„„„ 7140" 99.—„ „„*„ 75.—„ 10980„ 3.—„ 120.—„ beträgt nunh per oben ervie Waisenrente der Hinterbliebenenin Stolp Heilbronn Witten Gießen Elberfeld Ferlin.. zuztenessen Mainz Worms Bei 3 Kindern: Armenunterstützung der HinterbliebenenVersicherung 120,— Mark, 114 120 134 135 168 180 198 198 72 Mark, 178„ 154„ 156" 160„ 208„ 120.— 120.— 120.— 120.— 120.— 120.— 120.— 120.— Politische Uebersicht Die badischen Landtagsstichwahlen im Zeichen des Großblocks Rationalliberalen in Frage kommen nicht erfülte, wei die haltse Fe ie den Nationalliberalen verloren gegangen sind. Nun, Die bobischen Landtagswahlen u sie 9 darin: ralen und des Zentrums von 12 zu 20 Mandaten„durchgeSozialdemokratie ist fortan die ausschlaggebende Partei, die sich je nach Gutdünken mit den wird wohl niemand behaupten wollen. in Boyum=zjez, Frfehushieg um nicht zu sagen, eine NiederWorten nicht herumdrücken. Der Einfluß dere Schaden der nationalliberalen Partei. Ein materieller und morgder Ausfall der badischen Stichwabse9“ 8as Liberalismus nich: hätte sein können, er seru Lehre für den Nationalliberalismus, der gerade in dem. Vaterlande Bassermanns die beste Gelegenheit hat sich k zu unterrichten, wie sehr er an Werbekraft und der Wählerschaft verloren hat seit die Funzliberalen tischen Kurs der Gesantpartei bestimmen. P: seigert aus dem Wahlausfall, daß schleunigst al über die Finanzreform eingestellt werden muß. des Resultats, ob die Nationalliberalen dadurch die Sozialdemokraten. eis, is der Velerchichte. 5d mon in Zautust ligs artikel, den jie das Bedzische Spocstietzsich auch in einem Leit. Stichwahlergebnis. Das Blatt führt den ader greizt mit den traten auf Zentrumshilfe zurück und sagt. gper esaldemodaß ihre Niederlage lediglich die Folge der aauonatiberalen, läsngkeit sei. Das linksliberale Blatk begnügt sich aber auch Beirachtungen darüber an, wie sich die innere badische Politik Und bier kommt nun das Blatt zu folgenden naiven Ratware es, ein weiteres bauschungen von formalen Aeußerlichkeiten erschweren. aber werden sich mit einem genügenden Quantum Bra. Beiche BieeFsszug unbekümmert um alle Beschwörungen aus dem Nationalliberalen kann es im eigenen Interesse nur Für die nünftiges Ziel geben: Die Großblockpolfstn ir ein der für die Wahlen zu beleben und Faktor der Landespolitik. blatt“ daß sie eine Politik macht, wobet Verliner Tagemitgehen und Vertrauen zu ihr sassen 13. der dentsche Arbeiter Anwachsen der Sozialdemokratie für muasouue:. Dano wäre dem Grenzen gesetzt. waden wenigstens natürliche Scharfmacher=Wünsche. die Post einen hefigen Arikel gegen. Jau hüttenwerken, die in einer Bundesrats Pauen un den Eisen= wurden, daß in die 12stündige Schicht Pear gerechelt dauer von 2 Stunden treien sollen bessens eine Stunde zu dauern hat. Die„Post eine Pause mintischen Agitation dar, die stets bemüßt ar ois der kozialdemotro. buiktionskosten es sei auch schver bei gutem Geschäftsa die sesgagid beauenen Ardeid inr kend idr Geichnt un weiteres bequemen wird, die Verordnungen wieder aufzuheben Verordnung entschließen konnte s Vundesrat zu dieser ngrlie gigt wehr die Rede sein Kane: en 4et gegen die Rundesratzberordnung beisch aler Vorm einen Proteit e e e e ee es eesesen brn eucd Vrist rinnen. Nach S 199a Ziffer 5 der Gewerbeordrung. lischer lassen. es dem noch gegenüber einem Sozialdemokraten. Zeichen der Zeits „ Die„National=Zeitung“ wird sich in ihrem Abscheu gegen die Großblockpolitik gestärkt, fühlen, wenn sie sieht, mit welchem Behagen die„Kreuzzeitung" die Niederlage des vadischen Nationaleiner amtlichen, auf Grund der Gerufsstatistik vom Johre 1902 aufgestellten Berechnung, wobei die bereits nach Landesgesetz oder Ortsstatut Versicherten außer Betracht geblieben sind, Achtung, Parteigenossen Bielefelds! Ab Augonnkt Eer.„— Die Parteigenossen vom 6., 7., 8., 13. und 19. Bezirk müssen sich am Freitag, abends 6 ½ Uhr, im Bezirkslokal einfinden. 6. Bezirk: Rothschild, Heinrichstraße; 8. Bezirk: Heidsiek, Herforderstraße; „ Imkamp, Engerschestraße;1 13.„ Freese, Heeperstraße; 19. Bezirk: Hannemann, Webereistraße 5. 7. Die Parteigenossen der anderen Bezirke müssen die Flugblätter am Sonnabend abend verbreiten und um 6 Uhr in folgenden Lokalen anwesend sein: 1. u. 2. Bezirk: Holz, Siegfriedstraße; 3. 4. 5. 9. 10. 11. Slöiter, Jolenseckerstese, Hellsinger, Schmiedestraße; Schilbescherstraße; Apenbrink, Herforderstraße; Gröppel, Ziegelstraße; Weittamp, Hakenort; 12. Bezirk Tuxhorn, Bleichstraße; 14.„ Beckmann, Kleine Howe; 15.„ Blome, Spindelstraße; 16.„ Lickert, Elentrupperweg; 17. u. 18. Bezirk: Husemann, Göbenstr.; 2o. Bast, Flastbeck, Vritchrabe, Gadderbaum: Bracksiek, Hallerweg. Die Flugblätter müssen am Freitag abend in der chgcholt werden. kommen neu zur Krankenversicherung 2986000 land= und forstwirtschaftliche Arbeiter, 110 500 Dienstmädchen, 356.000 unständige Arbeiter, 40000 Arbeiter in Wandergewerbebetrieben, 295000 Hausgewerbetreibende und 259000 Angehörige der kleineren, der Versicherungspflicht neu zu unterwerfenden Berufszweige. Das sind insgesamt rund 5 Millionen Personen. Im Jahre 1907 waren 12,14 Millionen gegen Krankheit versicherte Personen vorhanden. Es würde demnach ihre Zahl durch. das Inkrafttreten der Reichsversicherungsordnung auf zirka 17 „Inkrafttreten der Reichsversicherungsordnung auf zirka 17 Millionen steigen. Rechnet man den natürlichen Zuwachs durch Vermehrung der Bevölkerung hinzu, so kann man bei der Einführung der Reichsversicherungsordnung auf zirka 20 Millionen Versicherte rechnen. Sächsische Stichwahlen. Dresden, 2. Nov. Bei den Stichwahlen, welche heute stattfanden, wurden gewählt: 10 Konservative, 1 Bund der Landwirte, 1 Mittelstandsparteiler, 13 Nationalliberale, 6 Freisinnige und 5 Sozialdemokraten. Insgesamt sind nunmehr 80 Abgeordnete gewählt, und zwar 24 Konservative, 1 Bund der Landwirte, 1 Mittelstandsparteiler, 23 Nationalliberale, 9 Freisinnige und 22 Sozialdemokraten. Die letzten noch erforderlichen Endstichwahlen finden morgen und übermorgen statt. Daran sind beteiligt: 5 Konservative, 1 Bund der Landwirte, 6 Nationalliberale und 10 Sozialdemokraten. Die Konservativen der Provinz Sachsen hielten am Sonntag in Halle einen Provinzial=Parteitag ab. Auf konservativen Parteitagen geht es ähnlich zu. wie auf Katholikentagen: Die Delegierten dienen lediglich als Staffage und haben den Führern die verlangten Vertrauensvoten auszustellen. Es sprachen die Herren v. Wedel=Piesdorf und Heydebrand, nach deren Reden die Delegiertenversammlung denn auch prompt eine Resolution faßte, in der es mit Stolz und Freude„begrüßt“ wird, daß das „staatsmännische Geschick“ der Konservativen dem deutschen Volke die Reichsfinanzrejorm beicheren konnte. Zum Schluß spricht die Resolution die Ueberzeugung aus,„daß die konservative Partei weder mit dem Zentrum noch mit den Liberalen ein dauerndes Bündnis schließen darf, sich vielmehr darauf beschränken muß, Vereinbarungen von Fall zu Fall zu treffen.“ Die Anregung, in der Erbschaftssteuerfrage eine Aenderung der Taktik eintreten zu lassen, wurde ohne weiteres abgewiesen.— Beschlossen wurde ferner, konservative Jugendverbände zu schaffen, die ein Gegengewicht bilden sollen gegen die sozialdemokratische Jugendorganisation. Der Bund der Festbesoldeten. In Berlin besteht eine Anzahl Beamtenvereine, die nur sehr lose miteinander Verbindungen halten und nur zu gelegentlichen Zwecken, Stellungnahme zu Gehaltsfragen, mit einander in Verbindung treten. Am Sonntag haben sich nun diese Vereine zu einem Bund der Festbesoldeten mit dem Sitz in Berlin zusammengeschlossen. Nach den beschlossenen Statuten bezweckt der Bund die Wahrnehmung der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Interessen der Reichs-, Staats-, Kommunal= und Privatbeamten, sowie der Lehrer. Er will die Wahl solcher Volksvertreter unterstützen, die neben den Interessen der übrigen Berufsstände auch die Interessen der Festbesoldeten wahrnehmen. Kraetke amtsmüde? In einem Teil der Zentrumspresse wird die Nachricht kolportiert, daß der Staatssekretär des Reichsschatzamts Kraetke die Absicht hat, in den Rubestand zu treten. Nach dem„Bayerischen Kurier“ ist zu seinem Nachfolger der Unterstaatssekretär Twele ausersehen. Trifft diese Meldung, die von anderer Seite bestritten wird, zu, dann bleiben als letzte Zeugen entschwundener Bülowscher Pracht nur noch Dernburg und v. Tirpitz übrig. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 3. November. Zur Stadtverordnetenwahl. Das Steigen der Wohnungsmieten in Bielefeld. In dem von uns in unserem Artikel:„Wer vertritt die InIn dem von uns in unserem Artikel:„Wer vertritt die teressen des Mittelstandes im Rathaus am besten?“ erwähnten Eingesandt aus der„Westfälischen Zeitung" war behauptet worden, daß die Wohnungsmieten nicht den Verhältnissen entsprechend gestiegen seien. Nun hat aber die städtische Verwaltung im Mai dieses Jahres eine Statistik veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß gerade in den letzten Jahren die Wohnungen ganz bedeutend im Preise gestiegen sind. Es waren vorhanden Wohnungen mit einem Mietswert: * Im Jahre 1905 sind die Wohnungen über 600 Mark nicht klassisiziert worden. mit Ddie Zahl der Wohnungen, die 150 bis 240 Mark und 240 bis 360 Mark kosten, ganz bedeutend gestiegen, nämlich die der ersteren Kategorie von 5567 auf 7085, und die der zweiten von 1831 auf 2923. Nun ist ohne weiteres klar, daß die Verminderung der Zahl der kleinen Wohnungen nicht daher rühren kann, daß sehr viele Häuser abgerissen oder umgebaut worden sind. Jedermann weiß, daß das nicht in solchem Umfang geschehen ist, daß dadurch eine so starke Verminderung der Zahl der kleinen Wohnungen erklärt werden kann. Es bleibt daher nur der Schluß übrig, daß die Verringerung der Zahl der Wohnungen mit einem Mietswert bis 150 Mark auf die Erhöhung der Wohnungsmieten zurückzuführen ist. So mancher von unseren Lesern wird es ja am eigenen Leibe gespürt haben, daß die Mieten in den letzten Jahren beträchtlich erhöht worden sind. Bestätigt wird übrigens die Behauptung, daß die Mieten bedeutend gestiegen sind, auch noch dadurch, daß die Zahl der Wohnungen im Preise von 150 bis 360 Mark mehr zugenommen hat, als die Gesamtzahl aller Wohnungen. Wir hatten in Bielefeld im Jahre 1909 im ganzen 1791 Wohnungen mehr wie im Jahre 1905. Die Zahl der Wohnungen mit einem Mietswert von 150 bis 360 Mark aber ist von 1905 bis 1909 um 2560 gestiegen! Da nun auch die Zahl der Wohnungen, die mehr wie 360 Mark kosten, größer geworden ist, so ist es ausgeschlossen, daß etwa die Vermehrung der Wohnungen bis zu 360 Mark auf eine Verbilligung der teueren Wohnungen zurückzuführen ist. Es bleibt eben nur die Annahme übrig, daß die Mieten gestiegen sind und dadurch die Zahl der Wohnungen mit einem Mietswert bis zu 150 Mark so gesunken ist. Aus der Verteuerung derMieten der kleinsten Wohnungen kann man aber ohne weiteres schließen, daß eine allgemeine Steigerung der Wohnungsmieten eingetreten ist, was ja auch wieder vielen unserer Leier aus eigener Erfahrung bekannt sein wird. Es wäre ja auch wunderbar, wenn die Hausbesitzer sich darauf beschränkten, nur die Mieten für die ganz kleinen Wohnungen zu erhöhen. Durch eine Erhöhung der Mieten aber werden nicht nur die Arbeiter schwer getroffen, sondern auch der sogenannte Mittelstand. Dessen Angehörige dürften doch nur zum kleinen Teil im Belitz eines eigenen Hauses sein. Diejenigen, die nicht Hausbesitzer sind, haben dafür desto schwerer an den hohen Mieten zu tragen, da sie ja nicht nurk ine höhereMiete für ihre Wohnungen, sondern auch für ihre Werkstätten und AArbeitsräume zahlen müssen. Daz Dazu kommt, daß einen Vorteil von den Mietssteigerungen nur diejenigen haben, die gerade zur Zeit der Mietssteigerung im Besitz der Häuser sind. Diejenigen, die ein Haus kaufen, nachdem dessen Ertrag durch Mietssteigerungen gesteigert worden ist, haben von den höheren Mietspreisen gar nichts, weil der höhere Ertrag des Hauses in dem ihnen abverlangten Kaufpreis bereits kapitalisiert war und sie nun ein entsprechend höheres Kapital verzinsen müssen. Ja, sogar der Preis noch unbebauten Bodens geht in die Höhe, wenn infolge allgemeiner Mietssteigerungen ein höherer Ertrag wie früher zu erwarten ist, so daß auch derjenige, der ein neues Haus bauen will, schon von vornherein den Boden um den kapitalisierten Betrag der Mietssteigerung teurer bezahlen muß. Man sieht hieraus, daß nur ein geringer Teil der Bevölkerung von Mietssteigerungen einen Vorteil hat; und man kann durchaus nicht behaupten, daß etwa der Mittelstand ein Interesse am Steigen der Mieten hat, sondern dessen Angehörige haben zum größten Teil genau so wie die Arbeiter ein sehr lebhaftes Interesse an niedrigen Mieten. Die Statistik vom Mai dieses Jahres hat nun auch ergeben, daß in Bielefeld ein Mangel an kleinen Wohnungen vorhanden ist. Es besteht daher die Gefahr, daß die Mieten der kleinen Wohnungen noch mehr in die Höhe gehen. Es ist deshalb notwendig, daß die Stadt geeignete Maßnahmen gegen die Wohnungsnot, die auch in Bielefeld immer schlimmer zu werden droht, unternimmt, daß sie dazu übergeht, kleine Wohnungen auf ihrem Grund und Boden zu erbauen. Die sozialdemokratischen Vertreter betrachten es als ihre Aufgabe, auf eine derartige Wohnungspolitik hinzudrängen, ein weiterer Beweis dafür, daß nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Angehörigen des Mittelstandes in den sozialdemokratischen Stadtverordneten die besten Vertreter ihrer Interessen finden, die eben in der Wohnungsfrage, wie in so vielen anderen kommunalen Fragen, mit denen der Arbeiter durchaus übereinstimmen. *"* — Die Resignation der Gegner! Wir lesen in der„Westfälischen Zeitung“ in einem Artikel, der sich mit den Stadtverordnetenwahlen beschäftigt; v. g.n „In der dritten Wählerabteilung wird den Wählern Gezenheit zu beteiligen. Es sollen von den bürgerlichen Parteien gemei sam Kandidaten aufgestellt werden und dann muß es jeder Partei überlassen bleiben, ihre Wähler an die Urne zu bringen. Tie Sozialdemokratie kann geschlagen werden, das ist zweifellos. Daß sie auch im Rathause nur das Klasseninteresse ihrer Anhänger verfolgt und die Verhandlungen meist als willkommene Demonstrations= und Agitationsangelegenheit für ihre Parteizwecke ausnutzt, ist bekannt. Solange aber die Gleichgiltigkeit gegen politische Dinge und die Angst vor wirtschaftlichen Nachteilen wegen mißlieviger Abstimmung größer sind als die Erkenntnis der Schädlichkeit der Sozialdemokratie für das seßhafte, selbständige und besitzende Bürgertum und als das politische Ehrgefühl und Pflichtbewußtsein, solänge wird die Arbeit zur Wiedereroberung der dritten Abteilung vergeblich, sein. Die liberale Partei hat bereits ihre Wahlversammlung abgehalten und über die Kandidatenfrage beraten. Die natioallibgrgla Partei hot zu diesem Zwecke auf Mittwoch abend nalliberale Partei hat zu diesem Zwecke auf Mittwoch abend Inservative Partei auf Donnerstag abend eine und die konse Mitgliederversammlung einberufen, um die Liste der Kandidaten endailtig festzustellen.„67. K2k, um Sarigshamstratt. Mögen gegenüber der Geschlossenheit der Sozialdemokratie alle kleinlichen persönlichen und berufsständigen Sonderbestrebungen der bürgerlichen Kreise schwinden; denn bei weiter bestehender Zersplitterung des Bürgertums ist jede Hoffnung auf Erfolg ausgeschlossen.“ Die Aeußerungen der„Westfälischen Zeitung" klingen ja etwas resigniert. Aber es ist nicht ausgeschlossen, daß diese Resignation bloß erkünstelt ist, und daß man wirklich in bürgerlichen Kreisen glaubt, die Sozialdemokratie überrumpeln zu können. Heißt es doch auch in dem Artikel:„Die Sozialdemokratie kann geschlagen werdan.“ Die Genossen dürfen sich deswerden. Die Genvssen burfen sich deshalb nicht in Sicherheit wiegen lassen, sie müssen vielmehr dafür eisrig tätig sein, daß bei den Stadtverordnetenwahlen recht viele Stimmen für uns abgegeben werden. Das ist schon deshalb nötig, weil unser moralischer Einfluß desto größer sein wird, je mehr Stimmen unsere Kandidaten bei den Wahlen aufzuweisen hatten. — Zu den Stadtverordnetenwahlen. Die Bürgerliste weist auf 133 Wähler der 1. Abteilung(1907: 170); 1322 Wähler der 2. Abteilung(1907: 1358); 11 672 Wähler der 3. Abteilung (1907: 11 148). — Das 2. Abonnements=Konzert des städtischen Orchesters findet am Freitag, 5. November, abends 8 Uhr, unter Leitung des Kapellmeisters Max Cahnbley im Stadttheater statt. Es gelangen zur Aufführung: Erste Symphonie Es-dur von Haydn, Suite D=dur von Bach, Siebente Sympohnie C=dur von Schubert. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: eute findet die 5. Aufführung der zugkräftigen Operette„Die Male wiederholt. In Vorbereitung befindet sichk Millöckersche Operette„Der Bettelstudent“. die bewährte Ueber Frauenzeiden wird Frau A. Thiele morgen abend in der„Stadt Bielefeld“ sprechen. Näheres siehe Inserat. — Trottoir Roulant. Uns wird von der Geschäftsführung geschrieben:„Das Trottoir Roulant ist auf 23 Spezialwagen hier roise Morzser, Jeren, Veiseszelod, eiech bergighil Stufenbahn liegt darin, daß sich die drei überhöhten Abteilungen mit verschiedener Geschwindigkeit drehen. Wer z. B. auf dem mittleren Ring fährt, läuft dem auf dem äußeren Ring weit voraus und holt ihn wieder ein, bevor er die erste Runde zurückgelegt hat. Das Ganze bietet einen prächtigen Anblick, der noch erhöht wird durch die märchenhaften Lichteffekte unzähliger farbiger Glühkörper. Vor der Unbill der Witterung ist der Besucher vollständig geschützt. die Außenwand, welche das Rondell abschließt, schmücken hübsche, von Künstlerhand gemalte Bilder. Das Etahlissement repräsentiext einen Wert von mehreren hunderttausend Franken. Die elektrische Kraft wird durch drei große Lokomobilen und drei Dynamos geliefert. Der Wagenpark umfaßt 26 Wagen, zu deren Transport ein Eisenbahnzug von 23 Waggons erforderlich ist. Allein im Jahre 1906 wurde von der Firma laut Buchauszug nicht weniger als 125 000 Mk. für Bahnfracht verausgabt. Direktor Haase, der Besitzer des Etablissements, auch„Karussellkönig“ genannt, besitzt im Harz eine eigene große Fabrik zum Bau von Karussellen, in der gegen 1000 Arbeiter beschäftigt sind und seine Geschäftsverbindungen erstrecken sich nach fast allen Ländern der zivilisierten Welt. — Polizeibericht. Erloschen ist die Rotlaufseuche bei EhlentSiewert, Ehlentrupperweg 127. Straßensperrung. Wegen Gleisverlegung ist vom 3. 11 bis 10. 11. 09 die Bahnhofstraße vom Bahnhof bis zur Feilenstraße für Fuhrwerk gesperrt. Festgenommen wurden 3 Personen wegen Trunkenheit und groben Unfugs, darunter 1 Frauensperson. Ferner wurden 2 Frauenspersonen wegen Gewerbsunzucht in Haft genommen. 10 Obdachlose erhielten im Polizeigefängnis Unterkunft. Diebstähle. Am 1. d. M. wurde im Hause Arndtstr. 2a ein Zobelpelzkragen im Werte von zirka 200 Mark vom Flur gestohlen: desgleichen vom Flur des Hauses Heeperstr. 36 ein dunkler Ueberzieher mit Sammetkragen. In der Tasche befand sich ein Paar braune Glaceehandschuhe.— Ferner wurde gegen 12½ Uhr mittags am 1. November ein schwarzer Rehpinscher im Werte von 50 Mark aus einem Hause der Marktstraße gestohlen. Gefunden: Mehrere Invalidenmarken, 1 Sack mit zwei Pferdedecken, 1 silbernes Kettenarmband, 1 Paar Gummischuhe, 1 silherne Damenuhr mit Goldrand, 1 goldene Brosche(Schlange 1 silberne Damenuhr mit Goldrand, 1 goldene Brosche(Schlange mit Herz), 1 neu besohlter Herren=Zugstiefel, 1 Handarbeit mit Muster, Garn und 1 Stück Leinen, 1 graue Kinderpelerine, ein schwarzes Handtäschchen mit Portemonnaie und größerem Geldbetrag und 1 neues Kinderhemd. Verloren: 1 goldenes Kettenarmband uid Sicherheitskettchen, 1 goldener Trauring(gez. L. K.), 1 goldene Halskette mit Anhänger, 1 lika Damenpontemonnaie mit etwa 13 Mark Inhalt, 1 silberne Herrenuhr mit vergoldeter Kette, 1 Kraftfahrradnummer X 579. Entlaufen: 1 dankelgelber Schäferhund mit schwarzer Schnauze, 1 Jagdhund(braun getigert). Sozialdemokratischer Verein für den Wahlkreis Bielefeld=Wiedenbrück. Donnerstag, den 4. November, abends 6½8 Uhr: ertrauensmänner=Sitzung — im Restaurant„Stadt Bielefeld“, Marktstraße 8.— Wegen Beurlaubung des Genossen Zenker ist das Parteibureau nur abends von 6 bis 7½ Uhr geöffnet. Dringende Geschäfte, die mittags erledigt werden müssen, sind dem Genossen Böttcher in der„Volkswacht“ von 12 bis 1 Uhr mittags zur Erledigung zu übertkagen. Der Vorstand. K 4 Nr. 2: Un Krichsw! (Unber. Nachdr. Im Namen Wallach den Fredrich ab, wei weil er das Ma ist der wirksamst fangen.— Staat assessor Fredrich waltungsressort an seiner Unbefa der Staatsanwa Umfange auch de setzungen verzicht nehmung Fredrie teidigung als Zei lassen. Nach der um in die Vernehm Angeklagter wur Er ist ein bereits 1859 den Eid al Magazinverwaltu Als solcher hatte friedigung der in der größte Teil! die Magazinverw waltungen der Ke zureichend ist, sin schuldbar. Als A übertragenen Arl Stunden zu arbe sie jeder Werftarl und Materialient eint, seit kurzer habe dem Staate der vorgejetzten gleich habe ich au sitzender Landgeri dem Altmaterial rich: Eigentlich sicht. Die Quant gestellt, sie wurde waltungsressort. und Messing, wur Alteisenmaterial i Sorten vorhanden die Ausschuß=Besi die Richtigkeit der kam nachher zum die ihrerseits die auf wurde der Zu — Vors.: Wenn überhaupt nicht zwischen dem wirk vorhanden war?— kommen. Es konn darin war.— Vo — Angekl.: Sie Techniker und der — Vors.: .B.=K. noch für feststanden?— A notwendig.— Vi werden? Es konn — Vert. R.=A. ES befolgt worden wä Wenn die A.=B.= können glaubte, nu Aus den Scheinen Gewicht abgeschätzt R.=A. Stobbe: nommen.— Vor Die Hose Vaterländischer „Da lebte den Hans Jochem fort Ende ging. Er he lichkeiten, als seine hatte. Da ward's Maul wurde mit graute ihn.„Es wenn der Wind Hexen reiten. Nu sein Herr, Der Priester beichten sann eine Weile und sagte, ich hab Teufel bis auf die Freiisch, sb ist der Schäfer. Da grub beim Dorfe Landin der Berg heißt noc s9. tief, daß gar einen Scheffel, aber und alles, was dar rief Nippel den T mit Gold. Der Te noch zu brauchen, Nippel. Und der den andern schmiß aber sobald er sich er mit einem neuen kaum ein paar Gol nicht. Nippel hatte der arme Teufel nommen. Als er's und heulte und warf doch ein Ende haber den und er fragt er voll sei?— E Da der arme Teu der Welt tragen war, rief er ärge und raus zog er es Nippeln vor di slog er wie eine Der Dechant inden. kalen anwesend sein: ausgeschlossen, daß diese man wirklich in bürgersokratie überrumpeln zu rtikel:„Die SozialdemoGenossen dürfen sich dessie müssen vielmehr dafür irdnetenwahlen recht viele inser moralischer Einfluß en unsere Kandidaten bei u. Die Bürgerliste 1907: 170); 1322 Wähler Wähler der 3. Abteilung des städtischen Orchesters ds 8 Uhr, unter Leitung Stadttheater statt. Es honie Es-dur von Haydn, spohnie C=dur von Schureau wird uns geschrieben: gkräftigen Operette„Die Schauspiel-Novität„Des ird morgen zum ersten befindet sich die bewährte dent". I. Thiele morgen abend iheres siehe Inserat. von der Geschäftsführung auf 23 Spezialwagen hier egenwärtig an der KaiserKov., einem vergnüglichen Der besondere Reiz der ei überhöhten Abteilungen en. Wer z. B. auf dem dem äußeren Ring weit er die erste Runde zurückächtigen Anblick, der noch lichteffekte unzähliger farr Witterung ist der Bevand, welche das Rondell stlerhand gemalte Bilder. en Wert von mehreren he Kraft wird durch drei s geliefert. Der Wageninsport ein Eisenbahnzug in im Jahre 1906 wurde weniger als 125000 Mk. Haase, der Besitzer des genannt, besitzt im Harz Karussellen, in der gegen ne Geschäftsverbindungen der zivilisierten Welt. st die Rotlaufseuche bei Gleisverlegung, ist vom ße vom Bahnhof bis zur sonen wegen Trunkenheit nsperson. Ferner wurden zucht in Haft genommen. ängnis Unterkunft. de im Hause Arndtstr. 23 rka 200 Mark vom Flur Hauses Heeperstr. 36 ein n. In der Tasche befand 2.— Ferner wurde gegen schwarzer Rehpinscher im der Marktstraße gestohlen. marken, 1 Sack mit zwei nd, 1 Paar Gummischuhe, goldene Brosche(Schlange gstiefel, 1 Handarbeit mit graue Kinderpelerine, ein naie und größerem Geldirmhand uid SicherheitsK.), 1 goldene Halskette nnaie mit etwa 13 Mark rgoldeter Kette, 1 Kraftchäferhund mit schwarzer t). für den Wahlkreis ubrück. abends 6½ Uhr: er=Sitzung— ld“, Marktstraße 8.— Zenker ist das Parteihr geöffnet. Dringende n müssen, sind dem Ge“ von 12 bis 1 Uhr mitDer Vorstand. Nr. 257. O O NK Bielefeld, Mittwoch, 3. November 1909. auf der Kieler Reichswerft vor dem Schwurgericht. (Unber. Nachdr verb.) IIg. Kiel, 1. November. (Fortsetzung.) W Frei weil in die Vernebming dep Festsiellung der Personalien wurde Angellagter wurde Magazinditesauten auu Ais erster 5od den bsd aik Veanter gtleiser Paser Er Jbt an., Joch er der größte Teil der Flotte das Jahr über meist in Kiel ist, ist sagazinverwaltung in Kiel die größte aller Magazinverwaltungen der Kaiserlichen Werften. Da nun das Personal unShrsäßen stt si etwa vorgekommene Unregelmäßigkeiten entrich Wenn Re Käufer irgendwelsche Wünse.— Heinden konr Angekl: Wenn mehr dalag, als aufgebolen war. Käuser, mit denen Sie zu tun hatten, sind die her Angekl.: Japohl..„„Vors.: Haben diese Herren besondere Wünsche gegußert und wurden sie, bevorzugt?— Angekl.: In Meine erste Aufgabe war die Befriedigung der Schiffe, Geschäfig Por Warr die dier in Frage kommenden Fhuen Der“ Frankenthal immer nur in 20. Jahrg. Ihnen Geiß geschiche einig wenige Male nach Kassenschluß Angei!,: Das kann geschehen, sein, während ich im Dienste menaas Kasd mn au Fällen ist das Geld zur Kasse geri.: Sie haben einen Neamzen namens Agren goeben, An war. „Das mus aus den Kassenbüchern hervorgehen.— Vor,,„Six haben einen Beamten namens Bauer wegen Unregelmäßigkeiten entlassen?— Angekl.: Nicht wegen Unregelmäßigkeiten, sondern weil er unfähig war. Er trank und war nicht zu gebrauchen. Er wurde auf meine Veranlassung pensioniert und wurde dann Arbeiter.— Vors.: Sie sollen Au Peamten„wiederholt Summen gegeben haben?-— weil ich ihn Zuti moralisch verpflichtet, das zu tun, ich iyn entlassen hatte und weil Bauer eine große Familie Ich have ihm auf seine Bitten mehrere Male kleinere Beträge gegeben.— Vors.: Es soll eine regelmäßige Zulage von 50 Mk. monatlich gewesen sein.— Angekl.: Gott bewahre! Fi. paren zimmer nur 20, 25, vielleicht auch einmal 30 Mk.— Tt##enn, zus reiner Gutmütigkeit, ohne jede andere Veranlassung, vaben Sie das Geld gegeben?— Angekl.: Gewiß, ich an dem Unglück dieses Menschen noch Geld gegeben?— Angekl.: Da tam sein Sohn und zischtz mir lange Geschichtenz.,„Pors.: Was für Geschichten oenn?— Angekl.: Er hagn mir, wenn ich ihm nicht helfen würde, würde er mich anzeigen. Er sagte aber nicht, weshalb er mich anzeigen würde und was ich begangen haben sollte. Ich hatte zwar ein reines Gewissen aher schan damit mein Aie:: 30 hatte eine Als,=4agazindirektor wor ich nicht imstande, die mir tehr haben Sie e Ordendweichen näheren VerVertragenen urgeten zu bewäligen. Isch hatte täglch neun Um Gottes wise albe un unen, vicze gebobt?— Angett.: ung als Magazindirektor . Sie eshsiten shalf Was pollten, die Herren, wenn sie zu Ihnen kamen?— dem Fur ietamen wegen der Abfuhr.— Vors.: Sie sollen öndig ia Lestanden haben, mit dem Publikum wenig liebens. nugpig, ga schroff gewesen zu sein.— Angekl.: Ich glaube Beschung Geeic. Saiesd Wighgrse, Vhasagsormnen in deser wurdens— Angsstesge uagr. Zegze ue he Sesihe, Big i segr, as der, Kaues m—. eneun geaht elen un ete. gn haben Sie also, mit ihnen, nicht gehabt?- Angekl.: und Materialienvexwalter, waxen bisher in einer Person vereint, seit kurzer Zeit sind diese beiden Posten getrennt. Ich habe dem Staate über 55 Jahre gedient und stets das Interesse sseich habe sch auf Rech... e genommen. 3. sitzender Landgerichtspräsident Andrae: Was hatten Sie mit dem Altmaterial zu tun?— Angekl. Magazindirektor HeinFich: Eigentlich, gar nichts. Es unterstand meiner Oberaufie deuggentiten wurden in meinem Bureau zusammenbetreffenden Verwostungzresort:. Das vertvole Material, Blei, Bronze, Kupfer Mlteisenmaterigehalten, das Tieise, Auligcial in einem großen Lagex; Wenn genug von den 5 7kne am anonhm.— Vors.: Wie kommt es, a5 irsenzein perschiesentlich andere Sachen geschickt Gänigs? B. Weme— Angerl.: Niemals.— Vors.: Aber c h#— Angekl.z„Einmal zwei Gänse, die ich aber sofort #ian bahe, isch habe zair solche Geschenke ausdrücklich ver#eien.— Vors.: Und Zigarren?— Angekl.: Er hat mir vor 6 Jahren einmal für 45 Mk. Zigarren verschafft, H5/ee=öosee. e von leinem Lieseranten Geschenie eimmat. Ich habe überhaupt ich anzeigen würde und was ich begangen haben sollte. Ich ue derartige Anzeige nicht geschädigt würde, habe ich ihm verschiedentlich kleinere Beträge bewilligt. Ich hatte aber ein reines Gewissen.— Vors.: Und da haben Sie dem jungen ie immer hi gic üperi.: Er verheiratete sich spater und w ein Möbelgeschaäft anfangen und va var er michtum ein Darlehen.— Vors.: Sie haben ihm in den ersten Monaten 1908 2= bis 3000 Mk. gegeben?— Angekl.: Das ist eine Unwahrheit, das ist erlogen!— Vors.: Wieviel haben Sie ihm img 3-6s-.300 Ms. 8ekl.: 1000 Mi. Darlehen und dann noch — Vors.: Sie hatten das getan, weil er eääbl, sagten sich obernee? Sie selbst hatten kein Schuld. gefuhl, fagten sich aber: Ich bin alt und grau geworden, von der Anzeige kann etwas hängen bleiben. Ist das nicht ein bißchen sehr gewagt, einem Menschen so hohe Summen zu geben? Wann soute venn das aufhören? Wenn der Mensch in den nächsten Monaten kam und 2000 Mk. verlangte, was wollten Sie da kun? . Angekl.: Dann hätte es aufgehört.— Vors.: Haben Sie denn diese Summe von 50 Mk., dann von 100 Mk. und Sorten vorgandenn einemn größen Lager. Hpega gezig von den.— Vors, Wos dachten Sie sch deng uuesd u, eier Velse SerFz=stiseheß var, wurde es zum Verkauf gestelt. Es kam wo etnas schiäkte9— Angekl.: Er posleu Pronteuiag sone kaom nachher zum Verlauf und zur Besichagung gurch die Kägser, Hays geschicft worden sind 2 m Angekf.: Einmal hat Franienthal mir abends Geld per Brief zugeschickt, aber das war Si i Pabssahltes„Mehrauantum, das abgefahren werden #as Gas“ sasse war vereits geschlossen und deshalb schickte er ue bene de Psrtaich ian ehe Reichisene bick dse hiäse, die ihrerseits die Offerten verschlossen einreichen mußten. Dara— Gorst. Wenn alle Vorschriften beobachtet au die. uhr: Versgosden waers u, Kicgefl. Zas onste füider Kek. Techniöer, undan dem Zentrolleur der betreffenden Verwaltung. A. B. a. noch“en degn die Feststellungen durch die Seststanden 3“ für einen Wert, da die Werte bereits buchmäßig feststanden?— Angen. Heinrich: Das war zur Kontrolle werben s“ Es sonnfe f Pie sollte denn eine Kontrolle ausgeübt Vert. R. J. Steophenicg jede Sorte nachgeprüft werden? befolgt worden wäre, so hät wörtlich Wenn die AI.B.=8. es mite dus 1(gächlisenezgeben müssen. Wenn vir 4.=0.=n. es mit ihrem Gewissen vereinbaren zu Oageas hte, nur zu schätzen war das ihre Sache.— Vors.: gebic Scheinen der A.=B.=K. geht hervor, daß sie nicht das R.-A.'S top be: Dann harsie Wert.— Vert. Die Hosen des Herrn von Bredow. Vaterländischer Roman von Wilibald Alexis(W. Häring). 1 als. seine„Seele, weil Nippel gar nichts weiter zu geben hatts: Da waros iym aber ganz kurios zumute und sein großes wurde mit einem Male klein. Wenn's Abend wurde, durfte niemand von Gespenstern reden, und wenn der Wind Spreu und Lumpen trieb, sah er nichts als Heren reiten. Nun hatte er einen Schäfer, der war klüger als ein Herr. Der merkte, was ihm war, und Nippel, der keinem Priester beichten durfte, beichtete dem Schäfer. Der Schäfer sann eine Weile nach, und endlich knipste er mit den Fingern Peptägetis 1ch bgh. 6s#, Muß, Euch nicht, ggädiger Herr der Frailich t au die leßte Stunde tun, was Ihr verlangt?— St##### ist der Pakt.— Nun, dann ist alles gut, sagte der Schafer. Da gruben sie des Nachts, der Schäfer und sein Herr, berrig aner e., Kandin das Loch in den Berg, das noch da ist, und lo vief dacht nest beut, der Teufelsberg, aber noch piel tieser, aschefeeer#ein. Ende da war, und darüber stellten sie sns assaceshas a.“ daß, wenn er voll wor, schlug er über, ries Miürei darin war, rollte ins Loch. Nächste Nacht nun i a#ppei gen Teufel und sagte ihm: Füll' mir den Scheffel mit Gold. Der Teufel sah ihn verwundert an: Denkst du alles zoch zu brauchen, dachte der Teufel. O. noch viel mehr, dachte nippei. Und der Teufei ging an die Arbeit. Einen Sack um andern schmiß er in den Scheffel, um bald fertig zu werden, aber sobald er sich umdrehte, kippte der Scheffel um, und wenn ##. mit einem neuen Sack wieder kam, war der Scheffel leer und # ein paar„Goldstsüicke lagen am Boden. Zuerst merkte er's Nippel hatte ihn vielleicht aus dem Schlaf geweckt, oder nommem Italersut; auch einen Schluck über den Durst geund heuste 3§#n8 aber inne ward, da ward er erst gar hitzig und heutte und warf und schmiß, denn er meinte, jedes Loch müsse doch ein Ende haben. Endlich rief er zornig aus: Nippel, Nappel, Neepel, Wat hest vöörn grooten Scheepel! und er fragte den Herrn, ob er denn wirklich schütten solle, bis er von sei?— Eher darfst nicht ausruhen, antwortete Nippel. der Welk tragen und schu. daß er dann bis ans Ende war nitte zugen und schurten müßte, und schon ganz außer Atem wur, rief er ärgerlich: Hol' der Teufel nun solchen Vertrag! er das Pergament aus der Brust, zerriß es, schmiß I Nippeln vor die Füße und, den Schweif zwischen den Beinen, siog er wie eine Fledermaus davon.“ Der Dechant schielte auf den Junker.„Daß nun dem armen geinen Hausdiener sofort zur Kasse getragen. Ich gebe zu, daß mit den Dienstvorschriften in Einklang zu ist. Aber es geschah im Interesse eines flotten GeIänsesgennuni Juteresse der Vexst. Es geschah ohne jegen Eigennutz.— Voxs.: Aber ich ven#e, abgefahren konnte erst werden, wenn die Quittung vorgelegen ist?— Angekl.: Er war, bereits in der„Abfuhr begriffen und die Werft als solche, oder ich als iyr Vertreter hatte doch das Geld in der Häufig 21 Kngeef die, Hauptsache.— Vors.: Geschah das krachte den Briestzn: ugr einmal.— Vors.: Wer altag den Ferief?— Aagekl.: Einer von Frankenthals AngeA mspr. Lors.: Haven Sie ihm ein Trinkgeld gegeben?— I.: An; Das weiß ich nicht.— Vors.: Sie sollen ihm ine arr Txinkgeld gegeben haben?— Angekl.: Das weiß ccugiscght— Vors.: Sie nerden doch nicht so verschwenderisch G##er sein und nun noch ein Trinkgeld gegeben haben für diese Sache, die Sie gar nichts anging.— Angekl.: Ich bin immer sehr ökonomisch gewesen.— Vors.: Frankenthal sagt nun ganz anders aus, er bestreitet zwar, Sie bestochen zu haben. Pippel all sein Witz nichts geholfen hat! Weil er mit falschem „ge#ecden Jeufel betrog, mußte seine Seele auch ohne Teufel zur Holle fahren. So meinet Ihr ja wohl?“ „Ich meine,“ sagte Peter Melchior,„daß ich dem Junker da Bredops ins Havelland kommen9 K. d. Ihr, woher die vielen es schlecht auf der Welt Zu unse a Zeiten mal stand so biele Oig“#: Zu unserem Herrgotz im, Himmel kamen Kammen ungen ud die Edelleute von damals: sie scharrten zuErunz und gäben nichts wieder aus. Wenn einer zu seinen ##h##sgen käme, dem's mal schlimm ginge, da zuckten sie die gar noch, Camten die Hände zusammen und verredeten ihn a#i##prach unser Herrgott ärgerlich zum Teufel: Dazu hab' ich die Edelleute gemacht, daß sie ausgeben sollen, was sie sinrehnaezieg sollegmal Musterung halten, und wenns so wäre, dir Rstauser und„Filze gleich mitnehmen. Also mein Teufel # eigen„großen Saa und fliegt durch die Länder und mustert. Da hatte er bald eine Ernte gemacht, und der Sack war übervoll, als er zur Hölle fuhr. Aber weil der Sack so schwer war, mußte er niedrig auf der Erde fliegen, und so ging's Eesroie Mark Brandenburg weg. Aber gerade über der Stadt Krsen läct; ihm der Arm so schwer, daß er den Sack etwes und da streift er mit dem untern Ende an dem Kirchturm. Der Teufel war auch müde wie der, den Euer Rippel barbierte, denn er merkte es nicht, daß der Sack riß und wohl ein Viertel von seinen Edelleuten raus fiel. Vielleicht hat er's auch gemerkt, aber er dachte, was tut's, die Hölle ist doch voll genug. Wie er mit dem Sack schlenkerte, da fiel der erste in Friesack nieder, was davon seinen Namen hat, daß hier der Sack frei würde. Das sind die Bredows auf Friesack. Der saate nun zum zweiten, der nach ihm fiel, daß er weiter hin gehen Gaes bin) Piof'e„ Friesack für sich allein behalten. Besser hin! Weo hinf rief er ihm zu, bis er weit genug war und sitzen blieb. Davon heißen die Bredows noch die auf Peßin. Den dritten, „mochte bei ihnen sitzen bleiben am großen Luch, wiesen „auch fort, landeinwärts: Land in! riefen sie ihm zu, davon heitzt sein Dorf Landin.„Der vierte ging denselben Weg lang, und wo er sich niederließ, heißt noch Selbelang. Der fünfte zu(rechts to), und jedes Kind weiß, daß die Bredows in Retzow sitzen. So sind also die Bredows des Teufels Bescherung im Havelland.— Der sechste, als er aus dem Sack fiel, mit der, Stirn, grad an ein Breit. Da rief er Ol Davon heißt er Bredow. Junker Hans Jochem, wenn ich recht gehört, war das Euer Urgroßvater, Nehmt Euch in acht, daß Ihr mit Eurem Witz nicht an ein Brett stoßt, denn das Brett stößt wieder. Dem Brett tut's nicht weh, sondern Euch, und wenn Ihr sie lachen hört, lachen sie nicht das Brett aus, sondern Euch.“ Peter Melchior war aufgestanden, und den Hut aufgestülpt, legte er die Hand dem Junker auf die Schulter, wie einer, der mit sich zufrieden ist.„Für heute gute Nacht!“ sprach er. Aber er hinauswollte, war Hans Jürgen von der Bank aufgestanden und vertrat ihm den Weg. aouer si5 ZeieP anfe Herfir Ihr gutes Herz sprechen, aber wie uich vicht“###e Herz in Bewegunggjetzen für einen Menschen, den Sie als Lumpen kennen. Wenn jemand zu mir t, um von mir eine Summe zu erpressen, dann ist er in meinen Augen ein Lump. Es ist doch ein bißchen stark von autem Herzen i sollen glauben daß Sie nur aus derartiges getan haben.— Angekl. Heinrich: Ich sagte mir: Du hilfst ihm jetzt das letzte Mal. Es schien mir auch wichtig, zu welchem Zwec, er das Geld haben vollte. Ich. glaubte immer, es sei das letzte Mal.— Vors.: Aber einem solchen Menschen, der immer wieder kommt und immer wieder kommt und sagen kann: Ich zeige dich an, gebe ich doch nicht leichtsinnigerweise mein Geld.— Angekl. Heinrich: Es war ja nicht recht, aber der Mensch barmte und quälte soviel. Ich hatte seinen, Pater unglücklich gemacht, weil ich ihn außer Stellung „# hatte, und aus reinem guten Herzen habe ich ihm Geld SöRE“ Er Hat ig in gar Jr u h. 7. nicht was ich getan haben ihn geführt m.esen, Erpressung, die gegen sgadt.“ Vorf.: Natüirlich 10 ##“ erenertrich hatte er es nicht gesagt, denn er hatte ja jede erpresserische Absicht überhaupt bestritten. Haben Krause?— Angetl. gt dec gegeben, se einen gewissen, W.— Angen.„Heinrich: Dessen Frau kam einmal weinenc zu mir und ich habe ihr 20 Mk. gegeben, damit sie für ist Isher Geballes au Arngesste.— Ein Beisitzer: Wie boch Beisitzer: Hatten Heinrich: 5000 Mi.— Ein Heinrich: Eigent gse eine große Familie?— Angelt. ####ntnz: E#rntlich habe ich gar keine mehr, denn meine Sohne sind verheiratet.— Vors.: Haben Sie eigenes VerBessitzer: Ponnten Sie die 1007: 000 Mark.— Ein Mk. und die verschiedenen „Ich heiß auch Bredow, Herr von Krauchwitz, Hans Jürgen Bredov, aus Selhlang bin ich, vom Haveland. Aurse „Wahrhaftig! Du bist deines Vaters Sohn.“ Sishschaft ürgen ward über und über rot:„So einer auf meine Maul zutunguienu die anderen, die reden sollten, das braiene Tauben nein.: Neimm dich in acht; es fliegen keine ge„ Hans. Jürgen ballte die Hand:„Ich frag' nicht viel, wer vor „Du bist Hans Jürgen.“ „ Damit ging er an ihm vorüber und seine Sporen klirrten, als um Hansen zu bedeuten, daß er noch keine habe. #. Alle lachten, auch Hans Jochem, der noch eben verdrießlich bist nicht zum Ritter gemacht,“ sprach die Edelfrau, die durchging nach der Tür draußen, da es im Hofe laut ward und der Türmer blies. Die anderen folgten ihr. „Waxum denn nicht!“ brummte„Hans Jürgen.„Er hat meinen Vuter seliger schlecht geredet. Jurgen.„Er det Sechstes Kapitel. Der späte Gast. Hunde kläfften und der Türmer stieß ins Horn. Ein sinzelner Reiter hielt vor der Zugbrücke. Kaum daß er den iu seßen eenannt, 9I., man sich fast übereilte, das Gatter auf##dis Zugprücke niederzulassen, dieweil andere ins vornehmen Gast anzumelden.e .„„Die„brennenden„Kienspäne beleuchteten eine nicht unedle, hohe, ritterliche Gestalt. Auf einem schönen Rappen ritt er jetzt, etwas gebückt, durchs Tor. Dem Reiter und seinem Tiere sah man es an, daß Wald und Nacht für gewöhnlich nicht ihr daß der Reiter auch gewöhnt sein mochte, in stolzeren Schlössern einzureiten und sein Roß in besseren Ställen zu nächtigen. Sichtlich hatten beide mit Wind und Wetter zu gebabt, und es brauchte beim Willkomm kaum ausgesprochen werhen, vaß er verirrt war, und Sturm und Nacht ihn in Zicge Spc siesser. Furg verschlagen hatten. Burgfrau sah, kannte man kaum Frau Brigitten ver ggur dim giede“ verundert war sie, so tief neigte sie Herrn, und in einem ganz anderen Tone sprach sie: sHottes, Bunder, Herr von Lindenberg, wie kommen wir zu ünd gani Sileinst Euch; liebe Base, das weiß ich selbst nicht.“ so 52733 zer stenallein, Wenn der Tenfel die anderen nicht holt, s kur 9 ver Sturm und das Wetter.“ vott, „Und Seine—“ der Ritter erriet das Wort, das auf den Lipper der Edelfrau erstarb. 92 u####r. Himmel und der heitige Johannes wird Seine kurfürstliche Gnaden, hoffe ich, besser nach Berlin bringen, als mein süne Se eri, die Sie den Leuten geschenkt haben hergeben, Lug Sie selbst in Schwierigkeiten waren?— Angekl.. s c habe sehr wenig gebraucht, von den 5000 Mi. noch „Zum,Schluß der heutigen Sitzung wurde der Fall des Angetlagten Repening verhandelt, der von der Kaiserlichen Werft mehr Geld bekommen haben soll, als er bezahlt hat. Der Angekl. Repenina bestritt, daß er sich irgend eine strafbare Handlung habe zuschulden kommen lassen. Er bestätigi auf Befragen des Präsidenten, daß Werftbeamte nach der Erledigung des Geschäfts zu ihm gekommen sind und ihn um Geld angegangen sind Sie hätten von ihm Geld verlangt unter der Angabe, er hätte doch nun ein gutes Geschäft gemacht und viel Geld bekommen. daraufhin den Beamten mehrere Summen in Höhe von 200—300 Mk. gegeben, will dies jedoch nicht als sondern lediglich als Darlehen betrachtet sehen.— Vors. Sie sollen zuerst etwas ängstlich gewesen sein bei der Gewährung dieser Darlehen und sollen erst, als die Beamten Ihnen sagten, daß auch Rat Heinrich von der Sache wisse, das Geld vereitwillig gegeben haben. Die Weiterverhandlung wurde hierauf auf morgen(Dienstag) vertagt * (Unber. Nachdr. verb.) Hg. Kiel, 2. November. (Telegraphischer Bericht.— Zweiter Tag.) Der heutigen Sitzung wohnte der Kieler Oberlandesgerichtspräsident Dr. Spahn bei. Die Anklage vertritt neben Staatsanwaltschaftsrat Reils auch der erste Staatsgeewalt beim Kieler Landgericht Gräfrath. Den Beginn der heutigen Sitzung Auseinandersetzungen zwischen der Verteidigung und dem Präsidenten über die zu ladenden Sachverständigen aus. Die Kieler Oberwerftdirektion hat eine Reihe von Sachverständigen, die von der Verteidigung genannt worden waren, die Genehmigung zur Aussage nicht erteilt, weil sie den Marineoberbaurat für den geeigneten Sachverständigen hält. Es wurde dann mit der Vernehmung des Angeklagten Magazinaufseher Otto Chrunst=Kiel begonnen, der in Aussig verhaftet worden ist und wegen Unterschlagung im Amte und Urkundenfälschung angeklagt ist. Er wird beschuldigt, in Gemeinschaft mit Heinrich Sachen der Kaiserlichen Werft, die er in amtlicher Eigenschaft empfangen und in Gewahrsam hatte, unterschlagen zu haben, indem er die Bücher unrichtig geführt und unrichtige Wiegezettel zu ihnen vorgelegt habe, und zwar in folgenden Fällen: 1. Im Frühjahr 1900 1847 Kilogr. Feuerrohre, 6000 Kilgr. Kupfer, 1442 Kilogr. Weißmetall, 24 852 Kilogramm Metallspäne, 10 680 Kilogr. Späne; 2. im Sommer 1900 144000 Kilogr. Altmetall; 3. im Sommer 1901 142 800 Kilogr. Altmetall; 4. im Winter 1901/02 81 920 Kilogr. Späne und 82 380 Kilogr. Stahlabfälle; 5. im Frühjahr 1902 87325 Kilogr. Altmetall; 6. im Sommer 1902 7245 Kilogr. Zinkasche, 1045 Kilogramm Weißmetall, 1828 Kilogr. Bronzeschlacken, 360 000 Kilogramm Eisenbahnabfälle, 140 000 Kilogr. Metallabfälle, 3152 Kilogramm Kupfer, 2070 Kilogr. Feuerrohre, 40 Kilogr. Neusilberspäne; 7. im Frühjahr 1903 234000 Kilogr. Eisen, 77.550 Kilogramm Stahl, 31 600 Kilogr. Eisenspäne, 7000 Kilogramm Rotgußspäne, 3000 Kilogr. Kupfer, 1060 Kilogr. Kondensatorrohre; 8. im Frühjahr 1903 61 488 Kilogramm Altmetall; 9. im Herbst 1903 6100 Kilogr. Kupfer, 5070 Kilogr. Metall, 2430 Kilogramm verzinkte Rohre, 7000 Kilogr. Metallspäne, 1722 Kilogramm Messingrohre, 1156 Kilogr. Bronzespäne, 1125 Kilogramm Aluminiumbronzeabfälle: 10. im Sommer 1904 eine ziffernmäßig nicht festgesetzte Menge alten Materials im Werte von 31 712 Mark; 11. im Winter 1904/5 eine Menge alter Materialabfälle im Werte von 28 495 Mark; 12. im Frühjahr 1905 eine Menge alten Materials im Werte von 5500 Mark; 13. im Sommer 1905 eine ziffernmäßig nicht feststellbare Menge Altmaterial; 14. im Herbst 1900 eine Menge Altmaterial im Werte von 3182 Mark; 15. im Spätherbst 1900 eine Menge Altmaterial im Werte von 15 467 Mark; 16. im Winter 1905 5490 Kilogr. Materialabfälle, 1749 Kilogr. Zinkasche, 1485 Kilogr. Bronzeschlacken im Werte von 9419 Mark; 17. im Frühjahr 1906 Altmaterial im Werte von 8528 Mark; 18. im Sommer 1906 eine ziffernmäßig nicht feststellbare Menge Altmaterial; 19. im Herbst 1906 Altmaterial im Werte von 10 185 Mark; 20. im Frühjahr 1907 Eisenabfälle und Späne im Werte von 36 800 Mark; 21. im Frühjahr 1907 330 000 Kilogr. Eisenabfälle, 206 150 Kilogramm Eisenschrotabfälle, 560 Kilogr. Kupfer, 550 Kilogr. Weißmetall, 1450 Kilogr. Kondensatorrohre; 22. im Winter 1907 Altmetall im Werte von 1060 Mark; 23. im Frühjahr 1908 Altmetall im Werte von 57712 Mark; 24. im Frühjahr 1908 Altmaterial in Werte von mindestens 12 495 Mark. Ferner wird Chrunst beschuldigt, als Beamter von Handlungen, die eine Verletzung seiner Amtspflicht enthielten, fortgesetzt Geschenke angenommen zu haben. Vorsitzender: Bekennen Sie sich schuldig:— Angekl. Chrunst: Nein. Die Verwaltung des Ausschußzmaterials war nur meine Nebenarbeit, in der Hauptsache hatte ich die Schiffe mit Kohlzu versehen. Ich hatte ein großes Arbeitsfeld und meine Arbeit war räumlich und zeitlich sehr erschwert.(Der Angeklagte setzt hierauf auf Ersuchen des Präsidenten ausführlich die Kontroll= vorschriften auseinander, die getroffen waren. damit die Buchführung genau stimmte.)— Vert. R.=A. Schirren beantragt, einen Beamten von der Oberrechnungskammer in Berlin als Sachverständigen zu laden, um diese außeror#entlich komplizierten Kontrollvorschriften dem Gericht und den Geschworenen auseinanderzusetzen.— Staatsanwaltschaftsrat Reils: Mir ist soeben von der Oberwerftdirektion mitgeteilt worden, daß sie auch die Genehmigung zur Aussage der gestern von der Verteidigung als Sachverstandige geladenen Geheimrat Schwarz Gaul mich durch die Heiden und Sümpfe der Zauche hierher jagte. Ihr seht, ich bin verirrt. Auf der Jagd war ich in dem Belziger Forst mit dem Kurfürsten. Zur Jagd kann ich nicht zurück, denn die Jagd ist aus. Zum Kurfürsten kann ich auch nicht, denn, da dies Haus, wie ich mit Vergnügen sehe, HohenZiatz ist, bin ich ganz aus der Richte gekommen und mein Herr ist, aller Vermutung nach, schon über den Tellow nach Berlin geritten. Ich muß den nächsten Weg wählen über Potsdam. Da aber weder ich dazu Lust, noch mein Pferd die Kräfte hat, sogleich aufzubrechen— auch meine liebe Base ein so freundlich Gesicht macht, muß ich es schon vorziehen, Ihre Gastfreundschaft auf ein paar Stunden anzusprechen. „Konrad, Ruprecht! Ihr seid recht müde! Ach und Euer Roß, was ist's im Schweiß!“ Konrad und Ruprecht griffen ihr zu ungeschickt zu. Die Edelfrau stieß Hans Jürgen heran, daß er dem edlen Gast die Steigbügel halte, was in der Tat nötig schien, denn, als er vorhin den Versuch machte, am Prallstein abzusteigen, war das Tier störrig oder dem Reiter versagten nach dem langen Ritte die Kräfte. Auf Hans Jürgens Schulter sich stützend, schwang er sich aber jetzt mit ritterlichem Anstand auf die Erde. Der Fackelschein fiel gerade auf Hans Jürgens gar nicht vergnügtes Gesicht, weil er zu einem Dienst gezwunger war, der ihm fur eines Ritters Sohn, und noch dazu für einen Hofmann, nicht sehr ehrbar erschien. Der Ritter sah ihn flüchtig aber scharf an. „Ei, welchen vornehmen Dienstmann meine Base die Güte hat, mir zu bestellen. Der Junker von Selbelang, wenn ich recht sehe. Wie geht es, Herr von Bredow?“ ist nur Hans Jürgen, flüsterten die Leute, der vornehme Herr reichte ihm aber doch verbindlich die Hand und neigte sich freundlich zu ihm, ehe er die der Base ergriff und schöne Worte ihr sagte von alter Freundschaft und den guten Zeiten, die gewesen und nicht wiederkämen. Als sie ihn neckisch schalt, daß er so lange schon in Hohen=Ziatz sich nicht blicken lassen, antwortete er, wenn einer dabei verloren, sei er es.„Ach diese guten Zeiten, als ich noch ein freier Mann war!“. Er seufzte und nun sah er den Junker Peter Melchior.„Welche Freude, einen so alten Freund zu sehen!“. Er ließ es nicht bei einem Händedruck genügen.„Und welche Ueberraschung, auch den würdigen Dechanten von Alt-Brandenburg! Ist's doch fast, als hätten die Hexen mich in ein Zauberschloß geführt, wo ich lauter alte, liebe Bekannte finde.(Fortsetzung folgt.) und Oberbaurat Schirmer nicht erteilt. Der Oberwerftdirektor steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß Oberbaurat Krell der geeignete Sachverständige ist.— Vert. I.-R. WallachEssen: Nachdem uns auch diese beiden Sachverständigen genommen worden sind, beantrage ich, die beiden Herren als Zeugen zu hören. Ich gehe davon aus, daß die vorgesetzte Behorde diese Genehmigung ichon aus dem Grunde nicht versagen kann, weil allerseits das Bedürfnis besteht, aufzuklären, welche Praxis auf der Kaiserlichen Werst geübt wird. Das Gericht beschloß, die beiden Herren als Zeugen zu vernehmen. In diesem Augenblick meldete sich ein gestern von der Verteidigung beantragter Sachverständiger, ein Obermeister der Kaiserlichen Werft, im Saal und teilte mit, daß ihm die Genehmigung zur Aussage verweigert worden sei.— Vert. Rechtsanwalt Schirren=Kiel: Nachdem eine ganze Reihe unparteiischer Herren, die seitens der Verteidigung als Sachverständige geladen waren, lediglich aus dem Grunde uns genommen worden sind, weil sie etwas von der Sache verstehen...— Vors. Landgerichtspräsident Andrae(unterbrechend): Sie dürfen der Behorde nicht Motive unterlegen, die uns nicht bekannt sind. — Vert. I.-R. Schirren(fortfahrend): Nachdem eine Reihe Herren, die nach unserer Meinung von der Sache etwas verstehen, uns genommen worden sind, sehe ich mich nicht in der Lage, den Sachverständigen zu akzeptieren, den die Kaiserliche Werft vorschlägt. Es handelt sich nicht darum, Herren hier zu haben, die aussagen sollen, wie die Dinge sein sollen, sondern, wie die Dinge gewesen sind. Und das konnen nur die Herren bekunden, die wir benannt haben. Die Kaiserliche Werft tritt ja hier ganz exzeptionell auf, sie ist in den Zivilprozessen Partei, und sie macht hier von einem Rechte uns gegenüber Gebrauch, das sie gar nicht zu begründen braucht. Wenn die Kaiserliche Werft ihrerseits unsere Sachverständigen ablehnt, werden wir von der Verteidigung diejenigen Sachverständigen ablehnen, die die Werft haben will.— Vors.: Wir wollen in der Verhandlung doch möglichst jede Schärfe vermeiden und wollen erst einmal abwarten, was der Sachverständige Krell sagen wird.— Nach einer kurzen Konferenz der Verteidiger gibt I.-R.Wallach folgende Erklärung ab: Nachdem die Oberwerftdirektion den von der Verteidigung ernannten Sachverständigen die Genehmigung zur Aussage nicht erteilt hat, ist es ausgeschlossen, daß die Verteidigung auf den jetzt von der Oberwerftdirektion vorgeschlagenen Baurat Krell sich festlegen kann. Wir machen darauf aufmerksam, daß die diesseits benannt gewesenen Sachverständigen die höchsten Beamten der in Frage kommenden Ressorts sind und deshalb besondere Sachkenntnis besitzen. Wir birten das Gericht, daß es uns in der Auswahl der Sachverständigen, soweit es dagu in der Lage i“, möglichst freie Hand läßt. Das entspricht wohl der Billigkeit, die wir verlangen können. Wir bitten deshalb, den unter diesen Umständen vorgeschlagenen Sachverständigen Oberbaurat Krell abzulehnen und einen anderen Sachverstandigen zu stellen.— Vors.: Ich glaube, wir können die ganze Frage der Sachverständigen einstweilen auf sich beruhen lassen. Wir haben ja eine große Zahl sachverständiger Zeugen. Wenn wir die gehört haben, brauchen wir vielleicht uberhaupt keine Sachverständigen mehr. Der Antrag auf Ablehnung des Sachverständigen Oberbaurat Krell wurde hierauf zurückgezogen und es wurde in der Vernehmung des Angekagten Chrunst fortgefahren.— Vors.: Ist es vorgekommen, daß Wiegezettel zerrissen und durch neue von Ihnen ersetzt worden sind?— Angekl Chrunst: Das ist nicht vorgekommen.(In diesem Augenblick erhob sich ein Geschworener und machte das Gericht darauf aufmerksam, daß der Angeklagte Rieckens dem Angeklagten Chrunst bei der Vernehmung fortwährend etwas zuflustere.)— Vors.. Ich warne die Angeklagten dringend davor, mit einander in Verbindung zu treten und sich gegenseitig Zuflüsterungen zu machen oder gar Zettel zuzustecken. Es soll nun vorgekommen sein, daß von einem Schiffe sechs große Schraubenflügel in Ihrem Eisenhof abgegeben wurden, deren Gewicht Sie feststellen sollten. Sie haben auch das Gewicht festgestellt und zwar in Höhe von 10 500 Kilogramm.— Angekl. Chrunst Ich habe das in der Weise gemacht, daß ich einen Flügel gewogen habe und die Gewichtsjumme dann mit sechs multiplizierte.— Vors.: Wir werden nachher nachzuweiten versuchen, daß die sechs Flügel, die nach Ihrer Ansicht 10.500 Kilogr. wiegen sollten, in Wirklichkeit 15.000 Kilogr. gewogen haben, und zwar soll jeder Flügel nicht, wie Sie angaben, 1750 Kilogr., sondern 2500 Kilogr., also 750 kilogramm mehr gewogen haben. Wie wollen Sie das erklären? Angekl. Chrunst: Ich habe den Flügel im Beisein des Werkührers gewogen und nach meiner Meinung richtig gewogen.— Vors.: Ein Irrtum in dieser Höhe bei einem einzelnen Stück st doch nur sehr schwer anzunehmen. Wenn wir uns aber auf en Boden des Verdachts stellen, so ist dieser Vorgang ungemein infach. Wenn man die Absicht hatte, bei den Flügeln die Werft u betrügen, dann war es sehr zweckmäßig, gleich von vornherein in Gewicht festzustellen, das viel geringer war, als das wirkliche Gewicht.— Angekl. Chrunst:„Ich behaupte, richtig gewogen zu haben. Ich hatte keinerlei Avsicht, die Werf. zu betrügen. — Vors.: Sind sie vielfach krank gewesen?— Angeklagter Thrunst: Jawohl.— Vors.: Im Jahre 1905 soll es vorgeommen sein, daß Sie sich einmal plötzlich gesund meldeten und aß diese Meldung zusammenstehe mit der kurz bevorstehenden Abfuhr von Materialien.— Angekl. Chrunst: Das hatte keinen Zusammenhang. Ich war tatsächlich gesund geworden.— Vors.: Im vorigen Jahre sind Sie nun auf Kosten der Werft zu Ihrer Erholung nach Teplitz gefahren?— Angekl. Chrunst: Nicht auf Kosten der Werft, sondern ich habe nur von der Werft eine Unterstutzung bekommen.— Vors.: Sie wurden in Böhmen verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert?— Angekl. Chrunst: Jawohl.— Vors.: Sie sind aus dem Moorbad heraus verhaftet worden?— Angekl.: Jawohl. Das nahm mich sehr mit, zumal ich in eine Zelle kam, die voll Ungeziefer war. Das Essen war miserabel. Wir bekamen Erbsen, trockene weiße Bohnen mit rohen Zwiebeln und so ähnliches. Daß man bei dieser Nahrung noch kränker wurde, ist selbstverständlich.— Vors.: Sie sind dann in Berlin von einem Schutzmann vernommen worden?— Angekl.: Jawohl. Ich war aber furchtbar mitgenommen und weiß wirklich nicht, was ich da vor dem Schutzmann ausgesagt haben soll.— Vors.: Sie haben es doch aber unterschrieben und haben unterschrieben, daß Sie sich haben strafbare Handlungen zuschulden kommen lassen?— Angetl.: Ich weiß nicht, was ich gesagt haben soll, ich war furchtbar kaputt.— Vors.: Ehe man aber eine solche Aussage macht, überlegt man es sich doch, selbst wenn man krank ist. Ein Beamter in Ihrer Stellung, der doch wirklich nicht dumm ist, unterschreibt doch nicht alles, zumal wenn es um Kopf und Kragen geht.— Angekl.: Ich weiß nicht, was ich unterschrieben hatte.— Vors.: Gewiß ist es richtig, daß man Geständnisse vor einem Schutzmann im allgemeinen mit Vorsicht aufnehmen soll. Aber es kommt doch in Betracht: Wer legt das Geständnis ab und in welcher Form geschieht es. Nun sind Sie Beamter und haben nach zweimaliger Niederschrift ein solches Geständnis vor einem Polizeibeamten abgelegt.— Angeklagter: Ich bestreite, mich so ausgedrückt zu haben.— Staatsanwaltschaftsrat Reils: Hat der Angeklagte vor dem Richter nicht im allgemeinen den Inhalt des Geständnisses vor dem Schutzmann zugegeben und diesem Geständnisse nur eine andere Deutung gegeben?— Vors.: Sie haben zugegeben, daß es richtig sei, daß Frankenthal mehr Material bekommen hätte, als er durch den Zuschlag zu beanspruchen hatte?— Angekl.: Wir müssen da die Prozente in Anrechnung bringen, die auf Schmutz und dergleichen entfielen.— Vors.: Haben Sie jemals von Jacobsohn oder Frankenthal Zuwendungen erhalten?— Angekl.: Von Jacobsohn nie, von Frankenthal habe ich mir manchmal Geld geborgt.— Vors.: Haben Sie nicht Gänse von ihm bekommen?— Angekl.: Ja, die habe ich aber bezahlt.— Vors.: Früher haben Sie zugegeben, daß Sie Gänse und eine Marzipantorte erhalten hätten, und nur die Marzipantorte hätten Sie bezahlt.— Angekl.: Ich habe auch die Gänse bezahlt.— Vors.: Das ist doch eine merkwürdige Sache. Frankenthal liefert dem Heinrich Gänse und Zigarren, Ihnen liefert er Gänse und eine Marzipantorte. Haben Sie sich gar nichts dabei gedacht?— Angekl.: Nein. Wenn ich etwas billig kaufen konnte, dann tat ich es.— Vors.: Sie sind Beamter, Fräutenthal agt Ihnen, ob Sie nicht Gänse kaufen wollen. Das ist doch merkwurdig. Frankenthal ist doch kein Gänsehändler, er handelt auch nicht mit Torten, sondern mit altem Eisen. Fiel Ihnen das nicht auf?— Angekl.: Ich kaufe, wo ich es am billigsten bekomme.— Vors.: Ein Mann, der auf der Werft große Geschäfte in Alteisen macht, kann doch nicht als Gänsehandler in Frage kommen. Haben Sie nicht einmal auch mit Frankenthal eine Wagenfahrt gemacht?— Angekl.: Mit Frankenthal niemals. Ich borgte mir nur den Wagen von ihm. An einem Sonntag sagte er, sein Fuchs im Stall habe keine Bewegung, und da bat ich ihn, mir den Wagen zur Verfügung zu stellen. Ich fuhr allein mit meiner Familie aus.— Vors.: Fiel Ihnen nicht auf, daß Frankenthal Ihnen Wagen und Pferd anbot?— Angekl.: In keiner Weise, auch andere Beamte haben von Unternehmern, die auf der Werft zu tun hatten, Wagen gestellt bekommen. Ich habe Frankenthal genau so behandelt, wie die anderen, die auf die Werft kamen. Ich habe ihn sogar wiederholt gemeldet, weil er sich das Beste aussuchte.— Staatsanwalt: Will der Angeklagte die Namen dei Beamten nennen, die von anderen Unternehmern Wagen gestellt bekamen?— Angekl.: Das kann ich nicht.— Staatsanw.: Hat Frantenthal bei dieser berühmten Wagenfahrt nicht seinerseits die Getränke bezahlt?— Angekl.: Nein. Das würde ich auch gar nicht angenommen haben.— Hierauf trat eine Pause ein. Harteinachrichten. Preßprozeß. Genosse Adelung, Mainz, stand am Sonnabend vor dem dortigen Schöffengericht. Er war angeklagt, die Vertreter der„Lederwerke“ in mehreren Artikeln in der„Volkszeitung“ beleidigt zu haben. Die Verhandlung, die mehrere Stunden dauerte, endete mit Adelungs Verurteilung zu einer Geldstrafe von 50 Mark. Die„Norddeutsche Allgemeine“ muß berichtigen. In der Abendausgabe der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung vom Montag findet sich folgende Notiz: „Mit Bezugnahme auf unsere Rückblicke in der ersten Sonntags-Ausgabe beanstandet eine Zuschrift, die der Vorsitzende des sozialdemokratischen Parteivorstandes und des Provinzialparteitages für Ostvreußen, Herr Otto Braun, an uns richtet. gewisse Angaben darin. Es treffe nicht zu, daß die Sozialdemokratie in den ostpreußischen Städten nicht Fuß fassen konnte. Nur mit einer Ausnahme hätten vielmehr während des letzten Jahres die organisierten Parteimitglieder in allen Städten zugenommen. Auch betrage die Abonnentenzahl des„Landboten“ in der Provinz etwa 2500, nicht nur 400. Unsere Ausführungen stützten sich auf einen Bericht nach der „Königsberger Hartungschen Zeitung". Wir nehmen also, da wir zurzeit die Richtigkeit von Einzelangaben nicht nachprüfen können, von dem Widerspruch des Herrn Braun Notiz. Ist Lebius ein Ehrenmann? Wir lesen im„Vorwärts": Wir stehen auf dem Standpunkt, daß er es nicht ist. Herr Lebius selbst wollte vor Gericht den Beweis für seine Ehrenhaftigkeit führen. Er hat deswegen mehrere Prozesse gegen den „Vorwärts“ angestrengt, einen gegen die„Frankische Tagespost“, einen gegen den Metallarbeiterverband, gegen den Genossen Cohen; vielleicht noch andere, von denen wir nicht wissen. Natürlich hatte der„Vorwärts“ die Pflicht, dem Kläger und der Oeffentlichkeit gegenüber vor Gericht zu erhärten, daß seine Meinung von der mangelnden Ehrenhaftigkeit des Herrn Lebius nicht unbegründet sei. Er stellte eine Reihe von Beweisanträgen nach dieser Richtung hin. Und siehe da: Herr Lebius verlor plötzlich den Appetit zum Klagen. In der neuesten Nummer des„Bund“ tritt er unter einer furchtbaren Stinkbombenkanonade die Retirade an und teilt mit: „Der Bundesvorstand hat in seiner setzten Sitzung beschlossen, daß die„Bund"=Redaktion einen Teil ihrer Prozesse gegen die Sozialdemokratie zurückzunehmen hat. Der Bundesvorstand, das ist nämlich Herr Lebius, hat also beschlossen, daß die„Bund"=Redaktion, wieder Herr Lebius(!), seine Strafanträge zurückziehen soll. Das ist nicht in„einem Teil“, sondern in allen Prozessen geschehen, deren Anstrengung uns bekannt wurde. Mit dürren Worten: Herr Lebius verzichtet darauf, sich vom Gericht attestieren zu lassen, daß der „Vorwärts“ ihn als das hingestellt habe, was er ist. Wenn man den Rückzugsartikel des Herrn Lebius im„Bund“ liest,„Tahsel, Rosenfeld u. Co. betitelt er ihn, möchte man meinen, wir hätten Herrn Lebius vor Gericht geschleppt, während in Wirklichkeit er klagte.„Stets verklagen, klang einst seine Parole im„Bund“. „Stets verklagen!" Das sei unsere Losung im Kampfe mit den Roten. Unsere Inanspruchnahme der Hilfe der Gerichte ist nicht ein Zeichen von Furchtsamkeit, sondern von Stärke.... .... Häufen sich die Anklagen und Strafen, so werden sie sicherlich ihren Zweck erreichen und den roten Gesetzesverachtern die Lust zu weiteren Ausschreitungen vergehen lassen. Daher mögen unsere Freunde in Berlin und dem Reiche es sich zum Grundsatze machen, auch nicht die geringste Beleidigung der Roten durchgehen zu lassen und in jedem Falle zu klagen. Herr Lebius war nämlich der Meinung, die verhaßten „Roten“ hätten die Pflicht, sich vor Gericht auf seine Klagen hin ohne Notwehr abschlachten zu lassen. Daß man ihm mit Beweisen entgegentritt, empört ihn. Genosse Rosenfeld hat als unser Anwalt pflichtgemäß die Anträge gestellt, welche beweisen sollten, daß Herr Lebius in der Tat kein Ehrenmann sei; er wird deshalb in der tollsten Weise von Lebius beschmutzt: „Wenn du einmal einen unverschämten Beleidiger verklagst, und der Mann wird vom Rechtsanwalt Rosenfeld vertreten, so kann es dir passieren, daß auch du gerosenfeldert wirst. Genosse Rosenfeld erklärt dann dem Gericht, auch er sehe ein, daß das Gericht zu einer Bestrafung kommen werde; für das Strafmaß sei es aber wichtig, zu wissen, ob der Beleidigte ein Ehrenmann oder ein Lump sei. Denn, wer einen Lumpen beleidigt, wird nicht so strenge bestraft, als wer einen Ehrenmann beleidigt. Es liegt ein Kammergerichtsurteil vor, wonach die Rosenfeldsche Taktik nicht beschnitten werden darf. Demnach hat der Genosse Rosenfeld freie Hand, das Vorleben des Klägers zu durchschnüffeln. Man meine nicht, daß jeder, der ein gutes Gewissen hat, der Detektivtätigkeit des Genossen Rosenfeld mit Ruhe entgegensehen kann. Er versteht aus Mücken Elefanten zu machen. Er wird ermitteln, wo du überall gewohnt hast, ob du schon einmal einen Prozeßgegner oder einen sonstigen Gegner gehabt hast. An diese Leute wird er schreiben und sich nach dir erkundigen. Vielleicht hast du jemand in deinem Leben einmal auf die Hühneraugen getreten. Bei einigem Zureden wird der Mann vielleicht vor Gericht bezeugen, du hattest ihm absichtlich diesen Schmerz bereitet. Naturlich bist du dann kein Ehrenmann. Vielleicht hast du jemals einem Unverschämten Verteidigungskampf des Stinktiers, das seine Verfolger so mit Gestank bespritzt, daß sie verekelt die Flucht ergreifen. In Wirklichkeit war es Herr Lebius, der die von unserem Anwalt benannten Zeugen einzuschüchtern versuchte, indem er die intimsten Einzelheiten aus ihrem Privatleben an die Oeffentlichkeit zu zerren versuchte. Und charakteristisch für ihn ist je die folgende Drohung: „Wenn unser Redakteur aber, worauf Genosse Rosenfeld in seiner dumm=pfiffigen Weise zu spekulieren scheint, zum Revolver greifen sollte— was aber ganz ausgeschlossen ist— dann würde er es wie Tell machen, der zwei Pfeile seinem Köcher entnahm. Die zweite Kugel gälte dem Revolverlers sind Beamter, Fräntenien wollen. Das ist doch Bänsehändler, er handelt tem Eisen. Fiel Ihnen wo ich es am billigsten uf der Werft große Gehi als Gänsehändler in al auch mit Frankenthal Mit Frankenthal nien von ihm. 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Er weiß ja auch weit besser mit papierenen Revolver umzugehen, wie der Schluß seines Artikels beweist, in dem es in fetter Schrift heißt: „Zum Schluß kündigen wir der sozialdemokratischen Presse folgendes an: Fährt sie fort, unsere Führer mit Schmutz zu bewerfen, so werden wir in jedem Falle die Antwort in der Weise er eilen, daß wir jeweils den sozialdemokratischen Führern(Stadthagen, Mehring, Düwell, Cohen, Scherm usw.) ihren Tugendspiegel vor Augen halten, so wie wir es seinerzeit in dem offenen Brief an den Genossen Rosenfeld machten. Derartige Nummern werden wir als Agilationsnummern behandeln und in der weiteren Oeffentlichkeit verbreiten.“ Herr Lebius, der Mitarbeiter der Bruhnschen „Wahrheit"! Nur schreckt er, der seine ebenso alberne wie boshafte Drohung nicht einmal zu vertreten wagt und durch einen Sitzredakteur zeichnen läßt, damit keine im politischen Leben stehenden Männer. Was über die gelbe Bewegung und ihre Vertreter zu sagen Hiakeit vorbringen) wie vor mit aller Schärfe und RüchsichtsVom Mansfelder Kriegsschauplatz. Sofort nach Eintreffen des Militärs im reichstreuen Streikgebiet wurde im GebirgsMansfeld die Polizeistunde für die Wirtschaften in den Städten Mansfeld und Hettstedt auf 11, in den Dörfern auf 10 Uhr herabgesetzt, ohne daß auch nur die geringsten Ausschxeitungsn, vorgekommen wären, während im Sekreis Mans### Seneven keinerlei Verkürzung der Polizeistunde eingetreten ist, ooschon gerade im Seekreis die größten Bergmannsdörfer (Helbra, der Hauptbergmannsort) liegen. Aber immerhin ging die Regierung des Gebirgskreises zunächst einheitlich vor, bestimmte für alle Wirtschaften ohne Ausnahme die Verkürzung der Polizeistunde, ohne große Aufregung mit Kopfschütteln hingenommen und von der Streikleitung auch nichts dagegen eingewendet; jetzt ist den Wirtschaften, in denen Streikbureaus untergebracht sind oder Versammlungen abgehalten werden, die Polizeistunde auf 8 Uhr abends herabgesetzt worden, und zwar laut folgender Verfügung. Aus Grund der Barss„Leimbach, 30. Oktober 1909. auf Grund der Vorschriften des§ 10 des Allgemeinen Landrechts II, 17 setzen wir die Polizeistunde für Ihr Lokal auf 8 Uhr abends fest. Diese Verfügung wird nach Maßgabe der Bestimmungen des§ 53 des Landesverwaltungsgesetzes üir, Heor. vestrgshor eriäkrt.6 Weitere Verkürzungen der Polizeistunde bleiben vorbehalten. Die Polizeiverwaltung. Ziegler.“ esie esce ie chnsceice schnlciece eich. bureaus an die Luft gesetzt werden, um so dem bedrängten Vogelsang zu helfen, seine Bergsklaven in die alte Geistesknechtschaft und Unterwürfigkeit zurückzudrängen. Schanksperre um 8 Uhr abends soll das Mittel sein, mit dem man die so ganz aus der Rolle gefallenen, unbotmäßigen Wirte zur alten, treuen Anhänglichkeit an Vogelsang und die Gewerkschaft zurückzwingt, nachdem alle anderen Mittel versagten. Wie ist den wenigen Wirten, die ihre Lokale den Streikenden geöffnet haben, schon zugesetzt worden von den Behörden, der Gewerkschaft, der Geistlichleit, daß man sich wundern muß, daß in einer solchen Gegend auch nur ein einziger Wirt standhaft geblieben ist. Da sie bisher allen Verlockungen widerstanden haben, werden sie diesen Streich aushalten. Vom Kriegerverein ist schon längst zum Beykott aller derjenigen Wirtschaften aufgefordert worden, in denen Streikversammlungen stattfinden, und die Militarbehörde hat in Kloster=Mansfeld die Kontrollversammlung noch in letzter Stunde aus dem„Kaiser", dem Versammlungslokale, nach einem anderen Lokale verlegt, jedoch ohne den Zweck zu erreichen. Die Wirte, die ihre Lokale den Streikenden hergeben, tun das weniger aus Neigung zum Bergarbeiterverhand, auch nicht aus reinem Geschäftsinteresse, sondern hauptsächlich aus Empörung und Wut gegen die bisherigen Zustände, die sie durch den Streik zu beseitigen gedenken, und so betrachten Streik, als eine notwendige geistige Desinfektion gegen reichstreue Geistesvergiftung, und ihre Säle als DesinfektionsSie werden auch diesen Streik ertragen und mit den Streikenden stehen bis zum Abschluß des Kampfes. * Mit welchen Mitteln die Kreisblattpresse den Streik, besenders aber die Streikleitung, im öffentlichen Interesse herabsetzen will, dafür liefert nachstehende Notiz des„Grenzblatt" ssanten Beweis. Es weiß folgendes zu melden: Arbeitergroschen umgegangen wird dafür hat man im Mansfelder Bergarbeiterstreik einen treffenden Beweis gehabt. Ein Agitator versuchte, die zur Aufrechterhaltung der Ordnung kommandierten Soldaten zum Ungehorsam zu verleiten und gab für diesen seinen Zweck 28 Mk. für Freibier aus. Ueber den Versuch selbst kann man mitleidig lächeln, wenn man die Verhältnisse des deutschen Heeres nur einigermaßen kennt; die braven Infanteristen ließen sich denn auch die gute Gelegenheit nicht entgehen und faßten die Sache humoristisch auf. Andererseits ist es aber bezeichnend, genn für in Uniform, zwei in Zivil und ein Berittener, obwohl doch nichts vorgefallen war. Die organisierte Arbeiterschaft ist ja derartiges gewohnt, sie weiß sich damit abzufinden. Durch diese Aussperrung zeigt sich die Arbeiker„freundlichkeit“ der Fabrikanten im grellsten Lichte. Weil die Arbeiter sich nicht mir nichts dir nichts in Anbetracht der teuren Lebensmittelpreise die von den Fabrikanten vorgenommenen enormen Lohnkürzungen gefallen ließen, deshalb werden sie ausgesperrt, samt den Familien der Not und dem Elend preisgegeben. Erfolge bei der Gewerbegerichtswahl. In Mühlhausen i. Th. wurden von der Liste der freien Gewerkschaften 10 Gewerbegerichtsbeisitzer mit 9167 Stimmen gewählt, während die christlichen 2 Trisitzer mit 1753 Stimmen durchbrachten. Es wurde auf Grund des Verhältniswahlsystems gewählt. Kulturdokumente vom Kampfe der Kieler Gemeindearbeiter. Drastische Beweisstücke von der Sonderstellung der Streikbrecher in unserem Rechtsstaate hat der vorbenannte Lohnkampf geliefert. Während der zehnwöchentlichen Dauer desselben bildeten diese, unseren Machthabern so nützlich erscheinenden Elemente, ausgerüstet mit den gefährlichsten Schlag= und Mordwerkzeugen, eine stete Gefahr für das Publitum. Ihre Attacken brachten ihnen jedoch öfter eine Einbuße ihrer Waffen. Diese wurden von Interessenten gesammelt, übersichtlich zusammengelegt und jetzt im Kieler Gewerkschaftshaus ausgestellt. Das Verbandsorgan der Gemeindearbeiter,„Die Gewerkschaft", bringt nun in der neuesten Nummer die bildliche Darstellung. Neben fünf Revolvern und scharfen Patronen prangen da neun Gummischläuche, eine eiserne Kugel mit Handgriff, ein von beiden Seiten geschliffenes und dolchartig zugespitztes Schlächtermesser, sowie die vom Magistrat gestifteten Extravakanzen. Die Revolver sind in verschiedenen Kalibern vertreten, eben so die Gummischläuche; letztere schwanken in der Länge zwischen 24,5 und 44 Zentimetern, in der Stärke zwischen 1,6 und 4,5 Zentimetern, Vollgummiknüttel sind nicht dabei, es sind vielmehr hohle Schläuche mit Holzpfropfen, Sand, Blei, Kabel= oder Schraubenbolzen ausgefüllt. Die neu hinzugekommene eiserne Kugel ist ½ Pfund schwer, mehrfach durchlocht, mit Draht umsponnen, sowie mit einem Handgriff ver, hen. Die so ausgestatteten Schlagwerkzeuge gelten jedenfalls genau so wie Revolver als Mordwaffen. Auf einen Hieb kann damit ein Mensch hingestreckt werden. Verschiedene dieser lebensgefährlichen Schlaginstrumente sind in städtischen Betrieben und von städtischem Material verfertigt. Maßgebenden städtischen Beamten soll das nicht unbekannt geblieben sein, man hat auch gewußt, daß die lieben Arbeitswilligen von ihren ie Lieblir ge des Magistrats tun, was ihnen beliebte. Einen am Streik vollständig unbeteiligt gewesenen Tischler haben sie zum Krüppel geschossen und der wegen Landfriedensbruchs mit einem Jahr Zuchthaus bestrafte Arbeiter Ziegler hat die Schießerei der Arbeitswilligen gleichfalls mit längerer Kur im Krankenhause bezahlen müssen, richtig hergestellt ist er heute noch nicht. Manche Arbeiter und selbst Bürger aus den sogenannten besseren Kreisen sind mit den Gummiknütteln der damaligen Herren von Kiel“ bös zugerichtet worden. Von einer Straferfolgung Arbeitswilliger hat man bisher aber noch nichts veriommen. Der Magistrat der Stadt Kiel hat diesen Helfern zus der Not alle möglichen Vergünstigungen gegeben. Nach dem Streikbrecher=Kontrakt erhielten diese den üblichen Lohn, außerdem gemeinsames Unterkommen, freie Verpflegung inkl. Kaffee und bei geregelter Ersüllung des Vertrages 15 Mark Prämie. Ferner wurden noch gratis geliefert: pro Tag eine Flasche Bier, Zigarren, Zigaretten, Kautabak, Ansichtspostkarten und Schreibmaterial. Der von der Verwaltung gedruckte Vertrag verbietet den Leuten aber auch jedwede Organisationszugehörigkeit. Invieweit der liberale Magistrat das mit seinen Grundanschauingen über Menschenrechte vereinbaren kann, ist unbegreiflich. Nichtsdestoweniger wurden die Arbeitswilligen in jeder Weise zehätschelt; zum dauernden Andenken an diese Zeit hat sich Direkvor Bothe von der Straßenreinigungsanstalt in ihrer und der Agenten Mitte photographieren lassen. Das ganze Vorgehen in diesem Kampfe zeigt nur zu deutlich, daß nicht bloß System in er Organisierung von Streikbrecherkolonnen, sondern auch in hrer Ausrüstung und Behandlung liegt. Früher oder später nüssen diese Ausnahmezustände aber zum Nachteil der eigenen Begründer und Beschützer ausschlagen. Die Formstecher und Drucker bei der Firma Flammersheim u. Steinmann in Kiln=Zollstock stehen im Streik, weil ihnen zugemutet wurde, Streikarbeit zu leisten. Der Streit der Elektromonteure in Dresden und Zittau ist beendet worden, da keine Aussicht mehr vorhanden war, das Hauptziel des Kampfes. eine Tarifgemeinschaft, zu erreichen. Lohnerhöhungen treten überall ein. In den„Dresdener Nachrichten“ wird behauptet, daß viele Monteure außer Arbeit leiben werden, da sich genügend Arbeitswillige gefunden haben. Das Gegenteil ist der Fall. Es sind zirka 200 Streikende abgereist, und so dürften die Arbeitgeber viele gute Arbeiter vernissen, die von der Konkurrenz trotz der schwarzen Listen eingetellt worden sind. Der Zuzug nach Dresden und der sächsischen Oberlausitz ist mmer noch fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiter=Verband, Verwaltung Dresden. Prozent Wassergehalt in der Margarine festgestellt. Da der Gerichtshof nicht festzustellen vermochte, nach welcher gesetzlichen Bestimmung der Prozentsatz des Wassers in Margarine geregelt ist und auch dem Angeklagten das Bewußtsein) rechtswidrig zu handeln, nicht nachgewiesen werden konnte, so wurde der Angeklagte freigesprochen. ** Zum Tode verurteilt. Tilsit, 2. Nov. Das Schwurgericht verurteilte den 23jährigen Wirtschaftsbesitzer Max Rackschies aus Skerswethen, der am 24. August seine um 30 Jahre ältere Ehefrau erschossen hatte, zum Tode. Vermischtes. Die neue Sicherheitsvorrichtung für die Berliner Hoch= und Untergrundbahn. deren Einführung nach dem Unglück auf dem Geleisedreieck am 26. September v. J. beschlossen wurde, ist praktisch in Benutzung genommen worden. Ueber dem ersten Wagen eines jeden Zuges ist ein roter Metallstab angebracht, der mit einem Kontakt in Verbindung steht. Wenn nun ein Signal auf„Halt!" steht, so senkt sich gleichzeitig mit dem entsprechenden Farbenzeichen ein wagerechter Balken. Wird der Zug nicht durch den Führer zum Halten gebracht, so durchschlägt dieser Balken den senkrechten roten Stab, wodurch mit Hilfe des Kontaktes der Zug unmittelbar zum Stehen gebracht wird. Die Sicherheitsvorkehrung ist als so zuverlässig erachtet worden, daß von nun ab der Zugbegleiter bei Ueberfahrung des Geleisedreiecks nicht mehr in die vordere Zelle des Zugführers treten, sondern sich lediglich auf die Beobachtung durch die vordere Scheibe beschränken soll. Schwere Gasexplosion. Berlin, 2. Nov. Inddem östlichen Rektoratsgebäude der am Augustenburger Platz gelegenen 53. Gemeindeschule ereignete sich heute früh eine schwere Gasexplosion, bei der das Dienstmädchen Marie Rippert, das sich in selbstmörderischer Absicht in einem Zimmer eingeschlossen hatte, sofort den Tod fand. Kurz darauf start infolge der Verbrennung die Frau des Rektors Trettin im Virchowkrankenhause, während der Ingenieur Friedrich und der Bauanschläger Schuhmacher schwere Verletzungen davongetragen haben, weil sie mit einem brennenden Licht das Zimmer betraten. Ein dritter Mann, der Heizer Pflanz, hat nur leichte Brandwunden erlitten. Liebesdrama. Wiesbaden, 2. Nov. Die hiesige Privatiere Siebel und ihr Verlobter haben sich heute vormittag mit Zyankali vergiftet. Beide wurden tot aufgefunden. Ein Herzleiden der Frau und Hindernisse, die sich der ehelichen Vereinigung entgegenstellten, sind die Ursachen des Doppelselbstmordes gewesen. Augriff auf Schutzleute. Stuttgart, 2. Nov. In Reutlingen griffen heute nacht drei junge Arbeiter zwei Schutzleute an. Sie schossen mit Revolvern, flüchteten hierauf und versteckten sich vor den verfolgenden Schutzleuten im Garten. Beim Absuchen bemerkten die Schutzleute, wie einer von den Flüchtlingen mit seinem Revolver auf sie zielte. Ein Schutzmann aber kam dem Angreifer zuvor und tötete diesen durch einen Schuß. Beide Schutzleute wurden erheblich verwundet. Einbruch in eine Gruft. Paris, 2. Nov. In Saint=Julien= Beychevelle(Gironde) brachen Missetäter in die dortige Gruft des französischen Zweiges der Familie Heine ein, zertrümmerten die Grabdenkmäler des Vaters und der Mutter der Fürstin von Monaco und raubten die mit den Leichen begrabenen Schmuckgegenstände. Von den Tätern hat man noch keine Spur. Wettersturz. London, 2. Nov. In der Gegend von Midland erfolgie ein plötzlicher Wettersturz.„Das Thermometen fiel auf 4 bis 6 Grad unter Null.— Der Schaden, welcher in den letzten Tagen durch die anhaltenden Regengüsse entstanden ist, beläuft sich auf Millionen. Mehrere Ortschaften stehen unter Wasser. Die Regierung wendet große Geldmittel auf, um die heimgesuchte Bevölkerung zu unterstützen und den Ausbruch von Epidemien zu verhindern. Ein gefährlicher Räuber. Konstantinopel, 2. Nov. Der bei dem Zusammenstoße mit Gendarmen und Soldaten bei Ondewisch entflohene bekannte Räuber Tschakidschi, auf dessen Haupt eine Belohnung von tausend türkischen Pfund ausgesetzt ist, macht den ganzen Sandschak Aidin unsicher. Er hat inzwischen bereits wieder sechs Personen ermordet. Zwei Bataillone Infanterie sind nunmehr zur Unschädlichmachung dieses Räubers aufgeboten worden. Standesamts-Nachrichten. Sieker. In der Zeit vom 16. bis 31. Oktober sind beim hiesigen Standesamt angemeldet: Geburten: Söhne: Heuerling Karl Fehring, Sieker Nr. 28: Schneidermeister Gustav Daube, Sieker 339; Heizer Christoph Meischl, Sieker 136; Schlosser Heinrich Fischer, Sieker 56; Fabrikarbeiter August Schmidtpott, Sieker 39.— Töchter: Schleifer Friedrich Wolf, Sieker 271; Bauarbeiter Heinrich, Bruns,„Siezet 108, guptnutbener Wilhelm August Gerichtliches. 5, Sieker 132; Fabrikarbeiter Wilhelm August dieker 283: Fabrikarbeiter Friedrich Linnenbrügger, Sieker „Tieter 155, uno kuxoxistisch auf., Andererseits ist es aber bezeichnend, wenn für Plues von vornherein vollig unsinniges Beginnen 28 Mk. zum Fenster hinausgeworfen werden.“ Abgesehen davon, daß es unter den„Agitatoren“ einen solchen Esel nicht gibt, der in jo alberner Weise 28 Mk. verpulvern würde, wäre ihm das auch unmöglich, weil dem„bi nicht genannt, und so erklärt die Streikleitung den Schreiber dieser Notiz solange für einen gewissenlosen Verleumder, bis er Namen. Ort und Zeit des Herganges genau angibt. Geund die des Verbandes Deutscher Arbeitgeberverbande in Hamburg eine gemeinsame Arbeitsnachweiskonferenz abgehalten. Die Konferenz, die aus allen Gebieten Deutschlands sehr zahlreich beschickt war, hat den Leitern der Verbände die praktische Kenntnis der Einrichtungen des Arbeitsnachweises des Verbandes der Eisenindustriellen Hamburgs, der vorbildlich wirken soll, vermittelt. Die Konferenz soll die Ausdehnung der ArbeitgeberArbeitsnachweise, von denen es schon 150 geben soll, fördern. Danach dürfen die Arbeiter damit rechnen, daß ilnen die Scharfmacher in nächster Zeit einen Kampf um den Arbeitsnachweis aufzwingen werden. Einen größeren Verstoß nach dieser Richtung macht ja zurzeit der Zechenverband. Für leidlich verständige Unternehmer ist diese Frage längst entschieden und der Kampf um den Arbeitsnachweis als völlig unnötig erachtet worden, durch die Errichtung von paritätischen Arbeitsnachweisen. Jetzt aber betreiben die Scharfmacher diese Sache wieder systematisch und drillen ihre Arbeitsnachweisführer in die geheime Geschäftspraxis ein, wie gut diese Nachweise als Maßregelungsbureaus fungieren können und müssen. Die Aussperrung der Seidenbandwirker in Elberfeld=Barmen hat am Sonnabend begonnen. Bis jetzt sind durch das Machtgebot der bergischen Seidenband=Fabrikanten ausgesperrt die Arbeiter der Firmen Abraham u. Gebr. Frowein und Wegener u. Heß in Elberfeld, ferner Quambusch u. Söhne, Kemna und Höffken u. Wilkes in Barmen. In Elberfeld ist auch sofort die Polizei auf dem Plane erschienen. Als die Arbeiter die Fabrik verließen, standen vor derselben zwei Polizeibeamte Uka, 215. Aufgebote: Schlosser Heinrich Siebraße, Sieker 139, und Fabrikarbeiterin Johanne Weber, Bielefeld, Muhlenstr. 60; Gerichtsdiener Robert Möller, Wattenscheid, Freiheitstr. 22, und Fabrikarbeiterin Klara Sielemann, Sieker 172. Eheschließungen: Arbeiter Ludwig Harstromberg, Sieker 202, und Auguste Westerheide, Sieker 337; Dreher Wilhelm Höcker, Sieker 244, und Emma Klemme, Sieker 82; Klempgebgrene Hunholz, van hier verhandelt. Dieselbe, war beschgtdigt, 252; Fabrikarbeiter Wormann August Beusiek, Sieker 57, und Luise Kickert, Bielefeld, Detmolderstr. 192; Fabrikarbeiter August Herbst, Sieker 61, und Pauline Beckmann, Theesen 45; Fabrikarbeiter August Donnermann, Sieker 6, und Luise Zurheide, Sieker 67; Friseur Karl Nordmann, Sieker 182, und Marie Bludszus, Bielefeld, Flachsstraße 23: Fabrikarbeiter Hermann Niemann, Sieker 302, und Auguste Wiese, Hillegossen 81; Fabrikarbeiter Wilhelm Hansmeyer, Sieker 12, und Marie Lummer daselbst. Sterbefall: Anna Alwine Luise Nagel, Sieier 111, 1 Jahr alt ** Bielefeld, 2. Nov. Schwurgericht. Vorsitzender: Landgerichtsdirektor Geheimer Justizrat Greiff, Vertreter der Staatsanwaltschaft: Staatsanwalt Gadow, Verteidiger: Rechtsanwalt Meyer von hier.— Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen die Ehefrau des Kellners Fritz Hellbrink, Gesina geborene Hunholz, von hier verhauven. Dieselbe war beschuldige, zu Bielefeld. am 5. Februar 1909 vor dem Königlichen Amtsgericht wissentlich ein falsches Zeugnis mit einem Eide bekräftigt zu haben. Sie wurde des Meineides unter Zubilligung des strafmildernden Umstandes aus§ 157 Abs.1 des Str.=G.=B. für schuldig befunden und zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. ** Bielefeld, 2. Nov. Strafkammer. Der Arbeiter Heinr. Niemann von Minden war vom dortigen Schöffengericht wegen Begünstigung mit 3 Tagen Gefängnis bestraft und hatte Berufung eingelegt. Aus der Beweisaufnahme ging hervor, daß der Angeklagte ein Portemonnaie, welches eine Frauensperson gestohlen hatte, um sie vor Entdeckung zu schützen, beiseite geworfen hat. Es war somit die Begünstigung erwiesen und die vom Angeklagten eingelegte Berufung wurde verworfen. Die Ehefrau Eduard Eix, Ottilie geb. Gens, von Minden, jetzt zu Weßlingen in den Rheinlanden wohnhaft, war angeklagt, ihrer früheren Tienstherrschaft, der Frau Oberregierungsrat Fuhrmann zu Minden, 6 Handtücher gestohlen zu haben. Das Schöffengericht zu Minden hatte sie nicht zu überführen vermocht und sie freigesprochen. Gegen dieses Urteil war oon seiten der Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt worden. Als sich die Angeklagte im Laufe des vorigen Jahres verheiratete, stellte sich heraus, daß der Frau Oberregierungsrat 6 Handtücher fehlten. Dasselbe Muster, aus dem das Monogramm ausgetrennt war, wurde bei der Angeklagten vorgefunden. Da kein Strafantrag gestellt war, so wurde die Berufung mit der Maßgabe verworfen, daß auf Einstellung des Verfahrens erkannt wurde. Die Haushälterin Dora Wöfer von Bischoffshagen, welche in der Zeit vom 1. Juli 1907 bis Anfang Februar 1909 in Minden bei dem Lehrer H. in Diensten stand, war angeklagt, ihrer Herrschaft in dieser Zeit Geldbeträge von 10, 20 und 3 Mark gestohlen zu haben. Das Schöffengericht zu Minden hielt die Angeklagte für nichtüberführt und erkannte auf Freisprechung. der Angeklagten. Die Strafkammer hielt die Berufung der Staatsanwaltschaft für zutreffend, hob das erste Urteil auf und erkannte gegen die Angeklagte auf 10 Tage Gefängnis. Wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz hatte sich der technische Leiter der Margaripefabrik H. Hünnemann& Co. zu Harlinghausen, der Kolon Wilhelm Vortmeyer zu Harlinghausen, zu verantworten. Die genannte Fabrik hat in Berlin viele Abnehmer und dort waren Proben entnommen und untersucht worden. Das staatliche Untersuchungsamt hatte 16 bis 24 Herford Stadt. Nachrichten vom 25. bis 30. Oktober. Geburten: Söhne: Handarbeiter Arnold, Tewes, Kistenarbeiter Heinrich Hartmann, Holzarbeiter Heinrich Brakmann, Schneider Julius Strathmann, Zuschneider August Krömker. Töchter: Hufschmiedemeister Ludolf Höwener(Zwillinge), Tischler Herm. Heitland, Bahnarbeiter Heinrich Bäumer, Arb. Heinrich Berger, Maler Jakob Stark, Maler Reinhard Schuckenböhmer. Ferner 1 uneheliche. ". Aufgebote: Schneider Friedr. Albert und Alma Schmeral; Kutscher Friedrich Fleer und Karoline Puls; Arbeiter Bernhard Thilker und Thekla Zuhl; Portier Heinrich Sewing und Auguste Läge; Kellner Alfred Emil Otto und Henriette Koch; Landwirt Friedrich Stranghöner und Johanne Wißmann; Arb. Friedrich Kleemeyer und Wilhelmine Hachmeister; Arb. Hermann Schuster und Amalie Ueberfeld. — Eheschließungen: Holzbildhauer Oswin Gerlach und Martha Schröer; Arbeiter Franz Storkmann u. Anna Koppitz; Zuckerbäcker Ernst Reinbach und Pauline Engelking; Rangierer August Oberdiek und Johanne Lütkenhöner; Drechsler Otto Heinze und Luise Mönkemöller; Schriftsetzer Georg Schulz und Marie Wehmeyer; Schlosser Wilhelm Nolting und Emilie Westermann, Arbeiter Heinrich Danielmeier und Regina Prüßner;: Tapezierer Heinrich Bratvogel und Marie Weisborn; Kolon August Klingenberg und Klara Laschke; Schlosser Bernhard Wesselmann und Elise Eickmeyer; Maler Heinrich Rabe und Anna Soeker. Sterbefälle: Mädchen Höwener 5 Min.; Mädchen Höwener, 5 Min.(beide ohne Vornamen); Hauptlehrer Wilh. Brockmeyer, 55 J.; Paula Müther, 4 J.: Frida Brünger, 4 J.: Heiur. Dunker, 1 M.: Schneider Friedrich Lüking, 30 J.: Wilh. Hoffmann, 2 M.; Invalide August Brinkmeyer, 81 J.; Paul Traeder, 5 M.; Haustochter Emilie Meier, 19 J.; Kaufmann Jul. Weingarten, 63 J. Amt Enger. Anmeldungen aus der Zeit vom 15. bis 21. Oktober. Geburten: Söhne: Schneidermeister Hellmann, Enger; Maschinenarbeiter Heinrich Kemena, Herringhausen Töchter: Schlosser Paul Jordan, Enger; Handarbeiter Friedrich Graefe, Enger; Neubauer Bernhard Möller, Pöding= hausen; Handarbeiter Wilhelm Mester, Herringhausen. arbeiter Friedrich Richter, Enger, und Zigarrenarbeiterin Auguste Buschmann, Lenzinghausen; Maurer Heinrich Biermann, Pödinghausen, und Anna Heitbrink, Diebrock; Lokomotiv= heizer Karl Erdbrink, Enger, und Sophie Hülsmeyer, Fabben9 Eheschließungen: Zigarrenarbeiter Herm. Enger, und Zigarrenarbgttg###ung seb Enger; Zighrtegrreiter###y. Schger, Dreyen, und Zi Zigaxrenarbeiter Herm. Brünger, erin Johanne Freitag gev. Keinte, Enger; Zigarrenarbeiter With. Schuler, Dreyen, arbeiterin Ida Dietmann, Dreyen; Bahnarbeiter August Gieselmann, Eickum, u. Zigarrenarbeiterin Anna Heuermann, Olding= hausen; Ingenieur Fritz Uekermann, Königsdorf in Oberbayern, und Berta Szameitat, Enger. Sterbefall: Knecht Peter Heinrich Eilhardt, Enger, 18 Jahre. 1. angenehmes Arbeiten, 2. gründliche Reinigung und 3. Erzielung einer tadellosen reinen Wäsche DE THOMPSONS Diese drei Vorzüge haben schon vor Jahrzehnten Dr. Thompsen's Seilchpafter (Marke Schwan) 5969 bei Hausfrauen und Wäscherinnen beliebt gemacht. 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Arb.=Abstinentenbund Abends 8½ Uhr in„Stadt Bielefeld": Schiller=Abend. Brake. Oeffentl. Wählexversammlung abends 6½ Uhr bei Julius Ziemann. Tagesordnung: Die bevorstehende Gemeindevertreterwahl. Referent: Genosse Max Sachs Freitag, 5. November. Bielefeld. Soz. Verein, 15. Bezirk. Abends 8½ Uhr bei C. Blome, Spindelstraße. — Zivilmusiker. Abends 8½ Uhr bei Flaßbeck, Breitestraße. Nettelstedt. Volksversammlung abends 9 Uhr auf der Deele des Zigarrenarbeiters W. Möller Nr. 33. Tagesordnung: Die Reichsfinanzreform und ihre Folgen für die Tabakarbeiter. Referent: Alfons Buse, Bielefeld. An die Tabakarbeiter des 5. Gaues. Es sollen nunmehr die tariftreuen Firmen im 5. Gau regelmäßig veröffentlicht werden. Ferner soll alle Jahr ein Jahrduch tariftreuer Firmen der Tabakindustrie herausgegeben werden. Ich ersuche die Kollegen allerorts um Mitteilung, ob noch Firmen, welche die Absicht haben, Tarife abzuschließen, vorhanden sind. Kollegen, welche selbständig sind und keine Arbeiter beschäftigen, gelten als tariftreu, wenn sie organisiert sind. Die Gauleitung: W. Schlüter. Arbeiter, Genossen! Die Taharsteuer hat furchtbares Elend über die Tabakarbeiter gebracht. Aus allen Gauen Deutschlands erschallt ihr Notschrei. Ueber Zehntausend sind arbeitslos, die noch Arbeitenden arbeiten bei herabgesetzter Arbeitszeit und verdienen nicht das zum Leben Notwendigste. Der Schnapsblock hat allerdings ein Pflaster auf die Wunden der Tabakarbeiter zu kleben versucht, indem er oier Millionen zu deren Unterstützung bewilligte. Aber wie werden die Bestimmungen durch die Behörden gehandhabt? In Sachsen müssen die Arbeiter monatelang warten, bis ihre Unterstützungsgesuche erledigt werden; in Preußen sucht man sich die Arbeiter möglichst vom Halse zu schieben. In Altona hat man die schlaueste Methode eingeführt, um die Arbeiter der Unterstützung verlustig zu erklären. Man legt den Beschluß des Reichstages so aus, daß diejenigen, welche auf Unterstützung Anspruch machen, mehr als 14 Monate vor Inkrafttreten des Gesetzes ununterbrochen im Tabakgewerbe beschäftigt sein müssen. Wer in dem Vorjahr krank, arbeitslos oder beim Mititär war, erhält keine Unterstützung. Wäre es nicht für die armen Tabakarbeiter so tieftraurig, man könnte lachen über all die Tüfteleien preußischer Bureaukratenhirne, den Reichstagsbeschluß so auszulegen, daß bald kein Arbeiter mehr Unterstutzung bekommen wird. Um seiner Schandtat die Krone aufzusetzen, hetzt jetzt der Schnapsblock in geradezu unverantwortlicher Weise gegen die Tavak- und Zigarrenindustrie, in welcher durch sein Gesetzesmonstrum Tausende und Abertausende von Existenzen an den Bettelstab gebracht werden. Fabrikanten und Händler sollen zu hohe Preisaufschläge gemacht haben. Daß die schwarz=blauen Blockgesellen nichts von der Industrie verstehen, beweist schon ihr ludermäßig zusammengeschustertes Gesetz; ihr jetziges Treiben aber ist mehr als Dummheit, es ist bewußter Schwindel. Die 5=Pfg.=Zigarre, behaupten sie, um nur ein Beispiel zu wählen, könne aus reinem Pfälzer Tabak hergestellt werden, dann betrage die Verteuerung durch die Steuer nur ein Zehntel Pfennig pro Stück. Wenn wir es vermöchten, würden wir alle Blockgesellen dazu verurteilen, solche aus reinem„Lieb Vaterand“ hergestellte Glimmstengel zu rauchen, weil wir dann sicher wären, daß sie aus jeder anständigen Gesellschaft herausgeworfen ssen sie ihren Arbeitern, für die nach ihrer Meinung das schlechteste Zeug gerade gut genug ist. Raucher, Arbeiter, Genossen! Das steht fest, daß infolge der Tabaksteuer in die 5=Pfg.= Zigarren von den meisten Fabrikanten vorwiegend Pfälzer hineingearbeitet werden wird.„Lieb Vaterland“ steigt deshalb kolossal im Preise. Der diesjährige Uckermärker ist, bevor er noch einmal vom Felde unter Dach und Fach gebracht worden ist schon mit 10 bis 20 Pfg. pro Pfund Preisaufschlag gegenüber dem Vorjahr verkauft worden. Ein gleich gutes Geschäft machen die Tabakbauern in der feucht=fröhlichen Pfalz. Arbeiter! Ihr seht, die Freunde der Agrarier, die Tabakbauern, brauchen keine Tränen über das neue Gesetz zu ver gießen; die einzigen Leidtragenden sind die Arbeiter, einerseits als Konsumenten, soweit sie die in privatkapitalistischen Betrieben hinfort größtenteils aus„Lieb Vaterland“ hergestellten Zigarren kaufen und rauchen und andererseits als Produzenten, sowei sie namentlich die billigen, z. B. 5=Pfg.=Zigarren, unter noch elenderen Löhnen als bisher herstellen müssen. Arbeiter, Genossen! Jetzt habt ihr es in eurer Hand— wenn ihr wollt, könnt ihr als Raucher den schwergetroffenen Tabakarbeitern helfend beispringen— ja— ihr allein könnt das! Kauft eure Zigarren nur dort, wo die von der Gewerkscha beschlossenen Tarife der Arbeiter bewilligt sind! Fur den Kleinverkauf bedeutet die Tabaksteuer für die bisherigen Sorten eben eine Preissteigerung von 1 und 2 Pfg. pro Stück, je nach der Größe der Zigarre und der Qualität des dazu verwandten Tabaks. Um diese Tatsache kommt man nicht herum: wenn Agrarier und Zentrum dem Publikum vorzugaukeln suchen, eine solche Preissteigerung sei abnorm, so lügen sie. Durch ihre Hetze schädigen sie die Tabakarbeiter! Sie führt dazu, daß gewissenlose Fabrikanten den Arbeitern die Löhne reduzieren, um ihre Konkurrenten durch billigere Angebote aus dem Fe de zu schlagen. Arbeiter und Genossen! Die deutsche Regierung fördert durch die rigorose Handhabung der Unterstützungsbestimmungen die schlimmsten Ausbeuter in der Tabak= und Zigarrenindustrie, indem sie die Arbeiter durch den Hunger zwingt, zu niedrigeren Löhnen zu arbeiten. Genossen! Schützt eure Brüder, die armen Tabakarbeiter, vor der Hungerpeitsche der Regierung und der Fabrikanten! Wenn ihr eine Zigarre raucht, dann müßt ihr euch als Arbeiter fragen, unter welchen Lohn- und Arbeitsbedingungen wurde sie hergestellt? Hal n die Arbeiter, die sie anfertigten, einen anständigen Lohn bekommen? Oder wurde die Zigarre im Zuchthaus oder unter den elendesten und zum Teil ekelerregendsten Umständen angefertigt? Arbeiter und Genossen! Hand aufs Herz— wie viele von euch haben bislang danach gefragt! Ihr rauchtet gedankenlos in den Wind hinein und dachtet gar nicht daran, daß ihr mit dem Preis, den ihr für die Zigarre zahltet, einem brutalen Ausbeuter Tribut geeistet habt. Arbeiter und Genossen! Es ist eure Pflicht, in dieser schweren Zeit für die Tabakarbeiter, wo der brutale Kapitalismus rücksichtslos deren Interessen niederzutrampeln sucht, Solidarität zu üben! Ihr dürft in dieser Krisenperiode nur Zigarren rauchen, bei deren Herstellung die gewerkschaftlichen Lohn= und Arbeitsbedingungen erfüllt sind! Arbeiter Bielefelds, die ihr in den Fabriken vielfach eure Zigarren kauft, fordert von euern Lieferanten den Nachweis, daß die Zigarren aus tariftreuen Fabriken stammen. Fordert in den Läden und Wirtschaften immer nur Zigarren tariftreuer Firmen. * Brackwede, 3. Noo. Gemeinderatswahlen. Gestern fanden die Gemeindevertreterwahlen der 3. Abteilung statt, und zwar waren dies 2 Ersatzwahlen und 2 Neuwahlen. Zwei Vertreter waren im Amte verblieben, so daß nun unsere Genossen die 3. Abteilung wieder ganz besetzen. Die Beteiligung an der Wahl ließ viel zu wünschen übrig. Haben doch von 1o04 Wählern, eine recht eingehende Auseinandersetzung über nur 331 ihr Waylrecht ausgeüot. Wenn wir auch schon sett einer i bewegung rnupfte. Die anwesenden Kouegen teilten dann noch Reihe von Jahren die 3. Abteilung in unserem Besitz hatten und die Gegner keine Kandidaten aufstellten, so war es doch Pflicht aller organisierten Arbeiter, von ihrem Wahlrecht ausgiebigen Gebrauch zu machen. Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, daß die Wahlresultate in Zukunft besser ausfallen. * Quelle, 2. Nov. Gemeinderatswahl. Am Donnerstag, nachmittags 4 Uhr beginnend, soll im Lokale des Herrn Baumann, Zweischlingen, die Neuwahl zur Gemeindevertretung erfolgen. Vom Sozialdemokratischen Verein ist für die dritte Abteilung der Genosse Heinrich Strothmann wieder aufgestellt worden. Die Partei erwartet von den Genossen in Quelle, daß jeder seine Pflicht tut! Dann ist die Wahl ihres Kandidaten mit glänzender Majorität sicher. * Heepen, 1. Nov. Standesamtliches. Im hiesigen Standesamtbezirke kamen im verflossenen Monat 14 Geburten — 9 Knaben und 5 Mädchen—, 7 Eheschließungen und 5 Sterbefälle vor. Außerdem wurden 6 Aufgebotsanträge gestellt. k. Herford, 2. Nov. Die Kartelldelegierten werden an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, daß die nächste Kartellsitzung nicht Sonnabend, wie früher, sondern Donnerstag, 4. November, stattfindet. * Enger, 1. Nov. In der heutigen StadtverordnetenSitzung wurde folgendes verhandelt und beschlossen: 1. Dem Vertrage mit der Kirchengemeinde betr. Abmietung des oberen Konfirmandensaales zum Schulraum wurde zugestimmt. Die Miete beträgt jährlich 50 Mark. Nach Ablauf des Vertrages ist die Kirchengemeinde befugt, die neue Einrichtung an den Schulbänken zum Selbstkostenpreise zu übernehmen. Die Reinigung und Heizung wurde dem Kirchendiener Schierbaum jun. gegen eine Vergütung von jährlich 104 Mark übertragen. Kündigungsfrist halbjährlich.— 2. Im städtischen Wohnhause an der Opferfeldstraße herrscht Wassermangel. Da der Brunnen im Keller angelegt ist, läßt sich dort nicht bohren; außerdem ist unten im Brunnen eine dicke Betonschicht angelegt, es ist deshalb ein Tiefermachen unmöglich. Es wurde beschlossen, einen neuen Brunnen im Garten anzulegen. Die Arbeit soll dem Brunnenbauer Ebke hier übertragen werden. * Stift Quernheim, 1. Nov. Eine öffentliche Versammlung, einberufen von unserer Partei, fand hier gestern statt mit dem Thema:„Die Tabaksteuer und die Lage der Tabakarbeiter in Minden=Ravensberg". Referent war Redakteur Hoffmann=Bielefeld. Die Versammlung, welche auf einer Deele stattfand, war überfüllt. Auch die„Christlichen" waren erschienen, unter anderen Herr Kleymann aus Spradower Heide. Schon das Stattfinden der Versammlung zeigt den gewaltigen Fortschritt, den wir gemacht haben. Noch bei der Wahl von 1907 konnten die Christlichen das Märchen von der Kohlenschippe verbreiten, mit welcher die Frau eines Genossen den Redakteur Hoffmann weggejagt habe, als er zur Abhaltung einer Versammtung auf ihrer Deele erschien. Wenn die Kohlenschippe auch eitel Schwindel war, entsprungen der üppigen Phantasie irgend eines „christlichen“ Gehirns, so war doch richtig, daß die Frau damals uns das Abhalten der Versammlung unmöglich machte. Und gestern waren die Einwohner von Stift Quernheim in hellen Haufen herbeigeströmt, um sich die Ausführungen unseres Referenten anzuhören Auf diese selbst gehen wir hier natürlich nicht ein. Es waren dieselben, welche ja schon immer und immer wieder gemacht vorden sind. Wohl aber müssen wir hier erwähnen, daß die Christlichen versuchten, als Hoffmann auf die Abstimmung der beiden christlich=sozialen Reichstagsabgeordneten Behrens und Burckhardt bei Gelegenheit der Reichsfinanzreform zu sprechen kam, die Richtigkeit seiner Ausführungen mit den Kojeworten Lüge, Schwindel zu bezweifeln. Hoffmann antwortete sofort darauf, daß dieser Unterschied der Ansichten durch die vorliegenden amtlichen Abstimmungslisten gehoben werden könnte, er werde die amtlichen Abstimmungsresultate in der„Volkswacht“ veröffentlichen, dann könnten sich die Herren Zwischenrufer selbst überzeugen. Hier sind nun diese Resuttate. Behrens und Burckhardt haben beide gegen den sozialdemokratischen Antrag auf Unterstützung der arbeitslos werdenden Tabakarbeiter gestimmt. Sie haben gegen den Antrag Singer, die durch die Besteuerung der Zündhörzer arbeitslos werdenden Arbeiter zu entschädigen, gestimmt, ebenso gegen die Entschädigung der Brauereiarbeiter. Dann haben sie beide gegen den Antrag Everling, eines Nationalliberalen, die Begrenzung der Unterstützungssumme für die arbeitslos werdenden Tabakarbeiter auf vier Millionen aufzuheben, gestimmt. Wohlverstanden, die Nationalliberalen hatten dies beantragt, die Sozialdemokraten ebenfalls, aber der Antrag er Nationalliberalen kam zuerst zur Abstimmung, und da haben christliche Arbeitervertreter es fertig gebracht, dagegen zu stimmnen! Nationalliberale waren hier arbeiterfreundlicher als die Christlich=Sozialen, Nationalliberale waren nicht nur christlicher, sie waren auch sozialer als die Christlich=Sozialen!! Wir bemerken nur noch, daß diese Abstimmungen der Christlich=Sozialen in der Nummer 249 vom Montag, 25. Oktober,; zusammen mit den Abstimmungen der katholischen Arbeitervertreter veröffentlicht worden sind, und daß ihre Richtigkeit noch nicht angezweifelt worden ist. Sie sind direkt aus dem amtlichen Material ausgezogen worden. Wir sind nun gespannt, was die Christlichen aus der Spradower Heide und aus Stift Quernheim darauf noch zu antworten haben werden. In der Diskussion sprach dann Herr Kleymann, welcher nur chwächliche Worte zur Verteidigung der Christlichen fand. Hoffnann widerlegte die Anschauung, daß die Christlichen durch ihr Christentum gezwungen seien, eine Arbeiterzersplitterung herheizuführen, damit, daß er darauf hinwies, die Endziele der reien Gewerkschaften und der Sozialdemokratie befänden sich aus dem Boden des praktischen Christentums Kein Christ, der sich der modernen Arbeiterbewegung anschlösse, werde als deren Mitglied in seiner christlichen Anschauung gekränkt werden. Es ei aber geradezu ein Verbrechen, gegenüber der Geschlossenheit er Gegner und besonders der Unternehmer die Einheit der Mühseligen und Beladenen gerade im Namen der Religion, dessen Stifter die Mühseligen und Beladenen zu sich gerufen hat, zu hintertreiben. Der Eindruck dieser Ausführungen auf die Versammelten war offensichtlich ein sehr tiefer. In das Hoch auf die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie, mit dem die Versammlung schloß, stimmte dann die überwiegende Mehrheit kräftig ein. * Vlotho, 2. Nov. Stadtverordnetensitzung. Zunächst wurde die Gehaltsregulierung der Lehrer und Lehrerinnen an der höheren Stadtschule gemäß den Vorschlägen des SchulKuratoriums erledigt; ebenso der Anschluß der Lehrer und Lehrerinnen der höheren Stadtschule an die Alterszulagenkasse der Volksschullehrer. Dann fand ein Gesuch der Gebr. König um Gasanschluß dadurch seine Erledigung, daß beschlossen wurde, vorläufig 2 Laternen an der Wasserstraße(an welcher die Gebrüder König eine neue Zigarrenfabrik errichten) aufzustellen; der Anschluß wurde ebenfalls genehmigt. Das Gesuch des Sparkassen=Gegenbuchführers Schümer um Gehaltserhöhung wird bewilligt. Für den neu beschafften Polizeihund werden als Futterkosten 10 Mark pro Monat bewilligt und gleichzeitig beschlossen, daß, wenn der Hund außerhalb Vlotho in Anspruch genommen wird, jedesmal eine Gebühr von 10—20 Mark zu entrichten ist. 50 Mark hat der brave Normann auf diese Weise schon der Stadt verdient. Dem Beschluß des Kreisausschusses in Sachen Umgemeindung Hünenburg wird beigetreten. Der Rechnungs=Revisionskommission wird bezüglich der Rechnungsablage pro 1908 Decharge erteilt, ebenso geschieht dies bezüglich der Bilanz der Gasanstalt. Unter Verschiedenem wird auf Anregung des Stadtv. Stemmer beschlossen, den Ausbau der Valdorferstraße nach Möglichkeit zu beschleunigen. * Rotenuffeln, 1. Nov. Eine Tabakarbeiter=Versammlung sollte hier gestern stattfinden. Doch der Wirt, der erst sein Lokal zugesagt hatte, zog seine Genehmigung zurück. Da sich aber trotzdem etwa 60 Personen zu der Versammlung eingefunden hatten, und der Wirt gegen eine Besprechung gewerkschaftlicher Fragen nichts einzuwenden hatte, so konnte Gauleiter Schlüter den Anwesenden die Aufgaben und Prinzipien Hartumer und Röös, ossel und Wallbaum hierzu bestellt worden waren. Schlüter hätte am Reden verhindert werden, und die Genossen, welche sich etwa mausig gemacht hätten, welche über die Rippen haben sollen. Der Wirt habe dann aber die Hergabe des Lokales verweigert und verbreitet, die Versammlung dulde er nicht. Aus diesem Grunde seien die Christlich=Sozialen abbestellt worden. Die Auseinandersetzungen, die wegen Fehlens der radau= und spektakelerregenden christlichen Fuhrer sehr ruhig und in kollegialer Weise stattfanden, werden auch hier in Rotenuffeln nicht auf unfruchtbaren Boden gefallen sein. Hier ist der letzte Posten, den die Christlichen noch in Besitz haben. Fällt die Ecke am Torfmoor, dann Ade. Dann bleibt nichts mehr übrig, wie die Flucht ins Hiller Moor. * Lemgo, 31. Okt. Ein eigenartiges Vorkommnis ereignete sich am 29. Oktober auf dem Friedhofe in Lemgo. Bei der Beerdigung einer Frau aus Hasenbrede machten die Leidtragenden die Entdeckung, daß noch kein Grab für die Ueberreste der Frau vorhanden war. Doch der Vertreter der Geistlichkeit kam deswegen nicht in Verlegenheit. Sofort wurde die Leiche in das Totenhaus geschafft und eine ½ stündige Leichenrede gehalten, währenddessen das Grab mit Hilfe von herbeigeholten Hilfsmannschaften fertiggestellt wurde. Nun erst konnte die Leiche dem Schoße der Erde übergeben werden. Wer die Schuld an diesem Vorfall hat, wird die Untersüchung ergeben. Hoffentlich werden solche Sachen nicht wieder vorkommen. * Isenstädt, 3. Nov. Sozialdemokratische Versammlung. Zum ersten Male fand hier eine von der Sozialdemokratie einberufene öffentliche Volksversammlung statt, die von zirka 40 Personen besucht war. Genosse Buse=Bielefeld sprach über die Reichsfinanzreform und die politische Lage. Seine Ausführungen fanden bei den Anwesenden lebhaften Beifall. Wenn man bedenkt, daß hier immerhin noch eine Hochburg der Konservativen und der Christlichen ist, dann ist der moralische Erfolg dieser Versammlung nicht zu gering anzuschlagen. Das Verhalten dieser Parteien bei der Finanzreform zeitigt seine Früchte. * Minden, 2. Nov. Tabakarbeiterverband. Den Mitgliedern diene zur Nachricht, daß sich unser Verkehrslokal bei W. Kalde(Centralhalle), Ritterstraße 18. befindet. Auch befindet sich dort unser Bureau, wo alle Verbandsangelegenheiten in den bekannten Bureaustunden erledigt werden. Die Mite glieder wollen dies beachten. Die Ortsverwaltung. * Minden, 2. Nov. Sehr arge Mißstände herrschen auf dem Bau des Unternehmers Herwig aus Soest in der Hermannstraße. In genannter Straße wird ein vierstöckiges Wohnhaus errichtet. Die Maurerarbeiten sind bereits bis ins Dachgeschoß gediehen, von einem Schutzgerüst für die in schwindelnder Höhe tätigen Arbeiter ist nichts zu sehen. Die Arbeiter hätten schon längst ein Gerüst angebracht, wenn nur das nötige Holz dazu vorhanden wäre. Ebenso sieht es innen im Bau aus: das Treppenhaus ist von unten bis hinauf ins Tachgeschoß nicht abgedeckt und auch nicht eingefriedigt, trotzdem die Unfallverhütungsvorschriften dies verlangen. Ebenso traurig sieht es mit dem Abort und der Baubude aus. Die Baubude befindet sich im Keller des Neubaues, Fensteröffnungen sind wohl oorhanden, leider fehlen aber die Fenster darin, auch ist kein Fußboden vorhanden. Der Unternehmer ist schon zu wiederholten Malen aufgefordert worden, diese Mißstände zu beseitigen; er verspricht es immer, aber dabei ist es auch geblieben. Es wäre sehr wünschenswert, wenn die Baupolizei sich diesen Bau einmal näher betrachten würde, bevor ein Unglück dort passiert ist. * Bückeburg, 2. Nov. Bürgervorstehersitzung. In der gestrigen Bürgervorstehersitzung wurde zunächst der Vertrag über die Kanalladestelle bei Rusbend beraten. Die Stadt Bückeburg hat bekanntlich nur eine Zins- und Amortisationsgarantie zu übernehmen, die etwa 250 Mark jährlich ausmacht. Hierfür ist der Stadt aber die Möglichkeit gegeben, bei der Tariffestsetzung mitzuwirken, ein Umstand, der für die städtischen Interessenten nicht ohne Bedeutung ist. Obgleich nun die projektierte Ladestelle zurzeit für Bückeburg kein großes Interesse hat, wäre es sehr zu bedauern, wenn Bückeburg sich ausschlösse, denn es kann als feststehend angesehen werden, daß sich zwischen Stadt und Kanal mit der Zeit eine lebhafte Industrie entwickeln wird, desgleichen auf städtischem Gebiete. Bei der Beratung des Vertrages wurde nun ein Antrag angenommen, nach welchem Bückeburg sich nur an der Bausumme, nicht aber an dem Betriebe der Ladestelle beteiligen will. Es ist wohl ausgeschlossen, daß der Vertrag in dieser Weise vom Landtag angenommen wird. Da die Ladestelle unter allen Umständen gebaut wird, so ist die Stadt Bückeburg auf Gnade oder Ungnade der Stelle, die die Tarife festietzt, übergeben. Bedauerlich, daß die Bürgervorsteher sich noch nicht zu dieser Ansicht durchgerungen haben. Die Beschlußfassung wurde noch einmal ausgesetzt. Dem Magistrat soll hiervon Mitteilung gemacht werden. Weiteren Magistratsvorschlägen sieht das Kolleg entgegen.— Von dem B.=V. Bremstedt wurde angeregt, die Bekanntgabe der aufzuführenden Theaterstücke einige Tage vor der Aufführung an mehreren Stellen der Stadt öffentlich auszuhängen, um auf diese Weise Fremde zum Besuch der Theatervorstellungen zu veranlassen. Von anderer Seite wurde diese Anregung dahin erweitert, Plakattafeln oder Litfaßsäulen anzuschaffen, damit die Zettelankleberei an den Häusern und Planken vermieden werde. Hoffentlich wird diese Anregung auch verwirklicht, damit das Ziel unserer Residenz, eine Musterstadt zu sein, auch erreicht wird.— In letzter Sitzung war der schlechte Zustand der verlängerten Nordstraße zur Sprache gebracht worden. Wie der Magistrat hierzu mitgeteilt hat, ist dieser Weg kein öffentlicher, was auch durch zwei Warnungstafeln kenntlich gemacht ist. Da kann der Weg also in seinem Urzustande liegen bleiben. der freien Gewerkschaften auseinandersetzen, woran sich dann eine recht eingehende Auseinandersetzung über die, GewerkschaftsLetzte Nachrichten. Sächsische Landtagswahlen. Es wurden gewählt im Wahlkreis Stolberg=Hartenstein Genosse Richter mit 4984 gegen 4662 nationalliberale, im Wahlkreis Stolberg=Land Genosse Krause mit 7767 gegen 7136 konservative, in Glauchau=Lichtenstein Genosse Wilde mit 6259 gegen 5891 nationalliberale, in ZittauLand Genosse Uhlig mit 5450 gegen 3692 konservative, in Schönau=Ebersbach Genosse Riem mit 7532 gegen 6921 Stimmen. Berlin, 3. Nov. Der bekannte Frankfurter Gelehrte, Geh. Rat Ehrlich, machte gestern abend in einem Vortrage im Kaiserin=Friedrich=Haus eine Mitteilung, die berechtigtes Aufsehen erregen dürfte. Ehrlich berichtete über Experimente, die er gemeinsam mit seinem Assistenten Hata aus Japan an Kaninchen gemacht hat. Es wurden mittels des syphilitischen Giftes Geschwüre an den Versuchstieren erzeugt, die mit Hilfe eines neuen, von Ehrlich erfundenen Mittels in wenigen Tagen wieder vollständig verschwanden und zur Ausheilung gebracht wurden. Der Gelehrte drückt sich hinsichtlich der Uebertragung dieser höchst bedeutungsvollen Ergebnisse auf die Behandlung der Syphilis beim Menschen mit großer Zurückhaltung aus und erklärte, daß an eine Verwendung des neuen Mittels zur Behandlung der menschlichen Syphilis selbstverständlich nicht eher gedacht werden könne, als bis weitere sehr sorgfältige Versuche ir den Krankenhäusern zu Aufschlüssen geführt hätten. München, 3. Nov. Der Notenwechsel in dem deutsch=schweizerischen Mehlzollstreit ist nach den„Münchener Neuesten Nachrichten“ nicht eingestellt. Vielmehr liegt der schweizerischen Regierung eine deutsche Note vor, deren Beantwortung zu erwarten ist. Antwerpen, 3. Nov. Auf der Flugwoche zu Antwerpen hat der französische Aviatiker Rougier gestern einen neuen Weltrekord aufgestellt. Rougier erhob sich mit seinem Aeroplan bis zu einer Höhe von 270 Metern. In Chälons stellte sodann Farman einen neuen Passagierflugretord auf. Er legte mit einem Passagier erst einen Flug von 40 Minuten und später einen solchen von einer Stunde 16 Min. 35 Sek. zurück. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. Große Posten Teppiche mit kleinen, kaum sichtbaren Webefehlern, für feinste Salons und Zimmer passend. Restbestände 1—4 Fenster, schöne Muster für S0 Vorhänge, Linoleum-Reste, Tisch-Chaiselonguedecken, Aachreche Gensiehn, Delldecken, Tauferstolle und viele spottbillige Nur allein Lutzowstr. T, I. Etg. Kein Loden. Stadttheater. Heute, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: Der neue große Operetten=Erfolg! Die eäster Cheil. Donnerstag, den 4. November, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: Novität! Zum 2. Male! Des Pfarrers Tochterv. Streladorf Schauspiel in 3 Akten v. Max Dreyer. Sonnabend: Nur einmalige Aufführ.! Der Kaufmann von Venedig. Setenmamer? In der Buchhandlung Volkswacht ist zu haben: Sozialdemokratisches buch. Von Max Preis 40§, Porto Der Deklamator und sänger. Preis 50 g, Porto 5 g Lieder= Kegel. 54. CoupletDonnerstag, 4. November, abends 8 Vort für Frauen und erwachsene Mädchen über:[5972“ (Thure=Brand=Massage) von Frau A. Thiele. im Restaurant„Stadt Bielefeld“, Marktstraße 8. — Eintritt frei!— Freitag, den 5. November, abends 8 Uhr: B. Rschneilonts-Konzert des städtischen Orchesters = im Stadt-Theater. Leitung: Kapellmeister Max Cahnbley. 1. Haydn: Symphonie Nr. 1 Es-dur. 2. Bach: Suite D-dur für Streich- u. Blasinstrumente. 3. Schubert: Symphonie Nr. 7 C-dur. Vorverkauf in der Musikalien-Handlung H. Selle. Kassenöffnung 7½ Uhr. 5907 Arbeiter=Gesundheils Kalender für das gesamte werktätige Volk. Preis 50 Pfg.— Porto nach auswärts 10 Pfg. 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Da wurde ich auch auf Sie aufmerksam gemacht und innerhalb einiger Wochen waren meine Hände wieder gesund, was sie auch bis zur Zeit noch sind. Ergebenst Heinr. Boßmeyer. Osnabrück=Schinkel, 14. Sept. 09. Geehrter Herr Farstadt! Mein Sohn litt schon fast ein ganzes Jahr an einem hartnäckigen, flechtenartigen Ausschlag am Ohr. Wir hatten schon viele Mittel angewandt, aber alles erfolglos. Es war so schlimm, daß viele Leute meinten, das Ohr könnte vom Kopfe fallen, da hörten wir dann von Herrn Karstadt. Nach einmaligem Gebrauch Ihrer Medikamente heilte es vollständig und werden wir Sie aufs wärmste empfehlen. Für Ihre werten Bemühungen den herzlichsten Dank senden gdolf Zöddeker u. Frau. Vinsebeck, 14. Okt. 1909. Geehrter Herr Farstadt! Teile Ihnen mit, daß ich von meinem Beinleiden durch Ihre Hilfe geheilt bin, wofür ich Ihnen meinen herzlichsten Dank ausspreche. B. Monkan. Hausberge, 27. Aug. 1908. Endesunterschriebener sagt hiermit dem Herrn Karstadt seinen wärmsten Dank für die sorgfältige und staunend schnelle Behandlung meines Beinleidens. Lange war ich in Behandlung anderer Aerzte, aber alles vergebens, bis ich endlich in die Behandlung des Herrn Karstadt gelangte, wo ich in kurzer Zeit gründliche Heilung meines Beines fand, sodaß ich Herrn Karstadt allen derartig Leidenden empfehlen werde und zeichne mit aller Hochachtung Wilhelm Laumann. Kleinenmarpe, 8. Aug. 1909. Herrn C. Karstadt. Mit herzlichem Danke bestätige Ihnen gern, daß Sie mich im vorigen Jahre behandelt und in verhältnismäßig kurzer Zeit von meinem Beinleiden befreit haben. Allen ähnlich Leidenden werde ich Sie jederzeit warm empfehlen. Frau Zietjen. Bremen, 12. Sept. 1909. Sehr geehrter Herr Parstadt! Ich bin durch Ihre Behandlung von meinem schlimmen und gefährlichen Beinleiden vollständig geheilt. Es ist mir darum ein Bedürfnis, Ihnen meinen aufrichtigen Dank zu sagen. „Ergebenst Frau Lehrerwitwe Thies. Lagendorf, Kreis Salzwedel, 22. Sept 1909. Unbemittelten, gegen Vorzeigung einer amtlichen Bescheinigung, Behandlung kostenlos. Henkels Bleichsoda Bester Ersatz für Soda, vorzüglich zum Einsetzen oder Einweichen der Wäsche, zum Reinigen von schmutzigem Küchengeschirr und Holzgeräten, zum Scheuern von Fussböden und Wänden, zum Säubern von Milchkannen und Molkerei-Oerätschaften, unentbehrlich beim Hausputz etc. Alleinige Fabrikanten: — Ueberall erhältlich!— Nenkei& Co., Düsselderf. an und Oefen verschiedener Sorten in grosser Auswahl zu billigsten Preisen! Nugust Schrader verm. J0. Dul kupp Rachy. Torealh. Lameopeld dimf. Ungik„Instrumente Müsik-allen für Voreine, Orochester, Schule u. Naus. Arir Kuentmstent Abonnemen für Bielefeld und 1 wie bei sämtlichen? ins Haus gebracht 6 lich. 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