nge, Teichstraße. sagemann, Heeverstraße. hr bei Holz, Restemrant Abteilung 3, ½9 Uhr hr bei Vogt, Hallerweg. i Beckmann, Kl. Howe öhler, Heeperstraße. reudenau, Heeperstraße. Witwe Pilgrim, Ziegelhr bei Fritz Beckmann denau, Heeverstraße. 834 Uhr. uch Auf“, Männer= und Wanderlust" bei Sittig, „Einigkeit“ 8½ Uhr bei 9 Uhr bei Siekmann, egender Adler“ 9 Uhr 9—½11 Uhr bei Wir) rde“ 8¾ Uhr bei Gret8½ Uhr bei Böke. Uhr bei Wirt Müller. „Viktoria“, 9 Uhr bei risch Auf“ 9 Uhr bei isch Auf“ 8½ Uhr bei ftberg“ 9 Uhr bei Wir: it“ 8½ Uhr bei Wirt olidarität“ 8½ Uhr bei igverein„Solidarität“ bemischer Chor“ 9 Uhr sorwärts“ 8½ Uhr im „Vorwärts“ 9 Uhr. ein„Einigkeit“ 9 Uhr. rmonie“ 9 Uhr. hr bei Röbke. Uhr: Gemischter Chor. „Schwalbe“ 9 Uhr bei ein„Hoffnung" 8½ Uhr Oekonomie=Handwerker, Krankenträger ausgeneister=Aspiranten, FeldMannschaften. * senden Bezirks=Feldwebel ilung eingereicht werden. ahresklasse und Waffensind nicht mit einzuVersammlung, als wie ubnis verboten. en Tag, an welchem sie ind, unter den Militärkriegsbeorderungen oder e sind mitzubringen. Jahre 1907 entlassenen in reiner Fußbekleidung ando Bielefeld. verden im Bereich des in nachstehender Weise n, Rinnescher Saal. eburg, Exerzierhaus. bend, Kerkhoffscher Saal. hhorsten, Bussescher Saal. dthagen, Fürstenbof. enhagen, Langhorstscher Saal enburg, Tünauscher Saal scheinen: ätsoffiziere der Reserve Paletot). die in der Zeit vom 7 eingetreten sind. r berittenen Waffen und brauchbarkeit, auf Reklazen vor beendeter Diensttig, Ganzinvaliden, sowie Rentenempfänger und als nur garnisondienstnisondienstunfähig befunasse 1902 und jüngere. der Kontrollversammlung u welchem ihr Wohnort trollorten kann nur mit unter Angabe der Gründe zubringen. Die MannStadthagen und nicht ersammlung tritt nur in durch das Bezirkskom5 Tage vor Abhaltung Meldeamt Bückeburg eint durch die Volizei= oder vorgesetzte Dienstbehörde ohne Entschuldigung und lrrest bestraft verhindert ist, hat vorher de beglaubigtes ärztliches hen. rchaus reinlichem Anzuge nandeur wünscht, daß die menden Leute, die einem sabzeichen zur Kontrollst, hinsichtlich Veröffentng der Fürstl. Regierung verfahren. Bezirkskammande. Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. SSrsooeere Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½29 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bie 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ A. Gerisch& Co., Vielesekd. ( 253. Bielefeld, Freitag, 29. Oktober 1909. Jahrg. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Aufstschr Grwaltpoliin in Linntand. R. B. Das Vorgehen der russischen Regierung gegen Finnland, gegen dessen Verfassung sie einen Schlag nach dem andern führt und das sie mit Truppen überschwemmt, bietet ein lehrreiches Bild für die Beurteilung der Lage im ganzen Reiche. Man ist vielfach geneigt, die jetzige Staatsstreichpolitik in Finnland mit der Russifizierungspolitik unter Robrikow zu vergleichen, wo die finnländische Verfassung außer Kraft gesetzt wurde. Dieser Vergleich trifft aber etwa nur in demselben Sinne zu, wie der Vergleich der„konstitutionellen“ Schreckensherrschaft Stolypins mit dem absolutistischen Schreckensregime unter Plehwe. An die Stelle der Gewaltpolitik des absoluten Ministers, die nur den einen Zweck verfolgte, der steigenden Welle der revolutionären Bewegung Schranken entgegenzusetzen, ist die Politik des„konstitutionellen“ Geschäftsführers des russischen Junkertums und der Großbourgeoisie getreten, die die äußeren Formen des russischen Pseudokonstitutionalismus benutzt, um, mit noch stärkeren Gewaltmitteln als der Absolutismus ausgerüstet, die Herrschaft dieser Klassen und die Macht der russischen Bureautratie im ganzen Reiche fester zu begrunden. Diese Politik verträgt sich ebenso wenig mit den Rechten, die sich das pornische Volk bewahrt hat, wie mit den demokratischen Institutionen und dem regen politischen Leben Finnlands. Dieses wie jenes muß dem Expansionsbedürfnis der herrschenden Klassen zum Opfer fallen, die ihre Position nach innen und nach außen durch eine Politik der„nationalen Machtfülle“ zu festigen suchen. Die zielbewußten Angriffe der russischen Reaktion gegen Finnland zeigen deutlich, daß sie ihr Werkzeug, die dritte Duma, ausgezeichnet zu handhaben versteht, um die freiheitlichen Errungenschaften und die Selbständigkeit Finnlands zu vernichten. Die finnländische Verfassung wird nicht einfach außer Kraft gesetzt, sondern es werden Maßregeln getroffen, um die verbrieften und vom Zaren beschworenen Rechte der Finnländer unter Hinweis auf die konstitutionellen“ Einrichtungen in Rußland illusorisch zu machen. Die Rechtsparteien und die Oktobristen interpellieren den Minister in der Duma wegen der „Uebergriffe“ und der„Prätensionen“ der Finnländer. Und Stolypin gibt den„Drängen des Volkes" nach und„erläutert“ die finnländische Verfassung in einer Weise, daß zu der faktischen Vernichtung derselben nur noch ein Schritt übrig bleibt. Die verfassungsmäßigen Rechte des finnländischen Minister=Staatssekretärs, der allein berechtigt ist, dem Zaren in finnischen Angelegenheiten Vortrag zu halten, werden aufgehoben und der russische Ministerrat wird zur vorgesetzten Instanz für die finnländischen Institutionen erhoben. Die Beschlüsse des finnländischen Landtages werden ignoriert, die Petitionen des Senats ad acta gelegt; der Vertreter der russischen Staatsgewalt, der Generalgouverneur, wird einmal um das andere desavouiert, und inzwischen arbeitet eine geheime Regierungskommission in Petersburg, unterstützt von einem russischen Geheimkabinett unter der Leitung General Seyns in Helsingfors, Vorschläge aus, die es den russischen„gesetzgebenden Körperschaften" ermöglichen sollen, die russischen Gesetze auf Finnland auszudehnen. Eine verleumderische Presse, gefälschte Berichte und Dokumente, quasi wissenschaftliche Interpretationen der finnländischen Rechte, Ministerreden und Dumadebatten— alles wird gegen Finnland ins Feld geführt. Und als letztes Argument wird ein Kosakenregiment nach Finnland entsandt und an der Grenze ein ganzes Armeekorps mobilisiert, während die offiziöse„Rossija“ für den Fall eines Eisenbahn=, Post= und Telegraphenstreiks oder „anderer Handlungen“, die Verhängung des Kriegszustandes über Finnland in Aussicht stellt. Wahrend der Dumadebatten über Finnland im vorigen Jahr wies Genosse Gegetschkori darauf hin, daß es natürlich leichter sei, mit bewaffneter Faust gegen Finnland vorzugehen als die Einigkeit beider Völker auf der Grundlage der Demokratie großzuziehen und zu festigen. Die Geschichte würde aber ihr Urteil fällen, wer richtiger gehandelt hätte: diejenigen, die die Unterdrückung eines ganzen Volkes predigen, oder die im Namen der Interessen beider Völker für Gesetz, Recht und Freiheit eintreten. Dieses Urteil wird nicht lange auf sich warten lassen. Die russische Gewaltpolitik treibt in Finnland sogar solche Kreise in die unversöhnlichste Opposition zu der Regierung, die sich ihr in den letzten Jahren dank der Verschärfung des Klassenkampfes genähert hatten. Daß die Sozialdemokratie, die in kurzer Zeit die mächtigste Partei im Lande geworden ist, alles aufbieten wird, um die Freiheit und Selbständigkeit des ganzen Volkes zu schützen, versteht sich von selbst. Trotz der Provokationspolitik der russischen Regierung, die auf einen Aufstand hinarbeitet, wird sie mit der Zähigkeit und Ausdauer, die unseren finnischen Genossen zu eigen ist, jeden Schrittbreit ihres Bodens verteidigen, ohne sich zu Handlungen hinreißen zu lassen, die nur für die Reaktion vorteilhaft sein würden. Ein vorgeschobener Posten der roten Internationale, wird sie im Bunde mit dei russischen Sozialdemokratie der russischen Reaktion die Stirne bieten und die Elemente um sich sammeln, die allein imstande sind, dem Regime des weißen Schreckens ein Ende zu machen. Dubrowins Auslieferung verweigert! Die echtrussische Mördergarde des Zaren hat einen neuen glänzenden Sieg errungen. Der russische Justizminister hat den Führer des russischen Volksverbandes. Dr. Dubrowin, über dessen Teilnahme an der Ermordung Herzensteins und anderen Attentaten kein Zweifel besteht, unter seine Fittiche genommen und dem finnhändischen Gericht in einem besonderen Schreiben verboten, Lubrowin vor Gericht zu laden. Noch vor kurzem hatte die Regierung, als die Dubrowin=Angelegenheit in der Duma zur Sprache kam, in einem besonderen Communiqué erklärt, daß sie zugusten Dubrowins keine Abweichung vom Gesetz zulassen würde. Und nun schreibt der russische Justizminister in demselben Moment, wo Nikolaus mit Viktor Emanuel brüderliche Küsse austauscht, vor, daß der Chef der echtrussischen Mördergarden, der intime Freund und Ratgeber des Zaren, gesetzwidrig der finnischen Gerichtsbarkeit entzogen werden soll. Politische Uebersicht. Die Stimmung im konservativen Lager. Es war vorauszusehen, daß der Ausfall der sächsischen Landtagswahlen die preußischen Konservativen bestimmen würde, nun erst recht an dem preußischen Dreiklassenwahlrecht festzuhalten und jedem Versuch, dieses Ueberbleibsel einer schmachvollen Reaktionszeit zu modernisieren, Widerstand zu leisten. Schon als vor einiger Zeit die Meldung auftauchte, die Regierung gedenke das preußische Wahlrecht nach dem Muster des sächsischen Pluralwahlrechts umzugestalten, gab die konservative Presse die Parole aus:„An dem Dreiklassenwahlrecht darf nicht gerührt werden!" Nachdem nun aber der sächsische Wahlausfall nicht nur die Herrschaft der Konservativen im sächsischen Landtage gebrochen, sondern auch der Sozialdemokratie bereits im ersten Anlauf 15 Mandate verschafft hat, erklärt die konservative Presse in noch schärferen Ausdrücken, daß in keinem Fall das Dreiklassenwahlrecht in irgendwelchen wesentlichen Punkten geändert werden dürfe und daß dann, wenn trotz dieses Einspruchs die preußische Regierung wagen sollte, dem preußischen Landtag ein Wahlreformgesetz vorzulegen, sie auf eine noch weit schärfere Opposition der Konservativen stoßen werde. als bei der Reichserbschaftssteuer. So schreibt z. B. ein Herrenhäusler in der „Kreuzzeitung": „Man sagte bisher, die Staatsregierung wolle noch das Ergebnis der sächsischen Wahlen abwarten, um dann eventuell die Bestimmungen des sächsischen Wahlgesetzes zum Muster für die Aenderung des vreußtschen Wahlgesetzes zu nehmen. Nun liegen die Ergebnisse der sächsischen Wahlen vor; sie haben für Sachsen zu einer politischen Katastrophe geführt. Da möchten wir an die Staatsregierung die Frage richten, ob sie in der Tat noch gewillt ist, dem Beispiele Sachsens zu folgen; da möchten wir an unsere liberalen Parteien, nachdem ihre Gesinnungsgenossen in Sachsen fast aufgerieben worden sind, die Frage richten, ob sie im Innersten ihres Herzens noch mit dem gleichen Frohmut wie bisher an die Reform unseres Wahlgesetzes herantreten wollen.... Sollte Herr von Bethmann wirklich den Weg weiter beschreiten, welchen Fürst Bülow im Interesse seiner Blockpolitik mit der Ankündigung der Thronrede so verhängnisvoll eingeschlagen hat? Wäre es nicht nach all den Erfahrungen in Sachsen, in Baden eine ungeheuerliche Verblendung, um nicht zu sagen ein ungeheurer Frevel, den letzten Halt, den letzten Damm niederzureißen oder auch nur in seinen Grundfesten zu erschüttern, welcher uns in Deutschland, in Preußen zur Sicherung von Staat und Gesellschaft und Monarchie gegen die immer heftiger andringenden Wellen der Revolution noch übrig bleibt? Und zwar ohne ausreichende sachliche Begründung, lediglich als eine schwächliche Konzession an die doch nimmer zu befriedigende Demokratie; denn wer wollte nur einigermaßen mit Recht behaupten, daß der preußische Landtag zum Heil des Vaterlandes nicht bisher seine Schuldigkeit in vollstem Maße getan hat? Sollte es aber wirklich dazu kommen, so wird, wie wir hoffen, die konserpative Partei sich einmütig gegen solche Absichten erheben; und sollte sie im Abgeordnetenhause unterliegen, so wird das Herrenhaus, eingedenk seiner hohen Bestimmung, gebotenenfalls den Hemmschuh gegen eine ins Verderben führende Politik zu vilden, sich seiner Aufgabe gewachsen zeigen; auch die Herren Oberbürgermeister müßten Bedenken tragen wegen der ernsten Rückwirkung auf ihre großen Verwaltungen, in eine unter Umständen verhängnisvolle Aenderung des Wahlgesetzes zu willigen.“ Und im gleichen Tone schreibt die„Schles. Zeitung": „Das Uebergangsstadium, in dem wir uns befinden, verlangt besondere Vorsicht in so äußerst delikaten Fragen, wie es die preußische Wahlreform ist. Im Interesse einer Gesundung unserer innerpolitischen Verhältnisse liegt es nicht, daß die Regierung vorzeitig mit einem ungenügend vorbereiteten Entwurf hervortritt, der nur neuen Streit entfesseln würde.“ Nichts mehr und nichts weniger geht aus diesen Auslassungen hervor, als daß die Junker einer Wahlreform, die wirklich eine solche ist, niemals zustimmen werden. Wahlreform in Sachsen und Preußen ist eben ein gewaltiger Unterschied. Da schlägt die Quantität in die Qualität um. In Preußen wird die Entscheidungsschlacht der Sozialdemokratie geschlagen werden, und die wird nicht mit einer Ueberlistung der Junker durch eine harmlos aussehende Wahlreform geschlagen. Da werden die großen Mittel des organisierten Proletariats den Ausschlag geben. Berliner Die Einzelresultate stellen sich im Vergleich mit dem Vorjahre wie folgt. Es wurden Wahlmänner gewählt im 5. Landtagswahlbezirk. 1908 1909 Sozialdemokraten 311 320 Freisinnige 220 217 Konservative 3 0 Stichwahlen 4 1 6. Landtagswahlbezirk 1908 1909 Sozialdemokraten... 390 406 Freisinnige 345 323 Stichwahlen 5 7. Landtagswahlbezirk. 1908 1909 Sozialdemokraten.. 368 394 Treitinnige........ 299 275 Stichwahlen— 4 12. Landtagswahlbezirk 1908 1909 Sozialdemokraten... 276 826 Freisinnige 88 140 Nationalliberale 44 54 Konservative 45 9 Stichwahlen— 170 Das Resultat ist für die Sozialdemokratie also in allen vier Wahlbezirken wesentlich günstiger als im vorigen Jahre. In den ersten drei Bezirken ist ihre Majorität so groß, daß sie, so lange noch das Dreiklassenwahlgesetz besteht, für den Freisinn verloren sein werden. Aber auch im 12. Berliner Landtagswahlbezirk hat sich die Situation für den Freisinn erheblich verschtechtert. Bei dem starken Anwachsen der sozialdemokratischen Wahlmänner würde, wie der„Vorwärts“ erklärt, diesmal nach dem vorjährigen Erfolg der Sozialdemokratie der Sieg ohne weiteres für die Sozialdemokratie entschieden worden sein, wenn nicht der vorjährige Wahlerfolg der Sozialdemokratie in gewisser Hinsicht ein Ergebnis des Zufalls gewesen wäre. Im Juni I des vorigen Jahres war nämlich in der ersten Abteilung die Wahl von 48 Wahlmännern einfach nicht zustande gekommen. Deshalb wahrscheinlich, weil die Privilegierten des Geldsacks, deren einige wenige die Wahl der Wahlmänner zu vollziehen hatten, teils es für überflüssig gehalten hatten, die Wahlhandlung vorzunehmen, weil sie ohnehin einen Sieg der Sozialdemokratie für ausgeschlossen hielten, teils, weil sie bereits ihre Badereise angetreten hatten, die zu unterbrechen sie nicht der Mühe wert hielten. Wären damals diese 48 Wahlmännerwahlen zustande gekommen, so wäre damit der Sieg des Freisinns bei der Stichwahl von vornherein gesichert gewesen. Siegte doch Hoffmann bei der Stichwahl nur mit 313 gegen 307 Stimmen. Diesmal ist nur die Wahl von 15 Wahlmännern nicht zustande gekommen. so daß dadurch die bürgerlichen Parteien 33 Wahlmänner mehr für sich aufmarschieren lassen können, die im Jahre 1908 vollständig ausgeschieden waren! Einzig diesem Umstande ist es zuzuschreiben, daß sich auch diesmal der sozialdemokratische Kandidat der Stichwahl unterziehen muß. Abgeordneter Behrens. Der„Frankfurter Zeitung“ wird berichtet: Wetzlar, 26. Okt. Zwei Mißtrauenskundgebungen innerhalb sechs Tagen in den von ihm selbst einberufenen öffentlichen Versammlungen hat der Abgeordnete für Wetzlar=Altenkirchen, der christlich=soziale Franz Behrens, als Quittung für sein Verhalten bei der Beratung der Reichsfinanzreform zu buchen. Nachdem bereits am letzten Donnerstag eine von über 500 Personen besuchte Versammlung in Betzdorf, das bisher eine Hochburg der christlich=sozialen Partei war, in einer von freisinniger Seite eingebrachten Resolution gegen die Steuermacherei der klerikal=konservativen Reichstagsmehrheit protestiert und dem Abg. Behrens vorgeworfen hatte, daß er gegen die Interessen seiner Wähler gehandelt habe, gestaltete sich die gestrige, von weit über 1000 Personen besuchte Versammlung in Wetzlar zu einem geradezu vernichtenden Strafgericht über den Vertreter des Wahlkreises. Die ebenfalls von der christlich=sozialen Partei einberufene Versammlung war, da diese Partei in der Stadt Wetzlar keinen nennenswerten Anhang besitzt, fast nur von Gegnern besucht, von Sozialdemokraten, Freisinnigen und Nationalliberalen. Abg. Behrens gab auch zu Beginn seiner mehr als 2½stündigen Ausführungen zu, daß er sich in der Höhle des Löwen befinde. Seine lange Rede, die sich in Einzelheiten erschöpfte und über die Hauptpunkte, um die es sich handelte, geschickt hinwegglitt, war ein unzulänglicher Versuch, den anderen Parteien, vor allen den Liberalen und Freisinnigen, die Schuld für die durch die Annahme der verpfuschten Reichsfinanzreform hervorgerufene Erregung des Volkes aufzubürden und das Verhalten der konservativ=klerikalen Mehrheit, sowie sein eigenes zu entschuldigen. Treffend bemerkte denn auch ein Diskussionsredner, das Verhalten des Abg. Behrens erinnere an das des Fuchses, der, als er wegen seiner Missetaten gehängt werden sollte, noch von der Leiter herab seine Ankläger schlimmerer Verbrechen beschuldigte. Die Diskussionsredner, der sozialdemokratische Parteisekretär Rudolph(Frankfurt), Schwarz (Frankfurt), Fabrikant Pfeiffer(Wetzlar) und der nationalliberale Landtagsabgeordnete Dr. Lohmann unterzogen die Ausführungen des Abg. Behrens, sein Verhalten und das seiner Freunde und ihre Kampfesweise einer geradezu vernichtenden Kritik. Vergebens suchte sich Behrens unter Zuhilfenahme von Ausflüchten und Verdrehungen zu verteidigen; die Versammlung, die seinen Gegnern stürmischen Beifall zollte, begleitete seine Rechtfertigungsversuche mit Lachen und Protestrufen. Bis gegen 2 Uhr währte das Strafgericht gegen ihn. Da der christlichsoziale Vorsitzende Schlabach eine von sozialdemokratischer Seite gleich zu Beginn der Diskussion eingereichte Resolution einfach ignorierte, nicht einmal erwähnte und nach dem Schlußworte des Abg. Behrens die Versammlung plötzlich schloß, eröffnete namens der Freisinnigen, die auf diesen Fall oorbereitet waren und ebenfalls eine öffentliche Versammlung in dasselbe Lokal und für dieselbe Zeit polizeilich angemeldet hatten. G. Schwarz(Frankfurt) sofort die Versammlung wieder. Parteisekretär Rudolph begründete kurz die von seinen Wetzlaer Genossen eingebrachte Resolution. Darin wird scharfer Protest gegen die Reichsfinanzreform und die ungerechte Belastung des arbeitenden Volkes erhoben, dem Abg. Behrens das schärfste Mißtrauen ausgesprochen und er aufgefordert, das Mandat niederzulegen. Gegen diese Resolution erhob Landtagsabg. Dr. Lohmann namens der Nationalliberalen Einspruch, da sie zu weit gehe. Um eine möglichst einstimmige Kundgebung zu erzielen, legte namens der Freisinnigen Schwarz eine zweite Resolution vor, die sachlich dieselbe scharfe Verurteilung der Reichsfinanzreform und der Haltung des Abg. Behrens enthielt, von einer Aufforderung zur Mandatsniederlegung aber absah. Die Sozialdemokraten, die die Mehrheit bildeten, beharrten jedoch auf ihrer Resolution, über die denn auch ohne weitere Diskussion sofort abgestimmt wurde. Mit erdrückender Mehrheit wurde sie angenommen, da auch die Freisinnigen dafür stimmten. Dagegen stimmten nur die Nationalliberalen und die kleine Anzahl der Christlich=Sozialen. Mit der Aufsorderung an die Versammlung, dafür zu sorgen, daß der Abg. Behrens nicht mehr als Vertreter des Wahlkreises in den Reichstag gewählt werde, schloß Schwarz die Versammlung. die Steuern erhoben werden. Eine ganz neue und etwas eigentümliche Methode scheint man bei der Erhebung von Steuern einführen zu wollen. So hat der Oberbürgermeister von Köln bei dem Verein der Industriellen angefragt, ob seine Mitglieder geneigt wären, die Erhebung der Einkommensteuer für ihre Angestellten und Arbeiter zu besorgen. Der Herr Oberbürgermeister empfiehlt den Industriellen als bequemstes Verfahren, die fälligen Beträge vom Gehalt oder Lohn einzubehalten. Es ist dies eine etwas eigenartige Zumutung, die noch dazu durchaus ungesetzlich ist, die hier von einem höheren Verwaltungsbeamten an die Unternehmer gestellt wird. Dieses gänzlich ungesetzliche Verfahren soll aber nicht neu sein. Wie behauptet wird, soll eine solche Art, die Einkommensteuer einzutreiben, bereits in der Praxis geübt werden und zwar in Essen, Bochum, M.=Gladbach, Recklinghausen, Linden und Freiberg i. S. In anderen Orten, so in Frankfurt a. M. und Halle, soll ein gleicher Versuch allerdings fehlgeschlagen sein. Auch die Kölner Industriellen sollen das Ersuchen des Oberbürgermeisters strikte abgelehnt haben. Aus den Gründen, die bei den Kölner Industriellen zur Avlehnung geführt haben, geht allerdings nicht hervor, daß man es deswegen nicht machen will, weil es unstatthaft ist, oder weil man nicht als Büttel des Steuerfiskus fungieren will; die Herren lehnten ab, teils weil sie ohnehin schon durch„sozialpolitische“ katholische Volk gegen das Zentrum. Zu unserer gestrigen Notiz über den sozialdemokratischen Waylsieg in Attendorn geht uns noch folgende Nachricht zu: „Wie sehr auch das katholische Volk durch die Schandtaten des Zentrums aufgepeitscht worden ist, dafür liefert die soeben in Attendorn, im schwarzen Sauerlande, vollzogene Stadtverordnetenwahl Beweis. Das ganze Sauerland galt noch bis in die füngste Zeit für sozialistenrein, wenn sich auch bei Reichstagswahlen zeigte, daß die Sozialdemokratie in der schwärzesten Ecke entrum gekommen, vor einigen Wochen auch in Attendorn. Natürlich waren die Sozialdemokraten nach den Berichten der Zentrumspresse die Besiegten. Erst recht in Attendorn, dem bekannten Wallfahrtsort des Sauerlandes. Indes, die Stadtverordnetenwahl sollte die großsprecherischen Zentrumsleute arg dementieren. Noch zwei Tage vor der Wahl höhnte das Zentrum, die Attendorn gäbe es keine Sozialdemokraten! Daß sie da sind, haben sie gezeigt. Mitten in die schwärzesten Gefilde sind sie eingebrochen und haben das Zentrum besiegt: die sozialdemokratischen Kandidaten erhielten 153 Stimmen, das Zentrum 131! Zwei Genossen sitzen jetzt im Gemeinderat von Attendorn.“ Deutsches Reich. Neue Steuern in Sicht. Wie die„Deutschen Nachrichten“ berichten, sollen die nach Inkrafttreten der neuen Steuern im Reichsschatzamte vorgenommenen Ueberrechnungen ergeben haben, daß die effektiven Einnahmen aus den neuen Steuern lange nicht den gewollten Mehrbetrag von 500 Millionen Mark erreichen werden. Es besteht sogar die Ansicht, daß das schon durch die Kalkulation späterer Monate. in denen man sich über den Ertrag jetzt noch nicht zur Verrechnung gelangter Steuern (Mietsstempel usw.) einen Ueberblick machen kann. Die Aufforderung des Reichsschatzomtes an die Bundesstaaten, beschleunigte Erhebungen zwecks Einführung einer Reichswertzuwachssteuer zu veranlassen, ist nur als ein Glied der Kette neu zu beschaffender Steuern zu betrachten. meldet, im 1. und 3. ländlichen Kreise gegen die Konservativen Belt und Donau zu stimmen. In diesen Kreisen stehen die Konservativen mit unseren Genossen Uhrig und Schnettler, Redakteure der„Zittauer Volks=Zeitung". in Stichwahl. Für den 2. ländlichen Kreis wollen die Freisinnigen keine Parole ausgeben. Es steht unser Genosse Riem mit dem nationalliberalen Fabrikanten Rückert in Stichwahl. Der Spitzel Rakowski. Von vertrauenswürdiger Seite werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß der Spitzel Rakowski gegenwärtig in Paris lebt, vermutlich wieder in einer seiner früheren Tätigkeit entsprechenden Stellung. Für die Enthüllungen, die besonders ausführlich von der Breslauer„Volkswacht“ gebracht wurden, hatte er keine Beweise. Er bot die Enthüllungen, wie das in Berlin erscheinende polnische Blatt„Dziennit Berlinski“ schreibt, diesem Blatte an, konnte aber keine Beweise für seine Behauptungen vorbringen. Das Blatt lehnte daher das Anerbieten Rakowskis ab. Jedenfalls wird man gut tun, wenn man sich diesen sensationellen Behauptungen gegenüber Reserve auferlegt und die Verantwortung dem Lemberger Blatte überläßt, das sie der Oeffentlichkeit übergeben hat. Nur Taten sollen geprüft, gepriesen oder verdammt werden, gleichviel, wer sie begangen hat.“ Schweden. Die Landesflucht der Gemaßregelten. Die Gewaltstaktik des Unternehmertums, die Maßregelung von Arbeitern, die am Massenstreik teilgenommen haben, durch schwarze Listen und die leider in Schweden noch zulässige Kennzeichnung der Abgangszeugnisse, die gewaltsame Vertreibung streikender oder ausgesperrter Arbeiter und ihrer Familien aus den Werkswohnunessenten wird anheimgestellt, sich bei der Handelskammer einzu finden. — 4. Die Auslosung der Gewerbegerichtsbeisitzer fand gestern nachmittag im Sitzungssaale des Gewerbegerichts statt. Die Beisitzer werden in dieser Reihenfolge zu den Sitzungen herangezogen werden: arbeiterfeindliche Wirtschaft, die sich jetzt in Schweden immer mehr breit zu machen sucht, hat zur Folge, daß immer größere Massen von Arbeitern auswandern. Die herrschenden Klassen werden von Angst ergriffen und sinnen auf Abhilfe. Reaktionäre Blätter, die früher nicht genug auf die verdammten Sozialisten schimpfen konnten, jammern darüber, daß dieses viele „frische Blut“, diese„prächtigen Arbeiter", diese„wertvollen Elemente" dem Lande verloren gehen. Die so gepriesenen Arbeiter sind just dieselben, die das Unternehmertum dauernd schon mit der Frage befaßt, welche außerordentlichen Mittel gegen die Massenauswanderung der Arbeiter ergriffen werden können, aber man weiß nicht, was dabei herausgekommen ist. Dagegen hat der vom Staate- subventionierte„National= verein gegen Emigration“ die Sache schon in die Hand genommen. Er veranstaltet eine große Sammlung, durch die es auswanderungslustigen Arbeitern möglich gemacht werden soll, im Lande zu bleiben und Kleinbauern zu werden. Da in Schweden bereits ein Gesetz besteht, wonach Leuten, die einen landwirtschaftlichen Kleinbetrieb errichten wollen, der nicht mehr als 6000 Kronen kosten darf, fünf Sechstel des Kaufpreises als Darlehn aus der Staatskasse zur Verfügung stehen, bedarf es nur eines Zuschusses von höchstens 1000 Kronen. Der„Nationalverein“ hofft, durch seinen Aufruf 200000 Kronen zusammenzubringen. Gleich am ersten Tage sind 26000 Kronen gezeichnet worden, wozu der Prinz Eugen 10000 und die KöniginWitwe ebenfalls 10000 Kronen hergegeben hat. Man sieht also, daß selbst die Königlichen in die Tasche greifen, um die„vaterlandslosen Gesellen" im Vaterlande festzuhalten. Viel nutzen wird das nicht. Handelt es sich doch um Tausende und Abertausende von Arbeitern, die durch das Unternehmertum aus dem Lande getrieben werden. Gegenwärtig sind in den Berufen, die die Arbeit wieder ausgenommen haben, noch 19155 arbeitslos und größtenteils vom Unternehmertum gemaßregest, durch schwarze Listen und Kennzeichnung der Zeugnisse verfolgt, und sie werden sogar von der Anstellung in Staatsbetrieben ausgeschlossen. Dazu kommt, daß noch weitere 34000 Arbeiter fortdauernd ausgesperrt sind. Was kann es solcher Rachsucht des Unternehmertums gegenüber bedeuten, wenn wirklich jener „Nationalverein“, es rund 200 Gemaßregelten möglich macht, Kleinbauern zu werden! 0 Uebrigens macht sich unter den Gemaßregelten selbst schon das Bestreben geitend, sich womöglich eine selbständige Existenz in der Landwirtschaft zu schaffen. Die Straßenbahnangestellten, von denen nicht weniger als 1500 infolge des Massenstreiks dauernd entlassen sind, haben einen besonderen Verein für nationalen Kleibetrieb in der Landwirtschaft gegründet. Die meisten Gemaßregelten werden jedenfalls, soweit sie irgendwie die nötigen Mittel haben, die Auswanderung vorziehen. Das Unternehmertum wird unter allen Umständen große Massen seiner besten Arbeiter für immer verlieren und den Verlust noch einmal schmerzlich empfinden, wenn wieder eine Periode wirtschaftlichen Aufschwunges hereinbricht. Konservative Delegierte. Kürzlich tagte in Königsberg in Preußenerrflug, auf dem eine Resolutian zur Annahme gelangte die der konsernatiden Parteileitung ein konservativer Delegiertentag, auf dem eine tion zur Annähme gelangle, die der konserbunden Parteileitung ein Vertrauensvotum ausstellte. Die Resolution wird jetzt, verRechtfextigung ing der Reichsfinanzreform verbreitet. Bei diesen 199 Unterschriften fehlte jede Standesbezeichnung..„ eungn ge fl. i, Die„Königsberger Hartungsche Zeitung“ steut jetzt fest, daß unter den 199 Delegierten nicht weniger als 160 dem Stande des Grundbesitzes und zwar überwiegend des Großgrundbesitzes angehören. Der Rest setzt sich zusammen aus neun Landräten, mehreren konservativen Kreisblattverlegern, einigen höheren Beamten, einzelnen wenigen Geistlichen und Angehörigen der freien Berufe. So sieht der konservative Delegiertentag der Provinz Ostpreußen aus, der der konservativen Reichstagsfrakinn sein Vertrauen und den Dank für die Verwerfung der tion Erbanfallsteuer ausgesprochen hat. Eine Versammlung unter freiem Himmel mit Feuerwehr= Ueberwachung. In Neudorf(Kreis Kattowitz) versagte der Amtsvorsteher die Genehmigung zu einigen Versammlungen, weil am Versammlungsplatze eine kleine Scheune steht, in der sich Getreide befindet. Die Scheune ist massiv gebaut und hat hach Unsere Genassen machten den letzten Versuch: Amtsvorsteher weil sich Getreide befinder. Die Scheune ist massiv ein Ziegelbach. Unsere Genossen machten den lepten Versuch sie meldeten nochmals eine Versammlung an und beantragten — falls der Herr Amtsvorsteher immer noch Feuersgefahr befürchtet auf Kosten der Partei 2 Feuerwehrleute z1 die Versammlung nahm einen guten Verlauf. bisherige Vorsitzende des Verbandes mittlerer Reichspost= und Telegraphenbeapten, Jeg, Fig., Gerz leines Interessen der Mitgnever des ir handes„bei der Oberpostdirektion unbeliebt gemacht hat, stand am Donnerstag vor der Kaiserlichen Disziplinarkammer in Potsdam. Zollitsch beschuldigt, im Jahre 1908/09 als 1. Vorsitzender des Verbandes mittlerer Reichs= Post= und Telegraphenbeamten die durch die Verbandspresse des genannten Verbandes betriebene Verhetzung die gegen die Reichs= und Staatsregierung gerichteten stellt. Er sei ein flotter gemandter und williger Arbeiter, dessen Dienstführung und Leistungen, gute waren.— Nach, Fehr; stündiger Vergandlung wurde folgendes Urteil gefällt: ollitsch ist des Dienstvergehens schuldig und wird deshalb mit Dienstversetzung unter Verminderung seines Diensteinkommens um ein Sechtel bestreitz, guherdem hat der Angeklagte die baren Auslagen des Ber-#rens zu tragen. * S p a n i e n. Ferrers Testament. Die„Humanité" teilt Auszüge aus Ferrers Testament mit, die beweisen, daß Ferrer vollkommen gefaßt in den Tod ging, und daß bis zur letzten Stunde seine Gedanken der Volksaufklärung gehörten. Er beginnt mit einem Mlansestaloenen helischen oder Felichidsen Gßzreseiz, Hr. ein: Bird; wender sie lieber dagu an, die Lage der Lebendigen zu ver: bessern. Ich wünsche, daß meine Freunde wenig oder gar nicht von mir reden. Sie schaffen Idole, wenn sie Menschen übermäßig rühmen, und ist von Uebel für kommende Geschlechter, Vom Bierkrieg. die kleinere Gläser eingeführt haben, werden freigegeben. skonsum ist waltig Arbeitgeber Eick, Paul Bockwinkel, Bernhard Dörries, Karl Beckord, Dietrich Dornbusch, Karl Sadler, Heinrich Böneike“: Emil lourr, Hermann Bertelsmann, Erich Gundlach, Louis Berg, Wilhelm Kramme, August Goldbeck, Bustav Tigmann, Heinrich Wittenstein, Robert Bitter, Wilhelm Modersohn, Wilheln. Nagel, Walter Arbeitnehmer Grube, Gustav Reibig, Moritz Feichter, Richard Fischer, Friedrich Bohle, Karl Apenbrink, Friedrich Dannenhaus, Heinrich Rothe, Ernst Bökenkamp, Gottlieb Hornberg, Hermann Heinemann, Ferdinand Hermann, Franz Rüter, Gottlieb Mirow, Otto Albrecht, Ludwig Gielsdorf, August Wagner, Bruno Scheel, Hermann. Eine außerordentlich schwere Schlappe für das Zentrum. Bei den Gemeinderatswaylen in Borbeck, der schwärzesten Ecke des Wahlkreises Essen, fanden von Montag bis Mittwoch Gemeinderatswahlen statt. Das Zentrum bekam vor drei Jahren 1183, diesmal 1171 Stimmen, während die sozialdemokratischen Stimmen von 253 auf 637 gestiegen sind. In Solingen ist der Bierboykott in der Hauptsache aufgehoben worden. Alle Wirtschaften, mit Schnapskonium ist gewunnig zurückgegangen. Die Arbeiter in gahrien, Verktäter aulf Bonien usb. Wben Werrstanen, auf Gaulen usw. üben eine scharfe Kontone aus.„ I Wlekrige Meiteuu* In Remscheid wird der Biertrieg weitergefuhrt. Soweit die Konsumenten den Biergenuß nicht ganz, eingestellt weit die Konsumenten den Biergenuß nicht ganz, eingestel haben, vefolgen sie streng die Parole des Boyrottausschusses, indem sie die in der Boykottliste genannten Lokale meiden. Charakteristisch ist es, daß dieser Kampf nicht nur von den Arbeitern, sondern von der gesamten Bürgexschaft durchgeführt wird. Handwerker, Beamte, Kaufleute, Lehrer gehen konsequent vor; ohne Rücksicht weisen sie jedes kleinere Glas zurück. In Elberfeld=Barmen wurde am Soantag der am September für das Wuppertal beschlossene Bierboykott aufgeoben. In der von den in Frage kommenden Korporationen anienen Resolution heißt es:„In Erwägung, daß die Revom 1. September nicht so beachtet worden ist, wie es lständigen Durchführung derselben notwendig und besonders auch die Pflicht eines jeden organisierten Arbeiters gewesen wäre, daß ferner aber viele Wirte von ihren hohen Aufschlägen zurückgegangen sind, wird der Bierboykott aufgehoben. die Arheilerschaft Kvoch, ausgeggrrige, bnnegigen Wirse fu F. die Arbeiterschaft jedoch aufgefordert, diejenigen Wirte zu berücksichtigen, die das weitgehendste Entgegenkommen zeigen. Die Versammlung nimmt ferner Kenntnis von den Zusicherungen der Brauereibesitzer in bezug auf die Sicherstellung des Koalitionsrechts der Brauerejarbeiter und, soweit es an den eibesitz Brauzreibesitzern liegt, die Freigabe der Lokale an die gewerkschaftliche und politische Organisation zur Abhaltung von Versammlungen, Festlichkeiten usw.— Unberührt von der Aufhebung Die Sitzungsperiode jedes Beisitzers umfaßt 2 aufeinander folgende Monate. Die gesamte Periode beginnt mit dem 1. Oktober 1909 und endigt am 30. September 1912. Für jeden Beisitzer sind 3 Stellvertreter ernannt und zwar fungieren als solche die drei Beisitzer, welche demnächst an den Sitzungen teilnehmen müssen. — Verkehrsanlagen. Durch Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 4. August d. J. ist in Nr. 45 des„Zentralblattes für das Deutsche Reich“ das neue Verzeichnis derjenigen im Reichsgebiete belegenen Gartenbauanlagen pp. veröffentlicht werden, für welche die in der Deklaration zur internationalen Reblaus=Konvention festgesetzten Verkehrserleichterungen in Betracht kommen. Die beteiligten gärtnerischen Kreise werden darauf aufmerksam gemacht. — Freie Volksbühne. Die Bezirkskassierer werden ersucht, ihre Listen nebst Marken abzuholen. Die kurzsichtigen oder schverhörigen Mitglieder müssen sich vom Bezirkskassierer einen Schein geben lassen und ausfüllen. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Die Klassiker=Vorstellung dieser Woche bringt in einmaliger Aufführung am Sonnabend Schillers„Maria Stuart“ mit den Damen Stollberg, Halden und den Herren Landerzr. Hopkirk in den Hauptrollen. Am Sonntag nachmittag geht bekanntlich in öffentlicher Extra=Vorstellung die Operette„Ein Walzertraum" zu kleinen Preisen in Szene und als Abendvorstellung gelangt der überaus komische französische Schwank „Frl. Josette— meine Frau“ zur Aufführung, der eines großen Heiterkeits=Erfolges sicher ist. Die kommende Woche bringt als interessante Erstaufführung die Novität„Des Pfarrers Tochter von Streladorf“, die erst kürzlich am Berliner Lessing=Theater ihre erfolgreiche Première erlebte. — Bellachini, dessen Name als Zauberkünstler von europäischem Ruf ist, wird Sonnabend und die folgenden Tage in Bielefeld Verstellungen geben, in welchen jedermann Gelegenheit haben wird, sich zu ärgern oder zu amüsieren, je nach seinem Temperament. Nämlich sich zu amüsieren über des Künstlers fabelhafte Fingerfertigkeit, sich zu ärgern über die eigene Kurzsichtigkeit, daß man trotz allen Aufpassens die Sache nicht herausgekriegt hat. Die Abende werden jedenfalls sehr unterhaltend und belehrend sein.(Näheres siehe Inserat.) Polizeibericht. Straßensperrung. Die Mühlenstraße zwischen Kl. Howe und Stadtgrenze ist wegen Kaualisation vom 29 10. bis 12. 11. für Fuhrwerk gesperrt. Warnung vor Mausarden- pp. Dieben. Eingebrochen wurde am 26. d. M. nachmittags an verschiedenen Stellen und mehrere Sachen und Geld entwendet: 1. Metzerstr. 1 im 2. Stock eine lange goldene Damenuhrkette, ein goldene Damenuhr, eine goldene Halskette, ein goldenes Kettenarmband, ein goldener Ring mit einem Brillanten und 40 Mk. Bargeld. 2. Albrechtstr. 16 im 2. Stock eine lange und eine kurze Damenuhrkette und eine Brosche in Schlangenform mit goldenem Kreuz mit Korpus 3. Ravensbergerstr. 65 im 2. Stock eine lange und eine kurze goldene Damenuhrkette, ein goldenes Gliederarmband, ein goldenes Armband mit etwa 5 Ametysten, ein silbernes Kettenarmband gez. A. L., eine goldene Schlipsnadel mit drei Opalen, ein Korallenohrring und ein altes kleines 20-Pfg.=Stück. 4. Alleestr. 25 eine lange goldene Damenuhrkette, eine goldene. Damenuhr, ein goldenes Armband von einer Uhrkette verfertigt und 6 Mk. Bargeld. In sämtlichen Fällen wurdo die Korridortüren von den Dieben mit Dietrich oder Nachschrussel geöffnet und sämtliche Behälter in den Wohn= pp. Räumen durchwühlt. Indem hiermit vor dem gemeingefährlichen Treiben dieser Art Einbrecher gewarnt wird, wird auf das dringlichste empfohlen, über jede Person, welche in verdächtiger Weise in irgend einem Hause betroffen wird oder in Wohnungen nachfragt, sofort der Kriminal=Abteilung Mitteilung zu machen. Fahrraddiebstahl. Vor dem Hauptpostamt hier wurde gestern abend ein Fahrrad„Wittler“, schwarz lackiert, gegen 6 Uhr entwendet. Eingebrochen wurde in der Nacht zum 28. 10. im Zigarrenladen von Schlüter hier. Der Dieb hat das Schaufenster eingeschlagen und die darin stehenden Zigarren pp. entwendet. Festgenommen wurden 1 Person wegen Gewerbeverzehens und 3 Personen wegen Trunkenheit und groben Unfugs, zarunter 1 Frauensperson; 4 Obdachlose erhielten im Polizeigefängnis Unterkunft. Gefunden: 1 Brosche, 1 Armkorb, 1 Herrenfreundschaftsring, 1 schwarzes Damentäschchen mit allerlei Inhalt, zwei Schlüssel, 1 Sturmlaterne, 1 schwarze Handtasche, 1 Damenfreundschaftsring, 1 blauer Samtgürtel, 1 schwarzes Damenportemonnaie mit geringem Inhalt. Verloren: 1 blauweißgrüner Weinzipfel, 1 Paket mit Festonarbeiten, 1 goldene Damenuhr. 1 Paket mit einem grauen Fht P, N;., 1 Keillissen, 1 Portemongaie mit 6.Mk. Inhalt, 1 Paket mit allerlei Inhalt(Handschuhe, Strümpfe des allgemeinen Bierpoptotts wird die Forderung auf Freigabe unfertigen Herrenpaletot, 1 Keilklissen, 1 Portemon aller Lokale an die politische und gewerkschaftliche Organisation /6 ynr Inhalt, 1 Patet mit allerlei Inhalt(Handschuhe, aufrechterhalten, und es ist zu prüfen, ob Fief zur erreichen.“ usw.) Zugelaufen: 1 schwarzweitzer Jagdhund. Mittel angewendet werden sollen, um dies Ziel zu erreichen.“ Der Bierboykott in Zittau ist aufgehoben. Die Brauereien haben eine Reduktion der Bierpreiserhöhung von 3 Mark auf 2 Mark vorgenommen. Besondere Vereinvarungen sind den Gastwirten von den Brauereien überlassen worden. Dadurch fur die Konsumenten die Gewayr gezebe altwigen„vonv.# gegeben daß Vier=Zehnte ist für die Konsumenten die Gewahr 9.#—#n, dus Viel=HehnielLiter zum alten Preis von 15 Pfg. abgegeben werden können. hr bei tobert Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 29. Oktober. — Die Wahl zur Stadtverordneten=Versammlung für den Abstimmungsbezirk der 3. Abteilung findet in der Turnhalle der 4. Bürgerschule statt. Versammlungen. Freitag, 29. Oktober. Bielefeld. Soz. Verein, 16. Bezirk. Abends 8½ Ut Kickert: Vortrag des Genossen Schädlich über Blum. Parteiangelegenheiten. Stadthagen. Soz. Verein. Abends 8 Uhr Bezirksführersitzung. Sonnabend, 30. Oktober. Ummeln. Soz. Verein. Abends 8½ Uhr beim Genossen Hinney. Quelle. Soz. Verein. Abends 8½ Uhr. Minden. Tabakarbeiterverband. Abends 6 Uhr. Stellungnahme zur Lokalveränderung der Gewerkschaften. Detmold. Gewerkschaftskartell. Präzise 8 Uhr in der„Centralhalle: 1. Unterrichtsabend. 29. Oktober d. J. in Berlin auf und ist während dieser lich von 11 bis 1 Uhr und von 4 bis 6 Uhr für Interessenten, die über die Verhältnisse in Brasilien Auskunft wünschen, im Auswärtigen Amt, Wilhelmstraße 75, zu sprechen. Darauf wird der Handetssachverständige viejenigen größeren Handelskammern, die mit Rücksicht auf den außenhandel und die Industrie ihres Beeir's ein besanderes Interesse bek#ndet haben besuchen, mern, die mit Rücksicht auf den Außenhander und die Indust res Beziris ein besonderes Interesse helünder haben, besuchen, um durch ihre Vermittlung mit den beteiligten Firmen nach Möglichkeit persönlich Fühlung zu nehmen. Für Bielefeld ist, wie wir dem„Reichsanzeiger“ ent3. Novemher in Aussicht genommen. Den nehmen, der 3. November in Aussicht genommen. Den InterSonntag, 31. Oktober. Bielefeld. Soz. Verein, 14. Bezirk. Vorm. 10 Uhr bei Beckmann: Besprechung. — Arb.=Abst.=Bund. Ausflug nach Theesen. Abmarsch nachm. 3 Uhr Restaurant Fohrmann in Gellershagen. lengern. Soz. Verein. Nachm. 4½ Uhr außerordentliche Besprechung bei Hch. Schuster: Die weiteren Beratungen zur Gemeinderatswahl. Detmold. Oeffentl. Konsumvereins=Versammlung nachm. 4 Uhr in der Centralhalle“. Stadthagen. Soz. Verein. Nachm. 2 Uhr: Seit „SSchaunburger à. He.####, erford, einer Herf Kindermißhandl Schöffengerichts, Angeklagtwi dem Angeklagtei leidigt zu haben die Beweggründ Knabe, weicher sei von diesem So sei der Jur Ausschlag auf de mit dem Stocke worden, daß ihn gelausen sei. D #i#er nach der mektors gegange Lehrer Siekman aber nicht, um würfe darüber geteilt worden se solle Berg noch schwerde beim R haben die Zücht an den Kopf ge geblutet habe. 2 eines Tages wie seiner Lage herat habe er gesproche eine Anzahl bei Lehrer Siekman denn, nachdem ih Nase zugeschlager dem Lehrer auf habe er, als er leidigungen ausg von denen 17 be nur einzelner h Rektor Dücker teidiger des An während der Ver Verteidiger betor als Zeuge der V sagt aus, daß in schwerden überd 1892 angestellts der Regierung in das Zuchtigungs ihm zwar erreg Auf weitere Fra Greife hätte ver recht eingehend z aus dem Grunde deutung beigeme Vorgesetzter des Jahren keine Be einmal eine Sach mann ernstlich ve Regierung „Volkswacht“ sandt worden. E der Ueberzeugun Züchtigungsrechte er dann dem Le Zeugin Vornb mit einer Verlet daß die Verletzun sei darauf zum er an den Pastor V gesagt, daß über gegangen sind, un Vom Amtsrichter gesagt zu haben. vom Lehrer Sie dem Rücken keine sei über und übe Waschen habe die zum Lehrer hätte in Zorn gerate, Zeuge Lagerho ten den Zustand Der kleine Kerl hobt, dicke Strien an die Waden. der Junge etwas kürzlich wieder vo flogen sei. Der Zustand seines S den Lehrer Siekr erklärt, daß das und auch ein Alt Schritte habe er Angelegenheit als Die übrigen harten Züchtigung Nachdem dänn ergreift der Ver Jakobsen, das W sei schuldig sei de sei das Syste „Volkswacht"), das gierung gelangt sei zu sorgen, daß di Tatsachen den w Dann schilderte übte scharfe Kriti freizusprechen, den SUT SS Sonsihaumm due htsbeisitzer fand gestern rhegerichts statt. Die den Sitzungen heranbeitnehmer be, Gustav ig, Moritz ster,„Richard ser, Friedrich e, Karl ibrink, Friedrich nenhaus, Heinrich se, Ernst nkamp, Gottlieb nberg, Hermann temann, Ferdinand nann. Franz er, Gottlieb ow. Otto recht, Ludwig sdorf, August ner, Bruno #el, Hermann. umfaßt 2 aufeinander beginnt mit dem 1. Ot1912. 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Abmarsch nann in Gellershagen. m. 4½ Uhr außerordentuster: Die weiteren Beereins=Versammentralballe“, i. 2 Uhr:„Schaumburger inder misbendluggen in einer Herforder Schule. Eine ganze Reihe von Kindermißhandlungen kamen in der heutigen Verhandlung des Schöffengerichts, zur Sprache. Angeklagt war der Kohlenhändler Berg. Zur Last wurde dem Angeklagten gelegt, den Lehrer Siekmann schwer beleidigt zu haben. Der Angeklagte schildert die Vorgänge und die Beweggründe seines Verhaltens folgendermaßen: Sein Knabe, weicher in die Uhlandschule zum Lehrer Siekmann geht, sei von diesem schon seit einigen Jahren gemißhandelt worden. der Junge einmal in einer Zeit, in welcher er einen Ausschlag auf dem Kopfe gehabt habe, von dem Lehrer Siekmann mit dem Stocke auf den Rücken und auf den Kopf geschagen worden, daß ihm der Eiter, mit Blut vermischt, in das Gesicht gelaufen sei. Das Kind habe bitterlich geweint. Des Abends jei er nach der Wohnung des Lehrers, sowie auch nach der des Rektors gegangen, um sich zu beschweren. Tags darauf sei der Lehrer Siekmann in die Wohnung des Angeklagten gekommen, aber nicht, um sich zu entschuldigen, sondern er habe ihm Vorwürfe darüber gemacht, daß dem Rektor falsche Tatsachen mitgeteilt worden seien, und wegen dieser falschen Anschuldigungen solle Berg noch vor den Staatsanwalt kommen. Nach der Beschwerde beim Rektor sei es eine Weile gut gegangen, dann aber haben die Züchtigungen wieder scharf eingesetzt, der Junge sei an den Kopf geschlagen und am Ohr gerissen worden, daß es geblutet habe. Das Maß sei endlich übergelaufen, als der Junge eines Tages wieder schwer gezüchtigt und dabei das Ohr aus seiner Lage herausgezerrt worden sei Auch mit anderen Leuten habe er gesprochen und ihnen sein Leid geklagt, von welchen nun eine Anzahl bekannt haben, daß auch ihre Kinder von dem Lehrer Siekmann gemißhandelt worden wären. So sei er denn, nachdem ihm in der Wohnung des Lehrers die Tür vor der Nase zugeschlagen worden sei, zu dem Entschluß gekommen, mit dem Lehrer auf dessen Weg zur Schule zu sprechen, und dabei habe er, als er noch dazu vom Lehrer gereizt wurde, die Beleidigungen ausgestoßen. Im ganzen sind 20 Zeugen geladen, von denen 17 vernommen werden. Wir greifen die Aussagen nur einzelner heraus. Zuerst wird als Zeuge vernommen Rektor Dücker. Bei dessen Vernehmung macht der Verteidiger des Angeklagten darauf aufmerksam, daß sich dieser während der Verhandlung im Zuhörerraum befunden habe: der Verteidiger betont, daß der Rektor doch wissen müsse, daß er als Zeuge der Verhandlung nicht beiwohnen dürfe. Der Zeuge sagt aus, daß in den letzten Jahren keine nennenswerten Beschwerden über den Lehrer Siekmann, welcher seit dem Jahre 1892 angestellt sei, bei ihm eingegangen wären. 1907 sei von der Regierung im Fall Greife anerkannt worden, daß Siekmann das Züchtigungsrecht überschritten habe. Der Angeklagte sei ihm zwar erregt, aber nicht ungebührlich gegenübergetreten. Auf weitere Fragen bekennt der Zeuge, daß ihn wohl der Fall Greife hätte veranlassen müssen, Beschwerden über Siekmann recht eingehend zu prüfen Wenn er dies unterlassen habe. so aus dem Grunde, weil er den Vorkommnissen nicht so hohe Bedeutung beigemessen habe. Zeuge Pastor Vogelsang als Vorgesetzter des Lehrers Siekmann bestätigt, daß in den letzten Jahren keine Beschwerden vorgelegen haben Früher habe er einmal eine Sache mündlich geschlichtet und dabei Herrn Siekmann ernstlich verwarnt. Im Falle Greife sei ihm von der Regierung in Minden ein Ausschnitt der „Volkswacht“, Nr. 191 aus dem Jahrgange, 1907, übersandt worden. Er habe die Angelegenheit untersucht und sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß eine Ueberschreitung des Sasto O zeichat anr Riher esbenite as esine chie daß die Verletzung von Schlägen auf den Finger herrühre. Sie sei darauf zum ersten Bürgermeister Busse gegangen, welcher sie an den Pastor Vogelsang verwiesen habe. Der letztere habe ihr gesagt, daß über den Lehrer Siekmann schon öfter Klagen eingegangen sind, und daß Herr Siekmann„etwas heißblütig“ sei. Vom Amtsrichter befragt, gibt Herr Pastor Vogelsang zu, das gesagt zu haben. Zeugin Kranke sagt aus, daß ihre Tochter vom Lehrer Siekmann derart geschlagen worden sei, daß auf dem Rücken keine weiße Stelle mehr zu sehen war, der Rücken sei über und über mit blauen Striemen bedeckt gewesen; beim Waschen habe dies Sonntags ihr Mann gesehen, welcher sofort zum Lehrer hätte gehen wollen; da ihr Mann aber sehr leicht in Lorn gerate, habe sie ihn halten müssen. Zeuge Lagerhalter Greife schildert mit ergreifenden Worten den Zustand seines 6½jährigen Jungens vor zwei Jahren. Der kleine Kerl habe den ganzen Körper voll blauer Flecken gehobt, dicke Striemen am Kopfe und am Schulterblatt bis herab an die Waden. Trotzdem er ein Zeugnis beigebracht habe, daß der Junge etwas schwach im Kopfe sei, habe ihn Siekmann erst kürzlich wieder vor den Kopf geschlagen, daß er an die Wand geflogen sei. Der Zeuge hat sich ein ärztliches Attest über den Zustand seines Sohnes ausstellen lassen und wollte damit gegen den Lehrer Siekmann vorgehen. Herr Pastor Vogelsang habe erklärt, daß das Material nicht zu einer Verfolgung ausreiche und auch ein Altest vom Kreisphysikus notwendig sei. Weitere Schritte habe er dann nicht mehr unternommen, und so ist die Angelegenheit als erledigt betrachtet worden. Die übrigen Zeugen berichten alle von mehr oder weniger harten Züchtigungen ihrer Kinder durch den Lehrer Sielmann. Nachdem dänn der Amtsanwalt die Anklage begründet hatte, ergreift der Verteidiger des Angeklagten, Herr Rechtsanwalt Jakobsen, das Wort. Er betont, daß der Unrechte angeklagt sei, schuldig sei der Lehrer Sielmann— mitschuldig aber sei das System. Wie es der Presse zu danken sei(der „Volkswacht“), daß damals der Fall Greife zur Kenntnis der Regierung gelangt sei, so habe auch jetzt die Presse die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß die heute in der Verhandlung zutage getretenen Tatsachen den weitesten Kreisen des Volkes bekannt werden. Dann schilderte der Verteidiger nochmals die Vorgänge. Er übte scharfe Kritik und schloß mit der Bitte, den Angeklagten freizusprechen, denn was dieser getan habe, das habe er für sein Kind getan— und erst dann getan, als er keinen anderen Ausweg mehr sah. Das Urteil lautet: Der Angeklagte wird der Beleidigung für schuldig befunden, jedoch erklärt ihn das Gericht für straffrei, Aus dem Bericht über die Verhandlung geht hervor, daß der Lehrer Sielmann überall andersehingehört, als in die Schule. Wir sind neugierig, ob nun der Lehrer Siekmann dorthin kommen wird, wo er zunächst einmal hingehört, auf die Anklagebank, und ob seine vorgesetzte Behörde die Verantwortung dafür übernehmen wird, daß sie die Eltern zwingt, einem solchen Mann auch nur noch einen Tag ihre Kinder anzuvertrauen. Merkwürdig ist das Verhalten des Rektors. Da ihm der Fall Greife bekannt war, war es seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, den Lehrer scharf zu überwachen. Statt dessen bringt er es fertig, zu erklären, daß er den Vorkommnissen keine Bedeutung Higslest, habe. Er scheint alio der Meinung zu sein, daß es F#etir, teige, Bedeutung hat, wenn die Kinder geschlagen werden, daß sie nicht wissen, wo sie hin sollen. Uebrigens zeigt die Verhandlung wieder, wie notwendig es ist, kleinen Leute die„Volkswacht“ halten. Denn in der „Vollswacht“ haben sie ein Organ, das versteht, ihre Interessen wahrzunehmen und ihre Kinder zu schützen. Daß das Vorgehen der„Volkswacht“ nicht unwirksam ist, zeigt ja gerade der Fall wo der Lehrer auf die Veröffentlichung in der„Volkswacht“ hin einen Tadel bekommen hat. k Herford, 28. Okt. Lichtbildervortrag. Damit geprüft werden kann, ob am Sonnabend zu dem Lichtbildervortrag ein Verkauf an der Saalkasse notwendig ist, werden die Vertrauensleute nochmals ersucht, die unverkauften Karten bis spätestens Sonnabend mittag im Sekretariate abzugeben. Die Abrechnung ist dagegen bis abends gestattet. Das Gewerkschaftskartell. * Herford, 29. Oktober. Die Kontrollversammlungen finden im Bezirke des Meldeamts Herford am 23., 24 und 25. November statt.(Siehe Bekanntmachung in heutiger 2 Beiloge.) * Bünde, 29. Okiober. Die Kontrollversammlungen im Bezirke des Meldeamis Bünde finden vom 2. bis 5. November statt. Die diesbezügliche Bekanntmachung finden die Leser in der heutigen 2. Beilage. .§. Detmold, 29. Okt. Stadtverordnetensitzung vom 28. Oktober. Vor Eintritt in die Tagesordnung fand die Einführung des Stadto. Rechtsanwalt Dr. Müller statt(1. Klasse), der an Stelle des verstorbenen Stadtv. Schulz gewählt ist. Der Oberbürgermeister Wittje nahm das Wort zu folgenden Ausführungen: In einigen Zeitungen hat in den letzten Tagen viel davon gestanden, daß hier eine große Typhusepidemie herrscht, andere schreiben wieder, daß zahlreiche Vergiftungen durch den Genuß von Fleisch entstanden sind. Was die Typhusepidemie anbetrifft, so ist daran nichts wahr, abgesehen von einzelnen Erkrankungen, die stets zu verzeichnen sind und in den meisten Fällen eingeschleppt werden. Was die Fleischvergiftung anbetrifft, so ist mir in den letzten Tagen voriger Woche von einem Arzt die Mitteilung gemacht worden, daß eine Anzahl Personen, die Fleisch gegessen hatten, an Fleischvergiftung erkrankt sind. Fleisch war vom Schlachtermeister Krumme, was ich deshalb hier mitteile, damit nicht andere Schlachter in Verdacht kommen. Es ist der Rest des Fleisches nach Bielefeld an Herrn Dr. Treue zur Untersuchung gesandt worden. Herr Dr. Stemann hat ein gebratenes Fleischstück übergeben, das mit Kohlund anderer Wurst gleichfalls nach Bielefeld zur Untersuchung gesandt worden ist. Diese Untersuchung hat ergeben, daß das Fleischstück, zirka 23 Pfund, in Fäulnis übergegangen war. Das von Herrn Stemann übergebene Stück ist als faulig befunden. worden; es hat nicht festgestellt werden können, ob dieser Zustand schon vor dem Braten bestanden hat. Die Untersuchung der Wurstwaren hat zu keinem Resultat geführt. Die Gutachten des Chemikers sind dem Staatsanwalt übergeben worden, der die Angelegenheit weiter verfolgen wird. Leider ist einer unserer Mitbürger, Herr Bäckermeister Frevert, infolge des Fleischgenusses gestorben. Die übrigen 30 Erkrankten sind mit zwei Ausnahmen, die im Krankenhause schwer daniederliegen, auf dem Wege der Besserung. Es ist dann noch gemeldet worden, daß die spinale Kinderlähmung hier aufgetreten sei, das ist nicht der Fall. Es handelt sich um das Amt Detmold und um einen Fall in Lemgo.— Es wird nunmehr in die Tagesordnung eingetreten. Vorlage berr. Anschaffung oon Gasautomaten. Der Gasdirektor Falke begründet die Anschaffung der Automaten durch einen längeren technischen Vortrag, dem zu entnehmen ist, daß es dem Abnehmer möglich ist, nach Einwurf eines 10=Pfg.=Stückes 666 3/3 Liter zu verbrauchen. Es sind 2500 anschlußfähige Haushaltungen vorhanden, von denen heute erst 1150 Gas benutzen. Nach den Erfahrungen der Städte Berlin und Königsberg seien die Apparate durchaus rentabel. Es sollen erst probeweise 10 Apparate aufgestellt werden zum Preise von insgesamt 1200 Mark. Der Betrag wird nach kurzer Debatte bewilligt. Eine Anfrage des Stadtv. Fröhlich, betreffend den großen Gasverlust im vorigen Jahre, beantwortet der Gasdirektor dahin, daß das auf mehrere Rohrbrüche und viele untaugliche Gasmesser zurückzuführen sei. Angelegenheiten der höheren Töchterschule. Er handelt sich um die Frage des Um= oder Neubaues der Töchterschule, die nun schon in Dutzenden von Versammlungen behandelt ist und jedesmal, so auch gestern, stundenlang debattiert wird, ohne daß etwas praktisches dabei herauskommt. Es wurde beschlossen, daß Kolleg soll die Schule am Sonnabend nachmittag 3 Uhr besichtigen.— Eine Oberlehrerin soll probeweise auf 1 Jahr, und dann, wenn nichts dagegen einzuwenden ist, fest angestellt werden.— Auf Vorschlag des Magistrats wird beschlossen, den Direktor der Schule zu veranlassen, das akademische Oberlehrer=Eramen zu machen, damit die Schule dann ferner als höhere Mädchenschule betrachtet wird. Verschiedenes. 50 Mark werden bewilligt für 2 Bilder zu einem Fenster des Pankgrafenhauses in Berlin.— An den Landarmenverband hat die Stadt Detmold 3599,55 Mark zu zahlen, die bewilligt werden. Das ist 849,50 Mark mehr als der Voranschlag der Armenkasse vorsieht. * Detmold, 28. Okt. Unterrichtsabende. Wie in den verflossenen Jahren, werden auch in diesem Winterhalbjahr von seiten des Gewerkschaftskartells die Unterrichtsabende veranstaltet. Der erste Abend findet am Sonnabend, 30. Oktober, abends präzise 8 Uhr statt, in welcher Reichstagsabgeordneter Severing=Bielefeld das Thema:„Partei und Gewerkschaften“ behandeln wird. Wir ersuchen um rege Beteiligung seitens der Verbandsfunktionäre. * Detmold, 28. Okt. Ein ungetreuer Beamter stand heute in der Verson des Kanzleigehilfen Wilhelm Lütge vor der hiesigen Strafkammer. Er hatte am Abend des 15. Sept. in dem Gebäude des Fürstl. Verwaltungsamts in Detmold einen schweren Diebstahl ausgeführt. Nach Schluß der Dienststunden war er durch eine Hintertür, zu welcher ihm der Schlüssel anvertraut war, in die Diensträume gegangen und hatte hier eine Tischtrecke mittels eines Nachschlüssels geöffnet. In der Tischtrecke befand sich eine Geldkassette, welche Geld für Jagdscheine, Radfahrerkarten usw. enthielt. Er sprengte die Kassette und entnahm ihr 424 Mark. Die Kassette nahm er sodann mit sich und versenkte sie im Buragraben. Am anderen Morgen wurde der Diebstahl entdeckt, wobei sich L. der Tat verdächtig machte. Er wurde sofort verhaftet und gestand dann auch den Diebstahl ein. Auf dem Boden seines Hauses wurde noch ein Betrag von über 125 Mark gefunden. Wo die übrigen Gelder geblieben sind, wußte sich L nicht zu entsinnen. In der heutigen Verhandlung gab er die Straftat zu und will dabei unter dem Einfluß des Alkohols gehandelt haben. Auch heute wußte er nicht, wo dit übriggebliebene Geldsumme geblieben ist. Nach Verübung des Diebstahls sei er noch in eine Wirtschaft gegangen und was weiter geschehen sei, könne er sich nicht mehr entsinnen. Er ist in einem total betrunkenen Zustande nachts gegen 11½ Uhr nach Hause gekommen. Der Angeklagte ist seit 1897 beim hiesigen Verwaltungsamt beschäftigt und hat außer seinem Gehalt von 125 Mk. monatlich 25 Mk. für Ueberstunden erhalten. Die Trunksucht ist bei ihm in den letzten Jahren derart zum Ausbruch gekommen, daß seine Frau das Gehalt sperren ließ. Durch den Kauf eines Hauses geriet er in Vermögensverfall und konnte schließlich nicht mehr zahlen. Der Vertreter der Staatsaonwaltschaft beantragte gegen ihn eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 6 Monate. Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren. Die Strafkammer billigte dem Angeklagten mildernde Umstände zu und verurteilte ihn zu 1 Jahr 3 Monate Gefängnis. Außerdem soll ihm die erlittene Untersuchungshaft angerechnet werden. Soziales. s2e. Bevölkerungszunahme in Europa im 19. Jahrhundert. Das soeben in dritter Auflage erscheinende Handwörterbuch für Staatswissenschaften bringt eine Uebersicht über die Bevölkerungszunahme in den einzelnen europäischen Ländern, der wir auszugsweise die folgenden Mitteilungen entnehmen: Es war der Stand der Bevölkerung in Tausenden auf den gegenwärtigen Territorien von „„ Durchschn. jährl. Zuzu Ende des Jahres nahme von 1800—1900 1800 1850 1900 auf 1000 der Bevölker. Rußland 33000 61000 103280 10/0 Deutsches Reich 24.500 35 409 56 367 8•4 Oesterreich 13300 18054 26150 7=2 Ungarn 10000 13300 19254 6,6 Frankreich 26900 34 907 38961 3,7 Engl. mit Wales 9 250 18000 32527 12,5 Schottland 1 675 2915 4472 99 Irland 5 500 6 696 4 458— 2,1 Italien 18125 23900 32449 5/8 Spanien 11 500 14.500 18618 4/8 Portugal„ 2920 3450 5423 62 Türkei m. Bulgar. 7300 8500 9874 3,0 Schweden 2347 3483 5136 7/9 Norwegen 883 1 400 2240 94 Tänemark 925 1431 2449 9,7 Schweiz 1 750 2.400 3.325. 6/4 Rumänien 2800 4 350 5.956. 7,7 Serbien 900 1250 2493 10/2 Demnach haben alle europäischen Völker, mit alleiniger Ausnahme Irlands, im letzten Jahrhundert einen mehr oder r. zuletzt die romanischen. Auffallend ist die verschiedene Entwicklung Deutschlands und Frankreichs Während zu Beginn des 19. Jahrhunderts Frankreich Deutschland noch in bezug auf die Bevölkerungszahl übertraf, stand es ihm am Ende um ein volles Drittel nach, und die weit geringere Geburtenhäufigkeit unseres Nachbarlandes läßt ein weiteres Zurückbleiben erwarten. Die Abnahme der Bevölkerung in Irland hat keine natürlichen Ursachen, sondern ist ein Produkt der furchtbaren Unterdrückung und Aussaugung der irischen Landbevölierung durch die englischen Machthaber. Tatsächlich setzt die Abnahme erst um die Mitte des Jahrhunderts ein: bis 1840 war die irische Bevölkerung sogar auf 8177 Seelen gestiegen, um von da bis zum Ende des Jahrhunderts auf fast die Hälfte zu fallen. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. Arbeiter, ngniett für enre Zeilung! Besuchen Sie uns! morgen finden Sie an dieser Stelle Preis-Verzeichnis.:: 32 Neute Preitag, den 29. Oktober, beginnen wir mit einem Ueberraschungs-Verkauf grosser GelegenheitsPosten.:: Wir bringen Warenposten zu derartig billigen Preisen, wie seit Jahren nicht mehr:::: 5875 Veornder Srumn.. — — F Sämtliche Neuheiten für Herbst und Winter sind in überraschend grosser Auswahl ertreten. Wir führen durchweg anerkannt vorzügliche Konfektion, welche auch in den niedrigen Preislagen tadellosen Schnitt und gute verarbeitung aufweist. 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Dani hakteur der„Hilfe“, sengericht lehnte de weis über die Qua den Angeklagten wi zu einer Geldstrafe leidigung wurde er worin mitgeteilt wi und zur Informati die Klage stützt, wi Infolge der vor die Klage am Freit teidiger des Angek antragte, den Wahr Falle nicht S 185, sc § 185 angewendet werden, weil die m Strafmaß erheblich Punkte Beweis zu In dem Prozes erster Instanz geso nationalliberale, ul geschrieben und sei lichkeit.— Das glei drei Parteirichtung rungen eines ehen und diese Handlun Glauben bezeichnet Qualitäten des Kli dem Erscheinen de Verleumdung eines nis verurteilt wur dem Erscheinen de hoben worden. Prozeß Mai gegen Namen eines Schi Schmähschrift geger des Klägers diene des Verbandes der ben hat. Lebius, diesem Briefe den die gelben Gewerks zuwirken. Rechtsanwal: H behauptete zwar, de angetretenen Bewe Verteidiger gegen juristischen Gründ weniger gegen den wärts“ und die So „Hetze gegen Lebit Nach derselben den„Vorwärts“ zu stellte sich dem Ger der ein harmonise Arbeitern herzuste kratie mit Verleu, verfolgt werde. Klägers mehrmals Sache zu bleiben. richt Stimmungz denen der Beklagt at, kann man nat wie Lebius es Das Gericht v klagten. In der 1 anderem: Der A daß der Klägere Qualität sei. Das Wahrheitsbeweis Fecht icde Feststel Ueber die im Urte wie über das Urt übereinstimmende kein Beweis erho sich die Ansicht de Was in diesen beid geklagten nicht, zu wertiger Qualität. daß jemand nicht nicht vorgeworfen Die beliebte 2 auffallend starke P Der Parteitag 24. Oktober in K umfaßt 17 Wahlk: tionen und außerd 10 Wahlkreise dur vertreten. Außer Genossen Gutsbesi Hugo Haase=Köni treter der„König Agitationskomitees Parteivorstandes sekretär Genosse L Agitationskomitees Jahre erstreckt, ge losigkeit besonders andauernden Abw tionen sich gut ent gliederzunahme zu vier Ortsvereine Linde in seinem herige vierzehntäg guch in Westpreus Erscheinen herabg schuß für dieses vor, die gewerksche Organisation zu g aus der Provinz deten Verband de wenig agitiert wei 60 Mitglieder zuz Parteitages nahm Statuts des Bezir vorlagen. Infolg licher Teilnehmer er Auswahl zuch in den is wir ganz 5869 Fabrikate reisen 35 ielle uswahl in ten Farben 0 88 58 ernstrasse 29-31. 5882 eit. btets frisch Pfd. v. 95—180 Pfg. ushalts=Kaffee Pfd. 110 u. 120 Pfg. Margarine Pfd. v. 55—100 Pfg. jüßrahmtafel per Pfund 80 Pfg.— Clever Stolz r Pfund 100 Pfg. nS! S I 0 Nr. 253. Bielefeld, Freitag, 29. Oktober 1909. 20. Jahrg. Der beleidigte Lebins. In einem Artikel der Wochenschrift„Die Hilfe“, der gegen die gelben Gewerkschaften polemisierte, wurde Lebius als ein Mann mit gerichtlich festgestellten Qualitäten bezeichnet. Er verlangte von der„Hilfe“, daß sie ihm durch eine Erklärung Genugtuung verschaffe.: Das lehnte die Redaktion der„Hilfe“ ab, weil sie einem Manne wie Lebius keine Ehrenerklärung geben könne. Dann verklagte Lebius den verantwortlichen Redakteur der„Hilfe“, Dr. Heuß, wegen Beleidigung. Das Schöfsengericht lehnte den vom Beklagten angebotenen Wahrheitsbeweis über die Qualitäten des Herrn Lebius ab und verurteilte den Angeklagten wegen Beleidigung aus§ 185 in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 125 Mark. Der zweite Fall der Beleidigung wurde erblickt in einer Veröffentlichung der„Hilfe", worin mitgeteilt wurde, daß Lebius die Klage eingereicht habe und zur Information der Leser auch der Artikel, auf den sich die Klage stützt, wiederholt. Infolge der vom Verurteilten eingelegten Berufung wurde die Klage am Freitag in zweiter Instanz verhandelt. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Willi Engel, beantragte, den Wahrheitsbeweis zuzulassen, weil im vorliegenden Falle nicht§ 185, sondern§ 186 zutreffe. Aber selbst, wenn nur § 185 angewendet werde, müsse der Wahrheitsbeweis zugelassen werden, weil die moralische Qualität des Klägers doch für das Strafmaß erheblich sei. Der Verteidiger beantragte über folgende Punkte Beweis zu erheben: In dem Prozeß Lebius gegen Wermuth wird im Urteil erster Instanz gesagt, der Kläger Lebius habe gleichzeitig für nationalliberale, ultramontane und sozialdemokratische Zeitungen geschrieben und sei auch sonst eine nicht einwandfreie Persönlichkeit.— Das gleichzeitige Arbeiten für Blätter der genannten drei Parteirichtungen habe Lebius in seiner Schrift„Erinierungen eines ehemaligen Sozialdemokraten“ selber zugegeben und diese Handlungsweise als einen Verstoß gegen Treu und Glauben bezeichnet.— Die Ansicht des Beklagten über die Qualitäten des Klägers stütze sich auch darauf, daß Lebius vor dem Erscheinen des unter Anklage stehenden Artikels wegen Verleumdung eines Fräulein Gerlach zu einem Monat Gefängnis verurteilt wurde. Allerdings sei das Urteil, aber erst nach dem Erscheinen des Artikels, in der Berufungsinstanz aufgehoben worden.— Weiter solle bewiesen werden, daß in einem Prozeß Mai gegen Walter bewiesen worden sei, daß Lebius den Namen eines Schriftstellers Kahl gemißbraucht habe, um eine Schmähschrift gegen Mai herauszugeben.— Zur Kennzeichnung des Klägers diene auch ein Brief. den er an den Vorsitzenden des Verbandes der Metallindustriellen, Dr. Ballerstein, geschrieben hat. Lebius, der. Führer der gelben Gewerkschaft; gebe in diesem Briefe den Unternehmern Mittel an die Händ, um durch die gelben Gewerkschaften den Interessen der Arbeiter entgegenzuwirken. Rechtsanwal: Hennigsohn, der Vertreter des Klägers Lebius, behauptete zwar, der Kläger habe den lebhaften Wunsch, daß die angetretenen Beweise erhoben werden, aber trotzdem sprach der Verteidiger gegen die Zulassung des Wahrheitsbeweises„aus juristischen Gründen“. Im übrigen polemisierte der Anwalt weniger gegen den Angeklagten, als vielmehr gegen den„Vorwärts“ und die Sozialdemokratie, die er beide als Urheber einer „Hetze gegen Lebius“ hinstellte. Nach derselben Methode, die Lebius in seinen Prozessen gegen den„Vorwärts“ zu befolgen pflegt, arbeitete er auch hier. Er stellte sich dem Gericht vor als ein Mann von guter Gesinnung, der ein harmonisches Verhältnis zwischen Unternehmern und Arbeitern herzustellen suche und deshalb von der Sozialdemokratie mit Verleumdungen und anderen verwerflichen Mitteln verfolgt werde. Der Vorsitzende mußte die lange Rede des Klägers mehrmals mit der Aufforderung unterbrechen, bei der Sache zu bleiben. Zum Schluß suchte Lebius dadurch beim Gericht Stimmung zu machen, daß er die Nationalsozialen, zu denen der Beklagte gehört, als verkappte Sozialdemokraten be(.— öb diese Stinnungsnache guf die Richter gevirkt at, kann man natürlich nicht wissen. Das Urteil aber lautete wie Lebius es wünschte. Das Gericht verwarf die Berufung auf Kosten des Angeklagten. In der Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende unter anderem: Der Angeklagte habe zum Ausdruck bringen wollen, daß der Kläger ein Mann von minderwertiger moralischer Qualität sei. Das sei eine Beleidigung, die unter§ 186 falle. Der Wahrheitsbeweis sei aber nur soweit zulässig, als es sich um gerichtliche Feststellungen über die Qualität des Klägers handle. Ueber die im Urteil gegen Wermuth enthaltene Bemerkung, sowie über das Urteil im Prozeß Gerlach hätten beide Parteien übereinstimmende Angaben gemacht, deshalb brauche hierüber kein Beweis erhoben werden. Auf diese beiden Urteile stütze sich die Ansicht des Angeklagten über die Person des Klägers. sas in diesen beiden Prozessen festgestellt sei, berechtige den Angeklagten nicht, zu sagen, der Klager sei ein Mann von minderwertiger Qualität. Wenn in einem Einzelfalle festgestellt sei, daß jemand nicht einwandfrei gehandelt habe, so dürfe ihm noch nicht vorgeworfen werden, daß er moralisch minderwertig sei. Die beliebte Beschränkung des Wahrheitsbeweises ist ein auffallend starke Beschränkung berechtigter Kritik. eine ferat des Genossen Hofer= Gr.=Skaisgirren über„Seßhaftmachung der Landarbeiter“ der vorgeschrittenen Zeit wegen von der Tagesordnung abgesetzt werden. Folgende Anträge gelangten zur Annahme: Der Parteivorstand möge es ermöglichen, den „Landboten“ wieder wie früher zweimal im Monat erscheinen zu lassen.— In Zukunft sollen auch Flugblätter in polnischer Sprache in Ostpreußen verbreitet werden.— Der ProvinzParteitag erklärt es für unbedingte Pflicht jedes Parteigenossen; gemäß dem Leipziger Parteitagsbeschluß dem Branntweingenuß zu entsagen. Die Kreisorganisationen werden aufgefordert, sich unverzüglich zu planmäßiger Durchführung des Schnapsvoytoits mit den Gewerkschaftskartellen in Verbindung zu setzen.— Der Parteitag ersucht die Kreisvereinsvorstände zum Zwecke der Förderung von Bildungsbestrebungen mit den Gewerkschaftskartellen in Verbindung zu treten und Bildungsausschüsse einzusetzen.— Der Parteivorstand wird erneut ersucht, Mittel zur Errichtung einer Wanderbibliothek in Ostpreußen zu bewilligen. Gewerkschaftsbewegung. Gegen den Zwangsarbeitsnachweis des Zechenverbandes. Für kommenden Sonntag und den darauffolgenden Montag hat der Bergarbeiterverband 15 Massenversammlungen einberufen, die sich auf das ganze Ruhrgebiet von Asberg am Niederrhein bis Hamm in Westfglen verteilen.„„ 6# Außer dem Organ des christlichen Verbandes und der Evangelischen Arbeiterzeitung spricht sich jetzt auch das Organ des Steigerverbandes in seiner jüngsten Nummer gegen den Zwangsarbeitsnachweis aus. Die Eingabe der vier Bergarbeiterverbände ist vom Zechenverband beantwortet worden. Er lehnt sie ab und bleibt auf seiner Entschließung, den Arbeitsnachweis einzurichten, bestehen; er bestreitet, daß die Freizügigkeit und Organisation der Arbeiter damit getroffen würde. Schwarze Listen des Metallindustriellen=Verbandes. Die it der Verrufserklärungen gegen Arbeiter steigt. In der it vom 23. September bis 18. Oktober sind nicht weniger als 28 schwarze Listen vom Verband der Metallindustriellen versandt worden. Durch Angabe ihrer Personalien wurden 650 Arbeiter in Verruf gebracht. Es sind von der Firma Pegys u. Waldhausen, Köln=Nippes, 10 Litographen und Drucker, vom Eisenwerk„Phönix“ in Hamburg 9 Arbeiter, vom Gußstahlwerk Witten 29 Former, vork der Maschinenfabrik Dehne in Halle an der Saale 247 Arbeiter, von der Elektrotechnischen Installationsbranche in Dresden 312 Arbeiter, von der Firma Gebr. Trefzger, Rastatt, 12 Bildhauer, von den Holzindustriellen in Mannheim 4 Glaser, von der Nemscheider Eisenhütte und Maschinenfabrik bei Remscheid 26 Arbeiter. Ferner wird Mitteilung gemacht von dem Ausbruch von Differenzen und Streiks der Schreiner in Pforzheim und Frankfurt a. M., der Nietenwärmer vom Bremer Vulkan in Vegesack, der Nieter und Versetzer der Berliner Maschinenbau=Attiengesellschaft vormals Schwartzkopf, Werk Wildau und der Arbeiter der Firma Paul Schönheimer in Berlin, Greifswalderstraße. Selbstverständlich wird auch vor Einstellung aller dieser Arbeiter gewarnt.— Von Interesse ist auch die Warnung vor der Einstellung Berliner Isolierer. Der Tarif derselben läuft am 1. November d. J. ab und glaubt der Arbeitgeberverband durch die Einstellungswarnung die Arbeiterorganisation leichter zum Abschluß eines der Arbeitgeberorganisation genehmen Tarifes zu bewegen. Genannt werden 9 Firmen, deren Arbeiter anderwärts keine Arbeit erhalten sollen.. M 41237 Die übrigen Listen, die meistens Mitteilungen über beendete Differenzen und Streiks enthalten, sind nicht von allgemeinem Interesse. Verdächtigungen gegen einen Leiter des Bäckerverbandes. Aus Anlaß des Berliner Bäckerstreiks im Jahre 1907 erhob der Buchdruckereibesitzer Hartmann in dem von ihm herausgegebenen Organ der gelben Bäckerorganisation gegen Hetzschold, den Gauleiter des Bäckerverbandes, den Vorwurf, Hetzschold habe den Streik in der skrupellosesten Weise und lediglich in seinem persönlichen petuniären Interesse ins Werk gesetzt. Durch den Streik würden viele kleine Bäckereien ruiniert, die Genossenschaftsbäckereien machten infolgedessen gute Geschäfte, und Hetzschold, der Aktionär der Reinickendorfer Genossenschaftsbäckerei sei, habe ja den Vorteil davon. Hetzschold habe durch den Streik Geld in die Finger bekommen wollen, er habe den Streikenden durch die Stellenvermittlung Tausende von Mark abgenommen.— In einer anderen Nummer seines Blattes „Deutscher Bäcker= und Konditorgehilfe“ hat Hartmann die Behauptung verbreitet, Hetzschold habe, als er im Auftrage seines Verbandes eine Beschwerde über Mißstände in einer Bäckehi untersuchen sollte, sich von dem betreffenden Bäckermeister mit Kuchen und Wein bestechen lassen, um bei Untersuchung der Beschwerde die Interessen seines Verbandes zu verraten. Wegen dieser unwahren Behauptungen hat Hetzschold gegen Hartmann Privatbeleidigungsklage erhoben. Diese wurde am Mittwoch vor dem Schöffengericht Berlin=Mitte verhandelt. Die Klage richtete sich gleichzeitig gegen den Redakteur Voß von der Parteinachrichten. Der Parteitag der Provinz Ostpreußen fand am Sonntag, 24. Oktober in Königsberg statt. Der Bezirk Ostpreußen umfaßt 17 Wahlkreise. Davon haben 12 Wahlkreise Organisationen und außerdem sind 5 Ortsvereine vorhanden. Es waren 10 Wahlkreise durch 26 Delegierte, darunter einen weiblichen, vertreten. Außerdem nahmen teil an den Verhandlungen die Genossen Gutsbesitzer Hofer=Gr.=Skaisgirren und Rechtsanwalt Hugo Haase=Königsberg als Reichstagskandidaten, sowie Vertreter der„Königsberger Volkszeitung", der Vorsitzende des Agitationskomitees und der Parteisekretär. Als Vertreter des Parteivorstandes war Genosse H. Müller anwesend. Parteisekretär Genosse Linde erstattete Bericht über die Tätigkeit des Agitationskomitees. Aus dem Bericht, der sich über dreiviertel Jahre erstreckt, geht hervor, daß trotz der anhaltenden Arbeitslosigkeit besonders in den kleinen Städten und der noch immer andauernden Abwanderung der Arbeiter die meisten Organisationen sich gut entwickelt haben und eine ganz beträchtliche Mitgliederzunahme zu verzeichnen ist. Drei neue Kreisvereine und vier Ortsvereine wurden gegründet. Lebhaft beklagte Genosse Linde in seinem Bericht es, daß der Parteivorstand die bisherige vierzehntägige Erscheinungsweise des„Landboten“, der auch in Westpreußen verbreitet wird, auf monatlich einmaliges Erscheinen herabgesetzt hat, indem er den bisher gezahlten Zuschuß für dieses Blatt reduzierte. Sehr schwer sei es nach wie vor, die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter für die politische Organisation zu gewinnen und der„Königsberger Volkszeitung“ aus der Provinz Abonnenten zuzuführen. Für den neugegründeten Verband der Land= und Waldarbeiter konnte noch sehr wenig agitiert werden trotzdem ist es gelungen, demselben einige 60 Mitglieder zuzuführen.— Einen großen Teil der Zeit des Parteitages nahm die Beratung eines völlig umgearbeiteten Statuts des Bezirksverbandes in Anspruch, wozu zwei Entwürfe vorlagen. Infolgedessen mußte zum lebhaften Bedauern sämtlicher Teilnehmer des Parteitages das sehnlichst erwartete Rehoben auf Grund eines angeblich von Hetzschold verfaßten Flugblattes, durch dessen Inhalt sich Hartmann beleidigt fühlt. Das Gericht erhob zunächst Beweis über die Kuchen= und Weingeschichte. In dieser Hinsicht wurde folgendes festgestellt: In einer Mitgliederversammlung des Bäckerverbandes hat ein Redner die Behauptung. Hetzschold habe sich in der angegebenen Weise bestechen lassen, aufgestellt. Auf Antrag Hetzscholds wurde sofort eine Kommission zur Untersuchung dieser Angelegenheit eingesetzt. Die Kommission hat festgestellt, daß an dieser Behauptung kein wahres Wort ist. Derjenige, welcher die Behauptung in der Versammlung erhoben hatte, erklärte dann, daß er durch die Beweiserhebung der Kommission von der Grundlosigkeit seiner Behauptung überzeugt sei und dieselbe zurücknehme. Dieses Ergebnis der Kommissionsverhandlung ist in der Zeitung des Bäckerverbandes veröffentlicht und muß höchstwahrscheinlich auch Hartmann bekannt geworden sein. Trotzdem hat er nach dieser Veröffentlichung in der Verbandszeitung die unwahren Angaben in seinem Blatte weiter verbreitet. Zu der anderen Behauptung der Angeklagten, Hetzschold habe den Streik zu seinem persönlichen Vorteil ins Werk gesetzt, war der größte Teil der 56 anwesenden Zeugen geladen worden. Die wirklichen Ursachen des Streiks sollten vor Gericht festgestellt werden. Hierüber sollten in erster Linie Oberbürgermeister Kirschner und der Vorsitzende des Gewerbegerichts, Herr von Schulz, vernommen werden, die beide Vergleichsverhandlungen zur Beilegung bezw. Verhinderung des Streiks geführt hatten. Von diesen beiden Zeugen wurde nur Herr von Schulz vernommen. Er gab einige Daten über die damaligen Verhandlungen, die aufgestellten Forderungen usw. an. Natürlich wußte er nichts davon, daß Hetzschold ein persönliches Interesse an dem Streik gehabt habe. Vielmehr gab der Zeuge an, daß die Gewerkschaftsführer, wenn sie wegen eines Streiks vor dem Einigungsamt verhandeln, immer zum Frieden bereit wären, und daß er, der Zeuge, bei solchen Verhandlungen gerade mit Hetzschold gute Erfahrungen gemacht habe.— Ferner wurden die Obermeister Schmidt und Müller vernommen. Auch diese Zeugen konnten die Behauptungen Hartmanns in keiner Weise stützen. Die beiden Obermeister konnten nichts weiter sagen, als daß ihrer Meinung nach keine Ursache zum Streik vorgelegen habe und daß sie das Empfinden hätten, Hetzschold müsse, um agitatorisch für den Verband zu wirken, von Zeit zu Zeit einen Streik ins Werk setzen. Tatsachen, welche für diese Annahme sprechen, konnten die beiden Obermeister nicht angeben, ebensowenig wußten sie etwas davon daß Hetzschold persönliche Vorteile von dem Streik hätte haben können. Es sei zwar in Meisterkreisen das Gerücht verbreitet gewesen, Hetzschold sei Mitglied der Reinickendorfer Genossenschaftsbäckerei. Demgegenüber wurde jedoch festgestellt, daß Hetzschold zur Zeit des Streiks schon lange nicht mehr der Genossenschaftsbäckerei angehörte.— Ein anderer als Zeuge vernommener Bäckermeister sowie der bekannte Vorsitzende des gelben Bundes der Bäcker wußten zwar mancherlei zu erzählen von der Agitationsweise Hetzscholds, die sie als„Hetzerei" empfanden, doch von dem, was Hartmann behauptet hatte, konnten auch diese Zeugen keine Spur erweisen So hatte sich also vor Gericht klar herausgestellt, daß Hartmann seinen gewerkschaftlichen Gegner durch vollkommen unwahre Behauptungen herabzusetzen versucht hatte. Nachdem die Beweisaufnahme schon in ihrem Anfang so ganz zuungunsten der Beklagten ausgefallen war, verzichteten sie auf die weitere Inanspruchnahme des umfangreichen Zeugenapparates und schlossen mit dem Kläger einen Vergleich, dahingehend, daß Hartmann zwei andere Beleidigungsklagen, die er gegen die Angestellten des Bäckerverbandes, Schneider und Thieme, anhängig gemacht hat, zurücknimmt. Hetzschold nahm die vorliegende Klage zurück, nachdem Hartmann die vorstehende Erklärung abgegeben und ferner erklärt hatte, er könne die Behauptung, Hetzschold habe, um persönlichen Vorteil zu erlangen, gegen die Interessen des Bäckerverbandes gehandelt, nicht aufrechterhalten. Ferner wird in dem Vergleich gesagt, daß beide Parteien die gegenseitig gebrauchten Beleidigungen zurücknehmen, in Zukunft sich nicht mehr beleidigen wollen, und den abgeschlossenen Vergleich in ihren Blättern nicht veröffentlichen wollen. Die Anwälte der Beklagten wollten in dem Vergleich auch den„Vorwärts" zur Verschweigung dieser Verhandlung verpflichtet wissen, doch das ließ sich schon aus juristischen Gründen nicht in dem Vergleich aufnehmen. Natürlich haben wir auch keine Veranlassung, Herrn Hartmann den Gefallen zu tun, Schweigen darüber zu bewahren, daß er sich genötigt sah. Verdächtigungen, die er öffentlich gegen einen Gewerkschaftsleiter aussprach, vor Gericht zurückzunehmen. Herrn Hartmann mag damit gedient sein, daß er unter Ausschluß der Oeffentlichkeit die öffentlich von ihm erhohenen Beleidigungen widerruft. Wir aber betreiben nicht die Geschäfte des Herrn Hartmann. Vom Mansfelder Kriegsschauplatze. Der Arbeiter=Ausschuß richtete heute(Donnerstag) folgendes Schreiben an die Generaldirektion der Mansfelder Gewerkschaft z. H. des Herrn Bergrat Dr. Vogelsang, Eisleben. „In mehreren Zeitungen, so in der„Halleschen Zeitung“ und im„Dresdener Anzeiger“, stand vor einigen Tagen ein Artikel über den Stand des Streiks. Derselbe scheint dem Inhalte nach aus maßgebenden Kreisen zu stammen und enthält u. a. auch nachstehende Stelle: „Die Frage der Wiedereinsetzung der gekündigten resp. entlassenen Arbeiter kann während der Dauer des Streiks nicht in Erwägung gezogen werden.“ Die unterzeichneten, gesetzlich gewählten Arbeiterausschußmitglieder der im Streik stehenden Schächte erlauben sich deshalb die Frage vorzutragen, ob sie oder eine dreigliedrige Deputation von Ihnen empfangen würden, um auf Grund obiger Notiz in eine Einigungsverhandlung zur Beilegung des Streiks eintreten zu können. Einer geneigten, baldigen Antwort an unterstehende Adresse gerne entgegensehend, zeichnen hochachtungsvoll (folgen Unterschriften.)" Darauf ist die folgende Antwort eingegangen: Herrn Georg I......, Helbra, Auf die Anfrage vom heutigen Tage erwidere Ihnen, daß ich Ihrem Wunsche zu meinem Bedauern nicht zu entsprechen vermag, da sämtliche Unterzeichnete des Schreibens aus der Belegschaft und damit aus ihrem Amte als Arbeiterausschußmitglieder ausgeschieden sind. Ich kann daher nur empfehlen, daß die Kameraden von Ihnen, welche ihre Abkehr genommen haben, und in ihr früheres Arbeitsverhältnis zurückzukehren wünschen, sich an die Herren Betriebsführer wenden. Sie wollen die Mitunterzeichner des Schreibens hiervon in Kenntnis setzen. Der Oberberg= u. Hüttendirektor. Vogelsang. * Auf Veranlassung des kommandierenden Generals ist das Militär in Gerbstädt zurückgezogen worden. Im Revier ist alles sehr ruhig. Freitag vormittag findet eine Konferenz der Delegierten sämtlicher Schächte statt, die weitere Schritte beraten werden. Warnung an auswandernde Bergarbeiter. Aus dem Verbandsbureau des Bergarbeiterverbandes wird uns geschrieben: Vielfach ist den Arbeitern ungeraten worden, nicht den Lockungen gewissenloser Werbeagenten zu folgen, vornehmlich, wenn für Ameriko Bergarbeiter angeworben werden. Noch jetzt treiben sich im Ruhrbecken und anderswo Agenten umher, um Arbeiter nach Canada und nach Glasebey(Howascotia) in Amerika zu locken. In beiden Distrikten befinden sich die Bergarbeiter im Streik. Deutsche Bergarbeiter sollen also zu Streikbrechern werden. Um sie soweit zu bringen, werden die verlockendsten Versprechungen gemacht, die selbstverständlich nicht eingehalten werden. Im Gegenteil: Angeworbene deutsche Bergarbeiter, die die Mahnungen in den Wind schlugen, berichten uns jetzt über das Elend, in das sie hineingeraten sind. Sie müssen, so schreiben sie uns, trotz langer AArbeitszeit, förmlich Hunger leiden, und sie werden wie Sklaven und Zuchthäusler behandelt. Nur wieder fort, aber wie?— Der Verband kann nicht helfen; er hat dringendevor der Auswanderung gewarnt. Darum haben die betrogenen Bergarbeiter ihre Lage selbst verschuldet. Wir raten daher unseren Kameraden nochmals dringend, den Lockungen solcher Werbeagenten nicht Folge zu leisten, sondern ihnen ganz energisch die Türe zu weisen. Wer sich nicht mutwilligerweise ins Elend stürzen will, der befolge unseren dringenden Pschr.„„ v## M4elen harntt fei. Der Verband der Steinsetzer und Pflasterer beruft seinen Verbandstag zum 26. März nach Köln a. Rh. ein. Tarifverträge in der Brauindustrie. Erhebliche Verbesserungen erzielte der Brauereiarbeiterverband durch den mit der Elysium=Brauerei in Stettin abgeschlossenen Tarifvertrag. Die Lohnerhöhung beträgt pro Woche: für Brauer und Brauereiarbeiter 2 Mk., für Mitfahrer und Reservefahrer 2,50 Mk., für Heizer. Maschinisten, Stalleute und Frauen 3 Mk., für Bierfahrer 5 Mark. Die Arbeitszeit wurde von 10 auf 9½ Stunden für den Winter herabgesetzt; das Fahrpersonal hat jeden zweiten Sonntag frei. Urlaub bei voller Lohnzahlung wird gewährt von 3—6 Tagen pro Jahr, je nach der Dauer der Dienstzeit.— Im Bereiche des Oberbayersschen Kreisverbandes der Brauereien erfolgten Tarifabschlüsse des Brauereiarbeiterverbandes in Weilheim, Rosenheim, Seefeld, Juning, Tüh##### Landsberg mit teilweise erheblich der einzeinen Kategorien der B an Brauargien olachen Verbesserungen. Die Lö arbeiter Li Inen Kategorien der Brauereiarbeiter wurden in den verschiedenen Brauereien gleichgestellt; das nicht getrunkene Freibier wird mit 17 Pfg. pro Liter bezahlt. Urlaub bei voller Lohnzahlung wird gewährt bis zu 6 Tagen pro Jahr. Die Sonntagsarbeit wurde eingeschränkt. Die reguläre Arbeitszeit wird auf 10 Stunden festgesetzt und dadurch in einzelnen Brauereien um eine halbe Stunde verkürzt. An den Vorabenden der verschiedenen Festtage tritt der Schluß 1 Stunde früher ein. Ein Streik der Elektromonteure in Dresden und Zittan. In Dresden stehen 312, in Zittau und Umgegend 70 Monteure im Ausstand. Die Firma Siemens u. Schuckert hat die Verhandlungen mit der Organisation der Me.allarbeiter, der die Streikenden angehören, abgelehnt. Darauf haben die Streiken#### eine Kommission gewählt, die nur aus in der Branche beschäftigten Monteuren bestehen Die bei der Firma den F#ue eine. Kommission gewählt, die nur aus in der Branche beschäftigten Monteuren bestehen Die bei der Firma beschäftigt gewesenen Mitglieder der Kommission sind dann vorstellig ge worden, nachdem die Firma Verhandlungen gewünscht hatt rst. dang lagn sich die Firad auf weitere Verhandlungen einlassen. Der Kampf drehte sich um die Abschließung eines Tarifs. Mehrere kleine Firmen und eine große haben diesen bereits unterschrieben. Von den 70 in Zittau Ausständigen sind nur noch 16 am Orte, von denen in Dresden nur noch 130. die übrigen sind anderswo in Arbeit getreten oder auf die Reise gegangen. Arbeitswillige, die besonders von Berlin nach Dresden zu importieren versucht wurden, sind immer wieder abgeschoben worden. Der Streik dauert unvermindert fort. Zuzug nach Zittau und Dresden ist fernzuhalten. Industrie, Handel und Verkehr. Ki Millionenkrach im Berliner Holzhandel. Bei der zunehmenden Besserung der allgemeinen Wirtschaftsverhältnisse erregt der Zusammenbruch von zwei bedeutenden Berliner Holzfirmen um so größeres Aufsehen, da während der Krise zahlreiche Insolvenzen imHolzhandel erfolgten und der„Reinigungsprozeß besonders auf diesem Gebiete sänast ala Lbzrischlossen angrsee besonders auf biesem Geviele, längst als abgeschlossen angesehen handelt sich um vie Holzfirmen Julius Brühl und Curt Vallentin. Die Verbindlichkeiter beider Firmen werden auf mehr als sechs Millionen Mark geschätzt; die Bedeutung der Zusammenbrüche dieser beiden Firmen läßt sich auch de Kasich ins heirle Geiher. heblichen Beträgen beteiligt sind. Die insolventen Firmen standen in enger Geschäftsverbindung, die Zahlungsschwierigkeiten der Firma Brühl rissen auch das andere Unternehmen in Mitleidenschaft. Zur Einbringung „Zur Einhringung von Forderungen soll die Firma Brühl, mehrfach Grundstücke haben übernehmen müssen und bei der Beschaffung zweiter Hypotheken auf Schwierigkeiten sein; die Firma Vallentin soll durch den Kauf Schwierigkeiten gestoßen seinz die Firma Vallentin soll durch den Kaur großer Walhungen erhebliche Summen festgelegt haben. Die Folgen dieser Insolvenzen sind noch nicht zu übersehen, es wird befürchtet, daß eine große Menge von sonst solventen Firmen durch die Verluste, die sie bei den Zusammenbrüchen erleiden, erschüttert werden. Die Lage des Holzhandels litt unter der langen Krisis auf dem Baumarkte, sie wurde vor Beginn der eigentlichen Wirtschaftskrise schon beträchtlich durch die Aussperrung der Holzarbeiter und der darauf folgenden Aussperrung der Bauarbeiter in Berlin und anderen Orten geschwächt. Nicht wenige der zahlreichen Katastrophen im Holzhandel sind die Folgen der Aussperrungsseche Aichersie Seiseich dles elichei von 1 Million Mark eingeräumt, für diesen Kredit mit der Zeit sescs eil elseie Kechsechaelscen Keich. distonuert. Von den Großbanken soll der Versuch, gemacht werden, den dölligen Zusammenbruch der beiden Holzfirmen zu verhindern. Vermischtes. Ein Rechtsanwalt wegen Aktendiebstahls verurteilt. Berlin, 28. Oktober. Das Schöffengericht am Amtsgericht Berlin=Mitte hatte sich heute mit einer Anklage zu befassen, die in Anwaltskreisen großes Aufsehen erregte. Angeklagt war wegen Diebstahls ein hiesiger Rechtsanwalt M. Er wurde beschuldigt, Aktenpapier aus dem Zimmer der Vereinigten Rechtsanwälte am Landgericht l sich widerrechtlich angeeignet zu haben. Das Urteil lautete auf 1 Tag Gefängnis. „Raubmord. Dresden, 28. Okt. Gestern abend wurde auf der Landstraße bei Freiberg i. S. der 50 Jahre alte Kaufmann und Hausbesitzer Karl Scheinert aus Dresden ermordet aufgefunden. Scheinert hatte in Groß=Schirma seine Brüder besucht und war auf der Rückreise nach Dresden begriffen. An einer einsamen Stelle des Weges ist er niedergeschlagen worden. Die Räuber dürften mit zwei bereits verhafteten Landstreichern aus Dresden und Deuben identisch sein. Einen von Scheinert in der Brusttasche verwahrten Geldbetrag von 370 Mk. haben sie nicht aufgefunden. Der Tod ist durch eine klaffende Wunde an der linken Schläfe herbeigeführt worden. Die Festnahme der Verbrecher gelang so schnell, weil ihre Verfolgung sofort mittels Fahrrades aufgenommen wurde. „Scharlach. Breslau, 28. Okt. Nach amtlichen Mitteilungen des Medizinalkollegiums in Oppeln sind seit dem 1. Juli im Regierungsbezirk Oppeln 2200 Scharlacherkrankungen vorgekommen. Die weitaus größte Zahl dieser Erkrankungen entfällt auf den oberschlesischen Industriebezirk. Die Todesfälle an Scharlach betragen in manchen Gegenden bis zu 30 Prozent. Sturm. Innsbruck, 28. Okt. Seit gestern wütet hier und in der Umgebung ein orkanartiger Sturm, der großen Schaden an Kulturen und Gebäuden anrichtete. Bei Hall wurde das Dach eines Waggons eines fahrenden Güterzuges auf die Schienen geworfen, und der nachfolgende Schnellzug konnte nur mit größter Mühe vor einer Katastrophe bewahrt werden. Selbstmord einer Studentin. Paris, 28. Oktober Gestern hat sich hier in einer Familienpension eine junge russische Studentin der Medizin, Fräulein Elka Susmanowitsch aus Liebau in Russisch=Polen, erschossen. Die junge Dame soll den Selbstmord angeblich aus geistiger Uebermüdung verübt haben. In einem hinterlassenen Schreiben bittet sie, ihren Tod ihren in Rußland= lebenden Eltern zu verheimlichen. Feuersbrunst. Paris 28. Okt. In Millon Fossé ist gestern eine Fabrik für elektrische Apparate durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Der Schaden beläuft sich auf über 175000 Franken. 60 Arbeiter sind beschäftigungslos. Sechs Personen in den Flammen umgekommen. Stockbolm, 28. Okt. Bei einem Brande in Verjö, bei dem auch das Armenhaus eingeäschert wurde, sind sechs von dessen weiblichen Insassen in den Flammen umgekommen. Korruption unter den Zollbeamten. Newyork, 28. Okt. Großes Aufsehen erregten Enthüllungen über eine außerordentliche Korruption im Zolldienst. Jahrelang haben angeblich Bestechungen und Unterwertungen sowie Erpressungen an Importeuren stattgefunden, an denen die meisten Zollbeamten beteiligt sein sollen. Ein Ritter Blaubart. Newyork, 28. Okt. Der wegen der Ermordung der Deutschen Anna Luther verhaftete Alfred Müller hat im weiteren Verlaufe seines Verhörs gestanden, daß er außer Anna Luther noch zwei andere Frauen ermordet habe. Er habe sie geheiratet, um zu ihrem Gelde zu gelangen, und sie getötet, wenn er in den Besitz der Mitgift gelangt war. Müller versprach der Polizei, ihr noch die Namen der Opfer und genaue Details anzugeben. Von der Luftschiffahrt. „. Bukarest, 28. Okt. Als gestern nachmittag der französische Aviatiker Blériot in Anwesenheit von mehr als 50 000 Zuschauern einen Aufstieg unternehmen wollte, fiel der Motor aus dem Aeroplan heraus. Der Motor, der ebenso wie der Propeller schwer beschädigt ist, brachte beim Fallen einem Mechaniker erhebliche Verletzungen bei. Blériot, der zwei Apparate nach Oesterreich=Ungarn mitgebracht hatte, telearaphierte safort nach Wien mag falle zhrg dan zweiten Arygrat graphierte sofort nach Wien, man solle ihm den zweiten Apparat nach Bukarest schicken. Der Aviatiker hofft, schon in drei Tagen seine Flüge wieder aufnehmen zu können. Infolge der plötzlichen keine Flüge wieder aufnehmen zu können,. Infolge der plötzlichen Absage des Fluges kam es unter dem Publikum, das sein Geld zurückverlangte, zu sehr erregten Szenen. Blériot, der gestern wegen seines Prozesses mit der„Ila“ nach Frankfurt a. M. abreisen wollte, wird jetzt noch einige Tage in Bukgrest bleiben. glischen London, 28. Okt. Aus Southwold an der englischen Nordküste wird gemeldet: Ein Ballon, der während des Sturmes über die Nordsee getrieben worden war, verwickelte sich gestern frühmorgens in die Telegraphendrähte. In dem Korb befanden sich zwei französische Luftschiffer, ein Fräulein Marvin und ein Herr Garnier. Die Dame sprang aus dem Ballon, der sich in demselben Augenblick aus den Drähten enwirrte und pfeilschnell mit dem Sturme in die Höhe schoß. Fräulein Marvin hatte bei dem Sprunge aus dem Ballon eine Verstauchung erlitten und schleppte sich nach einen Bauernhaus, wo ihr Pflege zuteil wurde. Der Ballon war sofort zwei Meilen weiter ins Land getrieben worden und verwickelte sich zn den Zweigen eines Baumes. Garnier sprang ebenfalls, ohne ernste Verletzungen zu erleiden, aus dem Ballon. Aus einem Pachthofe kam Hilfe und der Ballon konnte geborgen werden. Leipzig, 29. Okt. In 6 sächsischen Wahlkreisen haben gestern Stichwahlen stattgefunden. Im 1., 2., 5. und 6. Leipziger Wahlkreise und in Döbeln=Waldheim wurden die nationalliberalen gegen die sozialdemokratischen Kandidaten gewählt. Dagegen siegte im 3. Leipziger Wahlkreise der Sozialdemokrat über den Nationalliberalen. Bonn, 29. Okt. Das hiesige Schwurgericht verurreilte den 31jährigen Handlanger Busch und den 35jährigen Tagelöhner rsdorf die vor 19 Jahr Kohsmann aus Rahmersoorf, vie vor 12 Jahren einen Ackerknecht aus Oberkassel erschossen und ihn dann auf das Bahngeleis gelegt hatten, um die Spur des Verbrechens zu verwischen, zu 5 und 4 Jahren Zuchthaus. Rom, 28. Okt. Unbekannte Räuber erbrachen den Geldschrank des Provinzial-Irrenhauses in Aoersa und stahlen Wertpapiere im Betrage von einer Million Lire. Mehrere verdächtige Personen wurden verhaftet. Genna. 29. Okt. Ein furchtbarer Orkan hat gestern hier lud hwere Verheerungen angerichtet. Vormittags entlud sich über Genua ein Gewitter, dem mittags eine Wasserhose folgte. In der Stadt, besonders in den niedrig gelegenen Teilen, wurde großer Schaden angerichtet. Eine Möhelfabrik wurde vollständig zerstört. Ein großer Teil der Telephonnetze wurde unbrauchbar gemacht. 7 Personen wurdunbrauchbur gemacht. 7 Personen wurden verwundet. Cholerg. Antwerpen, 28. Okt. Ueber die Cholera in der Ortschaft Boom wird mitgeteilt, daß von den weiter Erkrankten bis jetzt niemand gestorben ist. Die Zahl der Todesist auf sechs stehen gehlieben. Sämtliche 50 Einmahnfälle ist auf sechs stehen geblieben. Sämtliche 50 Einwohner sind isoliert. Die benachbarten Regierungen sind über diese Cholerafälle benachrichtigt worden. London, 29. Okt. Zur Strandung des Dampfers„Hestia“, wird noch aus Darmouth gemeldet: Die„Hestia“ ging total verloren. Ein Boot vom Wrack mit 4 Personen darin trieb nach Darmouth. Die Insassen sollen tot sein. Die gesamte Besatzung mit Ausnahme der 6 Mann, die vom Wrack gerettet wurden, ist ertrunken. Belfast, 29. Okt. Hier stürzte beim Manöver des CheshireRegiments ein Ponton um. 36 Mann fielen ins Wasser; zwei Soldaten ertranken, ein dritter wurde lebensgefährlich verletzt. Briefkasten der Redaktion. C. W., Bielefeld. Sie müssen kündigen. Briefkasten der Expedition. Achtung, Jilialexpedienten! Von folgenden Filialen haben wir bis heute keine Nachricht erhalten, wie viel Zeitungen für November gebraucht werden: Hunnebrock, Hahlen(Minden), Holsen, Löhne(Bhf.), Neubeckum, Stift Quernheim, Vehlen. Wir machen darauf aufmerksam, daß wir nicht eher Zeitungen überweisen, bis wir die Bestellung vom Expedienten bekommen haben. Standesamts-Nachrichten. Stadt Bünde. In der Zeit vom 16. bis 29. Oktober wurden abete beim hiesigen Standesamt angezeigt: Geburten: Söhne: Zigarrenarbeiter August Hermann hier. Feldstraße Nr. 54: Kaufmann Karl Hermann hier. Feldstraße Nr. 8: Schlachtergeselle HeinGeburten: Schnite rz,. hier, Heinrich Kordes, Nr. 5. Aufgebot: Malermeister Rudolf Friedrich Wilhelm Klausing, hier, Friedrichstraße Nr. 8, und Luise Karoline Adelheid Heitmann, hier, Am Brunnen Nr. 16. Eheschließung: Zigarrensortierer Hermagn Heinrich August Schürmeyer, hier, Südringstraße Nr. 39. und Zigarrensortiererin Friederike Auguste Lücking, hier, Strothweg Nr. 18. Sterbefälle: Kistenbekleber Kaspar Heinrich Friedrich Haubrok, 18 Jahre alt; Hilda Anna Johanne Wiegmann, 26 Tage alt; Postbote a. D. Friedrich August Meyer, 88 Jahre alt. Minden. In der Zeit vom 17. bis 23. Oktober 1909 wurden beim hiesigen Standesamt angezeigt: Geburten. Söhne: Maurer Werner, Dekorateur Offhaus. Töchter: Apothekenbesitzer Will; Bahnarbeiter Südmeyer; Kaufmann Grabbe; Zimmermann Wiese; Arbeiter Löffler. Aufgebote. Bergmann Möller und Wilhelmine Sophie Ernestine Fauth, beide Stadthagen; Arbeiter Vietb u. Christine Wilhelmine Büsching, beide Holzhausen I: Lokomotivführer Bunge, Minden, und Emma Karoline Henriette Hartwig Rehme; Kommissarischer Eisenbabnassistent Müther, Stendal, und Christine Anna Röckemann, Minden: Tischler Wiese, Hartum, und Karoline Friederike Luise Brockmeier, Minden; Sergeant Apking, Minden und Sopbie Philippine Ernestine Busch, Schermbeck; Kutscher Gieseking, Minden, u. Wilhelmine Franke, Meßlingen; Arbeiter Winkelbach und Marie Anna Spengies, beide Bielefeld: Maler Grappendorf und Luise Könemann, beide Minden: Kutscher Kinzinger und Luise Hermine Münnichhausen, beide Minden; Bergmann Pol und Anna Wein, beide Wanne; Bergmann Düwelshöft und Engel Marie Sophie Karoline Becker beide Stadthagen; Sergeant Sillies und Helene Dreier, beide Minden. Eheschließungen. Lokomotivheizer Horstmann und Emma Kettler, beide=Minden; Magistratsassistent Kruse. Dortmund, und Marie Loth, Minden: Realschullehrer Allstadt, Kronenberg, und Charlotte Schmalgemeyer, Minden; Vizefeldwebel Malto und Christine Engelking, beide Minden; Schmied Rabeneck, Bölhorst, und Sophie Finke, Minden. „Sterbefälle. Ehefrau Lazarett=Oberinspektor Stephan geb. Nebert. 65 J.: Sohn des Stellmachers Harmeier, 2 Mon.; Schlosser Schulze, 25 J.: Tochter des Heizers Quint, 1 J.; Sohn des Kutschers Damke, 1 J.: Ehefrau Arbeiter Stöver geb. König, 26 J.: Glasmacher Lücking, 54 J., Neesen. Wanerei-Urtskrankenkasse. Oeffentliche 5880 General-Versammlung (Vertreter-Wahl für Arbeitnehmer). Mittwoch, den 3. November, abends 8 Uhr, findet die Wahl der Vertreter der Kassenmitglieder zu den Generalversammlungen der nächstfolgenden zwei Jahre im Saale des Bielefelder Konzerthauses, Oberutorwall 18, statt. Sämtliche Kassenmitglieder über 21 Jahre werden hierzu eingeladen.— Die Kassenmitglieder haben 114 Vertreter zu Der Vorstand. 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Christine en I: Lokomotivführer line Henriette Hartwig, sistent Müther. Stendal, en; Tischler, Wiese, Harrockmeier, Minden; Serilippine Ernestine Busch, n. u. Wilbelmine Franke, Marie Anna Spengies, d Luise Könemann, beide Hermine Münnichhausen, ina Wein. beide Wanne; Marie Sophie Kgroline llies und Helene Dreier, seizer Horstmann und atsassistent Kruse,„ortRealschullehrer Allstadt. leyer, Minden; Vizefeldbeide Minden; Schmied Minden. t=Oberinspektor Stephan hers Harmeier, 2 Mon.; Heizers Quint, 1 J.: au Arbeiter Stöver geb. I., Neesen. nkenkasse. e 5880 ammlung beitnehmer). r, abends 8 Uhr, Kassenmitglieder zu den den zwei Jahre im Saale Oberntorwall 18, statt. 1 Jahre werden hierzu haben 114 Vertreter zu Der Vorstand. der Firma u moderner unbedingte Vom einBenre findet k oder noch e Kleidung. 5388 Te dche. erworben? 8 Pig. 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In der heutigen Sitzung wurde nochmals der Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Kaulbach darüber vernommen, ob sich nach seiner Meinung die Mädchen in der Voruntersuchung bei der Ablegung ihres Geständnisses der Tragweite dieses Geständnisses bewußt waren. Der Zeuge bejaht die Frage.— Sachverst. Medizinalrat Dr. Neidhardt äußert sich erneut über die intellektuelle Begabung der 12 weiblichen Angeklagten. Er hält mindestens 11 von diesen für mäßig begabt.— Staatsanw.: Wenn das der Fall sein soll, wieviel Prozent der gesamten Menschheit hält dann der Sachverständige fur mäßig begabt? Auch 90 pCt.? — Sachverst.: Die Tatsache, daß die Mädchen in die Erziehungsanstalt gekommen sind, ist an und für sich ein schlechtes Zeichen Dazu kommen die moralischen Defekte, die die Mädchen nicht instand setzen, die feinen Unterschiede zu treffen, die wir treffen können. Es fehlen ihnen auch die massenhaften Vorstellungs= und Verbindungsmöglichkeiten, die ein normaler Mensch hat.— Staatsanw.: Mußten nach Ihrer Meinung sämtnädchen und sämtliche Männer, die aus d Angeklagten, Sachverst.: Man sollte in der Eidesabnahme etwas vorsichtiger sein.— Vors.: Hier handelt es sich ja hauptsächlich darum, daß die Angeklagten aus Furcht falsch geschworen haben und nicht, weil sie von der Bedeutung des Eides keine Vorstellung hatten.— Vert. R.=A. Königsberg: Bleibt der Sachverständige bei seiner Auffassung, daß man sich auf die Aussagen der Mädchen nicht verlassen kann?— Sachverständiger: Man kann sich auf die einzelnen Sachen der Mädchen nicht verlassen, aber das Gesamtbild wird dadurch nicht beeinflußt.— Vert. R.=A. Königsberg: Kann nicht auch eine Beeinflussung der Mädchen unter sich stattgefunden haben?— Sachverst: Das ist möglich, in dem z. B. das Gefühl der Dankbarkeit beeinflußt.— Vert. Königsberg: Sind die Mädchen wenig kritisch?— Sachverst.: Jawohl.— Staatsanwalt: Worauf sind die Schmutzereien wohl zurückzuführen?— Sachverst.: Entweder auf einen besonderen Unmut gegen die Anstaltsleitung oder auf einen besonderen spiritus rector, der vormacht, und dem es die anderen nachmachen.— Staatsanwalt: Nach der Itzehoer Verhandlung sind aus dem Glückstadter Asyl eine Reihe von Mädchen zu einer Frau Kruse geflüchtet, darunter die Angeklagte Ullrich. Was hat die Ullrich der Frau Kruse gesagt?— Zeugin Kruse: Sie war schlecht auf Colander zu sprechen.— Vors.: Die Mädchen haben doch zugunsten Colanders einen Brief an den Kaiser und an den Landeshauptmann geschrieben.— Zeugin Kruse: Mir haben sie davon nichts gesagt. Es gelangt nunmehr das Urteil zur Verlesung, durch das Colander im Juli dieses Jahres von der Itzehoer Strafkammer zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt wurde.— Dann wurde eine Reihe Zeugen vernommen, deren Verwandte nach längerem Aufenthalt als Fürsorgezöglinge in der„Blohmeschen Wildnis“ verstorben sind.— Zeuge Volkmar, dessen Nichte im Krankenhause gestorben ist, macht eingehende Bekundungen über die Mitteilungen, die ihm seine Nichte im Krankenhaus über die Behandlung im Asyl gemacht hat. Sie erzählte, daß sie ihre Arbeiten in einer bestimmten Zeit fertig machen mußte, widrigenfalls sie Stockschläge bis zu dreißig von Colander bekam. Colander hatte sie einmal auch gezwungen, mit den bloßen Händen glühende Asche aus dem Ofen zu nehmen. Colander und seine Frau standen mit dem Stock daneben. Das Ohr der Nichte war von den Mißhandlungen eitrig geworden. Colander hatte die Nichte auch einmal mit dem Stock auf die gefrorenen Finger geschlagen und gesagt:„So mein Kind, ich werde dir die Finger schon wieder warm machen!“ Einmal hatte Colander die Nichte von zwei bis sieben Uhr an die Kette gelegt, alle Stunde wurde die Keite angezogen und Colander schlug dann das Mädchen.— Vors.: Machten diese Mitteilungen Ihrer Nichte den Eindruck, daß sie richtig seien?— Zeuge: Durchaus.— Vors.: Haben Sie etwa Ihrer Nichte angemerkt, daß sie von Haß gegen Colander erfüllt war und deshalb übertrieb?— Zeuge: Keineswegs.— Zeuge Arbeiter Seemann hat an der Arrestzelle Reparaturen vorgenommen. Colander drängte auf Beschleunigung, wobei er sagte, er brauche die Arrestzelle dringend für seine Strafen. Colander erzählte dem Zeugen, in welcher Weise er Die Hosen des Herrn von Bredow. Vaterländischer Roman von Wilibald Alexis(W. Häring). Hans Jürgen hub zuerst wieder an:„Nun geh' nur schnell fort, daß sie dich nicht vermissen und nichts merken. Du kannst auch über mich lassen vor den andern, so viel du willst, ich will dir drum nicht bös sein und es nicht vergessen, was du mir hier gesagt hast. Aber es wird auch mal eine Zeit kommen, wo sie mich nicht hänseln sollen, wo sie mich nicht in den April schicken sollen und nicht hinstellen, vor den alten Büchsen Wache stehen. Und dann, und dann—“ „Hans, wo willst du hin?“ „Geh' nur, ich komme nach.“ „Aber du hast mir noch nicht die Hand geschüttelt, daß du mir wieder gut bist.“ „Ach was, es könnt' einer sehen.“ „Daß du weinst, Hans Jürgen, das schickt sich nicht.“ „Ich weine nicht,“ sagte er barsch, und wollte fort. „Wohig. „Die Bank holen. Sie schwimmt zu weit. Geh' du nur zu deinen Krausen und Tüchlein. Ich habe sie dir wieder hingebracht, eh's einer merkt. Aber sie rief ihn mit einem solchen Ton zurück, daß er folgen mußte. „Die Waschbank ist ein altes Brett, die Fischer werden sie schon auffangen, daß sie nicht in die Havel läuft. Auch ist die Wäsche nun vorüber und die Sonne geht zur Rüste. Hilf mir lieber meine Bleichstücke zählen und zur Mutter tragen. Die anderen Mädchen sind zu wirrig, und jede denkt nur an ihren Part. Isch Eval„„„ 6 4 15 „Böses ist's doch nichts, Hans Jurgen. Da greift ja ein jever mit an.“ „Ich will dir die Stücke zählen und zusammenlegen und bis an den Busch tragen, dann will ich mich schon fortschleichen, daß keiner es sehen soll.“ „Was denn, Hans Jürgen?“ „Nun, ich meine nur, daß keiner dich drum auslacht, weil du's mit mir hältst,„ 1 „Komm!“ rief Eva, und als er noch zauderte, ergriff sie ion bei der Hand. Sie rannten Hand in Hand den Hügel hinab, und grad dahin, wo ihre Schwestern und die andern Mädchen beschäftigt waren, die Stücke von der Bleiche aufzurollen und von den Seilen abzunehmen. Lachend rief sie:„Hier bring' ich einen, der uns helfen soll. Der Faulpelz meinte, er täte genug, wenn er Maulaffen feil hätte vor einer Eselshaut. Aber ich habe ihm bedeutet, daß es damit nicht getan ist. Hans Jürgen ist die Mädchen bewillkommnete, wenn sie ins Asyl geschickt wurden. Der Zeuge selbst hat das nicht gesehen, aber Colander hat wiederholt geäußert, die Mädchen bekämen bei ihm mehr Prügel als zu fressen. Colander erzählte weiter, daß ein dreimaliges Austreten täglich genüge, und wenn die Mädchen öfter austreten müßten, müßten sie eben weniger zu Essen bekommen. Zeuge hielt dem Colander vor, weshalb die Mädchen sich nicht beschwerten, worauf Colander erwidert habe, wenn sie sich beschweren würden, bekämen sie noch mehr Prügel.— Angeklagter Colander: Was der Zeuge angibt, ist nicht wahr. Es ist mir niemals eingefallen, ihm solche Dinge zu sagen. Dagegen soll der Zeuge Seemann nach der Itzehoer Verhandlung zu zwei Mädchen gesagt haben: Tut nur eure Pflicht, dann werdet ihr es bei Colander auch gut haben, denn Colander ist ein guter Kerl.(Heiterkeit.)— Zeuge Seemann: Das ist nicht wahr, in diesem Sinne habe ich es sicher nicht gesagt. Dagegen gebe ich gern zu, daß ich über Colander nicht zu klagen hatte, er hat mich für meine Arbeit gut bezahlt.— Vors.: Zu Ihnen ist er also gut gewesen, zu den Mädchen aber schlecht.— Zeuge Seemann: So ist es.— Zeuge Arbeiter Bumk wohnt in der Nachbarschaft des Asyls, er hat aber mit Colander nicht verkehrt, weil dieser ein zu großartiger und vornehmer Herr war. Zeuge hat auch schon fruhzeitig gehört, daß Colander roh gegen die Zoglinge sich benahm. Der Zeuge machte dann eingehende Bekundungen über die Beobachtungen, die er als Nachbar in dieser Beziehung gemacht hat. Hierauf trat eine Pause ein. Nach der Pause wurden diejenigen Zeugen vernommen, die zur Aufsichtsbehörde über die„Blohmesche Wildnis“ gehören. srat Bachmann schilderte zunächst die Aufsich über das Asyl und sichtsbehörde das Recht habe, die Zustände in der„Blo Wildnis" zu revidieren, und daß sie verschiedentlich auch von diesem Rechte Gebrauch macht. So hat Zeuge im Auftrage des Landeshauptmann die Anstalt wiederholt revidiert, wobei ihm keinerlei Klagen zu Ohren kamen, der äußerliche Zuschnitt der Anstalt war auch ein guter, es herrschte stets Sauberkeit und Ordnung. Die ersten Klagen kamen von der Mutter des Fürsorgezöglings Dunkel, die aus dem Asyl geflohen war. Es erfolgte darauf eine Revision, die jedoch für Colander nichts Belastendes ergab, wenigstens nicht so viel, daß ein Anlaß zum Einschreiten vorlag. Später machten die Verwandten eines anderen Fürsorgezoglings Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, wodurch die Asylleitung erheblich mehr belastet wurde. Am 8. Mai 1908 nahm der Zeuge eine unvermutete Revision vor, bei der er von Geheimrat von Halling und Bürgermeister Brandes begleitet war. Colander befand sich gerade auf dem Felde. so daß die Zöglinge allein vernommen werden konnten. Diese Vernehmung machte keinen guten Eindruck, die Mädchen wurden zu Protokoll vernommen und der Eindruck des Zeugen war der, daß sie übereinstimmend recht belastend gegen Colander aussagten. Allerdings belasteten sie auch den früheren Fürsorgezogling Schwiede sehr schwer. Später widerriefen die Zeugen zum großen Teil die belastenden Aussagen gegen Colander. Der Zeuge hatte den Eindruck, daß die Mädchen bei der Vernehmung nach der Revision die Wahrheit sagten, obwohl sie zuerst alles abgestritten hatten und erst auf eindringliches Zureden die Tatsachen zugaben. Die Darstellung war im allgemeinen bei allen Mädchen ahnlich. Der Eindruck war der, daß die Mädchen schwer zu unter cheiden vermochten, was sie selbst gesehen oder was sie von anderen gehört hatten. Daher waren ihre Bekundungen mit großer Vorsicht aufzunehmen. Colander kam während dieser Vernehmung plötzlich ins Zimmer und sagte, er gehe zufällig vorüber und habe gehört, daß irgend ein Zögling ihn beschuldige. Zeuge hatte schon damals den Eindruck, daß Colander nicht beim Vorubergehen etwas gehört, sondern daß er an der Tür gehorcht hätte. Zeuge ist der Meinung, der er auch früher Ausdruck gab, daß die Anstalt als solche das Recht zur Züchtigung hatte. Die Kleider aus Sackleinwand hat Zeuge bei den Zoglingen nie gesehen, sonst wäre er dagegen eingeschritten.— Der nächste Zeuge war Bürgermeister Brandes aus Glückstadt, gleichfalls ein Mitglied des Kuratoriums. Er hat seinerzeit für die Anstellung Colanders gestimmt, weil Colanders Vater als pflichttreuer Beamter bekannt war und weil man hoffte, der Sohn würde dieselbe Bahn betreten. Anfangs schien Colander auch die in ihn gesetzten Erwartungen zu rechtfertigen, er hielt äußerlich auf Zucht und Sitte, bei den Revisionen war alles sauber. Erst die eingehenden Vernehmungen der Mädchen belasteten den Angeklagten heut' mein Knappe und ich lasse nichts auf ihn kommen. Ohne ihn, wo wären meine Tüchlein und Krausen!" Sie erzählte mit Zungenfertigkeit eine glaubwürdige Geschichte, wie die Bank sich vom Ufer losgerissen. Diesmal war aber nicht sie darauf ins Weite geschwommen, sondern nur alle ihre schöne, feine Wäsche, die in Schilf, Moor und Wasser vielleicht zerstreut, vielleicht verloren wäre, wenn Hans Jürgen nicht zur Stelle und kein so guter Schwimmer gewesen wäre. Dafür belud sie ihm auch Schultern und Arme mit so viel er nur tragen konnte; ja, der vorige Uebermut schien wieder anzuklopfen, als sie ihm sogar eine Flügelhaube, für die sie keinen andern Ort fand, auf den Kopf setzte. Als er ein ernsthaftes Gesicht dazu machte, sah sie ihren lieben Vetter so freundlich an, daß ihm wohl ward. Aber kaum näherten sie sich dem Hauptlager, als sie ihm unversehens die Haube wieder abgerissen hatte und selbst das Pack, das er auf den Schultern trug, unter ihre Arme nahm. 4. Kapitel. Der Krämer und der Sturm. Hans Jürgen und Eva hätten nicht nötig gehabt, sich zu fürchten, weil sie der Edelfrau begegneten. Die Frau von Bredow sah nach andren Dingen. Ein Wunder, daß sie nicht früher das Kichern, Schreien und Händeklatschen gehört, ein Lärm, den eine Hausfrau nimmer dulden durfte. Sie standen, ihr den Rücken zugekehrt. Die schlugen in die Hände. die sprangen vor Lust.„Heidi mit ihm! So ist's ihm recht!“ schrien sie und hörten darüber nicht, daß die Herrin zurnend fragte: wer denn schon Feierabend geboten? Es war nicht der Feierabend, es war ein Reiter, der auf seinem atemlosen Gaule einen sehr unfreiwilligen Ritt machte. Mutwillige Buben hatten ihm das Geleit gegeben mit Ruten und Stricken; aber mehr als ihre Streiche scheuchte das arme Tier der trockne Dornenbusch, den sie ihm an den Schweif gebunden. Der alte schwerfällige Gaul schoß über Stock und Block, unbekümmert, ob der Mann, der auf seinem Rücken saß und sich mit vorgestrecktem Leibe in seinen Mähnen festhielt, einen Willen hatte oder keinen; unbekümmert, ob er noch hing oder schon herabfiel, Der Mann, der jetzt nur noch ein schwarzer Punkt war, war vorhin hier der Mittelpunkt. Es war viel vorgegangen. Als er noch auf seinem Karren stand, wie hatten die Magde Maul und Nase aufgesperrt. Litzen und Seidenbänder, Gespänge, Ketten und Ohrringe, und die feuerroten und schreiend gelben Tüchlein, wie hatten sie in der Sonne geflimmert. Solche Schätze, die ein ganzes Leben glücklich machen konnten, besaß ein Mann. Dann hatten sie mit ihrem Schatz verhandelt, und der Schatz zog endlich sein ledern Beutelein hervor und zählte die Pfennige, ob es reichen würde, und dann war gehandelt und gefeilscht worden, und der Krämer hatte Stein und Bein geschworen, daß das Bändchen und der Ring ihm selber mehr koste, als er fordere, aber um die Hälfte hätte er's doch gelassen, nur der Kundschaft wegen. schwer. Das Kuratorium hatte gegen Colanders Anstellung zuerst Bedenken in sittlicher Beziehung, weil man einem so jugendlichen Manne die Mädchen nicht anvertrauen wollte. Der Angeklagte hatte es aber verstanden, diese Bedenken zu zerstreuen. — Staatsanw.: Wissen Sie etwas davon, daß vierzehn Tage vor der Itzehoer Verhandlung der Angeklagte den Madchen alles nachsah, daß ihnen Kartenspielen und Tanzen erlaubt war und daß der Angeklagte ihnen Geld für Süßigkeiten gab?— Zeuge: Ich weiß nur, daß die Mädchen damals mit dem Hausvater sehr zufrieden waren und daß sie wiederholt sagten, dem Hausvater sei bitter Unrecht geschehen. Sie klammerten sich an Colander wie die Kletten. Vors.: Sie glauben also, daß Colander nicht der rechte Mann auf dem richtigen Platze war?— Zeuge: Jawohl. Er hat es übrigens in großartiger Weise verstanden, diese Verfehlungen zu verdecken. Ich kann ihm das Zeugnis ausstellen, daß er seine Kinder sehr gut erzogen hat. Ich bestätige ihm ferner, daß er die Stellung nur ungern angetreten hat. Er hat sich aber von seinem Vater überreden lassen. Es ist wahrhaftig kein Vergnügen, diese Mädchen zu erziehen.— Der Zeuge erzählte dann eine Reihe von Geschichten, aus denen die Renommiersucht Colanders hervorgehen soll, den er übrigens für nicht ganz normal halte. Daß er die Mädchen geschlagen hat, glaubt der Zeuge sicher.— Vors.: Der Angeklagte bestreitet aber alles.— Zeuge: Das finde ich töricht und sehr dumm. Die Kotgeschichten kann ich nicht begreifen bei der Sauberkeit, deren sich Colander bisher immer befleißigt hat. Ich wundere mich nur, daß die Mädchen sich nicht einmal bei mir beschwert haben. Ich habe Colander wiederholt herausgeschickt und habe die Mädchen gefragt, ob sie sich zu beklagen hätten. Die Mädchen haben aber alle gesagt, sie seien zufrieden.— Staatsanw.: Hat es bei Ihnen nicht Bedenken erregt, daß in kurzer Zeit so viele Todesfälle vorgekommen sind?— Zeuge: Mir ist nie der Gedanke gekommen, daß diese Todesfälle in Zusammenhang mit der Behandlung stehen können. Zeuge Journalist Schweriner ist vom„Tag“ aus Berlin nach der„Blohmeschen Wildnis“ geschickt worden. Er bekundete: Als die Vorfälle in der„Blohmeschen Wildnis“ einige Aufmerksamkeit erregten, wurde ich von meiner Chefredaktion hingeschickt, um ein Bild von dem zu geben, was da passiert war. Ich fuhr hinaus nach der„Blohmeschen Wildnis“ und sprach eine Anzahl Mädchen. Der Eindruck, den ich dort gewann, war der eines fidelen Gefängnisses. Die Mädchen unterhielten sich laut, sie sangen zum Teil und es war alles recht gemütlich. Die Mädchen haben mir auch erzählt, daß alles kolossal aufgebauscht sei und daß es nicht so schlimm sei. Zum Beweise dafur, daß sie es nicht so schlimm hätten, hätten sie einen Brief an den Hausvater geschrieben, den sie mir gaben. Der Brief lautet:„Lieber Hausvater! Nachdem Sie fort sind, ist das ganze Asyl in Aufregung. Fast alle Mädchen verweigern den Gehorsam. Die Hälfte war ausgerückt, jetzt sind wir aber alle wieder hier. Ich kann mir noch garnicht denken, daß Sie uns so schnell verlassen haben. Es tut den meisten Mädchen sehr leid. Wie geht es denn, Herr Vorsteher, und der Familie? Hoffentlich machen Sie sich nicht zu viel Kopfschmerzen über die Sache, es wird schon alles gut werden. Lassen Sie die Hoffnung nicht sinken, das Gute bricht sich Bahn. Verzagen Sie auch dann nicht wenn die schwere Stunde eintritt. Mit bestem Gruß Ihre...(folgen Unterschriften).“— Der nächste Zeuge war der Vater des Angeklagten, der Direktor Colander von der Korrektionsanstalt in Glückstadt. Er bekundet, daß sein Sohn auf seine Empfehlung hin angestellt worden sei.— Vors.: Haben Sie Ihren Sohn für fähig gehalten, eine solche Stellung zu bekleiden?— Zeuge: Er hatte mich als Vater, und ich wollte ihm mit Rat zur Seite stehen.— Vors.: Haben Sie ihm Ratschläge gegeben?— Zeuge: Ich habe meinem Sohn gesagt, er solle die Mädchen behandeln nicht wie Gefangene, sondern wie gefallene Mädchen, die nachher Hausfrauen werden sollen. Ich habe ihm gesagt, er solle sie nicht duzen, sondern mit„Sie“ anreden. Ich habe immer gesagt. er solle es sich zur Richtschnur nehmen, daß die Mädchen dereinst tüchtige Hausfrauen und Mütter werden.— Vors.: Wissen Sie, daß Ihr Sohn nachher doch geschlagen hat?— Zeuge: Mir ist vom Schlagen nichts bekannt gewesen, bis zum Itzehoer Prozeß.— Vors.: Er hat auch „Du“ zu den Mädchen gesagt?— Zeuge: Herr Präsident, vier Fünftel von dem, was hier vorgebracht ist, ist erdichtet und nur ein Fünftel ist wahr. Sie können sich garnicht denken, wie groß die Unbotmäßigkeit, Niedertracht und Brutalität dieser Mädchen ist.— Als der Zeuge weiter von diesen„Frauenzimmern“ Hans Jochem, der Junker, der dock immer obenauf war, wo es was Lustiges galt und Schelmenstreiche, was war er mit einem Male ernst geworden und schaute auf ein Etwas, das der große Handelsmann vor ihm hinhielt. Zuerst sah es aus wie eine große Wurst, etwa zwei Schuh lang und gut einen dick; dann als der Kaufmann die Schnüre löste und es auseinanderlegte und immer weiter und weiter, da hätte einer denken mögen, es wäre ein Sack, um einen Eber darin zu fangen. Aber nun steckte er beide Arme hinein und gar den Kopf auch, und so weit er auch mit den Armen fuhr, er erreichte nicht das Ende, denn ein Fältchen faltete sich nach dem andern, und es war pures schönes Tuch, ausgeschlitzt und gesäumt und gefuttert mit Seiden. Dann gab er's dem Junker zu halten, daß er es gegen die Sonne hielle, und als Hans Jochem es hielt, zitterte fast der Junker vor Freude. „Ihre kurfürstlichen Gnaden haben selbst nicht bessere,“ sagte der Krämer. „Dann ist's nichts für mich,“ sagte der Junker leise und wollte zögernd das Prachtstück dem Kaufmann zurückreichen. „Was,“ rief der,„nichts für meinen Junker von Retzow. Für wen denn sonst? Braucht ein havelländischer Junker sich zu scheuen, um den Leib zu gürten, was der Markgraf umtut! Der Wichard von Rochow, gnödiger Junker, hatte schon bei Lebzeiten Kurfürst Johann Ciceros ein Paar Hosen um, wenn man sie auspuffte, war er in der Breite so lang als groß, und er maß doch an sechs Fuß. Das kümmerte ihn gar nichts, als der Kurfürst hochseliger ihn fragte, ob die Ernte von Golzow im einen und die von Rekahne im andern Beine Platz hätte? Kurfürstliche Gnaden, erwiderte Herr Wichard, auch die von Potsdam, so mir das wiedergeben wurde, was meine Väter mit Recht besitzen taten. Da wandte ihm der Kurfürst den Rücken und sprach kein Wort, aber die andern Edelleute lachten für sich und drückten Eurem Vetter die Hand, daß er's ihm so gut gegeben hatte. „Kriegen Potsdam doch nicht wieder,“ sagte der Junker Melchior. „Probiert sie nur an,“ fuhr der Handelsmann fort, der sich um das Prachtstück nicht viel mehr zu kümmern schien, indem er schon in neuen Schubladen nach neuen Schätzen suchte.„Nehmt Ihr sie nicht, nimmt sie ein anderer. So was verkauft sich von selbst. Bloß probieren, Junker, weiter nichts, damit die Frölein sehen, wie es sitzt.— Ei der Tausend, und wie angegossen, wie zugeschnitten für Euch. Nun häkeln wir's nur ein bißchen fest, und dann die Knieschnallen.“ Junker Hans Jochem hatte probiert. Ueber die knappen Drillichhosen waren die weitgebauschten Tuchhosen mit Leichtigkeit gefahren, und der Handelsmann hatte sie mit fertigen Händen zugenestelt.„Nein, so schön und fürnehm sahen wir unseren Junker doch noch niemals,“ sagten die Mägde, und alles trat zurück, ihm Platz zu machen, und seine Wangen glühten einen Augenblick im Abendrot wie der Saum der Purpurschlitzen, die sich öffneten und schlossen. 1— mal bei einem Besuche in dem Asyl (auf den ja der Angeklagte alle Schuld schiebt) bei Colander im Garten war und ihm zurief:„Hund, verdammter, du hast mir mein Liebchen geraubt, du hast Menschen getötet, du mußt ins Zuchthaus. Vorf:: Was soll diese ganze Geschichte?— Zeuge: Ich bin der Meinung, daß wir da einer gewissen Sorte von Menschen verfallen sind. Ich glaube, daß hier finstere Mächte die Hand im Spiele haben.— Vors.: Den Gedanken geben Sie nur wieder auf.— Zeuge: Ich kann es mir nicht anders erklären.— Vors.: Halten Sie die Strafkleidung für angemessen?— Zeuge: Sie können sich gar nicht denken, wie groß die Schmutzereien waren. Weshalb haben sich denn die Mädchen bei mir nicht beklagt?— Vors.: Weil sie Angst vor Ihnen hatten. Sie hätten natürlich letzten 12 Jahren auf rund 85= bis 90000 Mark. Wo diese dedeutenden Summen in den Jahren geblieben sind, vermag der Angeklagte nicht anzugeben. Viel muß er bei verfehlten Getreidespekulationen verloren haben. Der Staatsanwalt führt als mildernd für den Angeklagten an, daß derselbe ein offenes Geständnis abgelegt, daß es an einer genügenden Kontrolle gefehlt, daß der Angeklagte das Geld durch verfehlte Spekulationen verloren habe. Straferschwerend aber falle ins Gewicht, daß er viele kleine Leute um ihren mühsam erworbenen Verdienst gebracht habe, und daß die veruntreute Summe so ungemein hoch sei. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten wegen qualifizierter Urkundenfälschung in Tateinheit mit Untreue, Betrug Vermischtes. Beim Spielen mit einem Revolper ssen. Jienburg Beim Spielen mit einem Revolper ersche. an der Saale, 28. Okt. Hier erschoß der 13jahrige Schüler an der Saale, 28. Okt. Hier erschoß der beim Soldatenspielen seinen 12jahrigen Schullameraden Hille mit einem Taschenrevolver. Die Kugel drang dem unglücklichen Knaben ins Gehirn und führte seinen sofortigen Tod herbei. nzierter Urkundenfälschung in.27... Kundentalsch und unterschlagung und wegen qualifizierter Urkündenfalschung (Wechselfälschung) und Untreue und Unterschlagung zu der von der Staatsanwaltschaft beantragten Gefängnisstrafe von zwei Zum Tode verurteilt. Stendal, 28. Okt. Das Altmärkische Schwurgericht zu Stendal verurteilte gestern den Grundbesitzer Platz aus Beuster, der im Juli Angestellte der Wittenberger Eisenbahnwerkstatten, die in der Elbe fischten, erschossen hatte, zweimal zum Tode. von Ihrem Sohne bestraft worden sind?— Zeuge: Davon habe ich nie etwas erfahren. Was sollen wir denn mit solchen Mädchen anfangen?— Vors.: Aber jetzt kommen doch keine Schmutzereien mehr vor.— Zeuge: Gerade das macht auf mich den eigenartigsten Eindruck, daß die Schmutzereien plötzlich anfingen und plötzlich wieder aufhörten. Ich glaube, die Mädchen haben sich selbst blaue Flecke beigebracht, um dann zu sagen, sie seien mißhandelt worden. der Staatsanwaltschaft beantragten Gefängnisstrafe von zwei Jahren und brachte ihm auf diese Strafe 3 Monate von der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung. Aus der Untersuchungshaft wurde vorgeführt der Arbeiter Carl Gräwingholt von Gutersloh, weicher schon 14mal, darunter wiederholt wegen Diebstahls und Betrugs, vorbestraft Die Münchener Sprengstoffaffäre. München, 28. Okt. Die in der Berliner Wohnung des Schriftstellers Erich MühHerggefundeneg zahlreichen wriersgagen, haben seige ständige en Briefschaften haben seige ständige in Munchen als unstifter der SprengstoffAffären verhafteten Anarchisten Schultze=Morak und Kellner ergeben. Muhsam, der sonst in München lebte, hat sich in letzter Zeit in Berlin aufgehalten, ohne dort polizeilich gemeldet zu sein. Hierauf wurde die weitere Verhandlung auf morgen(Freitag) vertagt. Logiskollegen allerhand Sachen gestohlen und seinem 14,50 Mark Brotgelder unterschlagen hatte, hat er sich noch an vier verschiedenen Stellen Strümpfe, Schuhe und andere Sachen erschwindelt. In einem Falle ist ihm jedoch sein Vorhaben nicht geglückt. Die Strafkammer erkannte gegen ihn wegen Diebstahls, Unterschlagung und Betrugs im wiederholten Rückfalle auf 6 Monate Gefängnis und brachte ihm von dieser Strafe 3 Monate auf die Untersuchungshaft in Anrechnung. Briefkasten der Gerichtliches. Lübbecke. Wenn Sie mindestens 12 Wochen erwerbsunfähig waren, wird Ihnen auf Antrag die Steuer für das Quartal erlassen Waren Sie nur die angeführten 6 Wochen erwerbsunfähig, dann dürfte ein Antrag aus Erlaß der Steuer kaum Aussicht auf Erfolg haben. W. S. 377, Spenge. Darlehen verjähren in 30 Jahren. Jede Abschlagszahlung unterbricht natürlich die Verjährung. Zinsen 4 Jahren. ** Bielefeld, 27. Okt. Strafkammer. Vor der Strafvielefeld, 27. Okt. Strafkammer, Vor der Strafkammer I hatte sich heute der Landwirt und Rendant der Westbarthauser Spar= und Darlehenskasse, Heinrich Schulte, zu verantworten. Der Angeklagte, von Haus aus Landwirt, hat im Jahre 1891 als kaum 20 Jahre alter Mann die Rendantur der Westbarthauser Spar= und Darlehnskasse übernommen. Als er das Erbe seiner Eltern antrat, war das Kolonat stark verschuldet, und in dieser Verschuldung scheint der Grund zu liegen, daß sich der Angeklagte an den Geldern der ihm anvertrauten Kasse vergriffen hat. Die erste Verfehlung datiert aus dem Jahre 1897. Seine Mutter, die noch im Jahre 1897 Besitzerin des Kolonats war, beantragte und erhielt auch oon der genannten Kasse ein Darlehen von 1500 Mark. Der Angeklagte nahm aber anstatt der 1500 Mark 2500 Mark aus der Kasse. Auf der Schuldurkunde wurden die 1500 Mark in 2500 Mark umgewandelt und diese 2500 Mark in das Hauptbuch eingetragen. Die späteren Verfehlungen entstammen alle seiner Geldnot. Dazu kam noch, daß es an genügender Kontrolle mangelte, und daß es so vieler Jahre bedurfte, bis endlich die Defraudation ans Tageslicht kam. Er hatte nämlich auf mehreren Wechseln das Akzept gefälscht und diese Wechsel bei der Diskontobank in Bielefeld und bei einer Volksbank diskontiert. Als aber die Wechsel nicht prompt von ihm eingelöst wurden, folgte die Entdeckung auf dem Fuße. Zunächst handelt es sich bei ihm um Unterschlagungen aus den Spareinlagen, Wollte jemand eine Einlage machen, so geschah dies ingahe einer Interimsquittung Wenn er nun fur sich in der zweiten Sache Staatsanwalt Dr. Dommes. Der erste Angeklagte wurde durch den Rechtsanwalt Jokusch von hier und der zweite Angeklagte durch den Rechtsanwalt Landmeyer von hier vertreten Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde zunächst gegen den Schlosser Wilhelm Eickhoft von Schildesche, jetzt in Bielefeld wohnhaft, verhandelt. Wie aus der Anklage und dem Urteile hervorging, hat er am 18. Juni d. J. auf der Chaussee von Schildesche nach Vilsendorf den Versuch gemacht, ein junges Dienstmädchen zu vergewaltigen. Er wurde wegen Sittlichkeitsan8§ 152 Zifter 1 in Tateinheit mir Spenge. Das jetzige sächsische Plural=Wahlrecht gibt den Wählern je nach Alter, Bildung und Besitz 1 bis 4 Stimmen. „Volkswacht“ hat aber doch ausführlich üb Die„P### hat aber doch ausführlich über das erst vor „„ ungene uinteneBeseg berichter! wenigen Monaten angenommene Gesetz berich Lenzinghausen. Lassen Sie die gesamten Sachen durch einen gerichtlichen Taxator abschätzen und reichen Sie die Taxe mit dem Antrag auf Schichtung dem zuständigen Amtsgericht ein Dasselbe wird dann die Sache schon regeln. I verfucht verbrechens aus" 170 Hisser Pin Taleinheil mit versachter Notzucht und tätlicher Beleidigung und zwar unter Zubilligung mildernder Umstände zu 1 Jahre und 1 Monat Gefängnis verurteilt, worauf ihm 1 Monat von der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht wurde. Die zweite Verhandlung, die ebenfalls hinter verschlossenen Türen geführt wurde, galt dem aus der Untersuchungshaft vorgeführten Arbeiter Friedrich Behr von Spenge. Derselbe hat am 25. Juli d. J. einem Mädchen, welches vom Sängerfeste in Westerenger heimkehren wollte und dort fremd war, anstatt den Weg nach Enger, wohin sie wollte, einen falschen Weg gezeigt, sie dann überfallen und den Versuch gemacht, sie zu vergewaltigen. Das Schwurgericht verurteilte ihn wegen Sittlichkeitsverbrechens Kontrondersammtungen. im Landwehrbezirk Detmold. unter Annahme mildernder Umstände zu 1 Jahre und 3 Monaten Gefängnis. einlagen. Wollte jeman... Inlage machen, so geschah dies gegen Eingabe einer Inlerimsgnittung, Wenn er nun für sich selber Geld nötig hatte— was leider immer der Fall war—, stollt; er eine Quittung aus in der er auf den Namer des 9 steule er eine Auttlung aus, in der er au, den Kamen den Einlegers bekundete, die Einlage in der Hohe abgehoben zu haben. Darauf wurde auch in das Hauptbuch die Abyebung des Kapitals eingetragen, worauf der Angeklagte das Geld einsteckte. Um einer Entdeckung zu entgehen, wurden die Zinsen von ihm aus eigener Tasche weiter bezahlt. In vielen anderen Fällen hat der Angeklagte nur einen Teil der Einlagen gebucht und den größten Teil der Einlagen in seiner Tasche verschwinden lassen. Wenn zum Beispiel jemand 1320 Mark einlegte, so wurde in das Syarkassenbuch 320 Wark eingetragen. Nachdem walde in dus Spartassenruch 320 Mart eingetragen. Nachbem nun das Buch von den Vorstandsmitgliedern unterzeichnet worden war, wurde eine 1 vor die 320 gestellt und daruber 1320 Mark in Buchstaben geschrieben. Im Hauptbuche liefen nur 320 Mark weiter. Aber der Angeklagte sorgte in allen Fällen dafür, daß dem Einlieger seine Zinsen richtig gezahlt resp. zugeschrieben wurden. In anderen Fällen ist von dem Angeklagten in umgekehrter Richtung verfahren worden. Es zahlte zum Beispiel ein Mitglied 450 Mark ein. Das Sparkassenbuch enthielt auch den richtigen Betrag, während im Hauptbuche eine Einlage von 1450 Mark gebucht worden war. Die 1000 Mark sind natürlich in die Taschen des ungetreuen Beamten gewandert. Ja, es ist vorgekommen, daß er auf diese Weise und zwar in einem Einzelfalle 10000 Mark in die Tasche gesteckt hat.— In dem Darlehnsverkehr hat er in ebenso raffinierter Weise fur seine Taschen gesorgt. Die Leute schenkten ihm so reiches Vertrauen, daß sie bei ser Rückzahlung von Darlehen nicht einmal den Schuldschein zurückforderten, sondern denselben ohne weiteres in den Händen des Rendanten ließen. Nunmehr benutzte er den Schuldschein in seinem eigenen Interesse. Im Korrentverkehr hat der Angeklagte auch stets fur seine Taschen gesorgt. Wenn jemand einen Betrag einzahlte, so erhielt er Ein Nachspiel zur„Radbod“=Katastrophe. Die Haushälterin Auguste Borchard hatte sich vor der Strafkammer zu Dortmund zu verantworten. Sie führte vor dem„Radbod“=Unglück dem Bergmann Schwinderlauf den Haushalt und lebte, da sie selbst mit ihrem Mann in Ehescheidung lag, mit Schw. in sogenannter wilder Ehe. Schwinderlauf verunglückte bei dem „Radbod“=Unglück tödlich. Die von der Zeche ausgezahlte Unterstützung von 50 Mark quittierte die Haushälterin mit dem Namen„Schwinderlauf". Ferner nahm sie eine Karre Kohlen und einen Wagen Brennholz von der Zeche für ihren Haushalt an sich. Das Gericht erblickte in dieser Handlungsweise Betrug und Urkundenfälschung und verurteilte die Frau wegen dieser : Gefängnisstrafe von zwei Wochen.— Das UrEs haben zu erscheinen: 1. Die Offiziere, Sanitätsoffiziere und oberen Militärbeamten der Reserve, 2. Alle Jahresklassen der Reserve 1902—1909, 3. die zur Disposition des Truppenteils Beurlaubten, 4. die zur Disposition der Ersatzbehörden wegen Untauglichkeit 5. diejenigen in der 6. die als zeitig Invalide anerkannten: Mannschaften der Jahresklassen 1902—1909, 7. die Ersatzreservisten brauchen nicht zu kommen. nd Reklamaton Entlassenen,,, 916==5918 jenigen Mannschaften der Landweyr 1. ausgevvis, welche der Zeit vom 1. April bis 30. September 1897 eingetreten Kreis Herford. une Mrene„„„„„„ 0A(Das Velitte zu einer Gelanzulagtaht von dr tchigung En u. teil steht insofern im Gegensatz zu den Entscheidungen des Hilfsteil steht insofern im Gegensatz zu den Ents#.#ungen de. comitees, als die anderen Frauen, die als Haushalterinnen verunglückter Bergleute in Betracht kommen, als Witwen behandelt Das Spinngewebe als Retter. Göttingen, 26. Okt. Der Maurer Wilh. Lösch aus Zellerfeld ist vor langerer Zeit wegen Einbruchsdiebstahls von der Göttinger Strafkammer zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er sollte eines Nachts in das Gebäude des Bahnhofsrestaurants eingedrungen sein und dort 16 Mk. gestohlen haben. Die Vorermittlungen waren durch einen Schutzmann geführt worden, dessen Wahrnehmungen vornehmlich zur Begründung des Urteils gedient hatten. Die Verurteilung erfolgte vor etwa einem Jahre, die Strafe war aber bis heute noch nicht vollstreckt, denn der Beschuldigte wehrte sich mit allen Kräften gegen das Urteil und setzte die Wiederaufahme des Verfahrens durch Die größte Hilfe hat jam Rühme des Verführens durch. Die größie Wilse hal ihm hierbei der Gendarmerie=Oberwachtmeister Bockkopf geleistet. Dieser war em Morgen nach dem Diehstahl hei der Besichtig Außerdem wurde festgestellt, daß er einen Bürgschaftsschein über 15000 Mark auf 20,000 Mark gefälscht, und die 5000 Mark für sich verwandt hat. Mit dieser Kasse war nun die Ravensberger Ankaufs= und Verkaufs=Genossenschaft verbunden, deren Geschäftsführer auch der Angeklagte war. Diese Genossenschaft kaufte für sich Kunstdünger und Futterstoffe engros ein. Diese Gesellschaft hat der Angeklagte durch Unterschlagung um rund Mark geschädigt. Aehnlich lag es mit dem Verkauf von Getreide. Wohl hat er das von den Mitgliedern gelieferte Getreide an den Mann gebracht, aber es sind auch in diesen Fällen die vereinnahmten Gelder unterschlagen worden. Die gesamten Veruntreuungen und Unterschlagungen belaufen sich in den war am Mergen, nuch dem Viebstähl dei der Bestanigung der Tatortes ebenfalls zugezogen und hatte ein durcheus anveres Bild von der Sache gewonnen. Er jetzte dies heute der hiesigen Strafkammer, die wiederum über den Fall zu entscheiden hatte, auseinander. Der Angeklagte könnte nur dann als der Täter in Betracht kommen, wenn sich die Annahme des Schutzmanns bestätigte, daß der Dieb über ein geteertes Dach hinweg durch ein bestimmtes Kammerfenster eingestiegen war. Nach der Darstellung des Wachtmeisters war dies aber vollkommen ausgeschlossen, denn erstens zeigte das schwarze Teerdach keinerlei Spuren von Fußtritten und zweitens hing noch am andern Morgen vor dem betreffenden Fenster ein altes Spinngewebe, das beim Einsteigen einer Person unbedingt hätte zerreißen müssen. Nach Ansicht des Wachtmeisters konnte das Geld nur von einem Bewohner des Hauses selbst gestohlen worden sein. Schon nach dieser Klarlegung verzichtete das Gericht auf die Vernehmung der übrigen Zeugen. Der Staatsanwalt selbst beantragte Freisprechung und das Gericht erkannte demgemäß. Die Kosten wurden der Staatskasse auferlegt. I. Im Bezirk des Meldeamts Bünde. Am 2. November 1909, 10 Uhr vormittags, Bahnhos Löhne im Saale des Hotels Horstkotte, für sämtliche Mannschaften im Amt Gohfeld.„„. 44468. mm.. am 2. Nov., 2.30 Uhr nachmittags, in Mennigyuffen auf dem Spritzenhausplatz, für samtliche Mannschaften in Mennighüffen, Obernbeck und Beck, Uhlenburg des Amtes Menniobüffen,„ 1000 gn eg ge am 3. Nov. 1909, 9.30 Uhr vormittags, in Stift=Quernheim neben der Gastwirtschaft Budde, für sämtliche Mannschaften in St. Quernheim, Quernheim, Häver, Kirchlengern, Klosterbauerschaft und Rehmerloh des Amtes Mennighüffen, am 3. Nov. 1909, 3 Uhr nachmittags, in Schwenningdorf auf dem Spritzenhausplatz, für sämtliche Mannschaften im Amt Rödinghausen,* am 4 Nov. 1909, 11 Uhr vormitlags, in Spenge im Saule des Gasthofs zum Deutschen Kaiser, Heitmann, für sämtliche Mannschaften im Amt Spenge,„ am 4. Nov. 1909, 2.30 Uhr nachmittags, in Enger im Saale der Gastwirtschaft Pörtner, für sämtliche Mannschaften im Amt am 5. Nov. 1909, 10 Uhr vormittags, in Bünde im Stadtgarten, Jahresklassen 1902—1904 der Reserve und die unter 1, 5 und 6 Bezeichneten, in Stadt Bünde und Amt Ennigloh, am 5. Nov. 1909, 3 Uhr nachmittags, in Bünde im Stadtgarten, Jahresklasse 1905—1909 der Reserve und die unter 3 und 4 Bezeichneten, in Stadt Bünde und im Amt Ennigloh. Als er schüchtern gefragt, was sie wohl gelten täten, hatte der Krämer: Pah! gerufen, sie würden auch nicht das römische Reich kosten. Unversehens, meinte Hans Jochem, war er ans Fließ getreten und hatte sich unversehens im Wasser beschaut. So hatte ihm nie ein Kleid gestanden. Und er dachte: Ei, und wenn's auch eine Mark ist!„Frag ihn aber genau, Hans Jochem, der Hedderich ist ein Schelm, hatte Mühmchen Agnes ihm besorglich zugeflüstert. Und das Wort war nun ausgesprochen, das alle Freude vergällte, und eiskalt und schwer bauschten sie ihm nun die Hüften und schienen den armen Tor auszulachen.„Fünf. verichnitten, fuhr der Kramer„orl,„U um vir Gusen und„7 fort.-unc zig Ellen Zeug verscnitten, fuhr der Kramer fort.„und Framländisches, vom feinsten, wie es nur ins Land gelummen, und die Schlitzen von mailändischer Seide und die Schnallen von Venedig. Ein vaar Mark ist gar kein Geld dafür!“—„A armer Hans Jochem!“ hatte Agnes leise geklagt. Der ist mir sicher, hatte Klaus Hedderich gedacht.„Wer wird von jungen Leuten har bezahlt nehmen. Im Stoa z. Havelberg do liegt meen Schilling gut aufgehoben und ner ein wird von jungen Leuten bar bezahlt nehmen. Im Stock zu Gabeleerg, da legl mein Schilling gul ausgeheden, und nur ein Wort vom gnädigen Vormund, so zahlt er auch drei Mark fürs Warten. Wie sollte Junker Gottfried zahlen wollen für ein Paar Pluderhosen, er, der— Welche niederschlagenden Wetterwolken zückten da um alle. Wär's doch für Hauses Ehre war auch des armen Leibeigenen Ehre. batte er nicht.„. 6.—6 8 Hem oher nestelte— Das dachten die andern, Hans Jochem über nestelte un dem Bund, und ihm zur Qual hatte der Krämer den Riemen so fest verhakt, daß er's gar nicht loskriegen konnte. Bald darauf hatte er aber ganz anders ausgesehen. Da stand der Krämer nicht mehr auf seinem Wagen, wie ein Herr der Herrlichkeit. Sie hatten ihn heruntergerissen und schrien ihn an, und er hob umsonst seine Hände und beteuerte umsonst seine Unschuld. Die Magde hatten am Fließ an einem der bunten Tücher, die er als echt verkauft, die Probe gemacht, und:„es ist falsch!“ schrien die wütenden Dirnen und die Knechte wiederholten:„er verkauft falsche Ware!" Das nasse Tuch schlug ihm ums Gesicht, daß es gelb und rot wurde. Vor Schrecken war der Anne Susanne der Silberring, den der Großknecht Christoph für sie gekauft, aus der Hand gefallen, und der ein Brautring werden sollte, zersprang am Stein, auf den er fiel; und das Silber war zusammengelötetes Blei. Nun schien es um den Krämer Klaus Hedderich getan. Vergebens lag er auf seinen Knien und versprach Buße, vergebens rief er er selbst sei von den Nürnberger Herren betrogen worden, vergebens versprach er schöne bessere Ware dafür, ein Goldringlein, das des Kurfürsten Goldschmied II. Im Bezirk des Meldeamts Herford, Am 23. Nov. 1909, 9 Uhr vormittags, in Herford im Saale des Gasthofes Feld, Bünderstraße Nr. 8, die Jahresklasse 1902—1903 der Reserve sowie die unter 1 und 5 Bezeichneten, in Stadt und Feldmark Herford und Stift Berg,„ am 23. Nov. 1909, 3 Uhr nachmittags, in Herforo im Saale des Gasthofs Feld, Bünderstraße Nr. 8, die Jahresklassen 1904—1905 der Reserve, in Stadt und Feldmark Herford und Stift Berg.„ 4„fo am 24. Nov. 1909, 10 Uhr vormittags, in Herforv im Saale des Gasthofs Feld, Bünderstraße Nr. 8, die Jahresklassen 1906—1909 der Reserve und die unter 3, 4 und 6 Bezeichneten, in Stadt und Feldmark Herford und Stift Berg,„ am 24. Nov. 1909, 3 Uhr nachmittags, in Herforo im Saale des Gasthofs Feld, Bünderstraße Nr. 8, die Jahresklassen 1902—1904 der Reserve und die unter 1 Bezeichneten, im Amt Herford=Hiddenhausen,„„ am 25. Nov. 1909, 10 Uhr vormi#tago, in Herforo im Saale des Gasthofs Feld, Bünderstraße Nr. 8, die Jahresklassen 1905—1909, im Amt Herford=Hiddenhagser,„„ K64 am 25. Nov. 1909, 3 Uhr nachmittags, in Vrorho im HoleDelkeskamp, Wirt Brake, sämtliche Mannschaften von Stadt und Amt Vlotho. Anmerkungen: Den Offizieren, Sanitätsoffizieren und oberen Millitär= beamten geht eine besondere Aufforderung zur Teilnahme beamten geht eine besondere Aufforderun an den Kontrollversammtungen nicht zu. 2. Militärpaß und Führungszeugnis, sowie Kriegsbeorderung oder Paßnotiz sind mitzubringen.„ 9.12g# Ausbleiben ohne Entschuldigung oder unpuntnen Erscheinen zur Kontrollversammlung wird nicht nur mit Arrest bezw. Beorderung zum Standort des Meldeamts oder Bezirkskommandos bestraft, sondern es erfolgt auch auf Grund der§§ 11,4 und 12,8 der Wehrordnung Versetzung zückten da um alle. Wär's doch zur ganz Hohen=Ziatz eine Ehre, so dachte der Meier, so dachte der Knecht. Unv der unterste leioeigene wendische Mann, der mit den Schweinen unter einem sich gefrent, wenn das bubsche Biehl'Fhnker, Soer Ghoh, nicht ean tüic gewann. Wos hot: Einng, a1a., nicht schnell genug wenn er aufs Roß stieg. Einmon, uls er nich.#g 9.—5 beiseite sprang, hatte er ihm mit der Gerte Finezi,#60 durch die Schwielenhaut drang, und vier fehl...,— ihn uberritten, aber der Junter gehörte doch zum Haus. sätte er Des ihm! schrie es. Karren umgest Kasten und Kisten rollten. Sie zerrten und stie den ihn, und die Peitschenschnüre der Knechte konnten gar nicht an ihn kommen vor den ergrimmten Mädchen, die mit ihren Fäusten und Nägeln gegen den gotivergessenen Betrüger eiferten. (Fortsetzung folgt.) in die nächstjungere Jahresklasse. Begründete Befreiungsgesuche sind unter Beifügung amtlich beglaubigter Atteste rechtzeitig bei den Meldeamtern bezw. Bezirksfeldwebeln anzubringen, widrigenfalls sie unberücksichtigt bleiben.(Für Offiziere 1. Dienstanweisung S. 8 vIII Zifer 5)„ 4.„pursammiumn werden Gno. Nach Beendigung der Konkronversammlung werven Anund Abmeldungen, sowie Gesuche und prototollarische Vernehmung auch von denjenigen Mannschaften entgegengenommen, welche bei der Kontrollversammlung nicht in der Front stehen. Den Mitgliedern von Kriegervereinen ist das Anlegen von Vereinsmützen und Vereinsabzeichen gestattet. Detmold, den 20. Oktober 1909. Königl. Bezirkskommando. gez. v. Baße, Oberstleutnant z. D. und Kommandeur. Aöonnementöhreis für Bielefeld und Umgegen wie bei sämtlichen Agenture ins Haus gebracht 60 Pfg.n lich. Durch die Post be 1,80 Mr. vierteljährlich er Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg Erscheinungstage mit Ausnahme der SonnFeiertage täglich nachmitt Fernsprech=Anschluß Nr. Nr. 254. Die heutige N einschließlich der Unt Der Liberalismus in und man besinnt sich er Freude über den Stur viele Spanier gedacht h der Spitze der Regierun man sich an die trostlose und kommt zu der Uebe Moret auch kein erns wirtschaft zu erwarten seines Gesinnungsgenoss sagt. Dieser war urspr ihm auch, nachdem er zu formen, darunter das sich zum schmiegsamer wechselte er in der Regiab, und der Kampf zwis lichen Schaden zugefügt. beide nicht verhindern. In Spanien haben einzigartig gestaltet. D und agrarischen Ausbeu erst dann wirksam bekä wicklung in diesem Land ist aber gerade das Ziel eine Macht geschaffen h seinen Mitteln ist das sich alle wirtschaftlichen Möglichkeit alle geistige ihm ausgelieferten Volk waltmitteln, wie die E Die herrschenden Kla Ideen erfüllt sind, liber mehrfach den Versuch schaft zu befreien, aber u die liberale Verfassung kam dem Scheusal Ferd grausamen Schlächtereie Christine, welche die rüchtigte Tochter Isab man sich gezwungen, die und 1840 wurde Espa scheidend besiegt, zum Re Staatsmann, der ein mo Verkehr beleben und Er erkannte ganz richtig d sierung seines Landes; a ein Gesetz, das die Kirc und für Bezahlung der Staatsmitteln auswarf. fernt, die Kirche vom Ste lichkeit für ihre Dienste oder vielleicht wegen di und den unzufriedenen zum Aufstand zu bri Es wurde alsdann die n jährig erklärt. Unter d als Katharina II. tr rose erhielt, führten ihre Mißwirtschaft ein, daß 1 bella vertrieben wurde. ranos wurde Amad Italien, zum König blikanische Bewegung so ward Spanien zur Re Man hätte glauben Höhe erreicht, nicht wi würde unter die Füße es so. Die Früchte der der Veränderung der ä Unwissenheit und Stum in den Schulen domini Entwicklung konnte nicht publik wurde von inner Karlisten angegriffen. 2 war ein großer Redner, vergangen, ward die Re stürzt und die bourbon Sohne der Isabella, wi ihrem derzeitigen Liebho aber doch für gut, sie seinem jetzt regierenden nach und nach wieder be blikaner Castelar, der ge politische Wandlungen kommen, daß man bei d spanischen Volkes den V nicht mehr wagen könne. schenden Klassen sich nich Spanien von der Psaff die, wie wir gesehen, dur aus bestätigt wird. Diese Befreiung kanr Volkes sein. Man begreift, daß u. beiterbewegung noch nich mit Nachdruck in den Ge bewußten Arbeiter habe haupt für sie möglich! wächst für sie durch die in anderen romanischen zahlreich sind. Fried gehend geschildert, welch während der inneren Ka Der gegenwärtige 8 zücken des Mannes sein, sitzt. Aber auch der## kann für Spanien die als die päpstliche Tugen hat abwenden können.