18; Kuvferschmiet jann, Theesen 54 Näherin Trüschel rshagen 12, und : T ö n s m a n n, h i e r# ip, Theesen 1064 Plätterin Krömte, Bielefeld, und Rixe, Brake 87 abrikarbeiter Gerikarbeiterin LohPohlmann, 73 J. d Kerker, 6 Mon. hier, Am Kirch= „Brake 15: Kind Witwe Werning Brinkhoff, 1 J. lp, 18 Tage, hier 39: Ackergehilfen rockschmidt, 14 J. Wilhelmstr. 273 Ehefrau Tiemanp ingemeldet in der Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld.: Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ Gerisch& Co., Wieleseld. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. 247. Bielefeld, Freitag, 22. Oktober 1909. 20. Jahrg. Kornfeld, Kaiseruelle 114; Glaslugust Diekmann. Bielefelderstr. 92; Lehrer Friedrich dieke, Friedrichs„Senne I 131; Maurer Meier, cstr. 20; Tischler Wilhelm Niediek, 33; Kesselschmied schmied Wilhelm heliche Geburten. Niederstr. 51a, Dietrich Heinrich inne Graumann, senne I 197. und in Veter Böhm, I 41; Bergmann a Rodenbrügger, 124, und Emma ormann, Niederifmann Friedrich onprinzenstr. 50. zeinrich Trüggelullmann, Steintr., 50, und Wilil Wartig, BieleZielefelderstr. 57. lhelm Borgsen, 54; Eisendreher lweg, Quelle 27; 76, und Karoline hausen, Herford, 124; Uhrmacher Rosina Utbrock, e, Kaiserstr. 86, sosef Schijurski, g; Albert Brinmann, 5 Mon.; 18 J. Quelle; rmann Heinrich 8 Stund.; Frida Lilhelm Asholt, ter, 19 Stund.; sen! Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. gisch und unab. n. Jetzt ist eine ür diese Tätigum Trutz, dem terpresse! tzgetränke lußmittel ledigmaegenüber bephys. und diät. e ist, nicht aber r die erregende den Durst und lkohol.„Ebenso uf das Nervenils so verdünnt s die Wirkung trifft, so wollen nser mehr oder nachen und es warm genossen in Getränk, das oolische Gärung folg, wenn eine m toffeinfreien haftlichen Fortund den Kakao itismus,„Das nehr selbständig zeitung" übersch enl! (Uno.) Der Fall Ferrer. Der scheußliche Justizmord, den die spanische Regierung an ferrer begangen hat, erregt in einer ganzen Reihe europäischer Kulturländer einen gewaltigen Sturm der Entrüstung. Hinter Belgien, Frankreich, Italien und selbst Oesterreich steht dabei aber Deutschland verhältnismäßig zurück, und nicht nur die deutsche Bourgeoisie, sondern auch das deutsche Proletariat, wobei jedoch zu bemerken ist, daß es nicht das elbe zu sein braucht, wenn zwei dasselbe tun oder, wie in diesem Falle, dasselbe unterlassen. „Die deutsche Bourgeoisie und namentlich ihre Intellektuellen, auf die es ja in erster Reihe ankommt, zeigen bei dieser Gelegenheit wieder, daß in der Leporelloliste ihrer Tugenden der Mut an allerletzter Stelle steht. Ja, wenn die hohe Obrigkeit einen deutlichen oder auch nur verstohlenen Wink gibt, dann sind die „Edelsten und Besten“ sofort bei der Hand, den Tamtam patriotischer Begeisterung oder auch sittlicher Entrüstung zu schlagen, allein wo dieser Wink fehlt, wo es mindestens im ungewissen bleibt, ob solche Kundgebungen„oben“ genehm sind, da ist Vorsicht der bessere Teil der Tapferkeit, selbst wenn die Lust zum Demonstrieren noch so groß sein sollte. Und diese Lust ist in dem Falle Ferrer, wie die Haltung der liberalen Presse zeigt, unzweifelhaft sehr groß; nur daß der Teufel wissen mag, ob die hochwohllöbliche Polizei damit einverstanden ist. Deshalb hüten sich die deutschen Intellektuellen, die berühmten„Notabilitäten“ der Bourgeoisie, vor Massenkundgebungen, wie sie die gleichen Elemente in Frankreich, Italien und anderen Kulturländern veranstaltet haben, zum abermaligen Beweis dafür, daß der Zweig der europäischen Bourgeoisie sich vor ihren anderen Zweigen durch seinen— sagen wir— Mangel an Mut auszeichnet. Ganz anderer Art sind die Gründe, die der deutschen Arbeiterklasse eine gewisse Zurückhaltung in den Protesten gegen den an Ferrer verübten Justizmord auferlegen. Selbstverständlich spielt dabei für sie in keiner Weise mit, was den lebenden Ferrer von dem klassenbewußten Proletariat getrennt hat. Sein tapferer Tod hat gesühnt, was er im Leben gefehlt haben mochte, und Justizmord bleibt Justizmord, gleichviel von wem oder an wem er verübt wird. Aber eben deshalb! Der an Ferrer verübte Justizmord ist nicht der erste, der auf dem Schuldkonto der. spanischen Regierung steht, sie hat unzählige Arbeiter, die so unschuldig waren wie Ferrer, in gleich infamer Weise gemeuchelt, und wir wüßten nicht, daß sich deshalb auch nur ein leiser Lufthauch auf dem weiten Meere der europäischen Bourgeoispresse erhoben hätte. Was sie empört, ist nicht der Justizmord als solcher, sondern der an einem bürgerlichen Intellektuellen verübte Justizmord, und mit dieser Heuchelei hat die Arbeiterklasse nichts zu schaffen. Sie verurteilt den an Ferrer verübten Justizmord ebenso, wie sie die an ihren Kameraden verübten Justizmorde verurteilt, aber das einfachste Gefühl der Selbstachtung muß ihr verbieten, so ohne alle Vorbehalte in den Lärm darüber einzustimmen, nicht daß ein Justizmord überhaupt, sondern daß ein Justizmord an einem bürgerlichen Intellektuellen verübt worden ist. Einzelne liberale Blätter sagen nun, daß sich die belgischen, französischen, italienischen Arbeiter nicht von solchen„kleinlichen Bedenken" anwandeln ließen, sondern, erhaben über einseitige Parteiinteressen, dem Empörungsschrei der„gesamten Kulturwelt“ gegen das spanische Pfaffenregiment zugestimmt haben. Nun liegt uns gewiß vollkommen fern, ausländische Schwesterparteien zu kritisieren, und wir verstehen vollkommen, daß der Kampf gegen den Klerikalismus für belgische, französische und ialienische Arbeiter eine ungleich größere Bedeutung hat als für deutsche Arbeiter. Was wir für diese beanspruchen, ist nicht entfernt ein größeres Maß von Intelligenz, sondern nur ein größeres Maß von Erfahrung, was nicht einmal ihr Verdienst, sondern die Wirkung der Tatsache ist, daß die bürgerliche Intelligenz in Deutschland viel elender ist als in anderen europäischen Stackten. Wir lasen dieser Tage in den Zeitungen, daß die römische Volksmasse das Automobil des römischen Deputierten Cartani wegen dessen feiger und verräterischer Haltung gegenüber dem Fall Ferrer zertrümmert habe, aber dasselbe Automobil sahen wir vor sechs Monaten, bei der Wahl Cartanis, durch die römischen Straßen fahren, umdrängt von jubelnden Volksmassen und nicht zuletzt von Arbeitern, die sich beschieden hatten, den Schwanz der antiklerikalen Opposition zu bilden, obgleich der Wunsch Cartanis, daß nur akademisch gebildete Mitglieder der Sozialdemokratie für ihn agitieren möchten, da die Agication waschechter Proletarier für einen römischen Prinzipe ein wenig genierlich sei, nicht eben sehr einladend war. Nichts anerkennenswerter gewiß, als daß die römischen Arbeiter ihren Irrtum so gründlich und rasch ausgeglichen haben, allein derartige Enttäuschungen sind in der Politik niemals sehr angenehm, und die Methode der deutschen Arbeiter, eine antiklerikale Opposition erst auf Herz und Nieren zu prüfen, ehe sie sich ihr anschließen, hat am Ende auch ihre Vorzüge. Wir fürchten, daß bei einer solchen Prüfung der gegenwärtige Entrüstungssturm gegen das spanische Pfaffenregiment recht mangelhaft bestehen wird. In seiner Art ist er wohl echt und er hat zudem einen Umfang angenommen, wie niemals früher irgend ein Protest gegenüber irgend einem Pfaffenregiment, was eben dem Falle Ferrer seine besondere Bedeutung gibt. Man kann an ihm erproben, was es mit jener„Macht der öffentlichen Meinung“ auf sich hat, in der die Revisionisten eine wirksamere Hilfe für das Proletariat erblicken als in der revolutionären Entwicklung.“) Was ist denn bei dem Entrüstungssturm wegen *) Würde Genosse Mehring in der praktischen Agitation stehen, so würde er diese Gelegenheit nicht zu einem Ausfall gegen die„Revisionisten" benutzt haben. Lassalle, der eingesteischte Hegelianer alter Schule, war doch gewiß der Mann der revolutionären Entwicklung, und in seiner Broschüre über Verfassungswesen kann man lesen, daß er auch der öffentlichen Meinung ein Stück Macht im modernen Staate zusprach. Für uns ist wichtig, zu betonen, daß die Entscheidung beim Kampfe um die Machi nur durch die proletarischen Organisationen herbeigeführt werden kann, und daß die„Radikalen“, welche alles von der revolutionären Entwicklung erwarten, ebenso schlechte Revolutionssoldaten sind, wie die„Revisionisten", welche von der öffentlichen Meinung Wunderdinge erhoffen. Die Zahl der letzteren dürfte übrigens gering sein im Verhältnis zu den „Radikalen“, welche über die radikale Phrase nicht zur fleißigen Organisationsarbeit kommen. Anm. d. Red. d. V. Ferrers Ermordung herausgekommen? Absolut nichts. Die spanische Regierung hat den Mann taltblütig gemordet, obgleich sie wußte, daß sie die„Macht der öffentlichen Meinung“ gegen sich hatte, und die europäischen Regierungen denken nicht im Traume daran, sich durch diese„Macht“ imponieren zu lassen und der spanischen Regierung auch nur ein Haar zu krümmen. Man wird uns hoffentlich nicht einwenden:„Ja, was soll denn zum Beispiel die deutsche Regierung tun, um die spanische Regierung wegen der Ermordung Ferrers zu strafen? Sie kann deshals doch nicht den Krieg an die spanische Regierung erklären.“ Würde uns dieser Einwand gemacht, so würden wir die erleuchteten Köpfe der bürgerlichen Intelligenz, die ihn erhöben. nur bitten, sich doch nicht dümmer zu stellen als sie sind. Hätten die europäischen Großmächte oder auch nur eine von ihnen den guten Willen, auf die„öffentliche Meinung“ der„gesamten Kulturwelt" zu hören, so hätten sie Mittel und Wege genug, die spanischen Pfaffen zu Paaren zu treiben. Es sei nur an die Pressionsmittel erinnert, womit die Schweiz mehr als einmal untergeduckt wurde, nicht weil ihre Regierung im Blute unschuldig gemordeter Freiheitskämpfer watete, sondern weil sie verfolgten Republikanern dasselbe Asylrecht gewährte wie verunglückten Monarchen. Und so wenig die„Macht der öffentlichen Meinung" bisher etwas ausgerichtet hat, so wenig wird sie fernerhin etwas ausrichten. Der Lärm wird noch einige Tage oder unseretwegen auch Wochen weitergehen und dann allmählich einschlafen, bis man es dem Blute, das die mörderischen Pfaffen in Spanien vergossen haben, allein überlassen wird, zum Himmel zu schreien. Es wird nichts anderes dabei herauskommen, weil nichts anderes herauskommen kann, weil die Regierungen aus alter Erfahrung wissen, daß die Wut der bürgerlichen Intelligenz eine ohnmächtige Wut und in der Tat nur eine Wut über die eigene Ohnmacht ist. Die Regierungen selbst aber, und namentlich die deutsche Regierung, stehen dem ganzen Entrüstungssturm kühl bis ans Herz hinan gegenüber, aus keinem anderen Grunde, als weil keine von ihnen sicher ist, daß sie nicht morgen zu denselben Mitteln greisen wird, womit heute die spanische Regierung arbeitet. Gegenüber den Strömen sittlicher Entrüstung, die durch die Spalten der liberalen Presse wallen, nimmt sich die Beschönigung des an Ferrer verübten Justizmordes durch die regierungsfreundlichen Blätter sehr häßlich aus; besonders arg treibt es der Knuten-Oertel, der in der widrigen Mischung von gottseligem Flennen und brutaler Henkersgesinnung ein würdiger Nachfolger des Kreuzzeitungs=Hammerstein ist. Aber immerhin haben diese Organe den Vorzug, die Dinge zu sehen wie sie sind, und nicht wie die liberale Presse wünscht, daß sie sein möchten. Sie hüten sich, heute zu verfluchen, was sie morgen je nachdem segnen müssen und was sie gestern schon gesegnet haben. Ob die spanische Regierung auf nichtige Vorwände hin den Anarchisten Ferrer erschießen oder die deutsche Regierung auf gleich nichtige Vorwände hin den Anorchisten Neve— einen ebenso reinen und uneigennützigen Charakter, wie Ferrer nur einer gewesen sein kann— zum langsamen Kerkertod im Zuchthaus verurteilen läßt, das ist nicht eben ein wesentlicher Unterschied, und zumal kein Unterschied zugunsten der deutschen Regierung. Die reaktionären Blätter in Deutschland wissen sehr gut, was der Schnapsblock angerichtet hat; sie wissen sehr gut, daß die nächsten Reichstagswahlen ihnen eine Quittung bringen müssen, bei der ihnen die Augen übergehen werden. Danach bleibt ihnen nur die Politik der spanischen Pfaffen übrig, und deshalb hüten sie sich, diese Ehrenmänner zu verleugnen. Wo dann aber die bürgerliche Intelligenz bleiben wird, das wissen wir aus den Tagen des Sozialistengesetzes, und so verträgt sich die schärfste Verurteilung des an Ferrer verübten Justizmordes sehr wohl mit einer kühlen Zurückhaltung gegenüber dem Entrüstungssturm, den die„gesamte Kulturwelt“ dagegen entfacht hat. Enttäuschungen in der Politik sind, wie wir schon sagten, immer sehr unangenehm, zumal in Fällen, wo ein ungewöhnliches Maß von Kurzsichtigkeit dazu gehört, sich täuschen zu lassen oder sich selbst zu täuschen. Franz Mehring(in der„Neuen Zeit"). Die Arbeiterschaft für die Arbeitsfähigkeit des Parlaments. Der Aufmarsch der Wiener Arbeiterschaft. Dr. P. Wien, 17. Oktober. Wie in den Tagen des Wahlrechtskampfes ist heute die Arbeiterschaft von Wien in Massen aufmarschiert, um für die Arbeitsfähigkeit des Parlaments zu demonstrieren. Von jenem denkwürdigen 28. November 1905 abgesehen, da die Viertelmillion beim Parlamente vorüberzog und damit das Schicksal der Wahlreform entschied, hat es in Wien keine Demonstration gegeben, die an Macht und Größe der heutigen Demonstration gleichkommt. Die Parteivertretung hatte die Massen gerufen, um„das Parlament zu mahnen, sein Recht zu wahren und seine Pflicht zu tun". Die Sorge um das Schicksal des Parlaments, das die Arbeiter in blutigen Kämpfen sich errungen, brachte die Massen in Aufregung. In dichten Zügen kamen die Arbeiter von den Sammelstellen der Bezirke zum Rathause. Jedem Bezirke wurde eine Standarte vorangetragen mit dem Namen des Bezirks. Selbst aus den weniger industriellen Bezirken kamen mehrere tausend Arbeiter. Viele, viele Tausende aber aus den Arbeiterbezirken Favoriten, Ottakring und Floridsdorf. Um 10 Uhr sollte die Versammlung in der Volkshalle des Rathauses beginnen. Um ½9 Uhr kamen aber schon die ersten Züge aus den dem Rathause zunächst liegenden Bezirken an, und je mehr die Zeit fortschritt, um so dichter wurden die Massen auf dem Riesenplatze, der sich zwischen dem Rathause, dem Parlament, der Universität und dem Burgtheater ausdehnt. Nur ein ganz kleiner Bruchteil der Arbeiter fand in der Volkshalle Platz. An die 70000 Arbeiter standen draußen auf dem großen Platze, wo denn rasch ebenfalls Versammlungen improvisiert wurden. Die Versammlung in der Volkshalle wurde vom Abg. Skaret eröffnet, der feststellte, daß die Demonstration gegen die Una det der Regierugg, wie gggepieden chaubinstischen Wohn. sinn der bürgerlichen Parteien Proiest erheben sollte. Zu Vorgbenden wurden dann Pernerstorfer und Hueher gewählt. Abg. Pernerstorfer erinnert in seiner Begrüßungsansprache an die großen Aufgaben des Parlaments: vor allem die Sozialversicherung und Maßregeln gegen die Lebensmittelteuerung. Dann verwies er auf die wachsende Macht des Klerikalismus und gedachte dabei der Hinrichtung Ferrers, des Helden. Diese Worte gaben den Anlaß zu einer stürmischen Kundgebung gegen die spanische Regierung. Die Versammlung brach in die Rufe aus: Hoch Ferrer! Nieder mit den Mördern! Nieder mit den Jesuiten! Die Rufe wurden bis hinaus auf die Straße gehört und weckten dort ein stürmisches Echo. Das Referat erstattete Adler. Wenn man in Oesterreich— so begann er— verzweifeln möchte, so gibt es ein Trost und eine Hoffnung; wenn man keinen Ausweg sieht aus der Wirrnis, so gibt es einen Blick, der uns den Weg zeigt, das ist der Blick da hinaus! Hier ist die Zukunft der Völker Oesterreichs, hier ist der Weg, der gegangen werden muß, wenn wir nicht im Sumpfe ersticken wollen. Das Proletariat hat erkämpft, was wir an politischer Freiheit haben; das bißchen Lebenslust haben wir uns selbst in blutigem Ringen erkämpft. Dann setzte er auseinander, daß das Parlament, das geschaffen wurde, aus der Kraft des Proletariats und aus der Not des Staates, eine Beute zu werden droht der gewissenlosen Politiker und der unfühigen Regierung. Die Regierung beschränkt sich darauf, ihre Hände in Unschuld zu waschen— ohne daß diese darum sauber würden.(Heiterkeit.) Wir stehen wieder vor neuen Kämpfen. Die Sozialdemokraten im Parlamente, so groß ihre Zahl auch ist, bilden doch nur eine Minorität. Werden Sie nicht unruhig, Genossen, in den Zeiten, die uns bevorstehen, sondern harren Sie des Moments, wenn Sie gerufen werden. Aber dann kommen iSe, sowie Sie heute gekommen sind und treten Sie mit uns ein gegen die ratlose Regierung, für die Pflicht des Parlamentes, für das Recht des Parlamentes und vor allem für die Arbeit des Parlamentes.— Abg. Seitz erinnert an die blutigen Schlachten für das Wahlrecht, die im Oktober und November 1905 in den Straßen von Wien geschlagen wurden.— Dann wurde einstimmig und unter großer Begeisterung eine Resolution angenommen, in der es u. a. heißt: „Die Arbeiterschaft fordert die Regierung Bienerth auf. abzutreten, wenn sie unfähig ist, das Parlament zu ernster Arbeit zu führen, und sie bürdet den bürgerlichen Parteien die volle Verantwortung auf, wenn sie die Volksvertretung hindert, ihre Pflicht zu erfüllen,; sie erklärt, daß sie alle Parteien und alle Abgeordneten, die unter welchem Vorwande immer das Parlament an fruchtbringender, sozialer Arbeit hindern, die das Parlament durch frivole Obstruktion lähmen, als Feinde des Volkes betrachten und behandeln wird.“ Vor dem Rathause wurden von drei Stellen aus Reden gehalten. Dort sprachen die Abgg. Schuhmeier, Edenburger, Neumann, Glöckel, Winarsky, dann die Genossinnen Popp und Boschek. Um 11 Uhr begann der Abmarsch. Wieder sammelten sich die Bezirke zu ihren Standarten. Es wurde 12 Uhr bis der Platz geräumt war. Am Parlament vorbei zogen die Massen, wo sie sturmische Rufe gegen die Regierung, wie gegen die Obstruktivisten ausbrachten. Hinter dem Parlamente bogen sie zur Bellariastraße ab, wo sie sich dann nach allen Himmelsrichtungen zerstreuten. Zur selben Zeit hatten auch die Deutschnationalen eine Demonstration auf der Ringstraße. Sie demonstrierten für die Sanktionierung der„Lex=Kolisko“, des Landtagsbeschlusses, der die deutsche Sprache als alleinige Unterrichtssprache an allen Schulen in Wien und Niederösterreichs festsetzt. Die jungen Herren— meist Studenten, Gymnasiasten, Handlungslehrlinge — benahmen sich hinter dem Polizeikordon, der die Demonstration von den Arbeitern abschloß, sehr provozierend, so daß die Arbeiter einigemal den Polizeikordon sprengten, um die Knaben über das Knie zu legen. Nur dem Eingreifen unserer Vertrauensmänner hatten diese es zu danken, daß sie ungezüchtigt blieben. Gegenüber der Riesendemonstration der Arbeiterschaft nahm sich die nationale Demonstration— im ganzen dürften es gegen 6000 Personen gewesen sein— besonders zwerghaft aus. Auch in der Provinz fanden heute und in den letzten Tagen überall Massenkundgebungen der Arbeiterschaft gegen die Obstruktion und gegen die Regierung statt. Politische Die konservativeliberale Paarung macht neuerdings wieder von sich reden. So glaubt die„Köln. Zeitung“ aus verschiedenen Aeußerungen in konservativen Blättern die Absicht zu erkennen, daß man in den Reihen der Konservativen gewillt sei, ein neues friedliches Verhältnis zwischen Konservativen und Nationalliberalen, das noch durch das Zentrum zu verstärken sei, zu schaffen. Das Blatt lehnt aber vorläufig ein abermaliges Zusammengehen noch ab. Erst müsse es den Konservativen noch viel schlechter gehen; sie müßten erst sichere Bürgschaft leisten, daß sie aus den Ereignissen des letzten Jahres gelernt hätten, ehe man wieder an die konservativ=liberale Paarung denken könne. Zu diesen Auslassungen nimmt die„Deutsche Tageszeitung“ das Wort. Sie bezeichnet die Abwehr der„Kölnischen Zeitung" als völlig überflüssig und meint, soweit sie die Stimmung in kenservatihen Kreisen kenne, denke niemand daran, das wieder herbeizuführen, was man unter konservativ=liberaler Paarung verstand. Wenn ein führendes konservatives Blatt darauf hinwies, daß man über den jetzigen Streit hinwegkommen müsse, weil man doch schließlich darauf angewiesen sei, gemeinsam den gemeinsamen Feind, insbesondere die Sozialdemokratie, zu bekämpfen, so sei das durchaus nicht als Lockruf gemeint gewesen. Berufsgenossenschaften, Aerzte und Reichsversicherungsordnung. Auf dem deutschen Berufsgenossenschaftstage in Stuttgart, der vor einigen Tagen stattgefunden hat, referierte der Direktor der Seeberufsgenossenschaft, Schauseil, über die Stellung der Berufsgenossenschaften zu den Aerzten und wendete sich entschieden gegen die Beschlüsie des Aerztelages in Lübeck und schlug folgende Resolution vor:„Der Berufsgenossenschaftstag widerrät die Aufnahme irgend welcher, das Verhältnis der Aerzte zu den Berufsgenossenschaften regelnder Bestimmungen in die sordnung, lehnt insbesondere aber die zu etag in Vorschlag gebrachte neue Fassung als mit den berufsgenossenschaftlichen Aufgaben unvereinbar mit vollster Entschiedenheit ab.“ Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Dann sprachen Dr. Bitter=Hamburg und Direktor Meesmann=Mainz über die Reichsversicherungsordnung. Es wurde zur. Soche folzende Reinlutian beichlassen: Der M. schaftstag 4 Jocende Resbilllion beschwisen:„Der Berufsgenossenstellt mit Befriedigung fest, daß die von seiten der anderen Versicherungsträger, der großen wirtschaftlichen Verbände für Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Industrie, von Vertretern der Wissenschaft und von Sozialpolitikern an dem Entwurf der Reichsversicherungsordnung geübte Kritik eine weitgehende Uebereinstimmung mit denjenigen Grundsätzen aufweist, die der außerordentliche Berufsgenossenschaftstag vom 26. Mai 1909 in seiner damals einstimmig angenommenen Ergarung niedergelegt hat. Er gibt nunmehr der Erwartung Ausdruck, daß die Reichsregierung den Gesetzentwurf mit Rücksicht auf diese Stellungnahme einer gründlichen Umarbeitung unterziehen werde, insbesondere in der Richtung, daß die Selbstverwaltung der Berufsgenossenschaften im vollen Umfange gesichert bleibt, und daß von einem neuen kostspieligen Beamten apparat Abstand genommen wird.“ Außerdem referierten noch Justizrat Dr. Neisser=Breslau über Lücken in der Reichsversicherungsordnung, der Präsident des Reichsversicherungsamtes, Dr. Kaufmann, über die Beteiligung dei Berufsgenossenschaften an den Friedensbestrebungen und Direktor Dr. Wittkowski vom Reichsversicherungsamt über berufsgenossenschaftliche Unfallversicherung, sowie iber die Aufgaben der Berufsgenossenschaften in den ersten 13 Wochen nach dem Unfall. h Der Reichsdalles. Ueber die Finanzlage des Deutschen Reichs wird der„Köln. Ztg. in Nr. 1109 offiziös geschrieben: Auf Anleihen zu übernehrten sind an Matrikularbeitragen aus dem Jahre 1906 28 Millionen Mark, aus dem Jahre 1907 41 Millionen Mark, aus dem Jahre 1908 80 Millionen Mark, also zusammen 149 Millionen Mark. Die Fehlbeträge in der eigenen Wirtschaft des Reiches betrugen 1907 14 Millionen Mark, 1908 122 Millionen Mark, zusammen 136 Millionen Mark. Ferner ist Deckung zu schaffen für die im Besoldungsgesetz vom 15. Juli 1909 vorgesehene Erhöhung der Beamtenzehalter mit 89 Millionen Mark und für Nachzahlung von Gealtserhöhungen und Wohnungsgeldzuschüssen vom 1. April 1908 ab mit 60 Minionen Mark, zusammen mit 149 Millionen Mark. Der Gesamtbetrag der drei Posten in der Höhe von 434 Millionen Mark erhoht sich durch Minder=Einnahme an Ausgleichbeträgen aus den süddeutschen Bundesstaaten für Post, Brausteuer usw., die sich auf 16 Millionen Mark belaufen, auf 450 Millionen Mark. Dagegen werden mehr zur Verfügung stehen an Eingängen aus Steuern aus dem Jahre 1909 70 Millionen Mark und aus dem Fortfall der Ueberweisung der Zahlerträgnisse an die Bundesstaaten 75 Millionen Mark, zusammen also 145 Millionen Mark, so daß noch 305 Millionen Mark gedeckt werden müssen. Wie das Blatt noch bemerkt, stehen dem Reichsschatzsekretär nach dem Etatsgesetz noch 200 Millionen Mark in durzfristigen Schatzanweisungen zur Verfügung. Eine neue Marokko=Konferenz? Wie in einer Reihe sonst wohl informierter Zeitungen mitgeteilt wird, soll demnächst ein Uebereinkommen zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich über den Bergbau in Marokko getroffen werden. Man rechnet damit, daß zu diesem Zwecke eine neue Marokko-Konferenz zusammentreten wird. Nach anderen Meldungen soll die Uebereinkunft auch noch England und Spanien umfassen. Von der Reichstagsnachwahl in Halle=Saalekreis. Die von dem früheren Schneidermeister Voigt=Friedenau für den Bund der Handwerker aufgestellte Sonderlandidatur in Halle ist zurückgezogen worden und somit steht dort unserem Genossen Kunert nur ein Kandidat, der Freisinnige Reimann, gegenüber. Diesem Freisinnigen haben auch die Agrarier ihr volles Vertrauen geschenkt. Die Stichwahlen in Sachsen. Die sächsische Regierung hat als Termin für die Vornahme der Landtagsstichwahlen den 2. November festgesetzt. Dieses weite Hinausschieben des Termins ist offenbar erfolgt, um den gegenseitig verbitterten bürgerlichen Parteien Zeit zu verschaffen, den Mandatsschacher gründlich vorzunehmen. Beamtenaufbesserung in Oldenburg. Dem oldenburgischen Landtage ist der Entwurf eines Bejoldungsgesetzes zugegangen. Die Kosten belaufen sich auf 255000 Mk. pro Jahr. Durch die höhere Besoldung soll den Beamten Ersatz dafür geboten werden, daß der Landtag die Einführung eines Wognungsgeldzuschunses abgelehnt hat. Ein anderer Gesetzentwurf hat die Aufbesserung der Lehrer und Lehrerinnen an den Volksschulen zum Gegenstand. Die Schiffahrtsabgaben. Wie die„Tägliche Rundschau“ von ganz zuverlässiger Seite erfahren haben will, ist die Meldung unzutreffend, nach der die Einbringung der Vorlage über Schifffahrtsabgaben verschoben werden soll. Man gibi zwar zu, daß Sachsen in der nachdrücklichsten Weise Einspruch erhoben hat, allein der Bundesstaat Preußen ist nicht gewillt, diesem Einspruch Beachtung zu schenken. Feelrsriort en. Donnerstag, 21. Oktober: Tantris, der Narr, Drama in 5 Akten von Ernst Hardt. Achtung, es ist mit dem doppelten Schillerpreis preisgekrönt worden, man erkühne sich also nicht, an seiner Vortrefflichkeit und der Genialität seines Verfassers zu zweifeln. Das ist sicher, der Verfasser hat das Stück in der festen Ueberzeugung geschrieben, damit ein Meisterwerk in die Welt zu setzen, nichts destoweniger müssen wir gestehen, daß der Mann ja nicht einmal gutes Deutsch schreiben kann und daß er keine Spur einer damatischen Ader in sich hat. Es ist die alte Geschichte von Tristan und Isolde, welche Ernst Hardt neu bearbeitet hat, das hohe, das hochste Lied von der durch nichts zu unterdrückenden, zu hemmenden, aufzuhaltenden Liebe zweier für einander geschaffenen Menschen zu einander. Aber was für eine Karikatur ist im Narr Tantris daraus geworden! Das Stück setzt ein mit dem liebeleeren Zusammenleben Frau Isots mit Konig Marke, während Tristan verbannt ist und sie auf eine Nachricht von diesem sehnsuchtsvoll wartet, trotzdem sein Erscheinen im Lande für sie den Tod bedeuten würde. Ihr Feind, der Herzog von Denovalin, bringt die Kunde davon, daß er Tristan gesehen hat, und daraufhin verurteilt sie König Marke dazu, den Siechen ausgeliefert zu werden. Die Szene, wo dies geschehen soll und nur durch das Erscheinen Tristans verhindert wird, ist von empörender Roheit und zugleich völliger Wirkungslosigkeit. Im vierten Akte erscheint endlich Tantris, der Narr, ohne daß deswegen die Handlung von der Stelle kommt. Im fünften Akt läuft dann Tristan mit seinem wiedergesundenen Hunde fort und läßt Isolde in Verzweillung zuruck. Soll nun die Moral sein, daß die Liebe des höher einzuschätzen ist als die des Menschen? Jedenfalls ist die Komposition des Stückes ebenso jämmerlich wie seine Sprache. Wir erwähnen nur, daß Tristan der Narr erst im vierten Akt auftaucht und daß der Bösewicht des Stückes, der Herzog von Denovalin, schon im dritten Akt von Tristan dem Siechen getötet wird. Und wenn dieses Stück den Schillerpreis, ja sogar den doppelten, erhalten hat, so ist dies nur eine Blamage fur die Preisrichter. Gespielt wurde großartig. Melly Stollberg als Frau Isot übertraf sich selbst, ebenso waren die Brangäne der Magda Halden und der Paranis der Hildegard Böhm ausgezeichnet. Dann muß noch genannt werden Otto Kempf als König Marke, Erich Neuburger als Herzog Denovalin und Hermann Merz als der Narr Ugrin. Emil Landerer hatte die ganz wirkungslose Rolle des Tristan, der zuerst als Siecher und später als Narr Tantris auftritt. Auch er machte seine Sache sehr gut. Wenn trotz dieser prachtigen Aufführung— auch die Regie war vorzüglich— das Stück gar keine Wirkung hatte, so ist dies der beste Beweis für seine Schwäche. Und dabei glaubte der Teil des Publikums, welcher selbst kein Urteil hat, es schön finden zu müssen, um nicht als kunstunverständig zu erscheinen. Man denke doch, ein Stück „Hansa=Bund“ und Sozialdemokratie. Der„Hansa=Bund“ in Telegra teilt der bürgerlichen Presse und dem Wolffschen#######phen„ anhenbureau mit, oaß der in der sozialdemotratischen Presse veroffentlichte Brief des Direktors Marx in Königsberg an den Präsidenten des„Hansa=Bundés“, Dr. Rießer, nicht existiere, denn er sei weder abgesandt, noch angekommen, womit auch alle an ihn geknüpften Folgerungen entfielen. Der„Hansa-Bund“ hält sein Dementi in sehr vorsichtigen Formen, er behauptet nur, daß der Brief nicht abgesandt und nicht angekommen sei. Daß er nicht geschrieben wurde— und das ist doch die Hauptsache!— das wird nicht behauptet, und in der Tat hat der Briefschreiber Direktor Marx sich bisher auch sehr gehütet, seine Autorschaft für den Inhalt des Briefes abzuleugnen. Unser Gewährsmann bestätigt uns übrigens noch einmal, daß der Brief, so wie veröffentlicht, geschrieben wurde. Die bayerische Regierung und der russische Auslieferungsvertrag. Eine in Wien erscheinende, aus amtlichen Quellen gespeiste Korrespondenz erklärt zu dem Beschluß des bayerischen Landtags, den Auslieferungsvertrag mit Rußland zu lündigen, daß es als sicher gelten können daß die bayerische Regierung diesem Beschluß keine Folge geben wird. Ob das zutrifft, muß allerdings abgewartet werden, denn schließlich handelt es sich nicht darum, ob die bayerische Regierung will oder nicht, sondern darum, ob der bayerische Landtag sich eine derartige Mißachtung seiner Beschlüsse gesallen läßt. Postscheck=Konferenz. Im Reichspostamk trat am Donnerstag unter dem Vorsitz des Unterstaatssekretärs Frank eine intermit der Einrichtung eines nationale Konferenz zusammen, die sich internationalen Postgiroverkehrs zwischen Deutschland, Oesterreich=Ungarn und der Schweiz zu befassen hat. Außer der Reichspost sind auch die bayerische und die württembergische Postverwaltung vertreten. Man erwartet, zu einem günstigen Ergebnis in dieser für den Handelsverkehr sehr wichtigen Frage zu kommen. Spanien. Maura hat demissioniert, Madrid, 21. Okt. Das Kabin Maura hat seine Demission gegeben, nachdem der Führer Liberalen, Moret, dem Kammerpräsidenten mitgeteilt, daß liberale Partei angesichts der gestrigen Erklärungen Ministers des Innern keinerlei Beziehungen mehr zu den Konservativen unterhalten wolle. Infolge dieser Erklärung hat der König die Demission des Kabinetts angenommen. Man erwartet die sofortige Wiederherstellung der konstitutionellen Garantien. Madrid, 22. Okt. Der König hat dem Führer der Liberalen, Moret, die Kabinettsbildung übertragen. Madrid, 22. Okt. Das neue Kabinett wird wie folgt gebildet: Moret, Präsidentschaft und Inneres, Perez Caballero Aeußeres und Luque Krieg. Die Minister der Justiz und des Unterrichts sind noch nicht ernannt. Heute findet die Eidesleistung statt. Die Milchküche in Halle. Ueber die zur Verminderung der äuglingssterblichkeit geschaffene Milchküche enthalt ein Bericht tatistischen Amtes zu Halle eingehende Mitteilungen, denen die„Kommunale Praxis“ folgendes entnimmt: Den ersten Versuch, die Säuglingssterblichkeit zu bekämpfen, machte die Verwaltung der Stadt Halle mit Abgabe sterilisierter Milch im Sommer 1902, und zwar zuerst in Polizeirevieren mit starker Arbeiterbevölkerung und großem Kinderreichtum, später in allen Gebietsteilen der Stadt. Der Verbrauch stieg im Jahre 1906 auf 77928 Flaschen Milch, die von hiesigen Molkereien unter Hinzuzahlung eines Beitrages der Stadt geliefert wurde. Diese Einrichtung der Stadtverwaltung ist als Vorläufer der von der Vereinigung zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit und zur Verbreitung der Milch als Volksnahrungsmittel ins Leben gerufenen Milchküche anzusehen. Die Vereinigung erhielt 1908 von der Stadt einen Jahresbeitrag von 4000 Mk., wofür die Stadt ihre eigenen Versuche mit der Lieferung von Kindermilch gänzlich aufgegeben hat. Die Rohmilch wird von einem dicht vor den Toren der tadt gelegenen Gute zweimal täglich geliefert. Aus den Lieferungsbedingungen seien erwähnt: Trockenfütterung der Kühe, ierarztliche Untersuchung derselben, ständige bakterivlogische sontrolle bezüglich etwaiger Tuberkulose, Isolierung tuberkulöser Tiere in besonderem Stall, Ausschaltung aller irgendwie uterkranker Tiere, Filtrierung und Tiefkühlung der frisch gewonnenen Rohmilch und sofortige Anfuhr zur Milchküche. Der durchschnittliche tägliche Verbrauch stieg von 18,8 Liter im August 1908 auf 67,5 Liter im Juni 1909. Insgesamt sind seit Bestehen der Milchküche 112643 Fläschchen abgegeben worden, die Zahl der Kunden betrug Ende Juni 114. Es verden vier Sorten Kindermilch je nach dem Alter der Säuglinge hergetellt. Sorte 1 enthält zwei Teile Wasser und 1 Teil Milch und ist für die Säuglinge im Alter bis zu zwei Monaten bestimmt. Sorte 2 besteht zu gleichen Teilen aus Wasser und Milch und ist bestimmt für bis vier Monate alte Kinder. Sorte 3 enthält zwei Drittel Milch und ein Trittel Wasser für das Alter bis 6 Monate und Sorte 4 ist reine Vollmilch für die älteren Kinder. Die Milch wird größtenteils abgeholt, was infolge Einrichtung von Nebenstellen erleichtert ist. Die Hauptstelle befindet sich in der Schmeerstraße, die Nebenstellen in der Friesenstraße. Freiimfelderstraße, Leopoldstraße und Merseburger Straße. Eine fünfte Stelle soll in der Glauchaer Straße errichtet werden. Auf Wunsch wird die Milch auch ins Haus gebracht. des Jahres 1909 von je 100 Abnehmern 8,9; 58,1 zahlten einen ermäßigten Preis bei dem die Solhstkasten nicht#adockt werd ermäßigten Preis, dei dem die Gelbstlosten nicht gebeat werden; den vollen Preis. Zwei Drittel der Kunden sind 33 erlegten### e rerrrr Jig.„ d5. Kunden fur also ohne weiteres den ärmeren Voltsschichten hinzuzurechnen, ein Beweis dafür, daß die gegenwärtige wirtschaftliche Lage es zahlreichen Arbeiterfamilien nicht erlaubt, ihre Kinder aus eigenen Mitteln ausreichend zu ernähren! Die sehr wichtige Frage, ob die Abgabe sterilisierter Milch u obigen Bedingungen die Säuglingssterblichkeit verringert hat, äßt sich mit Sicherheit aus dem gegenwärtigen Material noch nicht beantworten. Sicher ist, daß tatsächlich ein Rückgang der Säuglingssterblichkeit zu verzeichnen ist. In den Jahren 1895 bis 1901 starben von 100 Lebendgeborenen im ersten Jahre 23,4, im Durchschnitt der Jahre 1902 bis 1908 jedoch nur 20,7. Die Aerzte führen die Tatsache nicht nur auf die Abgabe sterilisierter Milch, sondern auf die gesteigerte Säuglingsfürsorge überhaupt zurück, die infolge Abnahme der Geburtenziffer aufgewendet wird. Auffallend ist der Rückgang in Sterbefällen wegen Darmkrankheiten. Auf 100 Gestorbene kommen im ersten Vierteljahr des Jahres 1907 23,7 und 1908 26,7 Todesfälle von Säuglingen infolge Magen- und Darmkatarrh oder Brechdurchfall, im ersten Vierteljahr 1909 jedoch nur 22,0 Prozent. Noch günstiger stellt sich der Vergleich im zweiten Quartal, wo ein Rückgang von uber 50 Prozent gerade in dem Todesursachenbereich stattfand, der durch Einführung der Milchküche bekämpft werden sollte. Diese Ergebnisse spornen zu weiterer Tätigkeit auf dem eingeschlagenen Wege an. Mit Recht sagt allerdings der Bericht, daß die Lieferung einwandfreier Milch nur eins der Mittel ist, die zur Bekämpfung der Sänglingssterblichkeit angewendet werden müssen. Wichtiger ist bekanntlich die Förderung der natürlichen Säuglingsernährung durch Muttermilch und der Säuglingspflege. Zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit gehören aver auch Aufgaben, denen der Verein nicht gerecht werden kann, wozu zum Beispiel die Fürsorge für die unehelichen Mütter gehört und andere. sitzung wurde ein Abkommen wegen des Verkaufsrechtes von ½ Million Quadratmeter Bauland bei Neuhof an eine gemeinnützige Baugesellschaft zur Errichtung einer Gartenvorstadt mit zusammen 400 Wohnungen genehmigt. Es handelt sich um einen Versuch, die großstädtische Wohnungsfrage zu lösen. Die Stadt stellt das Land zum Selbstkostenpreise. Die Landesversicherungsanstalt hat von 2 Millionen Mark, die zunächst gebraucht werden, 700000 Mi. zu 3 Prozent zur Verfügung gestellt. Der Rest wird ähnlich aufgebracht werden, ebenso wie die Stadt die Zinsgarantie übernimmt. Um die Spekulation auszuschalten, wird beim Verkauf der Anwesen an Dritte das Wiederverkaufsrecht der Genossenschaft vorbehalten. Kommunale Gehaltserhöhung. Zur Erhöhung der Arbeiterlöhne, der Lehrer= und Beamtengehalter für 1909 bewilligte das Stadtverordnetenkollegium in Frankfurt a. M. in seiner heutigen Sitzung 1500000 Mk. Die Verbesserung beträgt für die Beamten 395 750 Mk., für Hilfsbeamten und Diätare 58 640 Mk., für die Lehrer 449 195 Mk. und für die Arbeiter 520000 Mk. Die soziaidemokratischen Redner betonten in der Debatte, die Arbeiter seien bei der Erhöhung am schlechtesten weggekommen. Sie stellten Anträge, die eine Besserstellung der Arbeiter erzielen sollten. Das Kollegium nahm aber nach fast vierstündiger Beratung die Vorlage en bloc an. Damit sind die Abänderungsanträge gefallen. Die Erhöhungen treten am 1. April 1909 in Kraft. E. Die städtischen Arbeiterausschußwahlen in Mülhausen i. haben mit einem glänzenden Wahlsiege des Deutschen Gemeindearbeiterverbandes über den christlichen Verband geendet. Die Wahlen fanden auf Grund del Proportionalwahlsystems statt; wahlberechtigt sind alle volljährigen Arbeiter, wahlbar alle Wahlberechtigten nach zweijähriger Dienstzeit. Da die Sozialdemokratie infolge des Zusammengehens des Zentrums, der Liberalen und Demokraten bei der vorjährigen Gemeinderatswahl, da bei den Gemeinderatswahlen der Provorz nicht besteht, über keinen einzigen Sitz im Gemeinderate verfügt und die als Zentrumskandidaten gewählten 5 christlichen Gewerkschafter als „Stadträte“ sich der christlichen Propaganda unter den Gemeindearbeitern eifrig annehmen, hofften die Christlichen auf einen guten Erfolg. Das Gesamtergebnis der in den verschiedenen Betrieben abgegebenen Stimmen ist indessen: Freie Organisation 434. christliche Organisation 72, zersplittert 49 Stimmen. Hiernach sind gewählt: Vom Deutschen Gemeindearbeiterverband 16 Vertreter und 18 Ersatzmänner, vom christlichen Verband 4 Vertreter und 2 Erratzmänner und von den Unorganisierten 1 Vertreter und 1 Ersatzmann. Beachtung verdient, daß die Einführung des Proporzes bei den Wahlen zum Arbeiterausschuß auf einer freien Vereinbarung zwischen dem freien und dem christlichen Verbande beruht. Die städtischen Arbeiter und der„gute Ton“ des Mainzer Oberbürgermeisters. Vor 2 Jahren, als die Besoldungen der Mainzer städtischen Beamten erhöbt wurden, kamen die stadtischen Arbeiter um Lohnerhöhungen ein. Da ihre Eingabe vom August 1907, sowie verichiedene in der Zwischenzeit ergangene Interpellationen unberücksichtigt blieben, so beriefen sie eine von ewa 500 städtischen Arbeitern besuchte Versammlung ein, die eine Resolution faßte, in der auf die„Verschleppung“ hingewiesen wurde und„unverzügliche“ Erledigung der„berechtigten“ Forderungen erwartete. Diese Resolution war an die Bürgermeisterei und an die Stadtverordneten gerichtet. Oberbürgermeister Göttelmann erklärte, er werde die Eingabe nicht beantworten, und sie auch nicht den Stadtverordneten vorlegen(wozu er doch gar kein Recht hatte!), da er sich solchen Ton nicht bieten lasse. Hierauf erklärten heute die Arbeiterausschüsse, sie seien nicht in der Lage, von dem Inhalt der Resolution etwas zurückzunehmen, da sie nur auftraggemäß den Standpunkt der öffentlichen Versammlung der Burgermeisterei und Stadtverordnetenversammlung unterbreitet hätten und sich ihre eigene Meinung mit dem in der Resolution Angeführten decke. Den städtischen Arbeitern komme es weniger auf den Ton, als auf den Gegenstand selbst an, um den es sich handelt. Die Arbeiterausschüsse bedauern es daher, daß die Bürgermeisterei diesen Anstoß an der sich aus der Notlage der städtischen Arbeiter ergebenden Stellungnahme genommen und der Stadtverordnetenversammlung die Resolution nicht vorgelegt habe. Im übrigen erwarten die Arbeiterausschüsse, daß sie zu den Verhandlungen in der sozialpolitischen Deputation zugezogen werden und behalten sich vor, dort ihre Stellungnahme zu rechtfertigen. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 22. Oktober. — Noch ein Muster=Meister. Bei Göricke schießen die Meister wie Pilze aus der Erde. Steht jemand bei der Fabrikleitung in Gunst, dann kann ihm ein schöner Tag den Meistertiter bringen. Allgemeine Kenntnisse und technische Fähigkeiten sind nicht immer erforderlich und werden auch in den meisten Fällen gar nicht verlangt. Eines muß der„Vize" oder der„Meister" aber können: schimpfen und antreiben. Diese Fähigkeiten sind zweifellos bei der Ernennung eines Herrn Stute, früher Schleiser, jetzt Nickelmeister der„Westfalen“Räder, bestimmend gewesen. Als er in der Nickelei angestellt wurde, haben ihn die Nickeleiarbeiter, wie uns versichert wird, erst angelernt. In dieser Zeit war Meister Stute die Liebenswürdigkeit selbst. Das änderte sich aber in dem Augenblick, als er selbst die einfachen Verrichtungen in der Nickelei begriffen hatte. Bei jeder Gelegenheit bot er nunmehr den Arbeitern die Entlassung und schimpfte auch weidlich. Daß er nebenher auch für den gelben Verein des Betriebes und gegen die Gewerkschaften agitierte, ist für einen Meister vom Schlage des Herrn Stute selbstverstandlich. So schimpfte er besonders über Severing, der und die Eckensteher gingen mit dem Gelde des Verbandes durch usw. Da möchten wir ihm aber den Rat geben, nicht allzu ungewählt zu schimpfen, es könnten sonst diejenigen, die der Herr Nickelmeister mit seinen Poltereien beehrt, sich veranlaßt sehen, ihm an anderer Stelle ein wenig Schliff und Politur für seine Umgangsformen beizubringen. Bedauerlich ist es, daß solchen Leuten eine Anzahl von Arbeitern auf Gnade und Ungnade überantwortet sind. Und fast ebenso bedauerlich ist es, daß es kein Mittel gibt, welches den Mißbrauch dieser Leute mit dem Ehrentitel Meister verhindern könnte. des — Eine„Forderung des Tages“, so wird uns von der Leitung #es Metallarbeiterverbandes geschrieben, mit praktischen Mitteln gegen die Bierverteurer vorzugehen, ohne die Konsumenten dem Schnapsgenuß zuzuführen, hat die Verwaltung des Restaur gen die Bierverteurer vorzugehen, ohne die Konsumenten dem Verüniung gs„biestauranks Bielefeld“ erfullt. Mit einer leistungsfahigen Firma im Weinbaugebiet hat sie abgeschlossen, um ihren Gästen einen guten und glasweise anbieten zu können. Die erste Sendung, ein Faß von 300 Litern, ist vor einigen Tagen eingetroffen und heute schon zum Ausschank eingerichtet. st ein guter Weißwein, der in ¼=Liter=Karafsen zum Preise von 2o pfg. zu haben ist, aber auch glasweise für 10 Pfg. pro Glas abgegeben wird. Gelingt der Versuch, die Arbeiterschaft zum Weingenuß anzuregen, dann soll auch Rotwein zur Einführung gelangen. Um in der katteren Jahreszeit den Gästen auch einen warmen Punsch vorsetzen zu können, der nicht das Fuselgift der Schnapsjunker enthält, hat die Verwaltung vorzüglich mundende alkoholfreie Essenzen angeschafft, von denen eine Probe sicherlich zum weiteren Genuß des Punschgetränkes führen wird. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Morgen(Sonnabend) wird das Kleistsche, vaterländische Drama mannsschlacht“ zuw letzten Male gegehen S##—# mit dem doppelten Schillerpreis gen###ird das Kleistsche vaterländische Drama „Die Hermän=schracht zum lehzten Male gegeben. Die zue kräftige Operette„Ein Walzertraum“ erlebt übermorgen ihre Straßburg, 20. Okiober. In der beutigen Gemeinderats— Freie Volksbühne. ihre Beitragslisten nebst Nächste Vorstellung am Sot — Erstes Volkskonzert. im Stadttheater stattfindend schen Orchesters hin. Das von Beethoven, Berlioz ur Pianis. Gerard Bunk das spielen. Das Konzert begin — Polizeibericht. Erlo weg 11 unter dem Schweinel brasse ausgebrochene Rotlat Diebstahl. In einem Zeit vom 3. bis 9. d. M. 3 B gestohlen. Die Ringe sind d derselben trägt einen große einer drei noch kleinere Bi Wiederherbeischaffung der R ausgesetzt. Festgenommen wurk stahls, 1 Person wegen S bruchs und 1 Person wegen 6 obdachlose Wanderer erh kunft. Verse Sonnabe Gütersloh. Gew.=Karte Niederbecksen. Soz. Vere Ahlen. Kombinierte V Sonnta Brackwede. Arb.=Abstin bei Kramme. Herford. Arb.=Abstine Bünde. Abmarsch 1 Enger. Arb.=Turnver 1½ Uhr. Bünde. Agitationskon Bünde, Hunnebrock, Holsen. Nachm. 3½ Uhr bei 9 Genossen Löwe=Bieles Spenge. Soz. Verein. nossen Klüter=Bünder Burgsteinfurt. Kombini 11½ Uhr. * Sieker, 21. Okt. 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Wir verstehen band, um so mehr, da die Streiks ein anderes Bild gegenüber den Streikender machte. Wir wollen der§ wenn sie alle die Filialan zugingen, für sicher hält. Filialen erreichtet, um seine Schließlich hatte er aber Zigarrenarbeiter. Damit Rentsch& Co. und es die Tabakarbeiter in Wesifalen arbeitswillig wir einen Teil der Offert Die Streikbrecherverm General=Anzeiger“. „Bünder General=Anzeiger trotzdem der Streik bei Re kannt gegeben und mehr Offerten. Da bewirbt sich C. Grei eine Filialfabrik. Greiwe schon einmal eine Fabrikf Ostscheidter Offerte.—# sich ebenfalls um eine Fili meister gewesen und stell Leute zur Verfügung(!). Zigarenfabrilation tätig 1 Dann kommt ein Arbeiter für 30—40 Mann hat. E die Arbeiter zum gu Dieser Kollege, mit Vorn wollen wir vorerst weglasse arbeiten verrichtet, und ha zum guten Teil auch schon zu mir graut vor dir!— B. B auch bereit, eine Filiale zu jetzt also, wo ihre Offertei Anzeiger" übergeben haben, & Co. in Werther. 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Wir weisen nochmals auf das heute im Stadttheater stattfindende Volkssymphonie=Konzert des städtischen Orchesters hin. Das Programm enthält Orchesterwerke von Beethoven, Berlioz und Bizet und außerdem wird der Pianis: Gerard Bunk das erste Klavier= Konzert von Liszt sperten. Das Konzert beginnt 8½ Uhr. — Polizeibericht. Erloschen ist die auf dem Gehöft Heimweg 11 unter dem Schweinebestande des Arbeiters Heinrich Siebrasse ausgebrochene Rotlauffeuche. Diebstahl. In einem Hotel in Braunschweig sind in der Zeit vom 3. bis 9. d. M. 3 Brillantringe im Werte von 3000 Mk. gestohlen. Die Ringe sind dünne, goldene Reifen rund). Einer derselben trägt einen großen, einer zwei etwas kleinere und einer drei noch kleinere Brillanten in Goldfassung., Auf die Wiederherbeischaffung der Ringe ist eine Belohnung von 100 Mk. ausgesetzt. Festgenommen wurden 1 Person wegen Einbruchsdiebstahls, 1 Person wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs und 1 Person wegen Trunkenheit und groben Unfugs.— 6 obdachlose Wanderer erhielten im Polizeigefängnis UnterVersammlungen. Sonnabend, 23. Oktober. Gütersloh. Gew.=Kartell. Abends 8½ Uhr bei Klau. Niederbecksen. Soz. Verein. Abends 9 Uhr bei Küster. Ahlen. Kombinierte Versammlung. Abends 8 Uhr. Sonntag, 24. Oktober. Brackwede. Arb.=Abstinenten=Bund. Vorm. 10½ Uhr bei Kramme. Herford. Arb.=Abstinenten=Bund. Ausflug nach Bünde. Abmarsch nachm. 2 Uhr von Fuhrmana. Enger. Arb.=Turnverein„Eintracht". Nachmittags 1½ Uhr. Bünde. Agitationskomitee. Vorm. 10 Uhr bei Nübel. Bünde, Hunnebrock, Holsen. Arb.-Abstinenten=Bund. Nachm. 3½ Uhr bei Nübel in Ennigloh: Vortrag des Genossen Löwe=Bieleseld über„Die Kunst im Hause". Spenge. Soz. Verein. Nachm. 4 Uhr: Bericht des Genossen Klüter=Bünde vom Parteitag in Leipzig. Burgsteinfurt. Kombinierte Versammlung. Vorm. 11½ Uhr. e Sieker, 21. Okt. Gemeinderatssitzung. Zu der Aufstellung eines Kanalisationsprojelts für einen Teil des Hartlagerfeldes waren von den in Frage kommenden Firmen, Scheven=Düsseldorf und Städte=Reinigungsgesellschaft=Wiesbaden, Referenzen eingefordert worden, welche vorlagen. Die Gemeindeversammlung entschied sich einstimmig für die letztere und übertrug der Firma die Aufstellung eines Kanalisationsprojekts zu den noch zu vereinbarenden Bedingungen.— Als Amtsverordneter wurde Herr Hugo Frerk, Landwirt, Sieker Nr. 3, von 1910—1915 gewählt. Herr Dr. med. Stuchardt=Heepen hat ersucht, ihn von der Mitgliedschaft der Gesundheitskommission zu entbinden und an seine Stelle einen anderen Arzt zu wählen. Dem Ersuchen wurde stattgegeben und Herr Sanitatsrat Dr. Heidsiek in Heepen, welcher auch gleichzeitig Schularzt in Sieker ist, in die Gesundheitskommission gewählt.— Zum Mitgliede des Wegebeistandes wurde an Stelle des verstorbenen Herrn Meyer zu Hartlage Herr Wilhelm Fehring, Ziegeleibesitzer, Sieker Nr. 127, gewählt. Die Amtszeit läuft bis zum 30. März 1914. — Um sein Grundstück besser als Geschäftshaus auszunützen, diesen und die Bahn Bielefeld=Detmold kreuzt, gestellt. Nach Lage der Sache konnte sich die Gemeindeversammlung nicht ent schließen, dem Antrage stattzugeben, zumal der Fluchtlinienplan vor raum zwei Jahren erst fertig gestellt worden ist. Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt. * Werther, 21. Oktober. Rentsch& Co. Die Firma Rentsch& Co. hat mit ihren Arbeitern, wie wir berichteten, Frieden geschlossen, indem sie den angekündigten Lohnabzug zurücknahm. Nach dem Friedensschluß, so sollte man wenigstens meinen, müßte der Friede auch ehrlich gehalten werden. Bei Rentsch& Co. scheint aber der Aerger über den Ausgang der Bewegung nachzuwirken. Die Firma will Arbeiter einstellen. Als aber ein Zigarrenarbeiter um Arbeit nachfrug, wurde er gefragt, ob er im Verbande wäre. Als der Arbeiter dieses bejahte, wurde ihm gesagt:„Organisierte Arbeiter können wir nicht gebreuchen". Wir verstehen ja den Haß der Firma gegen den Verband, um so mehr, da die Firma Rentsch& Co. während des Streiks ein anderes Bild von der Solidarität der Tabakarbeiter gegenüber den Streikenden erhalten hat, als sie sich's vorher machte. Wir wollen der Firma aber sagen, daß sie sich täuscht, wenn sie alle die Filialangebote, die ihr während des Streiks zugingen, für sicher hält. Ziegenbein=Minden hatte auch vier Filialen erreichtet, um seine Mindener Arbeiter niederzuknüppeln. Schließlich hatte er aber wohl vier Werkmeister, aber keine Zigarrenarbeiter. Damit Rentsch& Co. sieht, daß wir genau unterrichtet sind und es die Tabakarbeiter ebenfalls interessiert, wie man hier in Wesifalen arbeitswillige Zigarrenarbeiter anwirbt, wollen wir einen Teil der Offerten an Rentsch& Co. hier besprechen. Die Streikbrechervermittlungsstelle war der„Bunder General=Anzeiger“. Unter Chiffre 1319, vermittelte der „Bünder General=Anzeiger“ in seiner Nummer vom 14. Sept., trotzdem der Streik bei Rentsch& Co. in der„Volkswacht" bekannt gegeben und mehrmals besprochen worden war, die Osterten.„„„„ . Da bewirbt sich C. Greiwe in Ahle Nr. 70, 00 Jayre alt, um eine Filialfabrik. Greiwe hat ein eigenes Fabrikgebäude und schon einmal eine Fabrikfiliale gehabt.— Dann kommt eine i##„Sfferte.— Friedrich Krome=Hiddenhausen bewarb sich evensaus um eine Filiale. Er ist schon zwei Jahre Werkmeister gewesen und stellt genügend unorganisierte Leute zur Verfügung(!). Er ist 35 Jahre alt, 22 Jahre in der Zigarenfabrilation tätig und hat eigenes Fabrikgebäude.— Dann kommt ein Arbeiter aus Spradow, der Raumlichkeiten für 30—40 Mann hat. Er erklärt:„Auch hier sind die Arbeiter zum guten Teil nicht organisiert“. Dieser Kollege, mit Vornamen Heinrich, den Familiennamen wollen wir vorerst weglassen, hat auch schon mehrmals Meisterarbeiten verrichtet, und hat auch ein eigenes Gebäude, welches zum guten Teil auch schon zur Fabrik eingerichtet ist. O Heinrich, mir graut vor dir!— B. Buddenberg aus Klosterbauerschaft war auch bereit, eine Filiale zu übernehmen. Diese Bewerber wissen jetzt also, wo ihre Offerten, welche sie dem„Bünder GeneralAnzeiger" übergeben haben, hingegangen sind. Nach Reutsch & Co. in Werther. Aber auch direkte Offerten gingen bei Rentsch& Co. ein. Heinrich Schürmeyer aus Pr. Oldendorf schreibt der Firma: erlaube mir, Ihnen meine Dienste als Werkmeister anzubieten. Seit 1898 bis 1905 waren die Inhaber seiner früheren Firma Heinrich und Wilhelm Wilkenobering, jetzt ist der Inhaber Herr Hermann. Er hat 30 Arbeiter, welche in Hand, Penal und Form gut geschult sind, und Sortierer mit Lehrling. Er will für Rentich arbeiten auch ohne Sortiererei. Die Löhne sind nicht zu hoch und die Arbeiter sehr anständig und zufrieden(?). Der Betrieb kann vergrößert werden. Arbeiter sind genug vorhanden, erklärt er. Die Löhne betragen 8—9 Mk. Die Arbeiter können hieran wieder mal ersehen, wie sie manchmal ohne ihren Willen verschachert werden. Aber nicht nur mit Bewerbern in Westfalen, verhandelte Rentsch& Co., sondern sogar mit E. Krauser in Schnellmannshausen bei Fulda. 5¾ bis 6½ Mk. bei freier Einlage nebst Transport, Fuhrlohn und Provision oder Meisterlohn sollte er hier zahlen. Mit der Nennung dieser Angebote wird Rentsch& Co. nun wohl zufrieden sein und daraus ersehen, daß wir sehr genau über sein Vorhaben unterrichtet waren. Wir wollen der Firma nur noch sagen, daß alle diese Bewerber, wenn sie während des Streiks eine Filiale von Rentsch& Co. eröffnet hätten, die Rechnung ohne die Arbeiter gemacht hätten. Es ist besser, man lebt mit seinen Arbeitern in Frieden, dann braucht man nicht den„Bünder General=Anzeiger“, um Arbeitswillige zu suchen. * Netelstedt, 21. Oktober. Die öffentliche Tabakarbeiterversammlung, welche hier am Montag abend stattfand, war von über 200 Personen besucht. Der größte Teil waren christliche Tabakarbeiter. Gauleiter Schlüter referierte. Am Anfang des Referats versuchten einige Christliche Störungen durch allerlei Allotria und hämische Zwischenrufe. Der Referent verstand es aber durch seine Ausführungen sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Als die Versammelten an Stelle der schon von Röös vor einigen Wochen hier angekündigten Hetzrede des Gauleiters Schlüter sachliche und aufklärende Ausführungen zu hören bekamen, da brach der Bann der Feindseligkeit, und aus den Reihen der christlichen Kollegen erfolgten oft Rufe der Zustimmung. In der Diskussion fand Schluter dann noch Gelegenheit, die in der letzten Zeit im„Ravensberger" aufgetischten Lügen von den sozialdemokratischen Hauswirten usw. zunichte zu machen. Auch wurde hierbei der unverschämten Lüge Herrn Wallbaum bezüglich Severings in Mennighüffen gez9cht: Nach Schluß der Versammlung verblieb ein Teil der Versammiungsbesucher noch im Versammlungslokale um sich mit dem Referenten und einigen anwesenden organisierten Kollegen über verschiedene Punkte des Referats zu unterrichten. Es geht auch hier vorwärts. s. Herford, 21. Oktober. Gewerbegerichts=Sitzung. Der Arbeiter F. klagt gegen die Firma Barmeyer& Flachmann wegen kündigungsloser Entlassung. Der Kläger ist anläßlich des Todes seiner Schwester vier Tage von der Arbeit fern geblieben. Zu diesem Fernbleiben fühlte sich der Kläger berechtigt, weil er die Firma durch eine Arbeiterin von dem Fernbleiben und seiner Ursache benachrichtigt hatte und sich danach im „guten Glauben" befand. Der Vertreter der Firma, Herr Flachmann, bestritt, eine Mitteilung erhalten zu haben und erhebt Widerklage auf einen Wochenlohn von 13 Mk. für den ihm durch das Wegbleiben entstandenen Schaden. Mit beweglichen Worten versucht er den angeblich erlittenen Schaden glaubhaft zu machen und versichert dabei, daß er doch nicht einen Arbeiter behalte, der vier Tage wegbleibe, er bekäme jeden Tag Arbeiter, es lägen ja jeden Tag 50 auf der Straße. Da der Kläger sich aber auch sonst nicht einwandfrei geführt und insbesondere die Pünktlichkeit nicht zu seinen Tugenden gehörte, folgte er dem Rate des Vorsitzenden und zog die Klage zurück, worauf auch Herr Flachmann die Widerklage fallen ließ.— In der zweiten Sache klagt die Köchin K., vertreten durch ihre Mutter, gegen den Hotelbesitzer Uflerbäumer auf Zahlung des Lohnes für die Kündigungszeit. Der Beklagte begründet die sofortige Entlassung damit, daß das Mädchen einen Mann bis früh morgens 3 Uhr bei sich gehabt und sich damit die notwendige Autorität als Köchin vergeben habe.(Schrecklich!) Als Milderungsgrund führt die Mutter recht treuherzig an, daß der Mann kein Fremder, sondern der Brautigam der Tochter gewesen sei. Auch sie zieht auf Anraten die Klage zurück.— In letzter Sache klagt ebenfalls wegen kündigungsloser Entlassung der Werkmeister gegen den Kartonnagenfabrikant Vogelsang. Nach Ablegung eines Gutachtens des Sachverständigen Echternkamp kommt ein Vergleich zustande, nach welchem Herr Vogelsang dem Kläger 25 Mark zahlt. k. Herford, 21. Oktober. Die Betriebsvertrauensleute werden hiermir ersucht, die Karten zum Vorverkauf für den Lichtbilder=Vortrag, welcher am 30. Oktober stattfindet, im Sekretariat abzuholen. * Bünde, 21. Oktober. Die Einweihung der neuen Bäckerei des Konsumvereins Bünde findet am Sonntag nachmittag 3½ Uhr statt. Prof. Staudinger=Darmstadt ist als Festredner gewonnen worden. Besichtigt kann das neue Unternehmen schon von vormittags 10 Uhr an werden. * Kirchlengern, 21. Okt. Die Gemeindevertreterwahl findet am Sonnabend, 6. November, nachmittags 3 Uhr, in der hiesigen Schule statt. Es ist Pflicht eines jeden Arbeiters, sich energisch an den Wahlarbeiten zu beteiligen. Von unserer Seite sind folgende Kandidaten aufgestellt: Handelsmann Albert Fischer und Zigarrenarbeiter Heinrich Schuster. Da unsere Gegner alles aufbieten, um den Sieg an ihre Fahne zu heften, müssen die Genossen die kurze Spanne Zeit noch ausnutzen, um auch den letzten Arbeiter für unsere Sache zu gewinnen. * Verl, 21. Okt. Die Versammlung in Sende scheint gewissen Leuten in Verl arge Kopfschmerzen bereitet zu haben. Die„Glocke",„Westfälisches Volksblatt“ und „Sauerländer Tageblatt“ bringen längere Berichte über die Versammlung, die alle auf den verlogenen Leichen bitter=Ton des Kaplan Risse aus Verl gestimmt sind. Da wird der Erfolg der Versammlung in ein Fiasko umgemodelt und die Harlekinade des Kaplan Risse als eine„grausame Abfuhr der Genossen" bezeichnet. Ueber diese Behauptungen uns mit dem objektiven Berichterstatter der genannten Blätter auseinanderzusetzen, ist ein müßiges Beginnen, auf das wir gern verzichten. Wir haben in puncto der„grausamen Abfuhr“ nur eine Bitte an die Blätter und ihren Berichterstatter: Geben Sie uns doch die Möglichkeit, uns noch mehr derartige Abfuhren zu holen! Stellen Sie uns doch in Verl, in Rietberg, Mastholte, Langenberg, Schloß Holte, Clarholz und Herzebrock Säle oder Tennen zur Verfügung! Wir sind so uneigennützig, durch Einberufung von Versammlungen Ihnen gern Gelegenheiten zu neuen„Siegen“ über die Sozialdemokratie zu geben. Oder garantieren Sie unseren Rednern doch in den Zentrumswählerversammlungen oder in den Versammlungen des katholischen Volksvereins dieselbe Redefreiheit, die dem Herrn Kaplan Risse am Sonntag in Sende gewährt wurde! Wir brennen förmlich auf Ihre Abfuhren! Mit der Erfüllung dieser Bitten wird's freilich lange Weile haben. Die Herren wissen sehr genau. warum sie sich mit allen Mitteln dagegen wehren, daß sozialdemokratische Redner in den ländlichen Orten des Kreises Wiedenbrück reden können. Mit allen Mitteln,— sagen wir, auch mit dem verwerflichen Mittel der Denunziation. In dem Versammlungsbericht der„Glocke“ wird der Besitzer der Tenne, bei dem die sozialdemokratische Versammlung tagte, schon als sozialdemokratiischer Bauer bezeichnet. Die Absicht, die mit dieser Denunziation verfolgt wird, ist offenkundig: Man will andere kleine Leute vom Lande von vornherein einschüchtern, damit niemand es wagt, seine Räume für eine sozialdemokratische Versammlung zur Verfügung zu stellen. Ob diese Pressionsmittel auf die Dauer verfangen werden, ist eine andere Frage. Einer Partei aber, die als Devise die stolzen Worte:„Für Wahrheit Freiheit und Recht“ führt, steht es nicht wohl an, durch derartige kleinliche Mittelchen ihre Furcht vor dem Vordringen der Sozialdemokratie zu beweisen. Sonst bleibt uns nur noch übrig, die alberne Bemerkung zurückzuweisen, als ob in sozialdemokratischen Versammlungen die Redner anderer Parteien niedergebrüllt werden. Es muß traurig bestellt sein um eine Sache, wenn sie sich nur durch Verdächtigungen und Verleumdungen stützen kann. Auch der„Rapensberger“ hat sich einen Bericht über die Versammlung schreiben lassen, an dessen Spitze er seinen Lesern in fetten Lettern verkündet: Reichstagsabgeordneter Severing in Sende bei Verl abgeblitzt! Von den sonstigen Nachrichten des„Ravensberger" über die Sozialdemokratie unterscheidet sich der Bericht nur insofern, daß er die doppelte Anzahl von Lügen in jedem Satze enthält, wie sonst. Und das will gewiß viel sagen! * Lübbecke, 21. Okt. Rechtsauskunft sstelle. Die nöchste Rechtsauskunftsstunde findet am Sonntag, 24. Oktober, morgens von 9 Uhr an im Lokale des Herrn Baumeister statt. * Brake(Lippe), 21. Okt. Mit Lysol vergiftek hat sich auf der Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus bei Brake vor einiger Zeit eine 20jährige Pflegerin. Welche Motive die Unglückliche zu der Tat veranlaßten, konnten wir nicht erfahren. Die bürgerliche Presse hat den Todesfall nicht gebracht. * Lage, 21. Oktober. Zur„Volkswacht"=Agitation am Sontag, 24. Oktober, wollen sich die Parteigenossen, die es mit ihren Pflichten als organisierte Sozialdemokraten ernst nehmen, vormittags 8½ Uhr bei Gastwirt Steinsiek einfinden. * Lemgo, 21. Okt. Zur Besprechung der Agitation für die„Volkswacht“ werden die Genossen, die hierzu gewählt sind, zu Sonntag, 24. Oktober, nachmittags 2 Uhr, eingeladen * Lüdenscheid, 21. Okt. Hier tritt gleichfalls die spinale Kinderlahmung auf. Es wurden bereits 10 Erkrankungsfälle fes gestellt. Im benachbarten Iserlohn liegen drei Personen an der Seuche danieder. Nachrichten. Große Erfolge bei den badischen und sächsischen Landtagswahlen. Bei den Wahlen zum badischen Landtag hat die Sozialdemokratie auf den ersten Ansturm 10 Mandate wiedererobert. Die Stimmenzunahme beträgt 25000. Von 72000 Stimmen, die die Partei vor vier Jahren erhielt, ist die Stimmenzahl auf 97000 gestiegen. Die sozialdemokratischen Kandidaten kommen in acht Wahlkreisen in aussichtsvolle Stichwahlen. Aus Sachsen wird gemeldet: Die bis jetzt vorliegenden Ergebnisse lassen erkennen, daß trotz des Pluralwahlrechts gewaltige Erfolge erzielt worden sind. 15 Mandate sind gewonnen worden. Die Konservativen haben 14, die Nationalliberalen 4 Mandate erobert. Eine große Anzahl Stichwahlen finden statt. Die Sozialdemokratie kommt in 45 Wahlkreisen in die Stichwahl. Recklinghausen, 22. Okt. Auf der Zeche„Schlägel und Eisen 3 und 4“ sturzte gestern nachmittag ein mit 11 Personen besetzter Förderkorb in die Tiefe. Ein Bergmann wurde lebensgefährlich, die übrigen mehr oder minder schwer verletzt. Elberfeld, 22. Okt. Der frühere Vizepräsident des Reichstags und bekannte Parlamentarier, jetzige Landtagsabgeordnete Reinhard Schmidt ist hier heute nachmittag an den Folgen eines Herzschlages im Alter von 71 Jahren verstorben. Er vertrat als Mitglied der freisinnigen Volkspartei den Wahlkreis 4 (Arnsberg=Hagen=Schwelm) seit 1890. Köln, 21. Okt. An den in der Nähe der Südbrücke im Bau begriffenen neuen städtischen Lagerhäusern für den Rhein= und Seeschiffahrtsbetrieb hat die Kieler Firma Weir ich& Reinken die Betonarbeiten übernommen. Die Gesellschafter besitzen Filialen in Bremen, Hamburg ind Köln. Ein Betonmeister Wiegand, der als ein selbstherrlicher Charakter bekannt ist und früher Angestellter in der„Bleche-Botz“ war, rief einen der an den Lagerhäusern beschäftigten Zimmerer an, was derselbe überhört hatte. Sofort warf sich W. auf den Zimmermann mit dem Rufe:„Das ist auch einer von den frechen Kerlen" und ohrfeigte denselben. Es kam dadurch zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen Wiegand und den Kollegen des Geschlagenen. Da dieselben keine Genugtuung erlangen konnten, legten sie sämtlich— zirka 160 Mann— die Arbeit nieder. Das Kölner Arresthaus wird in der Volkssprache„Bleche=Botz“, blecherne Hose, genannt, weil der Baumeister des Gefängnisses Butz hieß und ein an dem Unternehmen Beteiligter Klempner(Blechschläger) war. Leipzig, 22. Okt. In Liebertwolkwitz drang der 46jährige Gutsbesitzer Hohtanz in die Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Frau, verletzte sie und ihre Schwester durch Revolverschüsse, erschoß den 62jährigen Brennmeister Jakob und brachte sich dann selbst einen Kopfschuß bei. Ein Skelett einer Frau gefunden. Newyork, 21. Okt. Großes Aufsehen erregt hier die Entdeckung des Skeletts einer Frau, die im Walde auf Long Island mit einer Schußwunde im Schädel aufgefunden wurde. Das Skelett war noch von den eleganten Kleidern der Toten umgeben, und die kostbaren Juwelen deuten darauf hin, daß die Ermordete den besseren Gesellschaftskreisen angehörte. Die Leiche muß schon über ein Jahr unentdeckt im Walde gelegen haben. Papiere, die bei dem Skelett gefunden wurden, beweisen, daß die Ermordete eine Deutsche war, die eine Rechnung über 16,95 Mt. an den Eisenwarenhändler Otto Schommer in Altona bezahlt hatte. Die Rechnung war für die Lieferung von Hausgeräten ausgestellt. Nahe dem Stelett wurde eine Uhr gefunden, in die die Buchstaben A. L. eingraviert waren. Quittung. Für die im Ausstand befindlichen schwedischen Arbeiter gingen beim Unterzeichneten weitere Gelder ein: Liste 130(Tischlerei Barkey) 2. Rate 22,50 Mk.; Liste 120 (R. Tweer) 3. Rate 16 Mi.; Ueberschuß vom Stiftungsfest des Sattlerverbandes 10 Mk.; Liste 28(Sattlerei Dürkopp) 2. Rate 5.50 Mt.; Liste 28(Autolackiererei Dürkopp) 8,75 Mk.; Liste 25 (Sattler) 3. Rate 2,50 Mt; Rest v. Maurern gesammelt 4,90 Mk.; Liste 83(Korkarbeiter) 4. Rate 4,80 Mk.; Liste 108(Tischlexei Echterbecker) 2. Rate 6 Ml.; Liste 107(Tischlereien Standte und Scheele) 3,85 Mk.; Liste 47(Tischlerei Türlopp) 4. Rate 31,85 Mark: Liste? 28 Mk.: Liste 32(Baer u. Rempel, Dreherei, Bohrerei, Fräserei und Werkzeugbau) 2. Rate 78,90 Mk.; Liste 24 (Vogelsang, Gießerei 2) 2. Rate 14 Mk.: Liste 31(Baer u. Rempel, Phönixbau 2) 3. Rate 22 Mk.,(Teileschlosserei) 4. Rate 20.25 Mk.; Liste 82(Preß= und Ziehwerk) 4. Rate 22 Mk.; Liste 35(Dürkopp, Fahrradbau) 4. Rate 19,15 Mk.; Liste 198 (Dürkopp, Elastikbau, Spezialbau, Nähmaschinendreherei) 2. Rate 31,35 Mk.; Liste 81(Gebr. Dickertmann) 4. Rate 37,50 Mk.; Liste 101(Redecker u. Co.) 2. Rate 6,50 Mk.; Liste 44(Dürkopp, Werkzeugbau) 4. Rate 5.25 Mk.; Liste 201(Dürkopp, Kugeldreherei und Schnellnäher) 42 Mk.; Liste 19(Hengstenberg, Kassenbau) 3. Rate 22 Mk.; Liste 129(Vogelsang, Dreberei 2) 2. Rate 13,75 Mk.; Liste 30(Baer u. Rempel, Phönixbau 1, Schleiferei und Lackiererei) 3. Rate 40 Mk.; Liste 115(Türkopp. Hammerwerk) 2. Rate 16,25 Mk.; Liste 59(Koch u. Co., Werkzeugbau und Gestellbau) 2. Rate 36 Mk.; Liste 196(Welland u. Tuxhorn) 10 Mi.; Liste 8(Tapezierer) 2. Rate 3 Mk.; Liste 203(Nagel 26 Mk.; Liste 33(Dürkopp, Saal 5 und Singersaal) 7. Rate 27,25 Mk.; Liste 34(desgleichen) 4. Rate 22.20 Mk.; Liste 33(Dürkopp, Schleiferei) 8. Rate 51,75 Mk.; Liste 20 Hengstenberg, Nahmaschinenmontage) 3. Rare 60,30 Mk.; Liste 109(Blankenagel) 2. Rate 12,25 Mk.; Liste 192(Seydel u. Co.) 2. Rate 22,80 Mk.: Liste 204(Gronemeyer u. Banck) 30 Mk.; Liste 205(Kammerichsche Werke 41 Mk.; Liste 60(Koch u. Co., Fräserei) 3. Rate 26 Mk.; Liste 118(Dürkopp, Rahmenbau, Rohrzieher, Schlosserei und Putzerei) 2. Rate 28.75 Mk.; Liste 39(Koch u. Co., versch. Abteilungen) 4. Rate 50 Mk.; Liste 21(Hengstenberg, Schlosserei und Drehereis 3. Rate 36,75 Mk.; Liste 41(Koch u. Co., Adlerbau) 3. Rate 63 Mk.; Liste 86(Lohmann, Laternenbau) 3. Rate 26,25 Mk.; Liste 112(Seydel u. Co.) 3. Rate 5255 Mk.; Liste 206(Hengstenberg, Dreherei Klant) 16 Mk.; Liste 43(Dürkopp, Packerei und Hofarbeiter) 4. Rate 12,25 Mk.; Liste 13 (Ravensberger Spinnerei) 2. Rate 13,15 Mk., Liste 17(Färberei Lohmann) 2. Rate 4,55 Mk. Summa 1207,35 Mk. Bereits quittiert 7037,54 Mk. Insgesamt 8244,89 Mi. Gewerkschaftskartell Bielefeld. Ludwig Beckmann, Kassierer, Oststraße 28 II Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. Zielefeld, Oberhstl. 99. Gegenüber der kuth. Kirche. 5743 Zur Herbst-Saison: Große Posten Uni Kleiderstoffe Große Posten Nauskleiderstoffe fertöig u 85, 1.10, 1.35, 1.65, 1.90, 2.15 in und Wolle zu für Morgenkleider zu 20, Es, 10, 301 1.00, I.I9, 1.99, 1.0. 50, 50, Jo, 65, f., to reiner Wolle zu 85, 1.10, 1.20, 1.40, 1.65 Kostüme und Blusenstosse in großer Auswahl zu den billigsten Preisen. Ferner empfehle: Damenhemden 110 cm lang, mit Passe Große Posten Kleider-Velours Große Posten Kockflanelle Herrenhemden 100 cm lang, mit doppelter Brust zu 1.35, 1.50, 1.75, 1.90. Damenhemden 110 cm lang, mit Spitze und Bogen zu 852, 1.00, 1.25, 1.45, 1.65. zu 1.00, 1.25, 1.45, 1.75, 2.00. Tuchunterröcke Bettücher Schlafdecken zu 1.85, 2.25, 2.50, 3.00, 3.50 in weiß und bunt gestreift, zu 85; in Baumwolle und Wolle, und höher. 1.00, 1.25, 1.55, 1.60, 2.00.] zu den billigsten Preisen. Nachtjacken in weißem Croisé und Piqué zu 1.00, 1.25, 1.45, 1.75, 2.15. v. u. Mieder-Schürz in großer Auswahl. wie Hautjacken, Normalhemden, Chlerhösen, Unterjacken usw. zu bekannt billigsten Preisen. K Der illustrierte Neue Melt-Kalender für das Jahr 1910. Gratis=Beilagen: Ein farbiges Bild und ein Wandkalender. Preis 40 Pfg.(Porto 10 Pfg.). 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Kalt Für Darüber schreibt Kalisalzen im Fürsten zu Hannover mit der geschlossen, der hoffen heben wird.— Nach der Geologie und P Hippolyt Haas, das Hannover, wohl des nisse Lippes, im weser von Kalisalzen im Ur genommen werden, u Tiefe.— In den G des Perm eine sehr gi und durch die Münst wiesenen Gebieten am liegt nun im Bereich noch im Norden un Lindwedel, Wunstorf, mit 72,60 Meter kor kaliumgehalt bis zu große Auswaschungen mit positiver Sicherh Auch fand der Chemil proben von Salzuflen Kali. Ebenfalls hält Kali in den Solen: fünf Kilometer von d weiterer Hinweis daf tum Kalisalze in der diese zu erwarten sind, Sicherheit sagen; vora 900 Meter rechnen. Lagerungsstörungen eingetreten sein könn Schichtenaufpressunger fahren hat. Jedenfal heutigen Stande der 2 der Neuzeit als durch zwei Gebiete in dem zessioniertem Areal d überreiches Terrain nannten Firma zu( werden bei Sonneborn ausgeführt. Man hof treffen. Die durch E stellten sehr regelmäßi tuellen Schachtbau se. größerer Tiefen gut Dingen nicht mit so rechnen, wie sich solch dortigen Kalibergbau man nun durch eine T Bild von der Beschaf wonen haben wird, kas Bohrungen an den üb Angriff nehmen. Es Stapelage in Oerling um den Sattel Berle um die Gegend bei T günstige Erfolge erzie Teil des Landes in A Die geologischen? insofern ziemlich einfa schichten zutage liegen, das oberste Glied der zweiter Linie Musche venachbarten Ländern Bohrung bei Sonnebo werden und unter dies teufen, dessen Mächti trägt. 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Wer heute von den Nr. 247. Bielefeld, Freitag, 22. Oktober 1909. 20. Jahrg. Die Kalinnternehmungen im Fürstentum Lippe. Darüber schreibt der„Hann. Cour.“: Zur Erbohrung von Kalisalzen im Fürstentum Lippe hat das Bankhaus Z. H. Gumpel zu Hannover mit der fürstlichen Regierung einen Vertrag abgeschlossen, der hoffentlich die Industrie des Fürstentums weiter heben wird.— Nach dem Gutachten des ord. Honorarprofessors der Geologie und Patäontologie an der Universität Kiel, Dr. Hippolyt Haas, das sich den Ansichten des Prof. Dr. StilleHannover, wohl des besten Kenners der geologischen Verhältnisse Lippes, im wesentlichen anschließt, muß das Vorhandensein von Kalisalzen im Untergrunde des Fürstentums unbedingt angenommen werden, und zwar in einer den Abbau lohnenden desFarm In den Gutachten wird gesagt, daß das Salzmeer des Perm eine sehr große Ausdehnung gegen Westen gehabt habe und durch die Münstersche Bucht mit dem als salzführend erwiesenen Gebieten am Niederrhein in Verbindung stand. Lippe liegt nun im Bereiche dieser Verbindungslinie. Da nun auch noch im Norden und Nordosten(Sigmundshall, Adolfsglück, Wunstorf, Hansa=Silberberg usw.) sogar Schichten mit 72,60 Meter kompakten Kalisalzlagern mit einem Chlortaliumgehalt bis zu 77 Prozent gefunden worden seien und große Auswaschungen wohl kaum stattgefunden hätten, so sei mit positiver Sicherheit auf reiche Fundstellen zu rechnen.— Auch fand der Chemiker Dr. G. Lange=Hannover in drei Salzproben von Salzuflen kleine, aber doch bestimmbare Mengen von Kali. Ebenfalls hält Prof. Stille dafür, daß das Auftreten von Kali in den Solen von Oeynhausen, Salzuflen und dem nur funf Kilometer von der Landesgrenze entfernten Pyrmont als weiterer Hinweis dafür anzusprechen ist, daß hier im Fürstentum Kalisalze in der Tiefe vorhanden sind.— In welcher Tiese diese zu erwarten sind, läßt sich nach dem Gutachten noch nicht mit Sicherheit sagen; voraussichtlich müsse man mit einer solchen von 900 Meter rechnen. Es sei aber nicht ausgeschlossen, daß durch Lagerungsstörungen eine bedeutende Verringerung der Tiefe eingetreten sein könne, so namentlich in den Regionen der Schichtenaufpressungen, wie das der Kalibergbau vielfach erfahren hat. Jedenfalls seien mehrere Gegenden in Lippe beim heutigen Stande der Technik und den bergbaulichen Erfahrungen der Neuzeit als durchaus höflich zu bezeichnen. Wenn auch nur zwei Gebiete in dem großen dem Bankhause Z. H. Gumpel konzessioniertem Areal diese Hoffnung erfüllen, so wird doch ein uberreiches Terrain für bergbauliche Unternehmungen der genannten Firma zu Gebote stehen.— Die ersten Bohrungen werden bei Sonneborn nahe an der Grenze von Waldeck=Pyrmoni ausgeführt. Man hofft dort den Zechstein bei 700 Meter anzutreffen. Die durch Stilles eingehendste Untersuchungen festgestellten sehr regelmäßigen Lagerungsverhältnisse, die einem eventuellen Schachtbau sehr zustatten kämen, würden den Nachteil größerer Tiefen gut kompensieren. Man hat hier vor allen Dingen nicht mit so komplizierten tektonischen Verhältnissen zu rechnen, wie sich solche in anderen Salzlagern zeigten und dem dortigen Kalibergbau so manche Schwierigkeiten bieten. Wenn man nun durch eine Tiefbohrung in Sonneborn ein zuverlässiges Bild von der Beschaffenheit der Salzlager im Fürstentum gewonen haben wird, kann man mit um so größerer Sicherheit die Bohrungen an den übrigen als günstig bezeichneten Punkten in Angriff nehmen. Es handelt sich dabei um das Gelände zwischen Stapelage in Oerlinghausen im Vorlande des Osnings; dann um den Sattel Berlebeck=Schling nahe der Grotenburg, endlich um die Gegend bei Detmold. Hat man an genannten Stellen günstige Erfolge erzielt, so soll der nördliche und nordwestliche Teil des Landes in Angriff genommen werden. logischen Verhältnisse des Fürst insofern schichten zutage liegen, die meist der Trias angehören. Besonders as oberste Glied der Trias, Keuper, ist weit verbreitet, in zweiter Linie Muschelkalk, wayrend der Buntsandstein in den venachbarten Ländern größere Verbreitung hat. Die erste Bohrung bei Sonneborn muß denn auch im Muschelkalk angesetzt werden und unter diesem noch den gesamten Buntsandstein durchteufen, dessen Mächtigkeit allein normalerweise zirka 600 m beträgt. Es ist aber sehr wohl möglich, daß er hier eine bedeutend zeringere Mächtigkeit hat. Erst unter dem Buntsandstein sind die Zechsteinsalze mit den bauwürdigen Kalilagern zu erwarten. dieses ist auch der Grund, warum man noch nicht früher Kaliunternehmungen in Lippe ins Leben gerufen hat; man fürchtet sich vor der Tiefe der Bohrungen. Außerdem hat sich die Regierung viel zu spät mit Unternehmern eingelassen. Nun treten zwar an zahlreichen Punkten des Fürstentums Salzquellen zutage, z. B. in der Richtung nach Vlotho zu sowie südöstlich von Detmold und südwestlich von Pyrmont. Eine Saline befindet sich auch seit uralten Zeiten bei Salzuflen. Ob aber diese Salzquellen aus dem Zechstein kommen, ist noch sehr fraglich, besonders da, wo sie im Gebiete des Keupers zutage treten. Wie durch zahllose neuere Bohrungen in Norddeutschland festgestellt ist, kommen Salzlager(allerdings ohne bauwürdige Kalisalze) auch im Keuper, im Muschelkalk und im oberen Buntsandstein vor. Freilich ist es auch oft vorgekommen, daß im Keuper angesetzte Bohrungen die darunter theoretisch vorhandenen übrigen Triasschichten nicht angetroffen haben und direkt in mäßiger Tiefe in Zechsteinsalz gekommen sind. Der verstorbene Professor Brackebnsch, der doch sehr viele Erfolge aufzuweisen hatte, hat deshalb zuletzt die Ansicht vertreten, daß stellenweise der Muschelkalt als Korallenriffbildung ganz fehle und Keuper direkt in Buntsandstein übergehe. Hiernach würde auch das große Keupergebiet Lippes günstig sein. Uebrigens sind in der unmittelbaren nordwestlichen Fortsetzung des Lippischen Triassattels bei Osnabrück alle Kalibohrungen trotz vorhandener Salzquellen resultatlos verlaufen, und ebenso in der südöstlichen Fortsetzung, die zum Sollinger Walde überleitet. Hier ist das nächste Kaliwerk erst Istus bei Volpriehausen.— Fur die Unternehmungen in Lippe sind die Zeiten jetzt insofern günstig, als die Bohrhonorare usw. sehr billig sind. Ob aber ein weiteres Publikum sich unter den jetzigen Verhältnissen auf dem Kalimarkte an jenen Unternehmungen beteiligen wird, ist doch fraglich. Aber es werden ja sicher bald bessere Zeiten wiederkommen und ein dann bereits vorhandener Fund ist sicher wertvoll. Eingabe der vier BergarbeiterVerbände, Verband der Bergarbeiter Deutschlands, Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands, Polnische Berufsvereinigung (Velgalbeiter=Abt.) und Gewerkverein der Bergarbeiter(H.=D.), an den Handelsminister gegen den vom Zechenverband geplanten Arbeitsnachweis, hat folgenden Wortlaut: „Wie durch die Tagespresse bekannt geworden, hat der Zechenverband für das Ruhrgebiet in einer am 12. Oktober d. J. stattgefundenen Generalversammlung beschlossen, für den rheinischwestfälischen Steinkohlenbezirk einen einseitigen Zwangsarbeitsnachweis einzurichten. Der Hauptsitz dieses Arbeitsnachweises soll Essen sein, daneben sollen noch etwa 15 bis 18 Nebennachweisstellen errichtet werden. Die Aufgabe des Arbeitsnachweises soll sein, den dem Zechenverband angeschlossenen Werken und zugehörigen Nebenanlagen Arbeitskräfte zu vermitteln. Letztere dürfen nur durch Vermittelung des Arbeitsnachweises einheimische Arbeiter anlegen. Die Bergarbeiter würden also dadurch gezwungen, beim Wechsel der Arbeitsstelle, sei es infolge eigener Kündigung oder bei erfolgter Kündigung durch die Werksverwaltung, den Arbeitsnachweis zu benutzen. Die Arbeitsnachweisstellen und Zechenverwaltungen dagegen haben nach eigenem Ermessen daruber zu befinden, ob sie die Arbeitsuchenden anlegen wollen oder nicht. Hat ein Arbeitsuchender eine Arbeit angenommen. findet sich aber innerhalb von zwei Werktagen des für den Arbeitsantritt festgesetzten Termins ohne hinreichende Entschuldigung auf der Zeche nicht ein, so wird er für die nächsten zwei Wochen von jeder Arbeit auf den dem Zechenverband angehörenden Werken ausgesperrt. Das gleiche tritt ein, wenn ein Arbeiter unter Kontraktbruch die Arbeit niederlegt oder infolge Kontraktbruches von der Zeche entlassen wird. Zugestanden wird, daß unerwünschte Elemente von der Arbeit ferngehalten werden sollen. Das sind, soweit sie durch die Presse bekannt geworden sind, die Grundsätze, nach denen der Arbeitsnachweis eingerichtet werden soll. Der geplante Arbeitsnachweis wird für die Bergarbeiter schwere Nachteile im Gefolge haben. Wenn der Arbeitsnachweis so eingerichtet wird, wie er nach Vorstehendem vom Zechenverband geplant ist, so wird den Bergarbeitern das gesetzlich gewährleistete und unentbehrliche Recht der Freizügigkeit und der Organisation genommen, bezw. eingeschränkt. Die Hosen des Herrn von Brevow. Vaterländischer Roman von Wilibald Alexis(W. Häring). Erster Teil. Erstes Kapitel. Die Herbstwäsche. Wenn du aus einem langen, bangen Kiefernwalde kommst, der von oben aussieht, wie ein schwarzer Fleck Nachtes, welchen die Sonne auf der Erde zu beleuchten vergessen, und nun fangen sich die hohen Bäume zu lichten an, die schlanken braunen Stämme werden vom Abendrot angesprenkelt, und die krausen Wipfel regen sanft ihre Nadeln in den freier spielenden Lüften, da wird dir wohl zu Mut ums Herz Das Freie, was du vor dir siehst, sind nicht Rebengelände und plätschernde Bäche aus fernen, blauen Bergen über ein Steinbeti schaumend,'s ist nur ein Elsenbruch, vielleicht nur ein braunes Heidefeld, und darüber ziehen sich Sandhügel hinauf, in denen der Wind herrscht, das magere Grün, das von unten schüchtern heraufschleicht, anheulend, wie ein neidischer Hund, der über seine nackten Knochen noch murrend Wache hält. Eine Birke klammert sich einsam an die Sandabhänge, ein Storch schreitet vorsichtig über das Moor, und der Habicht kreist über den Büschen. Aber es ist hell da, du atmest auf, wenn der lange, gewundene Pfad durch die Kieferkacht hinter dir liegt, wenn das feuchte Grün dich anhaucht, das Schilf am Fließe rauscht, die Käfer schwirren, die Bachstelzen hüpfen, die Frösche ihren Chor anheben, und dein Auge dem Luftzug folgt, der leis über die Heidekräuter streift. " Es ist der stille Zauber der Natur, die auch die Einöden belebt; und ihr Auge ist auch hier, denn dort hinter dem schwarzen, starren Nadelwald liegt ein weiter, stiller, klarer See. hüllt sich ein wie ein verschämtes Weib in seine dunkelgrünen Ufer, und möchte sie noch fester um sich ziehen, daß kein unberufener Lauscherblick eindringt. Er spiegelt sie wider in leinem dunkeln Wasser, mit ihrem Rauschen, mit ihrem Flüstern. über das dunkle Wasser wird plötzlich klar, wenn die Wolken vorüberziehen, ein Silberblick leuchtet auf; der blaue Himmel schaut dich an, der Mond badet sich, die Sterne funkeln. Dort ergießt der volle See sein Uebermaß in ein Fließ, das vom Waldkande fort durch die Ebene sich krümmt. Hier bespült es Elsendüsche, die es überschatten und gierig seine Wellen ausschlürfen Nöchten, sickert über in nasse Wiesen und wühlt sich dort im Sande ein festeres Kiesbett, um Hügel sich windend, an Steinblöcken vorübersprudelnd und durstige Weiden tränkend. Die vereinzelten Kiesern, Vorposten des Waldes, wettergepeitscht, trotzig in ihrer verkrüppelten, markigen Gestalt, blicken umsonst verlangend nach den kuhlen Wellen; nur ihre Riesenwurzeln Fühlen sich unter dem Sande nach dem Ufer, um verstohlen einen Trunk zu schlürfen. Wer heute von den fernen Hügeln auf dieses Waldeck gesehen, hätte es nicht still und einsam gefunden. Zuerst hätte ein weißer, wallender Glanz das Auge getroffen, dann ringelten Rauchwirbel empor, und um die schwelenden Feuer bewegten sich Gestalten. Schnee war das Weiße nicht, denn die Bäume röteten sich zwar schon herbstlich, aber sie schüttelten noch sparsam ihre welken Blätter ab, und die Wiesen prangten noch in kräftigem Grün. Schnee war es nicht, denn es blieb nicht liegen; es flatterte und rauschte auf, hellen Lichtglanz werfend und dann wieder verschwindend. Schwäne waren es auch nicht, die aufflattern wollten, und die Flügel wieder sinken ließen. Das hätten Riesenvögel sein müssen, deren es im Havellande und der Zauche nie gegeben hat. Auch Segel nicht, die der Wind aufbläht und wieder niederschlügt; denn auf dem Fließe trieben nur kleine Nachen. Auch Zelte nicht, denn es bewegte sich hin und her, und wer näher kam, sah deutlich zwischen den Feuern Hütten aufgerichtet, zierliche von Stroh und rohere von Kiefergebusch. Eine Lagerung war es, aber der einsame Reisende brauchte sich nicht vor Raubgesellen zu fürchten; die paar Spieße, die in der Nachmittagssonne glänzten, standen friedlich an die Hüttenpfosten oder Baume gelehnt. Räuber lachen und singen nicht so heitere Weisen, und die Lüderitze lagerten, wenn sie ausritten, auch nicht in entlegenen Winkeln, zwischen Heide und Moor, wo Kaufleute nicht des Weges ziehen. Ja, wär's zur Nachtzeit gewesen, der Ort war verrufen, auf unheimliche Weiber hättest du schließen können, die ihre Tränke brauen, wo keiner es sieht. Aber es war noch ein heller Nachmittag, und ebenso hell schallte bisweilen ein frohes Gelächter herüber, untermischt mit anderem seltsamen Gerausch, wie Klatschen und Klopfen. Kurz, es war ein Lager allerdings, aber nicht von Kriegsknechten oder Wegelagerern, nicht von Kaufleuten oder Zigennern, welche die Einsamkeit suchen; es war ein Feldlager, wo mehr Weiber als Männer waren, und das Feldlager war eine große Wäsche. „. Von den Sandhöhen nach Mitternacht, deren nackte Spitzen üver das Heidegestrüpp vorblickten, konnte man es deutlich sehen. In einem Sattel dieser Sandhügel stand nämlich ein bepackter Karren. Sein Eigentümer, der Krämer, hatte ihn hier untergebracht, außer dem Wege, damit kein Späherauge Gäule noch Wagen entdecke, bevor er sich versichert, was da unten vorging. Selbst war er geräuschlos, vorsichtig, auf eine Kiefer geklettert, um auszuschauen, und sein ängstliches Gesicht heiterte sich auf. Denn was er sah, hatte nicht allein gar keinen Anschein von Gefahr, sondern sogar für ihn etwas Lockendes. Der weiße, wallende Glanz kam von den an Seilen trocknenden Leinwandstücken her, die der Wind dann und wann hoch aufblähte. Andere größere Stücke lagen zur Bleiche weithin zerstreut am Fließ, an den Hügelrändern bis in den Wald hinein. Ueberall war Ordnung und das waltende Auge der Hausfrau sichtbar. Jeder, Mägde, Knechte, Töchter, Verwandte und Freunde, bis auf die Hunde hinab, schien sein besonderes Geschäft zu haben. Die begossen mit Kannen, die schöpften aus dem Fließ, die trugen das Wasser. Jene nestelten an den Stricken, welche zwischen den Der Arbeiter muß das Recht haben, wenigstens dann frei über seine Arbeitskraft verfügen zu können, wenn er die Arbeitsstelle wechselt. Dieses Recht würde den in Frage kommenden Bergarbeitern genommen, wenn der Arbeitsnachweis so eingerichtet würde, wie ihn der Zechenverband geplant hat. Es kommt hier noch in Betracht, daß der Bezirk, für den der einseitige Zwangsarbeitsnachweis geplant ist, sehr groß ist, der Arbeiter also durch die Zuweisung einer anderen Arveitsgelegenheit gezwungen werden kann, seine Wohnung zu wechseln. Das Recht der Freizügigkeit ist dadurch illusorisch gemacht. Es ist ferner zu berücksichtigen, daß die Arbeiter im Ruhrbergbau vielfach gezwungen sind, die Arbeitsstelle zu wechseln, wenn sie bestehenden Mißständen entgehen und insbesondere zu den oft einseitig festgesetzten und zu niedrigen Gedingesätzen nicht arbeiten wollen. Der Trieb der Selbsterhaltung und die Sorge um die Familie zwingt sie dazu. Auf diese Ursache sind oft die Kontraktbrüche zurückzuführen. illusorisch gemacht. In der Praxis würde der einseitige Zwangsarbeitsnachweis für die Bergarbeiter viel schlimmere Schäden im Gefolge haben, wie das bisher hier angewandte System der Schwarzen Listen. Es ist deshalb begreiflich, daß sich der Bergarbeiter und der Bevölkerung im Ruhrgebiet eine große Aufregung bemächtigt hat. Die unterzeichneten Vorstände der Bergarbeiterorganisationen haben in einer Eingabe an den Zechenverband, wovon Abschrift beiliegt, gebeten, von der Errichtung des Arbeitsnachweises in der geplanten Form abzusehen und eventuell einen Arbeitsnachweis aus paritätischer Grundlage zu errichten. Wenn der Zechenverband dem berechtigten Wunsche der Arbeiter nicht entspricht, so werden ernste Konflikte, die die schlimmsten Folgen für unsere Volkswirtschaft haben können, unvermeidlich sein. Wir bitten deshalb Euere Exzellenz, im Interesse des wirtschaftlichen Friedens zugunsten der Arbeiter vermittelnd eingreifen zu wollen. Gleichzeitig bitten wir die Bestrebungen auf Errichtung paritätischer Arbeitsnachweise auch gesetzgeberisch unterstützen zu wollen und die Einführung von Tarifverträgen im Bergbau möglichs. zu fördern. Denn eine der Hauptursachen des vielfachen Belegschaftswechsels, dessen Einschränkung angeblich die Einführung des Arbeitsnachweises bezwecken soll, wurde durch die Einführung von Tarifverträgen fast völlig beseitigt.“ *** Die Eingabe hat beim Zechenverband auf Entgegenkommen nicht zu rechnen. Wie die„Rheinisch=Westfälische Zeitung“ von „maßgebender“ Stelle aus bergbaulichen Kreisen erfahrt,„dürfte der Zechenverband es überhaupt oblehnen, mit den Bergarbeiterverbänden über die Einführung des Arbeitsnachweises zu verhandeln. Der Zechenverband steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die in der Siebenerkommission vertretenen Arbeiterverbände keine Vertretung der Gesamtbelegschaften darstellen. Außerdem muß der Zechenverband es ablehnen, mit Leuten in Beratungen einzutreten, die fortgesetzt die Bergwerksbesitzer in der Presse, in Versammlungen beschimpfen und die Arbeiterschaft in frivoler Weise verhetzen. Auch hat es sich bei früheren Gelegenheiten ja wiederholt gezeigt, daß die Verbände keinen ausschlaggebenden Einfluß bei den Belegschaften besitzen, und gar nicht in der Lage sind, Abmachungen bei den Arbeitern durchzusetzen, die den radikalen Elementen nicht behagen. Eine gleiche Stimmung weiß eine Berliner Korrespondenz aus dem Handelsministerium zu berichten. Sie schreibt, daß es zweifelhaft sei, ob eine Vermittlung von dieser Stelle aus stattfinden werde. Eine gesetzliche Handhabe, die zur Aufhebung dieser Arbeitsnachweise führen könnte, bestehe nicht. Als seinerzeit ein Eingreifen oder eine Vermittlung der Behörden wegen Aufhebung der„schwarzen Listen“ in Betracht kam, wurden lediglich genaue Informationen eingezogen, die nicht ergaben, daß die Behauptung zutreffe, mißliebige Arbeiter wären auf diese Listen gesetzt. Bei den jetzt in Diskussion stehenden Arbeitsnachweisen müsse auf alle Falle anerkannt werden, daß durch sie eine Erleichterung für die Arbeitsuchenden geschaffen werde. Die Arbeiter hätten selbst anerkannt, daß ein häufiger Wechsel der Belegschaften aus Sicherheitsgründen schädlich sei. Sollten die Zwangsarbeitsnachweise dahin wirken, daß unnötiger Wechsel erschwert wird, so würde dies nur vorteilhaft sein. Wenn mit diesen Gründen das Ministerium wirklich jede Vermittlung ablehnen würde, so wäre damit wieder einmal die Kieferstämmen angespannt waren; sie prüften die Klammern; sie sorgten, daß die nassen Stücke sich nicht überschlugen. Dort hingen gewaltige Kessel über ausgebrannte Feuerstellen, und daneben standen Tonnen und Fässer. Aber diese Arbeit schien vorüber; nur auf den einzelnen Waschbänken, die in das schilfige Ufer des Fließes hineingebaut waren, spülten noch die Mägde mit hochaufgeschürzten Röcken und zurückgekrempten Aermeln. Es war die feinere Arbeit, die man bis auf die Letzt gelassen, die jede für sich mit besonderer Emsigkeit betrieb. Da gab es mancherlei Neckereien zwischen dem Schilf. Wollte aber ein Mann in die Nähe dringen, ward er unbarmherzig bespritzt. Ja, einem Herrn im geistlichen Habit, der Miene machte, sich durch das Schilf zu schleichen, ward von einer der losen Dirnen ein ganzer Eimer gegen den Kopf gegossen. Ein Glück, daß er noch beizeiten ausbog; und mit ein paar Tropfen aufs Gesicht kam er davon, und die Dirne mit einem drohenden Finger. Den anderen legte der geistliche Herr schnell auf den Mund, mit einem bedeutungsvollen Blicke, denn er sah die gebietende Hausfrau herankommen. „Ach, meine gnädige Frau von Bredow auf Hohen=Ziatz!“ mit den Worten und einem frohen Atemzuge ließ sich der Krämer schneller, als er hinaufgeklettert, von seinem Baume herab. Darauf ging er an sein Geschirr, putzte die Pferde und schirrte sie an zum Aufbruch.„Die hält ihre große Herbstwäsche ab; hätte ich das früher gewußt, es hätte was zu verdienen gegeben. Aber's ist ja noch nicht zu Ende, und fällt wohl noch zuletzt was ab.“ Er brachte die Hand an die Stirn, und ehe er in den Weg einsenkte, lüftete er die Wagendecke, schnürte und schnallte und packte Unterschiedliches um. Einiges versteckte er, und andere Packen legte er oben auf, wie es ein guter Kaufmann tun muß, der seine Kunden kennt, und weiß, was ihnen ins Auge sticht und was ihnen mißbehagt. Die große Herbstwäsche war's der Frau von Bredow auf Hohen=Ziatz:„Der Winter ist ein weißer Mann,“ sagte sie. „Wenn er ans Tor klopft, muß das Haus auch weiß und rein sein, daß der Wirt den Gast mit Ehren empfangen mag. " Ihr Gast, der Dechant, hatte zwar gesagt:„der Winter ist ein ungebetener Gast; den stellt man hinter die Tür;“ aber die Edelfrau hatte erwidert:„Das mag vor Alters gepaßt haben, ehrwürdiger Herr, als es noch keine geistlichen Herren gab. Itzund wissen drei ungebetene Gäste in jedwed Haus zu dringen; wie man's auch zuschließt, sie finden immer eine Ritze: der Winter, die Wanzen und die Pfaffen.“ Der Dechant hatte dazu gelacht; hatte doch die Edelfrau beim großen Kehraus in der Burg auch sein Bündel mit auf die Wagen werfen lassen, was ihn der Mühe überhob, daß er's nach Brandenburg mitnahm, wenn er mit dem einen ungebetenen Gaste, dem Winter in seine warme Klause zurückkehrte. Eine Herbstwäsche war im Schloß Hohen=Ziatz eine Verrichtung. Eine große Arbeit war es, wo die Knochen sich rühren mußten, aber ein Fest auch. Die Hausfrau meinte, alle völlige Verständnislosigkeit dokumentiert, die in Regierungskreisen gegenüber berechtigten sozialreformatorischen Forderungen der Arbeiter besteht. Wenn selbst die Bergarbeiter anerkennen, daß häufiger Wechsel der Arbeit im Bergbau nicht gut ist, so wären wohl für die Beseitigung dieses Uebelstandes andere Maßnahmen zu treffen, als Maßregelungsbureaus unter Obhut der Unternehmer einzurichten. Daß die Untersuchungen in bezug auf die schwarzen Listen ein so negatives Resultat gezeitigt haben, will wenig, besagen. Daß durch schwarze Listen mißliebige ArHerxuf erslärt werden, ist heute in Deutschland eine so ikundige Tatsache daß sie keinar amtlichen Rostätigung he Befähigung als solche gar nicht geprüft, die über ihre Aufgaben gar nicht unterrichtet worden waren, die aber dem Herrn masten. Sie ste dann sehr schper gadlen weitere Steigel konnten,. H.; Schilern ni derausbelgnmen duyrscheinlich. abgaben ug denn gan auher perschiedenen Nebenüber den Jahreswechsel auszukommen, so wird durch die Diskonterhöhung der Bank von England auf gleichfalls 5 Prozent eine wohrschein igerung des offiziellen Zinsfußes in Deutschland sehr beiter uegaven fur den Kursus 90 bis 110 Mark abnahm, verspricht Versprechungen nich gehalten werden diese beiter in Verruf erklärt werden, ist heute in Deutschand eine so früheren Verntte e gerictem Alter die in ihren stertragge Sutzage, vag nie einer amtugen Bestätgung ber hatten, bei der vor allen.. owere Ardeit zu leisten darf. Wenn die Regierung sich in dieser Sache völig auf die 4 bis 6 Wachen eine z erobe Körverkräste nötig waren, in der scharfmacherischen Veraherren stellen würde hlieb= samf:nen Veruf anzulernen, der vor allem Diegzmeit, Gewanutheit und Geschialichteit erfordert. am* g“ jelegt, die Gelder der Vermischtes. Jenn die Regierung sich in dieser Sache völlig auf die Seite der scharfmacherischen Vergherren steulen wurde, so bliebe sie ihrem alten Grundsatze treu:„Meine Herren, wir arbeiten ja nur für Sie!“ .. Von der Luftschiffahrt. Elberfeld, 20. Okt. Der Ballon„Leichlingen“ unterParteinachrichten. hi. Der Bezirkstag für die Parteiorganisationen im Regierungsbezirk Ersurt, umassend die Kreise Erfurt=Schleusingen=Ziegenrück, Mühlhausen=Langensalza, Nordhausen und HeiligenstadtWorbis, wurde am Sonntag in Erfurt abgehalten; er war legierten, Vertretern der Redaktionen der oon insgesamt 25 Delegierten. Vertretern der Redaktndrei im Bezirk erscheinenden Parteiorgane(Erfurt, Nordhausen und Mühlhausen] usw. beschickt. Die vom Bezirksvorstand zu entfaltende Tätigkeit war, wie Bezirksvorsitzender Genosse Reißhaus in seinem Bericht hervorhob, eine so umfangreiche, daß sie im Nebenamte kaum noch zu bewältigen ist und die schon auf dem vorjährigen Bezirkstag in Mühlhausen angeregte Frage der Anstellung eines Bezirksjekretärs immer dringender der Lösung bedarf. Die Einnahmen bezifferten sich auf 713,90 Mark, die Ausgaben auf 487,03 Mark. Die Zahl der politisch organisierten Genossen im ganzen Bezirk betrug am 1. Juli 3939, darunter 673 weibliche Mitglieder, und zwar entfallen auf den Erfurter Wahlkreis 1903, auf Nordhausen 1429, Mühlhausen 582 und Heiligenstadt 25 Mitglieder. Die gewerkichaftlichen Organisationen zählen im Kreis Erfurt 7050, in Nordhausen 2800 und Mühlhausen 2300 Mitglieder; im Kreise Heiligenstadt kommt die gewerkschaftliche Organisation kaum in Betracht. Die Zahl der sozialdemokratischen Gemeindevertreter betrögt, in, ganzen Bezirk 45(Erfurt 23, Mühlhausen 5, NordEs wurde beschlossen, die Herausgabe der Landpost“, einer in Erfurt periodisch erscheinenden Flugschrift für die Agitation unter der Landbevölkerung und der Kalender innerhalb des Bezirks zu zentralisieren. Der Bezirksvorstand soll mit dem Parteivorstand wegen der Anstellung eines Bezirkssekretärs in Verbindung treten. Ferner wurde der Bezirksvorstand mit der energischen Durchführung des Schnapsboykotts beauftragt. Vom Strafkonto der Presse. Wegen Offiziersbeleidigung gurde vom Landgexicht Erfurt am 27. April Genosse Pau Petzolo zu 500 Met. Strafe verurteilt wegen des Artikers „Ein Todesmarsch“, der am 28. Mai 1908 in der„Tribüne" erschien. Es wurde darin erzählt, daß bei einem Marsche eines Koburger Regiments bei der größten Hitze eine Anzahl Soldaten erkrankt seien. An Hitzschlag starben drei, fünf erkrankten schwer ind zwölf leicht. Unser Erfurter Parteiblatt bemerkte dazu, daß dies ein furchtbares Ergebnis militärischer Gleichgiltigkeit gegen ous reven von unterranen jei. Iin diesem wrtikel samkeit, Gewandtheit und Geschialichkeit erfordert. Das Ganze ist nur varauf angelegt, die Gelder der Schüler und der Lehrer zu erhalten. Es int oringend zu warnen, auf derartige Inserate ##nzufallen. Wer, un„späteren Jahren aus irgend einem Grunde seinen Beruf wechseln muß und im Gastwirtsgewerbe tätig, sein will, der muß eben auch hier von vorn anfangen, zunachst also eine Stellung als Hausdiener oder dergleichen annehmen. Er muß aber auch damit rechnen, daß er sich in betreff Verdienst und auch bezüglich der übrigen Arbeitsverhältnisse weit schlechter stehen wird, als in seinem früheren Beruf. In der Zuckerraffinerie F. R. Meyer Sohn in Tanzermünde sind die Arbeiter wegen Lohndifferenzen in den eumg 8ggd getreten. Die Zahl der Ausständigen beträgt „Der Streik in der Zuckerfabrik Wreschen(Posen), der bis zur en Stillegung des Betriebes führte, ist am Montag morgen beendet worden. Die nichtorganisierten Arbeiter nahmen die Bedingungen der Direktion an. Eine kleine Aufbesserung hat ihnen der unorganisierte Streik aber doch gebracht. Unternehmerbrutalität in der Glasindustrie. In Wickede an der Ruhr traten die im Zentralverband der Glasarbeiter organisierten Arbeiter in eine Lohnbewegung. In der bescheidensten Weise ersuchten sie die Firma W. Hibbeln, den Lohntarif für Beleuchtungsglas so zu bezahlen, wie dies in den meisten Betrieben geschieht. Die Firma lehnte dies in entschiedenex Weise ab; alle Verhandlungen verliefen resustatlos. Als die Arbeiter darauf in bestimmter Weise Zugeständnisse verlangten und wenigstens eine teilweise Gleichstellung der Löhne mit denen anderer Betriebe beanspruchten, griff die Firma zur Entlassung des Vertrauensmannes, der in der ruhigsten, sachlichsten Weise die Wünsche der Arbeiter vorgetragen hatte. Dies schlug dem Faß den Boden aus, und die gesamten Arbeiter des Betriebes reichten darauf die Kündigung ein, die Sonnabend, 30. Oktober, abläuft. Es werden deshalb alle Glasarbeiter ersucht, Arbeitsangebote nach Wickede a. d. Ruhr nicht anzunehmen; ganz besonders werden alle Beleuchtungsglasarbeiter darauf aufmerksam gemacht. manövrierte 20 Minuten über der Leichlinger Halle. Steuer und Propeller funktionierten ausgezeichnet. Bei dem Versuch, einen Berg zu überfliegen, wurde der Ballon vom Winde, der anfangs nur in einer Stärke von sechs Sekundenmetern wehte, dann aber immer mehr an Heftigkeit zunahm, zurückgetrieben unt gegen den Abyang gedrückt, so daß die Reißleine gezogen werden mußte. Das Luftschiff schlug ziemlich heftig gegen den Erbslöh und Oberingenieur Höff sprangen aus der Gondel, erlitten jedoch keine Verletzungen. Rom, 20. Okt, Der lenkbare Militärballon ist heute kurz nach 11 Uhr aus Bracciano hier eingetroffen. Er schwebte eine Zeitlanszäher der Stadt, machte dann eine Rundfahrt um den aldgis=Velg, und kehrte darauf nach Bracciano zurück. Vitterfeld, 21. Okt.„Parjeval 5“ ist gestern hier beenött. porden. Die Probefahrten sollen in der nächsten Woche Friedrichshafen, 21. Okt. Der Ballon„Z. 3“ unternahm gestern nachmittag seinen ersten Aufstieg mit dem neueingebauten 3. Motor. In der Gondel befanden sich Graf Zeppelin und Oberingenieur Dürr. Das Luftschiff kreuzte eine Stunde lang über dem See und landete alsdann auf demselben. Die Fahrtergebnisse waren außerordentlich befriedigende. Friedrichshafen, 21. Okt. Die gestern nachmittag unternommene erste Versuchsfahrt des„Z. 3“ mit dem dritten Motor, die im wesentlichen der Ausprobierung des Einflusses der neuen tiefer liegenden mittleren Propeller auf die Höhensteuer diente, ist zur Zufriedenheit ausgefallen. Die Probefahrten sollen heute nach Verschwinden des dichten Nebels fortgesetzt werden. U. a. sind Geschwindigkeitsmessungen geplant. Friedrichshafen, 21. Okt.„Z, 3“ kreuzte heute mittag mehrere Stunden über der Stadt, um die angekündigten Schnelligkeitsversuche auszuführen. Es wurde mit allen drei Motoren Geschwindigkeit des Fahrzeuges ist offensichtlich ganz wesentlich eryohr, auervings auch das Propellergeräusch. der neue Motor, der 150 Pferdestärken besitzt, arbeitete tadellos. Gegen das Schen bsbargs. Ergebnis militärischer Gleichgiltigkeit gegen das Leben von Unterianen ser. In diesem Artikel wurde . S### Marsch bei 41 bis 43 Grad Hitze erwähnt, bei dem zwei Soldaten am Hitzschlag starben. Durch diesen Artikel fühlten sich die Offiziere des Kovurger Regiments Mord. Berlin, 20. Okt. Aus Kiew wird die grauenvolle si: Weerzger, Bragindustrie. Zwi Frggrdung eiges jungen Mannes gemeldet, die in den Einzeln Brauereivereine Leinzig und dem Rrauereiarbeiter= heilen genau ebenso ausgeführt ist wie der vorgestern gemeldete erium iriosge der Pierst.— eseu ues gaganges Mord in Petersburg in der Leschtulopadhuerstraße. g September 1 Erdbeben. Berlin, 21. Okt. Ein starkes Fernbeben verzeichneten in vergangenre Nacht die Erdbebenstationen Mitteleuropas. Wie Telegramme aus Stuttgart, Breslau und Laibach melden, registrierten die Seismographen der dortigen Erdbebenwarten kurz nach Mitternocht Erdbewegungen, die ihren Maximalbetrag gegen 1 Uhr morgens und ihr Ende gegen 2 Uhr erreichten. Als Herddistan; werden„ühereinstimmen Fhlten sich die Offiziere des Koburger, Regiments beleidigt. Das hatten, was erforderlich gewesen sei auch hätt kt Gättsgerucht stellte fest, daß die Ofizie#e angeblich, aues getan glten, wus ersotberlich geweseg selgauch hatten sie die erkrantten Soldaten sorgsam verpllegt. Die Behauptungen der„Tribüne“ seien also im wesentlichen Soldaten sorgsam verpllegt. Die Behauptungen der„Tribüne“ Geichr winggn nicht,wahr. In der deevision vor dem Reichsgericht erklärte Petzold,§ 186 hätte nicht angewendet werdex düirfen sondern S 185, es müsse ihm die Wahrnehmung beInteressen zugute gehalten werden, denn es sei die eines jeder„Menschen, derartige Vorkommnisse zu kritisieren. Das Reichsgericht verwarf aber die Revision. Arbeiterentlassungen in der Leipziger Brauindustrie. Zwischen dem Brauereivereine Leipzig und dem Brauereiarbeiterverhande, wurde seinerzeit vereinbart daß wegen des Mickbis zum 30. September keine Arbeiterentlassungen stattfinden dürfen. Vom 1. Ottober Is der Konsumrückgang bei den Großbrauereien 15 Prozent, bei den Kleinbrauereien 10 Prozent übersteigen würde— nach voraufgegangenen Verhandlungen mit dem Brauereiarbeiterverbande Arbeiterentlassungen vorgenommen werden können. Nun ist aber der Konsum um 50—60 Prozent gefallen. Darauf hat der Leipziger Brauereiverein vorige Woche sem Brauereiarbeiter= und dem Transportarbeiterverbande mitgeteilt, daß nunmehr Entlassungen von Arbeitern nicht mehr zu vermeiden seien. Donnerstag, 21. Oktober, sollten 600 Mann entlassen werden. Auf neuere Verhandlungen hin ist diese Zahl einstweilen etwas eingeschränkt worden; immerhin werden 200 Mann entlassen. Sollte sich aber im Laufe der Woche keine Einigung zwischen dem Brauereivereine und den Wirten erzielen lassen, so werden am nächsten Donnerstag weitere Entlassungen stattfinden bis zur Gesamtzahl von 600 Mann. Herboistanz werden ,übereinstimmend 5000 bis 7000 Kilometer angegeben, die Lage des Bewegungszentrums Gewerkschaftsbewegung. „— Kellner=Fachschulen. Das ist das Neueste auf dem Gebiete der ausbeutung derer, die nie alle werden. Seit mehreren Monaten sieht man in der Tagespresse Annoncen auftauchen, worin einem jeden, der sich der Mühe unterziehen will, vier bis sechs Wochen eine solche„Kellnerfachschule zu besuchen, Lagesz mit einem monattichen Einkommen von 200 Mark bis gr iei# versprochen, ,werden.„Aber schon während der Leueoen, werden den Schutern angeblich Aushilfsarbeiten ver„gafft, vei denen täglich 8 Mark bis 10 Mark zu verdienen ind. Was Wunoer, wenn diesen Kellnerschulen eine Menge Leute zuströmen, die ihr letztes Geld darauf verwenden, um einen Lebensberuf ergreifen zu können, in welchem so glänzende Augschen winten.—u so dänze Solche Kellner=Fachschulen bestehen bereits in Breslau, in Berlin und=Magdeburg. Marktschreierische Reklame wird mit Prospekten und Annoncen getrieben, um immer neue Opfer heranzuziehen. Dazu gehören auch die„amtlich geprüften Dankschreiben“ von angeblich ehemaligen Schülern. Leute aus allen Ständen und jeden Alters von 14 bis 40 Jahren werden angenommen und die wirtschaftliche Krisis der letzten Jahre hat in der Tat viele, die in dem bisherigen Berufe keine Arbeit mehr finden konnten, diesen famosen Fachschulen zugeführt. .. Ein gewisser Beiler, der keinen Satz richtig deutsch schreiben kann, was ihn aber nicht hindert, sich Generaldirektor der ersten internationaten Gastwirtsgehilfen=Fachschule Europas zu nennen, hat schon mehrere solcher Schulen gegründet. Anscheinend ein rentables Geschäft. Wie kürzlich in einem gegen siend in Siesen Sschleis'“.- Leführten Prozesse festgestellt wurde, aur iu viesen Schuten Fuchlehrer angestellt worden, die auf ihre „„Der Streik in der Zelluloidwarenfabrik von Gebr. Wolff in Nurnverg, der zu beklagenswerten Vorgängen führte, ist am Mittwoch abend durch Vermittlung des Fabrikinspektors, eines Vertreters der Regierung und des Gewerbegerichtsvorsitzenden beigelegt worden und zwar mit gutem Erfolge für die Arbeiter. Die Firma versprach durch Unterschrift folgendes: Nach Wiedereintritt der Arbeiter werden die Akkordlöhne, deren Reduzierung den Grund zum Streik bildeten, auf Grund von Verhandlungen mit einer Arbeiterkommission geregelt. Jede Maßregelung ist ausgeschlossen; die Ausständigen werden wieder in Arbeit genommen. Die Zahl der Einzustellenden wird heute, Donnerstag, 21. Oktober, mit den Vertretern der Arbeiter festgestellt. Diese inen Monlag die arveit, die üvrigen werden io rasch wie wird in Zentralasien, etwa in Kaschmir, vermutet. Unglücksfall. Coblenz, 21. Okt. Bei einer Feldjagd in der Nähe von Coblenz spielten Kinder in einer Lehmgrube und eilten, als sie einen Schuß hörten, an die Oberfläche. In diesem Augenblicke flog ein von den Jägern aufgescheuchtes Feldhuhn auf. Beide Schützen feuerten gleichzeitig, ohne die Kinder zu sehen. Alle 6 Kinder wurden durch Schrotkörner getroffen. 3 von ihnen sind schwer, die anderen 3 leichter verleßzt worden. Die Jäger soll keine Schuld treffen. Ein Kahn gesunken. Wittenberg, 20. Okt. Infolge einer Kollision eines Handkahnes mit einem Dampfer oberhalb der Elstermündung schlug der Kahn, in dem sich 6 Baggerarbeiter befanden, um. Zwei Personen ertranken, während die übrigen konnten. z1. Oktober, mit deg Vertreierg der Arbeiter festgestellt. Diese gegunnen Montag die Arveit, die ubrigen, werden so, rasch wie moglich. spatestens in 3 bis 4 Wochen, wieder eingestellt. Bei shalestens in.5 bis 2 Wolhgn,,wgder, eingestenn.“, De auen Neubesetzungen sind in erster Linie Ausständige, so lange solche noch vorhanden, zu berücksichtigen. Die Firma wird, wenn in späteren Fällen Meinungsverschiedenheiten über Lohnfragen entstehen, mit den Vertretern der Organisation in Verbindung treten und verhandeln. Die Arbeiter erklären sich mit diesen Bedingungen einverstanden. Aussperrung der Mühlenarbeiter in Bayern. Sämtliche Mühlenarbeiter Bayerns sind vom Unternehmerverbande ausgseperrt worden, weil in Nürnberg über die Mühlen der Boykott verhängt wurde. Industrie, Handel und Verkehr. sei immer ein Fest, und wir meinen's auch. Wie hatte ie dost Haus aus= und umgekehrt; aus Hühnerleitern war in alle Pammern i anderen Ange, bis" egeringsten hiraßt in Sopr. e u Linnenftück, Drei Auftwagen waren........ slte. schnürt mit Stricken unduden sie zugehatte sich die seitz, gubere Bastmatten darüber gelegt, ein Auszug der Burg. Die drederster gesebt. Das war Mägde und Töchter der gnädigen Hre Auwagen voran, die Der Junker Hans Jog l. gu den zwei anderen. Eochen und Agnes laig en volle, eine Leiter ansetzen, daß #ich: Ir leichter hinaufkämen. Frau Brigitte hatte es aber nicht gelitten; wie ein Ritter aufs Pferd müsse zur Not zuspringen konnte, waren Evchen und Agnes auf den Zeugwagen hinauf, und lachten den Junker von oben aus." (Fortsetzung folgt.) Ich schore mein Gemüsebeet. Und weil's der Boden nötig hätt“, Schmälz ich ihn quasi aller Enden Mit animalen Exkrementen. Auch ihr versammelt euch anitzt, Die ihr ein Wahlmandat besitzt, Und störkt durch eures Geistes Säfte Die vaterländischen Bodenkräfte. Gottlob, euch fehlt's, ob alt ob jung, An nichts so wenig als am Dung. Da werden wir denn einen schönen Frühlingssalat erwarten können! (Ratatöskr im„Simpl.“) ki. Diskonterhöhung der Bank von England auf 5 Prozent. Schon bei der Erhöhung des Zinsfußes der deutschen Reichsbank von 3½ auf 4 Prozent, die am 20. September erfolgte, wiesen wir darauf hin, daß die Anspannung des Geldmarktes sich nicht auf Deutschland beschränkt, sondern internationalen Charakter trägt. Der Steigerung des offiziellen Satzes für Leihgeld in Deutschland schlossen sich die Erhöhungen der Diskontsätze des Auslandes schnell an, am 7. Oktober erhöhte die Bank von England die Diskonttratte von 2½ auf 3 Prozent, am 11. Oktober wurde der Diskontsatz in Deutschland von 4 auf 5 Prozent heraufgesetzt, die Bank von England nahm am 14. Oltober eine Steigerung des Diskonts von 3 auf 4 Prozent vor. Der, englische Geldmarkt wurde aber weiterhin außerordentlich start in Anspruch genommen, so daß mit einer nochmaligen Erhöhung des englischen Geldsatzes gerechnet werden konnte. Diese Erhoyung ist nunmehr eingetreten, und zwar gleich um 1 volles Prozent, der englische Diskontsatz hat damit die Höhe von 5 Prozent erreicht. Eine solche Zinsrate ist für englische Verhältnisse ungewöhnlich hoch, gewöhnlich ist der Diskontsatz in Deutschland um ein Prozent höher als der englische. Diese förmliche Ueberstürzung der Diskonterhöhungen ist in England gleichfalls eine äußerst eltene Erscheinung. Sie war im Oktober und November des Jarres 190, bei dem stürmischen Ausbruch der Krise in Amerrka, sonst aber seit vielen Jahren nicht zu verzeichnen. Wie im Jahre 1907 richten sich auch diesmal die schnell auf einander folgenden Steigerungen des Zinsfußes gegen Amerika. Die Geldausgänge der Bank von England waren dauernd sehr betrachtlich, der englische Geldmarkt wurde durch die Unterbringung fremder Anleihen sehr in Anspruch genommen, die Spekulation im eigenen Lande stellte hohe Ansprüche, aber vor allem waren es die amerikanischen Kreditansprüche, die die Bank von England besonders zu der letzten Maßnahme veranlaßten. Eine Flut amerikanischer Finanzwechsel überschwemmte den engtischen Geldmarkt bei der Entfaltung der amerikanischen Industrie und der auch überhitzten Spekulationstätigkeit in den Vereinigten Staaten waren neue Anforderungen an den englischen Geldmarkt gewiß. Wird gemeinhin der Einfluß der Höhe des über schäßt, so di docheen Verhältnisse wohl vier gerettet werden Der Schrecken über das Kassenmanko. Dresden, 20. Okt. Der Bahnkassierer Grunbach in Bodenbach erlitt bei einer Kassenrevision, die einen Fehlbetrag von 4200 Mark ergab, einen Blutsturz, der zu seinem Tode führte. .. Selbstmord eines Rekruten. Cheunitz, 21. Okt. Der seit 8 Tagen eingezogene Rekrut Sonntag aus Hohenstein vom Infanterie=Regiment Nr. 104 verübte heute früh 5 Uhr Selbstmord. Er stürzte sich aus dem 4. Stock der Kaserne und war Die Untersuchung verlief bis jetzt resultatlos. Offiziell wird als Motiv Schwermut angegeben. Vom Eisenbahnzuge übergefahren. Mainz, 20. Okt. Auf der Strecke Mainz—Worms wurde gestern abend ein Unbelannter von einem Eisenbahnzuge totgefahren. Die Leiche war völlig verstümmelt. Das Herz des Getöteten wurde auf dem hiesigen Hauptbahnhofe auf einem Trittbrett des Zuges gefunden. Typhusepidemie. Offenbach, 21. Okt. Trotz der eifrigen Bemühungen der Sanitätsbehörden nehmen die Typhus=Erkrankungen nachgerade einen beunruhigenden Umfang an. Heute neue Erkrankungsfalle zu verzeichnen, so daß Föbesfaste striitab der Erkrankungen nunmehr auf 29 und fün — Durch Unvorsichtigkeit erschossen. Danzig, 21. Oktober. Während der Fahrt zwischen Zoppot und Neustadt erschoß auf der Lokomotive der Lokomotivführer Grelewicz aus Golingen in Westpreußen, als er mit einem geladenen Revolver spielte, den mitfahrenden 19jährigen Heizer Radtke. Kredits gerade) nicht zu gverkennen, daß die Verteuerung Aufstiegs nach einer an einer Zeit beginnenden wirtschaftlichen schreiten der Konjunkturbesf wenig fürder“ Prise dem Vortvorangegangenen schweren Krise Leitung der Deutschen Weichst zoenig, sorderlich ist. Hatte die tober vorgenen breichsbank gehofft, mit der am 11. Okrover vorgenommenen Erhöhung des Diskontsatzes auf 5 Prozent mit einem gerabenen mitfahrenden 19jährigen Heizer Radtke. Die Raubmörder von Saßnitz. Kopenhagen, 20. Okt. Zwei des Raubmordes bei Saßnitz verdächtige Personen wurden am Montag abend in Middelfahrt auf der Insel Fünen, wo sie t einem Boot gelandet waren, gesehen. Sie wanderten von Miooelfahrt nach Odense weiter und wurden dort in der Nacht von der Polizei verhaftet. „Der Kampf um den Nordpol. Kopenhagen, 21. Oktober. Die Zeitung„Politiken“ veröffentlicht einen Brief des Grönlandfahrers Knud Rasmussen, in dem dieser darlegt, daß er, obwohl es ihm nicht gelungen sei, die beiden Eskimos, die Cook auf der Nordpolreise begleiteten, persönlich zu sprechen, trotzdem auf,„Grund von Beschreibungen und Berichten, welche die beiden Estimos ihren Stammesgenossen gegeben haben, die feste Ueberzeugung gewonnen habe, daß Cook wirklich bis zum Nordpol vorgedrungen sei. Die Berichte der Eskimos über die Abreise, wird von einer Aktiengesellschaft in Stockholm für Krupp in Die Prüfung findet Anfang November in Der Mörder seiner Geliebten. Paris, 20. Okt. Der ehemalige Kammerdiener und nunmehrige Chauffeur Allaro, der in nächster Zeit seinen Militärdienst antreten sollte, hat gestern seine Geliebte erstochen und deren Wohnung in Brand gesteckt. Nach verübter Tat floh er auf das Dach und konnte erst nach einiger Zeit verhaftet werden. Vor dem Untersuchungsrie gab er al, daß seine Geliebte ihn gebeten habe, sie umzubringen. da sie die Trennung von ihm nicht überleben könne. Unechtes Gold. Petersburg, 20. Okt. In s chse eace ehen h el älce elech an Bistabensster servoir geborsten. Konstantinopel, den werige Leichen geboergen Gerze. Böher brinen dber ust Die Schäden in Ost=Bengalei lionen Mark a man befürchtet Verlust an Mer keine Todesfälle Der achtzehn Tageblat liner Tage gerichtshos hat Londoner Blätt irrung im Haus zwistigkeiten ein keit einer schöne session kam aber Gebiet des rein Interesse für we Slieden„wissen viener, George von— sage un heiratete, die nic im Seebad Brig Stellung war, u ein eigenes Heim die eigene Wohn ob Mr. und M zusammengelebt Liebe Geschmack sie nach London. Als der kleine H der Londoner R treu geblieben zu schleunigst wieder vorigen Jahres London weilte,s ihre Untreue nich habe sie auch oor Mann und FraSeele, die sich au begeben hatte, sch Satz:„Ich habe zugeben und ich Scheidungsgericht einen sehr jünglir seit jener Zeit n gar keinen Haus dienst so knapp sei Mutter angewiese vom Richter für Sonnabend, den des Hei Vortrag stehende Gen ste Zu zahlreichen Bieicten Unseren ver durch zur Ken den 23. Okto im Hause Blun 5760 908800 Am So Finweihung un mit der Feier wozu wir sämtliche des Kinderbescherung ul ballous, ab Die Bäckerei stek sichtigung offen. Ges Meiner werte wohnern von Sud ich mit dem heuti mann, Sudbrack, Schuh eröffnet habe. R zeichnet NB. Reparatu Wohnung, Langest so wird durch die Diskontgleichfalls 5 Prozent eine fußes in Deutschland sehr es. ahrt. lon„Leichlingen" unteren Oskar Erbslöh einen des Ballons zu prüfen. von zirka 100 Meter und eichlinger Halle. Steuer chnet. Bei dem Versuch, Ballon vom Winde, der 3 Sekundenmetern wehte, zunahm, zurückgetrieben iß die Reißleine gezogen ziemlich heftig gegen den ingenieur Hoff sprangen Verletzungen. litärballon ist heute kurz roffen. Er schwebte eine eine Rundfahrt um den Bracciano zurück. l 5“ ist gestern hier ben in der nächsten Woche er Ballon„Z. 3“ unterAufstieg mit dem neueinanden sich Graf Zeppelin hiff kreuzte eine Stunde nn auf demselben. Die befriedigende. Die gestern nachmittag „Z. 3“ mit dem dritten obierung des Einflusses ropeller auf die Höhenisgefallen. Die Probedes dichten Nebels forteitsmessungen geplant. 3“ kreuzte heute mittag e angekündigten Schnelmit allen drei Motoren rzeuges ist offensichtlich das Propellergeräusch. besitzt, arbeitete tadellos. ew wird die grauenvolle ldet, die in den Einzelder vorgestern gemeldete ow=Querstraße. starkes Fernbeben verdbebenstationen Mittelart, Breslau und Laiphen der dortigen Erddbewegungen, die ihren d ihr Ende gegen 2 Uhr ereinstimmend 5000 bis es Bewegungszentrums vermutet. Bei einer Feldjagd in n einer Lehmgrube und Oberfläche. In diesem ufgescheuchtes Feldhuhn g, ohne die Kinder zu Schrotkörner getroffen. leichter verleßzt worden. 1, 20. Okt, Infolge nem Dampfer oberhalb m sich 6 Baggerarbeiter , während die übrigen Dresden, 20. Okt. ibach erlitt bei einer 200 Mark ergab, einen mitz, 21. Okt. Der g aus Hohenstein vom ite früh 5 Uhr Selbstder Kaserne und war jetzt resultatlos. Offien. ainz, 20. Okt. Auf i abend ein Unbelannen. Die Leiche war en wurde auf dem hiet des Zuges gefunden. kt. Trotz der eifrigen nen die Typhus=Ersen Umfang an. Heute zu verzeichnen, so daß mehr auf 29 und fünf anzig, 21. Oktober. Neustadt erschoß auf wicz aus Golingen in Revolver spielte, den enhagen, 20. Okt. tige Personen wurden Insel Fünen, wo sie Sie wanderten von den dort in der Nacht hagen, 21. Oktober. ten Brief des Grönr darlegt, daß er, obn Eskimos, die Cook zu sprechen, trotzdem ten, welche die beiden saben, die feste Ueberch bis zum Nordpol ios über die Abreise, stimmten völlig mit Die Lieferung von berstleutnant Unges, kholm für Krupp in nfang November in 20. Okt. Der eheuffeur Allaro, der in n sollte, hat gestern ig in Brand gesteckt. und konnte erst nach Untersuchungsrichter ibe, sie umzubringen. en könne. Okt. In Warschau segenstände mit dem eliere sind verhaftet is Ausland gebracht tantinopel, den m das für die Stadt rd, ist geborsten. 25 konnten aber nur Schäden des Zyklons. London 21. Okt. Der Zyklon in Ost=Bengalen hat in Goalondo einen Schaden von lionen Mark angerichtet. Viele Postdampfer, deren Untergang man befürchtet hatte, konnten noch in Schutzhäfen ankern. Der Verlust an Menschenleben soll bedeutend sein; doch sind bis jetzt keine Todesfälle von Europäern gemeldei. London wird dem„Berderschtsbad hatt; geschrieben: Der englische Ehescheidungs## seine Sitzungen wieder aufgenommen, und die Londoner Vlatter erzahlen in langen Berichten von der Eheirrung im Hause eines englischen Lustspieldichters, von den Ehezwistigkeiten eines bekannten Geistlichen und von der Treulosigkeit einer schönen Schauspielerin. Am ersten Tag der Gerichtsslsion kan aber auch ein Fall zur Verhandlung, der über das „des rein Persönlichen hinausgeht und psychologisches Inleresse für weitere Kreise hat. Als Kläger, der seine Ehe geschieden wissen wollte, erschien vor dem Richter ein Bureaudiener, George Lenny Norsworthy, der im April 1907 im Alter von— sage und schreibe— 18½ Jahren Miß Sybil Smith heiratete, die nicht mehr Lenze zählte als er. Die Hochzeit fand im Seebad Brighton statt, wo der achtzehnjährige Ehemann in Stellung war, und nach der Trauung bezog das Paar nicht etwa ein eigenes Heim, sondern jede der jugendlichen Ehehälften suchte die eigene Wohnung auf. Man kann darüber im Zweifel sein, ob Mr. und Mrs. Norsworthy wirklich wie Mann und Frau zusammengelebt haben. Die junge Frau scheint aber an der Liebe Geschmack gefunden zu haben. Eines schönen Tages fuhr sie nach London, um, wie sie angab, ihre Großmutter zu besuchen. Als der kleine Herr Kanzleidiener sie nach ihrer Rückkehr wegen der Londoner Reise abkanzelte, schwur sie hoch und heilig, ihm treu geblieben zu sein, was Mrs.Norsworthy aber nicht hinderte, schleunigst wieder nach London zu fahren. Erst im Dezember vorigen Jahres schlug ihr das Gewissen, und als sie wieder in London weilte, schrieb sie ihrem„teuren Lennie“, daß sie ihm ihre Untreue nicht länger verheimlichen könne.„Unter anderem“ habe sie auch vor vierzehn Tagen mit einem Mr. A. Smith als Mann und Frau gelebt, und das Bekenntnis dieser schönen Seele, die sich aus kindlicher Dummheit in den Hafen der Ehe begeben hatte, schloß mit dem ebenso frivolen wie offenherzigen „Ich habe genug getan, um Dir Deine Freiheit wiederzugeben und ich hoffe, Du vist damit zufrieden. Vor dem Scheidungsgerichtshof gestand der junge Mr. Norsworthy, der einen sehr junglingshaften Eindruck machte, daß er Mrs. Smith seit jener Zeit nicht wiedergesehen habe, und im übrigen auch gar keinen Hausstand hätte begründen können, weil sein Verdienst so knapp sei, daß er noch auf ein— Taschengeld von seiner a# angewiesen sei. Diese moderne Ehe zweier Kinder wurde vom Richter für null und nichtig erklärt, und dem Urteilsspruch lizens habe ausstellen tönnen. Leuten eine HeiralsK.-K. Ueber den höchsten Ballonaufstieg der Welt, wobei die enorme Höhe von 29040 Meter erreicht wurde, berichtet der „Kosmos„Handweiser für Naturfreunde; er ist unlängst von dem velgischen meteorologischen Institut in Uccle erzielt worden, mit einem unbemannten Registrierballon. Einem wäre es ja unmöglich, in solche Höhen vorzudringen, wo der Luftdruck nur noch 10 mm betragt, und be3754 Fy#ind die Berliner Gelehrten Berson und Süring mit er in die bisher größte, von Menschen erreichte Höhe emporgestiegen, freilich auch nur in bewußtlosem Zustande. Die Belgier verwendeten bei ihren Versuchen nach den Angaben des Ballons, einen sleineren de zwei miteinander verbundene der nicht prall gefull wird und gerade imstande ist, die Meßinstrumente in der Luft im Gleichgewicht Aten, und, einen, größeren, der nur den Auftrieb zu beschließlich platzier zu gewaltigen Höhen emporsteigen, ##er schließtich platzt, worauf der kleine Ballon die Instrumente zur Erde trag. und auch deren Auffindung erleichtert, noch längere Zeit schwebend erhält. Bei dem erwähnten Aufstiege wurde in 29040 Meter Höhe eine Temperatur — S3 orschamse während die niedrigste Temperatur Diese Tatsache scheint i“ 12900 Meter Höhe festgestellt wurde. E.th geftätigg## von vielen Aerologen angenommene Sopne“e enicht bis zur Erge“ zewisse Wärmestrahlen der höheren Luftschichten absorbiert werden. Freilich wird es dieser Bezehung klar sehen zu können. Standesamts-Nachrichten. Amt Herford. Vom 11. bis 19. Oktober. Geburten: Söhne: Bahnarbeiter Heinrich Meierarendstedefreund; Pachter Karl Rolfsmeier=Schwarzenmoor. Tochter: Heuerling Wilhelm Bentrup=Laar. gebote: Heizer Peter Steffen=Elverdissen und Räßerschpscge s ermann-Elverdissen; Ziggrrenarbeiter Herm. und Zigarrenarbeiterin Anna MeyerIn; Weber Friedrich Wehmeier=Falkendiek und Zig.= Petring=Schweicheln; Heuerling Wilhelm Scheiper=Schwarzenmoor und Magd Minna Ortmann=Schwar= zenmoor. ngen: Chauffeur Heinr. Heidenreich= Sundern und Schneiderin Johanne Habrich=Sundern; Zig.= Sertierer Herm. Heidbrink=Diebrock und Zigarrenarbeiterin Witheimine Schwagmeier=Herford; Tischler Friedr. BergSundern und Karoline Wehmeier geb. Rosenstengel=Sundern; Fabrikarbeiter Aug. Horst=Diebrock und Näherin Johanne Brünger=Diebrock: Schmied Wilhelm Richter=Sundern und Zigarrenarbeiterin Marie Stork=Eilshausen. terbefälle: Schlosser Gustav Wiemer=Schweicheln, Höcker.=Sundern. 26 Jahre. Mon: Nähern *** Minden. Vom 10. bis 16. Oktober. Geburten: Söhne: Kaufmann Kortum; Ackerer Borgmann(Zwillinge); Schmied Burmester. Arbeiter Mertens; Arbeiter Schütte; Stellmacher Plückebaum. Aufgebote: Schlosser Dießelhorst in Meißen mit Justine Busse in Barkhausen: Arbeiter Bornemann in Evesen mit Karoline Wilhelmine Bauer in Jetenburg; Arbeiter Maske in Berlin mit Margarete Katharine Ohm in Berlin; Schiffsführer Weihe in Hameln mit Christine Lina Hauenschild in Hude: ArRinne in Vennebeck mit Christine Wilhelmine Henke in Vennebeck; Bahnarbeiter Reinking in Minden mit Witwe Pauine Torothee Bauer geb. Fleder in Minden; Seiler Boganowski in Wurmom mit Schänkerin Anna Rex in Guttstadt; Landwirt Deimel in Herdringen mit Franziska Diers in Minden; Monteur Freymuth mit Christine Redeker in Minden; Tischler Machow in Minden mit Witwe Karoline Konrad geb. Lier in lfsheizer Schröder in Leteln mit Karoline Christine Neidmann in Borgholzyausen; Sergeant Lehmann in Minden mit Friederike Minna Franzmeier in Bückeburg. Eheschließungen; Kaufmann Wandel in Bochum mit Frida Fentz in Minden: Eisenbahn=Werkmeister=Assistent Wiese mit Martha Welp in Minden; Zigarrenarbeiter Schäfer mit riette Seller in Minden: Maschinenschlosser Panitz mit HenUle:„Witwe des Steuerinspektors Veerhoff geb. Pießer, 65 J.4#., Schlosser Schröder aus Rothenuffeln, 23 J. 9 Monate; Fischzüchter und Landwirt Müller aus Lerbeck, 65 J.; Invalide Siekmann, 58 J.; Glasmacher Dolkemeier aus Neesen, 8. ischenger Zigarrenarbeiters Beining, 3 Mon.; Kühn. 80 Johre. Freckmann, 2 J. 2 M., Postzacmeister a. 2). Sonnabend, den 23. Oktober, abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Wirt Fettkötter, Eggetal: Oefrentliche Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltung Bielefeld. Tages-Ordnung: Vortrag des Genossen Grube über die bevorstehende Gemeindevertreter=Wahl und Aufstellung des Kandidaten. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Veranstalter. Am Donnerstag starb nach langem, schweren Leiden unser treues Mitglied, der Metallarbeiter im Alter von 44 Jahren.— Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren!(5754 Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 3½ Uhr vom Trauerhause, Gut Sudbrack, Lindenstraße 26, aus statt, und ersuchen wir um zahlreiche Beteiligung. Die Ortsverwaltung. 5739 Bieloreider Sensum-Verenl E. G. m. b. H. Unseren verehrten Mitgliedern bringen wir hierdurch zur Kenntnis, dass wir am Sonnabend, den 23. Oktober 1909, unsere Heute morgen 9 Uhr verschied nach langem, schweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden unsere liebe, fürsorgliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Frau Witwe[5763“ Tehanns Aurherhuf geb. Lütkehölter fast vollendeten 56. Lebensjahre.— Dieses zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Bielefeld, 20. Oktober 1909 Die trauernden Kinder. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. Oktober, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Feldstraße 16, aus statt. Vorfeier daselbst 3½2 Uhr. Das diesmalige Angebot der Firma Ernst Spanier, Bielefeld, in moderner Herbstkleidung zeugt für die unbedingte Leistungsfühigkeit der Firma. Vom einfachsten bis zum elegantesten Genre findet jede Figur, sei sie noch so schlank oder noch so korpulent, elegant sitzende Kleidung. Am 20. Oktober verschied plötzlich bei Ausübung seines Berufes unser Kollege F Neich Schiuler! Wir verlieren in ihm einen treuen und aufrichtigen Kollegen, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. 5742 b Die Arbeiter des städtischen Gaswerks. im Hause Blumenstrasse Nr. 8 eröffnen. Der Vorstand. 5760 Jedes Wort kostet nur 2 Pfg., in#### Worte mit mehr als 15 Buchstaben der fetten Ueberschrift 10 Pfg. werden doppelt gerechnet. Anzeigen unter dieser Rubrik werden nur bei Vorausbezahlung angenommen. Am Sonntag, den 24. Oktober, findet die Linweihung unserer neuen Dampfbäckerei in Verbindung mit der Feier des 10 jähr. Bestehens der Genossenschaft daselbst, Gasstraße 34, statt, wozu wir sämtliche Mitglieder und deren Angehörige freundlichst einladen. Nachmittags 3½ Uhr: des Prof. Standinger aus Darmstadt daran schließen sich Kinderbescherung und Belustigung und Aufsteigen eines Kiesen=Juftballous, abends Abbrennen eines Brillantfeuerwerks. Die Bäckerei steht von morgens 10 Uhr ab für jedermann zur Besichtigung offen. 5738 Das Fest-Komitee. Möbel, größte Auswahl, sehr billig, als: Kleiderschränke 25 Mk., Holzbettstellen 12 Mk., Waschtische 12 Mk., Divans 35 Mk., Küchenschränke 24 Mk., Topfschränke 15 Mk., Tische 8 Mk., Stühle 2 Mk., Trumeaux mit Stufe 25 Mk., Flurgarderoben 14 Mk., Matratzen 10 Mk., Kommoden 21 Mk., Vertikows 40 Mk., Schreibtische 45 Mk. Enorme Auswahl. Gute Verarbeitung. Besichtigung ohne Kaufzwang. F.Mertens, Jahnsplatz.[5189 Geschäfts=Eröffnung! 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Stautisches Orchestell Freitag, 22. Oktober, abends 8½ Uhr im Stadt-Theater: 1VOIks Konzert Leitung: Kapellmeister Max Cahnbley. Solist: Gerard Bunk(Klavier). Berlioz: Drei Orchesterstücke aus„Faust“. Beethoven: 7. Symphonie. Liszt: Erstes Klavierkonzert. Bizet: Zweite l’Arlésienne Suite. Preise der Plätze: Orchester-Loge Fremden-Loge I. Rang-Loge 1. Rang Balkon Parkett-Fauteuil 30 Mk. 0.60 Mk. II. Parkett II. Rang-Balkon II. Rang Amphitheater „ Gallerie 1. Parkett Vorverkauf in der Musikalien-Handlung H. Selle. — Kassenöffnung 8 Uhr.— 5646 1.00 Mk. 0.50 Mk. 0.25 Mk. 0.10 Mk. Sonnabend, den 23. Oktober, abends 9 Uhr, findet im Saale der Frau Wwe. Kleinert, Detmolderstraße, das I. Sthlangs-Test bestehend in Kouzert, theatralischen Aufführungen und statt. Freunde und Gönner ladet freundlichst ein 5716 Das Fest=Komitee. Stadttheater. Sonnabend, den 23. Oktober 1909, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: Klassiker-Vorstellung zu kleinen Preisen. Letzte Aufführung! Die Hermannsschlacht. Sonntag, den 24. Oktober 1909 Anfang 7 Uhr, Ende 9½ Uhr: Letzte Sonntags=Aufführung! Mit großstädt. Kostüm=Ausstattung! Zum 6. Male Ein Walzertraum. Montag: Tantris, der Narr. Verein dir Oithote borschug zu Bielefeld. ExperimentalVortrag über Phrenologie, Physiologie und Sonntag, 24. Okt., abends 8 Uhr, in der„Harmonie“, = Referent: H. Englisch.— Nach dem Vortrag Diskussion und Beurteilung von Personen aus dem Publikum. 5758 Entree für Nichtmitglieder 30 Pfg. fertigt schnell und sauber an Buchdruckerei„Volkswacht“. Gistece, Biotophon-Theater Giestscr, Vornehmstes Theater lebender Photographien. Jeden Sonnabend und Sonntag grosse Galavorsteungen. Näheres durch Tageszettel. 5615 Es ladet ergebenst ein Die Direktion. Veranurmachung betr. Feuerwehr=Uebung. Am Sonntag, den 24. Oktober d. J., vormittags 8 Uhr, findet auf dem Wilhelmsplatze eine Uebung der in diesem Jahre neu ausgehobenen Mannschaften der Brandwehr statt. Es haben die zur Dienstleistung bestimmten Mannschaften der Abteilungen Altstadt, Neustadt, Radewig und Polizei=Abteilung zu erscheinen. Mützen und Binden sind vorher anzulegen. Unentschuldigtes Fernbleiben und späteres Erscheinen wird streng bestraft. Herford, den 21. Oktober 1909. Die Feuerlöschdirektion. Dr. Heß. Keinr. Heimoleke Brackwede, Kaiserstrasse, Manufaktur-, Woll-, Weiss- u. Kurzwaren, Anfertigung eleganter Damen-Konfektion,[4208 Feinr. Zeimdieke Bünde I. Westf., Bolldamm, Manufaktur-, Woll-, Weiss- u. Kurzwaren, Erstlings-Ausstattungen, Wilh. Zeimdieke Stift Quernheim, Fr. L.Vogt, Manufaktur-, Woll-, Weiss- u. Kurzwaren, Porzellan- und Kolonialwaren bieten ihrer werten Kundschaft durch gemeinschaftlichen Einkauf streng reelle und = billige Preise.= Bekanntmachung. Am Dienstag, den 26. Oktober, vormittags 11 Uhr, soll auf dem alten Friedhof das aus der Friedhofstraße entfernte Platanen=, Nutz= und Brennholz öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert werden. Herford, 21. Oktober 1909. Der Magistrat. Busse. Bekanntmachung. A OUtUTTUN Diejenigen Personen, welche im Jahre 1910 ein Gewerbe im Umherziehen betreiben wollen, haben den Wandergewerbeschein baldigst, jedenfalls aber bis Ende Oktober, im Rathause II, Zimmer Nr. 1, zu beantragen. Herford, den 21. Septbr. 1909. Die Polizeiverwaltung. Der II. Bürgermeister. Dr. Heß. Herford. Allgemeine Orts-Krankenkasse für gewerbl. Arbeiter der Stadt Herford. Als 5748 — Kra für 5749 KAavei und Korren I. E.ro, u.2ö, K, S. C, T, C, T 5e von mn. 9, Tr, Io, 19, 10, zo, zo, zo Cö. Reichhaltigste Auswahl! Wirklich billige Preisel mit fester Anstellung suchen wir zum 1. Januar einen zuverlässigen Mann. Selbstgeschriebene Angebote mit Gehalts=Ansprüchen sind bis zum 5. November an den Vorsitzenden der Kasse, Herrn Albert Dörnte, Annastraße, zu richten. I. A.: Fritz Schmidt, Schriftführer. Diese Woche wieder Münster. HrAOTEIa Bielefeld. Spezial-Haus für Herren- und Knaben-Kleidung. gales Rin Pfund 60 Pfg. 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Die Kor Reichsfinanzreform vor standsbewegung ins Le waren naturlich in der sächsische Volk hat sich Konservativen, die mit Mittelstandskandidaten zum großen Teil noch bracht. Es ist charakt Wahl beherrschte, daß wie der Antisemit Zim erlitt, daß er es auch liberalen und Sozialde Soweit sich das Er 16 Sozialdemokraten demokratie in Stichwah 4 Nationalliberale. mit Nationalliberalen liegenden Einzelergebn nur in zirka 15 Fäller vativen und Mittelstät Umstand, daß in der rale und Freisinnige großen Hoffnungen au als sicher anzunehmen, sich doch für den Natic Sozialdemokraten entse bis 10 Kreise ziemlich Gewählt sind die folgen Ernst Schulz Robert Wirt Lange(4. Kreis Alfred Keim Alwin Lange Castan(4. Krei Emil Nitzsche Hermang, Fl Robert Mull Winkler(43. Julius Fräs ld(30. Kreis Mehnert(31. Sindermann Richter(47. K Drescher(38. " Den badischen Stannung entgegen, re diesmal die absolute der letzten Wahl vor 4 Stimmen zur absoluter den damals 28 Mando trumshilfe kamen hier ieser schwarz=blaue Bl glieder zählenden Kami das Zentrum waren nic keine rechte Zugkraft, m nur durch das Großblo demokraten eine einigen mer zu erringen. Eine Kreise zeigte indes so Hoffnung der Schwarze an der Kammermehrhe für übertrieben betrach nun allerdings die St einen bösen Strich ger nicht nur in einer sta die Sozialdemokratie im Landtage die Intere vertrat, errang einen „ Noch liegen vollstär aller Parteien nicht ve läufigen Resultat herr außerordentlich stark al demokratie dagegen ihr