Wrtaee 1:. ng, Elisabethlans für die MNeleteld de 5331 5 Uhr nachm. Varnek. Universitäten hwerin. 4865 rische täder r Ger. enkassen hstunden: 4—5 Uhr. „Volkswacht“ wolle man bei berücksichtigen. eren Leiden mutter, die ur r Bitte um benen. d. Monats, uisfriedhofes 5550“ 1 Uhr, verniegertachter elp gen mit der 55450 Frau. d. Monats, eperstr. 343, zem Leiden 5544 in nehrendes 13 bandes. ellen, 5191 atratzen, fabelhaft us, Jahnsplatz. tiüge Lebensmittel am n im Westf. Kauf8.(5543 wioßer ihl zu billigsten . Klenke, Niedern5532* 5458* lückte, hat billig sing, Hakenort 47. tung, 5548# mit Bodenkammer rt oder später zu rückerstraße 44. Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht" A. Gerisch& Nr. 238. Bielefeld, Dienstag, 12. Oktober 1909. 20. Jahrg. demokratie 91, die Konservativen(Bund der Landwirte und Mittelständler zusammen) 89, die beiden Nationalliberalen 64, die beiden liberalen Parteien 34 und die Antisemiten 5. Unter den gesamten bürgerlichen Kandidaten ist nicht ein einziger Arbeiter. Die Politik des neuen Mannes. Der Berliner Korrespondent des„Petit Parisien" erfährt, daß die gestrige Beratung zwischen Kaiser und Kanzler zu Hubertusstock sich um die vom Kanzler im Reichstage einzuschlagende Politik bewegte. Die Regierung wird fortab freie Hände haben und an keine Partei mehr gebunden sein. Die Regierung wird mit keiner Partei irgend eine bestimmte Vereinbarung abschließen. Sie wird je nach Bedarf sich einer Gruppe oder Fraktion bedienen, um die Annahme dieses oder jenes Projektes durchzusetzen..„ Danach wäre also die Blockpolitik, welche ja laut Freisinn eine Art Uebergang zur parlamentarischen Regierungsform darstellen sollte, eine vorübergehende Erscheinung gewesen. In der Tat bedeutet Politik der freien Hände nichts weiter, als daß die alte unbedingte Herrschaft der Junker in PreußenDeutschland, die ja auch durch die Blockpolitik nur unmerkbar esche de geuet## iaduch(mäßig a; modifiziert gewesen ist, wieder vollständig hergestellt ist. Können bringen. Beim Vertauf stellt sich das Stua#rovcy,(maßzig vv, doch Mehrheiten in dem aus den Hottentottenwayten hervorrechnet) auf mindestens 45 Mi. Die Oberförsterez,gat demnoch gegangenen Reichstag nur mit Hilfe der Junker, zustande an den 1100 Szick, Wild im Jahre(abzsglich, 3000 Mct. Uxkosten) kommen. Vorläufig alo ist es mit den liberalen Juusionen wieder einmal vorbei. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Politische Uebersicht. Eine unbeachtete Einnahmequelle für Preußen. In der preußischen Forstverwaltung besteht heute noch der unglaubliche Zustand, daß den Oberförstern nicht nur das Abschußrecht zusteht, sondern daß sie das erlegte Wild auch zugunsten ihrer eigenen Tasche verkaufen dürfen. Sie haben für das höchst einträgliche Privilegium der Jagd lediglich an die unteren Beamten ein Schußgeld und an den Staat eine bescheidene Taxe für jedes erlegte Stück Wild abzuführen. Was der Oberförster heim Verkauf mehr erzielt, ist sein Profit, der sein Gehalt oft bei weitem übersteigt. So wird dem„Berliner Tageblatt" beIn der Oberförsterei Letzlingen kommen jährlich rund 1000 Stück Damwild und 100 Stück Schwarzwild zum Abschluß, welche bei einer Durchschnittstaxe dem Staat rund 22000 Mt. an den 1100 Stück Wild im Jahre(abzüglich. 5000 Mck. rund 22500 Mk. Gewinn. Nach dem Eiat kommen in Preußen 34 Oberforstmeistereien und 751 Oberförstereien in Frage. Zugegeben, daß nicht in jedem Bezirk der Wildabschuß zegreichich ist, so läßt sich dennoch bald nachrechn Ssch eiek Sostesan Krläck ack in hrise lionen nicht einmal versteuert zu werden brauchen.“ Diese Ungeheuerlichkeit ist bei der Beratung des Forstetats im preußischen Landtage erörtert worden, freilich ohne Erfolg. Von bürgerlicher Seite wurde einsach betont, daß mon den Oberförstern die Freude am Beruf nehmen würde, wenn man ihnen die Jagd entziehen wollte. Wenn der preußische Staat die Jagd in seinen Forsten verpachten würde, so wäre damit eine jährlich nach vielen Millionen zählende Einnahme für den Staat geschaffen. Die Oberförster rekrutieren sich aber zum Teil aus den Junkern, den Herrschern in Preußen, und so ist man eher bereit, die kleinen Einkommen schärfer zur Steuer heranzuziehen, ehe man sich dazu verstehen kann, den Oberförstern diese enormen Gewinne zu nehmen, um dergestalt der Staatskasse eine erhebliche Einnahme zuzuführen. Der„grobe Uufug“ taucht wieder auf. In den Reichstagsverhandlungen ist wiederholt gerügt worden, daß der„grobe Unfug"=Paragraph als„Mädchen für alles“ benutzt worden ist, namentlich, um in den sozialen Kämpfen eine Rolle zu spielen, die ihm nach dem ursprünglichen Sinn und nach seiner Entstehung nicht zukommt. Selbst der Staatssekretär des Reichsjustizamtes hat diese Auslegung des Paragraphen für falsch gehalten. Längere Zeit haben es die Gerichte vermieden, sich der falschen Auslegung des Paragraphen anzuschließen. Jetzt aber liegt, nach langer Pause, wieder ein Fall vor, der zur Erneuerung der alten Klagen führen muß. Es wird darüber aus Meißen bexichtet: „In der sozialdemokratischen„Meißener Volkszeitung“ wurde vor einiger Zeit ein Verzeichnis derjenigen Schanklokale veröffentlicht, die für sozialdemokratische Versammlungen frei sind, weshalb sie den Genossen zur Unterstützung empsohlen wurden. Debei stand die Bemerkung:„Sämtliche in der Liste nicht angegebenen Säle gelten als gesperrt.“....„ Stne. Der verantwortliche Redakteur erhielt deshalb einen Strafbefehl wegen Aufforderung zum Boykott. Da er Widerspruch erhob, kam es zu einer Entscheidung durch das Schöffengericht. Von dem Redakteur wurde geltend gemacht, daß er keinen Namen derjenigen Lokale genannt habe, die nicht zu besuchen seien, er habe nur diejenigen mit Namen bezeichnet, die besucht werden könnten. Das Gericht erkannte, ohne auf die Boykottfrage Rücksicht zu nehmen, wegen„groben Unfugs“ auf eine Geldstrafe von 30 Mk.(!) Zwar komme die Liste einem Boykott völlig gleich und sei geeignet,„Beunruhigung ins Publikum zu tragen“. Sie sei aber auch zugleich eine„Belästigung" des Publikums(!) und so seit der Tatbestand des groben Unfugs gegeben.(!! Gesetzliche Regelung des Stellenvermittelungswesens. Im Reichsamt des Innern ist ein Gesetzentwurf der die Vermittelung von Stellen einer gesetzlichen Regelung unterwerfen will. Zunächst sollen die Herausgeber von Vakanzenlisten den Vorschriften für Stellenvermittler unterworfen werden. Die Höhe der Gebühren soll von einer Genehmigung der Behörden abhängig gemacht werden. Gleichzeitig ist eine Verschärfung der Strafbestimmungen in Aussicht genommen. Ein solches„Geretz ist in der Tat, ein dringendes. Bedürfnis. Gewissenlose Menschen, die aus der Not ihres Nächsten Vorteil ziehen wollen, schneiden aus einer Anzahl Zeitungen die Anzeigen über offene Stellen heraus, vereinigen diese Anzeigen zu einer sogenannten Vakanzenliste, die sie dann den durch marktschreierische Inserats angelockten Stellungsuchenden für teures Geld aufhängen. Wenn diesen Industrierittern das Handwerk gelegt wird, dann ist das gewiß nur mit Freuden zu begrüßen. Bedenken erregt es aber, daß die behördliche Aufsicht auch auf nichtgewerblich betriebene Arbeitsnachweise ausgedehnt werden soll. Damit können nach Lage der Sache wohl nur die Arbeitsnachweise der Gewerkschaften gemeint sein. Wer weiß, was man da wieder einmal plant.„Die Erfahrung hat gelehrt, daß die Scharfmacher auf allen möglichen Wegen den Gewertschaften zu Bezirkstagsnachwahlen in Elsaß=Lothringen. Am Sonntag wurden die Bezirkstagsnachwahlen vorgenommen, in denen für unsere Partei nichts zu holen war. In drei Bezirken siegte das Zentrum gegen die Liberalen, in zwei Bezirken die Liberalen gegen das Zentrum und in Groß=Noyeuvre ein Blockkandidat mit 879 Stimmen über den Sozialdemokraten, auf den 700 Stimmen entfielen. Eine neue gelbe Zeitung für Oberschlesien. Seit dem 1. Okt. erscheint für den oberschlesiichen Industriebezirk ein neues gelbes Arbeiterorgan unter dem Titel„Deutsches Volksblatt für Oberschlesien". Oberschlesische Grubenkönige und Hüttenbarone, die das Anwachsen der klassenbewußten Arbeiterschaft wie den Teufel fürchten, sind die Geldgeber. Was für eine Kost die Arbeiter in dem Blatt, für das in allen Gruben und Hütten durch Vorgesetzte Reklame gemacht wird, serviert wird, beweist folgendes: Die Schnapsjunker und Pfaffen hätten nur deshalb für die Erhöhung der Branntweinsteuer gestimmt, um dem übermäßigen Alkoholgenuß einen Damm entgegensetzen zu können.— So naiv sind selbst die oberschlesischen Arbeiter nicht, um das zu glauben. Deutsch=schwedischer Handelsvertrag. Mit dem 31. Dezember 1910 geht der deutsch=schwedische Handelsvertrag zu Ende und das Vertragsverhältnis zwischen Deutschland und Schweden erlischt dann, wenn bis dahin nicht ein neuer Handelsvertrag zustande kommt. Schweden hat bereits einen neuen Zolltarif aufgestellt, der die Grundlage künftiger Verhandlungen bilden wird. Das Reichsamt des Innern hat eine Uebersetzung dieses Entwurfs anfertigen lassen. Diese Arbeit wird demnächst den teressenten zugänglich gemacht werden. Läßt tief blicken! Der preußische Eisenbahnminister von Breitenbach hat an die Eisenbahnbehörden den folgenden Erlaß binausgegeber, Anlag aumaut Lenant hinenweien A. „Ich habe Anlaß, erneut darauf hinzuweisen, daß es zu den wesentlichsten Pflichten der Vorgesetzten gehört, Wünsche der unterstellten Beamten. Hilfsbeamten und Arbeiter, die auf dem vorgeschriebenen Dienstwege mündlich oder schriftlich vorgebracht werden, bereitwillig anzuhören und auf ihre ErDie bürgerliche Presse findet diesen Erlaß hocherfreulich, der doch nur eine Selbstverständlichkeit darstellt. Wie muß es den armen Eisenbahnern ergangen sein, wenn der Minister sich genötigt sah, einen solchen Erlaß hinauszugeben. Zügelung des staatsanwaltschaftlichen Eifers. Sehr vernünftig ist eine Verfügung, die von der Justizverwaltung in Württemberg erlassen worden ist. Die Staatsanwälte werden nämlich angewiesen, nur dann gegen Urteile Berufung einzulegen, wenn sich aus der Beschaffenheit des einzelnen Falles oder aus der allgemeinen Bedeutung von Rechtsfragen überwiegend sachliche Gründe ergeben. Die Tatsache, daß der Angeklagte seinerseits Berufung eingelegt hat, darf für die Entschließung, ob die Staatsanwaltschaft Berufung einlegen soll, Vielfach bestand bei Staatsanwalten die Gewohnheit,„vorsorglich“ Berufung einzulegen, die sie dann zurückzogen, sobald der Verurteilte auf die Einlegung einer Berufung verzichtete. Daß damit das Berufungsrecht des Angeklagten wesentlich entwertet worden ist, dürfte kaum zu bestreiten versucht werden. Zu wünschen wäre nur, daß dieser Erlaß nicht nur beachtet, sondern auch von den anderen Bundesstaaten an ihre Staatsanwälte hinausgegeben würde. Antisemitisches. Eine erweiterte Gesamtvorstandssitzung der deutschsozialen Partei tagte am Sonntag in Eisenach. In der Angelegenheit Schack wurde beschlosserz v#mzunern#. Der Gesamtvorstand ist mit den Vertrauensmännern der Ueberzeugung, daß auf Wunsch des Herrn Schack und mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand die Niederlegung seines Reichstagsmandats unvermeidlich, geworden ist.„Sie, wird er; sind.“ hende Ein neuer Reichstagskandidat für Halle. Der Bund der Handwerker hat für die Reichstagsnachwahl in Halle einen eigenen Kandidaten in der Person des Klempnermeisters GreckeHalle aufgestellt. Diese Sonderkandidatur wird damit begründet, daß der freisinnige Kandidat das Programm des Bundes der Handwerker nicht anerkennen will. Von Bedeutung ist diese Kandidatur nicht, denn der Bund der Handwerker, die Gründung eines gewissen Voigt=Friedenau, ist so gut wie völlig einflußlos. Die Berliner Nationalpolen und die Landtagsersatzwahlen. Vom Komitee der Berliner Nationalpolen war zum Sonntag eine Wählerversammlung einberufen worden, die von ca. 2000 Personen besucht war. Der Vorsitzende des Komitees berichtete über Unterhandlungen mit Vertretern der sozialdemokratischen Fraktion, sowie der freien Gewerkschaften, die in den letzten Wochen gepflogen wurden, um für die Unterstützung der sozialdemokratischen Kandidaten eventuell die Anerkennung der polnischen Berufsorganisationen als gleichberechtigt durch die sozialdemokratischen Gewerkschaften zu erreichen. Eine solche Anerkennung wurde aus prinzipiellen Gründen versagt. Es wurde eine Resolution angenommen, wonach es jedem Berliner Polen freistehe, an den bevorstehenden Landtagswahlen teilzunehmen mit dem Bemerken jedoch, daß er keinesfalls einem Kandidaten der ehemaligen Blockparteien seine Stimme geben Sodann wurde das Verhalten der polnischen Reichstagsfraktion bei der Finanzreform einer äußerst scharfen Kritik unterzogen und folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Berliner auf nationalem Boden stehenden Polen erklären die Zustimmung der polnischen Abgeordneten zur Reichsfinanzreform für durchaus unangebracht und im nationalpolnischen, wie im Arbeiterinteresse schädlich. Sie erwarten von der polnischen Fraktion, daß sie nie wieder indirekten, die Massen belastenden Steuern zustimmt,5 „Der Referent, Herr Zientowski, schloß unter lebhaftem Beifall mit der Aufforderung, dafür zu sorgen, daß kein Pole der für die neuen Steuern gestimmt habe, wieder in den Reichstag komme. Reichstagsersatzwahl in Koburg. Koburg, 11. Okt. Nach dem Endresultat der Reichstagsersatzwahl erhielt Quarck (nationalliberal) 3460, Arnold(Freis. Volksp.) 3041 und Zietzsch(Soz.) 6185 Stimmen.(Demnach findet Stichwahl zwischen Zietzsch und Quarck statt. Red.) Im Jahre 1907 erhielt der nationalliberale Kandidat 4437, der freisinnige 4128 und der sozialdemokratische Kandidat 4306 Stimmen. In der Stichwahl war Justizrat Quarck mit 7852 gegen 4780 Stimmen, die der sozialdemokratische Kandidat erhielt, gewählt worden. Unsere Partei hat also bedeutend an Stimmen gewonnen, während die Stimmenzahl der bürgerlichen Parteien erheblich zurückgegangen ist. Stinkbomben im Landtage. Wien, 10. Okt. In der Sitzung des Laibacher Landtages kam es gestern bei der Debatte über die Ungiltigkeitserklärung zweier Abgeordnetenwahlen zu stürmischen Szenen. Bei dem ersten Antrag auf Erneuerung der Landesordnung verließen deutsche und liberale Slowenen ostentativ die Sitzung. Bei dem nächsten Antrag auf Ueberweisung der Berichte an den Ausschuß erhob sich ein furchtbarer Lärm mit Trompetenblasen und Deckelklappern. Der Landeshauptmann wird von den Abgeordneten überschrien und muß den Saal verlassen. Mehrere Abgeordnete werfen Stinkbomben, so daß alles den Sitzungsraum verläßt. Nach der Wiederaufnahme der Sitzung werden abermals Stinkbomben geworfen. inmal ysant.„Die Erfahrung hat, gelehrt, Haß. Schhatfmüchst auf guen mötischen Whegen, ven EenzWgagn. zu Leibe zu gehen versuchen, und es wäre nicht unmöglich, daß# Feibe zu gehen versuchen, und es wäre nicht unmgeggg, ga##de Versuch unternommen wird, mit einem an sich guten, Gesetz gleichzeitig einen Schlag gegen die Gewerkschaften zu veroinden. Im Zeichen einer Sozialpolitik, die Herr Delbrück leitet, der bisher bei den Scharfmachern in hohem Ansehen stand, kann man sich auf allerhand gefaßt machen. Die vielgepriesene Selbstverwaltung. Dex Vorstand der Krankenkasse der Malerinnung in Essen waylte zum Rendanten einen bisherigen Arbeiter, gegen dessen Person und Fähigkeiten absolut nichts einzuwenden war. Auf schwerde eines Unternehmers hat die Aufsichtsbehörde die Wahl beanstandet und die Uebergabe der Kassengeschäfte, für die bereits ein Termin bestimmt war, aufgehoben. Zur weiteren Prüfung hat die Behörde die Bewerbungsschreiben eingefordert. Zur sächsischen Landtagswahl. In den 91 Wahlkreisen sind im ganzen 287 Kandidaten aufgestellt, davon hatten die SozialReichstagsmandats unvermeidlich geworden ist. folgen, sobald, die ärztlichen Seobachtungen avgeschlossen sin Der Abfall des ubg. Dr. Böhme fand dann eine eingehen Erörterung, die sich zu dem Beschluß verdichtete: „Der Gesamtvorstand mißbilligt den Uebertritt Dr. Böhmes zum neugegründeten Bauernbunde, durch den eine verhäugnisvolle Spaltung in die deutsche Landwirtschaft hineingetragen ist. Er empfiehlt den Vertrauensmännern des Wahlkreises Marburg=Frankenberg=Kirchhain, Herrn Dr. Böhme zur Niederlegung seines Mandats aufzufordern.“ Endlich stellten sich die Antisemiten das Zeugnis gus, daß sie mit ihrer Zustimmung zum Steuerraubzug sich ein Verdienst um Volk und Vaterland erworben haben.— Die annsemitischen Wähler werden wesentlich anders darüber denken, sie konnten ja in der erweiterten Gesamtvorstandssitzung nicht zu Worte kommen. Frankreich. General d'Amade z. D. gestellt. Paris, 9. Okt. Ministerpräsident Briand hat heute den spanischen Botschafter empfangen. Der Kriegsminister hatte mit dem Ministerpräsidenten eine Unterredung über die Angelegenheit des Generals d'Amade. ! Vorher war General d'Amade vom Kriegsminister empfangen worden, um seine Erklärungen dort mündlich vervollständigen zu können. Nach dieser Unterredung begab sich General d'Amade in das Ministerium des Innern, wo er mit dem Ministerpräsidenten und dem Kriegsminister eine Unterredung hatte. Auf Grund dieser Unterredung entschloß sich der Kriegsminister, den General d'Amade zur Disposition zu stellen. Im Laufe dieser Unterredung erkannte General d'Amade die Authentizität des vom„Matin“ veröffentlichten Interviews an, zu dem er, wie er sagte, durch patriotische Besorgnisse veranlaßt worden sei. Er müsse jedoch eingestehen, daß er aus der einem militärischen Befehlshaber zukommenden Reserve herausgetreten sei. Briand erkannte in seiner Antwort die militärischen Eigenschaften des Generals d'Amade an, und jagte zu ihm, er habe ihm gegenüber eine peinliche Pflicht zu erfüllen. Er sei aber überzeugt, daß General d'Amade, der als Soldat der militärischen Disziplin unterworfen sei, die natürlichen Folgen seiner Handlungsweise auf sich nehmen werde. Judenhetze. Odessa, 10. Okt. Der Verband Russischer Leute verbreitet eine Proklamation, welche eine Bedrohung der Juden enthält, von denen die Entsagung des Wahlrechts gefordert wird. Die Veröffentlichung hat lebhafte Unruhe hervorgerufen. Spanien. Der Justizmord an Ferrer. Barcelona, 11. Okt. Wie versichert wird, ist Ferrer heute nach der Festung Montjuich gebracht worden. Diese Meldung wird aufgefaßt, als ob Ferrer zum Tode verurteilt worden sei und in den Gräben der Festung standrechtlich erschossen werden soll. Kommunales. Reichstagspräsident Graf Stolberg und seine Wähler. ##tober sehue, Wahler. Eine am Sonntag, den 10. Oktoher, abgehaltene,, große Wählerversammtung in Johannisburg, dem Kreise. des Grafen Stolberg, befaßte sich mit der Haltung des Reichstagspräsidenten zur Erbschaftssteuer. Graf Stolberg hat mit seinen Freunden gegen diese Steuer gestimmt. Die Versammlung verurteilte dies mit aller Entschiedenheit und forderte den Grafen. Stolberg auf, sein Mandat niederzulegen. Kommunale Arbeiterfürsorge. Die Stadtverordneren in Glogan(Riederschl.) lehnten einer gagr zrche, sigert eag e arbeitern 15. Pfg. Lohnerhöhung pro 2ag zu bewithe. Ablehnung ist um so oemertenswerter, als erst in der letzten Sitzung der Stadtverordneten rund 50000 Mark für GehaltsLehrer und städtischen Beamten einstimmig bewilligt wurden. Die Gesamtsumme der Lohnerhöhungen der Arbeiter hätte den Etat der Stadt mit jahrlich 4500 Mark belastet.— Im Magiskrat und im Stadtverordneten=Kollegium hat der Freisinn die Mehrheit. A 4 L Die Situation in Schweden. Der„Leipz. Volksztg.“ wird aus Malmö, 8. Oktober, geschrieben: Eine Konferenz, die in Stockholm unter Teilnahme der Vertreter aller skandinavischen Landesorganisationen tagte, beschloß wiederum eine Aenderung der Taktik des Kampfes. Nach Abbruch der Vergleichsverhandlungen stan#u. noch weit über 100000 Arbeiter im Kampf, deren Unterstutzung allein durch ausländische Hilfe nicht möglich war. Die „assen der schwedischen Organisationen sind total leer, waren sie doch schon vor Beginn des Generalstreiks infolge der Aroeitslosigkeit des vergangenen Winters und den Aussperrungen der Unternehmer gar sehr geschwächt. Und mehr als 100000 Arbeiter fast ganz allein der Hilfe der ausländischen Arbeiter überlassen, ist auf die Dauer schließlich nicht angängig, um so weniger, als der Kampf nach dem Abbruch des Generalstreiks und der Einleitung der Verhandlungen nicht mehr das internationale Interesse erweckte, das er vordem erregte. Aus diesen Gründen heraus hat die Konferenz den Beschluß gefaßt, den Streik weiter einzuschränken und ihn nur bei den meist einflußreichen Betrieben bestehen zu lassen. Danach soll der Kampf konzentriert werden auf die Eisenindustrie, einige der größten Sägewerke in Norland und einige extilfabriken; aber vor allem soll der Kampf weiter gefuyrt werden auf den Erzgruben in Lappland und Gragesberg und auf den Kohlengruben der Provinz Schonen. In den übrigen Berufen soll die Arbeit wieder aufgenommen werden, und wenn die Einstellung davon abhängig gemacht wird, sollen sich die Arbeiter aus den Organisationen abmelden, damit den Unternehmern die Waffe der Aussperrung genommen werde. Ausständig bleiben noch ca. 35000 Arbeiter. Das Landessekretariat glaubt mit der Fortdauer des Streiks bei obengenannten Betrieben die schwedischen Unternehmer genau so können, als wenn der Streik sich über alle Mitglieder des Arbeitgeberbundes ausdehnt. Denn die Inhaber und Aktionäre obiger Betriebe sind die Wortführer im Svenska Arbeidsgivareforeningen. Welche Grunde die Landeszentrale zu dem folgenschweren Beschluß veranlaßt haben, die Arbeiter zum Austritt aus der Organisation zu ermuntern, ist noch unbekannt. Wir hoffen aber, daß die Landeszentrale in Kürze diese Gründe bekannt gibt; die internationale Arbeiterschaft hat ein Recht darauf! Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 12. Oktober. — Freie Volksbühne. Diejenigen Mitglieder, bei denen nicht kassiert wurde, müssen bis Mittwoch abend ihre Beiträge in der „Volkswacht" bezahlen. Die Verlosung der Plätze findet am Sonnabend, nachmittags von 5 bis 7½ Uhr, im Restaurant„Stadt Bielefeld", Marktstraße 8, statt. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Der große Erfolg der Joh. Straußschen Operette „Der Zigeunerbaron“ veranlaßt die Direktion, dieselbe morgen (Mittwoch) bereits wieder aufzuführen. Es sei an dieser Stelle auch darauf hingewiesen, daß die Direktion schriftliche Bestellungen von auswärts annimmt, nur ist im Interesse der jetzt mehr wie je erscheinenden auswartigen Theaterbesucher zeitige Bestellung ratsam. — Hausfrauensorgen. Die schönen Zeiten der frischen Gemüse sind leider jetzt bald vorbei, und der Winter kommt, wo wir neben den Koyl= und Rübenarten einzig auf die Hülsenfrüchte und Konserven angewiesen sind. Da wird es der Hausfrau manchmal recht schwer, ohne große Kosten Abwechslung in den Küchenzettel zu bringen, und sie wird uns deshalb fur einen Hinweis dankbar sein, der sie auf ein in Deutschland viel zu wenig verbreitetes Nahrungsmittel aufmerksam macht, das in anderen Ländern ein Volksnahrungsmittel ersten Ranges ist. Wir meinen den frischen Seefisch, gegen den in manchen Gegenden Deutschlands ein gewisses Vorurteil herrscht, das aber durch nichts begründet ist, da auch im Sommer die Seefische in guter Qualität in die Hande der Konsumenten kommen können. Sind doch von Geestemünde=Bremerhaven besondere Fischzüge eingerichtet, mit denen der Seefisch zu Frachtgursätzen als Eilgut befordert wird. Der Fisch wird außerdem an Bord der Fischdampfer sofort nach dem Fang geschlachtet, ausgeweidet, ausgespült und auf Eis gestaut; die Fischversandgeschäfte in Geestemünde-Bremerhaven versenden den Fisch dann ebenfalls auf Eis, und wenn der Empfänger ihn ebenso sachgemäß behandelt, kann auch in der warmen Jahreszeit eigentlich kein Fisch verderben. Allerdings wissen manche Hausfrauen im Binnenlande nicht recht, wie sie den Fisch behandeln sollen, obgleich nichts einfacher ist als dieses: Man bewahrt den Seefisch ebenso auf wie Fleisch, d. h. kühl und trocken, und nicht wie jene Hausfrau in Schwerin, die im Julimonat ein Gericht Fische zwei Tage lang auf dem Balkon in der Sonne stehen ließ und dann hinging, und ihren Kaufmann bei der Polizei wegen Verkaufs schlechter Fische anzeigte. Die schöffengerichtliche Verhandlung endete naturlich mit einer glänzenden Freisprechung, nachdem ein als Sachverständiger geladener Geestemünder oder Bremerhavener Fischgrossist der Frau die einfache Frage vorgelegt hatte, wo sie den Fisch aufbewahrt habe. Also der Seefisch bedarf keiner anderen Aufbewahrung als Fleisch sie bedarf. Wie der frische Seefisch zu reinigen und zuzubereiten ist, sei im folgenden mit einigen Worten veschrieben: Es ist verkehrt, den frischen Seefisch etwa wie Salzhering stundenlang zu wässern. Allenfalls darf man ihn, wenn man den Seegeruch nicht liebt, zehn Minuten lang in Wasser mit etwas Essig liegen lassen. Zur Reinigung des Fisches nimmt man am besten eine kleine Bürste und Wasser; das geht schnell und geht grundlich. Ueber das Kochen der Fische ist folgendes zu sagen: Mau bringt den Fisch geschuppt oder ungeschuppt, wie man will, aber mit den Flossen, zu Feuer: sobald das Wasser kocht, zieht man den Topf von dem offenen Feuer weg und läßt ihn nebenan auf dem heißen Herd stehen, bis sich die Flossen leicht aus dem Fisch herausziehen lassen. Zeichen dafür, daß der Fsich gar ist; man lasse den Fisch ja nicht länger auf der Flamme kochen. Ueber das Braten der Fische seien der Hausfrau folgende Winke gegeben: Kleinere Fische brät man ganz, größere schneidet man in daumenbreite Stuae. Der Fisch wird nach dem Abwaschen mit einem Tuch abgetrocknet, in Weizenmehl getaucht, in Ei und Paniermehl gewandt und dann in eine Pfanne mit kochendem Fett, Margarine oder Butter getan. Das Fett muß kochen, wenn der Fisch hineinkommt, und wenn möglich, soll es den Fisch ganz bedecken. Zenig bekannt ist es, daß zu gebratenem Fisch nicht nur Kartoffelsalat, sondern auch Nudeln, Makkaroni und Pilze vorzüglich schmecken. In vielen Haushaltungen sind auch die sehr bekömmlichen Fischsuppen unbekannt. Wir geben deshalb ein aus Geestemünde=Bremerhaven stammendes Rezept hier wieder:„Kleine billige Fische werden gereinigt und von den Gräten getrennt. Die Hälfte davon setzt man mit einer Zwiebel, mit Wurzeln, Suppengrün, Lorbeer, Salz und Pfeffer in kaltem Wasser aufs Feuer, kocht sie weich und treibt alles durch ein seines Sieb, bindet mit etwas Mehl und giht einige Tropfen Maggi dazu. Von dem übrigen Fischfleisch wird ein Teil in Butter oder Margarine goldgelb gebraten und der Rest in Klößchen geformt, und beides in die Suppe gegeben. Was die Verwendung von Fischresten betrifft, so sei darauf aufmerksam gemacht, daß man Seefischreste nicht nur zu Salat verarbeiten kann, sondern ebenso wie Fleischreste zu falschem Hasen, Frikandellen usw. Uebrigens wird der Seefisch von Geestemünde und Bremerhaven aus nicht nur frisch, sondern auch in zubereitetem Zustand, als sog. Fischkonserve in den Handel gebracht; mariniert, gebraten usw. Daneben ist auch die Räucherei sehr entwickelt. und in neuerer Zeit werden bei uns nach norwegischen Vorbildern auch Salzfische, Stock= und Klippfische hergestellt. — Der Naturheilverein beginnt mit seinen programmäßigen Wintervorträgen am Donnerstag, 14. Oktober, im Saale der „Harmonie", worauf an dieser Stelle nochmals besonders hingewiesen wird.(Siehe Inserat.) — Polizeibericht. Auswanderung. Für ein auf der Insel Kuba geplantes Kolonisationsprojekt werden in Deutschland Auswanderer gesucht. Es wird hiermit gewarnt, sich durch verlockende Anpreisungen für diesen Zweck gewinnen zu lassen. Die Rotlaufseuche unter dem Schweinebestande des Schriftsetzers F. Pahde, Hohenzollernstraße 13, ist erloschen. Gesunden: 1 altes braunes Portemonnaie mit geringem Inhalt, 1 Paket mit Kleiderstoff. Aufgefangen: 2 Fasanen. Zugelaufen; 1 kleiner schwarzer Bastardhund, 1 gelber Schaferhund(Hündin). Entlaufen: 1 weißer Jagdhund mit braunem Kopf und braunen Ohren auf den Namen Hektor hörend. Verloren: 1 goldener Trauring gez. T. Sch., 1 braunes Herrenportemonnaie mit 7,50 Mk. Inhalt; 1 silberne Damenuhr: 1 Granatarmband; 1 goldene Nadel mit rotem Wappenschild; 1 Kettenarmband mit Granatsteinen. Fahrraddiebstahl. Dem Schlosser B. W. hier wurde am 8. d. M. ein Fahrrad Marke Dürkopp im Werte von ca. 60 Mt. vor der Wirtschaft Vogt, Gütersloherstraße, entwendet. Vor Ankauf des Rades wird gewarnt. Diebstahl. Am 13. 7. 09 wurde hier auf der Güterabfertigung des Hauptbahnhofs aus einem noch nicht entladenen Waggon ein Ballen Anzugstoffe entwendet. Der Ballen ist G. B. 16 033 gezeichnet und hat ca. 250 Mk. Wert. Sachdienliche Mitteilungen, die zur Ermittelung des Ballens und der Diebe führen können, erbittet die Kriminal=Abteilung. Festgenommen wurde eine Person wegen Trunkenheit und Obdachlosigkeit. 11 obdachlose Wanderer wurden im Polizeigefängnis untergebracht. Verein für den Wahlkreis Bielefeld=Wiedenbrück. Gemeindevertreter=Konferenz. Sonntag, 24. Oktober, nachmittags 3 Uhr, im kleinen Saal der„Centralhalle“ in Bielefeld. Tagesordnung: 1. Kommunale Wohnungspolitik. Referent Genosse Mademann. 2. Die Berichte der Gemeindevertreter. Referent Genosse Dreckshage. 3. Die bevorsteyenden Kommunalwahlen. Zu dieser Konferenz werden alle Stadtverordneten, Gemeindevertreter, die Kandidaten zu den Kommunalwahlen und die Bevollmächtigten der Ortsgruppen hiermit eingeladen und um pünktliches Erscheinen ersucht. Die Berichte der Gemeindevertreter für das 3. Quartal und sonst noch fehlende müssen bis Montag, 18. Oktober, an Genossen Zenker übermittelt sein. Der Vorstand. Mitteilungen. Die Generalversammlung am 1. August beschloß auf Antrag des Bauhilfsarbeiterverbandes(Zahlstelle Bielefeld), gegen das Mitglied Bauarbeiter Bergmann beim Parteivorstande den Antrag auf Ausschluß aus der Partei zu stellen. Der Vorstand teilt nun mit, daß der Angeschuldigte in der festgesetzten Frist Beisitzer nicht ernannt hat und somit aus der Partei ausgeschlossen sei. Die Bibliothekare der Ortsgruppen können im Parteibureau den 1. Band des 13. Jahrganges der Wochenschrift„In Freien Stunden" und das 4. Bändchen der ordentlichen Veröffentlichungen des Kosmos„Die Kriechtiere und Lurche Deutschlands in Empfang nehmen. Der Sekretär. Deutscher Arbeiter=Sängerbund. Gau östliches Westfalen und lippische Fürstentümer. Bezirk 5. Herford. Sonntag, 17. Oktober, vormittags 9 Uhr: Cherprobe bei Büchner. Pünktliches Erscheinen erforderlich. Weitere Folgen der Tabaksteuer. In Hamburg und Umgegend sind jetzt über 800 Arbeiter in der Tabakindustrie arbeitslos. Fast sämtliche Fabrikanten haben Entlassungen von Arbeitern vorgenommen Besonders stark die Firmen: Weiszflog& Tischer, Hamburg; Walter Jürgensen, Hamburg; Tabakarbeiter=Genossenschaft, Hamburg; C. F. G. Schmidt, Altona; O. L. Petersen, Altona; und vor allem einer der bedeutendsten Betriebe, die Firma Langhans& Jürgensen, Altona. Letztere Firma hat ihre sämtlichen Haus= und Hilfsarbeiter, mit Ausnahme einiger Ausländer, entlassen. Was die Lage der Arbeitslosen um so schlimmer macht, ist die jetzt nicht nur in Altona, sondern auch in Hamburg eingetretene#igorose Handhabung des Unterstützungswesens seitens der Zollbehörden. Wenn es damit so weitergeht, wird bald kein arbeitslos gewordener Tabakarbeiter etwas aus dem Viermillionenfonds erhalten. Trotzdem das Gesetz keinen Unterschied zwischen Deutschen und Ausländern macht, zahlt Altona schon seit einigen Wochen keinen Pfennig mehr an ausländische Tabakarbeiter, und Hamburg hat sich dieser Praxis nun auch angeschlossen. Damit ist eine große Zahl hier ansässiger Tabakarbeiter völlig ausgeschaltet. Trotzdem das Gesetz ganz deutlich von„im Tabakgewerbe beschäftigten Arbeitern“ spricht, versteht die preußische Zollbehörde die Zigarrenkistenbekleber nicht darunter; auch diese erhalten in Altona nichts, und Hamburg befolgt die gleiche Praxis. Gleichfalls zahlt die Altonaer Zollbehörde nichts an Unterstützung, wenn der arbeitslose Tabakarbeiter im Jahre vom 1. Juli 1908 bis 30. Juni 1909 auch nur kurze Zeit arbeitslos oder krank gewesen ist. Weibliche Arbeiter erhalten nichts, wenn sie in dem kritischen Jahre zwar stets Arbeit hatten, aber ein Wochenbett durchmachen mußten. Während der Niederkunft arbeiteten sie ja nicht im Tabak, so argumentieren die preußischen Schlaumeier. Zur Ehre der Hamburger Zollbehörden sei konstatiert, daß sie von solchen Auslegungen der Gesetze bis jetzt nichts wissen wollen. Schlimme Zeiten sind's für die Tabakarbeiter, und an ein Besserwerden für Monate kaum zu denken. Was den bürgerlichen Parteien von Kennern der Tabakindustrie gesagt wurde, daß jede weitere Belastung des Tabaks großes Elend für die Arbeiter bedeute, hat sich nur zu sehr bewahrheitet. Die Not der Tabakarbeiter. Die sozialdemokratische Prophezeiung, daß die für die arbeitslos werdenden Tabakarbeiter bewilligten vier Millionen Mark die Wirkung des Tropfens auf einen heißen Stein haben werden, hat sich prompt erfüllt. Die Mißstimmung greift jetzt selbst in Arbeiterkreise hinüber, deren„gute Gesinnung“ sonst außer Zweifel steht. Der sächsische Landesverband evangelischer Arbeitervereine hat nämlich beschlossen, an den Reichskanzler das Ersuchen zu richten, nicht nur dafür zu sorgen, daß die bereits bewilligten vier Millionen Mark sofort zur Auszahlung gelangen, sondern auch Vorsorge dafür zu treffen, daß der Reichstag weitere Mittel zur Verfügung stellt. * Gadderbaum, 12. Okt. Die GemeindevertreterWahl findet am Freitag, 12. November, nachm. 4½ Uhr, in der Gemeindeschule statt. Es scheiden aus in der 3. Abteilung Tischlermeister Wilhelm Langwisch, in der 2. Abteilung Kolon Heinrich Wüllner und in der 1. Abteilung Eisenbahn= betriebssekretär a. D. E. Fischer. Die Wählerliste liegt vom 25. Oktober ab 8 Tage lang bei der Amtsgeschäftsstelle, Zimmer Nr. 1, zur Einsicht offen. * Herford, 11. Okt. Der Fati WöhrmannSchweicheln kam heute vor dem Schöffengericht in Gestalt einer Anklage wegen Hausfriedensbruch gegen Sunderbrink zur Sprache. Der Prozeß wurde vertagt, weil noch der Bruder des Herrn Wöhrmann geladen werden soll. Wir werden morgen einen ausführlichen Bericht der Verhandlung bringen. * Münster, 11. Okt. Ein kühner Raub wurde gestern abend im Eisenbahnzug auf der Strecke Duisburg-Münster verübt. Einer älteren Lehrerin wurde im Coupé unwohl. Ein mitreisender Herr bot ihr darauf ein Riechpulver an. Die Lehrerin wurde ohnmächtig. Beim Erwachen war der Mann verschwunden, mit ihm ein in ein Taschentuch eingewickelter Betrag von 1000 Mark. Die Dame konnte keine nahere Beschreibung von dem Täter geben. * Hamm, 10. Okt. Radbod=Prozeß. Vor der Dortmunder Strafkammer sollte Sonnabend der Radbod=Prozeß gegen den Genossen Nottebohm von der„Arbeiterzeitung" verhandelt werden. Der Hauptzeuge, ein Bergmann aus Böhmen, hat nicht ermittelt werden können. Ein anderer Zeuge, der bei dem Radbod-Unglück gerettete Bergmann Thomas, der vom Berliner Bergarbeiterkongreß her bekannt ist, ist am Freitag tödlich verunglückt. Nach längerer Verhandlung faßte das Gericht gegen den Antrag des Staatsanwaltes den Beschluß, die Verhandlung zu vertagen. Der neue Termin oll nach dem 18. Oktober, an welchem Tage der gleiche Prozeß gegen den Redakteur der„Bergarbeiterzeitung“ in Bochum verhandelt wird, angesetzt werden. * Essen(Ruhr), 11. Okt. Wegen Verleitung zum Meineide wird sich der christlich=soziale Arbeitersekretär und Reichstagskandidat für den Wahlkreis Mettmann=Lennep und Remscheid im Jahre 1907, Redakteur Hermann Rafflenbeul in Essen, vor dem Schwurgericht zu verantworten haben. Rafflenbeul soll bekanntlich seine Braut veranlaßt haben, vor Gericht wahrheitswidrige Angaben zu machen. Seit Juni sitzen beide in Untersuchungshaft. Gerichtliches. Revision. Güstrow, 11. Okt. Die wegen Ermordung der Opernsängerin Barthold zum Tode verurteilte Berliner Modistin Zobel hat Revision angemeldet. Die Angeklagte befindet sich zurzeit noch hier in Untersuchungshaft. Zum Tode verurteilt. Potsdam, 11. Okt. Im Prozeß gegen den Arbeiter Hackradt wegen Ermordung der 78jährigen #. Rudolphi verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten wegen Raubmordes zum Tode. Ein Lehrer als Sittlichkeitsverbrecher. Bromberg, den 11. Oktober. Die hiesige Strafkammer verurteilte den 30jahrigen Lehrer Wilhelm Fritsch aus Jannowitz wegen Vergehen gegen die Sittlichkeit, die er in 15 Fällen an Schulmädchen beging, zu 3 Jahren 3 Monaten Gefängnis. Urteil im Prozeß Dahsel. Berlin, 11. Okt. Im Prozeß Dahsel erkannte der Gerichtshof gegen diesen wegen drei versuchter und zwei vollendeter Erpressungen auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust, gegen Frau Schuwardt wegen zwei versuchter Erpressungen auf 8 Monate Gefängnis. Beiden Angeklagten wurden 6 Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet. Der Haftbefehl gegen Frau Schuwardt wurde aufgehoben. Auf Antrag des Verteidigers Dr. Werthauer beschloß der Gerichtshof, den Angeklagten Dahsel gegen eine Kaution von 20000 Mark ebenfalls aus der Haft zu entlassen. Berlin, 11. Okt. Landgerichtsdirektor Jänisch begründete das Urteil im Erpressungsprozeß Dahsel etwa folgendermaßen: Der Angeklagte Dahsel hat in den letzten Jahren an verschiedenen Zeitungen gearbeitet und ist in dieser Beziehung Spezialist geworden. Es wurde ihm viel Klatsch über intime Familienverhältnisse zugetragen, den er zu Erpressungszwecken ausbeutete. Der Angeklagte ist allerdings vorsichtig und geschickt zu Werke gegangen. Er hat unter dem Deckmantel des Patriotismus und der Nächstenliebe gehandelt und lediglich davon gesprochen, daß er dritte entschadigen müsse. Er hat ausdrücklich Schweigegelder nicht gefordert, die von ihm Erpreßten haben jedoch die Sache für Erpressung aufgefaßt und sich bedroht gefühlt. Sie hatten das Empfinden, daß, wenn sie nicht zahlen mürden, ihr Name in der Presse herumgezerrt werden würde. Der Angeklagte hatte auch das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit. Der Gerichtshof hat deshalb die verschiedenen Fälle teils als versuchte, teils als vollendete Erpressung angesehen. Bei der Strafzumessung kam die große Gemeingefährlichkeit des Treibens des Angeklagten und der Umstand in Betracht, daß er durch seine Handlungsweise das Ansehen der gesamten deutschen Presse aufs ernsteste geschädigt hat. Strafmildernd: die Notlage des Angeklagten und das Milieu, in dem er gearbeitet hat. Vermischtes. Dnn rafender? Messerstecherei ka Kaiser-Wilhelm-R war aus einer Wi Fensterscheiben ein in Zivil befand, er stiche. Der Vate wollte, wurde zu den Rücken und überwältigen, verl Typhus. Off ausgebrochen. Es festgestellt. In A drei Personen ar Erkrankungen auf sind. Familiendrama Brüsche in Güste seinen vierjährige söhnungsversuche Automobilunfa abend gegen Aber Frankfurter Stra ständig. Der Ar erheblich, jedoch n kam mit einigen Mord. 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Stolze alias Zander machte sich in Elbing durch seine großen Geldausgaben auffällig. Er verbrauchte nahezu alle 14 Tage einen Tausendmarkschein, und es kam ihm gar nicht darauf an, ein Glas Bier mit 1—2 Mk. zu bezahlen; besonders gern weilte er in Damengesellschaft. Seit drei Tagen ging er jeden Morgen mit geladenem Revolver im Vogelsanger Stadtwalde umher. Berests am Freitag früh war er mit dem Revolver einem Gutsbesitzer in den Weg getreten. Nach dem Morde an dem Arzte erschien Stolze ganz ruhig wieder in Elbing, borgte dort ein Fahrrad, für welches er seinen blutbespritzten Mantel als Pfand hinterließ und fuhr damit nach Osterode. Dort verkaufte er das Rad, und seit dem ist jede Spur von ihm verloren. Gerüchtweise verlautet, er sei in der Gegend von Preußisch=Holland verhaftet. Von der Luftschiffahrt. Frankfurt a. M., 11. Oktober. Blériot bewarb sich heute um den Schnelligkeits= und dann um den Krupp-Preis; gegen 6 Uhr erhob er sich nochmals zu einem kurzen Fluge in die Luft. Baron de Caters, der schon einmal aufgestiegen war, bewarb sich um den Gans de FabricePreis. Nervor, der um 5 Uhr 10 Min. den Boden verließ, trat in Konkurrenz um den Preis der Stadt Frankfurt, landete bereits nach 28 Sekunden. Es gelangten folgende Preise zur Verteilung: Preis der Stadt Frankfurt: 1. Preis 40000 Mk. Baron de Caters, 2. Preis 10000 M' Blériot. Höhensteuerungpreis: 10000 Mk. Bleriot, 2. 5000 Mk. Baron de Caters. Funf Kilometer=Preis: 2400 Mk. 1. Blériot, 2. 1600 Mk. Baron de Caters. De Caters hat insgesamt 7 Preise mit zusammen 47500 Mk., Blériot ebenfalls Preise mit 23900 Mk. erworben. Längste Gara barkeit von A Eider Schwan Schwan II. Die Typhusepidemie erloschen. Kassel, 11. Oktober. Die Typhusepidemie kann nunmehr als erloschen betrachtet werden. Im ganzen sind erkrankt 305 Personen, von denen 10 gestorben sund Im Wahnsinn. Berlin, 11. Okt. Im Globsower Walde, der bei dem märkischen Städtchen Rheinsberg gelegen ist, hat der Forstaufseher Seydlitz gelegentlich, eines Ausfluges, anscheinend in einem Anfall von Geistesstorung, die Tochter des Stadtförsters Ruppel durch einen Schuß schwer verletzt und sich dann selbst getötet. Bauunfall. Berlin, 11. Okt. Ein schwerer Bauunfall ereignete sich heute vormittag in Wilmersdorf an der Ecke der Düsseldorfer und Bregenzer Straße. Bei einem dort aufgeführten Neubau stürzte das Gerust in einer Höhe von etwa 30 Metern in sich zusammen. Vier Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. Unter Mitwirkung der Feuerwehr gelang es, die Verunglückten zu befreien. Schwerverletzt wurden sie dem Lichterfelder Kreiskrankenhaus zugeführt. Schwan III. Pfund Säl 15 #tt Böhrng##### Schöffengericht in Gestalt gegen Sunderbrink zur weil noch der Bruder oll. Wir werden morgen andlung bringen. r Raub wurde gestern Duisburg-Münster verim Coupé unwohl. Ein Riechpulver an. 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Der 20jährige Schiffer Rudolf Eisner war aus einer Wirtschaft verwiesen worden. Als er darauf die Fensterscheiben einschlug, trat ihm der Schutzmann Lohs, der sich in Zivil befand, entgegen. Eisner versetzte ihm mehrere Messerstiche. Der Vater des Eisner, der seinen Sohn beruhigen wollte, wurde zu Boden geworfen und erhielt 6 Messerstiche in den Rücken und Hals. Bevor es gelang, den Rasenden zu überwältigen, verletzte er noch acht andere Leute. Typhus. Offenbach, 11. Oktober. Hier ist der Typhus ausgebrochen. Es sind bereits 10 Fälle von Typhuserkrankungen festgestellt, In Mühlheim und Klein=Steinheim sind ebenfalls drei Personen an Typhus erkrankt. Man#laubt, daß die Erkrankungen auf den Genuß ungekochter Milch zurückzuführen sind. Familiendrama. Dessau, 11 Oktober. Der Techniker Brüsche in Güsten, der von seiner Frau getrennt lebt, erschoß seinen vierjährigen Sohn und dann sich selbst, weil alle Versöhnungsversuche mit seiner Gattin gescheitert waren. Automobilunfall. Friedberg, 11. Oktober. Am Sonnabend gegen Abend fuhr das Automobil eines Arztes in der Frankfurter Straße gegen einen Baum und zerschellte fast vollständig. Der Arzt und ein mit ihm fahrender Herr wurden erheblich, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Der Chauffeur kam mit einigen Hautabschürfungen davon. Mord. Coblenz, 11. Okt. Auf dem Wege zwischen Bretthausen und Liebenscheid im Westerwald wurde der Maurer Jung aus Bretthausen mit durchschnittenem Halse aufgefunden. Zwei sofort auf die Fährte gesetzte Hunde nahmen eine Spur nach Bretthausen auf, wo sie in ein Haus liefen und vor dem Bett eines noch schlafenden 22jährigen Burschen stehen blieben. Dieser gestand denn auch ein, den Jung ermordet zu haben. Des Raubmordes verdächtig. Dresden 11. Oktober. Als des Raubmordes an dem Fleischerlehrling Alfred Höch dringend verdächtig ist gestern der 19jährige Dienstknecht Witke aus Limbach festgenommen worden. Er war am Sonnabend aus seiner Stellung in Ockernitz entlassen worden und ist vor der Zeit des Verbrechens bei der Schonermühle, wo der Lehrling Fleischwaren ablieferte und Geld in Empfang nahm, gesehen worden. Von der Mordstätte führten zwei Fußspuren über die Felder. In einer dieser Spuren paßte der Schuh des Verdächtigen genau. Bei seiner Festnahme wurde ein Schlagring bei ihm gefunden, Geld jedoch nicht. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Liebesdrama. Salzburg, 11. Oktober. Heute nacht hat der Kellner des Cafés„Central“, Pollak seine Geliebte namens Prochaska durch Revolverschüsse lebensgefährlich verletzt und sich darauf selbst getötet. Ein Mord aus Rache. Czernowitz, 11. Oktober. Ein Stiefsohn des ehemaligen Ministers Perrino, der Millionär Roman Freitag, wurde in der Stadt Waschkoutz in der vergannenen Nacht von einem Bauern aus Rache ermordet, weil er des Bauern Grundstück wegen rückständiger Schulden hatte sequestrieren lassen. Zugzusammenstoß. Laibach, 11. Oktober. Auf der Bahnstrecke Rudolfswert=Laibach stieß auf der Station Groß=Lupp ein Personenzug mit einem Güterzuge zusammen. Verletzt soll niemand sein, jedoch ist der Materialschaden sehr bedeutend. Eine Diebesbande gefaßt. Wien, 10. Okt.„Die Innsbrücker Polizei verhaftete in Bozen eine jugendliche Diebesbande, bestehend aus zwölf Handlungspraktikanten, die gemeinsam über ein Dutzend Diebstähle und Einbrüche unternommen haben. Die Diebesbande hatte eigene Statuten aufgestellt und führte genau Buch über Einnahmen, an denen alle zu gleichen Teilen partizipierten. Mord aus Eifersucht. Rom, 11. Okt. Im Theater Bellini in Neapel hat ein Schauspieler der Gesellschaft Graving einen Kameraden aus Eifersucht knapp vor Beginn der Vorstellung erschossen. Einbruch im Kaiserpalais. Pesersburg, 11. Okt. In das kaiserliche Palais Krasnoje Selo wurde eingebrochen. Gestohlen wurde ein Service, Teppiche und andere Gegenstände. Ein Teil der Sachen wurde in dem nahen Walde versteckt gefunden. Die Schlacht in der Milchflasche. Eine Bazillenschlacht ist dieser Tage auf der medizinischen Ausstellung in London ausgefochten worden. Der Inhalt einer großen Glasflasche zeigte plötzlich heftige Unruhe, das Gefäß explodierte und ein milchiger Schaum gewann den Weg in die Freiheit. Ursprünglich hatte die Flasche nur Milch enthalten— einfache Milch und ein paar Millionen Typhusbazillen, die munter in diesem Nährstoff lebten und sich vermehrten. Krieg gab's, als zu Demonstrationszwecken eine Horde von zehn Millionen hungeriger Ungeheuer (als Massol=Bazillen bekannt) auf den Kulturzustand des unes losgelassen wurde. Ein Sturm im Vergleich zu der Schlacht in der Milchflasche. Dick wurde die Milch von den Leibern der Erschlagenen und immer noch mordete die Massol=Armee und verzehrte kannibalisch die Erschlagenen. Wenn so ein Massol=Bandit sich den Bauch bis zum Zerplatzen vollgestopft hatte, so barst er in 9mal 190 Tausend Teile. Und aus jedem Teilchen wurde ein junger Massol=Bazill, der nun seinerseits sich in den Kampf stürzte und bis zum Zerplatzen vollfraß. Endlich schwoll die Ueberbevölkerung derartig an, daß die Massoliten ihr Gefängnis sprengten und die Flasche explodierte. Die Demonstration wurde veranstaltet, um des bekannten Pariser Professors Metschnikows Behauptung zu beweisen, daß die Milchsäurebazillen(MassolBazillen] den Bazillus, der die innere Zersetzung der Speisen herbeiführt, vernichtet. Auf derselben Ausstellung werden diese kriegstüchtigen kleinen Mikroben in einer neuen Form angeboten und zwar als— Bonbons. Ein paar dieser Pralinés täglich werden den menschlichen Körper stählen gegen den Angriff der bösartigen Bazillen, die uns Typhus, Scharlach, Pocken und andere Infektionskrankheiten bringen. Den Bazillen zur Ehre sind die neuen Schokoladebonbons auf den Namen „Massolettes“ getauft worden. Das Ende des Roghi in der Löwengrube. Nachstehendes ist nach dem Korrespondenten der„Daily Mail“ in Fez eine genaue Darstellung des furchtbaren Todes, den der Sultan Muley Hafid über den gefangen genommenen Prätendenten Buhamara verhängte: Der Sultan war nach der Unterredung mit den Konsuln wutentbrannt in seine Gemächer zurückgekehrt und befahl, den Roghi vor ihn zu bringen. Nachdem dies geschehen, fragte ihn der Sultan, wie er seine Gefangenen behandelt habe. Buhamara antwortete nicht, aber einige seiner gefangenen Anhänger erzählten, daß er sie gewöhnlich vor die Mündung der Geschütze gestellt und sie so erschossen oder daß er ihren Rücken mit marokkanischer Seife habe einreiben lassen und dann befohlen habe, sie so lange mit Ketten zu schlagen, bis ihnen das Fleisch in Streifen vom Leibe gerissen wurde. Eine andere Methode war angeblich die, daß der Roghi sich einem gefesselten Gefangenen gegenüber setzte. Fleischstreifen aus seinem Körper schnitt, sie auf einen Spieß steckte, sie über dem Feuer briet und das Opfer zwang sein eigenes Fleisch zu essen. Oder er verstümmelte seine Gefangenen sonst in unbeichreiblicher Weise. Nach dieser Schilderung wandte sich der Sultan mit den Worten an den Prätendenten Buhamara::„Du bist kein Mann, du bist eine Bestie, als eine solche werde ich dich behandeln.“ Er befahl dann, den Gefangenen den Löwen vorzuwerfen. Der Prätendent wurde an den Füßen gefesselt und herausgebracht, während der Sultan und sein Hof sich nach den auf einen Garten hinausblickenden Fenstern begaben, wo drei ausgehungerte Löwen herumliefen. Der Prätendent wurde durch das Gitter gestoßen und dieses sofort geschlossen. Eine große Löwin erblickte ihn zuerst und stürzte sich auf ihn. Er schrie, kroch auf einen Orangenbaum in der Nähe zu, und es wäre ihm in seiner Todesangst beinahe gelungen, ihn zu erklettern. Mit einem mächtigen Tatzenschlag schlug ihn aber das Tier zu Boden und riß ihm den linken Arm ab. Unmittelbar darauf schien Buhamara in Ohnmacht zu fallen. Sofort wurde ein lebendiges Schaf über die Mauer geworfen, um die wütenden Löwen abzuziehen. Dann liefen ein Diener des Sultans und ein Soldat zu dem verwundeten Manne und stießen ein krummes Messer wiederholt in seine Brust. Hierauf zogen sie sich schnell zurück, worauf die übrigen Löwen herankamen und mit dem Körper wie eine Katze mit der Maus spielten. Bald darauf wurden die Bestien jedoch mit anderen Nahrungsmitteln angelockt. Leute betraten den Garten, schnitten Buhamara den Kopf ab und vergruben den Körper oberflächlich. Als am nächsten Tage eine der Frauen des Sultans im Garten spazieren ging, sah sie den Kopf unbeerdigt am Boden liegen. Befragt, warum sie ihn nicht in ein Tuch gehüllt habe, erklärte sie, sie habe gefürchtet, daß jemand, der dies hätte sehen und vermuten können, sie wolle den Kopf ausstellen, sie getötet hätte. „Ich muß hinzufügen,“ fügt der Korrespondent dieser Meldung bei,„daß die Nachricht über die Ermordung des Prätendenten verspätet eintreffen wird, da der Läufer mit einem früheren Brief aufgehalten und in der Nähe von Alcazar getötet wurde.“ Letzte Nachrichten. Bochum, 12. Oktober. Gestern nachmittag gegen 3 Uhr wurde von der elektrischen Straßenbahn auf der Strecke BochumWitten eine junge Frau übergefahren. Die Bedauernswerte wurde von dem Wagen 20 Meter weit mitgeschleift und furchtbar zugerichtet; sie war auf der Stelle tot. Die Personalien konnten noch nicht festgestellt werden. Köln, 12. Okt. Das Reichsgericht hat das Todesurteil gegen den Ackerer Knopp aus Boppard, der wegen der Ermordung seines Stiefsohnes zum Tode verurteilt worden war, aufgehoben. Eine neue Verhandlung ist auf den 15. und 16. Oktober vor dem Schwurgericht in Coblenz anberaumt. Berlin, 12. Okt. Die finanziellen Schwierigkeiten, mit denen der frühere Direktor Oskar Wagner des Friedrich=Wilhelmstädtischen Schauspielhauses zu kämpfen hatte, haben nunmehr dazu geführt, daß die zahlreichen Gläubiger der G. m. b. H., in welcher Form dieses Theater bisher geführt worden war, den Antrag auf Konkurseröffnung beim Amtsgericht 1 stellten. Die Passiven werden auf 250000 bis 300000 Mark geschätzt, denen nur geringe aktive Posten gegenüberstehen. Berlin, 12. Okt. Die für gestern vorgesehene Fernfahrt des „Groß 2“ nach Metz ist wegen des herrschenden starken Windes verschoben worden. Voraussichtlich wird die Abfahrt nach Metz heute abend erfolgen. Berlin, 12. Okt. Gegen den Verleger der„Wahrheit", Reichstagsabgeordneten Wilhelm Bruhn, ist ein Ermittlungsverfahren im Gange. Der Staatsanwalt hat die von der Verteidigung gestellten Beweisanträge, durch die Bruhn der Erpressung beschuldigt wird, zur Kenntnis genommen und die Untersuchung eingeleitet. Die von Bruhn angestrengte Privatbeleidigungsklage richtet sich nicht gegen die Verteidiger Dahsels, sondern gegen einige Zeugen, z. B. Schapira. Berlin, 12. Okt. In seiner Dienstwohnung zu Potsdam erschoß sich gestern der Vizefeldwebel von der 7. Kompagnie des 1. Garderegiments zu Fuß. Dienstliche Unregelmäßigkeiten sollen der Beweggrund zur Tat gewesen sein. Tilsit, 12. Oktober. Die Schiffersfrau Adomeit aus Tapiau ist an Cholera erkrankt. Auf welchem Wege die Infektion erfolgt ist, steht noch nicht fest. Tetschen, 12. Okt. In Rokytnik bei Neustadt an der Mettau in Nordböhmen hat sich der frühere Reichstagskandidat Lehrer Kudernatsch kurz vor einer Revision der von ihm verwalteten Raiffeisenkasse erhängt. Die Kasse erwies sich als vollständig ausgeplündert. Petersburg, 12. Oktober. Gestern wurde nach zweitägiger Verhandlung der Prozeß gegen den 69jährigen Staatsrat Makarow beendet. Er war angeklagt, im Laufe, eines Jahres an 8 minderjährigen Mädchen Sittlichkeitsverbrechen verübt zu haben. Makarow wurde zu 8 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. c e S Kürzlich eingetrollen, in ∆# verpackt, A srosse Seidung Den günstigen Markt in obigen Artikeln ausnutzend, bezog ich direkt aus dem Ursprungslande einen enormen Posten Bettfedern und Daunen, welchen ich zu Engros-Preisen wieder verkaufe. Längste Garantie für Haltbarkeit von Aussteuerbetten XV Längste Garantie für Halt* barkeit von Aussteuerbetten Sämtliche Qualitäten sind doppelt gereinigt und dem Preise entsprechend ausserordentlich füllkräftig und haltbar. Bei grösseren Einkäufen Rabatt. Lagerbesuch erbeten. Proben franko. 5565 1 Jahnplatz 1. Telephon 1092 Stadttheater. 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Bekinnten sowie allen Ordensgeschioistern, insbesondere dem Gesangverein und der Guttempferlerloge Sparrenburg unseren 5555“ herzlichsten Dank! Familie Zug. Handelmann. Nachruf. Am Montag, den 11. Oktober, morgens 9 Uhr, verschied unser langjähriges Mitglied(5563 OG„ im Alter von 28 Jahren.— Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands Zweigverein Zieleseld. in nur bester Qualität bei zu billigsten Preisen Vowrackischihn Bielefeld, Niedernstr. 29/31. 4915 Kreinte unz den. 5190 Jedes Wort kostet nur 2 Pfg., in dag Worte mit mehr als 15 Buchstaben der fetten Ueberschrift 10 Pfg. X werden doppelt gerechnet. Anzeigen unter dieser Rubrik werden nur bei Vorausbezahlung angenommen. Wegen Aufgabe des Möbelgeschäfts gebe alle Arten Möbel= und Polsterwaren spottbillig ab. Günstige Gelegenheit für Brautleute. Noch großes Lager in Schränken, Bettstellen, Tischen, Stühlen, Diwans. 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Quar Beitrag des Gaues Nordbayern für 2 Regensburg 51,84; Amberg 9.27: 9 a. W.=N. 12,66; Hof 125,55; Bayreuth bach 27.06; Kronach=Lichtenfels 34,98 berg 1207,02; Erlangen=Fürth 446 105,60; Eichstätt 11.25; Dinkelsbühl Aschaffenburg 41,63; Kitzingen 10,29; 8.28; Schweinfurt 66,73; Würzburg 9 dische Wasserkante 70000.—. Stettin Pommern für 2. Quart. 09. Wahlkre dow=Greifenhagen 358,32; Ueckermün wald=Grimmen 62,16; Stralsund=Rü Frauenbeiträge); Anklam=Demmin 25, 1. Quart. 09 12.—, Frauenbeiträge 0 (darunter Frauenbeiträge—.02); N Pyritz=Saatzig 6,12; Greifenberg=Kam beitrage—.20); Neustettin 6.—; Dr. Bütow=Rummelsburg 3,20; Sa. 846 demokratischer Verein, 2. Quart. 53,95 96,70 Mk. Berlin, 9. Oktober 1909. Für den Parteivorstand: A. G Vom Strafkonto der Presse. Ge „Mainzer Volkszeitung“ hatte sie zweiten Geschäftsführers des Reichsve dem Schöffengericht zu Mainz zu v lautete auf 25 Mk. Geldstrafe. Personalien. Genosse Eugen K 1. November aus der Redaktion der„ in Solingen der er über zwei um aus Veranlassung des bayerischen Partei in München die Landtagsber rische Parteipresse mit zu übernehme Der Fortschritt unserer Presse, Erfolg hat die lichen Erfolg hat a#e Agitation für die gehabt. Am 1. Oktover gewann de Abonnenten. Die„Schwäbische Tagwacht“ in Montag, 27. September, wie wir in in ihrem eigenen neuen Heim. Gedi alten Räumen. Mit der Nr. 236 von sich nun die„Tagwacht" in neuem neuen Druckerei, Hauptstätterstr. 96. wie das unseres Blattes. Wir wün ferneres Blühen und Gedeihen. Gewerkschafts Die Trierer Eisenbahner„erwaMitgliedern des Trierer Eisenbahn zu tagen beginnt, daß sie erheblich ganzen Gebaren innerhalb des Verb schluß hervor, den der„Ortsverein giertenversammlung, die in Berlin, wurde darin u. a. ausgeführt: „Warum nur einen Tag? Könnt liche Anträge und Wünsche mitber Dingen müßte den Ortsvereinen v was auf der Delegiertenversammlung es sich nur um die Ergänzungswahl delt, dann braucht unseres Erachter versammlung abgehalten werden, da doch vom Zentralvorstand vorgeschla Delegierten meistens unbekannt sind. man doch nicht bloß dafür ausgebei Gol 87 Roman aus den Goldfeld von Friedrich E Wildes Gemurmel drohender S sammlung, als Cook geendigt. Da ganz unabsichtlich, vor ihnen herauf kung nicht verfehlt, und Mitleid mit gegen den feigen Mörder des Sohr dieser gegen ihn arbeitenden Stimm geklagte, und wenn sein Antlitz aud Stimme im Anfang zitterte, sammel belebte sich, und der Gefahr in die wies er die Anklage entrüstet von s erzählte er, wie er am Macalome geüberdrüssig geworden wäre. Er sei daheim, und habe ehen dorthin zur selig Mißverständnis ihn hier aufg aus dem Erlös seines Zeltes und allerdings nicht so genau betrachtet zu kennen; je mehr er aber darübe überzeugt, daß er das fragliche Sti habe, dem er sein lahmgewordenes dieser auch, wie ihm der Sheriff Uebrigens könne er den Mord erst vorgestern abend spät von Maca das würde er beweisen, wenn man gäbe, die Zeugen dafür zu bring habe das unternommen, sich jedoch irrt. Sie dürften aber über keinen erst volle Gelegenheit geboten hätte deshalb verlange er nach Macalome Unschuld darzutun. „Das glaub' dir der Teufel!" uns unterwegs im Dickicht und Ne nicht wahr? Warum nicht lieber holen?“ „Ruhe in der Court!“ rief da habt kein Wort hier einzureden. „Hab' ich nicht?“ böhnte ihn aber wer das letzte Wort hier hat, wir sell beweisen, von wem er das Sti nicht kann, soll er hängen.„. „Ich will verdammt sein: rief H Burschen eindringen, die Würde wahren, „Halt, Halel rief ihm da der den Burschen mit seiner Drohur Boyles hierher, um sich gegen die KoAernrten We Nr. 238. Bielefeld, Dienstag, 12. Oktober 1909. 20. Jahrg. Parteinachrichten. Quittung. Im Monat September gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Groß=Berlin à Konto seiner acht Wahlkreise 12000.—. Bera. W.=N. 12,66; Hof 125,55; Bayreuth 129,39; Forchheim=Kulm= bach 27.06; Kronach=Lichtensels 34,98; Bamberg 50,97; Nürnberg 1207,02; Erlangen-Fürth 446,34; Ansbach=Schwabach 105,60; Eichstätt 11.25; Dinkelsbühl 18,18; Rothenburg 6,63; Aschaffenburg 41,63; Kitzingen 10,29; Lohr 7,53; Neustadt a. S. 8.28; Schweinfurt 66,73; Würzburg 98.07; Sa. 2471,73. Nordische Wasserkante 70000.—. Stettin, Beiträge der Provinz Pommern für 2. Quart. 09. Wahlkreise: Stettin 209,70; Randow=Greifenhagen 358,32; Ueckermünde=Wollin 61,64; Greifswald-Grimmen 62,16; Stralsund=Rügen 88,86(darunter 2,86 Frauenbeiträge); Anklam=Demmin 25,06(darunter Beitrag für 1. Quart. 09 12.—, Frauenbeiträge 0,74); Stolp=Lauenburg 5,66 (darunter Frauenbeiträge—.02); Naugard=Regenwalde 6,88; Pyritz=Saatzig 6,12; Greifenberg=Kammin 9,60(darunt. Frauenbeitrage—.20); Neustettin 6.—; Dramburg=Schievelbein 2,80; Bütow=Rummelsburg 3,20; Sa. 846.—. Saarbrücken, sozialdemokratischer Verein, 2. Quart. 53,95, 3. Quart. 42,75, Summa 96.70 Mk. Berlin, 9. Oktober 1909. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. Vom Strafkonto der Presse. Genosse Adelung von der „Mainzer Volkszeitung“ hatte sich wegen Beleidigung des zweiten Geschäftsführers des Reichsverbandes, Dr. Ludwig, vor dem Schöffengericht zu Mainz zu verantworten. Das Urteil lautete auf 25 Mk. Geldstrafe. Personalien. Genosse Eugen Kirchpfennig tritt am 1. November aus der Redaktion der„Bergischen Arbeiterstimme“ in Solingen der er über zwei Jahre angehört hat, aus, um aus Veranlassung des bayerischen Landesvorstandes unserer Partei in München die Landtagsberichterstattung für die bayerische Parteipresse mit zu übernehmen. Der Fortschritt unserer Presse. Einen überraschend erfreulichen Erfolg hat die Agitation fur die„Brandenburger Zeitung" gehabt. Am 1. Oktober gewann das Blatt rund 1500 neue Abonnenten. Die„Schwäbische Tagwacht" in Stuttgart erscheint seit Montag, 27. September, wie wir in unserer Nr. 228 meldeten, in ihrem eigenen neuen Heim. Gedruckt wurde sie noch in den alten Räumen. Mit der Nr. 236 vom 11. Oktober repräsentiert sich nun die„Tagwacht“ in neuem Gewande, hergestellt in der neuen Druckerei, Hauptstätterstr. 96. Das Format ist dasselbe, wie das unseres Blattes. Wir wünschen unserem Bruderblatte ferneres Blühen und Gedeihen. Gewerkschaftsbewegung. Die Trierer Eisenbahner„erwachen"! Daß es unter den Mitgliedern des Trierer Eisenbahnarbeiterverbandes gärt und zu tagen beginnt, daß sie erheblich unzufrieden sind mit dem ganzen Gebaren innerhalb des Verbandes, geht aus einem Beschluß hervor, den der„Ortsverein Hannover" zu der Delegiertenversammlung, die in Berlin stattfand, gefaßt hat. Es wurde darin u. a. ausgeführt:... „Warum nur einen Tag: Konnten da nicht gleichzeitig sämtliche Anträge und Wünsche mitberaten werden? Vor allen Dingen müßte den Ortsvereinen vorher mitgeteilt werden, was auf der Delegiertenversammlung beraten werden soll. Wenn nach Berlin fahren und sich gegenseitig die Hand geben und Guten Tag sagen! Da könnten wir unsere sauer verdienten Groschen doch wohl zu nützlicheren Zwecken verwenden. Oder beabsichtigen die Herren vom Zentralvorstand noch andere Sachen eigenmächtig zu verhandeln, vielleicht die Pension unseres früheren Verbandsvorsitzenden usw.? In solchen Sachen haben vor allem die Mitglieder zu entscheiden.... Außerdem verlangen wir, daß in Zukunft der Zentralvorstand so zusammengesetzt wird, daß die Hälfte der Mitglieder aus der Werkstatt und die andere Hälfte aus dem Betriebe genommen werden. Ehe wir das nicht erreicht haben, nützen uns unsere Zentralvorstandssitzungen nichts, weil die Mitglieder des Zentralvorstandes sich über die eingebrachten Anträge und Wünsche der Mitglieder kein klares Bild machen können; folglicherweise können dieselben auch kein Urteil über ihre VerhältWeiter muß dahin gestrebt werden, daß ein jeder Direktionsbezirk ein Zentralvorstandsmitglied stellt, und daß nicht, wie bisher, vier bis fünf in einem Bezirk sind und in anderen Bezirken keiner. es sich nur um die Ergänzungswahl des Zentralvorstandes handelt, dann braucht unseres Erachtens wohl keine Delegiertenversammlung abgehalten werden, da die zu wählenden Kollegen doch vom Zentralvorstand vorgeschlagen werden müssen und den Delegierten meistens unbekannt sind. Tausende von Mark kann man doch nicht bloß dafür ausgeben, daß die Delegierten mal findet, damit die Mitglieder über alles genau informiert werden und ihre Zustimmung dazu geben können, was sie für gut beFerner ist es uns aus den Satzungen bekannt, daß der Verbandskassierer besoldet wird. Werden nun noch mehrere Mitglieder an der Zentralstelle besoldet? Wir möchten doch dringend bitten, daß die Mitglieder ganz genau davon in Kenntnis gesetzt werden, wieviel Personen besoldet werden und was jeder für ein Gehalt bezieht,„eracgungen jeder einzelne Bunit Außerdem muß bei allen Abrechnungen jever einzelne Punkt so klorgestellt werden, daß sich jedes Mitglied genau überzeugen kann, wofur dieses oder jenes Geld ausgegeben ist und wer dasselbe bekommen hat, und daß nicht, wie bisher, einfach„soviel tausend Mark für Agitation und soviel für außergewöhnliche Ausgaben“ geschrieben wird. Wie jeder Ortsverein seine Geschäftsberichte einsendet und nachweisen muß, wofür jeder Groschen ausgegeben ist, und zwar dies laut Satzungen, so verlangen wir dasselbe auch von der Zentralstelle. Und wir glauben, nicht zu viel verlangt zu haben und möchten auch andere Ortsvereine bitten, sich über unsere Darlegung in ihrem Sinne zu eubern........ A.tehereine Sannaper st an. Dieser Beschluß des Orisvereins Hannover zeigr un, vaß die Mitglieder des Trierer Verbandes aufwachen. Sie wollen eine wirkliche Organisation haben und keine Spielerei. Das wird freilich der Trierer Verband nicht schaffen können, denn er wurde ja nur auf den Schein aufgebaut! „Streikbrecher“— ein Lob! Folgender Bescheid eines Hamburger Gerichts wird vom Hamburger„Echo" veröffentlicht: Amtsgericht Hamburg. In Privatklagesachen.... Privatklägers, gegen.... Beschuldigten, beschließt das Amtsgericht durch den Amtsrichter...:„Der Antrag auf Eroffnung des Hauptverfahrens wird abgelehnt; der Kläger trägt die Kosten des Verfahrens. Gründe: Das Wort Streikbrecher ist keine Beleidigung. Es bedeutet einen Arbeitswilligen, einen Menschen, der arbeitet statt zu streiken, das ist kein Vorwurf, sondern ein Lob.“ Hamburg, den.... gez. beglaubigt. Wir teilen zwar nicht den Standpunkt des Hamburger Gerichts, daß die Bezeichnung Streikbrecher ein Lob enthält, eine Ansicht, die aus den Anschauungen der Unternehmer geboren ist. Aber wir stimmen darin allerdings dem Hamburger Gericht zu, daß„Streikbrecher“ keine Beleidigung ist. Denn es konstatiert lediglich die Wahrheit. Wenn diese Wahrheit den„wertvollsten Elementen“ nicht paßt, so geht das die Justiz nichts an. Aus dem Arbeitgeberverband für das Malergewerbe in Rheinland und Westfalen. Da mit Ende dieses Jahres alle Tarife für das Malergewerbe in Rheinland und Westfalen ablaufen und die Gehilfenorganisation bereits für 33 Orte die gestellten Forderungen beim Arbeitgeberverband eingereicht hat, sucht der Arbeitgeververband durch Versprechungen und Drohungen die Lieferanten als Hilfstruppe anzuwerben. Schon bei der Aussperrung im Jahre 1907 bediente man sich der Farb-, Lack=, Tapeten= und Glaslieferanten als Sturmbock gegen die nicht parierenden Malermeister, indem diese die Materiallieferungen einstellten. Diesmal sollen sie aber nicht nur dazu benutzt werden, kein Material an streikende Gehilfen und nicht mitmachende Malermeister zu liefern, sondern sie sollen auch die leere Verbandskasse füllen. Auf dem Verbandstage der Malermeister, welcher am 12. September in Aachen stattfand, erstattete der Geschäftsführer Wenner=Barmen den Geschäftsbericht, woraus hervorgeht, daß die Mitgliederzahl von 1713 auf 1637 zurückgegangen ist. Ebenfalls hat die ausgezahlte Lohnsumme, welche auf 10 Millionen veranschlagt war, nur 8 Millionen betragen. Die Einnahme mit dem vorjahrigen Saldo betrug 10 931,66 Mt., dem eine Ausgabe von 10 821,96 Mk. gegenüberstand. Da aber die obige Summe nicht eingegangen war, sondern 7464,81 Mt. für restierende Beitrage ausstehen, konnte dem Geschäftsführer Wenner das jährlich 5000 Mk. betragende Gehalt nicht ausgezahlt werden. Während der zweijährigen Anstellung hat der Geschäftsführer nur 4000 Mk. statt 10000 Ml. erhalten, so daß er noch 6000 Mk. zu fordern hat, womit er aber warten will, bis die Händler die Kasse gefüllt haben. Zur Gesundung der ganzen Finanzverhältnisse des Verbandes machte Herr Wenner folgenden Vorschlag: „Sie wissen, daß wir schon in den verschiedenen Ortsverbänden von Zeit zu Zeit an unsere Lieferanten herangetreten sind, und zwar hauptsächlich dann, wenn es sich um Lohnbewegungen handelte. Wir haben verlangt, daß sie uns unterstützen und zwar dadurch, daß sie keine Materialien an die Gehilfen während eines Lohnkampfes liefern. In einigen Ortsverbänden ist die Händlerschaft auf den Vorschlag eingegangen, aber ein greifbares Resulrat wurde dadurch nicht erzielt. Wir sind nunmehr erneut an die Händler herangetreten mit dem Gedanken, uns ihre Unterstützung nicht nur im Ernstfalle, sondern bereits in Friedenszeiten zuzusichern. Wir wollen die Mitglieder unseres Verbandes verpflichten, nur bei solchen Händlern zu kaufen, die der Händlerorganisation angehören; dafür wollen wir an die Händler Legitimationskarten ausgeben, wodurch eine Registrierung des Warenumsatzes unserer Mitglieder möglich wird, der uns einen ganz beträchtlichen Prozentsatz an Beiträgen für die Kasse liefert. Ich werde Ihnen nachträglich einen Antrag unterbreiten, der Ihre Zustimmung zu unseremVorschlage gibt, und zwar soll derselbe bereits am 1. Oktober in Kraft treten. Dann kommt es einzig und allein auf Sie an, ob diese Maßregel zu einer unerschöpflichen Quelle von Beitragen für uns Es ist uns einzig und allein nur zur Pflicht gemacht, die Bestellungen, die wir machen, davon abhängig zu machen, daß sie Mitglied des Verbandes werden." Von einem Vertreter wurden Bedenken erhoben gegen die Annahme der Gelder von der Händlerschaft, indem es sich nicht passe, solche Wuchergelder als Beitrag für den Arbeitgeberverband einzuführen. Darauf erwiderte Herr Wenner, daß man sich in diesem Punkte nicht vom Gefühle leiten lassen dürfe,„denn die Hauptsache ist immer der Mammon; im übrigen ist der Ihnen unterbreitete Vorschlag eine durchaus reelle Sache(?), weshalb sollen wir nicht zugreifen?" Dieser, mit dem finanziellen Dalles behaftete Arbeitgeberverband hat die Absicht, die bestehenden Löhne zu kürzen, trotzdem die Finanzreform erhöhte Preise für LebensEigentümlich ist es, daß der offizielle Vertreter des Hauptverbandes seine Kollegen nur deshalb bat, es doch bei den alten Löhnen zu belassen, weil sich sonst die öffentliche Meinung auf die Gehilfenseite werfen wird. Um die Tariftreue zu wahren, beabsichtigt der Arbeitgeberverband einen neuen, mit den jetzigen Löhnen und Arbeitszeit versehenen Tarifvertrag durch eine Aussperrung zu erzwiggen. 9 95. Die Maler und Anstreichergev##fen werden gur tun, viese Absichten der Meister dadurch zuschanden zu machen, daß sie ihre Organisation, den Verband der Maler usw.(Sitz Hamburg) durch Zuführung neuer Mitglieder stärken. Die Parole des Verbandes lautet: Ohne Würdigung der eingereichten Forderung kein Tarifvertrag. Sammlungen für die Schweden strafbar? Wegen Aufforderung zu einer nicht erlaubten Sammlung war der Vorsitzende des Gewerksvereins Augsburg, Arbeitersekretär Genosse Walter, mit einem Strafmandat in Höhe von 10 Mark bedacht Roman aus den Goldfeldern Kaliforniens von Friedrich Gerstäcker. 87— Wildes Gemurmel drohender Stimmen durchlief die Versammlung, als Cook geendigt. Das Bild, das er, wenn auch ganz unabsichtlich, vor ihnen heraufbeschworen, hatte seine Wirkung nicht verfehlt, und Mitleid mit der armen Mutter, Abscheu gegen den feigen Mörder des Sohnes füllte ihre Herzen. In dieser gegen ihn arbeitenden Stimmung erhob sich jetzt der Angeklagte, und wenn sein Antlitz auch noch bleich war und seine Stimme im Anfang zitterte, sammelte er sich bald. Sein Auge belebte sich, und der Gefahr in die Zähne, die ihn hier bedrohte, wies er die Anklage entrüstet von sich ab. Mit kurzen Worten erzählte er, wie er am Macalome gearbeitet, das Leben aber bald überdrüssig geworden wäre. Er sei ein Seemann. auf der See daheim, und habe ehen dorthin zurückgewollt, als ein unglückselig Mißverständnis ihn hier aufgehalten. Das Gold, das er aus dem Erlös seines Zeltes und Werkzeuges= gelöst, habe er allerdings nicht so genau betrachtet, um die einzelnen Stücken zu kennen; je mehr er aber darüber nachdenke, je mehr sei er überzeugt, daß er das fragliche Stück von dem Mann erhalten habe, dem er sein lahmgewordenes Pferd verkauft habe, wenn dieser auch, wie ihm der Sheriff mitgeteilt, die Sache leugne. Uebrigens könne er den Mord nicht verübt haben, da er erst vorgestern abend spät von Macalome aufgebrochen wäre, und das würde er beweisen, wenn man ihm Zeit und Gelegenheit gäbe, die Zeugen dafür zu bringen. Ein junger Deutscher habe das unternommen, sich jedoch wahrscheinlich im Nebel verirrt. Sie dürften aber über keinen Mann richten, dem sie nicht erst volle Gelegenheit geboten hätten, sich zu rechtfertigen, und deshalb verlange er nach Macalome geführt zu werden, um seine Unschuld darzutun..(n..: Kriars Mm.... „Das glaub' dir der Teufel: schrie Briars auf:„daß du uns unterwegs im Dickicht und Nebel durch die Lappen gingst, nicht wahr? Warum nicht lieber die Zeugen in Alt=England bolen?“,„ 4— Sharie, m r3. „Ruhe in der Court!“ rief da der Shetif.„Hrials, Ihr habt kein Wort hier einzureden.“.4., ja m Fe mir 5ch. „Hab' ich nicht?“ höhnte ihn aber dieser,„so wollen wir sehen, wer das letzte Wort hier hat, wir oder die Tintenkleckser. Er sell beweisen, von wem er das Stück Gold hat, und da er das nicht kann, soll er hängen.„„„„„ 674 Ich will verdammt sein: rief Hale und wollte auf den frechen Burschen eindringen, die Würde seines Sheriffamtes hier zu „Halt, Hale!“ rief ihm da der Alcalde zu,„laßt für jetzt den Burschen mit seiner Drohung zufrieden und ruft uns Boyles hierher, um sich gegen die Anklage zu verteidigen.“ „Boyles, o Boyles!“ rief es jetzt von mehreren Stimmen durch die Versammlung,„wo zum Henker steckt er denn, er war doch vorher da? O Boyles!“ Einzelne gingen in die Zeltstraße, nach dem Verlangten zu suchen, und andere wurden nach seinem und Kentons Zelt geschickt, ihn dort aufzutreiben, er war aber nirgends zu finden, und nach etwa einer Viertelstunde kehrten alle unverrichteter Sache wieder zurück. g... Lann uug m asn „Was zum Henker braucht es venn auch Böhns? rief da der sich wieder vordrängende Briars.„Schwört mich als Zeugen ein an seiner Statt, denn ich war dabei, wie ihn Hale nach dem Stück fragte. Er weiß nichts davon und hat es im Leben nicht gesehen. Das sind ja auch alles nur Flausen, die der Bursche wachen will.“„ 1148 Jun### hige „Ich dank Euch, Sir, antwortete aber Hetson ruhig, vem der Aufenthalt erwünscht kam.„Euch können wir für einen anderen nicht zum Zeugen gebrauchen, und bis Boyles nicht geschafft wird, müssen wir die Verhandlung aussetzen. „Ich sollte doch denken,“ sagte da Siftly,„der Sheriff, der mit dem Mann schon gesprochen, würde da am besten für ihn eintreten können. Wir Ameriianer sind einmal fest entschlossen, daß die Sache vorwärts geht, und von uns allen ist wohl nicht einer hier, der Boyles eines Mordes fähig hielte.“ „Ich werde nicht für Boyles eintreten,“ sagte Hale.„Ich habe ihn allerdings gefragt und ihm das Stück gezeigt, und er hat mir gesagt, daß er nichts davon wisse... „Nun, was wollen wir denn mehr?" rief Briars. „Sein ganzes Benehmen dabei gefiel mir aber nicht,“ fuhr Hale ruhig fort,„er schien mir selber nicht so ganz sicher zu sein, und jedenfalls mag er seine Antwort auch hier selber abgeben. Ueberdies habe ich ihm angezeigt, daß er in der Court „Gentlemen of the Jury,“ sagte da Hetson,„die ganze Anklage dieses Mannes, gegen den sonst nicht das geringste Verdächtige vorliegt, beruht auf diesem einen Stück Gold, und gerade der Mann, von dem er glaubt, daß er es erhalten hat, ist trotz erhaltener Vorladung hier nicht anwesend. Ich bin deshalb der Meinung, daß es in der Ordnung sei, die Jury wenigstens so lange zu verschieben, bis er aufgefunden ist. „Und wenn nun Boyles nicht erscheint?“ frug Siftly.„Wenn er vielleicht, an Euer rangweiliges Gericht gar nicht denkend, irgendwo in die Berge gegangen ist, um zu prospektieren?“ „Dann werd' ich den Gefangenen mangelnder Beweise wegen entlassen,“ sagte ruhig der Richter. „Und ist das auch eure Meinung, ihr Männer von Kalifornien?“ schrie da Briars;„sollen wir diese australischen Verbrecher hier mit Pistole und Dolch unter uns herumwirtschaften eid sie unser amerikanisches Blut vergießen lassen, um nachher zuzusehen, wie sie von einem schwachköpfigen Richter freigegeben werden und uns auslachen.“ „Der Bursche ist überführt,“ riefen jetzt auch Siftly und mehrere andere.„Was schiert uns Boyles, mit dem haben wir „Und dann wollen wir auch keine Umstände weiter machen,“ setzte Briars, vorspringend, hinzu.„Wer echtes amerikanisches Blut in den Adern hat, folge mir!“. Und mit den Worten eilte er auf den Gefangenen zu, während Siftly und acht oder zehn andere seines Gelichters um ihn her drängten. „Briars, ich warne Euch!“ schrie Hale.„Ihr greift mir hier ins Amt, und verdammt will ich sein, wenn Ihr dem Mann ein Haar krümmt, ohne meinen Willen!" So sei es, mein Bursche,“ lachte Siftly, der den Gefangenen an der Schulter faßte, ihn emporzureißen. Eine rauhe Hand packte ihn aber an der Brust und warf ihn dermaßen von dort zurück, daß er sich kaum auf den Füßen halten konnte. Hölle und Teufel!“ schrie da der Spieler in voller Wut,„tritt mir das Breigesicht dort wieder in den Weg? Du kommst mir gerade recht, mein Bursche," und mit den Worten riß er den Revolver aus der Tasche. Ehe er ihn aber nur spannen oder richten konnte, hatte ihn Lanzot unterlaufen und faßte ihn an der Kehle, während einer der Geschworenen zugesprungen war, die in solcher Menge zu gefährliche Schußwaffe unschadlich zu machen. Nicht so harmlos lief der ebenso rasch geführte Kampf zwischen Hale und Briars ab, denn als der Sheriff neben Lanzot vor den Gefangenen sprang, stieß der fast rasende Bursche mit dem scharfen, ausgezackten und mit Messing beschlagenen Kolben seiner Büchse gerade nach des Sheriffs Gesicht, und traf er es ordentlich, hätte er es zerschmettert. Hale behielt auch kaum Zeit, den Kopf zu drehen, und selbst da noch riß ihm die untere Kante den Backen auf. Hale war aber mit seinem Revolver ichneller als Siftly, und ehe Briars den Stoß wiederholen kennte, warf ihn der gerade in sein Antlitz gejeuerte Schuß in seinen Fährten tot zu Boden. Merkwürdig ruhig hatten sich bei diesem ganzen kcampfe, dessen Dauer kaum nach Sekunden zählte, die frisch eingetroffenen Amerikaner benommen. Keiner von ihnen redete auch nur ein Wort hinein und hob eine Hand, so lange der Wortstreit dauerte. Kaum aber hatte der wilde Briars seinen Angriff gemacht und Siftly die Wafse gezogen, als sie fast sämtlich ihre Büchsen in die Höhe warfen und über Briars' Leiche weg vor den Gefangenen und den verwundeten Sheriff traten. Ein alter Mann von kleinem aber zähem Körperbau, mit schneeweißen, langen, flatternden Haaren, in ledernes Jagdhemd, Leggins und Mocassins gekleidet, schien der Anführer von diesen zu sein, wenigstens die meiste Autorität zu besitzen, und war unter dem Namen des„kleinen Teufels“ auch rings in den Minen gut genug bekannt....„ 166 „Seid ihr Amerikaner?“ schrie der aver jepzt die Raufbolde wütend an, indem er seine lange Büchse in Anschlag hob und die Mündung gerade gegen die Burschen gerichtet hielt.„Pfui, über euch Gesindel, und Gott soll mich strafen, wenn ich nicht worden. Walter hatte die Veröffentlichung des Aufrufes der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands zur Unter„a der streitenden schwedschen Arbeiter in dem dortigen artelolatt direkt bewirkt und sich bereit erklärt, eingehende #ider weiter, zu befördern. Wahrend die Holizei in ganz Bayern in diesem Aufrufe durchaus nichts Strafvares erbliate, fand es die Polizei Augsburgs notwendig, dagegen einzuschreiten. Gegen diesen Strafbefehl legte Genosse Walter Einspruch ein und beantragte richterliche Entscheidung. Bei der Verhandlung, die am Donnerstag stattfand, beantragte der Amtsanwalt zur Herbeiführung einer prinzipiellen Entscheidung die Verurteilung des Angeklagten. Dieser machte geltend, daß der Aufruf keineswegs den Charakter einer öffentlichen Sammlung trug, vielmehr nur an di Arbeiter ee schloß. Es erkannte an, daß eine Sammlung für einen uner aoten Zweck nicht vorliege, omit sei die Sammlung innerhalb des Vereins gestattet. Daß der Aufruf nur an die im Gewerkschaftsverein zusammengeschlossenen organisierten Arbeiter gerichtet war, nicht auch an christliche, gelbe oder Hirsch=Dunckerisch Organisierte, schloß das Gericht aus dem Umstand, daß die Veröffentlichung des Aufrufes nur in der„Schwabischen Volksztg., dem Publikationsorgan der freien Gewerkschaften, erfolgt war. Almosen für die Gelben. Der nationale Arbeiterverein bei Krupp zahlt nach einer Bekanntmachung für jedes Mitglied 75 Mark Sterbegeld, für die Ehefrau 50 Mark. Mitglieder, die 3 Monate im Verein sind, bekommen bei militärischen Uebungen pro Tag 1 Mark, höchstens jedoch 12 Mark. Die Krankenhilfsheiten infolge Unfalls. Es ist selbstredend ausgeschlossen, daß aus den Beiträgen diese Leistungen bestritten werden können, angeblich versicherungstechnisch undurchführbar seien, sich auf solche Experimente einläßt. Von d ssiche Eartr..*###t. Von den zirka 18000 noch unorganisierten nerten Kruppschen arbeitern sollen bis jetzt 1700 der gelven Organisation beigetreten sein. Dabei handelt es sich überwiegend um ungelernte Arbeiter. Die Breslauer Leder=Handschuhmacher sind in den Streik getreten. Ihre Forderungen lauten auf eine Lohnerhöhung von 2 Pfg. pro Stuck, während die Fabrikanten nur 1 Pfg. Zulage pro Stuck gewähren wollten. Die Lage der Handschuhmacher hat sich in den letzten Jahren außerordentlich verschlechtert. Schon lange ist die Zeit dahin, wo man von ihnen als den relativ am besten gestellten Arbeitern sprechen konnte. Das geringe Angebot der Fabrikanten war deshalb unannehmbar. Zum Kampf der Holzarbeiter in Südwest=Deutschland. Wir haben bereits berichtet, daß die Unternehmer in Pforzheim das Joch des Arbeitgeberverbandes mit einem kurzen Ruck abgeworfen und sich mit den Arbeitern verständigt haben. Der Erfolg des Holzarbeiterverbandes und die Bedeutung dieses Vorganges wird nun erst recht klar, wenn man die Nebenumstände in Betracht zieht. Schon vor einigen Wochen fanden Verhandlungen in Pforzheim statt, die eine Einigung erwarten ließen. Es war um die Zeit, als der Südwestdeutsche Arbeitgeberverband plötzlich mit der Forderung kam, daß der Holzarbeiterverband einen Vertrag für Frankfurt anerkennen sollte. Als der Holzarbeiterverband wissen wollte, wie denn der Frankfurter Vertrag aussieht, schrieb der Südwestdeutsche Arbeitgeberverband an den Holzarbeiterverband:„Die Verhandlungen über einen Vertragsabschluß in Pforzheim werden von uns so lange inhibiert, bis der Vertrag für Frankfurt seitens des Holzarbeiterverbandes anerkannt ist. Die Unternehmer in Pforzheim ließen sich dann tatsächlich auch verleiten, den Anweisungen des Arbeitgeberverbandes Folge zu leisten. Jetzt haben sie eingesehen, daß das ein Fehler war und haben die Einigung mit ihren Arbeitern dem weiteren, für sie aussichtslosen Kampfe vorgezogen. Bemerkenswert ist noch, daß jetzt nur noch 10 Holzarbeiter sich im Kampfe befinden. Alle Geschäfte mit Ausnahme einiger Innungsmeister mit je einem Arbeiter, mit denen noch verhandelt wird, haben die Bedingungen unterschriftlich anerkannt. Bei den Pforzheimer Tischlermeistern sind rund 200 Arbeiter beschäftigt. Auch der Obermeister der Innung und Vorsitzender der Ortsgruppe des Arbeitgeberverbandes hat die Forderungen anerkannt, seine Posten niedergelegt und seinen Austritt aus dem Arbeitgeberverbande er40 klart. In Ludwigshafen, wo die meisten Unternehmer die der Arbeit Forderungen der Er###nlgever anertannt und mit dem Holzarveiterrbande Sonderver verbande Eeneerrertrage abgeschlossen haben, ist ein lustiger Zeitungskrieg entorannt. Im Ludwigshafener„Generalanzeiger“ veröffentlichte die Schreiner= und Glaserinnung ein Inserat, in dem von 14 Meistern, die die Forderungen bewilligt haben, 6 mit Namen gekannt werden und der Kundschaft mitgeteilt wird, oaß diese die Forderungen der Arbeiter anerkannt haben. Dem wird hinzugefügt:„Wir dürfen wohl von dem Billigkeitssinn unserer Kundschaft erwarten, daß sie diejenigen Kollegen, welche sich derartiges Verhalten zuschulden kommen assen, nicht durch Uebertragung von Arbeiten unterstützen.“ Die sechs genannten Meister ließen sich diese Verrufserklärung aber nicht stillschweigend gefallen, sondern antworteten mit einem Inserat, in dem sie erklarten, daß sie ihren Kollegen nicht in den Rücken fallen, sondern einen bisher gemachten Fehler gutmachen wollten, auch im Interesse der Kundschaft, die in ungerechter Weise durch diesen Streik geschädigt wurde. Weitere Aufklärungen über die Ursache des Streiks wollen sie im Interesse der Unternehmer vorerst unterlassen. Auf die Jortsetzung der Auseinandersetzung darf man gespannt sein. Die Unternehmer, insbesondere die Frankfurter, machten verzweifelte Anstrengungen, Arbeitswillige heranzuziehen. In Ludwigshafen hat sich unter einem„Sekretär“ Hilbig eine „gelbe Organisation“ gebildet. Dieser Herr begleitet die wenigen Arbeitswilligen, die bei der Firma Fasig=Ludwigshafen arbeiten, jeden Abend per Rad, wobei er wiederholt die Streikenden mit dem Revolver bedrohte, ohne von der Polizei behelligt zu werden. Das Hotel„Hessischer Hof"=Mannheim war von der Firma Schneider u. Hanau=Frankfurt als Streikbrecherquartier in Anspruch genommen, um drei„teure“ Elemente unter Obdach zu bringen. Die anderen Hotelgäste sind, nachdem sie unterrichtet waren, dann ausgezogen, worauf der Wirt mit der Gesellschaft aufräumte. Sie wurden dann unter einem Aufgebot von zwanzig Schutzleuten und tausender Neugieriger zum Bahnhof transportiert, um in die Heimat expediert zu werden. Ob die von Herrn Dr. Müller, Gewerberichter in Frankfurt, versuchte Vermittelung Erfolg haben wird, läßt sich heute noch nicht sagen. Mit einer großen Anzahl Frankfurter Tischlermeister ist seitens des Holzarbeiterverbandes ein Abkommen dahin getroffen, daß die Meister nicht aussperren, und der Verband sich verpflichtet, während der Aussperrung die Betriebe nicht leer zu machen. Die Betriebe, die sich nicht an der Aussperrung beteiligen, vergrößern sich zusehends. Unternehmer, die früher 20 Mann beschäftigten, haben heute vierzig und mehr Arbeiter... Ieam e. 6 Sonnabend hat die Schreiner=Zwangsinnung in Frankfurt ihre Beschlüsse durchgeführt und mit der Aussperrung ernst gemacht. Nach den gewaltigen Anstrengungen der letzten Wochen kennte erwartet werden, daß wenigstens 100 Mann aussperren würden. Es haben aber nur insgesamt 7 Meister 22 Mann ausgesperrt und 2 Meister mit 6 Arbeitern haben diesen gekündigt. Das ist für die Scharfmacher eine fürchterliche Blamage, die nicht übertroffen werden konnte. Ausgesperrt wurden bisher in Frankfurt 294 Arbeiter, davon allein rund 100 der Firma Schneider u. Hanau. Rund 100 Arbeiter sind abgereist und anderweitig untergebracht. Aus dem Mansfelder Streikrevier. Die Arbeiterausschüsse von„Niewomd" und„Eduard“ waren Sonnabend zur Verhandlung vorgeladen. Außer den Herren Vogelsang(Generaldirektor) und Weißleder(Abteilungsdirektor) nahmen noch vom Oberbergamt Halle die Herren Geheimrat Kardt, Dr. Benno und Bergrat Schmielau an den Verhandlungen teil. Herr Vogelsang erklärte, daß die Streikenden wieder anfahren könnten, nicht aber die Gekündigten, hier müsse er sich eine Auslese vorbehalten. Am selben Tage wurde der Verbandsvorsitzende Sachse und das Kommissionsmitglied Harle beim Oberbürgermeister Dittrich in Leipzig, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Mansfelder Gewerkschaft, vorstellig. Herr Dittrich erklärte den Vertretern der Bergleute, daß er sie nicht als Vorsitzender des Aufsichtsrats, sondern als Privatmann empfange. Nach längerer Aussprache erklärte Herr Dittrich, das er eine Aussprache über den Streik mit der Direktion herbeiführen wolle, und dann das Ergebnis der Aussprache der Streikleitung bis Dienstag, 12. Oktober, mitteilen wolle.„ Die Mansfelder Gewerkschaft macht verzweifelte Anstrengungen, um die Ausständigen wieder an die Arbeit zu bringen. Die Verwaltung versucht durch einen Anschlag auf den Werken und durch eine Veröffentlichung in bürgerlichen Zeitungen ihr Verhalten zu rechtfertigen, um die Arbeiter einzuschüchtern. Sie verweist darauf, daß die Streikenden alle Wohltaten, die die Gewerkschaft ihren Arbeitern zukommen läßt, einbüßen werden, daß aber auch alle Arbeiter, die ohne genügende Entschuldigung drei Tage der Arbeit fernbleiben, ihre Knappschaftsrechte verlieren. Dieses ist nur ein Schreckschuß. Nach § 16 des Statuts der Knappschaftspensionskasse kann der, der die Bergarbeit aufgibt, seine erworbenen Pensionsrechte durch Zahlung einer Anerkennungsgebühr im Betrage von 1 Mark monatlich erhalten. Die Verwaltung kann diese Bestimmungen des Knappschaftsstatutes während eines Streiks nicht außer Recht setzen.„„„ 6. In Hettstedt fand Sonntag eine Riesenversammiung statt, die durch den Massenbesuch gleichsam als Demonstration galt. Ueber 4000 Personen nahmen an der Versammlung teil. Sachse berichtete über den Stand des Streiks und über die stattgefundenen Verhandlungen. Im Verlaufe der Versammlung wurde den Belegschaftsmitgliedexn von„Zir..—— lung wurde den Belegschaftsmitgliedexn„von„Zirkel",„Paul“ und„Gluckhilfsschacht“ die Frage zur dostimmung vorgelegt, ov den Belegschaften der drei genanten Schächte der Streit ebenfalls freigegeben werden solle. Unter brausendem Beifall der Versammelten wurde dieser Antrag einstimmig angenommen. Obgleich auf dem„Zirkel=Schacht" noch nicht gestreikt wurde, sind dort doch schon seit einigen Tagen mehrere Gendarmen stationiert, die auf strenge Ordnung halten. Als Sonnabend auf dem Zechenplatze ein Bergarbeiter zu seinem Kollegen sagte: Heute fahren wir nicht an, es wird gestreikt, packte iyn ein Gendarm am Kragen und schleppte ihn zum Obersteiger, wo er gerüffelt wurde und seine Papiere erhielt. Ist der Gendarm nach dort beordert, um den Büttel für die Gewerkschaft zu machen? Es wäre besser, wenn solche Beamte nicht ins Streikrevier beordert würden. g Montag werden sich etwa 5000 Mann im Streik befinden. Der Kampf wird also weitergeführt. Genossenschaftsbewegung. Der Konsumverein Gera=Debschwitz als Preisregulator im Kohlenhandel. Was eine große Konsumentenorganisation im preisregulierender Hinsicht zu leisten imstande ist, dafür legt die Einwirkung des Konsumvereins Gera=Debschwitz auf die Preisgestaltung im Kohlenhandel glänzendes Zeugnis, ab. Um nicht von der Preisvereinigung mitteldeutscher Brauntohlenwerke abhängig zu sein und die von dieser diktierten hohen Preise behängig zu sein und die von dieser diktiert. Leise zahlen zu mussen, trat der Konsumverein aus der Vereinigung aus und machte einen Abschluß mit einem ringfreien Werk. **„=her in der lage die rrketts miliger aus und machte einen Abschluß.„.: 9# Einign Der Konsumberein war däher in der Lage, die Orllens diniger verkaufen zu können, wie jede Konkurrenz. Die Folge davon war, daß sich der Absatz der der hiesigen Brikettverkaufsvereinigung angehörenden Handler erheblich verminderte und die letzteren bei der Preisvereinigung der Werke vorstellig wurden. Diese hat sich daraufhin veranlaßt gesehen, nicht nur für 1. September keine Erhöhung eintreten zu lassen, sondern auch die Erhöhung vom 1. Juli wieder aufzuheben und außerdem noch einen Nachlaß von 4 Mk. pro Doppelwaggon zu gewäl stände bedingen eine Ermäßigung von 14 Mk. für 200 Zentner oder 7 Pfg. für den Zentner, die nicht eingetreten wäre, wenn der Konsumverein nicht ringfreie Ware geführt hätte. Der Konsumverein hat also nicht nur im Interesse seiner Mitglieder, sondern auch sämtlicher Konsumenten gewirkt, also der Allgemeinheit einen großen wirtschaftlichen Vorteil geschaffen. Daß die Werke billiger liefern können, bewies schon der Umstand, daß die Briketts derselben Gruben in Böhmen billiger verkauft wurden als im Inlande. Aus diesem Beispiel mögen die Konsumenten ersehen, welche bedeutsame gemeinnützige Einrichtung der Konsumverein ist. Der Fall zeigt, daß die Konsumvereins nicht nur in der Erzielung hoher„Dividende“ Vom Lotteriewesen im Geschäftsleben. Wie weit der Begriff „Unerlaubte Veranstaltung einer Lotterie“ geht, hat das Reichsgericht neuerdings unter Hinweis auf ein früheres Urteil(1901) klar ausgesprochen. Ein Prokurist hatte 300 Pakete Kaffee ins Schaufenster gestellt, von denen drei je einen Fünfmarkschein enthielten, und in der Zeitung zum Kauf des Kassees aufgefordert. Dies genügte dem Reichsgericht zu seiner Verurteilung. Die öffentliche Lotterie ergibt sich daraus, daß in jedem Käufer die Hoffnung geweckt wurde, mit dem Paket(für 98 Pfg. oder 1,27 Mk.) einen Fünfmarkschein zu erwerben. Der Preis der „Glückspakete" war zwar nicht höher als der der übrigen, weil aber viele Leute nur durch einen Extravorteil zum Kauf um den Handelspreis bestimmt werden und der Verkäufer auch damit rechnet bildet der Kaufpreis des Pakets nicht bloß den Handelspreis, sondern in ihm ist auch ein„Einsatz" begriffen, wenn dieser schon nicht in Zahlen festzulegen ist. Der Kaufer drückt die Tatsache, daß er einen Einsatz wagen will, in der Hoffnung, eines der„Glückspakete“ zu erhalten, ohne weiteres dadurch aus, daß er eines der Pakete überhaupt kauft.... Sumem 6et Das Großherzoglich Hessische Ministerium des Jnnern hut jetzt in einem Erlaß an die Kreisämter der Meinung Ausdruck gegeben, daß aus den gleichen Erwägungen heraus anzunehmen sei, daß die Prämienverlosungen der Rabattsparvereine gleichfalls als genehmigungspflichtige Lotterien anzusehen sind, wenn auch die Teilnehmer nur die ublichen Preise zahlen, sofern diese Vereine den Kunden ihrer Mitglieder(Ladeninhaber) bei einer gewissen Leistung einen Glücksgewinn in Aussicht stellen. Bei der Unterschiedlichkeit des Verfahrens der verschiedenen Vereine sind allerdings die Besonderheiten des einzelnen Falles zu berücksichtigen. Zum Beispiel wird keine Lotterie vorliegen, wenn es die Umstände klarmachen, daß der Käufer kein Recht auf einen Extragewinn hat, sondern die Prämienauslosung auch vom Verein unterlassen werden kann. Auf der anderen Seite ist es ohne dem ersten, der wieder die Hand aufhebt, die Sonne so richtig durch sein Hirn scheinen lasse, wie ich das alte Schießeisen hier in der Hand halte. H bung nich „Laß mich los!“ schrie Siftty, die Drohung nicht hörend oder nicht beachtend,„sein Herzblut muß ich haben!“ „Hinter ihm weg da!“ rief aber jetzt der Sheriff, der, ebenfalls sereizt, mit gespanntem Revolver vor und Siftly gegenüber sprang.„Einen Schritt vorwärts, mein Junge, und du kannst dich mit dem da begraben lassen. „Feige Hunde!“ tobte der Spieler, ganz außer sich.„Alle über einen, um eine Bande von Fremden zu schutzen. Ist denn lein Mann unter euch, der es wagt, sich mir zu stellen?“ „Hier nicht, verdammt will ich sein, wenn hier in der Court noch einer eine Hand aufhebt!“ „Wenn Ihr einen Wunsch habt, Sir,“ sagte da Lanzot kalt,„so stehe ich Euch morgen früh mit Vergnugen zu Diensten. abe schon einmal vergebens auf Euch gewartet. Ich „Gut, beim Teufel, ich nehme dich beim Wort, mein Bursche,“ jubelte aber Siftly,„dort drüben am Hügel morgen früh sieben Lanzot neigte sich kalt gegen ihn, als klappernde Hufschläge die Straße niedertönten.„„„„ Mohe „Nolten, bei Gott!“ rief der Syeriff, als aus dem Nevei die Gestalten dreier Männer auftauchten, die quer durch die Zelte herübersprengten,„Nolten und Beckdorf“.„„ „Zu spät?“ schrie der alte Mann erschreat, als er die Leiche vor sich auf dem Boden liegen sah.. 9766 Mesten„V. „Wenn Ihr dem Lump da helfen woutet, Kollen, auerdings, lachte der greise Jäger,„aber für den Gefangenen nicht. Kommt Ihr als Zeuge für oder gegen ihn." 8 6 „Für ihn, Mac Kinney, für ihn.“ rief da der alle Nollen, indem er von seinem Pferde sprang und es frei laufen ließ,„und wie ich sehe, Gott sei Dank zur rechten Zeit.“ „Robins!“ rief aber auch Golway jetzt jubelnd aus, als er den Mann erkannte, der den alten Nolten begleitete,„das ist freundlich von Euch, daß Ihr mich nicht im Stiche gelassen habt.“ „Im Stiche gelassen?“ rief der junge Amerikaner, indem er aus dem Sattel und auf den Gefangenen zusprang, ihm die Hand zu schütteln. Da sah er die Bande, die ihn gefesselt hielten, und ohne weiteres sein Messer aus der Scheide reißend, schnitt „Landsleutel“ rief er dabei, sich gegen die ihn jetzt ordnungses umdrängenden Amerikaner wendend. den Mann hier habt los ambrunggnt.„„Mann hier Hurt Ihr eines Mordes beschuldigt, und einen wackereren Burschen tragt die Erde nicht. Mich hat er gepflegt, wie ich kran wunde wie einen Bruder, und daß er Macalome nicht, auch wurde, wie einen Bruder, und daß er Macalome nicht, auch keine Viertelstunde, verlassen hat, bis vorgestern abend, wo wir beide uns trennten, kann ich mit heiligem Eide besch soren. „Wenn Ihr noch einen anderen Zeugen haben ggstzzg, ich hier, sagte der alte Rolten,„und baß 19h rgzgle gei sich dachte, dafür war' ich hier bekannt genug, Potpzeffen Hlut hoch gehabt, das dem Ermordeten gehört, so klebt dessen Ein# wahrlich nicht an seinen Handen. „So?“ rief Hale.„Dann bleibt uns jetzt weiter nichts übrig, als diesen Mr. Boyles irgendwo aufzuspüren, denn ich habe eine Ahnung, daß wir durch den auf eine andere Fährte kommen. Hurra, Jungens, hat noch einer von euch etwas dakommen L„„„** wider, daß wir den Englander unberastigt zieren lassen? Na, wo zum Teufel ist denn die Juro?“. 4., Leute: jitd „O, eben beim Teufel, Hale!" lachte einer der T#le,„is# denn „O. eben beim Teufel, Hale: lachte em... in die Burschen eine Ordnung hineinzubringen: Hetson war vielleicht der einzige von allen Anwesenden, der an dem voraufgegangenen Aufruhr keinen Anteil genommen, ja sich nicht gerührt hatte. Nur seine Hand faßte die Schußwaffe, den gefährlichen Revolver, den er so gut wie alle anderen trug; aber er schien erst den Moment zu erwarten, in dem er selber einschreiten wollte, und als die fremden Amerikaner dazwischen sprangen und den Gefangenen schützten, ließ auch seine Hand die Waffe wieder los. Jetzt kam er langsam von seinem Sitze nieder, und zu Golway tretend, dessen Arm er faßte, sagte er mit fester, aber bewegter Stimme:„Sir, Sie sind frei, und so leid es mir tut, daß Sie solch ein Unfall hier betroffen, so freue ich mich doch jetzt, Ihnen volle Sicherheit versprechen zu können, so lange Sie hier bei uns „(Fortsetzung folgt.) bleiben wollen. England und Reise=Plaudereien von Ad. Th. XV. Noch einiges aus und über London. Der Zar wollte eben nach England kommen. Da fand auf dem Trafalgar=Square, es war am letzten Julisonntag, abends eine Massen=Protestversammlung statt, die von unseren Parteigenossen einberufen war. Zehntausende erschienen auf dem weiten Platze, der vor dem Parlamentsgebäude und dem Westminster sich erstreckt. Kair Hardie, Quelch und Macdonald sprachen. Was und wie? Nun, bei mäßiger Schätzung hätte nach deutschem Maß und Gewicht jeder mindestens drei Jahre Gefängnis verdient, Quelch vielleicht vier. An die Besucher wurde eine Nummer der Justice, unseres Londoner Parteiblattes, verteilt, die neben einem Artikel— unter Brüdern vier Jahre wert— ein Bild enthielt, auf dem Nikolaus, an allen Gliedern bebend, vor einer Bombe zurückprallt, die zu seinen Füßen platzen will. Die Polizei hörte zwar die„Halunken“,„Massenmörder",„Erzverbrecher" und„Bluthunde“, mit denen Nikolaus von den Rednern bedacht wurde, ruhig mit an; aber die Justice wurde konfisziert. Unsere Fraktion im Unterhouse interpellierte anderen Tags darüber den Minister. Am Mittwoch erklärte dieser in der Parlamentssitzung, nicht der Artikel, den man schön oder nicht schön finden könne, sei der Anlaß zur Beschlagnahme gewesen, sondern das Bild, das einen exaltierten Kopf zu einem Attentate anreizen könne. Das müsse verhindert werden, da der Zar nun einmal Englands Gast sei und das Gastrecht allen Briten als unverletzlich gelte. Damit war die Sache abgetan. Einen Prozeß gab es nicht. Und als die Justice in der nächsten Nummer, sie erscheint alle acht Tage nur einmal, dasselbe Bild wieder brachte, hat kein Hahn danach Ich wohnte dieser Parlamentssitzung bei und traute meinen Augen nicht, als ich sah, daß ein Abgeordneter auf der untersten Bankreihe — die Sitze bilden nicht, wie im Reichstage, ein Halbrund, sondern steigen links und rechts in parallelen Reihen amphitheatralisch auf — seine beiden Beine gemächlich auf den„Tisch des Houses“ legte, während sein Rücken an der Lehne der Sitzbank ruhte. Er vertiefte sich, während ihm gegenüber der Premierminister Asquith sprach, in eine der tischblattgroßen Londener Zeitungen, aus der nur der Zylinder, den er aufbehalten hatte, hervorlugte, so daß man von der ganzen Gestalt nur die auf den Tisch geschobenen Beine, den schwarzen Zylinder und den an die Banklehne gepreßten Rücken sah. Alle Tore, die ins Parlamentsgebäude führen, sind von nachmittags an bis in die späte Nacht, bis zum Schluß der Sitzung von Suffragetts belagert, von bürgerlichen Frauenrechtlerinnen, die das Stimmrecht für die Frauen(votes of women) erzwingen wollen. Sobald ein Minister sich blicken läßt, bombardieren sie ihn mit Flugblättern und Worten. Einige hatten den Spaß zu weit getrieben und saßen eben in jenen Tagen im Frauengefängnis im Stadteil Holloway im mittleren Norden Londons. Von dem Wagengewirre auf den Hauptstraßen der inneren Stadt kann sich nur der eine Vorstellung machen, der es gesehen hat. Wie diese Zehntausende von Motorwagen, Lastfuhrwerken, Handkarren, Equipagen, Reklamewagen usw. sich an=, neben= und vorbeischieben, ohne daß es jeden Augenblick zu einem Kladderadatsch kommt, ist allen ein Rätsel, die nicht die verwegene Geschicklichkeit der Londener Kutscher, Chauffeure und Wagenführer kennen. In Cheapside, der Hauptstraße der innersten City, ist es ab und zu einfach unmöglich, den Straßendamm zu überschreiten; nur die Zeitungssungen winden sich auch da noch durch, ohne gerädert zu werden. Doch ein einziger Wink, den der Policeman wortlos mit der hochgehobenen Hand giht, gegügt, auf einen Ruck das wirre Treiben zum ist der Communistische Workman Club in der Charlotte Street. Dem Klub gehören etwa 700 Mitglieder an. Im Erdgeschoß ist das Restaurant, in dem es billige Speisen und billiges echt bayerisches Bier gibt(DreizehntelLiter für 34 Pfg.). Auch ein kleiner Saal für etwa 250 Personen ist da. In den oberen Stockwerken befinden sich der Lesesaal und kleinere Gewerkschaftszimmer. Der Geschäftsführer, Genosse Diettrich, ist zwar klug, umsichtig und geschäftstüchtig; aber auch er vermag das Unternehmen nur eben so zu halten. Das Defizit hat er allerdings beseitigt; doch ein recht frischer Zug will nicht hereinkommen. Jeder hat zuviel mit sich zu tun. Deutsche Babiergehilfen, Schneider und Kellner sind im Uebermaß vorhanden, und wer arbeitslos wird, mag sehen, wo er bleibt. Gar mancher Deutsche hat sich in London in die Höhe zu schieben vermocht; jedoch viel mehr noch sind verloren gegangen oder schlängeln sich nur eben so an der Hungerkante vorbei. Die alten Genossen halten fest an ihrem Klub, auch der alte Reckow, einer der Ausgewiesenen Wie Karl Marx auf dem Highgate Hill, draußen im Norden der Bedeutung, wenn der Käufe zu können, formell„Mitgl Verbindung dieser Mitglied ung der Latterie ü gung der Totterie überflüssi Snonstrir, Ja Erhöhung des Bankdisk heutigen Sitzung des Zent nach etwa einstundiger Be Reichsbank von 4 auf 5 P 5 Prozent auf 6 Prozent Vom Zwischengewinn kannte Borsenschriftsteller seiner Börsenkritik der„M v.% u. a.: „Die Aktien der Terrain Bankfirma Samuel Zieler zum ersten Male notiert! sionen, deren Zulassung au die Zulassungsstelle dem 2 ihn im Jahre 1906 nicht p Geheimnis bleiben. 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Ki Das Geheimnis der des inzwischen in Kraft hatte die Regierung der! fuhr nach Amerika beteil ihrer Produktionskosten er wurden die verlangten: weigert, daß eine Beantwo gabe ihrer Geschäftsgehein bat die amerikanische Reg Amte offizielle Informat# tionskosten derjenigen Art in Frage kamen. Das A langen, es übermittelte Material, das sie sich dur verschaffte. Ein solches die Regierung jedes ande wenn sie von deutscher Sei Weise behandeln. Aber d der amerikanischen Regie sie erhoben gegen das Aus deutscher Geschäftsgeheim: wärtige Amt antwortete Industrielle dem Finanzk fach irrtümliche Angaben und insbesondere über d Kosten wären erheblich z land hätte daher ein Inter zu stellen. Es wäre doch die Industriellen heute n Tarifsätze niedriger ausg des deutschen Auswärtige Amerikanern mußte im Auskünfte, zu der die I fassung gestarkt werden,d anlassung haben, über di Exportindustrien möglich glauben einzelne Kreise z Stadt, begraben liegt, son Er zählt jetzt 86 Jahre, Tochter pflegen ihn. 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V Die deutsche Grenze war ein Mann aus meinem Ki die Tür schließen wollte, teil einer Sekunde verzög der Fahrgast seinen gehö wieder in Deutschland! 7 Deutschland noch recht la lichen Regierungen und Frommen. In Ewigkeit. ammlung teil. s und über die der VersammZirkel",„Paul“ ig vorgelegt, ob er Streit ebenem Beifall der ingenommen. gestreikt wurde, ere Gendarmen Als Sonnabend Kollegen sagte: te ihn ein Geneiger, wo er geGendarm nach aft zu machen? Streikrevier beStreik befinden. ung. eisregulator im organisation im st, dafür legt die auf die Preisab. Um nicht ikohlenwerke abohen Preise beder Vereinigung ingfreien Werk. Briketts billiger folge davon war, vereinigung andie letzteren bei den. Diese hat r 1. September ch die Erhöhung loch einen NachAlle diese Umfür 200 Zentner sten wäre, wenn ort hätte. Der iner Mitglieder, also der Allgegeschaffen. 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Vom Zwischengewinn der Terraingesellschaften. Der bekannte Borsenschriftsteller Bruno Buchwald schreibt in seiner Börsenkritik der„Welt am Montag vom 6. September d. J. u. a.: „Die Aktien der Terraingesellschaft Müllerstraße, die von der Bankfirma Samuel Zielenziger eingeführt werden und heute zum ersten Male notiert werden sollen, gehören zu den Emissionen, deren Zulassung außerordentlich zu bedauern ist. Warum die Zulassungsstelle dem Antrag stattgegeben hat, während sie ihn im Jahre 1906 nicht passieren ließ, das wird wohl ewig ihr Geheimnis bleiben. Denn die Zulassungsstelle hat damals in der Hauptsache den Aktien deshalb die Börsennotierung unterbinden wollen, weil der Zwischengewinn bei dem Uebergang der Terrains an die Aktiengesellschaft zu hoch gewesen ist. Auch hieß es seinerzeit, die Borsenbehorde vertrete den Standpunkt, daß der Illationspreis an und für sich den wirklichen Wert der Grundstücke übertreffe. Seitdem ist doch aber der Zwischengewinn genau derselbe geblieben, so daß nicht verständlich ist, warum die Aktien jetzt plötzlich börsenfähig sein sollen.... Die Zulassungsstelle glaubte offenbar ihrer Pflicht zu genügen, wenn sie darauf bedacht war, daß in dem Prospekt mit möglichst großer Ausführlichkeit die Angaben gemacht werden, die zur Beurteilung der Emission notwendig sind. Mag nun dieser Standpunkt berechtigt sein oder nicht; in der Praxis wird jedenfalls ein nur geringer Teil der Erwerber sich den Prospekt so genau ansehen, um sich ein Urteil bilden zu können. Freilich muß man zugeben, daß die Zula engsstelle die Veröffentlichung sehr eingehender Details geforder hat, beoor sie ihre Genehmigung erteilte. Denn der Prospekt ist geradezu eine Selbstanklage der Emittenten. Terrains, die zu einem Preise von 2,97 Millionen Mark erworben wurden, gelangen nach sechs Monaten zur Inferierung in Höhe von 4,06 Millionen Mark, ohne daß eine Werterhöhung in dieser Zeit irgendwelche Berechtigung gehabt hätte! Für die früher aufgestellte Behauptung, daß die Terrains von den Vorbesitzern überaus billig erworben worden sind, hat die Firma Samuel Zielenziger nicht den mindesten Beweis erbracht!“ Wenn nun nicht diese plötzlich„geschaffenen“ 4,06 Millionen, sondern etwa nur 80 oder 90 Prozent davon bar hereingebracht werden— dann beweisen ehrliche, aber ahnungslose Professoren „wissenschaftlich“, daß die armen Terrainspekulanten mit Verlust arbeiten! Ki Das Geheimnis der Produktionskosten. Zur Vorbereitung des inzwischen in Kraft getretenen amerikanischen Tarifgesetzes hatte die Regierung der Vereinigten Staaten die an der Ausfuhr nach Amerika beteiligte deutsche Industrie um Angaben ihrer Produktionskosten ersucht. Von den deutschen Fabrikanten wurden die verlangten Auskünfte mit der Begründung verweigert, daß eine Beantwortung der gestellten Fragen die Preisgabe ihrer Geschäftsgeheimnisse bedeuten würde. Nunmehr ervat die amerikanische Regierung von dem deutschen auswärtigen Amte offizielle Informationen über Löhne und andere Produktionskosten derjenigen Artikel, die für den amerikanischen Tarif in Frage kamen. Das Auswärtige Amt entsprach diesem Verlangen, es übermittelte der amerikanischen Regierung einiges aterial, das sie sich durch Vermittlung von Handelskammern verschaffte. Ein solches Verhalten war durchaus einwandfrei, die Regierung jedes anderen Landes würde derartige Wünsche, wenn sie von deutscher Seite ausgingen, zweifellos in der gleichen Weise behandeln. Aber die Industriellen glaubten sich durch die der amerikanischen Regierung gegebenen Auskünfte geschädigt, sie erhoben gegen das Auswärtige Amt den Vorwurf des Verrats eutscher Geschäftsgeheimnisse an die Amerikaner. Das Auswärtige Amt antwortete mit der Erklärung, daß amerikanische Industrielle dem Finanzkomitee des Repräsentantenhauses vielfach irrtümliche Angaben über die deutschen Produktionskosten und insbesondere über die Arbeitslöhne gemacht hätten, diese Kosten wären erheblich zu niedrig eingeschatzt worden, Deutschland hätte daher ein Interesse daran gehabt, die Irrtümer richtig zu stellen. Es wäre doch eine bedenkliche Kurzsichtigkeit, wollten die Industriellen heute noch behaupten, daß die amerikanischen Tarifsätze niedriger ausgefallen wären, wenn die Mitteilungen des deutschen Auswärtigen Amtes unterblieben wären. Bei den Amerikanern mußte im Gegenteil durch die Verweigerung der Auskünfte, zu der die Industriellen sich entschlossen, die Auffassung gestarkt werden, daß die deutschen Fabrikanten alle Veranlassung haben, über die Höhe der Arbeiterlöhne in gewissen Exportindustrien möglichst intensiv zu schweigen. Von neuem glauben einzelne Kreise zum Schutz des Geheimnisses der ProdukStadt, begraben liegt, so wohnt der alte Leßner drunten im Süden. Er zählt jetzt 86 Jahre, ist ganz blind und fast taub. Frau und Tochter pflegen ihn. Aber die Stimme ist noch kräftig, und gern plaudert der Alte von vergangenen Zeiten. Als wir ihm zum Abschied die Hand drückten, da sagte er mir, ich möchte alle deutschen Genossen von ihm grüßen und seiner Hoffnung Ausdruck geben, daß es bald gelingen möge, dem Massenmörder Kapitalismus den Kopf vor die Füße zu legen. Ein Feuerwerk im Crystal Palace! Jeden Donnerstag findet ein ausgesucht reiches statt. In diesem Sommer hat die Glanznummer folgenden Inhalt: Im Hintergrund ist ein englisches Dorf errichtet. Ein sonniger Maitag bricht an. Alte und Junge eilen hinaus auf den Anger, um ihr Maifest zu feiern. Alles ist voll ausgelassener Freude. Eine Abteilung Soldaten exerziert. Dann wird eine Kanone aufgefahren. Plötzlich wird ein fremder Mann bemerkt, der sich Notizen macht. Natürlich ein Spion. Niemand sagt, daß er ein Deutscher sei, doch jeder weiß, daß er einer sein soll. Kräftige Hände packen ihn, und unter dem tosenden Jubel der Zehntausende von Zuschauern wird Urian in den polnischen Bock gespannt. Dort sitzt er fest. Der Abend kommt, die Maiwiese leert sich. Die Nacht bricht herein. Das Dorf schläft. Der Policeman ist der einzige, der wacht. Da gelingt es dem Spion, sich aus dem polnischen Bock zu befreien. Mit einer schnell entzündeten Fackel gibt er Zeichen. Der Policeman schlägt ihn zwar nieder und entreißt ihm die Fackel; allein es ist zu spät. Denn schon kommt in der Luft ein— Zeppelin geflogen und schießt das Dorf durch heruntergeworfene Bomben in Brand. Zugleich dringt von hinten vor eine Abteilung fremder Soldaten- natürlich sollen das Deutsche sein— und brechen ins Dorf ein. Schnell sind zwar die Engländer bei der Hand, verjagen Zeppelin und die Soldaten; aber das Malheur ist geschehen. Ein ohrenzormarterndes Schießen und Knattern füllt die letzten Szenen aus. Es wird jedoch überdröhnt von dem Beifallsklatschen und=schreien der Zuhörer, als die„Invasion“ zurückgeworfen wird. Nur wenige Besucher geben durch Pfeifen ihre Opposition gegen solchen Blödsinn zu erkennen.— So macht man Stimmung für Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in England und Stimmung gegen Deutschland. Die Hurrakanaille ist drüben ebenso blöde wia büben... gn ge ve a. Abends auf die Bahn. In der Nachr üver den Kanai. Früh 5 Uhr in Vlissingen. Vormittags mit Schnellzug durch Holland. Die deutsche Grenze war überflogen. Auf der ersten Station stieg ein Mann aus meinem Kupee einmal aus. Eben als der Schaffner die Tür schließen wollte, stieg er wieder ein. Nicht um den Bruchteil einer Sekunde verzögerte sich das Schließen. Trotzdem kriegte der Fahrgast seinen gehörigen Anschnauzer. Heil, Heil! Ich war wieder in Deutschland! Der Himmel erhalte die fromme Kind###stube Deutschland noch recht lange so, wie sie ist, sich selbst, den verehrlichen Regierungen und den getreuen Untertanen zu Nutz und Frommen. In Ewigkeit. Amen. einigten Staaten sein soll. Zu diesem Zweck wird die Kommission beauftragt, die Produktionskosten aller vom Zoll betroffener Artikel im In- und Auslande zu ermitteln und ein vollständiges Handbuch der Zollgesetzgebung zur Unterstützung des Präsidenten bei künftigen zollpolitischen Maßnahmen anzufertigen. Seltsamerweise hat die Ankündigung dieses Beginnens auch die Handelszeitung des„Berliner Tageblattes“ nervös gemacht, sie spricht die Erwartung aus, daß alle in Betracht kommenden Stellen der Kommission, wenn sie in Europa erscheinen wird, die gebührende Abfertigung zuteil lassen werden Es ist durchaus unverständlich, wie die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands durch die Erhebungen der amerikanischen Kommission geschädigt werden könnten. Das deutsche Unternehmertum behauptet doch ständig, daß die Arbeiterlöhne in Deutschland außerordentlich hoch sind, daß die vielgerühmte Sozialreform ihm unerschwingliche Lasten auferlege, sollte es nun nicht förmlich danach drängen, diese Behauptungen auch den Amerikanern zu beweisen? Die Aufgaben der amerikanischen Kommission sind so vortreffliche und anerkennenswerte, daß wir nur wünschen und fordern, daß sie auch schleunigst von der deutschen Regierung unternommen werden. Wollen die Fabrikanten der amerikanischen Kommission nicht Rede stehen, so müssen sie unser Verlangen unterstützen, daß die Erhebungen über die Produktionskosten durch eine Kommission des Reichstages unter Zuziehung von Vertretern des Unternehmeriums und der Arbeiterschaft erfolgen. Oder wären die deutschen Industriellen bereit, sich an den Untersuchungen der amerikanischen Kommission zu beteiligen, wenn die Amerikaner einer deutschen Kommission die Bereitwilligkeit zu einer Untersuchung ihrer Produktionskosten zusicherten? Amerika dürfte ein solches Anerbieten kaum zurückweisen. Elende Bezahlung der Frauenarbeit ist überall die Hauptquelle der Prostitution, von der der Mädchenhandel nur eine der abscheulichsten Erscheinungen ist. Die höhere Wertung der Frauenarbeit, mit der freilich auch eine höhere Wertung der Männerarbeit parallel gehen muß, ist die Hauptvoraussetzung aller Bekämpfung der Prostitution im allgemeinen und des Mädchenhandels im besonderen. Der Herr aber, der diese Notwendigkeit für die entlegenen Länder predigt, ist daheim einer der ärgsten Feinde einer durchgreifenden Besserung der Arbeitsverhältnisse, der vor allem die in dieser Richtung sich bewegende der Sozialdemokratie aufs ärgste anfeindet. Die sozialen Ursachen des Mädchenhandels. In Wien hat am Mittwoch und Donnerstag eine Internationale Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels getagt. Viel Neues wurde im allgemeinen nicht gesagt. Einiges Interesse verdient aber, was der deutsche Reichstagsabgeordnete v. Dirksen über die sozialen Ursachen des Mädchenhandels in Ungarn, den von Polen bewohnten Ländern, in Rumänien und in den Balkanländern sagte. Er verlangte namens des Deutschen Nationalkomitees eine energischere Bekämpfung des Mädchenhandels an diesen seinen Quellen durch die Entfaltung einer regeren Tätigkeit. Die Erhebungen aller Staaten, die sich dem Pariser Abkommen angeschlossen haben, zeigen nach dem Redner das Resultat, daß die Mehrzahl der Mädchenhändler und der verschleppten Mädchen aus diesen Ländern stamme. Die sozialen Zustände in diesen Ländern haben die Bezahlung der Mädchenarbeit auf einen solchen Tiefstand herabgedrückt, daß die Mädchen von ihrem Lohn nicht leben können. Sie sehnen sich naturgemäß danach, aus derartigen Verhältnissen herauszukommen. Da die Gesetzgebung nicht in der Lage ist, Mittel für eine Aenderung in der Lebenshaltung bereit zu stellen, sind den Mädchen die Angebote in dieser Beziehung sehr angenehm. Ihre Schulbildung und ihre Menschenkenntnis sind außerordentlich gering. Es ist daher nicht auffallend, daß sie den schlauen und listigen Worten der Mädchenhändler Glauben schenken und ihren Lockungen nach allen Punkten der Erde folgen. Zu verlieren haben die Mädchen ja nichts! In einem Bericht, der aus jenen Ländern stammt, wird ausführlich dargelegt, daß der Verdienst in den Fabriken und in der Hausindustrie so gering ist, daß kein Mädchen von dieser Summe leben kann. Wenn den Mädchen nun ür leichte Arbeit das Zwanzigfache geboten wird, so nehmen sie ein derartiges Angebot um so lieber an, als auch die Eltern sie zur Annahme ermuntern. Diese sind ja auch froh, wenn sie die Zahl der hungernden Familienmitglieder in einer bequemen Weise vermindern können. Die Regierungen, denen diese Verhöltnisse nicht unbekannt sind, besitzen keine Mittel, um eine Besserung dieser Zustände herbeizuführen. Die Mädchen führen dort ein Leben, welches in sozialer und moralischer Beziehung gleich traurig und verwerflich ist. Wir können uns nicht dabei begnügen, den internationalen Mädchenhandel zu bestrafen, sondern wir müssen ihn international zu verhindern suchen und hierzu alle Mittel anwenden, die uns zur Verfügung stehen. Der Redner befürwortete zum Schluß oie Annahme einer Reihe von Punkten, in denen es unter anderem heißt: Das soziale Leben muß derartig geändert werden, daß die Mädchen in ihrer Heimat einen Lohn erhalten, von dem sie leben können; die Mädchen müssen über die Gefahr, die ihnen vom Mädchenhandel droht, aufgeklärt werden; die private Stellenvermittlung muß scharf kontrolliert werden, und schließlich müssen die Strafen für Mädchenhändler wesentlich verschärft werden. Was hier von Ungarn, Polen und den Balkanländern gesagt wird, gilt, wenn auch nicht in gleicher Schärfe, von allen Ländern, auch von denen, wo der moderne Kapitalismus herrscht. „Arbeiter=Jugend.“ Die soeben erschienene Nummer 19 hat u. a. folgenden Inhalt: Die politischen Parteien.— Eine Jugendorganisation vor einem halben Menschenalter.— Der Herr der Welt. Von G. Eckstein.— Im Zeitalter der Elektrizität. Von Rich. Woldt.— Die Leipziger JugendschriftenAusstellung.— Das Kesseltreiben gegen die Arbeiter=Turnvereine.— Ein neuer Anschlag gegen die Jugendvereine.— Aus der deutschen Jugendbewegung.— Vom Kriegsschauplatz usw. Beilage: Hans Jorg. Gedicht von Ernst Preszang.— Die Spitzin. Erzählung von Marie v. Ebner=Eschenbach.— Von der Kunst des Zuhorens. Von Hulda Maurenbrecher.— Mein Onkel Sönke. Von Kersten Blunk.— Die beiden Geizhälse. Gedicht von Heinrich Seidel. Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abgehalten zu Leipzig vom 12. bis 18. September 1909. Aus den Verhandlungen etwähnen wir folgendes: Schnapsboykott— Erbschaftssteuer— Maifeier— Internationaler Kongreß— Reichsversicherungsordnung. Preis brosch. 1,25 Mark, geb. 1,75 Mark. Auf gutem holzfreien Papier brosch 2,50 Mark, geb. 3.50 Mark. Zu beziehen durch alle Parteispeditionen und Buchhandlungen sowie direkt vom Verlag der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW 68. Kommunale Praxis. Wochenschrift für Kommunalpolitik und Gemeindesozialismus. Die Hefte 40 und 41 sind erschienen. Abonnement vierteljährlich 3 Mark. Zu beziehen durch alle Postanstalten, Buchhandlungen und Parteispeditionen. Probenummern umsonst vom Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW 68. nimmt jeder Verluch das beliebte, echte Palmin durch eine billige Nachahmung zu erletzen. Wir bitten daher beim Einkauf genau auf den Namen Palmin und den Schriftzug Dr. Schlinck zu achten und Nachabmungen, die oft unter täuschendähnlich klingenden Namen angeboten werden, zurück zu weisen. H. Schlinck& Cie. H. G. Hamburg Mannheim Allleinige Produzenten von Palmin. Standrsumts Nchrichten! Herford(Stadt). In der Zeit vom 4. bis 9. Oktober 1909 sind beim hiesigen Standesamt angezeigt: Geburten. Söhne: Arbeiter Wilhelm Gößling: Former Heinrich Eickmeyer; Maschinenarbeiter Heinrich Wörmann; Arbeiter Karl Lüdeking; Lehrer Friedrich Heemeyer; DiplomIngenieur Emil Walkerling. Tochter: Arbeiter Friedrich Meier; Arbeiter Aug. Blanke; Bonbonkocher Otto Stute; Arbeiter Heinr. Ehlebracht; Schlosser Hermann Held; Bonbonkocher Otto Wattenberg; Zuschneider Engelbert Kuhlmann,„: 6; Aufgebote. Geschaftsfuhrer Heinr. Wiemann und Pauline Humke; Tischler Gustav Hermann Rössing und Katharina Lins; Maler und Glaser Heinrich Döring und Wilhelmine Frevert; Schriftsetzer Georg Schulz und Marie Wehmeyer; Schmiedemeister Johann Friedrich Julius Quest und Marie Kuhmüller: Weber Hermann Reitmeier und Auguste Sturhahn; Drechsler Otto Heinze und Luise Mönkemöller; Arbeiter Heinrich Lambracht und Karoline Schröder; Arbeiter Franz Storkmann und Anna Koppitz; Schneider Hermann Rollkötter und Johanne Bröker; Rangierer August Oberdiek und Johanne Lütkenhöner; Kolon August Klingenberg und Klara Kalisch geb. Laschke; prakt. Arzt Georg Gottlieb Bruno Johannes Ruppert und Wilhelmine Maria Luise Sophie Anna Elisa Piderit; Fabrikarbeiter Wilhelm Linnemann und Wilhelmine Beimfohr; Zuckerbäcker Ernst Reinbach und Pauline Engelking; Maler Heinrich Raabe und Anna Socker; Tapezierer Heinrich Bratvogel und Marie Weisborn; Zigarrenhändler Max Meier und Charlotte Mohri.ig Heumme Eheschließungen. Kantor Heinrich Heuermann und Ferdinandine Studeck; Schmied August Peter und Alwine Wellhöner Händler Franz Wittler und Gertrud Hardt; Kaufmann Otto Höpker und Agnes Menge; Tischler Heinrich Wortmann und Paula Meier: Friseur Emil Ulbricht und Anna Lindenkamp: Arbeiter Friedrich Pohlmann und Anna Höring; Materialienverwalter Friedrich Uebelgünn und Dorothee Wollbrink; Arbeiter Gustav Wattenberg und Karoline Hölscher; Former Heinrich Lafontain und Auguste Gilgenast; Arbeiter Johann Holinderbäumer und Marie Weber; Bonbonkocher Heinrich Bitter und Lina Frentrup.„, Gollanste Sterbefälle. Witwe Johanne Houensteiner, 62 Jahre; Witwe Hanne Kesselring, 68 J.; Kaufmann Bernhard Weinberg, 51 Jahre. Bestbewährte gesunde und magendarmkranke Nahrung für: sowie schwächliche, in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder. konfisziert gewesen! Rußland und Ungarn verboten. □ Sitten=Roman aus den Tagen der russischen Revolution. Von M. Arzybaschew. Vollständige Ausgabe.— Uebersetzt von L. Wiebeck. Dieser Roman— ein Kunstwerk— hat überall das größte Aufsehen erregt, schildert er doch zum Teil eine Zeit, die besonders für die kämpfenden Proletarier von großem Interesse ist.— Bei einem Umfang von 430 Seiten kostet das Buch = nur Mk. 1.50 nach auswärts bei Voreinsendung des Betrages Mk. 1.80. Zu beziehen durch die Buchhandlung„Volkswacht“, Bielefeld, Schulstraße 20. Neu erschienen: * Lebenserinnerungen :::: von:::: Sepp Oerter. Preis 1 Mark. Porto nach auswärts 10 Pfg. Zu haben in der Erscheint Smal wöchentlich. *—— Den Lesern bei Einkäufen zur Beachtungengfchlen. 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Als war Genosse Müller=Berl eröffnet den Parteitag kurz: gierten herzlich willkommen. lieder durch die Brackweder kurzen Ansprache des Genosse wede wird in die Verhandlun Es wird zunächst die Wah Zu Vorsitzenden werden gewe Bielefeld, zu Schriftführern Karl Olderdissen-Brack liste fungieren Eggen-Det Die Mandatsprüfun den Genossen Fricke=Hers Weßler=Hunnebrock. Als Rechnungsprüfu wählt: Kronshage=Oerlit Kreft=Stadthagen. Genosse Schatz=Minden auch diesmal wieder eine B zusetzen. Nachdem die Gen Schädlich-Bielefeld gegen feld für denselben gesprochen Zusatz Schreck zur Annahn Genossen bestehen soll. Gewi wurm=Bielefeld, Nadighausen..—146, Die provisorische Tagesor wird folgender Geschäftsordnu „Wortmeldungen erfolgen für die Berichterstatter 30 20 Minuten und für die übrig welche zur Debatte gestellt w stützung durch 10 Delegierte.“ Der Bericht über das verf bis 30. Juni 1909) liegt der demselben sei folgendes wiede Die Bezirksleitung hat mi halten. Zu Kreis=Generalve Hoffmann nach Herford und Blomberg, Münster und Lage Lokalfrage wurden Siggelkon sandt,„. Ein Flugblatt„Vor der Bielefeld=Wiedenbruck in 4 Lübbecke in 10.000, in Lüding in Tecklenburg=Steinfurt=Ahe 500 Exemplaren verbreitet Verbreitung abgelehnt und sich auf unser diesbezügliches Ei Barbestand vom 1. Juli 1908 Vom Parteivorstand Zinsen Aus den Wahlkreisen Tecklenburg=Steinfurt=Ahaus Münster=Coesfeld Lüdinghausen=Beckum=Warenoo Minden=Lübbecke Herford=Halle Bielefeld=Wiedenbrun Paderborn=Büren Warburg=Höxter Lippstadt=Brilon Schaumburg=Lippe ipve„„ gSmmlin: Lingen=Meppen=Hummling Sonstige Einnahmen... Zuschüsse an die Wahlkreise: Tecklenburg=Steinfurt=Ahaus Münster=Coesfeld Lüdinghausen=Beckum=Warendo Lippe Allgemeine Agitation Reichstagsersatzwahl in Lüding Konfexenzen und Delegationen Sekretariat(Verwaltung) eirehn Porto Sonstige Ausgaben(Drucksach Marbestand am 1. Juli 1909 Kleines Die Kohlenschätze der Er ur spendet, gehören, die Natur spendet, gehören den unentvehrlichsten, sonde Angaben, die Prof. Artur Büchlein„Kohle und Eisen“ Weltproduktion d. h. die Su Menge an Kohle 941015 000 über an Eisen 52565 000, P Feinsilber 5547000, Blei 8 Feingold 580000, Zinn 950 Nimmt man nach dem Durch britannien und Deutschland für eine Tonne Kohlen an, führten Weltproduktion 6½ produktion an Roheisen nur ist. Im Jahre 1901 betru Kohlen 7200, Eisen 3200. Pe und Edelsteinen 800, Kupfer 200. Zink 160, Blei 200. Jahre 1905 in den Vereinig 205, in Deutschland 130 Mi Zahlen 425, 272 und 143, „ Oesterreich und Franrreich. gehaltenen ersten Stelle vor Roheisenproduktion und in erny„ Der Hestenspariritag in Bramwror. Der Partei reich geschmückten Lokale des Herrn Karl Schröder in Brackwede statt. Zahlreich waren die Delegierten aus allen Orten des Bezirks, wo Parteiorganisationen bestehen oder Parteigenossen sich befinden, erschienen. Als Vertreter des Parteivorstandes war Genosse Müller=Berlin anwesend. Genosse Zenker eröffnet den Parteitag kurz vor 10 Uhr und heißt die Delegierten herzlich willkommen. Nach Vortrag zweier Begrüßungslieder durch die Brackweder Arbeiter=Gesangvereine und einer kurzen Ansprache des Genossen Karl Olderdissen-Brackwede wird in die Verhandlungen eingetreten. Es wirk zunächst die Wahl des Bureaus vorgenommen. Zu Vorsitzenden werden gewählt: Köllner und ZenkerBielefeld, zu Schriftführern Dreckshage=Gellershagen und Karl Olderdissen-Brackwede. Als Führer der hrednerliste fungieren Eggen-Detmold und Menre=Südlengern. Die Mandatsprüfungskommission besteht aus den Genossen Fricke=Herford, Gielsdorf=Sieker und Weßler=Hunnebroc. Als Rechnungsprufungstommission werden gewählt: Kronshage=Oerlinghausen, Schätz=Minden und Kreft=Stadthagen.„. g. Lantrast w'. im Variakre sgo Genosse Schatz=Minden beantragt, wie im Vorjahre, so auch diesmal wieder eine Beschwerdekommission einzusetzen. Nachdem die Genossen Pauler=Brackwede und Schädlich-Bielefeld gegen den Antrag und Schreck=Bielefeld für denselben gesprochen haben, gelangt derselbe mit dem Zusatz Schreck zur Annahme, daß die Kommission aus drei Genossen bestehen soll. Gewählt werden die Genossen Herzwurm=Bielefeld, Nadig=Herford und Reimler=Todten= Die provisorische Tagesordnung wird angenommen, ebenso wird folgender Geschäftsordnung zugestimmt: „Wortmeldungen erfolgen schriftlich. Die Redezeit beträgt für die Berichterstatter 30 Minuten, für die Antragsteller 20 Minuten und für die übrigen Redner 10 Minuten. Anträge, welche zur Debatte gestellt werden, bedürfen hierzu der UnterDer Bericht über das verflossene Geschäftsjahr(1. Juli 1908 bis 30 Juni 1909) liegt den Delegierten gedruckt vor. Aus demselben sei folgendes wiedergegeben: Die Bezirksleitung hat mit dem Sekretär 19 Sitzungen abgehalten. Zu Kreis=Generalversammlungen wurden delegiert: Hoffmann nach Herford und Stadthagen; Klingenhagen nach Blomberg, Münster und Lage; Zenker nach Ahlen. Wegen einer Lokalfrage wurden Siggelkow und Zenker nach Lippstadt entEin Flugblatt„Vor der Entscheidung" ist im Wahlkreise Bielefeld=Wiedenbrück in 40000 Exemplaren, in MindenLübbecke in 10.000, in Lüdinghausen=Beckum=Warendorf in 4000, in Tecklenburg=Steinfurt=Ahaus in 3000 und in Nordhorn in 500 Exemplaren verbreitet worden, Münster=Coesfeld hat die Verbreitung abgelehnt und die übrigen Kreisleitungen haben sich auf unser diesbezügliches Rundschreiben nicht geäußert. Kassenbericht 1908/09. Einnahme. Barbestand vom 1. Juli 1908. K 328.68 Vom Parteivorstand„ 3600.00 Zinsen Aus den Wahlkreisen 11 Tecklenburg=Steinfurt=Ahaus K Münster=Coesfeld. Lüdinghausen=Beckum=Warendorf Minden=Lübbecke Herford=Hollegeu... Bielefeld=Wiedenbruck Paderborn=Büren Warburg=Höxter Lippstadt=Brilon Schaumburg=Lippe.. Appe„. Lingen=Meppen=Hummung 8 S 9 8 8 8% S S * 88 5 8 G•ODOAMONNSSU 15 19 88 88 50— PINOTOGADOF99D SESSSMMFKAF S.S S.S.S.S S 5 5 S. S.8F55E SEEE S. 8 # 5 □# 5 SS S SD5 # 5 9 0 S: 8 S#1g 8 5 88 58 # S 2 # 5 S SEASAS 55 2 5 85 99 S *2 S 2 S 65 S 2 S 95 * 6 9 5 H 85 S 2. S S 9 2 S 55 a 5 8 8 8•8 50 SS 8 21— 20— 19— 18— 13 2 6— SBDEE S 85 8 0 Ueber die Anzahl der Mitglieder in den einzelnen Ortsgruppen der festen Kreisorganisationen gibt diese Tabelle Auskunft: Summa 473 580 23 Zunahme 130 Mitglieder. Die Mitgliederbewegung war auch in diesem Jahre von der Wirtschaftskrise beeinflußt, trotzdem ist es gelungen, nicht nur den Mitgliederbestand zu erhalten, sondern ihn noch ganz beträchtlich zu erhöhen. Die Mitgliederzahl stieg im Berichtsjahre von 6699 auf 8265, eine Zunahme von 1566 Mitgliedern; in diese Zahl sind die weiblichen Mitglieder mit einbegriffen. Immerhin hätte das Ergebnis noch ein bedeutend besseres sein können, denn diesen 8265 politisch Organisierten steht eine viel höhere Zahl gewerkschaftlich organisierter Arbeiter gegenüber, die sich bis jetzt der politischen Organisation noch nicht angeschlossen haben. Das zeigt uns, welches große Tätigkeitsgebier für die Parteioxganisation noch vorhanden ist. Ortsgruppe Mitgliederzahl am 1. Juli 1008 1909 Ortsgruppe Mitgliederstand am 1. Juli 1908 1909 m. m. w. Tecksenburg-Steinsurt-Ahaus. Burgsteinfurt..— 76— Rheine— 67 1 Ahaus— 4— Borghorst— 4— Summa 90 151 1 Zunahme 62 Mitglieder. Münster=Coesseld. Coesfeld Dülmen Haltern Hiltrup Münster 19 4 — 21— — 15 7 — 166 21 6.20 Summa 145 226 32 Zunahme 113 Mitglieder Minden=Lübbecke. Uebertrag 735 Spenge Spradow Sundern Oetinghausen Vlotho Werther Westerenger...— 46— Summa 783 1196 24 Zunahme 437 Mitglieder. Vieleseld=Wiedenbrück. Babenhausen Bielefeld Brake Brackwede Kirch=Dornberg Gadderbaum Gellershagen Gütersloh Heepen Quelle Rheda Sieker. Stieghorst Schildesche Ummeln Uerentrup.. 25 Summa 4192 4417 238 Zunahme 463 Mitglieder. S— # 22 50 S8 S 8 SS X1 a1 65 en # 5 9 5 SS 85 S 95 K 463.54 549.55 1013.09 Sonstige Einnahmen.............. 45.00 Summa K 4992.97 Ausgabe: Zuschüsse an die Wahlkreise: Tecklenburg=Steinfurt=Ahaus KK 520.— Münster=Coesfeld„ 636.22 Lüdinghausen=Beckum=Warendorf„ 132.— Lippe.. 120.— Allgemeine Agitation Summa 564 676 33 Zunahme 145 Mitglieder. Herford-Hakke. K 1408.22 1687.80 442.45 „ 228.95 26.— Reichstagsersatzwahl in Lüdinghausen=Beckum=Warendorf Konferenzen und Delegationen.. Prozeßkosten: 2 2276 Sekretariat(Verwaltung)„ Sonstige Ausgaben(Drucksachen, Schreihmatertal 2c.),„ 182.10 Rarbestand am 1. Juli 1909 Summa K 4294.33 698.64 Bünde Dünne Enger Ennigloh Friedensthal Herford Hiddenhausen borsen Herringhausen Halle Kirchlengern. Löhne Mellbergen Mennighüffen Südlengern 179 83 — 13 — 73 — 70 62 93 480 383 10 Stadthagen Bückeburg Nienstädt Krebshagen Steinhude Osterholz Vehlen Horkamp Detmold Oerlinghausen Schötmar Lemgo Lage Salzuflen Pivitsheide Kleines Feuilleton. Die Kohlenschäp. ver Erde. sendet, gehor itze der Erde. Von den Schätzen, die uns die itur sperrg###horen, die schwarzen Diamanten nicht nur zu n unentbehrlichsten, sondern auch zu den lostvarsten. Nach igaben, die Prof. Artur Binz in seinem kürzlich erschienenen ichlein„Kohle und Eisen“ zusammengetragen hat, betrug die eltproduktion d. h. die Summe der in allen Ländern erzeugten enge an Kohle 941 015 000 Tonnen. Ihnen standen nur gegener an Eisen 52565 000, Petroleum 27096 000, Salz 14 251000, uinsilber 5547000 Blei 874000, Kupfer 738.000, Pgk 638 000. eingold 580000, Zinn 95000 und Aluminium 11 500 Tonnen. immt man nach dem Durchschnittswert in Nordamerika, Großitannien und Deutschland einen Mittelwert von 7 Schilling r eine Tonne Kohlen an, so beträgt der Wert der oben angehrten Weltproduktion 6½ Milliarden Mark, wogegen die Weltroduktion an Roheisen nur auf 2,8 Milliarden Mark anzusetzen Im Jahre 1901 betrug der Wert in Millionen Mark bei ohlen 7200, Eisen 3200, Petroleum 1600, Gold 1075, 2 amanten id Edelsteinen 800, Kupfer 600. Silber 525, Zinn 240, Salzen 10 Zink 160, Blei 200. Die Steinkohlenförderung betrug im ahre 1905 in den Vereinigten Staaten 335, in Großbritannien 15, in Deutschland 130 Millionen Tonnen, für 1907 lauten die ahlen 425, 272 und 143, erst in weitem Abstande kommen esterreich und Frankreich. England ist von der lange inneehaltenen ersten Stelle von Amerika verdrängt worden, in der koheisenproduktion und in der Eisen- und Stahlindustrie ist es Zu übertragen 411 483 21 Frage vorgelegt, wie lange die Vorräte ausreichen werden, d. h. nach der Ausdehnung der Bodenschätze, die wir geologisch ermitteln können, und nach der Tiefe, bis zu der wir sie, ohne durch die steigende Temperatur gehindert zu werden, ausbeuten können. Das tiefste Bohrloch, das bis jetzt vorhanden ist, geht 2003 Meter hinab; es ist in Oberschlesien. Als normale Tiefe aber ist 1500 Meter anzunehmen. Unter diesen Voraussetzungen werden die Kohlenvorräte erschöpft sein in Zentralfronkreich, Böhmen, Provinz und Königreich Sachsen und Nordengland in 100—200 Jahren, in den übrigen englischen Kohlenfeldern, im Waldenburg=Schatzlarer Revier, in Oesterreich und in Nordfrankreich in 200—300 Jahren, in Saarbrücken, Belgien, in Aachen und im Ruhrrevier und in Nordamerika in 600—800 Jahren, und schließlich in Oberschlesien in mehr als 1000 Jahren. Die Zahlen haben auf die Notwendigkeit hingewiesen, für die Wirksamkeit der Kohle anderweitigen Ersatz zu ersinnen. Vor allem sind die Wasserkräfte in weit höherem Maße auszunutzen zur Umsetzung der Elektrizität in Wärme und Licht, als es bisher geschieht, und mannigfach sind Pläne hierzu in letzter Zeit aufgetaucht; vor allem wird auch die Notwendigkeit betont, daß die Regierungen selber solche Unternehmungen schaffen, damit sie der Allgemeinheit, nicht einzelnen Kapitalisten zugute kommen. In der Schweiz sind z. B. von 750000 Pferdekräften nur ein Drittel ausgenutzt. Welche Mittel sich werden finden lassen um die Sonnenwärme auszunutzen, ist noch nicht zu sagen. Aber wie rasch auf dem Gebiete der Technik Berechnungen umgestoßen Schaumburg-Lippe. Simma Lippe. 137 140 18 90 89 65 64 8 35 63— 31 55— 58 44— 28— werden können, hat vor wenigen Jahren die überraschende Entdeckung des Radiums und der Radioaktivität gezeigt, und so ist nach Binz Meinung trotz Kohlenabnahme ein gewisser Optimismus berechtigt... Wann 5“: Mastasschicht. Ein blutiges Jubilaum. Wenn die Weltgeschichte ein Weltgericht wäre, so könnte man die Niederlagen und Verluste, die Spanien jetzt im Kampfe mit der Maurenbevölkerung Nordwestafrikas erleidet, als gerechte, wenn auch bescheidene Vergeltung für die ungeheure Vergewaltigung ansehen, die jetzt gerade vor dreihundert Jahren— im Herbst 1609— die spanischen Mauren erleiden mußten. Eines der blutigsten Blätter der spanischen Geschichte wird damit in die Erinnerung zurückgerufen. Trotzdem seinerzeit den unterworfenen Mauren Glaubensfreiheit zugesagt worden war, wurden sie das ganze 16. Jahrhundert hindurch auf das härteste drangsaliert und mit den unerhörtesten Gewaltmitteln der Inquisition zur Taufe oder Auswanderung mit Preisgabe ihres Vermögens,„ gezwungeg. Als die verzweifelten Opfer solcher Unterdrückungswiutur schließlich mit Spaniens auswörtigen Feinden in heimliche Unterhandlungen traten, wurde im April 1609 die Austreibung sämtlicher Morisken vom Staatsrat beschlossen und ein halbes Jahr später zunächst in Valencia das königliche Edikt erlassen, worin ihnen bei Todesstrafe anbefohlen wurde, binnen drei Tagen das Reich zu verlassen und sich nach Nordafrika einzuschiffen. Aehnliche Edikte ergingen bald darauf für Aragonien und Katalonien, deren maurische Bewohner nach Frankreich ausgetrieben wurden. weiter für Andalusien, Granada und Murcia. Zahllose der Unglücklichen gingen dabei durch Waffengewalt, Ent A ien Blacbtein und Geneinden wie Tecklenburg- Steinfurt-Ahaus. III. Klasse Burgsteinfurt 1 is dig Sozialdemokratie in folgt vertreten: Summa 1908: Minden=Lübbecke. Orte III. Klasse Barkhausen.... 2 Bölhorst 2 Häverstädt 2 Dützen.... 2 Kutenhausen 1 Rehme 1 Lübbecke 1 Summa 13 1908: 1 Herford-Halse. Orte Enger Löhne Südlengern Oetinghausen Spenge Vlotho Westerenger Ennigloh Hunnebrok III. Klasse 2 1 2 1 1 2 1 2 1 Summa 1908: 70 8 Bieleseld=Wiedenbrück. Orte UI. Klasse III. Klasse Bielefeld. Quelle UerentrupHoberge Brake Seven... rrer Schildesche Gellershagen Bauerschaft Schildesche Brackwede Summa 1908: 15 2 1 1 2 4 3 2 76 87 Schaumburg-Lippe. III. Klasse Stadthagen.... 4 Summa 4 1908: Orte Schötmar Lage Lemgo Brate Salzuflen Blomberg Oerlinghausen. Pivitsheide Stumma 1908 III. Klasse 4 3 2 1 3 1 4 1 19 12 Im ganzen 90 Vertreter gegen 64 im Vorjahre, somit haben wir im Laufe des verflossenen Jahres eine Zunahme von 26 Gemeindevertretern zu verzeichnen, was gewiß als ein erfreuliches Zeichen für den Fortschritt unserer Bewegung zu betrachten ist. Wenn die Genossen in den Städten und Gemeinden darauf bedacht sind, die Organisation auszubauen und zu stärken, so werden wir auch im nächsten Jahre über neue Fortschritte auf dem Gebiet der kommunalen Agitation berichten können. Von der verheerenden Wirkung der Wirtschaftskrise ist auch die„Volkswacht" nicht verschont geblieben. Wenn auch nicht alle Erfolge des letzten Jahres bezügl. der Agitation für die Gewinnung neuer„Volkswacht"=Abonnenten zunichte gemacht worden sind, so haben doch die großeArbeitslosigkeit und die schlechten Lohn= und Arbeitsbedingungen auf den Abonnentenstand eingewirkt. Durch ständige Werbearbeit der Genossen in den ein zelnen Orten für die Gewinnung neuer Abonnenten auf die „Volkswacht“ wird es möglich sein, nicht nur den kleinen Verlust wett zu machen, sondern die Zahl der Leser in den Kreisen der Arbeiter noch bedeutend zu vermehren. Hierauf muß das größte Gewicht gelegt werden. Der Kampf, den wir mit den bürgerlichen Parteien zu führen haben, wird um so erfolgreicher sein, je mehr sich der Leserkreis derselben gerade auf dem Lande erweitert. Die„Volkswacht“ ist aber auch eine wirksame Waffe im wirtschaftlichen Kampfe, den die Gewerkschaften mit den Unternehmern zu führen haben. Deshalb sollte auch jeder gewerkschaftlich organisierte Arbeiter Leser der„Volkswacht“ sein. Protest=Versammlungen. Gegen das persönliche Regiment, gegen den Raubzug auf die Taschen des arbeitenden Volkes, gegen die volksschädigende Taschen des...gegen die volksschädigende auswartige Politik wurde im Herost 1908 auch in unserem Bezirk eine Protestbewegung eingeleitet. Vom 21. bis 29. November fanden in den Waylkreisen Bielefeld=Wiedenbrsick, Halle, Minden=Lübbecke, Schaumburg=Lippe und Lippe 32 Volksversammlungen mit der Tagesordnung„500 Millionen neuer Steuern— Kriegsgeschrei— auswärtige Politik“ statt, außerdem fand eine große Anzahl Versammlungen gegen die Gewerbeordnungsnovelle und die Reichsfinanzreform im Agitationsbezir statt. Referenten in diesen Versammlungen waren die Genossen ase, Hoffmann, Eilers, Schreck, Severing, Mademann, Klüter, Castrup, Schluter, Klingenhagen, Sachs und Reichstagsabgeordneter Noske. Die Versammlungen hatten sich überall eines sehr guten Besuches zu erfreuen. itigen Haß der Gegner untereinander schließlich erlangt. Die Landtagswahl von 1908 ist gerade darum von besonderer Bedeutung, weil da die eigentlichen Parteigruppierungen sich vollzogen und nun auch die Starkeverhältnisse richtiger zum Ausdruck kamen. Während im Jahre 1904 insgesamt 9425 Stimmen abgegeben wurden, stiegen diese auf 14 156 im Jahre 1908. Das ist eine Mehrabgabe von 4731 Stimmen. Eine Christlich-Sozialen mi. 188 und die Sozialdemokratie mit 1152 Stimmen. Eine Uebersicht der Verhältnisse in den einzelnen Wahlkreisen ergibt folgende Zusammenstellung der Wahl 1908: Die Landtagswahlen im Fürstentum Lippe fanden für die 3. Klasse am 7. Dezember statt. Wie bisher, beteiligten wir uns in allen 7 Waylkreisen an der Wahl. Wahlkampf war ein äußerst lebhafter. Da wir leider nur in wenigen Orten selbst Versammlungen abhalten konnten, so mußte die Agitation in der Hauptsache mittels Flugblätter usw. getrieben werden. Außerdem gelang es unseren Genossen Becker, Schmuck und Schreck, in Dutzenden von gegnerischen Versammlunger zu Worte zu kommen. Ta die beiden liberalen Gruppen— Freisinnige Volkspartei und Lippisch=liberale Volkspartei— sich nach heißem Bemühen endlich zusammengefunden hatten, stand es von vornherein fest, daß wir von den bisher in unserem Besitz zewesenen 3 Mandaten, die des 1. und 3. Kreises nicht behaupten würden. Diese Mandate hatten wir bisher durch Zufälligkeiten und den blindsten ecging es denen, die nach Konservatide Verein. 1. Kreis ChristlichSoziale Sozialdemokr. Unsere Zunahme 2. 3. 4. 6. 7. Insges. 2673 6319 1346 8712 1152 Im Jahre 1904 kamen wir infolge der Spaltung der Liberalen im 1., 2., 3. und 7. Kreise in Stichwahl und erreichten dann 3 Mandate; im Jahre 1908 kamen wir im 2. und im 7. Kreise in Stichwahl und behaupteten dann das Mandat für selbe aber als zenügend nicht bezeichnet werden. Nur energische und ausdauernde Arbeit vermag unsere Position zu stärken. Gelingt dieses, dann werden auch die organisatorischen Mängel beseitigt, di Bei dem Wahlrecht, mindestens 4 Mandate der 3. Klasse das nächste Mal zu Selbstverständlich nur dann, wenn die Organisation ausgebaut wird. behrungen, Krankheiten zugrunde, wurden auf der Flucht von den Schiffern ausgeplündert und ermordet oder verschwanden auf den Galeeren und in den Schwefelgruben. Am schlimmerei verschifft worden Reichstagsnachwahl in Lüdinghausen=Beckum=Warendorf. Durch den Tod des Reichstagsabgeordneten Kaufmann Wattendorf, Mitglied der Zentrumspartei, war eine Nachwahl notwendig. Dieselbe fand am 14. Mai 1909 statt und endete mit der Wahl des vom Zentrum aufgestellten Herzogs von Arenberg. Der Wahlkreis ist eine Hochburg des Zentrums. Bei der Wahl Linie schneue und premene Erierigung der Korrespondenz. *** Zie Diskussign über den Geschäftsbericht pird fortgesett. dem sich noch 8 Genossen zu den.... Jormittag Nachde noch 8 Genes#e#n######n schon am Vornrrklag diskutierten Fragen geaußert, wird ein Schlußanllug angenommen. Nach einem Schlußresumee der Berichterstatter und Entgegennahme des Reoisionsberichts der Rechnungsprüfungskommission wird dem Kassierer einstimmig Entlastung erteilt. Der Antrag betreffend Herausgabe des Agitationskalenders wird abgelehnt, der Antrag des Kreisvereins Lippe angenommen. Den Beschluß der drei Wahlkreise wegen Angliederung an den westlichen Agitanimmt der Parteitag zur Kenntnis. waren: nach zeitgenössischen Berichten sollen ihrer mehr als zwei Drittel verhungert oder von den raubgierigen Arabern erschlagen worden sein. Die Gesamtzahl der Opfer, die die Austreibung gefordert hat, wird auf mindestens 600000 geschätzt. Hunderttausende von Dukaten flossen als Beute in die Taschen des Hofes und der Granden: die Regierung Philipps III. aber hat sich durch diesen grausamen Akt des religiösen Fanatismus auf ewig mit Schande bedeckt. Der Fluch blieb nicht aus, denn dem Lande war damit seine eigentliche Arbeiterbevölkerung größtenteils verloren, und Spaniens wirtschaftlicher Niedergang von der einstigen stolzen Großmachtstellung zu einem Lande, das zur Hältte aus Bettlern und Analphabeten besteht, kann als eine Folge dieser Greuel angesehen werden. ktg. Ueber das Vorkommen von Bakterien im Leichenblut. Daß sich im Blute von Leichen zahlreiche Bakterien finden, ist bekannt. Dr. Simmonds in Hamburg hat darüber besondere Untersuchungen angestellt, über deren Ergebnisse er nach der „Münch. Medizin. Wochenschrift“ in der Biologischen Abteilung des ärztlichen Vereins zu Hamburg berichtete. Er fand in einer nicht geringen Zayl von Fällen neben anderen Mikroben (Eitererregern, Kolibazillen] oder auch als einzige Bakterien gasbildende Anaecrobier, d. h. solche, die keine Luft zu ihrer Entwicklung nötig haben im Leichenblut. Von ihrer genauen enossen wiederes das Geld, welches die Herausgaberfordert, leder fül Vienthergreu. aufzuwenden. Zu dem zweiten Antrag der lippischen Genossen meint Genosse Schreck, die Bezirksleitung habe auch bisher schon in diesem Sinne gehandelt. Trotzdem der Antrag eigentlich offene Türen einrenne, könne ein derartiger Beschluß ja nochmals gefaßt werden. Nachdem 20 Redner zum Worte gekommen waren, wurde in die Mittagspause eingetreten. 6 In einem Nebenraum des Versammiungsto#a#s hatte der urbeiter=Abstinentenbund eine Anzahl vom Genossen Dr. Holitscher verfaßter Tafeln ausgestellt, welche den Alkohol als Krankheitserreger, sowie seine degenerierende Wirkung in sozialer Beziehung darstellen. Ferner lagen die Schriften des Bundes aus. Diese Ausstellung wurde während der Mittagspause von den Delegierten besichtigt.,. A Nach Wiederaufnahme der Veryandlungen erstattet zunächst die Mandatsprüfungskommission ihren Bericht. Vertreten sind 75 Orte des Agitationsbezirks durch 148 Delegierte. Außerdem sind 7 Kreisleitungen durch je 1 Genossen vertreten. Ferner sind anwesend: die Bezirksleitung und der Bezirkssekretär, Reichstagsabgeordneter Gevering=Bielefeld und Landtagsabgeordneter Lorenz=Stadthagen, Vertreter der Redaktion, Preßkommission und Handelsgesellschaft und der werden sästsergebnis des letzten, Jahres. st und das Geschäftsergebnis des letzten Jahres. Henosse Pauler verichtet fur die Preßkommission, davei auf den gedruckten Bericht verweisend. Der Berichterstatter ist der Meinung, daß in einzelnen Orten das Agitationsmaterial nicht immer im richtigen Verhältnis zu den erzielten Erfolgen stehe. Für die Beschwerdekommission berichtet Genosse Herzwurm=Bielefeld. Von Minden lagen 3 Beschwerden gegen die Redaktion wegen Nichtaufnahme von Artikeln vor. Eine e hat sich inzwischen erledigt, während in den beiden Fällen eine Beschwerde als berechtigt und eine als unim Jahre 1907 fielen von 24 462 abgegebenen Stimmen 924 auf unseren Genossen Carl Eilers. Bei der Nachwahl 1909 wurden 19851 Stimmen abgegeben. Die sozialdemokratische Stimmenzahl stieg auf 1200. Welche Schwierigkeiten bei der Agitation zu überwinden waren, ersehen die Genossen am besten aus der Tatsache, daß uns im ganzen Kreise nur zwei Lokale zur Abhaltung von Versammlungen zur Verfügung standen, somit konnte die Agitation nur durch Verbreitung von Flugblättern betrieben werden, was aber auch noch mit großen Schwierigkeiten verknüpft war. Versandt wurden im Berichtsjahre 492 Briefe, 90 Postkarten, 1096 Drucksachen, 7 Pakete, 1 Geldsendung und 3 Telegramme. Eingegangen sind 201 Briefe, 179 Karten, 28 Pakete, 91 Drucksachen, 4 Geldsendungen und 4 Telegramme. Auch jetzt muß wieder darauf hingewiesen werden, daß die Genossen in den Kreisvorständen und Ortsgruppen sich befleißigen müssen, Anfragen und Briefe, die aus dem Parteisekretariat an sie gelangen, schneller und richtiger zu beantworten. Soll unsere Organisation funktionieren, dann muß den gegebenen Anregungen auch Folge geleistet werden. Dazu gehört in erster schnelle und prompte Erledigung der Ko m 1 die Beschwerv### anderen Fäll berechtigt anerkannt wurden. 6 44 Die Kommission unterbreitet folgenden untrag: Der Parteitag beauf zt die Preßkommission, mit der Redaktion und dem Kreisvorstand für Minden=Lübbecke eine gemeinschaftliche Sitzung in Minden abzuhalten, um eine Regelung der Berichterstattung für Minden herbeizuführen. Ferner liegt zum Punkt„Presse“ noch ein Antrag der OrtsAls Berichterstatter für die Bezirksleitung geht Genosse zenker auf den Bericht näher ein, denselben noch ergänzend. Er teilt mit, daß die drei Wahlkreise Lüdinghausen=BeckumWarendorf, Münster=Coesfeld und Tecklenburg=Steinfurt=Ahaus vom 1. Januar 1910 ab dem Agitationsbezirk des westlichen Westfalens angeschlossen werden sollen, falls der Parteitag dieses nmt. Die drei Kreise haben bereits in einer gebrüchen. In allen diesen Fällen waren die Mitroben noch zu Lebenszeiten, zum mindestens im Todeskampf, ins Blut übergetreten. Nach dem Tode erfolgt dann ihre rasche Vermehrung im Körper und führt die eigenartige Gasbildung in manchen Organen herbei. Die in älteren faulenden Leichen angetroffenen Anaecrobier treten dagegen erst nach dem Tode aus dem Darm Andeerocger kreionLagegg.„„„„„„ in den übrigen Körper uder und verursachen in unterhaut und inneren Organen die bekannten Veränderungen zu gewähren. Begründet wird der Antrag damit, daß der Ausbreitung der„Volkswacht“ auf dem flachen Lande noch bedeutend mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden könne als bisher. Folgende genügend unterstützte Resolution der Ortsgruppe Stadthagen wird ebenfalls mit zur Debatte gestellt: Die augenblicklich herrschende politische Situation gebietet der Partei, die Stoßkraft ihrer Ideen in agitatorischer Hinsicht voll und ganz auszunützen. Das vornehmste Mittel hierfür ist die Presse. Der heute tagende Parteitag ist nun der Meinung, daß alle jene Artikel, welche in letzter Zeit in der „Volkswacht" erschienen sind und die persönlichen Streitigkeiten„Kautsky=Bernstein“ und die finanziellen Angelegenheiten der„Sozialistischen Monatshefte“ brachten, nicht nur veröffentlichen und den dafür frei werdenden Raum mit aufklärendem und belehrendem Inhalt auszufüllen. An der Debatte über diesen Punkt der Tagesordnung beteiligen sich 10 Redner. Genosse Hoffmann ersucht, die Resolution Stadthagen abzulehnen, da die Zeitung solche Artikel bringen müsse, damit die Leser zu wissen bekommen, was in der Partei vorgeht... 8 Ein Antrag auf Schluß der Deoatte wird angenommen. Nach einem Schlußwort der Berichterstatter gelangen die Anträge der Beschwerdekommission und der Ortsgruppe Bünde zur Annahme, die Resolution der Ortsgruppe Stadthagen wird Bezirks zustimu.". drei Kre meinschaftlichen Konferenz in diesem Sinne beschlossen. Auch sei es vielleicht praktisch, den Wahlkreis Meppen=Lingen- Hümmling dem Agitationsbezirk Bant anzugliedern. Zum Kassenbericht ersucht Genosse Graf um pünktlichere Einsendung der Beiträge, als wie das bisher von einigen Kreisen beliebt werde.„„„„„ Der Sekretar. Genosse Klingenhugen, wunscht in Ergänzung des gedruckt vorliegenden Berichts, daß bei dem Bedürfnis nach Referenten die Bezirksleitung resp. der Sekretär mehr in Anspruch genommen werden möge, damit eine bessere Regelung dieser Angelegenheit getroffen werden könne. Ferner sei es im Interesse einer glatten Abwicklung der Geschäfte erforderlich, daß auch bei einem Wechsel der Ortsgruppenbevollmächtigten dem Sekretär Mitteilung von der neuen Adresse gemacht werde. Mit der Diskussion über diese Berichte wurden folgende Anträge verbunden: Ortsgruppe Detmold: Das Agitationskomitee hat wieder den Agitations=Kalender herauszugeben. Kreisverein Lippe: Das Agitationskomitee hat wichtige Anträge und Anregungen den einzelnen Wahlkreisen vor dem Bezirksparteitag ihren Generalversammlungen zu unterbreiten. Die Debatte über die Geschäftsberichte ist eine sehr lebhafte. Von den einzelnen Rednern wurden die Agitation durch Verschon jetzt zu erledigen. Der Antrag wird angenommen und die Mandatsprüfungskommission als Wahlkommission bestimmt. Als Ort für den nächsten Parreitag werden Salzuflen, Vlotho und Minden in Vorschlag gebracht. Die Abstimmung ist geheim. Die Beratung wendet sich dem nächsten Punkte der Tagesordnung zu:„Unsere Bezirksorganisation und die Beschlüsse des Parteitages. Aus dem Referat des Genossen Schreck sei folgendes wiedergegeben: Das neue Organisationsstatut bringt mehr Einheitlichkeit und mehr Zentralisation in die Partei. Auch die Finanzierung, die bisher gerade keine glückliche war, wird eine bessere. Einer der wichtigsten Beschlüsse ist der des Mindestbeitrages von 30 Pfg. für männliche und 15 Pfg. für weibliche Mitglieder pro Monat. Diese Erhöhung tritt am 1. April nächsten Jahres in Kraft. Die Bezirksleitung unterbreitet dem Parteitag den Antrag, von diesem Zeitpunkte ab auch der Bezirksleitung einen hoheren Beitrag zu überweisen und zwar 7 Prozent statt der bisher abgeführten 5 Prozent. Die Berichterstattung an den Parteivorstand habe eine Verschärfung erfahren, ebenso sei das Ausschlußverfahren anders geregelt worden. In der Frage der Maifeier ist die Gründung von Bezirksfonds veschlossen worden, und die Bezirksleitung beantragt, bei der Struktur unieres Bezirks die einzelnen Wahlkreise als solche Bezirke zu bestimmen. In der Frage des Bildungswesens ist im Bezirk ein besseres Handinhandarbeiten unbedingt erforderlich. Es empfiehlt sich, Bildungsausschüsse nach dem Mi „„„„„ des Bielefelder Ausschusses einzusetzen. auch des Bibliotherwesens muß sich mehr angenommen werden. In der Frage der Jugendbewegung könnte in reichlich einem Dutzend Orten mehr etwas geschehen, als wie das heute der Fall ist. Gerade dieser Angelegenheit sollte die größte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Eine Diskussion über das Referat findet nicht statt. Der nahme: Als Wirtschaftsgebiete für die Schaffung eines Unterifeier bestimmt der Par stützungsfonds zur Maise###### mt der Parteitag die Wahlkreise des Agitationsbezirks. Als Zentralstelle für die Förderung des Bildungswesens setzt der Parteitag den Bildungsausschutz für Bielefeld ein. und die Form der herausgegebenen Flugblätter, die Landtagswahlen in Lippe, die Reichstagswahl in Beckum=Lüdinghausen 2c. zum Gegenstand der Erörterung gemacht. Dem Sekretär wird frieden, gegen welchen Vorwurf die Mindener um sich wehrer. Jur ist Eagräntet 4— ∆ Genosse Vißelmann=Vermolb begrunbel den Detmolder Antrag auf erneute Herausgabe des Agitationskalenders. Die lippischen Genossen sind der Ansicht, daß er sich gut bewährt habe. Andere Redner sind dagegen der Meinung, noch besser sei e Lu. W—, Arz.,„ Crramsgg#. des Agitationskalenders lieher für Bibliotbekzweae in den einzelnen Orten Ueber riert schluß die Hauptbedeutung des Parteitages liegen. Werde er durchgeführt, so seien die Folgen ganz ungeheure, die Arbeiterschaft werde mit einemmale auf eine höhere Kulturstufe gehoben. Zum erstenmale sei hier der Weg der direkten Aktion beschritten worden und jeder Parteigenosse, der nicht länger in der kapitalistischen Gesellschaft Knecht sein und bleiben will, muß mithelfen bei Durchführung dieses Beschlusses. So verweigern wir der Regierung die Steuern und winden den Junkern die Liebesgabe aus den Händen. Wir wollen nicht mehr festhalten an den Lastern der Unterdrückten, sondern die günstige Situation ausnutzen, um recht bald aus der kapitalistischen Gesellschaft herauszukommen. Da eine Diskussion nicht beliebt wird, gelangt sofort nachstehende Resolution zur einstimmigen Annahme: Der Bezirksparteitag verpflichtet die Kreisorganisationen, mit aller Kraft für die Durchfuhrung des Schnapsboykotts gen internationalen Kongreß referier. a die Zahl der zu entsendenden Delesohl nicht mehr als Redanemenidhreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. zu wirken. Ueber den nächsti Genosse Seoering. 4. 9,..4 mehr als e gierten geregelt werde, wurde wohl nicht mehr als ein Vertreter auf das ostliche Westfalen entfallen. biedner beantragt, einen Delegierten zu wählen und denjenigen, der die nächstmeisten Stimmen erhalte, als Stellvertreter, oder wenn wir zwei Vertreter erhalten wurden, als zweiten Vertreter zu betrachten. Der Antrag wird angenommen und Genosse Hoffmann gewählt. Als Stellvertreter reip. als zweiter Delegierter wird Genosse Schreck bestimmt. Die Kosten der Delegation sollen wie in früheren Jahren von den Wahlkreisen prozentual ihrer Mitgliederzahl aufgebracht werden. Das inzwischen festgestellte Rejultat der Wahl der Bezirksleitung zeitigte folgendes Ergebnis: Die bisherigen Mitglieder Eilers, Graf, Hoffmann, Schlüter, Schreck und Zenker wurden wiedergewählt. Für den verstorbenen Genossen Lohmann tritt Genosse Köllner neu in die Bezirksleitung ein. Damit sind die Arbeiten des Parteitages erledigt. Nach einem kräftigen Schlußwort des Genossen Köllner und einem dreimaligen begeisterten Hoch auf die Sozialdemokratie finden die Verhandlungen abends gegen 7½ Uhr ihr Ende. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Nr. 239. Die heutige Numm Arboirrt Nach fünftägiger Verhandlu Angeklagten Dahsel und Schu im Verhältnis zu der schmutz beider Erpresser als außerof müssen. Auf ein Jahr sechs A auf 3 Jahre ist gegen Dahsel, die Schuwardt wegen einer R Gesetz läßt für jeden einzelnen 1 Monat bis zu 5 Jahren ur 5 Jahren„zu. Das offentliche Interesse a Einzelfällen, die die Auchiour in der leider nur teilweisen Er nalen“,„patriotischen“, antiser systems. Die Angeklagten hal Buche stehen, betatigt. Aber möglich gewesen, wenn nicht die„Freiheit des früheren neten Ahlwardt und die„Wa anwaltschaft nicht in der Lage sammenhang zwischen den zu fällen und der Tätigkeit des Zum mindesten moralisch ver schmutzigen Treibens der V Handlungen ist der Verleger Bruhn. Das hat die Verhar heit" machte ebenso wie früh Erpressertätigkeit der Verur anträge stellten bestimmte F „Wahrheit" zur besonderen klagten, sondern als Zeugen unter Beweis. Das Gericht weil es als wahr unterstellt Kreisen als Erpressungsorg stärker wie die Angeklagten Bruhn durch seine eigenen Dahsel=Schuwardt=Bruhn Der Staatsanwalt glaubte bis in die„höchsten Kreise“ dieser mal ein anständiger I sich seiner nationalen, konse auch damit brüsten, daß auf dakteure seines Blattes begi mit der Regierung, mit den Journalisten sind festgestell anwalts, daß diese Leute des verkehrt. Von den Soldsch was Bismarck einst in Bezie formierten Journalisten sa ständigen Leute. Im höchsten Grade auffklage gegen den Verleger d eine mindestens nahezu erpr ausübte. Warum ist gege Warum sind die Inserente die in seinen Schmutzartike mit deren intimen Familiel tigte, nicht als Zeugen im eine solche Untersuchung n einen Verteidiger beizupflic daß eine erpresserische Tätig gebrachten Fällen gegen Br. des Staatsanwalts Bruhn, dessen die Geldbeut lich auf den Straßen Berli: lich wie so manches ander Oeffentlichkeit für diesen P ein Zeitungsberichterstatter öffentlichen Sicherheit, nt fertigten einen solchen Besc Plaidoyers der Verteidiger werden könnte, die Beziehr des noch nicht angeklagten zum Zivilkabinett, zu den Aufdeckung der Staatssiche Die abgeurteilten Erpr Existenz eines Blattes vo hochste begünstigt wurden diese Verbindung des Ver semitischen Blattes mit de Begünstigung eines derar hörden mußte den Erpress Leute, die angegriffen wa der engen Verbindung die vom„Reichsverband zur bedienten Preßorganen z zur Rechtspflege kommt Rechtspflege gegenüber C anwaltschaft es ablehnt, Anklage zu erheben, we „Reichsverband zur Bekär durch die Polizei gespeist nur an die Klage des R gegen die„Post“. Wo so kommen, wenn Freisprech erfolgten, wenn die Verlei zur Bekämpfung der So Die abgeurteilten Fäll keit des antisemitischen Folgen der Fäulnis, die Folgen des heute herrsche Käufer der„Wahrheit“, die in der Wahlnacht 13 kanzler zogen. Antisem „Wahrheit verrichten fü aktion die Dienste eines ständigen Konservativen Die als Revolverblat getennzeichnete Wahrhe.