er Wirt des Lokals ständig.„Ueber die der Erklärung hinOrganisation gehabt rier sich zu solchem Schikorrs auf die der Arbeiter wurde nangenehm für die ng, daß sie in Zureiheit unternehmen nicht am gleichen Christlichen. Ein Gewerkschaften behi immer„zufällig“ uch unsere Gewerk.. Und da auch der al den frei Organiin jetzt, auf welchem ersammlungslokalen streiks im Mai in Streikposten nachts aues der Artilleriem mit den sechs im rbeitswilligen zu kennen gegeben hatdie Geldmittel zur wählten die Nachtlligen herankommen tei wurden. Die ische Holztore. die Ihnen schlossen sich sie ebenfalls in der nen aber nicht, mit wußten, in welchem rufe keine Antwort Jolizei und Staatseine große Staatskende mit Knüppeln streiten— seien in Arbeitswilligen mit sanwaltschaft schien ichst ein Verfahren ind fragte bei der ngrundstücks an, ob waltung lehnte das daß die Streikenden, atten und sich nicht angen zu haben, beStaatsanwaltschaft erten Hausfriedensgesetzbuches, in welist. 16 Angeklagte engericht in Straßritten die ihnen zur Verabredung zu geie Waffen getragen; richt aber kam auf ters in der Kaserne, ines Schutzmannes, ichtwächter, hatte, zu in eine Woche GeDer Staatsanwalt die anderen einen dauert unverändert ungen nichts wissen. zu den neuen BeStreikbrecher sind ders ein Fabrikant ehen. Zuzug ist zu beiter. Die BresVersammlung, am r auf, 120 Mark Tarifes auf zwei ndlungen noch fortnäheren Umgegend chen Gewerkschaftsn ein Tischlerstreik erwartet wird, der ldet das„Leipziger Leipzig, Dr. Ditttrich ist, da Leipzig nder des Aufsichtsi Gewerkschaft. Die ig. mit dem legalen Leipziger Tageblatt“ hl der Streikenden hellt aus der Tatördert werden konnind Heizer, Filiale und Beleuchtungs& Co. in Leipzignt sofort und weiteten also 8 Prozent. tion. n der Vertrag zum hen Frist gekündigt nterliegen nur die nzlustbarkeiten. Die tempelbogen erteilt. einer Genehmigung pflichtig. Für beide der Gemeinde eine die Stempelsteuer Stempelsteuer geer. Stadt Bielefeld“. ger, Schmiedestr. 9. impftraße. Kampstraße. denbrink, HerforderKahl, Herforderstr. u, Heeperstraße. Wirt Bökenkamp, „Einigkeit“ 9 Uhr Uhr bei Liedike, horwärts“ in der krockenhof). Uissen Heoverstraße. für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive " Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. —— Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Nr. 236. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westsaten und die Appischen Kurstenkumer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Bielefeld, Sonnavend, 9. Oktober 1909. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein.“ Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“. A. Gerisch& Co., Nieleseld. 20. Jahrg. Arbeiter, Genossen: Meider ven Schnupr? Euch ziemen nicht mehr die Laster der Unterdrückten. Preußischer Adel und preußischer Schnups. Branntweinbrenner unter sich. „Kindlich wirkt es, wenn die trinkfreudige Sozialdemokratie, deren sicherste Stütze der wenig tätige, dafür desto mehr agitierende Parteibudiker ist, nicht nur gegen den Schnapsteufel wettert, sondern damit auch den schnapsbrennenden„Junker“ gewöhnlich bürgerlichen Standes bis zur Vernichtung schädigen will. Ihm und der Volksgesundheit geschieht nur ein Gefallen, wenn sich die Knechte und Arbeiter weniger betrinken. Auch ist der Säufer den Utopien des Sozialismus geneigter als der nüchterne und daher fleißige Arbeitsmann.“ Mit diesen Worten, in denen Zorn und Aerger mit der Heuchelej um die Palme ringen, glaubte die„Rheinisch=Westfälische Zeitung", das Organ des westfälischen Großkapitals, vor einigen Tagen die Bewegung gegen den Branntweinkonsum abtun zu können, nachdem der plumpe Moniteur der Großgrundbesitzer, die„Deutsche Tageszeitung“, sich eine Woche vorher in ähnlichen Phrasen über die rauhe Wirklichkeit hinwegzutrösten Sesucht hatte„, 1g. 1n8 VZigte in Li#n Sat Wie viel Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit in dieser Haltung der betroffenen Junker und Industriellen liegt, dafür sind wir heute in der Lage, einige unverdächtige Zeugen aufmarschieren zu lassen. Am Freitag, 26. Februar 1909, also lange vor dem Leipziger Parteitag, trat im Kaisersaal des„Rheingold“ zu Berlin— allwo der Saft der Reben und nicht gebrannter, Karfoffelfusel zum Ausschank gelangt— die 57. Generalversammlung des Deutschen Spiritusfabrikanten=Vereins zusammen, um eine Aussprache ihrer Teilnehmer über die Wirkung der neuen Branntweinsteuervorlage und den Rückgang des Trinkbranntweinkonsums zu veranlassen. Die Leitung des Vereins setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Ehrenmitglied: Se. Exzellenz, Wirkl. Geh. Rat v. Graß, Rittergutsbesitzer in Klanin bei Groß=Starsin(Westpr.) Vorstand: Amtsrat Schmidt, Löhme bei Seefeld(Mark), Amtsrat Gröbzig und.... Mhairtch Geis Rittergutsbesitzer von Oppenfeld in Rheinfeld, Kreis Belgard. gEashub: Ausschuß: Edler Herr Gans zu Putlitz, Rittergutsbesitzer, Groß=Pankow. Graf von der Goltz, Rittergutsbes., Czaycze, Bromberg. Graf Kwilecki, Rittergutsbesitzer. Oporowo bei Wronke. Graf von der Schulenvurg, Rittergutsbes., Grünthal(Mark). Graf von der Schulenburg=Heßler, Rittergutsbes., Vitzenburg. Graf von Strachwitz, Rittergutsbes., Groß=Stein, Schles. Graf Königsmarck, Rittergutsbes., Radem bei Friedrichsgnade Graf Kerssenbrock, Rittergutsbes., Schurgast, Schlesien. Freiherr von Lindenfels, Reichsrat, Thumsenreuth bei Reuth. Freiherr von Schuckmann, Rittergutsbes., Auras, Schlesien. von Zychlinski, Rittergutsbes., Twardow bei Witaschütz. von Zitzewitz, Rittergutsbes, Zitzewitz, Pommern. von Woikowski=Biedau, Ritterguisbes., Pohlsdorf bei Mettkau, Schlesien. von Wedel, Rittergutsbes., Vehlingsdorf in Pommern. von Unruh, Rittergutsbes., Klein=Münche bei Groß=Münche. von Turno, Rittergutsbes., Objezierze bei Obornik. von Stiegler, Rittergutsbes., Sobot ka, Bezirk Posen. von Sydow, Rittergutsbes., Kalzig, Kreis Züllichau. von Quast, Rittergutsbes., Radensleben. von Puttkamer, Ritterautsbes., Poberow bei Neu=Colziglow. von Pappritz=Radach, Ritterschaftsdirektor, Klein=Kirschbaum bei Radach. von Stegenborn, Rittergutsbes., Klonau in Ostpreußen. von Nathusius, Rittergutspächter, Hundisburg. von Muellern, Rittergutsbes., Soßnow, Kreis Flatow. von Krockow, Rittergutsbes., Rumbske, Kreis Stolp. von Kries, Rittergutsbes., Groß=Watzmiers bei Swaroschin. von Kries, Amtsrat, Schloß Boggenhausen, Westpreußen. von Korn, Dr., Rittergutsbes., Rudelsdorf, Kreis GroßWartenberg, Schlesien. von Komierowski, Dr., Niezychowo bei Weißenhöhe. von Klitzing, Rittergutsbes., Stein bei Sibyllenort. von Klitzing, Rittergutsbes., Charlottenhof bei Vietz. von Kalckreuth, A., Rittergutsbes., Arnsdorf bei Neusorge, Schlesien. von Jackowski, Dr., Rittergutsbes., Wronczyn bei Pudewitz, Posen.. g2 von Horn, Rittergutsbes., Groß=Salbin, Pommern. von Hertzberg, E., Landschaftsrat, Rittergutsbes., Lottin. von Emlevort, Rittergutsbes., Warsin bei Falkenberg, Stettin. von Diest, Rittergutsbes, Zeitlip. gm iug Garkazin 5.: Sst. von Dewitz, V., Rittergutsbes., Major, Carbezin bei Külz. Kaiser, Rittergutsbes., Fuchsmühl, Kr. Madelung, Oekonomierat, Sakrau bei Gogolin, Schlesien. Richter. Amtsrat, Schönau bei Neumarkt, Schlesien, Korn, Nieder=Seichwitz, Kr. Rosenberg, Oberschl. Förster in Kontopp. Kr. Grünberg, Schlesien. Scholtz, Amtsrat, Bernstadt in Schlesien. Schrewe, Amtsrat, Kleinhof bei Tapiau. Schrader, Amtsrat, Alt=Landsberg. Sander, Amtsrat, Himmelsthür. Reinecke, Amtsrat, Sagan3 Simon, Amtsrat, Beutnitz.„ Mankievicz, Amtsrat, Falkenrehde. Heine, Amtsrat, Kloster Hadmersleben. Hecker, Amtsrat, Althöfchen bei Schwerin. Windisch, Professor Dr., Hohenheim, Württemberg. Teßler, Oberamtmann, Pinnow, Uckermark. Sinner, R., Kommerzienrat, Grünwinkel. Steiger. Geh. Oekonomierat, Kleinbautzen bei Purschwitz. Bocke, Oekonomierat, Geilsdorf bei Weischlitz. Rinck, G., Rittmeister, Glien bei Neumark, Pommern. Reiner, H., Rittergutsbes., Ruhden bei Lötzen. Sieg, Rittergutsbes., Siegesruh,(Reichstagsabgeordneter). Rose, Rittergutsbes., Adl.=Lichteinen bei Kraplau. Nehbel, Rittergutsbes., Salusken, Ostpreußen. Pflug, Rittergutsbes., Brody, Posen. Plehn, A., Rittergutsbes., Kopillow bei Schwentau. Lehmann, Rittergursbes., Nitsche, Bezirk Posen. Martini, Rittergutsbes., Idasheim bei Stolenschin. Hoffmyer, Rittergutsbes., Zlotnik, Posen. Badewitz, Dr., Rittergutsbes., Siethen bei Ludwigsfelde. Außerdem noch Rittergutsbesitzer, Rittergutspächter und Gutsbesitzer. Als Gäste der Regierung waren erschienen: Se. Exzellenz Herr Ministerialdirektor Dr. Thiel, Geh. Oberfinanzrat Joeden, Geh. Reg.=Rat Boenisch, Geh. Reg.=Rat Nay, Geh. Reg.=Rat Frhr. v. Falkenhausen, Geh. Ober=Reg.=Rat Prof. Dr. v. Berchka und Reg.=Rat Dr. Appel. Wissenschaftliche Beamte besitzt der Verein 33, darunter 7 Professoren, 18 Doktoren. 4 Ingenieure. „Interessant ist nun für die deutsche Arbeiterschaft ein Blick if die Tätigkeit dieser zumeist adligen Herrschaften, die sich nier Ausschluß der Oeffentlichkeit abspielte und doch für die Oeffentlichkeit ein so hohes Interesse besitzt. Der Vorsitzende, Herr Amtsrat Schmidt=Löhme dankte zunächst den Vertretern der hohen Staatsregierung, daß sie es„nicht verschmäht“ haben, auf der General=Versammlung zu erscheinen. Dazu hatte er allerdings triftigen Grund, denn gleich sieben „abkömmliche“ hohe Staatsbeimte zu begrüßen, diese Gunst wird so leicht nicht einer wirtschaftlichen Interessentenvereinigung zuteil. Es müssen schon die Branntweinbrenner sein, die sich solcher Aufmerksamkeit erfreuen. Doch wenden wir uns den Verhandlungen zu, aus denen einige Stellen für uns von höchster Wichtigkeit sind. Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. Delbrück führt als Geschäftse Nach diesen Erörterungen über die Fabrikationstechnik komme ich zu einem anderen Gebiete, das ist die Pflege des Absatzes von Spiritus. Das ist ja die Sorge, die uns hauptsächlich beschäftigt. Nun hat das Brennereigewerbe sich bisher auf den Standpunkt gestellt, daß es nicht seine Aufgabe sei, für den Absatz von Trinkbranntwein einzutreten. Es hat das gewissermaßen für unter seiner Würde gehalten. Wenn man aber nun bedenkt, daß, wie auch die Gesetzgebung ausfallen mag, wir bei der 100=Millionen=Steuerauflage doch auch mit einer Konsumeinschränkung des Trinkbranntweins von 40 Mill. Litern rechnen müssen und daß das eine Betriebseinschränkung für jeden einzelnen von mindestens 10 Prozent bedeutet, dann muß man doch diesen Standpunkt aufgeben und sich die Frage vorlegen, ob man nicht irgendwie einzugreifen in der Lage ist. Dazu kommt noch, daß ein konzentrischer Angriff von anderer Seite erfolgt: von der Abstinenzbewegung. Gewiß wird sich niemand hier im Saale befinden, der einer vernünftigen Mäßigkeitsbewegung nicht das Wort redete. Aber wir haben gar keine Veranlassung, die Abstinenzfanatiker womöglich noch zu unterstützen.(Sehr richtig!) Die Kontrolle, die wir bisher auszuüben versucht haben, hat ergeben, daß die Alkoholgegner mit übertriebenen, nicht bewiesenen Behauptungen und Schlagworten arbeiten. Diesen Uebertreibungen soll auf wissenschaftlicher Basis entgegengetreten werden. Die Schnapsbrenner wollen international gegen die Abstinenzleute vorgehen durch Errichtung Auch der zweite Redner, Gans Edler Herr zu Putlitz, jammert über den eventuellen Rückgang von Trinkbranntwein. Er sagt: „Bei einem zu hohen Preise wird der Konsum nicht mehr aufnahmefähig sein und selbst, wenn der Rückgang von Trinkbranntwein nur 10 oder 20 Prozent beträgt, so steigern sich abermals in unseren Betrieben die Produktionskosten außerordentlich, weil wir den Absatz wie früher nicht mehr habenDenn man weiß ja, daß man die letzten paar tausend Liter sehr billig herstellen kann, daß aber, wenn die Zahl von Litern, die man billig herstellen kann, einem fortgenommen wird, die Herstellungskosten für die übrige Menge sich sehr viel höher stellen. Auf der einen Seite sind wir auf Absatz von denaturiertem Spiritus angewiesen, auf der anderen Seite vermögen wir zu dem Preise, zu dem wir den denaturierten Spiritus nur absetzen können, ihn nicht herzustellen. Hier liegt die Schwierigkeit, ein gerechtes Steuergesetz zu machen. Entweder muß dieses Gesetz sich mit aller Schonung an das historisch gewordene anlehnen, oder man haut es auf dem Grundsatz der einfachen freien Konkurrenz auf. Wenn man das aber will, dann ist zu erwarten, daß der Spiritus nur noch da wird erzeugt werden, wo man ihn am billigsten herstellen kann, und das ist, allgemein gesagt, in den östlichen landwirtschaftlichen Betrieben, sofern sie groß genug sind, sofern sie sich nicht damit begnügen, 100 000, 150 000 oder 200 000 Liter herzustellen, sondern wenn sie sich zu Genossenschaften zusammentun und Betriebe bilden, die wie unsere großen Stärkefabriken 500000 Zentner Kartoffeln und mehr aufnehmen und 4, 5 oder 6 Millionen Liter Spiritus herstellen. Diese Betriebe würden bei freier Konkurrenz die einzigen sein, die bestehen könnten. Heute existiert nicht ein einziger derartiger Betrieb, das heißt also: sämtliche heute bestehenden Brennereien müßten verschwinden, und auf einer ganz neuen Basis neue entstehen, wenn dieser Weg eingeschlagen wird.(Sehr richtig! und Hört, hört!] Damit würde eine völlige Umwälzung sämtlicher Verhältnisse herbeigeführt werden.“ Rittergutsbes. Landrat v. Puttkamer=Bornow teilt mit, daß er in seiner Brennerei 50000 Liter Alkohol herstellt und sich durch die Monopolvorlage der Regierung in seinen wesentlichsten Interessen bedroht fühlt. Niemand kann es uns verdenken, wenn wir von einer uns drohenden, unberechtigten Vermögenskonfiskation sprechen. denn darauf kommt es schließlich hinaus. Eine solche Vermögenskonfiskation läßt sich niemand gefallen, selbst der Wurm krümmt sich, wenn er getreten wird. Rittergutsbes. Foerster=Kontopp: Es ist unmöglich, 100 Millionen mehr aus dem Branntwein zu entnehmen, denn von der ganzen Spiritusproduktion, welche etwa 4 Millionen Hektoliter beträgt, gehen nur 2400000 durch den Trinkbranntwein in den Konsum, d. h. also drei Fünftel. Nur diese drei Fünftel (also der Trinkbranntwein) bringen Geld, die anderen zwei Fünftel Kosten. Wenn nun 100 Millionen mehr herauskommen sollen, wird der Hektoliter zum Trinkbranntweinverbrauch 42 Mark teurer, d. h. unter der Voraussetzung, die aber auch nicht zutrifft, daß der Konsum nicht zurückgeht. Wir können ohne Uebertreibung annehmen, daß, wenn wir den Verdienst des Zwischenhandels hinzurechnen, der Hektoliter Spiritus 50 Proz. teurer wird. Man wird aber nicht fehlgehen, daß der Trinkbranntweinverbrauch von ca. 2½ Millionen auf 2 Millionen Hektoliter zurückgehen wird. Wir gehen nicht fehl, wenn wir sagen, daß diese Mehrbelastung von 100 Millionen infolge der Abnahme des Trinkbranntweinverbrauchs wenigstens zu einem Preise von 70—80 Pfg. pro Liter Schnaps führen wird, und bei diesem Preise werden nicht einmal 2 Millionen Liter Schnaps getrunken werden. Je weniger getrunken wird, desto höher muß der Preis geschraubt werden, und je höher der Preis desto weniger wird getrunken, und das Endergebnis wird sein, daß unser Gewerbe in Grund und Boden ruiniert wird.(Sehr richtig!) Es ist unmöglich, 100 Millionen aus dem Branntwein herauszuziehen. Diese Reden wurden, wie gesagt, gehalten, lange ehe der konzentrische Angriff der Sozialdemokratie gegen die Schnapsbrenner begann! Die kleine Abstinenzbewegung hatte schon genügt, das Konsortium der Spiritusfabrikanten so in Aufregung zu bringen. Ursache dieser Bewegung war außer den Steuervorlagen die Feststellung der erfreulichen Tatsache, daß der 20000 Mt. zur Verfügung stehen, sollen alle die Alkoholfrage betreffenden Untersuchungen ausgeführt werden können. Alles was in der Literatur, an Experimenten und Behauptungen auftritt, soll auf seine Richtigkeit untersucht werden. Herrn Dr. Voeltz wird noch ein Mediziner und ein Chemiker zur Seite stehen. Wir haben die Herstellung des Trinkbranntweins gewissermaßen laufen lassen und das hat doch seine großen Bedenken gehabt. Frankreich hat einen Export von fast 30 Millionen Litern an Trinkbranntwein gehabt. Da muß man doch fragen: „Ist nicht Deutschland auch auf diesem Gebiete etwas zu leisten in der schlosse eine besondere Abteilung einzurichten.,„In, dieser Abteilzug sellen auch die alkoholfreien„Getränke beovachtet werden. Die Abstinenz geht so vor, daß sie überall Alkoholfreiheit verlangt, aber das Trintbedürfnis der Bevölkerung wird durch die sogen. alkoholfreien Getränke nicht befriedigt. Ich weiß nicht, ob Sie geneigt sind einmal eine Kostprobe auf diesem Gebiete vorzunehmen. Dann gehen Sie, bitte, in eine alkoholfreie, Schenke und versuchen Sie dort einmal, Ihren Durst zu stillen.(Heiterk.) Ich habe mit einigen Kollegen eine solche Probe gemacht. Wir hatten uns den Tag über auf einer Exkursion schon reichlich mit den uns genehmen Getränken versorgt und waren der Meinung, des Abends müßten wir alkoholfrei leben.(Große Heiterkeit.) Nun, in einer halben Stunde hatten wir die ganze Karte durchMillonen Diter in den Johriänie 191957. Das bchelter in Rücksichtnahme auf den Bevölkerungszuwachs eine Abnahme des Branntweinverbrauchs von 4,2 Liter auf 3.8 Liter pro Kopf und Jahr. Während nicht nur jeder Proletarier, sondern auch jeder ehrliche Volksfreund sich über diesen Rückgang von ganzem Herzen freuen muß, werden die Fuselbarone dazu übergehen, mit bezahlten Wissenschaftlern die„Uebertreibungen“ der Abstinenzbewegung zurückzuweisen und die Gesundheit und Bekömmlichkeit des Branntweins zu demonstrieren. Wir gratulieten zu dem volksfreundlichen Versuch. Bei den organisierten Arbeitern dürfte er nach diesen unseren Mitteilungen wohl umsonst gemacht werden. Wir ziehen aus den Verhandlungen der Schnapsbrenner=Generalversammlung nur einen Schluß: Deutsche Arbeiter, ihr seht, daß euer Kampf, gegen das Junkertum auch auf diesem Felde nicht erfolglos bleiben kann! Der Schlag des Schnapsboykotts trifft die Brenner bis ins Herz, nämlich ins Portemonnaie. Seht euch die Liste„der Schnapsbrener an und fragt euch, ob ihr ihnen zuliebe verpflichtet seid, eure Gesundheit und eure Familie durch Fuselgift zu schädigen! Nun erst recht: Weg mit dem Branntwein! Politische Terrorismus“. Unter dieser und ähnlichen Ueberschriten Feinez. haft die 9 samte deutsche Szentruntspersammlung in Mülheim am Rbein, schon erwähnte) Bextentuo g.Benanzgg in eube gu. Phein, allzu lebhe Nun, in einer halben Stunde baten vir Grausene 2., Hezrche svon erwähnte, Versazter uuseinanpersetzungtz, nit dem Vor(Große Heiterkeit, Prauien dos Lota., sitzenden und gar zu stürmischer Zwischenruxe der Auflssung Verteilztung organiserten S, vn der Fersenstralisen sammlung nicht das mindeste zu tun hat, daß im Gegenteil in verantwortlich Heisciaser Wporher“ rizies des Sozialbenotratischen Vereins Scharfmacher und war in den Jahren nach den Mordanschlägen Hödels lings, in einer Zeit, wo die gesanteg rißziöse. Presse nicht nur die Sozialdemotratie für diese Verprechen, sondern auch den bürgerlichen Liberalismus für die Sozialdemokratie Ferangsbrilich zu machen suchte. Mit Wollust stürzten sich die machen suchte., fr#btig, sich die Reaktionäre auf jenen Artitel, der die„Vere Pise, Liach aunt Botiagen ban die Bartalaldlo, sasd er. Plez. u. dur Weacke ur ag, de sschius eniun. ür#e„ Auch auf Emerben zut vir Pattenettizg nels erSersaitt ußer Zentrumsbersammlung, in der der Abgeordnete werden dürfer die Finanzreform reden würde, nicht besucht gingen viele Arbeiter, die empört sind über die unter führender Mitwirkung des Zentrums zustande gekommenen neuen Steuern, in die Versammlung. Als der der Rateh Leiter der Versammlung zu Beginn die vollsseindliche Haltung)... als einen Sozialdemotraten eliche ue Mderihrichsie die durch das auferordentlich unge gekun 1, Usaer ausis hus a. tot zumer und inmer wieter be schickte uno provoratonische Benehmen des Vorsitzenden sich zu einem riengen Spektafel ausmuchsen. Der üharmachendo Bo. r W e l t b e w i e s e n h a b e. U n d d a a u e r b i n g s e r k l ä r t e E u g e n michter in der anweyr jener ungriffe, daß er, wenn er in die Lage käme, einen Rat zu erteilen, keinen anderen Rat gäbe, als für Lucius zu stimmen Der Rat brauchte nicht eingeholt zu werden; denn Lucius erhielt, wie bei den früheren Wahlen, das Mandat schon im ersten Wahlgange.“ sucht die„Vossische Zeitung" die Tatsache zu fälschen, daß bleihen wird oder ihr infolge der Intrigen und echtrussischen Treibereien entrungen werden sollte. Der politische Führer Dubrowin ist tot und begraben, und mit sich schleppt er die Trümmer der von ihm geleiteten Organisation. Nicht einmal umer der von ihm geleiteten Oxganisatic Tragit liegt in diesem Fau. Denn Dubrowin gehört nicht zu jenen mephistophelischen Persönlichkeiten, die auch in ihrer Gegeben, in allen einem riesigen Speliatel auswüchsen. Der überwachende Beamte ließ den Saal räumen, da die Aufforderung des VorPessgs Zsiedi„Nichtzentrumsleute“, den Saak zu verlassen, Uns will scheinen, als hätten die Arbeiter, die sich, zur Sozialdemokratie bekennen, nicht richtig gehandelt, indem sie die Versammlung gegen den Willen der Parteileitung besuchten und damit dem Zentrum einen Dienst leisteten. Auch unter den Anhängern des Zentrums herrscht große Erbitterung über die neuen Steuern; jetzt aber haben es die Mülheimer Zentrumsdemagogen leicht, die Entrüstung ihrer Anhänger auf die Sozialdemokratie abzulenken. Im übrigen aber hat die Zentrumspresse nicht das mindeste Recht, sich über das Vorgehen der Versammlungsstörer zu entrüsten. Denn diesem vereinzelt dastehenden Fall kann man Hunderte von Vergewaltigungen Andersdenkender durch Zentrumsanhänger entgegensetzen. Auch die Klerikalen haben in ihren Herrschaftsgebieten schon zahlreiche Versammlungen gesprengt und es ist schon sehr oft an Gerichtsstelle erwiesen, daß sie bis zur blutigen Mißhandlung sozialdemokratischer Flugolattverteiler und Landagitatoren gegangen n politischen Situationen, und das freisinnige Bürgertum wußte sich mit ihm darin eins, indem es in der Regel — die durch einzelne Ausnahmen nur bestätigt wird, in den Stichwahlen den Reaktionär wählte. Aber wenn die„Vossische“ recht hätte, so wäre die Handlungsweise Eugen Richters um so erbärmlicher, da ja gerade damals ungeheuer viel durch ein mutiges Zurückweisen der ungeheuerlichen Lüge Bismarcks und der Junker gewonnen werden konnte. Einen schlechteren Dienst konnte die Tante Voß dem toten Eugen Richter nicht gut erweisen als mit diesem unglücklichen Bemäntelungsversuch. meinheit durch Charakter und Geist imponieren und an Stelle der Tugend das Talent setzen. Nicht durch eigene Tatkraft hatte er sich zu seiner Höhe emporgeschwungen, er war nur der Schaum auf dem Schlamm, den das echtrussische Pogrommeer aus den tiefsten Niederungen barbarischer Instinkte heraufgeschwemmt hatte. Die Gunst des Hofes hatte ihm für eine kurze Weile eine Gloriole verliehen und ihn in den Augen altersschwacher Generäle und hysterischer Fanatiker zu einem Helden gestempelt. Aber er verstand es nicht einmal, aus der ihm zuteil gewordenen Gunst dauerndes politisches Kapital zu schlagen. Seine höchste und realste Leistung war die Ermordung des völlig unschuldigen Prof. Herzenstein, eine Leistung jedoch, die seiner Partei nicht den geringsten Nutzen, sondern nur unendlichen Schaden brachte und ihn selber auch bei befreundeten Kreisen anrüchig machte. Gerade dieser sinnlose Mord bewies, daß Dubrowin ein kurzsichtiger Politiker und eine charakterlose Persönlichkeit ist. Erst Zu Bebels Brief an Hautzmann bemerkt die„Kölnische Zeitung": „Das ist zwar eine sehr höfliche, aber entschiedene Ablehnung der demokratischen Wünsche. Zum so und so vielten Male werden hier von sozialdemokratischer Seite die tiefen Abgründe gezeigt, die zwischen den bürgerlichen Demokraten und der Arbeiterpartei liegen und die sich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt erweitert haben. Auf eine Widerlegung der Vorwürfe gegen die Methode der Sozialdemokratie läßt sich Bebel nicht ein; er weist sie vielmehr a limine ab und zeigt damit, sich verrechnet hat, wenn er an einen grundsätzlichen Wandel in Bebels Gesinnung geglaubt hat. Nur für Deutsches Reich. Das künftige Reichstagspräsidium. Mit dem Schlusse des Reichstags hat auch das Präsidium aufgehört zu existieren, und die erste Arbeit des Reichstags bei seinem Wiederzusammentritt wird darin bestehen, sich ein neues Präsidium zu wählen. Als die stärkste Partei hätte eigentlich das Zentrum den Präsidenten zu stellen; die Konservativen müßten sich mit dem ersten Vizepräsidenten begnugen. Damit würde Graf Stolberg ausscheiden, der selbstverstandlich für das Amt eines Vizepräsidenten nicht in Frage kommen kann, nachdem er Präsident war. Unter diesen Umständen beabsichtigt das Zentrum, den Konservativen den Präsidenten zuzugestehen, selbst aber den ersten Vizepräsidenten zu stellen. Dann entsteht die Frage, welche Partei den zweiten Vizepräsidenten stellen soll, und da wird nun behauptet, daß die Konservativen diesen Sitz den Nationalliberalen überlassen wollen, um auf diese Art eine gewisse Verständigung wieder anzubahnen. Ob die Nationalliberalen den Brocken, der ihnen mitleidig hingeworfen wird, nehmen werden, steht noch dahin. Wenn die Zusammensetzung des Präsidiums des Reichstags die Parteiverhältnisse widerspiegeln soll, dann muß die Stelle eines zweiten Vizepräsidenten den Polen oder den Antisemiten eingeräumt werden. Herr Lattmann oder Herr Kulerski Vizepräsident des Reichstags— ein Schauspiel für A vor einigen Tagen hat einer von denen, die ihn genau kennen und„patriotisch“ denken, in der konservativen„Rußkaja das taktische Verhältnis zu den Liberalen macht der sozial Götter und für Sozialdemokxaten. Das neue Präsidium wird demokratische Führer einige nicht unwesentliche Zugeständnisse. ein Präsidium des Schnapsblocks sein. ings so darzustallen versucht als„f Wenn er es allerdings jo varzusteuen versucht, als ob es immer so gewesen wäre, als ob die Sozialdemokratie„auch bisher jede ehrlich=liberale Forderung kräftigst unterstützt“ te, so muß man darin eine Höflichkeit gegen den Empfänger erblicken; denn bis in die jüngste Zeit hinein standen die Taten im Gegensatz zu diesem jetzt aufgestellten Grundsatz. Sollte dieser Grundsatz aber jetzt zur Geltung kommen, so sähen wir darin einen Fortschritt, der wesentlicher ist als die utopistischen insche eines Bündnisses des Liberalismus mit der SozialZeitung" kann sich nicht zu objektiver WürBriefes ausschwingen, sie schimpft einen ganzen Leitartikel über den Brief zusammen und schließt ihr giftiges Keifen, wie folgt: „Abg. Bebel hat er repräsentiert zugleich die rabitalen Ir Sozialdemokratie deren rückständige Politik Br.3 Siefer- Phusmaie, Fatskeit der Partei leitet und bestimmt. aus bieser umwort Bevels sehen wir, daß auf absehbare Zeit hinaus die offizielle Sozialdemokratie das bleiben will, was sie bisher gewesen ist. Für manche— richt für uns! hat zunächst für seine Person gesprochen, aber zugreich die raditalen Intransigenten in der Die Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Halle= Saalkreis findet am 6. November statt. Die Anberaumung des Wahltermins muß den in Betracht kommenden Behörden schwere Arbeit gemacht haben, daß es so lange, über fünf Monat, gedauert hat. Vom„Bund der Landwirte". Der Abg. Dr. Böhme geht dem Bund der Landwirte, seinem einstigen Brotgeber, scharf zu Leibe. Die vom„Deutschen Bauernbund“ herausgegebene Korrespondenz stellt Untersuchungen an, wer denn eigentlich die Leitung des Bundes der Landwirte in der Hand habe, nachdem fortgesetzt behauptet wird, daß dem Bunde nur 2000 Großgrundbesitzer angehören, die gegenüber den 314000 anderen Mitgliedern gar nicht in Frage kommen könnten. An der Spitze der Provinzialorganisationen des Bundes der Landwirte stehen 21 Vorsitzende und 27 Stellvertreter. Unter diesen 48 Führern des Bundes der Landwirte sind 1 Majoratsherr, 1 Fideikommißherr, 25 Rittergutsbesitzer, 1 Major(Endell), 1 Rittmeister, 1 Graf (Oriola), 1 Freiherr, 2 Domänenpächter, 11 Gutsbesitzer, 2 Guts1 Oberamtmann 1 An das eine Enttäuschung hedaute. uns!— mag zas eine Enttauschung veveuten; sicherlich aber wird es die ungeteilte Freude der Reaktion erregen.“ Die parteilose„Berliner Morgenpost" beurteilt den sinn„der„Freisinnigen Zeitung“ nicht unrichtig, wenn sie im unschluß an die Wiedergabe des Bebelschen Briefes schreibt: # diese Ablehnung(der Haußmannschen Anregung ourch Bevel) erfolgen würde, war vorauszusehen. Wenn aber nunmehr von freisinnigen Blättern die Sache so dargestellt wird, als sei überhaupt ein Zusammenwirken mit d. ten Linken ausgeschlosse ba pächter, 1 Dberamtmann, 1 umtsvorsteher., Daraus geht klar und deutlich die Richtigkeit der von der „Deutschen Tageszeitung“ stets bestrittenen Tatsache hervor, daß der Bund der Landwirte von den Großgrundbesitzern geleitet wird. Die Mitglieder werden von den Führern des Bundes lediglich als Stimmvieh bewertet. Prawda“ eine Charakterisierung Dubrowins veröffentlicht, die so gut zu seiner Flucht paßt. Dubrowin, schreibt er, ist weder ein Engel noch ein Ungeheuer, wie die entgegengesetzten Parteien ihn bezeichnen.„In Wirklichkeit macht er nur einen recht unangenehmen Eindruck. Er ist ungemein roh und ungeschliffen, er ist marktschreierisch und frech... Ich kenne seine Tätigkeit sehr genau, aber ich kann nur sagen, daß er ein völlig charakterloser Mensch ist. Alle seine Ausrufe:„Wir werden ihnen zeigen“ sind eitel nichts, gerade so wie das Heben der Arme noch keine Schlägerei bedeutet. Gleich dem Priester Johann von Kronstadt hat er auf der Höhe, auf die ihn, ganz unerwartet für ihn selbst, die Welle der Ereignisse emporgehoben hatte, seine Geistesgegenwart verloren. Er ließ sich von allem Auswurf umringen und vernichtete eine große Sache. Als dann um ihn herum seltsame Pilger, Trunkenbolde und auffällige alte Weiber auftauchten, als alles davon zu reden begann, daß die Gelder in der Partei an manchen Händen kleben bleiben, als die heilige Sache mit Schimmel bedeckt wurde, da wandten sich auch die Anhängermassen von Dubrowin ab.“ Die Umgebung Dubrowins, sagt derselbe mit den Verhältnissen vertraute Mann, wolle ihn nicht loslassen, da er für viele einträglich ist und sich hinter seinem Rücken so ausgezeichnet alle dunklen Geschäfte abwickeln ließen. Der Schwächling Dubrowin hatte sich eben durch seine Mordteilnahme in seine eigenen Maschen verstrickt... Dubrowins Flucht ist ein Fortschritt in der ganzen Affäre, obschon die Regierung, die ihn unbehelligt davonlaufen ließ, zugleich ihre Schwäche gezeigt hat. Daß man es aber nicht gewagt hat, Dubrowin durch einen Gewaltstreich der Gerichtsbarkeit überhaupt zu entziehen und den Skandal durch einen neuen Skandal angeblich aus der Welt zu schaffen, ist schon ein Gewinn. Daß das offizielle Rußland nicht Frankreich ist und in dieser gleichsam umgekehrten Dreyfus=Affäre schwerlich jemals einen ahnlichen Läuterungsprozeß durchmachen wird, wer möchte es im Lande des nimmer rastenden Galgens bezweifeln? Und ebenso ist es sicher, daß die schwarzen Elemente bald wiederum, wenn auch unter anderer Flagge, sich zusammentun und noch genug des Elends über Rußland bringen werden. Da rüsten sie sich eben jetzt in Moskau zu einem allrussischen Monarchistenkongreß, dort in Livadia wühlt der Erzreaktionär Theophan bei Hofe, und die Konownitzyn, Purischkewitsch, Markow, Wostorgow und ihresgleichen rufen die Geister des reaktjonären Umsturzes in die gelichteten Reihen zurück. Gleichwohl dürften sie über den Fall Dubrowins auch bei ihren stumpfsinnigsten Massen nicht hinwegkommen können. Dazu bietet auch die ganze Art, wie sie einander als Erbschaftskandidaten bekämpfen und zerfleischen, einen glänzenden Kommentar für ihren ganzen Idealismus.“ Agrarischer Terrorismus. Daß die Agrarier einer ganzen Stadt den Boykott androhen, hat entschieden den Reiz der NeuNationalliberalen des Wahlkreises Northeim haben heit. sel überhäupt ein Zusammenwirken mit der äußer... einken dusgeschlogen, und als sei es ganz in der Ordnung, vuß vie bürgerliche Opposition stets für die Reaktion den Ausschlag gegeben hat, wo sie bei Stichwahlen dem Gegner der Reaktion von der radikalen Linken zum Siege hätten verhelfen können, so muß dieser Darstellung doch mit aller Entschiedenheit entgegengetreten werden. In der Tat sind zu allen Zeiten und zu allen Stunden die innerpolitischen Kämpfe nichts anderes als Klassenkämpfe gewesen, und wenn der Sozialdemokratie vom Freisinn im entscheidenden Augenblick, d. h. immer dann, wenn er zeigen soll, daß es ihm ernst ist mit dem Kampf gegen die Reaktion, ihr Klassencharakter vorgerückt wird zur Begründung des freisinnigen Abmarsches nach rechts, so beweist das nur, daß es der Freisinn mit dem Kampf gegen die Reaktion nicht so ernst nimmt, wie er es nehmen sollte. Wenn es noch eines Beweises dafür bedürfte, so hat ihn die Blockära tausendfach erbracht. Und täuschen wir uns nicht: der Block ist tot, aber die Blocksehnsucht ist in storben! Die Ar; in der Spanien. Eine neue Niederlage in Marokko. Paris, 8. Okt. Eine Depesche des„Petit Parisien“ aus Oran bringt Gerüchte, wonach die Spanier in den letzten Tagen neuerdings in der Umggebung von Seluan Mißerfolge erfahren hätten. Die spanische u Die. t gtschaten in für di c# Fa ben Losonne, welche sich nach dem Kampfe hom 30. September nach sich eine eigene Zeitung geschaffen, die„für die Interessen von 1 Seluan zurückziehen mußte, soll, wie verlautet, von einer großen Stadt und Land in gleicher Weise eintreten und den durch die 1 Zahl von Kabylen östlich von Seluan abgeschlossen und belagert Verhetzung der Führung des Bundes der Landnirte arg ge= sein. Die Kabylen haben eine spanische, aus 70 Reitern bestehende störten Frieden zwischen Stadt und Land nach Möglichkeit wieder# Rekognoszierungstruppe gefangen genommen und massakriert. herstellen soll“. 1 Die Rache der Sieger. Madrid, 8. Okt. In Barcelona Zu dieser Kriegserklärung haben die Bündler auch prompt sind 14 Offiziere und 109 Soldaten während des Aufruhrs verStellung genommen und den folgenden Beschluß gefaßt: wundet worden. Die Familien dreier getöteten Soldaten wur„Die heutige Bezirks=Versammlung des Bundes der Land= den entschädigt und belohnt. 8 wirte im Kreise norttein, spricht ihr ernstes Bedonern aus,1 Sanchez sweger tat Be daß ein Mitglied des Magistrats unserer Kreisstadt sich Heute wurde der Schutzmann den Freisinnsherzen nicht gestorben! Die Art, in der die Kontroverse Bebel=Haußmann von den Vollen und Ganzen behandelt wird, läßt auch keinen Zweifel daran zu, daß sich der Freisinn, wo immer er die Wahl hat, für den Blauen oder für den Schwarzen entscheiden wird, statt für den Roten. Der Zorn gegen die Schwarzblauen ist eben gar nicht so heiß, wie es bei oberflächlicher Betrachtung ausschaut.“ Freisinnige Gesinnungstüchtigkeit. is Blatt stellt fest, daß e parole gehandelt habe. Dr. Lucius mußte sich einer Neuwahl unterziehen; daß er im ersten Wahlgange gewählt würde, stand fest.„In einem Blatte war aber gleichwohl die Frage aufgewoxfen worden, wie sich die Freisinnigen im Falle einer Stichverhalten hätten. Das Blatt empfahl die Unterstützung Kapells. Und nun sagt die„Vossische Zeitung": derart in einseitiger, fanatiicher Weise in den Dienst einer politischen Partei stellt, daß diese Stellung eine wirtschaftliche Schüdigung der Stadt Northeim unbedingt zur Folge haben muß.“. Die agrarische Unverfrorenheit übersteigt wirklich alle Grenzen. Vielleicht versucht es die Bevölkerung der Stadt Northeim einmal damit, auf den Kauf der Produkte zu verzichten, die von den Agrariern nach Northeim auf den Markt gebracht werden. Der Wahlkampf in Baden hat eine neue Partei“ aus dem Boden hervorgezaubert, die sogenannte„Mittelstandspartei“, und das kam so: Das Zentrum stellt in den„bombensicheren Kreisen" überall eigene Kandidaten auf, in den weniger sicheren unterstützt es aber die Konservativen. In den drei Stadtkreisen Karlsruhe ist nun das Zentrum zu schwach, um eine erfolgreiche Kandidatur zu nominieren, und die Konservativen können an eine solche gar nicht denken. Das Zentrum steckte sich deshalb eine konfuse Spießbürgergruppe, und diese mußte Kandiproklamie„Mittelständler"=Versammlungen, die bisher abgehalten wurden, führten Zentrumsleute nicht nur den Vorsitz, sie hatten auch sonst das große Wort. Das sogenannte„Programm“ ist ein verworrenes Sammelsurium Sünchez wegen tatiger Geteiligung am Aufruhr zum Tode verurteilt. Ueber 2000 Prozesse schweben jetzt. Die Epoca glaubt, der Fall Ferrer werde nächsten Sonnabend aufgerufen werden. gewöhnlicher Bierbankredensarten, das nur insofern interessieren kann, als es auch werden, sofern seitens der über die neuen Steuern, die den Mittelstand so hoch belasten, diestel stattfindenden Sitzung der Gewerkschaftsvorstände und räsonniert. Ob das Zentrum mit dem neuen Kniff viel erreichen wird, kann ruhig abgewartet werden. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 9. Oktober. Bier her, oder ich fall um!, so kann es in dieser Zeit nicht heißen. Im Gegenteil; dumm genug derjenige, der da, wo er Widerstand leisten kann, dieses nicht im vollsten Maße tut. Mit Redensarten können sich die Biertrinker nicht der Schröpfung durch die Brauer erwehren. Die Tat ist es, die den Mann ehrt. Jeder Konsument sollte sich die Resolution der letzten Versammlung genau ansehen und danach handeln. Dann wird er um so eher das schäumende Naß in guten Maßen wieder vorgesetzt bekommen können. Bis dahin: mag das Bier im Keller liegen, die Trinker sind nicht dumm....=0— Gewerkschaftliche Belehrungsabende. Das Gewerkschaftskartell Bielefeld veranstaltet zur Weiterbildung der Gewerkschaftsfunktionäre und Kartelldelegierten im kommenden Winterhalbjahre vieder gewerkschaftliche Belehrungsabende. Es am Dienstag, 12. Oktober, bei InBielefelder Stadttheater. Aus Petersburg wird en. Donnerstag, 7. Oktober: Der Biberpelz, eine Diebestomödie in 4 Akten von Gerhart Hauptmann. Es ist eine Gelegenheitsarbeit, mit der wir es hier zu tun haben, eine Schilderung sozialer Verhältnisse ist nicht in dieser Diebeskomödie zu finden. Eigentlich paßt auch der Titel gar nicht, und der Charakter der„Mutter Wolff“ ist unmöglich. Eine solche Harmlosigkeit einer rutinierten Diebin entspricht nicht der Wirklichkeit. Dagegen ist das eigentliche Objekt der Komödie, der Verfolgung mißliebiger politischer Elemente, und es ist nun chst ergötzlich, wie er durch diese hohe ethische Auffassung seines der Nusdeckung eines Diebstahl Amtes verhindert wird, an per, Aufbe###ng eines Diebstahls, welche doch nach landläufiger auffassung seine Hauptpflicht sein müßte. Die Aufführung war prächtig, wir heben hervor Franziska Berstl als Frau Wolff und Hermann Merz als Rentier Kruger. Das Zusammenspiel war tadellos. R. K. Die Flucht Dubrowins. uns vom 3. Oktober geschrieben: Die rächende Nemesis in Gestalt des finnischen Gerichts hat es trotz aller Widerstände erreicht, daß der Präsident des Verbandes des russischen Volkes, der einst von den Seinen als faktischer Diktator Rußlands verherrlichte Dubrowin, laut den jüngsten Nachrichten ins Ausland geflohen ist und von der Gastfreundschaft eines Staates Gebrauch zu machen sich anschickt, der„politische Emigranten“ schützt. Noch sind die Einzelheiten über diese Flucht unbekannt, aber schon das erste Gerücht hat trotz aller gegen diese unerhörte Sensation allerseits gehegten Zweifel wie eine Bombe eingeschlagen. Das war es also mit Drohung des echtrussischen 1, daß keine Macht der Welt den Präsidenten des echtrussischen Volksverbandes vor die Schranken des sinnländischen Gerichts bringen würde! Ja, darauf war man venn doch nicht gefaßt, daß Dubrowin es einfach den Revolutionären, dem„unterirdischen Rußland“, nachmachen will. Welch teufliche Ironie des Schicksals! Schnell hat dieser eine zeitlang von den Mächtigsten gefürchtete Mann abgewirtschaftet. Wie er vor fünf Jahren eine Kartelldelegierten keine Aenderungen getroffen werden, folgende Themata behandelt: Freitag, 15. Oktober: Die Geschichte des Arbeiterschutzes freitag, 5. November: Die gesetzlichen Bestimmungen des Arbeiterschutzes. Freitag, 10. Dezember: Das Problem der Arbeitslosenversicherung. Freitag, 7. Januar 1910: Die Bedeutung der Statistik für die Gewerkschaften. Freitag, 4. Februar 1910: Der kapitalistische Mehrwert. Freitag, 4. März 1910: Die Aktiengesellschaften. Freitag, 8. April 1910: Der Boykott als gewerkschaftliches Kampfmittel. iten 1 Die Belehrungsabende finden abends 8½ Uhr im Restaurant hat„Stadt Bielefeld statt, und ist es wünschenswert, daß die Funktionäre auer Gewertschaften Bielefelds und Umgegend daran teilnehmen. Die beiden ersten Themata behandelt Kollege Severing; für die übrigen Vorträge werden die Referenten noch bekannt gegeben. — Osthushenrich, der so oft genannte Kistenfabrikant, macht wieder einmal von sich reden. Da die bei ihm beschäftigten Holzarbeiter die durch Vereinbarung geregelte Arbeitszeit nicht ohne weiteres einseitig verändern lassen wollten, ist namentlich der junge Herr sehr zornig geworden. Dieser hat das Bedürfnis, morgens lange zu schlafen und meinte nun, die Arbeiter müßten Nr. 250. Aus der Stal (Schluß — Kosmos. Das O und kann in unserer Ex — Freie Volksbühne. hochzeit“ findet am Sonn glieder, bei denen bis M sind, müssen bis Mitt zacht, ihr Volkswacht, ihre Beiträg Ve * 0 Son Bielefeld. Maurerve — Transportarb „Stadt Bielefeld", Herford. Bäckeroerl Mo Herford. Soz. Verei Sozialdemokratisch Bielef Das Protokoll des gelangt. Laut Beschluß des Pa an Organisationen zum geben. Bestellungen sind umg straße 8, anzubringen. Ueber die Wir! läßt sich, nachdem die m herausgekommen sind, guten Fünfpfennig=Zigar 36 bis 40 Mark pro Mi Konsumvereinen geführt erhöhung von 6 bis 8 Me schaften usw. geführte, ei früheren Einkaufspreisen erhöhung 7 bis 12 Mar höher die Qualität steigt. Kosten der Güte die Di tabaken ist das Verhältni Strangtabak ist um 20 ware ist die Steigerung Teil der Fabriken dazu in neue Packungen zu br steigerung durch geringer die Erzeuger besonders Küpper=Tabake und an Sorten) die Differenz di Hier bewegt sich bei den zwischen 22 bis 28 Pfg. Teil Ware in alten Paunter die neuen Preise Händler und Grossisten der Steuer hereinbrachte diese Vorräte jetzt mit Fabrikpreise absetzen. Der Fabrikbezuge verbundenen gewiesen ist, muß entwet geben, oder, um einen kle unangenehmen Auseinat übernehmen. Die ganze Li handel bringt unter den dem. Der Artikel brachte die gangbarsten Sorten 1 Sorten und Strangtaba Fabrikanten erzielen bess daß ihr finanzielles Ergel mussen 20 bis 30 Pfg. m Arbeiter und Arbeiterinn höht worden, und ungezäh verloren. Die neue Ster beitskräfte, vermehrt den den Arbeitern und Arbeit# bedingungen, schädigt den gegensätze. Und das alles Schnapsblock zu verdanken Keine Unterstützung Die„Süddeutsche Ta dung, daß in Hamburg di Tabaksteuer entlassenen Unterstützungsgeldern aus hältnis liegt, wie jetzt :*: F# vor Auch Bielefelo vor. Auch einfach abgewiesen. Dies gehen der Regierung auch zu beruhen. Solange die drücker oder willige Arl willkommen. Sobald äber sie Gefahr, obendrein no fallende Ausländer. Das y Münster, 6. Okt. Herrn Holle. Herm mal totgeschlagen, leider zu: Herr Holle ließ folge sammlung los: Oeffen I#n Montag, den 4 Centralhof(Einga Referent: Kollege Gesamtverbandes Deutschlands. Thei modernen Wirtsch Auch zu dieser Ver glieder der christliche Also:„Auch zu wir unsere Mitgli Holle bewies einen riesige und demzufolge auch nich aufforderte. Wird das B der„Westfälische Merkur sagen, wo und durch wen aber unterlasse es den e Gegner eingeladen gewese * Hamm, 8. Okt. D Witwe. Vor der Straf Donnerstag die Bergma eides zu verantworten. Offenbarungseid leisten. as Nichts zurück. ob die Herzensteinfinnischen Justiz verzen und echtrussischen per politische Führer t sich schleppt er die sation. Nicht einmal sowin gehört nicht zu sie auch in ihrer Genieren und an Stelle eigene Tatkraft hatte , er war nur der russische Pogrommeer der Instinkte heraufhatte ihm für eine ihn in den Augen Fanatiker zu einem iicht einmal, aus der politisches Kapital zu ing war die Ermorinstein, eine Leistung sten Nutzen, sondern selber auch bei beDubrowin ein kurzersönlichkeit ist. 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Aus der Stadt und Nachbarschaft. (Schluß aus dem Hauptblatt.) * Bielefeld, 9. Oktober. — Kosmos. Das Oktoberheft des Kosmos ist eingetroffen und kann in unserer Expedition abgeholt werden. # Freie Volksbühne. Die nächste Vorstellung„Revolutionshochzeil finbet am Sonntag, 17. Oktober, statt. Diejenigen Mitglieder, bei denen bis Montag abend die Beiträge nicht abgeholt sind, müssen bis Mittwoch abend beim Genossen Böttcher, Volkswacht, ihre Beiträge entrichten. Sonntag, 10. Oktober. Bielefelv. Maurerverband. Vorm. 10 Uhr bei Indiestel. — Transportarbeiterverband. Vorm. 10 Uhr in „ Stadt Bielefeld“, Marktstr. 8. Herforo. Bäckerverband. Vorm. 9½ Uhr bei Hillert. Montag, 11. Oktober. Herford. Soz. Verein. Abends 8½ Uhr bei Hillert. Sozialdemokratischer Verein für den Bielefeld=Wiedenbrück. „„Des Protokoll des Leipziger Parteitages ist zur Ausgabe Laut Beschluß des Parteitags wird das broschierte Exemplar a2 Organisationen zum Selbstkostenpreise von 60 Pfg. abgeBestellungen sind umgehend beim Genossen Zenker, Marktstraße 8, anzubringen. Ueber die Wirkung der neuen Tabaksteuer läßt sich, nachdem die meisten Fabriken mit neuen Preislisten herausgekommen sind, einigermaßen ein Urteil bilden. Die Funspfennig=Zigarren, in den Einkaufspreislagen von 36 bis 40 Mark pro Mille, wie sie hauptsächlich bisher in den Konsumvereinen geführt worden sind, verzeichnen eine Preisexhöhung von 6 bis 8 Mark, geringere, im Kleinhandel, in Wirtschaften usw. geführte, eine solche von 3 bis 6 Mark, bei den früheren Einkaufspreisen von 40 bis 50 Mark ist die Preiserhöhung 7 bis 12 Mark. Die Differenz vergrößert sich, je höher die Qualität steigt. Vielfach erscheint neue Ware, die auf Kosten der Güte die Differenz zu mindern sucht. Bei Rauchtabaken ist das Verhältnis ebenso stark. Die geringste Qualität Strangtabak ist um 20 Pfg. pro Pfund gestiegen. Bei Paketware ist die Steigerung teilweise noch größer. Während ein Teil der Fabriken dazu übergegangen ist, geringere Mischungen in neue Packungen zu bringen, und ein andrer Teil die Preissteigerung durch geringeres Gewicht auszugleichen sucht, mußten die Erzeuger besonders eingeführter Spezialmarken(AB, Küpper=Tabake und andre parfümierte oder aromatisierte Sorten) die Differenz durch vollen Preisaufschlag ausgleichen. Hier bewegt sich bei den gangbarsten Sorten der Preisaufschlag zwischen 22 bis 28 Pfg. pro Pfund. Es befindet sich noch ein Teil Ware in alten Packungen am Markte, der größtenteils unter die neuen Preise kommt. Die Ursache liegt darin, daß Händler und Grossisten noch größere Posten vor Inkrafttreten der Steuer hereinbrachten, den Verkauf aber zurückhielten und diese Vorräte jetzt mit geringen Unterbietungen der neuen Fabrikpreise absetzen. Der Detailhandel, der infolge der mit dem Fabrikbezuge verbundenen Frachtunkosten auf die Grossisten angewiesen ist, muß entweder den vollen Preis der neuen Liste geben, oder, um einen kleinen Preisunterschied zu bezahlen, die unangenehmen Auseinandersetzungen mit seiner Kundschaft übernehmen. Die ganze Lage im Tabakhandel ergibt: der Detailhandel bringt unter den neuen Preisen weniger Nutzen als vordem. Der Artikel brachte bisher kaum die Unkosten; jetzt bringen die gangbarsten Sorten nur noch acht bis zehn Prozent, bessere Sorten und Strangtabake etwas mehr. Die Grossisten und Fabrikanten erzielen bessere Preise, setzen aber weniger ab, so daß ihr finanzielles Ergebnis ziemlich gleich bleibt. Die Raucher müssen 20 bis 30 Pfg. mehr pro Pfund zahlen; die Löhne der Arbeiter und Arbeiterinnen sind teilweise gekürzt, nirgends erhöht worden, und ungezählte von ihnen haben ihre Arbeitsstellen verloren. Die neue Steuer verschärft die Ausbeutung der Arbeitskrafte, vermehrt den Reichtum der Unternehmer, erschwert den Arbeitern und Arbeiterinnen den Aufstieg zu bessern Lebensbedingungen, schädigt den Mittelstand und verschärft die Klassengegensätze. Und das alles hat das Volk dem„staatserhaltenden“ Schnapsblock zu verdanken. Keine Unterstützung für ausländische Tabakarbeiter. Die„Süddeutsche Tabakzeitung“ brachte kürzlich die Meldung, daß in Hamburg die Ausländer unter den durch die neue Tabaksteuer entlassenen Arbeitern von der Auszahlung von Unterstützungsgeldern ausgeschlossen wurden. Das gleiche Verhältnis liegt, wie jetzt derselben Zeitung gemeldet wird, in Bielefeld vor. Auch hier werden auslandische Tabakarbeiter einfach abgewiesen. Dies scheint, so verwerflich ein solches Vorgehen der Regierung auch ist, auf einer allgemeinen Anordnung zu beruhen. Solange die ausländischen Arbeiter sich als Lohndrücker oder willige Arbeitskräfte gebrauchen lassen, sind sie willkommen. Sobald äber diese Arbeiter in Not geraten, laufen sie Gefahr, obendrein noch ausgewiesen zu werden als lästig tallende Ausländer. Das ist deutsche Gastfreundschaft. y Münster, 6. Okt. Ein glänzender Sieg des Herrn Holle. Hermann Holle hat uns schon wieder einmal totgeschlagen, leider in unserer Abwesenheit. Das ging so zu: Herr Holle ließ folgende Annonce am Tage vor der Versammlung los: Oeffentl. Versammlung ### Montag, den 4. Oktober, abends 8½ Uhr im Centralhof(Eingang nur von der Ludgeristraße). Referent: Kollege Stegerwald, Generalsekretär des Gesamtverbandes der christl.„Gewerkschaften Deutschlands. Thema: Der christliche Arbeiter im modernen Wirtschaftsleben. Freie Diskussion. Auch zu dieser Versammlung laden wir unsere Mitglieder und Freunde ein. * Das Ortskartell der christlichen Gewerkschaften Münsters Also:„Auch zu dieser Versammlung laden wir unsere Mitglieder und Freunde ein.“ Herr Holle bewies einen riesigen Mut, als er die nicht eingeladenen und demzufolge auch nicht erschienenen Gegner zur Diskussion aufforderte. Wird das Blatt für Wahrheit, Freiheit und Recht, der„Westfälische Merkur“, vielleicht die Güte haben und uns sagen, wo und durch wen die Gegner eingeladen ssind? Sonst aber unterlasse es den Schwindel, zu berichten, daß auch die Gegner eingeladen gewesen seien. * Hamm, 8. Okt. Das Schicksal einer„Radbod“= Witwe. Vor der Strafkammer in Münster hatte sich am Donnerstag die Bergmannswitwe Dora wegen Falsch= eides zu verantworten. Sie sollte am 30. Marz d. J. den Offenbarungseid leisten. Da sie aber ein Vermögensverzeichnis diktieren. Als die Bedauernswerte am 19. Mai mit ihren sieben Kindern von der Zechenverwaltung aus dem Koloniehaus auf die Straße gesetzt wurde, stellte sich heraus, daß sie außer den zu Protokoll gegebenen Sachen noch eine Waschmaschine, ein altes Fahrrad, einen kleinen Ofen, einen Tisch und einen Spiegel „Infolgedessen wurde gegen die Witwe ein Verfahren wegen Meineids eingeleitet. Nachdem sie zwei Monate in Untersuchungshaft zugebracht hatte, erhielt sie die Nachricht, daß nur ein Verfahren wegen Falscheides anhängig gemacht sei. Die Angeklagte gab ihr Vergehen zu, beteuerte aber, daß sie die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht habe. Der Verteidiger hielt die Art, wie der Eid abgenommen worden sei, für höchst bedauerlich. Die Angeklagte habe gerade in jener Zeit sehr viel durchgemacht und noch an dem gleichen Tage, bevor sie den Eid leistete, eine verantwortliche Vernehmung wegen Brandstiftung über sich ergehen lassen müssen. Trotzdem beantragte der Anklagevertreter neun Monate Gefängnis. Das Gericht erblickte in dem Vergessen des alten Fahrrades, des Ofens, des Tisches und des Spiegels keine Fahrlässigkeit. Dagegen sei die Waschmaschine für die Angeklagte ein wesentlicher Vermögensbestandteil gewesen, den sie unter keinen Umständen hätte vergessen dürfen. Das Urteil lautete deshalb auf zehn Wochen Gefängnis, die voll auf die erlittene Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht wurden. Schwarze Wahlrechtsfeinde. Köln ist an Einwohnerzahl die drittgrößte Stadt in Preußen; an Flächenraum aber ist Köln bei weitem die größte Gemeinde. Es umfaßt 11100 Hektar, Berlin dagegen nur 6350. Um das eigentliche Köln herum liegen zahlreiche große eingemeindete Vororte: Ehrenfeld mit 59000 Einwohnern, Nippes mit 52000, Deutz mit 26000, Linlindenthal mit 20.000, Sülz mit 19000 usw. usw. Die Zahl der in der dritten Abteilung Wahlberechtigten beträgt 70.000, wovon mehr als ein Drittel in den Vororten wohnen. Aber alle Wähler des geschilderten großen Bezirks müssen bei den Stadtverordnetenwahlen in das Zentrum der Altstadt hinein, da dort sämtliche Wahllokale sozusagen auf einen Punkt konzentriert sind. Zahllose Wähler, die nicht stundenlang ihrem Berufe fernbleiben oder ihren Lohn einbüßen konnten, haben durch diesen Zustand bisher ihr Wahlrecht verloren. Um den Arbeitern und kleinen Leuten die Ausübung des Wahlrechts zu erleichtern, hatte der Kölner sozialdemokratische Verein an die Stadtverordnetenversammlung den Antrag eingereicht, statt der jetzigen alphabetischen Ordnung der Wähler die Wahlberechtigten nach dem Wohnort einzuteilen und auch in den sieben größten Vororten Wahllokale einzurichten. Es waren also nicht Bezirkswahlen(die das Kölner Zentrum schon einmal abgelehnt hat!) beantragt, sondern nur Abstimmungsvezirke, eine rein formale Sache, die lediglich eine— allerdings außerordentlich wichtige— Erleichterung für die Wähler ist. Man wußte zwar, daß dieser Antrag, der auch nachher von der liberalen Rathausfraktion eingebracht wurde, dem Zentrum nicht in den Kram vaßte, denn es weiß, daß es bei den in den Vororten wohnenden Industriearbeitern bedeutend weniger Anhänger hat, als die Sozialdemokratie, und überdies beruht die Hauptstärke des Kölner Zentrums in seinem beispiellos funktionierenden Schleppapparat, der es gegenüber den anderen Parteien bisher in Vorteil setzte; aber der Antrag war doch eine solche Selbstverständlichkeit, er forderte etwas so Notwendiges und Gerechtes, daß eigentlich niemand glaubte, daß die Zentrumsmehrheit ihn ablehnen würde. Man sagte sich: wenn die Klerikalen auch den Antrag zu allen Teufeln wünschen; aber sie können ihre eigenen Arbeiteranhänger, kleinen Beamten, Geschäftsleute usw. unmöglich so brüskieren, daß sie den Antrag ablehnen. Aber es gibt nachgerade keine volks- und arbeitsfeindliche Tat, keine parteipolitische Nichtsnutzigkeit mehr, deren das Zentrum nicht fähig wäre! Die Kolner Rathaus=Mehrheit hat den Antrag abgelehnt! Lediglich die Wahlstunden wurden etwas günstiger gelegt. Nach wie vor aber müssen die Wähler aus den weitab liegenden Außenorten in das Innere der Altstadt — nur weil es dem parteipolitischen Interesse des Zentrums so dienlicher ist. In Köln finden im nächsten Monat die Gemeindewahlen stott. Die Wahlbewegung war bisher stets fast zu ruhig, weil die Mandate dem Zentrum von vornherein sicher waren. Jetzt aber hat infolge des Wegfalls des Wahlzensus und infolge des Angeberparagraphen des Einkommensteuergesetzes die Zahl der Wahlberechtigten bedeutend zugenommen, so daß die Aussichten der Sozialdemokratie sich außerordentlich günstig gestaltet haben. Wenn nun die Wahlbewegung einen anderen Charakter annimmt, wenn die Erregung sich zur Siedehitze steigert, so hat sich das das Zentrum wegen seiner brutalen Niedertrampelung des sozialdemokratischen Antrages zuzuschreiben Vom Bierkrieg. Der Brauereiring hat bis heute(Freitag) in Dortmund 60 Wirtschaften die Bierlieferung entzogen. In Remscheid wurde in einer von sozialdemokratischer Seite einberufenen Volksversammlung eine Resolution angenommen, in der die Arbeiterschaft ersucht wird, den Biergenuß möglichst einzuschränken oder ganz darauf zu verzichten. Aus den Vorstandsmitgliedern des sozialdemokratischen Volksvereins und des Gewerkschaftsausschusses wurde ein Boykottausschuß gebildet, der sämtliche Wirte feststellen soll, die erhöhte Bierpreise oder kleinere Gläser eingeführt haben. Die Namen dieser Wirte sollen veröffentlicht und ihre Lokale boykottiert werden; dasselbe trifft auch auf die Flaschenbierhändler zu. In der Resolution wurde weiter zum Ausdruck gebracht, daß die Versammlung den Beschluß des sozialdemokratischen Parteitages, betreffend den Schnapsboykott, lebhaft begrüßt und für die strengste Durchführung desselben zu wirken verspricht. Beendigung des Bierkrieges in Frankfurt a. M. In acht Versammlungen, zu denen nur Partei= und Gewerkschaftsmitglieder Zutritt hatten, nahm am Dienstag die organisierte Arbeiterschaft in Frankfurt a. M. erneut zur Bierfrage Stellung. Die Referenten unterbreiteten den Versammelten den Vorschlag, den schon früher mit den Brauern und Wirten vereinbarten Friedensbedingungen, 11 und 13 Pfg. für 0,3 resp. 0,4 Liter, zuzustimmen. Die Brauereibesitzer haben sich bei den erneuten Verhandlungen verpflichtet, wegen des Konsumrückganges bis 1. April 1910 keine Arbeiter zu entlassen.— Die Frankfurter Arbeiterschaft hat bekanntlich die vorgeschlagenen Vereinbarungen schon zweimal abgelehnt, und eine Verscharfung des Boykotts beschlossen. Nun stimmten aber in den 8 Versammlungen 1037 Personen für Aufhebung des Boykotts und nur 56 dagegen. Damit ist der Bierboykott in Frankfurt a. M. aufgehoben. In Altenburg wird der Bierkrieg in verschärfter Form weitergeführt. In einer am Donnerstag voriger Woche abgehaltenen Versammlung der Vertrauensleute der Arbeiterschaft wurde beschlossen, jeglichen Biergenuß einzustellen. Auch fremde Biere sollen gemieden werden. Gleichgiltig ist, ob die Biere verteuert sind oder nicht. Denn nur auf diese Weise hält man es für möglich, dem Betrug vorzubeugen, wie er vor drei Jahren, beim letzten Bierkrieg getrieben worden ist. Man hat damals einheimisches bayerisches Bier für echt Bayerisch zu erhöhten Preisen verzapft.— Der Biergenuß ist in den von Arbeitern frequentierten Wirtschaften fast vollständig eingestellt. Auch in bürgerlichen Wirtschaften ist eine erhebliche Abnahme der Biertrinker zu verzeichnen. Wirte und Brauereien hatten in aller Stille vereinbart, im Einzelverkauf aus dem Hektoliter Bier 7 Mark mehr herauszuschinden und die 1/10 Gläser allgemein zur Einführung zu bringen. In Meuselwitz beschäftigte sich am Freitagabend voriger Woche ebenfalls eine Volksversammlung mit dem Bierkrieg. Die Brauereien verlangen hier 3 Mark Aufschlag auf den Hektoliter. Die Gastwirte wollten ursprünglich den Kampf gegen die Brauereien mit den Konsumenten gemeinsam führen, als es aber zum Kampfe kommen sollte, zogen sie es vor, im Verein mit den Brauereien die Konsumenten zu schröpfen. Die Versammlung erklärte, von einem offenen Kampfe abzustehen und empfahl den Arbeitern, durch vollständige Enthaltsamkeit vom Biergenuß die Plünderungspläne der Bierkapitalisten wirkungslos zu machen. Ein Verleumder der Sozialdemokratie. In einer Beleidigungsklage der Genossen Gewehr, Diescher und Schlag in Elberfeld gegen das frühere Parteimitglied Klapp wurde Klapp am Freitag zu 50 Mk. Strafe oder 10 Tagen Haft verurteilt. Klapp, der seit Jahren sich vergeblich bemüht hatte, eine Anstellung in einem Arbeiter=Unternehmen zu erhalten, hatte gegen die führenden Genossen in Elberfeld— unter Anwendung beschimpfender Worte— den Vorwurf erhoben, daß sie angebliche Unredlichkeiten in der Leitung des Volkshauses beschutzt oder selbst begangen hätten. Er verhandelte mit einem Leipziger Verlage ürer die Herausgabe einer Broschüre à la Korbmacher Fischer. Obwohl ihm die Haltlosigkeit seiner Beschuldigung in dem Schiedsgericht nachgewiesen wurde, wiederholte sie Klapp in einer Versammlung des Textilarbeiterverbandes, in der über die finanzielle Unterstützung des Volkshauses beraten wurde. Das Schöffengerichtsurteil besagte, daß von den Behauptungen Klapps gegen die Kläger nichts bewiesen sei, daß die ganzen Behauptungen nur auf Phantasie beruhten, daß ihm aber als Mitglied des Textilarbeiterverbandes der Schutz des§ 193 zugebilligt würde; deshalb sei im Falle Schlag auf Freisprechung erkannt und im übrigen die Strafe nicht höher als oben angegeben bemessen worden. Gewerkschaftsbewegung. Die Arbeiter der Reichswerft in Kiel hielten Donnerstag abend eine außerordentlich stark besuchte Versammlung ab. Die schon früher gewählte, aus Arbeitern der verschiedenen Ressorts bestehende Lohnkommission erstattete Bericht. Sie schlug eine Eingabe an den Oberwerftdirektor vor, die folgende Wünsche der Arbeiter enthält. Einstellungslohn für alle Arbeiter ohne Ausnahme 45 Pfg. die Stunde, für gelernte Arbeiter nach vier Wochen Probe 50 Pfg., nach ½jähriger Tätigkeit 55 Pfg., nach 2jähriger Tätigkeit 60 Pfg. Für ungelernte Arbeiter nach einjähriger Tätigkeit 48 Pfg., nach 2jähriger Tätigkeit 53 Pfg.; wöchentliche Lohnzahlung. Einbeziehung der Frühstückspause von ¼ Stunde in die jetzige neunstündige Arbeitszeit. Einführung der 3teiligen Arbeitsschicht für Kesselwärter, Maschinenwärter, Schaltbrettwärter und Heizer, die jetzt abwechselnd Tag und Nacht arbeiten und oft eine tägliche Arbeitszeit von 13 Stunden haben. Erweiterung der bestehenden Ferien auf 6 Tage nach 2jähriger und 12 Tage nach 10jähriger Beschäftigung. Auszahlung nicht nur des Lohnes, sondern auch des durchschnittlich erlangten Akkordverdienstes während der Ferien. Einstellung sämtlicher Arbeiter nur durch das Arbeitsamt der Werft. Erweiterungen der Rechte des Arbeiterausschusses. Die Forderungen sind begründet mit der auch von der Reichsregierung durch die Erhöhung der Beamtengehälter anerkannten Verteuerung der Lebensmittel und der Tatsache, daß in allen Kieler Privatbetrieben die Lohn= und Arbeitsbedingungen günstigere sind, als auf der Reichswerft. Die Versammlung beauftragte den Arbeiterausschuß, die von der Lohnkommission gestellten Anträge dem Oberwerftdirektor zu überreichen mit dem Ersuchen, daß er sie ans Reichsmarineamt weitergebe. Der Arbeiterausschuß soll über das Resultat einer späteren Versammlung Bericht erstatten. Wie verlautet, sollen die Arbeiter der Reichswerften in Wilhelmshaven und Danzig in ähnlicher Weise vorgehen. Der Streik der Bergleute der Mansfelder Gewerkschaft gewann am Freitag wider Erwarten stark an Ausdehnung. Auf dem Niewandschacht streiken nach dem„Berliner Tageblatt“ über 900, auf dem Freies Leben=Schacht 393, auf dem EduardSchacht 262 und aus dem Zirkelschacht 60 Mann. Weitere Vereinbarungen zur Vermeidung von Arbeiterentlassungen in der Brauindustrie. Die 8 Tarifbrauereien in Frankfurt a. M. verpflichteten sich in einer Unterhandlung mit der Boykottkommission, dem Gewerkschaftskartell und dem Brauereiarbeiterverbande bis zum 1 Anril 1910 Entlassungen von Arbeitern wegen Konsumruckganges überhaupt nicht vorzunehmen, wenn der Boytott baldigst aufgehoven und bis 1. Avril 1910 kein neuer er##a###t wird. Den Tarifbrauereien soll es geFerbande, bis gum 1. upl 1910 Enttassun P SO*„ 1g7 Nart--g aggehhben und bis 1. April t sein, das. o 1. Den Larisprauereien soll., es ge.## paß in der Zwischenzeit ein Austausch von Arbeitern ohne Innnspruchnahme des Arbeitsnachweites erfolgen darf. Gleichzeitig wurde über die Bierpreise ein Einverständnis ielt Der Martatt er die Bierpreise ein Einverständnis erDer Bohrott wurde am selben Tage von der organisierten Arbeiterschaft aufgehoben, so daß damit auch die Vereinbarungen in Kraft treten. Lohndifferenzen im Elberfelder Textilgewerbe. Der Verein r Seidenbandfabrikanten hat den Arbeitern einen um 8 bis Prozent niedrigeren Lohntarif vorgelegt, den die Arbeiter naturlich nicht anerkennen wollen. Es handelt sich hier um eigentliche Zwischenmeister, die mit den Grossisten schon Vereinbarungen getroffen haben, die niedrigere Bezahlung der Fabrikate zuließen. Diese Preisdifferenz wollen nun die Fabrikanten auf die Löhne der Arbeiter abwälzen. Die Arbeiter haben ihre Kündigung eingereicht. Der Verband des bergischen Industriebezirks erklärt nun, daß er genötigt sein würde, alle seine Betriebe stillzulegen, wenn die Arbeiter ihre Kündigung nicht zurückziehen. Waffenstillstand. Hanau, 8. Oktober. Zwischen der hiesigen Oberleitung der Vereinigung von Arbeitgebern der deutschen Edelmetall= Industrie und der hiesigen Gesch isführung des Deutschen Metallarbeiterverbandes eine Vereinbarung netragssen mgrhen eialarbeziterner gugz. ablaufende ist führung des Deutschen Metallarbeiterverbandes ist Andarung gerrossen worven, wonach die am 9. Ortoder Eblau#nor Kundigung der Arbeiter der hiesigen Edelmetallindustrie aufgehoben und unter Ausschluß einer Kündigungsfrist bi zur Erledigung der schwebenden Vergleichsverhandlungen weiter gearbeitet wird. Bestrafte Schmutzfinkerei. Berlin, 8. Okt. Die gen Vorgange in dem Lokal des Gastwirts Ernst Zieckow in Heilißensee beschäftigten heute in der Berufungsinstanz die fünfte Strafkammer des Landgerichts III. Das Schöffengericht verGefängnis erkannt. Gegen dieses Urteil legten sowohl die Angeklagten wie auch die Staatsanwaltschaft Berufung ein, so daß sich die Strafkammer mit der Sache zu beschäftigen hatte. Von den Angeklagten wurden die dem ersten Urteil zugrunde liegenden Feststellungen bestritten. Beide behaupteten, daß, wenn derartige Unsauberkeiten in ihrem Lokal vorgekommen wären, dies auf die Nachlässigkeit ihrer Angestellten zurückzuführen sei. Nach längerer Beratung wurde Zieckow zu einer Woche, Frau Zieckow zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Herr Bruhn als Kläger. Breslau, 8. Okt. Gegen den Redakteur der„Breslauer Zeitung", Dr. Oskar Wilde in Breslau, wurde von dem Verleger der„Wahrheit", Wilhelm Bruhn, eine Prioatklage wegen Preßbeleidigung angestrengt. Die Beleidigung soll erfolgt sein durch die Behauptung des Breslauer Blattes, der wegen Erpressung angeklagte Journalist Dahsel sei durch seine Mitarbeiterschaft an dem Bruhnschen Blatte vollständig korrumpiert worden. festgenommen, unter dem Verdacht, an der von der Kriminalpolizei se an dem Doppelraubmord#ug dem Vermehrenschen Ehepaar bei Saßnitz beteiligt zu sein. Der eine der Verhafteten verwickelte sich bei seiner Vernehmung in Widersprüche und mußte schließlich zugeben, daß er sich zurzeit des Mordes auf Rugen herumgetrieben habe. Er bestreitet vorläufig noch, den Mord begangen zu haben. Vom Automobil übergefahren. Paris, 8. Okt. Bei Epernay (Dep. Marne) überfuhr der deutsche Chauffeur Otto Dobloi zwei junge Mädchen und wollte sich danr davonmachen. Mehreren Arbeitern gelang es jedoch, das Automobil zum Stillstand zu bringen. Sie nahmen den Chauffeur fest, mißhandelten ihn und brachten ihn zur Polizei. Die beiden überfahrenen Mädchen sind tot. Pest. London, 8. Okt. Meldungen aus Casablanca berichten über einen neuen Pestfall mit tödlichem Ausgang. Umfassende Vorsichtsmaßregeln sind getroffen.—.— 4— Verteidigers zogen sich die Geschworenen zurück und um Mitternacht verkündete der Obmann den Wahrspruch der Geschworenen, schuldig des Mordes. Der Gerichtshof fällte nach kurzer Beratung das Urteil, das auf Todesstrafe und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte lautete. Die Angeklagte Zobel nahm den Ausspruch der Geschworenen ganz fassungslos auf. Während der Gerichtshof über die Strafe selbst beriet, war die Angeklagte hinausgeführt worden. Man hörte durch das Gerichtsgebäude lautes Schreien, die Angeklagte war in Ohnmacht gesunken und fiel von einem Schreikrampf in den anderen. Die Vermischtes. Erstochen. Aachen 8. Okt. In der Gastwirtschaft Faszen des Dorfes Bleyerheide belästigte ein Grubenarbeiter die Töchter des Wirts. Als deren Bruder sich dies verbat, wurde er ohne weiteres niedergestochen. Der Polizei ist es gelungen, den Täter festzunehmen. Einer der Siebzehnjährigen. Berlin, 8. Okt. Der siebzehnjährige Realschuler Otto Schönbeck aus Berlin hat sich auf einem Stoppelfelde in der Nähe des Bahnhofs Pansin bei Stargard erschossen. Man fand ihn dort, an einem Strohschober lehnend, mit durchschossener Schläfe, den Revolver noch in der Hand haltend. Er hatte sich vorher mehrere Stunden in einer Lastwirtschaft aufgehalten und war dort durch sein bedrücktes Wesen aufgefallen. Stargard, 8. Okt. Die Staatsanwaltschaft hat festgestellt, daß der jugendliche Selbstmörder mit dem Schüler Schönbeck aus Berlin nicht identisch ist. Dagegen scheint es nicht ausgeschlossen, daß es sich um einen Seminaristen aus Oranienburg oder Werder handelt, der verschwunden sein soll, und dessen Name gleichfalls mit„S“ beginnt. Die in Frage kommenden Behörden sind veranlaßt worden, jetzt in dieser Richtung zu ferschen. Die Opfer eines Liebesdramas. Berlin 8. Okt. Der Mord= und Selbstmordversuch in der Friedrichstraße im Hause der Gräfin Strachwitz hat nun zwei Opfer gefordert. Sowohl die Gräfin als auch ihr Liebhaber, der Kaufmann Alfred Friedländer, sind im Krankenhaus Am Urban, wohin sie noch in der Nacht gebracht wurden, ihren Verletzungen erlegen. Ein Lehrer wegen Sittlichkeitsverbrechen verhaftet. Roda (Zeitz), 8. Okt. Hier wurde, wie das„Geraer Tageblatt" berichtet, auf Veranlassung des Kreisschulinspektors der unverheiratete Lehrer Hettling wegen Sittlichkeitsverbrechens an seinen Schülerinnen verhaftet und dem Amtsgericht in Zeitz zugeführt. Dort hat er sich inzwischen vergiftet. Typhus. Reutlingen, 8. Okt. Eine große Anzahl von Personen ist hier an Typhus erkrankt. Die Untersuchung über die Ursachen der Erkrankung ist noch nicht abgeschlossen, doch vermutet man, daß sie vom Trinkwasser herrührt. Die Mörder des Ehepaares Vermehren. Rostock, 8. Okt. Auf dem Rostocker Bahnhof wurden heute mittag zwei Seeleute Erdbeben. Graz, 8. Oktober. Hier und in manchen Ortschaften Steiermarks fand heute vormittag 11 Uhr ein 8 Sekunden dauerndes heftiges wellenförmiges Erdbeben statt. In Cilli wurde an den Gebäuden ziemlich ernster Schaden angerichtet. Agram, 8. Oktober. Um 11 Uhr vormittags wurde hier ein 15 Sekunden dauerndes Erdbeben verspürt, das großen Schaden, anrichtete. Zahlreiche Gesimse und Feuermauern sind eingestürzt und Gegenstände in den Wohnungen fielen zu Boden. Aus vielen Gegenden Kroatiens und Slawoniens laufen Meldungen ein, nach denen auch dort das Erdbeben wahrgenommen wurde. Nachrichten. Hannover, 9. Okt. Selbstmord versuchte heute früh der Hauptmann Hildebrandt vom Artillerieregiment 43 in Wesel, der mit der Tochter eines hier wohnenden höheren Offiziers außer Diensten verlobt war. Der Hauptmann, der mit einigen seiner Kameraden, die zur Hochzeitsfeier eingeladen waren, in einem hiesigen Hotel abgestiegen war, öffnete sich in der ersten Morgenstunde die Pulsader, stand dann vom Bette auf und stürzte sich in den Hof hinab. Hildebrandt erlitt beim Absturz einen Beinbruch und innere Verletzungen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht.—— Köln, 9. Okt. Im Aachener Stadtwalde wurde gestern der Beamte der städtischen Sparkasse zu Aachen, Brünninghaus, erschossen aufgefunden. Anscheinend liegt Selbstmord vor. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Berlin, 9. Okt. Die„Wahrheit" des Reichstagsabgeordneten Bruhn hatte gestern in einem längeren Artikel, betitelt„Der Erpresserskandal“, den Rechtsanwalt Dr. Werthauer und teilweise auch den Rechtsanwalt Dr. Puppe mit Beleidigungen überschüttet. Beide Rechtsanwälte haben infolgedessen Strafantrag gestellt. Berlin, 9. Okt. Der Berliner Magistrat beschloß in seiner heutigen Sitzung, eine Assistenzärztin mit allen Rechten und Pflichten der männlichen Assienzärzte an das Krankenhaus Moabit zu berufen. In der Ierenpflege hat die Stadt versuchsweise bereits eine gleiche Berufung beschlossen. Güstrow, 9. Okt. Der Prozeß gegen die Modistin Zobel wegen Ermordung der Sängerin Barthold wurde heute nacht zu Ende geführt. Nach dem Plaidoyer des Staatsanwalts und des Aerzte bemühten sich vergeblich um sie. Der Gerichtshof war längst zur Verkündung des Todesurteils erschienen, die„Angeklagte aber immer noch nicht verhandlungsfähig. Schließlich. ging auch der Verteidiger Rechtsanwalt Bahn hinaus und rief ihr doch wenigstens soviel Fassung zu, um das Urteil des Gerichts entgegenzunehmen. Den Bemuhungen aller Kräfte gelang es schließlich, die Angeklagte in den Gerichtssaal zu führen. Der Vorsitzende verkündete darauf das Todesurtei, das die Angeklagte vollständig gebrochen entgegennahm. Vor dem Gerichtsgebäude erwartete eine große Menschenmenge das Urteil. Die Angeklagte wurde aus dem Saal förmlich hinausgetragen. Hanau, 9. Okt. Die im Hanauer Stadttheater wirkende Sängerin Luise Giutschek aus Graz vergiftete sich mit Leuchtgas und wurde bewußtlos in ein Krankenhaus gebracht. Liebeskummer und abfällige Kritik sollen das Motiv der Tat sein. Newyork, 9. Okt. In Santa Fé in dem nordamerikanischen (Staate Kansas wurden bei einem Zusammenstoß 15 Arbeiter getötet und 10 verletzt. Standesamts-Nachrichten. Stadt Bünde. Geburten: Töchter: Kistenbekleber Bernhard Hermann Heinrich Altemeier, hier; Kutscher Hermann Heinrich Hellmann, hier; Pflasterer Heinrich Hund, hier. Aufgebote: Lagerarbeiter Heinrich Friedrich, Goldstein, hier, und Zigarrenarbeiterin Auguste Marie Luize Steffen, Südlengern Nr. 139; Zigarrensortierer Hermann Heinrich Aug. Schürmeier, hier, und Zigarrensortiererin Friederike Auguste Lücking, hier. Eheschließung: Kaufmann Eduard Georg Kunzmann, hier, mit Haustochter„Mathilde Karoline Louise Böhne, hier. Amt Enger. Vom 24. bis 30. September. Gebuten: Söhne: Maurer Hermann Meyer, Enger; Zigarrenarbeiter Wilh. Lammering, Dreyen; Tischler Heinrich Meyer, Enger; Zigarrenarbeiter Wilh. Barrmeyer, Westerenger. Aufgebote: Zigarrenarbeiter Wilh. Schüler, Dreyen, und Zigarrenarbeiterin Ida Diekmann, Dreyen; Zigarrenarbeiter Hermann Vogt, Oldinghausen, und Zigarrenarbeiterin Anna Bergmann, Enger; Zigarrenarbeiter Herm. Twelenkamp, Westerenger, und Zigarrenarbeiterin Alwine Kirchhoff, Spenge; Zigarrenarbeiter Herm. Brünger, Enger, und Zigarrenarbeiterin Johanne Freitag geb. Reinke, Enger. Eheschließungen: Schneidergeselle Aug. Wesemann, Salzuflen, und Zigarrenarbeiterin Elise Wehmeyer Herringhausen; Lokomotivyeizer Heinrich Abker, Enger, und Zigarrenarbeiterin Pauline Kassing, Enger; Lokomotivheizer Heinrich Schröder, Enger, und Näherin Luise Haubrock, Enger. Sterbefälle: Heinrich August Heuermann, Olding= hausen, 10 Tage; Handarbeiter Hermann Heinrich Droste, Dreyen, 90 J.; Tischlermeister Johann Heinrich Lindners, Westerenger, 66 Jahre. 7 He Praden Das moderne Waschmittel Garantiert frei von Chior etc. Ueberall erhältlich. achten darauf, dass ihre Wäsche(besonders die empfindliche) nicht durch Reiben und Bürsten oder scharfe Mittel verdorben, sondern mit Ozonit gereinigt wird! Ozonit macht alle jene schädlichen Behandlungsmethoden überflüssig! Es vereinfacht die Arbeit auf verblüffende Weise und liefert eine prachtvolle, tadellose Wäsche! 5507 AUNFE D. R.-P. aus den Fabriken von Dr. Thompson's Seifenpulver, G. m. b. H., Düsselderf. Wa Todes=Anzeige. Am Freitag, den 8. Oktober, morgens 9 Uhr, entschlief nach kurzem, schweren Leiden mein lieber Mann und guter Vater, der Fabrikarbeiter.(5538* im Alter von 43 Jahren.— Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Schildesche, den 9. Oktober 1909. Die Beerdigung findet am Montag, den 11. Oktober, nachmittags 3½2 Uhr, vom Trauerhause, Bielefelderstr. 176, aus statt. Proschüren, Statuten, Kataloge ulw. Lu pronner und blanter Bedenung Buchdruckerei„Volkswacht:. Musikwaren Sprechmaschinen Teilzahlung Todes=Anzeige. Am 8. d. M. entschlief nach kurzer Krankheit unser Mitarbeiter, der Schleifer Gottlieb Ditzmann Jondss& C0. ist eine gute Bezugsquelle Beweis: Photographische Apparate auf Teilzahlung Katalog mit 4000 Abbildus. gen umsonst und portofrel. Jonass& Co, Berlin H 48 Belle-Alliance-Strasse ich bescheinige hiermit, dass von der Firma Jonass& Co., Berlin, innerhalb eines einzigen Monats 4931 Aufträge von alten Kunden, d. h. soichen, die schon vordem von der Firma Ware bezogen haben, ausgeführt worden sind. In der vorstehenden Zahl 4931 sind nur die Bestellungen enthalten, die der Firma brieflich von den Kunden selbst überschrieben sind. Berlin, 1. Februar 1900. gez. L. Riehl beeidigter Bücherrevisor. 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Es suchen Arbeit: Mehrere Stützen zum 15. 10. und 1. 12., 1 jüngeres Hausmädchen, eine Wärterin zum 15. 10., mehrere Aufwärterinnen und Arbeitsfrauen. Bielefeld, den 8. Oktober 1909. Die Verwaltung. Nr. 236. Schnapsbren Interessant ist die F Reichstage sitzen, die ein d Schnapsliebesgabenpolitik Brennereibesitzern, und zwe die mit ganz besonderem Ei gesetz durchzudrücken und al Beseitigung der Liebesgabe Deutschkonservativen Parte fraktion. Außerhalb dieser Brennereibesitzer im Reich Schönaich-Carolath bei der Nachstehende Liste führ die Sitz im Reichstage hab Gutes mit Schnapsbrenne finden(D.=K.— Deut P.= Pole, D. R.=P.= Graf Finck zu Fir Nehbel, D.=K., Se Fritz Wilckens, D. Stubbendorf, D. Löscher, D. R.=P. Dietrich, D.=K., 2 v. Kaphengst, D.= v. Dirksen, D. R. v. Steinäcker, D.= Gans Edler v. Pi v. Michaelis,„D.= v. Bonin, D.=K., Graf Mathias v. und Lenka. o. Trzcinski, P., Fürst Radziwill, Graf Carmer=Oste v. Heydebrand u.? Euen, D.=K., Kori v. Richthofen, D.= Graf Praschma, 8 Fürst Hohenlohewasser, Bizawa, witz, Bitschin, Chechlau Die Liste macht kein es ist leicht möglich, daß un der das praktische Gewerbe und die Gesetzesmacherei i ist. Wir wollten nur an erhärten, daß unter den Reihe Leute sich befindet,: materieller Vorteil erwäch ziehen, wer von den vieled den Reichstag zieren, mit schwägert ist, so würde ma schließen können. Nun sollte man meinen von Schnapsbrennereien versippt sind, wahren wen der Abstimmung bei der E und ihrer Sippe die Sch fehlt! Alle diese hochedlen Formen des Anstandes unt wahren, sie finden es mit tischen Moral wohl vereit zu werfen, wo es gilt, durc Kosten der Schnapstrinker erbten, Extraprofite zu ver Der entscheidende, die des Schnapssteuergesetzes, mit 205 gegen 142 Stim zählten Schnapsbrennern übrigen stimmten mit Ja persönlich an der Sache i halten, wie es die einfach gabe wäre gefallen. Vielleicht wäre es ang Antrag zur Geschäftsordn: lautet:„Abgeordnete, die e England unde Reise=Plau London ist ein Unsini zehn Kilometer vor seinem hinter seinem Ende auf. kein Ende. Und wo es z wieder ein Vorort an und immer wieder einer. Lon seinen 7½ Millionen Eir Vien, Paris und Ne Straßennetz besteht aus 1 Places Markets, Squares Arten von Straßen, Plätz zählt etwa 1350 Straßen und Vororten einschließli Londoner Straßennetz be 11 500 Kilometer mit jetzt kommen reichlich 45 Ki Häusern hinzu. London orten umfaßt den sechsten land, Schottland und Ir Es hat allein so viele Ei Städte des Landes zusam Elasgow und Liverpool bMiuion, die letztere d Berlin mit Vororten um Teil der Bevölkerung De Einwohner wie die fünf burg, München, Dresden London bedeckt eine Fläck das sind rund 1810 Quc Herzogtum Altenburg nu beiden Schwarzburg zus Waldeck nur 1121, Schal sammen nur 1565 und Quadratkilometer. Doch Bild geben über die Uner London, dessen Ausdehnu meter, und von Süd na wird.— Der Wasserver Million Kubikmeter, der lich drei Millionen Kubik verschiedenen früher se worden ist und fast jeder ck und um Mitterich der Geschworefällte nach kurzer dauernden Verlust eklagte Zobel nahm agslos auf. Währiet, war die Angeurch das Gerichtsin Ohnmacht geden anderen. Die r Gerichtshof war schienen, die Angefähig. Schließlich. u hinaus und rief as Urteil des Gealler Kräfte gelang chtssaal zu fuhren. desurteil, das die m. Vor dem Geimenge das Urteil. ich hinausgetragen. idttheater wirkende sich mit Leuchtgas bracht. Liebeskumer Tat sein. nordamerikanischen toß 15 Arbeiter geA* ichten. istenbekleber BernKutscher Hermann ch Hund, hier. Friedrich Goldstein, arie Luize Steffen, gann Heinrich Aug. Friederike Auguste Georg Kunzmann, Louise Böhne, hier. nn Meyer, Enger; Tischler Heinrich Barrmeyer, Westerschüler, Dreyen, und ; Z i g a r r e n a r b e i t e r zenarbeiterin Anna erm. 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Bielefeld, Sonnabend, 9. Oktober 1909. 20. Jahrg. Schnapsbrenner im Reichstag. Interessant ist die Feststellung, wieviel Abgeordnete im Reichstage sitzen, die ein direktes persönliches Interesse an der Schnapsliebesgabenpolitik haben. Es ist eine ganze Reihe von Brennereibesitzern, und zwar sind sie Mitglieder jener Parteien, die mit ganz besonderem Eifer daran waren, das Schnapssteuergesetz durchzudrucken und alle Bestrebungen auf Minderung oder Beseitigung der Liebesgabe abzuwehren, nämlich Mitglieder der Deutschkonservativen Partei, des Zentrums und der Polenfraktion. Außerhalb dieser Parteien finden wir ganz vereinzelt Brennereibesitzer im Reichstage, z. B. Julius Sieg und Prinz Schönaich-Carolath bei den Nationalliberalen. Nachstehende Liste führt eine Anzahl Schnapsbrenner auf, die Sitz im Reichstage haben, unter Beifügung des Namens des Gutes mit Schnapsbrennereien, die sich in ihrem Besitze befinden(D.=K.— Deutsch=Konservativ, Ztr.— Zentrum, P.= Pole, D. R.=P.— Deutsche Reichspartei): Graf Finck zu Finckenstein, D.=K., Zakrzewsko, Nehbel, D.=K., Salusken, Fritz Wilckens, D.=K., Sypniewo und Dobrin, Stubbendorf, D. R.=P., Lapel, Löscher, D. R.=P., Neuhof, Dietrich, D.=K., Metzelthin, v. Kaphengst, D.=K., Kohlow, v. Dirksen, D. R.=P., Jessen, v. Steinäcker, D.=K., Roenfelde, Gans Edler v. Putlitz, D.=K., Barskewitz, v. Michaelis,„D.=K., Quatzow, v. Bonin, D.=K., Bahrenbusch, Graf Mathias v. Mielzynski, P., Chobienice, Groitzia und Lenka. o. Trzcinski, P., Gocanowko, Fürst Radziwill, P., Gorzyce und Preygodzice, Graf Carmer=Osten, D.=K., Niebe und Borne=Tschirnau, v. Heydebrand u. d. Lasa, D.=K., Protsch, Euen, D.=K., Korschlik, v. Richthofen, D.=K., Damsdorf, Graf Praschma, Ztr., Scheppanowitz, Fürst Hohenlohe=Oehringen, D.=K., Jarischaw, Kaltwasser, Bizawa, Slaventzitz, Gr. Lassowitz, Kl. Lassowitz, Bitschin, Chechlau und Slupsko. Die Liste macht keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit, es ist leicht möglich, daß uns dieser oder jener Name eines Edlen, der das praktische Gewerbe der Vergiftung des Volkes mit Fusel und die Gesetzesmacherei in seiner Person verbindet, entgangen ist. Wir wollten nur an der Hand von Beispielen die Tatsache erhärten, daß unter den Mitgliedern des Schnapsblockes eine Reihe Leute sich befindet, denen aus der Liebesgabe persönlicher materieller Vorteil erwächst. Wollte man noch in Betracht ziehen, wer von den vieledlen Junkern und Schlachtschitzen, die den Reichstag zieren, mit Schnapsbrennern versippt und verschwägert ist, so würde man wahrscheinlich keinen einzigen ausschließen können. Nun sollte man meinen, die Herren, die persönlich im Besitze von Schnapsbrennereien sind oder mit den Schnapsbrennern versippt sind, wahren wenigstens den Schein und enthalten sich der Abstimmung bei der Entscheidung über ein Gesetz, das ihnen und ihrer Sippe die Schnaps=Liebesgabe zuschanzt. Weit gefehlt! Alle diese hochedlen Herren, die peinlich bedacht sind, die Formen des Anstandes und der Courtoisie im privaten Leben zu wahren, sie finden es mit dem politischen Anstand und der politischen Moral wohl vereinbar, ihre Stimme in die Wagschale zu werfen, wo es gilt, durch ein Gesetz ihnen und den Ihren auf Kosten der Schnapstrinker, also zumeist der Elenden und Enterbten, Extraprosite zu verschaffen. Der entscheidende, die Liebesgaben betreffende Paragraph des Schnapssteuergesetzes, wurde in namentlicher Abstimmung mit 205 gegen 142 Stimmen angenommen. Von den aufgehalten, wie es die einfache Anstandspflicht gebietet, die Liebesgabe wäre gefallen. Vielleicht wäre es angebracht, wenn unsere Fraktion einen Antrag zur Geschäftsordnung des Reichstages stellen würde, der lautet:„Abgeordnete, die ein unmittelbares materielles Interesse England und englische Verhältnisse. Reise=Plaudereien von Ad. Th. XIII. London London ist ein Unsinn, ein kompletter Unsinn. Es fängt zehn Kilometer vor seinem Anfang an und hört zehn Kilometer hinter seinem Ende auf. Es hat überhaupt keinen Anfang und kein Ende. Und wo es zu Ende zu sein scheint, fängt immer wieder ein Vorort an und hinter diesem ein anderer und dann immer wieder einer. London ist eine Erdscheibe für sich. Mit seinen 7½ Millionen Einwohnern ist es so groß wie Berlin, Wien, Paris und Newyork zusammengenommen. Sein Straßennetz besteht aus 19000 Streets, Roads, Lanes, Gades, Places Markets, Squares, Gardens und wie die verschiedenen Arten von Straßen, Plätzen und Winkeln alle heißen. Berlin zählt etwa 1350 Straßen und Plätze, und mit allen Vorstädten und Vororten einschließlich Charlottenburg etwa 2500. Das Londoner Straßennetz besitzt eine Gesamtlänge von mehr als 11 500 Kilometer mit jetzt ziemlich 900000 Häusern. Jedes Jahr kommen reichlich 45 Kilometer neue Straßen mit etwa 9000 Häusern hinzu. London mit den dicht sich anschließenden Vororten umfaßt den sechsten Teil der Gesamtbevölkerung von England, Schottland und Irland, also von ganz Großbritannien. Es hat allein so viele Einwohner, wie die nächsten 24 größten Städte des Landes zusammen, obwohl sich darunter Städte wie Glasgow und Liverpool befinden, von denen die erstere fast eine Million, die letztere dreiviertel Million Einwohner zählt. Berlin mit Vororten umfaßt nur etwa den fünfundzwanzigsten Teil der Bevölkerung Deutschlands und hat noch nicht so viele Einwohner wie die fünf nachstgroßen deutschen Städte Hamburg, München, Dresden, Leipzig und Breslau zusammen.— London bedeckt eine Fläche von 700 englischen Quadratmeilen, das sind rund 1810 Quadratkilometer, während das ganze Herzogtum Altenburg nur 1328 Quadratkilometer umfaßt, die beiden Schwarzburg zusammen nur 1802, das Fürstentum Waldeck nur 1121, Schaumburg=Lippe und Lippe=Detmold zusammen nur 1565 und die beiden Reuß zusammen nur 1142 Quadratkilometer. Doch alle diese Vergleiche können kein klares Bild geben über die Unendlichkeit des Häusermeeres von GroßLondon, dessen Ausdehnung von Ost nach West auf 35 Kilometer, und von Süd nach Nord auf 28 Kilometer angegeben wird.— Der Wasserverbrauch beziffert sich auf täglich eine Million Kubikmeter, der Gasverbrauch auf durchschnittlich täglich drei Millionen Kubikmeter. Da London nach und nach aus verschiedenen früher selbständigen Bezirken zusammengekittet worden ist und fast jeder Bezirk eine High Street(Hohestraße) an einem Gesetze haben, dürfen an der Abstimmung über ein solches Gesetz nicht teilnehmen. Es ist freilich nicht übel, selbstverständliche Dinge in Gesetzesform zu kleiden, aber da das Selbstverständliche nicht befolgt wird, ist es zur Wahrung der Würde und des Ansehens des Reichstages notwendig, dem Skandal einen Riegel vorzuschieben. Zu befürchten ist, daß ein solcher Antrag von den Liebesgabenempfängern niedergestimmt wird, doch wäre die Probe aufs Exempel von einiger Bedeutung. wünschten Beweise. In zwei Broschüren„Finale" und„Wo ist Agramer P. Wien, 6. Oktober. Am Jahrestage der Annexion Bosniens wurde in Agram ein Urteil gefällt, das ein furchtbares Echo auf dem Balkan finden wird, und das wohl dazu beitragen wird, den Haß der Balkanvölker gegen Oesterreich=Ungarn aufs neue zu entflammen. Ein Justizmord, wie er schamloser wohl selten begangen wurde, ein Tendenzurteil, wie es sinnloser und zweckloser nicht gedacht werden kann. 184 Jahre schweren Kerkers wurden verhängt und die als Rädelsfuhrer des Hochverrats angeklagten kamen mit zwölf Jahren schweren Kerkers davon. Es werden keine Galgen aufgerichtet zur Feier der Annexion— damit tröstet sich die feile Regierungspresse in Ungarn und Oesterreich. Aber daß der Gerichtshof, obwohl das kroatische Strafgesetz für die Anstifter und Rädelsführer beim Hochverrat nur die Todesstrafe kennt, und obwohl der Staatsanwalt für fünf Angeklagte die Todesstrafe verlangte, doch nicht die Todesstrafe zu verkünden wagte, das kennzeichnet noch mehr als der ganze Verlauf des Prozesses diesen Justizskandal. Der Gerichtshof vegründete seine„Milde“ damit, daß der Schuldspruch im Senat nicht einstimmig gefällt wurde, weshalb nach der Strafprozeßordnung die Todesstrafe nicht zulässig sei. Aber daß selbst in diesem sorgfältig gesiebten, aus lauter Kreaturen der Regierung zusammengesetzten Gerichtshof nicht alle Richter von der Schuld der Angeklagten überzeugt waren— das ist das schärfste Urteil, das diesem Prozeß gesprochen wird. In Wirklichleit wird die Sache wohl noch arger sein. Offenbar wagte man in Budapest und in Wien doch nicht, die Sache bis zum äußersten zu treiben, und so kam der Befehl, das Todesurteil zu vermeiden. Die gefügigen Richter taten, wie ihnen befohlen wurde— wie sie von allem Anfange an nur die Befehle der kroatischen Regierung vollstreckt hatten. Der ganze Agramer Prozeß war von Anfang bis zu Ende eine politische Mache, und es wurden kaum die Formen eines Rechtsverfahrens eingehalten. Man würde fehlgehen, wenn man annehmen wollte, der Prozeß sei vom Auswartigen Amte in Wien inszeniert worden, das für seine Balkanpolitit die Ausrede einer serbischen Irredenta in Oesterreich brauche. Das hieße die ganze Prozeßmache noch überschätzen. Das Auswärtige Amt hat sich nur überflüssigerweise, nachdem der Prozeß schon im Gange war, noch mit der Mitschuld befleckt, indem es den Prozeß für sich auszunutzen suchte und durch seine Soldschreiber im Inund Auslande ihn für seine Zwecke auszuschlachten suchte. Eingeleitet wurde der Prozeß von der ungarischen Regierung und ihrem Agramer Beoollmachtigten, des Banus Rauch, die bei den Wahlen im Jahre 1907 in Kroatien eine vollständige Niederlage erlitten hatten. Diese Niederlage verdankten sie dem Zusammengehen der Kroaten und Serben, deren Entzweiung allein den früheren magyarischen Regierungen die Herrschaft ermöglicht hatte. Lange hatten die Serben und Kroaten— zwei Volker, die eine Sprache sprechen und sich nur durch ihre Religion unterscheiden und durch ihre Schrift, da die Kroaten als Katholiken lateinische Lettern, die Serben als Orthodoxe die glagolitischen (russischen) Lettern verwenden— einander bekämpft und so die Gewaltherrschaft der magyarischen Klique ermöglicht. Ihre Einigung mußte die Budapester Herrschaft unmoglich machen. Die serbisch=kroatische Koalition zu sprengen und dadurch das Budapester Regime wieder zur Macht zu bringen, wurde nun die Mär von den hochverräterischen Beziehungen der Serbenführer zum König Peter erdacht. Kurz vorher war in Montenegro ein Hochverratsprozeß wegen einer angeblichen Verschwörung zugunsten der Vereinigung mit Serbien durchgeführt worden, und dabei war als Kronzeuge ein angeblicher Mitverschworener Georg Nastic aufgetreten— wofür er zugestandenermaßen von der montenegrinischen Regierung mit Geld bezahlt worden war. Dieser Nastic lieferte der kroatischen Regierung — die seit den Wahlen ohne Parlament regierte— die gebesaß, deren Namen auch nach der Verschmelzung nicht geändert worden sind, so gibt es heute in London nicht weniger als 31 High Streets, zu denen sich noch drei High Roads gesellen. Zur Unterscheidung wird der Name des Bezirks hinzugefügt, so daß es eine High Street Barnes, eine High Street Clapham, eine eine High Street Hamstead, eine High Street Marylebome gibt und so ins unendliche fort. Welche Momente aus dem Leben und Treiben einer solchen Riesenstadt, welche Gebäude, welche Straßenbilder, welche Einzelheiten aus dem Geschäftsleben, welchen Sonderzug aus dem Verkehrswesen soll man nun herausgreifen, um dem Leser ein anschauliches Bild über das Ganze zu zeichnen? Soll man von der Themse reden und ihren 26 Brucken, von denen die gewaltige Tower-Bridge allein 24 Millionen Mark kostete? Oder soll der Leser nach den riesigen Docks geführt werden, in denen die größten Seeschiffe aus aller Herren Länder ihren unerschöpflichen Bauch leeren und alle nur denkbaren tierischen, pflanzlichen oder mineralogischen Produkte auf den Weltmarkt werfen? Oder soll die Piccadilly Street, in der ein Klubhaus der Lords, der Finanz= und der Handelsaristokraten neben dem andern in gesättigtem Reichtum sich erhebt, verglichen werden mit dem grausigen Elend in den verlorenen Gassen von Whitechapel (Weittschäppl), das sich hinter dem Tower an das Themseufer quetscht, als wolle es sich den Augen der forschenden Policemen verbergen? Soll von der City geredet werden, in der das Leben der Siebenmillionenstadt sich konzentriert wie in einer elektrischen Zentrale die Kabelleitung für Abgabe von Licht und Kraft? Soll von der Bank von England erzählt werden, die nach außen kein einziges Fenster hat, in der oft über 500 Mill. Mark Gold daliegen, bei der Milliarden über Milliarden an Wertpapieren hinterlegt sind, die gegen tausend Beamte beschäftigt und deren Grundfläche über 16000 Quadratmeter ausmacht? Oder wünscht der Leser vertraut gemacht zu sein mit den Untergrundbahnen, die jetzt das ganze innere London durchziehen, fur deren Erbauer der Begriff„technisch unmöglich überhaupt nicht zu bestehen scheint, die in einer Tiefe bis zu über dreißig Meter unter der Themse hinweggeführt worden sind, die sich im Dunkel des Erdenschoßes kreuzen, einander ausweichen, über= und untereinander weglaufen und in denen man für einen Penny oder für zwei Pence(8 bezw. 16 Pfg.) Strecken ückle st ten in Betrieb haben.„Oder soll von den Museen erzählt werden, deren es ein volles Vierteihundert gibt, und in denen England alle die wissenschaftlichen, künstlerischen und materiellen Schätze aufgespeichert hat, die in jahrhundertelangen Raubzügen aus allen Weltteilen zusammengestohlen worden sind: Wo also soll man zu schildern anfangen und wo aufhören? Es bleibt eben dabei: London ist ein Unsinn. r Vereinigung der südflawischen Länder Oesterreich und Ungarns mit Serbien beteiligt gewesen zu sein. Auf Grund seiner Angaben wurden nun in Kroatien zahllose Verhaftungen vorgenommen. Nach monatelanger Untersuchung wurden endlich 53 Personen angeklagt und der Prozeß begann. Vorher aber wurde noch die Oeffentlichkeit gründlich bearbeitet, namentlich die Bauern, die man als Zeugen aufmarschieren lassen wollte. Es wurde ein eigenes Kreuzerblatt mit antiserbischer Tendenz gegründet, um damit auf die breiten Massen wirken zu können. Dann wurden Emissäre unter das Landvolk geschickt, um dort die nötige Stimmung zu schaffen. Dagegen wurden die serbischen Zeitungen mit Konfiskationen und Verurteilungen eingeschüchtert; wenn das nicht gelang, die Drucker mit der Einstellung der Druckerei bedroht. Die Anklageschrift wurde als Flugblatt in der ganzen Bevölkerung verbreitet, um möglichst gleichlautende Aussagen der Belastungszeugen zu produzieren. Und schließlich wurde der Gerichtshof aus ganz unbedeutenden Richtern zusammengesetzt, die eigens für diesen Prozeß ernannt wurden. Die Anklageschrift legt den 53 Angeklagten zur Last, durch Vermittlung des Vereins„Slovenski Jug“(Slawischer Süden) mit dem serbischen Hofe in Verbindung gewesen zu sein, um die südslawischen Provinzen mit Serbien zu vereinigen. Serbische Verschworeroffiziere sollen diese Gegenden bereist haben.„Bei Nacht zogen bewaffnete Massen durch die Orte, schossen mit Revolvern und riefen:„Hier wird König Peter herrschen!“ Berittene Banden jagten durch die Orte, es wurden provokatorische serbische Lieder gesungen. König Peters Bild wurde verbreitet und eine„KönigPeter=Hymne“ gesungen." Das alles wollte die Staatsanwaltschaft beweisen und zugleich auch, daß die Hauptangeklagten— die dann zu je zwölf Jahren verurteilten Brüder Pribicewic— Republikaner seien. In dem Prozesse, der am 3. März begann, also mehr als sieben Monate dauerte, wurde mit denselben Mitteln gearbeitet, mit denen die Untersuchung geführt worden war. Die Zeugen der Verteidigung wurden nicht verhört: von 824 Zeugen, die die Angeklagten stellten, wurden 782 zurückgewiesen und nur 42 verhört, dagegen wurden sämtliche 291 Zeugen der Staatsanwaltschaft vernommen. Von diesen waren 105 wegen allerlei Verbrechen und Vergehen vorbestraft, davon neun wegen Totschlags und schwerer Korperverletzung. Aber was diese Zeugen auszusagen wußten, war nichts als Geschwätz und unbestimmte Redensarten. Höchstens, daß einer oder der andere der Zeugen erklärte, der König Peter sei verkleidet in Bosnien gewesen oder es seien irgendwo 40000 Gewehre versteckt gewesen. Von welchem Geiste das ganze Verfahren erfüllt war, ergibt sich daraus, daß der Staatsanwalt es schon für einen Beweis großserbischer Umtriebe erklärte, wenn ein Zeuge aussagte, die Angeklagten hätten aufgefordert, nicht die„kroatische, sondern die serbische Schrift zu gebrauchen. Die Hauptsensation war die Einvernahme des Kronzeugen Nastic. Er sagte weniger als Zeuge, denn als Sachverstandiger aus. Die Angeklagten und Verteidiger durften ihn nicht unterbrechen, und als die Verteidiger ihn durch ein Kreuzverhör in Verlegenheit brachten, ließ der Vorsitzende weitere Fragen nicht zu. Die Verteidiger wollten durch Zeugen die Unwahrheit seiner Aussagen nachweisen, der Gerichtshof ließ die Zeugen nicht zu. Dagegen wurde Nastic, obwohl er nach seinen eigenen Aussagen mitschuldig war, unter Eid vernommen.— Dabei wurden die Angeklagten aus den nichtigsten Gründen von der Verhandlung ausgeschlossen, so daß 32 von den 53 Angeklagten mehr als 100 Verhandlungstage ausgeschlossen waren. Auch die Verteidiger wurden fast in jeder Sitzung, namentlich, wenn sie dem Kronzeugen Nastic nicht die gebührende Reverenz erwiesen, zu Disziplinarstrafen verurteilt und eine Reihe angesehener Agramer Verteidiger wurde überhaupt nicht zugelassen, mit der Begründung, daß sie verdächtig seien, am Hochverrat mitschuldig zu sein. Nun ist der Prozeß zu Ende und 31 Angeklagte wurden zu 5 bis 12 Jahren schweren Kerkers verurteilt. Morgen wird der Banus von Kroatien vom Kaiser in besonderer Audienz empfangen werden; er wird ihm, wie mitgeteilt wird, über den Abschluß des Hochverratsprozesses berichten. Wird die Krone die Gemeinschaft mit den Veranstaltern der Agramer Justizkomödie ablehnen oder wird sie das Rachewerk vollbringen lassen? Von der Beantwortung dieser Frage hängt für Habsburgs Prestige viel mehr ab, als man sich in Wien vielleicht träumen läßt. Vom Rif und den Rifpiraten, die durch den spanischen Sieg am Guruguberge wieder aktuen geworden sind, weiß ein„alter Marokkaner“ im„Temps“ allerlei Interessantes zu erzählen: Das Wort„Rif“ oder„Er-Rif“ ist ein arabischer Ausdruck, der den Rand, den Umkreis irgend einer Sache, eines Lagers z. B. bezeichnet; im übertragenen Sinne braucht man das Wort zur Bezeichnung eines bevölkerten und bebauten Landes, das am Saume eines Tales, einer Ebene oder des Meeres liegt. Die Rifprovinz, mit der wir uns hier zu befassen haben, ist das Land, das sich von Melilla bis Tetuan der Mittelmeerküste Marokkos entlang erstreckt. Es ist ein zum Arlassystem gehörendes Küstengebirge, das durch das Tal des Sebu und der Muluja vom eigentlichen Atlas getrennt wird; es schließt sich an das Gebirgssystem des südlichen Spanien an und scheint bis zu einer verhaltnismäßig jungen geologischen Epoche mit dem Bätischen Gebirgssystem, d. h. mit den spanischen Sierren, in irgend einer Weise verbunden gewesen zu sein. Obwohl das Land so nahe an Europa liegt, ist es doch so gut wie unbekannt und unerforscht; der mittlere Teil ist nur durch zwei Forschungsreisen des Franzosen de Segunzac bekannt. Wir wissen jedoch, daß der gegen 350 Kilometer lange und 52 Kilometer breite Gebirgszug, der sich im Mittel zu 600 Meter erhebt, aus einer Anzahl Gebirgsketten besteht, die der Mittelmeerküste parallel laufen, von Pässen durchschnitten werden und durch Längentäler voneinander getrennt sind. ket Höher als 2000 Meter ist keine dieser Gebirgs##ten; sie bilden aber trotzdem ein wildes, zerklüftetes, schluchtenreiches, schwer, zugängliches Bergland. Das mittelländische Klima wird beeinflußt und verändert durch die Nähe des Ozeans, durch die scharfen Luftströmungen, die von Gibraltar her kommen, und durch die Berggipfel, auf denen der Schnee oft monatelang liegt. Der rauhen, unwirtlichen Landschaft hat sich der Charakter der lebenden Natur angepaßt. Die Bergkämme, die von eisigen Winden umweht werden, sind mit Triften bedeckt, die beinahe alpinen Charakter aufweisen. Die Flanken der Berge sind zum Teil felsig, zum Teil mit einer etwas wirren Vegetation bekleidet; man findet dort dichtes Buschwerk und Eichen, Fichten, wilde Nußbäume, Zedern, Thujas(Lebensbäume) und wilde Oelbäume; in den von und Getreidefelder. Die Rifküste vom Kap Tres Forcas bis zur Alminaspitze ist eine der ungastlichsten Küsten der Welt: ein 300 Kilometer langer Klippenhalbkreis, durch den man nur auf engen Hohlwegen ins Innere des Landes gelangt. Den Schiffen bietet diese Kuste, die vollständig den Nordwinden ausgesetzt ist, keinen Zufluchtsort; gefährlich ist sie ihnen aber außerdem noch durch das feindselige Verhalten ihrer Bewohner. Heute noch empfehlen nautische Instruktionen den Segelschiffen, sich von Dir Entwilllung drr Inbaliorn= und Aurrsortfotgung im Aublandr. Die soziale Gesetzgebung des Auslandes hat in den letzten Jahren ziemliche Fortschritte gemacht, namentlich auf dem Gebiete der Arbeiterversicherung. Die soziale Versicherung hat in einigen Staaten eine solche Ausgestaltung erfahren, daß sie wenigstens in manchen Punkten den deutschen Einrichtungen überlegen ist. Diese Feststellungen sind besonders wichtig im Hinblicke auf die bei uns in Aussicht stehende Reform der Arbeiterversicherung, die nach den vorliegenden Entwürfen statt Verbesserung manche Verschlechterung der bestehenden Verhältnisse bringen soll. Betrachten wir für heute die Gesetzgebung des Auslandes in bezug auf die Inbaliditäts- und Altersversorgung. Eine gesetzliche Regelung dieser Frage ist zurzeit in 8 Staaten anzutreffen. Eine zwangsweise Versicherung der Arbeiter zum Zwecke der gedachten Versorgung wie in Deutschland hat freilich keiner dieser Staaten eingeführt. Die Regelung geschah vielmehr teils auf der Grundlage freiwilliger Versicherung und der staatlichen Subvention, teils auf der Grundlage beitragsloser Unterstützung, wobei die gesamten Kosten aus Staatsmitteln bestritten werden. Dagegen ist die obligatorische Versicherung teils in besserer Gestalt als in Deutschland ebenfalls in 8 verschiedenen Staaten geplant. In Frankreich besteht durch Gesetz vom 18. Juni 1850 eine nationale Altersrentenkasse. Zu dieser leistet der Staat Zuschüsse und zwar bis zu einem Fünftel der Leistungen für jene Rentner, die mindestens 70 Jahre alt sind und 25 Beitragszahre nachweisen können. Die Kasse hat eine ganz ansehnliche Ausdehung erlangt. Im Jahre 1908 gewährte sie zirka 300 000 Renten im Betrage von zirka 43 Millionen Franken. Die staatliche Subvention wird auch privaten gegenseitigen Hilfskassen zuteil, die die Altersversicherung betreiben. Weiter gewährt ein am 1. Januar 1909 in Kraft getretenes Gesetz jedem mittellosen französischen Staatsbürger, wenn er das 70. Lebensjahr vollendet hat oder Invalide ist, Anspruch auf Unterstützung. Diese hat mindestens 5 und höchstens 20 Franken im Monat zu betragen. Die Lasten bestreiten Gemeinde, Departement und Staat. Eine Vorlage über obligatorische Invaliditäts- und Altersversicherung ist am 23. Februar 1906 vom Abgeordnetenhause beschlossen worden. Der Senat bereitet ihr aber Hindernisse und will sie in der gewählten Form nicht Gesetz werden lassen. In Belgien besteht eine Altersrentenkasse ähnlich der französischen. Der Staatszuschußo zu jeder Rente richtet sich nach der Beitragsleistung des Versicherten. Die Zahl der Teilnehmer beträgt zirka 850000, das Vermögen der Kasse über 100 Millionen Franken. Italien erhielt durch Gesetz vom 17. Juli 1898 eine nationale Kasse für Alters= und Invaliditätsversicherung der Arbeiter. Beitrittsberechtigt sind auch selbständige Handwerker und Bauern. Der Staatszuschuß beträgt bis zu 10 Lire pro Rente und Jahr. Die Altersrente kann schon vom 55. Lebensjahre nach mindestens 10jähriger Beitragsleistung gewährt werden. Die Invalidenrente wird nach mindestens 5jähriger Beitragszunung gewährt. In den ersten 6 Jahren der Tätigkeit der Kasse ist die Zahl der Teilnehmer auf etwa 150000 gestiegen. Spanien besitzt durch Gesetz vom 27. Februar 1908 eine freiwillige Invaliden= und Altersversicherung. Die Versicherung wird in einer Staatsanstalt durchgeführt. Beitrittsberechtigt sind alle Lohnarbeiter und Angestellten mit einem Jahresgehalt bis 2400 Mark. Zu den Renten, die bis zu 1200 Mark pro Jahr betragen, gewahren Staat und Gemeinde Zuschüsse. In Dänemark regelt das Gesetz vom 9. April 1891 die Altersunterstützung Hilfsbedürftiger außerhalb der Armenpflege. Ein Anrecht auf die Unterstützungen haben die dänischen Staatsangehörigen, die nach Vollendung des 60. Lebensjahres nicht mehr imstande sind, für sich oder ihre Angehörigen zu sorgen. Die Höhe der Altersunterstützung ist vom Gesetz nicht bestimmt, sie wird für jeden Fall von der zuständigen Gemeindeverwaltung bemessen. Sie soll„Das zum Unterhalt Nötige“ bieten. Die Kosten werden zur Hälfte von den Gemeinden und zur Hälfte vom Staate getragen. In Australien hatten einzelne Bundesstaaten schon seit mehreren Jahren Alters- und Invaliditätsversorgungsgesetze für das ganze Gebiet des Australischen Bundes(zu dem Neu=Seeland nicht gehört) zustande. Die Eigenartigkeit des Gesetzes besteht darin, daß sämtliche Leistungen ohne Beiträge der Versicherten aus Staatsmitteln gewährt werden. Es stellt den Grundsatz auf,„daß es der Billigkeit entspricht, daß rechtschaffene Personen, welche während der Kraft ihres Lebens dazu heigetragen haben, die öffentlichen Lasten der Kolonie durch die Zahlung von Steuern zu tragen, und ihre Hilfsquellen durch ihre Arbeit und Fähigkeit zu erschließen, in ihrem Alter von der Kolonie eine Rente erhalten. Zum Bezuge der Altersrente berechtigt sind die Männer, die das 65. und Frauen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Voraussetzung ist, daß die Rentenbewerber seit mindestens 25 Jahren im Gebiete des australischen der Rifküste möglichst fernzuhalten. Die Rifpiraten treiben zwar nicht mehr Kaperei auf hoher See, zögern aber, wenn ein beschädigter Dampfer oder ein infolge einer Windstille festliegendes Segelschiff sich in ihrer Nähe befindet, keinen Augenblick, mit ihren Feluken hinauszufahren und das vom Ungluck verfolgte Schiff zu plündern. Die einzigen Fremden, denen diese Seeräuber freundlich entgegenkommen, sind die Schmuggler, die ihnen Gewehre und Munition liefern.„„„„ Der arabische Name der Rifpiraten ist„Ruafa(Einzahl: „Rifi“); sie selbst nennen sich„Imazighen“(Einzahl:„Amazigh“). Es sind unabhangige Berber, die in etwa dreißig Stämme geteilt sind; für diese kühnen Bergbewohner hat das menschliche Leben nicht den geringsten Wert, sie erkennen keine andere Autorität an als die ihrer autonomen Clans, kein anderes Gesetz als das Gesetz der Blutrache und der Wiedervergeitung, und halten ihre Freiheit so hoch, daß weder die Römer, noch die Vandalen, noch die Araber, noch selbst die Sultane ihrer eigenen Rasse sie zemals haben unterjochen können. Die Stämme sind voneinander unabhängig, und ihr politischer Zusammenhang gibt sich nur in ihren Kampfen gegen die Regierung ihres Landes und gegen die verhaßten Christen kund. Jeder Stamm teilt sich in eine Anzahl„Fraktionen oder Clans, an deren Beratungen sich jeder erwachsene Mann beteiligen darf; die Clans Bundes ansässig und unbescholten sind und Vermögen von mehr Mark nicht besitzen. Eine Invalidenrente kann jede seit als 6200 Mul. 5 Jahren in Australien wohnhafte Person beanspruchen, die dauernd arbeitsunfähig und mindestens 60 Jahre alt ist, und deren Indalidität in Australien eintrat. Die Renten werden in jedem einzelnen Falle von den zuständigen Behörden festgesetzt. Sit durfen 520 Mark pro Person und Jahr nicht übersteigen.— In Neu=Seeland, dessen soziale Gesetzgebung für die australischen Staaten vorbildlich war, besteht ein ähnliches Altersversorgungsgesetz seit 1898.— Den Grundzügen der australischen Altersversorgung ist das in Großbritannien und Irland am 1. Januar 1909 in Kraft getretene Altersrentengesetz nachgebildet. Nach diesem hat Anspruch auf Altersrente jede über 70 Jahre alte Person, die seit mindestens 20 Jahren die britische Staatsangehörigkeit besitzt. Ausgeschlossen vom Rentenanspruch ist, wer ein Jahreseinkommen von mehr als 630 Mark hat, wer zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde und wer in einem Irrenhaus ist. Die Rente beträgt bei einem Jahreseinkommen bis zu 420 Mark 5 Mark wöchentlich, von mehr als 420 bis 473 Mark 4 Mark, von mehr als 473 bis 525 Mark 3 Mark usw. Der Bezug der Rente benimmt die Empfänger keiner staatsbürgerlichen Rechte. Die erforderlichen Geldmittel bewilligt das Parlament.„— In Oesterreich ist eine obligatorische Invaliditats- und Altersversicherung in Vorbereitung. Sie soll sich auf alle Arbeiter, Angestellten und selbständigen Gewerbetreibenden mit Jahresverdienst bis 2400 Kronen erstrecken. Die vernachgeVollendung des 65. Lebensjahres gewahrt werden. Bei den Selbständigen beträgt die Wartezeit zur Altersrente nur 200 Beitragswochen. Der Staatszuschuß zu jeder Rente beträgt 90 Kronen. An dem Zustandekommen der Versicherung ist kaum noch zu zweifeln. Die russische Regierung hat den Entwurf eines Arbeiterversicherungsgesetzes ausarbeiten lassen, in dem auch die Invalidenversicherung vorgesehen ist. Die Vorlage sieht Versicherungsanstalten und ein Reichsversicherungsamt vor, in welchen auch die Arbeiter und Unternehmer eine Vertretung haben sollen.— In Finnland liegt ebenfalls bereits ein fertiger Entwurf eines Gesetzes über Invaliditäts- und Altersversicherung vor. Er lehnt sich vielfach an das deutsche Vorbild an. Abweichend ist, daß sechs Lohnklassen vorgesehen sind. Zur Anwartschaft auf Invalidenrente sind nur 150 Beitragswochen nötig. Die Altersrente soll nach Vollendung des 65. Lebensjahres gewährt werden. Zu jeder Rente gewährt der Staat einen Zuschuß von 50 Mark jährlich. Die Beiträge werden zu gleichen Teilen von Versicherten und Unternehmern getragen. In den Verwaltungskörperschaften sind Arbeiter und Arbeitgeber direkt vertreten.— In Schweden und Norwegen sind Kommissionen eingesetzt worden, die Entwürfe von Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetzen ausarbeiten sollen. In der Schweiz wollen eine Anzahl Kantone der Frage näher treten. Eine in St. Gallen abgehaltene Versammlung sprach sich dafür und für Anstrebung eines Staatszuschusses aus. In Luxemburg wurde von der Regierung bereits 1905 ein Entwurf einer Invaliden- und Altersversicherung mit einer ausgedehnten Begründung der Oeffentlichkeit und den Behörden zur Kritik unterbreitet. Er lehnt sich ebenfalls an die deutschen Einrichtungen an, nur geht die Einkommensgrenze für die Versicherungspflicht auf 3000 Franken, die Altersversorgung ist vorteilhafter als bei uns. Die Arbeiterschaft verlangt nachdrücklich das Inkrafttreten des Gesetzes. Reformbestrebungen sind auch in den Niederlanden und zwar seit 1890 im Gange. Die bis jetzt noch nicht verwirklichten Absichten richten sich auf Einführung einer Zwangsversicherung. Wir können mit einer gewissen Genugtuung dieser Gestaltung der Dinge gegenüberstehen, denn das Bismarcksche Wort:„Ohne Sozialdemokratie keine Sozialreform“ gilt natürlich auch für das Ausland. Im übrigen müssen sich die deutschen Gesetzgeber energisch zu erheblichen Verbesserungen aufschwingen, wenn Deutschland„Voran" bleiben soll. macht alle den Stamm betreffenden wichtigen Fragen— Krieg, Steuern usw.— zum Gegenstand gründlicher Becatungen, und ihre Beschlüsse haben Gesetzeskraft. Es wird dann eine Generalversammlung aller Männer des Stammes einberufen, um von der Ernennung des Kaids und von den anderen Beschlüssen der Hepstaxen Kenntnis zu FEingazz. Die Mitgl gerzdes Stammes nen die„Dschur„Einzayl;„Leschra, worf], die gewöhnlich auf schwer zuganglichen Hohen liegen; es sino Hütten aus Steinen oder aus Stampferde, die mit Dachstroh bedeckt und von Agavenhecken umgeben sind, so daß sie kleinen Festungen gleichen; der Kaid bewohnt eine Kaspa, eine Art Burg, die zu gleicher Zeit als Arsenal, als Schatzkammer und als Gefängnis dient und von den verschiedenen Fraktionen des Stammes in einer bestimmten Reihenfolge bewacht wird. Die Rispiraten sind reichlich mit Schnellfeuergewehren versehen. Die meisten von ihnen besitzen ein eigenes Gewehr; die Kaids und die Vornehmen haben mehrere Gewehre, die sie im Priegsfalle keins besitzen. Wer sich kein Holtischr Arbersicht. Der sozialdemokratische Landtagswahlsieg in Meiningen— auch eine Quittung für die neuen Steuern. Der nationalliberale „Haunoversche Courier“ läßt sich aus Meinigen über den Ausfall der Landtagswahlen schreiben: „Bemerkenswert ist weiter das Anwachsen der sozialdemokratischen Stimmen im ganzen Lande. So erhielten in der Residenz Meiningen, in der früher nur wenige sozialistische Stimmen abgegeven wurden, die Sozialisten 814 Stimmen, in der freisinnigen Hochburg Lauscha, die früher überhaupt keine Sozialdemokraten hatte, 501 Stimme. Die Mißstimmung über die neuen Reichssteuern, der kurz vorher beendigte Thüringer Bierkrieg, Verkehrs= und Interesserkämpfe in den einzelnen Wahlkreisen haben zur Vermehrung der sozialdemokratischen Stimmen beigetragen. Die Finanzreform wird ihren Värern noch oftmals Kopfschmerzen machen, wahrscheinlich schon in 14 Tegen wieder, wenn die Resultate der sächsischen und badischen Landtagswahlen begroßer Geschicklichkeit zu bedienen. An Munition fehlt es gleichfalls nicht. Die Rifpiraten verstehen sich darauf, leere Patronenhülsen noch einmal zu laden; sie fabrizieren selbst Bleitugeln und ein Schießpulver, geben jedoch dem aus Europa eingeschmuggelten Schießpulver den Vorzug. Zu den Waffen gehört auch ein gerader, langer und schmaler Dolch: man kennt jedoch auch gekrummte Dolche, wie man sie im ubrigen Marokko findet. Was die Artillerie betrifft, so haben die Rifpiraten nur einige mmin“, d. h. die Obersten dieser Bruderschaft ziehen von tamm zu Stamm, geben Unterricht im Schießen und feuern den kriegerischen Eifer ihrer Jünger durch Schilderungen der Heldentaten der Ahnen an; diese Schilderungen werden deklamiert oder gesungen. Im übrigen wird der Kriegsmut der Rifpiraten durch die ewigen Kriege zwischen Stämmen und sogar zwischen Fraktionen ein und desselben Stammes zur Genuge wachgehalten. Jede Fraktion besitzt ihre Fahnen, die dem„Amghar anvertraut ist, und die bis zum letzten Blutstropfen verteidigt wird. Ein Mann, der sich weigert, in den Kampf zu ziehen, muß eine hohe Geldbuße zahlen und wird dann mit Schimpf und Schande aus dem Stamme ausgeschlossen. Die Rifpiraten ssind im allgemeinen groß, sehnig, kräftig und von bemerkenswerter Zähigkeit; sie sind verschmitzt, unerschrocken und beharrlich und können in der Kunst des Kleinkrieges als Meister gelten. Ihre Kleidung ist eine„Diellaba“, eine Art kurzer Kutte aus brauner oder erdfarbiger Wolle; der Kopf ist fast glatt rasiert und nicht mit dem landesüblichen Turban bedeckt, sondern mit einer merkwürdigen Kappe aus Ziegenhaar. Während des Kampfes nutzen sie in sehr geschickter Weise jede Unebenheit des Bodens aus, um sich zu decken und zu verstecken und ihre Feinde aus dem Hinterhalt anzugreifen. Für den Angriff wählen sie am liebsten die Stunden vor Tagesanbruch, um den Feind im Schlafe zu überfallen. Ohne jedes Gerausch schleichen sie, indem sie jede Hecke, jede Bodensenkung, jede Klippe benutzen, fast kletternd und gleitend vorwärts. Wenn sie dann in Schußweite gekommen sind, richten sie sich ganz plötzlich auf se im Krigofa, denen leihen, die ewehr verschaffen kann, bewaffnet sich mit einer Flinte eigener Fabrikation, mit Schleudern und Stöcken, und die Berber wissen sich aller dieser Waffen mit ihr schrilles Geschrei feuern sie die Krieger an; Männer, die sich schwach zeigen, werden ausgelacht und verspottet. Das sind die nicht zu unterschätzenden Gegner, mit denen die Spanier es in Marokko zu tun haben. kannk werden. Und hoffentlich sind die neuen Steuern auch bei den nächsten Reichstagswahlen noch nicht vergessen. Der reaktionäre Kreisausschuß. Das„Berliner Tageblatt" berichtet einen Fall aus Lindau i. H., der einen neuen Beweis dafür erbringt, wie reaktionär die innere Verwaltung in Preußen ist. Zur Regelung des Stimmenverhältnisses in den Gemeindeversammlungen hat nach der hannoverschen Landgemeindeordnung eine Klasseneinteilung stattzufinden. Das Stimmgewicht der Mitglieder der einzelnen Klassen ist„unter Berücksichtigung der Konkurrenz zu den Bemeindelasten und des Interesses an den Gemeindeangelegenheiten“ zu bemessen. In Lindau war nun bisher die Sache so geregelt, daß man für jede 5 Mk. Sieuern je eine Stimme hatte. Dieses Stimmrecht mit 33 Klassen, 294 Wahlern, 2006 Stimmen und 4 Abteilungen gibt den 14 höchstbesteuerten Klassen mit 19 Wählern(4 in der ersten Abteilung und 15 in der zweiten Abteilung) die Alleinherrschaft in der Gemeinde; denn diese 19 Wähler haben so viel Stimmen, wie die übrigen 275 Wähler und können daher stets ihren Willen zur Geltung bringen. Insbesondere aber sind die 216 Wähler der 4. Abteilung gegenüber den 78 Wählern der 1., 2. und 3. Abteilung so gut wie rechtlos, und daher kümmern sie sich auch wenig oder gar nicht um die Gemeindeangelegenheiten. In einem derartigen Zustande ist natürlich die Ungerechtigkeit schlimmster Art verkörpert. Das Gefühl drängte sich auch wohl der Gemeindeversammlung auf, denn sie war es, die eine Reform der Bestimmungen anstrebte. Es wurde beschlossen, daß für die ersten 100 Mk. Steuern auf je 10 Mk. eine Stimme kommen sollte, für 100 bis 220 Mk. auf jede weiteren 20 Mk. eine weitere Stimme, für 220 bis 340 Mk. auf je 30 Mk., für 340 bis 500 Mk. auf je 40 Mk. und für über 500 Mk. auf nur je 50 Mk. eine weitere Stimme. Der Kreisausschuß war mit der Aenderung nicht so ohne weiteres einverstanden, obwohl die Wohlhabenden auch jetzt noch das Uebergewicht gehabt hätten. Er verlangte, daß nicht 50, sondern 30 Mk. der höchste Einheitssatz für je eine Stimme sein sollte. Die Gemeindevertretung stimmte dem Verlangen des Ausschusses einstimmig zu. Die so abgeänderte Vorlage ging erneut an den Kreisausschuß, wurde von diesem aber jetzt nicht genehmigt, was natürlich allgemeines Kopfschütteln hervorruft. Die Gemeinde ging an die höhere Instanz: den Bezirksausschuß zu Hildesheim. Aber auch hier fand man kein Entgegenkommen. Der Bezirksausschuß wies die Beschwerde der meinde als unbegründet zurück, weil die beschlossene Stimmordnung eine nicht berechtigte Verkürzung der Stimmen der Höchstbesteuerten herbeiführe.— Wie sagt doch der ehemalige Bürgermeister Dr. Schücking in seinem Buche: Die Verwaltungsbureaukratie in Preußen ist reaktionär und entwicklungsfeindlich.— Sehr richtig! Gegen die agrarischen Steuermogeleien. Die Zeit der neuen Steuerveranlagungen rückt allmählich heran. Da wendet sich Professor Hans Delbrück, der in den „Preußischen Jahrbüchern“ den Kampf gegen die agrarischen Steuerhinterzieher eröffnet hat und ihn weiterführt, mit einer beherzigenswerten Mahnung an die Steuerbehörden und an den Finanzminister: In dem Aufsatz des Oberverwaltungsgerichtsrats Mrozek in diesen„Jahrbuchern" und jüngst in einem Artikel der „Kölnischen Zeitung“(25. August) sind eine Reihe von Hilfsgriffen angegeben, vermöge deren man die Veranlagung sehr verbessern könnte. Zum Teil sind dazu Aenderungen des Gesetzes nötig, zum Teil sind sie aber auch auf dem Wege der bloßen Verordnung und Anweisung wirksam zu machen. Man muß erwarten, daß der Herr Finanzminister noch in diesem Herbst, ehe die Veranlagungen für 1910 beginnen, nicht nur neue Anweisungen, sondern auch eine kräftige Vermahnung an die Kommissionen erläßt, die ihnen zugleich das Gewissen schärft und zu rücksichtslosem Vorgehen Mut macht. Den Rechnungsbureaus und Treuhandgesellschaften, die mit den raffiniertesten Kunststücken auf Grund einer scheinbar exakten Buchführung den Landwirten und Geschäftsleuten nachweisen, daß sie so gut wie kein Einkommen hatten, muß das Handwerk grundlich gelegt werden. Gerade von diesen Bureaus gehen in anscheinend legaler Form die schamlosesten Hinterziehungen aus; mit Hilfe von Abschreibungen und Reserven, niedrigen Abschätzungen der eigenen Wohnung, der Naturalien, der Einrechnung von Ausgaben in die Handlungs= und Geschäftsunkosten wissen sie die größten Einkommen fast zum Verschwinden zu bringen. Einem Herrn im Westen, der Jahr für Jahr seine 52000 Mark Einkommen deklariert hatte, wurde von einem solchen Bureau berechnet, daß er von seinem Vermögen jährlich 2000 Mark zusetze. Ein sehr hoher Herr, der, ich weiß nicht wie viel 100000 oder Millionen Mark jährlich versteuert, erzählt mir, ein solches Bureau habe ihm beweisen wollen, daß er nur 20000 Mark Einnahmen habe. Durch die Ablehnung der Erbschaftssteuer ist das wirksamste aller Kontrollmittel der Finanzverwaltung vorenthalten geblieben, und die Sozialdemokraten sind nur zu sehr im Recht. wenn sie diesen Fehler bei ihrer Agitation gründlich ausnutzen. Aber auch ohne die Erbschaftssteuer läßt sich bei energischem Willen sehr viel machen. In der Hand des Herrn Finanzministers ist es, der Sozialdemokratie diesen Wind aus den Segeln zu nehmen, und wenn Herr v. Rheinbaben hier das seinige tut, wie Herr v. Bethmann Hollweg als Ministerpräsident in der Wahlreform, so dürfen wir den neuen parlamentarischen Kampagnen mit aller Zuversicht entgegengehen. Ehe wir nicht auf beiden, hier berührten Gebieten Taten sehen, vermögen wir die Zuversicht des Professors Delbrück nicht zu teilen. Bebels Autwort auf Hautzmann und die bürgerliche Presse. Ein sehr vernünftiges Urteil über den Brief Bebels fällt das„Berliner Tageblatt". Es schreibt: „So ist in der Theorie ein Ausgleich beider Richtungen unmöglich. Aber gerade deshalb rechnen wir es Herrn Bevel hoch an, daß er in der politischen Praxis einen Weg zur Verstänpolitischer Forderungen für den Gegenwartsstaat handelt; und man sollte, statt der Reaktion Handlangerdienste zu leisten, mit der Sozialdemokratie in der Durchsetzung des„Fortschritts auf allen Gebieten“ zusammengehen. Hie Theorie, hie Praxis! das ist die Frage. Wer es ehrlich mit dem Fortschritt meint, der mag die Theorie auf sich beruyen lassen nach dem Dichterwort: Wer tüchtig ist, der sehe hier sich um!“ Ein noch gewichtigerer Beweis dafür, daß Bebel das Richtige getroffen hat, sind folgende verärgerte Ausführungen der „Deutschen Tageszeitung": „Damit sagt Herr Bebel eigentlich recht wenig. Sein Schreiben, macht einen sehr matten Eindruck und läßt erkennen, daß er denn doch ziemlich alt und müde geworden sein muß. Vor Jahr und Tag hätte seine Antwort mehr Hörner und Zähne gebaht! sncan Abzahlungsseschäfte) Niretsen 1 Arndtstraße 2a, Dir CkbUn, E., EckeBahnhofst. 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Sonnabend, 9. Oktober, abends 8 Uhr, beim Genossen Klemme. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Severing über den Leipziger Parteitag. Ortsgruppe Ober-Sieker. Sonnabend, 9. Oktober, abends 8½ Uhr, im Vereinslokal. Ortsgruppe Heepen. Sonnabend, den 9. Oktober, abends 9 Uhr, beim Genossen Twelker. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Bericht über die Tätigkeit der Gemeindevertreter. 3. Vortrag des Genossen Sachs über Lassalle. Die Mitglieder sind verpflichtet, in den MitgliederVersammlungen zu erscheinen. Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter-Verband, Ortsverwaltung Bielefeld. Sonntag morgen 10 Uhr im Restaurant Stadt Bielefeld, Marktstraße 8: ** 0e„* 0 Heinr. Bewekenhorn, Bürgerweg 50.(4608 Sonntag, d. 10. Oktober: Senker, Herforderstraße. Sonntag, den 10. Oktober: TANZ. K 5519 W. Tuxhorn, Bleichstrasse. Sonntag, den 10. Oktober:(5533“ TANZ. Es ladet freundlichst ein IV. Tuxhorn. 5521* Sonntag, den 10. Oktober: TAN Z. Hierzu ladet freundlichst ein XV Vogt, Hallerweg. C. H. 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Dieser wählt die jüngere, heitere, und das ältere, ernstere Mädchen muß die schwersten Entsagungskämpfe erdulden, die sie an den Rand des Grabes bringen. Von ihrem Leiden erlöst die Arme ein plötzlicher Tod, sie stirbt in den Armen des heimlich Geliebten, als dieser mit der Schwester von der eben vollzogenen Trauung zurückkehrt. Komisches Erlebnis eines Schürzenjägers In künstlerischer Weise werden die modernsten und schönsten Musikstücke zu Gehör gebracht. Elin neues Pracht-Programm. Ein schlecht belohnter Verehrer. Der Säbel als Portemonnaie. Humorvolles Experiment zweier Vaterlandsverteidiger. Zubereitung und Ausfuhr der Milch. Interessante Einblicke in die Behandlung unseres wichtigen Nahrungsmittels. Ein Drama aus dem wilden Westen. :::: Aufregende Kämpfe zwischen Weißen und Indianern.:::: Der letzte Blick. 5527 Ein Drama.— Der habsüchtige und liederliche Nesse bestiehlt den Onkel, der ihn enterbt hat und wird von diesem dabei überrascht. Der Reffe wird zum Mörder und ein geschickter Detektiv findet in der Pupille des Getöteten das Bild des Täters, wodurch dessen Bestrafung vollzogen werden kann. Und er muß wandern von einer Bank zur andern. Was einem Ruhebedürftigen passieren kann, wenn ihm Menschen und Tiere einen Schabernack spielen. in den verschiedensten Systemen, wie Pendel, Unterantrieb, Querhebel, Rotations= und Motormaschinen,— erstklassiges Fabrikat der Firma Karl Kampmann jr. Mülhelm verkaufe billigst. Adolf Heine Spezialgeschäft für Kochherde und Oefen Ritterstrasse 57. Letzte Herbst-Neuheiten 68 6 680 650 6 60 650 60 6 60 60 650 650 650 :„mich höflichst anzuzeigen, dass ich das am Bahnhofsplatze gelegene Grand-Restaurant unter dem Namen Grand-Restaurant Mai heute eröffnet habe.- Um gütigen Zuspruch bittet hochachtungsvoll Josef Mai. 5524 ster. Sonntag, den 10. Oktober, nachmittags 4 Uhr: 30. Mbonnements-Kouzert der Schützengesellschaft auf dem Johannisberg. 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Geleise der Straßenbal gelegt werden soll. — An dem Bau de straße wird jetzt von be Oberntor hat man sch zurückgesetzt, wie die zu Villa an der Hochstra Wege geräumt, und au mit dem Behauen der schäftigt. In der Kl. 2 straße münden soll, ist beschäftigt. Hier war sehen, jetzt sell es die ar stück an der Wertherstr einer Mauer umzogen Wertherstraße nicht au — Eine Klage über Paderborn trifft der damit die Reisenden. d der Fabrik um 7 Uhr in letzter Zeit regelmä verwaltung wird hierd trelche hieraus den Ark merksam gemacht und schnell wie möglich zu! — Polizeibericht. der Firma H. M. Stah zuei Personen beteilig Abends an verschiedene Weberei beobachtet wor beschrieben: Ein größer schlank, Haar und Schr zieher und schwarzem st 1.65 bis 1,68 Meter gr. Schnurrbart, frisches und schwarzem steifen ziemlich langes Brechei worden sein.— Etwaig mittelung dieser Persor abreilung entgegen. Fahrraddiebst wurde am 8. d. M., moi „Anker“, Fabriknumme hier entwendet. Festgenommen und 2 Personen wegen losigkeit. 4 obdachlose Obdack und Verpflegun Gefunden: 1 E tuch. 1 goldenes Herzch Aufgefangen: 1 Dobermannpinscher. Verloren: 1 zwe zum Jägerkrug,1 jucht 2 Konzertkarten Inhalt — Städtisches Orch mittags 4 Uhr, veranste licher Leitung seines Abonnements=Konzert hannisberg. Vorverka# Giltigkeit. — Stadttheater. Aus Im Stadttheater erfre besonderen Gunst des P läßt. Die Abwechslung sehen. Auch der morgige Abend, des Walzerkönig Blut“, das den Besuche Abh Neu. Ein erst Zun 100jähriger Nr G 55. Ein patriotisches Schauspie Gesangseinlager Ein Ruhmesbla Nur Schl. Lediglich mit kochendem Wasser übergossen, gibt jeder Würfel sofort 1/4 Liter feinste Fleischbrühe, die dann je nach Bedarf zur Zubereitung von BouillonSuppen, Gemüsen, Ragouts, Saucen 2c. oder auch als klare Trinkbouillon verwendet werden kann. Es gibt nichts Besseres! Man achte genau auf den Namen MAGGI! Ab heute! Blotophon-Theater. Ab heute! Neu. Ein erstklassiger Schlager! Sensationell. 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MAGGE BovillonWürkel kostet ein Versuch mit Boullion- Würfeln. sich seiner Laune anpassen und später anfangen, dafür aber dann abends desto länger arbeiten! Die Arbeiter erklärten aber, die einheitliche Arbeitszeit, die mit 6 Uhr abends beendet sein soll, nicht durchbrechen zu lassen. Der junge Herr, der gern den beim Militär sich angewöhnten Ton anschlägt, mußte hier einsehen, daß sein Kommandowort so gar keinen Eindruck machte. Im Gegenteil, die Arbeiter setzten seelenruhig ihre Tätigkeit fort und der junge Herr mußte beim Morgengrauen weiter aus den Federn. Nun schwoll diesem die Zornesader. Plötzlich, so teilte der Herr den Arbeitern mit, seien Aufträge ausgeblieben und darum könne nicht mehr voll gearbeitet werden! Die Arbeiter waren bereit, vorab 7 Std. täglich zu arbeiten, was dem Herrn recht war. Nun suchte die Firma aber mittels Inserat tüchtige Kistenmacher! Daraus und der Tatsache, daß 2 Arbeiter eingestellt wurden, geht hervor, daß die Firma beabsichtigt, ihr Mutchen an den bei ihr beschäftigten, aber nicht willenlosen Arbeitern zu kühlen. Gelingen wird ihr das ja nicht. Notwendig aber ist es, daß die Holzarbeiter sich die Firma Osthushenrich merken und praktische Solidarität üben. Im übrigen wird der Gewerbeinspektor der Firma einen Besuch abzustatten haben und dieser klar machen, daß gesetzliche Bestimmungen nicht nur auf dem Papier stehen. — Das Stationsgebäude des Hauptbahnhofs ist jetzt vollständig unter Dach, und man ist mit dem Ausarbeiten der Hauptfassade beschäftigt. Soweit sich bis jetzt schon ersehen läßt, wird diese einen imposanten Eindruck machen und das ganze Gebäude eine Zierde unserer Stadt werden. Auf dem Bahnhofs=Vorplatze ist durch das Aufreißen des Pflasters bis in die Bahnhofstraße hinein der Verkehr sehr erschwert. Dieser Zustand wird wohl noch längere Zeit anhalten, da ja nicht nur die Geleise der Straßenbahn verlegt, sondern der ganze Platz tiefer gelegt werden soll. — An dem Bau der Unterführung der verlängerten Obernstraße wird jetzt von beiden Seiten aus ernsthaft begonnen. Am Oberntor hat man schon das Stakett um den Anlagen soweit wie die zukünftige Straßenbreite werden soll. Die illa an der Hochstraße ist schon im vorigen Herbst aus dem Wege geräumt, und auf diesem Platze war man schon lange Zeit mit dem Behauen der Steine zu dem Bau der Unterführung beschäftigt. In der Kl. Bergstraße, auf die die verlängerte Obernstraße münden soll, ist man mit dem Instandsetzen dieser Straße beschäftigt. Hier war nur erst die eine Seite mit Trottoir versehen, jetzt soll es die andere Seite-auch erhalten. Das Eckgrundstück an der Wertherstraße wird an der Ecke abgerundet und mit einer Mauer umzogen. Schade ist, daß an dieser Stelle die Wertherstraße nicht auch gleich das fehlende Trottoir erhält. — Eine Klage über häufige Zugverspätung geht uns zu. Von Paderborn trifft der Frühzug um 6.51 hier ein, früh genug, damit die Reisenden, die ihn benutzen wollen, ihre Tätigkeit in der Fabrik um 7 Uhr aufnehmen können. Dieser Zug hat nun in letzter Zeit regelmäßig Verspätung gehabt. Die Eisenbahnverwaltung wird hierdurch auf die großen Unannehmlichkeiten, welche hieraus den Arbeitern und Arbeiterinnen erwachsen, aufmerksam gemacht und gebeten, die Ursache der Verspätung so schnell wie möglich zu beseitigen. — Polizeibericht. An dem Einbruchsdiebstahl bei der Firma H. M. Stahel in der Engerschenstraße sind vermutlich zwei Personen beteiligt, die mehrfach am Tage wie auch des Abends an verschiedenen Tagen in der Gegend der Stahelschen Weberei beobachtet worden sind. Die Personen werden wie folgt beschrieben: Ein größerer Mann, zirka 1,75 bis 1,80 Meter groß, schlank, Haar und Schnurrbart dunkelblond, mit grauem Ueberzieher und schwarzem steifen Filzhut. Ein kleinerer Mann, zirka 1,65 bis 1,68 Meter groß, schwarzes Haar und kleinen schwarzen Schnurrbart, frisches Gesicht, mit dunkelblauem Jakettanzug und schwarzem steifen Filzhut. Als Brechwerkzeug muß ein ziemlich langes Brecheisen von 2.5 Zentimeter Breite verwendet worden sein.— Etwaige sachdienliche Mitteilungen, die zur Ermittelung dieser Personen führen können, nimmt die Kriminalabreilung entgegen. Fahrraddieb stahl. Dem Tischlermeister K. hier, wurde am 8. d. M., morgens gegen 9¼ Uhr, ein Fabrrad, Marke „Anker“, Fabriknummer 36 690/4271, vor dem Haupt=Postamte hier entwendet. Festgenommen wurden 2 Personen wegen Diebstahls und 2 Perionen wegen Trunkenheit, zroben Unfugs und Obdachlosigkeit. 4 obdachlose Wanderer erhielten im Polizeigefängnis Obdach und Verpflegung. Gefunden: 1 Schildpatt=Haarspange, seidenes Taschentuch, 1 goldenes Herzchen. Aufgefangen: 1 geschorener schottischer Schäferhund, 1 Dobermannpinscher. Verloren: 1 zweireihige Korallenhalskette auf dem Wege zum Jägerkrug, 1 juchtenledernes Portemonnaie mit 5 Mk. und 2 Konzertkarten Inhalt. — Städtisches Orchester. Am Sonntag, 10. Oktober, nachmittags 4 Uhr, veranstaltet das gesamte Orchester unter persönlicher Leitung seines Kapellmeisters Mex Cahnbley, das 30. Abonnements=Konzert der Schützengesellschaft auf dem Johannisberg. Vorverkaufskarten haven nur für Mitglieder Giltigkeit. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Im Stadttheater erfreuen sich die Operetten=Vorstellungen der besonderen Gunst des Publikums, wie der starke Besuch erkennen läßt. Die Abwechslung im Spielplan wird allgemein gern gesehen. Auch der morgige Sonntag bringt wieder einen OperettenAbend, des Walzerkönigs Strauß melodienreiches Werk„Wiener Blut“, das den Besuchern einen schönen Genuß und den Darstellern vielen Beifall bringen wird. Die Novität„Revolutionshochzeit“ folgt am Dienstag wieder. Am Berliner Hebbeltheater erlebte sie bereits in kurzer Zeit über 100 Aufführungen bei lebhafter Anerkennung und literarischer Würdigung. Münster=Dortmund=Bielefeld. Im„Reichsanzeiger“ finden wir folgende Ermittlungen der „Statistischen Korrespondenz" veröffentlicht: Rindfleisch kostete im Großhandel pro 100 Kilogramm in Münster 130 Mark, Dortmund 116„ Bielefeld 135„ Im Kleinhandel kostete 1 Kilogramm in Rindfleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Schweinefleisch Münster 1,31 Mk. 1,50 Mk. 1,41 Mk. 1,39 Mk. Dortmund 1,45„ 1,40„ 1,61„ 1,66„ Bielefeld 1,51„ 1,56„ 1,62„ 1,57„ Aus diesen Gegenüberstellungen ist zu ersehen, daß Bielefeld die höchsten Fleischpreise aufweist. Nur in den Preisen für Schweinefleisch ist unsere Stadt von Dortmund übertroffen. Aus der Statistik erhellt aber auch, daß man bei Neuregelung der Besoldungen zum Vergleich nicht nur die Besoldungen anderer Städte heranziehen darf, sondern auch deren Lebensmittelpreise in Berucksichtigung ziehen muß. Achtung, Tabakarbeiter! Auf Grund einer Reihe von Anfragen, an wen Beschwerden in Sachen der Staatsunterstützung zu richten sind, sei hier bekannt gegeben, daß alle Beschwerden An die Kgl. preußische Oberzolldirektion der Provinz Westfalen st werden müssen Münster i. W. adressiert werven mussen. Beschwerden gegen die Oberzolldirektion sind An das Kgl. preußische Finanzministerium in Berlin zu richten. Ferner ersuche ich alle Zahlstellen, mir sofort per Postkarte die Zahl ihrer Mitglieder am 1. Oktober mitzuteilen. Bielefeld, 8. Oktober 1909. W. Schlüter, Jöllenbeckerstr. 116. Die Arbeitslosigkeit im Tabakgewerbe. Die zahlreichen Entlassungen und Betriebseinschränkungen im Tabakgewerbe, die durch die neue Tabaksteuererhöhung veranlaßt worden sind— wir haben darüber eingehend berichtet— haben bereits eine starke Inanspruchnahme des Viermillionenfonds herbeigeführt, und dies hätte den Regierungsmännern wohl einige Bedenken über die Weisheit ihrer Steuerpolitik einflößen können. Aber nein, die Bureaukraten haben ja immer recht, und wenn es anders kommt, als sie sich gedacht haben, dann suchen sie nach anderen Gründen für die unliebsamen Erscheinungen. Und so argwöhnen sie, daß nicht die Steuererhöhung an der Arbeitslosigkeit im Tabakgewerbe schuld sei, sondern diese gewissermaßen künstlich herbeigeführt worden sei. Eine offiziöse Korrespondenz hat dieser Tage ja sogar schon die Behauptung aufgestellt, es habe sich bei einer Enquete über die Lage der Tavakarbeiter herausgestellt, daß die Beschäftigung im Tabakgewerbe gerade jetzt eine außerordentlich angespannte sei.(Wir haben diese Enquete in der Freitagnummer in einem besonderen Artikel besprochen.) Wer diese Enquete angestellt haben sollte, wurde nicht gesagt. Eine gegenteilige Feststellung brachte aber das amtliche„Reichsarbeitsolatt". Es berichtet: „In der Zigarren= und Tabakindustrie ist ein Umschwung eingetreten. Während bis zum 15. August, dem Tage des Inkrafttretens der neuen Steuergesetze, die Beschäftigung eine uberaus lebhafte, teilweise kaum zu bewältigende war, hat die Tätigkeit seit diesem Tage ganz empfindlich nachgelassen, da der Bedarf an Zigarren und Zigaretten für die nächste Zeit im großen und ganzen gedeckt ist. Seit der zweiten Hälfte des Berichtsmonats(also seit 15. August) haben demnach in einer Reihe von bedeutenden Betrieben erhebliche Arbeitszeitverkürzungen stattgefunden, ebenso sind Arbeiterentlassungen in mehr oder weniger starkem Umfange vorgenommen worden.“ Das stimmt überein mit den sonstigen Nachrichten, die über das durch die erhöhte Tabaksteuer heraufbeschworene Unheil in die Oeffentlichkeit gelangt sind. Die Regierung aber hat das #iger groß ersch“; lassen Und anzu, iffen, ist dieser Tage, wie der„Vorpärts. berichtet, folgendes tategorisches Schreiven an Berliner Tavakindustrielle versandt worden: Oberkontrolle Süd Berlin, den 4. Oktober 1909. Nr. 902. Alt=Moabit 145. Ein Teil der Presse stellt als die Ursache angeblicher massenhafter Arbeiterentlossungen, Lohnverminderung und Verkürzung der Arbeitszeit oder der Arbeitsmenge im Tabakgewerbe, insonderheit in der Zigarrenindustrie, die durch das neue Tabaksteuergesetz eingetretene Mehrbelastung der Tabakerzeugnisse dar. Um diese Behauptungen zu prüfen und etwaigen Uebertreibungen wirksam entgegentreten zu können, bitte ich die anliegende Nachweisung ausfüllen und mir binnen 24 Stunden sehr gefälligst zurücksenden zu wollen. Auch ist eine Angabe darüber erwunscht, ob Sie nicht mit Rücksicht auf die Erganzung der durch den erhöhten Absatz vor dem 15. August stark verminderten Lagerbestände— mit der Entlassung von Arbeitern oder mit der Einschränkung des Betriebes in den nächsten Monaten innehalten müssen. Hochachtungsvoll I. V.: Jahn, Zollinspektor. Bedürfnis, dies Unheil weniger groß erscheinen zu lassen. so sucht sie nach Material, um den„Beweis“ dafür treten. Um es zu beschaffen, ist dieser Tage, wie der„Vorw In dem„Nachweis“, von dem im obigen Schreiben gesprochen wird, werden Angaben über die Zahl der durchschnittlich im Jahre 1908 beschaftigten Fabrik= und Heimarbeiter, über die Zahl der vor dem 15. August 1909 beschäftigten Arbeiter, der entlassenen Arbeiter usw. verlangt. Ferner sollen die Gründe der Entlassungen, sowie die eingelegten Feierschichten, Arbeitszeitverkürzungen und Lohnherabsetzungen angegeben und mitgeteilt werden, wieviel der entlassenen Arbeiter in anderen Betrieben Unterkunft gefunden haben. Nach der ganzen Sachlage ist nicht zu erwarten, daß die Regierung den Beweis wird führen können, daß es„nicht so schlimm“ sei mit der Arbeitslosigkeit im Tabakgewerbe. * Gadderbaum, 9. Okt. Soz. Verein, Bibliothek. Diejenigen Mitglieder, welche noch im Besitz von Büchern aus der Bibliothek sind, werden ersucht, dieselben heute abend in der Mitgliederversammlung abzuliefern. * Stieghorst, 8. Okt. Unhold. Von einer Feier begleitete der Arbeiter August Weber ein junges Mädchen von 16 Jahren aus Sieker nach Hause. Im Gehölz des Herrn Meier zu Ehlentrup machte W. dem Mädchen unsittliche Anträge. Als dieses sich das verbat, versuchte er es zu vergewaltigen. Das junge Mädchen setzte sich tapfer zur Wehr, so daß W. mit zerrissenen Kleidern und blutigem Gesicht abziehen mußte: Daß der Kamuf des Mädchens um ihre Ehre mit dem Unhold ein schwerer gewesen ist, beweist, daß am Montag morgen Vorübergehende Gebrauchsgegenstände der beiden(Uhren, Haarspange usw.) gefunden haben. Nachdem die Sache jetzt in die Oeffentlichkeit dringt und der Polizei Mitteilungen gemacht sind, wurde W. verhaftet und in das Gerichtsgefängnis übergeführt. W. ist ein zu Gewalttätigkeiten neigender Mensch und machte besonders die Krieger= und Feuerwehrfeste unsicher. Er sollte jetzt zum Militär eingezogen werden, hat sich aber noch wegen einer seiner Taten auf dem Feuerwehrfeste in Sieker gerichtlich zu verantworten. * Lage, 8. Okt. Zur„Volkswacht"=Agitation wollen sich die Genossen vollzählig am Sonntag, vormittags 8 Uhr pünktlich, beim Wirt Steinsiek einfinden. * Detmold, 8. Okt. Einen Kampf mit einem Wilderer hatte vor einiger Zeit der fürstliche Forstbeamte Rodenberg zu bestehen. Er war auf einem Dienstgange durch die an das fürstliche Jagdrevier grenzende Senne begriffen, als er plötzlich einen Schuß fallen hörte. Als er dem Schall nachging, traf er auf einen Bewohner von Haustenbeck, welcher einen Wagen mit Heidekraut mit sich führte. Als der Beamte diesen frue ob er keinen Schuß fallen gehört habe, erklärte der Mann, er habe nichts gehort. Darauf sagte der Beamte dem Mann auf den Kopf zu, daß dieser selbst geschossen habe und begab sich an die Untersuchung des Wagens. Auf diesem fand er denn auch ein Reh, das schon längere Zeit geschossen sein mußte, denn es war bereits von dem Raubzeug angeschnitten. Der Mann wollte das Reh, welches er gefunden hatte, nur mitgenommen haben, um es zu vergraben. Bei der weiteren Untersuchung des Wagens entdeckte der Forstmann den Schaft einer Jagdflinte. Um den Besitz dieses entspann sich nun ein erbitterter Kampf. Kaum machte der Beamte Miene, sich den Schaft einzueignen, als sich der Wilderer auf ihn warf. Mit ein paar kräftigen Schlägen auf den Schädel hatte ihn der Beamte indes bald zur Ruhe gebracht, ohne ihm indes den Gewehrschaft entreißen zu können. Die gleiche Szene wiederholte sich, als der Beamte auch unter dem Heidekrant den Lauf des Gewehres entdeckte. Jetzt ergriff der Forstmann indes seine Flinte und drohte, den Angreifer niederzuschießen, worauf dieser dann die weiteren Angriffe unterließ. Die sofort in der Wohnung des Wilderers vor genommene Haussuchung förderte nichts weiter Gravierendes zutage. Der Mann stand schon lange im Verdacht der Wilddieberei. Vor längeren Jahren hatte bereits ein Förster Noack mit ihm einen Kampf zu bestehen. Der genannte Förster traf ihn mit einer Flinte im preußischen Jagdvezirk. Als der Wilderer des Försters ansichtig wurde, warf er sein Gewehr zur Seite und erwartete den Förster. Dieser war zu Pferde und rief dem Wilderer zu, er solle das Gewehr hergeben. Der Witderer antwortete jedoch, wenn er das Gewehr haben wolle, so solle er es sich nur holen. Als der Förster, welcher unbewaffnet war, vom Pferde stieg und Miene machte, sich des Gewehres zu bemächtigen, stürzte sich der Wilddieb auf ihn. In dem Kampfe bis er dem Förster einen Finger ab. * Bochum, 8. Okt. Dynamit=Hochzeit. In dem benachbarten Orte Riemke fand gestern im Lokale des Wirts Budde eine Hochzeitsfeier statt, die anfänglich ohne jeden Mißklang verlief. Nachts gegen 3 Uhr stürzte plötzlich ein verschmähter Liebhaber der Braut in den Festsaal und schleuderte, ehe man noch recht zur Besinnung gekommen war, eine Dynamitpatrone zwischen die erschreckten Hochzeilsgäste. Die Patrone explodierte mit furchtbarem Knall, und acht Personen wälzten sich in ihrem Blute. Ein sofort herbeigerufener Arzt stellte fest, daß fünf Personen schwere Verletzungen erlitten hatten. In der allgemeinen Verwirrung gelang es dem Täter, zu entkommen. Später wurde ein Bergmann verhaftet, in welchem man den Schuldigen gefaßt zu haben glaubt. (Schluß von„Aus der Stadt u. Nachbarschaft“ in d. 1. Beilage.) Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten einschließlich der Unterhaltungsbeilage„Nach Feierabend“. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. 1 Kofrtiig, A. Oxt. bringen wir zu Ausnahmepreisen „" Velds und Sämte. Wir empfehlen unsere Montag erscheinende Annonce sorgfältigster Beachtung. K S. Pleberg&a Ce 5526 S . Aingenehlen! Grosse Posten Bungulten, Regulateure, Kuchuchsühren, wecher, = Küchenuhren= ferner: grosse Auswahl goldenen, silbernen Herrenund Damenuhren. Stets Eingang von Neuheiten in Goldwaren zu vorteilhaft billigen Preisen. Carl Wagner Uhren- und Goldwarenhaus, Niedernstr. 35 neben Gehr. Gottschalk. 5515 Enälkts Wareinlaus Rug. Schleter Niederwall 4. Inh.: Otto Siekmann. 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E. in sind, als ein Dieb oder der Eigentumsvergehen verübt, oder mit lächerlich geringen keinem Verhältnis zu der S heit ihrer Gesinnung stehen. Staatsanwaltschafteg doch kann und darf, die Begeher und in einer vom Gesetze ge strafrechtlichen Verantwortu# wähnte Praxis der Gerichte staplern und Industrieritter: übrig, daß sie es nicht ver die vollständig ausreichen, 1 Erfolg beizukommen, anzuwe hat, und das allgemeine Rec Interessen der öffentlichen S weisheit und Haarspaltereig des Gesetzes führt bisweilen in direktem Widerspruch m und den Anschauungen steher für recht und billig hält. Sel katilinarischen Existenzen, w derten anzutreffen sind, und erfahrenheit und Harmlosigk ehrliche Arbeit ein sehr anger Schlußfolgerungen aus dieser Geschäftsbetrieb an. Sie ar mularen und Vertragsklau wissen, daß sie dadurch geger des Gesetzes klebenden Richte vollauf gedeckt sind. Wir tei Fälle mit, die wir in unser Staatsanwaltschaften in die welche geradezu typisch für dieser Behörden bei Anwend gen des Betruges sind. Vo wird allgemein folgender G Betruges und der Erpressur Sie erbieten sich in Zeitur außergewöhnlich billigen P durch dieses billige Preisang diesen Möbeltransporteuren vertrauen. Es wird ein schri sich die betreffenden Möb Transport der Möbel zu ei angegebenen Preise ohne jed 85 Roman aus den von Fri Doktor Rascher hatte si die Deutschen lagerten, in kein Raum für ihn war. zusuchen, fanden ihn aber in den verschiedenen Zelt ebenfalls von irgend einen schieden war, bei dem sie Als sie die Straße hinau in eine Zarape gehüllt, de ihnen vorüberschritt. Es sein Gesicht deutlich erkenn wie ihr Gang fielen Lanzo sollte ich tBurschen soute ich tennen, „Der ärgste Lump, den antwortete dieser,„ein S. dachte es mir," was war das?“ Eine dunkle Figur kam unter, rannte fast an sie al bemerkte, wie eine Schlan „Hm,“ murmelte Beck Flüchtigen erstaunt nachs kommen, als ob der Burs und beinahe sah er mir aber haben unsere Flat so kommen überhaupt nie na wollen jedoch einmal sehen noch zwischen den beiden angenommen hat. Bleib ich drüben herumgebe und Lanzot tat wie ihm ge genau bekannte Beckdorf g gen womöglich den Weg wesen, er hatte sich schor zwischen den beiden Zelten „Ei, so laß ihn laufer zu dem Freund zurückkam #erden sie ihn schon erwis Wege, um keine neuen Bek wir uns darüber nicht zu „Und wo ist hier das „Gleich dort drüben.“ „So laß uns hin und „Baxon!“ raef sie „sind Sie das?“ sie in Nr. 236. Bielefeld, Sonnabend, 9. Oktober 1909. 20. Jahrg. Die gerichtliche Praxis gegenüber dem Hochslapirt= und Inonstrierikterium. Köln, 5. Oktober. Der Verein gegen Unwesen im Handel und Gewerbe in Köln schreibt uns: Wir geben uns die erdenklichste Mühe, die vielen und auf den verschiedensten Gebieten des geschäftlichen und gewerblichen Lebens innerhalb unseres Wirkungskreises hervortretenden schädlichen Auswüchse, im Interesse der Allgemeinheit, die dadurch geschädigt wird, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu beseitigen, selbst auf die Gefahr hin, von den betroffenen Personen und ihren zahlreichen Hilfershelfern auf das schlimmste angefeindet zu werden. Leider finden wir bei Erreichung dieser gemeinnützigen Aufgabe nicht immer die genügende Unterstützung der zuständigen Behörden, im besonderen nicht, soweit es sich um Bekämpfung des Industrierittertums und Hochstaplertums, wie es hier in Köln, wie auch in anderen Großstädten in erschreckender Weise überhand nimmt, und sich zu einer großen Gefahr für die öffentliche Sicherheit entwickelt hat, handelt. Während Staatsanwaltschaften und Gerichte bei Verfolgung und Aburteilung geringfügiger Eigentumsvergehen, die häufig infolge einer sozialen Notlage begangen worden sind, einen rührigen Eifer entfalten und in solchen Fällen hohe Strafen verhängen, die nicht immer mit der Gringfügigkeit des begangenen Vergehens und seinen Motiven in Einklang zu bringen sind, ist ihre Praxis gewerbsmäßigen Betrügern, Industrierittern und Hochstaplern gegenüber eine äußerst milde. Es ist schon längst in den weitesten Volkskreisen aufgefallen, daß derartige Uebeltäter, die u. E. in erhöhterem Maße gemeingefährlich sind, als ein Dieb oder der mit Anwendung von Gewalt ein Eigentumsvergehen verübt, vielfach entweder straflos ausgehen oder mit lächerlich geringen Strafen bedacht werden, die in gar keinem Verhältnis zu der Schwere ihrer Tat und der Gemeinheit ihrer Gesinnung stehen. Da man den Gerichten und den Staatsanwaltschaften doch nicht den guten Willen absprechen kann und darf, die Begeher solcher Taten in zweckentsprechender und in einer vom Gesetze gewollten Weise zu verfolgen und zur strafrechtlichen Verantwortung zu ziehen, so bleibt für die erwähnte Praxis der Gerichte und Staatsanwaltschaften den Hochstaplern und Industrierittern gegenüber nur die eine Erklärung übrig, daß sie es nicht verstehen, die bestehenden Strafgesetze, die vollständig ausreichen, um den genannten Uebeltätern mit Erfolg beizukommen, anzuwenden, wie es der Gesetzgeber gewollt hat, und das allgemeine Rechtsempfinden des Volkes, sowie die Interessen der öffentlichen Sicherheit es verlangen. Die Ueberweisheit und Haarspalterei gewisser Juristen bei Interpretation des Gesetzes führt bisweilen zu gerichtlichen Entscheidungen, die in direktem Widerspruch mit dem gesunden Menschenverstand und den Anschauungen stehen, was der normal denkende Mensch für recht und billig hält. Selbstverständlich ziehen die zahlreichen katilinarischen Existenzen, wie sie in den Großstädten zu Hunderten anzutreffen sind, und die auf Kosten der Notlage, Unerfahrenheit und Harmlosigkeit ihrer Nebenmenschen ohne tätige ehrliche Arbeit ein sehr angenehmes Dasein führen, entsprechende schhußfogerungen aus dieser Praxis und passen derselben ihren Geschäftsbetrieb an. Sie arbeiten mit geschickt abgefaßten Formularen und Vertragsklausulierungen, weil sie nur zu gut wissen, daß sie dadurch gegenüber dem an den toten Buchstaben des Gesetzes klebenden Richter, der blind für die Wirklichkeit ist, vollauf gedeckt sind. Wir teilen nachstehend einzelne interessante Fälle mit, die wir in unserer Praxis mit den Gerichten und Staatsanwaltschaften in dieser Beziehung gemacht haben, und welche geradezu typisch für die unhaltbare Auffassung einiger dieser Behörden bei Anwendung der strafrechtlichen Bestimmungen des Betruges sind. Von unlauteren Möbeltransporteuren wird allgemein folgender Geschäftstrick, der den Charakter des Betruges und der Erpressung besitzt, zur Anwendung gebracht. Sie erbieten sich in Zeitungsannoncen, Möbeltransporte zu außergewöhnlich billigen Preisen zu übernehmen. Angelockt durch dieses billige Preisangebot lassen sich viele Leute bewegen, diesen Möbeltransporteuren den Transport ihrer Möbel anzuvertrauen. Es wird ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen, worin sich die betreffenden Möbeltransporteure verpflichten, den Transport der Möbel zu einem bestimmten, in dem Vertrage angegebenen Preise ohne jede Nebenspesen für den Auftraggever Sot0. Roman aus den Goldfeldern Kaltforniens von Friedrich Gerstäcker. Doktor Rascher hatte sich in der Nähe des Platzes, an dem die Deutschen lagerten, in ein Zelt eingemietet, da bei Hetsons kein Raum für ihn war. Dorthin gingen sie jetzt, um ihn aufzusuchen, fanden ihn aber nicht und kehrten in die Stadt zurück, in den verschiedenen Zelten nachzuforschen. Möglich, daß er ebenfalls von irgend einem der Deutschen zu dem Elsässer beschieden war, bei dem sie sich gewöhnlich abends versammelten. Als sie die Straße hinaufgingen, begegnete ihnen ein Mann, in eine Zarape gehüllt, der rasch und ohne sie zu beachten an ihnen vorüberschritt. Es war schon zu dunkel geworden, um sein Gesicht deutlich erkennen zu können, die ganze Gestalt aber wie ihr Gang fielen Lanzot auf und er sagte zu Beckdorf:„Den Burschen sollte ich kennen, weißt du, wer es war?“ „Der ärgste Lump, den je amerikanischer Boden großgezogen,“ antwortete dieser,„ein Spieler, namens Siftly.“ „Ich dachte es mir,“ sagte Lanzot,„aber der Teufel auch, was war das?“ Eine dunkle Figur kam die jetzt fast leere Straße rasch herunter, rannte fast an sie an und glitt, als sie die beiden Männer bemerkte, wie eine Schlange zwischen die nächsten Zelte hinein. „Hm,“ murmelte Beckdorf vor sich hin, während er dem Flüchtigen, erstaunt nachsah.„Das sollte einem fast so vorkommen, als ob der Bursche kein ganz reines Gewissen hätte, und beinahe sah er mir noch dazu wie ein Chinese aus. Die aber haben unsere Flat schon seit einigen Tagen verlassen und kommen überhaupt nie nach Dunkelwerden in die Stadt. Wir vollen jedoch einmal sehen, wo der Bursche geblieben ist, ob er noch zwischen den beiden Zelten steckt, oder hinten die rote Flat angenommen hat. Bleib du einmal hier stehen, Lanzot, während ich drüben herumgehe und ihn zurücktreibe.“ Lanzot tat wie ihm geheißen, und der mit der Oertlichkeit genau bekannte Beckdorf glitt um das Zelt herum, dem Flüchtigen womöglich den Weg abzuschneiden. Wer es aber auch gewesen, er hatte sich schon vorher davon gemacht; der Raum zwischen den beiden Zelten war leer. „Ei, so laß ihn laufen!“ lachte der junge Mann, als er zu dem Freund zurückkam.„Ist er auf böse Streiche aus, so werden sie ihn schon erwischen, und ging er uns bloß aus dem Wege, um keine neuen Bekanntschaften anzuknüpfen, so brauchen wir uns darüber nicht zu härmen.“ „Und wo ist hier das Zelt des Elsässers?“ „Gleich dort drüben.“ „So laß uns hin und sehen, ob wir den Doktor da finden.“ „Baron!“ rief sie in diesem Augenblick eine Stimme an, „sind Sie das?“ auszuführen und vielfach„ohne Umladung“, was so viel heißen will, daß der Transport der Möbel in einem Möbelwagen vom Abgangs= bis zum Bestimmungsort, und nicht etwa mit der Bahn geschehen soll. Entgegen dieser ausdrücklichen Vertragsverpflichtung läßt nun der Möbeltransporteur die Möbel in einen Easenbahnwaggon verladen, infolgedessen sie meistens in beschädigtem Zustande ankommen; außerdem wird von den Auftraggebern, und das ist die Hauptsache, unter allen möglichen Vorwänden bei Ablieferung der Möbel ein höherer Betrag verlangt, als vertraglich vereinbart worden ist, und damit gedroht, daß die Möbel nicht abgeladen werden, wenn der verlangte Mehrbetrag nicht gezahlt werde. Die Auftraggeber, welche durch die Vorenthaltung ihrer Möbel in eine Zwangslage versetzt werden, reagieren meistens auf diese Drohung und bezahlen den verlangten Mehrbetrag. Eine Zivilklage derselben gegen die betreffenden Möbeltransporteure auf Rückzahlung des Mehrbetrages ist regelmäßig aussichtslos, da sich dieselben so einzurichten wissen, daß ihnen im Wege des gerichtlichen Zwangsvollstreckungsverfahrens nichts abzunehmen ist. Von dem Publikum sind uns schon viele derartiger Anzeigen gegen Möbeltransporteure erstattet worden, und immer noch laufen solche bei uns ein. In einigen dieser Fälle, die uns tatsächlich und rechtlich begründet erschienen, hatten wir Strafanzeige bei der zuständigen Strafverfolgungsbehörde erstattet, die auch zur Erhebung der öffentlichen Anklage führte. Nur die Staatsanwaltschaft zu Hamburg hat in einem dieser Fälle unserer Anzeige nicht stattgegeben, indem sie sich auf folgenden merkwürdig rechtlichen Standpunkt stellte, der, wenn er allgemein zur Anwendung kommen würde, zu den ungeheuerlichsten Konsequenzen in der Praxis führte. In dem ablehnenden Bescheid heißt es nämlich wörtlich:„Selbst wenn der Nachweis zu erbringen wäre, daß der Beschuldigte von vornherein nicht die Absicht hatte, den von ihm eingegangenen Vertrag ordnungsmäßig zu erfüllen, so wäre damit noch nicht der Tatbestand des Betruges gegeben. Derselbe setzt voraus, daß durch die Vorspiegelung falscher Tatsachen ein Irrtum erregt wird. Im vorliegenden Falle gibt der Beschuldigte aber nur vertragsgemäß das Versprechen, eine Leistung in einer bestimmten Weise auszuführen. Die spätere Nichterfüllung dieses Versprechens ist geeignet, einen zivilrechtlichen Anspruch zu begründen, stellt aber nicht den Tatbestand einer strafbaren Handlung dar.“ Durch diese Bescheidung, welche übrigens auf unsere Beschwerde hin durch die Oberstaatsanwaltschaft aufgehoben worden ist, stellt die Staatsanwaltschaft zu Hamburg ausdrücklich fest, daß selbst der von vornherein gefaßte ausdrückliche Vorsatz, ein gegebenes Vertragsversprechen nicht zu erfüllen, also sogar eine unstreitig bestehende Betrugsabsicht zur Erfüllung des strafrechtlichen Tatbestandes des Betruges nicht ausreicht, sondern nur einen zivilrechtlichen Anspruch begründet. Es wäre wahrhaftig schlecht um die Rechtssicherheit und die Interessen des redlichen Verkehrs bestellt, wenn solche juristische Weisheiten, wie sie die Hamburger Staatsanwaltschaft von sich gegeben hat, und die der beichränkte Laienverstand unmöglich erfassen kann, praktische Geltung finden würden. Wir trauten unseren Augen nicht, als wir die erwähnte Bescheidung zu Gesicht bekamen. Ein anderer Fall aus unserer Praxis ist noch ungeheuerlicher wie der vorher geschilderte. Die Tageszeitungen enthalten oft Annoncen, worin Adressenschreiben als Nebenbeschäftigung vergeben werden soll. Diese Annoncen erwecken nach Form und Inhalt den Eindruck, als wenn ein Geschäftsinhaber oder eine Privatperson Adressenschreiben vergeben wolle, weshalb sich besonders viele Stellenlose auf derartige Annoncen melden. Als Antwort auf ihre Offerte erhalten sie dann ein vervielfältigtes Schreiben, worin sie ersucht werden, einen Betrag von 2 Mk. einzusenden, worauf ihnen dann das Material zugesandt würde; nichts deutet in dem Schreiben darauf hin, daß die Arbeit des Adressenschreibens nur nachgewiesen werden soll. Die Leute, welche die verlangten 2 Mark einsenden— und es sind viele—. sind der Ansicht, daß ihnen dann das Material zum Adressenschreiben, bestehend in Kuverts, zugesandt werde. In dieser Erwartung sehen sie ssich aber getäuscht; das zugesandte Material besteht in faulen Ratschlägen, womit sie nicht das geringste anfangen können. Wir und andere Personen erstatteten Anzeige gegen diesen Adressenschwindler. der sich kürzlich vor dem hiesigen Schöffengericht wegen Betrugs und Betrugsversuches in 40 Fällen zu verantworten hatte. Der Amtsanwalt bezeichnete das Treiben des Angeklagten als ganz gemeingefährlichen Schwindel und beantragte wegen fortgesetzten Betrugs und Betrugsversuches 6 Wochen Gefängnis. Das Gericht war der Ansicht, daß die Sache außerordentlich bedenklich liege. Der Angeklagte habe in sehr gewandter Weise seine Sachen abgefaßt und die Leute im Dunkeln gelassen. Das Gericht sei zwar zu einer Freisprechung gekommen, es stehe aber nicht an, zu sagen, daß, wenn der Angeklagte das Bedenkliche seines Tuns noch fortsetzen wolle, das Gericht mit aller Strenge gegen ihn vorgehen und ihn die ganze Schärfe des Gesetzes treffen würde. Nach den Gründen dieser Gerichtsentscheidung zu urteilen, ist das Schöffengericht hauptsächlich deshalb zu einer Freisprechung des Angeklagten gelangt, obwohl er, wie es weiter in den Urteilsgründen heißt, die Geschädigten im Dunkeln gelassen hat,— weil derselbe es verstanden hat, seine Sache, d. h.wohl seine Drucksachen und Formulare, welche er an seine Opfer sandte, in gewandter Weise abzufassen. Diese gewandte Abfassung der Formulare scheint die Schöffenrichter merkwürdigerweise imponiert, sie aber zum mindesten davon abgehalten zu haben, von ihrer nach dem Gesetz zustehenden freien richterlichen Ueberzeugung vernunft= und zweckgemäß Gebrauch zu machen. Der Vorsitzende spricht selbst von einem bedenklichen Tun des Angeklagten, scheint sich also doch die innere Ueberzeugung verschafft zu haben, daß das System des Angeklagten ein betrügerisches ist. Zu einer Verurteilung ist das Schöffengericht dennoch nicht gekommen, weil es über die gewandte Abfassung der Formulare des Angeklagten gestolpert ist. Die öffentliche Bekanntgabe einer solchen richterlichen Auffassung werden sich selbstverständlich die Industrieritter und solche, welche es noch werden wollen, hinter die Ohren schreiben. Ihr erster Geschäftsgrundsatz wird sein, nur ja recht hübsch, gewandt und vorsichtig die Formulare abzufassen, denn dann wird sie der überkluge und bedenkliche Richter nicht nur freisprechen, söndern ihnen vielleicht noch ein Ehrenattest mit auf den Weg geben. Das Schöffengericht zu Köln scheint ganz zu übersehen, daß zum strafrechtlichen Tatbestand des Betruges auch die Unterdrückung einer wahren Tatsache ausreicht, so daß der Richter sich an den Wortlaut der Formulare gar nicht zu stoßen braucht, sondern das System des Angeklagten als Ganzes betrachten mußte, ob dasselbe darauf berechnet und geeignet ist, die Leute, auf die es abgesehen ist, zu täuschen. Schon die absichtlich unterlassene Aufklärung seitens des Angeklagten gegenüber seinen Auftraggebern genügte, um dessen Täuschungsabsicht einwandfrei in rechtlicher Beziehung festzustellen. Geradezu klassisch ist die Ermahnung des Vorsitzenden an den Angeklagten, in Zukunft sein bedenkliches Tun zu unterlassen, da ihn sonst die ganze Schärfe des Gesetzes treffen würde.(Also doch! Warum nicht jetzt schon2) 4, 66.6.— L). 5cannte Guffarh= Diese Mahnung erinnert lebhaft an die bekannte Aufsorderung des Magistrats zu Schilda an einen Delinauenten, sich anderswo hängen zu lassen, nur nicht in Schilda. Nicht minder lehrreich für die laxe Handhabung der bestehenden Strafgesetze seitens vieler Gerichte bei Aburteilung von Betrugsfällen ist weiterhin folgende von uns gemachte Erfahrung. Wir hatten in der Presse das Publikum vor dem bekannten Darlehnsschwindel gewarnt, wie er besonders in Großstädten in üppiger Blüte steht. Das System, welches bei dieser Art von Betrugsmanövern mit Erfolg angewandt wird, und von dem man eigentlich annehmen müßte, daß es auch dem Richter bekannt ist, ist kurz folgendes: Der Agent, welcher mit einer zweideutigen Bank, die als Selbstgeberin auftritt, in Verbindung steht, inseriert in den Zeitungen, daß Darlehn in jeder Höhe an jedermann mit oder ohne Sicherheit gegen Schuldschein, Wechsel usw. gegeben würden. Es kann nicht ausbleiben, daß sich auf derartige Inserate besonders in schlechten wirtschaftlichen Zeiten, wie sie heute herrschen, sehr viele Personen melden. Wenn die Darlehnssuchenden sich nun an die betreffenden Agenten mit ihren Darlehnsanträgen wenden, wird ihnen sofort, ohne daß die Sicherheitsfrage näher erörtert wird, die Gewährung des Darlehns in ganz kurzer Zeit bestimmt zugesagt, nur müßten sie für Zeitaufwand, Bemühungen, Spesen usw. einen kleinen Vorschuß zahlen. Diesem Ersuchen kommen die Darlehnssuchenden denn auch meistens nach, weil sie durch die bestimmte Zusicherung des Agenten glauben, das Darlehn schon in der Tasche zu haben. Anstatt des Darlehns erhalten sie aber ein gedrucktes Schreiben von der angeblichen Bank, wonach auch diese von den Darlehnssuchern einen Vorschuß einfordert, ehe das Darlehn ausgezahlt wird. Im übrigen ist das Schreiben aber immer noch so gehalten, daß bei den Darlehnssuchenden kein Zweifel aufsteigen kann, daß sie das Darlehn auch wirklich erhalten. Nach Zahling des weiteren Vorschusses erhalten sie jedoch überhaupt keine Antwort mehr, oder, daß die eingeholte Auskunft über sie schlecht ausgefallen sei, und ihnen das Darlehn daher nicht gewährt werden könne. Infolge unserer öffentlichen Warnung hatten „Der Doktor, bei allem, was lebt,“ rief der junge Mann freudig„Doktor, wir haben Sie schon wie eine Stecknadel gesucht. Sie sollen uns Auskunft geben.“ „Uns?“ „Mir und einem alten Freund, den ich hier zufällig in den Minen getroffen, Graf Beckdorf, wenn wir zum Lichte kommen, stell' ich die Herren einander vor. Ich habe mit Manuela gesprochen. Wo wird der Gefangene bewacht?“ „In des Sheriffs Zelt.“ „Und, glauben Sie, daß wir Zutritt zu ihm bekommen können?“ „Es kommt auf einen Versuch an. Aber was wollen Sie ihm helfen, bester Lanzot; das einzige, was ihn retten oder wenigstens aus dieser fatalen Lage bringen würde, ist. ein paar Männer von Macalome herüberzuschaffen, die ein Alibi für ihn beweisen.“ „Wenn er nur ihre Namen weiß,“ fiel der Graf Beckdorf ein, so will ich mich verbindlich machen, sie herüberzuschaffen. Selbst in der Nacht kann ich den Weg dort hinüber finden.“ „Aber die weiß er ehen nicht,“ sagte der alte Doktor,„er ist nur imstande, sie zu beschreiben.“ „Dann müssen wir ihn sprechen.“ rief Beckdorf rasch, der Sheriff kennt mich, und ich führe Sie dort ein.“ Und ohne weiter ein Wort abzuwarten, schritt er mit den beiden Männern Hales ganz nahebei gelegenem Zelte zu. Hale hatte indessen den Gefangenen unter seine Obhut genommen, in einer solchen Zeltstadt immer ein höchst mißlich Ding. Ein Gefängnis besaß natürlich das Paradies nicht, ja nicht einmal ein ordentliches Blockhaus. das einen Menschen hätte halten können, und es blieb deshalb nichts anderes übrig, als ihn fortwährend bewachen, bis man ihn eben freigab oder an seine Richter ablieferte. Freiwillige Wachen fanden sich allerdings genug, aber es war doch immer eine unbequeme Sache, die man sich nur in dringender Notwendigkeit auf kurze Zeit gefallen ließ. Brach der Gefangene nämlich aus und kam nur zwanzig Schritte in die dahinter liegende dunkle Flat hinein, so hätten ihn sämtliche Bewohner des kleinen Zeltstädtchens nicht wieder eingefangen. Das wußte übrigens Hale so gut wie irgend ein anderer, und hatte danach seine Vorsichtsmaßregeln getroffen. Wenn er seinen Gefangenen auch gern so mild als möglich behandelt hätte, mußte er ihm doch die Hände auf den Rücken binden. Er wurde dabei so gesetzt, daß er nach Dunkelwerden ein Licht hinter sich und eins vor sich stehen hatte, wodurch besonders seine Hände, wie auch seine ganze Gestalt hell beleuchtet blieben. Neben dem Licht saßen dann zwei Posten, die geladenen Gewehre auf den Knien, den Revolver im Gürtel, und eine Flucht war solcher Art unmöglich. Außerdem stand aber auch eine dritte Schildwache vor dem Zelt, unberufene Neugierige zurückzuweisen. Der Sheriff wollte nicht, daß der Angeklagte belästigt wurde, und der müßigen Burschen gab es genug im Orte, die sich stundenlang zu ihm hingesetzt und ihn angestarrt hätten. Diese Schildwache wies allerdings auch unsere drei Freunde ohne weiteres ab. Beckdorf aber drang darauf, wenigstens den Sheriff zu sprechen, und dieser, der endlich vor dem Zelt erschien, gestattete den Fremden, einzutreten, mit der Bedingung jedoch, dem Gefangenen nicht auf Armeslänge nahe zu kommen. In dem Zelt sah es wild und malerisch genug aus, und die beiden Hinterwäldler mit ihren langen Büchsen, die es für rötig hielten. ihre Wachsamkeit zu verdoppeln, als die Fremden eintraten bildeten mit dem flackernden Stearinlicht, das jeder neben sich hatte, ein eigentümliches Bild. Der Gefangene selber saß in düsterem. brütendem Schweigen auf der ihm angewiesenen Holzbank und starrte vor sich nieder. Eine Matratze lag neben ihm auf dem Boden, ihm zur Schlafstätte zu dienen, wenn er escste desierich Kericgeshichel eoei. schie ise fisen Groll nur fester, nur tiefer in sich ein, und fand sogar eine grimme, selbstmörderische Freude daran, sich all die letzten trüben Szenen wieder und wieder auszumalen. Die drei Deutschen näherten sich ihm nun zwar freundlich; es bedurfte aber einiger Zeit, ehe der Unglückliche das Mißtrauen beseitigte, das er gegen alle Fremden hegte, und erst als sich Doktor Rascher als einen treuen Freund der Mrs. Hetson erklärte, in deren Auftrag er ihn bäte, ihm die Mittel anzugeben, die er zu seiner Rechtfertigung nötig habe, wurde er aufmerksam, und entschloß sich, ihm zu willfahren. Die Angaben freilich, die er machen konnte, waren so dürftiger Art, daß Doktor Rascher nur traurig dazu mit dem Kopfe schüttelte, und der Sheriff, der sich daneben wieder auf sein Bett geworfen hatte, sagte:„Wenn Ihr morgen nichts Besseres zu Eurer Verteidigung zu sagen wißt, alter Bursche, als daß Ihr eben nicht hier, sondern wo anders gewesen seid, ohne das weiter beweisen zu können, so steht die Geschichte schief, und ich möchte nicht in Eurer Haut stecken.“ Nur Beckdorf hatte aufgepaßt, was er von jenem alten Manne sprach, den er dort oben auf dem Berge getroffen haben wollte, und der ebenfalls in das Paradies geritten sei, um hier irgend etwas zu besorgen. So gut er sich erinnerte, mußte er sein Aeußeres beschreiben, das freilich noch auf manchen anderen paßte, und wie und was er gesprochen, und Hale selber, börte aufmerksam dabei zu. Bis jetzt war nun der Sheriff ziemlich fest davon überzeugt gewesen, daß der Engländer wirklich den Mord begangen habe. Der ungebildete Amerikaner, ein so ehrenwerter und vortrefflicher Mann er sonst auch sein mag, hegt doch noch meist immer, ich möchte fast sagen den Aberglauben, daß England über Amerika dominieren möchte, und haßt deshalb alle Engländer, ja, würde einen Krieg mit England als den größten Segen für das Land betrachten. Das niedergeschlagene Benehmen des Gefangenen, das freilich eine meldet, die auf die angeggh geichädisten Versonen dei und gr. Sondeus## ungegedene Weise betrogen worden sind. Beondert viele Anzeigen liefen bei uns gegen einen hiesigen sehender Felinzh dings auch nich d lase in großen ungunge betreibt, daber allersonen wirklich ein Darsehn..... berschaft haben, Jak.I sich hei dem un die Ueberzengung das Vlierrechtlichen Merkmale der strafrechtlichen Bestimmungen rsite umisanwalt zu Koln le“. Frstehung Glück. Der st. Amts###der mit unserer An Anklage ab. u..“: m onte die Erzebung der offentlichen llärt habe, daß er ui der veerundung, daß der Beschuldigte erein Sprech- und Wartezimmer für die Gesuchmüsse, so daß die von Darlehnssuchern keineswegs zu hoch seien" bcuchtern, des Beschald“ „. Diese Behauplung des. Beschuldigten werden. ir konnten dust Bescheidung auffassen sondern betrachteten sie 9 konne nicht widerlegt desven. Wir konnten diese juristischen S# 40a ergaen, wnbern veltachlrten sie uld einen i2 S Scherz, denn die Darlehnssucher haben doch schließ## dem Agenten nicht das Geld gegeben, um in einem geheizten gereizigten Wartezimmer zu sitzen. Schließlich wurde aber voch vir antlage gegen den betreffenden Darlehnsagenten und söchht mrnge de. Jna.. seh eigentümlichen Ver Sustam##t# dem angeklagten, Gelegenheit gegeben, sich über ihr .„im allgemeinen auszusprechen. Zu ihrer Rechtfertigung gaben sie hauptsächlich an, daß die Zeugen, die sie doch für g genug befunden hatten, ihnen Vorschüsse ein Darlehn nicht erhalten kann, so hat es voll daß die betreffenden Darlehnssucher, welch ..“ Der An waren st es vollständig übersehen, ** I Ande. iche als Zeuge, geladen waren, eben der Ensicht wuren, daß iyre Möbelsicherheit zur Gewährung des Darlehns ausreichend sei, und der Agent sie in dieser Annahme auch ausdrücklich durch seine mündliche „ieser Annühme auch ausbrücklich rurch seine mundlichen Zuumerungen vestartt nat und erst nach Dahlung* M. i Fun un e.rmganiich burch frine mündlichen Zusicherungen bestärkr hal, und erst nach Fahlung des Vorschusses damit herausrückte, daß diese Sicherheit nicht ausreichend sei. Gr## haß diese Sicherheit, nicht ausreichend sei. Wenn dus Gericht es trotzdem für überfrussig halt, die Zeugen über diese wichtigen Umstande zu vernehmen, weil es angeblich nicht zur Sache gehört, so finden wir dafür überhaupt keine Erklärung. Derartige auffallende Freisprechungen von öffentlichen Uebeltatern, welche kleine in Not befindliche Leute auf das gewissenloseste brandschatzen, ist im allgemeinen Interesse sehr zu beklagen, denn andere Betrüger und die es noch werden wollen, werden hieraus entsprechende Lehren ziehen, und nach wie vor in dreister und frecher W###e ihr unsauberes Gewerbe weiter fortnsere gemeinnutzige Aufgabe, solche schwindelhaften Auswüchse zu beseitigen, wird uns natürlich dadurch ungemein erschwert. Zur Kenntnis der in diesem Schreiben genannten Ortschaften sei folgendes bemerkt: Der Schauplatz der Katastrophe, der in die Nachbarschaft des Dorfes Tschapa verlegt wird, befindet sich am rechten Ufer des Salwenstromes, der in diesem Teil seines Laufes von den Chinesen Lukiang genannt wird. Die genaue Lage ist etwa 26½ Grad nördliche Breite und fast 99 Grad östlicher Lä er Länge. Politisch gehört die Gegend noch zum eigentlichen dem Namen„Momein, ist, die wichtigste chinesische Stadt im sten des P“ Padtrei, äußersten Sudwesten des Reichs. Zuhlreiche europaische Expeditionen haben hier entweder ihren Ausgang aus China nach Hinter=Indien, oder umgekehrt ihren Eingang nach dem südwestlichen China genommen. Weihsi ist ein wichtiger chinesischer Militärposten, welcher nördlich am Mittellauf des Mekong, Likiangfu, eine große Stadt in der Nähe des Yangtsekiang, wo dieser seinen Eintritt von Tibet nach China nimmt. gut ihnen Vorschufft abzunehmen, kreditunfähige und vielfach auch kreditunwurdige Leute seien; wenn zur Anzeige gebracht worden seien, so sei dies kt von ihnen, weil sie das Darlehn wegen ihrer Kreditunfähigleit nicht erhalten hatten. Sie seien in der Lage an hochangesehene und einflußreiche Personen, besonder# auch hier in Köln, Darlehn gegeben hätten; man möge sie aber von diesem Beweise entbinden, um die betreffenden Personen nicht bloßzustellen. Das Gericht besaß sofort das nötige Verständnis für diesen Antrag und dispensierte die Angeer ohne weiteres von der angeregten Beweiserhebung, indem es wie Angaben derselben ohne weiteres für vollstandig glaubhaft hielt. Als Zeuge wurde nunmehr ein Polizeikommissar vernommen, der bekundete, daß die Bücher des Darlevasagenten seor korrer getührt worden sgian. auf eg:(e Doriehe eh S#e# adete, daß die Bücher des Darlebas diese Aussage sichtlich Eindruck sch## machen, gbwohl die Buchführung des Ar 10r Exnorna zu machen, obwahl die agenten an sich als sdiche doch in keiner Weise Aufricht bienmn in.„“ deis Lattahelugty schluß gibt, ob derselbe Betrugsmanöver bei den Darlehnssuchen den ausgeuot hat oder nicht, hierzu ist es doch schon erforderlich, diese selbst als Zeuge vernommen werden. daß diese selbst als Zeuge vernommen werden. Das Gericht glaubte aver, sich dies— avgesehen von einem Darlehnssucher — ersparen zu können. Die Beweisaufnahme wurde von ihm bündig geschlossen, und infolgedessen die übrigen zahlreichen Darlehnssucher, welche als Zeugen geladen worden waren, nicht vernommen. Das Urteil lautete auf Freisprechung, verbunden mit einer Art Ehrenattest für die Angeklagten. Zur Begründung dieses Urteils führte das Gericht ungefahr folgendes aus: Selbst wenn der Agent den Darlehnssuchern die Gewahrung des Darlehns besuimmt zugesichert hätte, so sei trotzdem darin keine Vorspiegelung einer falschen Tatsache zu erblicken, denn jeder vernunftige Mensch müsse,wissen, daß ein Darlehn nicht #sünftige Mensch müsse ,wissen, daß ein Darlehn nicht ohne Sicherben gegeben werden konne. Der Darlehnsagent habe nach deg Bestimmungen,des Bürgerlichen Gesetzbuchs auch ein Recht, Vermittlungsgebuyren von seinen Auftraggebern zu verlangen. Für die einwandfreie Geschäftsführung des angeklagten. DarlebnLagenten spreche die Bekundung des Polizeikommissars über seine gute Buchführung. Soweit die Urteilsbegrundung, die unseres Erachtens und in bezug auf die Auslegung gesetzlicher Bestimmungen durch die Gerichte die Grenzen des sonst Zulässigen und Erlaubten übersteigt. Gewiß hat der Vermittler nach den Bestimmungen des V. G.=B. einen unspruch auf Vergütung für seine Vermittlertätigkeit, es muß aber auch wirklich eine ernsthafte Vermittlertatigkeit seinerseits stattgefunden haben, und nicht eine Schein=Vermittlertätigkeit zur Erlangung eines rechtswidrigen Vermögensvorteils, die die Anklage behauptet. Um dies festzustellen, war es doch unbedingt notwendig, die einzelnen geschadigten Personen darüber zu vernehmen, was ihnen der angeklagte Darlehnsagent vorgespiegelt hat, um den Vorschuß zu erlangen, und welche wirkliche Bemühungen zur Vermittlung des Darlehns denn eigentlich stattgefunden hatten. Wenn das Gericht in der Urteilsbegründung zum Ausdruck bringt, daß jeder vernünftige Mensch wissen müsse, daß er ohne Sicherheit Die Vernichtung der Expedition Schmitz=Brunhuber. Ein Bericht über das Ende der deutschen Expedition Schmitz=Brunhuber in China ist jetzt endlich nach Europa gelangt und gibt genauere Nachrichten uher die Ermordung der beiden deutschen Forscher. Der Gewährsmann ist der Missionar E. Monbeig, der folgenden, den„Allgemeinen Wissenschaftlichen Berichten zur Verfügung gestellten Brief an den englischen Konsul in Tengyneh gerichtet hat: „Nach Ihrem Wunsch will ich Ihnen die letzten Nachrichten, die ich über die Expedition Brunhuber erfahren habe, mitteilen. Ich lasse einen Chinesen namens Yang sprechen, der durch den Mandarin von Weihsr aus der Gefangenschaft durch ein Lösegeld befreit worden ist. Die Expedition war in die Nähe eines Dorfes namens Tschapa gekommen und lagerte am Ufer des Salwen. Sie war in zwei Gruppen geteilt. Die Pferde waren mit einem Teil des Gepäcks zurückgeblieben, da sie bei einbrechender Dunkelheit einen kleinen Berg nicht mehr übersteigen konnten. Die zwei Europäer schlugen in der Nähe des Flusses ihr. Zelt auf. Gegen 9 Uhr abends, als Herr Schmitz schon schlief und Herr Brunhuber schrieb, kam der Chinese Tschang, einer ihrer Diener, mit der Nachricht, die Leute der umliegenden Dörfer rückten heran, um sie zu töten. Herr Brunhuber machte ihm bemerkbar, daß das ganz unmöglich sei, da sie sich keines Unrechts den Eingeborenen gegenüber bewußt wären, und gibt ihm einige Geschenkartikel, sie an die Barbaren zu verteilen. Der Chinese will sich der großeren Sicherheit halber mit einem Gewehr bewaffnen, aber sein Herr verhindert ihn daran und sich wieder hin, um zu schreiben. Fast zu gleicher Zeit orechen aber schon die Eingeborenen in das Zelt ein. Herr en Warum erkältet man sich nicht am Vo — Pol7 Aus London wird berichtet: Bei seinem letzten Vortrag im Middlesex=Hospital erwähnte Shackleton auch die auffallige Tatsache, daß kein Teilnehmer der Südpolarexpedition je von einer Erkältung befallen wurde bis zu dem Tage, da man die aus England mitgeführten Kleiderballen öffnete. Von diesem Augenblick an waren alle erkältet. Diejenigen, die sofort hinaus in die eisige Atmosphäre gingen, verloren alsbald wieder ihre Erkältung, während die anderen, die in der geschlossenen Hütte blieben, noch zwei oder drei Tage darunter zu leiden hatten. Dr. Forbes Roß, der sich mit den Ursachen dieses eigenartigen Phanomens beschäftigte, wies darauf bin, daß auch Nansen und andere Polarfahrer dieselben Erfahrungen gemacht hätten. Die Erklärung ist, daß die eisigen Polaregionen von Staub und Krankheitskeimen frei sind, die sich in zivilisierten Ländern anhäufen. Der Ballen aus Europa mitgeführter Kleider, nach dessen Oeffnung alle Expeditionsteilnehmer sich erkälteten, enthielt zweisellos Tausende von Katarrhmikroben. Dr. Roß erwähnte dabei auch einige Hilfsmittel gegen Erkältung: frische Luft, häusiges Oeffnen der Fenster, mäßig kühle Temperatur in der Wohnung, und vor allem keine angstliche Verhüllung von Nacken und Hals.„Die alle den Leute begehen alle den Fehler, daß sie die Brust warm verpacken und den Ruaen zwischen den Schutterblättern nicht genugend gegen die Kälte schützen. Niemand wird sich erkälten der seinen Beamten glaubt, Brunhuber, der an einen Besuch des höchste. mn erhebt sich, um ihn zu empfangen, er wird augenblicklich von einem Lanzenstoß in die Brust getroffen; er will seinen Revolver fassen, aber Säbelstöße verletzen seine Hände und er sieht sich gezwungen, zu fliehen. Während dieser Zeit wird Herr Schmitz durch einen Säbelhieb am Kopf und an den Beinen getötet. Herr Brunhuber sieht keinen andern Ausweg zur Flucht als den Fluß und wirft sich hinein. Er schwimmt über eine Meile mit dem Strom und wird dann auf eine Sandbank getrieben. Er atmete noch am anderen Morgen, als seine Morder ihn bemerkten, ihn seiner Kleidung und seiner Papiere beraubten und ihn ins Wasser warfen, wo er verschwand. Der Chinese Tschang, dem es gelungen war, sich eine Flinte zu verschaffen, wurde getötet, ohne jemand verletzt zu haben. Der Chinese Yang, der jetzt hier ist, hatte sich nicht verteidigt und wurde mit dem indischen Koch gefangen genommen. Der Chinese Yang aus Tengyueh ist mit 100 Taels wiedergekauft worden, dagegen ist der Inder noch in Gefangenschaft. Die Eingeborenen verlangen von ihn, wie es scheint, fur 300 Taels verschiedene Gegenstände. chinesischen Dolmetscher abreisen, der hier zur Obhut des Gepäcks weilt. Mit der Hilfe des Mandarins werde ich ihnen zukommen lassen, was sie bedürfen, um nach Tengyueh zu gelangen, von wo sie durch ihre Bemuhungen ihr Heim wieder erlangen können. Es befinden sich hier verschiedene Briefe und Papiere, die ich dem Dolmetscher an Sie mitgeben werde. Außerdem hat man am Ort der Ermordung einige Tagebücher mit Aufzeichnungen und Pläne und Karten über das Land daselbst gefunden. Ich bitte Sie um ein Schreiben in chinesischer Sprache, das ich dem Mandarin übergeben kann, damit alles, was den heutschen Reisenden gehört hat, dem Kon ulat zurückerstattet werden kann.“ #.5, die Kälte schutzen. Niemand wird sich krtatten, der seinen groa vorn nicht zuknopft: eisten Erkältungen entstehen d ton wotn gu.##uzhee die meisten,“ Narx Bezisch mag nutirch den mangelhaften Schutz des Rückens. Der Kennm###n## die Natur beobachten und ior folgen. Bei allen Tieren findet man als Schutz eine besonders dichte üppige Fellentwicklung, während an allen anderen Körperteilen das Fell leichter und dünner wird. Um ein Pferd gegen Kälte zu schützen, genügt die Bedeckung des Rückens. Die Frauen, die Shawls tragen und sie an der Brust übereinander zu legen pflegen, sollten es lieber umgekehrt machen und den Shawl doppelt über den Rücken legen, um vor allem den Rücken zwischen den Schulterblättern zu schützen. Der urwüchsige Verkehrsminister. Petersburg, 7. Okt. In bureaukratischen Kreisen wird gegenwärtig viel von dem bevorstehenden Rücktritt des Verkehrsministers Ruchlow gesprochen, der sich in keiner Weise bewährt, hingegen durch sein rücksichtsloses Auftreten im Kabinett sich viele Feinde gemacht hat. Anfangs versuchten die Minister das seltsame Betragen Ruchlows damit zu entschuldigen, daß er, aus einfacher Bauernfamilie stammend, den rauhen Typus des russischen Selfmademan repräsentiere, und man sah darüber hinweg, daß der Minister, der mit der Witwe eines russischen Unteroffiziers verheiratet ist, sich nicht sonderlich salonfähig erwies. Das wäre bei einem tüchtigen Minister kein Fehler gewesen. Bald zeigte sich jedoch, daß Ruchlow, der bekanntlich ein Günstling des Großfürsten Alexander Michailowitsch ist, überhaupt nicht imstande ist, das ihm übertragene schwierige Ressort zu leiten. Er trat im Kabinett mit den seltsamsten Projekten hervor, über welche offen gelacht wurde. So schlug er vor, alles Getreide der diesjährigen, sehr reichlich ausgefallenen Ernte in Rußland unter der Hand aufzukaufen, damit die Bahnen nicht durch die Frachten überlastet würden! Nach dem Ankauf durch den Staat sollte der Export in aller Ruhe stattfinden, wobei der Minister Westeuropa die Preise zu diktieren hoffte. Als jüngst der Finanzminister eine Revision der Südwestbahnen vornehmen ließ, weil bei der Rechnungsführung große Unterschleife vorgekommen sind, warf Ruchlow dem Finanzminister Kokowzew einige kräftige Grobheiten an den Kopf. An der liederlichen russischen Eisenbahnwirtschaft aber hat sich unter dem originalen Minister nichts gebessert. Mit Ruchlow wird auch der einzige Minister verschwinden, der an der Verwirklichung des phantastischen Projektes aines das[Schmar:e Meer mit k lästischen Proselles eines das SSchwarg Mier mit der verbindenden Riesenkanals glaubte. ganz andere Ursache hatte, trug ebenfalls noch dazu bei, diesen Verdacht zu bestärken. Jetzt aber, da sich der junge Beckdorf, den er als einen höchst braven und rechtschaff braven und rechtschaffenen und, wo es galt, auch entschlossenen Mann kannte, so seor für den Enginteressierte, wurde der Verdacht wieder wankend, und die Möglichkeit tauchte vor ihm auf, daß der Gefangene doch am Ende unschuldig sein könne. Weshalb hatte er nur solch entsetzliche Eile gehabt, von hier fortzukommen? Für sich selber überwen er wohl mit dem sten Ar legte er sich dahei,##r Eorl mit dem allen Amerikaner meinen konne. Freilich hatte der heutige wilde Tag in seinen Gesamtszenen seine Aufmerksamkeit viel zu sehr in Anspruch genommen, um sich auf den einzelnen besinnen zu können. nicht irre,“ sagte da Golway endlich,„so sprach „Wenn i dav Ktige verberen Fasens beiden Eihue in lebten werikanischen wenigstens seinen Vornamen als einen Anhaltspunkt wüßter.“ e 5 Gott,“ sagte Beckdorf,„wenn Ihr nur „Den Teufel auch.“ das wöre Anhaltspunkr“ vale, von seinem Bett aufspringeno, Bursche meint, den alten Rolten.: iedt weis ich auch, wven der Habt Ihr den Namen nie geb'rt9n“ en**** Englander. frug Beakdorf rasch den dortigen Minen verlassen, und wohin er sich gewendet hat, weiß nur Gott. Jener alte Amerikaner, den Jox Nolten nennt, Jener alte Amerikaner, den Ihr Rolten nennt, bleibt deshalb meine einzige Hoffnung. Er ist mir auch, wie ich glaube, freundlich gesinnt, und wäre ich seinen Rate gefolgt, hätte ich diesen Unglücksplatz nie betreten. Vielleicht bringt er bas erählgt dieser,„nur erinnere mich jetzt, daß er mir fort ist er wieder gerittengse deüben?“ frug der Sheriff:„enn „Dorthin wollte er zurückkehren.“ hol' ich ihn, rief Beckdorf entschlossen,„in sechs in gröc seined Bimader, und bis worgen muitagz konn ich uit nicht über die Berge, wador Könnt setzt bei Nacht und Rebel Das nache sind alseg iuer esian dia= Bute ud u dos Pferd mit ihren ge apzen grau, und sie spicken Euch und Lönnt, rief Hale.n ebe 28 Zeugnis ihm nützen würde?“ Na, ich denk's, sagte Hule.„Nolten ist ein Ehrenmann durch und durch, und wenn der hier vor Gericht beschwört, daß er den Engländer hier die letzten acht Tage in Macalome jeden Tag gesehen hat, wird das einen großen Unterschied in der Sache machen. Ich glaub' es nur noch nicht recht.“ „Und wann sollte die Jury zusammen berufen werden?“ „Morgen früh. Macht Ihr Euch aber verbindlich, einen Entlastungszeugen herbeizubringen, so will ich es auf mich nehmen, das Verhör bis morgen abend hinauszuschieben. Mit wem habt Ihr denn dort zusammen gearbeitet?“ „Im Anfang mit einem Landsmann von mir—“ „Der kann uns nichts helfen,“ sagte Hale kopfschüttelnd. „Er ist auch fort von Macalome, spater arbeitete ich aber mit einem Amerikaner namens Robins zusammen. Wäre der noch in Macalome, so bedürfte ich keines anderen Zeugen, denn er war eine Zeitlang krank und wir schliefen in einem Zelte zusammen. Der hat aber leider vor ein paar Tagen, wo er guur wisver wohl fühte, und zu derselben Zeit mit mir, die noch einen seiner Bekannien mit, die mich dort gesehen haben. „Ja, Ihr glaubt wohl, die Goldwäscher haben weiter nichts zu tun, als in der Welt herumzureiten, lachte Hale,„der alte Nolten tut's aber doch vielleicht, wenn er jemandem damit helfen kann. Und Ihr wollt wirklich heut abend fort, Beckdorf?“ „Gleich auf der Stelle, wenn ich nur wußte, wo ich jetzt im Dunkeln mein Pferd fände. „Ich würde dir sagen, du solltest das meine nehmen,“ rief Lanzot,„wenn ich dich nicht selber begleiten wollte.“ „Dann gib es mir, ja, rief der junge Mann,„denn dich kann ich davei nicht gebrauchen. Du hieltest mich nur auf, und zu fürchten hab' ich nichts. Also auf Wiedersehen, Sir, und haben Sie guten Mut, bis morgen mittag bring ich hoffentlich Hilfe. Golway nickte ihm mit einem wehmütigen Lächeln zu, und die drei Deutschen verließen jetzt, um keine weitere Zeit zu versäumen, rasch das Zelt. „Die Fremden hangen zusammen wie ein Sack voll Nägel,“ sagte der eine der Amerikaner, der dem Gespräch kopfschüttelnd zugebört hatte. Der Sheriff erwiderte nichts, aber er ging zu dem Gefangenen und band ihm die Hände los. „So, meinte er dabei,„fort kann er doch nicht, die Füße sind ihm jg. noch gebunden, und er sitzt doch ein bißchen bequemer. Taßt, mir, nur gut auf, Bill, daß er sich nicht nach denen hinuntervuckt.“ Als ihm Golway danken wollte, drehte er sich von ihm ab und legte sich auf sein Bett.(Fortsetzung folgt.) Feuilleton. uc. Der Richtungssinn der Bienen ist eine alte Streitfrage, die immer noch ihrer endgiltigen Lösung harrt. Neuerdings hat Herr Gaston Bonnier eine Reihe von interessanten Versuchen angestellt, um zu entscheiden, ob Gesicht oder Geruch die Bienen zum Korbe zurückleiten oder ob ein besonderer Richtungssinn vorhanden ist. Er nahm Bienen eines Stockes, der vereinzelt stand, und ließ sie in 2 Kilometer Entfernung fliegen. Obwohl der Korb durch Bäume verdeckt war, nahmen die Bienen doch den r Korb durch Bäume verdeckt war, nahmen die Bienen doch den Weg zum Korve, selbst solche, denen das Gesicht dadurch geraubt war, daß ihre Augen mit geschwärztem Collodium bestrichen waren. Der Gesichtssinn scheint also nicht notwendie zu sein waren. Der Gesichihlinn Ichrint also nicht norwendig du sein, ebensowenig wie der Geruchssinn, denn vor Bonnier hatte schon Huber nachgewiesen, daß Bienen ohne Fühler(abgeschnitten) ebenfalls zum Korbe zuruckfanden. Um nun den Richtungssinn zu prüfen, stellte Bonnier in 200 Meter Entfernung vom Korbe einen Tisch mit Sirup auf. Die dorthin gelockten Bienen zeichr arun. Ideren Toge stellte er einen ähnlichen Tisch 1 Tisch nasch nete er„.. Am anderen Tage stellte er einen à mit Sirup daneve.. Die Tierchen, welche von dem#—#chten, zeichnete er rot. Er beobachtete, daß es höchst selten vorkam, daß eine rotgezeichnete Biene zum ersten und eine grüngezeichnete zum zweiten Tische kam, so daß sie also zwei Richtungen unterschieden, die sehr wenig voneinander abwichen. Wenn die Tisch schieden, die sehr wenig voneinander abwichen. Wenn die Tische 20 Meter voneinander entfernt waren, verirrte sich keine Biene mehr an den falschen Tisch. Aus diesen Versuchen schließt Herr Bonnier auf einen besonderen Richtungssinn der Bienen. Die Versuche scheinen allerdings zur Entscheidung noch nicht auszureichen; Bonnier hätte nunmehr die Bedingungen kombinieren müssen und die gezeichneten Tiere des Gesichts- und des Geruchssinnes berauben müssen. Was aus Papier alles gemacht wird. Das Papier gilt in der allgemeinen Meinung für eine wenig widerstandsfähige und leicht zerstörbare Substanz. Doch denkt man dabei nur an die dünnen Blätter, in deren Gestalt wir Papier zumeist vor uns sehen; man vergißt, daß Papier in einer bestimmten Dicke eine erstaunliche Haltbarkeit besitzt, die es zu den mannigfachsten Dingen verwendbar macht. So nimmt denn auch die Benutzung des Papiers für industrielle Zwecke, besonders in komprimierter Gestalt als Papiermaché, immer mehr zu. Man konstruiert heute schon in Amerika und auch in Europa Eisenbahnwagen und besonders Luxuswagen aus Papiermaché. Dieses Material hat sich als besonders villig erwiesen, zudem ist es leicht zu verarbeiten und sieht besser aus als Holz. Es bietet auch den Vorzug einer absoluten Undurchdringlichkeit. Auch in der bereits des Papiers; aus Wagenfabrikation bedient man sich Papier werden Kisten und Gefäße angefertigt, die zum Transport chemischer Produkte dienen; an zahlreiche andere Artikel aus Papiermaché, die uns täglich umgeven, braucht nur erinnert zu werden. Auch für Pfeifen wird solch erhärtetes Papier benutzt, zur aus erinnern, ein Land, in dem die täglichen Leben die größte Ausbreitung dem wir in dieser Hinsicht mancherlei lernen können. Das ist Verwendung von Papier im gefunden hat und von Japan. Der Bindfaden, mit dem hier die eingekauften Waren umschnürt werden, ist aus Papier. Aus Papier ist das Taschentuch, das man nach Gebrauch im Winde fortflattern läßt. Auch die Zwischenräume, die das Innere der japanischen Häuser in eine Räume teilen, sind von Papier. Aus Papier ist die einzeine Fraume teilen, sind von Papier, Aus Lapier ist die Fensterscheive, durch die ein indiskreter Blick uns beovachtet, und wenn dieses Fenster auch an Durchsichtigkeit manches zu wünschen übrig läßt, so wissen sich doch die neugierigen Japanerinnen surch ein einfaches Mittel den freien Durchblick zu verschaffen: sie stecken einen Finger durch die Scheibe und alles ist in schönster Ordnung. Der Hut des Vorbeieilenden, der Mantel des Lastträgers, die Kleidung des Schiffers, sie sind von Papier. Aus dem gleichen Material bestehen Fächer, Schirme, Laternen, Tabaksbeutel, auch die Zigarrenetuis, die wie aus Maroquinleder gefertigt aussehen. Die eleganten Blumen, die das Haar der japanischen Damen schmücken, die Garnierungen ihrer Kleider, die man von weitem für Seide hält, sie sind aus Papier. So könnte die Verwendung dieses Stoffes nicht nur mancherlei anspruchslose Schönheit in unser Leben bringen, wie sie sich die Japaner daraus zu gestalten wissen, sondern es wurde auch manches schwierige Problem der Toilette gelöst werden, wenn man sich wie in Japan auch bei uns des leicht zu drapierenden, leicht zu ersetzenden Papiers bedienen würde. Abonnementöhreis für Bielefeld und Umgegend, wie bei sämtlichen Agenturen ins Haus gebracht 60 Pfg. mon lich. Durch die Post bezog 1,80 Mk. vierteljährlich exkluf Bestellgeld: Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= 1 Feiertage täglich nachmittags Fernsprech=Anschluß Nr. 353 # 5 Nr. 337. Die heutige Nu Ein Die„Humanité“ verö spanischen Pädagogen, der Kriegsgericht zum Tode ve den Aufstand von Barcel natürlich ein„Kassiber“ ist tars. Er lautet: Cal Mein lie Das Geheimnis, in de war, ist soeben aufgehoben einen Brief, noch eine Z suchen, Ihnen meinen Fa Durch meinen Brief! Projekt des Generalstreiks gehabt habe, der als Zeich nischen Krieg geplant war, sich verbreiten konnte, da Wie dem auch sei, ich sein an der besagten Ben haben und denkend, daß: als da eine Person mein kommt und sagt, daß sie ei ich in Premia sei, an d stiftern ein Kloster zu vei Vermerken Sie, daß es in geben hat und daß ich in diesem Grunde bereitete i vor und logierte mich au der Absicht, den Zustar lassen und mich zu zeige werden... Da lese ich nun am Fiscal des obersten Tri seine Enquete zu veranstal er seinen Bericht an de daß ich der Organisator 1 celona und den Küstendör Da konnte ich nicht Warnung meiner Freundzustellen, um gegen derar wie hoher Stelle sie auch In der Nacht des 31. Freunde, um unbehindert frei vorzustellen. Aber polizisten) meines Dorfes mich, trotz meines Flehen. neur von Barcelona führ Ferrer erzählt nun, w schießen drohten, ihn mit nicht lösten, als F. zu tri „Da war ich also bei mir auf meine Unschulds türe der Bücher der mor denen Ferrer über 100 in sich den wütenden Haß de Ursache der Rebellion se wortlich. (Folgen einige Detail Kommen wir zum ers Vicenta Llivina y Ferne auftragten Richter. Das 1. September. Im Verle druck, daß der Richter v beseelt sei und daß ich n Aber vier Tage verstrich rufen wurde. Am fünfter Es war nicht mehrd mandant namens Valerit Torro(der Staatsanwal Angedenkens erinnerte. Seine erste Handlung wahre Durchforschung me zu sehen, ob ich irgend Hiebe hatte. Sie durch mit einer solchen Aufme glücklicherweise zu Hause jefort füsiliert worden! Den 9. September, er dessen Verlauf er einer die im Almanach der int öffentlicht werden sollte, klart hatte, daß ich keiner angehore, mich einzig der glaubte er, mich in Wi in der Note revolutionäre dann auf mehrere Dokur jedoch bemerkte, daß das meines ersten Prozesses Aber nun kommt die Flugblatt, das die Polize gesehen habe und das seh daß dieses Blatt in Schwester und Soledads nicht wahr ist. Die Poliz suchung in Abwesenheit Ich sagte ihm, daß i Haus gekommen sei, daß gesehen zu haben. Man prennen, die Kongregati stören. Da begriff ich, daß mi will, obwohl ich nichts ge Zehn Tage verstricher meinem zweiten Verhor die Anwesenheit dieses daß es eine Fälschung d er erklärte, daß das Ble funden worden sei... Das Verhör drehtes lutionären Aufrufs, der