Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Zinzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Auskahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Su UUralsos TTUrTT Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertauchreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein Nr. 233. Bielefeld, Mittwoch, 6. Oktober 1909. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ A. Gerisch& Co., Nieleseld. Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Jugendfürsorge. II(Schluß). Sehr lesenswert ist auch die Abhandiung über die Kinderarbeit in der Landwirtschaft. Agahd meint, daß die in der Landwirtschaft weit verbreitete Kinderarbeit in ursächlichem Zusammenhang mit dem Streben der Landwirtschaft nach Verbilligung der Produktionskosten stehe. Die mit den Landwirten geschlossenen Kontrakte verpflichten gewöhnlich auch die noch schulpflichtigen Kinder der Landarbeiter zur Arbeit. Und noch heute sind die Schulbehörden auf Ansuchen des Gutsbesitzers gern bereit, eine ganz sonderbare Unterrichtszeit einzuführen, um die Kinder zeitig aus der Schule entlassen zu können und sie den Agrariern zur Feldarbeit zuzutreiben. Ist es uns doch bekannt, daß erst auf Beschwerde eines Arbeitersekretärs an die höhere Behörde hin einer Schulbehörde untersagt wurde, mit dem Unterricht schon früh um 6 Uhr zu beginnen, um um 9 Uhr die Schule zu schließen. Agahd erklärt es übrigens für eine irrige Annahme, wenn behauptet wird, die Landwirtschaft werde durch die Leutenot zu einer stärkeren Heranziehung der Kinder getrieben. Er behauptet, daß die Landwirtschaft in früheren Jahren die Kinder in noch starkerem Maße heranzog, als sie es heute unter Voraussetzung einer streng durchgeführten Schulpflicht tun kann. Neven den in ganz Deutschland wohl noch üblichen Knechtemärkten finden wohl trotz Verbots der Regierung immer noch Kindermärkte in Süddeutschland statt, auf denen Tiroler Kinder verhökert werden. Noch im April d. I. sollen in Friedrichshafen und Ravensburg solche Kindermärkte stattgefunden haben, von denen es heißt: „Zu ihnen eilen die Bauern aus ganz Württemberg herbei, um für den Sommer billige Arbeitskräfte zum Viehhüten und zu leichteren landwirtschaftlichen Arbeiten zu dingen. Hunderte von schulpflichtigen Kindern beiderlei Geschlechts werden aus Tirol und Montafon auf diese Märkte gebracht, sind den ganzen Sommer über von den Eltern und von der Schule losgelöst und müssen im zartesten Alter bereits fremdes Brot essen und für ihre Angehörigen noch mitverdienen helfen. Der Tiroler Hütekinderverein, der für die passende Unterbringung der Kinder sorgt, hat in den letzten Jahren manches gebessert, so daß jetzt außer dem üblichen„Doppelten“, d. h. doppelten Kleidern und Schuhwerk, je nach Alter und Aussehen, 100—150 Mk. für den Sommer an ein Kind bar zu zahlen sind.“ Wie faul es im Staate mit dem Kinderschutz bezw. mit der Beachtung der Bestimmungen des Kinderschutzgesetzes steht, erhellt aus einer Zusammenstellung diesbezüglicher Angaben aus den Gewerbeinspektionsberichten. Die Beschäftigung nicht mehr schulpflichtiger, doch noch unter 14 Jahren alter Kinder hat übrigens in der Zeit der wirtschaftlichen Depression zugenommen. In manchen Bezirken weiß man gar nichts vom Kinderschutzgesetz. In Berlin kamen wegen Uebertretungen 59 Bestrafungen vor, eine verschwindend kleine Anzahl, da selbst in Memel 35 gesetzwidrige* 21 Bestrafungen stattfanden. Gutes und reichliches statistische Material bringt die Broschüre über den Umfang der gewerblichen Kinderarbeit. Ebenso wertvoll ist das statistische Material über die Fürsorge=(Zwangs=[Erziehung. Wir wollen uns hier nur auf einige Angaben aus Preußen beschränken, da das Material zu umfangreich ist. Die Angaben können gewiß als typisch für das Reich gelten. Seit 1902 stetige Zunahme der zur Zwangserziehung Ueberwiesenen. 1907 betrug die Gesamtzahl 4664 männliche und 2257 weibliche Zöglinge. Im Alter bis zu sechs Jahren befanden sich 205=3,0 Prozent, im Alter von 6 bis 12 Jahren 2065==29,8 Prozent und im Alter von 12 bis 18 Jahren 4651=67,2 Prozent. In Berlin wohnten 12,3 Prozent, in Großstädten über 100000 Einwohner 25,8 Proz., in Gemeinden von 20000 bis 100000 Einwohnern 22,3 Prozent, in Gemeinden von 5000 bis 20 000 Einwohnern 7,6 Prozent und in Gemeinden unter 2000 Einwohnern 16,2 Prozent. Die übergroße Mehrzahl, nämlich 6624, hatten die Volksschule besucht, 24 höhere Schulen, 8 Privatschulen, 7 Anstaltsschulen, 53 keine Schule. 2078 hatten volle Volksschulbildung, 1904 konnen fertig lesen, schreiben und rechnen im Zahlenkreis von 1 bis 100. 502 waren galphabeten, trotzdem sie die Schule besucht hatten. 275 Schulpflichtige hatten Gefängnis bis zu 2 Jahren verbußt. Insgesamt wurden gerichtlich bestraft 408 männliche, 61 weibliche Schulpflichtige und 1176 bezw. 332 Schulentlassene. Unter den Armut der Eltern, weil in der zweiten Skala das Einkommen von 900 Mk. bis 3000 Mk. gesetzt ist. Die erste Skala ist bis zu 900 Mk. angesetzt und verzeichnet schon 3703 Zöglinge. Wäre die 2. Skala etwa bis zu 1500 Mk. angesetzt, so würden von den 1494 Zöglingen gewiß die meisten noch unter diese Skala rubriziert werden müssen. Daraus ginge dann noch weiter hervor, daß bei der übergroßen Mehrzahl der Zöglinge die bittere Not der Eltern mit der Nährboden ihrer unmoralischen Handlungen ist. Die Zahl der Entwichenen ist größer geworden, was nicht wundernehmen kann, wenn man die Zustände in den Zwangserziehungsanstalten kennt. Diese Elendsstatistik genügt wohl vollauf, um jeden humanitär denkenden Menschen davon zu überzeugen, welche elenden sozialen Zustände den jugendlichen Verbrecher auf die schiefe Bahn bringen. Und diese Unglücklichen der menschlichen Gesellschaft, diese mit allerhand Lasterr der Eltern erblich Belasteten wollen Breithaupt und Konsorten mit einer Prügelmethode erziehen, die noch den letzten verglimmenden Funken von Menschlichkeit, moralisches und ethisches Empfinden erstickt?!.„ Solcher unumstößlichen, zum Himmel schreienden Beweise hat es erst bedurft, um in Deutschland die Frage der Jugenderziehung und Bestrafung der Jugendlichen vom Standpunkt der Menschlichkeit zu beurteilen. Nach jahrelangem Kampf und Hinweisen auf diese Zustände ist es nun endlich dahin gekommen, daß Jugendgerichtshöfe gebildet wurden, an deren Zustandekommen sich Agahd auch ein gut Teil Verdienst zumessen kann. Wie trotzdem in kleineren Städten diese Jugendgerichte zusammengesetzt sind, weiß derjenige, der sie kennt. Die Jugendgerichte existieren oft nur dem Namen nach.....„ Gerade zu dieser Zeit veröffentlicht der Minister des Innern einen Erlaß an die Regierungspräsidenten, der diese Sache berührt und wegen seines Allgemeininteresses hierher gesetzt werden mag. Er lautet:..,(u3anslich; M.u „In dem Strafverfahren gegen jugendliche Personen, über dessen Gestaltung der Justizminister die allgemeine Verfügung vom 1. Juni 1908 erlassen hat, haben sich als besonders wirksam die Maßnahmen erwiesen, die auf eine möglichst frühzeitige und erschöpfende Erforschung der Lebensverhältnisse des jugendlichen Beschuldigten sowie aller derjenigen Umstände abzielen, die sonst zur Beurteilung seiner Person, der Straftat und der zur Erkenntnis der Strafbarkeit erforderlichen Einsicht dienlich sein können. Für die beteiligten Justizbehörden ist es daher von großer Bedeutung, geeignete Kräfte zu gewinnen, die die erforderlichen Ermittelungen umsichtig, zuverlässig und pünktlich bewirken. Die Justizbehörden bedienen sich hierzu neben der Beihilfe der Polizeiorgane in ausgedehntem Maße und mit gutem Erfolg der Mitwirkung der Fürsorgevereine, soweit solche an den in Betracht kommenden Orten vorhanden sind. Sie sind zu dem angegebenen Zwecke ferner mit den Gemeindebehörden in Verbindung getreten. Auch von diesen Stellen haben im allgemeinen die mit der Einrichtung der Jugendgerichte verfolgten Bestrebungen Förderung erfahren; nur vereinzelt ist über eine ablehnende Stellungnahme dieser Behörden Klage geführt worden. „Die Weisung mußte früher kommen!" Auch die Erkenntnis mußte sich früher Bahn brechen, dann wäre vieles Herzeleid erspart geblieben. Ob es jetzt erspart bleibt? Wir bezweifeln es stark nach den neuesten Vorgängen, die in die Oeffentlichkeit drangen. Unserer Partei gebührt nicht zuletzt das Verdienst, daß sie die Beurteilung aller Vergehen und Verbrechen von sozialen und psychologischen Gesichtspunkten aus verlangt. Unsere Ermahnungen an die Menschlichkeit verhallten. Erst seitdem aus den Reihen der Jugenderzieher selbst diese unsere Ansichten und Forderungen unterstützt wurden, hat sich nach Jahrzehnten endlich die Erkenntnis Bahn gebrochen, daß nicht mit mittelalterlichen Foltertorturen eine Besserung des jugendlichen Verbrechers erzielt werden kann. Möge diese Erkenntnis sich weiter Bahn brechen! Wie der Titelschacher betrieben wird. Der Geldverleiher Schlittersmann, der gegen Zahlung von achtzigtausend Mark den Titel„königlich preußischer Kommerzienrat“ dem edlen Spender dieser Summe verschaffen wollte, teilt dem„Berliner Tageblatt“ mit, daß die Verleihung des Titels auf„reeller Grundlage" basiere. Schlittermann will im Auftrage des Landwirtschaftlichen Bankinstituts in der Kurfürstenstraße gehandelt haben. Dieses Institut habe ihn beauftragt, einen Herrn zu besorgen, der gegen Zahlung von 80000 Mk. den Titel kaufen wollte; er habe dann mit verschiedenen bekannten Berliner Persönlichkeiten in Unterhandlungen gestanden, die aber zu keinem Ergebnis geführt haben. Von einem Freunde sei ihm dann ein Fabrikant in Frankfurt am Main genannt worden, mit dem er sich schriftlich in Verbindung setzte. Dieser Mann wollte jedoch von dem verlockenden Anerbieten nichts wissen und habe geschrieben, daß er verzichte. Mit der Summe von 80000 Mk. habe es folgende Bewandtnis: Einem in Berlin lebenden französischen Kunstgewerbler ist von seinen Freunden in Paris eine Jahresrente geboten worden, wenn er das Feld seiner fruchtbaren Tätigkeit nach Paris verlege. Dies ist zu Ohren des deutschen Kaisers gekommen, der den Wunsch aussprach, daß man unter allen Umständen versuchen möge, den Kunstgewerbier an Berlin zu fesseln. Hierauf sind einslußreiche Berliner Persönlichkeiten auf den Gedanken gekommen, dem Manne zu helfen und ihn pekuniär zu unterstützen. Das Landwirtschaftliche Bankinstitut sei dann beauftragt worden, drei Herren zu ermitteln. von denen jeder 80000 Mk. zahlen sollte. Dafür sollte der Spender den Titel eines preußischen Kommerzienrats erhalten. Zwei Berliner Herren haben bereits die Beträge bezahlt und dafür den Titel erhalten. Den noch fehlenden dritten Mann sollte er— Schlittermann— besorgen. Von den eingegangenen Beträgen sollte der französische Kunstgewerbler 150000 Mk. erhalten. Der überschießende Betrag von 90000 Mki sei für Unkosten und Provisionen bestimmt gewesen. Die Nachricht, daß die Kriminalpolizei in der Wohnung Schlittermanns gewesen, ist richtig, sie habe ihn aber nicht gesucht, denn er sei polizeilich gemeldet, die Kriminalpolizei habe ihn besucht, um Auskünfte über seine handelsgerichtliche Eintragung zu erlangen. Vorschüsse auf Darlehen habe Schlittermann nie genommen. Wir geben die Mitteilung des Herrn Schlittermann wieder, ohne im Augenblick feststellen zu können, inwieweit die Erzählung der Wahrheit entspricht. Sollte sie aber zutreffen, so wirft sie ein grelles Licht auf die Zustände in Preußen im allgemeinen und #ti#er mit Amt und insbesondere auf den Schacher mit und Würden. werbsmäßiger„Unzucht best Ven den Schulpflichtigen waren 1287 Landstreicher, 15 Trunksüchtige, 133 hatten diebische Neigungen, 143 trieben Unzucht. Von den Schulentlassenen waren 648 Landstreicher, 70 männliche und 793 weibliche trieben Unzucht. Für geistig gesund wurden 6190 befunden, für nicht normal 731; für körverlich gesund wurden 5727 befunden, mit Gebrechen oder Mängeln behaftet 1679. Die Zahl der für geistig nicht normal Befundenen erscheint äußerst gering. Sie würde sich sicher bedeutend erhöhen, wenn die Untersuchungen durch einen Psychiater vollzogen werden. Sind doch z. B. in Westfalen nur 46,5 Prozent der Zöglinge normal, dagegen 53,5 Prozent anormal befunden worden. Bei 35,8 Prozent aller geistig nicht normalen Zöglinge ergab sich eine erbliche Belastung infolge von Geisteskrankheit, Trunksucht oder Unzucht der Eltern. Diese erbliche Belastung kommt wohl auch in folgendem zum Ausdruck: Aus je einer Familie wurden überwiesen 1 Zögling in 5617 Fällen, 2 Zöglinge in 704 Fällen, 3 Zöglinge in 291 Fallen, 4 Zöglinge in 172 Fällen, 5 Zöglinge in 50 Fällen, 6 Zöglinge in 36 Fällen, 7 Zöglinge in 35 Fällen und 8 Zöglinge in 16 Fällen. Die Eltern der Zöglinge waren bestraft in 1393 Fällen der Vater, in 469 Fällen die Mutter und in 652 Fällen Vater und Mutter. Die Väter waren zu 91,4 Prozent trunksüchtig, die Mütter zu 523. Prozent znzüchtig. Geistig, minderwertig wax der Vater)#t Arzeyrzar“ gmtt Cieham Kalizisten Lir fik 5 in 79 Fällen, die Mutter in 97 Fällen, beide in 4 Fällen. Bei 1 wie es möglich sei, daß man diesem Polizinen, der sich so wenig einen Drittel. der Zöglinge, ist die Verwahrlosung auf ererbtem beherrschen könne, noch Waffen in die Hände gebe. Ex beBoden erwachsen! Wenig brauchbar ist die Statistik über die Politische Preußische Rechtspflege. Ein echtpreußischer Justizakt ist wieder aus Ostpreußen zu melden. Der Stadtwachtmeister Hartwig aus Labiau ist schon zweimal wegen Beleidigung vorbestraft; einmal war er mit dem Rufe:„Ich muß Blut sehen!“ in ein Haus eingedrungen. Dieser Mann hat jetzt bei Ausübung seines Amtes einen Arbeiter zum Krüppel geschlagen. Einige Arbeiter hatten Streit mit zwei Kellnerinnen, es hieß, daß sie Zechprellerei verübt hätten, doch das stellte sich als unwahr heraus. Obwohl die Kellnerinnen schon dem Stadtwachtmeister, der geholt worden war, die Namen der Arbeiter gesagt hatten, schritt er doch zu ihrer Verhaftung, der sich die Arbeiter natürlich widersetzten, da sie nicht das geringste getan hatten. Hartwig schlug nun auf einen Arbeiter in der furchterlichsten Weise ein. Blutüberströmt brach dieser unter den Säbelhieben zusammen. Der Unterarm, sowie die Hand waren ihm total zerschlagen worden. An der Hand hatte ihm der Polizist mit dem Säbel die Sehnen durchschnitten, so daß sie jetzt völlig unbrauchbar ist und schlaff und kraftlos an dem verstümmelten Arme hängt. Ja, der Polizist hatte dem Arbeiter die dicke Sehne an der linken Kniescheibe glatt durchschnitten. Ein Teilnehmer bekundete, daß er dieses verübt hatte, als der Arbeiter schon am Boden lag! Die Folge davon ist, daß der Arbeiter jetzt an einem Stock gehen Jedermann wird nun annehmen, daß der Stadtwachtmeister von Labiau wegen schwerer Körperverletzung— begangen im Amte— auf die Anklagebank gekommen ist. Weit gefehlt! Die preußische Justiz ist bemüht, unter allen Umständen die Autorität des preußischen Polizeisäbels zu schützen. Angeklagt wurden nicht der Polizist— dieser befindet sich heute noch als„Hüter der öffentlichen Ruhe und Ordnung" in Amt und Würden— angeklagt wurden der Krüppel und seine Freunde wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Und trotzdem vor Gericht bewiesen wurde, daß die Arbeiter nicht das geringste geran hatten, trotzdem durch Sachverständige die furchtbaren Verletzungen des einen Arbeiters festgestellt wurden, bekam es der Staatsanwalt fertig, gegen die Angeklagten— auch gegen den Krüppel— einen Monat Gefängnis zu beantragen. Der Verteidiger drückte seine Verwunderung darüber aus, Die liberale Einigung vor dem demokratischen Parteitag in Heidelberg. Die süddeutsche demokratische Partei hielt am Sonnabend und Sonntag in Heidelberg einen Parteitag ab, dessen wichtigster Beratungsgegenstand die Frage der Einigung der Linken war. Der württembergische Landtagsabgeordnete und Reichstagsabgeordnete v. Payer hielt das einleitende Referat, und schlug die folgende Resolution „Der Parteitag der Deutsche vor: Der Parteitag der Deutschen Volkspartei stimmt der Auffassung des weiteren Ausschusses zu, daß der Zeipunrt für die Schaffung einer einheitlichen Partei auf Grund eines freiheitlichen Programms mit einer die Bewegungsfreiheit der Parteigenossen der einzelnen Länder gewährleistenden Organisation gelommen sei. Er erklärt sich, gleichweit entfernt von einer Mißtrauen erweckenden Ueberstürzung wie von einer übergroßen, die gesunde Entwicklung hemmenden Bedenklichkeit, zu reger Mitarbeit bereit und begrüßt es, daß der Viererausschuß der drei linksliberalen Parteien der praktischen Lösung der Angelegenheit nahegetreten ist und die unentbehrliche Verständigung über die wichtigsten programmatischen, organisatorichen und taktichen Fracen in sies rhiege ge Der bayerische Nicchen Frügrg in dix Wege geleitet hat. Demokrat Prof. Dr. Quidde wendet sich toch Waffen in die Hände ge zeichnete den Stadtwachrmeister als eine Gefahr für die offentliche Ordnung. Der Polizist ist übrigens auch ein eifriger Sozialistenfresser. Die Königsberger Strafkammer, der vom Verteidiger die Freisprechung der Angeklagten nahegelegt wurde, kam zu einer Verurteilung. Der Kruppel erhielt„von Rechts wegen“ 30 Mark Geldstrafe, derjenige, der ihn zum Krüppel geschlagen hatte, ging frei aus, da er gar nicht angeklagt war. gegen diese Resolution: Er sei kein Gegner jeder Verständigung. Es gäbe aber weite Wählerschichten, die meinen, daß mit der Blockpolitik schon zu weit nach rechts gegangen sei.(Sehr richtig!) Die Kreise warnen, mit denjenigen zusammenzugehen, die das Steuer noch mehr nach rechts treiben wollen. Die Einigung wird einmal durchgeführt werden müssen, aber der Zeitpunkt dafür ist jetzt nicht gekommen.(Stürm. Zurufe: Jawohl! Vereinzelte Zurufe: Nein, nein!) Von altersher haben Gegensätze innerhalb der drei Parteien sowohl in der Durchführung der demokratischen Forderungen, als auch in der Auffassung über den föderativen Charakter bestanden. Ein Unterschied ist auch in unserer sozialpolitischen Auffassung gegenüber der manchesterlichen, die noch zum Teil den Freisinn deherrscht. (Lebhafter Beifall.) Ein Gegensatz besteht auch in der Beurteilung nationaler und internationaler Fragen. Die Blockpolitik hat viel Mißbehagen in unseren Kreisen hervorgerufen. Vielen von uns schmerzt heute noch die Wunde, daß die Partei gezwungen wurde, dem Sprachenparagraphen zuzustimmen. Stürm. Beifall.) Ohne Fraktionsgemeinschaft wäre das nicht geschehen, die Kardinalfrage der deutschen Politik ist die preußische Wahlrechtsreform. Und nun erinnere ich, wie in der Zeit der Blockpolitik die Erklärung des Fürsten Bülow gefallen ist, der gerade das geheime Wahlrecht verweigerte. Das wor eine schnöde Verhöhnung und Herausforderung des Linksliberalismus. Die Antwort mag für die Freisinnigen vielleicht genügend gewesen sein, für uns war sie höchst ungenügend.(Stürmischer Beifall.) Sie beweist doch, daß dort ein ganz anderes politisches Empfinden herrscht. Bei den Reichstagswahlen 1907 haben wir auch nicht durchweg Erfahrungen gemacht, die uns der Einigung freudig zustimmen ließen. Die Freisinnige Volkspartei hat unzweifelhaft für reaktionäre Kandidaten, für Konservative und Antisemiten, gegen die Sozialdemokratie gestimmt, um ihre Stellung im Reichstage zu verbessern. Die Frage der Stichwahltaktik muß auf dem Boden der Parteigrundsätze vorber entschieden werden. Für alle Fragen, die wir in Deutschland durchsetzen wollen, haben wir die Gegner rechts. Das mildert nicht unseren Gegensatz zur Sozialdemokratie, aber es besteht eine gewisse Interessengemeinschaft mit ihr.(Stürm. Beifall.) Für die nächsten Jahrzehnte bleibt die Gemeinsamkeit der Interessen für alles, was freiheitlich ist, bestehen. In weiten Kreisen der Partei besteht viel größere Sympathie für das, was der leider so früh verstorbene Barth vertreten hat, als für das, was die Freisinnige Volkspartei vertritt.(Lebh. Beifall.) Wäre es aber möglich, eine Vereinigung mit der Demokratischen Vereinigung herbeizuführen? Das ist nach der Haltung der Freisinnigen Volksvartei unmöglich. Redner wünscht, daß die Fraktionsgemeinschaft weiterbestehe, und daß man versuche, eine a sagen.(Stürm. Beifall eines Teiles der Prof. v. Liszt=Berlin, bittet dringend im Verschmelzung, nicht I Versammtung.)— Pros dring Namen der Freisinnigen Vereinigung, dem sofortigen Zusammenschluß zuzustimmen. Die süddeutschen Demokraten sollen mit ihrem Geist die neue Vereinigung erfüllen. Die Resolution wird schließlich gegen 15 Stimmen angenommen ge7e issen Berliner Presse bringen. Für die Verhandlungen sind zunächst zwei Tage angesetzt, es ist aber fraglich, ob die Sache in der Zeit erledigt werden kann. baren Nähe befinde. Ausschlaggebend ist es aber für die ruserung daß die Nähe der(in der finnländischen Grenze den comme. Von eminenter prarBrutale Hausagrarier. Die Hausbesitzer des Stralauer Torbezirks in Berlin haben an die Kgl. Eisenbahnbirektion ein Schreiben gerichtet, das von neuem die längst bekannte Tatsache beweist, daß die Unverschämtheit der Hausbesitzer keine Grenzen kennt. In dem Schreiven wird an die Eisenbahndirektion das eigenartige Ansinnen gestellt, den Bahnarbeitern mit Rücksicht auf die zahlreichen, im genannten Bezirk leerstehenden kleinen Wohnungen die Freifahrtkarten zu enitziehen. Damit wollen die Nimmersatten erreichen, daß die Bahnarbeiter, die durch die hohen Mieten genötigt sind, weit entfernt vom Arbeitsplatze zu wohnen, gezwungen werden, die in der Nähe der Werkstatt leerstehenden Woynungen Dreistigkeit ist selbst der Eisenbahndirektion etwas zu stark. Sie lehnte das Verlangen der Hausbesitzer mit folgendem Bescheide ab:.„„ g— „Nach polizeilichen Erminlerungen sind in der Nahe der Werkstatt nur 217 Wohnungen zum Preise von 250—360 Mk. vorhanden. Die Mietsoreise sind noch dieselben wie 1907 und können von einem großen Teil der Arbeiter um so weniger gezahlt werden, als inzwischen sich ein Lohnrückgang und eine weitere Lebensmittelverteuerung bemerkbar machen. Die Arbeiterzahl ist von 1232 auf 1334, die der Freikarteninhaber von 313 auf 427 gestiegen. Die 217 leeren Wohnungen sind mithin gar nicht imstande, die Freikarteninhaber aufzunehmen, auch wenn diesen die freie Fahrt entzogen wird. Daß die Wohnungen noch viel zu teuer sind, geht schon daraus hervor, daß sie, obwohl in einem dichtbevolkerten Arbeiterviertel gelegen, unvermietet sind. Die Entziehung der Freikarten würde nur den Erfolg haben, die Grundbesitzer in ihren Bestrebungen der Verteuerung der Mietspreise zu unterstützen. Die Hausbesitzer haben sich über den Ton des Bescheides, aus dem„Voreingenommenheit und Animosität gegen die Hausbesitzer“ spreche, beschwert und den Widerruf der Behauptungen verlangt. Aeiss.. Eine ungaubliche Breistigleit. Ueber die Einbringung der Reichsversicherungsordnung im Reichstage wird berichtet:.. gergi 64.#. In der Redaktionskommission sino der##### vie beiden ersten Bücher nach den Beschlüssen der ersten Lesung in den Ausschüssen des Bundesrats fertiggestellt, und die vier übrigen Bücher folgen demnächst nach. Daran wird sich eine zweite Lesung in den Ausschüssen schließen, die kaum noch einen großen Zeitaufwand beanspruchen dürfte. Die Durchberatung im Plenum des Bundesrats beschränkt sich naturgemäß auf einige prinzipielle Fragen. Es besteht danach durchaus die Moglichkeit, daß bis Ende November der Entwurf fertiggestellt sein wird, so daß er schon Anfang Dezember im Reichstage zur Vorlage gelangen kann. Bei dem Umfange des Entwurfs mit seinen fast 1800 Paragraphen und den großen umstrittenen prinzipiellen Fragen ist an eine Verabschiedung in der nächsten Tagung bis zu den Sommerferien nicht zu denken. Man muß aber berücksichtigen, daß sicher schon im Sommer 1911 die Neuwahlen zum Reichstage stattfinden werden. Aus diesem Grunde besteht zweifellos eine Veranlassung, diese Vorlage so früh wie nur möglich im Reichstage einzubringen. sische Regierung, das die volitischen. Flüchtlingen zugute comme. Von eminenter, praktischer Bedeutung ist endlich der Vorstoß, den Stolypin in den letzten Tagen in der Frage der von Finnland zu zahlenden Militärentschädigung unternommen hat. Selbst der finnländische Generalgouverneur Beckmann stellte sich bei den in Petersburg gepflogenen Unterhandlungen auf den Standpunkt, daß man das finnländische Gesetz berucksichtigen und die Forderung der Regierung dem Landtage unterbreiten müsse. Stolypin betrachtet es aber im Interesse des„Prestiges Rußlands als notwendig, daß die Militärentschädigung unverzüglich an die russische Staatskasse abgeführt werde. Die finnländischen Senatoren erklärten, daß sie gezwungen sein würden, den Abschied einzureichen, wenn die geforderten 20 Millionen Mark ausgezahlt werden sollten. In Landtagskreisen zirkuliert —, dieser Tage ein Ukas veröffentlicht werden soll, der die Zahlung der Militärentschädigung nicht nur aber das Gerücht, da den soll, der die Zahlungg########t jetzt, sondern auch für die Zurunst anordnen wird. Wie es im„konstitutionellen Rußland einmal nicht anders geht, wird die Regierung sich bei ihrem brutalen Vorgehen gegen Finnland auf die Reichsduma stützen. Dort hofft ne bei den „ie vresche.P. SoL hesse,,„* Mehrheitsparteien volles Verstandnis und Sympathie für ihre Staatsstützen. In einem Prozeß in Tilsit kamen recht erbauliche Dinge zur Sprache. Im Dorfe Kaukehmen wirkte als rechte Hand des Gemeindevorstehers ein Polizeisergeant Hoffmann. Der Polizeisergeant erhob gegen den Gemeindevorsteher allerlei Beschuldigungen, u. a. bezichtigte er ihn der Verleitung zum Meineid, weil der Gemeindevorsteher den Polizisten veranlassen wollte, in einer Strafsache eine falsche Aussage zu machen. Der Gemeindevorsteher revanchierte sich, indem er wieder dem Polizeisergeanten verschiedene Unregelmäßigkeiten nachsagte. Der Landrat schenkte den Angaben des Gemeindevorstehers Glauben und suspendierte den Polizisten vom Dienst, worauf dieser öffentlich erklärte, wenn der Gemeindevorsteher für alles bestraft würde, käme er aus dem Gefängnis nicht heraus. Es folgte nun ein Strafverfahren gegen den Polizeisergeanten. Für die gegen den Gemeindevorsteher erhobenen schweren Anew Hoffmann den Beweis erbringen. Dazu Unterdrückungspolitik zu finden. Nach den Dumadebatten über die Finnlandsinterpellationen ist allerdings kein Zweifel möglich, daß die Dumamajorität zu allen Maßnahmen der Regierung ja und Amen sagen wird. Es ist in dieser Beziehung nur noch eine Verschärfung der finnlandsfeindlichen Stimmung in den Reihen der Mehrheitsparteien zu verzeichnen. So schreibt das führende Oktobristenorgan„Goloß Moskwy“, daß man die finn**“ S ge dadurch lösen müsse daß mar Finnland mit zwei schuldigungen wollte Possmann den Gewen krrrinr.—zu kam es aber nicht, da der Gemeindevorsteher den Strafantrag “ z u r ü c k z o g. D e r G e m e i n d e v o r s t e h e r e i n kam es aber nicht, da der Gemeindevorsteher antr wegen Beleidigung zggaazrg., Der Gemeinverbrstehlt, ein stramm konservativer Mann, ist noch im ausländischen Arbeiter in Deutschland. ssc. Während die überseeische Auswanderung aus Deutschland von 134 200 oder 285 pro 100000 Einwohner im Durchschnitt der Jahre 1881—1890 auf 19900 oder 32 pro 100000 Einwohner im Jahre 1908— also ganz bedeutend— zurückgegangen ist, wachst die Zuwanderung ausländischer Arbeiter nach Deutschland in ganz hervorragendem Maße. Der Regierungsassessor Dr. B. Bodenstein veröffentlich soeben seinen Vortrag, den er am 17. Mai dieses Jahres auf der Tagung der Mitteleuropäischen Wirtschaftsvereine gehalten hat(Der Arbeitsmarkt, Berlin 1909 bei Puttkamer und Mühlbrecht) Die Belastung der Städte durch die Talonsteuer. Die Finanzan„ atlichex deutscher„Großuigoie mit Ausnahme dezernenten fast sämtlicher deutscher Großstädte mit Ausna von Berlin verieten am Montag nayezu 5 Stunden wegen der Uebernahme der Talonsteuer bei städtischen Anleihen. Die vertraulichen Besprechungen ergaben, daß die uverwiegende Meinung die Uebernahme durch die Städte für unvermeidlich hält. Ein offizieller Bericht über die Konferenz soll noch herausgegeben werden. Frankreich. und #I. Seitin Dos der in dem er die Ergebnisse der Ausländerlisten, die von den preußischen Landratsämtern geführt werden, veröffentlicht. Danach betrug die Zahl der ausländischen Arbeiter in Preußen in den Jayren 1905—1908 aus: 1905 1906 1907 1908 Oester=„„ Bel=„. sonst. reich Itatien gien Houano Länder 182000 64000 5000? 78 700 M ter 89000 6800 77300 35 800 605 000 116 000 7900 99300 38000 733000 184000 342000 106000 7600 104000 37700 780 000 Ru lat 124000 Insgesamt 454 000 143000 253.000 158000 314000 Im Jahre 1905 sind die Holländer unter den„sonstigen Ländern rubriziert. Von den 780000 ausländischen Arbeitern im vergangenen Jahre[1008) waren 401 000 Industwearbeiter dern" rubriziert. Von den 780000 ausländischen Arbeitern im bergangenen Jähre(1506, waren 471 000 Inbustriearbeiter und 309000 Landarbeiter. Die beiden Länder Oesterreich=Ungarn Unter in und 309000 Landarbeiter. Die beiden Länder Oesterreich=Un (Galizien) und Rußland liefern die meisten Arbeiter. den im Jahre 1907 im Allgemeinen Knappschaftsverein.. Bochum versicherten Mitglieder fanden sich bei einer Belegschaft von S11 o2y Personen 25748 Ausländer, gegen 4293 im Jahre 1909 S*„ Neaninz Pommernist die Zahl der aus schaft von 311649 Personen 25748 Ausländer, gegen 4293 im Jühre 1895. Iu der Provinz Pommern ist die Hahl der auslandischen Arbeiter von 9500 im Jahre 1900 auf 19100 in 1905 und auf beinahe 27100 in 1907 gestiegen. In den südlichen Bundesstaaten eritt die Beschäftigung ausländischer Arbeiter sehr zurück. Eine Ausnahmestelle nimmt Elsaß=Lothringen ein. Nach der halbjährlichen in Elsaß=Lothringen aufgestellten Ausländerstatistik stand einer Bevölkerung von 1800000 Köpfen eine am 30. September ermittelte Zahl von 83000 Ausländern gegenüber; nahezu 5 Prozent der Bevölkerung sind also Ausländer und zwar Arbeiter. Von diesen sind 76000 Italiener, 14000 Franzosen, 12000 Schweizer und 11000 sind aus LuxemMit den fremdländischen Arbeitern in den anderen Bundesstaaten, insbesondere in Baden und Sachsen, glaubt Bodenstein die Zahl der ausländischen Arbeiter in Deutschland auf eine Million schätzen zu können. Während Deutschland vom Jahre 1871—1895 durch Wanderung fast 2½ Millionen Menschen mehr verloren als aufgenommen hat, hat sich die Reichsbevölkerung von 1895—1900 um 94000 und im letzten Jahrfünft um 52.000 Personen stärker vermehrt als der Geburtsüberschuß beträgt. An Stelle des Auswanderungsproblems ist in Deutschland nun das Einwanderungsproblem getreten. Die Radikalen und die Wahlreform. Man schreibt uns aus Paris: In einigen Tagen wird die Kammer eröffnet. Einen der ersten Punkte der Tagesordnung, die sie zu erledigen haben wird, bildet die Frage der Wahlreform. Nun hat das Exekutivkomitee der Radikalen und Radikal=Sozialisten am Freitag einen Beschluß gefaßt, der sich zwar nicht direkt mit der Wahlreform beschäftigt, aus dem man aber die Stellung, welche die Radikalen einnehmen werden, erkennen kann. Es wurde beschlossen, dem bevorstehenden Kongreß der Radikalen und Radikalsozialisten in Nantes„die Einheitlichkeit der Kandidatur als streng innehaltendes Prinzip“ vorzuschlagen. Bisher war es so, daß in ein und demselben Wahlkreis sich oft ein halbes Dutzend radikaler Kandidaten gegenüberstanden, obschon die Parteistatuten die„Einheitlichkeit der Kandidatur“ empfehlen. Es ist für die innere Zerrissenheit der radikalen Parteien bezeichnend, daß sie einen formellen Beschluß fassen müssen zur Wahrung der selbstverständlichsten Disziplin. Der Beschluß hat jedoch außer seiner disziplinarischen noch eine andere Seite. Man will dadurch den Gegnern der Radikalen, den Freunden des N 90 01 ce8“ des Proyar= als gemz#es MilfsMan will dadurch den Gegnern der Radikalen, den Freunden proportionellen Wahrrechts, die den Proporz als einziger Guss mittel gegen den radikalen Kandidatenwirrwarr bezeichnen, eine Waffe nehmen. Die Betonung der Notwendigkeit einheitlicher Kandidaturen ist zu gleicher Zeit eine Betonung der Ueberflüssigkeit des Proporz, ja selbst des einfachen Listenwahlsystems. Das entspricht auch dem allgemeinen Empfinden im radikalen Lager, wo man sich vor einer demokratischen Ausgestaltung des Wahlsystems sehr fürchtet und alles daran setzen wird, um sich die Vorteile des jetzt geltenden Arrondissementssystems zu wahren. Der kürzlich stattgehabte Kongreß der Radikalen des südöstlichen Frankreichs hatte den Mut, sich offen gegen den Proporz auszusprechen. So wird die sozialistische Partei schließlich wie immer, die einzige sein, welcht für den Proporz kämpft. Die Begeisterung der Gemaßigten für die Wahlreform entspringt lediglich dem Bedürfnis, einige Mandate zu erobern. ländische Frage,raburch Wsen masse, 5.1 man Hinntank, mutgur. Armeekorps besetzt, den Landtag und den Senat als überflussige Institutionen auflöst, das Gouvernement Wyborg an Rußlano angliedert, das übrige Finnland in Gouvernements teilt und in jedem von ihnen eine Landschaftsverwaltung einführt. ak. Das russische Verbrechertum und seine ausländischen Helfershelfer. Der russische Minister des Innern hat ein Rundschreiben erlassen, in dem er mitteilt, daß das Land beruhigt sei. Man kennt diese russischen„Beruhigungen“ aus den Kriegen im Kaufasus und in Zentralasien, aus Blagoweschtschensk. wo die Kosaken viele Tausend Chinesen samt Frauen und Kindern einfach in den Amur gejagt haben. So sind denn auch m Jahre 1908 2589 Lodesurteile vollstreckt worden, Hapgn an 800 allein in Odessa. Dabei ist zu beachten, daß die L####rstraft nur für politische„Verbrecher“ gilt. Mit Rauvmordern, aua, ohne amtlichen Auftrag, hat der Zarismus zu viel kollegiales Mitgefühl, um sie mit Revolutionären auf eine Stufe zu stellen. Selbs. die Regierungstreuen der jetzigen Dumamehrheit entsetzen sich vor diesem Blutregiment. So erklärte ihr Präsident Chomjakow, wie die Wiener„Arbeiter=Zeitung“ mitteilt:„Gehängt wird ohne Unterlaß. Ich kann aver nicht einsehen, was es für einen Zweck haben soll, denr die Zeit der Revolution ist längst vorbei. Man bestraft Vergehen, die während der Revolution begangen wurden, obwohl sie für das allgemeine Empfinden längst vergeben und vergessen sind. Aber es geht immer weiter. Im August wurden wieder 60 Menschen, gehängt und in der letzten Zeit an einem Tage in Jekalerinen 8 Sozialdemokraten wegen Teilnahme an dem Aufstand von 1905, an einem andern in Wilna 4 Mann wegen Flucht aus dem Gefängnis. Sogar Geisteskranke werden nicht geschont. Fr. de Pressensé hat sich namens der französischen Liga der Menschenrechte an den russischen Ministerprasidenten wegen eines solchen zum Tode verurteilten Geisteskranken gewandt. Erfolge wird er kaum haben. Und man mag dem armen Opfer eyer den raschen Tod am Galgen wünschen als die lange Todespein in Noch weit entsetzlicher als die offiziellen Hinrichtungen sind die Quälereien, denen zahllose Gefangene in den überfüllten und verwahrlosten Gefängnissen teils durch die teils durch raffinierte Bosheit der Verwaltungen ausgesetzt sind. In einer von Sozialdemokraten in der vorigen Session der Duma Geisteskranken z in ihren Exkrementen wälzen und wütend um sich schlagen; wie die Schwindsüchtigen vor den Augen ihrer Genossen dahinsiechen und in ihren Fesseln sterben; wie sich die Skorhut= und Typhuskranken auf ihrem Lager baumen. Der Genosse#cusnetzow führte in der Duma an daß sich ein Gefangener, der um Ueberführung nach dem Spital bat, beide Augen ausstechen mußte, seinen Wunsch erfüllte.. E„ im Spital waltet, ehe man Lunsch erfungg Rußland. Der Erpresserprozeß Dahsel. Vor der 4. Strafkammer des Landgerichts I in Berlin begann am Dienstag früh die Verhandlung gegen den der Erpressung angeklagten Journalisten Dahsei, und seine Helferin Frau Schuwardt. Dem Dahsel wurde vorgeworfen, daß er in dem Organ des antisemitischen Reichstagsabgeordneten Bruhn, Artikel veröffentlichte zu dem Zwecke, von den Ein neuer Feldzug gegen Finnland. Nach einer kurzen Unterbrechung hat der heimtückische brutale Kampf der russischen Reaktion gegen die finnländische Verfassung mit neuer Macht eingesetzt. Der Skeptizismus, mit dem die Tätigkeit der zur Schlichtung der bestehenden Streitfragen eingesetzten russischfinnischen Kommission begrüßt wurde, hat sich voll und ganz bewahrheitet. Obwohl von finnländischer Seite die zur größtmöglichen Nachgiebigkeit geneigten Politiker in diese Kommission entsandt wurden, wartet die russische Regierung die Ergebnisse ihrer Beratungen nicht einmal ab, denn es ist ihr nicht darum zu tun, die bestehenden Unstimmigkeiten zu schlichten, sondern die souveräne Gewalt auf die Tagesordnung zu setzen. Und wenn kein genügender„rechtlicher“ Vorwand dazu vorhanden Drucklegung den Augegriffenen gezeigt, und sich erbötig erk die Veröffentlichung zu unterlassen, falls finanzielle Opfer gebracht werden. Bei diesem Treiben soll ihm die Frau Schuwardt als Rechercheurin gedient haben. Für die Dauer des Prozesses wurde die Oeffentlichkeit vollstandig ausgeschlossen. Lediglich ein Fall soll öffentlich verhandelt werden, der von der Anklage als Betrug charakteristert wird.— Der Angeklagte bestritt, sich der Erpressung schuldig gemacht zu haben. Er erklärt, von der Not getrieben das Angebot des Reichstagsabgeordneten Bruhn, für die„Wahrheit" zu schreiben, angenommen zu haben. Mit aller=Schärfe wendet er sich gegen den Abgeordneten Bruhn, dessen Geschäftspraxis bei der„Wahrheit“ von einem Verteidiger dahin charakterisiert wurde: Zuerst erschienen angreifende Artikel in der„Wahrheit", dann sei dem des Zaren steht ein Ge in Finnland, der in den Pet wurde und vorläufig strengstens Angegriffenen nahe gelegt worden, der„Wahrhei!“ Inserate zu überweisen, und wenn diese Bemühungen Erfoig hatten, dann seien Ehrenerklärungen für die betreffenden Personen erfolgt. Der Rechtsanwalt Dr. Werthauer behauptete direkt, daß die „Wahrheit" ein Erpresserblatt sei. Der Angeklagte gibt noch an, daß die aufsehenerregenden Spitzmarken der Artikel, die in den Straßen beim Verkauf des Blattes ausgerufen würden, von dem als Zeugen geladenen Abg. Bruhn herruhren. Ueber seine Stellung bei der„Staatsbürger=Zeitung" befragt, erklärt Dahsel, daß Bruhn dort Stellenschacher getrieben habe. Er habe nur solche Leute als Redakteure engagiert, die größere Beträge in Geschäft eingelegt haben. Ein Oberleutnant habe 50000 Mark gegeben und habe dafür bei dem Blatt eine Stellung erhalten, die gar nicht existierte. Einen anderen Herrn habe Bruhn gegen eine Einlage von 6000 Mk. zum Briefkastenredakteur gemacht. Weiter behauptete der Angeklagte, daß er mit dem verstorbenen Minister v. Miquel Beziehungen unterhalten und oftmals dabig gegirkt habe, daß Preßskandale vermießgzg, ozhen seien.— Die Verneymung der beiden Angeklagten bietel.De wurde und vorläufig strengstens geheim gehalten wird.(Indessen ist die Veröffentlichung dieses Entwurfes in der Presse von der Regierung nicht dementiert worden.) Dieser Entwurf, der vom Zaren ohne Bestätigung der legislativen Körperschaften herausgegeben werden soll, bedeutet nichts anderes, als eine vollständige Umwälzung der finnländischen Verfassung, als ein unter der Maske der Wahrung der„Reichsinteressen" unternommener Staatsstreich. Der finnländische Landtag wird nach diesem Entwurf auf das Niveau einer subalternen Expeditionskanzlei herabgedrückt und der Schwerpunkt der finnländischen Gesetzgebung wird in das russische Ministerkabinett übertragen. In Fragen, die die allgemeinen„Reichsinteressen" berühren— und die Grenzen dieser Fragen sind sehr weit gesteckt — besitzt die finnländische Volksvertretung nicht einmal beratende Stimme, während sie in rein finnländischen Fragen berechtigt ist, ihr Gutachten über die vom russischen Ministerrate ausgearbeiteten Gesetzentwürfe abzugeben, bevor sie in der Reichsduma und dem Reichsrate eingebracht werden. Die Verwirklichung dieses Regierungsprojektes würde für das finnländische Volk einen härteren Schlag bedeuten, als die Bobrikowsche Bewaltherrschaft in den Jahren 1899 bis 1904, und gleichbedeutend sein mit der„Wiedereroberung“ Finnlands, die den echt=russischen Gewaltpolitikern, herbeigesehnt leinen Wansch erfaun.... Selbst im Spital waltet, wie die Berichte aus dem Rigaer Zentralgefangnis verraten, die Knute, wird über die Kranken Karzerstrafe verhängt. Und so fort mit den schauderhaftesten und undenkbarsten Greueln. Es tut not, daß die ganze Welt darauf immer wieder aufmerksam gemacht, daß diese Schande in allen Parlamenten der Welt zur Wie biele aber sind es, die diesen Greueln zum Opfer fallen? In dem Rundschreiben des Ministers wird berichtet, wie die Ueberfüllung der Gefängnisse, über deren grauenhafte Zustände schon in normalen Zeiten die Berichte der Kennan u. a. uns belehrt haben, in den letzten Jahren zugenommen hat. Es gab Gefangene in den Staatsgefängnissen: 1898 1901 1904 1906 1907 1908 84 676 84632 91720 111 403 138 500 166064 Das Jahr 1906 bezeichnet den Anfang der Gegenrevolution, die noch immer in voller Wut fortdauert. Auch die nichtbeamteten Werkzeuge arbeiten in alter Weise weiter. Wieder wurde aus Kiew ein Pogrom gemeldet, bei dem Synagogen zerstört, Wohnungen und Magazine geplündert und 18 Juden totgeschlagen wurden. Vorher waren Aufrufe gegen Juden und Polen ungehindert verbreitet worden, aber die beruhigende Notiz einer bürgerlichen Zeitung wurde vom Zensor zurückgehalten. So verhielten sich auch Polizei und Militär bei den Metzeleien völlig untätig. Man weiß ja, daß die Regierung mit der„schwarzen Bande“ der„Echtrussen" unter einer Decke steckt. Im„Tempo“ wird ein Aktenstück aus dem Juni 1906 mitgeteilt, in dem der Gouverneur von Minsk allen Polizeivorstehern zur Pflicht macht, die Tätigkeit und Propaganda des Verbandes, der mit friedlichen Mitteln(!) für den rechten Glauben, Zar und Vaterland eintrete, nicht zu erschweren. Ist doch ber der gronpringitglied bresegrust tragt stem gut sich leicht. Es gehört sicher zu den angenehmen Sensationen, wenn auf einem feudalen Gutshof oder im Unionklub nach dem opulenten Mahl zur Importzigarre die Nachricht von einer famos verlaufenen Massenhängerei oder einem schneidigen Pogrom auf wehrlose Juden genossen wird. Widerlicher ist schon die herzliche Bundesbrüderschaft, die in Frankreich, eine republikanische Regierung, einschließlich ihrer sozialistischen“. Glieder, diesem Regime gegenüber bekundet. Wieder ist Frankreich samt seinen Nachbarländern von dem Halunkenkorps der russischen Spitzel überschwemmt. Und ein Komitee hat sich bilden müssen, um die Auslieferung des Studenten Gambadchicze an die Gefängnisgreuel des Verbündeten aufzuhalten. Ob es gelingen wird? Die Interessen des zu Milliarden in russischen„Werten“ angelegten Kapitals sind mächtiger als Menschlichkeit und Schamgefuhl. So wird wieder gemeldet, daß eine Finanzgruppe, diesmal eine englisch=französische, wieder am Werk ist, eine russische Riesenanleihe zu übernehmen. Als Gegenleistung sollen Garantien gewährt werden, die eine Art Oberhoheit der fremden Kapitalisten bedeuten, Eisenbahnen und Waldungen ihnen in die Hände liefern würden. Damit würde das Seelenvündnis zwischen Kapital“ blutigen Schmutz des von renlech tum#####tern herbeigesehnt wird. Es ist charatteristisch für die agressive Stimmung in den Frsisburger Zeoigrungskreisen, daß das berüchtigte Projekt der ungliederung des Gouvernemenis Wyborp n um in den Vordergrund geruckt wird. Motivil berüchtig.„ g an Rußland wiederum in den Vordergrund geruckt wird. Motiviert wird es durch den Hinweis, daß es für die Sicherheit Petersburgs gefährlich erscheine, wenn sich die finnländische Grenze in seiner unmitteldem internationalen Kapital und dem slutigen Schmaß Zarismus noch enger werden. Auch der lange geplante und stets verschobene Zarenbesuch in Italien soll der Verwirklichung nahe rücken. Es heißt sogar, der Zar werde, wenn die Gesundheit der Kaiserin es erlaube, **“ g ge der Durchfahrt durch die Dardanellen mit der Durchfarrt durch die Barbaneten mil 2g. Türkei,,„#####et sei, nach skom commen. Jedenfalls wird die italienische Arbeitervewegung den Beweis liefern, daß das arund die Frage der Dul geord beitende Volk sich von d die Sozialdemokratie di der Regierung preisgeg Der Krieg mit Euro erklärt in einer Besprei heit, daß tatsächlich die Tetuans in Aussicht ger besetzen lassen, müsse ei Sollte es zu Feindselibedeutendere Truppent einberufen müssen. 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Jedenfalls wird die is liefern, daß das arbeitende Volk sich von diesem Unrat rein hält. Auch hier wird die Sozialdemokratie die Ehre des Landes hochhalten, die von der Regierung preisgegeben wird. Marokko. Der Krieg mit Europa. Paris 5. Okt.„Petit Parisien“ erklärt in einer Besprechung über die marokkanische Angelegenheit, daß tatsächlich die Mitglieder der Regierung eine Besetzung Tetuans in Aussicht genommen haben. Bevor sie jedoch Tetuan besetzen lassen, müsse eine Kriegserklärung an Marokko abgehen. Sollte es zu Feindseligkeiten kommen, so wird Spanien noch bedeutendere Truppenverstärkungen absenden und Reserven einberufen müssen. Diese Möglichkeit gäbe Anlaß zu ernsten Befürchtungen in London und Paris, denn die neuen Truppensendungen stehen mit dem Zweck, den Spanien zu verfolgen scheine, in keinerlei Zusammenhang. Auch in algerisch=politischen Kreisen beschäftigt man sich mit der Möglichkeit eines spanischmarokkanischen Konflikts. Es wird die Frage aufgeworfen, welche Haltung die marokkanischen Grenzstämme einnehmen werden und ob sie der Aufforderung zum heiligen Krieg Folge leisten würden. Die Möglichkeit einer Rückwirkung der kriegerischen Agitation auf die marokkanisch=algerischen Grenzstämme auf das Schaujahgebiet wird ernstlich erwogen. Eine französische Grenzaktion ist in diesem Falle nicht ausgeschossen. Madrid, 5. Okt. Das Blatt„Imparcial“ bestätigt aus Seluan, daß die marokkanische Harka durch die Stämme der Beni Burrvaguel und der Tazza bedeutend verstärkt worden ist. Die Zahl der Streitenden belauft sich augenblicklich auf 10 000. Die Mauren besetzten die Höhen von Atlaten und Segangan, zwei wichtige strategische Punkte. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 6. Oktober. s. e. Das Spielfest der Freien Turnerschaft am Sonntag dem Ochsenberge nahm einen schönen Verlauf. Nach dem Aufmarsch der acht Abteilungen entwickelte sich sehr bald ein frohes Treiben auf dem großen Spielplatze. Am Eingange zum Platze sah man die Zöglinge der Abteilung Gadderbaum im Fußballkampf gegen die Arbeiterjugend. In anderen Gruppen wurden Schleuderball und andere, Körpergewandtheit erfordernde Ballspiele geübt. Die Zuschauer fanden sich jedoch mehr an jenen Stellen zusammen, wo Steinstoßen und Weitsprung geubt wurden. Mit Einbruch der Dunkerheit ging es zum Lokale von Holz zurück, wo ein gemütliches Zusammensein die Teilnehmer noch eine kurze Spanne Zeit vereinte., GenosseBuse gab in einer kurzen Ansprache einen Rückblia auf die Veranstaltung und widmete den zum Militär einrückenden Turngenossen einige herzliche Worte des Abschieds. Er ersuchte sie, im sogenannten„vornehmsten“ Rock nicht zu vergessen, daß sie Arbeiterturner waren und also solche wieder in den Kreis, den sie jetzt verlassen, nach Beendigung der Dienstzeit zurückzukehren.— Auf eins sei an dieser Stelle noch hingewiesen. Der Magistrat hatte es auf ein Gesuch abgelehnt, den Turnern den Spielplatz bei Meier zu Olderdissen zum 19. September zur Verfügung zu stellen. Dagegen fand am 26. September auf demselben Platze ein städtisches Spielfest statt, an dem sich die deutsche Turnerschaft beteiligte. Es hätte jedenfalls dem Platze und auch dem städtischen Spielfeste keinen Schaden getan, wenn die Freie Turnerschaft eine Woche früher ihr Spielfest dort hätte abhalten können. Es ist die Versagung des Platzes kein Zeichen von Parität seitens des Magistrats, wie die Freie Turnerschaft sich über ein allzu großes Entgegenkommen auch in der Frage der Ueberlassung von Turnhallen zur Abhaltung ihrer Uebungsstunden nicht gerade beschweren kann. Die Frage wird im Stadtparlament wieder einmal Gegenstand der Besprechung sein müssen, denn die Turnerschaft kann wirklich nicht Mlen, daß der Magistrat auf die Dauer einen Zustand aufrecht zu erhalten gewillt ist, der die Arbeiterturner von der Benutzung der städtischen Turnhallen ausschließt und so auf diesem Gebiete zweierlei Recht schafft. Das Spielfest hat jedenfalls gezeigt, daß die Freie Turnerschaft auf dem Gebiete turnerischer Uebungen Schönes leisten kann. Wir hoffen, daß durch diese Veranstaltung neue Freunde und Gönner, suwie Mitglieder gewonnen werden. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Heute wird die Operette„Ein Walzertraum“ zum 4. Male gegeben. Gerh. Hauptmanns interessante Diebeskomödie„Der Biberpelz“ gelangt morgen zur Aufführung. Am Sonnabend geht„Hamlet als Klassikervorstellung zu kleinen Preisen in Szene. — Polizeibericht. Straßensperrung. Wegen Vornahme von Straßenarbeiten ist der Bahnhofsvorplatz vom 6. dieses Monats ab bis auf weiteres für den durchgehenden Fuhrwerksverkehr gesperrt. M Große und bissige Hulve mussen einen Maulkorb tragen. Aus Anlaß der in letzter Zeit vorgekommen Bestrafungen wird darauf aufmerksam gemacht, daß alpenhunse (Bernhardiner, Leonberger, sowie deren Mischrassen), Neusundländer und deren Abarten, Doggen(deutsche, Ulmer, dänische Doggen und deren Abarten), Windhunde, Bullenbeißer, Bulldoggen und sogen. Boxer, Fleischerhunde jeder Art, alle bissigen Hunde und Ziehhunde, so lange sie eingespannt sind, auf öffentlichen Straßen und Plätzen, sowie an Orten, an denen Menschen zu verkehren pflegen, mit einem Maulkorb versehen sein müssen, der das Beißen unmöglich macht, jedoch die Tiere am Saufen nicht hindert. Ferner müssen sämtlich genannte Hunde, mit Ausnahme der Ziehhunde, so lange sie eingespannt sind, an einer höchstens 75 Zentimeter langen Leine geführt werden; das Führen auf den Burgersteigen ist verboten. Festgenommen wurde 1 Person wegen Obdachlosigkeit; 1 obdachloser Wanderer erhielt im Polizeigefangnis Unterkunft. Schlafstellenwesen und Pflegekinder. Aus Anlaß der noch immer vorkommenden Uebertretungen wird darauf hingewiesen, daß die Schlafstellenhalter neben der allgemein erforderlichen polizeilichen Anmeldung der sogenannten„Schlafgäste“, außerdem noch verpflichtet sind, innerhalb einer Frist von einer Woche nach der Aufnahme des ersten Schlafgastes vei der Ortspolizeibehörde eine schriftliche, wahrheitsgetreue Anzeige über die Große und Lage 2c. der vermieteten Schlafräume unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars, das bei den Meldeämtern der Polizeivezirke unentgeltlich zu haben ist, zu erstatten. Personen, welche gegen Entgelt fremde— d. h. nicht eigene— Kinder, die noch nicht oder aus irgend welchem Grunde überhaupt nicht schulpflichtig sind, in Kost und Pflege nehmen wollen, haben hierzu vorher wegen jedes einzelnen Kindes die schriftliche Erlaubnis der hiesigen Ortspolizeibehörde(Rathaus, Zimmer Nr. 29) nachzusuchen. Von jedem Wohnungswechsel ist seitens der Pflegerin mindestens zwei Wochen zuvor der Ortspolizeibehörde Anzeige zu erstatten. Wird ein Wohnungswechsel mit kürzerer Frist notwendig, so hat die Anzeige binnen 24 Stunden nach Eintritt dieser Notwendigkeit zu erfolgen. Sobald das Pflegeverhältnis durch den Tod des Kindes oder aus einem anderen Grunde aufhort, hat die Pflegerin innerhalb 24 Stunden hiervon ebenfalls der Ortspolizeibehörde Mitteilung zu Nichtbefolgung vorstehender Meldevorschriften wird streng bestraft. Arbeiter=Dilettanten=Kunst=Ausstellung. Wir machen die Genossen dringend darauf aufmerksam, daß im Januar 1910 eine Arbeiter=Dilettanten=Kunst=Ausstellung im Berliner Gewerkschaftshause stattfindet und wir bitten alle diejenigen, welche in ihren Musestunden vielleicht Gemälde, Zeichnungen, kunstvolle Handwerksarbeiten in Glas, Ton, Metall, Holz usw. verfertigt haben, dringend, sich mit dem Veranstalter derselben, Herrn Adolf Levenstein, Berlin W 30, Neue Winterfeldtstraße 36, in Verbindung zu setzen. Schluß der Ausstellungsovjette am 8. November. Irgend welche Kosten entstehen den Ausstellern nicht. Versammlungen. Donnerstag, 7. Oktober. Holsen. Arbeiter=Radfahrerverein„Freiheit“= Ahle=Holsen. Abends 8½ Uhr bei Wirt Eikmeyer. Freitag, 8. Oktober. Bielefeld. Korischneider. Abends 6½ Uhr in der„Centalhalle". Vortrag des Kollegen Schreck über„Moderne Bünde(Feldmark). Tabakarbeiterverband. Abends 8½ Uhr bei Timmert. Gauleiter Schlüter wird anwesend #en. * Quelle, 5. Okt. Die Wählerliste zu der am 4. Notember stattfindenden Gemeinderatswahl liegt von, heute, ab außer beim Gemeindevorsteher bei unserm Genossen Karl Franke Nr. 82 auf. * Herford, 5. Okt. Gewerkschaftskartell. Da laut Beschluß der letzten Sitzung die Sitzungen auf den ersten Donnerstag im Monat verlegt sind, findet die nächste Sitzung am Donnerstag, 7. d. M., abends 8½ Uhr, bei Hillert statt. Die Tagesordnung ist sehr reichhaltig. Außer den Unternehmererganisationen soll Stellung zur Bierfrage genommen werden. Sodann ist auch das Winterprogramm fur die Bildungsbestrebungen zu erledigen. * Vlotho, 5. Oktober. Rigorose Anwendung der Unterstützungsbestimmungen für Tabakarbeiter. Daß der Reichstag sich seinerzeit dazu aufschwang, den arbeitslos werdenden Taoakarbeitern durch Gesetz 4 Millionen Mark als Unterstützung zuzuweisen, war ja, so selbstverständlich es eigentlich sein sollte, ein Wunder, und an geheimen und offenen Gegnern hat es ja auch nicht gefehlt. Ein viel größeres Wunder würde es aber sein, wenn die Behörden in ihrem BureautratisLieirseiber kithrater. on. Dienstag, 5. Oktober: Wiener Blut, Operette in 3 Akten von Victor Léon und Leo Stein. Musik von Johann Strauß. Der Text ist der löblichen Regel nach nichts wert, ja sogar möglichst bühnenunwirksam. Er spielt zur Zeit des Wiener Kongresses, er hätte ebensogut zu irgend einer anderen Zeit spielen können. Graf Balduin Zedlau hat eine forsche Wienerin zur Frau genommen, die von ihm wegen seiner Provinzmanieren nichts wissen will. Mittlerweile hat er das Wiener Blut in Die sich aufgenommen und unterhält eine Geliebte; stellt sich nun die Liebe bei den Ehegatten ein. Man mieht, an Trivialität kann auch ein Operettentext nicht gut leisten. Musik ist, von Johann Strauß, jedoch auch sie hat nicht das Uebersprudelnde, was uns in der Fledermaus begeistert. Gespielt und gesungen wurde aber famos. Vor allem Sophie als die Pepi riß das Publikum durch ihr Spiel und ihren Gesang mit sich fort. Auch Bertha Massary als die Gräfin Zedlan war in Spiel und Gesang brillant, dagegen muß Else Renklow, Cagliari gab, noch verlernen, ihre Blicke so sehr scharf nach dem Dirigentenstab zu richten. Franz Schuler als Graf Zedlan und Kurt Klotz als Kammerdiener Josef waren ausgezeichnet. frürde es aber sein, wenn die Behörden in ihrem Bureaukratismus nicht versuchen wurden, an den unterstutzungsbetragen nuch Möglichkeit zu sparen; das Sparen soll ja jetzt mal wieder energisch in Mode gebracht werden. Nach dem Gesetz über die Unterstützung arbeitsloser Tabakarbeiter kann in besonderen Fällen ein höherer Betrag als drei Viertel des früheren Arbeitsverdienstes(bis zum vollen Betrage) als Unterstützung auf Antrag gewährt werden. Eine Wickelmacherin, die vier Kinder im Alter von 6—10 Jahren von ihrem Arbeitsverdienst, der noch nicht 10 Mk. pro Woche betrug, zu unterhalten hat, glaubte nun, daß diese Bestimmung vom Gesetzgeber auf sie zutreffe und sie stellte daher einen entsprechenden Antrag, der aber abgelehnt wurde. In welchem Falle mag wohl ein solcher Antrag bewillig: werden? * Schötmar, 5. Okt. Vorsteherwahl. In der Gemeindeausschußsitzung am Montag wurde Herr Baensch aus Hann.=Münden einstimmig als Gemeindevorsteyer für Schötmar gewählt. Herr Baensch hat schon lange Jahre diesen Posten versehen. Die vorletzten Sitzungen, welche sich mit der Sache befaßten, waren beschlußunfähig, weil einige Ortsvertreter sich für einen besoldeten Vorsteher nicht erwärmen konnten und deshalb den Sitzungen fernblieben. Ihre Ansicht ging dahin, die Funktionen des Vorstehers im Nebenamte verrichten zu lassen. Eine komische Ansicht, denn jeder Kenner der Verhältnisse wird zugeben, daß der hiesige Verwaltungsapparat ebenso vielseitig ist, wie in jeder lippischen Stadt. * Lage, 5. Okt. Stadtverordnetensitzung vom 4. Oktober. Der Sitzung gingen eine gemeinschaftliche, sowie eine vertrauliche Sitzung voraus, an welchen Magistrat und Stadtverordnete zahlreich teilnahmen. Erster Punkt der Tagesordnung war die Beratung über Abänderung der Geschaftsordnung der städtischen Sparkasse. Der Sparkassenvorstand beantragte, daß der Absatz 1 des§ 11 der Sparkassen=Geschäftsordnung gestrichen wird. Der Antrag wurde angenommen. Der Sparkassenvorstand brachte eine Versicherung des sowie der Beamten gegen die Folgen der gesetzlichen Haftpflicht bei eventuell eintretenden Irrtumern in Anregung. Die miensätze betragen 400 Mk. jährlich. Es wird eine Selostversicherung mit Rücklage eines Betrages von 400—600 Mk. jährlich in Vorschlag gebracht. Stadtv. Büngener stellte den Antrag auf Vertagung der Sache. Dies wird angenommen. Die Gaswerksrechnung ist von dem Revisionsausschusse geprüft, es werden keine Einwendungen erhoben. Die stellung der Rechnung wird beschlossen.— Der Magistrat mit, daß der Zahntechniker Oelemann als Laienfleischbeschauer angestellt werden solle, wenn dieser die vorgeschriebene Prufung bestanden habe. Stadtv. Genosse Meier bemerkt hierzu, daß man in Zukunft minderbemittelte Personen berücksichtigen möge, da von den Einnahmen, die dieser Posten mit sich bringe, eine Familie unterhalten werden könne. * Bückeburg, 5. Okt. Bürgervorsteher=Sitzung. In gestriger Bürgervorstehersitzung gelangte der Vertrag über die Kanalladestelle bei Rusbend zur Beratung. Die Bausumme der Anlage beträgt etwä 35000 Mk., und wird vom Schaumburg=Lippischen Staatsfiskus getragen. Die Stadt Bückeburg hat nur eine Zins- und Amortisationsgarantie zu übernehmen. Da mehrere Paragraphen des Vertragens der Mehrzahl der Bürgervorsteher nicht ganz klar sind, wird die Beschlußfassung bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt.— Mit der Verlängerung des Rohrnetzes der Gasanstalt bis zum Beamtenhaus II am Bahnhof ist das Kolleg einverstanden.— Das Gehalt zweier jüngerer Schreiber wird von 35 Mk. auf 50 Mk. monatlich erhöht.— Das Gesuch der Anwohner der Maschstraße und benachbarter Straßen um Durchführung der Maschstraße bis zur Bürgerdammstraße soll in der nächsten Sitzung beraten werden. — Auf eine Anfrage betreffs Vorlegung der Rathausvaurechnung erwidert Bürgermeister Dr. Külz, daß diese dem Kolleg auch in nächster Sitzung vorgelegt werde.— Die Neuwahlen für die ausscheidenden Stadtrate Bollner und Grimme findet am 26. November statt. * Lübbecke, 4. Okt. Stadtverordnetensitzung vom 1. Oktober. Die in voriger Sitzung gewählte Kommission berichtet über die Revision der Jahresrechnung der gewerblichen und kaufmännischen Fortbildungsschule. Dem Rendanten wird Entlastung erteilt.— Bei der Wahl eines Senators wurde der bisherige Senator Karl Kampmann wiedergewählt.— Der Maschweg, welcher fast zu einem Schmerzenskinde der Stadtverwaltung geworden ist, beschäftigte schon mehrere Sitzungen. Der Magistrat berichtet, daß der Kreis nur dann die Unterhaltung übernehmen wolle, wenn der Weg eine Gesamtbreite von 11,30 Meter hat. Die hierzu erforderlichen Grundstücke wollen aber die Anlieger nicht unentgeltlich abgeben. Es wird nun angeregt, zunächst eine Baufluchtlinie für den Weg festzulegen und über den Kostenpunkt in der nächsten Sitzung zu verhandeln. Der Chaussierung des Weges will die Mehrheit aber erst dann näher treten, wenn infolge des Kanalbaues der Bahndamm höher gelegt ist.— Zum Ausroden von 900 Fichtenstämmen in den städtischen Forsten lagen mehrere Offerten vor. Die höchste forderte 500 Mark, während der Mindestfordernde Kleine nur 98 Mark verlangt. Dies war aber dem Stadtverordneten Osthof noch zuviel, denn er teilte der Versammlung mit, daß Freiherr von der Recke für diese Arbeit überhaupt kein bares Geld bezahle. Die Leute des Herrn von der Recke erhielten nur die ausgerodeten Stämme für ihre Arbeit. Er, O., glaube bestimmt, daß sich jetzt infolge des Arbeitsmangels genügend Leute finden würden, welche die Arbeit ohne Bezahlung ausführen würden. Die Mehrheit stellte sich jedoch auf einen anderen Standpunkt und übertrug dem Mindestfordernden Kleine die Ausrodung.— Die Gewerbeaussichtsbehörde verlangt bei der hiesigen Gasanstalt die Neuanlage eines Bades und ferner die Vergrößerung der Kesselanlage und Höherlegung des Daches ev. die Anlegung von Luftschornsteinen. Die hierfür erforderlichen Kosten im Betrage von 1000 bis 1500 Mark sollen der Gasanstaltskasse entnommen werden. * Rheine i. W., 5. Oktober. Arbeiterrisiko. In der Spinnerei„Walshagen“ geriet der 15jährige Einsetzer zwischen den Selfaktor und erlitt einen doppelten Schadelbruch. Er war sofort tot. * Dortmund, 5. Okt. Ein Polizeiprozeß. In Dortmund wurde während zweier Tage ein Beleidigungsprozeß gegen den Polizeiwachtmeister Wentzel verhandelt, der gegen einen vorgesetzten Kommissar Elzholz und mehzere, Beamte. politischen und Sittenpolizei in mehreren Eingaben pen Vorwu## der Bestechlichkeit geführt hatte. Der Kommissar sollte sich von Kirmesschaustellern seit Jahren haben schmieren lassen. Die Regierung hatte die Disziplinierung des Wachtmeisters zweimal abgelehnt. Deshald hatten die Beleidiagteig Hozgensetrgeg, gestet In der Verhandlung sagten Dutzende von allgemein seit Jahren feststeht, daß man in Dortmund bei der Kirmes nur dann gute Standplätze erhält, wenn man gut schmiert. Eine Anzahl Leute, die früher bestimmte Aussagen gemacht hatten, verhielten sich im Termin zurückhaltend, was wohl daraus erklärt, daß die Leute auf das Entgegenkommen der Behörde angewiesen sind. Verschiedene Zeugen bekundeten, daß uniformierte Schutzleute in den Bordellen Schnaps getrunken hätten, und daß sich Sittenschutzleute von Prostituierten bezw. Bordellinhabern traktieren ließen. Der Prozeß endete damit, wie wir gestern bereits kurz berichteten, daß der Angeklagte auf Grund des§ 51 freigesprochen wurde. Drei ärztliche Gutachter, von denen zwei angestellte Stadtärzte waren, bekundeten, daß der Angeklagte für seine Handlungen nicht verantwortlich sei. Literarisches. Die Nummer 21 des Süddeutschen Postillon(Verlag von M. Ernst, München) ist soeben erschienen. Postillons Zoo Nummer 12 bringt Schack, den Triolenhengst(Bild), Variante aschft Gscdl. Tad Limen(Gib, Gaiz. Jrok 3. Höereäios in der auswärigen Polik, Der Weitlauf, Zukanfisträume des Leutnants von Blödwitz, Der attentäterische Wespenstich, Frau Luxus, Der Traum des„roten" Redakteurs. Schnitzel, Glossen und kleine Beiträge bieten reichlich Abwechslung. Die Nummer kostet 10 Pfg. und ist bei allen Buchhandlungen und Kolportenren zu haben. Briefkasten der E. in Herford. Die Artikelserie Homann=Osthushenrich wird binnen kurzem fortgesetzt werden. Abgeschlossen ist sie noch lange nicht, und die vollständige Aufklärung des interessanten Falles wird unter allen Umständen erfolgen Die Unterbrechung hat ihren Grund in der augenblicklichen Ueberlastung der Redaktion durch die politische Bewegung. Arbeiter! Genossen! Es ist Parteipflicht für jeden Genossen, energisch und unablässig für die„Volkswacht" Abonneuten zu werben. Jetzt ist eine besonders günstige und erfolgverheißende Zeit für diese Tätigkeit. Tue jeder seine Pflicht, den Gegnern zum Trutz, dew kämpfenden Proletariat zu Nutz. Auf zur Agitation für die Arbeiterpresse! Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. WarumEa verehrte Hausfrau, bei Verwendung von Dr. Thompson's Seifenpulver mit nebenstehender Schutzmarke DE THONPSONS SEIFENPULVER 00 905 Crl Wer dieses Seifenpülver die Wäsche kräftig und schonend reinigt und das ½ Pfd.-Pak. nur 15 Pfg. kostet! Seit 30 Jahren überall erhältlich. Garant, unschädlioh. 5436 ArOUR Und Geid! Nur 1rch. Hervorragend Dinliges- Tingebor. GrOsser 5441 Ein Posten Türkisch. Teeschürzen enorm billig Stück 22 4 . Türkisch. Teeschürzen Serie! aus prima Satin 35 735 A Serie 11 4 Posten mit schönen Besätzen und reich garnierten Trägern. 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Donnerstag, den 7. Oktober 1909, abends 7½ Uhr: Der Biberpelz. Eine Diebeskomödie in 4 Akten von Gerhart Hauptmann. Nächste Operetten=Novität: = Die Förster-Christl.= Niedernstrasse 29—31. Kochmaschinen, Ofen und Einlamewaren sowie sämtliche Küchengeräte liefern in bester! Qualität zu billigsten Preisen 4742 HeckerdS Donmant Gütersloherstrasse 58 a.— Fernsprecher 1437. Aer wwr Bacht brauche nur Dr. Henkel’s Waschmittel. Millionenfach erprobt und bestbewährt; über 30jährige Erfahrungen in der Branche, auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebaut, beliebt 1n der ganzen Uelt.= TEITH Bosnnnnnengnannnenn Schristen von Ludwig Choma Preis Waref geh. brosch, Moral 3.— 2.— Lausbubengeschichten 4.— Pakete àp; 35 u. 65 Pfg. SIAN Das idealste und vollkommenste selbsttätige Waschmittel von noch nie dagewesener Wasch- und Bleichkraft. Uäscht von selbst ohne jede Arbeit und Mühe, ohne Reiben und Bürsten, ohne zweimaliges Kochen, ohne Zusatz von Seife und Soda, ohne Waschbrett. 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Es ist so hin schuldigen vergessen hätte in klarer Weise Stellung Die Versammlung ga Brauereien zu verhandel die Höhe der Steuer hin diese Aufgabe mit aller die Angelegenheit wirkso versuchen, die Wirte los und sie auffordern, mit? fand die erste Sitzung Sie hat dazu beigetrage Wirte etwas verbessert samen Vorgehen zu, um lassen, die am meisten de Alsdann hat die Kor Bereitwilligkeit zu Verhdieselbe Erklärung ab un war aber von den Bra Die Herren wollten dur Kenntnis nehmen. So nicht aus. Es wurde direktoren und sonstigen fragliche Sitzung bot gaEs kam dann die dri Brauereien beteiligten. Veranlassung hätten, den die Folgen ihres Verhalt Vertreter ersuchten ume die Säumigen zur Stelle handlungen zu finden. „Dann. kam die vierte u fast vollzählig vertreten w sich die Sache wohlweisl schlag von 4 Mk. festhal Ruin entgegengehen sollte holt, die Lasten, als da sir gezählt. Wir haben dar hier gesagt habe und we schrieben ist. Die Herrer sumenten bei der Preisl doch sonst bei einem Kauf ihnen, daß die Konsumen dort, wo sie Einfluß hät wollten. Die Erregung torische Verhalten der Br den. Nicht nur den Wir wiederum aufgegeben hätten. Es sei ihnen mit Wenn die Herren nicht in hätten sie vielleicht auch gegenkommen gefunden. Sie wollten den Kampf k ihnen gleich, ob sie beim Pleite machten. Der Ko zurückgegangen, so daß d Preiserhöhung greifen mi seien von ihnen vorher Kommission habe den B lange geschlafen und die Bersormeglein bätten fü * heriommen, und sich durch ihre Indolenz 82 Roman aus di von Fr Der Wie ein Lauffeuer kleinen Orte verbreitet, Johns entdeckt und eine Augenblick, daß er ein E entsprungener oder gar übergeschaffter Deportier an den nächsten Baum vox, selbst. Außerdem ruhigen Tage gar nichts schiedenen Zelten, wie sie in Spirituosen gelöscht, immer mehr aufgeregt. Die Rückkehr des geg vermehrte nur diese St wesenen waren um so m dianer, wie sie sich ausdri Bald hier bald da aber schichten, oder aus den B flogen, deren Spitzen sie daß sie imstande gewesen verschwundenen Schützen wütend, denn sie hatten getroffen, und doch mußt geringste Resultat, aufge Berge zurück, und es wäre Schluchten noch länger Felsblöcke bedrohten sie ihnen, daß der wachsame auf solchem Terrain, ihne Siftly hatte sich in der eigenes, nur mit Smith äußersten Ende des Paral von den letzten Wohnung aber jetzt nicht mehr bear enthob er sich der Kor kannte seine Leute gut gezuströmen würde, sobald Wenn die Burschen auch doch gern Musik, und sch widerstehlich angezogen. rde von dessen nasse Pferde, von bessen, nasse, und wusch ihm. lästerlich die von den Pfeilen ver Nr. 233. o 0 Bielefeld, Mittwoch, 6. Oktober 1909. Jahrg. Der Kampf gegen die Bierverteuerung. * Bielefeld, 6. Oktober. Die öffentliche Konsumentenversammlung, die gestern abend in der„Centralhalle“ tagte, war von etwa 1300 Personen besucht. Sie war einberusen worden, um den Bericht der in der Versammlung vom 3. September gewählten Kommission entgegenSucöhusennun weitere Schritte gegen die Bierverteuerung zu Der Berichterstatter Schreck führte etwa folgendes aus: wir vor etwa einem Monat hier zusammen waren, um die Bierverteuerung zu besprechen, haben wir die Sache nicht bloß vom Standpunkt des Biertrinkers aus betrachtet, sondern auch die politischen Verhältnisse gewürdigt, die zu dieser Verteuerung führten. Es ist so hingestellt worden, als ob ich die Hauptschuldigen vergessen hätte, dem ist jedoch nicht so, ich habe damals in klarer Weise Stellung genommen. Die Versammlung gab der Kommission den Auftrag, mit den Brauereien zu verhandeln, weil diese eine Verteuerung weit über die Höhe der Steuer hinaus vorgenommen hatten. Wir sind an diese Aufgabe mit aller Sachlichkeit herangegangen. Wenn wir die Angelegenheit wirksam fördern wollten, dann mußten wir versuchen, die Wirte loszureißen von den Brauereigewaltigen und sie auffordern, mit den Konsumenten zu gehen. Demgemäß fand die erste Sitzung der Kommission mit den Wirten statt. Sie hat dazu beigetragen, daß das ungünstige Bild über die Wirte etwas verbessert wurde. Diese stimmten einem gemeinVorgehen zu, um die Steuerlast von denen tragen zu arsgrie danen Parast ds1 geignet erscheinen. zul die Kommission der Brauereivereinigung ihre Bereitwilligkeit zu Verhandlungen erklärt. Die Brauer gaben bieselbe Ertlärung ab und so kam eine Sitzung zustande. Diese war aber von den Brauereivertretern äußerst schlecht besucht. Die Herren wollten durch ihren Syndikus unsere Wünsche zur Kenntnis nehmen. So faßte jedoch die Kommission die Sache nicht aus. Es wurde darauf bestanden, mit den Brauereidirektoren und sonstigen Vertretern direkt zu verhandeln, die fragliche Sitzung bot gar keine Verhandlungsmöglichkeit. dann die dritte Sitzung zustande, an der sich einige vereien deteiligten. Wir erklärten nunmehr, daß wir keine lussung hätten, den Herren nachzulaufen, sie mochten selbst Verfreier erhuchten.. si9 nehmen. Die anwesenden igen Luie Stellei nige Tage Frist, um alles aufzubieten, handlungen zu findene“ haffen und eine Basis für die Ver6ag Dastskem die vierte und letzte Sitzung, in der die Brauereien # c siso#ig vertreten waren. Die Herren erklärten, sie hätten . die Sache wohlweislich überlegt und müßten an dem Aufchlag von 4 Mk. feithalten, wenn nicht viele Brauereien dem muin entgegengehen sollten. Alle Rechenexempel wurden wiederdie Tgierg abe ärad; Steuern, Zolltarif, Löhne usw. aufgeantwortet, was ich früher schon gesagt habe und was unzählige Male in der Presse geumantam ist.: Die Herren fanden es eigentümlich, daß die Konjumenten bei der Preisvestimmung mitreden wollten, das sei doch sonst bei einem Kaufvertrage nicht üblich. Wir erwiderten ihnen, daß die Konsumenten doch Tölpel sein müßten, wenn sie dort,„wo sie Einfluß hätten, diesen nicht zur Geltung bringen rische Verhasten.: der Konsumenten sei durch das diktader Brauereibesitzer wesentlich gesteigert wordeg. Nicht nur den Wirten sei der Preis diktiert, auch diesen ##, wieverum aufgegeben worden, was sie mehr zu nehmen ##ten... sei ihnen mit Bierentziehung usw. gedroht worden. Wenn die Herren nicht in dieser Weise vorgegangen wären, dann hätten sie vielleicht auch bei den Konsumenten größeres Entgegenkommen gefunden. Alles oder nichts, sei ihr Standpunkt. Sie wollten den Kampf bis zum bitteren Ende führen. Es sei ihnen gleich, ob sie beim Bierkrieg oder bei den alten Preisen Pleite machten. Der Konsum sei in den letzten Jahren stark zurückgegangen, so daß die Brauereien längst hätten zu einer Preiserhöhung greifen müssen. Auch die Folgen des Zolltarifs seien von ihnen vorher nicht richtig eingeschätzt worden. Die Kommission habe den Brauereivertretern gesagt, wenn sie so lange geschlafen und die Konsumenten den Kampf gegen den Zolltarif allein hätten führen lassen, dann sollten sie jetzt nicht herkommen, und sich auch noch das alles zahlen lassen, was sie durch ihre Indolenz verschuldet haben. Die Zahlen über den 9otO. 82 Roman aus den Goldfeldern Kaliforniens von Friedrich Gerstäcker. 27. Der Abend im Lager. Wie ein Lauffeuer hatte sich indessen das Gerücht in dem kleinen Orte verbreitet, daß man den Mörder jenes unglücklichen Johns entdeckt und eingefangen. Alle Welt wußte dabei im Augenolick, daß er ein Engländer, und zwar ein von Australien entsprungener oder gar von der englischen Regierung hier herübergeschaffter Deportierter sei. Daß er nun ohne weiteres an den nächsten Baum aufgehangen werden müsse, verstand sich von selbst. Außerdem hatten die Leute an dem heutigen unruhigen Tage gar nichts gearbeitet, sondern nur in den verschiedenen Zelten, wie sie gerade in der Nähe waren, ihren Durst in Spirituosen gelöscht, dadurch aber sich natürlich nur noch immer mehr aufgeregt. Die Rückkehr des gegen die Indianer ausgezogenen Trupps vermehrte nur diese Stimmung, und die dabei beteiligt Gewesenen waren um so mehr gereizt, da sie leinen einzigen Indianer, wie sie sich ausdrückten,„zum Schuß bekommen konnten". Bald hier bald da aber aus den schwer zugänglichen Felsschichten, oder aus den Büschen heraus waren Pfeile auf sie geflogen, deren Spitzen sie hier und da leicht verwundeten, ohne daß sie imstande gewesen wären, die wie in den Boden hinein verschwundenen Schützen zu entdecken. Siftly war besonders wütend, denn sie hatten ihm sein Pferd an drei oder vier Stellen getroffen, und doch mußten sie die Verfolgung zuletzt, ohne das geringste Resultat, aufgeben. Die Indianer zogen sich in die gewesen, ihnen in den steilen ch länger zu folgen. Niederbröckelnde Steine und Felsblöcke bedrohten sie überdies von allen Seiten, und zeigten ihnen, daß der wachsame Feind alle Höhen besetzt hatte, und doch, auf solchem Terrain, ihnen unerreichbar blieb. „ Siftly hatte sich in den letzten Tagen, in der Absicht, dort ein eigenes, nur mit Smith geteiltes Spiellokal zu gründen, am äußersten Ende des Paradieses ein besonderes Zelt errichtet, das von den letzten Wohnungen bloß durch ein paar ausgeworfene, aber jetzt nicht mehr bearbeitete Gruben getrennt war. Dadurch enthob er sich der Konkurrenz benachbarter Spieltische und kannte seine Leute gut genug, um zu wissen, daß ihm dort alles zuströmen würde, sobald Manuela nur in seinem Zelte spiele. Wenn die Burschen auch keinen Sinn dafür hatten, hörten sie doch gern Musik, und schon das Neue der Sache hätte sie unwiderstehlich angezogen. Dort beschäftigt er sich jetzt mit seinem Pferde, von dessen nassem Rücken er den Sattel geworfen hatte, und wusch ihm, lästerliche Flüche dabei in den Bart murmelnd, die von den Pfeilen verwundeten Stellen mit Branntwein aus, Konsumrückgang seien oberflächlich zusammengestellt, so daß ein Vergleich nicht möglich sei. Es gehe nicht an, Zahlen aus einer aufsteigenden und einer niedergehenden Wirtschaftsperiode zusammenzustellen, vergleichen könne man nur zwei gleiche Wirtschaftsperioden. Einen weiteren Grund des Konsumrückganges sehen die Herren in der Temperenz- und Abstinenzbewegung. Wir wollen die Konstatierung dieses Kulturfortschritts dankbar anerkennen. In Zeitungen, die den Brauereibesitzern nahe stehen, liest man sonst so oft, daß eine gewisse große Bewegung die Arbeiter nur dadurch erregen könne, daß sie diese in die Wirtshäuser hetze und dann den umnebelten Köpfen von Freiheit und Gleichheit predige. Die Kommission hat den Herren auch gesagt, daß ihr Verhalten doch unlogisch sei, sie zwängen die Konjumenten ja geradezu zur Abstinenz, und die Abstinenzvereine hätten alle Ursache, sie zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Fexner haben wir betont, daß den Brauereien durch das Gesetz ja auch ein Aequivalent geboten und die Konkurrenz neu entstehender Brauereien ausgeschaltet sei. Neue Brauereien haben bis zum Jahre 1915 eine um 50 Prozent und von da ab bis 1918 eine um 25 Prozent höhere Steuer zu tragen. Ferner ist der Zoellsatz für fremde Biere von etwa 9,43 Mk. auf 12.50 Mk. pro Hektoliter erhöht worden. Diese den Brauéreien zugewandten Vorteile suchten die Herren zu verkleinern, weil deren Hervorhebung ihnen natürlich nicht in den Kram paßte. Wir haben die anwesenden Brauereivertreter weiter auf den von einer großen Gruppe beschlossenen Schnapsboykott hingewiesen und betont, daß durch diesen Beschluß die Konsumenten sich wieder mehr dem Biergenuß zuwenden würden. Wenn die Herren etwas Weitblick sochen“ Es schien ig jo, aisroß günstige Situation auszunnten hoben seimn Frteresse Laran, mit beser danals in Leineld gegründeten Gesellschaft zu verhandeln, wir haben nur mit den Brauereien zu tun, die für unsern Bezirk in Frage kommen. Der Objektivität wegen sei noch mitgeteilt, daß auch die Wirte den Brauereien noch einen Vermittlungsvorschlag unterbreitet haben. Doch die Herren erklärten auch hier, sie könnten und wollten nicht nachgeben. So ist der Verlauf der Verhandlungen gewesen, die Brauereigewaltigen wollen also den Krieg noch fortWas soll nun geschehen? Die Kommission hat bereits eine Sitzung mit den Vorständen aller möglichen Korporationen, Vereinen usw. abgehalten. Es herrschte volle Einstimmigkeit darüber, daß entsprechende Maßnahmen getroffen werden müßten, um die Brauereibesitzer zur Vernunft zu bringen. Die Resolution vom 3. September muß erneut und scharf betont werden. Wenn die Konsumenten derselben noch mehr gefolgt wären, dann wäre die Stellung der Kommission eine noch wuchtigere gewesen. Jeder einzelne Konsument muß die Resolution in die Tat umsetzen. Alle Korporationen, Vereine usw. haben die Verpflichtung, auf den Bierkrieg aufmerksam zu machen, und auf alle Festlichkeiten zu verzichten, bis die Sache zugunsten der Konsumenten entschieden ist. Bedauerlich ist es, daß die Wirte hier zwischen zwei Puffer geraten, aber sie müssen einsehen, daß ihre Interessen bei uns am besten vertreten werden. Um die Wirte nicht zu schädigen, zahle man für notwendige Versammlungen eine Miete für Licht, Reinigung usw. Bei Veranstaltung von Festlichkeiten falle man nicht darauf herein, daß für eine solche Veranstaltung das alte Maß zum alten Preise gegeben werden soll, das zieht die Sache nur hin. Es sind auch Stimmen laut geworden, die eine noch schärfere Stellungnahme forderten. Aber wir wollen nicht gleich die schärfsten Waffen anwenden. Die Kommission schlägt der Versammrung folgende Resolution zur Annahme vor: Die Versammlung nimmt Kenntnis von dem Bericht der Kommission und ersieht daraus, daß die Brauereibesitzer bis jetzt noch keinerlei Entgegenkommen zeigten. In diesem schroff ablehnenden Standpunkt der Brauereibesitzer erblickt die Versammlung eine Brüskierung der Konsumenten, die mit aller Schärfe von der Versammlung zurückgewiesen wird. Die Versammlung erneuert die Beschlüsse der Versammlung vom 3. September und erwartet von den Konsumenten die strikte Durchführung derselben, namentlich soweit es sich darum handelt, den Biergenuß vorläufig gänzlich zu vermeiden, oder höchstens da gelegentlich Bier zu trinken, wo das alte Maß zum alten Preise gewährt wird. Um der Sache der Konsumenten zu dienen, verpflichtet die Versammlung alle Vereine, Korporationen, Gewerkschaften 2c. vorab keine Festlichkeiten mehr zu arrangieren und alle Veranstaltungen zu unterlassen, bei denen gewohnheitsmäßig Bier getrunken wird. Die Kommission wird erneut bevollmächtigt, wenn die Umstände es geboten erscheinen lassen, in Verhandlungen mit den Brauereibesitzern zu treten und eventuell weitere Maßnahmen anzuordnen, die eine befriedigende Erledigung der Streitsache im Interesse der Konsumenten herbeiführer können. Wenn die Versammlung dieser Resolution zustimmt, dann kommt es aber auch darauf an, daß sie wirksam zur Durchführung gebracht wird. Wenn das geschieht, dann wird auch Bielefeld bald zu den Städten gehören, wo der Bierkrieg zur Zufriedenheit der Konsumenten erledigt ist. An der Diskussion beteiligten sich verschiedene Herren, die zum Teil eine schärfere Stellungnahme gegen die Brauereien wünschten. Herr Tebbe teilte mit, daß der Bielefelder Consum=Verein in einigen Tagen wieder gutes Bier zum Preise von 11 Pfg. pro halbes Liter liefern könne. Die Abstimmung ergab die fast einstimmige Annahme der Resolution, dagegen stimmten nur einige Herren von der Wirtevereinigung. Nach einem Schlußwort des Versammlungsleiters, in welchem dieser nochmals die strikte Durchführung der Resolution allen Anwesenden zur Pflicht machte, wurde die imposante Versammlung geschlossen. Der Hofkaplan. Die Herrschaft der schlesischen Magnaten über das Zentrum bedingt und erklärt die schwarze Junkerpolitik dieser Partei. Wir haben schon des öfteren darauf hingewiesen, daß gerade die katholische Kirche allen Anlaß hätte, ihr Schicksal von dieser wahrhaft antichristlichen Zentrumspolitik zu trennen— gerade im Interesse des Christentums. Aber auch die bayerische Geistlichkeit unterstützt nach wie vor diese Politik, die nicht zum mindesten von den Zentrumsbaronen auch zur Unterdrückung der Geistlichen benutzt wird. Diese Herrschaften hetzen und gebrauchen zwar„ihre“ Kapläne gegen das Volk, sie selbst aber rechnen„ihre" Dienstchristen unter das verachtete Gesinde. In der„Zunkunft" erzählt einer, der es weiß, wie diese allerchristlichsten Zentrumsführer die Diener Gottes behandeln: Vor einigen Wochen erschien in Ihrer Zeitschrift ein Artikel über„Kaplanselend“. Er erinnerte mich an die miserable Lage anderer Hilfsgeistlichen in Deutschland. Ich meine die Schloßkapläne, die geistlichen Lakaien adeliger Herrschaften, die Männer, die in der Schloßkapelle das Wort Gottes verkünden und in ihrem Nebenamte zur Dokumentierung des frommen Sinnes der Schloßherrschaft am letzten Platz der Tafel als Dekoration dienen. Erlauben Sie mir, mal ins volle Menschenleben hineinzugreifen. Fur eine gräfliche Standesherrschaft in der Lausitz wird ein katholischer Schloßkaplan gesucht. Damit der Diözesanbischof richts hineinzureden hat, soll der Geistliche einer anderen Diözese angehören, wird also aus Oesterreich bezogen. Neunhundert Mark Gehalt: in Wirklichkeit: siebenhundertsechsundneunzig, denn zweimal wöchentlich muß der Kaplan auf die Inteation der Schloßherrschaft die Messe lesen; macht hundertundvier Mark jährlich. Dabei freie Wohnung und Beköstigung. Freie Wohnung etwa im Schloß? Ach nein! Neben den Bureauräumen, auf einem Korridor. Als Stubennachbar hat der hochwürdige Herr den Amtsschreiber und einen Stallburschen, der beim Militär sich einen Fehlen zugezogen hat und nun bis auf weiteres das hochgrafliche Gnadenbrot ißt. Nun die großartige Schloßkapelle. Sie ist in einem Seitenflügel untergebracht. Etwa drei Meter von ihr entfernt ist der Hundezwinger. Vor der Schloßkapelle ist das Zimmer des Leibjägers. Ein dumpfiger Raum, ohne Fußboden, nur Zementfliesen bedecken ihn. In diesen Raum ist meist der Leibhund eingesperrt. Dem Köter gefällt als die Straße herauf Boyles auf ihn zukam und neben ihm stehen blieb. Im Anfang nahm der Spieler wenig Notiz von ihm, denn er war ärgerlich, daß gerade Boyles sich ihrem Zug nicht angeschlossen hatte, ärgerlich über den mißglückten Zug selber, ärgerlich über die ganze Welt. Boyles aber ging trotzdem nicht, von der Stelle, sah ihm eine Weile zu und sagte dann: „Siftiy, ich bin hergekommen. Euch mit meinem besten Dank das neulich geborgte Geld zurückzuzahlen.“ „Den Dank könnt Ihr sparen,“ brummte der Spieler,„gebt mir nur das Gold, Ihr scheint doch lieber draußen zu hacken und zu graben, als Euch auf leichtere Art das Glück zu zwingen. G#n# nach seiner Reigung oder seinen Fähigleiten.“ S#ctexecht“ sagte Boyles ruhig,„ich passe nicht zum mich Smith neulich gelehrt, und überlasse das Geschäft deshalb lieber geschickteren Leuten. Hier sind die vier Unzen im Beutel: Ihr mögt es nachwiegen, es wird gerade „Schon gut,“ sagte Siftly, das dargereichte Gold gleichgiltig in seine Tasche schiebend,„geht aber da hinten vom Pferd weg. Der Branntwein brennt ihm die Wunden, und es schlägt.“ „Ihr scheint also doch mit den Indianern zusammengetroffen zu sein.“ „Gott verdamme die Hunde, aber was schiert das Euch! Eure Haut hattet Ihr wenigstens in Sicherheit.“ Boyles antwortete nichts darauf und sah eine Weile schweigend dem Mann zu, endlich nahm er das Gespräch wieder „Hier im Camp,“ sagte er,„ist indessen allerlei vorgefallen.“ „Ich weiß,“ brummte jener.„Sie haben Johns Mörder erwischt. Bin nur neugierig, wer die feine Nase gehabt hat.“ „Jener Cook,“ sagte Boyles.„Er hatte mit Johns eine Weile gearbeitet und kannte einen Teil des Goldes, daß der Ermordete bei sich geführt. Besonders ein kenntliches Stück nar daxunter, das er im Besitz des Fremden fand, und darauf vin in der Mann verhaftet worden.“ Siftly hatte mit seiner Arbeit aufgehört, und seinen rechten Ellbogen auf das Pferd stützend, blickte er den Erzähler überrascht und aufmerksam an. „Ein besonderes Stück,“ lachte er endlich;„das müßte wirklich besonders sein, wenn er da eins vom andern unterscheiden wollte.“ „Er will darauf schwören.“ „Dann werden sie ihn hängen,“ lachte der Spieler gleichgiltig, „was kümmert's mich! Verdamm' die Fremden— so ist einer weniggr. dal“ 6 ist „Wißt Ihr, Siftly,“ sagte aber Boyles, während er sich umsah, ob niemand in der Nähe wäre.„Wißt Ihr, was das— ist jemand in Eurem Zelt drin?“ „Nein— was soll's?“ „Wißt Ihr, was das für ein Stück Gold war, auf das hin sie ihn verhaftet haben?“ „Obich das weiß? Seid Ihr verrückt oder betrunken? Wie soll ich das wissen?“ höhnte der Spieler. „Eins von denen,“ fuhr Boyles, ohne sich jedoch außer Fassung bringen zu lassen, fort,„das Ihr mir neulich morgens geborgt habt.“ „Ich?“ rief Siftly in wildem Grimm emporfahrend,„habt Ihr etwa Lust, mich in die Geschichte mit hineinzubringen, irgend einer tollen Idee zuliebe, die Ihr Euch in den Kopf gesetzt? Verdamm' es, Boyles, Euch wäre in dem Falle wohler, Ihr hättet Kalifornien in Eurem Leben nicht berreten!“ " Der Blick, den er dabei dem jungen Manne zuschleuderte, war so drohend und wilder Leidenschaft voll, daß dieser fast unwilltürlich davor zurückschrat. Das aber, was ihm seit einer Stunde erwa mit schwerer Sorge auf dem Herzen lag, mußte er davon abschütteln, er mußte für sich selber wenigstens Gewißheit haben, und fuhr mit ruhiger, aber doch zitternder Stimme fort:„Mißversteht mich nicht, Siftlv. Ihr habt Euch stets freundlich gegen mich gezeigt, und ich wäre der letzte, der Euch in irgend eine unangenehme Geschichte verwickeln möchte, aber eine Frage müßt Ihr mir beantworten, mir allein, keinem Menschen weiter, alles übrige überlaßt dann mir.“ „Erst sagt mir,“ frug ihn Siftly zurück,„wer Euch eine solche toule Idee in den Kopf gesetzt hat.“ „Welche?“ Ihr das Gold von mir bekommen habt, und wie kam es später in des Fremden Hand?“ „Ich laufte ihm sein lahmgewordenes Pferd ab.“ ver msshm. getgarden?“ frug Siftly, aufmerksam werdend,„der vermeintliche Mörder ist ein Engländer, wie?“ „Ja, ein noch junger Mann.“ „Das Pferd war ein Brauner mit weißem Stern und, wenn ich nicht irre, einem weißen Hinterbein.“ „Allerdings, habt Ihr es früher schon gesehen?" Manpssslalsoer aher, Licheln zuckte um Mund und Augen 5 hior##in###hne die letzte Frage zu beantworten, vor crummte:„Alio der Bursche ist s, dem hätt' ich ein ähnliches Ende prophezeit. Aber es geschieht ihm recht, warum kommt er hierher!“ „Also Ihr kennt ihn?“ „Von Ansehen, und der hat geschworen, daß er das Gold von Euch bekommen habe?" „Nein, das hat er nicht, er hat sogar gesagl, er könne es nicht beschwören, da er in der letzten Zeit mehrere Sachen verkauft und die einzelnen Stücke nicht so genau betrachtet habe. Aber er glaubte, daß es unter dem Gold gewesen, das er von mir erhalten hätte, und der Sheriff stellte mich deshalb zur Rede.“ „Hale?— so? Und Ihr?“ „Siftly,“ sagte der junge Mann und drehte sich halb ab von dem Spieler, denn er schämte sich seines Rotwerdens,„ich gab ausweichende Antworten, ich sagte dem Sheriff, daß ich das Stück Gold nicht kenne.“ die Nähe des Gotteshauses offenbar nicht, denn den Tag über, wenn die gnädige Herrschaft in Berlin oder ohne Leibhund extra domum“ ist, ertönt ein ohrenbetäubendes Geheul, in das natürlich die benachbarte Meute sofort einstimmt. Da soll nun der arme Schloßkaplan in seinem Zimmer(das im anderen Flügel liegt) für die gnädige Herrschaft beten oder sich wissenschaftlich betätigen. Aber die Bureaus der Güterdirektion und des Amtsvorstehers sind ja auch dort. Können die Herren das aushalten? Wütend rennt der Schloßkaplan in das Bureau des Amtsvorstehers und Amtsanwalts.„Hören Sie nicht das gräßliche Hundegeheul?"„Ach, lieber Herr Kaplan, daran müssen Sie sich nun schon einmal gewöhnen, daran gibt's nichts zu tippen; so war’s, als noch der gottselige Großvater des Herrn Grafen lebte, und so wird es auch bleiben.„Aber wie können Sie das aushalten?“„Ach, man gewöhnt sich an alles,“ sagt der alte Amtsanwalt, den der Graf und die ganze hochgräfliche Eamilse mit„Du“ anredet. Patriarchalsitte? Ich danke Sonntag. Predigt und Hochamt in der Schloßkapelle. Die Predigt verläuft ohne Störung. Nun kommt das Hochamt. Beim„Pater Noster“ werden die Hunde unruhig. Ein Geheul wie beim„Wilden Jäger" setzt ein, das jeden Gesang übertönt. Das ist denn doch zu stark. Wozu ist das Konsistorium in Breslau, das man auf Deutsch so schon„Geistliches Amt“ nennt? Also los! Die Schloßkapelle wird photographiert, das Lokal, in dem der Heulhund haust, genau bezeichnet, die Entfernung vom Hundezwinger angegeben und die ganze Sache an das „Geistliche Amt“ berichtet. Wochen vergehen. Da erscheint der Herr Erzpriester beim Schloßkaplan mit den Schriftstucken. Er ist peinlich davon berührt, daß die Sache an das Amt berichtet worden ist. Und auch das geistliche Amt möchte die Sache glücklich beigelegt wissen, damit der Standesherr, der Herr Graf, der doch Mitglied des preußischen Herrenhauses ist, nicht böse wird. Aber die Würde des Gotteshauses, in dem das Heilige Sakrament aufbewahrt wird, duldet doch nicht die unmittelbare Nähe der Hunde. Das ist gegen jede kirchliche Vorschrift. Hilft alles nichts.„Auch die Hunde hat der liebe Gott erschaffen. So sagt der Graf.„Natürlich,“ meint der Schloßkaplan,„aber auch die Schweine: Und alles bleibt beim alten. Ein anderes Bild. Der Speisesaal im Schloß ist hell erleuchtet. Diener laufen geschäftig umher. Heute ist großes Jagddiner. Aus Berlin sind Gäste da. Im Salon werden die Herrschaften einander vorgestellt. Auch der Schloßkaplan wird den Herrschaften flüchtig vorgestellt.„Unser Schloßkaplan". Dann geht's zu Tisch. Der Schloßkaplan zuletzt. Auch an der Tafel sitzt er als letzter, hinter den sechsjährigen Kindern irgend einer Seitenlinie der gräflichen Familie. Vor dem Essen wird gebetet. Aber niemand von der gräflichen Familie macht das Kreuzzeichen. Sie schämen sich vor den Potsdamer und Berkiner Offizieren. Und dennoch ist der offizielle Vertreter der Religion anwesend. Ein Berliner Artillerieoffizier meinte denn auch:„Ja, weshalb schämt sich denn die Herrschaft vor uns? Die älteren Damen nehmen täglich, wie ich gehört habe, das Sakrament; da konnten sie doch ihre Zeremonien vor uns ruhig machen. Das stört uns nicht im geringsten.(Die Religion ist also bei manchen adeligen Herrschaften nur Dekoration oder angeerbte Anstandspflicht.) Nach aufgehobener Tafel begibt sich die hocharistokratische Gesellschaft wieder in derselben Ordnung in den Salon, wo Kaffee und Likör gereicht wird. Der Kaplan darf nicht mit. Er muß auf sein Zimmer, denn er muß für die Herrschaft Askese treiben.„Werden Sie denn nie nach dem Essen in den Salon gebeten, fragte da ein Professor aus Poppelsdorf. „Nie, erhält er zur Antwort.„Aber ich kann mir dann den Seelenzustand der gräflichen Familie gar nicht vorstellen. Sie wollen fromm sein, geben Almosen, hören täglich die Messe, knien vor Ihnen nieder und lassen sich ihre Sünden vergeben: und behandeln den Verkünder ihrer Religion wie einen Kammerdiener".„Ja, lieber Herr Professor, die Zeiten des Grafen von Habsburg, der einst einem Priester sein Roß schenkte, sind längst vorbei. Heute handeln diese Herrschaften wie die orthodexen Juden in Galizien. Sie kaufen sich am Versöhnungstage einen Hahn. Dem flüstern sie ihre Sünden in die Ohren und nerfen ihn dann ins Wasser. Der Adel hat seine Privilegien im Staat und auch in der Kirche. Leider sind die Privilegien der Blauen in der Kirche von nock viel unheilvollerer Bedeutung als im Staat. Wollen Sie Beispiele? Ein Schloßkaplan in Westfalen stellte die Frau eines Försters zur Rede, weil sie bei den Damen der gräflichen Familie einen Angestellten durch ihre Klatschereien in üblen Ruf gebracht hatte. Die Frau des Försters war vor ihrer Verheiratung Stubenmädchen im Schloß. Das war nun eine böse Sache. Sie lief zu den Damen und beklagte sich bitter über den Kaplan. Die Damen erzählten es dem Grafen. Der ließ den Kaplan kommen, schnauzte ihn an und der Kaplan mußte die Frau um Verzeihung bitten. Dann kamen die Landtagswahlen. Der Graf ließ den Kaplan zu sich bitten und erklärte ihm, daß er den Thron, der Kaplan aber den Altar repräsentiere. Thron und Altar müssen zusammenhalten, also habe der Kaplan auch während dieser Zeit seine Predigten einzurichten. Und so weiter. Noch gemütlicher geht es auf einem Schloß in Schlesien zu. Dort werden die Verstorbenen derer von... unter der Schloßkapelle beigesetzt. Neben der Totengruft ist der Gemüsekeller. Sonst fordert die Polizei, daß der Friedhof(nach dem allgemeinen Landrecht] so und so viele Meter von den menschlichen Wohnungen entfernt sei. Aber die Blauen haben das Privileg, neben dem Gemüsekeller in Frieden zu ruhen. Die evangelischen Schloßkapläne haben wenigstens Aussicht, nach all den Demütigungen, die sie als gebildete Menschen über sich ergehen lassen mußten, eine eintragliche Pfarre zu erhalten Das ist in der katholischen Kirche sehr selten der Fall. Die Herrschaften wissen es so einzurichten, daß der Kaplan beim Geistlichen Amt keine gute Note erhält; und dann ist der arme Tropf aus einer anderen Diözese, hat also vergeblich sich im Glanz der hochgräflichen Sonne geweidet. Hat er seine Pflicht auf der Kanzel getan, dann heißt es:„Kreuziget ihn: Ist er politisch gewesen, dann stößt er beim Geistlichen Amt an. Gewernschaftsbewegung. Zum Kampfe der Holzarbeiter in Südwestdeutschland. Bekanntlich hat am 27. September d. J. die Tischlerinnung in Frankfurt beschlossen, den Arbeitgeberverband insoweit zu unterstützen, daß die einzelnen Mitglieder die organisierten Arbeiter aussperren, wenn nicht bis 1. Oktober die Zahlstelle des Holzarbeiterverbandes dem Arbeitgeberverband seine Bereitwilligkeit zu Verhandlungen bekanntgegeben habe. Die in der Innungsversammlung beschlossene Resolution wurde dem Gesellen=Ausschuß übermittelt und dieser ersucht, den Holzarbeiterverband zu Verhandlungen zu veranlassen. Der Gesellenausschuß hat daraufhin der Innung mitgeteilt, daß er die Resolution dem Holzarbeiterverbande zur Kenntnis gebracht habe.. Der Holzarbeiterverband hat nun aber, wie es die Resolution verlangt, dem Südwestdeutschen Arbeitgeberverband fur das Holzgewerbe die verlangte Erklärung bis 1. Oktober nicht abgegeben und die Innung hat die Aussperrung— nicht durchgeführt. Wie von der Ortsverwaltung Frankfurt des Deutschen Holzarbeiterverbandes bekanntgegeben, hat am 2. Oktober nur eine einzige Firma 3 Mann ausgesperrt, worauf die weiteren, dort beschaftigten 4 Mann aus dem Betriebe herausgezogen wurden. Dies glanzende Fiasko hat die Innung veranlaßt, zum 4. Oktober eine neue Versammlung einzuberufen. Dort wird man nun wiederum beschließen, auszusperren, und sich auf diese Weise die Zei: vertreiben! In Mannheim und Ludwigshafen hatten die Arbeitgeber damit gerechnet, daß am 4. Oktober eine größere Anzahl Arbeiter wieder in die Betriebe zurückkehren wird. Anstatt dessen haben jedoch einige weitere Arbeitswillige ihre Arbeitsplätze verlassen. Dieses trifft auch für Frankfurt zu. Zum Streikbrecher ist auch in dieser Woche niemand von den Kämpfenden geworden.— In Pforzheim und Heidelberg hat sich die Situation für die Streikenden keineswegs verschlechtert, sondern ist auch in der letzten Woche besser geworden. In Pforzheim haben die Arbeitgeber die Vermittlung des Gewerbegerichts abgelehnt.„„ Davon, daß die Aussperrung auf weitere Stadte Sudwestdeutschlands ausgedehnt werden soll, hört man gegenwärtig nichts mehr. Der Arbeitgeberverband wird wohl inzwischen eingesehen haben, daß er dabei nichts weiter erreichen würde, als seinen Mitgliedern neue Opfer aufzuerlegen. Denn daß der Holzarbeiterverband etwa aus Furcht vor der weiteren Aussperrung im Kampfe nicht nachgeben wird, dürfte auch der Vorstand des Arbeitgeberverbandes inzwischen eingesehen haben. Frankfurt a. M., 5. Okt. Nach den Mitteilungen, die gestern abend in einer Versammlung der Schreiner=Zwangsinnung gemacht wurden, haben sich die Gegensätze zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Holzgewerbe verschärft. Bisher sind rund 577 Arbeiter ausgesperrt. Es wurde eine Resolution angenommen, wonach sämtliche Mitglieder der Zwangsinnung ihre organisierten Arbeiter zu entlassen haben und zwar hat die Aussperrung am nächsten Sonnabend zu erfolgen. Die nichtorganisierten Arbeiter müssen sich verpflichten, weder einer freien, noch einer christlichen Gewerkschaft beizutreten. Falls sie dieser Verpflichtung nachkommen, werden sie nicht ausgesperrt. Zünftlerische Sozialpolitik. Seit 1. April 1895 bestehen Sonntagsruhebestimmungen für das Barbier= und Friseurgewerbe, die jedoch den Gehilfen und Lehrlingen nicht einen einzigen freien Sonn= und Feiertag gewährleisten, sondern an Sonntagen eine ständige Beschäftigung bis 2 Uhr nachmittags zulassen. Bestimmt ist nur, daß bei länger als 3 Stunden dauernder Sonntagsarbeit in jeder Woche ein Nachmittag von spätestens 1 Uhr av freigegeben werden muß. Die Konkurrenz in diesem Gewerbe hat sich inzwischen derart vermehrt, daß eine solch lange Arbeitszeit an Sonntagen längst nicht mehr notwendig ist. In der Praxis sind denn auch die Sonntags-Ruhebestimmungen vielfach überholt, sowohl durch Geschäftsschluß an den zweiten Feiertagen der drei großen Feste, wie auch durch früheren Ladenschluß an Sonntagen. Der Barbier-Innungsbund, der dank der Zwangsinnungen die Hälfte der Selbständigen umfaßt, hat nun in recht bezeichnender Weise der Gefahr" einer längst notwendigen Verbesserung der Sonntagsruhebestimmungen durch den Beschluß vorzubeugen versucht, die gesetzgebenden Körperschaften um eine Abänderung der Sonntagsruhebestimmungen zu ersuchen. Er verlangt, daß erst dann, wenn die Sonntagsarbeit länger als 5 Stunden dauert, ein Wochennachmittag frei zu geben ist. Die Sonntagsarbeit soll damit eigentlich nur pro forma auf 5 Stunden erweitert werden; in Wirklichkeit besteht gar kein Bedürfuis für eine Ver„Nun, dann ist ja alles in Ordnung,“ lachte Siftly,„was wollt Ihr mehr?“ „Was ich mehr will?“ frug Boyles erstaunt.„Ihr vergeßt, daß sie auf den Beweis des gefundenen Stückes hin den Unglücklichen hängen können.“ „Das ist ihre und seine Sache,“ brummte der Spieler, indem er seinem Tier den Zaum abnahm und beiseite trat, um es frei laufen zu lassen.„„„„ 66 „Aber der Mann ist unschuldig, flusterte Voyles. „Und woher wißt Ihr das?“ frug Siftly kalt. „Siftly, beim ewigen Gott, das Stück Gold habe ich von Euch bekommen," versicherte aber Boyles fest, wenn auch mit unterdrückter Stimme.„Ich kenne es zu genau, denn es gefiel mir so, daß ich es behalten und später für eine Tuchnadel bestimmen wollte. Hätte ich es getan! Heut morgen aber vergaß ich drauf, ich dachte nur an das Pferd, mit dem ich einen vortrefflichen Handel gemacht.“ „Und was wollt Ihr jetzt von mir?“ unterbrach ihn Siftly, und wieder haftete auf jenem der dunkel drohende Blick des Mannes. „Euch fragen, woher Ihr das Stück Gold bekommen.“ „Um mich nachher ebenfalls mit vor Eure langweilige Jury zu bringen, he?“ „Hab ich Euch nicht gesagt, daß ich selber den früheren Besitz des Goldes schon geleugnet?“ „Ah, ich vergaß!“ lachte der Spieler.„Also nur zu Eurer eigenen Beruhigung verlangt Ihr die Frage beantwortet. „Nun, den Gefallen kann ich Euch tun, wenn Euch das beruhigen kann, denn ich glaube doch nicht, daß Ihr wahnsinnig genug seid, mich etwa für den Mörder zu halten. Das Gold, was ich Euch an dem Morgen geborgt, habe ich den Abend vorher einem Mexikaner drüben im Cedar valley abgewonnen. „Und kennt Ihr den Burschen?“ „Kennen? Woher soll ich ihn kennen? Ich habe auf sein Gold und seine Karten und Finger gesehen, nicht auf sein Gesicht, und überdies weiß es der Henker, diese Sennores sehen sich einander alle gleich. „Aber dann, rief Boyles, dem sich mit der Antwort eine Zentnerlast von der Seele wälzte, kann man ja auch dem armen usti helfen, dem der Strick schon verdammt nahe am Halse „Ihr seid wohl toll?“ rief aber Siftly finster.„Mich wollt Ihr in all die Unanehmlichkeiten verwickeln, einem der verwünschten Fremden herauszuhelfen? Das wäre nicht übel. Wo glaubt Ihr wohl, daß ich imstande wäre, den Mexikaner wieder aufzufinden, von dem ich das Geld erhalten, he? Und längerung der Sonntagsarbeit. Den Herren würde es aber außerdem freistehen, die Sonntagsarbeit bis 2 Uhr nachmittags auszudehnen, und sie in zwei Perioden, etwa mit Unterbrechung durch die Kirchzeit, einzuteilen. Den Gehilfen und Lehrlingen würde der freie Wochen=Nachmittag entzogen und dadurch ihre Arbeitszeit in der Woche um 8 Stunden(der freie Nachmittag muß von 1 bis 9 Uhr gerechnet werden) verlängert. An den Orten aber, an denen nun schon der 12-Uhr=Ladenschluß(an Sonntagen) bereits besteht, ware der Erfolg dieses zünftlerischen Wunsches der, daß die Gehilfen für den Fortfall des freien Nachmittags und der damit verbundenen Verlängerung der in die Woche fallenden Arbeitszeit um 8 Stunden, eine um 1 bis 2 Stunden verkürzte Sonntagsarbeit zu verrichten hätten. Das wird ihnen aber durch den Zwang der Verhältnisse ohnehin in absehbarer Zeit zugestanden werden müssen. Da der Bund selber nicht erwarten kann, daß mangelhafte gesetzliche Bestimmungen, die längst veraltet sind und sich als völlig unzulänglich erwiesen haben, nach 15jährigem Bestehen auch noch verschlechtert werden sollen, so geht man in der Annahme nicht fehl, daß der Beschluß der Unternehmer lediglich ein Bluff ist, um eine den Zünftlern zu weit gehende Verbesserung der Sonntagsruhevorschriften zu inhibieren. Ein starkes Stück bedeutet dieser Streich immerhin. Der Verband der Friseurgehilfen wird den Unternehmern einen Strich durch die Rechnung machen. Im Laufe dieses Monats werden in allen Orten, in denen der Verband Mitglieder hat, öffentliche Gehilfenversammlungen stattfinden. die nicht nur gegen den zünftlerischen Plan protestieren, sondern erneut die Forderungen der Gehilfenschaft nach einer durchgreifenden gesetzlichen Regelung der Arbeitszeit zum Ausdruck bringen werden. Beträgt doch die Arbeitszeit im Barbier= und Friseurgewerbe durchschniktlich 14½ Stunden täglich, ohne irgend welche bestimmte Pausen. Den Gehilfen muß zugleich begreiflich gemacht werden, daß sie den Plänen der Zünftler nur dann erfolgreich begegnen können, wenn sie zahlreicher der Organisation beitreten. Industrie, Handel und Verkehr. ssc. Eine beachtenswerte Verkehrserscheinung. Im Eisenbahnverkehr der hauptsächlichsten Kulturstaaten macht sich eine auffallende Erscheinung geltend. Wie wohl bekannt sein dürfte, ist der Güterverkehr allenthalben der Hauptträger der Einnahmen; aber je weiter in einem Lande der Verkehr vorwärtsschreitet, um so mehr nähern sich den aus dem Güterverkehr erzielten Einnahmen die des Personenverkehrs. Dieser Vorgang macht sich derart geltend, daß in minder entwickelten Ländern zunachst der Prozentsatz des Güterverkehrs steigt und der des Personenverkehrs zurückgeht, wohingegen industriell vorgeschrittene Länder in diesem Verhältnis eine Zunahme des Personenverkehrs und einen Rückgang des Güterverkehrs aufweisen. Beginnen wir zur Veranschaulichung dieses Gegensatzes mit unentwickelteren Landern, so zeigt sich bei den russischen Vollbahnen, daß im Jahre 1885 der Personenverkehr 18,7 Prozent und der Güterverkehr 72,9 Prozent der Einnahmen brachte. Im Jahre 1905, dem letzten, fur welches aus Rußland eine allemeine Statistik vorliegt, waren die Einnahmen aus dem „„ 140%„ 9i gu8 d Personenverkeyr auf 14,2 Prozent gesunken und die aus dem , auf Cost. Pg.„in Schweden, Güterverkehr auf 85,1 Prozent gestiegen. Aus wo der Personenverkeyr sehr viel starter ist als in Rußland, kamen 1885 auf den Personenverkehr 39,1 Prozent, auf den Güterverkehr 56,5 Prozen: der Gesamteinnahmen. im Jahre 1906 war das Verhaltnis wie 31,8 zu 67,0. Das entgegengesetzte Bild bieten, wie gesagt, die industriell entwickelten Länder. Beginnen wir mit Deutschland, so zeigt sich von 1885 bis 1906 ein Steigen des Personenverkehrs von 27,5 auf 29,2 und ein Sinken des Güterverkehrs von 87,3 auf 66,0 Prozent. In Frankreich verhielten sich Personen= und Güterverkehr im Jahre 1885 wie 38,4 zu 57,6 Prozent, im Jahre 1906 dagegen wie 44,5 zu 53,6 Prozent. An dem industriell am meisten vorgeschrittenen europäischen Staatswesen britannien ist der Personenverkehr dem Güterverkehr fast gleich und es scheint, als ob hier schon seit langem sich das ideale Stabilitätsverhältnis herausgebildet hat. 1906 kamen hier auf den Personenverkehr 42,6 und auf den Güterverkehr 49,8 Prozent der Gesamteinnahmen.. SIm:, W. eerem 6.5. Ein besonderes Bild bietet noch die Schweiz mir ihrem sich ständig entwickelnden Touristenverkehr. Hier entfielen 1885 auf den Personenverkehr 42,4, auf den Güterverkehr 50,8 Prozent. Im Jahre 1906 waren die Verhältniszahlen 46,8 zu 48,8 Prozent.— Auch wenn man die Schweiz als eigentliches Reiseland außer Betracht läßt, kommt man auf Grund der hier wiedergegebenen Zahlen zu dem auf den ersten Blick überraschenden Ergebnis, daß die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes nicht so sehr im Güterverkehr als im Personenverkehr zutage tritt. Im zurückgebliebenen Rußland ist der Güterverkehr fast sechsmal so stark wie der Personenverkehr, in dem industriell außerordentlich weit entwickelten britischen Königreich gleicht sich beides fast aus. Ki. Ausschreitungen der Spekulation. Auf den deutschen Zuckermärkten haben Ende des vergangenen Monats wüste Preistreibereien stattgefunden. Am 29. September ist der Preis für Septemberlieferung um 2,25 Mark für den Zentner heraufgetrieben worden, obwohl der Vreisstand an sich schon ein recht soll ich mich so lange in Untersuchung herumschleppen lassen? Verdammt, wenn ich's tue.(Fortsetzung folgt.) England und englische Verhältnisse. Reise=Plaudereien von Ad. Th. Glasgow. Mit Einschluß der Vorstädte soll Glasgow eine volle Million Einwohner zählen. Das ist gern zu glauben; denn breit und weit strecken sich seine Flanken an beiden Ufern des Clyde(Kleid) hin, durch dessen nahe Mündung die Meeresflut in der tiefen und breiten Flußrinne bis zur Stadt vordringt. Das schottische Hamburg. Während Edinburgh als alte Residenz den Eindruck etwas verschlissener Noblesse macht, die vom alten Glanze zehrt, repräsentiert Glasgow das rastlos sich vermehrende Kapital und trägt seinen Reichtum protzenhaft zur Schau. Meilenweit ziehen sich am Clyde die Schiffswerfte und Docks hin, und ein Wald himmelstrebender Schornsteine in und bei der Stadt lehrt den Besucher, daß er eine der modernen englischen Industriezentren vor sich hat. Auch die Armut, die bitterste, nackte Armut fehlt nicht, wie denn in den großen Städten Englands der Gegensatz zwischen Reichtum und Armut auch in dem Häuserbau und in der Kleidung viel greller zutage tritt, als in irgend einer deutschen Stadt. Das Straßenbild zeigt wieder die von aller polizeilichen Bevormundung befreite englische Ungebundenheit. Hier singt in einer leeren Seitenstraße nahe bei der Jameikastreet, einer Hauptverkehrsader, ein blasses Mädchen von neunzehn Jahren mit voller, schöner Stimme schottische Lieder. Betteln darf es nicht. Aber die Pennystücke, die ihm hingeworfen werden, darf es aufheben und einstecken. Da steht auf der dichtbelebten Argylestreet ein Dudelsackpfeifer. Auch er bettelt, und doch bettelt er nicht. Keine fünfzig Schritte davon bläst ein einarmiger Krüppel am Rand des Fahrdammes auf einer einfachen Blechpfeife. Wie er mit nur einer Hand die Löcher der Pfeife beherrscht, mag ein Kunststück sein. Und dort hocken an der Bordkante fünf Jungen von neun bis zwölf Jahren. Sie hasardieren. Meine Tante, deine Tante oder so etwas ähnliches. Mit unglaublicher Geschicklichkeit handhabt der älteste Bengel die unendlich dreckigen Kartenblätter. Die anderen Jungen legen ihre Pennystücke(1 Penny = 8 Pfg.) links oder rechts neben ein verdecktes Blatt; aber der Bankhalter zieht sie alle ein, jetzt das, dann jenes. Bald sind sämtliche Pennystücke der Gerupften in seinem Besitz. Er springt auf, rafft die Karten zusammen und ist mit wenigen Sätzen im Gewühl der Nebenstraße verschwunden. Das Schimpfen der Ausgebeutelten hört er nicht mehr. Der Bengel kann es noch zu was bringen. Auch Glasgow verwendet viel Geld auf schmucke Plätze und Blumenanlagen. Prächtige große Parks, namentlich ein herrlicher botanischer Garten, bieten angenehmen Aufenthalt und werden stark besucht. Eine Naturseltenheit ersten Ranges ist der versteinerte Wald im Viktoriapark. Zufällig ist er aufgefunden worden bei Vornahme von Erdarbeiten. Er besteht aus Baumstumpfen und gewaltigen Stämmen, die bunt durcheinander liegen und in urgrauer Vorzeit versintert sind, so daß sie dastehen und daltegen wie ausgemeißelte Steinsäulen. Die Untversität wird von 2500 Studenten besucht und besitzt eine Bibliothek von 180000 Bänden. Unter den schier zahllosen Kirchen zeichnet sich die in strenger Frühgotik gehaltene Kathedrale durch schöne Formen aus. Auf einer die Stadt beherrschenden Anhöhe liegt hinter der Kathedrale im Osten die Nekropolis, der Hauptfriedhof der Stadt, mit einem Wald von weit sichtbaren Denkmälern. Selbst dieser Friedhof war Sonntags geschlossen— Sunday excepted. Dagegen war das Museum geöffnet, dessen Reichhaltigkeit uns über die Totenstille eines englischen Sonntags hinweghalf. Aber draußen in den Vorstädten dieses Elend, diese Armut und diese Verkommenheit! Wer die Zigeunerviertel rumänischer oder türkischer Städte gesehen hat, findet dort nicht mehr zerlumpte Gestalten als in den ostwärts von Glasgow liegenden Fabrikvierteln. Und die Gesichter ohne Ausdruck, ohne Kraft. Stierblickende Augen und fleischlose Gestalten; nur daß ab und zu ungezähmte wilde Instinkte zum Ausbruch gelangen. Diese zerfallenen Leiber sind die Treberreste, aus denen die Milliarden gepreßt worden sind, die in den stolzen Banken der Innenstadt lagern. Nirgends wird dem Beschauer klarer, welches entsetzliche Verbrechen der Kapitalismus ist, als in mancher englischen Fabrikstadt. Ei freilich! Da bauen sie schöne, große Krankenhäuser, Asyle und sonstige Anstalten für die arm und elend gemachte Klasse hin. Sie brüsten sich auch mit ihrer Wohltätigkeit und veröffentlichen die Abrechnungen über die großen Summen, die gespendet worden sind für die„armen Mitbürger“. Doch das sind Tropfen auf heiße Steine. Ist erst ein Volk ausgehungert und verelendet, dann ist's nicht mehr getan mit einigen Löffeln Suppe; dann kann nur noch eine volle Umwälzung der sozialen Struktur helfen. Aber die Kraft fehlt ihnen, die Kraft. Anhängern des Impfaberglaubens kann der Besuch von Glasgow um deswillen empfohlen werden, weil sie da im Mutterlande der Jennerschen Verjauchungsmethode und Zwangsimpfung soviele Pockennarbige sehen können, wie sie nur wollen. Seit einigen Jahren ist übrigends in England der Impfzwang aufgehoben. Echt großstädtisch ist in Glasgow die Untergrundbahn, die mit Seilbetrieb versehen ist, zweimal unter dem Clyde hinwegstreicht und in ziemlich weitem Bogen die Stadt umkreist. Für 1½ Penny (12 Pfg.) fährt man in 37 Minuten einmal rund herum. Ihre starke Benutzung entspricht dem regen Verkehr, den die Millionenstadt ausweist. beträchtlicher war. e an einem Tage auf wesen. Diese Preisbe Ernteaussichten, sie Spekulantentums. Edes Großspekulanten( der seinen Sitz in P für Zucker durch Auf zuschrauben. Dieses1 tungen geglückt. Die kannt geblieben, war burger Lagerbestände Sack betrugen gegen 1 In den vorangegangen berlieferung ganz n Monats einige Nach pflichtungen auf Lief wartet hatten, nun zu heraus, daß der letzte gesperrt" war. Der hatten diese Zuckervor von 14,05 Mark für Teugeben. Bei dies Hundler und Spekula schaftlich gemeingefähr gerufene Hausse, die Preisgestaltung auf eben, .„„ die Hau zettentuch zuschanden Rubenernte sind zwei lichen Tragweite noc sich in der letzten Zei entwickelt. Ungünstig heerungen durch Stür ten zu außerordentlie baumwolle. Doch au auf die angegebenen gehen einer Spekula treibt. Der Führer der erst vor kurz amerikanischen Weiz Maße die Haussespek der Preis fur Rohba ½ Kilogramm notier Bremen auf 47½ Pf. 63,75 Pfennig. Das hohe Preisn rade in der jetzigen Baumwollindustrie st Besserung, die hier u. Rohmaterialpreise v spinnereien und-We. ihrer Notierungen vo Steigerungen der Pr tragen die großkapita den wirtschaftlichen E empfindlich zu stören. ssc. Der Jahresar Die in der Land= u nehmen in der Un stellung ein, weil ihr werblichen Arbeitern, abgeschatzten durchschn werden. Das Unfall wirtschaft bestimmt:„ arbeitsverdienst derje wirtschaftliche Arbeite lich erzielen. Der arbeitsverdienstes wir besonders für männli wachsene Arbeiter fest nun für die in Frage materielle Benachteili# Behörden außergewöh die bekannten„orts arbeiter“ sehr niedrig Jahresarbeitsverdienst darunter. Es betra einkommen für erwach in Breslau(Stadtkreis) Breslau(Landkreis) Erfurt(Stadtkreis). Erfurt(Landkreis) Meißen(Stadtkreis) Meißen(Landkreis) Hannover(Stadtkreis Hannover(Landkreis) Düsseldorf(Stadtkreis Dusseldorf(Landkreis) Wiesbaden(Stadtkrei Wiesbaden(Landkreis) Bautzen(Stadtkreis) Bautzen(Landkreis) Geht man gar in 1 man„Jahresarbeitsv beiter von 360 Mark i bis auf 320 Mark h Oppen). Für erwach arbeitsverdienste vielfe Mark festgesetzt. Für von 180 und 150 Mar Sind nun diese Sä Wir wollen zugunster annehmen, daß sie zu richtig, so bildeten sie den urbeitern nur Be Die geringfügigen Berufsgenossenschaften entlasten. Die„Ren diensten“, herausgerech Nehmen wir an, ein einkommen auf 150 M durch Betriebsunfall erhält, beträgt nur 10 beiter müßten buchstäl ten“ angewiesen waret für das höchstens 331 so erhält der junge M schaftliche Betriebsveg tätigen Arbeiter, die fordernde Stellung ei nung nach dem Ind land- und forstwirtsch aber auch hier versta schanden zu machen, u niedrigen Renten zu Leider bringt der keine Aenderung diese stellung, die ja die haben, soll bestehen ble dagegen ankämpfen. Schwere Strafe. rammer verurteilte ten würde es aber 2 Uhr nachmittags mit Unterbrechung fen und Lehrlingen n und dadurch ihre er freie Nachmittag erlängert.„An den Ihr=Ladenschluß(an dieses zünftlerischen all des freien Nachngerung der in die n, eine um 1 bis richten hätten. Das hältnisse ohnehin in Da der Bund selber liche Bestimmungen, nzulänglich erwiesen verschlechtert werden hl., daß der Beschluß eine den Zünftlern Zruhevorschriften zu r Streich immerhin. den Unternehmern . 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Stierblickende Augen zu ungezähmte wilde zerfallenen Leiber sind epreßt worden sind, die Nirgends wird dem Ben der Kapitalismus ist, freilich! Da bauen sie istige Anstalten für die üsten sich auch mit ihrer nungen über die großen die„armen Mitbürger". Ist erst ein Volk ausmehr getan mit einigen volle Umwälzung der chlt ihnen, die Kraft. der Besuch von Glasgow da im Mutterlande der simpfung soviele PockenSeit einigen Jahren ist ehoben. ntergrundbahn, die mit in Clyde hinwegstreicht ikreist. Für 1½ Penny tal rund herum. Ihre ehr, den die Millionenbeträchtlicher war. Seit 20 Jahren ist eine solche Steigerung an einem Tage auf dem Zuckermarkt nicht zu verzeichnen gewesen. Diese Preisbewegung ist keineswegs die Folge schlechter Ernteaussichten, sie ist lediglich das Werk eines zugellosen Spekulantentums. Es hatte sich ein Konsortium unter Fuhrung des Großspekulanten Santa Maria, eines sehr reichen Chilenen, der seinen Sitz in Paris hat, gebildet, um den Dezemberpreisfür Zucker durch Aufkauf der andienungsfähigen Ware hinaufzuschrauben. Dieses räuberische Manöver ist über alle Erwartungen geglückt. Die Absicht des Konsortiums war nicht unbekannt geblieben, war aber wenig beachtet worden, da die Hamburger Lagerbestände von Rohzucker in diesem Jahre 420000 Sack betrugen gegen 194000 in der gleichen Zeit des Vorjahres. In den vorangegangenen Tagen war das Angebot für Septemberlieferung ganz normal, als aber am 29. des verflossenen Monats einige Nachzügler, die mit der Deckung ihrer Verpflichtungen auf Lieferung aus den dargelegten Grunden gewartet hatten, nun zu ihren Käufen schreiten wollten, stellte sich heraus, daß der letzte noch vorhandene Zucker alter Ernte„eingesperrt" war. Der Pariser Großspekulant und seine Helfer hatten diese Zuckervorrate an sich gebracht, erst bei einem Preise von 14,05 Mark für den Zentner fanden sie sich bereit, Ware abzugeben. Bei diesem Treiben haben aver nicht nur einige Handler und Spekulanten große Verluste erlitten, es ist wirtschaftlich gemeingefährlich, weil die durch Ringbildung hervorgerufene Hausse, die jeder sachlichen Berechtigung entbehrt, die Preisgestaltung auf Zuckermärkten schädlich beeinflußt. Das Bestreven, die Hausse für längere Zeit durchzuhalten, wird hoffentlich zuschanden werden, denn die Aussichten für die neue Rübenernte sind zweifellos günstige.— Ein in seiner wirtschaftlichen Tragweite noch gefährlicheres Spekulationstreiben hatte sich in der letzten Zeit auf den amerikanischen Baumwollmärkten entwickelt. Ungünstige Ernteberichte und Meldungen über Verheerungen durch Sturme in einzelnen Baumwolldistrikten führten zu außerordentlichen Steigerungen des Preises für Rohbaumwolle. Doch auch hier sind die Preiserhöhungen weniger auf die angegebenen Gründe zurückzuführen, als auf das Vorgehen einer Spekulatengruppe, die eine Haussebewegung betreibt. Der Führer dieser Gruppe ist der Spekulant Patten, der erst vor kurzem die außerordentliche Hausse auf dem amerikanischen Weizenmarkt inszeniert hatte. In welchem Maße die Haussespekulation geglückt ist, zeigt sich daran, daß der Preis fur Rohbaumwolle in Bremen heute 68,25 Pfg. für ½ Kilogramm notiert. Im Frühjahr stellte sich der Preis in Bremen auf 47½ Pfg. Der Höchstpreis im Jahre 1908 betrug 63,75 Pfennig. Das hohe Preisniveau auf dem Rohbaumwollmarkt ist gerade in der jetzigen wirtschaftlichen Situation bedenklich, die Baumwollindustrie steht zumeist noch im Zeichen der Krise, die Besserung, die hier und da eingetreten ist, wird durch die hohen Rohmaterialpreise von neuem gefährdet. Die Baumwollspinnereien und=Webereien haben zwar mehrfach Erhöhungen ihrer Notierungen vorgenommen, die aber trotzdem hinter den Steigerungen der Preise für Rohbaumwolle zurückbleiben. So tragen die großkapitalistischen Räubereien leider auch dazu bei, den wirtschaftlichen Erholungsprozeß, der sich langsam anbahnt. empfindlich zu stören. ssc. Der Jahresarbeitsverdienst landwirtschaftlicher Arbeiter. Die in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigten Personen nehmen in der Unfallversicherung deshalb eine Ausnahmestellung ein, weil ihre Rentenansprüche nicht, wie bei den gewerblichen Arbeitern, nach dem wirklichen, sondern nach einem abgeschatzten durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienst berechnet werden. Das Unfallversicherungsgesetz für Land- und Forstwirtschaft bestimmt:„Bei Berechnung der Rente gilt als Jahresarbeitsverdienst derjenige Verdienst, welchen land- oder forstwirtschaftliche Arbeiter am Orte der Beschäftigung durchschnittlich erzielen. Der Betrag dieses durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienstes wird durch die höhere Verwaltungsbehörde je besonders für männliche und weibliche, für jugendliche und erwachsene Arbeiter festgesetzt. Dieses Ausnahmerecht bedeutet nun für die in Frage stehenden Arbeiter deshalb eine schwere materielle Benachteiligung, weil die Durchschnittssätze von den Behörden außergewöhnlich niedrig festgesetzt sind. Sind schon die bekannten„ortsüblichen Tagelöhne gewöhnlicher Tagearbeiter“ sehr niedrig festgesetzt, so gehen die durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienste der Landarbeiter meist noch weit darunter. Es betragen die behördlich normierten Jahreseinkommen für erwachsene männliche Arbeiter für land= u. forstwirtschl. in Arbeiter nach dem festgegesetzten Durchschnitt 550 A eis) 380„ Erfurt(Stadtkreis). 675„ Erfurt(Landkreis) 480„ Meißen(Stadtkreis) 650„ Meißen(Landkreis) 600„ Hannover(Stadtkreis) 800„ Hannover(Landkreis) 660„ Düsseldorf(Stadtkreis) 870„ Düsseldorf(Landkreis) 700„ Wiesbaden(Stadtkreis)„ 750„ Wiesbaden(Landkreis). 660„ Bautzen(Stadtkreis) 600„ Bautzen(Landkreis) 530„ Breslau(Stadtkreis) Breslau(Landkrein, z. B. für gewerbliche Arbeiter nach dem ortsübl. Tagelohn 720 M 435„ 750„ 600„ 690„ 600„ 810„ 675„ 900„ 780„ 840„ 720„ 660„ 495„ Geht man gar in rein landwirtschaftliche Gegenden, so findet man„Jahresarbeitsverdienste“ für erwachsene männliche Arbeiter von 360 Mark in großer Zahl. Vereinzelt gehen sie sogar bis auf 320 Mark herunter(Regierungsbezirk Breslau und Oppeln). Für erwachsene weibliche Arbeiter sind die Jahresarbeitsverdienste vielfach auf 240 Mark, vereinzelt auch auf 200 Mark festgesetzt. Für die jugendlichen Arbeiter trifft man Sätze von 180 und 150 Mark sehr häufig. Sind nun diese Sätze richtig festgesetzt oder sind sie es nicht? Wir wollen zugunsten der Verhältnisse in der Landwirtschaft annehmen, daß sie zu niedrig festgesetzt sind. Denn wären sie richtig, so bildeten sie eine herbe Anklage gegen die Agrarier, die den Arbeitern nur Bettelpfennige als Lohn anbieten. Die geringfügigen Sätze haben natürlich die Wirkung, die Berufsgenossenschaften und damit wieder die Unternehmer zu entlasten. Die„Renten“, die bei solchen„Jahresarbeitsverdiensten“ herausgerechnet werden, sind kaum der Rede wert. Nehmen wir an, ein jugendlicher Arbeiter, für den das Jahreseinkommen auf 150 Mark festgesetzt ist, wird vollkommen dauernd durch Betriebsunfall erwerbsunfähig. Die„Vollrente“, die er erhält, beträgt nur 100(einhundert) Mark pro Jahr! Die Arbeiter müßten buchstäblich verhungern, wenn sie auf solche„Renten“ angewiesen waren. Verliert der Arbeiter„nur“ ein Auge, für das höchstens 33½ Prozent der Vollrente gewährt wird, so erhält der junge Mann 33 Mark pro Jahr! Fur landwirtschaftliche Betriebsbeamte und solche in der Landwirtschaft tätigen Arbeiter, die eine besondere technische Fertigkeit erfordernde Stellung einnehmen, soll allerdings die Rentenberechnung nach dem Individuallohn vorgenommen werden. Die land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften haben es aber auch hier verstanden, die Absichten des Gesetzgebers zuschanden zu machen, und auch diese Personen meist nur mit den niedrigen Renten zu bedenken. Leider bringt der Entwurf der Reichsversicherungsordnung keine Aenderung dieser unerhorten Zustände. Die Ausnahmestellung, die ja die Landarbeiter im Arbeiterrecht überhaupt haben, soll bestehen bleiben. Wir müssen daher mit aller Energie dagegen ankämpfen. Gerichtliches. Schwere Strafe. Bamberg, 5. Okt. Die hiesige Straframmer verurteilte den Schneidergehilfen Schlumbrecht aus Dillingen, welcher seit dem 22. Luli unter dem Deckmantel eines Polizeikommissärs und Vorstandes des internationalen Mädchenschutzvereins verschiedene Betrügereien begangen hat, zu vier Jahren zwei Monaten Gefängnis. Hur Wirdrrkehr drs Haurhschen Komrirn. (Nachdruck verboten. Seit Jahren hält bereits der Halleysche Komet die astronomische Welt in Spannung, und schon vor einem Jahre brachten wir einen Artikel, der sich mit der bevorstehenden Wiederkehr des berühmten Himmelsobjekts befaßte. Fast in jedem unserer Monatsberichte war von ihm die Rede, und noch immer wollte es nicht gelingen, des unsteten Gesellen habhaft zu werden, bis es am 12 September Prof. Max Wolf in Heidelberg gelang, ihn endlich auf der photographischen Platte festzuhalten. Vor der Hand ist der Komet noch außerordentlich schwach, er gleicht einem Sterne 16. Größe; nur wenige der allergrößten Teleskope werden imstande sein, ihn geübten Augen überhaupt wahrnehmbar zu machen. Kometen sind bei uns keine seltenen Gäste. Alle Jahre werden ihrer sechs bis acht beobachtet, darunter fast regelmäßig ein paar neue Aber sie interessieren nur die Fachwelt, denn sie sind meist so winzig, daß sie dem bloßen Auge nicht sichtbar werden. Die an den Danielschen Kometen geknüpften Hoffnungen haben sich nicht erfüllt, er bot dem neugierigen Laienauge nichts. Wie wird'? nun mit dem Halleyschen Kometen sein? Nun. er hat den Erdbewohnern schon glänzende Schauspiele gegeben. In den Erscheinungen der Jahre 1456, 1631 und 1682 war er am glanzvollsten. 1607 zeigte er nur einen kleinen Schweif und 1759 war er bloß kurze Zeit mit unbewaffneten Augen zu sehen. Auch in seiner letzten Erscheinung vermochte er den Beschauer nicht besonders zu fesseln. Ob wir nun glücklicher sein und auf unsere Kosten kommen werden, nachdem wir so lange glänzende Himmelserscheinungen besonderer Art entbehren mußten, kann man nicht im voraus sagen. Den Laien wird schließlich doch immer eine Erscheinung am meisten interessieren, die er mal mit eigenen Augen verfolgen konnte, sicher viel mehr, als wenn ihm nur das gedruckte Wort davon erzählt, was die Astronomen beobachtet haben. Wenn man jetzt mit bloßem Auge an den Ort blickt, an dem der Komet weilen soll— er steht oberhalb des Orion, in der Spitze eines rechten Winkels, den er mit Beteigeuze, dem oberen linken hellen Sterne des Orion, und Aldebaran, dem hellsten Sterne im Stier, bildet— dann wird man gar nichts sehen. Er muß sich erst der Sonne noch gewaltig nähern, bevor er imstande sein wird, ein glänzendes Schauspiel zu geben. Interessant gemacht hat sich der Komet noch in jeder Erscheinung. Entauschte er bei seiner letzten Erscheinung im Jahre 1835, so machte er das doch wissenschaftlich wieder wett. Er zeigte ganz merkwürdige gegen die Sonne gerichtete Ausströmungen, die man sich gar nicht erklären konnte. Erst neuerdings ist es Arrhenius durch die Anwendung der Erscheinung des Strahlungsdruckes auf die Erscheinungen im Weltenraume gelungen, eine befriedigende Erklärung für diese merkwürdigen Phänome zu geben, die uns später noch mal beschäftigen sollen. Im allgemeinen kann man wohl sagen, daß das Aussehen der Kometen bei jeder folgenden Erscheinung weniger glanzvoll sein wird. Mag das durch Zufälligkeiten irgendwelcher Art, die in der Zusammensetzung des Kometen begründet sein können, unterbrochen werden, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daß die Kometen bei jeder Annäherung an die Sonne an Masse verlieren, weil sie durch die Sonne veranlaßt werden, Masse in den Weltenraum abzustoßen. Dieses Abstoßen der Masse bewirkt die Schweiferscheinung. Die Kometen sind an sich meist schon recht luftige Gebilde, so daß ihnen nicht mehr viel auszugeben übrig bleibt. Kehren sie daher oft zur Sonne zurück, so müssen sie an Masse abnehmen und an Glanz bei ihrer Wiedererscheinung einbüßen. Ja, sie sind dadurch sogar dem Untergange geweiht. Wir müssen uns dann bescheiden, bis die Sonne mal wieder einen aus endlosen Fernen des Weltalls kommenden vagabondierenden Kometen einfängt und ihn für immer in ihren Bereich zwingt. Der kann dann wieder eine Weile glänzende Naturschauspiele veranstalten. Hoffen wir aber, daß uns die neue Erscheinung des Halleyschen Kometen Gelegenheit gibt, selbst zu schauen, was uns die alten Abbildungen nur unvollkommen vermitteln, was manche unserer Väter und unsere Großväter noch gesehen und erzählt haben. F. Linke. Selbstmord des Brillantendiebes. Berlin, 5. Okt. In seiner Zelle erhängt hat sich der Chemiler Georg Heim, der unter der Beschuldigung. in Südwestafrika für große Summen Diamanten beiseite geschafft zu haben, kürzlich verhaftet wurde. Messerstecherei. Frankfurt a. M., 5. Okt. In der Schnurgasse kam es heute mittag zu einer blutigen Messerstecherei. Der 30 Jahre alte Fahrbursche Gottlieb Rist, ein schon vielfach vorbestrafter Mensch, verletzte in angetrunkenem Zustande und ohne jede Veranlassung einen Mann und eine Frau durch mehrere Messerstiche schwer. An dem Messerhelden wurde arge Lynchjustiz ausgeübt, so daß die Polizei ihn vom Platze tragen mußte. Man glaubt, es mit einem Irrsinnigen zu tun zu haben. Raubmord. Brügge, 5. Okt. In Wynghene wurde heute mittag eine 20jährige Frau von einem Unbekannten erschossen, als sie am Fenster ihres Zimmers erschien. Der Mörder drang hierauf in die Wohnung der Frau ein und raubte 6500 Frank. Gasexplosion. Stuttgart, 5. Okt. Im Hause Immenhoferstr. 13 kam ein Mieter mit dem Licht einer beschädigten Gasleitung zu nahe und verursachte dadurch eine furchtbare Explosion. Die Türen und Fenster wurden fortgeschleudert, die Zimmerböden wurden gehoben und die Plafonds beschädigt. Der Koch Hoffmann erlitt schwere Brandwunden, und ein Student stürzte infolge Gasvergiftung zusammen. Er mußte mit Sauerstoff ins Leben zurückgerufen werden. Roheit. Görlitz, 5. Okt. Heute früh fand hier ein Pistolenduell zwischen einem hier besuchsweise weilenden Offizier und dem Studenten der Medizin Zeisle statt. Der Offizier wurde durch einen Schuß in den Leib verwundet. Folgen der Eifersucht. Breslau, 5. Okt. Das hiesige Schwurgericht verurteilte heute den Operettensänger DworzakHofer wegen des bekannten Eifersuchtsattentats auf die Opernsängerin Annie Thorau im März d. J. zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis. Drei Monate wurden auf die Untersuchungshaft angerechnet. Die Rache der Geliebten. Paris, 5. Okt. Auf dem Wege zur Tranung wurde der 37 Jahre alte Advokaturbeamte Gurnac in Toulouse ermordet. Auf dem Standesamt bat ihn seine frühere Geliebte, Marie Desgromont, um eine kurze Unterredung. Der Bräutigam, der seiner Braut und der Hochzeitsgesellschaft einen Skandal ersparen wollte, trat mit dem Mädchen zur Seite. Plötzlich sah man ihn zusammenstürzen. Das Mädchen hatte ihm ein Messer in das Herz gestoßen. Die Attentöterin erklärte bei ihrer Verhaftung, daß sie dem Verdikt der Geschworenen in Ruhe entgegensehe. Mord auf der Eisenbahn. Warschau, 5. Okt. Gestern abend 8 Uhr wurde in einem Abteil erster Klasse eines Personenzuges auf der Station Jaktorow der Warschau=Wiener Bahn durch einen Unbekannten der Direktor der Leinenmanufaktur Zyrardow bei Warschau, mit Namen Felix Giebultowsky, durch einen Pistolenschuß in die Schläfe getötet. Man glaubt, daß ein Racheakt eines Arbeiters vorliegt. Eisenbahnunfall. London, 5. Okt. Die„Daily Mail“ meldet aus Saloniki: Infolge der gewaltigen Regengüsse ist die Eisenbahnbrücke auf der Linie Gumenbie=Gueygelli fortgeschwemmt. 50 Meilen nördlich von Salonikt fiel ein Güterzug in eine Schlucht: 10 Wagen und 2 Lokomotiven wurden zerschmettert und zwei Maschinisten getötet. Der europäische Zug hatte zufällig zwei Stunden Verspätung, sonst hätte ihn das gleiche Schicksal ereilt. Tragödie vor dem Löwenkäfig. Ein blutiges Drama aus dem Leben hat sich am 30. September hinter den Kulissen des Theaters in Moncey abgespielt. Dort wird zurzeit ein Spektakelstück von Decourcelles und Maizeroy„Papa la vertu“ gegeben, dessen zweiter Akt in einer Menagerie spielt. Ein Käfig mit Löwen steht auf der Szene, und ein Bändiger führt mit den Tieren Dressurübungen aus. Während des gechsten Bildes wurde beovachtet, daß die Geliebte des Tierwärters Bailloud, die einundzwanzigjährige Josephine Ripoche, einen Löwen mit einer Gerte reizte. Sie war auf die Estrade gestiegen, auf die allabendlich der Wagenkäfig geschoben wurde, und drückte sich eng an das Gitter. Plötzlich ergriff der Löwe mit einer Tatze die Schulter der Frau. Der Regisseur eilte herbei und wollte Josephine Ripoche befreien, sah aber zu seinem Entsetzen, daß sie nicht gerettet sein wollte. Mit geschlossenen Augen drängte sie sich an das Gitter und überließ sich den Tatzenschlägen des Löwen und der beiden Löwinnen, die brüllend und durch den Blutgeruch aufgeregt gegen das Gitter sprangen. Als es dem Besitzer der Tiere gelang, sie zurückzutreiben, war Josephine ipoche schon tot. Die Halsader war ihr aufgerissen worden. Sie hatte sich aus Verzweiflung über einen Zank mit ihrem Geliebten, der in dieser Woche zum Militärdienst eingezogen wird. von den Löwen zerfleischen lassen. Ihr Freund, der an die Drohung mit diesem Selbstmord nicht geglaubt hatte, ist vollständig gebrochen. Im Zuschauerraum wurde der Vorfall erst nach dem Schluß des Stuckes bekannt. Eine kleine Panik, die durch das Brüllen der Löwen hervorgerufen wurde, hatte ein Schauspieler von der Bühne herab beschwichtigt. Ein Mensch, den man auf den Kopf stellen muß. Ein sonderbarer Patient befindet sich seit einiger Zeit in Behandlung eines Krankenhauses in Sidney. Dieser, ein 35jähriger Arbeiter, neigt zur Blutleere in den oberen Korperteilen und im Kopfe. Die bisher noch nicht erforschte Krankheit, die in einer sonderbaren Verengung der Blutgefäße besteht, läßt den Patienten oft das Bewußtsein verlieren, der obere Körper wird hierbei fast blutleer, und der Leidende würde sterben, gelänge es den Wärtern, die stets in seiner Nähe sind, nicht, der Kalamität abzuhelfen. Einstweilen besteht diese Hilfe in der sinnreichen Manipulation des Aufdenkopfstellens. Sobald sich bei dem Kranken Blutleere bemerkbar macht, wird er von den Wärtern so lange auf den Kopf gestellt, bis sich die Blutgefäße wieder normal mit Blut gefüllt haben. Diese Prozedur hat vier= bis fünfmal am Tage zu geschehen. Von der Luftschiffahrt. Friedrichshafen 5. Okt.„Z. 3“, der heute früh um 10 Uhr aufstieg, blieb bis 3 Uhr 25 Minuten in der Luft und landete dann glatt. Newyork, 5. Okt. Wilbur Wright erlitt bei seinem heutigen zweiten Aufstieg einen Motordefekt, weshalb er die Fahrten aufgeben mußte. Frankfurt a. M., 5. Okt. Der Parsevalballon hat heute trotz schlechten Wetters längere Fahrten unternommen. Frankfurt a. M., 5. Okt. Wegen der schlechten Witterung wurde heute auf der„Ila“ nicht geflogen. Hamburg, 5. Okt. Bei der Finanzierung des Hamburger Luftschiffhafens handelt es sich um einen Betrag von 3 Millionen Mark. Man glaubt, daß das Projekt zustande kommen wird. Aachrichten. Bremen, 6. Okt. Die Strafkammer verurteilte den Redakteur Rauch von der sozialdemokratischen„Bürgerzeitung“ wegen Beleidigung des Leutnants Simon zu 500 Mk. Geldstrafe. Simon war in einem Artikel der„Burgerzeitung“ Soldatenschinder genannt worden. Der Artikel hatte angeknupft an die Tatsache, daß Leutnant Simon wegen Soldatenmißhandlung zu 14 Tagen Stubenarrest verurteilt worden war. Hamburg, 6. Okt. In Wandsbeck brach gestern abend in der bedeutenden Spritfabrik von Helling ein Großfeuer aus, das zurzeil noch andauert. Kiel, 6. Okt. Das Schwurgericht verurteilte gestern den Arbeiter Gustav Ziegler wegen Landfriedensbruchs zu einem Jahre Zuchthaus, die Angeklagten Ivers und Stein wurden freigesprochen. Es handelte sich um einen Ueberfall auf Arbeitswillige während des Streiks der städtischen Arbeiter in Kiel am 3. Juli. Dabei wurde ein Arbeitswilliger durch einen Schlag mit einem Totschläger zu Boden gestreckt. Ein anderer Arbeitswilliger machte von seiner Schußwaffe Gebrauch und verletzte den jetzt verurteilten Arbeiter Ziegler durch einen Schuß in den Bauch. Halle a. d. S., 6. Okt. Die Regierung teilte auf eine Anfrage mit, daß die Reichstagsersatzwahl in der zweiten Novemberhälfte stattfindet. Berlin, 6. Okt. In der Wilhelmshavener Straße 12 machte der 12jährige Sohn eines Zimmermanns aus Furcht vor Strafe zweimal den Versuch, sich das Leben zu nehmen. Der Junge hatte von seiner Mutter den Auftrag erhalten, Geld einzukassieren, wobei er 50 Pfg. vernaschte. Der Knabe mußte schließlich gefesselt werden, da er weitere Selbstmordversuche unternahm. Berlin, 6. Okt. In der Schievelbeinstraße 7 fiel eine achtundzwanzigjährige Arbeiterfrau Jerokowski in Krampfe und riß dabei die vrennende Petroleumlampe zu Boden. Diese explodierte, die Kleider der Frau fingen Feuer und die Frau erlitt lebensgefährliche Brandwunden. Heiligenstadt im Eichsfeld, 6. Okt. Der hiesige Bürgermeister Dux beantragte gegen sich selbst ein Disziplinarverfahren. Er begab sich zunächst auf Urlaub, weil in der Bürgerschaft eine Broschüre unter dem Titel„Schack=Yux“ erschien, die den Bürgermeister mit ähnlichen eigenartigen Verhältnissen wie Schack in Verbindung bringt. Friedrichshafen, 6. Okt. Die gestrige Konferenz im Bureau des Grafen Heppelin galt der Begründung eines Komitees der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des Polargebietes. Der gestrige Aufstieg des„Z. 3“ hatte die Erprobung der Funkentelegraphie zum Zweck. Mannheim, 6. Okt. In einer Menagerie auf der hiesigen Messe stürzte sich ein Bär auf einen 9jährigen Knaben, der das Tier geneckt hatte, und riß ihm den rechten Unterschenkel auf. Zum Glück wurde das wütende Tier rechtzeitig zurückgetrieben. Das Kind erlitt schwere Verletzungen. Posen, 6. Okt. In Glumo bei Posen, wo sich viele Zigeuner aufhalten, kam es zu einer förmlichen Zigennerschlacht. Eine Zigeunerin wurde erstochen. Viele Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Christiania, 6. Okt. Der Norweger Einar Lilloe hat einen Aeroplan neuer Konstruktion erfunden, der anfangs November fertiggestellt sein soll. Rom, 6. Okt. Domkapitular Mr. Palomti, einer der bekanntesten römischen Prälaten, wurde gestern von einem Lastfuhrwerk übergefahren. Die Räder gingen ihm über Kopf und Brust. Der Geistliche war auf der Stelle tot. Athen, 6. Okt. Großes Aufsehen erregt die bevorstehende Wiederaufnahme des Marineoffiziers Kotori in den aktiven Dienst. Er wurde seinerzeit zur Disposition gestellt, weil er Enthüllungen über die Haltung des Prinzen Georg und verschiedene höhere Marineoffiziere während des letzten Krieges gemacht hatte. Sieker. In der Zeit vom 16. bis 30. September 1909 sind Heim hiesigen Standesamt angemeldet: Geburten: Söhne: Landwirt Heinrich Koch, Sieker 270; Fabrikarbeiter Wilhelm Heywinkel, Sieker 295. „Töchter: Fabrikarbeiter Heinrich Frick, Sieker 361; Fabrikarbeiter Friedrich Möller, Sieker 338; Fabrikarbeiter„Ernst Schierembeck, Sieker 180: Neubauer und Fahrradhändler Gustav Tiekötter, Sieker 329; Schleifer Heinrich Werning, Sieker 212; Hilfsweichensteller Theodor Isringhausen, Sieker 160; Fabrikarbeiter Friedrich Kley, Sieker 266(Zwillinge); Schleifer Friedrich Sjeckmann, Sieker 39; Mauxer Friedrich Weber, Sieker 363; Fabrikarbeiter Heinrich Dreskrüger, Sieker 129; Dachdecker Ludwig Borges, Sieker 46. Stieghorst, Sieker 284; Dreher Wilhelm Hoecker, Sieker 244, und Fabrikarbeiterin Emma Klemme, Sieker 82; Arbeiter Ludwig Harstromberg, Sieker 202, und Weberin Auguste Westertheide, Sieker 337; Klempner Heinrich Ellermann, Sieker, 306, und Fabrikarbeiterin Else Schönfeld, Sieker 232; Fabrikarbeiter Heinrich Wörmann, Bielefeld, Bündenerstraße 18, und Fabrikarbeiterin Mathilde Hülsewede, Sieker 284; Fabrikarbeiter Aug. Beusiek, Sieker 57, und Weberin Luise Kickert, Bielefeld, Detmolderstraße 192; Fabrikarbeiter August Herbst, Sieker 61, und Fabrikarbeiterin Pauline Beckmann, Theesen 45. Eheschließungen: Weber Heinrich Niemann, Sieker Nr. 84, und Marie Scheer. Sieker 10; Schlosser Rudolf, Wittenborn, Sieker 296, und Näherin Anna Korte, Bielefeld, Oststraße 22. Aufgebote; Fabrikarbeiter Heinrich Grabbert, Lämmersen 54, und Fabrikarbeiterin Wilhelmine Bastert, Sieker 304; Todesfälle: Landwirt Karl Hermann Julius Meyer Phahmacher Karl August, Kuhlmann, Sieler 122, 48 J; Schu it Meyer zu Hartlage, Sieker August, Kuhlmann,, Sieter 122, 48, J.; Fäschke, Sieker 230, 7 Mon.; als totgeboren: ei Fabrikarbeiters Wilhelm Obermeier, Sieker 73. Quittung. Gewerkschaftskartell Salzuflen. Für die streikenden Arbeiter in Schweden gingen bei dem Unterzeichneten ein: Ortsverwaltung des Zentralverbandes der Maurer 20.—, Ortsverwaltung de5 Zextralverbandes der Zimmerer 10.—, Liste 1: 3,80, 13,80, Liste 3: 12,20, Liste 4: 11.20, Liste 8: 6,10, Liste 9: 8,10, Liste 10: 3,80, Liste 12: 3.15, Liste 13: 4,30, Liste 15: 5,80, Liste 17: 0,.80, Liste 6: 1,50, Liste 22: 1,50, zusammen 106.05 Mark. Salzuflen, 4. Oktober 1909. Gustav Brandt Vereins-Kalender. Die nachstehenden durch Fettdruck hervorgehobenen Vereine gehören den in Betracht kommenden Zentralorganisationen an: Arbeiter=Radfahrer=Bund„Solidarität“, Arbeiter=Sängerbund, Arbeiter=Turnerbund. Donnerstag. Männer=Gesangverein„Hoffnung" abends 9 Uhr bei Fischer, Arbeiter=Gesangverein„Solidarität“ 9 Uhr bei Hellsinger, Arbeiter=Gesangverein„Vorwärts“, Gadderbaum 9 Uhr bei Zitherklub„Alpenklänge“ 9 Uhr bei Lange, Teichstraße. „Zither=Quartett=Verein“ 9 Uhr bei Hagemann, Heeperstraße. Arbeiter=Turnverein„Westfalia“ 8½ Uhr bei Holz, Restaurant Freie Radfahrer=Vereinigung Bielefeld, Abteilung 3, ½49 Uhr Kegelklub„Hamburger Wappen“ 8½ Uhr bei Vogt, Hallerweg. Kegelklub„Einigkeit" abends 9 Uhr bei Beckmann, Kl. Howe. Kraftsportverein„Atlas“ 9 Uhr bei Wöhler, Heeperstraße. Toziaper Zur zuten Duest 4 uhr bef Widwe Pilarim, Ziegelbei Siekmann, Adler“ 9 Uhr Uhr bei Wirt „Rote Erde“ 8¾ Uhr bei GrotStaztug„Zue guren Lueue“ 9 uhr bei Witwe Pilgrim, Ziegel1. Bielefelder Bandonion=Klub ½9 Uhr bei Fritz Beckmann, Theaterklub„Thalia“ 8 Uhr bei Freudenau, Heeperstraße. Guttemplerorden, Loge„Westfalenland“, 8¼ Uhr. Sudbrak. Arbeiter=Turnverein„Frisch Auf“, Männer= und Altersriege, 8½ Uhr bei Fohrmann. Sieter. Arbeiter=Raberfahrerliab„Waubeting“ vni Sillig, Brackwede. Arbeiter=Gesangterein„Einigleit 315 Uhr bei Karl Schröder. Schildesche. Gesangverein„Heiderose“ 9 Uhr Herforderstraße. Schildesche. Radfahrerverein„Fliegender bei Krämer.„., S##rt Bre 440-4444 Schildesche. Kraft=Sport=Verein ½9—½11 Schaepersmann, Wilhelmstr. 17. Schildesche, Guttemplex=Loge„Rot Babenhausen. Kegelklub„Freie Bahn“, 8½ Uhr bei Böke. Heepen. Turnverein„Jahn“ 8½ Uhr bei Wirt Müller. Ubberdissen. Radfahrerverein„Viktoria“ 9 Uhr bei Veäse Seslcshe=euunte Aais ur un. a Herford. Arbeiter=Turnverein„Frisch Auf“ 8½5 Uhr bei Herford. Arbeiter=Turnverein„Stiftberg“ 9 Uhr bei Wirt derford. Arb.=Turnverein„Einigkeit“ 8½ Uhr bei Wirt Spenge. Arbeiter=Gesangberein„Solidarität“ 81 Uhr bei Oerlinghausen. Arbeiter=Gesaugverein„Solidarität" 83 Uhr bei C. Löhr. Werceum Ja ul. u. Si. Schötmar. Radfahrerverein„Wanderer“ ½9 Uhr im„TiDetmold. Arbeiter=Turnverein„Vorwärts“ 8½ Uhr im Vereinslokal„Centralhollez, Bexuäriss a ueDetmold. Arbeiter=Radfahrerverein„Vorwärts“ 9 Uhr. Südlengern. Arbeiter=Gesangverein„Einigkeit" 9 Uhr. Hüffen. Arbeiter=Gesangverein„Harmonie“ 9 Uhr. Rehme. Arbeiter=Gesangverein 9 Uhr bei Röbke. Minden. Arbeiter=Sängerbund 8¾ Uhr: Gemischter, Cber. Lübbecke. Arbeiter=Radfahrerverein„Schwalbe“ 9 Uhr bei Wirt Baumeister.„Gesanaherein Hoffnune“ 84 Burgsteinfurt. Arbeiter=Gesangverein„Hoffnung“ 8½ Uhr im Vereinslokal. Nchtungl! Gefunden Achtuhr-Ladenschlusst mit kleinen Webefehlern, haben hunderttausend Hausfrauen, daß man wesentliche Ersparnisse macht, wenn man täglich Kathreiners Malzkaffee verwendet. Kathreiners Malzkaffee ist unschädlich, wohlschmeckend und dabei außerordentlich billig. Das letztere ist bei den jetzt so teuren Zeiten sehr beachtenswert. Man hüte sich vor Nachahmungen und vor lose ausgewogenem Malzkaffee, der oft weiter nichts wie gebrannte Gerste ist! Die unterzeichneten Zigarrenhändler sind dahin übereingekommen, ab 10. Oktober d. I., ihre Verkaufslokale um 8 Uhr abends zu schließen. Wir richten daher an unsere verehrliche Kundschaft die ergebene Bitte, dies in Zukunft bei den Einkäufen freundlichst un berichschigen An allen Sonnabenden und den bekannten Ausnahme=Tagen bleibt die Verkaufszeit unverändert. mit kleinen Webefehlern, Lindleum-Teppiche, Vorlagen, Reste u. Läufer prima Qualitäten, Gardinen, Stores, Porieren, Re eche Soeben erschien: Kalender 1910. Preis 1 Mk. Porto nach auswärts 10 Pfg. Rudolf Fiedler, Alter Markt; M. Goldstein, Niederlage der Firma M. Samuel, Elberfeld, Niedernstraße 39; Georg Hameyer, Bahnhofstraße 29; P. Heim, in Firma Ohlig und Montz, Gütersloherstraße 33 und Niederwall 13 a; Wilhelm Kipp. Steinstraße 1: J. 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Die heutige N Ein wichtiger Beit umtes zur Resort Das Reichsversichern des Innern zur Begut sicherungsordnung nicht werter ist es, daß das R schienenen Heft des Rei hauspflege bei den Vers rung in den Jahren 190 hat, dem wir den Hinwe Invalidenversicherungsge Durch die Reform de ist dem Vorstande der 2 worden, einem Rentener der Rente Aufnahme in von Dritten unterhalter rungsanstalt zu gewähr Vierteljahr und, wenn e Ablauf dieses Zeitraums Vierteljahr an den Ver diese Invalidenhauspflec der Begründung ihres 2 Rechnung getragen werd lichen, insbesondere alle ihnen zugebilligten Ren In der Tat kann ei Inpalidenhaus viel besse für sich mit seiner gerin dabei in Betracht, ob die Behandlung der Invali denn nur dann fühlen häusern wohl. bleiben di liden, ihre Aufnahme Außerdem fragt es sich jenem Rechte, das ihnen brauch machen. Der Bericht des Re lidenhauspflege hebt nun versicherung in neuerer wachsendem Maße Gebr Invalidenversicherung he lidenhäuser. 1907 im gas häuser im Betrieb. Schon diese Tatsache, wie die Versicherungsan und mehr auch diesem merksamkeit zugewendet Trotzdem war in Wal der Versicherungsanstalt macht haben, sehr gering. waren im Jahre 1908 ir 10 Kasseneinrichtungen, baten nur 10 Anstalten Anstalten je ein Invali lidenhäuser und eine Ar hatte eine Anstalt ein Dünger, zu verkaufen. Neben der 5434“ Sauer. 1r möbliert, mit voller Pension zu vermieten. Jöllenbeckerstraße 16, I. Etg. Wordchchtat 60 Eneren Einkäufen 5 die Inserenten der „Joldamacht: hatten ihre Invaliden gebracht. Von den An nutzten, haben einige au überwiesen. Zusammen jenem Rechte bisher Ge nicht weniger als 41— Gebrauch von jenem wich die Hälfte aller Anstal Berichterstatters zu rede Fürsorge ihre Aufmerkse Noch bezeichnender ist lidenhäusern verpflegt n Jahre 1907 auf 2341 im Leider sind in dem nicht die Zahlen der Rente auf Grund des Wir wollen diese Lücke a im ganzen 995810 Perst nur einem fast verschwivaliden die Invalidenho Das ist zu einem gute der Versicherungsanstalt nügende Durchführung d nis dafür, daß gemäß in Leipzig die Arbeiter Geschäftsführung der Ve die Invalidenversicheru: dürfnissen der Arbeiter Des weiteren ist au amtes über die Invalide Kosten für die Invalider werden. Die Kosten be liden: in eigenen Häuse in gemieteten Hä in fremden Häus „In den fremden Inv validen(1922) untergeb folgender Weise ab: 6,60 — 0.99— 1.00— 1.15156— 1.57— 1,60— in dem Bericht des R Ergänzung dieser Zahler als Rente ausgezahlt n Die Durchschnittshöhe bei den Invalide bei den Krankenr ## bei den Altersrei Nehmen wir die hö srhalten wir einen Betr ist bedeutend wen Kosten für die Verpfle lidenhause. In den me