Gelder der städtiden Diskonto=Gesellreinsbank. fung von Inventar g.B für den Meiereiher in Olderdissen. iße im Johannistal In der Straßenneuer Korte angestell chen und technischen en an der Kaiserinchulen; zulen; ännischen Fortbilangestellten mittleneigenschaft und die Zulagen an Bürgerneten Toerner und us des Stadtbaudes Rektors Kuhlo. en-Versammlung. Weit-Macht □ Fleur de Klos □ Pfg. bert Böhme, Dresden. ak-Regie. ands 8 Uhr teau in Stockholm. Zielefeld. 1. für Orchester. che Rhapsodie. dlung Selle. F. 5370 wert, auch den Leseerden. RTire. mehr als 15 Buchstaben doppelt gerechnet. ezahlung angenommen. ihgarne, ennadeln, feinstes helles iter 1,20 Mk. ZentralJahnplatz 2.[5411 tistellen, 8101 it Matratzen, fabelhaft Nertens, Jahnsplatz. irtoffeln, ind Mäuse=Kartoffeln ist Oppermann, Bürger5418* üicklinge, und Sprotten, täglich It Oppermann, Bürger5419* eutenkoffer rbeitete Militärbürsten bei Hermann Schulze, 8.(53172 Martostein, vorrätig. Aug. Becker, 5375* immer, einen Herrn oder zwei oder ohne Kost, zu vernstr. 18, I. Etg.(5416“ immer, 5420“ oder ohne Kost an zwei mieten. Blumenstr. 15 immer, ), allein, mit nur guter properen Leuten von werker gesetzten Alters luskirchen=Gegend beräge mit genauer AnZ. 72 an die Expedition 5409* Ring, chnet W. L., von Schors, is zur Lützowstr. vereben gegen Belohnung ahnhofstr. 5422“ Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Nr. 232. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westsaten und die Lippischen Kurstentumer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertchbstes für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. 8 Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größer. Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht" Gerisch& Co., Nieleseld. 3 1 Bielefeld, Dienstag, 5. Oktober 1909. 20. Jahrg. Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Jugendfürsorge. I. In einer Zeit, in der die pastoralen Erziehungtorturen in Mielczyn jeden gesitteten Menschen mit Grausen erfüllen und in der die Oeffentlichkeit wieder einmal von den Zuständen der preußischen Zwangserziehungsanstalten erfuhr, verdient ein soeben erschienenes Buch des unermüdlichen Vorkämpfers für die Jugenderziehung, des Schullehrers Konrad Agahd aus Rixdorf, besondere Beachtung.“) Der Verfasser wendet sich in seinem Buche in der Hauptsache an die Lehrerschaft mit Vorschlägen für eine vernünftige Jugenderziehung, und er ruft sie in einem lebhaften Appell zu praktischer Arbeit auf. Größeren Wert haben für uns die tiefen sozialen Eindrücke. die uns Agahd aus seiner pädagogischen Tätigkeit schildert. Sie sind treffliche Beiträge für die Einführung einer richtigen erzieherischen Behandlung der Jugendlichen. Richtige pathologische und pspchologische Erforschung des jungen Menschenkindes, um die sich agaho vemüht, läßt erst die Beweggründe für von ihm begangene unmoralische Handlungen erkennen. Sie zeigen die Ursachen, die meist in elenden sozialen und familiären Zuständen Böswilligkeit und absichtlicher Schlechtigkeit beruht, in den Kreisen der Jugenderzieher und Strafbehörden wenigstens etwas eindrang. Wie unendlich weit vir trotz alledem noch davon entfernt sind, daß diese menschliche Erkenninis Allgemeingut der Jugenderzieher wird, hat uns die Hölle von Mielczyn gezeigt. Uebrigens, wenn jeder, der wegen der in der Anstalt Mielczyn begangenen„Verbrechen" und„Diebstähle“, wie essen während der Unterrichts= oder Arbeitszeit, Wegnahme einer Schrippe und ähnliches, mit Stockprügeln traktiert werden müßte, dann gäbe es noch viel Arbeit für Pastoren à la Breithaupt. Und mancher Ziegelstein müßte noch zum Bau von Zwangserziehungsanstalten und Gefängnissen verbraucht werden, denn neun Zehntel der Menschheit sind in ihren jungen Jahren solche„Verbrecher" gewesen. Wer ohne Fehl ist, der hebe den ersten Stein auf! „Die erschreckende Zunahme der Kriminalität der Jugendlichen hat dann schließlich doch auf den Weg zur Kriminalpsychologie verwiesen, nachdem Gerichte und Zwangserzieher einsehen mußten, daß selbs. durch die schärfste Anwendung des Strafrechts und der strengsten Bestrafung in den Zwangserztehungsanstalten weder eine Besserung des einzelnen jugendlichen Verbrechers noch ein Rückgang in der Zahl der jugendlichen Verbrecher in der Kriminalstatistik herbeigeführt wurde. Auch bei der sittlichen Verwahrlosung der weiblichen Fürsorgezöglinge, wie überhaupt bei der Prostitution gab die psycholoFicszirc senuus der Verhältnisse der Gefallenen manchen nuß üver die eigentliche soziale Ursache, die die„Gefallenen“ auf diesen Weg gefuhrt hatten. Es ist das Verdienst der Stuttgarter Polizei=Assistentin Henriette Arendt, hierfür manchen Beitrag in ihren Broschüren geliefert zu haben, so besonders in der von ihr verfaßten:„Menschen, die den Pfad verloren“. Ein Verdienst, das selbst dadurch nicht geschmälert wird, daß die Verfasserin später unglücklicherweise selbst den Pfad verlor. *)„Lehrerschaft und Jugendfürsorge in Stadt und Land“ von Konrad Agahd, Verlag von Gerdes& Hödel, Berlin W. 57, gebunden 4,50 Mk., broschiert 3,50 Mark. hat allein 40000 Fürsorgezöglinge, jedes Jahr 5000 bis 6000 Zugang. Andere soziale Zustände machen diese Notlage bedrohlich. Deutschland hat die zweitgrößte Säuglingssterblichkeit in Europa. Sicher eine Folge der Zunahme der weiblichen Arbeitskräfte in der Industrie, die jetzt über 2 Millionen Arbeiterinnen(auch Frauen und Mütter) beschäftigt. Weiter der große Prozentsatz der unehelich Geborenen unter den Fürsorgezöglingen, wurden doch durchschnittlich fünfmal mehr uneheliche als eheliche Kinder zur Zwangserziehung überwiesen. Schon bei der Erziehung der Schuljugend werden von den Lehrern und Erziehern die ersten Sünden begangen. Die „Flachsmänner“ sind unter den Lehrern noch immer sehr „Glachsmanner„nd anter den Lehrern noch immer sehr zahltisch militärischen Drill außerlich und auch geistig eibringen. Agahd ruft die Lehrer an die Frr reich, die pedantisch den Hinder heibr den Kindern beibringen. Agahb raft die Lehret un die Front und fordert sie auf, die sozialen Verhältnisse der Kinder zu studieren. Er sagt:„Da sitzen 50, 70, 90 Kinder vor dir. An diesen studiere, welche Aufgaben eine neue Zeit stellt zu vielen noch ungelösten alten. Du weißt, daß zwei oder drei Kinder schlecht hören, vier schlecht sehen. Ist das alles? Es wäre wenig, und wenig herzlich. Du weißt nicht, wie viele Kinder hungern? Wie viele ein eigenes Bett haben? Du kennst ihre Umgebung nicht? Du weißt nicht, wo Armut bohrt und wie sie ein Kind„stumpfsinnig“ machen muß? Du weißt nicht, wie viele unter den 50 oder 80 Kindern Waisen sind, obschon Vater und Mutter noch leben? Du hast nie ihren Vater oder ihre Mutter gesehen, die du entweder bewundern oder verachten oder bemitleiden würdest, falls du sie kenntest? Unter solchen Umständen von der Berücksichtigung der Indibidualität eines Kindes zu sprechen, ist blanker Unsinn, ist Heuchelei.“ Und weiter sagt er:„Ein Lehrer erzieht ein hungerndes Kind zur Heuchelei, wenn er ihm sagt: So dankt dem lieben Gott, denn auch ihr habt nie Mangel gehabt. Er muß wissen, welche Kinder Not leiden. Das ist Kinderschutz. Er muß den Ursachen der Faulheit, Autoritätslosigkeit, gewisser Laster, der Lüge, der Mattheit, des Trotzes, der Roheit nachgehen.“ Erklärend sagt er dazu an anderer Stelle:„Dann werden ich und du wissen, wie einem Kinde zumute ist, das noch hungert, während wir satt sind— das nach einer Mutter schreit und keine hat— das ein Vater mißhandelt und wir mit einem Wust von unverstandenen Redensarten quälen— das häuslich verzogen oder überhaupt sich überlassen oder erblich belastet usw. wesentlich falsch behandelt wird— das aus„naheliegenden“ Gründen stiehlt und doch ins Gefängnis wandert— das 8, 10, 14 Stunden arbeitet— das in Fürsorge= und Zwangserziehung kommt und in 90 von 100 Fällen keine Schuld tragt.“ Und dann weiter:„Kinder sind nicht Nummern in Bildungsfabriken, sondern sie sind Menschen, seelischen und körperlichen Schutzes um so dringender bedürftig, als die natürlichen Faktoren seiner Pflege in der Zeit einer völligen Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse mehr und mehr versagen.“ Agahd erklärt es deshalb als Sache der Gesellschaft, die an der Erhaltung körperlicher und seelischer Kraft ein sehr großes Interesse hat, weil sich jede Vernachlässigung mit Naturnotwendigkeit rächt, daß sie für den Schutz des Kindes, des zukünftigen Kulturträgers, sorgen muß. Schwer ist das Amt des Jugenderziehers. Deshalb soll ausreichende und gute Bezahlung die besten pädagogischen Kräfte zu dem schweren Amte herbeiziehen. Der Jugenderzieher muß frei von pekuniärer Sorge sein, um nicht verdrießlich, launisch oder verstimmt zum Unterricht zu kommen. Leicht ist es trotzdem nicht, streng gerecht und objektiv zu sein. Das bekundet auch Agahd und gibt dafür einige klassische Beweise aus seiner Praxis. Er erzählt: „Saß ein Knabe ganz hinten an der Wand am warmen Ofen. Trägt einen langen, langen Paletot im warmen Zimmer. „Leg ihn doch ab!“ Er aber tut, als hörte er's nicht. „Leg ihn doch ab!“ „Ich mag es nicht tun, Herr Lehrer" „Warum nicht?“ Da sagt er kein Wort. So frag ich ihn wieder. Da bleibt er sitzen. So ist der Junge wohl gar trotzig? Drum lasse ich ihn heraustreten. „Warum willst du den Paletot nicht ausziehen?“ Der Knabe schweigt. Und sieht mich ängstlich en. Da gibt's mir einen Stich ins Herz. Warum hatte ich die Hungerflecke am Halse nicht eher gesehen? Ich nahm ihn vom Volke besonders und redete ihm gut zu. Draußen auf dem Flur. Ich hieß ihn den Paletot ausziehen. Der obere Teil seiner Beinkleider war bloß mehr Lumpen... Der Paletot mußte seine Blöße decken. Und den wollt ich bestrafen wegen„Trotzes"... Danach kam mir einer vor, dessen Heft und Arbeit sah vor Fett und Fingerabdrücken aus wie Kernseife in graue Makulatur gewickelt. Und seiner Schrift Schönheit waren eitel Krähenfüße mit selten Verzierung.„Eselsohren“ schmückten die Ecken und der Inhalt des Aussatzes— 2½ Seiten— eine Eins mit der obligaten Verzierung... „Aber Paul!“ ute morgen... Ich bin doch um ½4 U Und den wollte ich wegen Unfleiß bestrafen. Da sind müde Kinder. Warum sind ssie müde? Gehe in die Wohnung. Da sind nur zwei Betten für sechs Personen. Da blickt eins drein wie sinnendes Leid. Fast gar kein Verständnis dafür, daß ihm ein Mitschüler gesagt hat, es sei ein „Hurenbub“? Da ist eins oder da sind drei, denen will nichts ins Köpfchen. Du lieber Himmel! Wenn du nichts im Köpfchen hast, will dir auch nichts ins Köpfchen, selbst wenn du nicht psychopathisch minderwertig bist. Und die drei waren es. Weißt du der Kinder Not und Sorge? Kannst du 50, 70, 90 kennen lernen, so kennen lernen, wie es notwendig ist, sie kennen zu lernen, um sie gerecht zu behandeln? Politische Uebersicht. Die Reform des Strafrechts. Die„Deutsche Juristenzeitung“ ist in der Lage, bestätigen zu können, daß der erste Entwurf des neuen Strafgesetzbuchs demnächst durch das Reichsjustizamt veröffentlicht werden wird. Die buchhändlerische Verbreitung sei jedoch bei dem großen Umfange des mit einer ausführlichen Begründung versehenen Werkes vor Ende Oktober nicht zu erwarten. Wie die„Deutsche Juristenzeitung“ weiter schreibt, handelt es sich nicht etwa um Vorschläge, für welche die Regierung einzutreten gedenkt, sondern nur um einen für die Regierung unverbindlichen Vorentwurf, der eine Bedeutung nur dadurch erhält, daß er mit amtlichen Hilfsmitteln unter der Leitung kriminalistischer, in der Praxis erfahrener Autoritäten hergestellt ist und die Unterlage nicht nur für die öffentliche Kritik, sondern auch für die späteren, streng amtlichen Vorarbeiten bilden soll.„Die zu der Aufgabe berufenen Kriminalisten haben über zwei Jahre zur Ausarbeitung des Werkes gebraucht. Ihren Arbeiten zum Teil vorausgegangen war die große, unter der Aegide des Reichsjustizamtes und der Leitung wissenschaftlicher Autoritäten hergestellte Materialiensammlung in der Vergleichenden Darstellung des deutschen und ausländischen Strafrechts". Diese Sammlung und der neue Entwurf werden unter en Umständen die Ausgangspunkte für alle weiteren amtbi Der Eisenbetonbau. (Schluß.) Der einheitliche Zusammenhang der Eisenbetonkonstruktionen, ihre rasche Herstellung und unbedingte Feuersicherheit und nicht zuguterletzt die Billigkeit, Dauerhaftigkeit und der Fortfall der Unterhaltungskosten sowie die große Tragfähigkeit für alle vorkommenden Spannweiten und Nutzbelastungen sind Vorzüge, die den Eisenbeton beim Bau von Fabriken, Geschäfts= und Wohnhäusern immer mehr und mehr an Stelle der reinen Eisen= oder Holzkonstruktionen treter lassen. Während bei Brandkatastrophen die eisernen Träger und Säulen sich gewairig verviegen und dehnen, wodurch die Zwischenkonstruktionen zerstört, unter Umständen die Umfassungsmauern auseinandergeschoben werden und Gebäudeeinstürze verursachen, ist dies bei der Verwendung des Eisenbetons keineswegs der Fall, wie häufig bei Bränden konstatiert wurde. Der das Eisen umhüllende Beton schützt es gegen Feuer; die Eisenbetonkonstruktion behält nach wie vor ihren Zusammenhang. Die Betonumhüllung bildet auch einen gewissen Rostschutz der eingebetteten Eiseneinlagen. Gegenüber Holzkonstruktionen ist der Eisenbeton nicht nur mit Rücksicht auf die Feuersicherheit und Dauerhaftigkeit, sondern auch aus hygienischen Gründen vorzuziehen. Der Beton ist nicht wie das Holz der Fäulnis, der Wurmstichigkeit. der Schwamm= und Ungezieserbildung ausgesetzt. Gegenüber Stein oder Mauerwerkskonstruktionen hat der Eisenbeton den Vorteil, der besseren und wirtschaftlicheren Raumansnutzung, da man mit verhältnismäßig geringen Querschnittsabmessungen für Decker Säulen, Pfeiler, Fensterstürze, Wände u. a. m. auskommt. Wärme= und Kältedurchlässigkeit bezw. Feuchtigkeitserscheinungen können durch geeignete Isoliermittel in den Umgrionoverfläche beseitigt, werden; als solche issungen und an der Betonoverfläche beseitigt, werden; als, sind zu nennen: Isolierung mittels Luftschicht, Kortplatten, Koks oder Schlackenauffüllung, bituminöse Beimengungen, Linoleumbelag auf Korkestrich u. a. mehr. Schalldichtigkeit wird mehr oder weniger durch Schaffung von Hohlräumen zwischen Doppeldecken bezw. durch Ausfüllung derselben mit schalldämpfenden Materialien, wie Schlackenbeton, erzielt. Im Hochbau wird der Eisenbeton angewendet beim Bau kleinerer oder größerer Wohngebäude, von Schulhäusern, Krankenhäusern, Vieh- und Schlachthöfen, Hotelbauten, Verwaltungsgebäuden, Kasernen, Badeanstalten, Schwimmhallen, Stallungen, Turnhallen, Markthallen, Wagenwerkstätten, Treppenanlagen, Theaterbauten, Bahnhofsbauten, Bankgebäuden einschließlich einbruchsicherer Safesräume, Druckereien, Gießereien, Spinnereien, Webereien, Lager= und Geschäftshäusern, Shed= und Oberlichtdächern sowie Dachkonstruktionen im allgemeinen Gewölben und Kuppeln, Hochwasserbehältern für Kalt= und Warmwasser, Gerbbottichen für die Lederfabrikation, Holländern für die Papierfabrikation, Gärbottichen für Mälzereien und Brauereien, Bierbehältern, Silobehältern oder Bunkern für Kohlen, Getreide, Mehl, Zement, Erz, Steinschlag u. a. mehr. „In all diesen Fällen werden, je nach den gegebenen Verhältden gestellten Anforderungen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und Zweckdienlichkeit der auszuführenden Anlagen, Eisenbeton=Platten,=Balken und=Gewölbe zwischen Ziegel-, Beton= oder Eisenbetonwänden, zwischen eisernen Trägern oder Eisenbetonbalken angeordnet, einschließlich aller erforderlichen Eisenbetonsäulen und Fundamente, unter Umständen auch der in Eisenbeton herzustellenden Umfassungsgerippe und Fassaden — Frontpfeiler, Fenster und Türstürze, Brüstungen und Simse, Erkerkonstruktionen, Balkone u. a. mehr. Im Tiefbau wird der Eisenbeton beim Bau von Schleusen, Kläranlagen, Fäkalienanlagen und insbesondere bei Gründungen angewendet. Zu den Gründungen zählen im allgemeinen auch die Fundamentplatten mit oder ohne Eisenanlagen. die entweder für die Säulen in dem Innern und in den Umfassungen der Gebäude getrennt oder bei aufgeschüttetem schlechten Baugrund, als unter dem ganzen Gebäude durchgehende starke Platte, oft mit einer Armierung aus Rundeisen oder Eisenbahnschienen versehen, ausgeführt werden. Kellersta Sas csie il hairie dc ait sichn Gnreit auewendete Gründungsart ist die Beton= oder Eisenbeton=Pfahlgründung. Ist der gute Baugrund— fester Ton, Kies oder Sand— erst in einer Tiefe erreichbar, bis zu welcher eine Ausschachtung nur mit erheblichen Kosten verbunden ist, so wird man die Pfahlgründung der Plattengründung entschieden vorziehen. von der Anwesenheit von Bohrwürmern abhängig ist. Bekanntlich sind die Holzpfähle nur solange haltbar, als sie sich unter Grundwasser befinden und von Bohrwürmern nicht zerstört werden. Man unterscheidet Eisenbetonpfähle, die wie die Holzpfähle in den Boden mit Hilfe einer Ramme eingerammt, und Betonpfähle, die in ein vorher in dem Boden abgeteuftes Loch eingestampft werden. Nicht unerwähnt mögen noch die Brunnengründungen mit Eisenbetonbrunnen, sowie die Kaisson= oder Luftdruckgründungen mit Eisenbetonkaissons bleiben. Die Brunnen werden als Eisenbetonröhren hergesteut und zur Gründung von Gebäudepfeilern, Brückenpfeilern u. a. m. durch künstliche Belastung und Aushub der Erdmassen aus dem Innern der Brunnen bis auf den festen Boden versenkt und dann mit magerem Beton ausgefüllt. Die Kaissons werden nach Art der eisernen Kaissons in Eisenbeton hergestellt und zur Gründung von Brückenpfeilern, Widerlagsmauern u. a. m. im Wasser, das mittels Luftdrucks aus dem Innern der Kaissons verdrängt wird, bis auf den festen Boden unter gleichzeitigem Anhub der Erdmassen versenkt. Nach dem Versenken wird der Kaisson mit Beton ausgestampft. Im Brückenbau wird der Eisenbeton beim Bau von Stützund Widerlagsmauern, insbesondere aber bei der Herstellung der tragenden Konstruktionen von Brücken angewendet. Die Vorteile gegenüber reinen Eisen= oder Holzkonstruktionen sind auch hier, wie im Hochbau, rasche Herstellung, Billigkeit und Dauerhaftigkeit sowie Fortfall jeglicher Unterhaltungskosten. Weitere Vorteile sind Rost= und Feuersicherheit, leichte Anpassung hinsichtlich der architektonischen Formen und der auftretenden Kraftwirkungen, sowie einheitlicher Zusammenhang der Konstruktion. Die Brücken, d. h. diejenigen Bauwerke, die Straßen, Flüsse oder Täler überspannen und dem Verkehr durch Menschengedränge, Fuhrwerkslasten, Straßendampfwalzen, Dampfpflüge oder Eisenbahnzüge dienen, teilt man in Balkenbrücken und Bogenbrücken ein. Als Balkenbrücken gelten die Plattenbrücken, die Plattenbalkenbrücken und die Fachwerkbrücken; als Bogenbrücken gelten die gewölbten Plattenbrücken, die gewölbten Plattenbalkenbrücken und die Bogenfachwerkbrücken. Im Wasserbau wirk der Eisenbeton außer bei den Schleusen und Kläranlagen beim Bau von Kanalisationen, Druckwasserleitungen, Aquädukten, Ufereindeckungen, Ufer= und Kaimauern, Landungsstegen, Wehranlagen und Turbinenkammern angewendet. In jüngster Zeit ist auch die Anwendung des Eisenvetons bei der Herstellung von Talsperren in Erwägung gezogen. Schleusen, Kläranlagen und Kanalisationen werden ebenso häufig in Eisenbeton wie in Stampfbeton erbaut. Bei Druckwasserleitungen, die stückweise hergestellt werden, muß besondere Sorgfalt auf eine gute und dichte Stoßverbindung verwendet werden. Eine der größten Druckwasserleitungen ist die Anlage zweier Eisenbetonröhren von 3,80 Meter Durchmesser mit 17,5 Zentimeter Wandstärke und 1000 Meter Länge bei Monzon in Spanien. Aquädukte werden als geschlossene Kästen und Röhren auf Eisenbetonjoche getragen. Uferbefestigungen als Schutz gegen zerstörende Sturmflutwirkungen werden am Meere ebenfalls in Eisenbeton ausgeführt. So die Ufereindeckungen an verschiedenen Stellen der holländischen Küste. Ufer= und Kaimauern werden als Winkelstützmauern in Eisenbeton mit zwischen Rippen spannenden Platten und Gewölben, oder an Hafenorten als zwischen in Jochform eingerammten Eisenbetonpfählen, in ebener oder schwach gewölbter Form eingerammte, Eisenhetonspundbohlen, oft auch in Verbindung mit Landungsstegen, hergestellt. Wehranlagen, zur Hebung des Wasserspiegels und Nutzbarmachung der Wasserkräfte für Licht- und Krafterzeugung werden lichen wie nichtamtlichen Reformarbeiten bilden müssen, die sich wohl noch auf eine Reihe von Jahren' erstrecken dürften.“ Gegenüber dem Umstande, daß mehrfach an eine so lange Dauer der Arbeiten Anstoß genommen wird, weist das Blatt darauf hin, wieviel Zeit die entsprechenden Reformarbeiten in anderen Ländern bisher beansprucht haben. So haben die strafrechtlichen Reformarbeiten in Ungarn 11 Jahre, in den Niederlanden und Dänemark 16 Jahre, in Norwegen 20, in Rußland 22. in Italien 27, in Finnland 30, in Belgien 33 Jahre gedouert. Dabei seien überall die Zeitgrenzen vom ersten Schritte, mit welchem die Reformarbeiten in die Oeffentlichkeit traten, bis zum Inkrafttreten des Gesetzes berechnet. Von den Ländern, in denen es zum Erlaß eines neuen Strafgesetzbuches noch nicht gekommen sei, sind die Reformarbeiten in der Schweiz seit 21 Jahren(1888), in Frankreich seit 22 Jahren(1887), in Spanien seit 29 Jahren(1880), in Oesterreich sogar seit 48 Jahren(1861) im Gange. Wie können diesen Hinweis auf das Beispiel des Auslandes zur Rechtfertigung der Verzögerung der Strafrechtsreform in Deutschland über Jahre hinaus nicht gelten lassen. Juristerei freilich kann in Reformfragen niemals ein Ende finden. Es kommt aber darauf an, die Strafrechtsreform in wahrhaft humanem und volkstümlichem Sinne vorzunehmen, wenn sie der Mühe wert sein soll. Für solch eine Reform bedarf es nicht einer sich noch auf eine Reihe von Jahren erstreckenden Arbeir, zumal alle die einschlägigen Fragen nun schon Jahrzehnte hindurch eine gründliche Erorterung erfahren haben. Wenn es sich um den Entwurf von Zoll- und Steuergesetzen, von Ausnahmegesetzen gegen die Arbeiter, von Gesetzen„zur Hebung des Mitteltandes“ usw. handelt, entwickeln die Herren vom Regiment eine außerordentliche Fixigkeit. Da wird in einer oft geradezu unerhörten Weise gehastet und überhastet, wofür die neueste Reichsfinanzreform wieder ein Beispiel ist. Handelt es sich aber um Entwürfe zur Reform des Rechts, an die im Namen der Humanität und Kultur gründliche Ansprüche zu stellen sind, dann will„gut Ding Weile haben“, dann brauchen die Herren viele Jahre, um dem Parlament das Resultat ihrer forschenden und abwägenden Weisheit vorzulegen. Die Bezirkstagswahlen in Elsatz=Lothringen. Die Bezirkstagwahlen, die Sonntag in Elsaß=Lothringen zur Erneuerung des dritten Teiles der Sitze in den Bezirkstagen von Ober=Elsaß, Unter=Elsaß und Lothringen stattfanden, bedeuten in ihren Resultaten erfreuliche Fortschritte der Sozialdemokratie. Es gelang, das Mandat für den Kanton MülhausenSüd mit dem Genossen Wicki zu erobern. Wir vermehrten unsere Stimmenzahl von 2180 im Jahre 1900 auf 4420. Der bisherige Mandatsinhaber, ein Zentrumsmann, erhielt nur 2890 gegen 3490 Stimmen. . In zwei Kantonen der Stadt Straßburg haben wir unsere Stimmenzahl gewaltig gesteigert und zwar im Kanton Nord von 885 auf 1700 Stimmen und im Kanton West von 821 auf 1948 Stimmen. Gewählt sind die Liberalen. Auch in den Landkreisen haben wir sehr gute Fortschritte gemacht. Im Kanton Hochfelden, von dem erst 16 Teilresultate von 30 Orten vorliegen, erhielten wir 624, das Zentrum 786, die Liberalen 751 Stimmen. Wir vermehrten unsere Stimmenzahl bis jetzt um 130 Prozent. In Colmar erhielt der klerikal=demokratische Kandidat Blumenthal 2025 Stimmen gegen 2042 bei der letzten Wahl. Der sozialdemokratische Kandidat erhielt 1770 Stimmen. Gewählt ist Blumenthal. Im Kanton Sennheim wurde der Zentrumskandidat mit 1187 gegen 768 Stimmen gewählt. Im Kanton Saales wurde der Zentrumskandidat mit 511 gegen 342 Stimmen gewählt. Im Kanton Saarunion wurde der liberale Kandidat gegen den sozialdemokratischen gewählt. Im Kanton Hagenau erhielten die Sozialdemokraten 300 Stimmen; auch hier Stimmenvermehrung. Im Kanton Oberehnheim erhielt der Zentrumskandidat 767 Stimmen, der Sozialdemokrat 189. Sechs Ortschaften stehen noch aus. Im Kanton Erstein erhielt das Zentrum 1111, die Sozialdemokratie 548 Stimmen. In Metz= Stadt erhielt der bisherige Kandidat 910, der Sozialdemokrat 251 Stimmen. In Metz=Land entfielen auf den bisherigen Kandidaten 1500, auf den Sozialdemokraten 850 Stimmen. In verschiedenen Kantonen, von denen die Resultate noch ausstehen, sind noch Nachwahlen vorzunehmen, bei denen die Sozialdemokratie zwischen Zentrum und Liberalen den Ausschlag gibt. Noch ein landrätlicher Abonnentensammler. Schon wieder können wir von einem Fall wie dem vor einigen Tagen aus Osterode mitgeteilten berichten. Was der Sache einen besonders pikanten Reiz verleiht, ist die Tatsache, daß es als geneigte durchgehende Eisenbetonplatten, mit Verstärkung der Wehrkrone und des Fußes, zwischen Eisenbetonpfeilern beAußer den bisher aufgezählten Anwendungen mögen noch olgende erwähnt werden: Abzugsschlote für Gase und Dämpfe, zohe Fabrikschornsteine, Schiffsprahme, Arenen und Radrennbahnen, Krippenstände, Fensterrahmen, Telephon= und Telegraphenmaste von runder, rechteckiger, rippen= oder fachwerkartiger Form u. a. m. Von Bedeutung sind noch die bisher nur versuchsweise in Italien hergestellten Eisenbetonpanzerplatten, sowie die dort beginnende Einführung der Eisenbetonschwellen als Unterlage für Eisenbahnschienen. Bielefelder Stadttheater. en. Sonnabend, 2. Oktober: Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück, ein Lustspiel in 5 Aufzügen von Lessing. Die Freie Volksbühne hatte ihre Vorstellungen mit dem unverwüstlichen Lustspiel Lessings eröffnet, und wir haben das Stück selbst bei dieser Gelegenyeit besprochen. Heute bleibt uns nur übrig, über die Auffuhrung einige Worte zu sagen. Sie war ganz ausgezeichnet.. Die Minna gab Me Stollberg, und sie verstand es, in deren Charakter eine Innigkeit und Tiefe der Empfindung zu legen, die den Dichter selbst vielleicht überrascht hätte. Tilly Musäus war eine prächtige Franziska, ganz die Vertraute und dennoch Dienerin der vornehmen Dame. Dann, um zunächst bei den Damen zu bleiben, wurde auch die kleine Rolle der Dame in Trauer von Magda Halden ganz vorzüglich gespielt. Emil Landerer als Tellheim traf den Charakter des Edelmanns der in seinem Unglück zwischen die beiden Feuer seiner Liebe und seines Stolzes, des einzigen, was ihm noch geblieben, genommen wird, sehr gut. Willy Schweisguts Darstellung des Just, dieses treuen Pudels, war großartig. Ebenso waren die Rollen des Werner und Wirts bei Otto Kempf und Adolf Heberling gut aufgehoben. Endlich der Riccaut, den Hermann Merz gab, war ein kleines Kabinettstück. Wir glauben, daß wir mit unserem Schauspiel=Ensemble recht zufrieden sein können. Ig. Montag, 4. Okt.: Revolutionshochzeit. Schauspiel in drei Aufzügen von Sophus Michaelis. Es war nicht zu viel behauptet, wenn die Direktion das Stück als eine hervorragende Leistung des jungen nordischen Dichters ankündigte: Es ist ein großes, wuchtiges Werk von gewaltiger Wirkung. Allerdings, wer es mit den Augen des Philisters betrachtet und unser Zeitalter als Maßstab für die innere Wahrscheinlichkeit der Vorgänge zur Zeit der Revolution anlegt, dem wird manches befremdlich und„schrecklich“ erscheinen. Aber große Zeiten erzeugen große Menschen, die im Lichte ihrer Zeit deurteilt sein wollen.... E28 u G. Zeit Das Stück spielt in Franrreich, in der Tonde, um die Henl ösischen Revolution. Einer der jungen adeligen Flücht* franzosische sich diesmal nicht um die Empfehlung eines konservätiven, sondern um die eines Zentrumsblattes handelt. Der Landratsamtsverwalter in Brilon, Regierungsassessor Haslinde, erläßt folgende Bekanntmachung; „Vom 1. Ortober d. J. ab wird das bisherige„Neue Westfälische Volksblatt, Amtliches Kreisblatt für den Kreis Brilon" uner dem neuen Titel„Sauerländer Tageblatt“ erscheinen. Dieses Blatt wird auch weiterhin als amtliches Kreisblatt dienen, jedoch mit der Aenderung, daß dem„Sauerländer Tageblatt" als besondere Beilage regelmäßig Mittwochs und bei Bedürfnis auch an anderen Tagen das„Amtliche Kreisblatt für den Kreis Brilon" beigegeben wird. Die nachgeordneten Behörden weise ich hierauf mit dem Ersuchen hin, für möglichst große Verbreitung des„Sauerländer Tageblatts“ Sorge zu tragen und mehr als bisher Bekanntmachungen amtlicher oder privater Natur, wie Verdingungen, Verpachtungen usw., aber auch Berichte über gemeinnützige Veranstaltungen, Tierschaufeste usw. zur Veröffentlichung in dem„Amtlichen Kreisblatt“ einzusenden. Diese landratsamtliche Reklame für ein Blatt und die Aufforderung an die„nachgeordneten“ Behörden, das Blatt finaniell zu unterstützen, ist natürlich ebenso ungehörig, wie die bisper bekanntgewordenen Fälle dieser Art es sind. Das Zentrum wird ob der ihm nun wieder leuchtenden landrätlichen Gnade besonders entzückt sein. Nach Herrn v. Falkenhayn aus dem preußischen Ministerium des Innern steht die Regierung den Parteien neutral gegenüber. Wir sind neugierig, ob bei den verschiedensten Landräten allmählich alle Parteien an die Reihe kommen. Brandeuburger Provinziallehrertag. Der Brandenburger Provinzial=Lehrertag, der am Freitag in Berlin tagte, beschäftigte sich mit der Frage der Schulaufsicht und Schulleitung sowie mit der Jugendfürsorge. In seiner Eröffnungsrede hob der Verbandsvorsitzende Otto hervor, daß die berechtigten Wünsche der Lehrerschaft leider zum großen Teile nicht erfüllt seien. Besonders große Erbitterung habe das Lehrerbesoldungsgesetz in den Kreisen der Lehrerschaft erregt. Das Oberhaupt der reaktionären Kommune Rixdorf, Oberbürgermeister Kaiser, glaubte etwas für die Lehrer tun zu sollen. Er versicherte die Rixdorfer Lehrer des besonderen Wohlwollens der Stadtverwaltung. Dies konnte um so leichter seschehen, als ja dadurch keinerlei Kosten entstehen. Und gerade er Punkt ist es, der der Rixdorfer Kommune die Durchführung irgend welcher Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Lehrer unmöglich macht, denn wie der Oberbürgermeister bemerkte, konnten die Forderungen der Lehrer aus finanziellen Gründen nicht erfüllt werden. Lehrer Salchow sprach über die Schulaufsicht und Schulleitung. Er verlangte unter Zustimmung des Lehrertages, daß die geistliche Schulaufsicht ersetzt werden müsse durch eine Fachaussicht bis in die obersten Instanzen. Jede Ortsschulaufsicht sei zu beseitigen. In bezug auf die Schulleitung sei zu fordern, daß an einklassigen Schulen der Lehrer der unmittelbare Leiter ist; bei mehrklassigen tritt der von der zuständigen Behörde berufene Hauptlehrer oder Rektor an seine Stelle. Der Schullehrer soll gehalten sein, sein Amt so zu verwalten, daß dem einzelnen Klassenlehrer das notwendige Maß von Selbstverantwortlichkeit und methodischer Freiheit gewährt werde, wie es der besondere Beruf eines Erziehers der Jugend erfordert. Der bekannt Pädagoge Lehrer Agehd legte zum Punkt„Jugendfürsorge“ eine Reihe von Leitsätzen vor, in denen er die Bildung einer besonderen Organisation innerhalb des Lehrerverbandes zur Förderung der Jugendfürsorge empfiehlt. Die Organisation solle 1. zu einer Reform der Erziehungsanstalten beitragen, für die ausdrücklich die Anstellung von Pädagogen im Hauptamt (als Leitert zu fordern ist, 2. der Idee eines einheitlichen Kinderschutzgesetzes dienen, und die Anwendung der vorhandenen Gesetze wirksamer gestalten, 3. bei den umfassenden Aufgaben der Jugendfürsorge den Auschtshöfe zu sozialen Wohlfahrtsämtern in den bau der Jugendgerich" zu Städten und Landvezirren fordern helfen, und 4. den besonderen Aufgaben der Fortbildungsschule grundlegend und wirksamer als bisher gerecht werden. In seiner Begründung stellte Agahd auch die Forderung auf, daß die Frauen im Hause bleiben müßten, um sich der Erziehung der Kinder zu widmen. In der Diskussion hob Lehrer Exner mit Recht hervor, daß diese Forderung nicht eher verwirklicht werden könne, als bis die Arbeiter so entlohnt würden, daß sie auf das Mitverdienen der Frauen nicht mehr angewiesen sind. Solange nicht für eine Besserung der arbeitenden Klasse gesorgt sei, so meinte der Redner, werde alle Fürsorgearbeit an den Kindern nicht viel nützen. Deshalb müsse auf das schärfste gegen die konservative Steuerpolitik protestiert werden, die nur immer die breiten Schichten des arbeitenden Volkes belastet und die starken Schultern auch von der belinge, Ernest Tressailes, ist als Offizier der österreichischen Invasionsarmee in die Heimat zurückgekehrt, um gegen die Truppen des Konvents zu marschieren. Vorher will er sich mit seiner Braut, einem reichen, verwaisten adeligen Mädchen, das ihm schon in früher Jugend versprochen war, vermählen. Auf dem Wohnsitz des Fräuleins d’Estoile, auf Schloß Trionville, soll die Hochzeit gefeiert werden. Oesterreichische Offiziere sind die Trauzeugen. Eben ist die feierliche Zeremonie vorüber, als Gewehrsalven und die Klänge der Marseillaise das Herannahen der Konventsarmee verkünden. Das Schloß wird erstürmt und Ernest Tressailes gefangen genommen. Der verzogene, verweichlichte Sprößling der hochmütigen französischen Aristokratie verliert alle Fassung, während seine junge Gattin klug und mutig die Fragen des Konventgerichts beantwortet. Sie bleibt frei, während ihr Gatte als Emigrant zum Tode verurteilt wird. Auf die Fürsprache des Oberstleutnants Marc Arron wird die Exekution an dem Verurteilten bis zum nächsten Morgen verschoben. Die Vermählten sollen ihre Hochzeit feiern dürfen.... Der feige, weibische Marquis weiß von dieser Gnade keinen Gebrauch zu machen. Er jammert und stöhnt, so daß sich auch seine Gattin, angewidert von seinem unmännlichen Verhalten, von ihm abwendet. An Stelle ihrer Liebe und Freundschaft zu dem Jugendgespielen ist Mitleid getreten. Den Oberstleutnant Marc Arron beschwörr sie, ihren Gatten zu retten. Kein Preis sei ihr als Lohn dafür zu hoch. Alle Bitten, alle Ueberredungskünste prallen wirkungslos an dem rauhen Soldaten der Revolution ab. Da legt sie ihre kalte Hand auf die seine.„Sie saugt ihm das Blut aus den Adern, sie saugt ihm Herz und Gewissen fort. Er willigt ein, und in seinen Kleidern entflieht der Marquis., 5i kaurt g. 155 Der Oberstieutnant weiß, was seiner hurt. Die Revoturion ist unerbittlich: Der Marquis ist frei, ist durch ihn und mit seiner Hilfe entflohen, das muß er mit dem Leben büßen. Er kennt sein Schicksal, doch bereut er nichts. In diesem Heroismus des Revolutionärs findet Alaine de l’Estoile das Ideal ihrer Liebe, und die Hochzeitsnacht feiert die junge Marquise mit dem dem Tode Geweihten. Am Morgen nach der Liebesnacht läßt sich Marc Arron von seinen Leuten erschießen. Die Aufführung ist im ganzen als recht gut zu bezeichnen. Ein besonderes Lob verdient Karla Holm(Alaine) und Emil Landerer(Marc Arron). Auch die kleineren Rollen des Prosper(Erich Neubürger) und Montaloup(Hermann Merz) lagen in guten Händen. Dagegen ließ der Ernest Tresailes von Hubert Hopkirk manchmal die Einheitlichkeit in der Auffassung vermissen. Das wax nicht immer das feige, verweichlichte Muttersöhnchen, das der Dichter von der Darstellung verlangt. Die im ganzen munter und flott gespielte Rolle, der Léontine[Tilly Musäus) dürfte nach unserer Meiztung an einigen Stellen durch mehr Zurückhaltung nur gewinnen. Die Marseillaise würde, im Marschtempo und am Schlusse mit größerer Wucht vorgetragen, die dramatische Wirkung der Szene noch bedeutend steigern. Sonst ließ Regie und Dekoration nicht zu wünschen übrig. Das Stück erzielte einen starken Erfolg. scheidensten Last frei lasse. Die Regierung solle viel nachdrückicher als bisher dafür sorgen, daß dem Hütekindersystem, an dem die pommerschen Junker egoistisch festhalten, ein Ende gemacht werde. Schutz den Jugendlichen. Im Anschluß an die Verfügung vom 1. Juni 1908, in der vom Justizminister Grundsätze fur die Ausgestaltung des Strafverfahrens gegen Jugendliche aufgestellt wurden, wird jetzt vom Justizministerium darauf hingewiesen, daß sich die Maßnahmen, die auf eine möglichst frühzeitige und erschöpfende Erforschung der Lebensverhältnisse des zugendlichen Beichuldigten sowie aller Umstände abzielen, die sonst zur Beurteilung seiner Person, der Straftat und der zur Erkenntnis der Strafbarkeit erforderlichen Einsicht dienlich sein können, als besonders wirksam erwiesen haben. Aufgabe der beteiligten Justizbehörden sei es daher, geeignete Kräfte zu gewinnen, die die erforderlichen Ermittelungen umsichtig, zuverlässig und pünktlich bewirken. Neben den Polizeiorganen und den Gemeindebehörden kommen hierfür namentlich auch die Fürsorgevereine in Betracht. Allen diesen Stellen ist vom Minister des Innern durch Runderlaß vom 16. Juni d. J. tunlichst Entgegenkommen gegenüber den Ersuchen der Justizbehörden empfohlen worden. Andererseits sollen die Justizbehörden gehalten sein, den von ihnen herangezogenen, auf dem Gebiete der Jugendfürsorge freiwillig tätigen Personen die gewünschten Auskünfte nach Möglichkeit zu erteilen. In geeigneten Fällen soll den bezeichneten reiwilligen Helfern, sofern keine besonderen Bedenken entgegenstehen, auch die Einsicht in die Strasakter gewährt werden. In den Strafsachen gegen Jugendliche sind bei mehreren Landgerichten und einigen Amtsgerichten auch die staatsanwaltlichen Geschäfte einem als hierfür besonders geeignet ausgewählten Beamten übertragen worden. Diese Maßnahme soll sich ebenfalls bewährt haben. Es sei deshalb erwünscht, daß überall, wo die Verhältnisse es gestatten, entsprechende Anordnungen getroffen werden. Ferner erklärt es der Minister für zweckmäßig, die Anklage gegen Jugendliche möglichst im Gerichtsstande des Wohnsitzes des Täters zu erheben. Werde bedingte Strafaussetzung gewährt, so sei den Jugendlichen diese Nachricht unter geeigneter Belehrung und Ermahnung von den zuständigen Vollstreckungsbehörden tunlichst mündlich zu eröffnen. Deutsches Das neue Beamtengesetz, dessen Erscheinen in den letzten Tagen vielfach angezweifelt wurde, soll doch kommen. Die „Korrespondenz Woth schreibt hierzu: „In unserer letzten Ausgabe hatten wir Mitteilungen über die Grundzüge eines neuen Beamten-Organisationsgesetzes gemacht. Diese Mitteilungen sind von zwei Seiten, die keinen amtlichen Charakter haben, als unrichtig bezeichnet worden.“ Demgegenüber erklären wir: „Die Mitteilung halten wir in allen Teilen aufrecht, ein diesbezüglicher Entwurf existiert und liegt#en zuständigen Ressorts zur Prüfung vor, er zeigt zurzeit die von uns mitgeteilte Gestalt. Es ist nicht ausgeschlossen, sogar wahrscheinlich, daß der Entwurf noch Abänderungen unterworfen wird. Ein amtliches Dementi unserer Meldung ist nicht erfolgt und kann auch nicht erfolgen. Zur Besteuerung der Sparkassenguthaben. Bei Einführung des Scheckstempels sind Zweifel aufgetaucht, ob auch die Sparkassen dem Stempel unterworfen seien. Die Bezirksregierung in Nürnberg hat die Frage bejaht, während andere Staatsorgane die Frage erst nach Anhörung der zuständigen Reichsinstanz beantworten wollen. Wie berichtet wird, soll vom Reichsschatzamt in nächster Zeit eine Verfügung über die Stellung der Sparkassen zum Scheckstempel erlassen werden. Vorläufig werden die Sparkassen einen Stempel nicht erheben, solange sie vom Abheber des zurückzuzahlenden Geldes keine vollgiltige Quittung verlangen. Für die sächsischen Landtagswahlen sind die Kandidaten nunmehr, drei Wochen vor dem Wayltage, so ziemlich vollständig aufgestellt. Die Sozialdemokratie hat in allen 91 Kreisen Kandidaten nominiert. Die Konservativen haben bisher 64 Kreise beitzt und wollen noch in 6 weiteren Kreisen aufstellen. Die Nationalliberalen wollen in 69 Kreisen kandidieren, 66 Kandidaten sind bereits benannt. Freisinnige beider Richtungen sind 33 aufgestellt, und die Mittelstandler und Reformer ziehen mit 24 Kandidaten in den Wahlkampf. Aus der bürgerlichen Presse ist allenthalben eine schwere Sorge um zu erwartende große Erfolge der Sozialdemokratie zu horen. Wie die Zentrumspresse ihre eigenen Leser verhöhnt. Die durch Bewilligung der neuen Verbrauchssteuern stark ins Gedränge gekommene Zentrumspartei versucht krampfhaft, durch ihre Presse nachzuweisen daß die Belastung keineswegs so hoch ist, wie behauptet werde. Besonders tut sich die„Angsburger Postzeitung" hervor. Nun ist es gerade dies bayerische Zentrumsblatt, das in einer seiner Beilagen— Ratgeber für Haus= und Feldwirtschaft Nr. 16— seinen Lesern folgenden Rat erteilt: paren, sparen! das wird nunmehr infolge der außerordentlich Lohen Steuern die Losung in jedem Haushalt sein. Noch niemals ist die Steuerschraube so angezogen worden wie jetzt. Die Preise für die Lebens= und Genußmittel steigen derart ins Ungeheuerliche, daß den Hausfrauen die Augen übergehen. Da heißt es von nun an rechnen mit Heller und Pfennig, jeden Groschen zehnmal in der Hand umdrehen, ehe er ausgegeben wird.......— Vom Zollkrieg mit Kanada. Nach einer Meldung der „Times“ aus Otawa scheinen die von Berlin nach Kanada entsandten Delegierten zur Anbahnung besserer Handelsbeziehungen nur wenig Gegenliebe zu finden. Das Handelsamt von Montreal weigert sich, irgendwie zu dem gewünschten Ziele beizutragen, sondern verlangt, daß Deutschland zunächst den Vertragstarif einräume, worauf der kanadische Zuschlagszoll wegfallen würde. Schack und das christlich=nationale Reinlichkeitsbedürfnis. Der antisemitische Reichstagsabgeordnete Lattmann teilte in einer Versammlung in Kassel mit daß Schack, wie auch ein vorläufiges ärztliches Gutachten eines der ersten Hamburger Nervenärzte bestätige, die fraglichen Briefe nicht im Vollbesitze seiner geistigen Kraft, sondern aus einer krankhaften Schwärmerei seraus verfaßt habe, weshalb man ihn auch nicht moralisch verantwortlich machen konne. Es werde sich sicher ergeben, daß Schack nicht ein Unwürdiger, sondern ein Kranker sei. An die Niederlegung des Reichstagsmandats werde vor Fällung des gerichtlichen Urteils nicht gedacht, da es auch anderen Parteien, wie in den Fällen der liberalen Abgg. Seibott, Sartorius und Held, gar nicht eingefallen sei, die Niederlegung der Mandate vor Fallung des Urteilsspruchs zu verlangen. Die opferfreudigen Landwirte. Die preußischen Junker haben den Patriotismus in Erbpacht genommen. Deshalb hat auch der Kgl. Domänenpächter Fortlage in Sulnau im Kreise Schwetz für Flurschäden aus den letzten Manövern die bescheidene Summe von— 94000 Mk. verlangt. Von der Kommission wurden ihm aber nur 1100 Mk. zugebilligt, womit er sich dann auch zufrieden gab. Zur Beitragspflicht der Berufsgenossenschaften schreibt die „Nordd. Allgem. Zeitung“ an der Spitze des Blattes vom 5. d. M.: „In der Presse ist die Frage erörtert worden, wann die Vorschriften des Finanzgesetzes vom 15. Juli 1909 wegen der Vorschüsse, die künftig von den Berufsgenossenschaften an die Reichspostverwaltung abzuliefern sind, in Wirksamkeit treten. Wir legen Wert darauf, festzustellen, daß die Verpflichtung, die Vorschüsse vom Januar 1910 ab zu leisten, im Gesetz unzweideutig ausgedrückt sind. Es sind Verhandlungen eingeleitet, um den Berufsgenossenschaften die Ausführung des Gesetzes, insbesondere hinsichtlich der Aufbringung der Geldmittel während des ersten Jahres, nach Tunlichkeit zu erleichtern. Staatsstützen, b Gerüchtweise verlau russischen Volkes, 2 Gericht wegen des! land begeben habe, Der Stabskapitö unterschlug 160 000 Tagen verschwunder Die Rache der E erfolgte in Montjui wegen Leichenschand Bauernrevolte. meldet aus Lissabon eine Anordnung der lang von den Baue Beamte in den bet den Bauern vertriel deckung wieder. Je und Mistgabeln bei und Kinder aus di anderen, und stürzt wurden. Es sind Regierung auf ihre Der Aufstand i: Pascha ist von Priz den zuruagezogen; worden. Aus der s — Auch ein„Kla Leuten die Unterstü braucht werden, bew breder, war am 21. beigetreten. Er erh schaft 12 Mark Ar bis 28. Januar 19 werbslosigkeit die E bis 5. August als E unterstützung wurd 20 Mark bewilligt, seiner Mitgliedschaft mitteln bezogen hat. sache der nachgesucht die Ortsverwaltung der Streikunterstützt setzungen zur Zahlur deshalb keyrte der M Beiträge 484 Mar! Für die Gewerkscha auch nur eines M aber, die solche Mit kuh betrachten, köni dauern, daß der Ve ein Verband mit s. Ausdauer und Opfeschlecht um die Arbei empfangern geführt — Vom heiligen dem in Kraft trete: Bünde nach Herforl den, statt 9.05 geht Freuden zu begrüßer Zuges ermöglicht wi 10 Uhr in Herford 10,06 weiter, es lieg rend dies sonst beine nun der Bünder Z1 das wissen, wahrsch reizend, daß die Tre 10.17 in Herford ein feld schon fort. De klärt, der Zug sei! warten, bis 10,17 g mußten denn die 3 bis 12,38 warten. zug 1,23, wer nach Wahrlich, die Rücksi Fahrgäste ist enorm. durch die Luft in Kl monopol. — Achtuhr=Lade schloß gestern. vom schließen mit Ausna erfolgen soll. Hoff die samtlichen übrig — Freie Volksbü tag abend abgerechn lutionshochzeit“, fin Mitglieder können: — Stadttheater. schrieben: Heute n Johann Strauß zu vierte Aufführung Operettennovität gel die Vorbereitungen — Polizeibericht. mienlosgesell in Beilagen zu Ta, teiligung an sogen. schienen. Durch da werden in Deutschla sogen.„Bankgeschäf Durch Vorlegen sor gen mit übertriebe schäfte eingeleitet, u. und gewissenlose S vor dem Serienwerden. Gefunden: Inhalt, 1 schwarzer Müllgefäß, 1 massi und 1 Herrenhut. Verloren: 1 steinen, 1 Zehnmar weißes Trikotkinde einer Witwe-1 ichn braunes Portemon Pfandscheine. Gewerbliche der Beteiligten wei nehmer verpflichtet 18 Jahre alten Arbihn angenommen ha bei der Ortsbehörd stens am dritten 2 hat, erfolgen. Die der Fortbildungssch zu entlassen, daß sie und umgekleidet in solle viel nachdrückHütekindersystem, an halten, ein Ende geuni 1908, in der vom staltung des Strafirden, wird jetzt vom sich die Maßnahmen, höpfende Erforschung chuldigten sowie aller lung seiner Person, er Strafbarkeit erIs besonders wirksam Justizbehörden sei es ie erforderlichen Erttlich bewirken. Neidebehörden kommen in Betracht. 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Als Beamte in den betreffenden Orten erschienen, wurden sie von den Bauern vertrieben. Sie kamen aber unter militärischer Bedeckung wieder. Jetzt läuteten die Bauern Sturm. Mit Sensen und Mistgabeln bewaffnet versammelten sich Männer, Weiber und Kinder aus den Orten Obessada, Mattos und mehreren anderen, und stürzten sich auf die Truppen, die zurückgedrängt wurden. Es sind ernsthafte Revolten zu befürchten, falls die Regierung auf ihrem Standpunkt verharrt. Türkei. Der Aufstand in Albanien. Uesküb, 4. Okt. DschavidPascha ist von Prizrend hier eingetroffen. Alle Truppen werden zurückgezogen; die Strafexpedition ist vorläufig eingestellt worden. Aus der Stadr und * Bielefeld, 5. Oktober. — Auch ein„Klassenkämpfer“. In welcher Weise von einigen Leuten die Unterstützungseinrichtungen der Gewerkschaften mißbraucht werden, beweist folgender Fall. Ein Arbeiter, W. Heidbreder, war am 21. August 1904 dem Metallarbeiter=Verbande beigetreten. Er erhielt nach dem ersten Jahre seiner Mitgliedschaft 12 Mark Arbeitslosenunterstützung, vom 16. April 1908 bis 28. Januar 1909 ebenfalls als Unterstützung wegen Erwerbslosigkeit die Summe von 180 Mark, und vom 15. April bis 5. August als Streikunterstützung 272 Mark. An Notlageunterstützung wurden dem Manne im Jahre 1905 außerdem 20 Mark bewilligt, so daß er insgesamt in den fünf Jahren seiner Mitgliedschaft 484 Mark an Unterstützung aus Verbandsmitteln bezogen hat. Weil ihm in einer aussichtslosen Prozeßsache der nachgesuchte Rechtsschutz nicht bewilligt wurde und weil die Ortsverwaltung des Verbandes gelegentlich eines Bezugs der Streikunterstützung einmal kontrollieren ließ, ob die Voraussetzungen zur Zahlung dieser Unterstützung auch vorhanden seien, deshalb keyrte der Mann der Gewerkschaft, die ihm für 159 Mark Beiträge 484 Mark Unterstützung geleistet hatte, den Rücken. Für die Gewerkschaften beveutet im allgemeinen der Austritt auch nur eines Mitgliedes einen Verlust. Die Gewerkschaft aber, die solche Mitglieder verliert, die den Verband als Milchkuh betrachten, können sich dazu beglückwünschen und nur bedauern, daß der Verlust nicht schon früher erfolgte. Wie soll ein Verband mit solchen Leuten Kämpfe führen, Kämpfe, die Ausdauer und Opfer von jedem einzelnen erheischen! Es stände schlecht um die Arbeitersache, wenn sie von solchen Unterstützungsempfangern geführt und verteidigt werden müßte. — Vom heiligen Bureaukratius auf der Eisenbahn. Mit dem in Kraft tretenden Winterfahrplan ist der letzte Zug von Bünde nach Herford um eine halbe Stunde später gelegt worden, statt 9.05 geht er erst 9,37 von Bünde ab, was gewiß mit Freuden zu begrüßen ist, da dadurch vielen die Benutzung dieses Zuges ermöglicht wird. Allerdings kommt der Zug jetzt erst um 10 Uhr in Herford an und der Zug nach Bielefeld geht schon 10,06 weiter, es liegen da also nur 6 Minuten dazwischen, während dies sonst beinahe 30 Minuten waren. Gestern abend hatte nun der Bünder Zug bedeutende Verspätung, warum, wer soll das wissen, wahrscheinlich war der Aufenthalt in Bünde so reizend, daß die Trennung ihm schwer wurde. Er lief also erst 10,17 in Herford ein. Und siehe da, da war der Zug nach Bielefeld schon fort. Den nicht sehr erbauten Reisenden wurde erlärt, der Zug sei verpflichtet, 10 Minuten, d. h. bis 10,16 zu warten, bis 10,17 zu warten, habe er keine Verpflichtung. So mußten denn die Reisenden, die bis Bielefeld fahren wollten, bis 12,38 warten. Wer nach Gütersloh wollte, konnte den Eilzug 1,23, wer nach Dortmund wollte, den Zug 2,28 benutzen. Wahrlich, die Rücksichtnahme unserer Bahnverwaltung auf ihre Fahrgäste ist enorm. Es ist die höchste Zeit, daß die Beförderung durch die Luft in Konkurrenz tritt mit dem preußischen Staatsmonopol. — Achtuhr=Ladenschluß. Eine Anzahl Zigarrenhändler beschloß gestern, vom 10. Oktober ab ihre Laden um 8 Uhr zu schließen mit Ausnahme Sonnabends, wo der Schluß um 9 Uhr erfolgen soll. Hoffentlich schließen sich diesem Vorgehen bald die samtlichen übrigen Inhaber von Zigarrenläden an. — Freie Volksbühne. Die Bezirkskassierer müssen bis Montag abend abgerechnet haben. Die nächste Vorstellung,„Revolutionshochzeit“, findet am Sonntag, 17. Oktober, statt. Einige Mitglieder können noch ausgenommen werden. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Heute wird die Operette„Wiener Blut“ von Johann Strauß zum ersten Male gegeben. Morgen findet die vierte Aufführung von„Ein Walzertraum“ statt. Als nächste Operettennovität gelangt„Die Förster-Christl“ zur Darstellung; die Vorbereitungen hierzu haben begonnen. — Polizeibericht. Warnung vor den Serien-Prämienlosgesellschaften. In letzter Zeit sind mehrfach in Beilagen zu Tagesblattern öffentliche Einladungen zur Beteiligung an sogen. Serien= und Pramienlosgesellschaften erschienen. Durch das Serien= und Prämienlos=Gesellschaftsspiel werden in Deutschland jährlich viele Tausende von einer Anzahl sogen.„Bankgeschäfte“ in schwindelhafter Weise ausgebeutet. Durch Vorlegen sorgsam auf Täuschung berechneter Anpreisungen mit übertriebenen Gewinnverheißungen werden die Geschäfte eingeleitet, und sind die Vertreter zum größten Teil ehrund gewissenlose Schwin####. vor dem Serien= und werden. Gefunden: 1 juchtenledernes Herrenportemonnaie mit Inhalt, 1 schwarzer Damenschirm, 1 Kuchenblech, 1 Pistole, ein Müllgefäß, 1 massives vergoldetes Armband, 1 Herrenschirm und 1 Herrendut.„reundschaftsring Sit 9 Dusl Verloren: 1 goldener Freundschaftsling mit 2 Opalsteinen, 1 Zehnmarkstuck, 1 Freundschaftsring(gez. W. L.), ein weißes Trikotkinderjäckchen, 1 Doppelfernrohr Nr. 933, von einer Witwe-1 schwarzes ledernes Handtäschchen(inliegend ein braunes Portemonnaie mit 22 Mk. Inhalt), 1 Kneifer und Pfandscheine.„„ Im Stereff. Gewerbiiche Fortoildungsschule. Im Interesse der Beteiligten weisen wir darauf hin, daß die Gewerveunternehmer verpflichtet sind, jeden von ihnen beschäftigten, noch nicht 18 Jahre alten Arbeiter spätestens am sechsten Tage. nachdem sie ihn angenommen haben, zum Eintritt in die Fortbildungsschule bei der Ortsbehörde anzumelben. Die Abmeldung muß spätestens am dritten Tage. nachdem die Entlassung stattgefunden hat, erfolgen. Die Unternehmer haben fexner die zum der Fortbildungsschule Verpflichteten so zeitig von der Arbeit zu entlassen, daß sie rechtzeitig und, soweit erforderlich, gereinigt und umgekleidet im Unterricht erscheinen können. Wenn sie dler. Es kann nicht dringend genug Pramienlos=Gesellschaftsspiel gewarnt wünschen, daß ein Schulpflichtiger aus dringenden Gründen vom Besuche des Unterrichts fur einzelne Stunden oder für längere Zeit entbunden werde, so haben sie bei dem Leiter der gewerblichen Fortbildungsschule dieses so zeitig zu beantragen, daß dieser nötigenfalls die Entscheidung des Schulvorstandes einholen kann. Nur bei Krankheiten ist eine glaubhafte nachträgliche Entschuldigung und zwar mindestens in der nächsten Unterrichtsstunde zulässig. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Festgenommen wurden 2 Personen wegen Trunkenheit, Obdachlosigkeit und groben Unfugs: 10 obdachlose Wanderer erhielten im Polizeigefangnis Unterkommen Versammlungen. Mittwoch, 6. Oktober. Bielefeld. Arb.=Abstinenten bund. Abends 8½ Uhr in„Stadt Bielefeld". Vortrag des Genossen Klos über „Detlev von Liliencron“ nebst Rezitationen. Donnerstag, 7. Oktober. Bielefeld. Stellmacher. Abends 6½ Uhr in der„Central= halle". Vortrag des Genossen Löwe über„Die Kunst im Hause“. Schötmar. Arb.=Ges.=Verein„Gem. Chor“. Abends 9 Uhr im„Odeon". Oeffentliche Bäcker= und KonditorenVersammlungen. finden statt: Detmold. Mittwoch, 6. Oktober, abends 8 Uhr, in der„Centralhalle". Bielefeld. Donnerstag, 7. Oktober, abends 7 Uhr, in der„Har" monie“. Herford. Freitag, 8. Oktober, abends 7 Uhr, bei Winkelmann. Die Verlogenheit der Eine neue Agitationslüge haben sich die Christlichen zurecht gemacht. Sie behaupten, der„Vorwarts“ habe den sozialdemokratischen Entschädigungsantrag„blödsinniges Machwerk" bezeichnet, vergessen aber immer dabei die betreffende Nummer des „Vorwärts“ anzugeben. In Versammlungen und im„Ravensberger“ wird die Geschichte ja nun wohl immer wiederkehren. Auch der wahrheitsliebende Wallbaum hat am Sonntag in Mennighüffen davon gesprochen. Wenn den Verbreitern der Lüge gesagt wird, daß sie gemein schwindeln, dann nennen sie zur Beweisführung eine solche Menge Zeitungsnamen, daß kein Mensch mehr weiß, um was es sich eigentlich handelt. So die letzte Nummer des„Ravensberger". Sie veröffentlicht eine Zuschrift aus dem Tollhause, und mutet ihren Lesern zu, das Zeug zu genießen. Da wird genannt die„Märkische Volkszeitung", die„Deutsche Tabakarbeiterzeitung, der„Arbeiter“ und so nebenher auch der„Vorwarts“. Einfacher wäre es doch für den„Ravensberger“, die Nummer des„Vorwärts“ mit dem betreffenden Zitat anzugeben. So lange er das nicht tut, bleibt's eben bei dem Vorwurf der Verlogenheit. Ueber den wahren Sachverhalt hat am Sonntag in der Mennighüffener Versammlung Genosse Severing Auskunft gegeben. Wir verweisen auf den Versammlungsbericht in der heutigen Nummer. Beachtung für die Arbeiter der ausläudischen * Tabakindustrie. Der Zuzug von Tabak=, Zigarren= und Zigarettenarbeitern nach Deutschland ist bis auf Widerruf streng fernzuhalten! Die Bevollmächtigten unsres Verbandes werden hiermit zugleich angewiesen, nach Deutschland doch zureisenden organisierten Tabakarbeitern weder Mitgliedsbuch noch Wanderkarte auszustellen. Der Vorstand des Deutschen Tabakarbeiterverbandes. I. A.: C. Deichmann. Zur Lage der Tabakarbeiter. Bei dem Hauptzollamt in Minden sind schon nahezu 8000 Unterstützungsgesuche arbeitslos gewordener Zigarrenarbeiter eingegangen. Die Behörde hat zur Erledigung eine Reihe auswartiger Beamten mit heranziehen müssen, da sie sonst mit der sich täglich häufenden Arbeit nicht sertig werden kann. Die dort allwöchentlich zur Auszahlung gelangenden Unterstützungsbeträge aus dem Viermillionenfonds übersteigen die Summe von 18000 Mark. Weitere Folgen der Tabaksteuer In Neuenfeld bei Spenge sind 18 Arbeiter schon 7 Wochen ohne Arbeit, ohne daß dieselben die Staatsunterstützung erhalten haben. Die Arbeiter gingen auf das Amt Spenge, ohne daß dadurch etwas erreicht wurde. Wir raten den Arbeitern, einen Antrag bei dem Gemeinderat um Vorschuß zu stellen, oder sich direkt an das Hauptzollamt in Minden zu wenden. In Minden mussen bei der Firma Schröder& Donop 105 Mann feiern. In Neuenkirchen(Kr. Melle) haben 32 Tabakarbeiter bis jetzt 210 Tage feiern müssen. In Lemgo läßt die Firma Ww. Rosenheim ihre 11 Arbeiter vorläufig 14 Tage aussetzen. * Sieker, 4. Okt. Standesamtsstatistit. Im Monat September d. J. sind beim hiesigen Standesamt zur Anmeldung gelangt: 26 Geburten(6 Knaben und 20 Mädchen), 7 Sterbefalle(einschließlich 1 Totgeburg); 2 Aufgebotsanträge wurden gestellt und 6 Eheschließungen fanden statt. * Knetterheide, 4. Okt. Hier wurde am vergangenen Sonnabend ein Arbeiter=Radfahrerverein gegründet. Durch die Gründung wurde erreicht, daß ein gleichzeitig von bürgerlicher Seite anternommener Versuch, einen frumben Verein ins Leben zu rufen, kläglich ins Wasser fiel. Die Fahrstunde findet Dienstags, abends 8½ Uhr, bei Wirt Koch statt. n. Detmold, 4. Okt. Der Lippische Landtag wird wahrscheinlich im November einberufen werden. Als Hauptvorlage ist die Finanzreform zu nennen. Die Beratungen der Finanzkommission beginnen bereits am 25. Oktober. n. Detmold. 4. Okt.„Wie der Arbeiter wohnt und wie er wohnen sollte. Ueber dieses Thema wird am Sonntag, 10. Oktober, abends 8 Uhr, in der„Centralhalle“ der Schriftsteller Max König=Hannover sprechen. Der Vortrag wird durch 110 farbige Lichtbilder unterstützt und dürfte den Zuhörern ein Bild uber den zeitigen Stand der Arbeiterwohnungsfrage bieten. Nachmittags um 4 Uhr findet ein Lichtbildervortrag für die Jugend im Alter von 9—16 Jahren statt. Thema: Wie schafft sich unsere Jugend eine glückliche Zukunft.(Gegen Alkohol, für Sport und Touristik.) Wahrend für die Jugend der Eintritt unentgeltlich ist, beträgt der Eintrittspreis am Abend 25 Pfg. im Vorverkauf, an der Kasse 30 Pfg. Karten sind bei den Vorständen und Vertrauensleuten der Gewerkschaften, sowie beim Genossen Eggen, Krummestr. 4, zu haben. * Vlotho, 4. Okt. Zigarrenfabrikant Schöning als Arbeitgeber. Nachdem dieser Fabrikant gleich nach Inkrafttreten der neuen Tabaksteuer seine Arbeiter in Hunnebrock aufs Pflaster warf, hat derselbe jetzt in Vlotho eine neue Sorte Zigarren eingeführt, wofür den Arbeitern 2 Mark weniger gezahlt werden, wie für eine schon länger gemachte gleichartige Sorte. 2 Arbeiter, die sich weigerten Lohndrücker zu spielen, wurden sofort gemaßregelt. Die Schöningschen Lohnund Arbeitsverhältnisse sind mit die ungünstigsten in Westfalen. * Eilhausen, Kreis Lübbecke, 4. Okt. Die Firma Menke& Holle hat nun auch auf Vorstelligwerden der Arbeiter den angekündigten Lohnabzug zurückgenommen. Die Arbeiter gehören dem Deutschen Tabakarbeiterverbande an. * Nettelstedt, 3. Okk.„Christliche“ Kampfesweise. Wir haben schon in unserer Nummer vom vorigen Donnerstag festgestellt, daß die Versammlung hier am Dienstag für uns ganz ausgezeichnet verlaufen ist und daß der Sprengversuch der Christlichen nicht die von ihnen gehoffte Wirkung gehabt hat. Das wird uns nun ausdrücklich im„Ravensberger" bestätigt, der sich nämlich darüber aufregt, daß sich„Herr Hoffmann ein bis zwei Dutzend Arbeiter von Gehlenbeck hat kommen lassen". Das ist natürlich Unsinn. Hoffmann hat sich niemanden kommen lassen, sondern die Gehlenbecker haben aus eigenem Antrieb an der Versammlung teilgenommen. Wenn sie uns derart Selbstverständliches, was ja auch sie zu tun pflegen, vorwerfen, dann muß es schon Matthäi am letzten bei ihnen sein. Wir wollen noch bemerken, daß sie auf die Ausführungen Hoffmanns rein gar nichts zu erwidern hatten, und sie können das jetzt auch im„Ravensberger“ nicht. Ganz besonders auf den Beweis vom Rückgang der christlichen Bewegung in Bielefeld, der durch den Ausgang der Gewerbegerichtswahlen sich zahlenmäßig feststellen läßt, gehen sie mit keinem Wort ein. Wir wollen hier also noch einmal feststellen, daß in diesem Jahre die Christen 578. das heißt 189 Stimmen weniger als vor 3 Jahren, die Freiorganisierten 5315 das heißt 524 Stimmen mehr als vor 3 Jahren erhalten haben. Auf diesen zahlenmäßigen Beweis des Rückgangs in Bielefeld, im Zentrum von Ravensberg, haben die Christen kein Wort der Antwort gefunden. Aber wie Röös in der Versammlung nur mit Stinkblüten aus seinem schmutzigen Zitatensack zu antworten wußte, auf dessen Handhabung er und Oberbossel besonders eingelernt zu sein scheinen, so antwortet auch der„Ravensberger“ nur mit jener dreckigen, schon wer weiß wie abgebrauchten Verleumdung unseres Genossen Singer: Aber wie bei manchen sozialdemokratischen Arbeitgebern geradezu die Arbeiter und Arbeiterinnen ausgebeutet und ausgesogen werden, dafür sind genügend Beweise vorhanden. Nur eins wollen wir hier anführen. An der Spitze der Partei steht der jüdische Millionär Singer. Derselbe war früher Mitinhaber der Singerschen Konfektionsfabrik. Als Singer noch Kompagnon war, er war noch nicht ausgetreten, wie dies die Sozialdemokraten stets fälschlich behaupten, wurde in einem Gerichtserkenntnis vom 9. Juni 1888 ausdrücklich festgestellt, daß Singers, ebenfalls jüdischer Kompagnon Rosenthal die Arbeiterinnen, als sie über niedrige Löhne klagten, auf den einträglichen Weg der Schande verwiesen hätte und daß Singer trotzdem nicht daran gedacht habe, sein Kompagnon=Verhältnis zu lösen, es hieß ferner darin: Festgestellt ist durch die Beweisaufnahme, daß es das Bestreben der Firma Gebr. Singer war, sich möglichst billiges * Arbeitsmaterial zu verschaffen, daß die Löhne bis aufs äußerste gedrückt wurden, ohne Rücksicht darauf, ob die Arbeiter und Arbeiterinnen dabei bestehen können. Die Arbeiter sind von der Firma Gebr. Singer nicht als Menschen, sondern als Arbeitsmaschinen behandelt und nach Möglichkeit ausgebeutet worden. Das ist deutlich! Trotzdem hat die Sozialdemokratie nichts dagegen zu erinnern, daß Paul Singer dem Vorstande der Partei angehört, ihr Wortführer im Reichstage und der ständige Präsident ihrer Parteitage ist. Wir könnten noch bedeutend mehr anführen, für heute soll's vorläufig genug sein. Für einen Menschen, der halbwegs auf Reinlichkeit hält, ist es eine unangenehme Sache, dieses politische Pech anfassen zu müssen, denn er hat dabei das Gefühl, daß er sich besudelt. Und das ist die häßlichste Seite, die der Kampf mit diesen„christlichen Leuten hat. Denn wenn nun alles wahr wäre, was hier über Singer gelogen ist, was wäre damit gegen die Sozialdemokratie bewiesen? Nichts, gar nichts. Es bliebe dann nur die unerklärliche Tatsache übrig, daß ein solcher schlechter Kerl wie der Singer noch eine führende Stellung in der Sozialdemokratie einnehmen dürfte. Und das müßte schon die„Christen" stutzig machen. Allein diese Leute wissen, daß an der Geschichte nichts Wahres ist, sie wissen, daß Singer zur Zeit des fraglichen Vorfalls aus Berlin ausgewiesen war und, sobald er davon erfuhr, aus seiner Entrüstung darüber kein Hehl gemacht und seinen Austritt aus der Firma erklärt hat. Schon 1890 hat ein ultramontanes Blatt, die„Pfälzer Zeitung", diese Unwahrheit zurücknehmen müssen. In seiner Nr. 334, Jahrgang 1890, erklärte das Blatt: „Speyer, 9. Dezember. Die Nr. 300 der„Pfälzer Zeitung" brachte unter Berlin eine Korrespondenz, welche sich neben Angriffen auf die Führer der Sozialdemokratie speziell mit dem Abgeordneten Hexrn Paul Singer beschäftigte. In dem Artikel war behauptet, daß Herr Singer, der Inhaber eines großen Geschäftes, seinen Mäntelnäherinnen einen Tagelohn von 60 bis 80 Pfg. bezahle, daß er ferner den Arbeiterinnen, welche mit diesem Lohn nicht auskämen, die Prostitution empfohlen habe. Wir erfüllen einen Akt der Gerechtigkeit, wenn wir auf die Angelegenheit heute nochmals zurückkommen, um, geleitet von dem Wunsche, diese, wie uns nachgewiesen, unwahren und deshalb Herrn Singer um so schwerer beleidigenden Behauptungen richtig zu stellen, folgende Erklärungen abzugeben: Herr Paul Singer ist seit drei Jahren aus der Firma ausgeschieden und hat keinerlei Beziehungen zu derselben mehr. Was nun den Tagelohn von 60 bis 80 Pfg. anlangt, so ist diese Angabe unrichtig; auf Tagelohn wurde in dem Geschäft überhaupt nicht gearbeitet, sondern die Näherinnen wurden von den für sie arbeitenden Schneidermeistern beschäftigt. Nach gerichtlicher Feststellung betrug der wöchentliche Verdienst einer von den für das Geschaft arbeitenden Meistern beschäftigten Näherin 10 bis 12 Mk. Hinsichtlich der Aeußerung über die Prostitution gehen unsere Ermittelungen dahin, daß Herr Singer diese Aeußerung nicht getan hat. Eine dem Sinne nach ähnliche Aeußerung ist allerdings in dem Geschäft einmal gefallen, aber in ganz anderem Zusammenhang und von einer ganz anderen Person, doch auch bezüglich dieser Aeußerung steht es fest, daß niemals geschäftliche Prinzipien oder Handlungen, welche etwa dieser von dem Zuhörer selbst als„Redensart" bezeichneten Aeußerung entsprachen, Platz gegriffen haben. Wir freuen uns, daß es uns gelungen, einmal Klarheit in diese Sache gebracht zu haben, welche wahrscheinlich der Aufklärung bedurfte. Selbstredend sind mit gegenwärtigem Artikel auch alle Konsequenzen. die aus demjenigen in Nr. 300 unseres Blattes gezogen waren, haltlos geworden. Es tut uns leid, daß wir Herrn Singer unbewußt Unrecht getan und freuen uns, daß wir nan auch in der Lage sind, durch diese Zeilen dazu beitragen zu können, die Unrichtigkeit einer vielfach verbreiteten und infolgedessen auch geglaubten Ansicht festzustellen. Aber das festzustellen, nutzt bei diesen Leuten nichts. Das Werfen solcher Stinkbomben sind ja ihre einzigen Waffen. Und bezeichnend für ihre Kampfesweise ist die Ueverschrift des Artikels im„Ravensberger", die lautet:„Die Genossen auf dem Gimpelfang. Als Gimpel bezeichnen die Christlicher die Arbeiter von Nettelstedt, denn nur um diese handelt es sich doch. Und in der Tat, die Christlichen streben nicht die Aufklärung der Arbeiter an, sie betreiben immer nur das Einfangen der himpel. nd der Arbeiterverrat wird auch den christlichen Arbeitern von Nettelstedt die Augen öffnen. Briefkasten der Redaktion. Lippinghausen 100. Das schützt Sie alles nicht vor einer eventuellen Ausweisung. 60 N. N. 49. Ist uns leider nicht bekanni. Wenden Sie sich an die Redaktion der„Arbeiter=Turnzeitung", Leipzig, Langestraße 34. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. 99 Die SStemSrutsermansber 19037 5431 nur im Biotophon-Theater zu sehen. 22 Serlen. 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Bisher Assistenzarzt an den Kinderkliniken der Universitäten Kiel und Greifswald und der Kinderheilanstalt in Schwerin. Baumfrevel. In Rücksicht auf die stets sich wiederholenden bedauerlichen frivolen Beschädigungen unserer Baumpflanzungen bitten wir unsere ganze Einwohner= schaft doch mitzuhelfen, daß Personen, welche in absichtlicher Weise Baumfrevel ausüben, ihrer wohlverdienten streugen Strafe entgegengeführt werden. Wir verpflichten uns zudem, eine Belohnung von 10 Mark(und nach Umständen mehr) an denjenigen zu zahlen, welcher den Baumfrevler uns oder der Polizeiverwaltung mit dem Erfolge zur Anzeige bringt, daß der Täter vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden kann. Herford, den 30. Septbr. 1909. Der Magistrat. Busse. Feuer-Versicherungen werden unt. kulauten Bedingungen reell aufgenommen. 4387 August Ostmann, = Zastrowstr. 24. Hauptagent der„Albingia“, Versich.=Akt.=Gesellschaft Hamburg. Herm. Ostmann, Lutterstraße 50. Vertreter und Kassierer. * Stautiheatel! 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Beginn des Winterhalbjahres nehmen erfreulicherweise die Beim Beginn des Ansprüche an die benannten Institute wieder erheblich zu. Wir richten daher an alle Freunde der Volksbildung die Bitte, uns durch Ueberweisung geeigneter Bücher und Zeitschriften(gut gebundene und mit Bilderschmuck versehene sogenannte illustrierte Zeitschriften, auch illustrierte Prachtwerke, sind besonders willkommen in unseren gemeinnützigen Unternehmungen) zu unterstützen. Abgabe auf dem RathausI oder bei dem Schuldiener Witte, Bürgerschule, Wilhelmsplatz. Herford, den 30. September 1909. Die Vorstände der Volks-Zibliothek und Tesehalle. Der Vorsitzende. Busse, I. Bürgermeister. LOLSP. BANE in nur bester Qualität zu billigsten bei Vobrrochscham Preisen Bielefeld, Niedernstr. 29/31. 4915 Kleine Anzeigen=Ecke. Jedes Wort kostet nur 2 Pfg., in da Worte mit mehr als 15 Buchstaben der fetten Ueberschrift 10 Pfg. werden doppelt gerechnet. 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In seinen etn zunächst die Finanzu direkten Steuern und wandte sich dann den reform im Reichstag der Widerstand der und insbesondere geg betrage von 100 Mi. von einer Vermögens verfrorenheit. Bei erörterte Redner aus Wirtschaftlichen Vere stimmungen, daß auch Namen„Kraut= u gerechtfertigt habe. ein anderer geg Abgeordneter Das von christlich„Intimes über das sei ein Sammelsuriur sozialem Blödsinn. A tion des Reichstages Lesung im Plenum arbeitslos werdenden schädigen. Aber da standekommen der T gefördert. Wer da Kind oder ein die sozialdemokratisc gestellt, dann wären Unterstützung gebliebschwächtes Surrogat! und zweifellos erst i eingereicht worden. 9 Antrags haben die SE antrag gestimmt, um lution der Konservat Regierung hat das 8 nen Antrag durch die 4 Millionen Mark Sozialen haben Verschlechterung durch liberalen Unternehme arbeiterschädlich und auch der freisinnige? treffend charakterisier lich-Sozialen g zialdemokratis gestimmt, der i dem christlichen nommen hatte. angebliche Einfluß der tage nicht einmal so über eine die vital Frage Einigkeit zu e Christlich=Sozialen m Kurz besprach der anderen Steuern. W indtrekten Rei völkerung 19 M durch die neuen 5,40 Mk., so daß rungein Betraköpfige Arbeite fallen. 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Oktober 1909, ds 7½ Uhr: zertraum. lkten von Oskar Strauß. )peretten=Novität: ster- Christl.= Reissinus r. 27 is 30 Pfg. handlung„Volkst“ zu haben. Saa 8-Formulare, sauberer Ausführung ind billig erei„Volkswacht“. asctel ikt. Arzt f. Nervenkrankheiten ogen nach 5410 herstrasse 31. es-Anzeige. itag abend 7 Uhrentnfolge eines Schlagisere liebe Mutter, Schwägerin und 5433* euriette Müller eb. Carells ensjahre. Teilnahme bitten den Hinterbliebenen. erdigung findet am en 6. Oktober, nach2 Uhr, vom Trauerniedestr. 19, ausstatt. Uhr daselbst. Lesehalke. erfreulicherweise die lich zu. bildung die Bitte, uns riften(gut gebundene erte Zeitschriften, auch unseren gemeinnützigen m Rathaus 1 oder bei hek und Lesehalle. I. Bürgermeister. 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In seinen etwa zweistündigen Ausführungen besprach er zunächst die Finanzwirtschaf des Reiches, das Wesen der indirekten Steuern und ihre Wirkungen im Arbeiterhaushalt und wandte sich dann den Vorgängen bei den Beratungen der Finanzreform im Reichstage zu. Eine eingehende Würdigung erfuhr der Widerstand der Konservativen gegen die direkten Steuern und insbesondere gegen die Nachlaßsteuer. Bei einem Steuerbetrage von 100 Mi. erhoben von einem Nachlaß von 20000 Mk. von einer Vermögenswegnahme zu reden, sei der Gipfel der Unverfrorenheit. Bei der Besprechung der Tabaksteuervorlage erörterte Redner ausführlich das Verhalten der Leute von der Wirtschaftlichen Vereinigung und bewies an Hand der Abstimmungen, daß auch bei dieser Gelegenheit die Fraktion ihren Namen„Kraut= und Rübenfraktion" durch die Tat gerechtfertigt habe. Ein Teil der Fraktion hat für, ein anderer gegen dos Gesetz gestimmt und ein Abgeordneter hat sich der Stimme enthalten. Das von christlich=sozialer Seite herausgegebene Flugblatt „Intimes über das Zustandekommen der Tabaksteuervorlage" sei ein Sammelsurium von Reichsverbandslügen und christlichsozialem Blödsinn. Allerdings habe die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages am 30. Juni, zwei Tage vor der zweiten Lesung im Plenum den Antrag gestellt, die durch das Gesetz arbeitslos werdenden Tabakarbeiter aus Reichsmitteln zu entschädigen. Aber damit habe die Sozialdemokrarie das Zustandekommen der Tabaksteuervorlage doch nicht im geringsten gefördert. Wer das behaupte, sei ein politisches Kind oder ein gewissenloser Verleumder. Hätte die sozialdemokratische Fraktion den Entschädigungsantrag nicht gestellt, dann wären wahrscheinlich die Tabakarbeiter ohne jede Unterstützung geblieben. Denn der Zentrumsantrag, ein abgeschwächtes Surrogat des sozialdemokratischen, sei erst am 2. Juli und zweifellos erst infolge des sozialdemokratischen Vorgehens eingereicht worden. Nach der Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags haben die Sozialdemokraten dann für den Zentrumsantrag gestimmt, um die Annahme der noch schlechteren Resolution der Konservativen zu verhindern. Auf Betreiben der Regierung hat das Zentrum bis zur dritten Lesung seinen eigenen Antrag durch die Begrenzung der Unterstützungssumme auf 4 Millionen Mark verschandelt. Und die Christlich.= Sozialen haben dabei wacker mitgeholfen, diese Verschlechterung durchzuführen, die selbst von einem nationalliberalen Unternehmersekretär, dem Abg. Dr. Stresemann, als arbeiterschädlich und schädigend bezeichnet worden war und die auch der freisinnige Abg. Potthoff als Schädigung der Arbeiter treffend charakterisiert hatte. Dagegen haben die Christlich-Sozialen gegen einzelne Teile eines sozialdemokratischen Verbesserungsantrages gestimmt, der im wesentlichen die Wünsche von dem christlichen Tabakarbeiterverband aufgenommen hatte. Im übrigen sei es traurig, wenn der angebliche Einfluß der christlich-sozialen Abgeordneten im Reichstage nicht einmal so weit reiche, um in der eigenen Fraktion über eine die vitalsten Interessen der Arbeiter berührenden Frage Einigkeit zu erzielen. Eitle Prahlerei sei es, wenn die Christlich=Sozialen mit ihrem Einfluß renommieren. Kurz besprach der Redner dann noch die Wirkungen der anderen Steuern. Wenn bisheute die Belastung der indirekten Reichssteuern auf den Kopf der Bevölkerung 19 Mk. betragen habe, so steige sie durch die neuen 310 Millionen Mark um etwa 5.40 Mk., so daß jetzt auf den Kopf der Bevölkerungein Betrag von 24,40 Mk., auf eine siebenköpfige Arbeiterfamilie aber etwa 175 Mk. entfallen. Unter lebhaftem Beifall schloß Redner seine Ausführungen mit der Aufforderung, für die Stärkung der sozialdemokratischen Organisation in Mennighüffen und der Umgegend zu sorgen. In der Diskussion kam als erste Redner Herr Wallbaum zum Wort. Es ärgerte ihn offenbar, daß ihm Severing zu einer Brandrede gegen die Sozialdemokratie das Konzept verdorben hatte. Er ließ sich sogar dazu herbei, einem Teil der Ausführungen unseres Redners zuzustimmen. Und dann tischte er der Versammlung ein ungenießbares Gericht von Kraut und Rüben auf: er sprach über den Antimilitarismus, über Internationalität und Monarchie, Gewerbegerichte und Schaumwein. Als er damit bei der Versammrung keinen Resonanzboden fand, versuchte er, mit einigen längst widerlegten und einigen funkelnagelneuen christlichen Agitationslügen die Versammlung zu provozieren, was ihm auch dermaßen gelang, daß ihm Genosse Severing Ruhe verschaffen mußte. Nach einigen weiteren Bemerkungen über die Ein- und Ausfuhr im auswärtigen Handel und über das Nationaldenkmal am Niederwald war die erste Nummer des christlich= sozialen Programms des Abends erschöpft. Nun sollten die anderen Mannen denselben Faden von der anderen Seite abhaspeln,— so dachten sie sich wenigstens die Sache. AchtHerren, mit Notizblocks, Broschüren und Papierschnitzeln bewaffnet, wollten sich auf die Versammlung loslassen und die Versammelten auseinanderöden. Daran hätte sie schließlich auch niemand hindern können, höchstens die Versammelten selbst. Aber sie hatten sich doch verspekuliert. Wallbaum hatte nämlich eine derartig klotzige Lüge über den Genossen Severing vorgetragen, daß Severing zur Berichtigung der Anwürfe vom Vorsitzenden das Wort erbat und erhielt. Darob erhub sich zwar ein gewaltiger Donner bei den frommen und wahrheitsliebenden Kraut- und Rübenleuten; er legte sich aber, als Severing erklärte, daß er auf die sachlichen Ausführungen Wallbaums nicht antworten und nur die beleidigenden Bemerkungen Wallbaums zurückweisen wolle. Um auf die Charakteristik, die Severing den Abstimmungsgepflogenheiten der Leute von der Wirtschaftlichen Vereinigung zuteil werden ließ, zu antworten, hatte Wallbaum nämlich behauptet, er sei einmal im Reichstage gewesen, und er habe gehört, daß bei einer namentlichen Abstimmung der Abgeordnete Severing aufgerufen worden, aber nicht anwesend gewesen sei, und sich daher auch schon einmal bei einer namentlichen Abstimmung enthalten habe. Später habe er sich im Saale umgeschaut, und da habe es ihm so geschienen, als ob in einer Sofaecke der Abg. Severing gesessen und geschlafen habe.“ Diese Behauptungen kennzeichnete Severing mit der Bemerkung, daß Wallbaum ein gemeiner Lügner sei. Weiter kam er zunächst nicht. Das Wallbaumsche Fähnlein erhob nämlich einen solchen Lärm, daß kein Wort zu verstehen war. Besonders taten sich zwei Herren hervor, die, nachdem jede Aufforderung des Vorsitzenden, Ruhe zu halten, vergeblich geblieben war, dann aus dem Saale gewiesen wurden.„Die Gelegenheit ist günstig,“ dachten die anderen offenbar; nun war nach ihrer Meinung es möglich, die Versammlung zu sprengen. Einige aus der Wallbaumgarde forderten wie besessen zum Verlassen des Saales auf. Als sie damit nichts erreichten, versuchten sie's mit einem infernalischen Gebrüll nach der Melodie„Deutschland, über alles" und„Heil, dir im Siegerkranz“. Aber auch das fruchtete nichts, bald war ihnen die Puste ausgegangen. und wie die betrübten Lohgerber, denen die Felle weggeschwommen waren, zogen sie ab. Nun konnte die Versammlung ungestört weiter tagen. Die kleine Lücke, die nach dem Abgang der Christlich=Sozialen entstanden war, war bald von Nachdrängenden wieder ausgefüllt und Severing widerlegte nun im einzelnen die christlich=sozialen Lügen. Wallbaum habe direkt gelogen, als er behauptete, er habe gehört, wie bei einer namentlichen Abstimmung im Reichstage der Abg. Severing aufgerufen, aber nicht anwesend gewesen wäre. Bei namentlichen Abstimmungen werde niemand aufgerufen. Wer nur einigermaßen die Geschäftsordnung des Reichstags kenne, wisse, daß mittels Abstimmungskarten abgestimmt werde. Diese Karten, die den Namen des abstimmenden Abgeordneten und(je nach dem Votum) den Vermerk„ja“,„nein“ und„enthalte mich“ rragen, werden von den Schriftführern eingesammelt, ohne daß bei der ganzen Abstimmung der Name auch nur eines Abgeordneten genannt werde. Und die amtlichen Abstimmungslisten würden ausweisen, daß er, Severing, an allen namentlichen Abstimmungen teilgenommen und sich dabei niemals der Abstimmung enthalten habe. Der Vorwurf des gemeinen Lügners bleibe auf Wallbaum so lange sitzen, bis er seine Behauptung zurücknehme oder an Gerichtsstelle beweise. Auch die anderen Wallbaumschen Unwahrheiten rückte der Redner ins rechte Licht. In Nr. 226 der„Volkswacht“ ist schon widerlegt, was der„Vorwärts“ angeblich zum sozialdemokratischen Unterstützungsantrag geschrieben haben sollte. Nicht den sozialdemokratischen Antrag hat der„Vorwärts" ein elendes, blödsinniges Machwerk genannt, sondern er hat den Giesbertsschen Antrag, der den sozialdemokratischen verschlechterte, als ein elendes Surrogat des sozialdemokratischen Gedankens bezeichnet. Auch daß die Sozialdemokratie bestrebt gewesen wäre, durch Ablehnung des Zentrumsantrages auf Festsetzung des Unterstützungsbetrages den Tabakarbeitern die Unterstützung zu entziehen, ist eine elende„christliche“ Agitationslüge. Die Sozialdemokraten stimmten in der dritten Lesung gegen den Verschlechterungsantrag des Zentrums, um die Beschlüsse der zweiten Lesung, die für die Tabakarbeiter günstiger waren, aufrecht zuerhalten. So endete die Versammlung mit einem voulen Erfolg für die Sozialdemokratie und mit einer fürchterlichen Niederlage der „Christlichen“ und ihres Reichstagskandidaten Wallbaum. Wir sind neugierig, wie sich dieser Herr mit den in der Versammlung erfolgten für ihn so blamablen Feststellungen abfinden wird. Parteinachrichten. Im Beleidigungsprozeß Mehring=Mugdan=Kopsch ist am Sonnabend vor der Berufungsinstanz— das Schöffengericht Berlin hatte Mehring zu 250 Mark Strafe verurteilt— der folgende Vergleich geschlossen worden: „1. Der Angeklagte erklärt, daß seine Ausführungen in Nr. 51 des„Vorwärts“ vom 29. Februar 1908, durch velche der Privatkläger, Herr Dr. Mugdan, als Verfasser des dort näher bezeichneten Gedichts gekennzeichnet wird, unrichtig seien, daß er anerkenne, daß dieses Gedicht nicht von Dr. Mugdan herrühre, und daß daher die von ihm(Mehring) an diese Tatsache geknüpften Folgerungen unzutreffend seien.— Im Anschluß hieran erklärt Dr. Mugdan, daß er nunmehr die im letzten Absatze seines in der Nummer 163 der„Freisinnigen Zeitung“ vom 14. Juli 1908 unter der Ueberschrift„Wie Herr Mehring sich erinnert“ mit Beziehung auf den vorerwähnten„Vorwärts“= Artikel enthaltene Wendung„corriger la fortune“ zurücknimmt. 2. Der Angeklagte erklärt: Ich erkenne an, daß Dr. Mugdan in der 151. Sitzung des Reichstages vom 6. Mai 1908 nicht davon gesprochen hat, daß die freisinnige Partei ihre früheren Ueberzeugungen geändert hat, vielmehr hat Herr Dr. Mugdan, zu den Sozialdemokraten gewandt, sich dahin geäußert:„Als wir noch die früheren Grundsätze hatten— nach Ihrer Ansicht— ist die Sozialdemokratie ebenso über uns hergefallen wie gegenwärtig. 3. Herr Rektor Kopsch erklärt: Wenn ich in der 109. Sitzung des Reichstages vom 26. Februar 1908 bezüglich meiner Bemerkung über die Herren Dr. Mehring und Ledebour— soweit der erstere in Frage kommt— dieselbe Entgegnung gehört hätte, wie von dem Abg. Ledebour, würde ich mich bezüglich des Dr. Mehring in demselben Sinne geäußert haben, wie ich dies gegenüber Herrn Ledebour getan habe. Nachdem Dr. Mehring erklärt hat, daß er ebenso wie Ledebour zu der Zeit, wo er Redakteur der„Volks=Zeitung" war, noch nicht eingeschriebenes Mitglied der sozialdemokratischen Partei war, nehme ich die damals aufgestellte Behauptung zurück. 4. Nunmehr erklärte Dr. Mehring noch, daß er die in dem Artikel des„Vorwärts“ vom 16. Juli 1908 enthaltenen Beleidigungen mit dem Ausdruck des Bedauerns zurücknimmt. 5. Der Angeklagte übernimmt die Kosten des Verfahrens beider Instanzen 6. Klage und Widerklage werden zurückgenommen.“ Auf dem 10. westpreußischen Provinzial=Parteitag in Elbing, auf dem von 13 Wahlkreisen der Provinz 11 durch 22 Delegierte, darunter 2 weibliche, vertreten waren, konnte der Sore. Roman aus den Goldfeldern Kaliforniens „ von Friedrich Gerstäcker. „Nun, der ist aufzufinden,“ sagte Hale.„So viel lahme Pferde wird es im Paradies nicht geben. Aber wie bekommen wir die Zeugen vom Macalome herüber, wenn Ihr selber nicht imstande seid, nur die Namen zu nennen?“ „Geben Sie mir jemanden mit hinüber und ich will selber—“ „Ja, kann ich mir denken,“ rief der Sheriff,„jetzt, wo der ganze Busch voll von Indianern steckt. Ich weiß nicht einmal, ob wir einen Boten finden würden, der hinüber reiten möchte.“ „Und was könnten die auch helfen,“ sagte Cook,„höchstens bezeugen, daß Ihr drüben gearbeitet habt, denn daß Ihr den Platz nicht einmal auf einen halben Tag oder in der Nacht verlassen, wird keiner imstande sein, zu beschwören.“ Und wie bewachen wir den Burschen jetzt?“ frug Hale,„lange können wir ihn nicht halten und Gefängnisse haben wir auch nicht „Wir können nichts weiter tun, Mr. Hale,“ sagte der Alcalde, „als an Ort und Stelle erst den Tatbestand zu konstatieren und die Zeugen zu vernehmen. Halten wir ihn dann für schuldig, so müssen wir ihn an die Distrikts Court abliefern, die sein Urteil sprechen wird. Mir steht kein Recht zu über Leben oder Tod.“ „Aber der Jury steht es zu,“ rief Cook wild dazwischen. „Glaubt Ihr, wir werden den Mörder eines so ehrlichen, braven Burschen, wie je einer seine Büchse in den amerikanischen Wäldern geführt, den Advokaten nach Golden gate oder gar nach San Francisco hinüberschicken, daß sie ihn dort nach Guntdünken wieder laufen lassen?“ „Ihr werdet tun, Sir,“ sagte der Richter ernst,„was Euch die Gesetze gebieten.“ „Wenn Ihr das glaubt,“ lachte Cook,„dann kennt Ihr die Kalifornien noch nicht. Aber verdammt will ich sein—“ „Ruhig, Cook,“ unterbrach ihn Hale,„die Sache geht jetzt ihren Geng, und daran könnt Ihr nichts ändern, ob Ihr den lieben Hergott oder den Teufel zu Hilfe ruft. Die Hauptsache ist jetzt, den Burschen so zu bewachen, daß er nicht auskneifen kann.“„ 4% „Ich werde Euch nicht entfliehen,“ sagte der Gefangene ruhig. „Ja. das ist alles sehr schön,“ meinte der Sheriff,„auf die bloße Versicherung hin möchte ich aber gerade nicht bauen. Noch etwas zu sagen, Mr. Heison?“ „Nein, Ihr sorgt mir dafür, daß dem Gefangenen nichts Zu essen und zu trinken soll er hahen „Und daß er nicht beleidigt wird—., g#g. 124 4. „Er ist unter meiner Obhut,“ sagte Haie finster,„und bis wir nicht bestimmt wissen, ob er schuldig ist, werd' ich ihm die Burschen schon vom Leibe halten.“ „Und wo wollt Ihr ihn bewachen?“ „In meinem eigenen Zeite, freiwillige Wachen werden sich schon dazu finden.“ „Es ist gut. Noch einmal. Mr. Golway, es tut mir leid, Sie in solcher Lage zu sehen. aber—“ „Tun Sie Ihre Plicht, Sir,“ sagte Golway,„mehr verlang' ich von Ihnen nicht.“ „Sonst noch etwas, Squire?“ frug der Sheriff. Mr. Hetson schüttelte mit dem Kopfe, und die beiden Männer führten den Gefangenen im nächsten Augenblick weg, um ihn in des Sheriffs Zelt unter sichern Gewahrsam zu bringen, bis die Jury zusammengerufen sein würde. Doktor Rascher hatte dem ganzen Verhör schweigend, aber als aufmerksamer Zuhörer beigewohnt. Jetzt erst, als die Männer das Zelt verlassen hatten, wandte er sich an Hetson, seine Hand ergreifend:„Mr. Hetson, meine feste Ueberzeugung nennt den Mann unschuldig.“ „Und das Gold?“ „Wie leicht kann das bei solchen Verkäufen durch den wirklichen Verbrecher, möglich ja auch schon wieder durch die zweite oder dritte Hand in seinen Besitz gekommen sein, und halten Sie den Mann, dem Ihre Gattin einst die Hand reichen wollte, für solcher Tat nur fähig?“ „Die Frage hat er selber schon an mich gerichtet,“ sagte Hetson mit finsterem Blick,„wer aber will ein Menschenherz ergründen?" „Sie haben das seine ergründet,“ sagte aber der alte Mann mit fester Stimme.„Sie so gut wie ich. Sie sind überzeugt, daß er das Verbrechen nicht begangen hat. nicht begehen konnte, und Sie müssen alles das, was in Ihren Kräften steht, tun, ihm die Beweise zu verschaffen, die er dazu braucht, wenn nicht Ihr ganzes späteres Leben ein einziger langer Vorwurf, ein Leben bitterer Reue werden soll" Er steht unter dem Gesetz,“ sagte Hetson finster. „Das tun wir alle,“ erwiderte der Doktor.„Ihnen aber brauche ich wohl kaum zu sagen, wie es mit den Gesetzen hier in Kalifornien steht, und wie die aufgeregte Menge, wo sie glaubt, daß ihr die Gesetze störend im Wege liegen könnten, in wildem Aufruhr Gesetz und Ordnung unter die Füße tritt, der eigenen Neigung nur im Augenblick zu folgen. Ich hätte nicht die langen Jahre in den Staaten leben, nicht dort Zeuge ihrer unwillkürlichen Lynchjustiz sein müssen.“ Hetson hatte sich in einen Stuhl geworfen und stützte den linken Ellbogen, düster dabei vor sich niedersehend. auf den Tisch. Er hörte nicht, wie seine Frau leise wieder in das innere Zelt getreten, war, wie sie auf ihn zuschritt. Erst als sie ihre Hand leise auf seine Achsel legte und seinen Namen flüsterte, hob er langsam seine Hand empor, die sie faßte, aber den Kopf drehte er nicht nach ihr um. „„Frank,“ sagte die Frau mit flüsternder, angstbebender Stimme,„ich habe alles gehört; die dünne Zeltleinwand ist nur ein schwacher Schutz gegen das laute, zornige Wort der Männer. Sie haben Böses mit dem Unglücklichen im Sinn, und du— du wirst— ihn nicht schützen können.“ „Und wenn er den Mord wirklich verübt hätte?“ sagte Hetson, ohne zu ihr aufzuschauen. „Frank, um Gottes willen,“ bat in Todesangst die Frau, „die Frage kam nicht aus deiner eigenen Seele.“ „Ein Stück des Goldes, das dem Toten gehörte, ist bei ihm gefunden worden.“ „Und wenn ein Engel vom Himmel niederstiege,“ rief Jenny in wilder Leidenschaft,„und sagte, er ist schuldig, ich sagte nein, nein, und tausendmal nein.“ „Jenny!“ rief Hetson, erstaunt von seinem Stuhle aufstehend und sie ansehend,„du bist außer dir.“ „Mré. Hetson,“ bat auch Doktor Rascher,„bitte, fassen, mäßigen Sie sich.“ „Und weshalb?“ rief die Frau in furchtbarer, fast krampfhofter Aufregung.„Hab' ich meinem Herzen nicht genug Gewalt angetan diese langen Jahre? Hab ich einen anderen Gedanken gekannt wie dieses Mannes Frieden, einen anderen Seelenwunsch, als ihn glücklich zu sehen und von dem unglückseligen Wahn zu heilen, der ihn befangen hielt und seine Kräfte lähmte? In diese Wildnis selbst, zwischen eine Horde von Menschen, vor deren Roheit sogar die Indianer zurückweichen. bin ich ihm gefolgt, mein ganzes Leben hab' ich ihm, nur ihm allein geweiht, wahr und ehrlich. Aber auch das Leben selbst hat eine Grenze. Es gibt einen Punkt, der mich zum Wahnsinn treiben, es gibt eine Stelle in meinem Herzen, die ihr zu Tode treffen könnt. Wahrt euch davor, denn ich selber stehe nicht für die Folgen.“ „So liebst du deinen früheren Verlobten noch?“ frug der Mann, und seine Stimme klang hohl, fast geisterhaft. „Lieben,“ wiederholte leise und matt die Frau, und der ausgestreckte Arm sank an ihrer Seite nieder.„Lieben? Ja, wie man einen Toten liebt. Aber nicht noch einmal will ich ihn vor meinen Augen morden sehen,“ setzte sie rascher und heftiger hinzu.„Spiele nicht mit den Gerühlen, Frank, die Gott uns selber in das Herz gelegt und die wir selber nicht vertilgen können, ohne das Gefäß zu brechen. Dieser Mann war meine erste heiße Liebe, und wenn ich auch das Gefühl selbst mit der Wurzel aus der eigenen Brust gerissen habe, die feinen Fasern, die es früher hielten und nährten, blieben darin zurück. Ich habe ihm entsagt, und deiner Liebe froh, Frank, soll nicht der Schatten seines Bildes mehr zwischen uns treten. Aber du kannst nicht verlangen, daß ich ihn vergessen soll, du kannst nicht glauben, daß ich seinem Mörder—“ „Jenny!“ schrie Hetson, erschreckt die Hand gegen sie ausstreckend. „Es ist gut,“ sagte die Frau kurz abbrechend.„Wott## elbischen Bezirk entgegenstehen, den wesentlichen Fortschritt politischen Organisation feststellen. Ihre Mitglieder vermehrten sich im letzten Jahre um 786, so daß ihr nun in 22 Ortsvereinen 2047 Genossen, darunter 263 Frauen und Mädchen, angehören. Durch den Provinzvorstand zu Danzig wurden rund 140000 Flugschriften, Broschüren usw. verbreitet und 70 Agitationstouren veranlaßt. Das in Worten sich gern„demokratisch“ gebende Polentum handelt gegen die Sozialdemokratie genau so hässig reaktionär wie die hakatistischen„Germanen". Die polnischen Lokale werden der Partei ebenfalls verweigert. Den großen Einfluß der Polen beweist ihre westpreußische Organisation, die in 71 Vereinen 8210 Mitglieder gesammelt hat. Neben dem nationalpolnischen Klerikalismus sucht die Zentrumspartei durch politische Neuorganisierung ihre Macht zu befestigen. Daneben haben auch noch die Nationalliberalen einen Parteisekretär angestellt. Mit dem gleichen Plan trägt sich selbst der in dieser Provinz fast völlig abgehauste Freisinn für Danzig. Außerdem sucht sich die Reaktion durch die besonders lebhafte Förderung von Krieger=,„nationalen“ Arbeiter= usw. Vereinen eine Schutztruppe gegen die Sozialdemokratie zu sichern. Die Finanzen erlaubten die Abführung von 1268,90 Mark an die Provinzialleitung, wovon 1015,25 Mark an den Parteivorstand gingen. Genosse Bartel=Danzig besprach in seinem Referate über die „Presse“ das im Januar 1909 von einer Konferenz der Vertreter der gewerkschaftlichen und politischen Organisationen beschlossene Projekt der Gründung eines westpreußischen Wochenblattes und die Förderung des zu seiner Finanzierung bestehenden Preßfonds und der angestrebten Genossenschaftsdruckerei. Er stellte dabei fest, daß die seit Wochen durch die gesamte Ordnungspresse gehetzte Behauptung, daß der Kassierer der Danziger Parteiorganisation, ein Tischler Bergbohn, mit der Kasse durchgebrannt und später in Hamburg verhaftet wurde, eine frech erfundene Agitationslüge sei. Einen Genossen dieses Namens gab es überhaupt nicht. Der pflichttreue Kassierer der Partei ube aber sein Amt, wie seit Jahren aus. Auch der Holzarbeiterverband, dem die Ordnungsverleumder jenen Bergbohn zuschreiben, kennt weder ihn noch seine Taten. Der Parteitag beschloß die Herausgabe des Wochenblattes möglichst zu beschleunigen und verpflichtete die Genossen zur dauernden Stärkung des Preßfonds und zur Förderung der Druckerei=Genossenschaft. Ferner wurde der Parteivorstand ersucht, den„Landboten“ wieder zweimal im Monat herauszugeben, weil dieses Blatt auch neben dem neuen Gewerkschaftsblatt der Landarbeiter besondere Aufgaben zu erfüllen habe. Gewerkschaftsbewegung. Für„intelligende Burschen" bringt die„Buchbinder=Zeitung“ holischer Christ und „intelligende Burschen" bringt die„Buchbinder sendes verlockende Ungevot: Ein braver katholischer.eist Buchbindermeister aus Innsbruck sucht gegenwartig einen Buch bindergehilfen, und damit der Mann recht bald aus seiner Verlegenheit befreit wird, wollen wir ihm vollständig kostenfrei einen Brief abdrucken, den der Genannte an einen Kollegen„in der löblichen Niedermayerschen Buchdruckerei in Neuötting, Niederbayern“ schrieb, als dieser sich auf ein Inserat im Leoscher„Anzeiger“ bei dem wackeren Meister um Stellung bewarb. Hier ist er: Geehrter Herr. Da, der die Falzmaschine bedienende Buchbinder, auf unsere Kündigung hin austritt, so wird in 14 Tagen diese Stelle wieder frei. Der Grund meiner Kündigung ist, daß sich selbiger in die bestehende Hausordnung sich nicht hineinfindet und auch zu langsam arbeitet. Sollten Sie geneigt sein, diese Stelle anzunehmen, so ersuche ich Sie um baldige Rückäußerung. Betreff Hausordnung dießes: Aufstehen ½6 Uhr, ¾6 Uhr hl. Messe, hierauf Frühstück, dann Bett in Ordnung bringen, bis 7 Uhr frei. 7 Uhr beginnt die Arbeit bis 12 Uhr mit ½ stündiger Jausenpause. 12 Uhr Mittagessen bis 1¼ Uhr frei, dann Arbeit bis ½4 Uhr, Jause bis 4 Uhr frei, dann Arbeit bis 6 Uhr, ¼6 Uhr Rosenkranz, dem auch die Gehilfen beiwohnen, hierauf Abendessen, dann frei. Meine Gehilfen sind im Gesellenverein und wünsche, daß Sie, falls Sie bei uns eintreten, demselben auch angehören werden. Es wird auf gute Sitten gesehen und hat auch jeder ein Sparkasse=Einlagebüchl. Nur muß ich gleich im vornhinein bemerken, daß die die Falzmaschine bedienende Person, nicht bloß Maschinenmeister zu machen hat, sondern auch Einlegen und viel Einlegen muß. Also ernstlich überlegen, sind nicht allein es sind ihrer 5 gegenwärtig, intelligende Burschen, die sich dieser Ordnung unterziehen, keine Stubenhocker. Sie bestens grüßend Br. Vincenz, Buchbindermstr. Innsbruck, 24./IX. 09. Eduard Vincenz. Unser Kollege war leider nicht„intelligend“ genug, um bei heiliger Messe und Rosenkranz viel einzulegen und meint, daß man wohl auch vorher etwas von der Lohnhöhe erfahren müsse, nachdem man mit der Hausordnung so eingehende Bekanntschaft machte. Die Stelle ist deshalb wohl noch frei und wer von unsern Kollegen gerade„kein Stubenhocker“ ist, sondern ein „intelligender Bursche“, der mache sich auf die Socken und wandere zum frommen Vincenz nach Innsbruck im schönen Land Tirol. Leider stehen die Kollegen dort in einer Lohnbewegung, sonst würden auch wir unser Heil dort versuchen. Die Aussperrung des Buchbinderpersonals bei der Firma U. E. Sebald, kgl. bayer. Hofbuchdruckerei und Verlagsanstalt in Nürnberg, ist nach siebenwöchiger Dauer mit gutem Erfolg beendet. Die gepflogenen Unterhandlungen des Deutschen Buchbinderverbandes mit den Firmeninhabern haben zu einem günstigen Tarifabschluß geführt. uns nicht mehr auferlegen, als wir tragen können, und tut er es doch, dann liegt ja gerade in der Krankheit selbst die Heilung auch für alles Leid.„ 6 „Beruhigen Sie sich, beste Mrs. Hetson, vat Dottor Rascher, der auf sie zugegangen war und ihre Hand ergriffen hatte.„Ist Mr. Golway wirklich unschuldig, woran ich selber keinen Augenblick zweifle, so hat er für sein Leben, für seine Freiheit nichts st, auch den Augen reinigt werden. Ruhig können Sie indessen dem Ende der Untersuchung entgegensehen, und daß alles geschehen soll, dem Fremden hier gerecht zu werden, dafur lassen Sie mich, dafür lassen Sie Ihren eigenen Gatten sorgen.“ Hetson war, wie Jenny aufgehört hatte zu sprechen, wieder in seine alte Stellung zurückgesunken, und Jenny wollte sich noch einmal an ihn wenden. Rascher bat sie aber, mehr durch Zeichen als durch Worte, ihn jetzt allein, ungestört zu lassen, und sich der Bitte fügend, drückte sie mit einem tiefen Seufzer seine Hand und verließ langsam den vorderen Teil des Zeltes, um sich in ihr eigenes kleines Gemach zurückzuziehen.“ „Mein lieber Hetson,“ sagte Doktor Rascher,„als die Frau hinter der Leinwand verschwunden war, indem er auf den Mann zuging. Hetson unterbrach ihn eber, und ihm, doch nicht unfreundlich, die Hand entgegenstreckend, sagte er leise:„Bitte, lassen Sie mich jetzt einen Augeblick allein, lieber Doktor. Ich have so manches in mir selber zu sichten und zu ordnen, daß ich damit erst ins Reine kommen möcht; ehe ich mich anderen, von außen auf mich wirkenden Eindrücken hingeben möchte. Sie nehmen mir das nicht übel, nicht wahr?“ Ich kann Sie in keiner besseren Gesellschaft lassen,“ sagte der alte Mann herzlich.„Das Edle und Gute, das in so reichem Maße in Ihrem Herzen liegt, wird bei einer solchen Selbstschau über all Ihre schon früher überwundenen bösen Träume und Gedanken dann leicht die Oberhand gewinnen. Wenn ich wiederfse ich daß Sie mir mit offener und froher Stirn ert eine Christlicher Schwindel. Durch die christliche Presse geht ie der„Amb. Volkszeitung" entnommene Notiz über die Kosten des großen und langwierigen Streiks der bayerischen Glasarbeiter. Da wird behauptet, der christliche Keramarbeiterverband habe pro Mitglied und Woche 12,85 Mk. ausbezahlt, während der„sozialdemokratische" Verband seinen Mitgliedern nur 5,71 Mk. bieten konnte. Das ist frech erlogen und ins gerade Gegenteil umgekehrt; die Christlichen haben pro Mitglied und Woche nur 4,96 Mk. Unterstützung ausbezahlt, der„sozialdemokratische“, Glasarbeiterverband dagegen 11,90 Mk. Der christliche Verband, der in dem Streik eine so schmähliche Rolle spielte, weshalb ihm massenhaft die Mitglieder davonliefen, um zu den„Roten“ überzugehen, sucht mit dieser Lüge Dumme zu fangen, mit der Zeit wird es aber auch in den schwärzesten Köpfen hell. Formerstreik. Aus dem Wittener Gußstahlwerk sind wegen Lohndifferenzen 50 Arbeiter am Montag in den Streik getreten. Beteiligt sind der Deutsche Metallarbeiterverband, der Christliche und der Hirsch=Dunckersche Verband. Zuzug ist zu vermeiden. Streik im Mansfelder Bergbau. In einer Belegschaftsversammlung des Niewandschachtes der Mansfelder Kupferschiefer bauenden Gewerkschaften am Sonntag wurde mit 500 gegen 7 Stimmen beschlossen, Montag die Arbeit niederzulegen. Der Grund hierfür ist in Massenmaßregelungen der Bergleute zu suchen. Seit ungefähr 9 Monaten gärt es unter den Mansfelder reichstreuen Bergarbeitern. Ein neuer Chef hatte die Leitung der Grube übernommen. Die Löhne wurden ganz gewaltig gekürzt, das uralte Bedingesystem beseitigt und andere Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen eingefuhrt. Die fortwährenden Preissteigerungen der Lebensmittel, Verbrauchsartikel, Mieten und der Ackerpacht, dazu jetzt die neuen Steuern, das war selbst den zufriedenen Mansfelder Bergleuten zuviel. Die Organisation gewann in letzter Zeit stark an Boden. Das paßte natürlich der Direktion nicht. Schon seit Monaten wurden jede Woche Bergarbeiter, die sich wegen ihrer Organisationszugehörigkeit„lästig“ gemacht hatten, entlassen. Letzthin wurde nun ungefähr 70 Mann gekündigt. Alle Versuche, auf friedlichem Wege eine Zurücknahme der Kündigungen zu erreichen, blieben erfolglos. Deshalb beschloß die Belegschaft den Streik. Die Erbitterung unter den Bergarbeitern wegen dieses Willküraktes ist groß.„„„ 6 Die Staatsarbeiter ruhren sich. Die Leipziger Postund Telegraphenarbeiter haben in einer am 2. Oktober abgehaltenen Versammlung des„Vereins der Telegraphenarbeiter im Oberpostdirektionsbezirk Leipzig" zu den Vorgängen in Iin Berlin und zu der Maßregelung des Bundesvorsitzenden Vallenthin Stellung genommen. Sie sprachen dem Gemaßregelten ihr Vertrauen aus und stimmten seiner Anstellung als Bundessekretär zu. Nach einer weiteren Aussprache über die wirtschaftliche Lage der Telegraphenarbeiter, in der manch hartes Wort über die Hintansetzung der Telegraphenarbeiter bei der verflossenen Besoldungsreform fiel, wurde eine Resolution angenommen, in der die Oberpostdirektion Leipzig ersucht wird, die bestehenden Lohnsätze einer Prüfung zu unterziehen; mit den gegenwärtigen Bezügen auszukommen, sei nicht mehr möglich. Zum verflossenen Postbeamtenstreik. Millerand teilt mit, daß für den 1. November alle verabschiedeParis, 4. Oktober. ten Postbeamten wieder eingestellt sein werden mit Ausnahme von einigen Rädelsführern, deren Wiedereinstellung überhaupt unmöglich sei. Es handelt sich nicht um eine Amnestie, sondern um einen Akt der allgemeinen Beruhigung. Achtung, Fensterputzer! In Hamburg ist die Firma Glaser-Innung tarifbrüchig geworden und versucht unter allen möglichen Versprechungen, Putzer heranzuziehen. Zuzug von Fensterputzern nach Hamburg ist fernzuhalten. Müssen Damenschneiderinnen der Zwangsinnung angehören? Ueber diese Frage hat der Liegnitzer Regierungspräsident als höhere Verwaltungsbehörde eine wichtige Entscheidung getroffen. roher Weise mißhandelt hak. Dazu kamen noch die Bedrohungen und Beleidigungen. Bei der Lage der Sache wurde auf Verwerfung der Berufung erkannt. Der Handlungsgeyilfe Heinrich Pilgrim von hier, zurzeit eine Strafe von 1 Monat Gefängnis verbüßend und im ganzen dreimal vorbestraft, war am 8. September d. J. vom Schöffengericht Bielefeld von der Anklage der Sachbeschädigung freigesprochen worden, weil das Gericht annahm, daß er in der Nacht zum 13. Juli d. J. eine Fensterscheibe nicht vorsätzlich— wie ihm zur Last gelegt wurde— zerstört habe, sondern im betrunkenen Zustande in dieselbe hineingetorkelt sei. Gegen dieses Urteil war von seiten der Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt worden. Auch die Strafkammer konnte keine Vorsätzlichkeit feststellen und erkannte auf Verwerfung der Berufung. Der Kaufmann Richard Steube von Dortmund war vom Schöffengericht zu Minden am 29. Juni d. J. wegen Gewerbevergehen zu einer Geldstrafe von 96 Mark ev. 6 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Er hatte im Mai d. J. ein Inserat in dem Minden=Lübbecker Kreisblatt aufgegeben, in dem er gebrauchte Kleidungsstücke aufzukaufen suchte. Er würde nach Zustellung einer Postkarte auf Wunsch sofort herüber kommen. Gegen dieses Urteil hate der Angeklagte Berufung eingelegt. Die Strafkammer hielt ein Gewerbevergehen nicht für vorliegend, denn der Angeklagte habe nur auf vorherige Bestellung die Kundschaft aufgesucht, es liege also kein Gewerbe im Umherziehen. vor. Es wurde deshalb das erste Urteil aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen.. gl.ing van am. s. Die Knechte Wilhelm Horn und August Kleine von Meßlingen im Kreise Minden haben in der Nacht zum 13. April d. J. von einem Tanzvergnügen„Auf der Deichmühle" bei Petershagen nach Hause gehend den Maurer Uephoff aus Meßlingen angefallen und gemeinschaftlich mit irgend einem Instrumente und mit Fußtritten mißhandelt. Das Schöffengericht zu Petershagen hatte den Horn zu 2 Monaten Gefängnis und den Kleine zu einer Geldstrafe von 20 Mark ev. zu 4 Tagen Gefängnis verurteilt. Hiergegen hatten beide Angeklagten Berufung eingelegt. Die Strafkammer hob das erste Urteil auf und erkannte auf die Berufung des Horn hin gegen diesen auf die mildere Strafe von 6 Wochen Gefängnis. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen Kleine erhielt derselbe ebenfalls 6 Wochen Gefängnis. Die Liegnitzer Schneider=Zwangsinnung forderte die Damenhneiderinnen unter Androbung von Seraten auf der Dwanas= schneiberirnen unter Androhung von Srrafen auf, der Zwangr= innung beizutreten. Eine Anzahl Schneiderinnen erhoben hiergegen Beschwerde beim Magistrat. Dieser entschied, daß der Beitrittszwang nicht berechtigt sei. Auch vom Regierungspräsidenten wurde diese Entscheidung bestätigt und die Innung angewiesen, etwa erhobene Beiträge an die Schneiderinnen zurückzuzahlen. Der Tenor der Entscheidung lautet:. „Wenn auch die Damenschneiderei an sich einen Zweig des Schneiderhandwerks unzweifelhaft darstellt, insoweit sie nicht, wie bei größeren Konfektionsgeschäften, fabrikmäßig betrieben wird, so ist es doch erforderlich, ihre Einbeziehung in dem Statut der Schneiderzwangsinnung ausdrücklich hervorzuheben. wie benachrichtigt und zur Abstimmung aufgefordert worden. Die ortsübliche Bekanntmachung der Absicht, eine Zwangsinnung für das Schneiderhandwerk hiesiger Stadt zu bilden, genügt allein nicht, um auch die Damenschneiderinnen dem Zwange zu unterwerfen, da der Erlaß des Herrn Handelsministers vom 1. März 1898 Ziffer 6(M. B. S. 45) ausdrücklich bestimmt, daß neben der ortsüblichen Bekanntmachung noch eine Aufforderung zur Teilnahme an der Abstimmung durch besondetes teili chreiben an alle belli#igten Handwerker zu richten sei.“ Eine Tarifstatistik des Brauereiarbeiterverbandes. Die ersten Tarife des Brauereiarbeiterverbandes reichen bis in die Mitte der 90er Jahre zurück. Neben den Buchdruckern waren die Brauereiarbeiter wohl die ersten, die auf dem Gebiete der tariflichen Regelung der Lohn= und Arbeitsbedingungen Erfolge erzielten. Größere Ausbreitung im Bereiche des Brauereiarbeiterverbandes gewannen die Tarife jedoch erst seit Ende der 90er Jahre. In die Tarife einbegriffen sind sämtliche Arbeiter der Betriebe, mit den wenigen Ausnahmefällen, wo einzelne Gruppen der Arbeiter für die Organisation zurzeit nicht zu gewinnen waren. Außer auf Brauereien erstrecken sich die Tarife auch auf eine ansehnliche Zahl geschäftlich angeschlossener oder verwandter Betriebe: Malzfabriken, Bierniederlagen, Brennereien, Seltersfabriken usw. Jetzt arbeiten schon uber 50000 Berufsarbeiter unter tariflich geregelten Verhältnissen. In den letzten drei Jahren schloß der Brauereiarbeiterverband Tarifverträge ab: im Jahre 1906: 115 mit 244 Betrieben für 6058 Personen, im Jahre 1907: 198 mit 404 Betrieben für reien 478 Verträge für 1135 Betriebe mit 50 269 Personen“ auf Mälzereien 36 Verträge für 37 Betriebe mit 789 Personen; auf Bierniederlagen 31 Verträge für 49 Betriebe mit 543 Personen: auf Brennereien, Seltersfabriken usw. 12 Tarifverträge für 27 Betriebe mit 444 Personen. Im Laufe dieses Jahres haben die Tarife wieder größere Ausbreitung erlangt. Nach Abzählung der Abgänge durch Ablauf verschiedener Tarife und Zuzählung der erneuerten und neuabgeschlossenen Tarife, die registriert und nach Ablauf eines jeden Vierteljahrs festgestellt werden, hatten am Schluß des 3. Quartals 629 Tarife für 1276 Betriebe mit 52538 beschaftigte Personen Giltigkeit. er Bielefeld, 2. Okt. Strafkammer. Der Erdarbeiter kehre, hoffe ich, daß Sie mi. mil Issener und flehll Enrn enlHetson erwiderte nichts darauf, und als der Doktor das Zelt schon lange verlassen hatte, ja, als schon der Abend seine Dämschatten über“ warf saß der Mann noch immer, den * u n d s t a r r t e merschatten über das Tal walh, sag der Mann noch immer, de Kovf in die Hand, den Ellbogen au, den Tisch gestutzt, und sluer still und schweigend vor sich nieder.(Fortietzurg kolot.) nis verurteilt worden ist, führt Beschwerde darüter, daß er überhaupt verurteilt worden ist, nach seiner Angabe hat er in Notwehr gehandelt, trotzdem das Berufungsgericht feststellte, daß er am 18. Dezember v. J. die Schlägerei in Szene gesetzt und den mit ihm beim Bau der Kleinbahn beschäftigten Vorarbeiter Konetzki und den Straßenbauer Holzhauer zum Teil mit gefährlichen Werkzeugen, zum Teil gemeinschaftlich mit mehreren in Wann ist die Bezeichnung„Rindvieh“ eine Beleidigung? (§ 124 der Gewerbeordnung.) Diese Frage mag vielen ebenso seltsam als überflüssig erscheinen; sie heischt aber dringend Beantwortung angesichts eines Urteils des Gewerbegerichts Augsburg, das sich mit anderen Urteilen in krassen Widerspruch setzt. Ein Arbeitgeber, der einen Kommis, einen Lehrling und zwei Arbeiter beschäftigt, schrie eines Tages seine Leute an:„Mit solchen Rindviechern, wie ihr seid, kann ich nicht mehr fortmachen. Der Kommis ließ sich diesen Titel gefallen, die beiden Arbeiter jedoch nicht, sondern verließen die Arbeit gemäß§ 124 der Gewerbeordnung und verlangten von dem Arbeitgeber mangels anderer Beschäftigung Schadenersatz. Das Gewerbegericht Augsburg wies die Klage ab, da eine„grobe Beleidigung“, die die Klager zum kündigungslosen Austritt berechtigt hätte, nicht vorläge, und der Beklagte die beiden Kläger gar nicht gemeint habe(er behauptet, nur den Kommis und den Lehrling gemeint zu haben) und es ihm jedenfalls an der beleidigenden Absicht gefehlt have. Das Gericht nahm an, der Arbeitgeber sei „eine leicht erregbare Natur, die sich in solchen unpassenden Kraftausdrücken Luft mache, aber keineswegs die Absicht hatte, die Betroffenen in ihrer Ehre anzugreifen: Unlängst machte ein Hausierer, dem das Bezirksamt einen fehlerhaften Hausierschein ausgestellt hatte, seiner leicht erregbaren Natur mit den Worten Luft:„Die Rindviecher vom Bezirksamt haben den fehlerhaften Schein bestätigt. Der Mann erhielt 3½ Monate. Gefängnis, die der Staatsanwalt noch zu niedrig fand und die auf seine Berufung auf 5 Monate erhöht Vielleicht ist auch der Fall denkbar, daß ein Arbeiter sich von seiner leicht erregbaren Natur soweit hinreißen läßt, seinen Arbeitgeber als„Rindvieh" zu titulieren. Gilt dann das ersterwahnte Urteil des Gewerbegerichts Augsburg für§ 123 der Gewerbeordnung ebenso wie für§ 124? Das Vertrauen zu den Gewervegerichten kann nicht gründlicher erschüttert werden, als durch solche Urteile, die der Ehre des Arbeiters den Schutz versagen, den Arbeitgeber, Behörden und Gewerberichter für sich beanspruchen und selbstverstandlich auch genießen. Mißhandlungen auf der Polizeiwache. Zwei„Musterbeamte“ hatten sich in Elberfeld wegen wissentlich falscher Anschuldigung zu verantworten. Die Anklage richtete sich gegen den früheren Polizeisergeanten Heinrich Haber und den früheren Nachtwachter Gustav Strunker. Beide waren bis vor kurzem Beamte der Stadt Kronenberg. In der Nacht zum 3. August dieses Jahres verhafteten sie den Schmied Karl Hammes angeblich wegen groben Unfugs und Beleidigung. Auf der Polizeiwache war Hammes dann von Strunker mit dem Säbel geschlagen worden. Hammes erstattete Anzeige. Sofort antwortete Haber mit einer Gegenanzeige, in der er behauptete, Hammes habe groben Unfug verübt und Widerstand geleistet und sich außerdem mit seiner gegen ihn und Strunker der Verleumdung schuldig geAnzeige gege#chn und macht. Die Strafkammer erhoh gegen die beiden Beamten zu nächst Anklage wegen Mißhandlung im Amte und, nachdem in ““ dlung vor der Strafkammer die mit der Vererteili der Verhändlung dor der Gitaftammer, die uit der Verurteilung der beiden Angeklagten zu je 6 Monaten Gefängnis endete festgestellt worden war, daß Hammes nicht den geringsten Widerstand geleistet und zu Mißhandlungen keinen Anlaß gegeben hatte, daß seine Anzeige also vollständig gerechtfertigt war, nachträglich unklage wegen wissentlich falsch erhobener Anschuldigung. Die Strafkammer verurteilte Haber zu einer weiteren Gefängnisstrase von 1 Monat, sprach Strünker dagegen frei, weil er zwar die Angaben des Haber bestätigt, aber selber keine Anzeige gegen Hammes erstattet habe. Verurteilter Reichstagsabgeordneter. Der Herausgeber des dänischen Blattes„Heimdal“, Reichstagsabgeordneter Hanssen, hatte sich am Freitag vor der Strafkammer in Fbensburg wegen Beleidigung des Vorsitzenden des Deutschen Vereins für das nördliche Schleswig, Dr. Hahn, zu verantworten. Die Beleidigung wurde erblickt in einem Artikel, in dem der Angeklagte die Enteignungsvorlage in der Ostmark besprach und damit die Zustände in Nordschleswig in Verbindung brachte. Das Gericht kam zu der Verurteilung Hanssens zu 400 Mk. Strafe eventuell 14 Tagen Haft. Ein russischer Offizier als Muttermörder. Mit einem Aufsehen erregenden Prozeß hatte sich das Geschworenengericht des Tschernigower Bezirks in Petersburg zu beschäftigen. Der russische Garde=Oberleutnant Iwkow war der Ermordung seiner Mutter angeklagt. In der Nacht zum 8. Dezember 1908 schoß Iwkow seiner Mutter, von einem Besuche zurückgekehrt, eine Revolverkugel in den Hinterkopf, daß sie tot zu Boden stürzte. Um den Verdacht abzulenken, durchschoß er sich den linken Mantelärmel und verletzte sich dabei leicht den Arm, dann feuerte er zwei Schüsse in die Luft ab und erklärte den hinzueilenden Personen, er sei von einem jungen Menschen überfallen worden, der seine Mutter erschossen und sich dann aus dem Staube gemacht habe. Es handelte sich offenbar um einen Racheakt, da er und seine Kameraden wegen ihrer Teilnahme an Strafexpeditionen von einer revolutionären Gesellschaft Todesle zugeste urteil „u erhalten haben. Iwkow befand sich in größter erlegenheit. Er lebte, wie viele Gardeotfiziere über sei Geldverlegenhen. Er lebt.,###i. Virn Garterisgnee, über seine Mittel, wie er es von der Militärschule her gewoynt war. Die Mutter mußte dem glänzenden Offizier immer neue Geldmittel zukommen lassen, trotzdem machte er Schulden über Schulden, und eines Tages stand er vor der Alternative, seine Schulden in kürzester Zeit zu bezahlen oder den bunten Rock ausziehen zu müssen. Die Mutter aber konnte ihm nichts mehr zukommen lassen; ihr Geld, etwa 30 000 bis 35000 Rubel, war festgelegt. Matter zu überreder Schulden zu bezahle Aus dem Zeugen leutnants ihre Kin Beziehungen lebte, Geld verbrauchte, da bei Bekannten klein fristen. Die Leute, geeilt waren, erklär gesehen; der Offizie verwirrte Aussagen Iwkows erklärte,e renommistisch verar zweifelten Lage befi stark in Geldverlege Geld lieh; ein ander seine Mutter beerbe morden. Die Gesch von Milderungsgri ihn zum Verlust a arbeit. Die Geschn die völlige Begnadig Unglü Nordhausen wurde von dem Ja des Landwirts Sti schossen. Wittenberg brun verunglückte n eines Feldarbeiters eines Jagdpächers das Schrot fuhr de Stelle getötet. Limburg, 4. meisters Limberger Schießen von Spatz in den Garten tra starb eine halbe St des über die Tat: beschlagnahmt Hamburg, 4. den 19jährigen Bar war, uber. Landsberg Chaussee fuhr gegen Die Insassen wur innere Verletzunge schmettert. Berlin, 4. Ol gestern der Gehein Villa im Grunewal damm an der Eck droschke mit voller wurde an der recht zertrümmert. Der liche Verletzungen sinnungslos zu ein erschütterung und getragen. Zürich, 4. Ok allon Bau#. von Schlief Man bewunderte d Rückkehr nach dem dann noch zu weite Newyork, 4. flog von der Gou flusses entlang, um bei dem Grant De nuten. Spa, 4. Okt. lenkbare Luftschiff entleert werden Verbrannt. N eignete sich im ben einem Zimmer de Petroleumlampe u Mädchen des Met Feuer und setzten trug schreckliche B und Armen davon wurde die Ueberfü ordnet. Versuchter Gat Mordanschlages a alte Instrumenten straße verhaftet wi in Unfrieden, weil pflegte. Die Frau Als sie nun gester lassen, gab es ein Mommert zwei R fehlgingen. 12 000 Mark e noch unbekannter Kontoinhabers, al badener Vorschußr 12000 Mark anw gestern Zatsächlich Großfener. He durch Großfeuer zerstört. Ein verhängn In der Nacht zu Ruderklubs in de gonerunteroffizier Außer weiteren 1 sich auch eine An ihnen, ein verheir einen Säbelstich verletzt ins Krar Tod durch Ele am städtischen Ele in der Transfor Stromleitung in und furchtbar ver Selbstmord ei der hohen Großh mittag eine etwa Isar, und verstar Eisenbahnraub Salzburg—Münck betäubt und bera Landern, dem si# Tscherkandkes vor den Trank an. Barschaft und se schwunden, Der Juwelen Freitag wurde in mann in der Fri Dieben Goldsach Tausend Mark be denen auch bis z wurde, sind mit habe Erbangelegenheiten zu erledigen, und suchte unterdes seine wie es nur gewer noch die Bedrohungen ache wurde auf Verm von hier, zurzeit ißend und im ganzen d. J. vom Schöffenchbeschädigung freigedaß er in der Nacht vorsätzlich— wie ihm dern im betrunkenen Gegen dieses Urteil eufung eingelegt wore Vorsätzlichkeit festberufung. dortmund war vom . J. wegen Gewerberk ev. 6 Tagen Gekai d. J. ein Inserat geben, in dem er geEr würde nach Zut herüber kommen. rufung eingelegt. Die nicht für vorliegend, herige Bestellung die verbe im Umherziehen aufgehoben und der ist Kleine von Meßst zum 13. April d. J. chmühle" bei Petersphoff aus Meßlingen einem Instrumente ffengericht zu Petersngnis und den Kleine Tagen Gefängnis versten Berufung eingeteil auf und erkannte iesen auf die mildere Berufung der Staatse ebenfalls 6 Wochen “ eine Beleidigung? ge mag vielen ebenso ht aber dringend Besewerbegerichts Augsssen Widerspruch setzt. Lehrling und zwei eine Leute an:„Mit ich nicht mehr forttel gefallen, die beiden Arbeit gemäß§ 124 von dem Arbeitgeber satz. Das Gewerbe„grobe Beleidigung“, tritt berechtigt hätte, Kläger gar nicht geund den Lehrling geder beleidigenden Ab, der Arbeitgeber sei n solchen, unpassenden egs die Aosicht hatte, N as Bezirksamt einen e, seiner leicht erregRindviecher vom Beestätigt.“ Der Mann Staatsanwalt noch zu auf 5 Monate erhöht ein Arbeiter sich von eißen läßt, seinen ArGilt dann das erstsburg für S 123 der en kann nicht gründUrteile, die der Ehre Arbeitgeber, Behörden und selbstverstandlich Zwei„Musterbeamte" falscher Anschuldigung ch gegen den früheren früheren Nachtwächter kurzem Beamte der August dieses Jahres mes angeblich wegen zer Polizeiwache war bel geschlagen worden. irtete Haber mit einer es habe groben Unfug außerdem mit seiner leumdung schuldig gee beiden Beamten zulmte und, nachdem in mit der Verurteilung Gefängnis endete, festden geringsten Widereinen Anlaß gegeben rechtfertigt war, nacherhobener Anschuldiser zu einer weiteren strünker dagegen frei, itigt, aber selber keine Der Herausgeber des abgeordneter Hanssen, ner in Fhensburg Deutschen Vereins für rantworten. Die Bein dem der Angeklagte esprach und damit die brachte. Das Gericht Mk. Strafe eventuell der. Mit einem Aufeschworenengericht des g zu beschäftigen. Der der Ermordung seiner Dezember 1908 schoß he zurückgekehrt, eine tot zu Boden stürzte. er sich den linken icht den Arm, dann nd erklärte den hinzun Menschen überfallen d ssich dann aus dem enbar um einen Racheihrer Teilnahme an en Gesellschaft Todesbefand sich in größter rdeoffiziere, über seine ser gewöhnt war. Die mmer neue Geldmittel hulden über Schulden, tive, seine Schulden in ten Rock ausziehen zu sichts mehr zukommen Rubel, war festgelegt. Vorwande, sein Vater, int lebte, sei gestorben, dem er vorspiegelte, er suchte unterdes seine zu überreden, iyre Kapitalien flüssig zu machen und seine Aus dem Zeugenverhör ergab sich, daß die Mutter des Oberleutnants ihre Kinder herzlich liebte und mit ihnen in besten Beziehungen lebte, daß der Oberleutnant Nikolai Iwkow soviel Geld verbrauchte, daß seine Mutter sogar ins Leihhaus ging und bei Bekannten kleine Summen borgte, um ihr eigenes Leben zu fristen. Die Leute, die auf die Schüsse hin zur Mordstätte hingeeilt waren, erklärten, sie hätten in der Nähe keinen Menschen gesehen; der Offizier hätte sich sehr gezwungen benommen und verwirrte Aussagen gemacht. Der Oberst des Regiments Iwkows erklärte, er traue ihm die Tat zu; Iwkow sei sehr renommistisch veranlagt gewesen und habe sich in einer verzweifelten Lage befunden. Ein Zeuge erzählte, daß Iwkow so stark in Geldverlegenheiten war, daß er sogar bei einem Kellner Geld lieh; ein anderer Zeuge, daß Iwkow erklärt hatte, er müsse seine Mutter beerben, sonst sei er gezwungen, zu stehlen oder zu morden. Die Geschworenen sprachen Iwkow unter Zubilligung von Milderungsgrunden schuldig und das Gericht verurteilte ihn zum Verlust aller Rechte und zu zwölf Jahren Zwangsarbeit. Die Geschworenen baten das Gericht, beim Kaiser um die völlige Begnadigung des Verurteilten einzukommer Vermischtes. Unglücksfälle mit dem Schießgewehr Nordhausen, 4. Okt. In der Nähe von Nordhausen wurde von dem Jagdpächter Hugo Schmidt das 10jährige Kind des Landwirts Stulzebach aus Tebra während der Jagd erWittenberg(Bez. Halle), 4. Okt. Im benachbarten Dabrun verunglückte nach Beendigung einer Fasanenjagd die Frau Schrot fuhr der Frau in die Brust. Sie wurde auf Stelle getötet.. Me, Jg..# hn bes Schrei Limburg, 4. Oll. Der 18jahrige Sohn des Schreinermeisters Limberger vergnügte sich mit seinem Freunde mit dem Schießen von Spatzen. Die Mutter, die in demselben Augenblick in den Garten trat, wurde durch einen Schuß getroffen und starb eine halbe Stunde nach erhaltener Verletzung. Die Waffe des über die Tat verzweifelten Sohnes wurde von der Polizei beschlagnahmt Automobilunfälle Hamburg, 4. Okt. Gestern abend fuhr ein Postautomobil den 19jährigen Bauernsohn Knott, der in wenigen Minuten tot war, uber. Landsberg(Bez. Halle), 4. Okt. Auf der Berlin=Anhalter Chaussee fuhr gegen ½6 Uhr ein Automobil gegen einen Baum. Die Insassen wurden herausgeschleudert und erlitten schwere innere Verletzungen. Dem Chauffeur wurde ein Bein zerschmettert.„ 64/1—6 Berlin, 4. Oll. Das Opfer eines Automobilunfalls wurde gestern der Geheime Kommerzienrat Woog, als er von seiner Villa im Grunewald nach der Stadt fuhr. Auf dem Kurfürstendamm an der Ecke der Knesebeckstraße fuhr ihm eine Autodroschke mit voller Geschwindigkeit in die Flanke. Sein Auto wurde an der rechten Seite, an der der Eigentümer saß, völlig zertrümmert. Der Chauffeur flog auf die Straße, ohne wesentliche Verletzungen davonzutragen. Geheimrat Woog wurde besinnungslos zu einem Arzte getragen. Er hatte eine Gehirnerschütterung und eine Verletzung des rechten Beines davongetragen. Von der Luftschiffahrt. Zürich, 4. Okt. Um die Mittagsstunde fuhr der ParsevalBallon von Schlieren über die Stadt hinweg bis zum Seekai. Man bewunderte die Leichtigkeit, mit der er die Wendungen zur Rückkehr nach dem Startplatze ausführte. Der Parseval stieg dann noch zu weiteren kürzeren Fahrten in die Lüfte. Newyork, 4. Okt. Wilbur Wright stieg heute auf und flog von der Gouverneurinsel aus das Westufer des Hudsonflusses entlang, um den Wolkenkratzern auszuweichen, und kehrte bei dem Grant Denkkai um. Die ganze Fahrt dauerte 33 Minuten. Spa, 4. Okt. Infolge des stürmischen Wetters mußte das lenkbare Luftschiff„Codiac“ zur Verhütung einer Katastrophe entleert werden Verbrannt. Nordhausen, 4. Okt. Gestern abend ereignete sich im benachbarten Großwerder ein Unglücksfall. In einem Zimmer der Gastwirtschaft Schlumann„explodierte eine Petroleumlampe und der Inhalt derselben ergoß sich auf das Mädchen des Metzgermeisters Deishardt. Die Kleider fingen Feuer und setzten das Mädchen in Flammen. Das Mädchen trug schreckliche Brandwunden am Unterkörper, sowie an Kopf und Armen davon. Von dem telephonisch herbeigerufenen Arzt wurde die Ueberführung nach dem hiesigen Krankenhaus angeordnet. Versuchter Gattenmord. Berlin, 4. Okt. Wegen eines Mordanschlages auf seine Frau ist gestern abend der 32 Jahre alte Instrumententräger Hermann Mommert aus der Naunynstraße verhaftet worden. Das Ehepaar lebte seit längerer Zeit in Unfrieden, weil der Mann seinen ganzen Lohn zu vertrinken pflegte. Die Frau beabsichtigte, sich deshalb von ihm zu trennen. Als sie nun gestern abend sich anschickte, die Wohnung zu verlassen, gab es einen heftigen Auftritt, der damit endete, daß Mommert zwei Revolverschüsse auf seine Frau abgab, die aber fehlgingen.„ 4 p„„ 12000 Mart erschwindett. Mainz, 4. On. Ein bis jetzt noch unbekannter Schwindler hatte sich auf den Namen eines Kontoinhabers, als dessen Sohn er sich ausgab, von dem Wiesbadener Vorschußverein in einem hiesigen Hotel die Summe von 12000 Mark anweisen lassen. Das Geld hat der Schwindler gestern datsächlich erhalten. Großfener. Heidelberg, 4. Okt. In Walddorf wurden durch Großfeuer vier Wohnhäuser und sieben Nebengebäude Ein verhängnisvoller Säbelhieb. Karlsruhe, 4. Okt. In der Nacht zum Sonntag wurden Mitglieder des hiesigen Ruderklubs in der Kaiserallee von einem angetrunkenen Dragonerunteroffizier angehalten, wodurch ein Streit entstand. Außer weiteren Unteroffizieren, die hinzukamen, sammelte sich sich auch eine Anzahl unveteiligter Zuschauer an. Einer von ihnen, ein verheirateter Mann, erhielt von einem Unteroffizier einen Säbelstich in die linke Seite, so daß er lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Tod durch Elektrizität. Mülhausen i. Els., 4. Okt. Der am städtischen Elektrizitätswerk beschäftigte Monteur Linse kam in der Transformatorenstation mit einer 6000 Volt starken Stromleitung in Berührung. Er wurde augenblicklich getötet und furchtbar verstümmelt. Selbstmord einer Unbekannten. München, 4. Okt. Von der hohen Großhesseler Eisenbahnbrücke stürzte sich heute mittag eine etwa 40jährige unbekannte Frauensperson in die Isar, und verstarb an den erlittenen Verletzungen. Eisenbahnraub. München, 4. Oktober. Auf der Strecke Salzburg—München wurde ein Russe von einem Landsmann betäubt und beraubt. Der Beraubte ist der Student Otto von Landern, dem sich der Eisenbahnräuber als ein Landsmann Tscherkandkes vorstellte. Er bot dem Studenten einen betäubenden Trank an. Als Landern wieder erwachte, war er seiner Barschaft und seines Frackes beraubt. Der Räuber ist verDer Iuwelendiebstahl in Stuttgart. In Freitag wurde in dem Bijouteriewarengeschäft von Eugen Kaufmann in der Friedrichstraße ein Einbruch verübt, bei dem den Dieben Goldsachen im Werte von 150000 Mk. und einige Tausend Mark bares Geld in die Hände fielen. Die Diebe, von denen auch bis zum heutigen Abend noch keine Spur gefunden wurde, sind mit dem großen Raffinement zu Werke gegangen, wie es nur gewerbsmäßigen Einbrechern zu eigen ist. Sie kamen vom Hausflur, öffneten mit Sperrhaken die nach dem Juwelierladen führende Eisentür und beseitigten das an der Tür befindliche Sicherheitsschloß dadurch, daß sie mit dem Brecheisen die Turfüllung ausbrachen. An der Rückwand des Ladens steht ein einem Büffet ähnlicher Schrank, der in seinem oberen Teil einen Glasschrank enthält, während der untere Teil einem Geldschrank nicht unähnlich sieht. Hier hatten die Einbrecher schwere Arbeit; sie meißelten in mehrstündiger Arbeit zwei große Löcher durch die ein Zentimeter starke Vorwand und konnten dann mühelos die Schranktür öffnen und die Schmucksachen an sich nehmen. Sie gingen dabei mit großer Sachkenntnis vor. Jedes Schmuckstück wurde genau abgewertet und nur Wertpolles mitgenommen. Die Etuis und Samtpolster wurden zurückgelassen. Auch um die Silberschränke, deren Glaswände nur eingedrückt zu werden brauchten, kümmerten sich die Diebe nicht. Man nimmt an, daß der Einbruch vor Mitternacht verübt worden ist; denn nachträglich, sagen Dienstmädchen aus, daß sie um diese Zeit wiederholtes Klopfen gehört hätten. Außerdem sind die Hunde im Hause um diese Zeit unruhig gewesen. Die Kriminalpolizei steht auf dem Standpunkt, daß die Täter herumreisende internationale Verbrecher sind. Oberbürgermeister Elditt ein Opfer der Erpressung. Das tragische Ende des Oberbürgermeisters Elditt zu Elbing beschäftigt noch immer aufs lebhafteste die Berliner und auswärtige Kriminalpolizei. Oberbürgermeister Elditt, ein sehr kenntnisreicher Kommunalbeamter, war in Elbing bei der gesamten Bürgerschaft außerordentlich beliebt. Er hat sich große Verdienste um die Stadt erworben. Er war unverheiratet; seine Schwester führte ihm die Wirtschaft. Zwischen den Geschwistern herrschte das beste Einvernehmen. Der Oberbürgermeister vertrat die Stadt Elbing im Herrenhause. Er erhielt fortdauernd Erpresserbriefe nach Elbing, die teils aus Berlin, teils aus Halle a. S., teils aus Frankfurt a. M. kamen. Der Oberbürgermeister hat anscheinend dem oder den Erpressern Geld gesandt. Es ging ihm aber ebenso wie seinerzeit dem Landgerichtsdirektor Hasse in Breslau und vielen anderen. Der Erpresser wurde immer frecher und steigerte seine Anforderungen. Der Oberbürgermeister griff schließlich zum Revolver und erschoß sich. Der Erpresser muß davon Kenntnis erhalten haben, denn sehr bald nach dem Tode kam aus Halle a. S. ein Brief an die Schwester des Oberbürgermeisters, in dem es hieß:„Der Oberbürgermeister hat mir 1000 Mart versprochen, die ich nach seinem Tode erhalten soll. Haben Sie die Güte, mir das Geld in einem Briefe nach Berlin, postlagernd, Postamt 7, unter Chiffre... zu schicken. Die Schwester übergab darauf sofort sämtliche Briefe des Erpressers an die Elbinger Polizei, die sich sogleich telegraphisch an die Berliner Kriminalpolizei wandte. Diese ließ das erwähnte Postamt 7 beobachten. Eines Abends fragte ein junger Mann nach dem postlagernden Brief unter der angegebenen Chiffre. Er erhielt einen solchen ausgehändigt. Der observierende Beamte nahm den jungen Mann, als er auf die Straße trat, fest. Dieser war aber nur abgesandt worden. Der Erpresser, der sich in der Nähe aufgehalten, hatte jedenfalls die Festnahme seines Beauftragten beobachtet und infolgedessen sich schleunigst aus dem Staube gemacht. Der Erpresser, auf den eifrig gefahndet wird, hat eine schöne Handschrift und einen sehr gewandten Briefstil. Er nannte, sich als Unterschrift Rolf Arminius. Er wird von dem jungen Mann als ein großer, schlanker Mann von 27 bis 29 Jahren, mit dunkelblondem, kurz geschnittenem Haar, kleinem blondem Schnurrbart und blasser Gesichtsfarbe geschildert. Er spricht hochdeutsch in sehr bedächtiger Weise. Er trug einen schwarzen steifen Hut, einen braunen Jakettanzug, schwarze Schnürstiefel und eine goldene oder vergoldete Uhrkette.„„ Selbstmord eines Millionärs. Wien, 4. Ott. Im hiesigen Grand=Hotel erschoß sich gestern abend der Millionär Albert Pullitzer, ein Bruder des bekannten Herausgebers der Newyorker„World“, der gegenwärtig längeren Aufenthalt in Berlin genommen hat, infolge eines unheilbaren Leidens. Attentat auf einen Eisenbahnzug. Wien, 4. Okt. Auf der Lokalbahnstzecke Gmünd—Groß=Gerguds brachten unbekannte Täter einen Personenzug zur Entgleisung, indem sie einen mehrere Zentner schweren Felsblock auf die Schienen gewälzt hatten. Die Lokomotioe und mehrere Wagen sind beschädigt, doch sind Personen nicht verletzt worden. Schiffszusammenstoß. Triest, 4. Okt. Der mit Passagieren vollbesetzte Lokaldampfer„Gia Paolo“ ist gestern beim Auslaufen aus dem hiesigen Hafen mit einem Torpedoboot zusammengestoßen, wobei das letztere ein großes Leck erhielt. Die Passagiere des Dampfers sind mit dem bloßen Schrecken davonEine Straße über die Alpen. Genf, 4. Okt. Der Generalrat des Departements Hautes=Alpes genehmigte einstimmig die Hälfte der Baukosten für eine große Alpenfayrstraße von Genf nach Nizza, die den Touristenverkehr von Savoyen und Südfrankreich leiten soll. Die andere Hälfte, der Baukosten trägt der Touring Club de France. Drei zum Tode verurteilte Raubmörder. Madrid, 4. Okt. Drei Manner, die mit brei Frauen in der Nähe der Ortschaft Cabanillas ein altes Ehepaar ermordeten und beraubten, wurden zum Tode verurteilt, die Frauen zu lebenslänglichem ZuchtDie Expedition Dr. Zintgraffs in Frage gestellt. Adis Abeba, 4. Okt. Dr. Zintgraff, der bekanntlich nach Kairo unterwegs war, kehrte plotzlich wieder hierher zurück, da angeblich Lebensgefahr bestand. Es kam zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und dem deutschen Gesandten, der alles getan hatte, um Zintgraffs Reise durch Besorgung einer von der abessinischen Regierung gestellten Eskorte zu erleichtern. Die Entdeckung des Nordpols. Newyork 4. Okt. Dr. Cook hat sich entschlossen, der hier allgemein laut werdenden Aufforderung entsprechend, sein Beweismaterial nicht nur der Kopenhagener Universität, sondern auch der hiesigen Nationalen Geographischen Vereinigung zu unterbreiten. Unglücksfälle im Bergbau. Newyork, 4. Okt. In-Roslin im Staate Washington sind infolge Explosion schlagender Wetter sechs Grubenarbeiter getötet und drei schwer verletzt worden. den Nordseebädern und eventuell nach Kopenhagen und bei günstigen Verhältnissen und nach Reduzierung der Zahl der Fahrgaste auch nach England dienen. Ulm, 5. Okt. Wegen Beleidigung der Tochter eines Ulmer Rechtsanwalts und eines katholischen Dekans in einem Artikel, der in der diesjährigen Faschingsnummer der demokratischen „Ulmer Zeitung" erschienen war, wurden der frühere Redakteur dieser Zeitung, Dr. Hermann Körner, und der ehemalige Lehrer Georg Uhl von der Ulmer Strafkammer zu 6 bezw. 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Sonneberg, 5. Okt. Bei der gestrigen Landtagswahl errangen die Sozialdemokraten einen Sieg. Sie behaupteten 7 Mandate und gewannen zwei bisher freisinnig vertretene Sitze. In Eisfeld, einer freisinnigen Hochburg, wurde einer erobert. Rom, 5. Okt. In Adria herrscht namentlich in der Frauendes vom Papste über die Stadt verhängten Interimmer mit einer schweren wurde aus Adria eine Petition mit 1000 Unterschriften an den Papst gesandt, in der der Kurie für die Verhängung des Interdilts gedankt und um dessen Aufrechterhaltung gebeten wird. Nach Rovigo wurde Militar entsandt, um die Ruhe aufrecht zu Wien, 5. Okt. Aus Saloniki ist die Meldung eingetroffen, das 20 montenegrinische Offiziere und 80 Soldaten auf türkisches Gebiet desertiert sind und das türkische Kriegsministerium um Aufnahme in die kürkische Armee gebeten haben. Der türkische Kriegsminister hat der Bitte Folge gegeben, nur 2 Offizieren wurde die Aufnahme verweigert. Die ubergetretenen Soldaten und Offiziere haben bereits den mohammedanischen Glauben angenommen. Belgrad, 5. Okt. Der Direktor des Gymnasiums FretPaschitsch erschoß sich nach Unterschlagung von etwa 6000 Fran) ihm anvertrauter Schulgelder und des Schulfonds. Lodz, 5. Okt. In der hiesigen chemischen Fabrik explodierte ein Dampfkessel. Ein Arbeiter wurde getötet, sechs schwer verletzt. Die Bleicherei wurde vollständig zerstört. London, 5. Okt. Peary hat von der Königlich geographischen Gesellschaft eine Einladung zu einem Besuch in London angenommen. Ueber das Datum seines Erscheinens ist noch nicht Definitives entschieden. Washington, 4. Okt. Infolge des hohen Baumwollpreises beabsichtigen die amerikanischen Webereien, den Betrieb gänzlich einzustellen. Sie halten dies für besser, als unrentabel zu Newyork, 5. Okt. Der Arctic=Klub begann gestern mit der Prüfung der Beweise Pearys. Man erwartet die Entscheidung in wenigen Tagen. Vereins-Kalender. Die nachstehenden durch Fettdruck hervorgehobenen Vereine gehören den in Betracht kommenden Zentralorganisationen an: Arbeiter=Radfahrer=Bund„Solidarität“, Arbeiter=Sängerbund, Arbeiter=Turnerbund. Mittwoch. Arbeigrir ggreigzigung„Irisch Auf“ 9 Uhr in Restaurant Arbeiter=Gesangverein„Liederblüte" 9 Uhr bei Hagemann, Heeverstraße.,,„ „Sängerhain“ 9 Uhr bei Kickert, Ehlentrupperweg. Freie Turnerschaft Bielefeld, Abt.„Vorwärts“ 8½ Uhr bei Freudenau, Heeperstraße.(Damen=Abteilung.) Arbeiter=Turnverein„Westfalia“ 8½ Uhr bei Holz, Restaurant zum Siegfried: Männer=Riege. Radfahrerklub„Vorwärts“ 9 Uhr bei Imkamp, Engerschestr. 1. Radfahrerverein„Dornberg“ 8 Uhr bei Indiestel, Bürgerweg. Radfahrerver.„Ruhig voran“ bei Apenbrink, Herforderstr. 242. Freie Radfahrer=Vereinigung, Abteilung 5, 9 Uhr bei ApenGuttemplerorden. Loge Ravensberg. 8½ Uhr. Gr. KurGuttemplerloge„Frei und beständig“, 8½ Uhr bei Viertmann, Skatklub„Gut Glück“ 9 Uhr bei Schneider, Kamphofstraße. Sieker. Radfahrer=Verein„Corona“ 9 Uhr bei Wöhler. Sudbrak. Arbeiter=Turnverein„Frisch Auf“, Zöglingsriege, 8½ Uhr bei Johrmann.,,. 2 nün F.: Grste. Schildesche. Kegelklub„Geseuigkeit 822 Uhr bei Gustad Sielmann, Herforderstr. 8. Schildesche. Kegelklub„Freie Bahn“ 9 Uhr bei Krämer. „Eggetaler“, 8½ Uhr bei G. Hartmann, Schillerstr. 75. Schildesche. Arbeiter=Turnverein„Deutsche Eiche“ 8 Uhr bei Lechterbeck....„oue 5/.2# M. k. 8 Schildesche. Mannergesangverein„Concorvia“ 9 Uhr bei W. Böke, Bielefelderstraße. Brackwede. Arbeiter=Radfahrerverein„Freiheit“ 8½ bei Karl Schröder. Werther. Arbeiter=Turnverein„Frisch Auf“ 9 Uhr. Oerlinghausen. Arbeiter=Turnverein„Einigkeit" 9 Herford. Arbeitergesangverein„Eintracht“ 9 Uhr bei WinkelOetinghausen. Arbeitergesangverein„Vorwärts“ 8½ Uhr bei Wirt Düsdicker..„„ 8935 Bürde. Arbeiter=Gesangverein„Einigleit 9 Uhr bei Nuvel. Bünde. Arbeitergesangverein„Eintracht“ 8½ Uhr bei Wirt Lage. Radfahrerverein„Schwalbe“ 8½ Uhr bei Steinsiek. Rehme. Arbeiter=Radfahrerverein„Bahn frei“, 8½ Uhr bei Röbke. Minden. Freier Turnerbund abends 8½ Uhr. Lübbecke. Arbeiter=Turnverein„Vorwärts“ 9 Uhr bei Baumeister. Uhr Uhr Duisburg, 4. Okt. Auf der Gewerkschaft„Lohberg“ stürzte ein Gerust, auf dem sich 8 Arbeiter befanden, zusammen. Einer wurde getötet, die übrigen schwer verwundet. Nachrichten. Dortmund, 5. Okt. Das hiesige Schöffengericht sprach heute in später Abendstunde nach zweitägiger Verhandlung den zwangsweise pensionierten Polizeiwachtmeister Wentzel, der in zwei Eingaben an den Magistrat den Polizeiwachtmeister Eltzholz bezichtigt hatte, von Kirmesschaustellern Schmiergelder entgegengenommen zu haben, gemäß§ 51 des Strafgesetzbuchs frei. Unter den vernommenen Zeugen vefand sich Oberbürgern## Dr. Schmieding. Köln, 5. Okt. In Meersen entstand bei einer Hochzeit zwischen den Angehörigen des jungen Paares ein Streit über die Tragung der Hochzeitskosten. Der Bruder der jungen Frau wurde von drei Brüdern des Mannes so schwer verletzt, daß Hannover, 5. Okt. Hier hat sich der 11jährige Quintaner Schmidt wegen des Empfänges schlechter Zensuren erhängt. Bremen, 5. Okt. Der nach Unterschlagung von Geldbriefen aus Dirschau flüchtige Postassistent Bornemann ist gestern hier verhaftet worden. Hamburg, 5. Okt. Direktor Colsmann von der Luftschiffbaugesellschaft Zeppelin weilt zurzeit hier, um mit den maßgebenden Kreisen wegen Errichtung einer Luftschiffsstation in Hamburg Fühlung zu nehmen. Für die hiesige Station würde nach seinen Erklärungen einem Interviewer gegenüber ein größeres Luftschiff für 30 bis 40 Personen zu einer fünf= bis sechsstündigen Jahrt gebaut werden. Die Fahrten sollen dem Verkehr nach Herford. Tagesordnung für die am Freitag, den 8. Oktober 1909, nachmittags 3 Uhr, stattfindende Stadtverordneten=Sitzung. 1. Mitteilungen. Vorlagen betr.. nleplane f“ a) anderweitige Festsetzung des Fluchttinenp#anen für die Marktstraße,„ M—4 b) Ankauf der Vordtriedeschen Besitzung Marnstr. 1;, c) Ankauf der Buchbinder Klausingschen Besitzung Elijabethstraße 1; d) anderweitige Festsetzung des Fluchtlinienplanes für die Elisabethstraße;„ M. K66 e) desgleichen für die Deichtor= und Bielefelverstruß, f) desgleichen für die Freiheitstraße; g) Beantwortung der Erinnerungen zur Rechnung der Pflasterbaukasse für 1907 und Antrag auf Entlastung; h) Bewilligung von 825 Mk. Kaufpreis für 33 Quadrat= meter von Herrn Zumbansen zur Straße abgegebenes Terrain. Herford, den 2. Oktober 1909. Der Stadtverordnetenvorsteher: Lücken. Bei Magenkranken mit Appetitlosigkeit bildet„Kufeke“ entweder in Milch oder in Fleischsuppe gekocht, oft das einzige Nahrungsmittel, welches die Kranken ohne Widerwillen nehmen und leicht verdauen. 5425 Ec Krecheisf Ama! Iöchenflich. Den Lesern bei Einkäufen verdeachtangengfchlen. C Abzahlungsgeschäfte Persochn b chece Möbel aller Art, Herde, Uhren u. Kinderwagen, Herren- u. KnabenAnzüge, Kompl. Betten. Harry Dreyer Sobenstr. I“ Alkoholfreie Getränke Dulk, Vertr. W9. Pesting Sinalco Bielefeld. Wogelen, Bch, Rühlenatr.19. Pas astor Feikes Corvi Vertr. J. Rosen, Bielefeld. dan Sonsiag beslcklek Spez. 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Sommer über von den müssen im zartesten Al ihre Angehörigen noch kinderverein, der für sorgt, hat in den letzter außer dem üblichen„T Schuhwerk, je nach Alt Sommer an ein Kind Wie faul es im Ste Beachtung der Bestimn hellt aus einer Zusami den Gewerbeinspektions schulpflichtiger, doch ni übrigens in der Zeit der In manchen Bezirken gesetz. In Berlin kame vor, eine verschwindend gesetzwidrige Beschäftigt 21 Bestrafungen stattfa Material bringt die B## lichen Kinderarbeit. Ebenso wertvoll ist sorge=(Zwangs= Erziehn Angaben aus Preußen reich ist. Die Angaben gelten. Seit 1902 stet Ueberwiesenen. 1907 b 2257 weibliche Zögling fanden sich 205=3,0 2 2065=29,8 Prozent 1 4651= 67,2 Prozent. Großstädten über 1000 von 20.000 bis 100000 von 5000 bis 20 000 Ein unter 2000 Einwohner zahl, nämlich 6624, he Schulen, 8 Privatschu 2078 hatten volle Vol Fhreiben und rechnen i Mphabeten, trotzdem pflichtige hatten Gefär gesamt wurden gericht Schulpflichtige und 117 Straftaten überwiegen Erheblic C.heblich, in der Abn werbsmäßiger Unzuch Ven den Schulpflichtig süchtige, 133 hatten di Von den Schulentlasse liche und 793 weiblich wurden 6190 befunden, sund wurden 5727 beft haftet 1679. Die Zahl erscheint äußerst gerin höhen, wenn die Unte zogen werden. Sind! der Zöglinge normal. worden. Bei 35.8 Pi linge ergab sich eine er heit, Trunksucht oder lastung kommt wohl a einer Familie wurden 2 Zöglinge in 704 Fälle 172 Fällen, 5 Zögling 7 Zöglinge in 35 Fal Eltern der Zöglinge in 469 Fällen die Mut Die Väter waren zu 52,3 Prozent unzüchti in 79 Fällen, die Mut einem Drittel der Zög Boden erwachsen! W Armut der Eltern, we von 900 Mk. bis 3000 900 Mk. angesetzt und die 2. Skala etwa bis 1494 Zöglingen gewiß ziert werden mussen. daß bei der übergroße