Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. A. AU DU SUSUU Organ der Sozialdemokratie für dus östliche Westsaten und die Rppischen Kurstenkumet. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Bielefeld, Mittwoch, 22. September 1909. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht" A. Gerisch& Co., Vieleseko. Jahrg. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Arbeitszeit und Nationalreichtum. ssc. Mit einer gewissen Regelmäßigkeit kehren in der deutschen Unternehmerpresse Stimmen wieder, die sich gegen die selbstverständlich durch die„sozialdemokratische Hetze der Gewerkschaften“ verschuldete Arbeiterträgheit wenden und aus ihr den Untergang der deutschen Industrie prophezeien. Ein solcher Klageruf, dem die großkapitalistischen Interessen dienende „Magdeburger Zeitung“ am 8. September 1908 Raum gab, war so grotesk und klang so schrill in das Verlangen nach Abhilfe gegen die„große“ Gefahr aus, die„über unser deutsches Volk und unser wirtschaftliches Leben hereinzubrechen droht", daß selbst die Redaktion des Kapitalistenblattes glaubte, dem Eifer einen gelinden Dämpfer aufsetzen zu müssen. Und das war rorsichtis gehandelt. Denn tatsächlich würde es traurig um die beutsche Industrie stehen, wenn es keine„sozialdemokratische Verhetzung“ gäbe, und tatsächlich sind die„Hetzer“ ferner bescheiden genug, einzugestehen, daß sie die Waffen, das Handwerkszeug für ihre Agitationsarbeit zum guten Teil gerade der Werkstatt bürgerlicher Erkenntnis entnommen haben. Es ist schon ziemlich lange her, daß das Evangelium von den volkswirtschaftlichen Segnungen der langen Arbeitszeit in der bürgerlichen Nationalökonomie absolute Geltung hatte und es verlohnt sich wohl, darauf hinzuweisen, daß schon in ziemlich früher Zeit auf die Gefahren aufmerksam gemacht wurde, die dem Volkswohlstande im allgemeinen, wie dem Unternehmertum im besonderen durch eine rücksichtslose Ausnutzung der Arbeieskraft erwachsen. Kein Geringerer als der hochgepriesene Adam Smith war 8 der 1776 in seinem Werke über den Nationalreichtum schrieb: „Es ist die Stimme der Natur, die einige Erholung, oft nur durch Ruhe, oft aber auch durch Zerstreuung, verlangt; und wenn diesem Verlangen nicht entsprochen wird, sind die Folgen oft gefährlich, selbst verderblich, und führen fast immer früher oder später die dem Gewerbe eigentümliche Krankheit herbei. Würden die Arbeitgeber stets den Vorschriften der Vernunft und der Menschlichkeit gehorchen, so kämen sie oft ir die Lage, den Fleiß ihrer Arbeiter eher zu mäßigen als anzuspornen. Bei jeder Art von Beschäftigung, glaube ich, finden wir, daß derjenige, der mäßig genug arbeitet, um sein Werk ständig fortsetzen zu können, nicht nur seine Gesundheit am längsten bewahrt, sondern im Laufe der Jahre auch die größte Menge Arbeit zustande bringt.“ . Um dieselbe Zeit setzte Justus Möser, den Roscher den größten Ncationalo#omomen des 18. Jahrhunderts nennt, auseinander, daß die Verwandlung der Feierstunden in Arbeitsstunden, die im deutschen Baugewerbe üblich werde, einen Betrug, eine Geldschneiderei für Meister und Bauherrn darstelle. Trotz der längeren Arbeitszeit werde doch nicht mehr geleistet und die Obrigkeit solle deshalb die Ueberstunden verbieten. Dann war es um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Macoulay, der im Kampf gegen die Zehnstundenbill in England dem arbeiterfeindlichen Teil der Unternehmer entgegenrief:„Ihr versucht uns zu schrecken, indem ihr uns erzählt, in einigen deutschen Fabriken arbeiteten die jungen Leute 17 Stunden von den 24, sie arbeiteten so stark, daß sich dort unter tausenden nicht einer finde, der die nötige Größe erreiche, um in die Armee aufgenommen zu werden. und ihr fragt, ob wir uns, wenn wir diese Bill annehmen, gegen derartige Mitbewerbung zu halten vermögen. Ich lache über den Gedanken an solche Mitbewerbung. Wenn wir jemals genötigt sind, die erste Stelle unter den Handelsvölkern abzutreten, so werden wir sie nicht an ein Geschlecht entarteter Zwerge, sondern irgend einem an Körper und Geist hervorragend kräftigen Volke abtreten.“ Diese beachtenswerte Prophezeiung ist bekanntlich gerade für Deutschland in gewissem Sinne in Erfüllung gegangen. Denn England konnte in der Tat der deutschen Konkurrenz spotten, solange das deutsche Unternehmertum wenig oder gar nicht in seinem Gelüste nach schrankenloser Ausbeutung bebindert war. Die Bedeutung der deutschen Industrie für den Weltmarkt setzte erst ein, als die deutsche Arbeiterschaft sich volitisch und gewerkschaftlich zu organisieren begann, und diese Bedeutung wuchs in dem Maße, als die Hetzarbeit" der Partei und der Gewerkschaften immer weitere Arbeitermassen in ihren Bann zog, als flammende Worte der Aufklärung das Proletariat auf die Pflichten der Selbsterhaltung hinwieten. Gerde im letzten Jahrzehnt ist diese Aufklärungs= und Organisationsarbeit bekanntlich von Erfolg gewesen. Die freien gewerkschaftlichen Zentralverbände vervierfachten etwa von 1898 bis 1907 die Zahl ihrer Mitglieder von 493742 auf 1 865 506 und erreichten Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzungen, die zwar hinter den billig zu beanspruchenden Bedürfnissen weit zurückblieben, aber dennoch von dem größten Teil des Unternehmertums oft genug als Vernichtung des Volkswohlstandes bejammert wurden. In diesen 10 Jahren hob sich aber der Gesamtwert der aus dem deutschen Zollgebiet ausgeführten Waren von 4057,5 Millionen auf 7447 Millionen Mark. Nach den Erträgnissen der Erganzungssteuer berechnet stieg die Gesamtsumme der zur Steuer herangezogenen Vermögen über 6000 Mk. in Preußen in den. 10 Jahren von 1895 bis 1905 von 62 Milliarden auf 80½ Milliarden Mark; es hatte sich also um 18½ Milliarden Mark vermehrt. Im dritten Teile des Denkschriftenbandes zu 1043 XII der Drucksachen des Reichstages wird das Gesamteinlommen der physischen Personen in Preußen für 1896 auf 10 148 Millionen, für 1907 hingegen auf 15874 Millionen Mark berechnet. Nach einer Berechnung von May stellte sich das gesamte Volkseinkommen im Deutschen Reiche für 1895 auf 25 387 Mill. Mark, für 1900 auf 31 561 Millionen Mark; und für 1908 schätzt Steinmann=Bucher in seiner Denkschrift zur Reichsfinanzreform das Volkscinkommen auf 35 Millionen Mark. „Alle diese Zahlen lassen ein außerordentliches Anwachsen res deutschen Nationalreichtums erkennen. Es soll hier nicht weiter die Rede davon sein, daß der Arbeiterschaft ein für das gesunde Gedeihen der Nation viel zu geringer Anteil an diesem erarbeiteten Gut zuteil wird, wo es für uns darauf ankommt, vor allem die Hinfälligkeit der kapitalistischen Schlagworte über ..„Die Abkürzung der Arbeitszeit ist die wichtigste Vorbefür die intellektuelle und sittliche Hebung des Arbeiterstandes. Sie ist in einem Staate des allgemeinen Stimmrechts, in einem Staate, in dem die Arbeiter zur Selbstverwaltung herangezogen werden sollen, sogar eine politische Notwendigkeit. Wie soll der Arbeiter, der durch die Verfassung zur Entscheidung über die schwersten Fragen der Zeit berufen wird, von seinen Rechten einen angemessenen Gebrauch machen, wenn man ihm nicht die Muße zugesteht, sich entsprechend zu unterrichten? Wie soll sich weiter der Arbeiter einen ausgeprägten Sinn, für Familienleben, für Häuslichkeit, für eine menschenwürdige Wohnung bewahren, wenn er sie beim Morgengrauen verläßt und erst in später Nachtstunde heimkehrt? Erst die Abkürzung der Arbeitszeit, wie sie durch die technischen Verbesserungen ja möglich und notwendig wird, gestattet dem Arbeiter eine allmählich wachsende Anteilnahme an den Gütern der modernen Kultur, also eine Annäherung an das ideale Ziel der menschlichen Entwicklung.“ Diese Wirkungen der Arbeitszeitverkürzung sind, wie gesagt, dem auf Erhaltung der Abhängigkeit der Arbeiterschaft erpichten Unternehmertum vielleicht gar nicht angenehm. Wahrscheinlich auch den Vertretern des preußischen Staates nicht, der die kulturfördernden Bestrebungen der Gewerkschaften Hand in Hand mit dem rückständigsten Teil der Arbeitgeber auf das rücksichtsloseste bekämpft und für die in Staatsbetrieben tätigen Arbeiter das gesetzliche Koalitionsrecht überhaupt nicht gelten läßt. Diesen kulturhemmenden Mächten gegenüber wird die Kraft der organisierten Arbeiterschaft gegenüber jedoch nicht erlahmen. Sobald die Gelegenheit wieder günstig ist, wird von neuem ihr Kampf um bessere Lohnbedingungen, vor allem um Verkürzung der Arbeitszeit einsetzen. Und dieser, einem rückständigen Unternehmertum und einer rückständigen Staatsgewalt zum Trotz geführte Kampf geht vor sich nicht nur zum besseren Gedeihen des Proletariats, sondern zum Segen für die gesamte deutsche Volkswirtschaft. Politische Uebersicht. Zum Fall Schack. Ueber die Vertrauensmännerversammlung der Wirtschaftlichen Vereinigung in Eisenach wird noch bekannt, oaß der Avgeordnete Raab, der neben Lattmann über den Krankheitszustand des Abgeordneten Schack berichtete, keinen Zweifel darüber ließ, daß Schacks Tätigkeit als Reichstagsabgeordneter als abgeschlossen anzusehen sei. Bei einer späteren Neuwahl wird man das Mandat, wie bereits mitgeteilt wurde, dem Oberlandesgerichtsrat Freiherrn von Richthofen=Jena, der der Versammtung evenfalls beiwohnte, antragen. Der Wiederzusammentritt des Reichstags. Soweit bis jetzt verlautet, ist die Einberufung des Reichstags für das letzte Drittel des November geplant. Dieser späte Termin soll deshalb gewählt worden sein, weil die verflossene Session sich bis weit in den Sommer hinein erstreckt hat. Unter den Vorlagen, die dem Reichstag zugehen werden, dürfte der Bedeutung nach die Reichsversicherungsordnung an erster Stelle stehen. Wieder etwas vom persönlichen Regiment. Rotterdam, 20. Sept. Dem„N. Rott. Cour.“ werden aus Berlin auf Grund von Mitteilungen eines früher im Haag beglaubigten Diplomaten noch einige Einzelheiten über den Brief des Deutschen Kaisers an die Königin Wilhelmina vom Winter 1903/04 mitgeteilt. „Es war ein ganz vertrauliches Schreiben,“ heißt es da, „in dem der Kaiser in sehr höflicher Form der Königin zu verstehen gab, daß er genötigt sein würde, Holland militärisch zu besetzen, wenn nicht von der holländischen Regierung die nötigen Verteidigungsmaßregeln längs der Küste getroffen würden. Dieses Schreiben erweckte natürlich am Hofe große Sensation; die Königin entbot den Ministerpräsidenten Kuyper zu sich, weigerte sich aber, ihm den Namen des Briefschreibers zu nennen, da es ein vertrauliches Schreiben sei. Erst später wurde der Name des Schreibers durch eine Indiskretion Kuypers bekannt, der ihn aus anderer Quelle erfahren hatte. Als der Kaiser später die Königin besuchte, sagte er, wahrscheinlich um den Eindruck seines Briefes wieder gut zu machen, er habe die Nordsee=Entente als ein spezielles Geschenk für die Königin von Holland bestimmt; dies wiederholte er gegenüber dem Prinzen Heinrich später beim Stapellauf der„Nassau".„Um den Wert der Entente zu beurteilen, ist,“ so geht der Bericht des Diplomaten weiter,„folgendes hinzuzufügen: Als voriges Jahr der dänische und der niederländische Gesandte in Berlin oon ihren Regierungen beauftragt waren, wie jüngst der„N. Rott. Cour.“ meldete, die NordseeEntente nur unter dem Vorbehalt einer sicheren Neutralitätsbestimmung zu unterzeichnen, wußte Herr v. Schoen die beiden Diplomaten hübsch in Behandlung zu nehmen und sie zur Unterzeichnung durch die Versicherung zu überreden, daß dieser Vorbehalt ganz überflüssig sei. Aber warum hat Deutschland, wenn der Vorbehalt überflüssig war, ihn abgelehnt?“ Der Korrespondent fügt hinzu, daß er die Verantwortung für die in dieser Darstellung liegenden Urteile ablehne, daß aber die Tatsachen selbst auch von anderer Seite Bestätigung fänden. Derartige Vorfälle sind sicher nicht geeignet, den Engländern eine gute Meinung von unseren friedlichen Absichten beizubringen. hinweisen, daß der Arbeiter vor allem eine Verkürzung der Arbeitszeit im Hinblick auf die ihm erwachsende Pflicht einer erhöhten Anteilnahme an den allgemeinen Kulturgütern bedarf. Für den Durchschnittsunternehmer mao es wenig ausmachen, wenn Prof. Herkner schreibt: Erwachen Aegyptens. a. k. Mit peinlicher Spannung mag die Regierung Großbritanniens dem Verlaufe der Verhandlungen folgen, die von dem Kongreß der ägyptischen Jugend in Genf gepflogen werden. Der Kongreß bekundete offen die Selbständigkeitsbestrebungen, die den fortgeschrittenen, aktionsfähigen Teil der Bevölkerung Aegyptens, das heute tatsächlich englisches Besitztum ist, beherrichen. Die Herrschaft über Aegypten bedeutet aber für Großbritannien nicht allein die Verfügung über eines der fruchtbarsten Länder mitten im Weltverkehr, sondern auch die Sicherstellung des nächsten Seewegs nach Indien, dem Hauptstück seines Kolonialreichs, und den Zugang zu wichtigen Teilen von Afrika. Alles das bedroht die Freiheitsbewegung des Landes. Der Kongreß sandte Telegramme an das englische Parlament und die türkische Regierung(die Türkei übt dem Namen nach!# die Oberherrschaft über Aegypten), in denen er die Räumung sie Aegyptens durch die englischen Behörden und Truppen forderte. Bezondere Bedeutung gewannen die Verhandlungen durch die Beieiligung englischer Delegierter. Keir Hardie verlangte namens der Arbeiterpartei ein Parlament für Aegypten. Und der Irländer Kettle forderte leidenschaftlich zum Kampfe auf gegen den gemeinsamen Feind England. Frankreich. I. A.½,, Der Skandal in der Sittenpolizei ist zugleich ein Justizskandal. In einem offenen Briefe an Eugen Dreyfus, den Vorsitzenden der zuständigen Strafkammer, weist Genosse J. Varenne darauf hin, daß die Agenten dieser Polizei selbst den „Avachen“, der Hefe des Pöbels, entstammten und, ehrlos als Ausgehaltene der Prostitution, in ihren Aussagen höchst unzuverlassig seien. Trotzdem nehme die 10. Kammer, die diese Leute sicher beurteilen könne, ihre Aussagen als bare Münze, selbst wenn sie den Bekundungen der ehrenhaftesten Personen widersprächen. V. erwartet eine Besserung freilich erst, wenn Herr D., den er an den an seinem Namensvetter begangenen Justizmord erinnert, selbst einmal in seiner Familie Erfahrungen mit diesem polizeilichen Zuhältertum gemacht haben werde. Jedenfalls erfährt man immer erbaulichere Dinge auch aus dieser bürgerlichen Republik, in der man den verbrecherischen Gelüsten eines Lumpentums volle Duldung gewährt— wer weiß, wie bald man diese Stützen der Ordnung zum Kampfe gegen das revolutionäre Proletariat brauchen wird? Sind doch die Mannen der schwarzen Bande nicht allein in Rußland die treusten Stützen der„heiligsten Güter“.— a. k. Eine schwarze Garde des Kapitalismus: nicht klerikale Gewerkschaften oder eine schwarze Bande nach russischem Muster, sondern eine wirkliche Armee von Negern schlägt Hanotaux, der frühere Minister des Auswärtigen, dem französischen Staate vor. Er ist ganz entzückt von der schwarzen Leibwache des Sultans, die er als Botschafter in Konstantinopel kennen gelernt hat, und empfiehlt, in den afrikanischen Besitzungen Frankreichs, dem Menschenreservoir am Senegal, ein Heer von 300000 Mann aufzustellen. Sie sollen das Land für Frankreich schützen,„um nicht weiter zu denken". Im„Socialiste" wird dieser verschwiegene weitere Gedanke weitergedacht und hervorgehoben, daß es sich offenbar darum handle, gegen den„inneren Feind", wenn die Soldaten etwa versagen sollten, die Angehörigen einer fremden, unzivilisierten Rasse aufbieten zu können. Die Greuel, die damit verbunden wären, fielen da nicht ins Gewicht. Jedenfalls spielen ähnliche Pläne heute in Frankreich keine geringe molle. Man hat daran gedacht, durch Heranziehung der Bevölkerung von Algier die Lücken auszufüllen, die der ständige Geburtenrückgang der französischen Armee verursacht. Das würde, abgesehen davon, ob die öffentliche Meinung Europas eine Verwendung solcher barbarischer Völkerschaften in europäischen Kriegen zulassen würde, schon darum höchst gefährlich für die französische Herrschaft in Afrika sein, weil solche ausgebildeten Truppen den besten Kern aufständischer Heere abgeben könnten. Aber es ist möglich, daß der andere Gesichtspunkt alle Bedenken zurücktreten läßt. Und gegen Verteidiger der Ordnung wird das kapitalistische öffentliche Gewissen auch dann nichts einzuwenden haben, wenn sie Kinder schänden und Säuglinge bajonettieren, wie es von den Kosaken des Verbündeten Frankreichs, des Freundes des deutschen Kaisers, geschieht. „ a, k. Kriegstaten im Frieden, Bei den Marinemanövern har oas Panzerschiff„République“ einen Passagierdampfer, der nach Toulon fuhr, beschossen. Drei scharfe Schüsse trafen das Schiff, zum Glück, ohne Menschenleben zu vernichten, verursachten aber eine furchtbare Panik. Die französische Marine kommt aus den erstaunlichsten Heldentaten nicht heraus. Nun hat sie sogar schon ihren Roschdjestwenski.— a. k. Spanische Polizeiagenten auf französischem Boden— das ist das neueste Stückchen kapitalistisch=polizeilicher Internationalität, das an die russische Polizeiwirtschaft in der Republik rühmlich anknüpft. In den der spanischen Grenze benachbarten Städten halten sich, wie die„Humanité“ meldet, eine Reihe spanischer Polizeibeamten auf. Eine Reihe Festnahmen spanischer Flüchtlinge durch die französischen Behörden war die Folge. Von Auslieferungen hat man noch nichts gehört. Aber wer weiß, was kommen mag? Jetzt berichten spanische Blätter, die französische Regierung beabsichtige, die übergetretenen spanischen Flüchtlinge massenhaft zu internieren, wie es einst mit den Truppen des Don Carlos geschehen ist. Genosse Dejeante hat eine Interpellation angekündigt über alle diese Machenschaften einer republikanischen Regierung gegen Leute, die nichts als etwa französische Zustände für ihr Vaterland erstreben.— a. k. Ein Polizeistückchen ist auch die auf Betreiben der noch immer lustig weiter grassierenden russischen Geheimpolizei erfolgre Verhaftung des russischen Studenten Gambachidze, der in Bordeaux festgenommen wurde. Die sozialistischen Studentensektionen haben Petitionen zu seinen Gunsten in Umlauf gesetzt. „i. 3, Einen mächtigen Protest gegen die spanische Schandwirtschaft stellte die Massenversammtung dar, die am 18. Sept. auf Einladung gewerkschaftlicher und sozialistischer Vereine in Paris stattgefunden hat. Sie war von 6000 Personen besucht und beschloß schärfsten Protest und energisches Eintreten für die Opfer jenes Systems. Zur Anlockung der kleinen Kapitalisten soll nun mit der beerühmten„Demokratisierung des Kapitals" begonnen (rund 14 Millionen Mark) in Stücke von hundert Kror zerlegt. Man will dadurch möglich viele Kleinbürger mit den Interessen des Großkapitals, das natürlich das Heft fest in der Hand behält, verbinden, um so den Grund zur Bildung einer Arbeitgeberpartei und zur noch schärferen parlamentarischen Besämpfung der gewerkschaftlichen Bewegung zu legen. Daß davei die Möglichkeit besteht, zu gegebener Zeit recht viele faule Papiere den unwissenden Spießern anzuhängen, ist in den Augen der„Chefs der Industrie" naturlich kein Fehler. Fragt sich nur, ob's glücken wird. Der Krieg in Marokke. Madrid, 21. Sept. Aus Melilla wird berichtet, die spanischen Truppen haben die Ortschaften Datel und Taxdirt nach einem lebhaften Kampfe, bei welchem sie 16 Tote und 70 Verwundete hatten, besetzt. Das Umgehungs manöver des Generals Marina gelang vorzüglich und er machte 1000 Gefangene, darunter auch Weiher und Kinder. Er hat Beni Sikat besetzt, indem er die Mauren auf die Höhen des Gurnangebirges zurückdrängte. Die ganze Halbin Guragngebziges zgraabfunglei Die ganze Gawihsel ist nunmehr abgesperrt, so daß die Mauren sich tatsächlich in einer einem mit ihrem Speichel befeuchteten Handtuch gereinigt habe. Bei einem Tuberkulösen befand sich ein Lupus am Oberarm. Er erzählte, er habe oft eine daselbst juckende Stelle mit seinem Speichel befeuchtet und gekratzt. Ein zweiter Fall von Hauttuberkulose wurde im Zwischenrippenraum einer Frau beobachtet, die ein aufgesprungenes erweitertes Akneknötchen wiederholt mit Speichel befeuchtet hatte. Ein Lupus am Halse eines 13jährigen Kindes mußte ebenfalls darauf zurückgeführt werden. Lupusknoten an den Augenlidern und an der Nase dürften meist durch Selbstinfektion mit verunreinigten Taschentuchern hervorgerufen sein. Ammen haben nicht selten die Gewohnheit, die Brustwarze vor Anlegen des Kindes mit Speichel zu befeuchten, Aus der Stadt und Nachbarschaft. Eänglingsernährung geschiebt, „. 90 Sentemher. nahmen, die dem Kinde schädlich sein können. großen Falle befinden. Während General Marina persönlich diesen Teil der Operation leitete, drang General San Martin ohne nennenswerten Widerstand bis 12 Kilometer vor Seluan vor. Die Operation erfolgte auf sehr schwierigem Gelände, und die spanischen Truppen legten eine große Tapferkeit an den Tag. * Bielefeld, Z2. Sepiender. — Bald so, bald so, wie's trefft. In ihrer SonnabendNummer schrieb die„Westfälische Zeitung": „Freilich würde die Sozialdemokratie selbst bei einem Ueberwiegen der revisionistischen Tendenzen für die bürgerliche Gesellschaft eher gefährlicher werden, als es die alte orthodoxe Richtung mit dem in den Vordergrund gestellten revolutionären Prinzip war.“.0 8 gtamer:.c. In ihrer Nummer vom Dienstag(21. Septemoer] aber schreibt dasselbe Blatt in einem Artikel:„Der Leipziger Pe tag im Lichte der französischen Presse“ dieses: „Doch mögen wir eine tröstliche Lehre aus den Leipziger Tagen und ihrer Besprechung davontragen: der Sozialismus krankt an zu vielen Widersprüchen, als daß er unter deren Ballast widerstandsfähig und aktionsfähig genug bleiben könnte, um eines Tages für die heutige Gesellschaftsordnung zur wirklichen Gefahr zu werden, und was ihm die Fehlgriffe seiner Entwicklung an Stoßkraft belassen haben, geht ihm durch kleinliche Zänkereien seiner hauptsächlichsten Vertreter endgiltig verloren.“ Auf den Unsinn, der da niedergeschrieben ist, einzugehen, verlohnt sich selbstverständlich nicht. Wir wollten nur zeigen, wie in der„Westfälischen Zeitung Politik gemacht wird. Und da soll es noch Leute geben, die sich darüber wundern, daß die Leser eines solchen Blattes in politischen Dingen nicht wissen, ob sie Weibchen oder Männchen sind? Sz.— Betriebsunfall auf dem Wege zur Arbeitsstelle. Mit welcher Vorsicht die Arbeiter bei Erleidung eines Unfalls sofort die nötigen Feststellungen machen müssen, beweist folgender Fall: Der Schlosser St. erlitt am 2. Januar 1908 dadurch einen Unfall, daß er auf dem Wege zur Arbeit beim Einbiegen in das Fabriktor der Firma Türkopp infolge Glatteises ausrutschte und zu Fall kam, wobei er sich einen Bruch des rechten Fußgelenks zuzog. Die zuständige Berufsgenossenschaft der Feinmechanik lehnte die Gewährung einer Unfallrente ab, weil der Unfall sich nicht im Betriebe ereignet haben soll. St. beruhigte sich bei dem ablehnenden Bescheid nicht, sondern ließ durch die Polizeiverwaltung feststellen, daß die Unfallstelle zwar hart an der Grenze des Durkoppschen Grundstücks und dem öffentlichen Bürgersteige, aber schon im Bereich der Fabrik liegt. Das von St. angerufene Schiedsgericht erkannte den Unfall dann auch als Betriebsunfall an und sprach dem St. eine Rente von 50 Prozent, d der* die Auskunft der Polizeiverwaltung als *, vus die Unsgustege,nichtmet Prozen zu, da es burch die ausk erwiesen und festgestellt erachtete, daß die Unfallstelle nicht mehr zu dem öffentlichen Bürgersteig, sondern zur Fabrik der Unfaufirma gehört. Der Unfall hat den St. zwar auf dem Wege zur Arbeit, aber bereits innerhalb der Grenzen des Fabrikgrundstückes betroffen. Die Berufsgenossenschaft hat deshalb fur die Unfallfolgen aufzukommen. Mit dieser Schiedsgerichtsentscheidung war die Berufsgenossenschaft jedoch nicht zufrieden, sondern legte hiergegen Rekurs beim Reichsversicherungsamt ein. In der RekursIn, der Rekurootekurs beim Reichsversicherungsamt ein. In der Rekursbegründung wies die Berufsgenossenschaft darauf hin, daß die Shaauftur Richt auf dem ,Hüvengruwitun, Azgn gnf Dem Unsallstelle nicht auf dem Fabrikarundstück, sondern auf Burgersteig kurz vor dem Eingang zur Fabrik sich vefinoe. Zum Beweis hierfür hatte die Berufsgenossenschaft einen von der Firma Dürkopp übersandten Situationsplan beigefügt, woraus iber nicht mit aller Deutlichkeit zu ersehen war, daß die UnfallWir erwiderten darauf in unserer Gegenerklärung, daß der Situationsplan ungenau ist, das Dach des Dürkoppschen Gebäudes ragt noch ungefähr 60 Zentimeter über die Unfallstelle berüber und demnach liegt die Unfallstelle innerhalb der Gebäudegrenze. Vom Reichsversicherungsamt wurde nun Beweis erhoben durch Vernehmung von Zeugen und Einforderung einer neuen amtlichen Handzeichnung über die Unfallstätte und Umgegend. Diese ließ St. von dem vereideten Landmesser Bomers anfertigen und daraus ging mit aller Deutlichkeit hervor, daß die Unfallstelle innerhalb der Fabrikgrenze und somit im Banne des Betriebes liegt. Auch aus der Aussage des Polizeiwachtmeisters Waßmann war zu entnehmen, daß der Unfall innerhalb der Gebäudegrenze erfolgt war. Waßmann war selbst kein Augenzeuge des Unsaus, es war ihm aber die Unfaustelle von SSt. und gt war. Waßmann war selbst kein Augenzeuge des Unfaus, es war ihm aber die Unsaustelle von St. und zwil weiteren vernommenen Zeugen genau angegeben worden. Waßmann hatte auch die Ueberzeugung, daß nach den an Ort und Stelle gemachten Erklärungen die Unfallstelle keine andere sein konnte, da St. nach hinten geschlagen ist, wie es beim Ausrutschen infolge Glatteises immer vorkommt. Trotz dieser klaren Beweismittel wollte die Berufsgenossenschaft das Vorliegen eines Betriebsunfalls nicht anerkennen, wie diese in einem Schreiben an das Reichsversicherungsamt ausführte. Die Unfallstelle wäre in der amtlichen Handzeichnung nur nach den Angaben des St. vermerkt, nachdem demselben beUmstand für die Anerkennung seiner St. hätte ausdrucklich ig angegeben, daß er auf dem Eise Fabrik Hieraus ginge zweifellos hervor, daß St. außer gebäudes zu Fall gekommen ist und der Stadtverme inspektor Bomers durfte sich geirrt haben, als er in der Handzeichnung die Unfallstelle innerhalb des Betriebes vermerkte. Man ersieht hieraus, mit welchen Mitteln, ja sogar Verdächtigungen die Berufsgenossenschaft arheitet, um sich ihr — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Die Saison wird am Sonntag, 26. d. M., mit der Straußschen Operette„Ein Walzertraum“ eröffnet. Für eine hervorragende Ausstattung des Stückes ist in jeder Beziehung Sorge getragen. Die österreichischen Original=Uniformen sind aus Wien bezogen. Der Verkauf der Tageskarten beginnt Freitag früh 10 Uhr. Prospekte mit dem Personalverzeichnis und den Abonnements=Bedingungen sind im Theaterbureau zu haben. — Polizeibericht. Kör-Termine tag, 4. Oktober 1909, vormittags 10 Uhr. dächtigungen die Berufsgenossenschaft arheitet, um sich ihrer Entschädigungspflicht zu entziehen. Das Reichsversicherungsamt wies jedoch den Rekurs der Berufsgenossenschaft zurück und trat der Entscheidung des Schiedsgerichts mit folgender Begründung bei: Der Senat hat dahingestellt gelassen, ob der Unfall vom 2. Januar 1908 an einer Stelle des Eingangstores erfolgt ist, die bereits zur Betriebsstätte gehörte. Jedenfalls ist aus den Ermittelungen soviel wit Sicherheit zu entneymen, daß der die bereits zur Betriebsstätte gehörte. Jek P#tetteuge tet min wugetzez, gu entnehnen, daß niever sauende Körper des St., wenigstens zum Teil, auch auf Retriehsgelände aufgeschlagen ist. Die Unig ör=Termine finden statt am Monr, beim Gastwirt Meyer Gauhir, Meher U Sitee zu Drewer in Schildesche; ferner am Mittwoch, 6. Ottover, vormittags 9 Uhr, beim Wirt Brand in Brock bei Brackwede und tittags 11 Uhr heim Wirt Uhmann in Isselhorst. mittags 9 Uhr, beim Wirt Brand in Br.### vormitlags fr Uhr deim Wirt Upmann in Issethorst. Gefunden: 1 rotes Damenportemonnaie mit geringem Inhalt; 1 braunes Ledertäschchen; 1 schwarzes Handtäschchen mit allerlei Inhalt; 7 kleinere Plumeauxbezuge. Zugelaufen: 1 wolfsfarbige Schaferhundin; 1 DoberVerloren: 1 goldenes viereckiges Medaillon; 1 schwarze Emaillebrosche mit Perle; 1 Zehnmarkstück; 1 schwarzes Damenportemonnaie mit 75 Mk. Inhalt: 1 längliches Medaillon mit Kette und Photographie; 1 goldenes Kettenarmband. Rotlaufseuche ist unter dem Schweinebestande des Arbeiters Heinrich Siebrasse, Heimweg 11, ausgebrochen. Erloschen ist dieselbe unter dem Schweinebestandes des Kolons Wilhelm Kornfeld, Detmolderstr. 153, und des Maurers Heinrich stermin. Aus Anlaß des Umzugstermins wird darauf hingewiesen, daß das Verstopfen von Ofenlöchern mit brennbaren Stoffen feuergefährlich und polizeilich verboten ist. Ein gleiches gilt für das Ueberkleben der Ofenlöcher mittels Tapeten. Vor den Feuerungen(Oefen usw.) ist der Fußboden mit einem genügend großen Schutzblech gegen herausfallende Kohlenstücke zu schützen. Festgenommen wurden 2 Personen wegen Einbruchsdiebstahls; 1 Person wegen Trunkenheit und Verüben groben Unfugs und 1 Frauensperson wegen steckbrieflicher Verfolgung und Gewerbsunzucht; 6 Obdachlose erhielten im Polizeigefängnis Einbruchsdiebstahl. Auf frischer Tat ertappt wurden die Schüler K., im Alter von 12 und 14 Jahren, als sie gestern abend gegen 11¾ Uhr bei dem Althändler G. hier einbrachen. Beide hatten mehrere Uhren und Ketten entwendet. niederfauende Korper des St., wenigstens zum Telt, guch auf Veiricosgelande aufgeschlagen ist. Die Unfallstelle umfaßt also mindestens auch ein Stück des Betriebsgebietes und deshalb steht es mit der Rechtsprechung des Reichsversicherungsamtes nicht in Widerspruch, den Unfall schon dem Betriebe zuzurechnen. Da die in der Vorentscheidung festgesetzte Rente von 50 Prozent für die Folgen des Unfalls ihrer Höhe nach nicht ausdrücklich angefochten ist, erschien auch diese Rente dem Reichsversicherungsamt angemessen. amt St. vekommt also 50 Prozent= 38 Mark 95 Pfg. monatliche Rente. Die für Anfertigung der Handzeichnung entstandenen Kosten in Höhe von 5 Mark mußte die Berufsgenossenschaft ebenfalls an St. zurückzahlen. geübt wird. eine an Tuber! Die Not der Tabakarbeiter. Auf Antrag des Zentrums hat der Reichstag den Betrag von 4 Millionen Mark ausgeworfen, die zur Unterstützung solcher Tabakarbeiter verwendet werden sollen, die infolge der Tabaksteuer ihre Existenz verlieren. Ein sozialdemokratischer Antrag, der nicht eine Unterstützung der brotlos werdenden Tabakarbeiter, sondern eine weitgehende Entschädigung verlangte, wurde im Reichstag abgelehnt. Wie in bürgerlichen Blättern mitgeteilt wird, hat ein Bundesstaat beim Reichskanzler beantragt, ihm einen höheren Betrag zur Unterstützung arbeitsloser Tabakarbeiter zu gewähren, als diesem Staate nach der getroffenen Regelung zukommen sollte. Der Reichskanzler hat das abgelehnt mit dem Bemerken, der Gesamtbetrag der Ueberweisungen an die Einzelstaaten zu dem vorgedachten Zwecke dürfe 4 Millionen Mark nicht übersteigen, und bei der Finanzlage des Reiches sei es vollständig ausgeschlossen, daß etwa später eine Erhöhung des Gesamtbetrages vorgenommen werden könne. In dieser Antwort liegt gleichzeitig ein scharfer Hieb gegen das Zentrum, das im Reichstage erklärte, wenn diese vier Millionen Mark nicht reichen, dann könne diese Summe jederzeit erhöht werden. Es ist wohl auch kaum eine Frage, daß das Zentrum einen solchen Antrag im kommenden Winter im Reichstage stellen wird. Ebensowenig aber kann es eine Frage sein, daß der Bundesrat einem solchen Beschluß nicht zustimmen wird und auch gar nicht zustimmen kann, weil die vorhandenen Mittel zur Deckung der notwendigen Ausgaben überhaupt nicht zureichen. Das Zentrum wird dann naturlich seinen Wählern vorschwindeln, daß die Schuld an der unzureichenden Unterstützung der Tabakarbeiter lediglich bei der Regierung liege. Wenn das Zentrum gewollt hätte, dann hätte allerdings die Regierung bei der Beratung der Reichsfinanzreform sich mit einer weitgehenden Entschädigung der Tabakarbeiter einverstanden erklären müssen. Das Interesse der Staatskasse stand dem Zentrum aber höher, als die Interessen tausender Tabakarbeiter, die durch die Steuerpolitik des Reiches um ihre Existenz betrogen worden sind. Mille im höchsten Falle einen Verdienst von 30—45 Mark pro Monat ausmacht. Weitere Folgen der Tabaksteuer. 33 Arbeiter der Filiale Hunnebrock der Firma Schmidt in Lemgo haben 2 Tage feiern müssen. Bei der Firma Meyer & Scheffer in Hüffen haben 4 Sortierer 14 Tage gefeiert. Die Firma Andre in Bünde, Filiale Hunnebrock, hat 77 Zigarrenmacher vom 15. August bis 5. September feiern lassen. Von der Firma Zylch& Nitsche, Sitz Scharmbeck bei Bremen, Filiale Besenkamp, wurden 20 Arbeiter entlassen. Bei Moning in Hüffen haben 7 Arbeiter 3 Tage gefeiert. Bei der Firma Osterwald in Enger, Filiale Hüffen, haben 17 Arbeiter 2 Tage feiern müssen. Bei Rehling& Blank, Bünde, Filiale Besenkamp haben 39 Arbeiter 8 Tage feiern müssen. dem Amte in Pr.=Oldendorf übermittelt. Nun ging auf Befehl des Amtmanns Besch der Polizeidiener von Blasheim nach jedem Unterstützung Nachsuchenden und stellte bei diesen alle möglichen Fragen. Hierbei wurde jeder Verdenst, auch wenn es nur 25 Pfg. waren, notiert. Am Freitag voriger Woche beschied der Amtmann die Werkmeister der entlassenen Arheiter zu sich. Werkmeistern gegenüber erklärte er, daß bis zur Stunde noch keine Anweisung, auch kein Geld beim Amte eingegangen sei, und er riet denselben, den Arbeitern einen Vorschuß zur Verfügung zu stellen. Es könne ja eigentlich von einem Notstand nicht geredet werden, aber um die Gemüter zu beruhigen, sollte Wir glauben dem Amtmann recht gern, daß seine Familie keine Not leidet, doch möchten wir ihm raten, der Wissenschaft halber mal einen Monat bei einem arbeitslosen Zigarrenarbeiter Kost und Logis zu nehmen und dann in einer kinderreichen Familie, er würde sich dann sicher veranlaßt fuhlen, seine Ansichten über die Notlage der Tabakarbeiter einer gründlichen Revision Die Werkmeister erklärten, daß sie nicht in der Lage wären, Vorschüsse zu leisten. Der Amtmann ersuchte darauf die Werkmeister, diese möchten bei ihren Fabrikanten die Sache anregen. Da auch hierfür keine Garantie übernommen werden konnte, endigte die Zusammenkunft wie das Hornberger Schießen, es kam nichts dabei heraus; die Arbeiter mögen weiter hungern. Da es sich fast durchweg um unorganisierte Arbeiter handelt, so ist die Notlags doppelt fühlbar. Bei Steinmeister& Wellensiek, Bünde, Filiale Besenkamp, haben 28 Arbeiter feiern., Mgüsserz. 8 W.kostrinnen G. Das sind im ganzen 232 Urbeiter und urbeiterinnen, die schon längere oder kürzere Zeit gefeiert haben. Im Oktober werden mehrere Fabriken geschlossen.„„ Ecam 6.s Im Kreise Lübbecke in Gehlenvea feiern schon seit dem 15. August abwechselnd zirka 25 Arbeiter der Firma Reichertz& Co. in Osterholz, Scharmbeck. Nach längerem Warten wurde denselben in voriger Woche von der dortigen Posthörde die erste Unterstützung ausgezahlt. Hierbei äußerte der —kfg. Speichel als Ueberträger der Tuberkulose. Im Speichel von 29 von 50 Tuberkulösen konnte von Dr. Dunkley (Lancet) die Gegenwart von Tuberkelbazillen nachgewiesen werden. Tuberkulöse Kranke werden wohl über die Geföhrlichkeit ihres Auswurfs unterrichtet, aber selten oder nie über die ihres Speichels, der ebenfalls Beachtung verdient. Zu verwerfen sind n würde. Uersiek& dafür Sorge tragen, daß den arbeitslos werdenden Taba beitern in der Landwirtschaft,Beschäftigung nachgewiet, wü In, Obermehnen waren 30 arbeiter der Filiale Eurrsiek Rosewald in Bünde 8 Wochen lang gezwungen, zu feiern. Diese arbeiten nun auf Stückzahl, was ein Drittei Verdienstausfall sich bringt. In Blasheim wurden am 15. August von ter& Rentsch und Rehbock& Stackelb 100 Arbeiter entlassen. In der Fili werden monatlich nur 14 Tage gearbeitet; Schiefertafeln, wie es von Kindern nicht selten Ein Kind mit Lupus an der Wange gav an, daß #uulose leidende Mutter ihm öfter das Gesicht mit von Wilkens. Nachf. werden monatlich nux 14 Tage gearbeitet; in dieser Zeit darf auch nicht über das Pensum, welches ohne Wickelmacher 3 Mille und mit Wickelmacher 4½ Mille beträgt, geliefert werden, was bei einem Lohnsatz von 9—10 Mk. pro der eine über 50, der andere weit über 60 Jahre alt,„Letztere hat schon über 27 Jahre bei der Firma gearbeitet, Diese wurden zwecks Erlangung der Staatsunterstützung beim Burgermeister vorstellig; aber auch dieser faßte die Sache gar nicht so eilig denn erst wurde den Arbeitslosen aufgegeben, sich um andere Arbeit zu bekümmern. Wenn sie das getan und Bescheinigungen darüber beigebracht hätten, sollten sie nach 8 Tagen wiederkommen. Dem beim Sortiertisch ergrauten Arbeiter wird also noch zugemutet, sich vielleicht von einem Gutsbesitzer schurigeln zu lassen oder vielleicht Arbeit als Steinträger anzunehmen. Bei Menke& Holle arbeiten die Zigarrenarbeiter auf Stückzahl. Auch Bracksieck& Brüggemann, Bremen, wollen ihre Filialen in hiesiger Gegend vom 1. Oktober ab schließen und ihre sämtlichen Arbeiter entlassen. Hierbei kamen an 400 ArDas sind die Früchte der Hottentottenwahlen von 1907, wo jeder Tabakarbeiter, wenn er auch nur 1 Schwein im Stalle hatte, konservativ wählte. 6000 Unterstützungsgesuche arbeitsloser Tabakarbeiter sind beim Hauptzollamt in Minden eingegangen. Das ist eine Wirkung der Tabaksteuer, wie sie selbst von manchem Pessimisten nicht erwartet worden ist. Das Schlimmste aber noch. Die meisten Fabrikanten sind gezwungen, im nächsten aber noch. Die meisten Brsesbesten zur Hfiegen ein Khese gesebrilaner. Ps. Pehr-Keiter.,. VPgefers Preislage einge haben, andere über zu Mineren Gagen, übergehen und die Beschaffung neuer Formen sich nicht so schneu ermöglichen läßt. Wahrheitsliebe. Der„Raven sberger“ bringt ein Eingesandt, wahrscheinlich vom„Christlichen“ Griese. Schon daß, Titgemeper diesen Erguß als Eingesandt aufnimmt, beweist, gaß sogar seinem Leben in Melbergen gewest Mann mußte nun aber im Briefkasten seines Blattes selbst zugeben, daß er bei Baks in Melbergen geredet habe. Nun ist dieses den„christlichen“ Radaubrüdern furchtbar unangenehm. Eine Verdrehung oder Ableugnung ist nicht möglich, deshalb verlegt man sich auf Nebensachen. Solche Nebensachen werden nun an den Haaren herbeigezogen, indem man im„Rapens: berger“ von der mangelhaften Schulbildung anderer schreibt, das wirkt ja ungeheuer spaßig. Daß aber dem Schreiber in der „Volkswacht“ vorgeworfen wird, nicht einmal richtig abschreiben zu können und dieses dadurch zu beweisen sucht, daß man die Briefkastennotiz fälscht, ist unehrlich. Oder sollte sich hier auch die mangelhafte Schulbildung des Einsenders offenbaren, da er gleich beweist, selbst nicht richtig abschreiben zu können? Der Unterschied zwischen dem Wortlaut der Briefkastennotiz und der Wiedergabe derselben in der„Volkswacht“ läßt sich greich feststellen. In, der„volkswacht; heißt egn. Mazi. „Wir nehmen hiermit von deiner Mitteilung Notiz" usw. Der Einsender schreibt nun bei der Wiedergabe der Briestastennotiz: Li. gmtisung Past a ulh „Wir nehmen von deiner Meirkeilung„oriz usw.“.." Der christliche Abschreiber läßt das Wort„hiermir fehlen. Dieses ist nun der einzige Unterschied, worauf sich der Vorwurf des unrichtigen Abschreibens beziehen kann. Wir haben die Nr. 36 des christlichen„Tabakarbeiter“ vom 10. Sept. 1909 zur Hand. Jeder Leser der„Volkswacht", welcher es möglich machen kann, in diese Nummer Einsicht zu nehmen, kann sich davon überzeugen, daß die„Volkswacht" richtig abgeschrieben hat. Das Wort„hiermit“ steht richtig in der Briefkastennotiz darin. Der Einsender hat entweder gefälscht, oder der Vorwurf, den er anderen macht, nicht mal richtig abschreiben zu können— trifft ihn selbst. Er hat sich selbst in diesem Eingesandt charakterisiert. Die milderen Umstände, die er seinem Gegner zubilligt, kommen ihm also nicht zugute. Denn wer so vermessen ist, über andere zu urteilen, soll selber wenigstens erst mal seinen eigenen geistigen Tiefstand zu heben versuchen. Nun haben wir unseren Lesern die ganze Briefkastennotiz nicht wiedergegeben; das soll eine Fälschung sein. Folgenden Satz haben wir fortgelassen:„Tatsächlich gehort diese Wilhelmstraße zu Oeynhausen“. Wir müssen geste Satz für so einfältig d nicht wert ist. Baks welcher die Chaussee kreuzt. Dort hört Oeynhausen auf. Nun will uns ein Mann in Rees am Rhein weis machen, die Wilhelmstraße in Melbergen gehöre zu Oeynhausen. Die Straße, woran Baks wohnt, gehört aber nicht zu Oeynhausen. Ebenso wenig wie Baks zur Oeynhauser Gemarkung gehort, ebenso wenig gehört die Chaussee vor seinem Hause zu Oeynhausen. Diese Albernheit in der Briefkastennotiz sollen wir nun den Lesern der Volkswacht“ vorsetzen als geistiges Produkt des Redakteurs Rödlach. Die Leser wollen uns also verzeihen, wenn wir nun doch noch mit dem Kohl kommen müssen. So spekulieren die„Christen“ auf die Unkenntnis ihrer Leser. Wenn Griese=Rehme wirksich der Schreiber dieses mit öden Schimpfereien gespickten Pamphlets ist, so werden unsere Rehmer Freunde gut tun, den Mann doch mal zu belehren, daß die Wilhelmstraße in Melbergen nicht zu Oeynhausen gehört. Was Röös mit der Geschichte zu tun hat? Nun, der Mann erzählt in jeder Versammlung, daß Hoffmann selbst gesagt habe, er könne nicht alles, was in der„Volkswacht" steyt, verantworten. Dieser Mann kann aus dieser Notiz lernen, daß der Redakteur Rödlach nicht mal die Wahrheit zu schreiben vermochte, trotzdem er selber in Melbergen gewesen ist. Er stritt es ab, in seinem Leben in Melbergen gewesen zu sein und nun will man, nachdem er selbst eingestanden hat, daß er doch dort geredet hat, diese Blamage durch allerlei Quatsch vertuschen — Blamiert haben sich die Cbristen wieder einmal gründlic sen. Nr. 221. Für unse Frauenrechte in christlicher und Kr. Gezwungen durch das 2 Frauenbewegung erscheint seit ordnung des Katholikentages, n auch ein Referat über die Frau schwatzendes Referat; zu einer lung langt es bei dem inne Demagogenbewegung nicht. Di fessor, der einen phrasenhaften brachte das Kunststück fertig, di Bibel und den Uranfängen des sich wieder richtig die demag religiösen Volksbetrügerei zeigt listischen Gesellschaftsordnung suchen. Wenn die Entwicklung und dem Sozialismus trotz al Kirche zum Siege verholfen he und klar nachweisen wollen da das Gemeineigentum an Pro Sozialismus in ihren Lehren sind Volksbetrüger, die sich der Der geistliche Professor ga Bildungsfrage, des akademische in seines Herzens Kämmerleit perfider Anwurf auf jene St rinnen die verrammelten Tor erst geöffnet haben. Wenn man für die akademische Frauenbildu der Frauenbildung sogar wieder Tradition des— finsteren M damit nur dem Druck der Zeit Und recht gequält klang der Tr Entwicklung, die stärker ist al was Bedürfnis der Zeit ist, au er unsere Behauptung bestätigt dem Willen ihres Gottes auc Sozialismus nachweisen werder den schwarzen Pferdefuß unte mantel recht weit heraus. „Alle Vorurteile gegen die müssen vor der Tatsache verstu Interessen des katholischen M dem Spiele stehen. Die kat Fabrikinspektorin, die katholisch stolische Mission im Dienste 1 Das ist des Pudels Kern: Frau für die Interessen der sch gebildeten Wett. Den Strom sucht man wenigstens in ein „So innerhalb der akademischen Frauenbewegung. Was der brach, war eine Dummerhaftig „Eine Frauenbewegung, die lichen Ehe rüttelt, ich meine Unterordnung die mechanische Frau im öffentlichen und im auflöslichen Einehe die Mieteh fordert, eine solche Frauenbew verloren, eine sittlich-ernste Be „Sittlichen Ernst“ hat nur daß„durch Gottes Wort“ die für alle Zeiten geregelt wurde, Gehilfin des Mannes bestimn Bibelwortes:„Er“ soll dein§ Gott einzig gewollte Form der ist und daß davon der sittlich hängt. Womit der heilige Mar die Entwicklung der geschichtli Frauen voraussetzt. Diese El wirtschaftlichen Stand und den und Gesellschaft, entwickelt. schlecht die Weisheiten des R einzig von Gott gewollte Forn vas den Bedürfnissen der Zeit England und eng Reise=Plauden Ueber di Warum es manche nur soe erlesener Genuß sei, warteten gang das Schiff zum Tanzen mündung kaum hinter uns lag, noch in Sicht war und die N leicht sich kräuselte, brachtens werden. 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Ebenso gehört, ebenso Oeynhausen. wir nun den Produkt des ilso verzeihen, nüssen. enntnis ihrer der dieses mit werden unsere belehren, daß hausen gehört. un, der Mann st gesagt habe, steyt, verantrnen, daß der schreiben verist. Er stritt zu sein und t, daß er doch tsch vertuschen. al gründlich. d„* Nr. 221. Bielefeld, Mittwoch, 22. September 1909. 20. Für unsere Frauen. Frauenrechte in christlicher und sozialdemokratischer Beurteilung. I. Kr. Gezwungen durch das Anwachsen der sozialdemokratischen Frauenbewegung erscheint seit einigen Jahren auf jeder Tagesordnung des Katholikentages, wie das Mädchen aus der Fremde, auch ein Referat über die Frauenfrage. Allerdings nur ein schönschwatzendes Referat; zu einer Diskussion und ernsten Behandlung langt es bei dem inneren Widerwillen der schwarzen Demagogenbewegung nicht. Diesmal war es ein geistlicher Professor, der einen phrasenhaften, unklaren Schwatz verbrach. Er brachte das Kunststuck fertig, die Frauenbewegung schon aus der Bibel und den Uranfängen des Christentums herzuleiten, worin sich wieder richtig die demagogische Anpassungsfähigkeit der religiösen Volksbetrügerei zeigte. Diese Schirmvogte der kapitalistischen Gesellschaftsordnung werden sich immer anzupassen suchen. Wenn die Entwicklung die heutige„Ordnung“ weggefegt und dem Sozialismus trotz aller Bemühungen von Staat und Kirche zum Siege verholfen hat, werden sie beteuern und klipp und klar nachweisen wollen, daß gerade die Kirche schon immer das Gemeineigentum an Produktionsmitteln gelehrt und der Sozialismus in ihren Lehren seine kräftigste Wurzel hatte. Es sind Volksbetrüger, die sich der herrschenden Ordnung anpassen. Der geistliche Professor gab sich als Freund der FrauenBildungsfrage, des akademischen Frauenstudiums. Wie er aber in seines Herzens Kämmerlein darüber dachte, das zeigte ein perfider Anwurf auf jene Studentinnen, die als Vorkämpferinnen die verrammelten Tore der Universitäten den Frauen erst geöffnet haben. Wenn man katholischerseits jetzt Begeisterung für die akademische Frauenbildung heuchelt und die Wertschätzung der Frauenbildung sogar wieder echt jesuitisch aus der katholischen Tradition des— finsteren Mittelalters herleitet, so folgen sie damit nur dem Druck der Zeit, aber nicht dem eigenen Triebe. Und recht gequält klang der Trost des Referenten gegenüber der Entwicklung, die stärker ist als reaktionarer Wille,„daß das, was Bedürfnis der Zeit ist, auch der Wille Gottes ist". Womit er unsere Behauptung bestatigt, daß sie mit ihrer Religion und dem Willen ihres Gottes auch einmal die Notwendigkeit des Sozialismus nachweisen werden. Vorläufig steckte er allerdings den schwarzen Pferdefuß unter dem wissenschaftlichen Liebesmantel recht weit heraus. „Alle Vorurteile gegen die wissenschaftlichen Frauenberufe mussen vor der Tatsache verstummen, daß in dieser Frage vitale Interessen des katholischen Mannes(lies: Katholizismus) auf dem Spiele stehen. Die katholische Juristin, die katholische Fabrikinspektorin, die katholische Aerztin, haben alle eine apostolische Mission im Dienste unserer Weltanschauung.“ Das ist des Pudels Kern: Dienstbarmachung der studierten Frau für die Interessen der schwarzen Volksfeinde innerhalb der gebildeten Welt. Den Strom, den man nicht hemmen kann, sucht man wenigstens in ein klerikales Fahrwasser zu leiten. „So innerhalb der akademischen“, so innerhalb der proletarischen Frauenbewegung. Was der Referent über diese letztere verbrach, war eine Dummerhaftigkeit, die Mitleid erwecken kann. „Eine Frauenbewegung, die an den Tragpfeilern ische, lichen Ehe rüttelt, ich meine die proletari,, und statt der unterordnung die mechanische Gleichsteuung von Mann und Frau im öffentlichen und am häuslichen Leben, statt der unauflöslichen Einehe die Mietehe und Dutzendehe mit Kündigung fordert, eine solche Frauenbewegung.... hat den Anspruch verloren, eine sittlich=ernste Bewegung zu sein.“ „Sittlichen Ernst“ hat nur seine„wissenschaftliche“ Glosse, daß„durch Gottes Wort“ die hausrechtliche Stellung der Frau für alle Zeiten geregelt wurde, indem er sie zur untergeordneten Gehilfin des Mannes bestimmte. Der Nachtratsch des alten Bibelwortes:„Er“ soll dein Herr sein! Ferner, daß die von Gott einzig gewollte Form der Ehe die lebenslängliche Einehe Gesellschaft über Frauen voraussetzt. Diese Eheformen haben sich gemäß dem wirtschaftlichen Stand und den Bedürfnissen der jeweiligen Zeit Gesellschaft entwickelt. Damit vertragen sich allerdings ist und daß davon der sittliche Chararter der Geseuschafta hangt. Womit der heilige Mann eine stupide Unwissenheit übdie Eentwicklung der geschichtzzchzen gormen der Ehe bei de und schlecht die Weisheiten des Referenten, daß die Einehe„die einzig von Gott gewollte Form ist", daß aber trotzdem„alles, vas den Bedürfnissen der Zeit entspricht, der Wille Gottes ist". Die heutige Ehe ist zur Einehe durch die Eigentumsverhältnisse geworden, sie wird aber alles andere als eine sittliche, wenn die Kirche für gute Bezahlung Menschen zusammenkoppelt, die sozusagen auf dem offenen Markt gehandelt wurden als ordinäres Geldgeschäft, oder die durch sonstige Praktiken oder auch nur durch bittere Täuschungen über den gegenseitigen Charakter zusammengeführt wurden, und diese unglücklichen Verhältnisse dann noch zur lebenslänglichen Zwangsehe stempelt. Die Ausführungen über die wirtschaftliche Seite der Frauenbewegung waren Phrajen, die noch weniger zu beachten sind. „Die Frauenfrage wie die soziale Frage überhaupt, ist eine Frage der religiösen Rechtsordnung"....„wo man das Ave betet, da steht die Achtung vor der Frau und die Würde der Mutter in guter Hut. Gegen so was polemisiert man nicht. Mit solchem Salbader läßt sich nur die aus der untersten Stufe stehende Frau noch einfangen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die Millionen von Frauen und Kindern aus dem häuslichen Leben zum Kampf um das tägliche Brot in die Fabrik treibt, kümmert sich nicht um Religion und nicht um das Ave. Die Massennot wird nicht beseitigt durch' die Forderung des Referenten, die verheiratete Frau von der Fabrikarbeit auszuschließen. Dadurch treibt man sie nur in die Mordhöhlen der Heimarbeit. Sie wird nicht beseitigt durch die Wohltaten der charitativen Frauenvereine. Wohltaten erniedrigen und bilden ein Hindernis, daß die Arbeiter sich den kämpfenden Klassengenossen, der modernen Arbeiterbewegung anschließen. Was Katholikentage und alle sonstigen religiösen Tagungen aller Konfessionen und Sekten auf dem Gebiete der Frauenfrage verbrechen, ist ein Betrug an den Frauen. Nicht die Anerkennung der Gleichberechtigung der Frau, nicht die Unterstützung des proletarischen Befreiungskampfes aus der Kapitalknechtschaft für Mann und Frau, sondern nur die Hemmung dieses Kampfes ist die Triebfeder ihres Handelns. Nur die Furcht vor der um sich greifenden Idee des Sozialismus unter den Frauen, hat sie alle gezwungen, jetzt auch ihrerseits um die Seele der Frau zu ringen, die früher mit so viel Verachtung von ihnen behandelt wurde. Wie die Sozialdemokratie die Frau in der Gesellschaft bewertet, darüber in einem zweiten Artikel. Ein fürchterliches Wohnungselend. ssc. Wie sich die Wohnungszustände beim„freien Spiel der Kräfte" und unter der Herrschaft der Hausbesitzer in einer Großstadt gestalten, zeigt Dr. Emrich Ferenczy= Budapest in einem Aufsatz„Die Wohnungsfrage in Budapest“ in Nr. 22 der „Zeitschrift für Wohnungswesen". Nach der kürzlich veröffentlichten letzten Wohnungsstatistik gab es am 1. Mai 1906 in Budapest 157000 Wohnungen für 792000 Menschen. Da die Zahl der vorhandenen Zimmer 290 000 betrug, so wären, selbst wenn die Bevölkerung auf diese Wohnungen gleichmäßig verteilt gewesen wäre, auf ein Zimmer 2—3 Menschen entfallen. Dies war natürlich nicht der Fall. Nicht weniger als 63000 Menschen fanden nur in Notwohnungen und in noch weniger erbaulichen Wohngelegenheiten Unterkunft. 52,8 Prozent aller Wohnungen bestanden nur aus einem, zu nicht geringem Teil gar nicht heizbarem Zimmer. Unter diesen 81 627 Wohnungen, in denen 339 771 Menschen, d. h. nahezu die Hälfte der Einwohnerschaft zusammengepfercht war, hatten 10 677 keine Küche. Wohnungen mit zwei Zimmern gab es 24773, d. h. 15,78 Prozent aller Wohnungen mit 125943 Einwohnern. Aus diesen Zahlen geht hervor, daß in Budapest 473098 Menschen, d. h. 64,95 Prozent der Bevölkerung in Wohnungen gelebt haben, die aus 1 und 2 Zimmern bestanden, und 39·000 Menschen in Wohnungen ohne Küche hausten. In den Vorstädten, wo die Arbeiterbevölkerung vorherrscht, bestanden durchschnittlich 70 Prozent aller Wohnungen aus einem Zimmer, ja es gab zwei große Arbeitervorstädte, wo die Zahl solcher Wohnungen mehr als 80 Prozent trug. Nur in 33265 der aus einem Zimmer bestehenden Wohnungen lebten drei Personen und weniger; dagegen gab es 46869 Wohnungen mit einem Zimmer, in denen mehr als drei Menschen hausten! Unter diesen gab es 13.805 Wohnungen mit 4, 11 546 mit 5, 8715 mit 6, 5744 mit 7, 3441 mit 8, 1848 mit 9, 886 mit 10, 453 mit 11, 339 mit 12 Bewohnern, ja es wurden 23 einzimmrige Wohnungen ausgenommen mit 16, 8 mit 18 Bewohnern, endlich eine, wo 39, eine, wo 45 und eine, wo 48 Menschen zusammengedrängt— in einem Zimmer!— lebten. Nur ein Achtel der Gesamtbevölkerung war Hauptmieter der von ihr bewohnten Wohnungen. In 157·000 Wohnungen wohnten 82937 Aftermieter. Die Wohnungsmieten sind so hoch — höher als in Berlin— daß nach einer gewissenhaften privaten Untersuchung selbst die Aftermieter mehr als 20 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufwenden müssen. Ebenso fürchterliche Zustände brachten die amtlichen Untersuchungen eines Arztes der Budapester Bezirkskrankenkasse, Herrn Dr. Brode, ans Tageslicht, die sich auf 1604 Wohnungen kranker Menschen in den Jahren 1905—1907 beziehen. Es entfielen auf 48,3 Prozent der Wohnungen mit 57 Prozent der Bewohner weniger als 10 Kubikmeter Luft; doch waren Fälle nicht selten, wo pro Kopf nur 1,5 Kubikmeter Luft vorhanden waren. Auf ein Zimmer entfielen durchschnittlich 5,4 Menschen; 48 Wohnungen, in denen 64 Familien mit insgesamt 260 Personen wohnten, konnten gar nicht geheizt werden. 35 Wohnungen hatten überhaupt kein Fenster, in 77,7 Prozent aller Fälle mußten die Fenster in hygienischer Hinsicht beanstandet werden. Jeder fünfte Bewohner lebte in einem feuchten Zimmer; jeder dritte teilte sein Bett mit einer anderen Person. Unter 510 Kranken, die nicht allein ein Bett innehatten, schliefen 62,6 Proz. mit einem Bettgenossen, 36,3 Prozent mit drei und 1,2 Prozent mit vier Bettgenossen. Nicht weniger als 72,4 Prozent, der durch tuberkulose Arbeiter bewohnten Wohnungen waren überfüllt. Unter solchen Wohnungszuständen wird es nicht Wunder nehmen, daß in Budapest jeder dritte Mensch an der Tuberkulose zugrunde geht! Fur die elendesten Löcher müssen die Arbeiter aber auch, bei geringem Verdienste, sehr hohe Miete bezahlen. Ein Fabrikarbeiter, der ein jährliches Einkommen von 1200 Kronen hatte, zahlte z. B. 19 Prozent dieses Einkommens für Mietszins, so daß ihm zur Erhaltung einer Familie von 10 Personen ein täglicher Betrag von 2,67 Kronen blieb. Ein Tagelöhner mußte 30 Prozent seines Einkommens für die Miete eines Zimmers verwenden. Eine verwitwete Näherin mit 7 Kindern hatte von einem acht Kronen betragenden Wocheneinkommen 6,50 Kronen für Miete zu entrichten. Ein Bäckergeselle mit 8 Kindern bezahlte von 16 Kronen Wocheneinkommen 6,50 Kronen für Miete. Der Polizeirapport der Budapester Kinderpolizei, welche diese amtliche Erhebung machte, stellte weiter fest, daß die Mieten überhaupt nicht mehr nach der Qualität der Wohnungen, sondern nach der Zahl der Einwohner bemessen werden! Die Polizei berichtet daher auch, daß die nächtlichen Razzias in der klimatisch erträglichen Jahreszeit in allen Anlagen, Gräben, Brückengewölben auf Leute stoßen, die sich daselbst zur nächtlichen Ruhe begeben müssen. Im strengen Winter verstecken sich diese Leute, oft vollkommen rechtschaffene Arbeitslose, auf dem warmen Mist- und Düngerlager der Stadt, wo sie auch ihre Nahrung suchen. Nicht selten werden die Leute von den Dächern ebenerdiger Häuser heruntergeholt, wo sie sich an der Wärme des Schornsteins ergötzen. Ein an Rheumatismus leidender Tagelöhner wurde mit seiner Familie in der Nähe des Schornsteins einer Ziegelbrennerei aufgefunden. Tuberkulose Arbeiter wohnen in Bretterlagern, die nicht geheizt und gelüftet werden können, oder in Küchen, in denen gekocht und gewaschen wird, manchmal in Zimmern in die das Licht nur durch ein an der Türe angebrachtes Loch hineinfällt. Auf einem Spielplatze fand man einen Schuhmacher mit sechs Kindern in einer Bretterbude, die nicht geheizt werden konnte. In der inneren Stadt wohnten vier Menschen in einem Loche unter der Hauptstiege; nur kriechend konnten die Leute das einzige Bett erreichen. Die Hausbesitzer aber stecken ungeheure Gewinne ein! Das Zinseinkommen der Budapester Häuser stieg von 82 500000 Kronen im Jahre 1896 auf 126000000 Kronen im Jahre 1908. Hausherren, die sich der durch das jahrelange Steigern aufgehäuften Volkswut entziehen wollten, verpachten nun ihre Häuser an die sogen. Hausmieter, welche die erhöhten Mieten mit gehörigen Zinsen auf die ausgesaugten Varteien abwälzen. Der Zustand ist zurzeit so fürchterlich, daß eine förmliche„Revolution der Mieter“ auszubrechen droht, welche Reformen nach sich ziehen muß. Eine wirkliche Gesundung der Wohnungsverhältnisse in Budapest kann natürlich ebenso wie anderswo erst nach Beseitigung der Herrschaft der Hausbesitzer durch eine systematische, sozial gerichtete Wohnungspolitik erreicht werden. und englische Verhältnisse. Reise=Plaudereien von Ad. Th. I. Ueber die Nordsee. Warum es manche nur so eilig hatten! Als ob es ein auserlesener Genuß sei, warteten sie nicht ab, bis höherer Wellengang das Schiff zum Tanzen brachte, sondern obwohl die Elbmündung kaum hinter uns lag, die rote Felsküste von Helgoland noch in Sicht war und die Nordsee im tändelnden Spiel nur leicht sich kräuselte, brachten sie es bereits fertig, seekrank zu werden. Was die Seekrankheit ist? Sie beruht in der Einbildung, der Mensch sei zum wiederkäuenden Rindvieh avanciert. Aber wenn dann der wieder in den Mund heraufgeholte Mageninhalt nicht schmeckt, was leicht begreiflich ist, weil der Mensch eben kein Rindvieh ist, wenigstens nicht sein soll, dann entladen die Seekranken ihre halbverdaute letzte Mahlzeit wahllos und kurzerhand nach außen hin. Das sieht nicht hübsch aus, riecht auch nicht gut und bereitet vor allem denen nur mäßige Freude, die zufällig neben oder vor dem Patienten sich befanden. Ergießt Ankerplatz erkoren, gibt's leicht giftige Reden. Und dabei blicken die Spender des unerbetenen Geschenks ihr Opfer noch an, als ob dieses um Entschuldigung bitten müsse, daß es nicht rechtzeitig beiseite gesprungen ist. Seekrankheit verdirbt eben Lebensart und Charakter. Sie verdirbt vorerst auch den Appetit. Denn das erste Frühstück hatte sämtliche 58 Passagiere unseres Dampfers um die Tische im Speisesalon vereinigt; als aber mittags die Glocke zum Lunch(sprich: Lönsch= zweites Frühstück) rief, folgten nur 15 der Einladung. Da breitete es sich wieder aus, das Meer, das herrliche, endlose Meer. Schwarz oder blau, grün oder grau, kristallklar oder getrübt— der Anblick nimmt jedesmal aufs neue gefangen. Ob die gewaltige Wasserfläche im Sonnenlicht glitzert, ob regenschwere Wolken tief herunterhängen, ob der Sturm die Wogen peitscht, daß man sich unwillkürlich fragt, ob man denn auch die Lebensversicherung fürs laufende Halbjahr bezahlt habe, damit der Familie keine Ungelegenheiten erwachsen, falls man nicht zurückkehrt— immer ist das Meer gleich großartig, gleich prächtig, gleich bezaubernd. Gewiß! Blickt man vom Gipfel eines Alpenriesen hinab in die grausigen Tiefen, so gewährt auch das ein berückendes Bild. Aber es ist leblos; es verändert sich nichts. Dort breitet sich der eisige Gletscher aus; da steigt in schroffen Linien das kahle Felshaupt zur schwindelnden Höhe auf, und dort hat die in ewigen Schatten gebettete Schlucht zwei Bergwände auseinander gerissen. So ist's heute und immerdar. Das Meer dagegen ist rastlos in Bewegung; das Spiel der Wellen hört nie auf. Und je höher die Wellenkämme ihren Gischt spritzen, je heftiger das Schiffe in tiefe Wellentäler hineingerissen wird, je zorniger ein vom Schiff durchschnittener Wasserberg seine Masse aufs Verdeck wirft, als wolle er das ganze Schiff von der unheimlichen Tiefe verschlingen lassen, desto gewaltiger erscheint die unvergleichliche Schonheit des Meeres. Unsere Fahrt nach Edinburgh brachte allerdins keinerlei Aufregung. Der alte Raddampfer„Breslau“, einer englischen Gesellschaft gehörig, hatte sich in den mehr als dreißig Dienstjahren, auf die er bereits zurückblicken konnte, den gelassenen Gleichmut angeeignet, den die Lebenserfahrung lehrt. Er dampfte gemachlich seine zwölf Seemeilen(die Seemeile= 1885 Meter) in der Stunde dehin und nahm es nicht im geringsten übel, wenn er von einem der neuesten Schraubendampfer ausgestochen wurde, die es auf die doppelte Schnelligkeit bringen. Er war offenbar der ganz richtigen Meinung, daß 22.6 Kilometer für einen alten Knaven, wie er ist, noch immer eine ganz respektable Stundenleistung seien. Unbequem für den Frühaufsteher war, daß das erste Frühstück (Breakfast) erst um 9 Uhr nach englischer Zeit serviert wurde. Und da diese um 50 Minuten hinter der deutschen zurücksteht, war es fast 10 Uhr, ehe der Magen sich den ersten warmen Streifen einverleiben konnte. Da sich mein Magen keiner Sünde bewußt war, die so harte Strafe gerechtfertigt hätte, verlangte er gebieterisch seinen„warmen Streifen“ schon früher. Meine Ermahnung, er müffe sich nun auf einige Wochen den englischen Gepflogenheiten anpassen, beantwortete er unwirsch mit erneutem Knurren. Ich konnte dem Plagegeist nicht ganz unrecht geben, zumal er sich auch diesmal, wie schon auf allen früheren Seefahrten, von jeder Schwächeanwandlung freigehalten hatte und sich auch sonst willig in alles schickte. Ich bestellte also früh 7 Uhr beim Stewart(sprich: Stuart) eine Tasse Kaffee und opferte dafür six pence(50 Pfg.). Nur zwei Schlucke hat mein Magen davon genommen; dann war er von allen Gelüsten, sich gegen die englische Haus= oder richtiger: Schiffsordnung aufzulehnen, kuriert. Genau habe ich's ja nicht wegkriegen können, ob der Kaffee mehr nach Petroleum oder mehr nach Schmierseife schmeckte; aber so was ähnliches war's. Uebrigens taugte auch der bei den ordentlichen Mahlzeiten verabreichte Kaffee nicht viel; doch war er wenigstens trinkbar. Bekannt ist, daß nach englischer Sitte gleich beim ersten Frühstück neben Tee oder Kaffee kalte und warme Koteletts, Rostbeaf, Schinken, gekochte Eier, das unvermeidliche ham and eggs (Spiegeleier auf Schinken oder durchwachsenem Speck), gebackener Fisch, Geflügel und allerlei andere Fleischspeisen aufgetafelt werden, wozu noch Honig und verschiedene wohlschmeckende FruchtGelees namentlich das gelbe säuerliche Yam mit kleinen Zitronatstückchen, sich gesellen. Das läßt sich ertragen. Und jeder kann von jedem essen, so viel er will; das Frühstück kostet eben einen Schilling(= 1 Mark) oder anderthalb, mag sich nun einer mit einer Tasse Tee und einem Biskuit begnügen oder die halbe Tafel zusammenessen. Auf dem Schiffe wurde die Verpflegung überhaupt nicht besonders bezahlt; sie steckte mit in den 50 Schilling Fahrpreis von Hamburg nach Edinburgh. Nur was außerhalb der allgemeinen Mahlzeiten bestellt wird und die Spirituosen müssen besonders bezahlt werden. Siehe die Tasse Petroleum=Kaffee für 50 Pfg. Die Nordsee ist stark belebt. Selten, daß im Sehbereich nicht Holz= oder Kohlenschiffe mit geblähten Segeln die Flut durchschneiden oder ein Dampfer seine Nähe durch einen dunklen Rauchschwaden bemerkbar macht. Auf hoher See liegen ganze Fischerflotten dem Fange ob. Das eine Mal waren 38 Heringsdampfer bei gemeinsamer Arbeit zu zählen.— Schon am zweiten Morgen kam die grüne schottische Kuste in Sicht. Leuchttürme, kleine Fischerstädte, zerstörte Kastles, prächtig gelegene Herrensitze englischer Agrarier, größere Industrieanlagen— jetzt öffnet sich die meilenbreite Mundung des Forth=Flusses; im Hintergrunde erhebt sich Edinburgh, die stolze Hauptstadt Schottlands. Wir nähern uns dem Mutterlande der Industrie und des Kapitalismus. Noch ein Stündchen, und nach 40stundiger Fahrt sind wir am ersten Reiseziel. Kleines Feuilleton. kfg. Hat das einäugige Sehen einen schädigenden Einfluß auf das Auge? Es wird oft von Laien, zuweilen aber auch von Aerzten, die Ansicht vertreten, daß nach Verlust eines Auges dem zweiten zu viel Arbeit aufgeladen wird, daß es durch„unstrengung“ leidet. Aus einem Material von 1300 Individuen, die ein Auge verloren haben oder einseitig blind wurden, ist Dr. Claußnitzer in Tübingen nach Beobachtungen, deren Dauer sich bis zu 44 Jahren erstreckt, zur Gewißheit gelangt, daß eine Verminderung der Sehschärfe auf dem noch gebrauchsfähigen Auge nicht zustande kommt. Auch der grüne Staar des einen Auges schädigt das normale Auge nicht, so lange dieses nicht auch erkrankt. kfg. Gefahren der drahtlosen Telegraphie. Daß der ständige Einfluß der Hertzschen Wellen auf den Organismus kein gleichgiltiger ist, und sich Schädigungen bei den mit dem Dienste der drahtlosen Telegraphie betrauten Personen bemerkbar machen, konnte in Frankreich bei einigen Telegraphisten beobachtet werden. Es handelte sich um eine Bindehautentzündung der Augen, die bei einem trotz Entfernung vom Dienst zur Entstehung eines ausgebreiteten Hornhautgeschwüres Veranlassung gab. Weiterhin wurden Ausschläge an dem Handballen und am unteren Augenlide beobachtet. Bei einem seit Jahren im Dienste stehenden Beamten entwickelten sich nervöse Störungen mit Herzangst, Zittern und Sehstörungen. Vielleicht sind bei der Mannschaft von Kriegsschiffen, auf denen sich Apparate für drahtlose Telegraphie befinden, manche Fälle von Neurasthenie auf den Einfluß der elektrischen Wellen zurückzuführen. Zur Gewerbegerichtswahl. * Bielefeld, 22. September. — Eine öffentliche Versammlung der Gewerbegerichtswähler fand gestern gleich nach Feierabend in der„Centralhalle" statt. Der Saal war gut besetzt. Die Tagesordnung lautete:„Die bevorstehenden Gewerbegerichtswahlen" und„Das Frauenwahlrecht und die Sozialgesetzgebung". Der Referent Genosse Severing führte ungefähr folgendes aus: Seit 1906, wo in Bielefeld durch Ortsstatut für die Gewerbegerichtswahlen das Proportionalwahlsystem eingeführt worden ist, haben die Wahlen für die Bielefelder Arbeiterschaft neben der sachlichen eine erhöhte moralische Bedeutung erhalten. In früheren Jahren, vor 1906, wurden die Kandidaten der Gewerkschaften glatt gewählt. Bei dem jetzigen Wahlsystem kommt es darauf an, möglichst alle freigewerkschaftlich organisierten Arbeiter an die Wahlurne zu bringen, um eine möglichst imposante Stimmenzahl zu erreichen. Wir haben ein großes Interesse an einer guten Zusammensetzung des Gewerbegerichts, schon wegen des schoflen Verhaltens unserer lieben christlichen Gegner. Durch ein Flugblatt, in letzter Stunde herausgegeben, wollen die Herrschaften vielleicht nur aufs neue beweisen, wie sie, die„Christlichen", zu„kämpfen“ gewohnt sind. Was die Christlichen den Arbeitern sein können, geht aus der Wertschätzung derselben durch das Unternehmertum hervor. Und v. Bethmann Hollweg hoffte in seiner Begrüßungsrede des christlichen Gewerkschaftskongresses 1907, die christliche Arbeiterschaft, bald als gleichberechtigtes Glied der bürgerlichen Gesellschaft eingliedern zu können. In dem christlichen Flugblatt werde das Gewerbegericht als eine große sozialpolitische Exrungenschaft gepriesen, wie überhaupt die Gewervegerichte als der Anfang zur Gleichberechtigung der Arbeiter und zur Eingliederung in die bürgerliche Gesellschaft angesprochen werden. Das entspreche nicht den geschichtlichen Tatsachen, auch seien die Gewerbegerichte weder der Initiative Wilhelms I., noch Wilhelms II. zu danken. Denn schon 1806 wurde unter Napoleon in Aachen-Burtscheid das erste Gewerbegericht errichtet und 1811 bekamen Krefeld und andere Städte des damaligen französischen Rheinlandes derartige Einrichtungen. Und in den 60er Jahren beschloß der norddeutsche Reichstag für das ganze norddeutsche Bundesgebiet solche Gerichte zu errichten. Die Gewerbegerichte sollen nach dem Flugblatt schon„die Anerkennung der Gleichberechtigung der Arbeiter" bedeuten. Das ist christlich gelogen. Wo sind denn, außer in einigen süddeutschen Gemeinden, aber auch nur in solchen mit starker sozialdemokratischer Arbeiterschaft, schon Arbeiter als Schöffen oder Geschworene berufen worden? Viel eher könnte manch nachweisen, daß bei der Berufung zu solchen Ehrenämtern die rückständigen Gegenden bevorzugt werden. Dabei lassen sich die organisierten Arbeiter von heute an Bildung und Verständnis für derartige Aufgaben von den Laienrichtern aus anderen Kreisen sicher nicht übertreffen. Kammergerichtsrat Schiffer z. B. hat sich zwar für die volle Gleichberechtigung der Arbeiter ausgesprochen, aber anerkannt wird sie von den Behörden nicht. In dem Flugblatt heißt es dann weiter: „Aus dem Vorstehenden geht hervor, daß die christlichdem Vorstehenden geht hervor, nationale Arbeiterschaft an erster Stelle ein großes Interesse an der Zusammensetzung der Gewerbegerichte hat. Leider hat dieses Verständnis bei einem Teile der nationalen Arbeiterschaft, esfehlt. Tatenlos haben wir zugesehen, wie die SozialKtruten, welche, im Jahre 1890 gegen das Gewerbegerichtsgesetz gestimmt haben, bis zum Jayre 1906 hier in Bielefeld das Gewerbegericht ollein besetzten.„ 87445191mtu. Erst dadurch, daß das christliche Gewerkschaftstarten in Verbindung mit den konfessionellen Vereinen im Jahre 1906 eine eigene Liste aufgestellt hatten, und einer unserer Kandidaten gewählt wurde, war die Alleinherrschaft der Sozialdemokratie gebrochen. in..„ achtunssaebi. Auch in diesem Jahre mussen wir einen achtungsgevietenden Erfolg erzielen. Es. muß den Sozialdemokraten gezeigt werden, daß sie nicht die alleinigen Vertreter der Arbeiter sind, und daß es noch eine große Zahl Arbeiter gibt, welche nicht an das sozialdemokratische Dogma glauben, auch nicht gewillt sind, sich unter der sozialdemokratischen Knute zu beugen. Einen Erfolg können wir aber nur erzielen, wenn die Anhänger der christlichen Arbeiterbewegung mit der größten Energie in den Wahlkampf ziehen. Denn nur durch Kampf kann der Sieg an unsere Fahne geheftet werden. Jeder christlichnationale Arbeiter, welcher sein Wahlrecht nicht ausübt, stärkt durch seine Gleichgiltigkeit die Sozialdemokratie. Das darf nicht sein.,.., gaHt1n bat 1800 alsen bea GiemarbDie sozialdemotratische Fra#tion hat 1890 gegen das Gewerbegestimmt, weil den Frauen das Wahlrecht nicht geVorsitzende des hiesigen Gewerbegerichts sein Amt in dieser Beziehung oft recht selbständig auffaßte und mehrere Male erst eingegriffen hat, als es fur die Arbeiter fast zwecklos war. Was eine einsichtige Auffassung des Vorsitzendenpostens vermag, das haben aber gerade die Bauarbeiterkämpfe im Vorjahre bewiesen, wo es den Vorsitzenden der Gewerbegerichte in München, Berlin und Essen gelang, einen für die Bauarbeiter sehr günstigen Abschluß der Bewegung herbeizuführen. Weil man nicht wisse, ob ein Arbeitskammergesetz überhaupt kommen werde, sei es dringend erforderlich, Männer in das Gewerbegericht zu entsenden, die ernstlich gewillt sind, die einigungsamtliche Tätigkeit des Gewerbegerichts nach den Bestimmungen des § 68 des Gewerbegerichtsgesetzes und nicht nur nach der Willkür des jeweiligen Vorsitzenden in Anwendung zu bringen. Gegen die Rechtlosigkeit der Frauen bei den Wahlen, in der sozialen Gesetzgebung beantragt Redner folgende Resolution, die ohne Diskussion zur einstimmigen Annahme gelangte: „Die Gewerbe= und Kaufmannsgerichte sollen für die in der Industrie, im Handel und Verkehr tätigen Personen beiderlei Geschlechts insofern nutzbringend wirken, als sie in den aus dem gewerblichen Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich entwickelnden Streitfällen eine im besonderen Maße des Vertrauens der Beteiligten versicherte und besonders beschleunigte Rechtspflege zu schaffen berufen sind. Durch die geltenden Gesetzesbestimmungen sind aber die Arbeiterinnen und die weiblichen Angestellten von dem aktiven und passiven Wahlrecht für diese Körperschaften ausgeschlossen, da das Recht, Beisitzer zu wählen, nur Personen zusteht, die zum Amte eines Schöffen fähig sind. Durch diese Bestimmungen werden die Frauen auf eine Stufe gestellt mit Verbrechern und geistig nicht Normalen, denn nur diese erachtet man— neben den Frauen— als zum Amtes eines Schöffen nicht fähig. Angesichts der Tatsache, daß Millionen von Frauen und Mädchen selbständig für ihren Unterhalt sorgen und Steuern für Staat und Kommune zahlen müssen, bedeutet die Ausschaltung der arbeitenden Frauen und Mädchen von der Anteilnayme an der Tätigkeit für die Gewerbe= und Kaufmannsgerichte eine wirtschaftliche Schädigung und außerdem eine schwere Beleidigung für die Frauen. Die Stellung der Frau im Erwerbsleben berechtigt nicht zu der Annahme, daß die weibliche Bevölkerung zur Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen geistig nicht qualifiziert sei. Letztere Möglichkeit kann auch für die Regierung nicht der Grund sein, den Frauen das Wahlrecht zu den Gewerbe= und Kaufmannsgerichten zu versagen. War doch dieses Recht für die Arbeiterinnen in dem Gesetzentwurf für die Arbeitskammern vorgesehen. Die Betätigung der Arbeiterinnen in den Krankenkassen, dem einzigen Zweige der staatlichen Versicherungsorganisation, in dem bisher dem weiblichen Geschlecht die Anteilnahme an der Verwaltung zustand, gibt ebenfalls keinen Grund, die Nichtgewährung des Wahlrechts für die Gewerbe= und Kaufmannsgerichte zu rechtfertigen. Was über die Tätigkeit der weiblichen Mitglieder in den Krankenkassen bisher bekannt geworden, läßt im Gegenteil die Gewährung desselben Rechts auch für andere Körperschaften ganz selbstverständlich und geradezu notwendig erscheinen. Die erwerbstätige Bevölkerung in Deutschland protestiert deshalb gegen die bestehenden Gesetzesbestimmungen, die der gesamten erwerbstätigen weiblichen Bevölkerung die Betätigung in den Gewerbe= und Kaufmannsgerichten nicht gestatten und fordert Beseitigung dieser empörenden Ungerechtigkeit, deren Anwendung eine wirtschaftliche Schädigung für die Frauen bedeutet und sie zu Staatsbürgerinnen zweiter Klasse degradiert. Sie fordert die Gewährung des aktiven und passiven Wahlrechts zu den Gewerbe= und Kaufmannsgerichten für alle großjährigen erwerbstätigen Personen.“ Nach einem Appell, in dem Genosse Köllner zu eifriger Agitation und vollzähliger Beteiligung an der Wahl aufforderte, wurde die Versammlung geschlossen. seite und schreiben sich sogar den Untergang dieses oder jenes Konsumvereins zu. Zum Glück straft ein Blick in die Statistik über die Geschäftsergebnisse der Konsumvereine solche Behauptungen Lügen. Wie die Tätigkeit der Rabattsparvereine die Entwicklung der Konsumvereine in der Schweiz beeinflußt, dafür teilt das„Genossenschaftliche Volksblatt“ folgende Ziffern mit: Es stieg der Umsatz der Konsumvereine der nachfolgenden Orte seit der Gründung der dortigen Rabattsparvereine: in Basel um 43 Srozent, von 10682 759 Mark auf 15 238,002 Mark; in Bern um 142 Prozent, von 1082 285 Mark auf 2623 978 Mark: in Biel um 85 Prozent, von 633613 Mark auf 1172000 Mark; in Liestal um 188 Prozent, von 214 595 Mark auf 617 798 Mark; in Luzern um 103 Prozent, von 1 491 394 Mark auf 3034 303 Mark; in Solothurn um 188 Prozent, von 223 405 Mark auf 631 109 Mark; in Genf um 78 Prozent, von 2338096 Mark auf 4170 944 Mark; in Chur um 51 Prozent, von 511 303 Mark auf 770 208 Mark.„ Wie wenig die Rabattsparvereine bedeuten im Vergleich zu den Konsumvereinen, geht mit vernichtender Deutlichkeit aus einer Vergleichung der Umsätze hervor, die von den den Rabattsparvereinen angeschlossenen Geschäften im Vergleich zu den Konsumvereinsläden erzielt werden. So kam im Jahre 1908 in Basel, wo die älteste und am besten organisierte Rabattvereinigung existiert, auf jede Rabattfirma ein Umsatz von 14 526 Mark, gegenüber 168 849 Mark, die auf jeden Laden des Allgemeinen Konsumvereins entfallen. Und auf solch lächerlich geringen Umsatz geben die Rabattler 6 Prozent Rabatt. Wer ihn zu bezahlen hat, liegt klar auf der Hand. Das genossenschaftliche System der Arbeit. Gelegentlich des letzten britischen Genossenschaftskongresses in Newcastle hielt der Genossenschafter A. Stoddart aus Consett ein Referat über: „Arbeitslosigkeit und Genossenschaftsbewegung", aus welchem wir folgenden beachtenswerten Teil über das genossenschaftliche System der Arbeit wiedergeben: Nur wenn die Organisation des Konsums das Mittel bildet, um zur Produktion überzugehen, erfülle die Genossenschaftsbewegung ihre Aufgabe. In der genossenschaftlichen Produktion liege das wirtschaftliche Hauptproblem, und es müsse das Streben der Genossenschafter sein, eine solche Organisation des Wirtschaftslebens auf der Grundlage wirtschaftlicher Interessenzemeinschaft berbeizuführen, durch die der Gegensatz von Kapital und Arbeit aufgehoben werde. Trotz des bisherigen langsamen Fortschrittes und der eingestandenermaßen großen Schwierigkeiten, die zu überwinden seien, liege auf dem Felde der Produktion die wahre Macht des Genossenschaftswesens. Manche Leute glauben zwar, daß die Industrie weniger leistungsfähig sein würde, wenn sie nach genossenschaftlichen Gxundsätzen organisiert würde. In einem gut organisierten Genossenschaftssystem sind jedoch Bedingungen vorhanden, die den Erfolg garantieren und die wenigstens nicht im gleichen Grade bei der kapitalistischen Unternehmung anzutreffen sind. Das genossenschaftliche System der Industrie erfüllt den Arbeiter mit dem Bewußtsein, daß, wie geringfügig auch immer die Art seiner Arbeit sein mag, er doch durch Erfüllung seiner Pflicht zum allgemeinen Wohl beiträgt und daß dafür die Genossenschaft sich auch sein individuelles Wohlergehen angelegen sein lassen muß. Das genossenschaftliche System der Arbeit entwickelt die Selbstachtung und den Sinn für perionliche Verantwortlichkeit, was für die Gesamtheit von unschätzbarem Werte ist. Wenn es gelingt, dem Arbeiter an seiner Arbeit ein wirkliches Interesse einzuflößen, so ist es möglianz, die Ausgaben für die BeaufPern Genossenschaftsbewegung. gerichtsgesetz vestuimmt, reil den Frauen das Wahlrecht nicht ge geben wurde, weil die obligatorische Einführung der Gewerbegerichte nicht in dem Gesetz enthalten war und wegen der verschiedenen Wahlverfahren, wobei die örtlichen Machthaber ihr Mütchen an den Arbeitern kühlen und Kontrolle darüber, wie die Arbeiter wählten, üben konnten. Diesem Gesetz konnten die Sozialdemokraten nicht zustimmen. Amtliche Stellen haben dagegen schon längst zugegeben, daß Verbesserungen des Gewerbegerichtsgesetzes stets durch die Sozialdemokratie beantragt und durch deren Ausdauer durchgesetzt worden sind. Schon 1869 haben Bebel im norddeutschen Reichstage und 1881, 1884, 1887 und 1890 andere sozialdemokratische Abgeordnete im deutschen Reichstage in diesem Sinne gewirkt. Die Christlichen haben nicht tatenlos zugesehen, nein, sie waren überhaupt noch nicht da, als schon die Sozialdemokraten Verbesserungen des Gesetzes erstrebten. Mit dem einen Beisitzer wollen die Christlichen die Alleinherrschaft der Sozialdemokratie gebrochen haben. Was soll diese Phrase von den Herrschaftsgelüsten? Der Kampf zwischen der modernen und der christlichen Weltanschauung, um die Macht wird doch auf einem anderen Boden, als im Saale des Gewerbegerichts ausgefochten. Dann soll der eine Vertreter ein achtungsgebietender Erfolg sein.„Davei haben die Christlichen 1906 diesen einen erst in Verbindung mit der konfessionellen Vereinigung, das heißt der Garde um Bodelschwingh und der Küster der hiesigen Kirchen, den Armen im Geiste, errungen. Gegenüber dieser Kampfesweise der Christlichen haben sich die freien Gewerkschaften auf die Herausgabe einer Anweisung über die Wahl und die Wahlberechtigung und unserer Kandidatenliste beschränkt. Auf die Schlagworte vom Sieg der Nationalen verlohnt es sich wirklich nicht einzugehen. Nur eine Lehre haben wir aus dem christlichen Flugblatt zu ziehen, das ist: gerade so energisch in den 3 Tagen der Wahl Mittwoch, Donnerstag und Freitag, tätig zu sein, als es die Christlichen sind. Jeder organisierte Arbeiter muß an die Wahlurne treten und seine Stimme abgeben für die Kandidaten der freien Gewerkschaften. Wir wollen Heerschau halten und die christlichen Prahlhänse zum Schweigen bringen. Je mehr wir Stimmen auf unsere Liste erzielen, desto imposanter ist unser Sieg.„Durch eine massenhafte Beteiligung an der Wahl protestieren wir ferner dagegen, daß den Freuen das Wahlrecht vorenthalten wird. Nach den Berichten fast aller Gewerbeinspektoren haben sich selbst in den Zeiten der Krise in den meisten Berufen die weiblichen Arbeitskräfte vermehrt, während die Anzahl der männlichen zurückgegangen ist. Wir haben also das dringendste Interesse daran, die Gleichberechtigung der Arbeiterinnen zu erkämpfen. Die Bezahlung der weiblichen Arbeitskraft muß der der männlichen gleichgestellt werden. Allerdings die Gewerkschaft der deutschnationalen Handlungsgehilfen, des Triole=Schack, ist nicht für die Beschäftigung von Frauen und hält sie auch von der #rganisation fern. per Entwuxf des Arheitskammergesetzes sab guch die Wahlberechtigung der Frauen, auerdings ers vom 25. Jahre an, vor. Wir fordern das Wahlrecht für Männer und Die Wichtigkeit des Gewerbegerichts ist belannt. seitens des Vorsitzenden und der Beisitzer ist der Amtsgerichten vorzuziehen. Als Einigungsamt hat das Gewerbegericht ebenfalls eine hohe Bedeutung, wenn auch der Ein katholischer Pfarrer über die Konsumgenossenschaftsbewegung. In München fand vor kurzem ein sozialer Ferienkursus statt, in dem Herr Dr. Feurstein, Stadtpfarrer in Donaueschingen, über die deutsche Konsumgenosserschaftsbewegung sprach. Die Tagespresse brachte, soweit sie uns zu Gesicht kam, keine ausführlichen Berichte über das Referat. Was sie aber berichtete, bewies, daß Herr Dr. Feurstein die Konsumvereine in einer Weise würdigte, die unsere unbedingte Anerkennung verdient. Wir geben hier die Thesen, die er seinem Vortrage zugrunde legte, teilweise wieder: „1. Der privatwirtschaftliche Gesichtspunkt. Unmöglichkeit, die Aktivseite des Arbeiterhaushalts dauernd über dem Existenzminimum zu halten, da Lohnerhöhungen häufig durch Warenaufschläge und Steigerung der Mietpreise aufgewogen werden. Also Streben nach Verminderung der Passivseite. Erhöhung der Kaufkraft des Lohnes durch Ausschaltung des Zwischenhandels auf dem Wege der Uebectragung der wirtschaftlichen Funktionen des isolierten Haushalts auf einen gemeinschaftlichen Wirtschaftsbetrieb. Bedeutung der Mitgliederguthaben als Notfonds. 2. Der volkswirtschaftliche Gesichtspunkt. Neuorganisation des Güterverkehrs durch die Konsumgenossenschaft. Differenzierende Wirkung auf den Kleinhandel: Ausschaltung geschäftsuntüchtiger und überzähliger Händlerexistenzen, Anreiz leistungsfähiger Betriebe zu erhöhten Leistungen. Naturnotwendiger volkswirtschaftlicher Gesundungsprozeß. Preisregulierende Wirkung der Konsumvereine. Die Konsumvereine als Abnehmer landwirtschaftlicher Genossenschaften. Das positive Interesse der Industriellen und Handwerker. Die große Bedeutung der Konsumentenorganisation im Kampfe gegen die ringbildende Tendenz des gewerblichen Großkapitals. Der konservierende Einfluß auf kleine Eigenbetriebe und Eigenwirtschaften. Kapitalbildung und Produktionsbefruchtung durch Konsumvereine. Die günstige Wirkung des Barzahlungsprinzips auf den Geldmarkt. 3. Der joziale Gesichrspunkt. Das wirtschaftliche Aufsteigen ganzer Volksklassen als sozialer Gewinn. Die sozial befreiende Wirkung der Barzahlung, der Eigenproduktion, der Selbstverwaltung, der Interessenharmonie zwischen Mitgliedern, Angestellten und Arbeitern derselben Genossenschaft. 4. Der ethische Gesichtspunkt. Erziehung zur Selbsthilfe, Selbstoerantwortung, Selbstverwaltung. zur Brüderlichkeit, zu Treue und Glauben in Handel und Wandel, zur Moral der Gemeinschaft. 5. Der Konkurrenzeinwand. Die sogenannte Mittelstandsfeindlichkeit der Konsumvereine. Mißbräuchliche Anwendung des Begriffes Mittelstand. Der von der KonsumAnzustogen, so ist es„möglich, die Ausgaben fi sichtigung und Kontrolle der Arbeiter, die in privaten Unternehmungen allgemein sind, große Summen verschlingen und die deshalb die Kosten der Produktion erheblich vermehren, zu vermindern. Das genossenschaftliche Wirtschaftssystem appelliert an die besten Instinkte im Arbeiter. In einer richtig organisierten Genossenschaftsindustrie bewirken das persönliche Interesse, das Verantwortlichkeitsbewußtsein und die Gewohnheit der Selbstbeherrschung, daß sich die Kluft zwischen den verschiedenen Graden der Arbeiter schließt. Diese Faktoren bringen uns dem Ideal näher, wo jeder Denker ein Arbeiter und jeder Arbeiter ein Denker ist, beide aber Gentlemen“ sind. Das Vorhandensein des wahren genossenschaftlichen Geistes vorausgesetzt, existiert kein unübersteigbares Hindernis auf dem Wege, der zur Umwandlung des gesamten kapitalistischen Handels- und Produktionsprozesses in einen genossenschaftlichen führt. Die Hindernisse für den Fortschritt liegen nicht außerhalb, sondern innerhalb der Bewegung. Die Gefahr besteht darin, daß das Genossenschaftsideal in der Praxis derart realisiert wird, daß dabei nicht nur die Genossenschaft als Faktor bei der Lösung der sozialen Frage verkrüppelt, sondern auch in der Bewegung selbst gerade die Uebel wieder entstehen, die sie zu beseitigen berufen ist. Soll nun mit der Genossenschaftsbewegung etwas gegen die Arbeitslosigkeit ausgerichtet werden, so ist vor allem notwendig, daß die in der Genossenschaftsbewegung vorhandenen Kräfte noch mehr konzentriert werden. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß beim Vorhandensein größerer Einigkeit die produktive Seite der 2 begung noch bedeutend mehr ausgebaut und damit ungezählten Arbeitern sichere und gute Beschäftigung gegeben werden kann. Es kommt deshalb alles darauf an, den Zusammenhang der verschiedenen Glieder der Bewegung zu kräftigen. Der einzige praktische Protest gegen vorhandene Uebelstände besteht darin, bessere Verhältnisse zu schaffen. Soziales. ag. Ueber Bäckerkrätze. Die Berufskrankheit der Bäcker ist das Ekzem, der Ausschlag, dann folgen kleine Handverletzungen. Die Krätze wird dagegen nicht so häufig beobachtet, als bisher angenommen wurde. Unter ihr werden nämlich alle möglichen juckenden Hautausschläge zusammengefaßt, so daß es wünschenswert erscheint, wenn die falsche und beunruhigende Bezeichnung verschwindet. In dem ärztlichen Verein in Nürnberg wies Dr. Neuberger(„Münch. Medizin. Wochenschrift") aus den Statistiken des Fürther Krankenhauses und des Katharinenhospitals in Stuttgart nach, daß in erster Linie Schreiner, Schneider und Schuster die Träger echter Krätze waren. Indes ist der Prozentsatz daran bei den Bäckern im Verhältnis zu anderen Erkrankungen auch nicht kleiner gewesen. Er betrug in Nürnberg 1894 und 1895 7—10 Prozent. Sonderbarerweise ist in diesen Jahren die Zahl der Krätzekranken um 25 bis 33 Prozent größer gewesen als in den Nachbarjahren. Neuberger ist geneigt, sich der Annahme anzuschließen, daß die Zahl der Krätzefälle mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage eng zusammenhängt. Sehr nachahmenswert in das Vorgehen des Magistrats der Stadt Nürnberg, der wegen der nicht geringen Zahl der Krätzekranken unter den Bäckern ein Belehrungsblatt und Maßregein herausgegeben hat, die den strengen Ausschluß Zer. Erkrankten von jeder Berufstätigkeit zum Ziele hattez. Das hat Anwendung des Vegriffene jogenannte Mittelstandy eine gute, Wirkung, gehabt, denn in. den letzten 5 Jaugen uur kleinste Teil der gewaltigen, zwischen Besitz und Proletariat sich nur 0,2 Prozent auer Ertrantten von der Krätze befauen. einschiebenden neuen Mittelschicht. Die wahren Gründe der ag. Tuberkukose als Unfallfolge. Um eine Unfalltuberlu# Rückbildung des alten Mittelstandes: mangelndes Anpassungsvermögen, rückständige Technik, unreelles Geschäftsgebaren, geringe kaufmännische Bildung, Borgwirtschaft, Ueberfüllung.“ Es freut uns, unser Einverständnis mit diesen Thesen hier aussprechen zu können. Hoffentlich macht sich bald die ganze Zentrumspartei diese Auffassung über die Konsumgenossenschaften zu eigen. Geschieht dieses, dann dürfen allerdings Au nahmesteuern für Konsumvereine mit Hilfe des Zentrums nicht mehr beschlossen werden. Auch christliche Sonderorganisationen der Konsumenten haben dann keine Berechtigung mehr. Wenn es auch nicht ausdrücklich ausgesprochen wird, so ergibt sich doch mit zwingender Logik aus den Thesen des Herrn Dr. Feurstein, daß Konsumvereine politisch neutrale Gebilde sein sollen, vor denen der Streit der Meinungen und Parteien haltzumachen hat, Der Einfluß der Rabattsparvereine auf die Konsumvereine in der Schweiz. Bekanntlich renommieren die Rabattsporvereine, daß ihre Tätigkeit die weitere Ausdehnung der Konsumvereine verhindere. Ja, einige lassen alle Bescheidenheit beiUm eine Unfalltuberkulose festzustellen, muß eine Entscheidung getroffen werden, ob nach Art der Verletzung und Verlauf der Erkrankung ein Zusammenhang angenommen werden kann. Dazu genügt aber nicht nur die wissenschaftliche Möglichkeit, sondern das Reichsversicherungsamt verlangt für die Unfalltuberkulose die Wahrscheinlichkeit des Zusammenhanges mit dem einwandfrei nachgewiesenen Unfall, und zwar sowohl in räumlicher Beziehung als auch in bezug auf die zeitliche Entwicklung der Erkrankung. Die Reihe der an die ersten Schädigungen sich anschließenden krankhaften Exscheinungen muß bis zur Feststellung des tuberkulösen Leidens ärztlicherseits nachgewiesen werden können. Der Zeitraum zwischen Unfall und Ausbruch der Tuberkulose darf nicht mehr als ein Jahr betragen. Entwickelt sich bereits nach kurzer Zeit an der Verletzungsstelle ein tuberkulöses Leiden, so wird in der Regel, wie Brodnitz in der„Zeitschrift für ärztl. Fortbildung“ hervorhebt, der Schluß berechtigt sein, daß ein bereits vorhandener Herd durch die Verletzung in seiner Entwicklung beschleunigt wurde. Vom Zuge übergefahren. Frankfurt=Kölner Schnellzug am Wegübergang der Kölner Schranken geschlossen war, zu leise befanden, und zertrüm einer der Fuhrleute sich retter schwer verletzt. Eine Aufforderung zum 2 Aschersleben richtete der Albrecht wegen einer Erklär eins an sämtliche Vorstands Zweikampf, den die Lehrer Von seiner Frau ermorde Ein Gattenmord ist in dem nachbarten Dörfchen Flölbag brenner Buchold, der in der? pald von der Arbeit zurück Korgen gar seinem Hause mi morgen vor seinem Wause mi tot ausgefunden. Seine jun Mord vegangen zu haben, h Tat eingestanden. Vom Schlachtfeld der Ar der Julienhütte in Beuthen 60 Zentner schweren Muldee Kassel, 21. Sept. In wurden 7 Bergleute durch wurde getötet, die anderei letzungen. Aus Eifersucht erschossen. schoß der 28 Jahre alte Ka Eifersucht auf seine Frau zu linke Brustseite drangen und ihrem Aufkommen wird gezu den Revolver gegen sich selbs den Kopf bei. Tschechen und Deutsche.( erfolgten hier zahlreiche Uebe Mehrere Deutsche wurden ve Zusammenstoß, so daß die 4 Oberwachmann wurde die Kleider zerrissen. Vergiftung durch verdorbe Der Zustand der in Boesing Fleisches erkrankten 100 Pers sich nur zwei der Erkrankten des verstorbenen Hirten hat daß er infolge Genusses verd sich vollauf bestätigt. Familiendrama. Amst arbeiter van der Vegt in dem seiner 18jährigen Frau in Schwiegermutter und verwun weil sie ihm den Zugang z wehrten, das bei den Schwie Hinrichtung. Valence Deibler ist heute hier eingetre dse Hinrichtung der drei zun ro-zunehmen. Ein Soldat ermordet aufe Lorrient wurde unter der Ei eines Artilleristen gefunden, schließen, nach heftigem Kan wurde. Einer seiner Kamer beide seien Opfer eines Ueb allein seine Aussagen machen Leiche des Ermordeten weist Zu spät gekommene Revi 21. September. Das Wilnaer zum Tode durch den Strang, Gefängnis zwei Aufseher getö Verurteilter veranlaßte ein ei Zc sagt bei ik jetzt so me guten Rat lich Kathre wohlschme Kleine Al Jedes Wort kostet nur 2 Pfg., in der fetten Ueberschrift 10 Pfg. Anzeigen unter dieser Rubrik werd Brautleute! Gelegenheitskauf, 14 kompl. derne Schlafzimmer, in jedem H in eigener Tischlerei gearbeitet; komplette Kücheneinrichtungen, ap Neuheiten. Riesen=Auswahl in Ve kows, Spiegeln, Sofas, Sall Speisezimmer usw.— für gute 9 führung wird Garantie geleistet gebe wegen Platzmangel spottb ab. Bielefelder Möbelhaus, Jöl beckerstr. 16—26. 40 Schirme für Damen und Herren in Preislagen. Georg Meier, Herfor traße Nr. 12. s4 Petrowsky,s Produktenhändler, zeigt die Geschä verlegung nach Bahnhofstraße 3 Hinterhaus, an. 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Der Kohlenbrenner Buchold, der in der Nacht zum Sonntag aus dem Odenwald von der Arbeit zurückgekehrt war, wurde am Sonntag Rorgen vor seinem Hause mit vollständig zertrümmertem Kopfe tot ausgefunden. Seine junge Frau, die verdächtig war, den Mord begangen zu haben, hat nach anfänglichem Leugnen die Tat eingestanden. Vom Schlachtfeld der Arbeit. Gleiwitz, 21. Sept. Auf der Julienhütte in Beuthen wurde ein Kranführer von einer 60 Zentner schweren Mulde erfaßt und buchstäblich zerstampft. Kassel, 21. Sept. In dem Kalibergwerk bei Bischöferde wurden 7 Bergleute durch Gesteinsmassen verschüttet. Einer wurde getötet, die anderen erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Aus Eifersucht erschossen. Posen, 21. Sept. Gestern abend schoß der 28 Jahre alte Kaufmann Alexander Pytlinski aus Eisersucht auf seine Frau zwei Revolverschüsse ab, die in die linke Brustseite drangen und sie lebensgefährlich verletzten. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Der Täter richtete darauf den Revolver gegen sich selbst und brachte sich zwei Schüsse in den Kopf bei. Tschechen und Deutsche. Gablonz, 21. Sept. Heute nacht erfolgten hier zahlreiche Ueberfälle durch Tschechen auf Deutsche. Mehrere Deutsche wurden verletzt. Es kam zu einem blutigen Zusammenstoß, so daß die Polizei einschreiten mußte. Einem Oberwachmann wurde die Pickelhaube zertrümmert und die Kleider zerrissen. Vergiftung durch verdorbenes Fleisch. Brüssel, 20. Sept. Der Zustand der in Boesinghe infolge Genusses verdorbenen Fleisches erkrankten 100 Personen hat sich gebessert. Es befinden sich nur zwei der Erkrankten in Todesgefahr. Die Obduktion des verstorbenen Hirten hat stattgefunden, und die Vermutung, daß er infolge Genusses verdorbenen Fleisches gestorben ist, hat sich vollauf bestätigt. Familiendrama. Amsterdam, 21. Sept. Ein Landarbeiter van der Vegt in dem holländischen Orte Onna, der mit seiner 18jährigen Frau in Scheidung lebte, erstach seine Schwiegermutter und verwundete seinen Schwiegervater schwer, weil sie ihm den Zugang zu seinem einjährigen Kinde verwehrten, das bei den Schwiegereltern lebte. Hinrichtung. Valence, 21. Sept. Der Scharfrichter Deibler ist heute hier eingetroffen, um morgen bei Tagesanbruch dse Hinrichtung der drei zum Tode verurteilten Bandenführer ro zunehmen. Ein Soldat ermordet aufgefunden. Paris, 21. Sept. In Lorrient wurde unter der Eisenbahnbrücke des Scorf die Leiche eines Artilleristen gefunden, der, nach seinen Verletzungen zu schließen, nach heftigem Kampfe von der Brücke herabgestürzt wurde. Einer seiner Kameraden, Cloirée Béan, behauptet, sie beide seien Opfer eines Ueberfalles von Strolchen geworden; allein seine Aussagen machen ihn selbst der Tat verdächtig. Die Leiche des Ermordeten weist zehn Messerstiche auf. Zu spät gekommene Revisionsanordnung. Petersburg, 21. September. Das Wilnaer Gericht verurteilte vier Verbrecher zum Tode durch den Strang, weil sie bei ihrer Flucht aus dem Gefängnis zwei Aufseher getotet hatten. Der Verteidiger zweier Verurteilter veranlaßte ein Bittgesuch an den Kriegsminister General Suchowlinow um Revision des Prozesses. Unterdessen hatte General Hoerschelmann bereits das Todesurteil unterzeichnet. Alle vier wurden am 15. September hingerichtet. Tags darauf traf die Antwort des Kriegsministers ein, in der die Revision des Prozesses angeordnet wurde. Orkan. Newyork, 21. Sept. An der Golfküste wütet ein schwerer Orkan. New=Orleans ist von allen Verbindungen abgeschnitten; man befürchtet große Verluste an Menschenleben. In der Hafenstadt Mobile in Alabama, dem größten Baumwollmarkt der Vereinigten Staaten, wurde das Wasser weit in das Innere der Stadt gefegt und die Dockanlagen vernichtet. New==Orleans, 21. Sept. Der Schaden, der durch den gestrigen Orkan verursacht worden ist, beläuft sich auf über 100 000 Dollars. Vier Personen kamen um, zahlreiche Häuser wurden abgedeckt. Ein Teil der Eisenbahnlinien ist zerstört. Von der Luftschiffahrt. Düsseldorf, 21. Sept.„Z. 3“ ist kurz vor 10 Uhr aufgestiegen und fährt über Elberfeld=Barmen, Lüdenscheid und Siegen. Frankfurt a. M., 21. Sept. Der„Z. 3“ ist Punkt 5 Uhr von seiner Rheinland=Fahrt wieder hier eingetroffen und um 5 Uhr 15 Min. auf dem Fluggelände der„Ila“ glatt gelandet. Die Weiterfahrt nach Friedrichshafen soll morgen früh 8 Uhr erfolgen. Mailand, 21. Sept. Das auf Grund mathematischer Berechnungen veröffentlichte amtliche Ergebnis des gestrigen Fluges des Franzosen Rougier ist: 198½ Meter. So ist also der Höhenrekord von Latham in Reims um 43, jener von Orville Wright um 26 Meter geschlagen. Letzte Nachrichten. Trier, 22. Sept. Das Automobil des Automobilverleihers Letz aus Arlon stieß zwischen Steinfurt und Arlon an einen Baum. Die Insassen wurden dabei herausgeschleudert. Letz erlitt schwere Verletzungen, sein Schwager eine tödliche Gehirnerschütterung und brach beide Beine. Seine Tochter und der Chauffeur wurden leichter verletzt. Colmar, 22. Sept. Hier erschoß nach einer Eifersuchtsszene der Metzger Sexauer seine Geliebte und dann sich selbst. Das junge Madchen wurde noch lebend nach dem Spital gebracht, wo es kurze Zeit darauf starb. Brüssel, 22. Sept. In einer Bierwirtschaft im Antwerpener Hafenquartier traf ein Schiffsatbeiter seine Geliebte in Begleitung eines anderen Mannes. Er stach sie nieder und tötete sie vollends durch Fußtritte. Rom, 22. Sept. Der Dozent der internen Medizin an der hiesigen Universität Dr. Gregorazi will ein Tuberkuloseserum erfunden haben, das er Kochlysin nennt und in zwei Formen A und B vom 1. Oktober ab an Patienten verabfolgen wird. London, 22. Sept. Der englische Torpedojäger„Itchen“, der der Heimflotte angehört, ist gestern bei Workhead auf einen Felsen im Nebel aufgelaufen. Falls sich das ruhige Wetter verandert, wird die Lage des Schiffes ernst. Die bisherigen Versuche zum Wiederflottmachen des Schiffes sind mißlungen; es werden daher die Kohlenvorräte und die Kanonen ausgeladen. Briefkasten der W. 100. Nach unserer Auffassung kann die Sache nicht rückgängig gemacht werden, wenn der Kauf kein Schein kauf ist. H. S. So lange der Arzt erklärt, daß das Kind wegen seiner Krankheit nicht die Schule besuchen kann, können Sie es im Hause behalten. Sonst muß es mindestens bis Ostern 1910 die Schule besuchen. Hat es alsdann noch nicht die Kenntnisse, die man im allgemeinen bei einem 14jährigen Kinde voraussetzt, so kann es noch ein weiteres Jahr zum Schulbesuch verpflichtet werden. Vielleicht empfiehlt es sich, auf Grund des arztlichen Attestes schon jetzt beim Kreisschulinspektor zu beantragen, ihre Tochter vom Schulbesuch endgiltig zu befreien. Standesamts-Nachrichten. Herford Stadt. Nachrichten vom 13. bis 18. September: Geburten: Knaben: Kaufmann Karl Cappel, Eisenbahn= gehilfe Ernst Meinecke, Tischler Wilhelm Nollmann, Maschinenschlosser Heinrich Illgen, Kaufmann August Schrader, Musiker Herm. Mannes, Tischler Karl Schwanck, Zimmermann Herm. Mowe, Bauunternehmer Gustav Gößling, Konditor August Mund. " Aufgebote: Handlungsgehilfe Kurt Beier und Alma Schwagmeier; Kaufmann Julius Kaufmann und Lilly Sternheim; Kürschner Herm. Ramm und Auguste Döring; Fabrikarb. Wilhelm Sieker und Auguste Gröne; Tischler Heinrich Wortmann und Paula Meier: Fabrikarb. Paul Strunk und Sophie Knigge; Fabrikarbeiter Friedrich Pohlmann und Anna Höning; Tischler August Stuckenholz und Friederike Harland; Arbeiter Wilhelm Vehmeyer und Emilie Ortgiese; Zuschneider August König und Elise Strenger; Händler Franz Wittler und Gertrud Hardt; Fabrikarbeiter Johann Horlinderbäumer und Marie Weber; Handelsmann Gustav Höner und Johanne Kirchhoff; Lokomotivheizer Johannes Schreckenberg und Auguste Tewes; Steinmetz Franz Joseph Hungrichhaußen und Frida Albertine Auguste Vethake; Lehrer Emil Hermann Wilhelm Ruschhaupt und Christine Emma Gude; Arbeiter Julius Heinrich Pareigis und Katharine Nett; Eichmeister Paul Krömker und Margarete Schreiber; Friseur Emil Ulbricht und Anna Lindenkamp; Schmied August Peter und Alwine Wellhöner; Materialienhändler Friedrich Uebelgunn und Dorothee Wollbrink; Bonbonkocher Heinrich Bitter und Lina Frentrup; Agent August Meier und Wilhelmine Haddenhorst; Kolon Kaspar Heinrich Ernst Kammeier und Karoline Luise Kruse. Eheschließungen: Maurer Karl Föste und Anna Niederbremer; Pastor Johannes Müller und Hedwig Mühlberg; Maler Gustav Hempelmann und Frida Bollmann. Sterbefälle: Minna Haroth, 4 M.: Elisabeth Grube, 1 J.; Viehhändler Hermann Grunewald, 47 J.; Kolon Wilhelm Zurheide, 74 I.; Witwe Auguste Schramm, 65 J.; Elisabeth Ortgiese, 6 M.; Margarete Wefelmeier, 10 M. Herford. Tagesordnung für die Freitag, den 24. September 1909, nachm. 3 Uhr, stattfindende Siadlberoroneten=Sitzung. 1. Mitteilungen. 2. Vorlagen betr. a. Verlegung der Freibank, b) Aenderung des Gemeindebeschlusses vom 13. März 1889 betr. die Errichtung ausschließlich zu benutzender Schlachthäuser, c) Bewilligung eines Kredits zur Pflasterung der Elisabethstraße vor dem Rathause I mit Stampfasphaltplatten, d) Ankauf eines Grundstücks zur Größe von ca. 8 Ruten von dem Zuckerbäcker Schewe, Kesselstraße, zur Vergrößerung des Schulplatzes der Schule Stiftberg, e) Abänderung der Fluchtlinienpläne für die Freiheit, den Wellbrockerweg und von der Dorotheenstraße bis zur Bahnunterführung, # Beantwortung der Erinnerungen zur Rechnung der Pilgasterbankasse für 1907 und Entlastungsantrag, nbrtung der Erinnerungen zur Rechnung der Kämmereikasse für 1907, Geneymigung der Kredituberschreitungen aus dem Jahre 1907 und Entlastungsantrag. Herford, 18. September 1909. Der Stadtverordnetenvorsteher. gez. Lücken. „Ee ISU Kaufrtiech zu Bezällten— sagt bei ihren Einkäufen in diesen teuren Zeiten jetzt so manche Hausfrau. Da kann man ihr einen guten Rat geben: Wer sparen will, verwende täglich Kathreiners Malzkaffee. Er ist billig, dabei wohlschmeckend und durchaus unschädlich.— 5109 SEEN Vertreter: Ad. Fischer, Bielefeld. Kleine AnzeigenE.... Jedes Wort kostet nur 2 Pfg., in d#c Worte mit mehr als 15 Buchstaben der fetten Ueberschrift 10 Pfg. K werden doppelt gerechnet. Anzeigen unter dieser Rubrik werden nur bei Vorausbezahlung angenommen. Brautleute! Gelegenheitskauf, 14 kompl. moderne Schlafzimmer, in jedem Holz, in eigener Tischlerei gearbeitet; 15 komplette Kücheneinrichtungen, aparte Neuheiten. Riesen=Auswahl in Vertikows, Spiegeln, Sofas, Salons, Speisezimmer usw.— für gute Ausführung wird Garantie geleistet— gebe wegen Platzmangel spottbillig ab. Bielefelder Möbelhaus, Jöllen= beckerstr. 16—26. 4025* Schirme für Damen und Herren in allen Preislagen. Georg Meier, Herforderstraße Nr. 12. 14755 Ed. Petrowsky, 513“ Produktenhändler, zeigt die Geschäftsverlegung nach Bahnhofstraße 32 a, Hinterhaus, an. Ankauf von Metallen, Eisen, Lumpen und allen Altprodukten. 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Ruhelos treibt es den alt und einsan gewordenen Handelsherrn umher, bis er endlich der Entschwundenen in die Tiefen des Meeres nachfolgt. Der Regenschirm. Ein ulliges Genrebild. Die Zigennerin. Der spannende Roman einer Heimatlosen. Eine verwickelte Wurstgeschichte. Hochkomische Bubenstreiche, die einen braven Schlächtermeister zur Verzweiflung und ein großes Publikum in Aufregung bringen. Um Jongleur zu werden. Aus Liebe zur Kunst wird ein junger Mensch fast zum Märtyrer und veranlaßt zwerchfellerschütternde Szenen. Alle mit schwarzen Händen. Hochamüsante Burleske, das Erlebnis eines Angstmeiers schildernd. zum Abonnement auf Stadttheater. Schauspiel und Operette. Eröffnungs=Vorstellung Sonntag, den 26. Septbr. Im Abonnement: Ein Walzertraum. Operette in 3 Akten von Oskar Strauß. Der Verkauf der Tageskarten beginnt am Freitag früh 10 Uhr. Anmeldungen zum Abonnement werden täglich im Theaterbureau, (Eingang Brunnenstraße) entgegengenommen. Prospekte mit dem Verzeichnis des Personals und den Abonnements=Bedingungen sind für Interessenten im Theaterbureau zu haben.[5124 Spezialnummer des Simplicissimus „Mansver“. = Preis 30 Pfg. in der Buchhandlung„Volkswacht" zu haben. Rechnungs-Formulare, liefert in sauberer Ausführung prompt und billig Buchdruckerei„Volkswacht“. 0 Sinronse-Abenur des Städtischen Orchesters. Leitung: Städt. Musikdirektor Prof. W. Lamping * Städt. Kapellmeister M. Cahnbley. Sämtl. Konzerte finden im Stadttheater statt. Die Abonnementspreise betragen: ) 10 Mk Das städtische Freibad früher Bollbrinker, ist vom 22. d. M. ab geschlossen. Der Magistrat zu Bielefeld. Meine Geschäftsräume befinden sich vom 24. d. Mts. ab in meinem Hause = Schillerplatz Nr. 3.= Hermann Paderstein Bankgeschäft. 5129 5114 Orchester-Loge) Parkett-Fauteuil Fremden-Loge. 10 861, l. Parkett.. 1. Rang-Loge..( 12 III. 2. Parkett.. 1. Rang-Balkon„ 2. Rang-Balkon Eine Abonnementsliste wird vorgelegt werden und nimmt auch die Musikalienhandlung H. Selle Einzeichnungen entgegen. 5009 Die geehrten Abonnenten des Vorjahres werden gebeten, falls sie auf die bisher innegehabten Plätze reflektieren, dies baldmöglichst der unterzeichneten Direktion oder der Musikalienhandlung Selle bekannt zu geben. Die Direktion des Städt. Orchesters. Mache den geehrten Bewohnern von Herford und Umgegend bekannt, daß ich Heinrich Klemme's Schnellschlerei Sozlatbemen, ugn u. S 40 n für den Wahlkreis Fueiefeld=Pbiedenbruck. 594 5043 Vernund der Raler u. verwunat. Berute feiert am Sonnabend, den 25. d. Mts., abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn A. Indiestel, sein So.Eltstangrsest bestehend in Konzert, humoristischen Vorträgen und Ball. Es ladet ergebenst ein K Aktiva. Der Festleiter. Geschäfts Verlegung. An Kassenbestand „ Inventar 7230,26 „ Abschreibung 730,26 „ GrundstückKonto 12 500,00 Abschreibung 500,00] „ Waren=Konto „ Bank=Konto Großeinkaufs=Gesellschafts=Konto „ Debitoren=Konto Mit dem heutigen Tage verlegte mein Geschäft von Friedrichstr. 64 nach Friedrichstr. 72, Ecke Jöllenbeckerstrasse, und bitte, das mir bisher entgegengebrachte Vertrauen auch fernerhin bewahren zu wollen. Indem ich für prompte und reelle Bedienung Sorge tragen werde, zeichne mit aller Hochachtung(5119“ Peter Hesse, Schlachtern - SatidagugneV Verücksichigt bei Eueren Einkäufen Trauen! die Inserenten der„Volkswacht“. am 1. April käuflich übernommen und am 1. September von Münsterkirchplatz 1 nach Elisabethstraße 15 verlegt habe; daher befindet sich Münsterkirchplatz 1 keine Schnellsohlerei von Heinrich Klemme mehr. 5111 Reparatur-Preise: Herren=Schuhsohlen 1,80 Mk. Absätze 60 Pfg. Damen=Schuhsohlen 1,40 Mk. Absätze 40 Pfg. Kinder=Schuhsohlen nach Größe. Anfertigung nach Maß in eleganter Ausführung. Kleine Reparaturen gratis. Auf Wunsch kann gewartet werden.= Höchachtungsvoll Wilh. Jonas(Klemme Nachf.) Schuhmachermeister. Mitglieder=Versammlungen: Ortsgruppe Brackwede. Donnerstag, 23. Sept., abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Schröder. Tagesordnung: 1. Bericht der Gemeindevertretung. 2. Stellungnahme zum Provinzialparteitag und Wahl der Delegierten. Die Mitglieder sind verpflichtet, in den MitgliederVersammlungen zu erscheinen. Der Vorstand. Statt jeder besonderen Anzeige! Dienstag morgen 4½ Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden unser innigstgeliebter Vater, Orossvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Restaurateur Konsum=Verein Bünde und Umgegend August Seeger E. G. m. b. H. Bilanz am 30. Juni 1909. Passiva. 7 13 524 6 500 12 000 39 323 8 808 357 6237 86 751 20 Per Geschäftsant.=Konto Reservefonds=„ Spez.=Reserv.=„ Hausbaufond=„ Hausanteilsch.=„ Hypotheken=„ Spareinlagen=„ Darlehen= KautionsKreditorenZinsen„ Lokalmieten„ Gew.= u. Verlust12 484 5 644 2 300 5 250 1 275 10 500 17739 9 707 3 541 3 350 3 368 878 242 10460 im fast vollendeten 62. Lebensjahre.— Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Herford, Bad Oeynhausen, Bielefeld, Düssseldorf, Alsfeld, Heilbronn, Annaberg, 21. September 1909. Die Beerdigung findet Freitag, den 24. September, nachmittags 3½ Uhr, vom Kreis-Krankenhause in Herford aus statt.(5128 K 186751/20 Oebet. Gewinn= u. Verlust-Konto. Kredit. An Inventar=Abschreib. Grundstück=Konto UnkostenSteuer=„ ZinsenFrachten=„ Gehälter=„ Reingewinn Waren=„ 1539 35 209 ——— Gestern morgen entschlief plötzlich unser langjähriger Vereinswirt August Keeger im Alter von 62 Jahren.— Sein freundliches, biederes Wesen sichern ihm ein ehrendes Andenken. Radfahrer=Verein„Freie Radler“, Herford. Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 3½ Uhr, vom Kreiskrankenhause, aus statt.— Antreten der Mitglieder um 3 Uhr im Vereinslokal. 5127 Mitglieder=Bewegung. Bestand am 1. Juli 1908..... 648 Mitglieder Eingetreten im Laufe des Geschäftsjahres 308 Die Aimmmmen 25b Mühgsteder Ausgeschieden, freiwillig... 13 Ausgeschieden durch Tod... 5 Ausgeschlossen...... 10— 28—.— Tehond 11 Midgsieder Das Geschäftsguthaben der Mitglieder vermehrte sich um 2864,09 Mk. Die Haftumme vermehrte sich um 9240.00 Mi. und betrug am 30. Juni 1909 28680 Mi. Bünde, im August 1909. 6130 Vorstand. Kruse. W. Scheer. V. Herbrechtsmeier. -Tupeten-Woche bei Nusr. bietet kogers, enorme Vorteile! Versan Donnerstag, Rehme, Arbeiter=Gesa Röbke. Freitag, 24 Bielefeld. Holzarbeiter! „Centralhalle". Sitzung zirkskassierer, Brackwede. Abends 8½ Uhr eins= und Gewerkschaft Vertrauensleute. * Brackwede, 21. Sept. S wurde in dem Berge, oberhal der seit Donnerstag vermißte Joachim mittels zweier zujan hängt aufgefunden. Das M Schwierigkeiten sein. Joach Kinder. * Enger, 21. Sept, Stad 20. September. T.=O.: 1. An Genehmigung zur Ablegung d hofstraße. 2. Ausbesserung Schulvorstandsmitgliedes. 4. Oberverwaltungsgerichts in straße Dem Antrage zu 1 wurde Bachstraße soll in diesem Jahr 3. Von der Wahl eines neu solange Abstand genommen we lehnte Schulvorstandsmitglied schwerde beim Minister des Bescheid erhalten hat. Zu 4 aufzunehmen. Stadtv. Plüme Schritte in dieser Sache zu Sache dem Rechtsanwalt Sch Stimmen abgelehnt worden w der Straßenbeleuchtung neun beleuchtung soll bis abends 11 * Lenzinghausen. 21. Sept. hier die Gastwirtschaft von A Das alte. noch von Fachwer reichlich Nahrung. Menschen Schaden ist durch Versicherung das neue Haus des Neubauer rettet. * Bünde, 21. Sept. Lo Generaloersammlung am Son war sehr gut besucht. Der G gung entgegengenommen. Um im letzten Geschäftsjahre bede 250 803 Mk. gegen 181 415 Zunahme von 69 388 Mark. zugenommen; sie betrug am Ueberschuß beträgt 36 749 Me Dividende und den statutarisch = 8 Prozent zu verteilen. T zurückvergütet. Es verbleiben Baufonds 2000 Mk., dem Spe Reservefonds 1645 Mk. zugese mögen der Genossenschaft bei der wirtschaftlichen Krise, her enorm hohe Besteuerung des ruhigung in der hiesigen Ind recht bemerkbar machte, könn zufrieden sein.= Unsere neue gestellt; sie ist eine Errungen stolz sein kann. Die Einricht und Treppen sind aus Eisen! ist mit braunen Fliesen bele zellanplatten ausgelegt sind, Backsaal ein vornehmes Aus Aufstellung zweier Oefen sta Doppel=Auszugofens. Die Fe der hinteren Seite. In dem gelegte Rohre, die zu drei Vie verschlossen sind. Diese verte ganzen Ofen, so daß die Backn backen werden. Jede Herdplo es können somit in einem O werden. In der ersten Etage mit 2 Brausen, ein Aufen schränke für die Bäcker. Uns so rationelles Arbeiten, daß i weit überlegen sein werden. sorgen, daß Umsatz und Mi wird unsere Genossenschaft de * Schwenningdorf, 20. S versammlung fand heut Herrn Lütke statt, in welck über die durch die Tabakster Tabakarbeiter sprach. Es! Verband aufnehmen, so daß d glieder zählt. Es geht auch vorwärts. 15r kraftig * Mennighüffen, 19. Se lung fand hier heute nachm über 300 Personen besucht n Regens, der unaufhörlich vo Anlaß zu dieser Versammlur hiesigen Bevölkerung, einma die neuen Steuern und spezi e die Tabakarbeiter geschaffene Bei Tad Versammlungen. Donnerstag, 23. September. Rehme. Arbeiter=Gesangverein. Abends 9 Uhr bei Röbke. Freitag, 24. September. Bielefeld. Holzarbeiterverband. Abends 6¼ in der „Centralhalle". Sitzung der Vertrauensmänner und Beirkskassierer, Brackwede. Abends 8½ Uhr bei Schröder. Sitzung der Vereins= und Gewerkschaftsvorstände, Bezirkskassierer und Vertrauensleute. * Brackwede, 21. Sept. Selbstmord. Heute nachmittag wurde in dem Berge, oberhalb des Niewöhnerschen Kalkwerks, der seit Donnerstag vermißte Kaufmann und Getreidehändler Joachim mittels zweier zusammengeknüpfter Taschentücher erhängt aufgefunden. Das Motiv der Tat sollen finanzielle Schwierigkeiten sein. Joachim hinterläßt Frau und zwei Kinder. * Enger, 21. Sept. Stadtverordnetensitzung vom 20. September. T.=O.: 1. Antrag Kiehl und Elbershausen auf Genehmigung zur Ablegung des Kellerwassers durch die Bahnhofstraße. 2. Ausbesserung der Bachsträße. 3. Wahl eines Schulvorstandsmitgliedes. 4. Vorlegung des Erkenntnisses des Oberverwaltungsgerichts in der Angelegenheit der Breitenstraße Dem Antrage zu 1 wurde auf Widerruf entsprochen. 2. Die Bachstraße soll in diesem Jahre nicht mehr ausgebessert werden. 3. Von der Wahl eines neuen Schulvorstandsmitgliedes soll solange Abstand genommen werden, bis das vom Landrat abgelehnte Schulvorstandsmitglied Schwabedissen auf seine Beschwerde beim Minister des Jnnern vom letzteren einen direkten Bescheid erhalten hat. Zu 4 wurde beschlossen, die Klage wieder aufzunehmen. Stadtv. Plümer wurde beauftragt, die weiteren Schritte in dieser Sache zu unternehmen, da der Antrag, die Sache dem Rechtsanwalt Schücking zu übertragen, gegen drei Stimmen abgelehnt worden war. Ferner wurde beschlossen, bei der Straßenbeleuchtung neun Birnen einzusetzen. Die Straßenbeleuchtung soll bis abends 11 Uhr brennen. * Lenzinghausen, 21. Sept. In der Nacht zum 21. brannte hier die Gastwirtschaft von Aug. Mohrmann total nieder. Das alte noch von Fachwerk erbaute Haus gab dem Feuer reichlich Nahrung. Menschen und Vieh sind gerettet. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.— In Dreyen brannte das neue Haus des Neubauers Vahle. Hier ist das meiste gerettet. * Bünde, 21. Sept. Konsum=Verein Bünde. Die Generaloersammlung am Sonntag im Saale des Herrn Meyer war sehr gut besucht. Der Geschäftsbericht wurde mit Befriedigung entgegengenommen. Umsatz und Mitgliederzahl haben sich im letzten Geschäftsjahre bedeutend erhöht. Der Umsatz betrug 250 803 Mk. gegen 181 415 Mk. im vorigen Jahre, also eine Zunahme von 69388 Mark. Die Mitgliederzahl hat um 308 zugenommen; sie betrug am Jahresschlusse 928. Der BruttoUeberschuß beträgt 36749 Mark. Beschlossen wurde, 3 Prozent Dividende und den statutarisch festgesetzten Rabatt von 5 Prozent = 8 Prozent zu verteilen. Die Mitglieder erhalten 15531 Mk. zurückvergütet. Es verbleiben dann noch 4645 Mk., wovon dem Baufonds 2000 Mk., dem Spezialreservefonds 1000 Mt. und dem Reservefonds 1645 Mk. zugeschrieben werden. Das eigene Vermögen der Genossenschaft beträgt 17.750 Mark. In Anbetracht der wirtschaftlichen Krise, hervorgerufen durch die unberechtigte, enorm hohe Besteuerung des Tabaks, wodurch sich eine Beunruhigung in der hiesigen Industrie schon im vergangenen Jahre recht bemerkbar machte, können wir mit unseren Fortschritten zufrieden sein.= Unsere neue Bäckerei ist zurzeit nahezu fertiggestellt: sie ist eine Errungenschaft, auf die unsere Genossenschaft zellanplaten ausgelegt sind, deren blendend weiße Farbe dem Backsaal ein vornehmes Aussehen verleihen. Hier findet die Aufstellung zweier Oefen statt, eines Königswinter und eines Doppel=Auszugofens. Die Feuerung geschieht durch Kohlen von der hinteren Seite. In dem Ofen liegen dicht nebeneinandergelegte Rohre, die zu drei Vierteln mit Wasser gefüllt und völlig es können somit in einem Ofen gleichzeitig 144 Brote gebacken werden. In der ersten Etage befinden sich eine Badeeinrichtung mit 2 Brausen, ein Aufenthaltsraum und die Garderobenschränke für die Bäcker. Unser neuer Betrieb gestattet uns ein so rationelles Arbeiten, daß wir für die Folge jeder Konkurrenz weit überlegen sein werden. Mögen unsere Mitglieder dafür sorgen, daß Umsatz und Mitgliederzahl stetig zunehmen; dann wird unsere Genossenschaft dem Wohle der Gesamtheit dienen. * Schwenningdorf, 20. Sept. Eine Tabakarbeiterversammlung fand heute abend hier aus der Deele des Herrn Lütke statt, in welcher Redakteur Hoffmann=Bielefeld über die durch die Tabaksteuer verursachte Arbeitslosigkeit der Tabakarbeiter sprach. Es ließen sich 6 Tabakarbeiter in den Verband aufnehmen, so daß der Verband hier jetzt schon 42 Mitglieder zählt. Es geht auch hier wie in Ost= und Westkilver kräftig vorwärts. * Mennighüffen, 19. Sept. Eine Volksversammlung fand hier heute nachmittag im Tümpelkrug statt, die von über 300 Personen besucht war, und das trotz des strömenden Regens, der unaufhörlich vom Himmel herniederströmte. Der Anlaß zu dieser Versammlung war der allgemeine Wunsch der hiesigen Bevölkerung, einmal eine Aussprache über die durch die neuen Steuern und speziell durch die neue Tabaksteuer für die Tabakarbeiter geschaffene Lage herbeizuführen. Denn bisher konnten wohl hier in Mennighüffen Christlich=Soziale Versammlungen abhalten. Die aber hüteten sich, den Gegnern und besonders den Sozialdemokraten freie Diskussion zu gewähren. reit und Wehmeyer gewählt. Als Tagesordnung wurde festgesetzt: Die Tabaksteuer und die durch die Finanzreform geschaffene politische Lage. Als sich auf die Aufforderung des Vorsitzenden kein anderer von den Anwesenden zum Wort meldete, erhielt dieses zunächst Redakteur Hoffmann=Bielefeld, welcher in fünfviertelstündigen Ausführungen den Verlauf der Reichsfinanzreform erörterte, wie dieser zur Ablehnung der Erbanfallsteuer, zur Sprengung des konservativ=liberalen Blocks, zum Rücktritt des Reichskanzlers Bülow und zur Bewilligung der Tabaksteuer geführt habe. Die Junker fühlen sich eben als Herren, und als Herren wollten sie keine Steuern zahlen. Steuerfragen seien keine Fragen der Gerechtigkeit, sondern Machtfragen. Deswegen sei es auch nur irreführend für die Arbeiter, wenn ihnen von den Christlich=Sozialen erzählt werde, sie sollten als christliche Arbeiter sich politisch betätigen. Die Religion gehöre in die Politik nicht hinein. Besonders ausführlich behandelte Hoffmann das Flugblatt des christlich=sozialen Reichstagsabgeordneten Behrens, in welchem der Sozialdemokratie vorgeworfen wird, sie habe durch ihren Antrag auf Entschädigung arbeitslos werdender Tabakarbeiter erst bewirkt, daß die Tabaksteuer eine Mehrheit im Reichstage fand. Demgegenüber stellte Hoffmann fest, daß die Sozialdemokratie sogar nach Aussage der Tabakfabrikanten die einzige Jekän Partei im Reichstage gewesen sei, auf welche bei der Bekämpfung der Mehrbelastung des Tabaks völliger Verlaß gewesen sei. Allerdings hätten ja auch die beiden Christlich=Sozialen, Behrens und Burckhardt, schließlich gegen die Tabaksteuer gestimmt, aber es handle sich nicht allein um diese zwei, sondern um die Wirtschaftliche Vereinigung, genannt „Kraut und Rüben“, mit derem ausschlaggebenden Einfluß die Christlich=Sozialen ja sonst immer geprahlt hatten. Und diese Fraktion, aus welcher die beiden Christlich=Sozialen auch jetzt noch nicht ausgetreten sind, hat in ihrer übergroßen Mehrheit für die Tabaksteuer gestimmt. Und da wagt es der Abg. Behrens, die Sozialdemokraten zu beschuldigen, sie hätten mit ihrem Antrag auf Entschädigung der Tabaksteuer die Wege geebnet. Für eine solche Handlungsweise fehlt jeder parlamentarische Ausdruck. Am bezeichnendsten für das Verhalten dieser Christen ist immer noch, daß, als der katholische Arbeitersekretär und Zentrumsabgeordnete Giesberts den Antrag der Sozialdemokraten aufnahm, um ihn in verschlechterter Form zur Annahme zu bringen, und der christliche Tabakarbeiterverband dann eine Verbesserung forderte, dann Giesberts eine weitere Verschlechterung eintreten ließ, indem er beantragte, daß nur 4 Millionen Mark als Entschädigung für die arbeitslos werdenden Tabakarbeiter zur Verfügung gestellt werden sollten, eine Summe, die ja viel zu gering ist. Deshalb sollen die auch in diesem Bezirk arbeitslos gewordenen Tabakarbeiter sich mit ihren Unterstützungsgesuchen beeilen, sonst könnte leicht der Fall eintreten, daß sie trotz aller Unterstützungsberechtigung keinen Pfennig Unterstützung ausgezahlt erhalten. Nach Hoffmann erhielt das Wort Herr Griese aus Rehme, der aber auf die Ausführungen Hoffmanns mit keinem Worte einging. Dabei weigerte er sich, vom Vorstandstisch aus zu sprechen. Das hatte natürlich zur Folge, daß die Unruhe im Saal während seines Sprechens wuchs. Auf einige seiner gar nicht zur Sache gehörigen Ausführungen antwortete Hoffmann kurz. Es sprach dann Herr Hippe=Gütersloh, dem Schlüter folgte. Und während Schlüters Rede betrugen sich die ChristlichSozialen in einer Weise, daß konservative Männer, die in der Versammlung anwesend waren, diese verließen und hinterher erklärten, sie seien durch das unerhörte Betragen der ChristlichSozialen dazu veranlaßt worden. Die Christlich=Sozialen hatten den Tumult förmlich organisiert, die fortwährenden Zwischenrufe„Lügen“ erfolgten stets auf Kommando, auch, wenn zu einem Zwischenruf gar kein Anlaß war. Schlüter ließ sich aber nicht stören und führte seine Anklage gegen Röös, das Mitglied derselben Zentrumspartei, welche die Schuld an der Annahme der Tabaksteuer trägt. zu Ende. Nun erhielt Röös das Wort. Auch dieser wollte sich nicht an den Vorstandstisch begeben. Als aber während seiner Rede der Tumult immer größer wurde, beschloß die Versammlung, es müsse vom Vorstandstisch aus gesprochen werden, und da Röbs dies nicht wollte, verließ er mit etwa 30 Anhärgern die Versammlung, welche dann in aller Ruhe zu Ende geführt wurde. Hoffmann wies noch darauf hin, wie wichtig für die Tabakarbeiter der Beschluß der Sozialdemokratie sei, keinen Tropfen Branntwein mehr zu trinken. Diese Steuerverweigerung bedeute, daß die Arbeiter gegen die Vergewaltigung durch die Regierung, Junker und Zentrum direkt vorzugehen die Kraft in sich fühlten. Es sei zugleich das einzige Mittel, den drohenden Konsumrückgang in Zigarren zum Teil abzuwenden. Es läge also auch im Interesse der Tabakarbeiter, den Beschluß der Sozialdemokratie, keinen Tropfen Schnaps mehr zu trinken, mitdumachen D# imm ur Mnautn Dus Mauge A.-Reit In der Versammiung waren eine Menge Arbeiter, welche alle noch Sympathie mit den Christlich=Sozialen gehabt hatten. Sie alle äußerten ihre Entrüstung über das unqualifizierbare Verhalten der Christlich=Sozialen, welche es offenbar auf eine Sprengung der Versammlung abgesehen hatten. * Gehlenbeck(Kr. Lübbecke), 21. Sept. Achtung, Tabakarbeiter! Auch hier wird es Licht. Durch eifrige Agitation des Gauleiters Wilh. Schlüter=Bielefeld, und insbesonders einiger Kollegen hier am Orte ist es möglich geworden, Aufklärung zu schaffen und dem Deutschen Tabakarbeiterverband in den letzten Wochen rund 200 neue Mitglieder zuzuführen. Wenn nun auch dieser Fortschritt im allgemeinen begrüßt werden kann, so gibt es doch noch eine Reihe von Arbeitern, die es nicht für nötig halten, sich ihren Mitarbeitern anzuschließen. Mit voller Kraft versuchten es die organisierten Kollegen, auch diesen noch abseitsstehenden Kollegen und Kolleginnen klar zu machen, wie notwendig es ist, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen, welche doch die Schwächeren seien, wenn sie nicht organisiert sind, sich dem Verband anzuschließen, um für höheren Lohn und für Besserung der Arbeitsverhältnisse einzutreten. Beitrittserklärungen wurden ihnen übergeben. Jedoch nach etlichen Tagen lagen dieselben noch unausgefüllt auf ihren Plätzen. Es wurden sogar von verschiedenen Kollegen die Beitritts=Erklärungen zurückgeschickt mit der Nachricht: Wir wollen von der Verbandsgeschichte nichts mehr wissen, darum könnt ihr uns fern bleiben. Hieran kann man erkennen, daß es noch Tabakarbeiter gibt, die von einer Organisation nicht die blasse Ahnung haben. Aber wie leicht ist es möglich, daß auch von ihnen etliche die Tabak= steuer nach dem 1. Oktober zu spüren bekommen. Was durch eine starke Organisation zu erzielen ist, dafür einige Beispiele. Die Firma Aug. Blase=Lübbecke, welche eine Filiale mit sehr vielen Arbeitern in Gehlenbeck hat, hatte sich erlaubt, den Arbeitern Lohnabzüge anzubieten. Auch wurde eine neue Sorte eingeführt, und bot ihnen hierfür 8 Mk. pro Mille. Auch sollte in den Zigarren geschnittener Tabak verarbeitet werden. Daß nun geschnittener Tabak, überhaupt wenn ziemlich grob geschnitten, schwer zu verarbeiten ist, muß jedem Fachmann einleuchten. Die Arbeiter waren nun mit dem gebotenen Preis nicht zufrieden und forderten 9 Mk. Da nun die Mehrzahl der Arbeiter von dieser Fabrik organisiert ist, wurde ein Kommission gewählt, dieselbe wurde bei ihrem Fabrikanten Herrn A. Blase vorstellig und bewiesen diesem, daß es unmöglich sei, für 8 Mk. die Zigarre herzustellen. Nach längerer Auseinandersetzung gab das auch Herr Blase zu und bewilligte 8,50 Mk., und wenn die Arbeiter die Einlage selbst abrippen wollten, wollte er ihnen den geforderten Lohn von 9 Mk. zahlen. Auch der angebotene Lohnabzug soll bereits zurückgenommen worden sein. Auch die Firma H. Richers u. Co.= Osterhold=Scharnbeck bei Bremen, welche ebenfalls eine Filiale in Gehlenbeck hat, zog den gestellten Lohnabzug zurück. g.gung ist 6.8 Mi, Aber Kollegen und Kolleginnen! Wodurch ist das erzielt worden? Wären die Arbeiter gerade in diesen beiden in Frage kommenden Fabriken nicht organisiert, dann hätten sie nichts erreicht. Darum, Kollegen und Kolleginnen, fragt euch einmal ernstlich, ist es nicht eure Pflicht, der Organisation beizutreten? Wollt ihr nicht auch vorwärts kommen im Leben? Es ist eure Pflicht mit, eine starke Organisation zu schaffen, so daß wir imstande sind, unsere wirtschaftlichen Interessen zu vertreten. Der Deutsche Tabakarbeiterverband schützt seine Mitglieder in Not und Gefahr. So zahlt er seinen Mitgliedern Unterstützung bei Krankheit und Arbeitslosigkeit, gewährt Rechtsschutz bei Streitigkeiten, welche aus Lohn- und Arbeitsverhältnissen, oder durch Anspruch auf Kranken-, Unfall= und Invalidenversicherung entstehen..#in aam Cemhas bab200 Kollegen und Kolleginnen von Gehlenbeck haben es erkannt, daß nur der Deutsche Tabakarbeiterverband imstande ist, ihre Interessen zu vertreten. Wieviel mehr könnte noch erreicht werden, wenn alle, die dem Verbande noch fernstehen, sich anschließen würden. Deshalb hinweg mit der Uneinigkeit, erkennt eure Pflicht, schließt euch euren kämpfenden Kollegen und Kolleginnen an. Hinein in den Deutschen Tabatarbeiterverband! Bestechungsprozeß. Vor der Strafkammer in Köln a. Rh. begann heute in außerordentlicher Sitzung ein großer Bestechungsprozeß, für den zwei Tage vorgesehen sind. Es sind 70 Zeugen geladen. Zu verantworten haben sich der Rechtskonsulent Rosenbaum, ein Gerichtsdiener, ein Kanzleigehilfe, ein Kriminalschutzmann und ein Schutzmann. Der vielfach vorbestrafte Hauptangeklagte Rosenbaum ist beschuldigt, in acht Fällen die angeklagten Beamten bestochen und in mehreren Fällen Geldbeträge bis zu 3000 Mk. unterschlagen zu haben. Die Beamten sollen in ihrer Eigenschaft als solche für Handlungen, die eine Verletzung ihrer Dienstpflichten enthalten, Geld und andere Vorteile angenommen haben. Militärisches. Eine hart bestrafte Unterlassung. Magdeburg, 20. Sept. Das Oberkriegsgericht des 4. Armeekorps verurteilte als Berufungsinstanz den Reservisten Karl Körner aus Offenbach a. M. gemäß dem ersten Urteil des Kriegsgerichts zu 45 Tagen Gefängnis, weil er infolge kränklichen Zustandes einer militärischen Uebung ferngeblieben war, es aber unterlassen hatte, rechtzeitig die nötigen Schritte zur Befreiung von der militärischen Uebung zu tun. Der Angeklagte bat, da er doch nur fahrlässig gehandelt habe, um mildernde Umstände, sie wurden jedoch abgelehnt. Der öffentliche Ankläger hatte drei Monate Gefängnis beantragt. Betrügerische Marine=Offiziere. Kiel, 21. Sept. Das Oberkriegsgericht der Hochseeflotte verurteilte den Marine=Oberingenieur Roggensack wegen militärischen Diebstahls sowie Anstiftung zu militärischem Diebstahl, zur Unterschlagung und zum Betrug zu Dienstentlassung und drei Monaten Gefängnis, den Marine-Ingenieur Friedrich wegen Anstiftung zum Betrug und zu militärischer Unterschlagung, bezw. wegen militärischer Unterschlagung zu fünf Wochen Stubenarrest. Die ist erster Instanz ausgesprochene Dienstentlassung wurde aufgehoben, der Steuermann Granzow wurde freigesprochen. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. 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Die große Aula, welche Herren und Damen dicht be Zahl von Herren in den E Die offiziellen Begrüßun übliche Niveau und fanden sendung eines Huldigungstel reich und den Kaiser von D zu dem ersten Hauptvortra lung der Spektroskopie Professor Kayser-Bo das Jahr 1859 in der Ges der menschlichen Kultur ui überhaupt eine menschliche sind Tatsachen von solcher? und ausgesprochen worden, nicht annähernd alle ihre F sind verbunden mit Darw stehung der Arten, und mit beckung der Spektralanalyse nicht noch von weittragend werk Darwins. Wie Engl im Jahre 1909 selbst geehrt auch eine Ehrung Gustav K auch nur in der Form ein forscher=Versammlung. Der Vortragende entwie gänger weit überragend, im suchung des Sonnenspektru früher auch nicht hatte der streng mathematischer Wei Licht fällt, stets diejenigen (verschluckt), welche er bei laussendet). Die dunklen sich hiernach als Absorptio eigentliche leuchtende Sonn den glühenden Dämpfen 1 Dämpfe zu einem großen Erde vorhanden auf der Erde vorhanden enge Zusammenhang zwise sorption des Lichtes, zwisch einem ausgebreitetem Farl tenden festen Körpers und welchen das Spektrum ei die Tat die Tatsache, daß die gerin sich durch das Spektrum Zeit nach der Erfindung einer ganzen Reihe bisher dieser Richtung allein lie sondern diese Methode## und der inneren Kräfte de aufgebaut sind. Wie ein Dimensionen, dem Bau um Körpers, und wie aus devereinigten Töne und E Natur des tönenden Kör auch das Spektrum dem die Natur der Schwingur 70 Roman aus di von Fr „Da kommt ein Reiter noch scharf nach allen Seit „Hm, das ist ein An neten Richtung mit den Kollektor, der die Bäche die zwanzig Dollar Taxe schlecht an; ich gebe mie Staaten aus und schicke i zu untersuchen.“ „Das ist kein Fremder den im Auge behalten ho jedenfalls schon gesehen.“ „Alle Wetter, das, ist. er er. glaub' ich, heißt.“ ri mit den Indianern hatte Parchies, wenn er sich kerl int ein Lump durch „Er biegt hierherzu „Lassen Sie sich nicht zum Teufel gehen und si Fischer fing an, sein ging mit dem geleerten C Erde einzufüllen.„Als Reiter eben am Bache Mr. Smith hatte es nä Botenweg nach dem„go bares Leben wie sein erb recht gut wußte, tollkül war ihm nicht entgange Indianern in den Berge an dem Morgen alle we der die Mexikaner hielte ritten und mit einem nicht zu fürchten. Sot reichte, befand er sich „golden bottom“, in d Mr. Smith saß auch sehr Bein über den Sattelk und pfiff sich sehr vergi So bog er vom Pfad Baumstamm verlegte, u vorbei, neben deren M einzügelte. Er schien Landsleute zur Hilfe he perie 0 3 Terage 81. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte. Bt. Salzburg, 20. September. Die 81. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wurde heute in der Aula academica des Studiengebäudes(Universität) mit, den üblichen Begrüßungsreden eröffnet. Teilnehmer dieser Versammlung darf jeder werden, der Interesse an dem Fortschritt der Naturwissenschaften bekundet und dieses Interesse, wie es in unserer kapitalistischen Zeit ja nicht anders sein kann, durch die Leistung eines Jahresbeitrages von 20 Mark resp. 25 Kronen in klingende Münze umsetzt. Die öffentlichen Versammlungen der Veranstaltung, in welchen ein weiteres Publikum mit den allgemeineren Fortschritten der Wissenschaft bekannt gemacht werden soll, können daher Teilnehmer aus den breiten Arbeitermassen nicht aufweisen, diese, welche häufig das lebhafteste und uneigennützigste Interesse an den Wissenschaften durch ihr Bildungsstreben bekunden, sind von dem unmittelbaren Besuch der Naturforscher=Versammlungen so gut wie ausgeDie große Aula, welche etwa 1000 Plätze faßt, war von Herren und Damen dicht besetzt, so dicht, daß eine nicht geringe ahl von Herren in den Seitengangen stehen mußte. Die offiziellen Begrüßungsreden erhoven sich nicht über das übliche Niveau und fanden wie stets ihren Abschluß in der Absendung eines Huldigungstelegramms an den Kaiser von Oester: reich und den Kaiser von Deutschland. Dann erhielt das zu dem ersten Hauptvortrage der Versammlung: Die Entwicklung der Spektrostopie„(EI,Iitand hamerit.— 9c5 Professor Kayser-Bonn. Einleitend bemertie er, vuß das Jahr 1859 in der Geschichte der Naturwissenschaften und der menschlichen Kultur unvergessen bleiben wird, solange es überhaupt eine menschliche Kultur geben wird. In diesem Jahre sind Tatsachen von solcher Bedeutung und Fruchtbarkeit erkannt und ausgesprochen worden, daß auch heute, nach 50 Jahren noch, nicht annayernd alle ihre Fruchte geerntet sind; diese Tatsachen sind verbunden mit Darwin und seinem Werk über die Entstehung der Arten, und mit Gustav Kirchhoff und der Enteeckung der Spektralanalyse, die mindestens von derselben, wenn nicht noch von weittragenderer Bedeutung ist als das Lebenswerk Darwins. Wie England sich durch die Ehrung Darwins im Jahre 1909 selbst geehrt hat, so ziemt sich im gleichen Jahre auch eine Ehrung Gustav Kirchhoffs auf deutschem Boden, wenn auch nur in der Form einer bescheidenen Rede auf der Naturforscher=Versammlung..„..... Ginchofs; ine Der Vortragende entwillelle dann, wie Kirchhoff, seine Vorgänger weit überragend, im Verein mit Bunsen durch die Untersuchung des Sonnenspektrums zu Ergebnissen kam, an die man früher auch nicht hatte denken können. Zunächst bewies er in streng mathematischer Weise, daß jeder Körper, auf welchen Licht fällt, stets diejenigen Strahlen dieses Lichtes absorbiert (verschluckt), welche er bei derselben Temperatur auch emittiert laussendet). Die dunklen Linien im Sonnenspektrum ergaben sich hiernach als Absorptionslinien, die uns beweisen, daß der eigentliche leuchtende Sonnenkörper von weniger stark leuchtenben glühenden Dämpfen umgeben ist, und es gelang, diese Dämpfe zu einem großen Teil als solche zu erkennen, die auch auf der Erde vorhanden sind. Auch auf der Erde führte der enge Zusammenhang zwischen der Ausstrahlung und der Absorption des Lichtes, zwischen den dunklen Absorptionslinien in einem ausgebreitetem Farbenband oder Spektrum eines leuchtenden festen Körpers und den einzelnen hellen Linien, aus welchen das Spektrum eines leuchtenden Gases besteht, sowie die Tatsache, daß die geringsten Spuren eines leuchtenden Gases sich durch das Spektrum sofort verraten, gleich in der Zeit nach der Erfindung der Spektralanatyse zur Entdeckung einer ganzen Reihe bisher unbekannter Körper. Aber nicht in dieser Richtung allein liegen die Früchte der Spektralanalyse. sondern diese Methode gestattet eine Erforschung des Baues und der inneren Kräfte der Atome, aus welchen ja alle Körper aufgebaut sind. Wie ein Klanggemisch abhangig ist von den Dimensionen, dem Bau und den inneren Kräften des tönenden Körpers, und wie aus den Wellenlängen der zu einem Klange vereinigten Töne und Schallwellen gewisse Schlüsse auf die Natur des tönenden Körrauß,grzegen, werden können, so jgaß strahlenden Körper aufbauenden Atome im Lichtäther vollführen; denn durch solche Schwingungen werden ja die Störungen im Lichtather verursacht, die sich wellenförmig ausbreiten und je nach der verschiedenen Länge dieser Wellen uns als verschiedenfarbiges Licht zur Empfindung kommen. In dieser Richtung liegt ein sehr großer Teil der Arbeit, die heute anschließend an Kirchhoffs Entdeckung auf spektroskopischem Gebiete geleistet wird, und es ist sogar gelungen, den Bausteinen der Atome, den mit elektrischer Ladung versehenen Elektronen auf diesem Wege näher zu kommen. Sueztrglangr... Aber auch die Anwendung der Speltrulanahse auf den Weltenraum ist keineswegs zum Stillstand gekommen. Daß die sogenannten Fixsterne nicht fest stehen, sondern eine Eigen(am Himmel angeheftete Sterne) sind, sondern eine Eigenbewegung haben, hatten die Astronomen seit langem erkannt, und Verschiebungen dieser Sterne senkrecht zur Gesichtslinie waren auch längst festgestellt worden. Aber Verschiebungen direkt auf uns zu oder von uns fort könnten wegen der großen Entfernung niemals bemerkbar sein; hier setzte die Spektral= analyse ein und gewisse Verschiebungen in den Linien der Spektren solcher Fixsterne lehrten uns nicht nur deutlich, daß solche Bewegungen vorhanden sind, sondern sogar die Geschwindigkeit der Bewegung messend verfolgen. Wenn ein tönender Korper sich auf uns zu oder von uns fort bewegt, so gelangen mehr resp. weniger Schallwellen von ihm in unser Ohr, als wenn er in Ruhe ist, und dadurch wird sein Ton höher oder tiefer; bei einem Körper, der Lichtwellen aussendet, tritt an die Stelle des Tones die Farbe, und die Aenderung der Farbe verrät uns, ob und mit welcher Geschwindigkeit der leuchtende Körper sich uns nähert oder von uns entfernt. Wenn leuchtende Körper als Doppelsterne sich um einander diese Entfernung und Annäherung für uns in rhytmischem Wechsel, der sich in einer hin= und hergehenden Bewegung der Spektrallinien zeigt; diese hin= und hergehende Bewegung hat uns nicht nur Aufschluß über die Große solcher leuchtenden Doppelsterne gegeben, sondern uns auch dem Auge ewig unsichtbare dunkle Körper enthüllt, die einen hellen Stern umkreisen oder viel mehr sich mit dem hellen Stern um den gemeinsamen Schwerpunkt bewegen.— Aus dem Samenkorn, das Kirchhoff gelegt hat, hat sich ein gewaltiger Bau mit prächtigen Früchten entwickelt und kein würdigeres Denkmal kann Kirchhoff gesetzt werden, als wenn die Bahnen, die er gezeigt hat, und die von ihm und seinen Nachfolgern beschritten wurden, auch in der Zukunft von den Forschern gewandelt werdergggr,##### Hierauf folgte ein Vortrag von Professor FoigE Bonn über Die Bedeutung der Geschichte der Epidemien für die Mit dem Jahre 1348, dem Jahre der letzten Pest=Epidemie, die heute noch unter dem Namen des„schwarzen T####### im Munde der Volker lebt. beginnt die bewußte staatliche Pestbekämpfung. Zuerst wurden in Italien Gesetze erlassen, welche auf der Erfahrung gegründet waren, daß der Mensch der alleinige oder doch wichtigste Träger und Verbreiter des keimes sei, und daß daher die Aussonderung und H#g, der verseuchten Menschen und ihrer Abgänge und Gebrauchsgegenstände, die Ueberwachung des Menschenverkehrs das Hauptmittel einer wirksamen Pestavwehr und Pestausrottung sei. Die Verfügungen der italienischen Staatsmänner des 14. und 15. Jahrhunderts wurden im Laufe der Zeit in den anderen europäischen Staaten und Städten gründlich ändert, erweitert und vor kaum einem Menschenalter wieder verlassen, weil sie sich zuletzt in keiner Form mehr bewährt haben. An die Stelle der Seuchenformel beim schwarzen Tode: „Die Pestansteckung geht von Mensch zu Mensch durch die Berührung des Kranken und seiner Geräte und seiner Umgebung“ traten im Laufe der Zeit andere Formeln, in denen der Wechsel der Pestträger und Pestüberträger nach Zeit und Ort zum Ausdruck kam und in denen zugleich, mehr und mehr die Einsicht hervortrat, daß das große Sterven an der Pest nicht vom trägen bewegungslosen Pestsamen allein abhängt, sondern zugleich vom Voryandensein beweglicher und sich rasch vervielfältigender Pestüberträger. Die Seuchenformel für die heutige Pestperiode, welche mit dem Ausbruch der indischen Pest im ahre 1896 für Europa Bedeutung gewonnen hat, lautet folgendermaßen:„Der Pestbazillus wird, wie das schon in vielen früheren Epidemien des 17., 18. und 19. Jahrhunderts geschehen ist, zunächst unterirdisch vervielfältigt, ehe er auf den Menschen gelangt, und zwar sind es besonders Ratgg, Lis in tragen und verbreiten; von diesen geht er durch die Floge auf die Menschen über; nebenbei gibt es eine Reihe kleinerer Uebertragungsweisen, unter denen die Uebertragung von Mensch zu Mensch die seltenste und also für die epidemische Vervielfältigung des Uebels fast bedeutungslos ist. Diese im Jahre 1897 von dem Redner aufgestellte Formel hat sich seitdem überall bestätigt. Die Vielfältigkeit und Wandelbarkeit der Seuchenformel gilt ebenso wie für die Pest für die meisten epidemischen Krankheiten, die wir ohne Kenntnis ihrer Geschichte nur zu gern in eine einfache, abgeschlossene Uebertragungsformel zwingen. Aber nicht einmal für Seuchen, deren Erreger einem bestimmten Generationswechsel unterworfen sind, wie der Malariakeim, oder deren Erreger auf zwei Böden angepaßt scheinen, wie der Keim des gelben Fiebers. sind Nebenwege abseits von der gewöhnlichen Uebertragungsweise oder von der Veroielfältigung ausgeschlossen; noch weniger fehlen solche Nebenwege bei den anspruchloseren Erregern der Cholera und des Typhus. Sogar bei den Seuchen, die mit der engen Formel:„Uebertragung von Mensch zu Mensch“ gewöhnlich gedeckt werden, wie Syphilis und Gonorrhöe, gibt es hier und da einmal Wege zur epidemischen Vervielfältigung, die mit beuchen=Bekämpfungsgesetzen nicht verschlossen werden können. Das 19. Jahrhundert, das Jahrhundert der naturwissenschaftlichen Gesundheitspflege, hat uns gelehrt, daß die schlichten stetigen Anstrengungen, die sich darum bemühen, die äußeren Lebensverhältnisse des Menschen unter voller Schonung seiner Person zu verbessern, genügen, um auf allen Gebieten der übertragbaren Krankheiten einen bedeutenden Rückgang der Erkrankungs= und Sterbeziffern zu bewirken. Dadurch ist erreicht, daß der Mensch mit europäischer Lebensart in verpesteten Ländern wie Indien, mitten in wütender Seuche so gut wie ungefährdet lebt. Das 20. Jahrhundert hat das kostbare Vermächtnis übernommen: in der Seuchenbekämpfung an Stelle jahrhundertelanger polizeilicher Maßregeln mit bedingter oder fraglicher Wirkungskraft immer mehr und mehr die friedliche seuchentilgende Reinlichkeit, die leibliche und häusliche und öffentliche Reinlichkeit im besten Sinne des Wortes durch eine gewohnheitsmäßige stetige Asepsis zu verdrängen. Parteinachrichten. Vom Strafkonto der Presse. Die Breslauer„Volkswacht“ hatte wieder in zwei Tagen drei Prozesse zu bestehen. Der Waldenburger Bergwerksdirektor Müller war in einem Artikel als der Hauptbeschuldigte an der Thokus: epidemie in Altwasser bezeichnet worden. Er fühlte sich eelenigt und strengte eine Privatfsage zw.„ahrkaitsbemeis erbringen Genosse Schiller, wolle ven Wahthensbrwets ExFringen und beantragte die Ladung von 15 Zeugen. Das eugen## gericht in Waldenburg lehnte die Ladung sämtlicher„Heugen ao und erkannte ohne Beweisaufnahme auf eine Strafe von 300 Bei dem Frühjahrsersatzgeschäft in Gräbschen bei Breslau hatte ein Gendarm einen Gestellungspflichtigen mit einem scharfen Säbel arg am Kopfe zugerichtet. Die„Volkswacht" bezeichnete das Vorgehen als gesetzwidrig; die Breslauer Strafkammer hielt aber die Säbelhauerei als„in Ausübung des Amtes“ erfolgt und verurteutte den Genossen Schiller zu 100 Mk. Strafe. In Demb(Oberschlesien) erschien ein Polizist am Abend vor dem Bußtage in einem Lokal, in dem eine Hochzeit gefeiert wurde. Er zog den Säbel und forderte die Teilneymer zum Verlassen des Lokales auf. Der Amtsvorsteher erwiderte au, die sofortige Beschwerde, daß der Beamte gar keinen Auftrag gehabt habe, sich um die Hochzeit zu bekümmern, und er erlaubte die Fortsetzung der Feier. Weil die„Volkswacht“ der Meinung war, der Polizist hätte kein Recht gehabt, sich so zu benehmen, wurde Genosse Wolff„zu, 50 Strafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte eine Woche Gesungnis beantragt. Reichstagskandidatur. Im Wahlkreise Altena=Iserlohn=Lüdenscheid wurde der Gauleiter des Metallarbeiterverbandes, Genosse Spiegel=Düsseldorf, als Reichstagskandidat aufgestellt. Vorher kandidierte der Genosse Haberland=Barmen, der aber nach dem Tode des Genossen Meist in dem Wahlkreise Lennep=Mettmann aufgestellt wurde. Pr. 70 Roman aus den Goldfeldern Kaltforniens von Friedrich Gerstäcker. „Da kommt ein Reiter den Pfad herauf,“ sagte Beckdorf, der noch scharf nach allen Seiten umhergespäht hatte. „Hm, das ist ein Amerikaner, sagte Fischer, der bezeichneten Richtung mit den Augen folgend,„vielleicht gar der neue Kollektor, der die Bäche hier absucht, von uns armen Teufeln die zwanzig Dollar Taxe einzukassieren. Bei mir kommt er aber schlecht an; ich gebe mich für einen Bürger der Vereinigten Staaten aus und schicke ihn nach San Francisco, meine Papiere „Das ist kein Fremder,“ sagte aber Beckdorf, der den Nahenden im Auge behalten hatte.„Die Gestalt habe ich wenigstens „Alle Wetter, das ist ja der Spieler, jener Mr. Sgiz gie er, glaub' ich, heißt,“ rief Fischer,„der damals die mit den Indianern hatte! Das war auch kein Verlust fur das Paradies, wenn er sich wo anders eine Residenz suchte. Der Kerl ist ein Lump durch und durch.“ „Lassen Sie sich nicht mit ihm ein,“ meinte Fischer,„er mag zum Teufel gehen und sich dort eine Unterhaltung suchen. Fischer fing an, seine, Maschine zu schaukeln, und Beckdor ging mit dem geleerten Eimer nach der Gruve zurna, um frische Erde einzufüllen. Als er diese zur Maschine brachte, kam der Reiter eben am Bache herauf und hielt neben den beiden an. Mr. Smith hatte es namlich für weit geratener gehalten, den Botenweg nach dem„golden bottom“ zu reiten, als sein kostbares Leven wie sein erbeutetes Gold den Zufällen eings, wieer recht gut wußte, tollkühnen Angriffs war ihm nicht entgangen, daß eine ziemlich große, Anzahl von Indianern in den Bergen umherstreifte. Diese hatten sich üver an dem Morgen alle weit meyr ostlich, der Stelle zugezogen, an der die Mexikaner hielten, und außerdem brauchte er sie, gut beritten und mit einem vortrefflichen Revolver bewaffnet, auch nicht zu fürchten. Sowie er dann nur den Hügelrücken erreichte, befand er sich auch schon fast in dem Bereich von golden bottom“, in dessen Nähe viele Amerikaner arbeiteten. Mr. Smith saß auch sehr ungeniert auf seinem Pferde, das rechte Bein über den Sattelknopf hinübergeschlagen, nach Damenart, und pfiff sich sehr vergnügt und sehr falsch den Yankee=Doodle. So bog er vom Pfad ab, den gerade dort ein umgebrochener Baumstamm verlegte, und kam dicht an den beiden Zuezzticheg vorbei, neben deren Maschine er sein Pferd einergaggan ein, einzügelte. Er schien gar keine besondere Eile zu Fabem 1###e Landsleute zur Hufe herbeizuholen. „Nun, Gentlemen,“ sagte er hier, mit äußerst artiger und gewinnender Stimme,„finden Sie Ihre Arbeit nach Gebühr Beckdorf sah ihn von der Seite an, nahm dann den leeren Eimer in die Hand und ging langsam wieder der Grube zu, Fischer aber fing an zu schaukeln und antwortete ebenfalls nicht. Me. Smith tlemmte seine überdies dünnen Lippen noch etwas fester zusammen und rief dann:„Meiner Meinung nach, Sir, gehört unter Gentlemen auf eine höfliche Frag. auch eine Gentlemen, ja,“ sagte Fischer trocken,„mein Kamerad und ich haben aber, so viel ich weiß, nicht mitUnd erklären Sie mich für keinen Gentleman, Sir?“ rief der Amerikaner, und die kleinen boshaften Augen veraber der Deutsche.„Hier abeiten wir, und haben keinem Wenschen Rede zu stehen oder Rechenschaft zu geben, es sei denn vielleich ein Beamter der Ver. Staaten. Zu denen zähle ich aber nu# das Spielergesindel, das sich in den Minen herumtreibt, une sollte einer von denen zu uns kommen und unverschämt werden, so gebe ich Ihnen mein Wort, daß wir ihm alle Knochen im Der Amerikaner griff langsam mit der Hand in seine Brusttasche, wo er jedenfalls seinen Revolver vervorgen hatte. Schon aber der Deutsche ebenfalls wieder, heran, und, v% agr Smith es gar nicht für möglich bielt, gäziengen u fragen. herumgehen könne, ohne eine Schußlo####, dei sich## und doch nicht so ganz sicher war, inwieweit er die Leute einsich doch eines Besseren und verfolgte den einmal eingeschlagggezggscheg, Das sind die Pestbeulen der menschlichen Gezeuschaft, sagte Fischer, als sein Kamerao wieder neben iym stand und dem Reiter nachsah,„und wer die Amerikaner nach diesem Gesindel beurteilen wollte, würde ein trauriges Urteil über sie fällen müssen. Glücklicherweise denkt der rechtschaffene Amerikaner aber gerade so wie wir über sie, und nur hier in Kalifornien und in den westlichen und wildesten Staaten der Union dürfen sie ihr Wesen treiben.“„. 9 Was wollte denn der Bursche: 6 „Ganz herablassend ein Gespräch mit uns anknupfen, lachte Fischer,„vielleicht sogar eine kleine Spielpartie aus freier Hand arrangieren. Es ware das erste Mal nicht, daß sie den Goldwäscher um seinen Ertrag gleich aus der Maschine heraus bestohlen hätten, ich ließ ihn aber ablaufen. Doch er mag zum Fasick ochen und dund und bostenlich ucht wücher dn die läche Smith hatte indessen, wahrscheinlich nicht in besonders guter Laune, denselben Baumstamm erreicht, über den hin der junge Graf Beckdorf vorhin den Schatten bemerkt haben wollte. So, wie er jetzt wieder mit dem geleerten Eimer zu der Grubzurückging, blickte er fast unwillkürlich den Hang hinauf, dem der Reiter folgte. In demselben Moment scheute dessen Pferd jäh zur Seite, und Beckdorf sah, wie eine dunkle Gestalt gerade vor ihm in die Höhe sprang. Mr. Smith aber, auf seinem wahrscheinlich höchst bequemen, indes jedenfalls sehr unsichern Sitz, verlor das Gleichgewicht und rollte an der rechten Seite des Pferdes aus dem Sattel. Wohl hatte er dabei dessen Zügel nicht losgelassen, ehe er über imstande war, wieder auf die Fuße zu kommen, ja wahrscheinlich ehe er nur seine Lage begriff, tauchten aus allen benachbarten Büschen, wie aus dem Boden wachsend, Indianer auf, und der Weiße lag macht= und wehrlos in ihrer Gewalt, ehe er eine Waffe ergreifen oder sich zur Wehr Fischer, durch den plötzlichen Lärm aufmerksam gemacht, war ebenfalls in die Höhe gesprungen, als der gellende Hilfeschrei des Ueberraschten zu ihnen niederschallte. „Den Teufel auch, rief Beckdorf indem er fast unwillkürlich die dort am Boden liegende Brechstange aufgriff,„und wenn das ein Spieler ist, so können wir doch nicht geduldig mit zusehen, wie ihn die Rotfelle da oben abschlachten... „Schade wär's gerade nicht um ihn,“ meinte Fischer,„üver ie haben recht. Wenn wir ihm helfen können, dürfen wir nicht müßig bleiben. Wollen sie ihn aber umbringen, so schneiden sie ihm sechsmal da oben den Hals ab, ehe wir hinaufkommen.“ Und mit den Worten den neben ihm liegenden scharfen Spaten aufgreifend, sprangen die beiden Männer so rasch sie konnten, den stiemlich steilen Hang hinan, bis sie den Reitweg erreichten und dann rascher vorwärts konnten. Indessen aber, und während das wilde Geschrei des Amerikaners noch immer durch die Berge drang, hatten sich etwa fünfzig Indianer um ihn gesammelt und seine Arme und Hände so mit Bast auf dem Rücken zusammengeschnürt, daß er nicht imstande war, nur die geringste Bewegung mit ihnen zu machen. Aber die zu seiner Rettung anspringenden Deutschen hatte er entbersz, zex gg den flehendsten Tönen bat er sie, ihn aus den Händen dieser der Beckdorf, als der Flüchtigere der beiden, war Fscher um springen, als sich die ganze Masse derselben ihm entgegenwarf und fünfzig Pfeile, auf der angespannten Sehne ruhend, seine „Herbei, Fischer,“ rief er, dadurch aber nicht im mindesten eingeschüchtert, seinem Kameraden zu,„hol' die Fitschepfeile der Ein Grihre.##.. Wirgung. der christlichen„Geverband Deutscher Cchracift“s.#.“„##e narveiter#.„Wolf, schrieb dann eine Grealiche Bxoschure, mit dem Titel:„Geistige Waffen im Der Ritter ohne Furcht und Tadel Vereir Deutscher Arbeitgeberverbände zu dieser Frage Stellung Spiel besonders stark. Bei den billigen Geldsätzen wurde senen schrassic. Fsper Steinarbeiter“. schrealiche Broschure 1 Kampfe um Prinzipien: Der Ritter ohne. Furcht und ging darin so weit, zu behaupten, die sozialdemokratischen Gewerkschaften empfehlen den Menschenmord. Später wurde W. seiner Stelle enthoben. Doch der christliche„Hilfsarbeitervexband;(Sitz Aschaffenburg) wollte sich den Mann nicht entgehen lussen, er gab ihm eine Anstellung als Gauleiter in Hannover. Doch auch dort war er nicht zu gebrauchen; ki“ lich trat ein anderer an seine Stelle. Jetzt zeigte W. erst, was er Ceihhotere gage Er, schrieb, näglich während des Kampfes Lithographiesteinarbeiter, die im christlichen „Hilfsarbeiterverband“ organisiert sind, an ein bürgerliches tatt einen Artikel, in dem er darlegte, wie finanziell geschwächt seine Berufsorganisation sei. Weiter teilte er darin mit, daß genannter Verband im Frunjaur 1909 ein größeres Darlehen aufnehmen mußte damit die laufenden Ausgat Stellungnahme der„Arbeitgeberzeitung" zu verschiedenen Fragen scheinen einige der Metallindustriellen nicht ganz einverstanden zu sein. Auf Veranlassung des Vorstandes hielt deshalb der Chefredakteur, Freiherr v. Reiswitz, einen geberzektungr, Pokt gergartise Haltung der„Deutschen Arbeit. nrucksicht auf die gegenwärtige innere politische Lage sei eine abwartende Haltung notwendig gewesen. Im Anschluß hieran wurde die Stellung gegenüber dem„Hansaden#inkesprochen. Die Ansicht des Vorstandes geht dahin, es eineunen Bezirksverhänden zu überlassen, wie sie sich dem Sopehr Tol gchu Gei Iu Juter Strei wolitisch sothlich, der, Hesamtherband mit wirtschaftlichen und volitischen Angelegenheiten besser nicht befassen.— Diese Ansicht fand die Zustimmung der Anwesenden; ebenfalls die Ausführungen des Ingeneurs Garvens=Hannover: Die lärung bezüiglich seiner Beiat einer Er* an Börsengeschäften sehr leicht gemacht, Seitiet## er darin mit, daß postanz,Zukunft davon abhängig sein, ob sich der Hansabund r„* ee### Turiehen( vollständig auf den Arbeitgeberstanopunct steut. den konnten. W. legte ausführlich dar, daß der christliche Ver, sich die Maurer seit Wochen im P..: SSchi) besiaden hand den Soinhofener Kampf aus Bründen der Unsähzigkeit der Kampf gegen die Rehörden zu Führer und aus Mangel an sinanziellen Mitteln nicht mit angeblicher St: 9ode Strafen wegen Erfolg durchführen könne. Er bot sich dann noch an, einen gericht vers; con mehrsach vom Schöffenzweiten Artikel gegen seinen P#erhand zu schreihen er:— 1zrtuut vetgangt worden, Kürzlich wurden wieder dr. Freiken zweiten. Artikel gegen seinen V#erband gu schreiben, er konnte noch mit interessanten Details dienen. Die bürgerliche Zeitung veröffentlichte den Artikel nicht, denn sonst hätten die 358 ähren noch erae(asro“ größere Schlappe erlitten. Vor als Rekerent.“ in Solnhofen bei den Steinarbeitern # g#r#t auf; vor etlichen Wochen lieferte er einem bürgerlichen Blatte Material zu ihrer Niederknüppelung. verhängt worden. Kurzuich wurden wieder brei streitende Maurer wegen angeblicher Bedrohung eines Maurerlehrlings zu der enorm hohen Strafe von je drei Monaten Gefängnis sexurfertee Die Strafkammer in Hirschberg hob diese Urteile einen Angettagten ganz. frei und verurteilte die beiden angeren zu je drei Wochen Gefänanis D kerd. Eine Ausschußsitzung des Gesamtverbandes Deutscher Metallindustrieller, die Anfang dieses Monats in Berlin stattfand. bot einiges allgemein Interessantes, das verdient nachget: #ugeren zu je drei Wochen, Gefangnis. außerdem erteilte die Strafkammer dem Landeshuter Schöffengericht folgenden Denkzettel:„Die vom Schöffengericht verhängten Strafen sind viel zu hoch. Es sei zu berücksichtigen, daß die Angeklagten en e easchen e ceistrichte fäie ier Griand, Gache en, Sterier Burid iur iehit eln 1908 35 Bezirksverhände Z angeschlaoffene Ranein= und gu gpr„unhtung, Former und Gießereiarbeiter! Der Streik auf dem Eisen- und Stahlwerk Ohligs, G. m. b. H., dauert unverändert tund st Hoch iür hauerndes Euchen Streitbrecher angeworben hat, so der beste Beweis daß Ersatz für die c: tern ist. Zuzug ist sernzuhalten. nc gefunden Deutscher Metallarbeiter=Verband. Ortsverwaltung Solingen. Die Berliner Metallarbeiter für die schwedischen Kämpfer. Montag abend fand im Anschluß an die Internatonale Kons Roheisengewinn mittels Elektrizität. Eine wirtschaftliche Umwälzung von unabsehbarer Tragweite bedeutet die Möglichkeit, Roheisen in rationeller Weise mittels elektrischer Energie herzustellen, die zurzeit zur Tatsache zu werden scheint. Aus Stockholm rommt die Meldung, daß es drei schwedischen Ingenieuren, Grönwall, Lindblad und Stealham, gelungen ist, das Problem der Massenherstellung von Roheisen auf elektrischem Gege zu lösen und hierauf ein Patent zu erhalten. Mehrere Eisenwerte haben bereits die praktische Durchführbarkeit und lichkeit dieses technischen Fortschritts erkannt und das Patent zur Ausnutzung übernommen. Die Herstellungsunkosten sollen sich nämlich für die elektrische Herstellung von Roheisen um rund 16 Prozent billiger stellen. Abgesehen von der Tragweite, die die Verbilligung des Eisens, des neben seiner Brauchbarkeit gerade wegen seiner Billigkeit wichtigsten Metalls, für die gesamte Menschheit hat, gibt es noch andere wichtige Folgen, die das neue Herstellungsverfahren sowohl auf die gesamte Welt als auch für das Wirtschaftsleben einzelner Völker mit sich bringt. Von der gesamten Kohlenförderung der Welt, die sich auf rund 1 Milliarde Tonnen pro Jahr beläuft, wird rund der sechste Teil für den Hochofenbetriev zur Gewinnung von Roheisen verkokt. Die Kohlenschätze der Erde sind indessen beschränkt, und nach allgemeiner Schätzung dürften sie bei dem heutigen Konsum und seiner immerwährenden Zunahme in 300 Jahren völlig verbraucht sein. Erschreckende Bilder sind bereits von der Zeit entworfen worden, in der die Welt des Kraft= und Wärmespenders Kohle entbehren wird; doch schon die Jetztzeit zeigt deutlich, daß die Menschheit bis dahin Mittel und Wege gefunden haben wird, für die fehlende Kohle Ersatz zu schaffen. Roheisenerzeugung mittels Elektrizität ist bef#d## 11. ,„Vverbande, 5 Ungeschwssene Vereine und, 35 Einzelmitglieder, die insgesamt 513000 Arbeiter beschäftigen, was eine Zunahme in der Zahl der beschäftigten Arbeiter oon rund 12000 bedeutet. Dem Verbande angeschlossen haben sich der 858 Fep- Fared in, Kölg mit 15 Mitgliedern mit 9500 Arbeitern Arbeitern Die Einnahmes.. 4 uit 200 gaben 28562rs Mark.“ betragen 5056764 Mark, die AusSspitstezaß die Gewerkschaften stagnieren, teilweise 1o8oseigee., Maitslieder=Rückgang zu verzeichnen haben, mischte sich ein Wermurstropfen: Das Vermögen der Gewerkschaften Und daraus resultiert die Befürchtung, Arbeiter bei aufsteigender Konjunktur mit besonderer Schärfe, ven Kampf gegen die Unternehmer aufnehmen werden, da die yierzu notwendigen Mittel vorhanden sind. h der 3.8Mae; Maiseier statt. In in manchen Fabriken slgewohnter, hürgerlicher Feiertag angesehen und gefeiert., Jcach den Statuten des württembergischen Verbandes, is hen Verbansd. d. 1. Mai nicht zulässig ist. sind die Firmen Se## nicht aufgenommen worden. Es wird auf Vorferen: der Matallarheiter 1 an die onltihtonate Konserenz der Metauarbeiter eine öffentliche Versammtung der Metallarbeiter statt, die einen der größten Säle Berlins bis auf den letzten Platz füllte. Der Zentralvorsitzende Schlicke hielt das einleitende Referat über den schwedischen Kampf. Seine Mitdaß die Internationale der Metallarbeiter für die Schweden eine halbe Million bewilligt habe, wurde mit großem Beifall und Händeklatschen ausgenommen. Der Vorwurf, den der Referent den Engländern wegen ihrer Gleichgiltigkeit machte, die sie bei diesem großen Streik zur Schau tragen, wurde von der Versammlung mit lebhaften Zurufen unterstützt. Die Roheisenerzeugung mittels Eleltrizlial ist bei der Unmenge der früher hierbei verwendeten Kohle geeignet, den Zeitpunkt des Aufhörens der Kohle nicht unerheblich hinauszuschieben und der Menschheit eine weitere Frist zur Schaffung vollgiltiger Ersatzmittel zu verschaffen. Die Elektrizität scheint in Verbindung mit der Ausnutzung von Wasserkräften als Ersatzmittel hierzu am berufensten zu sein. Während die elektrische Energie bisher unter Benutzung von Wasserkräften bereits der Lage ist, die Verwendung der Kohle als Antriebskraft und Lichtspender in der Form der Gasbeleuchtung zu übernehmen, kommt sie hierfür jetzt auch auf dem Gebiete der Warenherstellung immer mehr in Betracht, und wer weiß, wie lange nach der erweiterten Ausnutzung der Wasserkräfte die Wirtschaftlichkeit des Kochens und Heizens mittels des elektrischen Stromes auf sich warten läßt. In der Eisenindustrie hat die. Fähigkeit der elektrischen Energie, große Wärme zu erzeugen, die ja nur Kraft in anderem Gewande ist, bisher die Verwendung des elektrischen Stromes zur direkten Warenherstellung auf Löten, Schweißen und erst seit kürzerer Zeit auf die Veredlung von Roheisen zu, Stahl im elektrischen Ofen beschränkt. Nicht wundernehmen kann es, daß das Bestreben unter Ausschaltung des Kohlenverbrauchs, Roheisen mittels Elektrizität zu erzeugen, hieran beden zu einem Ergebnis geführt hat, daß dieses Land mehr als jedes andere interessiert ist. Schweden entwuag des Konmersenrats Menk= Altona beschloset, daß befteiten, sie die den a sie mißen sich von ihrer Einseigteit auf Gruns alten Herkommens gestaftet sein gol. 1 Mai gelte auch für auf Hrund alten ge brgg5)# liner Schlosserinnung, deren Mitglieder in der Mehrzuht, durchden Arbeitgeberschutzvervand Berliner Schlossereien dem Verein Deutscher Arbeitgeberverbände angehören, wollte mit dem Metallarbeiterverbande einen paritätischen snachweis errichten, der für sämtliche Innungsmitglieder obligatorisch sein sollte. Das paßt natürlich den Berliner Scharfmachern nicht. Ein derartiger paritätischer Arbeitsnachweis kann ja dann nicht als Maßregelungsbureau benutzt werden„Es wurde bitter geklagt, daß die Bremer Holzindustriellen in Gemeinschaft mit der dortigen Zahlstelle des Holzarbeiterverbandes einen paritätischen Arbeitsnachweis unterhielten, denn streikende Holzarbeiter, die durch den Bezirksverband Unterweser des Gesamtverbandes Deutscher Metallindustrieller in Verruf gebracht wurden, haben durch den paritätischen Arbeitsnachweis in Bremen Arbeit erhalten. Es wird beschlossen: Innerhalb des Gesamtverbandes dürfen paritätische Arbeitsnachweise nicht geduldet werden. Es wird für wünschenswert gehalten, daß auch der die Franzosen, die mehr mit Sympathieerklärungen solidaritat bekunden als durch die Tat.— Johannsen aus Stockholm sprach nachdem. Er gab eine Schilderung des großen Kampfes, stattete den deutschen Arbeitern den Dank der schwedischen Brüder für ihre Unterstützung ab, sprach die Hoffnung auf einen Sieg aus, wenn die Schweden auf die Hilfe der internationalen Arbeiterorganisationen rechnen können. BeerWien, Banczak=Budapest und Hannsen=Kopenhagen sagten Unterstützungen durch ihre Kollegen zu. Für den abgereisten belgischen Delegierten bekundete Genosse Bern stein dasselbe. Auf größere materielle Unterstützung der Schweden wird allerdings aus Belgien und aus Ungarn nicht zu rechnen sein, da die Organisationen dort sehr schwach sind. Die Franzosen waren auf der Konferenz nicht vertreten, und der englische Vertreter war schon abgereist. Handel und Henker; wenn wir einem halben Dutzend der Burschen unser Eisen zu schmecken gegeben haben, werden sie schon Vernunft annehmen.“ Fischer hatte übrigens von den Pfeilen eine ganz andere Meinung, denn in so großer Nähe wären sie tödlich gewesen, da die nur schlecht befestigten Steinspitzen mit Widerhaken fast jedesmal in der Wunde sitzen blieben. Ki Geldstand und Wirtschaftslage. Die Reichsbank hat den Wechselzinsfuß von 3½ auf 4 Prozent und den Lombardzinsfuß arlehen gegen Verpfändung von Effekten und Waren von 4½ auf 5 Prozent erhöht. Zur Begründung dieser Maßnahme Felschzisßanf Reichsbankpräsident Havenstein, der Status der Beichsbanl habe sich seit Mitte des Monats weiter verschlechtert, funden, überdies gabe heite inre ichungen als im Vorjahre stattge. der in der Vergleichsfanven, überbies habe der Metallbestand, der in der Vergleichszeit des Vorjahres eine Zunahme aufwies, diesmal weiter abist, denn erst wollen wir versuchen, was sich mit Ueberredung auch Geld guich den Fussenz Verlehr zurückhuführen, bei den Braunfeuen ausrichten läßt.“ „Hilfe! Rettung! Um Gottes Jesu willen, helft mir!“ schrie da wieder, als er sah, daß die Weißen zögerten, der Gefangene, indem er umsonst versuchte, sich von seinen Banden zu befreien. Schießt. die Hunde nieder wie die Wölfe; oh, daß ich meine Arme Leute,“ redete Fischer, der jetzt keuchend herankam, die Indianer in Spanisch an, denn einige von ihnen verstanden fast immer diese Sprache, die sie früher in den Niederungen durch den Verkehr mit den Missionären gelernt hatten. „ihr dürft den Mann nicht umbringen.“ Laut dazwischen. Stimmen, aber kein verständlicher antwortete ihm, und wieder gellte der AngstGebundenen durch die Luft. Eine Anzahl der Indianer hatte ihn gefaßt, um ihn den Berg hinaufzuschleifen. Lönnen nichts mipe u soote Fischer,„wir zwei Waffen, wie wir sinde anfangen, noch dazu ganz ohne und Hilfe kolen wollienieenn auch einer von uns fortspringen und Hilse hoten woule, kämen wir doch zu spät.“ können sie nur gegen P. V1. hauptsächlich auch Geld nach dem Auslande gegangen. Allerdings sei der Abfluß von Gold nach dem Auslande in einem geringen Umfange erfolgt, für eine Diskonterhöhung sei dieser Umstand gar nicht in Frage gekommen,„Der innere Verkehr zeige einen wachsenden Gelomitteln, die Rückflüsse lassen zu wünschen übrig. Schließlich hielt die Reichsbankleitung eine Erhöhung des Geldsatzes um ½ Prozent auch im Hinblick auf die in großem Umfange vorhandene Spekulationstätigkeit an der Börse für angebracht, um damit ein Warnungssignal zu geben.— Seit November 1907 ist jetzt die erste Erhöhung des offiziellen Geldsatzes vorgenommen worden. Am 8. November des Jahres 1907 erfolgte eine Erhöhung des Diskontsatzes von 6½ auf 7½ Proz., dieser Zinsfuß zeigte die außerordentliche Spannung der wirtschaftlichen Situation, die schnell herannehende allgemeine Arise behrt neben seinem reichen Besitz an hochwertigen Eisenlagern der Kohle, die es vom Auslande beziehen muß, um Roheisen zu erzeugen. So betrug die Einfuhr an Kohlen und Koks im letzten Halbjahr 22819 000 Hektoliter. Den übrigen Industrieländern gegenüber, die über Kohle verfügen und denen das schwerere Gut, das Eisenerz, zuschwimmt, ist Schweden infolge der höheren Transportkosten im Nachteil. Außerdem reizt der Ueberfluß Schwedens an Wasserträften, die eine billige Erzeugung elektrischer Energie gewährleisten, dazu an, der wirtschaftlichen Verwendungsmöglichkeit des elektrischen Stromes regeres Interesse zuzuwenden als anderswo. Von den europähischen. Ländern hat nur Norwegen einen größeren Besitz an Tanertcaften aufzuweisen als Schweden, dessen verfügbare Wasserträfte bei neunmonatigem Wasser an den Turbinenwellen auf 6750000 Pierdestärken geschätzt werden, so daß auf 1000 Einwohner 1290 Perdestärken zur Verfügung stehen. Die Herstellung des Roheisens auf elektrischem Wege soll eine Verbilligung von 16 Prozent bedeuten. Es wäre interessant, zu erfahren, welcher Preis für den verwendeten Strom bei dieser Berechnung zugrunde gelegt ist. Auf alle Fälle wird kaum ein Land, das über so reiche Eisenerzlager verfügt, die zur Roheisengewinnung nötigen ungeheuren Elektrizitätsmengen so billig herstellen können wie das wasserkraftreiche Schweden. Ueberdies fallen für dieses die Transportkosten des Erzes fort, da die Elektrizität sich willig an den Ort der Lager leiten läßt und eine Verhüttung des Erzes an Ort und Stelle ermöglicht. Je nach der Berücksichtigung, die alle diese Momente bei der Berechnung der Herstellungskosten gefunden haben, wird sich der Vorteil, dem Schweden die Roheisengewinnung mittels Elektrizität in wirtschaftlicher Beziehung vor anderen Ländern zu bringen verspricht, noch vermehren. Jedenfalls ist die Neuerung dazu angetan, das Wirtschaftsleben verschiedener Völker, ihre wirtschaftliche Abhängigkeit voneinander, sowie ihre Stellung auf dem Weltmarkte stark zu ändern. Vereins-Kalender. schäftgicheg, Ennungg, die schneuchegangahenbe augemeine Kryx an. Im Januar 1908 wich der Diskontsatz dann wieder auf 6½ und 6 Prozent, die Beschäftigung in Industrie, Handel und Verkehr nahm ab, die Inanspruchnahme der Reichsbank wurde geringer, am 7. März 1909 wurde der Satz für Leihgeld auf 5½ Prozent ermäßigt, am 27. April auf 5 Prozent, am 4. Juni auf 4½ Prozent, am 13. Juni auf 4 Prozent. Am 16. Februar 1909 sie uns ganz unbelsstigt g#en den umerikaner haben, während erfolgte alsdann die Herabsetzung um nochmals 0,.50 Prozent. zugeben unastigt kassen? Wir dürfen den Mord nicht Die, Tatsache, daß dem Ausbruch einer Wirtschaftskrise ein Steigen der Geldsätze voranzugehen pflegt, hat zu der meist von der Börsenpresse vertretenen kindlichen Auffassung geführt*““ Zugepen. erstächen sat derseibe Lump, der neulich einen ihres Stammes scht an ihm röchet Fischer gund wahrscheinlich wollen sie sich zepl, an iym ruchen. Recht, haben sie, soviel ist sicher, aber wir müssen doch sehen, ob wir ihn frei dringen. Mich kennen auch von ihnen, und ich will einmal zwischen sie gehen. Bleiben Sie übrigens mit ie, sie übrigens mit Ihrem Stück Eisen in zsu gereiz, möchte ich ihnen nicht zu viel trauen.“ne enn Seinen Spaten schulternd, stieg Fischer jetzt rasch den bingn und suchte zu dem Gefangenen durchzukommen. Ein::“ Hügel Einzelne wollten ihn auerdings daran verhindern, andere aber wehrten diesen wieder, und so überholte er bald die Burschen, die den Unglucklichen vergan schleppten. Die Bewaffneten waren ihm aber ebenfalls nicht von der Seite gewichen, und wenn auch keiner von ihnen Miene machte, ihm selber ein Leid zuzufügen, drängten zwischen ihn und gen Gefangenen und ließen ihn nicht nahe. Beadorf invessen, der fürchtete, daß sein Kamerad mitten zwischen den Indianern leicht zu Schaden kommen könne, ohne daß er dann imstande gewesen wäre, ihm beizuspringen, flog in raschen Sätzen den Hang hinauf, und blieb hier, den ankommenden Indianern den Weg abschneidend, stehen, um sie zu erwarten. Fischer, als er das sah, folgte seinem Beispiel, und die beiden Männer, jetzt fest entschlossen, die Eingeborenen unter weiß ich. Wenn ihr den Burschen da jetzt nicht frei und ##t, so schlage ich dem ersten, der mir nahe kommt, den voneinander."(Fortsetzung folgt.) der Börsenpresse vertretenen kindlichen Auffassung der nuckgang der Konjunktur eine Folge der Gel In Wirklichkeit ist das Anziehen der Geldsätze eine Begleiterscheinung der Hochkonjunktur, die ständig erweiterten Betriebe finden für die vergrößerte Produktion keinen vollen Absatz mehr, die Tätigkeit wird zunächst nicht eingeschränkt, sondern ungeschwächt fortgesetzt, dadurch werden weiter flüssige Mittel festgelegt, die Banken beginnen, gegebene Kredite zurückzufordern, die Nachfrage nach Geld steigt, die Wechseleinreichungen nehmen zu, der Wechselzinsfuß wird entsprechend erhöht. Hat dann die Krise eingesetzt, so vollzieht sich die Bewegung auf dem Geldmarkt in umgekehrter Richtung. die diesmalige Diskonterhöhung von 3½ auf 4 Prozent ist im wesentlichen auf die stärkere Inanspruchnahme der Reichsbank zum Herbsttermin zurückzuführen, diese Erscheinung stimmt mit den sonstigen Feststellungen überein, daß eine zunehmende Besserung der Konjunktur sich vollziehe, die Beschäftigung in Industrie und Handel langsam zunehme. Doch es darf nicht übersehen werden, daß die Ansprüche von Industrie und Handel nicht allein die von dem Reichsbankpräsidenten erwähnte Anspannung kten, auch das Reich hat die Mittel der Reichsbank durch Diskontierung von Schatzscheinen in großen Beträgen stark in Anspruch genommen. Bemerkenswert ist, daß die Diskonterhöhung offiziell auch als eine Warnung an die Börsenspekulation bezeichnet wird. Die Börsenkurse haben eine Höhe erreicht, die durch die Wirtschaftslage ganz und gar nicht gerechtfertigt ist, trotzdem hält ein förmlicher Haussetaumel weiter an und das kleinere kapitalistische Publs'um heteiligt sich ePublitum bereitigr nig an diesem Mittwoch. Arbeiter=Sängervereinigung Bielefeld 8½ Uhr bei Schneider, Kampstraße. Arbezexselagngverein„Liederbläte“ 9 Uhr bei Hagemann. „Sängerhain“ 9 Uhr bei Kickert, Ehlentrupperweg. Freie Turnerschaft Bielefeld, Abt.„Vorwärts“ 8½ Uhr bei Freudenau, Heeperstraße.[Damen=Abteilung.) Arbeiter=Turnverein„Westfalia“ 8½ Uhr bei Holz, Restaurant zum Siegfried: Männer=Riege. Radfahrerklub„Vorwärts“ 9 Uhr bei Imkamp, Engerschestr. 1. Radfahrerverein„Dornberg“ 8 Uhr bei Indiestel, Bürgerweg. Radfahrerver.„Ruhig voran“ bei Apenbrink, Herforderstr. 242. Freie Radfahrer=Vereinigung, Abteilung 5, 9 Uhr bei ApenOutzrstersgrage„ Loge Ravensberg, 815 Uhr. Gr. KurGuttemplerloge„Frei und beständig“ 8½ Uhr bei Viertmann, chuststiise ein. Bürgerweg 16. ug geführt, daß Sseler. Gut Glück“ 9 Uhr bei Schneider,„Kamphoftraße. heldtenuerung sei. 1 Sudbra;. Peshrer=Verein„Vorozg. j15, Ur, bei Wöhler. Jei. Suoprar. Arbeiter=Turnverein„Frisch auf, Zöglingsriege, 8½ Uhr bei Fohrmann. Brackwede. Arbeiter=Radfahrerverein bei Karl Schröder. Schildesche. Kegelklub„Freie Bahn“ 9 Uhr bei Krämer. „Eggetaler“, 8½ Uhr bei G. Hartmann, Schillerstr. 75. Schildesche. Arbeiter=Turnverein„Deutsche Eiche“ 8 Uhr bei Lechterbeck. Schildesche. Männergesangverein„Concordia“ 9 Uhr bei W. Böke, Bielefelderstraße. Werther. Arbeiter=Turnverein„Frisch Auf“ 9 Uhr. Oerlinghausen. Arbeiter=Turnverein„Einigkeit" bei C. Lücking. Herford. Arbeitergesangverein„Eintracht“ 9 Uhr bei Winkelmann. Oete g ce etergelangverein„Vorwärts“ 815 Uhr Bünde. Arbeiter=Gesangverein„Einigkeit“ 9 Uhr bei Nübel. Bünde. Arbeitergesangderein„Eintracht“ 8½ Uhr bei Wirt Timmert. Lage. Radfahrerverein„Schwalbe“ 8½ Uhr bei Steinsiek. Rehme. Arbeiter=Radfahrerverein„Bahn frei“, 8½ Uhr bei Röbke. Minden. Freier Turnerbund abends 8½ Uhr. Lübbecke. Arbeiter=Turnverein„Vorwärts“ 9 Uhr bei meister. Zöglingsriege, „Freiheit“ 8½ Uhr 9 Uhr Rbonnementsbrets für Bielefeld und Umgegend, wie bei sämtlichen Agenturen ins Haus gebracht 60 Pfg. mor lich. Durch die Post bezo 2,80 Mk. vierteljährlich exklu Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn 1 Feiertage täglich nachmittags Fernsprech=Anschluß Nr. 353 Nr. 222. Gester fielen schaften 234 Wir ri dem Bezirk? Arbeit stehen heutige Num Bürgermeister a. dem Oberve (Unberechtigter Nachdruck ve Hg. Tha Der erste Senat des C heute über eine Klage des fr Frchin, ngelbert Schücki nz Schleswig=Holstein strafe. Den Vorsitz führt Ez rent in dieser Sache#f# Lohse, während dem Kläge Walther Schücking=Marb stadt=Berlin als Rechtsbei bestand, um den es sich bei Am 20. November 1906 ber rungspräsidenten von Schlest Husum in Unordnung seien u stellungen des Bebauungsplar richt führte Landrat Nasse Jahre 1905 durch den Kreisa spielt der Magistrat von Hus Landrat berichtete weiter, Fluchtlinie der Stadt Husum unterschrieben, aber nicht dat Dr. Schücking nicht unterschr Bebauungsplan nicht festzuste schlossen worden seien usw.“ gelangte zur Kenntnis des M im Namen des Magistrats gegen Landrat Nasse. Sowohl burg, als auch der Oberstaats fahren mit der Begründung im dienstlichen Bericht entha Schutz des§ 193 dem Landrat Magistrat von Husum beschrit In dieser Privatklagesache wur wig der Konflikt erhoben. Di erklärt und das Verfahren dar folgenden Briefwechsel zwischen der Stadt Husum ersucht der amt, dem Magistrat gegenüber Anrufung des Gerichts not Schreiben kam zur Kenntnis dieser veranlaßte die verar Schückiug„Bei dieser Gelegen glaubte, der Ehre de schuldig zu sein, da der Besch gebnis geführt hatte. Selbstv lediglich eine Abwehr sein. D gungen wie sie geschehen ware Magistrat beabsichtigte ledigl dieser Aeußerung und hatte n vember dabei im Auge. Es be Absicht, den Landrat zu beleidig aus den Ausdrücken etwas an vor allem, wenn darin eine ab rats gefunden werden könnte. Darauf erließ der Regierur trafverfügung, die den Gege bildet: An sich berechtigt der einem Bericht an den Magistre das sich der Magistrat verletzt zur. Annahme, daß der Landrat strats, diesem gegenüber beleidig Der Magistrat war umsowenig als die Schreiben des Landrats lichen Ausdrücken gehalten wart Magistrats durchaus unbegrün ständig ungehörig. Hierdurch seine Pflicht verletzt, die ihm deshalb ein Verweis zu erteile Regierungspräsidenten legte Se vom Oberpräsidenten als unbeg Der Regierungspräsident sag des Berichts war unnötig und Die beiden Schreiben des Land: lich und höflich abgefaßt und Veranlassung zu einer Abwehr Magistrat Veranlassung nehme ziehen, die flüssiger Gegenstand Direktor des Magistrats kommt Anbetracht des erregten Vorgeh standes, daß er früher schon e gierungspräsidenten erteilt beko Nichtgrüßens des Landrats, war aus berechtigt. Dieser Beschluß fahren angefochten. Dr. Schü viele Behörden, die mit dem La Abwehr gegen diesen gezwungen