Verein 4761 ungen: bend, 11. SepHerrn Bracksiek, er Vortrag des camm. 2. Wahl bend, 11. Sep3 Wirts Fohrdnung: 1. Vorrbeiterbewegung“. Wahl der Delesend, 11. SepTagesordnung 11. September, agesordnung: 11. September, den MitgliederVorstand. id 25 Pfg. 15„ 25„ 22„3 s! irdinen 1,35 Mk. Niedernstr. 12. ellschaft. Aeite. ehr als 15 Buchstaben doppelt gerechnet. ablung angenommen. bettstelle, itze, 1.50X1.25, gealten für Mk. 12.— Kl. Howe 8.[4760“ tstellen, nit Matratzen, billig lenbeckerstraße 104, 6 Schlafzimmer. räumungshalber sehr . Möbelhaus, Heraschinen, hte, billig abzugeben. serstr. 3. 4645* schrank, wagen, Laufstühlchen Eggetal 57, Gadder866e kartoffeln. e dieser Woche eine irtoffeln und gebe diegsten Tagespreise ab. mmt entgegen Hugo jiedestr. 8. 4733 ziegen, 4766“ nde, zu verkaufen. efelderstr. 92. kartoffeln, Pare, treffen ein bei detmolderstr. 4771“ Aufgabe strümpfe mit Metallk. ab. Paul Wolff, nenstr. 30. 47670 inen abgeschlossenen oßem Garten, an der gut verzinslich, auch werker, fortzugshalber bei 1500—2000 Mk. erkaufen. Hypotheken . F. K. a. d. Exped. nungen, mieten. Zu erfahren Mellerstr. 23.(4622“ elwagen zeit empfiehlt Friedr. erstr. 23. 4724“ Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. GerUoostoroe Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westsaten und die Appischen Kurstenrumer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertiöäspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt, Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag vei Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ Gerisch& Co., Niekeseld. 2 Nr. 211. Bielefeld, Freitag, 10. September 1909. 20. Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Im Namen des Königs! Hans Leuß schreibt in der„Welt am Montag": „Die Henker haben wieder Arbeit. Alles hat seine Zeit: jetzt sind die Tage des Köpfens. Am Donnerstag las ich in zwei Blättern von drei Hinrichtungen; vielleicht sind noch einige mehr vollzogen; denn die Gerechtigkeit beschäftigt ja jetzt mehr Nachrichten als früher. Unter Wilhelm I. hatte der einzige Henker lange Ferien. Heute walten mehrere. Und zu gewissen Zeiten haben sie viel Arbeit. Das richtet sich offenbar nach den Reisedispositionen des Kaisers. Schon bald nach dem Regierungsantritt Wilhelms II. klagte der Justizminister von Schelling seinen Belannten, daß das Reisen den regelmäßigen Geschäftsgang in Todesurteilen störe; ihre Erledigung müsse verschoben werden. Es scheint nach der Periodizität der Hinrichtungen, daß die Bestätigungen von Todesurteilen erfolgen, nachdem sich ein Posten davon angesammelt hat, und dann zwischen der Kieler Woche und irgend einem anderen Feit eine kleine Passage frei bleibt für die Eingänge, auf deren Erledigung elende Schächer in Todesnot Monate warten,— für die peinlichen„Gnadensachen". Es scheint, als ob ein mündlicher Vortrag des Justizministers nicht mehr in jedem einzelnen Falle, am Ende gar nicht mehr, erfolge, daß das Zivilkabinett diese Mappe mit den anderen erledige. Viel Umstand ist nicht nötig, denn die„Gnade“ ist nicht beliebt beim neuen Kurs. Die Hinrichtungen sind wieder allgemein üblich geworden. In dieser Hinsicht ist der neue Kurs mit dem Dr. Oertel durchaus eines Sinnes. Straffe Justiz! In Gottes Namen und im Namen des Königs!„In Gottes Namen“'hat vor dreißig Jahren eine Synode feierlich den Dank der Christenheit zum Himmel geschickt, weil„Gott unserm alten Kaiser das Herz gelenkt“ habe, daß er nun wieder köpfen ließ. Die ungesühnten Morde lasteten nach der Meinung dieser Synodalen als eine Blutschuld auf dem Lande, und Gott zürnte diesem wegen des sühnelos vergossenen Blutes! Darum entstände überall Unheil— Gottes Zorn! Und darum der feierliche Dank, daß Gott dem alten Kaiser das„Herz gelenkt“ habe! Um dann erst sein eigenes göttliches Herz von dem Zorn entleeren zu können. Eine abscheuliche, blutrünstige Theologie, kulturell wenig entfernt von den Menschenopfern und der Schädelpyramide am Throne des Negerfürsten von Dahomey. Uralte Instinkte brechen in solchen Greueln, die das Gewand des Heiligen antun, hervor und schänden das Zeitalter! Selbst Oettingen sieht in dem Hinzurichtenden eine Art Sühneopfer zugunsten der ganzen in Mord verstrickten, mörderischen Menschheit. Auch er, der theologische Moralstatistiker, sieht die Menschheit als ideell mörderisch an, und in dem„groben“ Mord nur die Spitze dieses allgemeinen mörderischen Zuges; und deshalb in dem Hingerichteten das Sühneopfer für die Schuld aller. „Each man kills the thing, he loves“, singt Oskar Wilde in seiner furchtbaren Epopöe aus dem Zuchthause in Reading;— „Jedermann tötet seine Liebsten".„Mord“ überall, und gerade an den Allernächsten verübt durch Qualen, durch Bitternisse, mit denen wir einander das Leben vergällen. Mord im Gewerbe, in der Volkswirtschaft, in der Armenpflege,— überall! Amtlicher Mord, sogar Justizmord, wie ihn die Gerechtigkeit begangen hat an dem Handwerksburschen in Schlesien da oben, der vor einigen Jahren unschuldig hingerichtet worden ist, und den zu rehabilitieren,— ihn, nachdem man ihn unschuldig geköpft hat, wenigstens der Schande zu entreißen, kein Minister, kein Staatsanwalt sich verpflichtet fühlt! Unter den Hingerichteten am Mittwoch ist auch der unglückliche Bürgermeistermörder aus Marienburg, der Invalide Hein. Dieser Fall sollte zum Anlaß genommen werden, den Justizminister wegen der Handhabung des Begnadigungsrechtes, für die er verantwortlich ist, zur Rechenschaft zu ziehen. Auch diese Handhabung trägt sehr viel zu dem rapiden Niedergange des Respekts vor der Strafgerechtigkeit bei. Nicht nur, daß Geisteskranke hingerichtet werden, wie es in den letzten Jahren vorgekommen ist— in dem Falle des Invaliden Hein ist ein Todesurteil bestätigt worden, das einerseits auf einem offenbaren Rechtsirrtum beruht, andererseits, selbst wenn die Geschworenen das„Recht“ gefunden hätten, durchaus hätte zur„Begnadigung“ empfohlen werden müssen, wenn das Gnadenrecht auch nur den mindesten Sinn und die geringste sittliche Berechtigung behalten Dieser Invalide Hein hat bestritten, daß er den Bürgermeister habe töten wollen. Er behauptete, daß er nur— aus Verzweiflung, nachdem alle anderen Wege versagt hatten— die Oeffentlichkeit durch einen Angriff auf den Bürgermeister habe in Bewegung setzen wollen. Das ist ein sehr glaubhaftes Motiv und eine sehr glaubhafte Behauptung. Selbst wenn aber trotzdem dem Invaliden Hein mit Recht die Absicht zu töten beigemessen worden wäre, so hätte kein Minister, der die Gerechtigkeit kennt und liebt, die Verantwortung für die Bestätigung des Todesurteils übernehmen dürfen. Denn der Invalide Hein ist das Opfer der Arbeit und brutaler Zustände, die im Staate Preußen noch herrschen. Er hat ein Bein verloren, die linke Hand war gelähmt, ein Daumen fehlte, eine Zeigefinger war verkrüppelt,— diesen Torso von einem Menschen, ein Opfer der Arbeitsgefahr, hat man auf das Schafott zu schleppen gewagt! Ich weiß, ich brauche das Wort nicht auszusprechen, den Ausdruck der sich hier aufdrängenden Empfindung. Das ringt sich von selber aus den Lesern dieses Aussatzes los, aus allen, mit Ausnahme einiger Blutfanatiker etwa. Sollte nicht der Justizminister eine Entschuldigung für diesen Justizakt vorzubringen haben? In seinem eigenen Interesse muß man ihm Gelegenheit geben, sich darüber zu äußern. Nicht genug damit, daß der „Mörder“ Hein ein elendes Opfer der Arbeitsgefahr war, er hatte außerdem vergebens einen Kampf um Hilfe, um Rente, um Armengeld für sich und fünf Kinder im Alter von zwei bis elf Jahren geführt. Einen Kampf, der die tiefste Erbitterung in ihm, die Verzweiflung, wecken mußte. An diesem Manne hat die Gesellschaft, nachdem er auf dem Schlachtfelde der Arbeit liegen geblieben war, so viel gesündigt, daß sie die Sühne für einen Mord längst und vielfach vorweg genommen hatte! Trotzdem: Schafott! Als ich vor Jahren die Wage des Zensors nahm und Mord und Hinrichtung gegen einander wog, da mahnte mich jemand: — ich vergäße, daß Richter und Nachrichter im Dienste einer sittlichen Idee handelten. Ich bekenne, daß mir jedes Verständnis für die sittliche Idee fehlt, die das amtliche Walten im Falle Hein rechtfertigen könnte. Vermuten könnte man etwa jene„sittliche" Idee, die man wohl als die preußische Staatsidee bezeichnen kann: daß das Beamtentum der Zweck des Staates sei und um so mehr des blutigen Ernstes, der Rache, bedürfe, als es durch eigene Fehler und Irrtümer sich in Gefahr bringt. Nach diesem ungeschriebenen preußischen Verfassungsparagraphen hätte allerdings Hein um so gewisser geköpft werden müssen, als sich Gesellschaft, Staat und Beamte gegen ihn versündigt hatten. Das wäre etwa die preußisch=staatliche Variation der priesterlichen Sühneopfertheorie Oettingens. Will vielleicht der Justizminister die Hinrichtung des Krüppels Hein auf eine ähnliche Weise rechtfertigen? Dann wäre wenigstens die redliche Selbstkritik des preußischen Staates— vertreten durch den Minister für Gerechtigkeit— zu loben: „weil ich ein so jämmerliches Gebilde bin, deshalb müssen diese Opfer meiner Zustände sterben, deshalb muß der Henker dem elenden Krüppel auch noch den Kopf abschlagen!“ Arme Gerechtigkeit! Du wirst noch schlimer behandelt, als der hingerichtete Krüppel Hein!" Ein englisches Wrißbuch übrr Prrsten. R. B. Das britische Auswärtige Amt hat soeben ein umfangreiches Weißbuch über Persien veröffentlicht, das fast die gesamte diplomatische Korrespondenz zwischen London, Petersburg und Teheran für ben Zeitraum vom 30. November 1908 bis 10. Mai 1909 enthält und ein detailliertes Bild der Maßnahmen entrollt, die in der diplomatischen Hexenküche zum angeblichen Wohle Persiens gebraut wurde. Die Tatsache, daß ein Teil dieser Korrespondenz nicht veröffentlicht worden ist, weist unzweidentig darauf hin, daß es in den Unterhandlungen zwischen England und Rußland manches gibt, das das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen hat. Wie es stets zu geschehen pflegt, sind die im Weißbuch enthaltenen Dokumente unter Zustimmung der beteiligten Macht, in diesem Falle Rußlands, veröffentlicht worden. Das britische Auswärtige Amt scheint hierbei, um sich vor der öffentlichen Meinung Englands rechtfertigen zu können, einen energischen Druck auf das russische Ministerium des Auswärtigen ausgeubt zu haben, denn die veröffentlichten Dokumente decken mit unbarmherziger Deutlichkeit die einzelnen Momente des infamen Doppelspieles auf, das die russische Regierung in Persien getrieben hat Nicht umsonst bemerkt die offiziöse„Nowoje Wremja“ zähneknirschend, daß das russische Ministerium bloß dem Beispiele des britischen Auswärtigen Amtes folgen und die vorhandenen Dokumente veröffentlichen müßte, um die„Uneigennützigkeit“ der russischen Politik in Persten nachzuwetsen und die gegen sie erhobenen Anschuldigungen zu entkräften. Die Veröffentlichungen von russischer Seite würden nur noch das Bild vervollständigen, das das englische Weißbuch vor aller Welt entrollt. Im Mittelpunkte der diplomatischen Verhandlungen zwischen Petersburg und London stand die Frage einer Anleihe für den Schah. Die Petersburger Regierung begnügte sich nicht damit, daß sie, die das eigene Volk bis aufs Blut aussaugt und vom Gelde der ausländischen Wucherer lebt, dem persischen Schah einen umfangreichen Kredit in der russischen Bank einräumte. Sie wollte auch, daß die englische Regierung für eine persische =Anleihe ihre Zustimmung gebe, für die Rußland die Garantie übernehmen sollte. Am 21. Dezember 1908 besuchte der frühere russische Gesandte in Teheran, Hartwig, den englischen Gesandten in Petersburg, Sir Artur Nikolsen, um ihm, offenbar im Einverständnis mit Iswolski, diesen Plan zu unterbreiten. Sir Edward Grey telegraphierte dem Petersburger Gesandten: „Ich würde vorziehen zu warten, bis die Konstitution eingeführt wird, und würde erst dann als möglich erachten, daß eine finanzielle Unterstützung erwiesen wird.“ Am 16. Januar 1909 übermittelte Iswolski Herrn Nikolson ein Memorandum über die persischen Angelegenheiten, in welchem er die Anleihefrage in den Vordergrund rückte und eine Anzahlung an den Schah in der Höhe von fünf Millionen Franken befürwortete. Der englische Minister sprach sich im Namen seiner Regierung gegen eine große Anleihe und gegen die Auszahlung aus bis die versische Volksvertretung ihre Zustimmung dazu geben würde. Trotz dieser kategorischen Absage von seiten Greys, setzte Iswolski seine Bemühungen fort, um den Schah mit neuem Gelde zum Kampfe gegen die Konstitutionalisten zu versorgen. Am 23. Februar telegraphierte Nikolson an Grey:„Iswolski sagte mir oestern, daß er die kategorischen Einwendungen der Regierung Sc. Majestät gegen die Versorgung des Schahs mit Geldmitteln nicht verstehen könne.“ Bei derselben Gelegenheit wies Iswolski darauf hin, daß Rußland unter den persischen Wirren mehr zu leiden habe als England. Am 17. März teilt Grey' dem Petersburger Gesandten mit, daß ihn der russische Geschäftsträger besucht und ihm gesagt habe, daß die Ueberfälle„der Räuber des Schahs“ auf Frauen und Kinder bei Djuksa eine russische Intervention unabwendbar machten.„Ich entgegnete ihm— schreibt Grey— daß ich die Befürchtung hege, daß der Schah, der noch immer die Einmischung Rußlands wünscht, zur Ansicht gelangen könne, die Intervention würde zu seinen Gunsten unternommen. Ich bin tief überzeugt, daß der Schah, ohne Zeit zu verlieren, die Konstitution proklamieren würde— worin ich die sofortige Rettung Persiens sehe— wenn die russischen Diplomaten ihm erklären würden, daß die Einmischung Rußlands ihm nicht den geringsten Nutzen bringen und höchstwahrscheinlich zu seiner Thronentsetzung führen würde. Wenn aber Iswolski unbedingt auf die Anleihe bestehe, so habe er, Grey, nichts dagegen einzuwenden, wenn Rußland eine Anzahlung von 200000 Pfund Sterling machte; dagegen würde England seinen Teil nur dann zahlen, wenn die ganze Anleihe vom Medshlis sanktioniert sein würde“. Leider gibt das englische Weißbuch keinen Aufschluß über die Haltung Englands und Rußlands während des letzten Aktes der persischen Krisis im verflossenen Sommer. Der Einmarsch der russischen Truppen in Persien, die Niederlage des Schahs, die Proklamierung der Konstitution, alle diese Ereignisse, in denen Rußland eine unverkennbare Niederlage erlitt, harren noch der endgiltigen Aufklärung Noch in diesen Tagen hat sich der abgesetzte Schah bitter über die Haltung Rußlands und Englands beklagt, und der ehemalige Ministerpräsident hat offen erklärt, daß diese beiden Mächte ein Doppelspiel treiben und noch jetzt den Zweck verfolgen, durch die Begünstigung der Unruhen in Persien Vorteile für sich zu erhaschen. Aus dem englischen Weißbuch ist zwar deutlich ersichtlich, daß Rußland die treibende Kraft bei dem Vorgehen gegen Persien war. Aber solange die englische Regierung ihre zweideutige Haltung beibehält und nicht auf die Entfernung der russischen Truppen aus Persien dringt, solange sie durch die Aufrechterhaltung des englisch=russischen Vertrages vom Jahre 1907 die aggressiven Pläne Rußlands begünstigt und Persien in einem Zustande der vermanenten Krise erhält, trägt sie voll und ganz die Verantwortung für die Verwickelungen, die unvermeidlich in Vorderasien eintreten dürften. Politische Uebersicht. Deutsches Die neue preußische Berggesetznovelle ist am 3. September 1909 in Kraft getreten. Die Bestimmungen über die Organisation, Wahl, Zuständigkeit und Geschäftsführung des Arbeiterausschusses, sowie über die Wahl und Tätigkeit der Sicherheitsmänner müssen spätestens am 2. März 1910 erlassen werden, und die Wahlen der Sicherheitsmänner und die Neuwahlen der Arbeiterausschüsse müssen spätestens am 2. September 1910 erfolgen. Mehr weibliche Beamte bei der Reichspost. Die Postverwaltung hat mit der Beschäftigung von Frauen gute Erfahrungen gemacht und beabsichtigt, eine Personaländerung ähnlich der in der Schweiz in umfangreichem Maße vorzunehmen. Die Zahl der männlichen Beamten soll eingeschränkt werden. Vorzugsweise sollen weibliche, ortsansässige Personen an Stelle der Postassistenten und Postgehilfen bei den Verwalterämtern zur Einstellung gelangen. Die Vergütung würde, den Zeilverhältnissen entsprechend, neu zu regeln sein und von Jahr zu Jahr bis zu einer Höchstgrenze steigen. Späte Einsicht. Der am 7. September in Borbeck abgehaltene Rheinische Zonentag des Deutscher Gastwirteverbandes stellte sich auf den Standpunkt, daß die Säle allen politischen Parteien, auch der Sozialdemokratie, zur Verfügung gestellt werden sollen.. § 175. Vor mehreren Wochen beobachteten Passanten eines Nachts in den Düsseldorfer Anlagen, wie eine Zivilperson an einem Ulanen unsittliche Handlungen(§ 175) vornahm. Nach der Verhaftung stellte sich heraus, daß der„Zivilist“ der Bezirksoffizier z. D. Fritz Regenstein aus Hattingen war. Bezirksoffizier und Ulan hatten sich am Dienstag unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vor dem Schwurgericht wegen Vergehens gegen§ 175 Str.=G.=B. zu verantworten. Das Gericht nahm nur Erregung öffentlichen Aergernisses an. Der Ulan erhielt 1 Monat 1 Tag Gefängnis, der Bezirksoffizier 2 Monate Gefängnis und außerdem wegen Beleidigung der Zetigen des Vorfalles 50 Mi. Geldstrafe, sowie wegen Angabe eines falschen Namens bei der Verhaftung 5 Mk. Strafe. Auch wurde auf Dienstentlassung erkannt, Pommersche Städtevertreter gegen die Reichswertzuwachssteuer. Der Pommersche Städtetag in Cammin, auf dem die Bürgermeister fast sämtlicher pommerscher Städte versammelt waren, nahm folgende Resolution gegen die geplante Reichswertzuwachssteuer einstimmig an: „Der Pommersche Städtetag bittet die gesetzgebenden Körperschaften des Reiches von der Einführung der im§ 90 des Reichsstempelgesetzes vorgesehenen Reichswertzuwachssteuer abzusehen, und zwar vor allem aus folgenden Gründen: 1. Die Inanspruchnahme dieser Steuerquelle durch das Reich widerstreitet zum Schaden einer ruhigen und fruchtbaren Entwicklung des gesamten nationalen Steuerwesens dem bewährten Grundgedanken der Miquelschen Steuerreform, daß die Steuern vom Grundbesitz ausschließlich den Gemeinden zu überlassen seien. 2. Die Einnahmen der Städte aus indirekten Steuern werden dadurch gemindert und die Städte werden dadurch genötigt, die von ihnen durch ihre Zuschläge schon jetzt sehr stark angespannten direkten Steuern, die wichtigste Reserve der Staatsfinanzen noch stärker anzuspannen. 3. Die Besteuerung des Wertzuwachses der Grundstücke befindet sich noch in einem Entwicklungsstadium, das im finanziellen und sozialen Interesse eine vorsichtige und pflegliche Behandlung unter Berücksichtigung der verschiedensten örtlichen Umstände notwendig macht. Eine solche Behandlung wird durch einheitliche Schematisierung dieser Steuer für das ganze Reich zum Schaden ihrer Errragsfähigkeit und ihrer sozialen Durchbildung unmöglich gemacht. 4. Der Wertzuwachs der Grundstücke tritt in städtischen Verhältnissen stärker als in ländlichen in Erscheinung. Er hat seinen Grund dort großenteils in öffentlichen Veranstaltungen, aus städtischen Mitteln, wird aber auch von einer mindestens entsprechenden Steigerung der aus städtischen Mitteln zu bestreitenden Aufgaben begleitet. Die Besteuerung des Wertzuwachses von Reichs wegen enthält daher eine unbillige Vorbelastung der Städte zugunsten des Ganzen. 5. Die vreußischen Städte sind durch die neueste Landes= und Reichsgesetzgebung mit derartigen Lasten überhäuft, daß sie gerade gegenwärtig und in der nächsten Zukunft eine Minderung ihrer Einnahmequellen am wenigsten vertragen können. 6. Die dem Reich durch Verzicht auf die Werrzuwachssteuer entgehende Einnahme ist eine nur wenig gleichmäßige, die durch eine andere, allgemeiner und gleichmäßiger wirkende Steuerart, wie z. B. eine Besteuerung der Erbschaften, zum Vorteil der Reichsfinanzen zu ersetzen wäre.“ Ueber das militärische Wettrüsten schreibt Oberst Gädke in einem Artikel des„Berliner Tageblatts“: „Die Leistungen der acht Staaten Deutschland, England, Rußland, die Vereinigten Staaten, Frankreich, Oesterreich, Italien, Japan für ihre Land= und Seeverteidigung, oder besser gesagt: für ihre kriegerische Angriffskraft haben im Jahre 1909 bereits den furchtbaren Betrag von mehr als 6,8 Milliarden Mark erreicht, ohne daß in dieser Summe die Zinsen für die zu militärischen Zwecken aufgenommenen Anleihen enthalten wären. An der Spitze aber steht(entgegen den Angaben des neuesten„Nautikus") Deutschland mit 1350 Millionen Mark, ihm zunächst folgt England und dann Rußland. Frankreich und die Vereinigten Staaten haben eine Milliarde noch nicht ganz erreicht, streben diesem Ziele aber energisch zu. A 45 Nun ist es gar keine Frage, daß die militärischen Ausgaben infolge der steten Verbesserung und Verteuerung der Waffen auch ohne Vergrößerung des Rahmens von Heer und Flotte ständig steigen werden. Die Kosten für ein Linienschiff waren noch in unserem Flottengesetze von 1906 auf 36,5 Millionen Mark veranschlagt; die Italiener berechnen jetzt schon für ihre Dreadnoughts einen Aufwand von 44 Millionen, die Oesterreicher von 47,75 Millionen und die Franzosen gar von 56 Millionen Mark. Es ist also klar, daß auch der Preis für unseren„Ersatz Oldenburg innerhalb der letztgenannten Grenzen sich bewegen wird. Damit aber ist zugleich sicher, daß selbst ohne jede Erweiterung des Flottengesetzes der Gipfelpunkt des deutschen Flottenetats nicht, wie angenommen, mit 461 Millionen Mark im Jahre 1911 erreicht sein, sondern diese Summe ganz erheblich übersteigen wird. Und wenn andererseits schon jetzt angenommen werden darf, daß die berühmte Sydowsche Finanzreform ungefähr ebenso weit reichen wird, wie ihre ebenso berühmte Vorgängerin, die Stengelsche, so darf man wohl an die erleuchtete Weisheit unserer Staatslenker die Frage richten, wie lange das so fortgehen soll, und woher sie das Geld für weitere Rüstungen zu nehmen gedenken. Oberst Gädke hält angesichts dieses unglaublichen Zustandes ein zwischen den acht genannten Staaten zu vereinbarendes Abrüstungsabkommen für dringend geboten. Wenn Vernunft und Rücksicht auf das Gemeinwohl unsere kapitalistischen Staaten regierten, läge allerdings nichts näher als ein solches Abrüstungsabkommen. Da die Triebfedern der Politik unserer herrschenden Klassen aber sinnlose nationale Rivalität und skrupellose Gewinnsucht auf Kosten der Massen sind, wird erst das erstarkende Proletariat dem Wahnsinn des Wettrüstens ein Ende machen. Der Bierkrieg. Nunmehr ist auch in Zwickau der Bierkrieg ausgebrochen. Die Brauereien haben einen Aufschlag auf Lagerbier von 3 Mk., auf Weißbier von 2 Mk. und auf einfach Bier von 1,50 Mk. erhoben. Die Gastwirte hatten dem zugestimmt. Eine am Mittwoch stattgefundene Volksversammlung hat beschlossen, den Aufschlag mit aller Energie zu bekämpfen und den taglichen Biergenuß so lange einzustellen, bis sich die Brauereien und Gastwirte zur Uebernahme des Mehrpreises erklärt haben. Die weiteren Maßnahmen wurden einem siebengliedrigen Aktionsausschuß übertragen. In Mülhausen i. E. wurde in einer gemeinsamen Versammlung des Gewerkschaftskartells, des zu diesem Behufe bevollmächtigten Vorstandes des sozialdemokratischen Kreisvereins und einer Vertretung des Verbandes der freien Gast= und ständigen Der geführt werden, bis die Verhandlungen mit den verbündeten Brauereien zu einer befriedigenden Herabsetzung des Bierpreises, der um 2 Mk. bis 2,50 Mk. pro Hektoliter erhöht worden ist, geführt haben. Zur Leitung der Boykottbewegung und zur Führung der Verhandlungen wurde eine siebengliedrige Kommission eingesetzt. „rtole“ gegen die Parteipresse, sondern auch gegen die bürgerlichen Blätter erhoben werden. Herr Schack wird als das Opfer eines moralischen Meuchelmordes hingestellt. Er sei ein Mann, der ein Lebenswerk geschaffen habe und deshalb viel beneidet und angefeindet werde. Da er den Sozialdemokraten und der ihnen nahestehenden linksliberalen Presse ein Dorn im Auge sei, hätten diese Gegner wie die Spürhunde sein Leben nach einem Makel durchforscht, nach einem Fehl, ohne etwas zu entdecken. endlich habe man Briefe gefunden, die man falsch verstehen könne, wenn man eine schmutzige Phantasie besitze. Es wird der Presse gedroht, daß sie sich wegen der Veröffentlichungen noch zu verantworten haben werde. Das Flugblatt bringt dann neben der bereits bekannten Erklärung des Herrn Schack zwei weitere Erkärungen. Die gesamten Mitglieder der Verwaltung des Verbandes stehen ruckhaltlos dafür ein, daß es ganz und gar ausgeschlossen ist, daß Schack mit seinem Schreiben Absichten verfolgt habe, die einen Schatten auf seinen Charakter und seine Moral werfen könnten. In der zweiten Erklärung, die von den Berliner Funktionären ausgeht, heißt es u. a.: „Es fragt sich, wem wir glauben wollen. Der Presse, die uns seither belogen hat, wo sie konnte, oder dem Mann. besser gesagt den Männern, mit denen wir bisher gegangen sind durch dick und dünn. Es wird nie ein Mann a.. unserer Spitze dick und dünn. Es wird nie ein Mann an unserer stehen, der irgend welche Verfehlungen sich zuschulden kommen ließ, wir brechen aber den Stab nicht über einen Mann, der treu zu uns gestanden hat in jeder Zeit, auf die Anklage von jener Seite hin. Wie die Berliner Geschäftsstelle des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes mitteilt, hat Schack um Beurlaubung von seinen Dienstgeschäften bis zur gerichtlichen, zweifelsfreien Klarstellung der Triole=Affäre gebeten. Die nachgesuchte Beurlaubung ist ihm gewährt worden. Schack scheint also immer noch mit der Möglichkeit zu rechnen. daß er in seinen Aemtern verbleiben kann. Das hält aber sogar der bekannte Dr. Liman, der Intimus der Latt- und Liebermänner im Reichstage, für ausgeschlossen. Er schreibt in den „L. N. N.“: „Liegt die Sache so, wie Herr Schack sie darstellt, hat er eine Pflegerin für seine kranke Frau gesucht, so ist die Frage zu stellen: Warum verschweigt dann Herr Schack, wenn es sich um eine reinliche Angelegenheit handelt, seinen Namen? Warum sucht er nicht als Reichstagsabgeordneter Schack, sondern als„Triole“ eine Pflegerin fur seine Frau? Und was in dem obigen Schreiben dem jungen Mädchen zugemutet wird, ist nicht eine Vertrauensstellung in einer Familie, sondern sagen wir es kurz und bündig: eine unverhüllte Schweinerei. Anders kann der Brief auch mit seinem vielsagenden Augenzwinkern am Schlusse nicht verstanden werden. Das„B. T.“ beschäftigt sich mit der Erklärung der Verwaltung des Deutschnationalen Handlungsgehilfenvervandes und bemerkt dazu: Bielefelder Sommertheater. „Wir gönnen dem Verband diesen„Führer". Aber als Reichstagsabgeordneter hat Herr Schack ausgespielt, muß er ausgespielt haben. Man denke sich nur den Fall, er bliebe Abgeordneter, und einem der Präsidenten unterliefe einmal in naheliegender Gedankenverbindung ein Versehen, und er riefe in den Saal des Deutschen Reichstages hinein:„Das Wort hat der. Herr PgggPsgze„.— Triole.,„Hglhig, venhau 1— und den Reichblag nicht austualitäten darf Herr setzen. In anderem Zusammenhange stellt das genannte Blatt noch folgendes fest: „Herr Schack hat gut an die Staatsanwaltschaft appellieren: er weiß genau, daß ihm das Strafgesetz nichts anhaben kann, Darum wird auch die mit Bestimmtheit zu erwartende Einstellung des Verfahrens den Beweis für die moralische Integrität des Herrn Reichstagsabgeordneten Schack nicht erbringen. Schackun à son goüt. Mein Herz, ich will dich fragen: Was ist nun Liebe, sag'? Drei Seelen und ein Gedanke, Drei Herzen und ein— Schack. Ein Männchen hatte ein Weibchen, Ein Weibchen hatte'nen Mann. Das Weibchen liebte die Weiber— Das Männchen ist übel dran. Nun sucht das Männchen ein Fräulein, Ein Fräulein schön und hold, Das gleichermaßen das Weibchen Wie's Männchen lieben sollt'. Das ist keine alte Geschichte, Sie ist ganz nagelnen. Und wem sie just passieret, Mit dem ist es vorbei. O Willem, teutscher Willem, Nun sitzest du im Pfuhl. Jetzt wird's nicht nur dem Weibche# Jetzt wird's dir selber— schwul. Rußland im fernen Osten. R. B. Der japanisch=chinesische Konflikt wegen des Weiter9 IN tden=Bahn d baues der untung=Murdenhn, der die Machtstellung Japans im fernen Osten zur Evidenz gezeigt hat, hat in den maßgebenden politischen Kreisen Rußlands große Besorgnisse hervorgerufen. Das expansionslüsterne russische Bürgertum hat die Tage von Mukden, Port Arthur und Tsuschima schon vergessen, und selbst die bisher sich radikal gebärdenden Elemente derselben sischen a; fnnem eur urtn ussisch reden einer aggressiven Politik im fernen Osten das Wort. Früher, als es sich die russischen Imperialisten vorgestellt hätten, hat die Revanche-Politik Rutzlands, die in dem Bau der Amur=Bahn gipfelte, Früchte getragen, und nun sehen sie sich einer Situation gegenuber, die den Niedergang des russischen Prestige, die Bedeutungslosigkeit Rußlands im fernen Osten mit greller Deutlichkeit zeigt. Drei Aufgaben hat sich die Regierung der Konterr wolution im Bunde mit der treuergebenen oktobristischen Duma gestellt, um eine Revanche=Politik großen Stils in die Wege zu leiten: die strategische Verbindung des fernen Ostens mit dem Euroväischen Rußland(Amur=Bahn und zweites Geleise der Sibirischen Bahn), den Wiederaufbau der Kriegsflotte und endlich die Kolonisation des Armur=Gebietes. Die erste Aufgabe wurde von der Regierung gleich nach dem Staatsstreiche in Angriff genommen und hernach von der Duma des Staatsstreichs sanktioniert. 315 Millionen Rubel bewilligte die Duma für den Bau der Amur=Bahn, deren wirtschaftliche Bedeutung minimal ist und die im Laufe vieler Jahre auf ein jährliches Defizit von 21 Millionen rechnen muß. Die zweite Aufgabe, der Wiederaufbau der Kriegsflotte, der nach dem Programm der Regierung 3½ Milliarden Rubel kosten muß, harrt bei der ersten Anleihemöglichkeit der Erledigung. Endlich wurde die Kolonisation des Amur=Gebietes mit Energie in die Hand genommen, einmal, um die Agrarfrage im Innern des Reiches durch die Abschiebung einiger Hunderttausend Bauern nach dem ostasiarischen Eldorado aus der Welt zu schaffen, vor allem aber, um dadurch einen Schutzwall gegen die„gelbe Gefahr“ zu errichten. Trotz der nachgewiesenen Untauglichkeit des Amur=Gebieres für den Ackerbau und der eklatanten Mißerfolge der russischen Besiedlungspolitik im fernen Osten hat die Regierung Hunderttausende von Bauern dorthin geworfen und in den diesjährigen Etat 33 Millionen, in den Etat für 1910 30 Millionen für diesen Zweck eingestellt. Wenn zu dem Angeführten noch hinzugefügt wird, daß im Anschluß an den Bau der Amur=Bahn eine ganze Reihe von Festungen errichtet werden soll, ohne die der strategische Wert der Amur=Bahn gleich Null ware, so ist es verständlich, wie Japan, und unter Japans Einfluß auch China, darauf reagieren mußte. Die fieberhaften Rüstungen Japans und Chinas hind vor allem auf dieses Vorgehen Rußlands zurückzuführen. Seitdem die russische Politik in Ostasien ihren aggressiven Charakter, den sie d während der Revolutionsjahre eingebüßt nach dem Kriege und wührene, der Revrinriahrr ug hatte, wiedergewann, lenkten die Japaner ihr Hauptaugenmerk auf die Verstarkung der Landarmee, deren Friedensstärke sie in kurzer Zeit von 300 auf 475 Bataillone brachten. Diese Rüstungen, die 1911 bis 1913 vollendet werden sollen, sind eine direkte Antwort auf die Revanchegelüste der russischen Imperialisten. Der Wahnsinn dieser gegenseitigen Rüstungen tritt noch deutlicher hervor, wenn man in Betracht zieht, daß die russischen Besitzungen in Ostasien für die Japaner keinen solchen Wert besitzen, daß sie deswegen den für sie so vorteilhaften Statusqno auf die Karte setzen könnten. Ihre ökonomische Vorherrschaft im fernen Osten ist ohnedies gesichert, und den Einfluß, den sie in Korea und in der Mandschurei ausüben, dürfte ihnen sobald keine andere Macht streitig machen.„Die Möglichkeit eines Krieges mit Japan, schrieb General D. Subbotitsch im vorigen Jahre aus Anlaß des Projektes der Amur=Bahn,„wird wie bisher nicht vom Wunsche Japans bedingt, um unsere Wüsteneien am Amurfluß fortzunehmen, sondern im Gegenteil dadurch, daß wir den Japanern auf den Kopf steigen und sie aus Korea und aus der mit ihm strategisch verbundenen Südmandschurei verdrängen wollen. In letzter Linie führt die Politik Rußlands im fernen Osten en. Dienstag, 7. Sept.: Der Meineidbauer, Volksstück in 3 Akten von Anzengruber. Zu diesem prächtigen Stück gehört eine Szenerie, über welche das Sommertheater nicht verfügt. Auf die gewaltige Wirkung der szenischen Effekte mußte dayer von vornverein verzichtet werden. Im übrigen war die Aufführung gar nicht schlecht. Hans Freihen als der Meineidbauer und Kathe Führ als die Vroni waren recht gut. Donnerstag, 9. Sept.: Bartel Turaser, Soziales Drama in 3 Akten von Philipp Langmann. Ein ganz wertloses Stück, überhaupt kein Drama, denn von irgend einem zum Austrag gebrachten Konflikt ist keine Rede, sondern nur eine dramatisierte Erzählung, in welcher ein Streik vorkommt und welche dadurch einen sozialen Anstrich erhält. Bartel Turaser wird zwar vom Dichter durch die Krankheit seiner Kinder zu entschuldigen gesucht, aber es bleibt doch ein starkes Stück, wenn zemand sich durch 200 Gulden bestechen läßt, einen Meineid zu leisten. Infolge dieses Meineids kommt der Färbermeister Kleppel, der versucht hat, eine Arbeiterin zu zwingen, ihm zu Willen zu sein, frei und die Schwester dieser Arbeiterin wird wegen Ehrverletzung zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Der Streik wird verloren, die Streikenden werden nur zum Teil wieder eingestellt, und das Sündengeld bringt durch Ueberfütterung die kranken Kinder Turasers unter die Erde. Turaser gibt sich selbst dem Gericht an.„„Ker auch Hans Freihen spielte den Bartei Turaser, aus dem aber auch er nichts machen konnte. Kein Charakter in dem ganzen Stück, auch keine Spannung, eine öde Langeweile bis zum Schluß. Verwandlung in ein bewaffnetes Kriegslager Rußland erhalten die Am bleiben könnten, und daß d. mur=Bahn eine Lebensfrage für Rußland bedeute, mußte in Verbindung mit der zweideutigen bgeneigt sei, zuzunehmen. Die Golge war eine Anspannung, der gegense . egnune der gegenseitigen Beziehungen im fernen Osten, die nicht vioß die kultureue Entwicklung der ostasiatischen Besitzungen Rußlands im Keime erstickte, sondern auch die Herrschaft des Militarismus und die antieuropäischen Tendenzen in Japan und China ungemein verstärkten. Es hängt in bedeutendem Maße von Rußland ab, der Politik des„bewaffneten Kriegslagers" im fernen Osten durch die Preisgabe aller Revancheplane ein Ende zu setzen. Dadurch allein könnte es seine jetzige Stellung behaupten und das russische Volk von einer Wiederholung des blutigen Krieges schutzen. Aber solange die Regierung der Konterrevolution am Ruder ist, die im Bunde mit der expansionslüsternen Bourgeoisie von der Erweiterung der politischen Einflußsphäre des Reiches und der Erschließung neuer Territorien traumt, solange die wirtschaftliche und politische Entwicklung des russischen Volkes gewaltsam niedergehalten wird, ist es töricht, sich solchen Hoffnungen hinWben Frankreich. a. k. Theorie und Praxis. Der Handelsminister Jean Dupuy hat sein Bedauern üver den Rückgang der Leistungsfähigkeit des französischen Arbeiters ausgesprochen und erklärt, er werde sich des„ewerblichen Unterrichts kräftig annehmen. Darauf fragt ihn J. Felix in der„Humanité“, wie es zu diesem Bestreben passe, daß die Zeitung„Petit Parisien" tüchtige Buchdrucker entlasse, um sie durch Mädchen und Streikbrecher ohne ordentliche Ausbildung zu ersetzen. Parisien“ ist— Herr Jean Dupuy. Eigentümer des„Petit Amerika. Der Kampf gegen die Trusts. London, 9. Sept. Der Staat von Arkansas führt Prozeß gegen 65 Versicherungsgesellschaften, die sich in einen Gemarkungen zu einem Trust vereint und dadurch das Gesetz verletzt haben. Der Staatsanwalt beantragt eine Geldstrafe von 260 Millionen Mark, vier Millionen für jede Gesellschaft und Zurücknahme der Konzession. Der Fall erregt in den Vereinigten Staaten großes Aufsehen. a. k. Fromme Mädchenhändler. Ueber die Willkür und Ausbeutung, denen die Einwanderer in Newyork ausgesetzt sind, wurden jüngst schmähliche Dinge bekannt. Jetzt aber wurden Infamien festge ellt, die alles übersteigen. Das Mitglied der im Jahre 1907 eingesetzten parlamentarischen Kommission W. S. Bennett hat erklärt, bei den meisten der unter religiöser Flagge geschaffenen„Einwandererheimen“, herrschten dieselben Mißstände wie bei dem polnischen und dem schwedischen Heim, dessen Sendlingen der Zutritt zum Hafen untersagt wurde. Die Kommission ließ Geheimagentinnen unter dem Deckmantel von Vertreterinnen verrufener Häuser gehen und nach„frischer Ware“ ausschauen. Ohne Schwierigkeit wies man ihnen fur 1 bis 5 Dollar junge Mädchen zu. Tatsächlich wurden zahllose solche Geschäfte gemacht, unschuldige Mädchen in die Bordelle geliefert. Nur das italienische und das jüdische Heim werden so verwaltet, wie es sein muß. Auch in anderen Stadten herrschten dieselben Scheußlichkeiten. B. hat schon früher einigen Häusern, deren Eigennutz er kannte, den Hafen verboten. Offenbar ohne Erfolg. Und werden die neuen Enthüllungen mehr bewirken als eine kleine Verschiebung der Sachlage, bis nach kurzem alles wieder„all right" ist? Die schmutzige Korruption, die unter dem Deckmantel der Frömmigkeit das ganze Leben der nion verwüstet, macht die Aussicht auf Besserung äußerst gering. Streiksituation in Schweden. September. die Situation. Malmö, 8. Allem Anschein nach verschärft sich wieder Die Regierung hat bis gestern abend nichts getan, um ihr Versprechen einzulosen, zu vermitteln mit dem„Svenska Arbeidsgivareforeningen“. Zudem mehren sich die Meldungen, wonach Unternehmer persönliche Kontrakte mit den Arbeitern verlangen. Ebenso lehnen eine Anzahl Arbeitgeber die Einstellung der älteren Arbeiter ob. andre wieder wollen einen Wochenlohn als Kaution einbehalten. Unter diesen Umständen hat ein Teil der Arbeiter die Wiederaufnahme der Arbeit abgelehnt, die Verhältnisse sind fast wieder so, wie vor Beginn des Generalstreiks. Wie die Dinge sich von neuem entwickeln werden, ist schwer zu sagen, soviel steht aber fest, daß die Arbeiter vor einem neuen Kampf nicht zurückscheuen. Besonders in den beiden größten Städten Stockholm und Göteborg, wo die Scharfmacher dominieren und die Kommunen sich den Streikenden am feindlichsten gegenüberstellten, versucht man am meisten, wenigstens etwas für die Arbeitgeber herauszuschlagen. Doch die Arbeiter lassen sich auf nichts ein, sie verlassen entweder die Arbeit von neuem, oder die Unternehmer stehen von ihren Forderungen zurück. Der noch im Kampf sich befindliche„Svenska Arbeidsgivareforening“ erließ gestern einen Aufruf an die Mitglieder der übrigen Arbeitgebervereine, in dem dieselben gebeten werden. aufzupassen, daß keinem Streikbrecher zu nahe getreten werde. Sollte dies geschehen, so sollte man sofort die Polizei rufen. Der Aufruf erregt Verbitterung, nicht nur unter den Arbeitern, sondern auch unter den kleinen und mittleren Unternehmern. Die letzteren sind jetzt im allgemeinen mit ihren Arbeitern einiger als mit ihren eigenen Kollegen. Bei ihnen waren keine Streikbrecher beschäftigt, die schaffte man zuerst in die größeren Fabriken. Darum wollen sie nunmehr von einer Arbeitgeberorganisation nichts mehr wissen. Sie haben während des Streiks erfahren, daß diese Vereinigungen nur zum Vorteil der Großunternehmer gegründet sind, während die kleinen und mittleren Unternehmer nur Verpflichtungen und Schaden davon haben.,.... uu.(gmeit anfgehoß. Das Spiritusvervot im Lande in nun sowell aufgehoben, als man Schnaps und Bier in den Restaurants erhalten kann, allerdings nur, wenn man gleichzeitig etwas dazu ißt. Schnaps außer dem Hause darf nicht verkauft werden. Die Stockholmer Arbeiter haben einen scharfen Boykott gegen die kapitalistische Presse beschlossen. Das Mittagsblatt„Dagen“ schreibt selbst, daß es auf Grund des Boykotts sein Erscheinen einstellen müßte. Auch das radikalliberale Blatt„Stockholms Tidningen“ ist boykottiert, weil es seine alten Arbeiter nicht mehr einstellen will. Man sieht, die Arbeiter sind noch sehr kampfesmutig, und will die Regierung verhindern, daß der Kampf in noch viel schärferem Grade von neuem ausbricht, dann muß sie rasch den Frieden mit den Scharfmachern herbeiführen. Die Arbeiter lassen sich nicht narren. Einen großen Eindruck macht im ganzen Lande der Beschluß der englischen„Trades Unions“, die auf ihrem Kongreß den schwedischen Arbeitern ihre Sympathie ausgesprochen und ihnen Unterstützung zugesagt haben. Gewaltigen Aufschwung hat die Parteipresse seit Montag genommen. Stockholms„Sozialdemokraten“ hat 20.000 neue Abonnenten erhalten, die Montagsnummer wurde in 60 000 Exemplaren gedruckt und war sofort vergriffen. Gleiche Nachrichten liegen aus Malmö und Göteborg vor. Allerdings brachte auch der Streik der Parteipresse schweren Schaden. Auch die Organisationen der Arbeiter haben ein enormes Wachstum zu verzeichnen. Rund ¼ Million schwedischer Arbeiter sind nun organisiert, der Zuwachs beträgt 45000 Mitglieder. Das alles sind Erfolge, von denen sich die Unternehmer bei Beginn des Kampfes nichts träumen ließen. Die Tatsache steht fest: Die schwedischen Arbeitgeber werden so bald nicht wieder die Arbeiter zum Kampfe herausfordern, sie haben für lange Zeit mehr als genug. Kommunales. Die Wertzuwachssteuer in Köln blieb im Jahre 1908 weit hinter dem Voranschlag, der 180000 Mk. vorsah, zurück, es sind nur 76·000 Mk. veranlagt worden, von denen 45000 Mk. wirklich bezahlt worden sind. Auch die Umsatzsteuer war mit 1 500 000 Mark in den Etat eingestellt, sie brachte nur 1061 409 Mk. Submissionsblüten. Der Erfurter Magistrat hat für eine städtische Kläranlage eine öffentliche Ausschreibung vorgenommen. Es waren 20 Angebote eingegangen, deren Höhe zwischen 27000 und 78000 Mk. schwankte. Noch weit größer war der Unterschied bei den Angeboten für die gleichfalls ausgeschriebenen Betonarbeiten. Hier bewegten sich die Angebote zwischen 40000 und 210000 Mk. Der Begriff des Wohnsitzes. Nach dem Kommunalabgabengesetz sind der Gemeindeeinkommensteuer Personen unterworfen, die in der Gemeinde ihren Wohnsitz haben; ein Absteigequartier verpflichtet nicht zur Zahlung von Gemeindeeinkommensteuer. Wer in zwei Gemeinden einen Wohnsitz hat, hat in jeder Gemeinde die Hälfte seines Einkommens zu versteuern. Als ein Rechtsanwalt in R. zur Gemeindeeinkommensteuer nach seinem ganzen Einkommen herangezogen worden war, erhob er nach er als auch das berverwaltungsgericht gaben der Klage statt, indem u. u. ausgeführt Sinne des Kommuna sache des Innehabens jedes zu einem vorü steigequartier, es sei enthalte Wohnräume sich und seinem Hau währen. Der Begrif Gesetzbuches sei ni identisch. Aus drr 2t — Das Parteibure nur des abends von — Bielefelder Son uns geschrieben: He Meineidbauer". Vol nochmals zur Aufführ schlossen. Am Sonnt# Serenissimus eine Fe a. g. Plattfuß ur muß man zum Wohle daß diese alles zu ver führen kann, denn in dadurch arbeitsunfähi sachen, die bei der Arl Schon in der Lehrzei eine ungewöhnliche Wi oder englische Krankh aber kennen wir als lastung des Jußgewöll oder Stehen ausgeübt Lasten zu trogen, so handelt es sich um Sc hafte Veränderungen diesen selbst sowie um Wochenschrift" macht Ursache aufmerksam, fektion und Plattfuß. Tuberkulose, Influenz im Bereich der Fußn nicht nur zu plattfuß zu der Entstehung ein sich dann meist um Pr des Bandapparates, geringere Widerstands Verbildung und Verl setzenden Bestandteile gegeben ist. — Zusammenstoß. des Gemüsehändlers aber statt auf der rei daß der Wagen Ecke diese Ecke kommenden dierte. An dem Aut Wagen eine Deichsel — Eingebrochen schiedenen Stellen in nabrückerstr. 33 wurde Es fielen ihnen zirka die Hände. — Polizeibericht. Schweinebestande des straße 122, ausgebroch Diebstahl. Dewurden am 8. d. M. Stalle 1 Hahn und schwarz=weißer, die H Einbruchsdie sind in Bonn mittels worden: 12 silberne Gabeln(wahrscheinlich zeichnet B.]; 13 silber 3 silberne Serviettenr serviettenringe; 2 hal an einem Salatbestec Bowlenlöffel; 1 silber: Grenadier darstellend) 1 goldenes Armband kleine silberne Gabel: 3 preußische, konsolidi mern 387392, 682 029 von Salzfässern. Fern Ring mit länglicher finden sich 3 Brillante Wert des Ringes 600 zur Ermittlung der 2 abteilung hier entgege Badeverbot. Baden in dem auf Brandt unterhalb de wegen der damit verk Festgenomme und Veruben groben licher Handlungen un Person wegen Die wegen 4###dachlosigkeit obdachlose Wanderer So Schildesche. Gewe 8½ Uhr bei Paula Stahl v von Ludwig T Herford. Soz Ve Vortrag des C Lübbecke. Soz. Ve Salzuflen. Sog V Lemgo. Soz. Ver G Bielefeld. Soz. Ve — Transporta „Stadt Bielefe Bünde. Holzarbe Brunnen. Kirchlengern. Tab Oeynhausen. Gew. Spradow. Soz. V Holsen. Soz. Ver — Arbeiter-R bei Eickmeier. Schötmar. Farik im„Tivoli“. Salzuflen. Gew.= Stadthagen. Gew.= burger Hof“. Burgsteinfurt. Soz. Der a Die Reichstagsw Dienstag, 7. Septeml blatt in Enger noch nerstag, als die ganz der burgerliche Kan kratische Stimmen ur als 5000 Stimmen e folgende Nachricht: „Für den natiol ersatzwahl Stollber andelsminister Jean gang der Leistungsprochen und erklärt, s kräftig annehmen. t6“, wie es zu diesem eisien" tüchtige BuchStreikbrecher ohne entümer des„Petit on, 9. Sept. Der Versicherungsgeselleinem Trust vereint Staatsanwalt beankark, vier Millionen konzession. Der Fall Aufsehen. ie Willkür und Auspyork ausgesetzt sind, Jetzt aber wurden Das Mitglied der Kommission W. S. ter religiöser Flagge en dieselben Mißedischen Heim, dessen it wurde. Die KomDeckmantel von Vernach„frischer Ware“ in ihnen für 1 bis urden zabllose solche in die Bordelle gesche Heim werden so n Stadten herrschten her einigen Häusern, sten. Offenbar ohne n mehr bewirken als nach kurzem alles orruption, die unter ze Leben der.nion äußerst gering. b hlororn. 5. S. September. eder die Situation. getan, um ihr Ver„Svenska ArbeidsMeldungen, wonach Arbeitern verlangen. die Einstellung der inen Wochenlohn als den hat ein Teil der abgelehnt, die Verdes Generalstreiks. verden, ist schwer zu ter vor einem neuen den beiden größten Scharfmacher dominden am feindlichsten wenigstens etwas für Arbeiter lassen sich beit von neuem, oder gen zurück. Svenska Arbeidsan die Mitglieder en gebeten werden. zu nahe getreten in sofort die Polizei nicht nur unter den ind mittleren Untereinen mit ihren Arllegen. Bei ihnen haffte man zuerst in nunmehr von einer Sie haben während ngen nur zum Vorwährend die kleinen tungen und Schaden weit aufgehoben, als nis erhalten kann, dazu ißt. Schnaps n. harfen Boykott gegen Littagsblatt„Dagen“ kotts sein Erscheinen Blatt„Stockholms alten Arbeiter nicht seiter sind noch sehr erhindern, daß der euem ausbricht, dann tachern herbeiführen. Lande der Beschluß ihrem Kongreß den gesprochen und ihnen seit Montag geter wurde in 60 000 iffen. Gleiche NachAllerdings brachte Schaden. Auch die ormes Wachstum zu * Arbeiter sind nun itglieder. Das alles mer bei Beginn des sache steht fest: Die sicht wieder die Arfür lange Zeit mehr im Jahre 1908 weit orsah, zurück, es sind en 45000 Mk. wirker war mit 1.500000 1061 409 Mk. gistrat hat für eine chreibung vorgenomderen Höhe zwischen heit größer war der alls ausgeschriebenen ebote zwischen 40 000 Kommunalabgaben= ersonen unterworfen, ein Absteigequartier indeeinkommensteuer. at, hat in jeder Geversteuern. Als ein ensteuer nach seinem war, erhob er nach e, er könne nur mit gezogen werden, weil der Bezirksausschuß der Klage statt, int dem u. u. ausgeführt wurde für die Frage, ob ein Wohnsitz im Sinne des Kommunalabgabengesetzes vorliege, genüge die Tatsache des Innehabens der Wohnung. Als Wohnung gelte nicht jedes zu einem vorübergehenden Aufenthalt eingerichtete Abeigequaxtier, es sei dazu exforderlich, daß zu dauerndem Aufenthalte Wohnräume eingerichtet werden, die dem Zensiten fur sich und seinem Haushalt eine standesgemäße Unterkunft gewähren. Der Begriff des Wohnsitzes im§ 7 des Bürgerlichen Gesetzbuches sei nicht mit dem im Kommunalabgabengesetz identisch. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 10. September. — Das Parteibureau, Marktstr. 8, ist bis zum 15. September nur des abends von 6 bis 7 Uhr geöffnet. uns ges Meineidbauer“. Volksstück mit Gesang von L. Anzengruber, nochmals zur Aufführung. Sonnabend bleibt das Theater geschlossen. Am Sonntag findet bei Anwesenheit Sr. Durchlaucht Serenissimus eine Festvorstellung statt. a. g. Plattfuß und Infektion. Immer und immer wieder muß man zum Wohle der Arbeiter darauf aufmerksam machen, daß diese alles zu vermeiden haben, was einen Plattfuß herbeiführen kann, denn in sehr vielen Fällen werden die Betreffenden dadurch arbeitsunfähig. Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen, die bei der Arbeit in dieser Beziehung in Frage kommen. Schon in der Lehrzeit tritt der Plattfuß auf, wenn es sich um eine ungewöhnliche Weichheit der Knochen, der meist die Rachitis oder englische Krankheit zu Grunde liegt, handelt, hauptsächlich aber kennen wir als Ursache eine dauernde übermäßige Belastung des Fußgewölbes, namentlich bei Berufen, die im Gehen oder Stehen ausgeübt werden müssen. Sind dabei noch schwere Lasten zu trogen, so wirkt das doppelt nachteilig ein. Weiter handelt es sich um Schwäche und Schwund der Muskeln, krankhafte Veränderungen am Bandapparat der Gelenke und an diesen selbst sowie um Verletzungen. In der„Deutsch. Medizin. Wochenschrift“ macht indessen Dr. Lewy noch auf eine andere Ursache aufmerksam, nämlich auf den Zusammenhang von Infektion und Plattfuß. Nicht genügend bekannt ist namlich, daß Tuberkulose, Influenza, Rheumatismus, Gonorrhoe, wenn sie im Bereich der Fußwurzel lokale Veränderungen hervorrufen, nicht nur zu plattfußähnlichen Beschwerden, sondern allmählich zu der Entstehung eines Plattfußes führen können. Es handelt sich dann meist um Prozesse entzündlicher Natur, die Lockerungen des Bandapparates, Entartungszustände der Muskulatur, eine geringere Widerstandsfähigkeit der Knochen und schließlich eine Verbildung und Verlagerung der das Fußgewölbe zusammensetzenden Bestandteile herbeiführen, womit dann der Plattfuß gegeben ist. — Zusammenstoß. Heute früh gegen 2 Uhr fuhr der Wagen des Gemüsehändlers Witte im Trabe die Brüderstraße entlang, aber statt auf der rechten, auf der linken Seite. So kam es, daß der Wagen Ecke Arndt= und Brüderstraße mit dem um diese Ecke kommenden Brotautomobil des Konsumvereins kollidierte. An dem Automobil wurde eine Glasscheibe, an dem Wagen eine Deichsel zertrümmert. — Eingebrochen wurde in der vorletzten Nacht an verschiedenen Stellen in der Osnabrückerstraße. Im Hause Osnabrückerstr. 33 wurden von den Dieben zwei Keller geplündert. Es fielen ihnen zirka 40 Eier, Kohlen und andere Sachen in die Hände. — Polizeibericht. Die Rotlaufseuche ist unter dem Schweinebestande des Arbeiters Ludwig Möller, Jöllenbeckerstraße 122, ausgebrochen. Diebstahl. Dem Landwirt August S., Oelmühlenstraße, wurden am 8. d. M., vormittags, aus einem unverschlossenen Stalle 1 Hahn und 3 Hühner entwendet. Der Hahn ist von schwarz=weißer, die Hühner sind von schwarzer Einbruchsdiebstahl. In der Nacht zum 30. 8. 09 sind in Bonn mittels Einbruchs folgende Gegenstände gestohlen worden: 12 silberne Gabeln(gez. M. D.); 12 kleinere silberne Gabeln(wahrscheinlich ohne Zeichen); 10 silberne Teelöffel(gezeichnet B.]; 13 silberne Eßlössel; 2 große silberne Sieblöffel: 3 silberne Serviettenringe(gez. E. v. W.) 2 kleine silberne Teeserviettenringe; 2 halbgroße silberne Löffel; 2 silberne Griffe an einem Salatbesteck; 1 silberne Tortenschaufel; 1 silberner Bowlenlöffel; 1 silbernes Teesieb; 1 silberne Figur(einen GardeGrenadier darstellend); 1 Korallenbrosche; 1 goldenes Medaillon; 1 goldenes Armband mit glatten Gliedern; 18 große und 18 kleine silberne Gabeln; 18 große und 18 kleine silberne Löffel; 3 preußische konsolidierte Staatsanleibescheine mit den Nummern 387392, 682029, 744 800 je zu 500 Mk.; 2 silberne Füße von Salzfässern. Ferner wurde daselbst.gm 1. d. M. ein goldener Ring mit länglicher Auflage entwendet. Auf der Auflage befinden sich 3 Brillanten, welche mit 13 Diamanten umgeben sind. Wert des Ringes 600 Mk. Sachdienliche Mitteilungen, welche zur Ermittlung der Täter führen können, nimmt die Kriminalabteilung hier entgegen. Badeverbot. Es wird darauf hingewiesen, daß das Baden in dem auf dem eingefriedigten Grundstück des Kolon Brandt unterhalb der Sparenbergpromenade gelegenen Teiche wegen der damit verbundenen Lebensgefahr verboten ist. Festgenommen wurden 3 Perionen wegen Trunkenheit und Veruben groben Unfugs, 1 Person wegen Vornahme unsittlicher Handlungen und Erregung öffentlichen Aergernisses, eine Person wegen Diebstah ##ahts, 1 Person wegen Bettelns, 1 Person Person wegen,, interschlagung: 14 in Polizeigelangnis Unterkanst. wegen„Obdachlosigreit und 1 Person wegen„Unterschlagung: 14 obdachlose Wanderer erhielten m Va######gefangnis Unterkunft Versammlungen Sonnabend, 11. September Schildesche. Gewerkschaftsversammlung. Abends 8½ Uhr bei W. Lucking. Rezitationen von Fräulein Paula Stahl vom Hoftheater in Neustrelitz. Dichtungen von Ludwig Thoma. Herford. Soz Verein Friedensthal. Abends 9 Uhr. Vortrag des Genassen Schmidt. Verein. Lübbecke. Soz. Terek Abends 9 Uhr. Salzuflen. So; Verein. Abends 8½ Uhr bei Kaiser. Lemgo. Soz. Verein. Abends 8½ Uhr bei Mohrmann. Sonntag, 12. September. Bielefeld. Soz. Verein. 11. Bezirk. Vormittags 10 Uhr. — Transportarbeiterverband. Vorm. 10 Uhr in „Stadt Bielefeld". Bünde. Holzarbeiter. Vormittags 9 Uhr bei Weller am Brunnen. Kirchlengern. Tabakarbeiterverband. Nachm. 4 Uhr. Oeynhausen. Gew.=Kartell. Vorm. 9½ Uhr. Spradow. Soz. Verein. Nachm. 2 Uhr. Holsen. Soz. Verein. Nachm. 2 Uhr bei Eickmeier. — Arbeiter=RadfahrerVerein. Vorm. 10 Uhr bei Eickmeier. Schötmar. Farikarbeiterverband. Vorm. 9½ Uhr im„Tivoli“. Vortrag des Kollegen Meier. Salzuflen. Gew.=Kartell. Vorm. 9½ Uhr bei Gast. Stadthagen. Gew.=Kartell. Vorm. 9½ Uhr im„Schaumburger Hof“.„„ 1 Burgsteinfurt. Soz. Verein. Vorm. 11 Uhr im Vereinslot##. Der aktnelle„Ravensberger“. Die Reichstagswahl in Stollberg=Schneeberg fand am Dienstag, 7. September, statt. Am Mittwoch brachte das Weltblatt in Enger noch kein Sterbenswörtchen davon. Am Donnerstag, als die ganze übrige Welt seit 24 Stunden wußte, daß der burgerliche Kandidat mit 9000 gegen 21000 sozialdemokratische Stimmen unterlegen war und gegen 1907 nicht weniger als 5000 Stimmen eingebußt hatte, brachte der„Ravensberger“ folgende Nachricht: „Für den nationalliberalen Kandidaten in der Reichstagsersatzwahl Stollberg=Schneeberg ist der Führer der sächsischen Konservativen, Dr. Wagner, in einem Telegramm an den dortigen Hauptwahlausschuß eingetreten, indem er die Bitte an die konservativen Wähler ausspricht,„keiner Verstimmung nachzugeben, sondern Mann für Mann ihre Stimme für Vorwerk abzugeben. Eine Minderung der nationalen Stimmen darf unter keinen Umständen eintreten.“ O welche Lust, ein Leser des„Ravensberger" zu sein! Etwas anderes. Ueber den deutschnationalen und christlichen Reichstagsabgeordneten Schack waren die sämtlichen Zeitungen am Dienstag. 7. September, in der Lage, ihren Lesern zu berichten, daß dieser hervorragende Mann in eine merkwürdige Triolenbewegung geraten sei. Der christlich- soziale„Ravensberger“ brachte am Dienstag nichts, am Mittwoch nichts, am Donnerstag ist unter seinen letzten Nachrichten zu lesen: „Berlin, 9. Sept. Reichstagsabgeordneter Wilhelm Schack erbat bis zur gerichtlichen Austragung der Triole=Angelegenheit um Beurlaubung von den Dienstgeschäften als Vorsitzender des Deutschnationalen Handlungsgehilfen=Verbandes. (Wir kommen morgen näher auf diese Angelegenheit zurück.)“ Aus dieser Nachricht konnte natürlich keiner seiner Leser klug werden. Ein genialer Redakteur, der Herr Titgemeyer. Die Christlichen an der Klagemauer. Die christlichen Gewerkschaftsführer, soweit sie Reichstagsabgeordnete sind, haben sich nicht wenig darauf eingebildet, daß durch ihre Hilfe der Viermillionenfonds zur Unterstützung der geschädigten Tabakarbeiter zustande gekommen ist. Nun die Ausführungsbestimmungen zum Tabaksteuergesetz erlassen sind, wimmern sie, daß den Tabakarbeitern Schwierigkeiten gemacht werden könnten, um zu ihrem Recht und zu Unterstützungen zu kommen. Das Zentralblatt der christlichen Gewerkschaften findet nun auch,„daß die mit der Ausführung der Bestimmungen betrauten Behorden unter Umständen Härten schaffen können", und daß die eine Bestimmung in den Ausführungsbestimmungen den Unternehmern geradezu die Handhabe zu Lohnreduktionen geben könne. Es heißt namlich dort, daß nicht unterstützungsberechtigt ist, wer einen Minderverdienst erleidet, ohne daß in dem Betrieb, in dem er beschäftigt ist, eine Betriebseinschränkung eingetreten ist. Das christliche Zentralblatt bricht daher in die Klage aus: „So bieten die Ausführungsbestimmungen mancherlei Haken, die zu Schwierigkeiten führen können. Es wird, wie gesagt, alles davon abhängen, ob die beauftragten Behörden mit dem nötigen sozialen Verständnis der ganzen Sache gegenübertreten. Auf keinen Fall, das möchten wir grundsätzlich festhalten, ist es die Absicht des Reichstages gewesen, durch Annahme des Unterstützungsantrages die Arveiter zu verpflichten, gegebenenfalls Streikbrecher zu werden und den Fabrikanten die Macht zu geben, Lohnreduktionen vorzunehmen. Beides stände im Widerspruch mit den Intentionen der Gesetzgeber. Der bittere Nachgeschmack folgt dem Steuerbewilligungstaumel gar sehr bald. Doch die Hoffnung auf das„nötige Verständnis“ der Behörden erscheint uns sehr kläglich. Die Behörden halten jedem deutschen Staatsbürger, der mit Gesuchen kommt, den Buchstaben des Gesetzes unter die Nase. Daran hätten auch die christlichen Heulmeier denken sollen, bevor sie den Sündenfall begingen. * Sieker, 9. Sept. Gemeinderatssitzung. Eine Gesellschaft für Grundstücksverwertung hat einen Teil der Meyer zu Hartlageschen Grundstücke zu Bebauungszwecken gekauft und will dort eine große Anzahl Familienhäuser bauen kassen. Zu diesem Zwecke wird von den zuständigen Behörden(Regierung und Gemeindevorstand) verlangt, daß eine Abwässerkläranlage geschaffen wird. Die Gesellschaft hatte sich daher an die Gemeinde gewandt, um die Erlaubnis für diesen Plan einzuholen. Der Gemeindeversammlung lagen heute folgende Kostenanschläge zur Prüfung vor. Es fordern die Allgemeine Städtereinigungsgesellschaft Wiesbaden 6000 Mk. für Aufstellung eines Projekts, die Gesellschaft für Abwässerklärung Berlin 1800 Mk. und die Firma Scheven, Düsseldorf, 4800 Mk. Es wird beschlossen, die Allgemeine Städte=Reinigungsgesellschaft mit der Sache zu betrauen. Die Gemeinde trägt ein Drittel der Kosten, die Gesellschaft zwei Drittel. Diese muß aber hierzu 4000 Mk. als Sicherheit hinterlegen. Es sollen auf dem Baugrund zirka 150 Häuser aufgeführt werden. mmng 6 Im Herbst 1907 war von der Gemeindeversammtung beschlossen worden, die Zahl der Gemeindeverordneten auf 12 zu erhöhen, was auch geschehen ist. Heute wurden ausgelost, um den Turnus herstellen zu können, folgende Vertreter: Es scheiden aus der 3. Abteilung Genosse Kley und aus der 1. Abteilung Herr Ziegeleibesitzer Fehring am 31. 12. 09 aus. Aus der 2. Abteilung Tiichlermeister Hampeter und Herr Bökemeier, beide am 31. 12. 1911. Herr Landwirt Hugo Frerk, 1. Abteilung, und Genosse Gielsdorf, 3. Abteilung, am 31. 12. 1913. Es haben Umwahlen bezw. Neuwahlen in diesem Herbst stattzufinden für Kley, 3. Abteilung, Gastwirt Oberwittler, 2. Abteilung, Ziegeleibesitzer Fehring und Gutsbesitzer Meyer zu Hartlage, 1. Abteilung. Ferner wurde beschlossen, für Anschaffung von Anschauungsbildern und Handarbeitsvorlagen 50 Mk. aufzuwenden. Des weiteren lagen mehrere Steuerniederschläge und Armensachen vor. * Herford, 9. Sept. Die Vertreterwahl der Ortskrankenkasse der Schokoladen= und Zuckerwaren=Industrie findet am Mittwoch, 15. September, im Lokale„Aeckers Turnhalle“, abends von 6½—7½ Uhr, statt. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen und jeder Kollegin, soweit sie das 21. Lebensjahr vollendet haben, pünktlich zu erscheinen und ihre Stimme abzugeben. Die Wahl ist geheim und geschieht durch Stimmzettel. * Vlotho, 8. Sept. In dem Flugblatt„Intimes über das Zustandekommen der Tabaksteuer“, verbreitet von den„Christlichen“ wird besonders ein Antrag der Abgeordneten Molkenbuhr, Schmidt und Stadthagen auf Verbot der Herstellung und Bearbeitung von Nahrungs- und Genußmitteln durch Hausgewerbetreibende oder Heimarbeiter hervorgehoben. Durch diesen Antrag würden, so heißt es in dem Flugblatt, mit einem Schlage zirka 36000 Heimarbeiter und 13.000 Hausgewerbetreibende vrotlos geworden sein. Wir wollen an dieser Stelle darüber keinen Raum der„Volkswacht" verschwenden, aber der Pastor S. in Vlotho, den Christlich=Sozialen wohl bekannt und nahestehend, erklärte seinerzeit öffentlich in Gegenwart mehrerer Sozialdemokraten, daß er ganz und gar auf dem Standpunkte stände, daß die Zigarrenfabrikation nicht in die Wohnungen der Tabakarbeiter gehöre, sondern allein in die Fabrik! Was sagen unsere Vlothoer„Christen" dazu? Im übrigen, wenn einer der Flugblattverfasser oder=verbreiter den Mut hat, den in ihm produzierten Generalunsinn zu vertreten, so ist ihm Gelegenheit geboten, dies zu tun in der am Sonntag, 12. d. M., im Kaisersaal stattfindenden Volksversammlung. Die Christlich=Sozialen sind durch Handzettel und Annonce besonders eingeladen. Freie Diskussion ist unbeschränkt zugesichert. Was man in Flugblättern verbreitet, muß man auch den Mut haben, persönlich zu vertreten. Also nochmals: Herzlichst willkommen, ob es nun Wallbaum oder Röös oder sonst einer ist. Auch die schon durch die Tabaksteuer arbeitslos gewordenen Tabakarbeiter(die Zahl der Unterstützungsgesuche beträgt schon über 150) möchten es gern genau wissen, wem sie ihre Arbeitslosigkeit und den Minderverdienst zu danken haben, und vielleicht„glauben sie es eher“, wenn es ihnen mündlich gesagt wird, daß es Liberale und Sozialdemokraten gewesen sein sollen. e Detmold, 10. September. Die Konservenfabrik Strangmeier u. Co. in Hiddesen ist durch den Streit, den sie mit den polnischen Arbeiterinnen hatte und der zur Arbeitsnjederlegung führte, in arge Verlegenheit geraten, so daß sie genötigt ist, das Schnippeln der Bohnen außer in Hiddesen in Detmold und Lage ausführen zu lassen. Die Lagesche„VolksZeitung“ hatte mitgeteilt, daß das Bohnenschnippeln in Lage infolge Streiks geschehe, was von Herrn Strangmeier dahin berichtigt wurde, daß ein Streik nicht ausgebrochen sei. Dies ist schon richtig. Wer sollte denn auch, nachdem die Polen die gastliche Stätte verlassen hatten, streiken, wo niemand in der Strangmeierschen Fabrik gewerkschaftlich organisiert ist. Bedauerlich ist nur, daß sich Arbeiterfrauen in Detmold und Lage Und wie wurde angefunden haben, die die Bohnen schnippeln., U gefangen, die Frauen zu bekommen? Mit Hilfe der Schullehrer, die ihren Schülern mitteilten, daß sie ihren Müttern zu Hause sagen möchten, sie könnten da und da Bohnen schnippeln, hat Strangmeier sich die Frauen verschafft. Die Arbeiterfrauen sollten sich aber doch sagen, daß sie mit dem Schnippeln sich als Lohndrücker gebrauchen lassen und die Arbeit ferner zu leisten sich weigern so lange, bis in der Strangmeierschen Fabrik die gewerkschaftliche Organisation anerkannt est. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Konservenfabrik seien erinnert an ihre Pflicht, die zu erfüllen sie sich selbst schuldig sind, und dieses ist der Eintritt in die gewerkschaftliche Organisation. Dann wird sich alles von selbst regeln. Dann werden auch Maßnahmen, wie sie gegen die Polen angewandt sind, sich nicht wiederholen können. e Detmold, 10. Sept. Die Frage der Bierpreise ist hier immer noch nicht in ruhiges Fahrwasser gekommen, weil die Aktienbrauerei„Falkenkrug ihren Preis nicht ändern will. Es gibt deshalb in den Wirtschaften Falkenkrüger Bier zu erhöhten und Bier der Detmolder Brauerei(Grothe& Hagemann) zum alten Preise. Die Flaschenbierpreise waren erhöht worden, sind aber infolge Protestes der Konsumenten wieder herabgesetzt. Als Kuriosum sei noch mitgeteilt, daß in Kassel das Falkenkrüger Bier bedeutend billiger ist, und das trotz der hinzukommenden Frachtkosten, auch ein Beweis, daß die Brauerei„Falkenkrug“ nach Kassel das Bier billiger verkauft, als an die Detmolder Wirte. Es nimmt überhaupt die Brauerei„Falkenkrug“ einen eigentümlichen Standpunkt ein in der Bierpreisfrage. Erklärte doch ein Direktor, daß diejenigen, denen das Bier zu teuer ist, ja Selterwasser trinken könnten. Diesen Ausspruch möge die Arbeiterschaft in die Tat umsetzen, dann wird es nicht lange dauern und der Herr Direktor wird sagen, ich habe die Geister gerufen und werde sie nicht mehr los. * Detmold, 9. Sept. Sonntag, 12. Sept., ab nachmittags 4 Uhr, feiert der Arbeiter-Turnverein„Vorwärts“ sein Gründungsfest in der„Centralhalle“. Anläßlich der Vorturnerlehrstunde, welche vormittags hier stattfindet, werden nachmittags verschiedene Vereine mitwirken. Außerdem finden Konzert, Gesangsvorträge und anschließend Ball statt. Wir ersuchen die Arbeiterschaft Detmolds und Umgegend, uns zahlreich durch ihren Besuch zu unterstützen. * Bückeburg, 8. Sept. Im Alter von 61 Jahren verstarb in Bad,Oeynhausen der Geh. Sanitätsrat Dr. Weiß, Bückeburg; nicht nur in Schaumburg=Lippe, sondern auch auswärts wegen seiner Menschenfreundlichkeit rühmlichst bekannt. Der erstorbe materielle Seite kam erst in zweiter Linie. Vielen geringer bemittelten Familien ist der Verstorbene ein treuer Helfer gewesen * Rheine, 9. Sept. Ein öffentlicher astronomischer Lichtbildervortrag findet am Sonnabend, abends 8½ Uhr, im Saale des Herrn Hermann Hermes statt. Thema des Vortrages:„Ein Abend auf der Sternwarte.“ Vortragender ist der Privatgelehrte Alexander Toulé. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pfg. pro Person. Arbeiter und Arbeiterinnen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Nachrichten. Starnberg, 10. Sept. Der Barbier Andreas Rauscher erschoß sich nach einem Streite mit seiner Braut, indem er sich Kugeln in Brust und Schläfe jagte. Löthen b. Miswalde, 10. Sept. Hier wurde der Rübenunternehmer Pichotzki in seiner Wohnung von 5 seiner Arbeiter überfallen, lebensgefährlich verletzt und um 1000 Mk. beraubt. Die Täter sind entkommen. Belgrad, 10. Sept. Das Blatt„Soono“ bringt die Nachricht, daß Prinz Georg entschlossen ist, seine Stellung als Thronfolger zurückzugewinnen. Er ging zu den Ministern Pasitsch und Protitsch und erklärte ihnen kategorisch, daß sie ihn in seine früheren Rechte wieder einsetzen und zu diesem Zwecke die große Skupschtina einberufen sollten. Außerdem forderte Prinz Georg seinen Bruder, den Thronfolger Alexander, auf, Serbien sofort zu verlassen, sonst müsse Blut fließen. Infolge der Aktion des Prinzen Georg traten die Minister gestern zu einer Konferenz zusammen. Das genannte Blatt fährt fort: Was Pasitsch und Protitsch dem Prinzen antworteten und was der Ministerrat beschloß, wissen wir nicht. Aber wir verlangen, daß gegen den Prinzen Georg mit der Strenge des Gesetzes vorgegangen werde. — Dasselbe Blatt weiß zu berichten, daß sich zwischen dem Prinzen und Pasitsch eine heftige Szene abspielte und zwar bei einem Souper, das zu Ehren des russischen Gesandten gegeben wurde. Hier verlangte Prinz Georg wiederum von Pasitsch, daß ihm seine Rechte als Thronfolger zurückgegeben werden. Pafitsch erwiderte, dies sei unmöglich. Der Prinz antwortete mit lauter Stimme, wenn die Regierung sich seinen Wünschen verschließe, werde er ihr zeigen, daß er die Gewalt besitze. Die Angelegenheit erregt große Sensation und wird lebhaft besprochen. Petersburg, 10. Sept. Nach einer hier eingelaufenen Meldung aus Teheran ist der entthronte Schah Mohammed Ali gestern nachmittag von der Sommerresidenz des russischen Gesandten bei Teheran nach Rußland abgereist. Vor der Abreise Mohammed Alis ist in Teheran, einer Meldung der„Nowoze Wremja“ zufolge eine große Feuersbrunst ausgebrochen, die über 500 Läden einäscherte und uber eine Million Mark Schaden verursacht hat. Es soll Brandstiftung von Anhängern des ExSchahs vorliegen, die während des Brandes Unruhen hervorzurufen beabsichtigten, um die Abreise des Schahs zu verhindern. Quittung. Für die ausgesperrten, im Generalstreik befindlichen Schweden gingen beim Unterzeichneten weitere Gelder ein: Listen 61, 62, 64 und 66(von Bauarbeitern gesammelt) 3.45, resp. 1,20, resp. 4,55, resp. 6,73 Mark; Liste 117(Dürkopp, Gießerei I und II) 59,35 Mark; Liste 118(Dürkopp, Hütte) 41,25 Mark; Neubau vis-a-bis Ostbahnhof 5.00 Mark; Kegelklub„Warmes Brötchen bei Wirt Blome 3,70 Mark; von einem Katholiken 1,00 Mark; Liste 103(Tischlerei Koch) 42,60 Mark; Liste 18(Buchbinder) 54,00 Mark(davon Gundlach, Buchbinderei 14,00, Gundlach, Kartonnage 6,75, Dohse 10,25, Wolpers 3,00, Eilers jr. 8.20, Eilers sen. 8,50 und Bertelsmann 3.30); Liste 108(Tischlerei Scheidt) 1,50 Mark; Liste 119(Dürkopp, Zentrifugenbau) 9,50 Mark: Liste 132(Tischler in Brackwede) 6,80 Mar., Listen 91, 92 und 93(von Schuhmachern gesammelt) 3,96, resp. 7,65, resp. 6,40 Mark; Liste 100(Wittler, 2. Rate) 27.00 Mark; Liste 155 (Maurer, Sudbrak) 6,50 Mark; Liste 34(Dürkopp, Schleiferei, 2. Rate) 23,85 Mark; Liste 33(Dürkopp, Schleiferei, 3. Rate) 28,50 Mark; Liste 43(Durkopp, Automobilbau, 2. Rate) 36.30 Mark: Liste 38(Dürkopp, Versuchsabteilung) 6,00 Mark; Liste 115(Dürkopp, Hammerwerk) 21,50 Mark; Listen 35 und 36 (Dürkopp, Montage. Packerei, Dreherei, Lackiererei, Stanzerei, Radspanner) 63,10 Mark: Listen 135, 136 und 137(Froböse) 107,05 Mark; Liste 109(Blankenagel) 14,00 Mark; Liste 81 (Gebr. Dickertmann) 52,00 Mark; Liste 192(Seydel) 23,30 Mark; Liste 141(Wittkopp) 13.80 Mark; Liste 32(Baer und Rempel, Liste 130 Rauten 188 25. 2. Rate) 51,70 Mark; Eiste 13(Ravensberger Spinnerei) 13,60 Mark; Liste 14(Spinnerei Vorwärts) 37,05 Mark: Liste 15 (Spinnerei Vorwärts) 37.05 Mark; Liste 16(Spinnerei Vorwärts) 55,80 Mark; Liste 25(Sattler) 5,15 Mark; Liste 26 (Reiseartikelsattler, 2. Rate) 36,00 Mark: Liste 28(Salerei Dürkopp) 10,10 Mark; Summa 1063,19 Mark; bereits quittiert dreherei, Fraiserei, Bohrerei und Werkzeugbau) 74,75 Mark: „r 250(Tischierei„Jarrey] 24,70 Mark; von Maurern auf sauten gesammelt: Listen 186 5,00, 187 5.20, 172 2.80, 147 12,50 u. E5,/75,, 171 4,50,—#.„„Liste 12(Mechanische„„eberei, 3418,90 Mark insgesamt 4482,09 Mark. Gewerkschaftskartell Bielefeld. Ludwig Beckmann, Kassierer, Oststr. 28, II. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Milhelm Böttcher, beide in Bielefeld. BUUTSE 4817 aus garantiert federdichten Inletts u. mit doppelt gereinigten Federn, Halbdaunen u. Daunen gefüllt zu den billigsten Preisen. Günsuge Gelegenheit beim Einkaut Sämtlich. Aussteuerartikel. Betthattune und Satins 253038. 40, zu 21948, 55 Pfg. Hemdentuche prima Bleiche 80 cm breit zu 30,33, 36, 45, 50 Pfg. Pelz-Piaué und Croise 45, 55, 65, 78, 90 Pfg. Schürzensiamosen 140cm breit zu Jd und 75 Pfg. Handtuchgebild u petz u. uit an u 28 33, 38, 42, 48 Pfg. Kleidersiamosen zu 30 S 45. 53 Pfg. Kleidersiamosen doppelte Breite zu 55, 60, 68, 75 Pfg. Küchentücher rot □ 16 20, 25, zu 10 30 Pfg. Jacquard-Bandtücher Jacquard-Tischtücher 50/110 feine Qual. zu zu 50 Pie NUs 1.35 1.75 2.45 Mk. Neu eingetroffen in grossem Sortiment: Heiderstone schmarz und farbig. zu bekannt billigsten Preisen. Bidschötele, Restunistölfe Hleicjeia, Oberkstl. 99. Leoeece Zielefeld, obernstr. 35. Sommertheater. (Brinkhoffs Tonhalle). Heute 8 ½2 Uhr: Jolksvorstellung zu ermäßigt. Freisen. Der Meineidbauer. Volksstück m. Gesang v. L. Anzengruber. Sonnabend, den 11. 9. 1909: Geschlossen. Sonntag, den 12. 9. 1909: Fest-Vorstellung in Anwesenheit Sr. Durchlaucht Serenissinus. En Reiser kaf! Uhren u. Goldsachen sollten Sie nie bei einem Pfuscher, sondern beim Uhrmacher H. Siekmann, Kaiserstr. 165 neben der Olmühle kaufen und reparieren lassen. Verlobungs-Anzeigen liefert Buchdruckerei„Volkswacht“. Feinr. Zeimdieke Brackwede, Kaiserstrasse, Manufaktur-, Woll-, Weiss- u. Kurzwaren, Anfertigung eleganter Damen-Konfektion, 14208 Feinr. Zeimdieke Bünde 1. Westf., Bolldamm, Manufaktur-, Woll-, Weiss- u. Kurzwaren, Erstlings-Ausstattungen, Wilh. Beimdieke Stift Quernheim, Fr. L. Vogt, Manufaktur-, Woll-, Weiss- u. Kurzwaren, Porzellan- und Kolonialwaren bieten ihrer werten Kundschaft durch gemeinschaftlichen EinBult ur damhrkanchalel = Am Sonnabend, den 11. September 1909= feiert der 4781 Zentral-Verband der Schmiede (Zahistelle Bielefeld) seine diesjährige grene. ger#e gleur im Lokale des Herrn August Indiestel, Bürgerweg 14. Gutbesetztes Orchester. Anfang 8 Uhr abends. Es ladet freundlichst ein Das Fest-Komitee. kaut streng reelle und billige Preise. Telegramm! Theater Schmidt zur“ Auf dem Kaiser-Wilheim-Platz: Nur kurze Zeit! vorm. Schmidt-Millowitsoh, erstes Kölner Possenund Operetten=Theater. Moderner ganz gedielter Bei jeder Witterung Theaterbau. angenehmer Aufenthalt. Eröffnungs-Vorstellung Sonnabend, den 11. September, abends 8½ Uhr: „De Tebe del Reser vehlann!“ Ausstattungs=Posse mit Gesang und Tanz in 4 Akten. Musik von Einödshofer. 4783 Die Direktion. Zentral=Verband der Maurer = Zweigverein Bielefeld. Sonntag, den 12. September, morgens 10 Uhr, im Lokale des Herrn Aug. Indiestel, Bürgerweg 14: Tertrag über Tudw. Shoma verbunden mit Rezitationen.: Vortragende: 4793 Irk. Faula Stahl vom Hoftheater in Neustrelitz. Zu dieser Veranstaltung sind die Frauen und erwachsenen Angehörigen auch mit eingeladen. Dar Vorstand. Framen! bei Eueren Einläusen Die Jaserenten der„Voltswacht“. Deuischer Kranspertarbeiter-Verband, Ortsverwaltung Bielefeld. Sonntag morgen 10 Uhr im Restaurant Stadt Bielefeld, Marktstraße 8: 4815 4chreetag 9“ Cagesordnung: 1. Wie stellen sich die Kollegen zu der Sektionseinteilung. 2. Stiftungsfest. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Achunel, Brackvede. Achtug Sonnabend, 11. September, abends 8½ Uhr: Volks=Versammtung Herren=Stehkragen von 35 Pfg. an. Herren=Stehumlegekragen von 60 Pfg. an. Bunte Serviteurs m. Kragen 80 Pfg. Bunte Garnituren — von 1.20 Mk. an.— Manschetten in weiß u. farbig. Herren=Socken d. 30 Pfg. an. Selbstbinder von 35 Pfg. an. Diplomates und Regattes nur neueste Dessins zu billigsten Preisen! Ida Nolte im Lokale des Herrn C. Schröder, Gänsestraße. Tages=Ordnung: Die neuen Reichssteuern und die politische Lage. Referent: Reichstagsabgeordneter C. Severing. Nach dem Vortrage: Freie Diskussion.= Obernstr. 51. Diese Woche wieder Zu zahlreichem Besuch ladet ein 4780" Der Elinberufer. gutes Rindsleisch Pfund 60 Pfg. Kalb= u. Schweinesteisch zu billigen Preisen. Verschiedene Wurstwaren und Aufschnitt P G 54#ritz Ellenbeck, Metzgermeister, Pesente eliet ide esiernice ence Am Sonntag, den 12. September, feiert der Arbeiter-Radfahrerklub„Edelweiss“ Brake I. W. seine diesjährige 4821“ im Lokale des Herrn C. H. Apenbrink, Herforderstraße. Hierzu ladet freundlichst ein Der Vorstand. Bekanntmachung. Die Erd=, Maurer=, Zimmer=, Dachdecker=, Glaser=, Anstreicher= und Klempner=Arbeiten zum Neubau eines Abortgebäudes für die Bürgerschule, Mindenerstraße, sollen in öffentlicher Submission in einem Lose vergeben werden. Zeichnungen liegen auf dem Stadtbauamt Rathaus I, Zimmer Nr. 6 zur Einsichtnahme aus, Submissionsangebote sind nach Einzahlung der Kosten auf der Kämmereikasse im Betrage von 1 Mark vom Stadtbauamtssekretariat Rathaus I, Zimmer Nr. 7 zu beziehen. Termin zur Oeffnung der postmäßig verschlossen einzureichenden Angebote findet am Dienstag, den 14. September, mittags 12 Uhr im Beisein der etwa erschienenen Bieter statt. Herford, den 7. September 1909. Der Stadtbaumeister, Kallmeyer. Lübberstr. 24. Telephon 417. — Minden. 4101 Bringe mein Mader, Hider- un Hochseits-Einladungen liefert Buchdruckerel„Volkswacht“. in empfehlende Erinnerung. Willy Michel, Friseur, Königstr. 16. 0 r. 211. ∆ zur weiteren Unte und Strei Der Kampf der schwe aussperrungstaktik des or bereits in die sechste Wi und Zähigkeit haben die Kampf geführt. Fünf A gesamten Industriearbei Ausstand ohne reguläre konnte eine Beihilfe gen organisierten, die sich aus haben, hielten bis aufe Nach fünfwöchigem schaftsvorstände jetzt bes ziehen. Der Kampf soll großen Unternehmerverb tionen und Massenaussp Im Organisationsber rund 165.000 organisierte gruppen beschäftigt. Die ein die Arbeiterschaft be Dagegen sollen nach d ca. 100000 Arbeiter der! der Gemeindebetriebe, S die Arbeit wieder aufnel Unternehmerorganisation getroffen sind. Aber auch sich nicht überall glatt vo die Straßenbahngesellsch Arbeiter druckereien den zwingen wollen. Die konservative Regi Dienst des aussperrender den Unternehmern zum mittel des Klassenstaates schaft steht daher einem Machtmittel zu ihrer U Durch die beschlossen schaften etwa 165.000 ihre Mitglieder sind fef Kampf fortzuführen. Der Kampf in Schwe Firgerliche Presse glaub Abflauen begriffen, er ist in seiner Wirkung au gruppen konzentriert. M Ausstande, in der Erwa annehmbaren Bedingung ist nicht nur der Wunsch der Arbeiterschaft aller schwedischen Arbeiter Ai insbesondere, die bisher Arbeitsgenossen unterstüt mehr gilt, einen mit so geführten Kampf auch zi hoffen daher an unsere( mit der Aufforderung, di verminderter Energie fo als bis sie von der Gene als beendet erklärt wer Die Gewerkschaftskart durch öffentliche Versan zeitigen Standes der D Alle Geldsendungen si Kassierers der Generalt Engelufer 15, zu richten. daß der Betrag für Schl die Generalkommissio Roman aus 60 von „Eine halbe Stunde plötzlich helle Frauengen und gleich darauf betra schauten von hier aus sie wollten vorübergehen, in diese Wildnis kamer einige Mädchen von M hörte, daß die Beiden auch die einzelnen Wort weiter darauf und blieb bemerkt, ruhig liegen. den ersten Rand erreicht tnete, daß sie die gan überschauen konnten, al stehen blieben, und die Oh, sieh, Manuela, siel ist, und so viele Tage Hetson hat uns nicht ei „Wie still und friedl sagte Manuela,„und do nur die wilde Leidensch „Aber auch viele gut Hand auf der Begleiteri mit so trüben Farben Sonne so wunderbar di Wonne über die schöne unsere Herzen zu erhebe gicht zu klagen, daß das! Dient es doch nur dazu Frößerer Reine zu zeig Männern mit den bunk oder Maultieren, das m die einzelnen Arbeiter klankes Werlzeug hebe . jehen. Und die bunten die schattigen Baumgr Berge dorf drüben. O zich nicht satt, sehen an dier bleiben, hier Ruhsatt, sehen an ver„Kleiben, higt„Szuh auf Manuelas Schulter sange, lange Zeit in da leinem Wort, mit kein in die sie der herrliche z2% als Mannela ihr sie, wie zwei helle perl 5 0* Nr. 211. Bielefeld, Freitag, 10. September 1909. 20. Jahrg. zur weiteren Unterstützung der Ausgesperrten und Streikenden in Schweden. Der Kampf der schwedischen Arbeiterschaft gegen die Massenaussperrungstaktik des organisierten Unternehmertums geht nun bereits in die sechste Woche. Mit beispielloser Entschlossenheit und Zähigkeit haben die schwedischen Proletarier ihren großen Kampf geführt. Fünf Wochen lang standen ca. 75 Prozent der gesamten Industriearbeiterschaft des Landes im allgemeinen Ausstand ohne reguläre Unterstützung. Nur den Bedurftigsten konnte eine Beihilfe gewährt werden. Selbst die 100000 Unorganisierten, die sich aus Solidarität dem Kampfe angeschlossen haben, hielten bis auf einzelne Ausnahmen tapfer aus. Nach fünfwöchigem Ausstand haben die schwedischen Gewerkschaftsvorstände jetzt beschlossen, eine Frontänderung zu vollziehen. Der Kampf soll im weiteren sich nur gegen den einen großen Unternehmerverband richten, der ihn durch Lohnreduktionen und Massenaussperrungen heraufbeschworen hat. Im Organisationsbereich dieses Unternehmerverbandes sind rund 165000 organisierte Arbeiter der verschiedenen Industriegruppen beschäftigt. Diese werden den Kampf weiterführen, bis ein die Arbeiterschaft befriedigender Abschluß zustande kommt. Dagegen sollen nach dem Beschluß der Gewerkschaftsvorstände ca. 100000 Arbeiter der Maschinenbauindustrie, der Baugewerbe, der Gemeindebetriebe, Straßenbahnen und der Buchdruckereien die Arbeit wieder aufnehmen, nachdem mit den hier beteiligten Unternehmerorganisationen zufriedenstellende Vereinbarungen getroffen sind. Aber auch diese Wiederaufnahme der Arbeit kann sich nicht überall glatt vollziehen, weil die Gemeindebetriebe und die Straßenbahngesellschaften wie auch zum Teil die Buchdruckereien den Arbeitern entehrende persönliche Verträge aufzwingen wollen. Die konservative Regierung Schwedens hat sich völlig in den Dienst des aussperrenden Unternehmertums gestellt. Sie will den Unternehmern zum Siege verhelfen, indem sie alle Machtmittel des Klassenstaates in deren Dienst stellt. Die Arbeiterschaft steht daher einem mächtigen Feinde gegenüber, der kein Machtmittel zu ihrer Unterdruckung unversucht läßt. Durch die beschlossene Frontänderung werden die Gewerkschaften etwa 165000 Mitglieder im Kampfe behalten. Sie wie ihre Mitglieder sind fest entschlossen, in diesem Umfange den Kampf fortzuführen. Der Kampf in Schweden ist also keineswegs beendet, wie die bürgerliche Presse glaubhaft machen will, er ist auch nicht im Abflauen begriffen, er ist nur in seinem Umfange eingeschränkt, in seiner Wirkung auf eine der verschiedenen Arbeitgebergruppen konzentriert. Mehr als 160000 Arbeiter stehen noch im Ausstande, in der Erwartung, daß ein ehrlicher Friede unter annehmbaren Bedingungen ihren opfervollen Kampf lohnt. Das ist nicht nur der Wunsch der Arbeiterschaft Schwedens, sondern der Arbeiterschaft aller Länder, soweit sie an dem Kampfe der schwedischen Arbeiter Anteil nehmen. Die deutschen Arbeiter insbesondere, die bisher in so rühmlicher Weise die schwedischen Arbeitsgenossen unterstützt haben, werden begreifen, daß es nunmehr gilt, einen mit so beispielloser Einmütigkeit und Disziplin geführten Kampf auch zum glucklichen Siege zu bringen. Wir hoffen daher an unsere Genossen nicht vergebens zu appellieren mit der Aufforderung, die Sammlungen für Schweden mit unverminderter Energie fortzusetzen und nicht eher nachzulassen, als bis sie von der Generalkommission durch öffentlichen Aufruf als beendet erklärt werden. Die Gewerkschaftskartelle werden ersucht, diese Sammlungen durch öffentliche Versammlungen unter Darlegung des derzeitigen Standes der Dinge zu fördern. Alle Geldsendungen sind nach wie vor nur an die Adresse des Kassierers der Generalkommission, H. Kube, Berlin SO. 16, Engelufer 15, zu richten. Auf dem Postabschnitt ist anzugeben, daß der Betrag für Schweden bestimmt ist. Mit Gruß die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands, C. Legien. 4s. Englischer Erwrrkschafts-Kongliß. (Originalbericht.) Ipswich, 6.—11. Sepiember. Der diesjährige englische Gewerkschaftskongreß hat ein über das sonst übliche Maß hinausgehendes Interesse, oa er zur Frage der sozialen Gesetzgebung im allgemeinen wie zu den einzelnen konkreten Gesetz- und Reformvorschlägen Stellung nehmen soll. Ganz besonders ist die reaktionäre Presse des Landes durch den Umstand, daß die Organisation der Gasarbeiter eine sozialistische Resolution in der Unterrichtsfrage auf die Tagesordnung brachte, beunruhigt und aufgebracht. Im übrigen haben ja die Gewerkschaftskongresse hier erst wieder seit kurzem neue Bedeutung gewonnen, seit die Sozialisten, wie man wohl sagen darf, neues Leben hineinbrachten. Der Bericht des parlamentarischen Komitees an den Kongreß erwähnt mit Genugtuung, daß die infolge des Inkrafttretens des Gesetzes über den Achtstundentag für die Bergarbeiter entstandenen Reibungen glücklich überwunden sind. Zum Zwecke des Studiums der Arbeitsnachweise und der staatlichen bezw. städtischen Einrichtungen zum Schutze der Arbeitslosen in Deutschland wurde im Berichtsjahre eine Delegation von vier Parlamentsmitgliedern nach Deutschland gesandt. Sie besuchte Berlin, Frankfurt a. M., Leipzig und Dresden. Der gedruckte Bericht dieser Delegation lag dann im März einer besonderen Konferenz vor, an welcher 220 Delegierte teilnahmen, die 1 400000 Gewerkschaftsmitglieder vertraten. Es wurde einstimmig eine Resolution beschlossen, die die Errichtung von Arbeitsbörsen auf nationaler Grundlage, unter der Kontrolle des Handelsministeriums und mit paritätischer Verwaltung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern verlangt. Fast gleichzeitig legte die Regierung dem Parlament ein Gesetz vor, das die Einrichtung solcher Nachweise vorsieht. Das ganze Land soll danach in 10 Distrikte, von denen jeder ein Distrikts=Hauptbureau mit einem Distriktsvorsteher erhält, eingeteilt werden, während das Zentralbureau sich in London befindet. Sogenannte Arbeitsbörsen erster Klasse ollen etwa 30 bis 40 in Städten mit mehr als 100000 Einwohnern und etwa 150 dritter Klasse in den kleineren Städten errichtet werden. Paritätische Arbeitsnachweis=Kommissionen sollen in jeder größeren Stadt zusammentreten, zur Hälfte aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern bestehend, unter dem Vorsitz eines von der Regierung ernannten und besoldeten unparteiischen Beamten. Dies letztere, so sagt der Bericht, sei der Brauch auch in Deutschland. Ja provisortschen Räumen sollen zu Anfang des kommenden Jahres diese Arbeitsbörsen ihre Tätigkeit beginnen, doch ist ein Plan in Bearbeitung, nach dem mit einer jährlichen Ausgabe von 4 Millionen Mark= innerhalb der nächsten 10 Jahre für die hauptsächlichsten dieser Bureaus eigene Räume errichtet werden sollen. In den Kreisen der Gewerkschaftler war man jedoch darüber beunruhigt, wie die Reglements für die Geschäftsführung usw. dieser Arbeitsnachweise ausfallen werden, da das Gesetz hierüber keine Richtlinien enthält. Das parlamentarische Komitee hatte dieserhalb eine Unterredung mit den Regierungsvertretern und hofft auf Berücksichtigung seiner Wünsche auch in dieser Hinsicht. Ein nationales Arbeitslosen-Unterstützungsprogramm wird ebenfalls von der Regierung vertreten, doch soll sich dasseibe vorläufig nur auf die Arbeiter im Baugewerbe, Maschinenbau, Werkzeugfabrikation, Schiff= und Wagenbau und in Sägemühlen erstrecken. Dies wi de etwa 2½ Millionen erwachsene Arbeiter umfassen oder ein Drittel der in der Industrie Beschäftigten. Obligatorische Beiträge sollen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern erhoben werden, während vom Staat größere Zuschüsse geleistet werden. Neben der direkten wöchentlichen Unterstützung durch diese staatliche Versicherungseinrichtung ist auch die Förderung jeder anderen Versicherungsform gegen Arbeitslosigkeit vorgesehen. Gegenüber der Befürchtung mancher Gewerkschaftler, daß solche staatlichen Versicherungseinrichtungen den Einrichtungen der Gewerkichaften Konkurrenz machen und deshalb der Gewerkschaftsbewegung schädlich sein könnten, führt der Bericht das Beispiel Deutschlands an, wo trotz der Arbeiterversicherungsgesetze die Gewerkschaften ständig an Mitgliederzahl zunahmen, und heute schon numerisch stärker sind wie in England. Es sind 497 Delegierte, darunter vier Frauen, die insgesamt 1701000 Gewerkschaftsmitglieder vertreten, anwesend. Unter den Delegierten befinden sich 33 Parlamentsmitglieder, 26 Friedensrichter, 2 Bürgermeister usw. Außerdem sind Vertreter der Arbeiterpartei(Labour Party), der englischen Gewerkschaftszentrale(General Federation of Trade Unions), der Konsumgenossenschafts=Bewegung, des Handelsministeriums, sowie der amerikanischen Gewerkschaften anwesend. „Dem Kongreß ging eine Reihe öffentlicher Versammlungen und Empfänge voraus, auch eine Konferenz der MetallarbeiterFederation, ferner eine Konferenz der Vereinigung für ArbeiterWohnungen und=Züge. Das offizielle, vom lokalen Gewerkschaft skartell herausgegebene Programm sieht sogar für Sonntag in den drei größten Kirchen besondere„Kongreß=Predigten“ von bekannten Geistlichen vor. Natürlich benutzen auch die Sozialisten aller Parreien die Gelegenheit, eigene öffentliche Veranstaltungen zu organisieren, deren für jeden Tag bezw. Abend mehrere vorgesehen sind. Punkt 12 Uhr am Montag wurde der Kongreß von dem Vorsitzenden des parlamentarischen Komitees, dem Parlamentsmitgliede D. J. Shakleton, eröffnet, nachdem die Anwesenden eine Stunde recht gutem Orgelspiel gelauscht. Begrüßungsreden wurden zuerst vom Burgermeister, der in vollem Ornat erschienen war, dann von anderen Vertretern der lokalen Behörden und von den Vertretern des Gewerkschaftskartells gehalten. Der Mayor(Bürgermeister) erklärte, daß die Verbesserung der Lage der unteren Klassen nur der Organisation derselben zu verdanken sei, doch meinte er, das Streben derselben müsse sein, sowohl für Arbeitgeber als für Arbeitnehmer bessere Verhältnisse zu schaffen. Ungerecht und verbesserungsbedürftig seien die heutigen Zustände insbesondere insofern, als der größte Teil der Arbeitslosen trotz aller Bemühungen Arbeit nicht finden könne. Während des Nachmittags wurden nicht weniger als 18 Kommissionen gewählt, denen die Vorberatung aller Fragen und Anträge obliegt, wodurch natürlich die Beratung im Plenum meist ordentlich abgekürzt wird. Die Begrüßungsrede des Vorsitzenden Shakleton betont besonders die Erfolge der Arbeiterbewegung in den letzten Jahren auf politischem Gebiete. Nicht weniger als 53 Vertreter der Gewerkschaften und Arbeiterpartei gehören jetzt schon dem Unterhause an, besonders wird das Prinzip des neuen„Budgets“ begrüßt, das zum ersten Male dem Prinzip: Neue Lasten den Schultern, die sie am besten tragen können, aufzubürden, Rechnung trage. Daher der große Enthusiasmus der Arbeiterklasse für das Budget. Großen Beifall fand auch die Bemerkung, daß die Möglichkeit eines Krieges zwischen Deutschland und England, der von den Chauvinisten täglich an die Wand gemalt wird, deshalb undenkbar ist, weil die Arbeiter beider Länder einen Krieg nicht wollen. Der schwedische Reichstagsabgeordnete C. Lindkey sprach vor Schluß der Montagssitzung in geläufigem Englisch über den Kampf der schwedischen Arbeiterschaft, an die Solidarität auch der englischen Arbeiterschaft appellierend. Er hob rühmend hervor, daß von den deutschen Arbeitern schon rund ¾4 Millionen Mark, von den dänischen Arbeitern über 280000 Mark Unterstützung nach Schweden gesandt wurden, während in England ein direkter offizieller Aufruf zur Unterstützung infolge verschiedener Umstände noch nicht ergangen sei. Unter großem Beifall wurde beschlossen, Lindleys Rede sofort gedruckt allen angeschlossenen Organisationen zuzusenden nebst einer vom parlamentarischen Komitee vorgeschlagenen und vom Kongreß einstimmig beschlossenen Sympathie=Resolution für die kämpfenden schwedischen Genossen, in der zur kräftigen materiellen Unterstützung aufgefordert wird. Dienstag, 7. September. (Zweiter Verhandlungstag.) Der Bericht des parlamentarischen Komitees, der gedruckt vorliegt, und aus dem wir vorstehend bereits einige Punkte erwähnten, steht bei Beginn der Sitzung, die Punkt 9 Uhr eröffnet wird, zur Diskussion. Zu dem Plane der Regierung, eine staatliche Arbeitslosenversicherung einzuführen, erklärte der Vorsitzende Shakleton, der auch an den diesbezüglichen Verhandlungen teilnahm, daß zurzeit geplant ist, die Beiträge zu 50 Prozent von den Arbeitnehmern zu erheben, während die Arbeitgeber sowie der Staat je 25 Prozent zu zahlen hätten. Außerdem würde der Staat sämtliche Verwaltungskosten übernehmen, so daß für die Zwecke der Arbeitslosenunterstützung selbst rund 100 Prozent mehr zur Verfügung stehen, als von den direkt Beteiligten selbst aufgebracht würde. Das parlamentarische Komitee hält diesen Plan für recht vorteilhaft für die Arbeiter, während einige Delegierte die Meinung vertreten, von den ArRoman aus den Goldfeldern Kaliforniens von Friedrich Gerstäcker. 60 Eine halbe Stunde mochte er etwa so gelegen haben, als er plötzlich helle Frauengewänder durch die Busche schimmern sah, und gleich darauf betraten zwei Frauen den offenen Platz und schauten von hier aus nach der Stadt zurück. Erst glaubte er, sie wollten vorübergehen, wenn er sich auch wunderte, wie Frauen diese Wildnis kamen. Am Macalome hatte er aber auch einige Mädchen von Mexiko und Chile betroffen, und da er hörte, daß die Beiden Spanisch mitsammen sprachen, wenn er auch die einzelnen Worte nicht verstehen konnte, achtete er nicht weiter darauf und blieb in seiner Stellung, von jenen gar nicht bemerkt, ruhig liegen. Die beiden Frauen hatten indessen kaum ven ersten Rand erreicht, von dem aus sich der Wald dem Blicke offnete, daß sie die ganze unter ihnen liegende Landschaft frei überschauen konnten, als sie wie von freudigem Schreck gefesselt stehen blieben, und die eine, die Hände zusammenschlagend, rief: „Oh. sieh, Manuela, sieh wie wundervoll, wie prächtig das hier ist, und so viele Tage sind wir nun schon hier, und der böse Hetson hat uns nicht ein einziges Mal hierhergeführt.“ :„Wie still und friedlich liegt die kleine Zeltstadt da unten.“ sagte Manuela,„und doch leben so viele böse Menschen dort, die nur die wilde Leidenschaft der Goldgier kennen.“ „Aber auch viele gute,“ lächelte die junge Frau, freundlich die Hand auf der Begleiterin Arm legend;„du mußt das alles nicht mit so trüben Farben sehen, jetzt nicht wenigstens, wo Gottes Sonne so wunderbar den ganzen Raum erhellt und Licht und Wonne über die schöne Erde gießt. Das ist ein Augenblick, um ünsere Herzen zu erheben und zu freudigem Dank zu stimmen, nicht zu klagen, daß das Licht auch neben sich den Schatten duldet. Dient es doch nur dazu, es selber noch mehr zu heben und in größerer Reine zu zeigen. Sieh dort unten den Trupp von Männern mit den bunten Ueberwürfen und den vielen Pferden oder Maultieren, das müssen Mexikaner sein. Und dort drüben die einzelnen Arbeiter in der Flat, wenn sie manchmal ihr blankes Werkzeug heben, kannst du es in der Sonne blitzen lehen. Und die bunten Zelte mit der wehenden Flagge darüber, Ze schattigen Baumgruppen dazwischen durch, die herrlichen Berge dort drüben. Oh, stundenlang könnte ich hier stehen und mich nicht satt sehen an dem wundervollen Bild. Wenn man nur hier bleiben, hier Ruhe finden könnte!“. Sie hatte ihren Arm auf Manuelas Schulter gelegt, und schaute still und sinnend eine lange, lange Zeit in das Tal hinab. und Manuela störte sie mit keinem Wort, mit keinem Laut. Aber die heitere Stimmung, in die sie der herrliche Morgen versetzt, war auch verschwunden, und als Mannela ihr endlich langsam das Antlitz zuwandte, sah sie, wie zwei helle verlende Tränen an ihren Wimpern hingen: „Jenny,“ flüsterte da die Jungfrau, leise ihren Arm um die Hüften der Freundin legend,„Jenny, was ist dir plötzlich? Was fehlt dir? Oh mein Gott, auch dich drückt vielleicht eine schwere Sorge, und während du mir gestattest, alle den Gram, der mein Herz bedrückte, in das deine mit auszuschütten, hast du mir verheimlicht, daß auch du nicht glücklich bist.“ „Glaube es nicht,“ Manuela," flüsterte Jenny, die Freundin fester an sich ziehend,„ich würde mich versündigen, wollte ich das sagen. In San Francisco allerdings drückte mich ein schwerer Kummer, aber da Hetson sich in der frischen Bergluft hier so bald erholt, so rasch gekräftigt hat, ist auch die Furcht, ihn zu verlieren, von meiner Seele genommen.“ „Aber die Tränen?“ „Sind mir die Tropfen ins Auge gekommen?“ lächelte die junge Frau und schüttelte die verraterischen Perlen ab.„Ich habe es selber nicht gewußt; aber sie galten nicht meinem Gluck, sie galten einem Toten. Nur die Erinnerung an vergangenes Leid hat mich einen Augenblick trübe, oder nicht einmal trübe, nur weich gestimmt. Es ist schon wieder vorüber, und wir wollen uns des schönen heiteren Morgens recht von Herzen freuen.“ „Was war das?" flüsterte da ängstlich Manuela, deren scharfes Auge eine dunkle Gestalt erspäht hatte, die durch die Büsche glitt. „Wo?“ fragte Jenny rasch,„sahst du etwas?“ „Gleich dort drüben, nicht zwanzig Schritt von uns— ha— da wieder. Guter Gott, es sind Indianer, und wir haben uns so töricht weit von den Unseren fortgewagt.“ „Wir wollen zurückkehren,“ flüsterte ihr Jenny erschreckt zu, „Hetson weiß nicht einmal, nach welcher Richtung wir gegangen sind. Vielleicht haben sie uns noch nicht gesehen.“ „Es ist zu spät,“ erwiderte aber die weit besonnere Spanierin, „sie haben uns schon bemerkt und kommen herüber.“ Jenny war totenbleich geworden, aber sie erwiderte kein Wort, und nur krampfhaft den Arm Manuelas haltend, erwartete sie die braunen Gestalten, die von allen Seiten, plötzlich wie aus dem Boden auftauchend, heranglitten, aber auf die Frauen nicht achteten.: Die ersten, die in ihre Nähe kamen, blieben zwar stehen und wechselten einige Worte in ihrer Sprache, auch ihre Blicke ruhten dabei auf den beiden zitternden Frauengestalten, aber sie hatten nichts Feindseliges gegen sie im Sinne.„Walle, walle,“ sagten sie freundlich grüßend und schritten rasch vorüber,„walle walle“, sagten die Nachkommenden, und wenige Minuten später war die ganze Schar, wie sie erschienen, so in den Büschen wiederspurlos verschwunden. Noch aber wagten die Frauen nicht, sich zu bewegen, aus Furcht, daß die Wilden vielleicht rasch zurückkehren könnten. Endlich aber sagte Jenny:„Komm, wir verlassen lieber den Platz, denn so gutmütig diese Kinder des Waldes schienen, könnte sich ein zweiter Trupp doch vielleicht weniger nachsichtig betragen. Wir sind auch überhaupt zu weit vom Lager fortgegangen, und Mr. Hetson wird am Ende gar böse, wenn er es erfährt.“ „Da kommen noch mehr," flüsterte Manuela,„wären wir nur erst hier fort. Es war auch leichtsinnig, so ohne Begleitung mitten in den Wald hineinzulaufen."..„„„ „Das ist nur ein Pferd,“ beruhigte sie aber Jenny,„es scheint zu weiden, und Weiße sind dann auch in der Nähe— ha, dort ist sein Reiter! Gott sei Dank, jetzt haben wir nichts mehr zu fürchten. Die Indianer scheuen die Schießwaffen unserer Rasse.“ Der junge Engländer war es, der, als er die Indianer unten vorbeiziehen sah, anfing, für sein Pferd besorgt zu werden. Man erzählte sich in den Minen, daß sie Pferde wie Maultiere nicht selten beiseite schafften, um an ihrem Fleisch ein leckeres Mahl zu halten, und dem wollte er doch, so lange das anging, ausweichen. Ueberdies konnte sich sein Tier wohl jetzt genug erholt haben, die kurze Strecke in die Stadt hinab zurückzulegen, und er war eben im Begrif“, es wieder aufzuzäumen. Der rauhe Boden dort, der hier und da, wenn auch niedere, doch ziemlich steile Steinklippen zeigte, zwang ihn aber, an den Frauen vorbeizugehen, um zu seinem Tiere zu gelangen. Manuela hatte den Kopf ihm zugedreht; er erkannte auf den ersten Blick, daß es ein Mädchen spanischen Stammes toar, und nach dem, was er von derlei„Sennoritas“ in den Macalome=Minen gesehen, glaubte er keine weitere Notiz von ihr nehmen zu dürfen. Näher gekommen, frappiert ihn aber die wirklich blendende Schönheit, das wahrhaft kindliche Wesen des jungen Mädchens, und fast unwillkürlich grüßte er artiger, als es seine Absicht gewesen. In demselben Moment aber fiel auch sein Blick auf die andere, neben ihr stehende Gestalt. Erschrocken hielt er an, er sah sie erbleichen und sich auf die Freundin stützen, und„Jenny!“ rief er, seinen Augen kaum trauend, die Arme ausgestreckt gegen die Frau, die einer Ohnmacht nahe die Augen schloß. „Jenny, um Gottes willen, was ist dir, mein liebes süßes Herz!“ rief Manuela, sie mit der einen Hand unterstützend, während sie mit der anderen in zitternder Hast ihre bleichen Wangen streichelte. „Es ist nichts, es ist vorüber,“ hauchte aber die Frau, sich gewaltsam emporrichtend und zusammenraffend. „Jenny!“, sagte da der Fremde mit weicher, tiefbewegter Stimme, indem er auf sie zuging und ihre ihm willenlos, gelassene Hand ergriff,„hier, so müssen wir uns wiederfinden?“ Die Frau stand aufrecht vor ihm sie sprach kein sie hatte leise Manuelas Arm zurückgeschoben, sie zog auch ihre Hand zurück, und wie sie den Kopf zur Seite wandte, war es, als ob sie einen Weg zur Flucht suche, diesem furchtbaren Zusammentreffen zu entgehen. Aber unwillkürlich fand ihr Blick wieder den des Fremden; ihr Auge ruhte auf den edlen, gramdurchfurchten Zügen, und all die Gefühle, die sie bis dahin mit ihr selber unerklärlicher Kraft zurückgedrängt, mit der Erinnerung an das, was sie einst erhofft und was sie dann erlitten und geduldet, brachen bervor in einer mächtigen Flut. beitern dürften Beiträge überhaupt nicht erhoben werden. Für die in der Bildung begriffenen staatlichen Arbeitsnachweise werden der betreffenden Kommission eine Reihe von Winken gegeben, durch die verhindert werden soll, daß die Arbeitsnachweise im Interesse der Unternehmer bei Lohnkämpfen benutzt werden können. Von den Schriftsetzern wird bemängelt, daß die geplante Gründung einer taglichen Arbeiterzeitung nicht mit dem nötigen Nachdruck betrieben worden sei. Eine prinzipielle Diskussion von großer Bedeutung wurde durch den Bericht über die Versuche der Nordost=Eisenbahn=Gesellschaft, ihren Angestellten das Koalitionsrecht zu nehmen, hervorgerufen. Die Vereinigung der Eisenbahn=Bureauangestellten (Railway Clerks Association) beschwert sich über die Haltung des Mitgliedes des parlamentarischen Komitees und des Unterhauses Richard Bell, der eine neue von der Nordost=Eisenbahn verlangte Konzession im Parlament unterstützte, obwohl die Gewerkschaft der Eisenbahn=Bureauangestellten dieselbe bekämpfen ließ, weil die Gesellschaft einem Teil ihrer Angestellten den Eintritt in die Organisation verbot. Der Redner, A. G. Wallden, Generalsekretär der Eisenbahn-BureauangestelltenVereinigung, behaupte:, Herrn R. Bell, den Sekretär des Eisenbahnarbeiterverbandes, über die Beschwerden gegen die Gesellschaft genau und rechtzeitig informiert zu haben, doch habe dieser davon nichts erwähnt, als er kurz darauf die Konzession unterstützte, die offiziell von zwei Mitgliedern der Arbeiterpartei „blocked" bekämpft wurde. Es muß erwähnt werden, daß R. Bell schon den Gegenstand einer ähnlichen Diskussion, seine Haltung zur Arbeiterpartei betreffend, beim Gewerkschaftskongreß in Hull bildete. Walkden schlägt eine Resolution vor, die R. Bells Handlungsweise verurteilt und sein Verbleiben im parlamentarischen Komitee unmöglich machen soll. Um volle Diskussion zu ermöglichen, wird die Geschäftsordnung zeitweise aufgehoben. Die vorgeschlagene Resolution wird von G. H. Bell, dem Präsidenten des EisenbahnarbeiterVerbandes, dessen Sekretär Richard Bell ist, unterstützt, der betont, es handle sich darum, prinzipielle Klarheit zu schaffen; es könne zum mindesten nicht geduldet werden, daß ein Mitglied des parlamentarischen Komitees gegen dessen Entscheidungen im Parlament handle. Richard Bell sucht seine Handlungsweise zu erklären. Er sei in diesem einen Falle allein vorgegangen und habe seine Stellungnahme mit der Arheiteryartei selhst nichts„ tun Er chetungnahme mit der Arbeiterpartel seldst nichts zu kun. Er ber dauere selbst das Vorkommnis, doch glaube er, daß der Eisenbahngesellschaft zu unrecht vorgeworfen würde, sie mißachte das Koalitionsrecht der Arbeiter, denn er habe noch am Tage vor dem Vorkommnis eine Aussprache mit dem Generaldirektor der Gesellschaft gehabt, der entschieden bestritt, daß derartige Vorschriften für die große Masse der Angestellten bestehen. Ausgenommen seien nur wenige Hundert„confidential clerks“, d. h. Angestellte auf Vertrauensposten in den Zentralbureaus. Es haben jedoch Schwierigkeiten bestanden, eine Linie zu ziehen zwischen denen, welchen man den Beitritt erlauben konne und denen, denen dies aus Rücksicht auf die Geschäftsführung versagt werden müsse. Der letztere Teil sei jedenfalls ein verschwindend kleiner. Bell scheint der gleichen Ansicht zu sein, wie dieser Direktor, doch meint er, er sehe ein, daß er vielleicht damals das Wort zugunsten der Gesellschaft besser nicht genommen hätte (Lebh. Hort, hört!), obwohl er es im Interesse der durch ihn vertretenen Arbeiter zu tun für nötig hielt. Auf besonderen Wunsch des Kongresses gibt G. A. Seddon(Handlungsgehilfe, Mitglied der Arbeiterpartei) eine Darstellung des Falles. Er erklart, es sei eine recht schmerzliche Pflicht, hierauf einzugehen. Er und ein weiterer Arbeiter=Abgeordneter hätten sich der Konzession der Nordost=Eisenbahn=Gesellschaft widersetzt, um von schaft aufspielte und eine Lobrede auf sie hielt. Es müsse allen Mitteln die Einheit der Arbeiterpartei hergestellt werden. Seddons Erklärungen machen großen Eindruck auf die Kongreßteilnehmer und scheinen R. Bells Stellung endgiltig unmoglich zu machen.„.,„, 6 K uu P.4 Der Vorsitzense Syaileion macht geliend, vaß jeder Mensch irren könne, wie es in diesem Falle Bell getan hat, und daß er deshalb hoffe, Bell werde sein Bedauern über das Vorgefallene aussprechen und versprechen, daß er in allen Fällen in Zukunft nur im Einverständnis mit der Arbeiterpartei handeln werde. Eine derartige Erklärung gibt R. Bell, wenn auch in sehr vorsichtiger und gewundener Form, ab, doch wird die gegen ihn gerichtete Resolution nicht zurückgezogen. Bei der Abstimmung wird ein vermittelnder Antrag angenommen. Nach diesem nimmt der Kongreß Kenntnis von dem Ausdruck des Bedauerns von R. Bell über seine Haltung im Unterhause und von seinem Versprechen, in Zukunft nur in Uebereinstimmung mit der Fraktion zu handeln. Dieser Ausgang der Angelegenheit überrascht allgemein, ist aber doch wohl zum Teil dem Umstande zuzuschreiben, daß die gegen R. Bell gerichtete Resolution in außerst scharfer Form abgefaßt war. Die Versuche der Heilsarmee, ihren Wirkungskreis als Unternehmer auf immer weitere Gewerbe auszudehnen, wobei festgestellt wird, daß dieselbe miserable Löhne zahlt und durch ihre derart unlautere Konkurrenz schon dem Tischlergewerbe großen Schaden bereitet, rufen den Protest des Kongresses hervor, der das parlamentarische Komitee beauftragt, von der Regierung energisch die Ernennung einer Untersuchungskommission zu verlangen, die die Methoden der Heilsarmee untersuchen soll. In der Nachmittagssitzung wird der Kassenbericht nach einigen Anfragen und Erklarungen gutgeheißen. Eine erregte Debatte entsteht über einen Vorschlag, von dem Bestande des parlamentarischen Komitees 20000 Mk. sofort den kämpfenden schwedischen Arbeitern zu überweisen. Der Vorsitzende macht der Diskussion durch die Erklärung ein Ende, daß die bestehenden Statuten eine solche Unterstützung von den Fonds des Komitees verhindern, zudem seien in dieser Stunde schon alle englischen Gewerkschaften im Besitze des gestern beschlossenen und versandten Appells. Notgedrungen gibt man sich hiermit zufrieden. Von den Glasbläsern, einer als sozialistisch bekannten Organisation, liegt eine Resolution vor, die sich gegen direkten oder indirekten Militärdienst richtet und an Stelle des stehenden Heeres das Milizsystem verlangt. Der Delegierte der Glasbläser Stokes, Mitglied der sozialdemokratischen Partei, weist nach, wie in der letzten Zeit besonders die Jugend systematisch mit militärischem Geiste erfüllt vird. Ueberall werden Knabenregimenter gebildet, denen bunte Uniformen, leichte Gewehre, Anleitung durch Offiziere und alle möglichen sonstigen Vorteile große Anziehungskraft verleihen. Es muß befürchtet werden, daß auf diese Weise auch das Prinzip des obligatorischen Militärdienstzwanges, der von der konservativen Partei so sehr befürwortet wird, an Popularität, besonders unter der Jugend, zunehmen wird. Ein anderer Redner erwähnt, daß vielfach jetzt schon die Arbeiter gezwungen werden, den allenthalben entstehenden Freiwilligenkorps, die auch regulären Offizieren unterstehen, beizutreten. Wenn wir Frieden wollen, müssen wir die Kontrolle auch über die Militärmacht dem Volke unterstellen; die stehenden Heere werden stets den Frieden bedrohen, ganz abgesehen von der Bürde, die sie für das arbeitende Volk aller Länder sind. Gegen das Prinzip der militärischen Ausbildung aller Bürger unter Schaffung einer Miliz wenden sich andere Redner, die erstaunt sind, daß von den Sozialisten überhaupt ein Vorschlag kommen könne, der irgend eine Heeresform gestattet. B. B. Stanton(Sozialist) von der Bergarbeiter=Federation unterstützt die Resolution recht ausführlich. Eine Miliz sei nicht etwa zu Angriffskämpfen, wohl aber zu Verteidigungszwecken nötig, während die Gegner, auch darunter sind Sozialisten (z. B. Curran, M. P.), meinen, daß die Kenntnis des Waffenhandwerks auch den Wunsch nach dem Gebrauch der Waffen wachhalte und daher eine stete Gefahr des Friedens sei. Will Thorne M. P. ist erstaunt, daß in dieser Frage unter 1Gon eino 90 engdyerschiedenheit überheunt nach hi Sozialisten eine Meinungsverschiebenheil überhaupt noch bestehen kann, nachdem durch die internationalen sozialistischen Kongresse, an denen auch die englischen Gruppen teilnahmen, das Prinzip der Miliz an Stelle der stehenden Heere angenommen wurde. Auch er würde im Falle unberechtigten Angriffs bereit sein, das Land verteidigen zu helfen. Er wird am Weiterreden durch den Kongreß voerhindert. Der Vorsitzende Shakleton macht darauf aufmerksam, daß eine Stelle in der Resolution überflüssig ist, die sich gegen die Verwendung der Territorialarmee bei Arbeitskämpfen wendet, weil der Kriegsminister Haldane den Arbeiterabgeordneten die hafter Protest.) Auf die Aufforderung, diese Aeußerung zurückwird mit 933 gegen 102 Stimmen bei etwa 700 Stimmenthaltungen angenommen, darauf auch der Rest der vorgeschlagenen Resolution, welche nun lautet:.. 628 8 „Dieser Gewerkschaftskongreß verurtein auf das Enischiedenste jede direkte oder indirekte obligatorische Einreihung der Arbeiterklasse in die Territorialarmee, und verurteilt ferner die Reglements, die den Gebrauch dieser Armee zur Unterdrückung von Arbeitskämpfen gestatten. Gegen das„System privilegierter Droschken" in Edinburgh, für die Ausdehnung der Fabrikgesetze und Inspektion i Inspellik, auf,, die Eisenbahnbureaus, gegen die Ueberstunden, die manche Eisenbahngesellschaften an Sonntagen von ihren Angestellten verlangen, werden Resolutionen ohne besondere Diskussion angenommen.— J. Sexton von den Dockarbeitern begründet eine Resolution, die die Intervention der Arbeiterpartei gegen die Inhaftierung mittelloser Arbeiter für rückständige Schulabgaben verlangt. Er erwähnt den Fall eines Arbeiters, der 6 Kinder besitzt und die Gebühren nicht zahlen konnte. Wenn er die Haft für die rückständigen Schulgelder für ein Kind überstanden hatte, so wurde er gleich für das nächste Kind, dessen Gebühr er zu zahlen natürlich außerstande war, verhaftet, so daß er während mehrerer Jahre ständig im Gejängnis war und die Familie im Armenhause untergebracht werden mußte. Dies scheint unglaublich, doch führt Sexton sogar Fälle an, in denen rückkehrende freiwillige Kämpfer im Kriege gegen die Buren bei ihrer Ankunft in England verhaftet wurden, weil für ihre Kinder in der Zwischenzeit die Schulabgaben nicht bezahlt worden waren! Der Antrag fand einstimmige Annahme, ebenso eine Resolution, die staatliche Fürsorge für die Blinden, besonders Schulen, staatliche und städtische Werkstätten sowie Unterhaltung arbeitsunfähiger Blinden verlangt. Von den Buchbindern liegt eine Resolution vor, die dem russischen Volke in dessen Kampf für politische Freiheit und wahrhaft konstitutionelle Regierungsform seine vollste Sympathie ausdrückt; der Kongreß protestiert gegen jeden Versuch der englischen Regierung, mit jenem Lande irgend welche Verträge abzuschließen, ohne vorher das englische Volk zu befragen, ganz abgesehen von der Verachtung, die das englische Volk gegen den blutbefleckten Zarismus empfindet. Er protestiert ferner gegen den offiziellen Empfang des Zaren durch die englische Regierung, solange die grausamen Verfolgungen gegen seine Untertanen andauern; der Kongreß lehnt im Namen der organisierten Arbeiter Großbritanniens jede Verantwortung für die Einladung oder den Empfang des Zaren ab.„ Hierzu wird beantragt, den Teil„er protestiert gegen bis „Zarismus empfindet“ auszulassen, worüber eine heiße Diskussion entsteht, an deren. Schluß nominelle Abstimmung verlangt wird. Der Zusatzantrag wird mit 466000 gegen 1039000 Stimmen abgelehnt und dann die Resolution akzeptiert.— Vor Schluß der Dienstagssitzung wird eine Protestresolution gegen die Maßnahmen der spanischen Regierung gegen politische Gefangene vorgelegt, doch vertagt, um ihre Drucklegung und erneute Diskussion zu ermöglichen. Parteinachrichten. Zum Fall Bernstein. Kautsky antwortet im Vorwärts": „Ich muß gestehen, daß ich zu der Zeit, als Bernstein in Paris eine Versammlung abhalten sollte, einen Brief an Lafargue richtete. Eine Abschrift des Briefes besitze ich nicht und der Wortlaut der einzelnen Sätze ist mir nicht erinnerlich. Ich weiß nicht einmal mehr, in welcher Sprache er abgefaßt war. Wahrscheinlich französisch...6. E.kaurten daß es mi Mit Bestimmtheit kann ich aber beraupten, daß es mir nie eingefallen ist, zu schreiben, Bernstein sehe sich im Auslande nach einem Posten um. Ich kann nie auch nur die leiseste Andeutung dieses Gedankens geäußert haben, denn ich erfuhr von ihm zum erstenmal aus dem„B. T.“...„# Daß Bernstein seine Rolle in Deutschland ausgespielt huve, mag ich in irgend einer Form gesagt haben. Aber in welchem Zusammenhang?„. 36722 Ich erfuhr von der Versammiung, in der Bernstein sprechen sollte, zuerst von Lafargue. Dieser schrieb mir am 20. Januar davon und bat mich, dafür zu sorgen, daß Bernstein nicht der einzige Redner von deutscher Seite in der Versammlung sei, daß von Deutschland auch ein radikaler Genosse nach Paris käme, der in der gleichen Versammlung spreche. Das ist es wohl. was Bernstein unter der geistigen Aushungerung verstand, mit der ihn die Guesdisten" bedrohten.. Mein„Uriasbrief“ bildete die Antwort auf diesen Brief Lafarques. Ich teilte ihm mit, daß kaum jemand aus Deutschland von unserer Seite werde kommen können. Das sei aber nicht tragisch zu nehmen. Für Bernstein empfindet man kein Interesse mehr in Deutschland.——. Es ist unnötig, auch nur ein Wort weiter zu meiner Rechtfertigung zu verlieren. Aber ich glaube auch, daß es ebenso unnötig ist, ein Wort zu verlieren zur Brandmarkung der Verdächtigungen auf Grund von Klatsch über Privatbriefe, die er nicht gelesen hat und deren Entstehungsgeschichte er nicht kennt, durch welche Verdächtigungen Bernstein leichtfertig unseren Gegnern die Mittel liefert, die Ehre seiner Genossen, ja seiner Partei zu besudeln. Für dieses gewissenlose Verfahren gibt es nur eine Entschuldigung: Querulantenwahn. Als Sekretär zur organisatorischen und geschäftlichen Leitung der Jugendorganisation und des Arbeiterbildungswesens für Hamburg, Altona, Ottensen und Wandsbeck ist Genosse J. Birkholtz gewählt worden. Aus den Organisationen. Nach dem soeben erschienenen Jahresbericht des sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Frankfurt a. M. ging im letzten Berichtsjahr infolge der Wirtschaftskrisis die Mitgliederzahl des Vereins um 175 zurück. Und zwar hat sich die Zahl der männlichen Mitglieder im Berichtsjahr von 4940 auf 4774 und die Zahl der weiblichen Mitglieder von 365 auf 356 verringert. Ein Vergleich der Altersklassen mit denen des Vorjahres zeigt, daß von der Verringerung ausschließlich die jüngeren Altersklassen betroffen wurden, während die Klassen der reiferen Jahre noch einen Zuwachs erfahren haben. Mitglieder unter 20 Jahren zählt der Verein nur 19(gegenüber 47 im Vorjahre), männliche Mitglieder von 20 bis 25 Jahren 370(533 im Vorjahre); 26 bis 30 Jahre zählen 1063(1127) und 31 bis 85 Jahre 1177(1136) Mitglieder. Die übrigen Mitglieder— von den insgesamt „— vn ven 191/8*)„„ 4774— haven ein Alter von 30 bis uver 70 Jahren(uver bo Jahre nur 11 und über 70 nur 3 Mitglieder!])— Der Kassen bericht zeigt eine Reduzierung der Einnahmen gegenüber 1907/08 um 6869,62 Mark, die Gesamteinnahmen betrugen 23 577,60 Mark und die Gesamtausgaben 23 306,77 Mark. Der Wahlfonds verzeichnet eine Gesamteinnahme von 2478,29 Mark; bei Beginn des Geschäftsjahres wurden 3965,53 Mark Kassenbestand übernommen, so daß insgesamt der Wahlfonds eine Stärke von 6443,82 Mark hat. Diesem steht eine Ausgabe von 892,06 Mark gegenüber. Das gesamte Parteivermögen beträgt 20 053.18 Mark. „Charles!“ rief sie, und ihre Hände faßten das Herz, das seine Bande zu sprengen drohte,„Charles!“ und weinend, lachend stürzte sie an die Brust des Mannes und barg ihr Antlitz an dem teuren Herzen. Minutenlang hielt sie der umfaßt. Sein Gesicht war totenbleich geworden, aber er rührte und regte sich nicht,und nur seine Lippen ruhten auf dem lieben Haupte. Da endlich richtete sich die Frau langsam wieder empor; die Arme, die sie umschlossen gehalten, ließen sie frei. Sie wandte sich ab und sank, wo sie gestanden, betend in die Knie, das jetzt glühend heiße Antlitz mit den Händen deckend. Und neben ihr kniete, sie umschlingend, Manuela. Regungslos stand der Fremde neben den beiden Frauen; er wagte kaum zu atmen, und nur das Rauschen der hohen Baumwipfel unterbrach die feierliche Stille. „Jenny, meine arme, arme Jenny,“ hauchte Manuela ihr ins Ohr,„fasse dich!“ „Es ist vorbei,“ sagte leise die Frau, indem sie sich langsam vom Boden erhob—„fürchte nicht für mich, Manuela, ich kenne meine Pflicht!“ und wie umgewandelt war sie, als sie jetzt aufs neue dem früher ach, so heiß Geliebten entgegentrat. „Mr. Golway,“ sagte sie mit fester, nur noch wenig zitternder Stimme,„es ware besser für uns beide gewesen, hatten Sie uns dieses Wiedersehen erspart. Oh, warum sind Sie uns gefolgt!“ „Gefolgt?“ rief aber jetzt mit bitterer Wehmut im Ton der junge Mann,„gefolgt?“ setzte er langsamer hinzu.„Als ich in Chile angekommen die Schreckenskunde hörte, die alle meine Hoffnungen zertrümmerte, wurde mir von Ihren Eltern die Nachricht, daß Sie mit Ihrem Gatten nach Australien gegangen wären. In Chile litt es mich nicht länger, und willkommen war mir da die wilde Aufregung, in der alles in tollster Hast diesem fast fabelhaften Eldorado entgegenstrebte. Hier konnte ich nicht erwarten, Sie zu finden, und keine Ahnung hatte ich davon, daß Mr. Hetson sich hierher gewandt.“ „Ich dachte es mir, flüsterte Jenny leise vor sich hin— oh, hatte Hetson meinen Rat befolgt!“ „Fürchten Sie nicht, Mrs. Hetson,“ sagte der junge Mann, daß ich Ihren Weg je wieder kreuzen werde. Das nächste Schiff, das Kalifornien verläßt, soll mich hinweg von dieser Küste führen. Ich wäre der letzte, der Ihren Frieden, Ihre Ruhe stören möchte. Zürnen Sie mir aber auch nicht, wenn ich trotzdem dem Schicksal danke, uns noch einmal zusammengeführt zu haben. Ich füge mich dem Unabanderlichen, aber ich nehme doch auch die Ueberzeugung fort mit mir, daß Sie, wie wohl, wie glücklich Sie sich jetzt auch fühlen mogen, mich doch nicht ganz vergessen haben und mir in Zukunft, wenn auch nicht mehr Ihre Liebe, doch Ihre Achtung, Ihre Freundschaft, bepahre werden. Die See war von je meine Heimat, inn All sie aufgeben wollen, Gott hat es anders gefügt, und der See gehör' ich von jetzt an wieder zu eigen. Die Frau erwiderte ihm nichts, es war, als ob sie reden wollte, aber sie vermochte es nicht; sie brauchte ihre ganze Kraft, gegen das Gefühl anzukämpfen, das wieder und wieder auszubrechen drohte. Stumm und schweigend, die Hände gefaltet, der Blick in tiefer Wehmut auf den ernsten Zugen des Mannes haftend, stand sie vor ihm.(Fortsetzung folgt.) Kleines Toniurion. ktg. Fieberhafte Erkrankungen und das Blut. Es ist bekannt, daß sich im Zentralnervensystem ein Zentrum befindet, dem die Aufgabe zufällt, die Wärme des menschlichen Korpers zu regulieren. Dieses Zentrum kann in der verschiedensten Weise beeinflußt werden, vor allem durch giftige Reize, die bei fieberhaften Erkrankungen sehr häufig durch die giftigen Stoffwechselprodukte der Bakterien ausgelöst werden. Weiter aber wird das Gleichgewicht des Wärmeregulierungszentrums auch durch chemische, ja sogar durch psychische oder Nervenreize gestört, was dann ebenfalls eine Temperaturerhöhung nach sich zieht. In der„Zeitschrift für klinische Medizin“ hat Dr. Kirälyfi den Einfluß der Bakterien bei fieberhaften Krankheiten untersucht. Er hat dabei gefunden, daß es sich bei den meisten akuten Infektionskrankheiten eigentlich nicht nur um die durch die krankheitserregenden Mikroorganismen hervorgerufenen und um die lokale Organveränderung handelt, sondern in der Mehrzahl der Fälle entsteht durch auf die gesamten Gewebe sich erstreckende Verbreitung der krankheitserregenden Keime eine Infektion des ganzen Organismus. Der jeweilig erkrankte Teil, wie z. B. bei der Lungenenrzündung die Lunge, oder beim Typhus der Darm, stellt nur die Stelle dar, wo die stärkste Lokalisation oder der Hauptangriffspunkt der gesamten Infektion stattfindet. Indes handelt es sich nicht nur um das Kreisen der Bakterien im Blute, sondern ganz besonders auch um den Grad der Giftwirkung, der Toxizität oder der Virulenz, woraus ein mehr oder weniger hohes Fieber bei Infektionskrankheiten zu beurteilen ist. ag. Mittel gegen die Kindersterblichkeit. In Newyork hat sich eine„Gesellschaft zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Armen“ gebildet, die einen ziemlich großen Einfluß auf die öffentlichen gesundheitlichen Anstalten gewonnen hat. Von besonderem Interesse sind nach Dr. Simon die angewandten Mittel, die in drei große Haupttruppen eingeteilt werden können. 1. Im Sommer handelt es sich um Herstellung von Freiluftlagern, Uferspitälern oder schwimmenden Spitälern für Mütter und Kinder, um diese aus der verderblichen Hitze, wie sie in den kleinen Stadtwohnungen herrscht, wegnzubringen. In diesen Anstalten wird gleichzeitig eine Anleitung zur Kinderpflege gegeben, was von großem Wert ist. 2. Da die Milch unter allen Umständen eine große Rolle mitspielt, so stellt man seitens der städtischen Laboratorien Milchzeugnisse aus, die für einen Tag giltig und am gleichen Tage widerrufbar sind. Die betreffende Milch muß von tuberkulinisierten Kühen stammen, darf nur ein Maximum von 30000 Bakterien auf ein Kubikzentimeter haben, der Verkauf hat in geschlossenen, auf Eis gestellten Flaschen höchstens 36 Stunden nach dem Melken stattzufinden. Von Wichtigkeit ist ferner, daß Abfüllen und Verschließen der Flaschen auf dem Bauernhofe, nicht in der Stadt geschehen müssen und sich auf jeder Flasche eine Bezeichnung der Quelle, des Datums und der Zeitangabe des Melkens zu befinden hat. Eine große Wichtigkeit kann man dann noch der Einrichtung zuschieben, daß die Neugeborenen häufig durch besonders unterrichtete Krankenpflegerinnen besucht werden und die Mutter selbst während der Schwangerschaft überwacht wird. Dadurch ist erreicht, daß im Verlaufe von 10 Jahren die Kindersterblichkeit um ein Drittel abgenommen hat und bei den Ueberwachten von 17,1 auf 4,7 Prozent gefallen ist. Eine Pflegerin, die hundert Wöchnerinnen besucht, würde demnach nach Simon ungefähr 12 Menschenleben retten. *„* Einbruchsicheres Fensterglas. Die„Pforzheimer Bijouterie. zeitung“ schreibt: Für Ladengeschäftsinhaber, insbesondere aber für Juweliere und Uhrengeschäfte ist es von ganz besonderem Interesse, daß es jetzt ein Glas gibt, das angeblich diebessicher ist. Der amerikanische Konsul in Reims, William Bardel, hat darüber nach Hause berichtet. Nach seiner Angabe wird das Glas in St. Gobain(Frankreich) fabriziert, und der Fabrikant hat dem Konsul folgende Mitteilung gemacht:„Eine ganz besonders frech ausgeführte Beraubung eines Juwelie:= ladens in Marseille gab die Veranlassung zu Versuchen, die darauf hinausliefen, unser extrastarkes, poliertes Fensterglas so auszubilden, daß es eine größere Sicherheit gegen Diebstahl gewähren sollte. Gewöhnliches Glas, wie es zu Schaufenstern verwendet wird, wurde mit einem Holzhammer, der mit Metall bekleidet war, durch einen einzigen Schlag zertrummert, während Schläge von derselben Kraft, die auf unser Glas„dalle polie geführt wurden, ohne jedes Resultat blieben. Darauf wurde ein großes Stuck Gußeisen mit aller Kraft gegen das Fenster geschleudert, was zur Folge hatte, daß in der Platte ein kleines, mehrere Zentimeter messendes Loch entstand, weiterer Schaden aber auch nicht angerichtet wurde. Auf dieselbe Scheibe wurden dann mehrere Schusse aus einem Revolver abgegeben, den man mit Stahlgußkugeln geladen hatte; hierdurch wurde die Scheibe nicht zerschmettert, die Kugeln drangen nicht einmal durch das Glas hindurch, sondern sie hinterließen nur Eindrücke von einigen Millimeter Tiefe.“ Ein internationale keier, die am Sonntag beiterkongresses vor 3000 Arbeiter und G einen Demonstrations geg ber stplatze im großen Nteur Frei begrußte lich in eindrugsooller maligen und der heu Schlusse zu kommen, wir aus der Geschich unerschütterliche Uebe arbeitenden Volkes se wies auf die uns noc Genosse Dr. RennerWerdegang der prolet Bild der gegenwärt Europas und in Asien gewaltige Umwälzung mischen Beifall. Ge turnerische Produktio vergeßliche Feier ein. a. k. Der 9. Pa der am 5. September wurde, vereinte 500 (davon 20 in Böhme Nieder- und Oberöster vertreten. Die Zahl um die Hälfte hoher. 57108 abgehalten, 78 wurden in dieser Ze Kronen ausgesprochen Tageblätter. 270 K Begrüßungen spre slowakischen, deutschAbg. Beer erklärte ne e es ker steigern sucht, legen n „cutschen und die tich licher Treue und Waf Slowene Kristan sagt Slowenen zu Tschech zialdemokraten gekon Volk und wünscht die Entwicklung. Aber die mit der national baren hinwegtäuscher Völker kann nur de seir Der Parteitag na Schließung der tschec heißt darin:„Der 9 schiedenheit jede Ver Riederböhmen S#rrrbohmen, Nied Minoritaten in Pra gleichen Schutz und ohne Unterschied de kundgebungen für d Revolution angenom rüstung des Parteitag Volkes angesichts de werden, ausgedrückt Zur Verschmelzu: der von den Verband hilfsarbeiterverbande stände beider Verbär entwurf. Die neue „Deutscher Bauarbei im Hoch- und Tiefl besondere sind aufna arbeiter, auch alle Maurergewerbes(B Beton= und Kunst Terazzo= und Mosai arbeiter, Einschaler, der Ausschachtung vo schäftigten Arbeiter. Die Mitgliedscha zu diesem Statuter schmelzungsfrage St zunehmen. Die Ab vorstände einzusende jahr 1910 halten da demselben Orte eine erneut Stellung zu die beiden Verband meinsamen Verbank wird der 1. Januar Die Arbeiter=Au Offenbach a. M. end meinde- und Staat mitglieder und 4 Er Feenstrit, Ki. Auflösung Verhandlungen hat offizielle Firma des zum 15. Oktober d. wenn man annimm ist. Der Antrag, zu schreiten, ist fast einer Verständigung haben innerhalb de standen, eine am kurzlich mit, daß ih nisse im Messingsyn zur Auflösung ist n teilnehmer; zu erb. preises, der die a naturgemäß auch d. lich stark beeinfluß Preisbestimmungen genug entsprechend kats stehenden Wer außerordentlich wir Außenseitern schein zu sein, sie haben über den Anschluß Höhe von den S wird. Die Mitteili nung gut unterricht außer Kraft gesetzt! die Hand zu einem Auflösung zunächst die Androhung eine noch nicht angehöre teiligungsforderung singwerke läßt wei einer Einigung an diesen zur Schau g ist mit einer defin doch nach einer kur für den Fall, daß neuerung gewiß seit tion vor, die dem ruse Freiheit und wahrje vollste Sympathie den Versuch der engwelche Verträge ablk zu befragen, ganz lische Volk gegen den otestiert ferner gegen e englische Regierung, sen seine Untertanen der organisierten Arng für die Einladung protestiert gegen" bis ber eine heiße DisAbstimmung verlangt gegen 1039 000 Stimakzeptiert.— Vor rotestresolution gegen gegen politische Geucklegung und erneute ten. rtet im„Vorwärts“: eit, als Bernstein in einen Brief an Las besitze ich nicht und nicht erinnerlich. Ich iche er abgefaßt war. pten, daß es mir nie he sich im Auslande nur die leiseste Andenn ich erfuhr von and ausgespielt habe, en. Aber in welchem er Bernstein sprechen mir am 20. Januar z Bernstein nicht der er Versammlung sei, Genosse nach Paris spreche. Das ist es Aushungerung verihten. ort auf diesen Brief jemand aus Deutschinnen. Das sei aber empfindet man kein iter zu meiner Rechtich, daß es ebenso unindmarkung der VerPrivatbriefe, die er schichte er nicht kennt, leichtfertig unseren x Genoisen, ja seiner die Verfahren gibt es 17. geschäftlichen Leitung des Arbeitertona; Ottensen und ewählt worden. soeben erschienenen chen Vereins für m letzten Berichtsjahr tglieder zahl des h die Zahl der männ940 auf 4774 und die if 356 verringert. Ein Vorjahres zeigt, daß jüngeren Altersklassen r reiferen Jahre noch der unter 20 Jahren Vorjahre), männliche im Vorjahre); 26 bis 85 Jahre 1177(1136) - von den insgesamt e 70 Jahren(über 66 er!)— Der KassenEinnahmen gegenüber teinnahmen betrugen 23 306,77 Mark. Der ne von 2478,29 Mark; 3965,53 Mark Kassender Wahlfonds eine teht eine Ausgabe von arteivermögen beträgt zur Kinderpflege gedie Milch unter allen stellt man seitens der 1s, die für einen Tag sind. Die betreffende n stammen, darf nur f ein Kubikzentimeter Eis gestellten Flaschen stattzufinden. Von und Verschließen der der Stadt geschehen ezeichnung der Quelle, lkens zu befinden hat. noch der Einrichtung durch besonders unterden und die Mutter wacht wird. Dadurch ihren die Kindersterbund bei den Uebernist. Eine Pflegerin, de demnach nach Dr. forzheimer Bijouterie. ber, insbesondere aber von ganz besonderem angeblich diebessicher ms, William Bardel, h seiner Angabe wird abriziert, und der Faeilung gemacht:„Eine bung eines Juwelie:= ung zu Versuchen, die poliertes Fensterglas zerheit gegen Diebstahl ie es zu Schaufenstern immer, der mit Metall zertrummert, während er Glas„dalle polie“ ieben. Darauf wurde raft gegen das Fenster der Platte ein kleines, land, weiterer Schaden ieselbe Scheibe wurden er abgegeben, den man urch wurde die Scheibe nicht einmal durch das en nur Eindrücke von Ein internationales Jubiläum. Die 40jährige Erinnerungskeier, die am Sonntag in Basel zu Ehren des Internationalen Loeiterkongresses von 1869 abgehalten wurde, vereinigte zirka 3000 Arbeiter und Genossen, die trotz des stromenden Regens einen Demonstrationszug durch die Straßen der Stadt ausführten und sich sodann bei etwas gebessertem Wetter auf dem Festplatze im großen Kasernenhofe versammelten. Genosse Redakteur Frei begrußte die Versammlung, worauf Genosse Greulich in eindrucksooller Festrede einen Vergleich zwischen der damaligen und der heutigen Arbeiterbewegung zog, um zu dem Schlusse zu kommen, daß der Sozialismus marschiert und daß wir aus der Geschichte der proletarischen Klassenbewegung die unerschütterliche Ueberzeugung von dem endlichen Siege des arbeitenden Volkes schopfen konnen. Genosse Dr. Adler=Wien wies auf die uns noch bevorstehenden Kämpfe der Zukunft hin. Genosse Dr. Renner=Wien schilderte in markanten Zügen den Werdegang der proletarischen Klassenbewegung und zeichnete ein Bild der gegenwärtigen revolutionären Vorgänge im Osten Europas und in Asien, wo sich, wie vor 100 Jahren in Europa, gewaltige Umwälzungen vollziehen. Alle Reden fanden stürmischen Beifall. Gesangliche und musikalische Vorträge sowie turnerische Produktionen rahmten in würdiger Weise die unvergeßliche Feier ein. a. k. Der 9. Parteitag der tschechischen Sozialdemokratie, der am 5. September in dem Prager Vorort Smichow eröffnet wurde, vereinte 500 Delegierte, die 28 Kreisorganisationen davon 20 in Böhmen, 4 in Mähren, 2 in Schlesien, je 1 in Nieder- und Oberösterreich) mit rd. 120 000 zahlenden Mitgliedern vertreten. Die Zahl der ausgegebenen Parteilegitimationen ist um die Hälfte hoher. Versammlungen wurden in 34 Monaten 57108 abgehalten, 783 aufgelöst oder verboten. An Strafen wurden in dieser Zeit 12 Jahre, 8 Monate Kerker und 6293 Kronen ausgesprochen. Es erscheinen 26 Zeitungen, davon drei Tageblätter. 270 Konfiskationen erfolgten. Begrüßungen sprachen aus die Vertreter der bulgarischen, slowakischen, deutsch=österreichischen und slowenischen Partei. Abg. Beer erklärte namens der deutschen Organisation:„Gerade jetzt, wo man die nationalen Leidenschaften bis zur Siedehitze zu steigern sucht, legen wir Gewicht darauf, zu konstatieren, daß die deutschen und die tschechischen Sozialdemokraten in unverbrüchlicher Treue und Waffenbrüderschaft zueinanderstehen. Und der Slowene Kristan sagte:„Wir sind hier nicht in erster Reihe als Slowenen zu Tschechen, sondern als Sozialdemokraten zu Sozialdemokraten gekommen. Gewiß, liebt jeder von uns sein Volk und wünscht die reichsten Bedingungen für seine kulturelle Entwicklung. Aber wir haben nichts Gemeinsames mit jenen, die mit der nationalen Phrase über ihr arbeiterfeindliches Gebaren hinwegtäuschen möchten. Die wirkliche Befreiung der Völker kann nur das internationale Werk des Proletariats sein. Der Parteitag nahm eine scharfe Protestresolution gegen die Schließung der tschechischen Schulen in Niederösterreich an. Es heißt darin:„Der Parteitag verurteilt mit der größten Entschiedenheit jede Vergewaltigung einer nationalen Minorität, Biesepbzhmen di tschechischen Minoritäten in „##verpohmen, Niederösterreich usw., oder um die deutschen Minoritaten in Prag und Laibach... handelt, und verlangt gleichen Schutz und die vollen staatsbürgerlichen Rechte für sie ohne Unterschied der Nation. Ferner wurden Sympathiekundgebungen für die schwedischen Arbeiter und die spanische Revolution angenommen und„das Entsetzen und die Entrüstung des Parteitages, daß nun die besten Sohne des spanischen Volkes angesichts des ganzen zivilisierten Europas gemordet werden, ausgedrückt. in der Hochkonjunktur von seinen Abnehmern die schärfsten Klagen erhoben worden, deren Berechtigung sich daraus ergibt, daß das Oesterreichische Messingsyndikat die deutschen Preise unterbieten konnte. Gerich Gewerkschaftsbewegung. Zur Verschmelzung der Bauarbeiter=Verbände. Auf Grund der von den Verbandstagen des Maurerverbandes und des Bauhilfsarbeiterverbandes gefaßten Beschlüsse unterbreiten die Vorstände beider Verbände den Mitgliedern einen neuen Statutenentwurf. Die neue gemeinsame Organisation soll den Namen: „Deutscher Bauarbeiterverband“ führen. Mitglieder können alle im Hoch- und Tiefbau beschäftigten Arbeiter werden. Insbesondere sind aufnahmeberechtigt alle Maurer und deren Hilfsarbeiter, auch alle Angehörigen der Spezialbranchen des Maurergewerbes(Backofenbauer, Kessel- und Schornsteinmaurer, Beton= und Kunststeinarbeiter, Fliesenleger und Ansetzer, Terazzo= und Mosaikarbeiter, Putzer aller Art), ferner alle Erdarbeiter, Einschaler, Abbrucharbeiter, Gerüstbauer und die bei der Ausschachtung von Baugruben und an den Pfahlrammen beschäftigten Arbeiter. Die Mitgliedschaften beider Verbände werden aufgefordert, zu diesem Statutenentwurf, sowie überhaupt zu der Verschmelzungsfrage Stellung zu nehmen, und Abstimmungen vorzunehmen. Die Abstimmungsresultate sind an die Verbandsvorstände einzusenden, die sie veröffentlichen werden. Im Frühjahr 1910 halten dann beide Verbande zu gleicher Zeit und an demselben Orte einen Verbandstag ab, um zu der Verschmelzung erneut Stellung zu nehmen. Wird sie beschlossen, dann treten die beiden Verbandstage zusammen und konstituieren den gemeinsamen Verband. Als Termin für den Zusammenschluß wird der 1. Januar 1911 in Aussicht genommen. Die Arbeiter=Ausschußwahlen für die städtischen Betriebe in Offenbach a. M. endeten mit dem Siege der Kandidaten des Gemeinde- und Staatsverbandes. Gewählt wurden 7 Ausschußmitglieder und 4 Ersatzmänner; sämtlich organisierte. ** Bielefeld, 8. Sept. Ferien=Strafkammer. Der vielfach wegen Bettelns vorbestrafte Arbeiter Wilhelm Sädbrack von Spenge, jetzt wieder in Untersuchungshaft und außerdem noch gesucht, war beschuldigt, am 3. Juli d. J. in Ummeln gebettelt und dem Arbeiter Dreesrüse eine Uhr, einen Hut und ein Paar Schuhe gestohlen zu haben. Das hiesige Schöffengericht hatte ihn in beiden Punkten für überführt erachtet und ihn wegen Diebstahls zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt, welche Strafe durch Anrechnung der Untersuchungshaft verbüßt ist. Wegen des Bettelns wurde er zu 4 Wochen Haft verurteilt und der Landespolizeibehörde überwiesen. Gegen dieses Urteil hatte Sudbrack Berufung eingelegt. Die Strafkammer hielt heute den Diebstahl nicht für erwiesen, hob das erste Urteil auf und sprach den Angeklagten von der Anklage des Diebstahls frei. Die Strafe bezüglich des Bettelns wurde jedoch aufrecht erhalten, nur wurde von einer Ueberweisung Abstand genommen. Der wegen Fahrraddiebstahls schon vorbestrafte Schuhmacher Johann John aus Neuendorf in Westpreußen hatte auf seinem Wanderzuge auch Gütersloh berührt und dort am 21. Juli d. einem Arzte ein Fahrrad gestohlen. Der Gerichtshof erkannte gegen den Dieb im wiederholten Rückfalle auf 6 Monate GeDer 14 Jahre alte Knecht Karl Korfsmeyer von Minden war zu Anfang d. J. bei dem Kolon Homeyer in Neesen in Dienst gegeben worden. Dem Jungen hat es aber dort von Anfang an nicht gefallen. Einmal ist er seiner Herrschaft entlaufen, aber von dem Vater wieder zugebracht worden. Am 16. April nun hat sich der Junge in dem Schuppen zu schaffen gemacht, als auch schon das in demselben lagernde Heu und Stroh in Feuer stand. Glücklicherweise konnte das Feuer, welches rechtzeitig entdeckt wurde, noch im Keime erstickt werden. Der Gerichtshof kam heute zu der Ueberzeugung, daß der Knabe der Brandstifter gewesen sei, und verurteilte ihn wegen versuchter Brandstiftung zu 3 Monaten Gefängnis. Es ist somit dem 14jährigen Jugen Gelegenheit gegeben, sich weiter zum Verbrecher auszubilden. Der 25 Jahre alte Arbeiter Gustav Casselmann zu Minden war vom Schöffengericht zu Minden wegen Diebstahls zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt worden und hatte, seine Unschuld beteuernd, Berusung eingelegt. Nach der Anklage soll er dem Arbeiter Busse zu Minden eine Taschenuhr gestohlen haben. Die heutige Beweisaufnahme hielt den Angeklagten für nicht überführt, hob das erste Urteil auf und sprach den Angeklagten frei. Mntlitärische s. Ein Soldatenschinder. Sergeant Karl Georg Abeck von der 6. Kompagnie des Füsilier=Regiments Nr. 39 in Düsseldorf war am 16. August wegen fortgesetzter Mißhandlungen Untergebener zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Wir haben damals ausführlich darüber berichtet. Wegen der geringen Strafe, und weil nicht auf Degradation erkannt worden war, hatte der Anklagevertreter Revision eingelegt, so daß sich am Dienstag das Oberkriegsgericht Münster mit der Sache zu befassen hatte. Dieses erkannte nunmehr gegen Abeck auf neun Monate Gefängnis und Degradation. Industrie, Handel und Verkehr. Ki. Auflösung des Messingsyndikats? Nach mehrtägigen Verhandlungen hat der Verband deutscher Messingwerke, wie die offizielle Firma des Messingsyndikats lautet, seine Auflösung zum 15. Oktober d. J. beschlossen. Man wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß dieser Beschluß nicht unwiderruflich ist. Der Antrag, zu einer sofortigen Auflösung des Syndikats zu schreiten, ist fast einstimmig abgelehnt worden, der Weg zu einer Verständigung soll fernerhinsoffen gehalten werden. Zwar haben innerhalb des Syndikats verschiedentlich Differenzen bestanden, eine am Syndikat beteiligte Aktiengesellschaft teilte kürzlich mit, daß ihre Umsätze wesentlich infolge„der Verhältnisse im Messingsyndikat" zurückgegangen seien, doch der Grund zur Auflösung ist nicht in Gegensatzen zwischen den Syndikatsteilnehmer: zu erblicken. Der panikartige Sturz des Kupferpreises, der die amerikanische Wirtschaftskrise einleitete, hat naturgemäß auch die Preisgestaltung fur Messing außerordentlich stark beeinflußt. Das Messingsyndikat hat jedoch seine Preisbestimmungen dem Rückgang des Kupferpreises nicht zeitig genug entsprechend angepaßt, so daß die außerhalb des Syndikats stehenden Werke dem Verkaufskontor des Syndikats eine außerordentlich wirksame Konkurrenz bereiten konnten. Den Außenseitern scheint die Poliik des Syndikats gut bekommen zu sein, sie haben in den mit ihnen geführten Verhandlungen über den Anschluß an das Syndikat Forderungen gestellt, deren Höhe von den Syndikatswerken als unannehmbar bezeichnet wird. Die Mitteilung eines Berliner Blattes, daß nach Meinung gut unterrichteter Stellen der Auflösungsbeschluß vielleicht außer Kraft gesetzt werden könnte, falls die außenstehenden Werke die Hand zu einem Kompromiß reichen sollten, beweist, daß die Auflosung zunächst in der Hauptsache beschlossen wurde, um durch die Androhung eines schweren Preiskampfes die dem Syndikat noch nicht angehörenden Werke zu einer Ermäßigung ihrer Beteiligungsforderungen zu veranlassen. Der Verband der Messingwerke läßt weiter berichten, daß er keinerlei Schritte zu einer Linigung anbahnen wird, aber in der Praxis wird er diesen zur Schau getragenen Stolz nicht betätigen. Immerhin ist mit einer definitiven Auflösung des Syndikats zu rechnen; doch nach einer kurzer Zeit heftiger Preisunterbietungen dürfte für den Fall, daß das Syndikat in die Brüche geht, seine Erneuerung gewiß sein. Gegen die Preispolitik des Syndikats sind Vermischtes. Zu dem agrarischen Mord werden uns aus Stettin die gemeldeten Tatsachen ausdrücklich bestatigt. Der eine der verwundeten Knechte, der in den Hals geschossen war, ist nun auch seinen Verletzungen erlegen. Schiffsunglück. Kiel, 9. Sept. Der dänische Raddampfer „Skirner" überannte heute morgen um 4 Uhr in der Außenförde bei Kitzeberg das Boot des Fischers Hambolk aus Kiel. Das Fahrzeug ist sofort gesunken. Die Rettung der Besatzung gestaltete sich überaus schwierig, da ein Mann in den Radkasten des Dampfers geraten war und schwer verwundet wurde. Ein Eisenbahndieb gefaßt. Berlin, 9. Sept. Der aus Dresden gebürtige 40jährige Kellner Leopold Möller wurde heute von der hiesigen Kriminalpolizei auf frischer Tat dabei ertappt, als er mit einem aus dem zur Abfahrt nach Stuttgart bereitstehenden D=Zug gestohlenen eleganten Ueberzieher und zwei fast neuen Reisehandtaschen das Weite suchen wollte. Ein Kriminalbeamter folgte ihm nach seiner Wohnung, nahm ihn, als er das Haus betreten wollte, fest und brachte ihn mit den gestohlenen Sachen nach dem Polizeipräsidium. Möller gestand, den Ueberzieher aus einem Abteil 1. Klasse und die beiden Handkoffer aus der 2. Wagenklasse gestohlen zu haben. Bei dem Verhafteten wurden mehrere Gepäckscheine für Koffer und Handtaschen vorgefunden, die auf den Potsdamer und Anhalter Bahnhöfen seit dem 30. August lagerten. Diese Sachen wurden beschlagnahmt. Ferner hat sich herausgestellt, daß Möller bereits wegen Diebstahls steckbrieflich verfolgt wird; er wird beschuldigt, eine große Anzahl von Diebstählen auf den Berliner und Dresdener Bahnhöfen ausgeführt zu haben. Ein Mädchen überfallen. Wiesbaden, 9. Sept. In einem Haute der Wörthstraße ist an einem jungen Mädchen ein Sittlichkeitsverbrechen verübt worden. Es wurde ihm von hinten ein mit einer betäubenden Flüssigkeit besprengtes Taschentuch vor den Mund gehalten, worauf es in Ohnmacht fiel. Der unbekannte Täter stahl seinem Opfer das Portemonnaie aus der Kleidertasche und entfloh. 30 Mann vom Hitzschlag getroffen. Würzburg, 9. Sept. Beim Rückmarsch vom Manoverfelde wurden heute nachmittag etwa 30 Mann vom 14. Infanterieregiment vom Hitzschlag betroffen. Drei Schwererkrankte wurden in das hiesige Garnison lazarett, die übrigen mittels Wagens in ihre Quartiere gebracht. Die Truppen waren seit heute morgen, etwa 9 Stunden, auf dem Marsch. Prügelei bei einer Hochzeit. Danzig, 9. Sept. Bei einer Hochzeit in Gremblin(Westpreußen) brach unter den Gästen eine Schlägerei aus, bei der der Vater der Braut, ein Arbeiter Myslinski, und der Vater des Bräutigams, namens Liß, schwere Verletzungen erlitten. Myslinski ist bereits gestorben, während an dem Aufkommen des Liß gezweifelt wird. Von der Cholera. Haag, 9. Sept. In der Woche vom 1. bis 7. September sind in neun holländischen Gemeinden 24 Cholerafälle vorgekommen. Erdstöße. Rom, 9. Sept. In der letzten Nacht wurden in Siena zwei neue Erdstöße wahrgenommen. Ein Teil der Bevölkerung kampiert unter freiem Himmel. Wie Pater Maccioni, der Direktor der Sternwarte von Siena, erklärt, seien die letzten Erdstöße Folgeerscheinungen des Erdbebens vom 26. August; es seien weitere Erdstöße in derselben Richtung zu erwarten. Zusammenstoß von Straßenbahnwagen. Wien, 9. Sept. Auf der Strecke der Straßenbahn, die von Wien nach dem niederösterreichischen Landflecken Moedling führt, kam es heute morgen zu einem Zusammenstoß, bei dem 20 Personen, darunter mehrere schwer, verletzt wurden. Entwendete Wertbriefe. Genf, 9. Sept. Gestern wurden hier aus einem auf einer Straße haltenden Postwagen in dem Augenblick, als der Transporteur in ein Haus getreten war, um dort Pakete abzuliefern, vier Wertsendungen gestohlen. Eine dieser Sendungen enthielt 150 000 Frank, welche an die Schweizer Bundesbank adressiert waren. Der Täter ist unerkannt entkommen: eine Spur ist von ihm noch nicht gefunden worden. Abgestürzt. St. Gallen, 9. Sept. Am Röslenfuerst bei Säntis ist ein junger Tourist aus Speicher abgestürzt und tot geblieben. Die Leiche wurde später geborgen. Opfer der Flammen. Berlin, 9. Sept. Ein schreckliches Brandunglück hat sich heute morgen in der Alten Jakobstraße zugetragen. Die dort wohnhafte 30 Jahre alte Frau Pauline Usna hatte beim Feueranzünden eine Flasche Spiritus benutzt, die explodierte. In wenigen Sekunden stand die Frau in Flammen. Sie hat am ganzen Körper so schwere Brandwunden erlitten, daß sie in völlig hoffnungslosem Zustande in ein Krankenhaus gebracht GGleiwitz, 9. Sept. In Abwesenheit der Mutter hantierte das 4jährige Tochterchen eines Bergmanns in Zabrze am Herdfeuer. Plotzlich fingen die Kleider des Kindes Feuer und hüllten es vollständig ein. Die zurückkehrende Mutter fand nur noch eine gräßlich verbrannte Leiche vor. Müncken, 9. Sept. Im Weiler Oberwald bei Freiburg in Oberbayern ist der Bauer Hermann Neureuther, der auf dem Heuboden eines neu angekauften Anwesens diesem verbrannt. Das Feuer entstand wahrscheinlich durch eigene Unvorsichtigkeit des Verunglückten. Von der Luftschiffahrt. Friedrichshafen 9. Sept. Bei dem gestrigen kurzen Aufstieg des„Z. 3“ handelte es sich um einen Versuch mit drahtloser Telegraphie im Luftschiff. Es handelte sich darum, ob gefährliche Funkenbildungen beim Absenden von Funken eintreten und ob eine Verständigung durch tönende Funken bei dem Lärm der Luftschrauben möglich ist. Es wurde deshalb nur über eine kurze Strecke des Sees depeschiert. Das Luftschiff stieg ziemlich hoch, aus etwa 600 bis 700 Meter. Von Wasserburg wurde danach nach der Halle über eine Entfernung von etwa 20 Kilometer gesprochen; die Verständigung durch die tönenden Funken gelang gut. und bedenkliche Nebenerscheinungen waren in keiner Weise zu konstatieren. Die Versuche werden fortgesetzt und nach dem Frankfurter Besuch des„Z. 3“ zu Ende geführt. Sie sind wertvoll mit Hinsicht auf die militarische Verwendbarkeit des Luftschiffs und auf die Möglichkeit einer steten Verbindung zwischen Luftschiff und meteorologischer Station. Berlin, 9. Sept. Auf dem Tempelhofer Felde hatte sich heute wieder eine große Menschenmenge eingefunden, um den Flügen des Aviatikers Orville Wright beizuwohnen. Erst kurz nach 6 Uhr erhob sich der Aeroplan, in dem neben Wright ein Passagier Platz genommen hatte, zu einem etwa 12 Minuten dauernden Flug, wobei er in geringer Höste das Feld umkreiste. Anscheinend wegen eines Defekts mußte Wright vorzeitig landen. Nach 20 Minuten stieg er nochmals allein auf, aver auch der zweite Flug währte nur 10 Minuten und war wie der erste, ein Mißerfolg. Die nach vielen Tausenden zählenden Zuschauer verließen enttäuscht das Flugfeld. Der Kampf um den Nordpol. * N e w y o r k, 9. S e p t. F r a u D r. C o v k, w e l c h e g e s t e r n a b e n d in Brooklyn eingetroffen ist, versichert, daß ihr Gatte unanfechtbare Beweise seiner Nordpolentdeckung besitze, und daß nach seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten jeder Zweifel über die Entdeckung gehoben werden würde. London, 9. Sept. Aus Canada wird gemeldet, daß die Regierung den Anspruch der Vereinigten Staaten auf den Besitz des Nordpols ablehne und für britischen Besitz erkläre, da er an dem kanadischen Hinterland liege.„.„„„ 146 Kopenhagen, 9. Sept. Der danische Regierungsinspeltor in Nord-Grönland, Jensen, verteidigt Cook sehr energisch gegen die Angriffe Pearys, deren Berechtigung er durchaus bestreitet und deren Motivierung durchaus mangelhaft wäre. Dazu kommen Erklärungen Knud Rasmussens, daß er auf Grundlagen von Aussagen der Eskimos und seiner Kenntnis der Personlichkeit Cooks keinen Zweifel an der Korrektheit seines Berichts hege. Ferner erklärt der Inspektor, daß er unbedingtes Vertrauen zu Cook und seiner Rechenschaft habe. Peary über den gefährlichsten Augenblick seines Lebens. Peary hat selbst einmal in einer anschaulichen Schilderung über den gefährlichsten Augenblick seines Lebens berichtet. Natürlich spielt das Abenteuer auf der Suche nach dem Nordpol; aus den Einzelheiten folgt, daß es im Jahre 1895 war; der„Delineator“, in dem das Abenteuer Pearys erzählt wird, nennt das Jahr Die Expedition hatte sast alle Nahrungsmittel bereits aufgezehrt, und die meisten Hunde waren schon geschlachtet worden. „Das Gespenst des Hungers“, das sind die Worte Pearys,„zog näher und näher, und wir zogen einen eisigen Abhang hinunter, drei schwache, erschöpfte Männer und neun hungernde, ausgemergelte Hunde. Wir wußten, daß in einem Umkreise von 500 Meilen kein menschliches Wesen zu finden war und begannen den Marsch einen Eishang abwärts. Unser Kamerad Lee blieb zurück, ich und Matt Henson gingen mit halben Rationen für vier Tage auf unserem Schlitten vorwärts. Zwölf Stunden marschierten wir ununterbrochen, dann ging ich mit meinem Gewehr auf die Suche nach Fleisch. Aber ich Spur eines Moschusochsen, vielleicht hatte unsere Anwesenheit im Jahre 1892 sie verscheucht. Spät abends kehrte ich müde und ausgehungert zu Matt Hensen zurück— mit leeren Händen, und unsere gesamte Speise bestand in etwas Hundefutter: Walroßfleisch mit ranzigem Tran— aber es schmeckte köstlich. Als wir am Morgen wieder auf die Suche nach Moschusochsen gingen, schien das Gespenst des Verhungerns uns schon auf den Fersen Schließlich entdeckten wir beim Betreten eines Tales eine Spur, die aber so undeutlich war, daß sie schon sechs Monate alt sein konnte. Dann fanden wir jedoch die Spur eines diesjährigen Kalbes, und nun stieg unsere Hoffnung. Die Spuren mehrten sich, und jetzt hatten wir die Gewißheit. Die Hunde wurden an einen Felsen gebunden und ihre Schnauzen mit Riemen umwickelt, so daß sie weder bellen, noch sich losmachen konnten; dann eilten Matt und ich in das Tal, die Gewehre in der Hand, die Augen fest auf die Spuren geheftet. Wir erreichten die Stelle, wo die Tiere am Tage vorher geweidet hatten. Das ganze Tal wurde mit dem Fernglas abgesucht, aber umsonst. Auf einer schneefreien Stelle entdeckten wir zwei Schneehühner, und da wir in einer Gletscherregion waren, wo das flintenschußartige Krachen des Eises ununterbrochen tont, konnten wir die Schneehühner schießen, ohne befürchten zu müssen, die Moschusochsen auf uns aufmerksam zu machen. Matt nahm das eine Schneehuhn, ich das andere, und beide waren bald verschlungen. Endlich entdeckten wir in einem terrassenähnlichen Gelände eine Gruppe von schwarzen Punkten, die uns zeigten, daß wir am Ende unserer Suche angelangt waren. Die Herde war gefunden! Unter dem Winde kletierten wir dorthin, mußten uns aber vor Erschöpfung eine Weile hinter Steingeröll niederlegen, um neue Kräfte zu sammeln. Die Herde war kaum 200 Yards entfernt. Es waren 22 Stück, Bullen, Kühe und Kälber. Ein alter Bulle war als Wachtposten ausgestellt: Wir zitterten so vor Aufregung und waren von dem Glanz der Schneewuste so vor Aufregung und waren von dem Glanz der. o gevlendet, daß wir aus dieser Entfernung nicht schießzen Wir mußten also auf die Herde losrennen, auf die *„„ 4 J a m e 9 I I s w i r h i n t e r d e m( G e r a l * 0•— tonnten. Wir mußten also auf.... 8 Gefahr hin, daß sie uns enniame. als wir hinler dem Geron verborgen lagen und die schwarzen großen Moschusochsen beobachteten, waren diese für uns gar nicht Jagdwild. sondern nur Fleisch; wir waren nicht Jäger, sondern blutdürstige Wilde. Endlich sprangen wir vorwärts. Der alte Bulle wurde laut, schnaufte und stampfte mit den Hufen, und im Augenblick war die ganze Herde aufgesprungen und hatte die Hörner gegen uns. gekehrt. Hätte mein Atem zum Schreien gereicht, wahrlich, ich hätte vor Freude schreien mögen. Als wir noch 50 Yards entfernt waren, senkte der alte Bulle den Kopf noch tiefer: das war das Zeichen zum Angriff. Obne meinen Platz zu verlassen, hob ich mein Gewehr und zielte auf den Nacken, über den Hörnergrund hinweg. Von dieser Kugel hing unser Leben ab. Ging sie fehl, so griff die Herde uns an, und wir wären wie Eiskristalle unter der schwarzen Lawine von herandonnernden Tieren zerstampft worden! Das war der gefährlichste Augenblick meines Lebens.— Der Schuß traf abei, der Bulle sturzte im Feuer und unsere Gewehre machten blutige Arbeit in der Herde. Ein halbes Dutzend Moschusochsen töteten wir; dann füllten wir uns, wie Wilde, mit warmem, rohem Fleische.“ Hereins-Katrnort. Sonnabend. Arbeiter=Schachklub abends 8½ Uhr in„Stadt Bielefeld“. Verein„Geselligkeit“ 9 Uhr bei Wwe. Hellsinger, Schmiedestr. 9. Klub„Geselligkeit“ 9 Uhr bei Schneider, Kampstraße. Skatklub„Gut Glück“ 9 Uhr bei Schneider, Kampstraße. Stattlas„ont winn 8 uhrtinr Eyigirgg, ugmäsllger. Wnden. Arbeiter=Radfahrerverein„Vorwärts“ Skatklub„Gemutlichkeit“ 9 Uhr bei C. H. Apenbrink, Herforder### Centrathaue, Ritterstr. 18(Eingang Trockenhof) straße. Theaterklub„Olympia“ 8½ Uhr bei Witwe Kahl, Herforder Theaterklub„Thalia“ 8 Uhr bei Freudenau, Heeperstraße, dfahrerverein„Dornberg“ 9 Uhr bei Wirt Bökenkamp, Babenhausen. Turn=Verein„Jahn“, Dornberg. Oerlinghausen. Arbeiter=Turnverein„Einigkeit“ 9 Uhr bei C. Lücking. Herford.„Holzarbeiter=Liedertafel“ 9 Uhr bei Liedtke, „Lindenhof“. inden. arbeiter=Radfahrerverein„Vorwärts“ in der Sonntag. Kraftsportverein„Atlas“ vorm. 9 Uhr bei Wöhler, Heeperstraße. Briefkasten der Redaktion. een erband Sie nicht verdie Verhündlung stattfindet. Sie wegen 1., Detmold. Nach unserer Meinung pflichtet, sich zu erkundigen, wann die Ver#####tung Da die Ladung nicht oronungsgemäß ist, konnen Sie wegen Nichterscheinens weder bestraft noch zwangsweise vorgefuyrt werden. Es früge sich nur, ob Sie irgend etwas gewonnen hätten, wenn Sie sich nicht nach dem Datum der Verhandlung erkundigten. Rheine. Anmeldung ist nicht nötig, Vergnügungssteuer braucht nicht gezahlt zu werden. Zum Schul-Anfang offerieren wir spottbillig: Ba. 280 Paar Schul-Stiefel 285 Wichsieder mit starken Sohlen Paar 3 Ca. 170 Paar Schul-Stiefel 9 60 Paar imitiert Boxkalf Neu eingerichtete Reparatur-Werkstatt im Hause. Schuh-Palast Honsisers 888388888 Steue Geatatte von Georg Herwegh. Preis Mt. 1.00. Porto nach auswärts 10 Pfg. Zu beziehen durch die Buchhandlung der Volkswacht, Bielefeld. Puddingpulver enthält nicht nur knochenbildende und für die Entwicklung des Gehirns und Stärkung der Nerven notwendige Bestandteile, sondern auch solche Zusätze, welche eine leichte Verdauung durch die Magensäfte bewirken. Kinder und Magenleidende sollten deshalb regelmässig Reeses Pudding geniessen. Nachdruck verboten. Reese Gesellschaft, Kameln. neben der Firma Hauptmann. * Kleine Anzeigen=Eat! Jedes Wort kostet nur 2 Pfg., in d# Worte mit mehr als 15 Buchstaben der fetten Ueberschrift 10 Pfg. X werden doppelt gerechnet. Anzeigen unter dieser Rubrik werden nur bei Vorausbezahlung angenommen. Brautleute! Gelegenheitskauf, 14 kompl. moderne Schlafzimmer, in jedem Holz, in eigener Tischlerei gearbeitet; 15 komplette Kücheneinrichtungen, aparte Neuheiten. Riesen=Auswahl in Vertikows, Spiegeln, Sofas, Salons, Speisezimmer usw.— für gute Ausführung wird Garantie geleistet— gebe wegen Platzmangel spottbillig ab. Bielefelder Möbelhaus, Jöllenbeckerstr. 16—26. 4025* Wäsche für Damen und Kinder. Qualitäten. Billigste Preise. Meier, Herforderstraße 12. Gute Georg 4754 Herde, Oefen und Haushaltungsgegenstände in großer Auswahl, auch bei Teilzahlungen, empfiehlt C. Brakemeier, Rohrteichstraße 72, gegenüber der Schule. 3592 Schuhwaren, Mühlenstraße Empfehle zu mäßigen Preise: HerrenBoxkalf=Stiefel von 7.50 an, 1 Posten Boxkalf=Schnürstiefel zu 8 Mark, Damen=Cheveraux=Schnürstiefel mit Lackkappe 7.60 Mark, starke KnabenSchnürstiefel ohne Futter 35—39 zu 5.90 Mk., echte Boxkalf=Mädchenstiefel, einzelne Paare, 31—35 nur 5.70 Mk., in modernen Formen und nur gute Ware. Fritz Rügge. 48237 Getragene Anzüge, Damenkleider und Schuhe kaufen Sie am billigsten bei Heinr. Blinne, Riterstr. 81. 47492 Wiebrock. 24 Stück 15 Pf Zutterzwieback f6. 4785 Wiebrock 64 trische Sier. 4766) Verehrte Hausfrau! Meine Süßrahm=Land=Margarine, per Pfund 70 und 80 Pfg., nebst den bekannten Zugaben, ersetzt in jeder Weise beste Naturbutter. Machen Sie bitte den Versuch. Kaufhaus Kreuzstraße 28. 13593 Wiebrock Dtd. Heringe, 55 ae neue prima. Wiebrock 10 Pfg. 3 Tafel Schokolade, ¼ Pfd. Bölchen 10 Pfg. 4788 4751 Kochherde, Oefen, in geschmackvollen Mustern, sowie sämtliche Haus= und Küchengeräte empfiehlt billigst H. Brinkmann, Brackwede, Kaiserstr. 51. Gebrauchte Herde und Oefen nehme in Umtausch. Wiebrock. Mark kostet das Pfd. Schweizer, Tilsiter 80 Big. 4789 Wiebrock. 5 Stück 10 Limburger Pfd. 55. Harzkäse durchgebrannte 4790 Schul=Anfang. Hierzu empfehlen wir starke Schulstiefel für Knaben und Mädchen in großer Auswahl. Billiger als in jedem anderen Geschäft. Nur gute Qualitäten. Kohlmeier und Düring, Piggenstraße 10.(4739 Wiebrock. Wiederverkänfer, Preise nach Uebereinkunft. 4791 Verdienst"“ können sich Hausierer und Arbeitslose durch Vertrieb von Massen=Artikeln verschaffen. Detmolderstraße 143. Kopfkissen, 4795 la. Ausführung, 2.50, 3.50, 4.00, 5.00, 6.00 Mk. bei F. Mertens. Oberbetten, rot oder gestreift, mit 7 Pfd. Federn gefüllt. 8.00, 10.00, 15.00, 20.00, 30.0 Mk. bei F. Mertens. 4796 Bettbezüge, zweischläfig mit Kissen 5.00, 6.00, 100 Mt. bei F. Mertens. 4797 Bettücher. 4798 Partie Barchentbettücher, 150/200, gute Qualität, so lange Vorrat reicht, St 1.00 Mk. bei F. Mertens. Unterbetten rot oder gestreift mit 6 Pfd. Federn gefüllt 6.00, 7.00, 9.00, 12.00, 16.00, 21.00 Mk. bei F. Mertens. 4799 Bettkattune neueste Muster 35, 40, 45, 50, 60 Pfg. bei F. Mertens. 4800 Schlafdecken in Wolle und Halbwolle für 3.00, 5.00, 8.00, 10.00, 15.00, 20.00 Mk. ampfichlt F. Mertens. 4801 Bettvorleger 4802 in größter Auswahl 1.00, 2.00, 3.00, 400, 5.00 Mk. bei F. Mertens. Bettdecken, weiß und creme, herrliche Muster, für 3.00, 4.00, 5.00, 8.00, 10.00 Mk. empfiehlt F. Mertens. 4803 Steppdecken, Maschinen= und Handnaht, 3.00, 4.00, 6.00, 8.00, 10.00, 15.00 Mk. bei F. Mertens. 4804 Kamelhaardecken, echt und imitiert für 3.00, 5.00, 10.00, 15.00, 20.00, 25.00, 30.00 Mk. empfiehlt F. Mertens. 4805 Land=Lei 40 Westfälische 4813 Leber= und Blutwurst, Pfund Wilh. Frankenberg. — - Rebenschirme reine Seide, in sämtlichen Modefarben und elegantester Verarbeitung. Jeder Schirm nur 4818 Bielefelder Schirm-Fabrik Gebi Movertole Detail-Verkauf: Niedernstr. 18. Telephon Nr. 1615. Telephon Nr. 1615. Schrue für Damen und Herren in allen Preislagen. Georg Meier, Herforderstraße Nr. 12.(4755 Probieren 4806 Sie meine Thüringer Rotwurst, à Pfd. 50 Pig. Wilh. Frankenberg. Delikat 4807 ist meine Braunschweiger, Zungenwurst und geräucherte Mettwurst, à Pfd. 80 Pfg. Wilh. Frankenberg. Hochfein 4808 im Geschmack la. Leberwurst, à Pfd. 20 Pig. Wilh. Frankenberg. 4810 Rind= und Schweinefleisch, Pfund 80 Pfg. Wilh. Frankenberg. Suppenknochen 4811 Pfund 20 Pfg. Wilh. Frankenberg. Sülze, diese Woche hochseine, Pfd. 50 Pfg. Frankenberg.(4812 Relschmurt. Pfd. 70 Pfg., Würstchen, Pfd. 80 Pfg. Schinken, Pfd. Mark 1.60. Wilh. Frankenberg. 4814 ff. Bratwurst, 4809 4 Psd, 80 Pfg. Wilh, Frankenberg. Bettstellen, 2 gebrauchte, mit Matratzen, billig abzugeben Jöllenbeckerstraße 104, Hinterhaus. 4789 Nähmaschine(47 u. 1 Petroleumkocher, wenig gebraucht, billig abzugeben Sieker III, Nr. 53. Kinderbettstelle, mit guter Matratze, billig abzugeben. Wo sagt die Exped. 4792“ Mübelwagen für die Umzugszeit empfiehlt Friedr. Lohmann, Mellerstr. 23.(4724* Mädchen von 14—16 Jahren. Siegfriedstraße 44, UI. Etg. links. 14778“ Tüchtige Hemdenplätterinnen und Lehrmädchen werden sofort noch eingestellt bei dauernder Beschäftigung. Wasch= u. Plättanstalt B. Köllmann, Mühlenstraße 32. 148222 4773* neu, mit kleinen abgeschlossenen Wohnungen, großem Garten, an der Herforderstraße, gut verzinslich, auch günstig für Handwerker, fortzugshalber weit unter Preis bei 1500—2000 Mk. Anzahlung zu verkaufen. Hypotheken fest. Offerten u. F. K. a. d. Exped. Wohnung, 3 Räume, Stall und Land, per 1. Oktober zu vermieten. Hohensollernstraße 5. 147822 Wohnungen, mehrere, zu vermieten. Zu erfahren bei Lohmann, Mellerstr. 23.(4622: Ziege. 14816“ Umzugshalber eine gute, milchgebende Ziege billig zu verkaufen. Heinrich Vollmer, Sieker 23, Rußheide. Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegen wie bei sämtlichen Agenture ins Haus gebracht 60 Pfg. m lich. Durch die Post be 1.80 Mk. vierteljährlich ex! Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg Erscheinungstage mit Ausnahme der SonnFeiertage täglich nachmitt Fernsprech=Anschluß Nr. Nr. 212. heutige Nu einschließlich der Unte Aircht, Artgloi Ist die Neutralität de über nicht nur Schein? Diese Behauptung kal jeder politischen, gegen sammlung hören. Neuer wenn man von der Preußen hörte, an der n demokratische Arbeiter be die sozialdemokratische P Gesicht genommen und enthüllt. Paul Göhre si Schrift über„Die Kire durchaus zutreffende Uel demokratie, so führt der Zielen nur gelangen, w schaffe heutzutage die Me habe, besitze also auch! Massen hinter ihr steher Immer mehr Massen zu ihrer unbedingten politi deshalb stets ihr oberstes nehmen, wo immer sie i allem keine religiösen Sc damit zufrieden sein, we und wirtschaftlich schulen hafteste Interesse der We seits mit dem Grundsatze machen. Nun aber die unleugl Volkes mit der Kirche u innerlich vollständig fert men! Die Entkirchlichu leugnen. Die Frage, wi zurückzugewinnen sind, fessionen und Richtungen ferenzen, und zahllose M len und auch wohl, wenn Anwendung gebracht. D schneller fertig als mit de ist aber falsch zu unkirchlicher als die bür finden. Sie sind beide in fragt man nicht mehr am noch in Arbeiterkreisen nicht? Nein, diese FraMan bleibt einfach? darüber, daß noch zur K Während aber die bi Kirche nicht vollziehen, ist neuerdings von der Arbe zogen worden, wie ihn no Ich meinerseits muß gerade in den Arbeiter bin. Ich wundere mich gesetzt hat und daß sie schwach ist. Die sozialder auch mit dieser Bewegung nen Sozialdemokraten, di dürfen, wie andererseit Kirche.— Die Staatskire alsein Werkzeug! in seinem Dienste. Ist Kirche selbstverständlich hat die Kirche nie gestand hinwegsehen, da sie all deshalb hätte man von il schaftlichen Dingen verle stens, daß sie ihren Ge schikanieren und zu maß politischen und wirtschaft zu zwingen, sich stets auf zu schlagen. Seit den fi derts ist das Wort von keine Redensart. Die nären Staate mit Freude ließ der Oberkirchenrat i Geistlichen das Studium Sogar die Forderungen erkannt! Doch nur gan Liebe“, die von der Hoffn ten die Arbeiter auf die fremden. Schon fünf rat einen Erlaß, der da mit sozialen Fragen sei fü davon verständen. Bei d neuen Erlaß keine berec zum„Neide nach des N diese Schwenkung erfolgt des ersten Erlasses glau den Schranken geblieben angenehm waren! Beson schaft von Pfarrern— e *) Wir entnehmen Vortrag des Bremer Münchener Parteiverlag schienen ist.(Preis 30