Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Nr. 209. Su UUrusrolesce Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Bielefeld, Mittwoch, 8. September 1909. Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Worte und Taten der polnischen Abgeordneten Oberschlesiens. „Als der Reichstag im Dezember 1906 aufgelöst worden war, gge, das polnische Wahlkomitee für Schlesien sofort ein Flug„att heraus, betitelt:„Wem soll man bei den Wahlen am 25. Januar die Stimme geben?“, in dem es nach dem Hinweise, daß die Polen und Sozialdemokraten im Reichstage erklärten, sie werden für die Kolonien keinen Groschen hergeben, hieß: „Warum hat die polnische Partei so gehandelt? Weil sie weiß, daß man diese Millionen leihen müßte, und das Deutsche Reich hat schon viertausend Millionen(4 Milliarden) Schulden, von denen es jährlich 138 Millionen Zinsen zahlt. höher die Schulden im Reiche, desto höhere Steuern müssen die Bürger zahlen. Und ist denn schon nicht jeder von uns mit Steuern übergenug belastet? Bei diesen Wahlen handelt es sich also darum, ob die Steuern noch höher sein sollen oder nicht. Bürger! Der Zettel, den du am 25. Januar gibst, das ist das Urteil über dich. Sobald du für einen Kandidaten stimmst, welcher für Ausgaben nach dem Sinne der Regierung oder nach dem Wunsche der Zentrumspartei ist, so hast du freiwillig höhere Steuern für dich dekretiert." In solcher Weise machte das offizielle Flugblatt des polnischen Wayitomitees für Schlesien die polnischen Arbeiter mit Recht auf die drohende Gefahr der neuen Steuer, welche jeden schon über die Kräfte belasten, aufmerksam, wobei an anderer Stelle noch gesagt wurde: „Willst du der Zentrumspartei angehören, welche für die Gunst der Regierung, um ja den Einfluß nicht zu verlieren, mit Leichtigkeit neue und höhere Steuern bewilligen wird,— oder gibst du den Vorzug der polnischen Partei, welche nie für Steuern, die das arbeitende Volk belasten, stimmen wird!?“ Mit solchen Worten wurden die Kandidaten der polnischen Partei empfohlen als diejenigen Leute, die die armen polnischen Arbeiter vor drohender Steuerbelastung schützen werden. Dasselbe Spiel trieb man in den Flugblättern, die Propoganda für die einzelnen polnischen Kandidaten machten. Zum Beispiel lesen wir im Flugblatt des polnischen Wahlkomitees für den Wahlkreis Kattowitz=Zabrze, betitelt:„Bruder, Landsleute", folgendes: „Wollen wir arme Leute immer mehr Steuern zahlen, welche in den heißen Sandwüsten Afrikas wie das Eis, erwärmt von den Frühlingslüften, dahinschmelzen? Wollen wir armen Leute eine Politik, welche uns alles, was zum Leben notwendig ist, verteuert hat?“ Es ist klar, daß die armen Arbeiter keine Lust haben können, immer mehr Steuern zu zahlen; demnach empfahl auch das Flugblatt aufs wärmste die Kandidatur Adalbert Korfantys. In einem anderen Flugblatte, betitelt:„Wahlspaß“, das die Kandidatur des Herrn Napieralski empfahl, war auf der zweiten Seite bildlich dargestellt, wie ein armer Kerl unter der Steuerschraube, an deren Hebel zwei Steuerbeamte tätig sind, ausgepreßt wird, wobei aus seinem Munde unzählige Geldstücke in den danebenstehenden Geldkasten fallen. Unter dem Bilde befand sich ein Gedicht:„Schraube ohne Ende“, worin es heißt, daß diese Schraube ohne Unterbrechung Tag und Nacht aus dem Bürger Geld für Militäx, Marine, Kolonien und andere Staatseinrichtungen herauspreßt, wer also nicht will, daß sie auch seine Seele herauspresse, "„ w e r m e h r S t e u e r n n i c h t z a h l e n w i l l, d e r m ö g e F r e i t a g einen Wahlzettel mit der Aufschrift: Adam Napieralski, Redakteur, Beuthen O.=Schl., abgeben.“ Es sei hier noch erwähnt, daß der Abg. Napieralski zum ersten Male im Juni 1906 in den Reichstag gewählt worden ist. Schon damals hat er feierlich versprochen, die polnischen Arbeiter vor Steuern zu schützen. In einem Flugblatte, das das politische Glaubensbekenntnis des Herrn Napieralski enthielt und von ihm persönlich in Beuthen am 8. Mai 1906 geschrieben war, wurde u. a. versichert: Vie, werde ich demnach für Vermehrung der Lasten, die das Volt brucken werden, stimmen. Ich werde vielmehr immer für Linderung der Gebühren welche heute schon das Volk peinlich drücken, stimmen.“ Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag ver Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ Gerisch& Co., Wieleseld. Das Flugblatt empfahl schließlich als solchen Abgeordneten „nur einen Katholiken, einen Polen, den Probst Theodor Jankowski, welcher der Polenfraktion beitreten wird, derjenigen Partei, welcher allein in diesen schweren Zeiten berufen ist, uns ehrlich und gut zu beschützen.“ Jankowski kam in die Stichwahl. Das polnische Wahlkomitee gab ein Flugblatt heraus, in dem u. a. gesagt wurde: „Haben wir schon nicht genug Steuern? Sollen wir einen Abgeordneten wählen. welcher der Regierung helfen wird, daß diese Steuern noch höher werden? Wer mehr Steuern zahlen will, möge den Geistlichen Dr. Chrzenszcz wählen. Wir können ihn euch, Wähler, nicht empfehlen, denn es steht fest, daß ihr davon Schaden haben würdet.“ Das Flugblatt empfiehlt dann natürlich den Probst Jankowski, von dem gesagt wurde: „Probst Jankowski kennt die bedrängte und schwere Lage des Volkes, er ist auch mit keinen Steuern einverstanden, die das Volk belasten.“ Auf der dritten Seite des Flugblattes befindet sich das oben erwähnte Bild mit dem Gedicht:„Schraube ohne Ende" und darunter eine Empfehlung, in der es heißt: "„Willst du nicht in eine solche Steuerschraube geraten, so gib die Stimme am Dienstag, 5. Februar, dem Probst Jankowski, welcher höhere Steuern nie bewilligen wird und für die afrikanischen Kolonien keinen Groschen gibt.“ Wieder ein anberer polnischer Kandidat, Pfarrer Brandys, gab in einem Flugblatte, betitelt:„An die Wähler im Oppelner Lande“, eigenhändig in Dziergewice geschrieben, nach der Versicherung, daß er die Wähler in wirtschaftlichen Angelegenheiten gewissenhaft vertreten wird, die Erklärung: .„„Ich werde mich nämlich auch gegen unnötige Ausgaben für Kolonien, Marine, Militär usw. wenden, denn dadurch erhöhen sich unsere Steuern, und wir haben schon übergenug solcher.“ zolnische arbeitende Volk glaubte all den Versicherungen, daß die Potenfration es vor neuen Steuerlasten beschützen wird und wählte in Oberschlesien fünf nationalpolnische Abgeordnete. Die Beratung der Finanzreform zeigie, daß die oberschlesischen Polen=Abgeordneten ohne Ausnahme die polnischen Proletarier infam betrogen und verraten haben. Die Polenfraktion, die angeblich die polnischen Arbeiter in diesen schweren Zeiten allein aut und ehrlich verteidigen zu wollen angab, stimmte für die Tabaksteuer, für das Branntweinsteuergesetz, für die Verewigung der Branntweinliebesgabe und für die übrigen Steuergesetze, sie bewilligte der Regierung, die das polnische arbeitende Volk fortwährend mit Ausnahmegesetzen peinigt, insgesamt 240 Millionen indirekter Steuern. Von den oberschlesischen Polenabgeordneten stimmten am 9. Juli für Tabak= und Branntweinsteuer: Brandys, Jankowski und Napieralski, Korfancy rückte aus, Wajda enthielt sich der Abstimmung. Am 10. Juli stimmten für das Finanzgesetz: Brandys, Jankowski, Napieralski und Wajda; Korfanty rückte wieder aus. Der polnische Proletarier ist also mit Hilfe der polnischen Abgeordneten unter die Steuerschraube geraten. Politische Uebersicht. a- Landrätliche Zeitungsprämien. Der Landrat des Kreises Koslin ist Aufsichtsratsvorsitzender der von ihm gegründeten konservativen„Fürstentumer Zeitung" A.=G., die einen schweren Kampf ums Dasein führt. Der Direktor und Chefredakteur des Unternehmens, dessen führende Kraft der Landrat ist, hat nun Rolle eines Aufsichtsbeamten(!) zugeteilt war, durch Mannschaften sechs Pferde unter dem wahrheitswidrigen Vorgeben, diese Tiere wären schon verkauft, beiseite führen. Dann schlug er diese Pferde ohne Vorwissen seines Vorgesetzten an Käufer los. Auf die Anzeige des Sergeanten Petrat wurde gegen Schm. Untersuchung eingeleitet, die aber für unredliche Manipulationen des Angeschuldigten keine Anhaltspunkte lieferte; denn die Bücher ergaben, daß für sämtliche zum Verkauf ausgestellte Pferde Bezahlungen eingegangen waren. Schmiedecke sollte nur wegen vorschriftswidrigen eigenhändigen Verkaufs der sechs Pferde, der als Ungehorsam angesehen wurde, bestraft werden. Bei diesem Prozeß kam nun ein jahrelang verübter umfangetrug ans Tageslicht. Ein Zeuge, der ein Pferd von getauft hatte, erzählte: Als er an dem betreffenden Auktionstage guf dem Kasernenhofe erschienen sei, hätte ihn Schmiedecke gefragt, ob er ein Pferd kaufen wolle. Als er dies bejaht hätte, hätte ihm Schmiedecke ein Pferd vorgeführt, für das k. bezahlen sollte. 100 Mk. hätte er an Schmiedecke entrichtet, das übrige Geld hätte er dem Zahlmeister geben sollen. Schmiedecke hhätte an das Pferd eine 46 gezeichnet und dann das Pferd dem Zahlmeister vorgeführt. Vom Zahlmeister hat Zeuge noch 4 Mk. herausbekommen, was ihn sehr in Erstaunen setzte, aber Schmiedecke habe ihm gesagt, das wurde schon stimmen. In dieser Weise ist der Betrug auch in anderen Fällen verübt worden. Die Militärkasse erhielt von dem Erlös zahlreicher verlaufter Pferde immer nur einen geringen Teil. Und anscheinend war der Verkauf der Pferde auf diese Weise doch„vorschriftsmäßig" vonstatten gegangen. Dieser Zeuge, durch den der Schwindel aufgedeckt worden ist, hatte in der Voruntersuchung die Unwahrheit gesagt, um den Wachtmeister zu retten. Dieser hatte ihn nämlich oorher aufgesucht und ihn gebeten, ihn nicht unglücklich zu machen. Unter seinem Eide bequemte sich der Zeuge aber doch dazu, die Wahrheit zu sagen, worauf Schmiedecke sofort verhaftet wurde. Als dieser sah, daß nichts mehr zu retten war, gab er noch seine Freunde an, die ebenfalls den Militärfiskus in der geschilderten Weise betrogen hatten. Es wurden verhaftet der Wachtmeister Alitas und der Sergeant Rieck, während der Kantinenwirt frech nach Amerika floh. Dieser Tage wurde den Dreien der Prozeß gemacht. Sie hatten sich wegen Unterschlagung, wissentlichen Meineides und Anstiftung dazu zu verantworten. Natürlich wurde die Oeffentlichkeit angeblich wegen Gefährdung militärdienstlicher Interessen ausgeschlossen, selbst die Verlesung der Anklage, sowie die Urteilsbegründung erfolgten unter Ausschluß der Oeffentlichkeit!! Nach zweitägiger Verhandlung wurden alle Angeklagten verurteilt. Es erhileten: Schmiedecke 1 Jahr und 1 Monat Gefängnis wegen Unterschlagung, Alitas 2 Jahre Gefängnis wegen Unterschlagung und Meineides, den er, um sich vor Strafe zu schützen, im Vorprozeß gegen Schmiedecke geleistet hatte. Rieck erhielt wegen passiver Bestechung 5 Monate Gefängnis. Von der Anklage der Anstiftung zum Meineide wurde Schmiedecke freigesprochen. Gegen den Angeklagten wurde auch auf Degradation erkannt. Auffallig ist, daß der Sergeant Petrat, der den Schmiedecke zur Anzeige brachte, nach Bekanntwerden der Veruntreuungen nach sechsjähriger Dienstzeit ohne Pension und Zivilversorgungsschein plötzlich aus dem Militärdienst entlassen wurde mit der merkwürdigen Begründung, daß er zu wenig sprechen könne! „Die polnischen Arbeiter hielten diese Worte für gute Münze, gaben massenweise Herrn Napieralski ihre Stimmen und setzten seine Wahl durch. Herr Napieralski hat aber dann im Reichstage die armen polnischen Proletarier elendiglich verraten! Weiter haben wir vor uns„Die Stimme des polnischen Kandidaten Probst Theodor Jankowski an die Wähler des Gleiwitz=Lublinitzer Kreises", geschrieben in Groß=Kotorz und unterzeichnet: Pfarrer Jankowski. Es ist da zu lesen: „Das Wohlergehen meiner Wähler werde ich unterstützen, ob sie den Acker bestellen, oder ob sie in Fabriken, Bergwerken, Hütten, beschäftigt sind. Zum Wohle der Landsleute gedenke ich u. a. mich mit der Angelegenheit der Schäden, welche das Wild anrichtet, zu befassen. Für die Hüttenarbeiter betrachte ich für das Dringlichste die Gründung einer für alle gemeinsamen Knappschaft. Ich erwähne diese zwei Angelegenheiten, bemerke jedoch, daß alles, was imstande ist, das Wohl der Landleute und Arbeiter zu heben, in mir einen fleißigen und ausdauernden Beschützer finden wird. Ich werde mich für den Abgeordneten des arbeitenden Volkes auf dem Lande, in industriellen Betrieben, im Handwerk, betrachten, denn gerade dieses bedarf am meisten der Hilfe und Unterstützung. Aus diesem Grunde werde ich meinerseits nie in höhere Steuerlasten einwilligen, besonders nicht in die Vermehrung der überseeischen Macht des Reiches.“ Ein weiteres Flugblatt des polnischen Wahlkomitees für den Wahlkreis Gleiwitz=Lublinitz, betitelt:„An die polnischen Wähler", besagte u. a.: „Wir armes Volk wollen einen Abgeordneten, welcher uns vor unnötigen Steuern beschützen wird, welcher Liebe zum Volke hat, welcher Volksfreund ist.“ sönlichkeiten zur Abonnementswerbung für seine Zeitung auffordert. Dabei wurden den Herren folgende Pramien ange1. bei 2 neuen Abonnenten ein Bild des Reichstagsabgeordneten Malkewitz(des Vertreters des Kreises) mit FaksimileUnterschrift, ungefahr 27X20 Zentimeter groß; ".2. bei 4 neuen Abonnenten eine Weltuhr, die Ihnen in einfachster Weise zu jeder Stunde zeigt, welche Zeit in den einzelnen größeren Städten der Welt ist; " 3. bei 6 neuen Abonnenten eine Landkarte der Welt, mit 2 Metallstäben versehen, fertig zum Aufhängen, ca. 125 X 86 Zentimeter groß, oder eine Landkarte von Europa, mit 2 Metallstäben versehen, fertig zum Aufhängen, ca. 125 X 104 Zentimeter groß; 4. bei 10 neuen Abonnenten eine Landkarte und eine Weltuhr: 5. bei 12 neuen Abonnenten beide Landkarten; 6. bei 15 neuen Abonnenten beide Landkarten und eine Weltuhr. Strafen wegen Uebertretung der Zoll- und Steuergesetze. Nach der im 3. Vierteljahrshefte zur„Statistik des deutschen Reichs“ veröffentlichten Statistik über die Zoll- und Steuerstraffälle sind im deutschen Zollgebiete während des Rechnungsjahres 1908 im ganzen 30 500 Straffälle gegen 33919 im Vorjahre wegen Uebertretung der Zoll- und Steuergesetze, sowie der Ein-, Aus= und Durchfuhrverbote anhängig geworden und 30 548 Straffälle haben gegen 33380 im Vorjahre ihre Erledigung gefunden.— Wegen Hinterziehung oder Einschwärzung wurden im Rechnungsjahre 1908: 13962 Personen zu Geldstrafen verurteilt, darunter 14 Personen zusätzlich mit Freiheitsstrafe gegen 14011 und 38 Personen im Vorjahre. Die bei den Hinterziehungen oder Einschwärzungen hinterzogenen einfachen Gefälle beliefen sich auf 85998 Mark gegen 90166 Mark im Vorjahre und die deshalb festgesetzten Geldstrafen auf gegen 638781 Mark im Vorjahre.— Wegen Ordnungswidrigkeit wurden 15395 Personen bestraft, im Vorjahre 16964 Personen. Der Betrag der wegen Ordnungswidrigkeit festgesetzten Geldstrafen stellte sich auf 77649 Mark. segen 7408 Mark im Vorsahre. Mari, Betrügereien in der Heeresverwaltung. Durch Zufall sind in Königsberg raffinierte Betrügereien beim ostpreußischen Trainbataillon entdeckt worden. Bei der Versteigerung von ausrangierten Dienstpferden ließ im vorigen Jahre der Wachtmeister Schmiedecke, dem bei der Auktion die Anmeldung von Tabak nach dem neuen Gesetz. Der eigenartige Wortlaut des neuen Tabaksteuergesetzes ermöglicht keine zweifelsfreie Auslegung. Nicht nur bei Laien entstehen irrige Ansichten, auch Juristen sind bereits Irrtümer unterlaufen. Deshalb macht die„Süddeutsche Tabakzeitung“ über die Anmeldung folgende Angaben: „Nach der Nachverzollungsordnung(§ 4) hat derjenige die Waren anzumelden, der 1. Tabake im Besitz oder Gewahrsam hat, die der Nachverzollung oder Nachversteuerung unterliegen (das können also nur bereits verzollte Tabake sein, denn unverzollte Tabake, die noch unter dem Händler liegen, sei es in einer öffentlichen Niederlage oder in einer Privatniederlage unter amtlichem Mitverschluß, unterliegen einer Nachverzollung nicht, sind hierunter also nicht zu verstehen, folglich auch nicht anmeldepflichtig); 2. jeder Verarbeiter, der am 15. August 1909 unverzollte ausländische Tabakblätter in einer öffentlichen Niederlage (der sie also für sich unter seinem Namen dort liegen hat) oder in seinem Privatlager unter amtlichem Mitverschluß lagern hat. Diese letztere Bestimmung namentlich wird immer falsch verstanden. Für diese Bestimmung ist das Muster Nr. 5 vorgeschrieben, und auch daraus geht hervor, daß nur der Fabrikant anzumelden hat, der den Tabak in seinem Namen in einer öffentlichen Niederlage oder in seiner eigenen Transitniederlage hat, denn es heißt ausdrücklich in der Aufschrift zur Anmeldung: „Unverzollt in einer öffentlichen Niederlage oder dem Privatlager des Anmelders.“ Die Bestimmung dieses§ 4 der Nachverzollungsordnung bängt zufammen mit der Bestimmung des § 2. Absatz 3 des Gesetzes, worin es heißt:„Die Feststellung des Zollzuschlaas erfolgt beim Uebergange des Tabaks in die Hände des Verarbeiters“, und mit§ 4 der Ausführungsbestimmungen, worin es heißt:„Vom Verarbeiter in eine öffentliche oder in eine Privatniederlage gebrachte Tabake unterliegen sofort bei der Einlagerung der Wertfeststellung.“ Steuerpolitik und Frauenarbeit. „Die ungeheure Bedrückung und schamlose Ausbeutung des arbeitenden Volkes durch die neuen indirekten Steuern werden in erster Linie von den Konsumenten empfunden. Unsere Arbeiterfrauen müssen um so mehr rechnen und rechnen, hier abknappen und dort, wenngleich es überall ohnehin schon am Pötigsten„angelt,„Abstriche am Nötigsten bedeuten aber Entbeyrung, Verschlechterung der Lebenshaltung, der Ernährung, der Behausung, der Bekleidung und Verschlechterung und Einschränkung der geistigen Kost. Herabdrückung des gesamten Kulturniveaus der Arbeiterschaft. Verschlechterung der Lebenshaltung aber bedeutet auch gleichzeitig eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Erwachsenen und der Kinder. Jede Mutter weiß, daß mangelnde, unzureichende Nahrung und Pflege die schlimmsten Gefahren für Leben und Gesundheit ihrer Lieblinge sind. Diese Erkenntnis sowie die eingetretene verschärfte Notlage sind es, die deshalb so manche Arbeiterfrau aufpeitscht zur Mitarbeit, zum Mitverdienen. Hatte schon die Krisis die Zahl der weiblichen Arbeiter außerordentlich anschwellen lassen, so werden die neuen Reichssteuern, die Kaffee, Tee, Streichhölzer, die Bier, Tabak, Glühkörper usw. ganz enorm verteuern und die ohnehin schwer drückende Last der inmoesten Steuern noch unerträglicher mächen, zweisellos in derselben Richtung wirken. Hinzu kommt weiter, daß die eingetretene enorme Verteuerung so vieler Gebrauchsmittel den Konsum derselben in fast allen Arbeiter= und Kleinbürgerfamilien bedeutend einschränken wird. Die weitere Folge ist Abnahme der Arbeitsgelegenheit für vieltausend Arbeiter und Arbeiterinnen in jenen Industriezweigen, die diese Gebrauchsartikel herstellen. Trifft der Verlust der Arbeitsgelegenheit Familienväter und bleibt ihr Bemühen um andere Arbeit erfolglos so werden dadurch abermals Frauen, die bisher nicht erwerbstatig waren, die sich ihren Mutter= und Hausfrauenpflichten widmen konnten, in die Erwerbsarbeit getrieben. Wir werden deshalb auch in der Zukunft mit einer weiteren, bedeutenden Steigerung der Frauenerwerbsarbeit zu rechnen haben. In den Jahren von 1895 bis 1907 stieg die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen von 5 264 393 Personen auf 8243498, dabei sind die weiblichen Dienstboten nicht mitgezählt.— Im Jahre 1895 bildeten die weiblichen Erwerbstätigen einschließlich der Dienenden 29,75 Prozent Gesamtbevölkerung, 1907 dagegen 33,79 Prozent, also eine waltige Zunahme. Nun haben wir gegen die Erwerbstätigkeit der Frau an sich sicher nichts einzuwenden, bildet sie doch die Voraussetzung ihrer wirtschaftlichen Selbstandigkeit und damit die Vorbedingung ihrer dereinstigen vollständigen Befreiung aus der Geschlechtssklaverei. Vollzieht sich jedoch die Zunahme der Frauenerwerbsarbeit aus den eingangs geschilderten Ursachen so bildet sie allerdings in doppelter Beziehung eine Gefahr für die Arbeiterschaft und ihren wirtschaftlichen und geistigen Aufstieg. Freilich erwuchs sie aus der zunehmenden allgerade diejenigen, die von der Geißel der Not auf den Arbeitsmarkt getrieben werden, haben sich meistens um die Arbeiterbewegung bisher nicht oder wenig gekümmert. Sie waren Hausfrauen, die, weil nicht erwerbstätig, so oft vermeinen, sie gehe es nichts an, wenn Versammlungen und Demonstrationen stattfinden, wenn Frauen und Mädchen sich organisieren, um überall als Kampfesgenossinnen neben dem Mann ihrer Klasse zu stehen. Von der Not in die Erwerbsarbeit getrieben, damit eine doppelte Bürde von Arbeit auf ihre Schultern ladend, sind dann diese indifferenten Frauen allen Solidaritätsempfindens bar und deshalb sehr leicht zu Lohndrückern zu gebrauchen, nicht aus Bosheit und Schlechtigkeit, sondern aus Unwissenheit. Die Zunahme der Frauenerwerbsarbeit infolge der widersinnigen Steuervolitik ist für uns alle deshalb eine ernste Mahnung, bei der Agitation unter den proletarischen Frauen die Hausfrauen nicht zu vernachlässigen. Werden sie dann durch die Not auf den Arbeitsmarkt geworfen, so haben sie den Gedanken der Solidarität bereits erfaßt und werden ihn im eigenen und im Gesamtinteresse ihrer Klasse betätigen.— Wenn irgend eine Zeit günstig ist, diese Agitation mit allem Nachdruck zu betreiben, so die gegenwärtige, wo just unter den Hausfrauen die Empörung hoch lodert ob der neuen drückenden Steuerlast. An unsere Genossinnen richten wir deshalb die Mahnung: Nutzet die von Fürstenberg am Donaueschinger interessiert. Die Schlußrechnung über die Verteilung der Hilfsgelder für die Opfer der Brandkatastrophe in Donaueschingen ist jetzt veröffentlicht worden. Sie bestätigt die in i u letzten Tagen an dieser Stelle mehrfach ausgesprochene Vermutung, daß auch besitzende Abgebrannte von den Hilfsgeldern nahmen, was sie bekommen konnten. Die Abrechnung ergibt sogar, daß der mehrfache Millionär, Großindustrielle und Großagrarier, Besitzer von Gütern in drei europäischen Reichen, Fürst von Fürstenberg, durch die Art der Verteilung der Hilfsgelder die Summe von 80000 Mk. geschenkt bekommen hat. Jawohl. ein glattes Geschenk von 80000 Mk. wurde demselben Manne zuteil, der bekanntlich bei der Katastrophe einem Feuerwehrmanne, der ihm nicht sofort geborchte, eine Ohrfeige gab und diese wenig fürstliche Handlungsweise mit ein paar hundert Mark gut machte. Da an Hilfsgeldern inklusive Naturalien 1138000 Mk. eingingen und rund 900000 Mk. zur Verteilung an die Abgeorannten kamen, überwies man der Stadt für das zerstörte Rathaus und für sonstigen Schaden 200000 Mk. Man wollte verhüten, daß in diesem und den nächsten paar Jahren die Kommunalsteuern stark erhöht werden müßten. Nun zahlt die Fürstenbergsche Standesherrschaft in Dongeschingen allein durch ihre ausgedehnten Besitzungen— halb Donaueschingen gehört Fürstenberg— 40 Prozent der Kommunalsteuern. Durch die 200000 wek. ersparte man dem Fürsten von Fürstenberg die Zahlung von 80000 Mk. Kommunalsteuern. Und dazu haben im vorigen Jahre hunderte armer Leute ihr Scherflein beigetragen! Die Geschichte des Donaueschinger Hilfsfonds lehrt, daß man bei ähnlichen Gelegenheiten bestimmte Garantien festlegen muß, damit nicht wieder um ihr Dasein schwer ringende Arbeiter gewissen Kapitalisten zur Vermögensvermehrung verhelfen. Ganz beiläufig bemerkt, erhielten aus dem Hilfsfonds die versicherten Mobiliarbeschädigten 17 Prozent ihres Schadens, die Nichtversicherten 42—45 Prozent. Den abgebrannten Hausbesitzern wurden die Abräumungsarbeiten mit 600 Mk. pro Haus und außerdem noch 23 Prozent ihres Schadens vergütet. Wohlgemerkt, dies alles außer der Entschädigung, die die Feuerversicherungen zu decken hatten. Gar manche der Abgebrannten sind heute besser daran, als vor der Brandkatastrophe, ganz abgesehen davon, daß sie in modern gebauten und neu eingerichteten Hausern wohnen. Von Herrn Triole. Herr Schack hat der jungen Dame, mit der er die körperlichen und seelischen Freuden der Liebe teilen wollte, ehe die Sache veröffentlicht wurde, folgendes Entschuldigungsschreiben gesandt: „Warum begnügten Sie sich nicht,“ so heißt es in dem Briefe „auf eine einfache höfliche Anfrage mit einer einfachen Ablebnung, sei es auch durch Stillschweigen, anstatt schweres gstichti swei Menschen zu bringen, die Ihnen, wenigstens absichllich, nichts getan haben, im Gegenteil sich für Sie interessierten und auch Ihr Bestes wollten, nur vielleicht den Fehler haben, daß sie für den praktischen Sinn der meisten Menschen sipes zu romanhafz veranlagt sind und auch wohl für Sie und ihre Auffassung. Trotzdem nehme ich gar keinen Anstand, um intschuldigung zu bitten, wenn Sie sich durch mein Schreiben verletzt gefühlt haben. Wenn ich dies tue, so geschieht es ganz gewiß nicht, weil ich mich subjektiv schuldig fühie, sondern um meiner Frau weitere Aufregungen, deren Folgen bei ihrem Leiden nicht abzusehen sind, zu ersparen.“ Herr Triole hat bereits mehrere Verhore zu bestehen gehabt. Ob die Sache bei der Staatsanwaltschaft hiermit erledigt ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Dagegen beißt es, daß oas Fräulein den Reichstagsabgeordneten wegen Beleidigung verklagen werde. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 8. September. — Bielefelder Sommertheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Auf die heutige Volksvorstellung, in welcher die Gesangsposse„Der Mann im Monde“ zu ermäßigten Preisen aufgefuhrt wird, weisen wir nochmals hin. Donnerstag, Ehrenabend des Direktors Hans Freihen. Zur Aufführung kommt die Novität„Bartel Turaser“, soziales Drama von Ph. Lang— Das Centraltheater(Inh. Jul. Kaiser), Kaiser=Wilhelmss die Dire Platz, öffnet, wie uns### Direktion schreibt, nachdem es neu renoviert ist, am Donnerstag, 9. Septemder, wieder seine Pforten. Wie immer, hat die Direktion auch für diesen Winter Abschlüsse mit den ersten Kräften der Varieté=Künste getroffen und ist daher der Erfolg im voraus gesichert. Humor und Satire, froher Besang und leichte Musik sollen dem Publikum beschert werden, und dazu beitragen, diesem ein paar angenehme Stunden an den langen Winterabenden zu bereiten. Das Hamburger Possenensemole, Direktion Gäthgens, wird die Saison eröffnen. Der Besuch kann allen Freunden der Varietskünste aufs wärmste empfohlen werden. ommen wurde 1 Person wegen — Polizeibericht. Festgenommen wurde 1 Person weTrunkenheit und Mißhandlung seiner Ehefrau; 17 Ovdachlose erhielten im Polizeigefängnis Unterkunft. " Rotlauffeuche ist unter dem Schweinebestande des Arbeiters Karl Rohra, Sadowastr. 16, ausgebrochen. Versammlungen. Vielefeld. Bauhilfsarbeiter. Donnerstag, 9. Sept.: Oeffentliche Versammlung. Referent: Kollege FröhlichKöln. — Holzarbeiterver band. Freitag, 10. Sept., abends 6¾ Uhr: Sitzung der Ortsverwaltung. Deutscher Arbeiter=Sängerbund. Bezirk 5.(Herford.) In der Bezirksversammlung am Sonntag, 6. September, wurde der Bezirksvorstand wiedergewält. Es wurde der Beschluß gefaßt, nur bei Festlichkeiten mitzuwirken, zu denen den Gesangvereinen freier Eintritt gewährt wird. Sämtliche Einladungen für die Vereine sind nur an den Bezirksvorsitzenden Carl Hesse, Herford, Johannisstraße 37, zu richten. Die Tabakarbeiter suchen sich gegen die Folgen der Tabaksteuerhöhung zu schützen. g Fefn Fituns der vereinigten Zigarren= und Tabakfabriken Vrunzlow& Sohn, Carl Brunzlow, George Prätorius August Beter, Berlin, hat dem von der 13. Gauleitung Wunsch zugestimmt. Danach werden die in der Filialfabrik von Pasewalk beschaftigten Zigarren- und Wickelmacherinnen nicht entlassen. Die eine Halfte des Personals wird abwechselnd 14 Tage lang aussetzen, während die andere 8. September, in Kraft. Arbeitsverhaltnis trat am Montag, Herford, 7. Sept. Sonntag, 12. September, findet im Bürgerverein ein Rezitationsabend für das Gewerkschaftskartell statt. Die Betriebsvertrauensleute werden ersucht, die Karten im Sekretariate abzuholen. a Gesmgex, 7. Sept., Sta#tgexordnetensitzung vom v. Sepiember. Auf der Tagesoionung standen folgende Punkte: 1. Abmietung des oberen Konfirmandensaales als Schulzimmer und innere Ausstattung des Raumes; 2. Wanderhaushaltungsschule; 3. Freilegung und Planierung der Bahnhofstraße; 4. Anrag der Witte Theodgra Rolf über Beseitigung des Mißstandes im Wasserabfluß der Bielefelderstraße; 5. Antrag des Rentners Meiners auf Vornahme einiger Reparaturen im städtischen Zu Punkt 1 wurde beschlossen, den oberen Saal als Schulzimmer einzurichten. Es sollen an den Bänken Klapptische angebracht werden. Reinigung und Heizung sollen dem Kirchendiener Schierbaum übertragen werden.— Punkt 2: Die Wanderhaushaltungsschule soll anfangs Januar hier eröffnet werden. Kursus dauert acht Wochen und können Anmeldungen schon jetzt beim Gemeindevorsteher angebracht werden. Da nur eine gewisse Anzahl Personen zu dem Kursus zugelassen wird und allem Anschein nach in den Monaten Januar und Februar die Arbeitslosigkeit in der Zigarrenindustrie in größerem Maße wie zuvor eintreten wird, ist es den Mädchen in der Zigarrenzupor eintreten wird, ist es den Mädchen in der Zigarrenindustrie zu empfehlen, sich rechtzeitig anzumelden. Die Kosten betragen 2 Mk. wöchentlich bei freier Verpflegung.— Punkt 3: Der Maurermeister Kenter wird beauftragt, einen Kostenanschlag anzufertigen und denselben am Donnerstag, 9. Sept., zur außerordentlichen Sitzung vorzulegen.— Punkt 4: Die Stadtvertretung hat keine Verpflichtung und auch kein Recht, an dem Wasserabfluß Veränderungen vorzunehmen.— Punkt 5: Es wurde beschlossen, den Keller und Stall weißen zu lassen, auch Fenster und Gartengitter sollen, wenn erforderlich, gestrichen werden.— Die Vertretung nimmt Kenntnis von dem Schreiben der Regierung, daß die Wahl des Stadtv. Schwabedissen als Schulvorstandsmitglied vom Minister des Innern endgiltig abgelehnt sei. * Werffen b. Bünde, 7. Sept. Das Amt Ennigloh als Arbeitswilligen=Vermittler. Anläßlich des Streiks bei der Firma Wichelmann& Stolte, Werffen, Sitz Burgdamm, hat sich die Firma am Montag, 6. d. M., an die Amtsbehörde gewandt, um von den Arbeitslosen, die die Staatsunterstützung veantragen, Arbeitswillige zu bekommen. Wer nun dachte, daß solches Ansinnen der Firma von der Behörde zurückgewiesen worden wäre, der hatte sich geirrt. Obwohl die Arbeiter erklärten, sie nähmen keine Streikarbeit an, sind sie doch bewogen worden, sich schriftlich zu verpflichten, die Arbeit anzunehmen. Bis jetzt hat aber noch keiner die Arbeit ausgenommen. Die Arbeitslosen haben den Streikenden erklärt, keine Streikarbeit zu verrichten. Wir hoffen auch nicht, daß es Tabakarbeiter gibt, die ihren Kollegen in den Rücken fallen, um zum Lohndrücker und Verräter an ihrer eigenen Sache zu werden.— Kollegen und Kolleginnen! Sagt es den ausführenden Beamten nur, daß sie euch andere Arbeit anweisen könnten, daß ihr aber auf solche Streikarbeit verzichten müßt. Es ist ganz selbstverständlich, daß der Reichstag, sowie die Antragsteller des Artikels IIa des neuen Tabaksteuergesetzes betr Unterstützung geschädigter Arbeiter durch die Annahme des Antrages eine Linderung der äußersten Not bezwecken wollten. Wenn nun aber die Behörden die Arbeitslosen zwingen wollten, Streikarbeit zu leisten, so würde das eine Schädigung der ganzen Tabakarbeiterschaft bedeuten und so könnten Lohnabzüge über Lohnabzüge vorgenommen werden. Auf solche Art könnten dann schließlich sämtliche Arbeitslose in Westfalen zur Streikarbeit angewiesen werden. Denn wer sich dann weigerte, würde der Staatsunterstützung verlustig gehen. Wir können nicht glauben, daß dieses der Bundesrat will und angeordnete hat. Kollegen und Kolleginnen! Im Interesse der allgemeinen Arbeitersolidarität verweigert solche entehrende Angebote, verweigert Streikarbeit! * Spradow, 6. Sept. Die Firma Warmann u. Co., Bünde, welche erst vom 15. bis 22. Aug. ihre beiden hiesigen Filialen geschlossen hatte, sah sich am 1. September wieder genötigt, zu schließen. Wann wieder angefangen wird, steht noch dahin, jedoch vor dem 15. September nicht. In Frage kommen ungefähr 120 Arbeiter.— Die Firma Heldt u. Co., Inh. Wieserhoff u. Poggel, welche ihre Hausarbeiter bereits mit Inkrafttreten des Gesetzes entließ, mußte ihre 16 Fabrikarbeiter ebenfalls eine Woche aussetzen lassen.— Die Firma Striedick u. Martin ließ nicht, wie gemeldet, eine, sondern zwei Wochen sämtliche Arbeiter feiern. Wie verlautet, sollen zur Kartoffelernte die meisten hiesigen Filialen geschlossen werden.— Es sind dann 350 bis 400 Arbeiter brotlos. Diejenigen Arbeiter, welche auf kurze oder längere Zeit arbeitslos waren, haben ihre Unterstützungsansprüche geltend gemacht, erhalten hat aber bis zum heutigen Tage noch keiner etwas. Ob die Regierung meint, diese Leute könnten vom ersparten Gelde leben? * Herringhausen, 7. Sept. Auch hier geht es vorwärts. In der Mitgliederversammlung der Ortsgruppe des Sozialdemokratischen Vereins am letzten Sonntag traten 17 neue Mitglieder dem Verein bei, so daß wir jetzt 43 Mitglieder zählen. Genosse Schmidt sprach über die Bedeutung der politischen Organisation. Die Arbeiter scheinen auch hier endlich begriffen zu haben, daß nur die Sozialdemokratie ihre Interessen vertritt. Der Fortschritt ist um so hoher anzuschlagen, als unserer Partei hier jahrelang kein Lokal zur Verfugung stand, während den Christlichen Tür und Tor offen stand. Der Verrat der Christlichen rächt sich aber auch hier. Auf Genossen, so weiter agitiert, damit wir auch hier bald unserer Stimmenzahl entsprechend organisierte Parteigenossen zählen können. * Westkilver, 7. Sept. Der„Ravensberger" hat schon wieder gelogen. Wallbaum auf der Flucht vor seinen früheren christlichen Anhängern, das bestätigt nun auch der„Ravensberger".„Erst um Mitternacht verlor sich das Gejohle der Freunde des Herrn Hoffmann,“ schreidt das Blatt. Dann erzählt das Blatt weiter, daß dem Besitzer des Hauses die Fenster eingeschlagen worden seien. Daß mit Hoffmann 60 bis 70 Genossen gekommen seien und diese bis Mitternacht gejohlt haben, das glaubt dem„Ravensberger“ niemand. Mit Hoffmann sind drei Genossen von Bünde gekommen, und diese waren schon um 10 Uhr wieder in der Versammlung in Holsen, wo Hoffmann noch geredet hat. Den Christen sollte aber doch endlich ein Licht aufgehen. Wohin sie iyre verlogene Agitation und Volksverräterei führt, daß sie so verachtet werden, daran sind sie selbst schuld. * Schötmar, 6. Sept. Was von dem Arbeiter=Gesangverein in Lemgo geschrieben wurde, trifft auch auf Schötmar zu. Auch hier sind noch sehr viele organisierte Parteigenossen in bürgerlichen Klimbimvereinen. Zur Gründung eines Arbeitergesangvereins findet nun am Sonnabend, abends 8½ Uhr, im„Odeon“ eine Versammlung statt und es sind die in anderen Vereinen organisierten Parteigenossen hierzu eingeladen. * Schötmar, 7. Sept. Die Lippische Regierung und das neue Reichsvereinsgesetz. Vor kurzer Zeit verlangte der hiesige Radfahrerverein die Genehmigung zur Abhaltung einer offentlichen Lustbarkeit. Dies wurde ihm seitens des hiesigen Verwaltungsamtes abgelehnt. Auf die Beschwerde bei Fürstlicher Regierung verlangte die Fürstliche Regierung nach kurzer Zeit vom Verein, daß innerhalb 3 Tagen das Mitglieder=Verzeichnis, sowie die Statuten des Vereins eingereicht würden. Dies wurde natürlich rundweg abgelehnt und ihr mitgeteilt, daß dies Verlangen nach dem Vereinsgesetz ungesetzlich sei. Nach einiger Zeit traf der ablehnende Bescheid Fürstlicher Regierung ein, mit der Begründung, daß kein öffentliches Bedürfnis vorliege und die Regierung bestrebt sei, die öffentlichen Festlichkeiten einzuschränken. Das können wir nicht erkennen, weil das Verwaltungsamt bürgerlichen Kegelklubs mit nur ein paar Mitgliedern und jüngeren Datums im vorigen Winter einen öffentlichen Maskenball gestattet hat. Der Radfahrerverein hat sich beschwerdeführend an das Staatsministerium gewandt. * Brake(Lippe), 5. Sept. Tabakarbeiterlos. Der Zigarrenfabrikant Wettlaufer hier hat es mit seiner christlichen Weltanschauung vereinbaren können, eine arme Zigarrenarbeiterin, Mutter von zwei kleinen Kindern, bei diesen traurigen Zeiten auf das Pflaster zu werfen, angeblich, weil sie zu viel Tabak verbrauchte. Dabei hat die Frau sechs bis sieben Jahre zu voller Zufriedenheit bei ihm gearbeitet und, wie W. selbst früher anderen Personen gegenüber erklärt hat, sei dies seine beste Arbeiterin. Ein ebenfalls frommer und liberaler Mann. Herr Werkmeister Mühling der Firma Ww. Rosenheim in Lemgo, hier, ein intimer Freund des obengenannten Herrn, hat seinen Arbeitern von einer Sorte 1 Mark pro Tausend abgezogen. Früher hat er für die Arbeit 8 Mark gegeben, jetzt soll sie für 7 Mark gemacht werden. Der Meister erhält dieselben Löhne ausbezahlt, welche die Firma in der Hauptfabrik zahlt. Um nun Arbeiter anzulocken, hat derselbe von dieser Sorte keine Provision bezogen, um damit prahlen zu können, daß er keine Arbeit unter 8 Mark hätte. In dieser schlechten Zeit nun dachte der gute Mann ruhig die Mark wieder abziehen zu können, zumal da eine Kollegin zu dem Meister gesagt haben soll, man müsse sich bei diesen Zeiten etwas gefallen lassen. Die Firma hat dann auf Vorstelligwerden der organisierten Kolleginnen— dieselben waren nur zur Hälfte organisiert— 50 Pfg. zugelegt, womit sich dieselben vorläufig zufrieden gaben. * Brake(Lippe), 7. Sept. Die Differenzen bei Rosenheim hier sind zugunsten der Arbeiter geregelt. * Detmold, 7. Sept. Ein Wirt schreibt uns: Der Bierkrieg und die noble Konkurrenz. Vor Jahren nahmen die Brauereien Falkenkrug bei Detmold für 100 Liter Bier 18 Mk., die Aktienbrauerei bei Detmold 17 Mk. Nach Erhöhung der damaligen Steuer nahm erstere 19 Mk. und letztere 18 Mk. Jetzt nun nimmt erstere 23 Mk. und letztere 22 Mk. Da nun die Kohlstädtex Brauerei von 18 auf 20 Mk. gegangen ist und diese Brauerei außerhalb des Ringes und des Verbandes steht, so verkauft jetzt die Falkenkrug=Brauerei in Kohlstädt, Schlangen, Horn, Meinberg, Wehren und vielleicht noch an anderen Orten das Bier zu 18 Mk., um den Brauereibesitzer Hanning, Kohlstädt, zum Eintritt in den Verband zu bewegen oder um ihn vielleicht zu ruinieren. Gestern wurde mir erzählt, die Falkenkrug=Brauerei hätte das Bier in den letzten Tagen voriger Woche in Kohlstädt sogar zu 16 Pfg. anbieten lassen. An diesem Vorgehen erkennt man wieder das wahre Gesicht des BrauereiRinges. e. Detmold, 7. Sept. Die Beleuchtungsfrage wird augenblicklich in Lippe in allen Städten und Dörfern lebhaft erortert. Anlaß dazu haben gegeben die Rundschreiben und Fragebogen der Firma Siemens u. Halske A.=G., Berlin, die seitens Furstlicher Regierung die Vorarbeiten zur ev. Errichtung einer elektrischen Landeszentrale genehmigt erhalten hat. Es scheint aber nur wenig Hoffnung vorhanden zu sein, daß in absehbarer Zeit etwas Greifbares entsteht aus dem Projekt einer elektrischen Zentrale. Es haben deshalb eine Reihe Ortschaften sich mit den benachbarten Städten in Verbindung gesetzt, wegen Abgabe von Gas, um keine eigenen Werke errichten zu brauchen. Die Verhandlungen der Stadt Lage mit der Dorfschaft Heiden sind zum Abschluß gelangt und es ist mit dem Verlegen der Rohre bereits begonnen worden. Seitens der Stadt Detmold sind Unterhandlungen im Gange mit der Dorfschaft Heidenoldendorf und mit der Stadt Horn. Sollten mit der Stadt Horn die Verhandlungen zum Abschluß gelangen, dann wäre es fur die Dorfschaften Spork=Eichholz, Remmighausen und Schmedissen ein leichtes, sich an die Leitung anschließen zu lassen, da sie nie billigere Beleuchtung erhalten werden. Für Detmold wäre der Anschluß eine große Wohltat, denn dann könnte die erst vor wenigen Jahren vergrößerte Gasanstalt besser gewinnbringender ausgenutzt werden. Es ist dieses jetzt nicht möglich, weil der Gasverbrauch einmal zurückgeht durch die Konturrenz der Elektrizität, und dann auch infolge des 8=Uhr=Ladenschlusses. Der in den Etat eingestellte Ueberschuß von 50000 Mark wird wohl nicht erreicht werden. * Berlebeck, 7. Sept. Ein großes Schadenfeuer entstand heute nachmittag zegen 5½ Uhr auf dem am Sternberg gelegenen. Gehöfte des Zimmermeisters Welge. Auf unerklärliche Weise entstand auf dem Boden des Wohnhauses Feuer, das mit großer Schnelligkeit um sich griff. Die Feuerwehr war völlig machtlos, da es ihr an dem 200 Meter hohen Berge an Wasser mangelte. Der plötzlich einsetzende Westwind triev die Funken auf das Dach des gegenüberliegenden Hauses, welches dem Maurer Wendt gehört. Da das Dach mit Strohdocken eingedeckt war, so stand auch dieses große Anwesen bald in hellen Flammen. Mit genauer Not konnten die Frauen— die Männer waren auf Arbeit in Detmold oder in der Fremde— die Ziegen und Schweine retten. Immer rannten die Immer kannten die törichten Tiere wieder in den bereits brennenden Stall. Das Feuer fand reichlich Nahrung an den bereits unter Dach befindlichen Erntevorraten. Die gesamte Ernte der vier Familien, welche beide Häuser bewohnten, ist verbrannt. Junge Leute aus Berlebeck drangen ununterbrochen in die brennenden Gebäude ein und retteten zum großen Teil das nicht versicherte Mobiliar. Die Häuser sind versichert. Bei anbrechender Dunkelheit boten die beiden 14 Tagen ist dies der zweite große Brand in Berlebeck. * Lübbecke, 6. Sept. Stadtverordneten-Sitzung vom 3. September. Es werden die Abschlüsse der Kämmereikasse, der Sparkasse und Gasanstaltskasse mitgeteilt.— In seinem Kündigungsschreiben teilt der Wegemeister Weidel mit, daß er von einigen Stadtverordneten hart angegriffen worden sei und er demzufolge seine Kündigung einreiche. In der nun foigenden Aussprache steut Stadtv. Fischer den Antrag, den Wegemeister Weidel um die Namhaftmachung der betreffenden Stadtverordneten zu ersuchen. Die Versammlung stellt sich aber auf den Standpunkt, daß dieses nicht im Interesse der Stadt liege. HierNr. 209. Vom Gene Malmö, 5. Sepi schaften, soweit sie den uind, traten gestern z abgeschlossenen Vergl In der schwedischen gegen den Vergleich Städten wie Malmö, scharfe Proteste beim Gewerkschaftskartell v faßt, hat sich dem Sitzung machte siche Vergleich bemerkbar; ihren Fortgang. Ma den Vergleich findet. Vergleich und gegen falls ein Beweis dafü nicht am Ende ihrer Wie stark das Int der Gewerkschaftsvors das Telephon des La wurde und man imm wirklich morgen mit Volkshaus in Stockho den Arbeitgebern sons Unternehmern. Dare beitgeber den Frieden Vorsotz, der die Arbe solange auszuharren, nichtet seien, ist verg nahme der Arbeit, Ei Plätze. 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Die Vorstände der schwedischen Gewerkschaften, soweit sie dem schwedischen Gesamtverbande angeschlossen sind, traten gestern zu einer Sitzung zusammen, um über den abgeschlossenen Vergleich und die neue Situation zu beraten. In der schwedischen Arbeiterschaft ist eine starke Opposition gegen den Vergleich entstanden, und aus einer Reihe von Städten wie Malmö, Trelleborg, Engelholm, Sala u. a. sind scharfe Proteste beim Landessekretariat eingelaufen. Auch das Gewerkschaftskartell von Stockholm, das 40000 Mitglieder umfaßt, hat sich dem Protest angeschlossen. In der gestrigen Sitzung machte sich ebenfalls eine starke Strömung gegen den Vergleich bemerkbar; die Diskussion nimmt heute, Sonntag, ihren Fortgang. Man glaubt, daß sich noch eine Mehrheit für den Vergleich findet. Dieser offenbarende Widerstand gegen den Vergleich und gegen die halbe Aufhebung des Streiks ist jedenfalls ein Beweis dafür, daß die schwedischen Arbeiter noch lange nicht am Ende ihrer Kräfte angelangt sind. Wie stark das Interesse der Arbeitgeber an den Beratungen der Gewerkschaftsvorstände ist, zeigt die Tatsache, daß gestern das Telephon des Landessekretariats den ganzen Tag belagert wurde und man immer nur die Frage hörte, ob denn nun auch wirklich morgen mit der Arbeit begonnen werden könne. Das Volkshaus in Stockholm und der Volkspark in Malmö, zwei von den Arbeitgebern sonst gemiedene Plätze, wimmelten gestern von Unternehmern. Daraus kann man ersehen, wie sehr die Arbeitgeber den Frieden ersehnten, viel mehr als die Arbeiter. Der Vorsotz, der die Arbeitgeber beim Beginn des Kampfes leitete, solange auszuharren, bis die Organisationen der Arbeiter vernichtet seien, ist vergessen; der einzige Wunsch ist: Wiederaufnahme der Arbeit, Einzug der alten Arbeiter an ihre früheren Plätze. Nicht die Arbeiterverbände sind vernichtet, nicht die Reihen der organisierten Arbeiter sind gelichtet, sondern im Gegenteil: die Einigkeit der Arbeitgeber ist gesprengt, der eine Teil hat den andern schnöde im Stich gelassen. Ueber den einen Teil der Unternehmer haben die Arbeiter gesiegt, der Sieg über die Hauptscharfmacher im schwedischen Unternehmertum, die Mitglieder im„Schwedischen Arbeitgeberverein“, wird nun nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wenn auch noch am Mittwoch die Londoner„Times“ in einem langen Artikel schreiben, die Bourgeoisie habe in diesem Kampfe gezeigt, daß sie auch ohne die Arbeiter eine lange Zeit auszukommen vermöge, so beweisen die Tatsachen doch das gerade Gegenteil: Wohl haben die Arbeiter stets ihre Bereitwilligkeit zum Frieden gezeigt, aber sie haben sich keinem aufgedrängt. Und wenn nun plötzlich die Friedensaktion in überraschend schneller Weise Resultate erzielte, bei denen die Arbeiter Herren der Situation bleiben, so sind doch diese Resultate der Ohnmacht der Bourgeoisie, den Kampf weiter zu führen, zuzuschreiben. Die Stockholmer Hausbesitzer haben, als sie von einem Mieter streik, der unter den Arbeitern diskutiert wurde, hörten, sofort eine Pression auf den Zivilminister Hamilton ausgeübt, und die immer größer werdende Verbitterung der kleinen und mittleren Unternehmer tat das ihrige, daß die Regierung nun plötzlich durch ihren Mittelsmann Cederberg auf dem Plan erschien und zu vermitteln bereit war. Und zudem sind in diesem Monat die Steuern fällig, der Dalles in Staat und Kommunen tat noch das übrige. So wird die Regierung nun auch noch weiter verhandeln mit den nun allein stehenden Scharfmachern im„Svenska Arbeitsgiversorening“, die nun wohl oder übel die Suppe auslöffeln müssen, die sie sich selbst eingebrockt haben. Die Buchdrucker, deren Verband bekanntlich nicht dem Gesamtverband der Gewerkschaften angeschlossen ist, haben beschlossen, die Arbeit morgen aufzunehmen. Ebenso nehmen auf Anweisung des Landessekretariats die streikenden Landarbeiter morgen die Arbeit wieder auf. Die Stockholmer Börse hatte gestern seit langer Zeit zum erstenmal wieder einen„guten Tag". Alle Papiere stiegen, der Umsatz war groß. „* * Der Kampf gegen den Schwedischen Arbeitgeberverein wird jetzt mit voller Kraft und unverändert fortgesetzt. Vermittlungsvorschläge seitens der Regierung sind nicht gemacht worden, so daß an einen Friedensschluß in der nächsten Zeit nicht zu denken ist. Seitens der Arbeiterschaft wird diese Situation mit GleichSete. Roman aus den Goldfeldern Kaliforniens von Friedrich Gerstäcker. 58„— Dreihundert Dollar— die Summe wäre genügend gewesen, ihn und die Tochter fort von Kalifornien zu nehmen, und wie lange, wie schwer hätte er arbeiten müssen, ehe er so viel Gold mit Spitzhacke und Schaufel oder Brechstange zusammenbrachte.“ „Zwei Stunden abends?" wiederholte der Spanier, unschlussig zögernd. „Zwei Stunden nur, und selbst die nicht unausgesetzt. Sie mag sie sich nach ihrer eigenen Bequemlichkeit wählen, und das ganze auf eine Karte, Senor, im Umschlag könnt Ihr die dreihundert Dollar in der Tasche haben, und ich muß eine zweite gleich hohe Summe gegen die nämliche Bedingung setzen.“ Ronez stand still und bleich, die Arme fest und fast wie krampfhaft auf der Brust gefaltet, während die Umstehenden neugierig herzudrängten, den wunderlichen Handel anzuhören. „Es sei.“ flüsterte da endlich der Spanier. Ich halte Euer Gebot. Dreihundert Dollar gegen die bestimmte Zeit.“ „Vortrefflich— welche Karte— da liegt die Zehn— ein ganz ausgezeichnetes Blatt.“ Ich Oie blick, und Karten. halte sie—“ Blätter fielen, niemand weiter setzte in diesem Augenalles blickte nur gespannt auf die umgeworfenen „Die Zehn,“ rief es von sechs, acht Stimmen zugleich. „Für mich,“ sagte mit einem leisen Bedauern im Ton der Spieler. „Der Spanier antwortete nicht; er hatte die Hand unter seiner Jacke krampfhaft auf dem Herzen geballt und griff das Fleisch sich blutig, das ex dort gefaßt hielt. Da fühlte er eine leichte Hand auf seiner Schulter, und als er langsam den Kopf dorthin wandte, schaute er in das bleiche ruhige Antlitz Hetions. „Don Alonso,“ flüsterte dieser in spanischer Sprache.„Eure Tochter erwartet Euch. Sie hat sich Eurethalben schon geDer Spanier zögerte, aber fast unwillürlich drehte er sich dabei von dem Tische ab, dem Rufe Folge zu leisten. „Hallo, Hetson,“ rief in diesem Augenblick Siftly, der ihn bemerkte,„du bist ein seltener Gast, komm her, versuch' einmal dein Glück!"..„„ tmmptet: 2 „Hetson warf ihm einen ernsten Blick zu, antwortete aber keine Silbe auf die Aufforderung, und winkte nur Don Alonso leise mit der Hand, ihm zu folgen. „Heda, der Alcalde,“ tönte es aber jetzt auch von anderer Seite, als ihn hier und da einzelne der Männer erkannten. „Einen Schluck Brandy, old fellow? Kommt her, wir müssen mut aufgenommen. Auf Grund der mit den einzelnen Unternehmerorganisationen abgeschlossenen Vereinbarung ist die Arbeit bei diesen Gruppen jetzt wieder ausgenommen worden, soweit am Montag eine Möglichkeit dazu vorhanden war. Nur die Straßenbahngesellschaft und die Kommunalbetriebe machen Schwierigkeiten, indem sie die Unterschrift persönlicher Verträge von den sich zur Wiederaufnahme der Arbeit Meldenden verlangte. Diese Bedingung ist für die Arbeiterschaft unannehmbar, und es wird gegen die betreffenden Betriebe der Ausstand fortgesetzt. Die Stimmung in der Arbeiterschaft ist überall— besonders unter den Kämpfenden— eine feste, und die Entschlossenheit zur Durchführung des Kampfes ist ungebrochen. Im Kampfe verbarren 165.000 Arbeiter. Die Zahl der Arbeiter, die auf Grund der abgeschlossenen Vereinbarung die Arbeit wieder aufnimmt, beträgt schon 110 000; davon werden zirka 10000 der obengenannten Betriebe(Straßenbahn und Kommunalbetriebe), die persönliche Verträge verlangen, im Ausstand verbleiben, so daß die Zahl der Ausständigen um diese Zahl erhöht wird. Aus den Organisationen. Die Agitationskommission für Schleswig=Holstein und das Fürstentum Lübeck veröffentlicht ihren Jahresbericht. Trotz des wirtschaftlichen Niederganges ist erfreulicherweise eine Mitgliederzunahme zu verzeichnen. Die Zahl der sozialdemokratiichen Ortsvereine stieg von 95 auf 102. Die Kreisorganisation hatte am Schlusse des Geschäftsjahres insgesamt 38350 Mitglieder(inklusive 386 Einzelmitgliedern). Am Schlusse des vorigen Geschäftsjahres waren insgesamt 30381 Mitglieder vorhanden, daneben 2117 Genossen und 3232 Genossinnen, die freiwillige Beiträge bezahlten. Die freiwilligen Beitragzahler sind nach dem Inkrafttreten des Reichsvereinsgesetzes in die Organisationen eingereiht worden, so daß der eigentliche Zuwachs 2620 beträgt. An diesem Zuwachs sind die weivlichen Mitglieder mit 1752 beteiligt, die Gesamtzahl der weiblichen Mitglieder im Agitationsbezirk beträgt 4984. 39 Ortsvereine(1908: 37) erheben einen Monatsbeitrag von 30 Pfg., 36(58) einen solchen von 40 Pfg., und 27 einen Wochenbeitrag von 10 Pfg. Die Wirkungen der Krise haben sich am meisten in den Abonnentenziffern der im Agitationsbezirk verbreiteten Parteizeitungen bemerkbar gemacht. Die Abonnentenziffern aller Zeitungen sind zurückgegangen, wenn auch nur wenig, handelt sich nur um einen Verlust von einigen Hundert. Di. Schleswig=Holsteinische Volkszeitung“ hatte am Schlusse des Geschäftsjahres 22732, das„Hamburger Echo“(nur im Agitationsbezirk Schleswig=Holstein) 13594, der„Lübecker Volksbote“(in dem zum Großherzogtum Oldenburg gehörigen Fürstentum Lübeck) 692, die„Gleichheit“ 3723 Abonnenten. Eine besondere Bedeutung hat im Agitationsbezirk die Landagitation, wohnt doch noch fast die Hälfte aller Provinzbewohner in ländlichen Gemeinden(1905: 647000 von 1½ Millionen). Aus diesem Grunde beschloß der Provinz=Parteitag vor zwei Jahren, die Verbreitung des Agitationskalenders einzustellen und dafür eine monatlich erscheinende Zeitung, die „Schleswig=Holsteinische Landpost“, herauszugeben. Die„Schleswig=Holsteinische Landpost“ wird zweimal im Jahre, im April und Oktober, ganz allgemein im Agitationsbezirk verbreitet, bei welcher Gelegenheit Bezieher für die Zeitung geworben werden. Die geworbenen Bezieher erhalten dann allmonatlich die Zeitung gratis durch die Post zugesandt. Die „Landpost“ wird von allen Kreisen als ein vorzügliches Agitationsmittel bezeichnet, die Zahl der Bezieher stieg im Geschäftsjahre von 11 580 auf 17598. Im ganzen sind 430 150 Exemplare der„Landpost" zur Verbreitung gelangt.— Die Bildungsarbeit ist im Bezirk eifrig betrieben worden. In Kiel, Gaarden und Flensburg hielt Genosse Duncker einen Zyklus von Vorträgen, in 8 Orten hielt Genosse Borchardt=Berlin, in über einem Dutzend von Orten Genosse Laufkötter=Hamburg nationalökonomische Vortragszyklen ab.— In 24 Orten bestehen Jugendausschüsse, in einigen weiteren Orten sind solche in Vorbereitung. Jugendorganisationen bestehen 17 im Kreise(1908: 3), die 1284 Mitglieder haben. Der Kieler Jugendausschuß ist als Auskunftsstelle für die Jugendbewegung in der Provinz bestimmt worden. — Die Arbeitsruhe am 1. Mai hat durch die Krise etwas gelitten. In 57 Orten(1908: 68) wurde der 1. Mai durch Arbeitsruhe begangen; es feierten 16169(1908: 20 223) Perionen.— einmal zusammen trinken. Hol's der Teufel, Mann, Ihr macht Euch ja so rar wie eine Schwalbe im Winter. He, Wirt, eine Flasche von Euren Bleihalsen!“ „Ich danke euch, ihr Leute,“ sagte da Hetson ruhig,„ich trinke nie Spirituosen.“ „Temperance=Mann— he?“ lachten fünf, sechs Stimmen um ihn her.„Den Teufel auch, daß paßt nicht nach Kalifornien!“ „Kommt, Senor, es wird Zeit, daß wir gehen.“ „Si— si, Senor.“ „Aber das ist nicht recht, Hetson,“ rief ihm Siftly noch einmal zu.—„Du darfst mir meinen besten Kunden nicht entführen. Senor, nicht noch ein einziges Blatt? Acht Wochen oder nichts. Nun gut, beim Teufel, wenn Ihr denn nicht wollt, mir auch recht, ich hätte Euch die Gelegenheit noch geboten. Also morgen abend, vergeßt mir's nicht, oder ich muß Euch mahnen.“ Hetson hatte des Spaniers Arm ergriffen und zog ihn mehr, als er freiwillig ging, aus dem Gedränge. „Was wollte der Mann mit den acht Wochen sagen?“ frug er ihn, als sie mitsammen die freie, dunkle Straße betraten. „Er hat falsch gespielt,“ flüsterte der Spanier statt anderer Antwort halblaut, und wie mit sich selber redend, vor sich hin, „ich sah's, wie er die Karte unterschlug.“ „Und hab' ich Euch nicht vor diesen Spielern gewarnt? Habt Ihr mir, habt Ihr Eurer Tochter nicht fest versprochen, sie zu meiden?“ sagte der Amerikaner mit leisem, aber nicht unfreundlichem Vorwurf im Ton. „Ich weiß es, ich weiß es,“ stöhnte der alte Mann, aber— ich konnte nicht anders. Es mußte sein, das Schicksal wollte es.“ „Und um was habt Ihr gespielt?“ „Um meine Seele,“ hauchte der Spanier, schlug die Zarape um sich, daß sie sein Gesicht bis zu den Augen verdeckte, und schritt still und düster neben seinem Führer hin, die Straße nieder. 20. Das Wiedersehen. Ein leichter Nebel lag am nächsten Morgen über dem Tal. der aber, mit Sonnenaufgang, als erquickender Tau niederfiel und der Luft eine eigene wunderbare Frische gab. Nur ein leiser, von den Sonnenstrahlen rötlich gefärbter Duft schwebte noch über dem engen Bergkessel, in dem das dunkle Grün des Cedernlaubes eine fast bläuliche Färbung annahm und die roten riesigen Stämme dieser stattlichen Bäume wie glänzende Säulen aus dem Waldesschatten herausschimmerten. So reizend aber auch die Natur, und so friedlich sie da liegen mochte, so ganz verschieden war der Mensch,„das edelste Geschöpf der Erde“, wie er selbst so gern sich nennt, so wenig im Einklang stand er mit diesem duftigen Rosenschein, der an den Hängen lag mit dem leise rauschenden Laube dem murmelnden Bache. Haß, Neid, Zwietracht, Gier nach Gold, das waren die Leidenschaften, die Die Agitationskommission vereinnahmte(inklusive eines Kassenbestandes von 3605,77 Mark) 32058,72 Mark(darunter 11073,41 Mark Beiträge der Kreise, 9500 Mark Zuschuß vom Parteivorstand in Berlin und 3000 Mark Zuwendung von der Geschäftsleitung der„Schleswig=Holsteinischen Volkszeitung") und verausgabte 30 355,69 Mark. Von den einzelnen Kreisorganisationen sind an den Parteivorstand in Berlin 20 518,38 Mark abgeführt worden. Erfreulich sind die Resultate, die auf kommunalpolitischem Gebiete erzielt worden sind. In 24 Städten beteiligten sich die Genossen an den Stadtverordnetenwahlen; gewählt wurden 11 Genossen, so daß gegenwärtig 19 Genossen als Stadtverordnete tätig sind, und zwar 11 in Kiel, 4 in Wandsbek, 2 in Itzehoe und je 1 in Lauenburg und Heiligenhafen. Auch in den Orten, wo positive Resultate nicht erzielt worden sind, ist eine prächtige Stimmenzunahme zu verzeichnen, so daß in mehreren Orten das Eindringen von sozialdemokratischen Vertretern in die Stadtvertretungen in absehbarer Zeit bevorsteht. In 40 Landgemeinden beteiligten sich die Parteigenossen an den Gemeindevertreterwahlen, wobei 41 Genossen als Vertreter gewählt wurden. Die Gesamtzahl der sozialdemokratischen Gemeindevertreter beträgt 144 gegen 124 im Vorjahre. Dersozialdemokratische Verein für Halle und den Saalkreis hielt am 5. September Generalversammlung ab. Dem Bericht des Vorstandes entnehmen wir, daß die Organisation trotz der Krise sich vortrefflich ertwickelt hat. Die Mitgliederzahl stieg, von 3790, worunter 91 weibliche, auf 5175, worunter 543 weibliche. Der Prozentsatz der politisch Organisierten zu den gewerkschaftlich Organisierten beträgt 43 Prozent, zur Zahl der sozialdemokratischen Stimmen bei der Reichstagswahl 21 Proz. (nur die männlichen Mitglieder gerechnet). Auch der Kassenbericht ist ein recht günstiger. Er schließt ab mit 27013,33 Mk. Einnahme, der eine Ausgabe von 14988,30 Mk. gegenübersteht, so daß ein Vermögensbestand von 11 475,03 Mk. verbleibt; außerdem ist ein Maifonds von 550 Mk. vorhanden. Vom Vermögen sind 7000 Mk. in Volkspark=Anteilen begeben, 4475,03 Mk. sind Kassenbestand, gegen 975,10 Mk. zu Beginn des Jahres. Flugblätter sind verbreitet worden 121 800, dazu 24000 Volkskalender. Der Kreis steht vor einer Ersatzwahl zum Reichstage, als Kandidat ist wiederum der Genosse Kunert nominiert worden, der die Erfolge, die in der Zeit schwerer wirtschaftlicher Not errungen sind, als Anlaß bezeichnet, mit froher Zuversicht den kommenden Kämpfen bei der Reichstags- und Stadtverordnetenwahl entgegenzusehen. Ueber den Stand der Presse ist zu melden, daß es gelungen ist, die Abonnentenziffer zu halten; der Kassenabschluß des Verlags ist ebenfalls günstiger als im Vorjahr. Namens der Redaktion erklärt Genosse Hennig, daß das „Volksblatt für Halle“ wie bisher den Standpunkt des schärfsten Klassenkampfes vertreten werde. Das sei um so leichter, da in Halle nach wie vor der alte Block von den Stocklonservativen bis zu den„Liberalen“ herrsche. Von diesem Gesichtspunkte aus werde auch jede Parteifrage behandelt.— Der Vorsitzende. Reichstagsabgeordnete Genosse Albrecht, stellt fest, daß sowohl in Halle wie in allen Kreisen des Bezirks die Genossen sich mit der Haltung des Blattes einverstanden erklärt haben. Der Vormarsch der tschechischen Sozialdemokratie. Dem am Sonntag in Prag=Smichow zusammentretenden Parteitage der tschechischen sozialdemokratischen Partei liegt ein ausführlicher, vom Sekretär, Genossen Bruha, erstatteter Bericht vor. Er umsaßt die Zeit seit dem Parteitage von Weinberge im Jahre 1906 bis Ende Juni 1909, also 2 Jahre und 10 Monate und zeigt, daß die Partei in dieser Zeit trotz der wirtschaftlichen Krise und trotz der in diesen Jahren wieder im großen Stile betriebenen chauvinistischen Hetze einen erfreulichen Aufschwung genommen hat. Im Jahre 1906 wurde berichtet, daß die Partei 1517 Lokalorganisationen besitze, von denen 1376 ihren Verpflichtungen nachkamen und insgesamt 99000 Mitglieder zählten.(Die politische Organisation ist nicht auf politischen Vereinen aufgebaut, die in Oesterreich nicht miteinander in Verbindung treten dürfen, sondern auf losen örtlichen Organisationen, die aber ein regelrechtes Vereinsleben führen.) Nunmehr weist der Bericht 2462 Lokalorganisationen, davon 1850 in Böhmen, 324 in Mähren, 69 in Schlesien, 123 in Nieder= und 6 in Oberösterreich. Diese verteilen sich auf 28 Kreisorganisationen. Die Zahl der politisch organisierten Genossen ist auf 116 762 gestiegen, von denen 91794 in Böhmen, 16897 in Mähren. 4802 in Nieder= und 289 in Oberösterreich organisiert sind. Da eine Reihe von Organisationen nicht berichteten und im Juni 1909 bei der Parteikasse die Beiträge für 148535 Genossen dieses kleine, geschäftige Volk erfüllten, und mit dem Bewußtsein, daß hier das edle Metall im Boden lag, hätten sie sich selbst ein wirkliches Paradies zur Hölle umgeschaffen. Hetson, der Alcalde dieser wilden gemischten Völkerschar, war schon mit Tagesgrauen munter und auf, und mit der Unruhe, die ihn trieb, Näheres über den Stand der Dinge im Lager zu hören, fertig angezogen, den Sheriff aufzusuchen. Gern hätte er allerdings noch vorher mit Manuelas Vater gesprochen. der ihm gestern abend keine Rede stehen wollte; der alte Spanier schlief aber noch fest, und er verschob es auf eine andere Zeit, gingen ihm jetzt doch auch wichtigere Dinge im Kopfe herum. Seine Frau bat er nur, mit dem Frühstuck nicht auf ihn zu warten, und verließ das Zelt. Mrs. Hetson hatte indessen wohl bemerkt, daß etwas Ungewöhnliches im Lager vorging, wenn sie auch die wahre Ursache nicht ahnte und keineswegs an irgend eine Gefahr dachte. Aber sie fühlte sich auch glücklich, daß Heison in den letzten Tagen sein schwermütiges Wesen fast ganz verloren hatte, ja eher fest und heiter wurde, und in der neuen Beschäftigung sich wohl und zufrieden zu bewegen schien. Er hatte eine Tätigkeit gewonnen, die ihm bis dahin durchaus gefehlt, und mit der Verantwortung, die er dabei zugleich bekommen, stählten sich die schon fast erschöpften Geisteskräfte wieder, und wich der düstere Schatten mehr und mehr zurück, der bis dahin schon einige Male gedroht hatte, sein Leben völlig zu umnachten. Nur Manuela war heute morgen recht ernst und trüb gestimmt, denn mit dem letzten Abend tauchte aufs neue die Sorge um den Vater auf. Daß jener Amerikaner, den sie mehr als irgend einen Menschen fürchtete, ihr stilles Asyl hier aufgefunden, beunruhigte sie am meisten, und nicht mit Unrecht hatte sie gefürchtet, daß er den schwachen Vater aufs neue verleiten würde, sich seinem Rate, seiner Führung zu überlassen. Der letzte Abend an dem sie ihn vergebens zur rechten Zeit erwartet, lieferte ihr den Beweis, daß sie sich nicht geirrt, und nur Heisons Versicherung hatte sie in etwas beruhigt, daß er Siftly veranlassen würde, von jetzt an mit Don Alonso nicht mehr zu spielen. Manuela, die mit inniger Liebe an Mrs. Hetson hing und sich jeder, wenn auch noch so ungewohnten Arbeit mit Freuden unterzog, hatte auch heute das Frühstück schon bereitet, aber vergebens damit auf ihren Vater gewartet. Sie und Mrs. Hetson verzehrten es zusammen, und immer noch kam weder Heison zurück, noch ließ sich Don Alonso sehen, der sich scheute, der Tochter unter die Augen zu treten. „Komm, Manuela,“ sagte da Mrs. Hetson,„die Männer lassen uns heute ganz im Stiche, dein Vater sowohl wie Mr. Hetson, und ich denke, wir haben lange genug auf sie gewartet. Wir wollen deshalb ihr Frühstück warm stellen und indessen einen Spaziergang machen, denn einen schöneren Morgen haben wir noch nicht gehabt, seit wir in den Bergen sind. Es ist zu wunderbar herrlich draußen, und wahrlich Sünde, solche Zeit einliesen, Genossen eaie Keslgeund tlöschde die Seiantut dr ernanserter entwickelte auch eine rege Versammlungstätigkeit. In der 34monatigen Berichtsperiode wurden insgesamt 57108 offentliche und nichtöffentliche Vereins= und Wählerversammten. Davon wurden 783 verboten oder behördlich Die Presse machte ebenfalls gute Fortschritte. Die Partei verfügt jetzt über 25 politische Blätter, von denen drei taglich, eins dreimal, zwei zweimal und 19 einmal wöchontlich ersch „Zwei„weimal und 13 einmar wöchentlich, erscheinen. andere. ztfäzenscheinen 9, dgrunter eine wissenschaftliche Meonatsschrift(terzersheinen 9, darunter eine winensch illustriartes in Wunbemie), ein sehr vornehm ausgest klustriettes Unterhaltungsblatt und zwei Witzblätter. Ge schaftsorgane erscheinen in tschechischer Sprache 43 ftsorgane, erscheinen„. Ichichischer Shrache 49. gerner noch im sozialdemokratischen Sinne redigiert ein Organ stattetes henossensind und Kleinbauern, eines für Gewerbetreibende(beide End, Oxgaus von Verbänden sozialdemokratischer Kleinbauern zür Stagtg, gtre benden), eines für Konsumvereine und eines aab Bücher undR. Der Parteiverlag Broschuren in einer Gesamtauflage von 590000 tam ahgesch, purden 168 000 Kalender und 80000 Maisestschrif. ##Bä#d#s Strafionto der Partei. Wegen ihrer verfolgt, von denen kag den in den 34 Monaten 1845 Genossen 12 Johren§. freigesprochen und 1837 zu insgesamt Gronen Geldstrase. u. Tagen Freiheits= und zu 6293 Kronen Geltstrafe vexurteilt wurden. Die Genossen veieiligren sich an 786 Gemeindewahlen und ererz Erfolge. Insgesamt gibt es 1621 tschechische vorsteher(Schulzen).. 15 Gemeinde. Gewerkschaftsbewegung. den Allgemeinen Knappschaftsverein Bochum. Eine stattgefundene Konferenz der dem Bergarbeiterverbans ssachengsid Augemeinen Knappschafts300000 Mitglieher. Bochum, der weit über neuen Ve#a# der umfaßt, befaßte sich mit der Aufstellung eines Resvemprogramms. Außer den alten Forderungen der Ruhrbergleute, die bei der Fassung des Kompromißstatuts vom 1. Juli. 1908 infolge der Halsstarrigkeit der Zechenbesitzer nicht burchgesetzt werden konnten, wurden eine Reihe neuer Forderungen aufgestellt, die meist ihre Entstehung der rigorosen und Erenwihrigen Auslegung des neuen Statuts verdanken. So zum „# die Auslegung der Bestimmungen über die Wahl der aellenen, vermöge derer es den Zechenbesitzern ein leichtes ist, unliebsame Aelteste kaltzustellen, ohne eine Neuwahl vornehmen lassen zu müssen,— und die Auslegung der Bestimmungen über die Beibringung von Gesundheitsattesten nach mehr denn dreimonatlicher Unterbrechung der Bergarbeit. Die wesentlichen Punkte des neuen Reformprogramms sind: a) Bei der Krankenkasse: Erhöhung des Krankengeldes auf drei Viertel des Lohnes.— Freie Arztwahl innerhalb eines Umkreises von 10 Kilometer.— Aufhebung des Zwanges für die invaliden Mitgliever, sich von der Krankenversicherungspflicht befreien zu lassen, bevor sie an einem Bergwerk als Invaliden beschäftigt werden.— Unentgeltlichkeit der diversen Gesundheitsatteste, die bei Anlegung resp. Wiederanlegung verlangt werden. — Freie ärztliche Behandlung und Heilmittel für Frau und Fadesfalle der Peradadren.— Zahlung eines Sterbegeldes im b) Bei der Pensionskasse: Erhöhung und Staffelung der Pensionen in dem Sinne, daß sie bei 25jähriger Mitgliedschaft mindestens die Hälfte des durchschnittlichen Hauerlohns betragen.— Freie arztliche Behandlung, Medikamente, Heilmittel, Krankenhaus= und Heilstattenpflege sowie Badekuren für Invalidem— Abfindung der Witwen bei Wiederverheiratung.— Cie.„ Stan“e aucd Dr. Kiader nuich letender Jnnalber im Staaut vom 1. Juli 1908 gestrichen wurde).— Verserung des Invalidisierungsverfahrens bezuglich der ärztlichen Begutachtung.— Nach 25jähriger Mitgliedschaft ist die Invalidenpension auf Antrag ohne den Nachweis der Invalidität zu zahlen.— Herabsetzung der Wartezeit auf die Leistungen der Pensionskasse von 250 Wochen auf 100 Wochen.— Reichsrenten, Unfallrenten, Militärpensionen usw. dürfen nur aufgerechnet werden, wenn und soweit diese Renten und Pensionen zusammen den Betrag von 1200 Mk. im Jahre übersteigen. auch nicht um uns, lächelte die junge Frau;„deshalb darf er es auch uns nicht übel nehmen, wenn wir uns in der freien Luft ein Stündchen ergehen. Lieber Gott, was hat man denn anders in den Bergen hier, als eben die schöne, wirklich wunderbar schöne Natur?“ „Aber der Lärm, der gestern überall in der Stadt herrschte!" sagte Manuela besorgt. „Fürchte nichts für uns,“ sagte aber freundlich die Frau,„du bist vielleicht in deiner Heimat an andere Sitten gewöhnt, Manuela; die Frauen sind aber unter den Amerikanern überall sicher, ja, sie wurden in jedem, sei er sonst noch so roh und ungebildet, Schutz finden, sollten sie dessen überhaupt bedürfen. Deshalb nimm deine Mantille; es ist außerdem die Frage, ob Mr. Hetson vor dem Mittagessen wieder nach Hause kommen wird, denn er sagte mir, daß er entsetzlich viel mit dem Sheriff abzumachen hätte. Kehren wir also nur zur Zeit zurück, das bereit zu haben, so werden wir schwerlich vermißt werden. Ich habe mich auch schon lange einmal danach gesehnt, einen der benachbarten. Hügel zu ersteigen, von da den keinen Ohrt in dem mich auch schon lange einmal danach gesehnt, einen der benachbarken=Gag fa ersing., von Ia ven keinen Drl, in dem wir leben, und den unsere neuen Landsleute etwas naiv und anspruchslos das Paradies genannt, zu übersehen.“—-ein einzelner Reiter, der, abgestiegen von seinem Tier, mit dem rechten Arme auf dem Sattei desselben lehnte, und die vor ihm ausgebreitete freundliche Szene überblickte. Es war ein noch junger Mann mit offenen ehrlichen Zügen, das Gesicht stark sonngebräunt, aber ohne Bart, mit braunem lockigen Haar und heuen blauen Augen. Seiner Kleidung nach gehörte er aber nicht den Amerikanern an, denn er trug einen braunen Rock von jedenfalls englischem wasserdichten Stoffe, ein Paar graue englisch=lederne Hosen und einen Panamahut. Alles noch ziemlich neu und von Arbeit wenig mitgenommen. Wohl eine Viertelstunde hatte er hier so gestanden, und das Pferd, das nahrscheinlich hungrig seig paechie, sing an, das Gras zu seinen Fußen abzuweiden, als er vloglich den Kopf rasch emporwarf und dann laut aufwieherte. Ein anderes antwortete ihm nicht weit entfernt, und als sich der Fremde umwandte, zu sehen wer da käme, bemerkte er einen alten Mann in blauem Jeanes=Frack, wie ihn die amerikanischen Hinterwäldler gewöhnlich tragen, ein Stück roten Flanell als Gamaschen um den unteren Teil der Beine gebunden, und einen alten, zerdrückten schokoladenfarbigen Filzhut auf dem Kopfe, der sein Pferd im Scheitte dem schmaen, vier durch den Wald führenden Bergpfade folgen ließ. Auf der linken Schulter trug er dabei eine der langen amerikanischen Rifle, und eine alte, viel gebrauchte braunlederne Kugeltasche, mit dem Pulverhorn außen dran, an der rechten Seite. Als er den Fremden übrigens bemerkte, hielt er ebenfalls, nickte ihm zu und stieg dann ruhig aus dem Sattel, wobei er nur den Zügel herunterwarf und das Pferd sich selber überließ.(Fortsetzung folgt.) Der Kohl als Nahrungsmittel. Von Dr. med. Wilh. Kühn, Leipzig. (Nachdruck verboten.) Au unseren Nahrungsmitteln gehören vor allen Dingen auch die Gemüse, die sich aus den verschiedensten Teilen der Pflanzen **** „Bezüglich der Verwaltung der Pensions= und Krankenkasse - Wahl des nem Mablaan wiro geforvert: Abschaffung der Oberältesten.— Wahl des Aeltesten und seines Ersatzmannes in einem Wählgange.— der Inpasiden für alle Mitglicher einschließlich Beratung des im ganzen 26 Hauptpunkte umfassenden Reformprogramms haben die Verbandsältesten beschlossen, die Einherufung einer außerordentlichen General Versammlung zu in we des halb schon jetzt alle Brasnschweig Gewerkschaftskartelle des Herzogtuns #.##nschweig fand am 5. September in Seesen a. Harz statt. Sie war von 57 Oelegierten aus 9r Ortep hefurcht uunk Portstatt. „„In d. Teleglerten aus 28 Drien befucht und beschäftigte sich in erster Linie mit den Wahlen, die auf Grund der Arbeiterversicherung im Oktober und November o. J. zu den unteren Verwaltungsvehorden vorgenommen werden mussen. Genosse au#meier-Braunschweig, hielt zu dieser, Frage das Referat. weiter sorach der Arbeitersekretär Vooler=Braunschweig übe leifer ersucht, Hamburg zu meiden. Beendeter Streik. Der Streik der Steinsetzer und Rammer esden, der am 21. April begann, ist am Sonnabend mit Erfolg für die Streitenden durch Verhandlungen beendet. ein Tarifvertrag bis zum Jahre 1914 mit staffelweiser Lohnerhöhung abgeschlossen. Der Stundenlohn beträgt im letzten Vertragsjahre 90 Pfg. für Steinsetzer. Ein Erfolg des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer.„Die in der Zement= und Betonbranche Leipzigs beschäftigten, im Zentralverbande organisierten Maschinisten und schlossen m4 Heizer s#.##### mit den Unternehmern einen Tarifvertrag ab, wonach der unfangswochentoyn statt wie bisher 24—26 Mk. nunmehr 28 Mk. beträgt und jährlich während der Dauer des (30. Juni 1912) um 1 Mk. steigt. Die Arbeitszeit Föttögf.10 Stunden täglich; Ueberstunden werden mit 20 Pfg. esemeier=Braunschweig hielt zu dieser Frage das Referat. die Rechtsauskunfterteilung durch das Arbeitersekretzriat Im Leipziger K Maschinisten auf 34—35 Mk. tariflich festgelegt. gslokale der sehr im argen liegt, so hat der Landesvorstand der sozialdemoFHauing gester. J. e tums 1000 Mi. jährlich zur Verfür den Freis Aunellung eines agitatorisch tätigen Genossen Die Delegierten aus den Orten des dritten Kreises stimmten hierauf einstimmig einem Antrag Wesemeier zu. der besagt, daß sich die Delegierten verpflichten, in ihren Gewerkschaften mit allen Kräften dafür einzutreten, daß pro Mitglied der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter und pro Quartal 10 Pfennig gezahlt wird zum Zwecke der Anstellung eines agitatorisch wirkenden Genossen für den dritten Kreis oder zum Zwecke der Unterstützung von Genossen in den einzelnen größeren Orten des Kreises, die sich ganz der Agitation für die Ausbreitung der modernen Organisationen der Arbeiter, der politischen wie gewerkschaftlichen, und den sonstigen agitatorischen Arbeiten für die Albeiterbewegung widmen. Die Beiträge sind an die Landeskasse abzuführen. Die Anstellung eines Genossen soll zum 1. Januar 1910 erfolgen. Zum Schluß sprach Genossen Zander=Braunschweig über die gegnerischen Gewerkschaften. In der Diskussion wurde scharf gegen die Streikbrechertaktik und arbeiterverräterische Handlungsweise der„Christlichen“ in den verschiedenen Fällen auch im Harze gesprochen und es wurde gewünscht, daß die Generalkommission der Gewerkschaften Broschüren mit Material gegen die„christlichen“ und sonstigen gegnerischen Gewerkschaften gratis zur Verbreitung bringen möge. # Zur. Lehnbewegung der Glasschleifer in Hamburg. Die Schleifereivesitzer in Hamburg haben den Glasschleifern einen Tarif unterbreitet, der für die Arbeiter unannehmbar ist. Der Minimallohn betrug bisher für Fassettenschleifer 65 Pfg. pro Stunde, er soll jetzt nach dem neuen Tarif auf 60 Pfg. herabgesetzt werden. Die Arbeitszeit betrug 9 Stunden, am Sonnabend 8 Stunden und an den drei Tagen vor den hohen Festen nur 6½ Stunden, doch wurden 9 Stunden voll bezahlt. Nach dem neuen Tarif soll nur die wirklich geleistete Arbeit bezahlt werden und die Stunde am Sonnabend wie an den Tagen vor dem Fest in Wegfall kommen. Die Lohnzahlung an den Sonnabenden war oft eine unpünktliche und die Arbeiter mußten längere Zeit auf den Lohn warten. Betrug die Wartezeit länger als eine halbe Stunde, so mußte diese Zeit dem Stundenlohn entsprechend bezahlt werden. Dies soll nicht mehr geschehen. Ueberstunden wurden bisher mit 25 Prozent Aufschlag bezahlt. Dieser Aufschlag soll fortfallen und zwar bei allen den Arbeitern, die durch irgend welche Vorkommnisse die Arbeit versäumt haben, so in Krankheitsfällen oder bei Wahrnehmung irgend eines Termins. Demnach dürften die Arbeiter wohl niemals daran denken, für Ueberstunden den Aufschlag zu erhalten. Nach dem bisher geltenden Tarif wurden den Glasschleifern wasserdichte Schürzen und Gamaschen geliefert, damit sich die Arbeiter vor dem herabfließenden Wasser schützen konnten. Auch dazu wollen sich die Schleifereibesitzer nicht mehr vereit finden. Will sich der Arbeiter gegen rheumatische Krankheiten schützen, dann soll er dies auf eigene Kosten ausführen. wollen die Unternehmer den Tarif auf drei Jahre festDie Arbeiter haben den Tarif abgelehnt und sind bereit, Genossenschaftsbewegung. ie###erit gu# den Tarif abgelehnt und sind Fereit, den alten Tarif auf ein weiteres Jahr„verlängern. Gehen „ ken Talif auf ein weiteres Jahr zu verlängern. Geyen vie Unternehmer darauf nicht ein, dann durfte es am 1. Oktober und Steuererhöhungen. Vor einiger Zeit wurde ein Artikel der„Taglichen Rundschau viel abgedruckt, der das Thema:„Private Zuschlagssteuern“ erorterte. Die Zusammenneuung der„Täglichen Rundschau“ über die versuchten Preiserhöhungen durchlief nahezu die gesamte Presse, auch die„Gothaische Zeitung" nahm von ihr Notiz. Darauf übersandte der znung, die in diesen nehmen wiederum die Kohlarten eine hervorragende Stelle ein. In manchen Ländern faßt man den Ausdruck Gemüse verkehrt auf, denn wir haben dazu weder die Getreideorten, noch die trockenen Hülsenfrüchte oder die Kartoffeln zu zählen, diese Gothaer Rabattsparverein dem Blatt eine Entgegn Ner. 201 der„Gothaischen Zeitung“ abgedruckt wird. Sie lautet folgendermaßen: ur 81#„Gotha, den 23. August 1909. An die Direktion des zirlages von Friedrich Andreas Perthes, Aktiengesellschaft. Hier. In Nr. 193 der„Gothaischen Zeitung“ vom 19. d. M. wird an erster Stelle unter der vielsagenden Ueberschrift„Private Zuschlagssteuern“ ein Artikel veröffentlicht, welcher die schwersten Anschuldigungen gegen den Detailhandel enthält. Auf die in diesem Artikel gemachten, unsinnigen, unwahren Behauptungen näher einzugehen, können wir uns ersparen, denn dieselben stützen sich, wie in dem Artikel mehrfach betont wird, auf Mutmaßungen und unkontrollierbare Zeitungsnotizen, die völlig aus der Luft gegriffen sind. Die Mehrzahl der neuen Konsumsteuern tritt erst am 1. Oktober in Kraft, und muß es daher einem jeden klar denkenden Menschen einleuchten, daß diese enorm hhohen Steuern eine drückende Last für den Detailhandel bedeuten. Es wird dem Detailhandel nicht möglich sein, die neuen Steuern voll und ganz auf den Konsum abzuwälzen, denn noch stehen wir im Zeichen des freien Wettbewerbes. Angebot und Nachfrage ergeben die Preise. Es muß daher als frivol bezeichnet werden, wenn in fraglichem Artikel behauptet wird, der Detailhandel wolle mehr als das Vierfache dessen, was die Konsumenten an das Reich zur Gesundung seiner Finanzen leisten sollen, aus den neuen Steuern für sich herausschlagen. An derartige hinteristige Angriffe sind wir von seiten der sozialdemokratischen Presse und gleichgesinnter Preßtrabanten gewöhnt, daß aber die „Gothaische Zeitung“ einen derartigen Hetzartikel gegen den deutschen Detailhandel in seinen(!) Spalten aufnehmen würde, das hätten wir denn doch nicht für möglich gehalten. Es dürfte der Redaktion der„Gothaischen Zeitung" doch wohl bekannt sein, daß der Detailhandel sich seiner Aufgave sehr wohl bewußt ist und es stets verstanden hat, darauf hinzuwirken, daß das Publikum vor abnorm hohen Preiserhöhungen bewahrt geblieben ist. Der Detailhandel wird auch in dieser ernsten Zeit bemüht bleiben, darauf hinzuwirken, daß die schweren Härten der Konsumsteuern nach Möglichkeit gemildert werden, schon aus dem einfachen Grunde, um den(1) zu befürchtenden Rückgang des Konsums entgegenzuarbeiten. Die, in fraglichem Artikel enthaltenen ehrenschänderischen Anschuloigungen des deutschen Detailhandels müssen wir als eine grobe Verleumdung auf das entschiedenste zurückweisen. Von der„Gothaischen Zeitung" aber hätten wir ein besseres Verständnis von der Lage und dem Wesen des Detailhandels vorausgesetzt., Hochachtungsvoll Ravattsparverein Gotha eingetragener Verein E. W. Koch. Richard Zobvack. H. Frenzel. Robert Orschel. A. Zeyßig. Otto Batzoldt. ie trocken#en Hülsenfrüchte oder die Kartoffeln zu z. haben namlich eine ganz andere Zusammensetzung, namentlich was der Gehalt an Salzen anbetrifft, als die Gewachse, die entweder ganz oder mit ihren Wurzeln, Stengeln Blättern Schöß Feer. gung ooer mirihrengähurzern, Glengern, Blalierm,, Schoßlingen oder auch mit den Fruchten und Samen zur menschlichen Nahrung Verwendung finden. An und für sich sind die Gemüse nur ein geringwertiges Nahrungsmittel, bilden aber brauchbare Zugaben zu Fleisch und anderer nahrhafter Kost. Weiter haben sie den Vorzug, daß ssie unserer Nahrung das nötige Volumen geben, das erst das Gefühl der Sättigung hervorruft. Ihr Hauptwert liegt aber in den Nährsalzen, was hauptsächlich bei den Kohlarten hervortritt. Wenn gerade die Kohlsorten, zu denen auch noch der Spinat zu zählen ist, eine große Bedeutung unter den Gemüsepflanzen erlangt haben, so kommt das in erster Linie daher, weil es wohl kaum Pflanzen gibt, die durch die Kultur so vielen Aenderungen unterworfen sind als gerade sie. Im großen und ganzen unterscheiden wir Blumenkohl(Anfang August), Butterkohl(Anfang Dezember), Winterkohl oder krauser Grünkohl, Rosenkohl(beide ebenfalls Anfang Dezember), Savoyerkohl(Mitte Mai), Rotkraut(Mitte Juli), Zuckerhut oder Spitzkohl(Mitte Juni), Weißkraut(Mitte Juni). Die angegebenen Monatsbezeichnungen geben die Erntezeit an. Da die Gemüse neben anderen Eigenschaften durch ihr Volumen wirken sollen, so brauchen wir uns nicht zu wundern, daß auch die Kohlsorten einen verhältnismäßie mit 80,03 Prozent. Schon dieser große Wassergehalt muß uns das bestätigen, was wir vorhin sagten, daß nämlich die Nährstoffe nicht sehr bedeutend sein können. Indes übertreffen die Kohlarten zum Teil die Obstsorten oder stehen mindestens auf derselben Stufe. Das bezieht sich besonders auf den Eiweißgehalt, der wiederum beim Winterkohl(3,99 Proz.), Savoyerkohl (3,31 Proz.] und namentlich beim Rosentohl(4,83 Proz.) immer och ein hoher zu nennen ist, während Rotkraut Spitzkraut und namentlich beim Rosenkohl(4,83 Proz.) immer noch ein hoher zu nennen ist, wahrend, vehlrraut, Spigrraut und Weißkraut mit 1,80 resp. 1,83 Proz. Eiweiß den Obstsorten nahe kommon zumal heim Blumenkahl und Syitzkrant die der Meroch # mit 1.80 resp. 1.88, Proz. Eiweiß den Obstsorten nahe kommen, zumat beim Biumenloht und Spitztraul die der Hereasnung zugrunde gelegten Stickstoffverbindungen nur zur Hälfte aus reinem Protein bestehen.— Ganz anders liegen die Verhältnisse, wenn wir die Mineralstoffe ins Auge fassen, die wir in der Hauptsache aus der trockenen Substanz feststellen müssen. Sie enthalten die für unseren Körper notwendigen Nährsalze in ziemlich bedeutender Menge, und zwar steht der Grünkohl in dieser Beziehung obenan. Kali, Natron, Kalk, Magnesia, Eisenoxyd, Phosphorsäure und Kieselsäure sind bei allen Arten vertreten, bei der einen mehr, bei der anderen weniger. An Natron, Magnesia und Eisenoxyd werden sie vom Spinat weit überholt. Einen eigenartigen Einfluß auf die Zusammensetzung der Nährstoffe in den Kohlarten haben besondere Zubereitungsformen. So läßt man z. B. das Weißkraut eine Säuerung durchmachen, indem man es in faserig geschnittenem Zustande unter Fasser einstampft und eine Zeit sie Gemuse, die sich Bearstuense ben. In zusepflanzen der Zusatz von etwas Kochsalz in Fässer einstampft und eine Herlang garen läßt. Hierbei brldet sich auf Kosten des Zuckers vorwiegend Milchsäure. Wie wir wissen, erhält man dann das Sauerkraut, das in, Deutschland zu den beliebtesten Wintergemüsen gehört. Es befördert durch die erwähnte Milchsäure, wozu noch die Essigsäure kommt, die Verdauung.— Eine weitere der Hauptsache indes gehoren die wich Familie der Kreuzbluter an, und igsten unter 9u Bgmg ssigsäure kommt, die Verdguung.. Eine weitere Grsnfobl r in bezug auf den Winterkohl oder „enn man genie, on meistenteils erst dann, wenn er i a.####ießt ihn meistenteils erst dann, wenn er gefroren zu. er vas namtlig in diesem Falle einen geringeren Wassergehalt als im ungefrorenen Zustande, enthält dafür aber mehr im Wasser lösliche Stoffe. Seine Hauptveränderung durch das Gefrieren beruht auf einer Zuckerbildung. wobei sich der Zucker erst beim Auftauen aus dem Stärkemeyl des Kohles zu bilden und damit nicht eine direkte, sondern eine indirekte Folge bes Frostes zu sein scheintz. 65 Man sollte aus dem Gesagten den Schluß ziehen, daß die Kohlsorten gut verdaulich sein müßten, was indes nicht überall zugegeben wird. Man vergißt nämlich einmal, daß man darauf Rucksicht nehmen muß, wie die Krautblätter beschaffen sind und wieviel von den unverdaulichen Rippen Verwendung findet, dann aber denkt man nicht daran, wieviel die Zubereitung selbst zu einer Unverdaulichkeit beitragen kann. Wir müssen nämlich wissen, daß gerade die Kohlsorten erstaunlich viel Fett aufnehmen können. So enthält beispielsweise der Grünkohl vor in das Gemuse mit t, während sonst das verursacht. Von beKohl kocht, denn man macht vielfach den Fehler, namentlich dann, wenn die Gemüse einen strengeren Geschmack haben, das Wasser beim Kochen wegzugießen. Man vergißt, daß der Saft, der die Nährsalze enthält, austritt und sowohl sie, wie Eiweiß und Zucker gertoxen gehen.„Unsere Hausfrauen müssen wissen, daß sich der scharse Geschman meistens dadurch beseitigen läßt, daß das Gemüse vor dem Dämpfen, das dem Kochen noch vorzuziehen ist, mit heißem Wasser übergossen wird. Auch die Verdaulichkeit wird dadurch befordert, denn die Rohfaser wird so weich, daß sie z. B. beim Grünkohl beinahe nicht mehr mit in Frage kommt. Die blähenden Eigenschaften des Sauerkrautes können wir ja schon eher verstehen, denn das Bakterium brassicae aeidae erzeugt an Gasen Kohlensäure, Wasserstoff und Methan.— Als Kuriosum wollen wir hier noch erwähnen, daß man früher meinte, die blähenden Eigenschaften des Kohles kämen von der Luft, die in den Poren der Blatter enthalten sei. „. In der Heilkunde haben sich die Kohlsorten schon seit der allesten Zeit einer großen Beliebtheit erfreut. Es würde zu weit führen, wenn wir hier alle Zeugnisse der alten Klassiker wiedergäben. Dalenus schrieb dem Kohlkopf dreierlei Eigenschaften zu, der Krautsuppe eine auflösende, der Krautbrühe eine abführende und der im Leibe bleibenden Masse eine zusammenziehende. Aristoteles und Cato geben gleichmäßig an, daß der Braunkohl oder der grüne Kohl ein gutes Mittel gegen den Rausch sei, um die Dunste des Weines niederzuschlagen. Damit mag vielleicht zusammenhängen, daß viele Landleute bei einem Katzenjammer nüchtern eine ordentliche Portion frischer Sauerpateren krautbrühe zu sich nehmen. Andere Aerzte, auch in späteren Zeiten, empfehlen den Suft des Braunkoyis, der mit Honig und Zucker vermischt wurde, als Heilmittel gegen die Schwindsucht und Krankheiten, der Atmungsorgane. Ferner genoß das Sauertraut großes unsehen beim Skorbut, die Sauerkrautbrühe gegen Würmer und als Gurgelwasser und die Brühe von abgekochtem Kohl zu Umschlägen bei Geschwuren und Wunden. Bezeichnend ist eine kleine Anekdote, wonach ein fremder Arzt, der nach Zänegart. Sag, hirie, and wieder verließ, weil er sah, daß in er dort bein Gläck habe.eshald Man sieht aus battsparvereinler fl wörtern eine größer grammatischer Rege tegen. Die Konsun digung, der Detaill Konsumsteuern zu n widerspricht allzuse Zwischenhandel neu einen Extraprofit z rechnung der„Täg Steuern, 1247 Mil Einzelheiten richtig Milliarde zugunsten hoch. Er muß auch wehrmaßnahmen an eine halbe Miutarde trag der Steuern unter allen Umstän! zur Wehre setzen. epistel der Gothaer klären, daß die Besp lerischen Steuererhe wehr„veranlaßt u verdirot. Industrie, Ki Das Rheinisch kohlenindustrie. Der Kohlensyndikats ist dikat in der Steink Herrschaft erlangt, Macht noch nicht u. dauern, daß auch die stehen wird. Zu ein ordentlich schnelle E den unerträglichen: sundikats gefördert schritten schnell die politik vorzeichnete. Braunkohlenindustrie der Braunkohlenwerk gegenüber kaum hint Iyndikats zurückstand haben wir wiederhol der Braunkohlenindu und in ihrer wirtst Seit langem zeigt Rheinisch=Westfälische Draunkohlenindustri auch in der mittelder berichtet die„Frank gesellschaft„Glück al einem Braunkohlenf verliehen wurde. Rheinisch-Westfälische schaften besitzt, die i den Vertrieb don S dieser Handelsgesellsch Kreisen der Verbrau des Syndikats durch Doch im vorliegenden Kasseler Kohlen-Hanl Braunkohlenindustrie innert dabei, daß die Dortmund vor einige gutes rheinisches Bra und deshalb ihren E Produkts von andere rigenfalls sie für alle briketts die Strafpre würde. Es hieße di wollte man sich, wie unerhörte Anmaßung schaften wenden. Sch der Rheinisch-Westfäl bildung in der Brau wird. Natürlich werk leugnet, aber das Vor im ist beweiskräftig gen daß einzelne Syndil magnaten Rheinland kohlenwerke auch im trolle" zu unterstell sollten in erster Re Einfluß verschaffen, ertraglichen Bedingu lückenlos geschlossen wird dem Privatkapi bürgerlichen Schichte keit einer Verstaatli des Wuchertreibens das feudal=großkapita ft der rät die Herrschaf. Von der„Neuen das 49. Heft des 27. heben wir hervor: Hu sten Tage. Von Hia zieher. Von A. Hofer amerikanische Statisti Ergänzungsheft Nr. 6 enthält: Ursprung u. Von Paul Lafargue. Der„Süddeutsche Mürkchen) ist soeben er gestattet. Bild 1 zeigt durch die Steuermache einen be und dat wollen, kaffee, h Kathreiners Ma schon jetzt alle Glasnsetzer und Rammer ist am Sonnabend handlungen beendet. 914 mit staffelweiser hn beträgt im letzten Maschinisten und iche Leivzigs ben Maschinisten und en Tarifvertrag ab, bisher 24—26 Mk. rend der Dauer des st. Die Arbeitszeit verden mit 20 Pfg. Vergnügungslokale auf 30—33, die der egt. egung. einiger Zeit wurde abgedruckt, der das e. Die Zusammene versuchten Preise, auch die„Gothaiauf übersandte der Entgegnung, die in t wird. Sie laute# 23. August 1909. 8, Aktiengesellschaft. Hier. om 19. d. M. wird berschrift„Private welcher die schwerl enthält. Auf die hren Behauptungen enn dieselben stützen auf Mutmaßungen völlig aus der Luft konsumsteuern tritt er einem jeden klar ormbhohen Steuern edeuten. Es wird Steuern voll und och stehen wir im und Nachfrage erbezeichnet werden, der Detailhandel e Konsumenten an sten sollen, aus den derartige hintersozialdemokratischen döhnt, daß aber die zartikel gegen den aufnehmen würde, shalten. Zeitung" doch wohl Aufgabe sehr wohl f h i n z u w i r k e n, d a ß ungen bewahrt gedieser ernsten Zeit schweren Härten werden, schon aus nden Rückgang des ehrenschänderischen müssen wir als te zurückweisen. n wir ein besseres des Detailhandels agener Verein H. Frenzel, tto Bätzoldt.“ enthält dafür aber veränderung durch 1g, wobei sich der eyi des Kohles zu ne indirekte Folge ß ziehen, daß die ndes nicht überall , daß man darauf #eschaffen sind und ndung findet, dann bereitung selbst zu e müssen nämlich ch viel Fett aufser Grünkohl vor Proz. Fett, wenn eisch gekocht wird, jjed und kann sehr seits aber ist diese n von sehr großem n. Körper gett in das Gemüse mit jährend sonst das ursacht. Von beeise, nie man den namentlich dann, haben, das Wasser der Saft, der die Eiweiß und Zucker issen, daß sich der äßt, daß das Geh vorzuziehen ist, die Verdaulichkeit d s o w e i c h, d a ß s i e in Frage kommt. is können wir ja sicae acidae erzeugt — Als Kuriosum üher meinte, die der Luft, die in en schon seit der . Es würde zu er alten Klassiker dreierlei EigenKrautbrühe eine e eine zusammenäßig an, daß der Mittel gegen den uschlagen. Damit idleute bei einem u frischer Sauerauch in späteren r mit Honig und die Schwinosucht zenoß das Sauerekrautbrühe gegen von abgekochtem den. Bezeichnend Arzt, der nach zil er soh, daß in halb glaubte, daß hatsparzereinier ehie gan hönen Erguß, daß die Gothger Rowörtern eine#su den ausgiebigen Gebrauch an Schimpf# gxoßere Fertigkeit besitzen als für die Anwendung grammanscher Regeln. Schimpfen heißt aber doch nicht widergegen. Die Konsumenten werden daher fürs erste der Ankündigung, der Detailhandel werde bemüht sein, die Härten der Konsumsteuern zu mildern, recht ungläubig gegenüberstehen. Sie giderspricht, allzusehr der bisherigen Erfahrung, daß der Zwischenhanber neue Steuern mit Vorliebe dazu benutzt, um einen Extxaprofit zu machen. Es mag schon sein, daß die Bezechnung der„Taglichen Rundschau“— 284 Millionen Mark Steuern, 1247 Millionen Mark Aufschläge— nicht in allen Einzelheiten richtig ist. Ein Mehraufschlag von rund einer Milliarde zugunsten der Produzenten und Händler ist reichlich hoch. Er muß auch die Konsumenten recht nachdrücklich zu Abwehrmaßnahmen anregen. Aber ob eine Milliarde oder bloß eine halbe Milliarde aufgeschlagen wird, größer als wie der BeSteuern wird die Mehrbelastung der Konsumenten unter allen Umstanden sein, wenn diese sich nicht ganz ernsthaft zur Wehre setzen. Uns will es scheinen, als sei die Schimpfepistel der Gothaer Rabattsparvereinler vor allem daraus zu erklären, daß die Besprechung der sauberen Pläne der mittelständlerischen Steuererhöhungsnutznießer die Konsumenten zur Abwehr., veranlaßzt und den Herrschaften das schöne Geschäft andel und Verkehr. Kohlensyndikat und die Braunkohlenindustrie. Der Monopolhunger des Rheinisch=Westfälischen Kohlensyndikats ist noch lange nicht gestillt. Hat dieses Syn„„in der Steinkohlenindustrie heute schon die unbeschränkte cherrschaft erlangt, so ist doch die Braunkohlenindustrie seiner Macht noch nicht untertan. Aber es dürfte nicht allzu lange dauern, daß auch die Braunkohlenindustrie unter seiner Diktatur stehen wird. Zu einem nicht unwesentlichen Teil ist die außerordentlich schnelle Entwicklung der Braunkohlenindustrie durch den unerträglichen Terror des Rheinisch=Westfälischen Kohlensondikats gefördert worden, aber die Braunkohlenwerke beschritten schnell die Wege, die das Kohlensyndikat in der Preispolitik vorzeichnete. Eben so schnell wie die Bedeutung der Braunkohlenindustrie wuchs, entwickelten sich auch Syndikate der Braunkohlenwerke, deren Rücksichtslosigkeit den Verbrauchern gegenüber kaum hinter der berüchtigten Wirtschaft des Kohlenzyndikats zurückstand. Bei der Behandlung der Kohlenfrage haben wir wiederholt darauf hingewiesen, daß die Vorgänge in der Braunkohlenindustrie nicht die gebührende Beachtung finden und in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung unterschätzt werden. Hheinisch=Rheseres“ sich, daß die maßgebenden Kreise des Araunsab emttatischen Kohlensyndikats ihren Einfluß in der Graantohlenindustrie— nicht nur in der rheinischen, sondern auch in der mitteldeutschen— zu erweitern bestrebt sind die„Frankfurter Zeitung, gesellschaft„Stüg au, in Kassel da Bethmanns anruft. Bild 2: Der loyale Untertan. Bild 3: Die Kunstlerin. Bild 4: Wohltätigkeit, oder: Die Rechte soll nicht weilserz was die Luse tut. Bisd 5: Regierungspartei von vorEneen, ober: Hoffnung laßt nicht, zu schanden werden. 6: Ein Beitrag zur Sittlichkeit. Aus dem textlichen InMarteitass-c vervar: Zum Leipziger Parteitag[Leitgedicht), Turiellags=chlossen, Was in der Welt vorgeht, Ursache und Wirkung, Internationale Solidarität, Breslauer Sehnsucht, Die Bremer, Wiedertäufer, In der Fremdenlegion, Helden, Trutz Zeppelin, und verschiedene kleinere Beiträge. Die Nummer kostet 10 Pfg. und ist überall erhältlich. erweitern bestreht u#ug. Jetzt st Glick auft in Guuge, daß, die Koyen=Handelsgeseuschaft„Stüg au, in Kassel das Vergwerkseigentum an einem Braunkohrenfelde von 2,20 Millionen Quadratmetern schaften besitzt, die in bestimmten Gebieten das Monopol auf den Vertrieb don Syndikatskohlen haben. Gegen das Wesen dieser Handelsgesellschaften sind die heftigsten Vorwürfe aus den durr H üie piesfäaben, worden, da die Wucherpreise des Syndikats durch sie vieisuch noch besonders gesteigert werden. Doch im vorliegenden Falle interessiert besonders, daß durch die Kasseler Kohlen=Handelsgesellschaft das Syndikat weiter in die Braunkohlenindustrie eindringt. Das Frankfurter Blatt innert dabei, daß die Westfäliiche Kohlen=Handelsgesellschaft Dortmund vor einiger Zeit ihren Kunden mitteilte, daß sie ein gutes rheinisches Braunkohlenbrikett zu liefern in der Lage sei und deshalb ihren Steinkohlenabnehmern den Bezug dieses Produkts von anderer Seite nicht mehr gestatten konne, widrigenfalls sie für alle Bezüge von Kohle, Koks und Steinkohlenbriketts die Strafpreiserhohung von 50 Pfg. eintreten lassen würde. Es hieße die Bedeutung dieser Vorgänge verkennen, wollte man sich, wie es das genannte Blatt tut, nur gegen die unerhörte Anmaßung und Willkür der Kohlen=Handelsgesellschaften wenden. Schon seit geraumer Zeit verlautete, daß von der Rheinisch=Westfälischen Kohlenindustrie auf die Trustbildung in der Braunkohlenindustrie systematisch hingearbeitet wird. Natürlich werden solche Pläne gelegentlich prompt abgeleugnet, aber das Vorgehen der Kohlen=Handelsgesellschaften, die selbstverständlich im Einverständnis mit dem Syndikat handeln, ist beweiskräftig genug, besonders wenn man in Betracht zieht, daß einzelne Syndikatsmitglieder und einflußreiche Industriemagnaten Rheinland=Westfalens erfolgreich bemüht sind, Braunkohlenwerke auch im sächsisch-thüringischen Revier ihrer„Kontrolle" zu unterstellen. Staats- und Gemeindeverwaltungen sollten in erster Reihe sich auf Braunkohlenwerke genügenden Einfluß verschaffen, um ihren Bédarf an Braunkohlenbriketts zu ertraglichen Bedingungen zu sichern, bevor der Wucherring lückenlos geschlossen ist. Der Rest der Bodenschätze des Landes wird dem Privatkapital zum Raub überlassen. Selbst in weiten bürgerlichen Schichten ist die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer Verstaatlichung allen Kohlenvorkommens angesichts des Wuchertreibens der Kohlensyndikate lebendig geworden, aber das feudal=großkapitalistische Preußen befestigt immer von neuem die Herrschaft der räubernden Kohlenmonopolisten. Die Erreichung des Nordpols. Sept. In Amerika hat die Nachricht von der Entdeckung des Nordpols durch Peary das größte Aufsehen hervorgerufen. Es haben sich sofort zwei Lager gebildet, von denen die eine Partei zu Cook, die andere zu Peary hält. Die der maßgebenden Persönlichkeiten gehen dahin, daß man aber, wie von Cook, so auch von Peary ausführliche Nachrichten abwarten müsse, ehe man die Entdeckung des Nordpols als endgiltig vollzogen betrachten könne. Man kann aber sagen, daß die Nachricht Pearys ein weit größeres Interesse hervorgerufen hat, als vor einigen Tagen die Meldung Cooks. Newyork, 7. Sept. Die Gattin Dr. Cooks ist erkrankt, nachdem sie die Nachricht von dem Erfolg ihres Gatten erhalten Newyork, 7. Sept. Peary meldet durch Kapilän Bartlett vom Expeditionsschiff„Roosevelt", er habe am Nordvol keine Spur von Cooks Entdeckung gefunden. „ Newyork, 7. Sept. Durch die Cook=Nachrichten etwas teptisch geworven, brach sich der Enthusiasmus über Pearys Entdeckung beim Publikum nur allmählich Bahn. Pearys Freunde durchfuhren die Stadt in einem Riesenautomobil mit der Sternenflagge, und der Riesenaufschrift:„Peary fand den Ncordpol. Hurra., Alle Theater unterbrachen ihre Vorstellungen, von der Bühne herah wurden die Depeschen mit der Freudenbotschaft dem Publikum verkündet, das die Nachricht stehend entgegennahm und die Nationalhymne anstimmte. Die Begeisterung war unbeschreiblich. Vorbereitungen für einen Triumphempfang Pearys werden allenthalben getroffen. Brüssel, 7. Sept. Dr. Cook hat den Direktor des Obseroatorium Lecointe benachrichtigt, daß er Ende dieser Woche Brüssel durchreisen werde. Die hiesige geographische Gesellschaft wird dem Forscher einen großartigen Empfang bereiten. *„* Warum Cook aus Ziel kam. Man schreibt der„Berliner „Volkszeitung": Vor 82 Jahren war es, als mehrere Unternehmungen des bekannten Forichungsreisenden Parry die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich lenkten Parry machte damals zwei Versuche, mit dem Schisfe„Hekla“ von Spitzbergen aus vorzudringen und dann auf Schlittenbooten, die über die Eisfelder gezogen wurden, von 100000 ass erreichen. Er hoffte damit auch die Prämie von 100000 Mi. verdienen zu können, die das englische Parlament im Jahre 1818 demjenigen versprochen hatte, der zuerst bis zum 89. Breitengrade gelange. Bei dem ersten Versuche mußte Poxxy, schon nach, kurzer Zeit umsehren. .bessere Aussichten bot die zweite Expedition, die mit zwei Schlittenbooten unternommen wurde. Auf dem einer hatte Parry, auf dem anderen Leutnant Roß die Führung. An der Expedition beteiligten sich 28 Personen. Es gelang Parry, nahezu bis zum 83. Breitengrade zu kommen und damit unter den Nordpolreisenden einen neuen„Rekord“ aufzustellen. Er hätte ter günstigen Umständen die Reise fortgesetzt, wenn nicht plötzlich eine eigenartige Krankheit, die sich in starkem Jucken und Brennen der Glieder äußerte und fast unerträgliche Schmerzen mit sich brachte, die Mannschaft befallen hätte. Gleichwohl verlor die Expedition nicht einen einzigen Mann, und Parry traf am 39. September 1827 wieder wohlbehalten in London ein. „ Al die Ergebnisse dieser Nordpolreisen in der wissenschaftlichen Welt besprochen wurden, war es ein dänischer Gelehrter, namens Dau, der an der Hand von eingehenden meteorologischen Untersuchungen die Behauptung aufstellte, Parry würde bei dem zweinen Versuche sicher sein Ziel erreicht haben, wenn er nicht eine ungeeignete Zeit gewählt hätte. Wenn der Beginn der Reise auf den August oder September verlegt worden wäre, so würde der Nordpolfahrer, bessere Eisverhaltnisse angetroffen haberz„ Für, die Schlittenbootfahrt würde sich dann der März der Pril vesser geeignet haben, da um diese Zeit in den über dem 80. Breitengrade belegenen Gegenden wahrscheinlich alles noch mit festem Eis und Schnee bedeckt sei. Es gab Gelehrte genug, die in jener Zeit über Dau spotteten; auch angesehene deutsche Geographen sprachen sich dahin aus, Parry werde wohl selbst gewußt haben, weshalb er seine Schnenbootreisen im Sommer begonnen habe. Aus den Mitteilunger Dr[anf: h kfg. Unfälle auf dem Gebiete der Luftschiffahrt. Die verschiedenen Schäden, die„Z. III“ kürzlich erfahren hat, richten die Aufmerksamkeit naturgemäß auf einen Aufsatz von Dr. Flemming in Berlin in der„Zeitschrift für Versicherungsmedizin“. In der Hauptsache handelt es sich um Gasvergiftungen, die bei allen Ballons vorkommen können, und zwar können sowohl Wasserstoff wie Leuchtgas die Ursache sein. Der erstere enthält betauntlich Arsenwasserstoff, der höchst verderbliche Eigenschaften für den Menschen hat. Die Folgen der Leuchtgasvergistungen sind nicht unbekannt; ihnen sind bei Ballons hauptjachlich die Menschen ausgesetzt, die mit der Füllung zu tun dabei unter##ücschlauch und Füllansatz zusammenhalten und ier der Ballonhülle liegen müssen. Der Unfall des ersten Zeppelinschen lenkbaren Luftschiffes bei Echterdingen hatte ferner gezeigt, wie groß die Gefahr ist, die durch die leichte Entzündsichteit des Gases entstehen kann. Treten Explosionen ein, so haben wir mit gefährlichen Brandverletzungen zu rechnen, ein Nachteil, der bei lenkbaren Luftschiffen durch die Motore noch Sägesnsagi. de# Echierdingen z. B. soll bei der Landung „„strömt, bei der Mischung mit Luft zu Knallgas geBeid-Plige und sich durch frunken des Motors entzündet haben. Ten Blibe die gleiche Molle spielen können, ist selbstverständlich. Wenn wir wiederum vom Zeppelinschen Ballon reden so müssen wir uns wundern, daß so wenig Unfälle beim Landen vorgekommen sind, von denen wir sonst mechanische Verletzungen gus dem Lande und Ertrinkungsgefahren im Wasser Man kann auch den Vorzug der lenkbaren Luftschiffe doraus erkennen, daß Verletzungen durch Herablassen des Schleppseils oder durch schleudernde Bewegungen des Korbes nicht beobachtet sind. Indes muß man dem Verfasser recht geben, daß durch die Flugmaschinen oder durch die unstarren Lenkschiffe, weniger durch die halbstarren, die Unfallgefahr nur noch gestiegen ist. Nach dem letzten Jahresbericht des Berliner Vereins für Luftschiffahrt sind bei 192 Fahrten mit 513 Personen 4 Knochenbrüche der unteren Gliedmaßen, 2 Verletzungen der Hände und 2 Todesfälle durch Ertrinken vorgekommen, so daß alse, im ganzen 1.5 Prozent der Mitfahrenden Unfälle erlitter Vereins-Kalender. Männer=Gesangverein Herforderstraße. Arbeiter=Gesangverein Schmiedestraße. Arbeiter=Gesangverein Donnerstag. „Hoffnung" abends 9 Uhr bei Fischer, „Solidarität“, 9 Uhr bei Hellsinger, „Frisch Auf“ 9 Uhr bei Indiestel. „Vorwärts“, Gadderbaum 9 Uhr bei Literarisches. Von der„Neuen Zeit"(Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 49. Heft des 27. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Hunger= und Hundepeitsche.— Am zwanzigsten Tage. Von Hialmar Branting.— Der Bauer als Erzieher. Von A. Hofer(Skaisgirren).(Schluß.)— Nochmals die amerikanische Statistik. Von Karl Kautsky.(Schluß.)— Das Ergänzungsheft Nr. 6, welches dieser Nummer beigegeben ist, enthält: Ursprung und Entwicklung des Begriffs der S##ele. Von Paul Lafargue. Uebersetzt von Luise Kautsky. Der„Süddeutsche Postillon“ Nr. 19(Verlag M. Ernst, Mürkchen) ist soeben erschienen, und in Wort und Bild reich ausgestattet. Bild 1 zeigt v. Heydebrand, wie er dem deutschen Volke durch die Steuermacherei das Letzte nimmt und dazu die Hilfe aus den Mitlellungen Dr. gools hat man erfahren, daß der Entdecker des Nordpols dort am 21. April angelangt ist und mit den Eisverhältnissen in ähnlicher Weise gerechnet hat, wie vor mehr als 80 Jahren der dänische Geleorte. Im Jahre 1844, als England eine neue Nordpolexpedition vorvereitete, die elfte Seeexpedition, trat ein Nordpolfahrer, der Kapitän Richard King, in drei offenen Schreiben, die er ar den Sekretär der britischen Admiralität, Sir John Barrow, richtete, dem Plane entgegen. Er wies darauf hin, daß alle früheren zehr Erxedtjonen zur See(unter Parry, Roß, Lyon Beechey und Bachans im Verhältnis zu den ungeheuren Kosten nur geringfügige Resultate gehabt hatten, dagegen seien die drei Landexpeditionen nach den Nordküsten des Festlandes(unter Franklin, Back und Simpson) viel billiger, jedoch um so erfolgreicher gewesen. Die Mahnungen Kings blieben unbeachtet, da die 2 englische Admiralität erklären ließ, die Expedition habe nicht in S Nordpol zu entdecken, sondern die nordwestlichste Durchfahrt zu finven. King, der 1833 und in den folgenden Jahren den Kapitän hon im Jahre dack auf seinen Se###d t## folgenden, Jahren, den Kapitän Back auf seinen Fotschungsreisen begleitet hatte, beyarrte mit Entschiedenheit auf keinem Standpunkte— wie man jetzt sieht, mit Recht. Ist doch Dr Cook glücklicher gewesen, als seine Vorgänger, indem er von Grönland aus auf einer Landexpedition in einem Zeitraum von drei Monaten bis zum Nordpol vorgedrungen ist! Arbehrgzesangverein Zitherklub„Alpenklänge“ 9 Uhr bei Lange, Teichstraße. S2hester=Turnpereie G., 1 de Hagemann, Heverstraße. * zum Siegfrich. 3 salia“ 815 Uhr bei Holz, Restaurant Breig, 7g agnächereinigung Bielefeld, Abteilung 3, 150 Uhr Kegelklub„Hamburger Wappen“ 8½ Uhr bei Vogt, Hallerwes. Kegelklub„Einigkeit" abends 9 Uhr bei Beckmann, Kl. Howe. Fraftsportverein„Atlas“ 9 Uhr bei Wöhler, Heeperstraße. Ruofahrerrlub„Eilrad“ 9 Uhr bei Freudenau, Heeverstraße. Skatkluß„Zur guten Quelle“ 9 Uhr ber Witwe Pilgrim, Ziegel1. Bielefelder Bandonion=Klub ½9 Uhr bei Fritz Beckmann, Theaterklub„Thalia“ 8 Uhr bei Freudenau, Heeverstraße. Guttemplerorden, Loge„Westfalenland“, 8¾ Uhr. Sup#rgk, Arbeiter=Turnverein„Frisch Auf“, Männer= und Alterbrige, 8½ Uhr bei Fohrmann. Sieker. Arbeiter=Raderfahrerklub„Wanderlust" bei Sittig. Detmolderstraße. Brackwede. Arbeiter=Gesangverein„Einigkeit“ 8½ Uhr bei Karl Schröder. Schildesche. Gesangverein„Heiderose“ 9 Uhr bei Siekmann, RRefsro Schz; gr##e, nadfahrerverein„Fliegender Adler“ 9 Uhr Schildesche. Kraft=Sport=Verein ½9—½11 Uhr bei Wirt Schaepersmann, Wilhelmstr. 17. Pishgs ge Aansfeistraße 7.;„Rote Erde“ 334 Uhr bei GrotBabenhausen. Kegelklub„Freie Bahn“, 8½ Uhr bei Böke. bei Wirt Müller. Piages, Posierng. sahrerderein„Viktoria“ 9 Uhr bei Werther. Arbeiter=Turnverein„Frisch Auf“ 9 Uhr bei Brünig. Herigr, Arbeiter=Turnverein„Frisch Auf“ 8½5 Uhr bei Herford. Arbeiter=Turnverein„Stiftberg“ 9 Uhr bei Wirt Tiemeyer. 5. Freitag, Ahmserstraße.u 9 uhr bei Wirt Spenge. Arbeiter=Gesangverein„Solidarität“ 8½ Uhr bei Wirt Lippelmann. Oerlinghausen,„ Arbeiter=Gesangverein„Solidarität“ „ 874 Uhr dei C. Loyr. Schötmar. Radfahrerverein„Wanderer“ ½9 Uhr im„Ti. Detmold. Arbeiter=Turnverein„Vorwärts“ 8½ Uhr im Vereinslokal„Centralhalle“. Detmold. Arbeiter=Radfahrerverein„Vorwärts“ 9 Uhr. Sutien9 Ihez Arbeiter=Gesangverein„Einigkeit“ 9 Uhr. Wussen. arbenter=Gesangverein„Harmonie“ 9 Uhr. Rehme. Arbeiter=Gesangverein 9 Uhr bei Röbke. Pi#der, Arbeiter=Sängerbund 8¾ Uhr: Gemischter Chor. Wirt Baumeister. 9 Uhr bei Brig ger###e Arbeiter=Gesangverein„Hoffnung“ 815 Uhr E7 einen bekömmlichen, wohlschmeckenden und dabei doch billigen Kaffee trinken wollen, dann nehmen Sie halb Bohnenkaffee, halb Kathreiners Malzkaffee.— Kathreiners Malzkaffee ist schon in Paketen für 10 Pfg. zu haben. Fr. Werpel, Herford Vortollh. Beungggpele dimft. Nngil„Instrumente Mubik“alien für Vereine, Orchester, Schule u. Haus. Eigene Rereraturwerk statt. Möbelhaus u. Sebing verdankt sein Renommee der hervorragenden Güte seiner Möbel. 3791 - Nur Bürgerweg 50a. Herford.““ und Oefen verschiedener Sorten in grosser Auswahl zu billigsten Preisen! Nugust Schrader vorm. H. Dürkopp Nachf. Frauen! 83 Krecheinf Omat möchentlich. * Den Lesern bei Einkäufen zur Beachtungempfohlen. Abzahlungsgeschäfte Direbsen 1 Arndtstraße 2#, Dil Eksen, E., Ecke Bahnhofst. 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Aufenthalt. „Herferd. auf zieht Fischer seinen Antrag zurück.— Die Anstellung eines zweiten Lehrers an der kathorischen Volksschule wird, trotzdem die Schule von 87 Kindern besucht wird, gegen die Stimmen von Grannemann und Brune abgelehnt. Die Mehrheit begründet ihre Ablehnung damit, daß die Schule nur 64 hiesige Schüler habe und nach dem Gesetz für die Stadt keine Verpflichtung bestände, für die Fürsorgekinder der St. Paulus-Innung noch extra Schullasten zu übernehmen. Dieser Beschluß beweist einmal wieder, daß die Mehrheit ohne jedes soziale Verständnis gehandelt hat, denn während die Lehrer der höheren Schule höchstens 30 Kinder zu unterrichten haben, wird dem Lehrer der katholischen Volksschule zugemutet, noch weiter mit 87 Schülern sich abzuplagen.— Nachdem die Wahl der Steuereinschätzungskommission erledigt ist, werden zu Beisitzern für die bevorstehende Stadtverordnetenwahl die Stadtverordneten Holle und Brune und zu deren Stellvertreter Vogeler und Fischer gewählt.— Wegen Anlage einer vorschriftsmäßigen Dunger= und Abortgruve bei dem früher Niermeierschen Hause wird dem Antrag des Magistrats gemäß der Abbruch des Stallgebäudes beschlossen und die Mittel hierfür werden bewilligt. Ebenso werden 4500 Mark für den Abbruch und den Neubau des Wirtschaftsgebäudes auf dem Armenhofe, nachdem der Magistrat, die Gesundheitskommission und die Mehrheit der Stadtverordneten dasselbe als baufällig bezeichnet haben, bewilligt.— Der Geldverkehr der städtischen Sparkasse mit der Landesbank wird bis zum Betrage von 150000 Mk. genehmigt.— Die Besoldungsverhältnisse der Lehrer werden nach dem neuen Besoldungsgesetz geregelt. Hieraus entsteh. der Stadt eine jährliche Mehrausgabe von 6000 Mk. Um nun die Nachzahlungen vom 1. April 1908 an bewirken zu können, beschließt die Versammlung, eine Anleihe in Höhe von 10000 Mk. bei der städtischen Sparkasse aufzunehmen.— Die Wegeverhältnisse bei der Osthoffschen Mühle sollen derart geregelt werden, daß Osthoff das Eigentumsrecht für den Teil des Weges von dem Strupmeierschen Hause bis zum Mühlenbach an die Stadt abtritt; dann soll die Verlängerung zum Haferland wegfallen und als Ersatz nur ein Fußweg nach Norden an dem Bache entlang neu angelegt werden, während ebenfalls der Weg vom früher Hunkeschen Hause bis zur Osthoffschen Mühle eingezogen werden soll. Hierdurch werden unhaltbare Zustände geschaffen. So müßten alle Bewohner des Haferlands, sowie die Eigentümer der angrenzenden Bergteile mit ihren schweren Holzfuhren die Promenade entlang bis zur Kleinkinderschule.— Die Fluchtlinien der Kreishaus=, der Blasheimer=, sowie der Bahnhofsstraße wurden nach den vorgelegten Zeichnungen genehmigt.— Die Jahresrechnung der kaufmannischen Fortbildungsschule wird einer Kommission, bestehend aus den Stadtverordneten Wellmann, Hüdepohl und Vogeler, zur Prüfung übergeben.— Der Name„Höhere Knaben= und Mädchenschule“ wird in„Höhere Stadtschule" umgewandelt und beschlossen, fernerhin für die Schüler derselben eine Aufnahmegebühr für hiesige von 3 Mk. und für fremde von 5 Mk. zu erheben.— Der Zinsfuß der städtischen Sparkasse wird von 3,6% auf 3½% ermäßigt.— Hiernach geheime Sitzung. * Lübbecke, 7. Sept. Lohnabzug. Die Firma Blase hier wälzte die neue Tabaksteuer zu einem großen Teil auf ihre Arbeiter ab. Den Arbeitern wurde von einer Sorte eine Mark pro Mille abgezogen. * Bückeburg, 7. Sept. Bürgervorste her=Sitzung. Das Bürgervorsteher=Kolleg stimmte der Erwerbung des von der Herminenstraße nach dem Geflügelgarten führenden Weges zu und bewilligte der-Kaufpreis von 968 Mk. Der Weg gehort der Gemeinde Ostenburg.— Wie der Bürgermeister Dr. Külz auf Anfrage mitteilte, soll der Direktor der Gasanstalt bei Arbeiten, die von der Gasanstalt ausgeführt werden, künftig dem Ausschuß Mitteilung davon machen, wenn der Kostenanschlag überschritten wird. Bislang bestand für den Gasdirektor eine derartige Verpflichtung nicht. Das Recht, städtische Arbeiter für sich zu beschäftigen, ist dem Gasdirektor bei seiner Anstellung vertragsmäßig zugesichert und es muß sich das Bürgervorsteher=Kolleg mit dieser Tatsache abfinden. * Stadthagen, 7. Sept. Vom Bierkrieg. Die vor acht Tagen hier und in Vehlen abgehaltenen Versammlungen, in denen zu der Bierpreiserhöhung Stellung genommen und beschlossen wurde, gegen die Bierpreiserhöhung energisch Frout zu machen, haben namentlich in der Arbeiterschaft schon erhebliche Erfolge gezeitigt. Verschiedene Wirte auf dem platten Lande, die bereits den erhöhten Bierpreis eingeführt hatten, haben sich, weil sie ihr Lokal nicht schließen wollten, schnell eines Besseren besonnen, und die alten Preise wieder eingeführt. Andere Wirte verschänken nur noch alkoholfreie Getränke. Erfreulicherweise sind sich die Arbeiter in ihren Bestrebungen, das sog. Ringbier zu boykoktieren, einig. Zu seiner größten Ueberraschung hat ein Brauereidirektor dies erfahren müssen. Auf einem Erntebier bestellte der Brauereidirektor für die anwesenden Gäste 80 Glas Bier, aber keiner der Gäste rührte das Bier an, und etwas betreten stieg der Brauereidirektor wieder in seinen Wagen und fuhr nach Hause. Uebrigens scheinen die Brauereien schon etwas einlenken zu wollen, denn eine Brauerei hat dem Konsumverein Gelldorf Bier schon zu billigerem Preise wieder angeboten. * Stadthagen, 7. Sept. Konsumvereinswesen. Bekanntlich ist in unserem Fürstentume das Konsumvereinswesen sehr ausgedehnt. Kein Wunder, wenn insbesondere die Kaufleute versuchen, die Konsumvereine in Mißkredit zu bringen. Namentlich ist der hiesige Konsumverein, der, was Umsatz und Mitgliederzahl anlangt, die erste Stelle einnimmt, vielen Kaufleuten ein Dorn im Auge. Um nun dem hiesigen Konsumverein etwas entgegenzuarbeiten, hat man auch hier einen Rabattsparverein gegrundet, dem eine Anzahl hiesiger Geschäftsleute als Mitglieder angehört. Dieser Rabattsparverein, der es an Reklame nicht fehlen läßt, hat es aber trotzdem nicht verhindern können, daß dem Konsumverein neuerdings auch Bürger, und das will für Stadthäger Verhältnisse schon etwas besagen, als Mitglieder beigetreten sind. Was das Rabattsystem im allgemeinen anbetrifft, so besteht auch unter einsichtigen und ehrlichen Geschäftsleuten kein Zweifel, daß die Rabattkrämerei alles andere eher bedeutet, als eine reelle Verbilligung der Ware. .* Kirchhorsten, 7. Sept. Konsumvereinsgründung. Seit dem 1. September besteht auch hier ein Konsumverein. * Hörde, 6. Sept. Die Kaiserfeier als Betriebsstörung. Am Gewerbegericht Hörde klagte ein Arbeiter der Eisengießerei Willich wegen Auszahlung des ihm für den Tag der Hohensyburgfeier nicht gezahlten Lohnes. Der Vertreter der Firma machte geltend, daß das allgemeine Feiern am 10. August auf— Anregung des Landrats erfolgt sei! Das Gericht erkannte auf Abweisung der Klage— trotzdem der§ 5 der Betriebsordnung das=willkürliche Einlegen von Feierschichten nur im Falle von Betriebsstörungen vorsieht.— Damit hat also das Gewerbegericht die Kaiserfeier als Betriebsstörung charakterisiert, wogegen wir unserseits nicht das Mindeste einzuwenden haben. Daß das Urteil, gegen das es keine Berufung gibt, rechtlich völlig unhaltbar ist, versteht sich von selbst. Hoffentlich wird das sonderbare Urteil zur Illustrierung der preußisch=deutschlapitalistisch=byzantinischen Gerechtigkeit noch im Reichstage zur Sprache gebracht. * Altena, 6. Sept. Vom majestätischen Auge des Kaisers, dem Gesicht der frommen Landesmutter und einem braven Untertan. Einen seltsamen Trost für die neuen Steuern hat ein guter Bürger der Stadt Altena in Westfalen entdeckt. Er schreibt im„Altenaer Kreisblatt":„Als ich auf der Hohensyburg dem Kaiser in sein ernstes majestätisches Auge gesehen und das liebe Gesicht unsrer frommen Landesmutter angeschaut, da hatt' ich's vergessen, daß neue Steuern ausgeschrieben sind.... Wir wollen über die Steuern nicht mehr klagen! Haben die Schultern, die stärker gewesen waren als die unsrigen, die neuen Steuern abgewälzt, dann wollen wir zeigen, daß wir sie tragen wollen!“ Es ist zwar nicht recht ersichtlich, was der Kaiser und die „fromme Landesmutter“ mit den neuen Steuern zu tun haben; aber was ein rechter Kreisblatt=Patriot ist, findet eben auf seine Art Trost für alle Unbilden dieser Welt. Und da der deutsche Staatsburger zu 50 Prozent vom Schlage des Biedern aus Altena ist, kann man sich nicht wundern, daß die herrschenden Gewalten in Regierung und Reichstag so ungestraft alle Lasten immer von sich abwälzen können. * Essen, 7. Sept. Nach dem Unglück— Sicherheitsvorkehrungen. Der Hereinbruch von Gesteinsmassen hat, wie wir berichteten, auf Schacht„Joachim" bei Essen 6 Bergleuten den Tod gebracht. Wie so oft, werden auch in diesem Falle schwere Anklagen gegen die Grubenkapitalisten erhoben. Der Schacht, der seit Februar nicht mehr zur Kohlenförderung benutzt wurde, stand zirka drei Meter aus dem Lot und war, wie viele alte Schächte, mit Holz ausgebaut. Der Ausbau mit Mauerwerk wurde nun von unten her ausgeführt. Der Hereinbruch der Gesteinsmassen erfolgte dicht unter einer Fördersohle, wo der Gebirgsdruck und damit die Gefahr eines Hereinbruches erfahrungsgemäß am größten ist. Die Bergleute sind der Ansicht, daß das Unglück wahrscheinlich vermieden worden wäre, wenn zunachst an den gefährdeten Stellen starke eiserne Träger eingebaut worden wären. Das wäre um so mehr angebracht gewesen, als der Förderkorb immer mit schweren Materiallasten den Schacht befahren mußte. Jetzt, nach dem Unglück, werden zunächst eiserne Träger eingebaut, um die Wiederholung eines solchen Unglücks zu verhüten! Die Zechenpresse wird natürlich gern bereit sein, nachzuweisen, daß es sich bei diesem Unglück um ein„unabwendbares“ gehandelt habe. Hermischtes. Ein Offizier wegen Erregung öffentlichen Aergernisses entlassen. Düsseldorf, 7. Sept. Das Kriegsgericht verurteilte den Hauptmann z. D. und Bezirksoffizier Fritz Regenstein aus Hattingen wegen Erregung öffentlichen Aergernisses zu zwei Monaten Gefangnis und Dienstentlassung, sowie den Ulanen Heinrich Tirre vom hiesigen 5. Ulanenregiment aus gleichem Anlaß zu 1 Monat und 1 Tag Gefängnis. Ermordet. Bonn a. Rh., 7. Sept. Der Hühnerzüchter Eich in Aggerdeich wurde in der Waschküche seines Hauses ermordet aufgesunden. Er ist erschossen und die Leiche dann aufgehängt worden. Eich war allein zu Hause, Frau und Tochter waren abwesend. Feuersbrunst. Hamburg, 7. Sept. Die Zündschnurfabrik von Heinrich Mart in Harburg a. d. Elbe steht infolge einen Explosion in Flammen. Die Explosion ist die Folge eines Blitzschlages, der in der Webereiabteilung erfolgte. Die Abteilung ist vollständig zerstört. Da das Feuer gerade in der Mittagszeit ausbrach, wurde weiteres Unheil verhutet. Selbstmord. Kassel, 7. Sept. In einem hiesigen Hotel hat sich ein 28jähriger Mann erschossen, der auf den Namen eines Regierungsbaumeisters Otto Pfaff aus Charlottenburg lautende Ausweispapiere bei sich trug. Die Motive zur Tat sind unbekannt. Zwei Personen vom Zuge übergefahren. Halle a. Saale, 7. September. Bei Bismarck gerieten zwei angetrunkene Knechte auf die Geleise der Calbe=Beetzendorfer Bahn. Der eine wurde zermalmt, der andere ist arg verletzt worden, so daß er bald darauf verstarb. Wilderer und Förster. Erfurt 7. Sept. Als Mörder des Forstaufsehers Walther in Gehren der vor einigen Tagen erschossen wurde, sind die Wilddieve Bergmann und Lortz ermittelt worden. Beide sind geständig. Orville Wright in Berlin. Berlin, 7. Sept. Orville Wright führte heute nachmittag zum zweiten Male seine Flugmaschine auf dem Tempelhofer Felde einer nach Hunderttausenden zählenden Menschenmenge vor. Nachdem der Motor einer Prüfung unterzogen worden war, wurde die Flugmaschine kurz vor ¼6 Uhr zum Startplatz gebracht, wohin die geladenen Gäste aus der Gesellschaft folgten. Um 5 Uhr 51 Min. erfolgte der Start und Wright erhob sich sofort zu einer Höhe von etwa 15 Meter. Die Windstärke betrug zurzeit etwa 11 Meter in der Sekunde. Fortwährend Bogen von bald größerem, bald kleinerem Umfarg beschreibend, stieg der Flugapparat zeitweilig bis zu einer Höhe von 50 Meter. So oft Wright in die Nähe des Zuschauerkreises kam, wurde er durch anhaltende Zurufe lebhaft begrüßt. Um 6 Uhr 43 Min. erfolgte die Landung vollkommen glatt, nach einer Flugdauer von 51 Min. 58 Sek. Bei dem Verlassen des Flugterrains wurden Wright lebhafte Ovationen dargebracht. Morgen sollen, günstige Witterung vorausgesetzt, die Flugvorführungen fortgesetzt werden. Raubmord. Plauen(Vogtl.), 7. Sept. Wie die„Neue Vogtländische Zeitung“ meldet, wurde gestern nachmittag zwischen ½5 und ½7 Uhr die in den 70er Jahren stehende Witwe Kobke, hier, Theaterstraße 17, in ihrer Wohnung ermordet. Als ihr Sohn um ½7 Uhr nach Hause kam, fand er alles verschlossen und ließ die Tür von einem Schlosser öffnen. Man fand die Frau tot, mit einem blutigen Handtuch im Munde und einem Strick um den Hals. Allem Anschein nach liegt Raubmord vor. Die Frau galt als wohlhabend. Der Täter ist bisher noch nicht ermittelt. Attentat auf ein Mädchen. Mannheim, 7. Sept. Eine blutige Schießaffäre spielte sich gestern auf einer Straße in der Nähe des Speisemarktes ab. Der Eisendreher August Speck gab nach vorausgegangenem Streit auf die 19jährige Martha Ort einen Schuß ab, der dem Mädchen die Lunge durchbohrte. Die Verletzte wurde in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus gebracht. Der Täter wurde von der Menge festgenommen und der Polizei übergeben. Hochofen=Explosion. Saargemünd, 7. Sept. Bei einer Hochofen=Explosion in Hayingen wurde ein Arbeiter getötet, zwei andere erlitten schreckliche Brandwunden. Liebevolle Ehegatten. Bautzen, 7. Sept. Im dem Dorfe Dubrau bei Bautzen erschoß die Bauernfrau Weißenborn ihren aus dem Zuchthause zuruckgekehrten Ehemann wegen Mißhandlung. Nürnberg, 7. Sept. In Glückshut(Oberfranken) erschlug eine Bahnwärtersfrau ihren Mann, den sie aus dem Wirtshaus heimgeholt hatte, und der ssie aus Wut darüber mit einem Säbel angriff, aus Notwehr mit einem eisernen Kochtopf. Bau eines Stanweihers. Breslau, 7. Sept. Auf Grund des Hochwasserschutzgesetzes von 1900 wird zum Schutze der Stadt Schweidnitz oberhalb Breitenhain bei der Fürsterei im Schlesiertale die Einrichtung eines Stauweihers geplant, mit 3 Millionen Kubikmeter Stauraum. Die Baukosten betragen 1¼ Million Mark. Eine weitere Million soll zum Ausbau der übrigen Teile der Weistritz und ihres Hauptzuflusses, des Striegauer Wassers, dienen. Feuer an Bord. Wien, 7. Sept. Das Feuer an Bord des Kriegsschiffes„Gamma“ im Hafen von Pola wurde erst heute früh lokalisiert. Man goß so viel Wasser in das Schiff, daß es fast ganz in den Schlamm sank und nur noch meterhoch aus dem Wasser reicht. Der Schaden ist sehr groß. Bei den Löschungsarbeiten wurden mehrere Matrosen und Feuerwehrleute verletzt. Erdstoß. Rom, 7. Sept. Kurz vor Mitternacht wurde in Siena ein leichter Erdstoß verspürt, wodurch unter den Bewohnern eine Panik entstand. Schaden wurde nicht angerichtet. Ein gefährlicher Brandstifter. Paris, 7. Sept. Die Polimit Stroh begegnet, oder einen Strohschuppen gesehen, habe er diese in Brand gesetzt. Er habe dies aus Leidenschaft getan, weil das Auflodern der Flamme ihm Freude bereitet habe. Eine Barke gescheitert. Bordeaux, 7. Sept. Infolge eines heftigen Windstoßes scheiterte auf dem See von Lacanan eine Barke, worin sich vier Personen befanden. Drei Insassen ertranken, dem vierten gelang es, sich zu retten. Automobilunfälle. Newyork, 7. Sept. Infolge Platzens eines Reifens überschlug sich das Automobil des früheren Polizeichefs Hoblj, wobei einer der Insassen, der bekannte Musiker Eisinger, getötet und ein anderer Künstler namens Klauser schwer verletzt wurde. Paris, 7. Sept. In der Nähe von Chateauroux stieß ein mäßig rasch fahrendes Automobil mit einem Lokalzug zusammen und gina vollständig in Trümmer. Von den Insassen erlitten zwei leichtere Verletzungen. Dagegen blieb Graf Gallevay mit zerschmettertem Schädel liegen. Der Chauffeur wurde sterbend vom Platze getragen. Nachrichten. Berlin, 8. Sept. Ein folgenschwerer Fabrikbrand kam gestern nachmittag in der Brunnenstraße 53 aus. Durch Unachtsamkeit eines Arbeiters entstand in der Blumenfabrik von Ed. Bürens ein Feuer, bei dessen Ablöschung vier Angestellte der Firma durch Stichflammen schwer verletzt wurden. Leipzig, 8. Sept. Die gestrige Reichstagsersatzwahl im 19. sächsischen Reichstagswahlkreise Stolberg=Schneeberg brachte den Sieg des sozialdemokratischen Redakteurs Schöpflin, der 21178 (19.000) Stimmen erhielt. Der Nationalliberale Vorwerk, der auch von den Konservativen unterstützt wurde, erhielt 9368 (14 606) Stimmen. Die eingeklammerten Zahlen geben die Stimmen von 1907 an. Frankfurt a. M., 8. Sept. Baron de Caters flog gestern mit seinem Apparat 35 Minuten und 8 Sekunden. Wegen der eingetretenen Dunkelheit mußte er die Weiterfahrt aufgeben. Die gewaltige Zuschauermenge durchbrach die Schranken und brausender Jubel erscholl von allen Seiten. Harburg, 8. Sept. Die Explosion in der Harburger Zündschnurfabrik von Karl Marx hat über 200000 Mk. Schaden verursacht. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Man rechnet mit 3 bis 4 Wochen Stillstand. Reichenberg, 8. Sept. Der hier anwesende Privatier Jakob Jahn aus Wien wurde gestern an der Grenze durch acht Messerstiche bestialisch ermordet aufgefunden. Eine Beraubung der Leiche hat nicht stattgefunden, das Motiv der Tat ist daher noch völlig ungeklärt. Rotterdam, 8. Sept. Neuerkrankungen an Cholera sind nicht zu verzeichnen. 16 Patienten liegen noch krank danieder. In Dortrecht ist ein Docker an Cholera gestorben. Wien, 8. Sept. Die Affäre der Frau Kubowski, deren Verhaftung unter dem Verdachte des vierfachen Mordes und des zweifachen Mordversuches an ihren Mietern im Juni dieses Jahres in Wien großes Aufsehen erregte, hat einen überraschenden Abschluß gefunden. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Verfahren gegen Frau Kubowski eingestellt werden mußte, da der natürliche Tod der Mieter festgestellt ist. Paris, 8. Sept. Auf dem Flugfelde von Juvisy ist gestern der 31jährige Aviatiker Lefevre tödlich verunglückt. Lefevre unternahm mit einem Bioplan nach dem System Wrights einen Flugversuch. Als Lefevre sich mit seinem Apparat in einer Höhe von 10 Metern befand, erlitt er plötzlich einen Motordefekt. Der Aeroplan stürzte zur Erde und zerbrach, den Aviatiker unter seinen Trümmern begrabend. Lefevre hat einen schweren Schädelbruch davongetragen. Alle Bemühungen, ihn am Leben zu erhalten, waren erfolglos. Er starb, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Kopenhagen, 8. Sept. Der Vortrag, den Dr. Cook gestern abend vor der Geographischen Gesellschaft hielt, rief lebhafte Enttäuschung hervor. Man hatte erwartet, daß Dr. Cook vor einem Forum von Gelehrten mit wissenschaftlichen Argumenten erscheinen würde, aber nichts dergleichen geschah. Sein Vortrag deckte sich fast vollständig mit seinem Bericht, den er dem„Newyork Herald und den Schiffsoffizieren an Bord des Dampfers „Hans Egede“ mitgeteilt hatte. Er legte keine Karten oder Tavellen vor. Das einzige Neue, was er in seinem Vortrage vorbrachte, war die Erklärung dafur, weshalb er allein nach dem Pol gegangen sei. Er begründete dies damit, daß jeder Europäer, den man auf einer solchen Expedition mitnehme, ein totes Gewicht sei, und daß man für jeden Europäer eigentlich noch zwei Eskimos mitnehmen müßte. Dr. Cook hat von der Geographischen Gesellschaft die große Goldene Medaille erhalten, doch ist ihm die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft mit der Krone, die bisher nur Nansen und Sven Hedin bekommen haben, und die vom König zugesagt war, nicht verliehen worden. Ueberhaupt ist jede Auszeichnung seitens des Königs ausgeblieben, weil man gesehen hat, daß Dr. Cook das angebliche Beweismaterial nicht vorlegen kann. Kopenhagen, 8. Sept. Dr. Cook hatte gestern abend längere Konferenzen mit mehr als 20 Verlegern aus der ganzen Welt. die sein beabsichtigtes Buch über seine Nordpolfahrt erwerben wollen. Er soll mit etwa einem Dutzend Verlegern Verträge abgeschlossen und Angebote bis zu 1½ Millionen erhalten haben. Interessant ist eine Aeußerung, die Dr. Cook an Bord des Dampfers„Hans Egede“ getan haben soll. Er soll gesagt haben: „Wenn Peary wüßte, daß ich den Nordpol entdeckt habe und mich auf der Rückkehr befinde, würde er mich erschießen. London, 8. Sept. Der„Epening Newy“ wird aus Newyork telegraphiert: Die„Newyork Sun“ erhielt ein Telegramm aus St. John, daß Peary und seine Begleiter Dr. Cooks Behauptungen durchaus keinen Glauben schenken. Sie erklären, daß Dr. Cook keine Ausrüstung für solch ein Unternehmen hatte. Er sei westlich von den Routen aller früheren Reisenden gegangen, um auf einen Teil der Arktis zu kommen, auf dem keine Kontrolle durch Rivalen möglich schien. London, 8. Sept. Bei einer Fallschirmvorführung fiel gestern ein Luftschiffer aus einer Höhe von 1000 Fuß nieder, weil sich der Fallschirm nicht öffnete. Während des Falles ging der Schirm ein wenig auf. Infolgedessen kam der Unglückliche noch lebend auf dem Erdboben an, doch war ihm jeder größere Knochen gebrochen. 60000 Menschen waren Zeugen dieses Vorfalles. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. Dichen Eis A Dann nehmen verehrte Hausfrau, am Waschtag ein Hilfsmittel, das 1. bei sparsamem Verbrauch die Stoffe schont und 2. ohne Bleiche eine blendendweisse Wäsche von angenehmem, frischem Geruch gibt?∆— " Dr. Thompson's Seifenpulver D'Te mit dieser Schutzmarke Ueberall erhältlich. ½/ Pfd.-Paket 15 Pig. der peacd. Bahnhofstrasse. Kinematographen-Theater zur alten Post, Bahnhofstrasse. Alle die verehrlichen Besucher, welche an den Eröffnungstagen den Vorführungen in unserem neuen, elegant eingerichteten Theatersaal beiwohnten, konnten sich mit Befriedigung überzeugen, daß diese Neuschöpfung im wahrsten Sinne des Wortes als erstklassige Lichtbildbühne zu bezeichnen ist. 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M heit, in der höchsten In derselben Numn wird noch einmal über versucht, daß sich die zeichneter Einsender, nehmen, daß sich dar Artikel ist wohl das E Verlogenheit geleistet hier zum Abdruck. Ei Die Wahr Das Gebahren de daß wir, wenn wir an dem gesunden A müßten. Oder sollte In mehreren Numn lage der christlich=so hätten nicht geglaub hänger so recht kenn Licht auf die sozial gekommen wäre. Er Art der Kampfeswe ohne eine allzu gro wollen wir nicht sch brüder, welche sich i kennzeichnen. Der Hergang ist trotzdem nur natior 60—70 Genossen in war aus Westkilver. öffnung der Versat Wort nicht bekäme meldete, wurde ihm keinen Umständene Darauf zog die ganz Lärmen ab, um dar fortzusetzen., Da da nicht möglich war,I zimmer. Hier hat Zuhörern seinen Vi öfters, ohne daß der konnte: Gelogen. ge Hoffmann! Erst u Freunde des Herrn anlagte Genossen gl heit, Gleichheit und politischen Gegner riellen Schaden zuf Hauses, in welchem muß schon ein tiefe bei dem Verhalten Gesicht steigt. 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