Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353 Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. 3 Zuchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag vei Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht" A. Gerisch& Co., Nieleseld. 200. Bielefeld, Sonnabend, 28. August 1909. 20. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten einschließlich der Unterhaltungsbeilage„Nach Feierabend“. Arbeit als Strafe. Bekanntlich beabsichtigt die Reichsregierung, an eine allgemeine„Reform des Strafrechts“ heranzutreten. Wie verlautet, sind die Vorarbeiten so gut wie abgeschlossen und soll dem Reichstage wahrscheinlich schon in nächster Session der betreffende Entwurf zugehen. Schon als im Jahre 1870 das bestehende Strafgesetzbuch geschaffen wurde, erfuhr es wegen seines stark ausgeprägten reaktionären Charakters scharf verurteilende Kritik. Hervorragende Juristen nahmen Stellung gegen dasselbe und es zeigte sich auch, daß dieses materielle Strafrecht dem Rechtsempfinden des Volkes widersprach. Schon mit seinem Inkrafttreten setzte auch die Reformbewegung ein, die dann im Laufe der Jahre immer stärker hervortrat. Die verschiedenen Abänderungen und Teilrevisionen, denen es unterworfen wurde, haben ihm seinen reaktionären Charakter nicht genommen. In manchen Punkten hat dieser Charakter sogar noch eine Verschärfung erfahren. Rückständigkeit, Ungerechtigkeit und Inhumanität bilden seinen Grundzug. Es ist ein Klassen-Strafrecht in des Wortes schlimmster Bedeutung, das einer in vielen Stücken der rein menschlichen Gerechtigkeit und dem sozialen Empfinden geradezu hohnsprechenden Klassenjustiz zur Unterlage dient. Die Reichsregierung ist so sehr von reaktionärem Geiste beherrscht, daß man von ihr eine Revisionsvorlage, die den Anforderungen geläuterten Rechtsbewußtseins entspricht, nicht erwarten kann. Ihr guten Rat zu erteilen, halten die echten und rechten „Ordnungspolitiker" vom konservativen Lager natürlich für ihre Pflicht. Sie treten wieder hervor mit schon oft gemachten „Reform"=Vorschlägen: der Einführung der Prügelstrafe, der Deportation usw. In der„Deutschen Tageszeitung“ erörtert ein Herr Ehrich, Bürgermeister, die Frage:„Kann eine Reform des Strafrechts zur Beseitigung des Mangels an Arbeitskräften beitragen?“ Auch diese Frage ist nicht neu. Schon öfter ist von konservativer Seite die vorgebliche„Notwendigkeit" und „Nützlichkeit“ der Ausdehnung des strafrechtlichen Arbeitszwanges behauptet worden. Das bestehende Strafrecht(§ 15 des Str.=G.=B.) schreibt diesen Zwang vor für die zur Zuchthausstrafe Verurteilten. Sie sind in der Strafanstalt zu den eingeführten Arbeiten anzuhalten, können aber auch zu Arbeiten außerhalb der Anstalten, insbesondere zu öffentlichen oder von einer Staatsbehörde beaufsichtigten Arbeiten verwendet werden. Für die zu Gefängnisstrafe Verurteilten spricht das Gesetz den Arbeitszwang nicht aus. Sie können(§ 16 des Str.=G.=B.) in einer Gefangenenanstalt auf eine ihren Fähigkeiten und Verhältnissen angemessene Weise beschäftigt werden; auf ihr Verlangen sind sie in dieser Weise zu beschäftigen; eine Beschäftigung außerhalb der Anstalt ist nur mit ihrer Zustimmung zulässig. Faktisch allerdings hat sich auch für die zur Gefängnisstrafe Verurteilten ein Arbeitszwang herausgebildet. Ein solcher gilt auch(§ 362 des Str.=G.=B.) für die nach Vorschrift des§ 361 Nummer 3—8 zu Haft verurteilten und nach verbüßter Strafe der Landespolizeibehörde überwiesenen Personen. Durch die Ueberweisung erhält die Landespolizeibehörde die Befugnis, die verurteilten Personen bis zu zwei Jahren entweder in einem Arbeitshaus unterzubringen oder zu gemeinnützigen Arbeiten zu verwenden. Die Ueberweisung und damit der Arbeitszwang kann u. a. treffen Personen, die als„Landstreicher" umherziehen; die betteln; die, wenn sie aus öffentlichen Armenmitteln eine Unterstützung empfangen, sich aus „Arbeitsscheu“ weigern, die ihnen von der ehörde angewiesene, ihren„Kräften angemessene" Arbeit zu verrichten; ferner weibliche Personen, welche wegen gewerbsmäßiger Unzucht polizeilicher Aufsicht unterstellt sind und den Kontrollvorschriften zuwiderhandeln. Es handelt sich hier um strafrechtliche Bestimmungen, die nichts andres sind, als ein Stück Ausnahmerecht gegen die Armen und Elenden, gegen den sogenannten„Auswurf der menschlichen Gesellschaft", für den die Klassenherrschaft mit ihren Ungerechtigkeiten verantwortlich ist. Sie läßt„den Armen schuldig werden und übergibt ihn dann der Pein". Solche Erwägungen, die doch für jeden humanen und gerecht denkenden Menschen die nächstliegenden sind, stellt Bürgermeister Ehrich nicht an. Er betrachtet den§ 361 des Str.=G.=B. unter dem Gesichtspunkte der Nützlichkeitstheorie. Der praktischen Anwendung dieser Theorie will er das„große Heer der Landstreicher, Bettler, Trinker Müßiggänger, Prostituierten und solcher, die sich der Pflicht zum Unterhalte ihrer Familie entziehen“, unterworfen wissen. Er klagt, daß die erkannten Haffstrafen auf Landstreicher, Bettler usw. nicht bessernd wirken; daß sie den Behörden unsäglich viel Mühe und Kosten verursachen. Es müsse, sagt er,„ein Strafmittel gesucht und gefunden werden, das geeignet ist, den Täter, der sich als ein scharfer Gegner des Lebensfundaments„die Arbeit“ entpuppt, durch strafweise Nacherziehung einer geordneten Lebensweise zuzuführen". Arbeit will er zur Strafe werden lassen, und er beruft sich dafür auf das„Volksempfinden"; dieses verlange geradezu als praktisches Strafmittel die Verurteilung zur Arbeit. Die Strafarbeit=Vollstreckung denkt der Herr Bürgermeister sich nicht mit besonderen Schwierigkeiten verbunden, vielmehr sehr leicht; er meint:„Zunächst hat man schon heute an vielen Plätzen Arbeitsvermittlungsstellen teils unter behördlicher Leitung oder Kontrolle, die Angebot und Nachfrage regeln. Den Gemeindebehörden würde es obliegen, den Strafvollstreckungsbehörden die erforderlichen Arbeitsgelegenheiten nachzuweisen, die Kontrolle der Strafvollstreckung und die Einziehung und Abführung des in die Justizkasse fließenden Lohnes für die durch den Bestraften geleistete Arbeit auszuführen; was diese allerdings schon jetzt über Gebühr beanspruchten Behörden angesichts der besonders auf dem Lande, aber auch bei den Handwerkern der Kleinstadt bestehenden Leutenot dennoch ohne Murren übernehmen würden.... Falls der zur Arbeit Verurteilte sich der Strafarbeitvollstreckung entzieht, wird unnachsichtig zur Vollstreckung der substituierten Haftstrafe geschritten oder die erkannte Ueberweisung ausgeführt.“ Auf diese Weise will Herr Ehrich dem„Nützlichkeitsprinzip“ im Strafrecht Rechnung tragen; zur„Beseitigung des Mangels an Arbeitskräften" beitragen; die„jetzige kostspielige Strafart durch eine solche ersetzen, die dem Staate eine direkte Einnahmequelle verschafft". Oberflächliches Urteil könnte geneigt sein, in den Vorschlägen des Herrn Ehrich einen guten Gedanken zu finden. Geht man der Sache aber auf den Grund, so findet man, daß es sich um höchst bedenkliche Vorschläge handelt, die entschieden bekämpft werden müssen. Wir wundern uns nur, daß Herr Ehrich sich darauf beschränkt, nur für die dem§ 361 unterfallenden Personen die Zwangsarbeit als Strafe zu fordern. Konsequenterweise müßte er von seinem Standpunkte aus fordern— was übrigens von konservativer Seite schon oft gefordert worden ist— daß auch die zu Zuchthaus= und Gefängnisstrafen Verurteilten gezwungen werden, in privaten, landwirtschaftlichen und anderen Betrieben zu arbeiten, zwecks„Beseitigung des Mangels an Arbeitskräften". Bisher haben die Gefängnispädagogen die Sträflingsarbeit als„positives Erziehungsmittel“ hingestellt; sie sagen, das Leben des Sträflings müsse„menschlich ausgefüllt“ werden und seinen„sittlichen Inhalt“ erhalten, das aber sei die Aufgabe der Arbeit. Allerdings sind auch wir der Ansicht, daß Arbeit eine Wohltat für den Gefangenen ist, aber eine Wohltat lediglich in dem Sinne, daß sie den Gefangenen vor den physischen und psychischen Folgen der Untätigkeit behüten soll. Die Ansicht aber, durch Arbeitszwang den Sträfling zu„erziehen“ und zu„bessern“, zeugt von gänzlicher Verkennung der Menschennatur und des sittlichen Wesens der Arbeit. Alles Gute, aller Segen der Arbeit ruht einzig und allein in der freien Betätigung. Nur die freie, von eignem Willen und der eignen Einsicht bewegte Arbeitstätigkeit hebt den Menschen aus dem Reiche tieriger Notdurft empor zur Höhe eines bewußt schöpferischen Wesens; nur sie besitzt die Kraft, Körper und Geist im Gleichgewicht zu erhalten, die aufstrebenden Triebe der Seele zu stärken und zu zügeln, die Schaffenslust zu fördern. Nichts von alledem ist wahr, sobald von unfreier Arbeit, von der erzwungenen Arbeit des Sklaven und des Knechtes die Rede ist; dahinter darf man sittliche Impulse nicht voraussetzen und davon eine„sittliche Erhebung“ nicht erwarten. Wenn man nun gar den falschen Begriff der Zwangsarbeit als„positives Erziehungsmittel“ noch übertrumpft durch den Vorschlag, die Arbeit zur Strafe werden zu lassen, so heißt das, die Arbeit ihres sittlichen Wertes völlig berauben. Das„Nützlichkeitsprinzip“, das Herr Ehrich geltend macht, ändert daran nichts, ja es verschärft den bösen Charakter des Arbeitszwanges dadurch, daß dieser dazu dienen soll, Sträflinge von Rechts und Gesetzes wegen einer privaten Ausbeutungswirtschaft zu unterwerfen. Arbeitssklaven sollen durch gerichtliches Urteil geschaffen werden, um dem Mangel an Arbeitskräften zu begegnen. Das ist ohne Zweifel der denkbar ungerechteste und absurdeste Vorschlag, der zur „Reform“ des Strafrechts gemacht werden kann. Seine Ausführung würde der freien Arbeit eine geradezu verhängnisvolle Konkurrenz bereiten. In früheren Zeiten machte rohe Gewalt den Schwachen und den Ueberwundenen zum Sklaven. Jetzt soll nach dem Vorschlag des Herrn Ehrich die Strafjustiz dadurch entwürdigt werden, daß man ihr die Aufgabe zuweist, im„Namen des Gesetzes" unglückliche Menschen, die durch den Zwang der Verhältnisse zu Sündern wider die Rechtsordnung geworden sind, zu Sklaven zu erklären, sie in Zwangsarbeit zu bringen und so einem strafrechtlichen Ausbeutungssystem zu unterwerfen. Die Sozialdemokratie und mit ihr alle wirklich human und gerecht denkenden Menschen werden mit größter Entschiedenheit zu verhindern suchen, daß die Frage der Sträflingsarbeit und die Frage der Beseitigung des Mangels an Arbeitskräften" nach den Vorschlägen des Herrn Ehrich ihre Lösung finden Politische Uebersicht. Agrarische Liebesgaben unter dem Deckmantel der Germanisierungspolitik. Es wurde kürzlich berichtet, daß der preußische Landtag in der nächsten Session den erst im März 1908 wieder mit 250 Millionen dotierten Ostmarkenfonds der Ansiedelungskommission neu auffüllen solle. Diese Nachricht wird jetzt offiziös dementiert. In Aussicht seien dagegen Maßnahmen zur Erhaltung des Grundbesitzes in den Grenzprovinzen und in Pommern, die unter bestimmten Bedingungen in der Gewährung von Mitteln gegen geringe Zinssätze bestehen sollen. Voraussichtlich würden entweder die Landschaften hierbei eine Rolle spielen, oder man werde eigene Kreditinstitute einrichten. Ferner stehe ein Parzellierungsgesetz für Posen, Westpreußen, Schlesien und einen Teil von Pommern in Aussicht. Auch die Ausführungsbestimmungen zur Arbeiteransiedlung sollen demnächst erscheinen. Ein deutsch=englischer Streit um Kolonial=Diamanten. Der Londoner Korrespondent des„Berliner Tageblatt" berichtet das folgende: „Im Jahre 1863 erhielt in Kapstadt die Firma Depaß, Spence& Co. die Konzession für einen Küstenstrich in der Nachbarschaft der gegenwärtigen Lüderitzbucht, die später von einem Eingeborenenhäuptling dem Deutschen Lüderitz abgetreten wurde. Zwischen diesem und der englischen Firma entstand ein Streit über das Eigentumsrecht, und schließlich wurde 1886 infolge eines englisch-deutschen Abkommens der Kapstädter Firma ein ständiges Recht auf einen Teil des beanspruchten Landes zuerkannt. Auf diesen Streifen Landes sind in der letzten Zeit die reichsten Diamantenfunde gemacht worden. Die deutschen Behörden haben nun einem Herrn Weiß, einem deutschen Untertanen, das Recht erteilt, Schürffelder auf diesem Gebiete auszustecken, wogegen die britischen Untertanen unter Berufung auf die Abmachung von 1886 protestierten. Die Angelegenheit bildet jetzt den Gegenstand von Verhandlungen zwischen dem Berliner und dem Londoner Auswärtigen Amt. Bayerische Finanznot. Ende September tritt der bayerische Landtag zusammen und, wie das allgemein üblich, wird ihm sofort der Etat unterbreitet; es wird nun berichtet, daß es nur unter großen Schwierigkeiten gelungen sei, den Etat ohne Fehlbetrag abschließen zu lassen. Es sei für das erste Jahr der kommenden Finanzperiode eine zwölfprozentige Steuererhöhung und der Ausgleich des Budgets sei ferner auch nur dadurch möglich gewesen, daß Beträge für Ausgaben, die sonst aus Fondsmitteln erfolgten, diesmal aus Anleihen genommen werden. Sogar für die Flußkorrektionen müßten zirka 8 Millionen auf dem Anleihewege geholt werden. Wahrscheinlich mit Rücksicht auf die Biersteuererhöhung im Reiche ist die Erhöhung des Malzaufschlages auf 13 Millionen geplant. Der Verfassungsstreit in Mecklenburg. An dem Widerstand der Ritterschaft, die ihre Privilegien nicht aufgeben will, ist bisher die Einführung einer modernen Staatsverfassung in den beiden Großherzogtümern Mecklenburg gescheitert. Die Verhandlungen sind zurzeit wieder eingeleitet, scheinen aber wiederum zu einem negativen Resultat führen zu wollen. Wenigstens läßt darauf die Meldung schließen, daß die Bürgermeister, die im mecklenburgischen Landtag Sitz und Stimme haben, entschlossen sind, dem nächsten Landtag die Bewilligung der Steuern zu verweigern, wenn eine Einigung über die Verfassung nicht zustande kommt.— Wie man weiter erfährt, dreht sich der Kampf in der Hauptsache um das Wahlrecht. Aufklärung tut dringend not! Ein Briefschreiber aus Schlesien verlangt von der konservativen Parteileitung, sie möge alsbald geeignete, in ganz populärer Form gehaltene Flugblätter in großen Mengen zur Verteilung bringen lassen, um den Uebertreibungen Einhalt zu tun, die gegen die Wirkungen der neuen Steuern gerichtet sind. Zum Schlusse heißt es in dem Schreiben, das der„Konservativen Korrespondenz" zugegangen ist: „Allgemeinen Unwillen und Befremden erregt die passive Haltung der Staatsbehörden, die ganz vergessen zu haben scheinen, daß sie selber die empfohlenen Steuern vorgeschlagen, gefordert und angenommen haben, und die jetzt tun, als ginge sie die ganze Sache nichts an und als handle es sich um rein interne Parteiangelegenheiten, nicht um Interessen des Vaterlandes und um eine Vergiftung des loyalen Sinnes und der Eintracht der Bevölkerung.“ Wie die„Konservative Korrespondenz“ einleitend bemerkt, ist der obige Brief nur einer von vielen, die sie erhalten, und in denen sich ähnliche Mitteilungen befinden. Es scheint, als ob man mit dem Geschreibsel Stimmung machen will, um die Regierung zu veranlassen, nun endlich die von den Junkern verlangte Aufklärung zu schaffen. Ein feines Geschäft. Verschiedentlich wird versucht, der Steuerschraube dadurch zu entgehen, daß Kaffee zur Verzollung nicht angemeldet wird. Die Steuerbehörden sind aber sehr auf dem Posten; ihre recherchierende Tätigkeit ist denn auch bisher sehr lohnend für sie gewesen. So wurden z. B. vor einigen Tagen in Düsseldorf Kaffeemengen beschlagnahmt, die der betr. Firma für die Nichtanmeldung die Summe von 160000 Mark für Steuer und Strafe kosten werden. Der Reichsverband vor Gericht. Unter dieser Spitzmarke hatte die„Leipziger Volkszeitung" am 30. Juni mitgeteilt, daß der zweite Hauptgeschäftsführer des Reichsverbandes, Dr. Ludwig in Berlin, gegen den Genossen Adelung von der„Mainzer Volkszeitung" Privatklage wegen Beleidigung erhoben habe. Die„Leipziger Volkszeitung" teilte den wesentlichen Inhalt des Artikels unseres Mainzer Bruderblattes mit, worauf Herr Ludwig auch die„Leipziger Volkszeitung“ vor den Kadi zitierte. Am 25. August wurde nun in dieser Sache vor dem Leipziger Schöffengericht gegen den verantwortlichen Redakteur der„Leipziger Volkszeitung", Genossen Müller, verhandelt. Genosse Müller wies darauf hin, daß in bürgerlichen Kreisen der Reichsverband ebenso abfällig beurteilt werde wie in der sozialdemokratischen Partei. Die Kampfesweise des Reichsverbandes werde als verachtenswert und unwürdig bezeichnet; Genosse Müller lieferte hierfür eine ganze Reihe von Beispielen. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Neu, stellte folgende Beweisanträge: 1. Für die Tatsache, daß Ludwig früher Redakteur eines demokratischen, dann eines nationalliberalen Blattes gewesen und hierauf als zweiter Geschäftsführer des Reichsverbandes angestellt worden ist, den General v. Liebert als Zeugen zu laden; 2. den Rechtsanwalt Herzberg als Zeugen zu laden für die Tatsache, daß von Ludwig die unwahre Behauptung stammt, Liebknecht habe seinerzeit von den aus Frankreich heimkehrenden Kriegern als von zweibeinigen Tieren gesprochen; 3. den konservativen Parteisekretär Graupner zu laden, der bezeugen soll, daß Ludwig die von ihm im Wahlkampfe von Alzey-Bingen verfaßten Flugblätter von anderen Personen verantworten ließ; und 4. den Chefredakteur Schiedt vom„Leipziger Tageblatt“ für die Tatsache als Zeugen zu laden, daß anständige Politiker es ablehnen, mit dem Reichsverbande zu paktieren. ( Diese Beweisanträge akzeptierte das Gericht und vertagte die Verhandlung. Der Biersteuer=Boykott. Dem„Berliner Lokalanzeiger“ wird aus Halle telegraphiert, paß dort eine sozialdemokratische Versammlung, an der auch bürgerliche Kreise teilnahmen, nach einem Referat des Genossen Albrecht beschlossen habe, die Brauereien solange zu loykottieren, bis sie den Preisaufschlag von 3,50 Mk. pro Hektoliter aufgehoben und den Arbeitern alle Säle für Versammlungen freigegeben haben. Im Rheinlande greift der Bierboykott auch immer weiter um sich. Er ist beschlossen worden in Duisburg, Opladen, Annen, Düsseldorf, Bottrop und Dortmund. Teilweise hat der Boykott bereits den Erfolg gehabt, daß die Wirte die angekündigte Preiserhöhung wieder zurückzogen. In Saarbrücken wurden die Wirte ebenfalls genotigt, den Preis wieder um 2 Pfg. zu ermäßigen. Auch in Ottweiler haben die Brauereien den Aufschlag zurückgenommen. Ein Boykott wurde endlich verhängt in Osnabrück.„ Der Kampf zwischen Brauereien und Wirten spitzt sich in Köln immer mehr zu. Die Vereinigung der Brauereien von Köln und Umgegend teilte der Kölner Wirtevereinigung mit, daß die Beschlüsse der Einigungskommission, die unter Vorsitz des Syndikus der Kölner Handelskammer, Professor Wirminghaus, gefaßt wurden, von den Brauereien nicht angenommen wurden. Danach hatte sich die Wirtevereinigung bereit erklärt, einen Aufschlag von 3,50 Mk. und ab 1. 9. 1910 einen solchen von 4 Mk. pro Hektoliter zu zahlen. Die Mitteilung der Brauereien rief in der Versammlung der Wirtevereinigung, die am Donnerstag stattfand, große Entrüstung hervor; man will nunmehr auch von dem bisherigen Angebot zurücktreten und nur die durch die Biersteuer bedingte Erhöhung bezahlen. Eine große, allgemeine Wirteversammlung wird Freitag hierüber beschließen. Mainz, 26. August. Eine in die Stadthalle einberufene Massenversammlung beschloß, den Bierverbrauch einzuschränken. Es wurde eine Kommission gewählt, die wegen Herabsetzung des Bierpreises mit den Brauereien in Verhandlung treten soll. zent bei großen Abschreibungen. In Vegesack und Leer hingegen bedient man sich mit großem Erfolge jetzt moderner Fangschiffe, sogenannte Dampflogger, welche auch das neu zu grundende Unternehmen als Fahrzeuge in Dienst stellen wird. Die mannigfachen Vorzüge der in Aussicht genommenen Fahrzeuge sollen ein bis zu 100 Prozent größeres Fangresultat in Aussicht stellen. Die Regiekosten bei Verwendung derartiger Fahrzeuge haben sich, wie angegeben wird, als wesentlich geringer herausgestellt, weil ein geringerer Verschleiß und erheblich weniger Verluste an Netzen vorkommen. Wir haben keine Veranlassung, zu untersuchen, ob die in dem Prospekt den zukünftigen Aktionären in Aussicht gestellten Gewinne mit einer gewissen Sicherheit und Regelmäßigkeit zu erwarten sind. Von allgemeinem Interesse aber ist es, festzustellen, daß die Gründer zur Erhärtung ihrer Rentabilitätsberechnung hervorheben: Ausländische Heringe zahlen pro Faß 3 Mk. für Einfuhrzoll, das macht für eine deutsche Fischerei eine Besserstellung von 10 und mehr Prozent.“ Außerdem ist eine weitere Erhöhung des Einfuhrzolles für Heringe zu erwarten, die dem deutschen Heringsfang zugute kommt. Die hier angekündigte Erhöhung des Heringszolles sollte um so mehr beachtet werden, da die Gründer der neuen Heringsfischerei=Gesellschaft anscheinend gute Fühlung mit den Regierungsstellen haben, sie haben, wie erwähnt, bei ihrer Rentabilitätsberechnung eine zu erwartende Staatsbeihilfe in Höhe von 160000 Mk. vorgesehen; ferner hängen sie ihrer Heringsgründung das nationale Mäntelchen um, sie wollen die Notwendigkeit der Errichtung von weiteren deutschen Heringsfischereien auch damit begründen, daß solche Unternehmungen die Rekrutenaushebungen für die Kriegsmarine erleichtern. Vor einigen Monaten begann der Bund der Landwirte durch seinen Häuptling Hahn die Propaganda für eine Erhöhung des Heringszolles zu betreiben, die Gründer der neuen Heringsfischerei glauben, auf einen erhöhten Heringszoll schon mit Bestimmtheit rechnen zu können. Der Plan des Heringswuchers geht um, er krönt die niederträchtige Räuberei, die der Schnapsblock an dem deutschen Volke eben verübt hat. Für die Folge finden die Ausflüge in der Woche zweimal statt: Dienstags und Freitags. Treffpunkt nachmittags 3 Uhr: Dienstags bei Ummelmann, Freitags an der Kreissparkasse. — Polizeibericht. Diebstahl. Gestern morgen gegen 10 Uhr wurde ein kleines Mädchen im Alter von 8 Jahren von einem 14- bis 16jährigen Burschen auf der Detmolderstraße angehalten mit der Frage, wo die Teutoburgerstraße sei. Als das Mädchen das Geld, das es in der rechten Hand trug, in die linke Hand nahm, wurde ihm das Geld— 4,50 Mk.— von dem Burschen entrissen. Der Dieb wurde sofort verfolgt, doch gelang es ihm, zu entkommen. — Das gesamte städtische Orchester veranstaltet am Sonntag zwei Konzerte. Nachmittags 4 Uhr das 24. Abonnementskonzert der Schützengesellschaft auf dem Johannisberg. Abends 8½ Uhr konzertiert ebenfalls das vollbesetzte Orchester im Garten des Hotels Kaiserhof. — Promenaden=Musik. Montag, 30. August, abends 6 Uhr, veranstaltet das städtische Orchester ein Promenadenkonzert am Jahnplatz, mit nachstehendem Programm: 1.„Old Feitful“, Marsch von Holzmann; 2. Festouverture von Leutner; 8. Chor der Friedensboten a. d. Op.„Rienzi“ von träume, Walzer von Vollstedt; 5.„Schlag auf Schlag“, Potpourri von Schreiner. Das künftige Reichstagspräsidium. Mit dem Schluß des Reichstages sind auch die Funktionen des Präsidiums des Reichstages erloschen. Graf Stolberg, der bisher Präsident des Reichstags war, führt die Präsidialgeschäfte noch solange, bis ein neuer Präsident gewählt ist. Wenn der Reichstag im Herbst wieder zusammentritt, wird es es seine erste Aufgabe sein, eine Neuwahl des Präsidiums vorzunehmen. Es ist Usus, daß der Präsident aus den Reihen der stärksten Fraktion des Reichstags genommen wird. Nach den Blockwahlen ist mit dieser Gepflogenheit gebrochen worden, indem das Zentrum völlig ausgeschaltet wurde. Die Blockparteien haben die drei Präsidentensitze unter sich verteilt, und zwar so, daß die Konservativen den Präsidenten, die Nationalliberalen den ersten und die Freisinnigen Dn 2. Vizepräsidenten stellten. Durch das Auffliegen des Blocks ist die Situation eine ganz andere geworden, und es werden jetzt bereits vielfach Betrachtungen angestellt, wie das neue Reichstagspräsidium zusammengesetzt sein soll. Das Zentrum ist wieder Regierungspartei, und es ist nun die Frage, ob es darauf Anspruch erhebt, die Stelle des Präsidenten zu besetzen, oder ob man aus taktischen Gründen vorläufig noch den Konservativen dieses Vorrecht überlassen will. Bezeichnend ist dabei eine Stimme aus nationalliberalen Kreisen. Der nationalliberale Abg. Metger bespricht im die Zusammensetzung des neuen Präsidiums und kommt zu der Ansicht, daß man dem Zentrum die Stelle des 1. zur Besetzung überlassen müsse. Er rühmt die Geschicklichkeit des früheren Präsidenten Grafen Ballestrem und legt dann klar, daß Graf Stolberg als Präsident eigentlich recht ungeschickt in der Führung des Präsidiums war. Es gewinnt fast den Anschein, als ob die Nationalliberalen aus Bosheit nunmehr gegen einen konservativen Präsidenten stimmen wollen, vielleicht in der stillen Hoffnung, auf diese Weise den ersten Zwist in Reihen des schwarz=blauen Blocks hineintreiben zu können. Heringswucher in Sicht. Ki. Zur Beteiligung an der Gründung einer neuen Heringsfischerei=Gesellschaft wird das kapitalistische Publikum von einem Komitee aufgefordert, dessen Mitglieder in Bremen wohnen. In dem viel verbreiteten Prospekt wird ausgeführt, daß die deutsche Heringsfischerei heute mit 218 kleineren und mittleren Fahrzeugen den Heringsfang betreibt und ein Fangresultat von rund 200000 Faß im Werte von 6,6 Millionen Mark erzielt. Der Bedarf an Heringen in Deutschland beträgt 1 500 000 Faß im Werte von 40 Millionen Mark, somit zahlt Deutschland an das Ausland zur Fesejedig gung seines inländischen Konsums für die fehlenden 1 500 0000 Faß jährlich die außerordentlich hoye Summe von 35 Millionen Mark. Hiervon entfallen auf England 700000 Faß, auf Holland 450000 Faß und auf Skandinavien 150000 Faß. Rentabilität der neuen Gründung, deren Aktienkapital eine Million Mark betragen soll, und die nach den Angaben der Gründer eine Staatsbeihilfe von 160000 Mk. erwartet, soll sich so gestalten, daß eine Dividende von 15 Prozent nach ausreichenden Abschreibungen und Rückstellungen in Aussicht gestellt werden könnte. Mit kleineren älteren Fahrzeugen, so wird in dem Prospekt weiter berichtet, betreibt man den Fang u. a. am Emdener Platze und erzielte damit Dividenden bis 20 ProM Zentrum und Polen. Das Zentrum ist eifrig bemüht, während der Breslauer Tagung für die Polen polnische Versammlungen zu veranstalten. Bei diesem Vorgehen läßt es sich offenbar von der Absicht leiten, sich die Gunst der Polen zu sichern. Die radikalpolnischen Blätter erkennen den Schachzug des Zentrums und lassen ihm eine schroffe Absage zuteil werden. So schreibt zum Beispiel der„Polak“,„„Han Haß g2 in S. „Das Jentrum kann es nicht verwinden, daß es in Schlesien auf Kosten der polnischen Fraktion fünf Mandate eingebüßt hat, und darum wirbt es unter den Polen Schlesiens neue Anhänger. Fortwährend erinnert es sich an die goldenen Zeiten in Schlesien, da es dort noch Herr war und es peinigt es das bittere Gefühl, daß sich die Schlesier nicht mehr an seiner Leine führen lassen wollen, daß sowohl der schlesische Arbeiter wie der Landmann durchschaut und erkannt haben, sein Platz sei nicht beim Zentrum, sondern in den Reihen der polnischen Brüder. Das Zentrum fühlt diesen Verlust in Schlesien, es verrät dies aber nicht äußerlich, sondern statt dessen treibt es hinterlistig, emsig und eifrig eine Winkelagitation, um die Schlesier von neuem für seine Partei zu gewinnen. Das ist für uns nichts neues; das Zentrum hat sich stets durch Hinterlist ausgezeichnet.„„ Einige Pfarrer sollen den Polen in Overschiesien für die Teilnahme am Katholikentage sogar freie Fahrt und freies Bier zugesagt haben. Auch dieses sonderbare Anerbieten lehnt das genannte Blatt ab mit folgenden Worten: „Warnen müssen wir aber unsere Nationalgenossen, derartige Geschenke anzunehmen, denn die Zentrumsgelder sind Silberlinge des Judas. Wir wissen, worum es dem Zentrum geht. Durch Geschenke will es die Schlesier vereinigen, um sie dann von neuem zu prügeln, zu plündern, wie es dies früher getan hat. Darum muß man vor diesen Wölfen in Schafsfellen auf der Hut sein... Die Schlesier werden aber nicht in die Zentrumsschlingen gehen, den Judasgroschen zur Reise nach Breslau nicht annehmen und zum Deutschen Katholikentage nicht fahren. — Bielefelder Sommertheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben:„Minna von Barnhelm", Lustspiel von G. E. Lessing, wird heute als Klassikervorstellung zu ermäßigten Preisen aufgeführt. Wir machen besonders Schüler und Schülerinnen auf diese Vorstellung aufmerksam.— Am Sonntag ist eine Doppelvorstellung. Zur Aufführung gelangt das Schönthan und Kadelburgsche, äußerst amüsante Lustspiel„Der Herr Senator". Die Titelrolle spielt der Charaktertomiker Willy Schneider, und zwar ist„Der Herr Senator“ eine Lieblingsrolle von ihm. Bei Willy Schneiders zwerchfellerschütternder, trockener Komik und seinem unverwüstlichen Humor wird die Rolle ihre Wirkung nicht verfehlen. Als zweites Stück wird Kurmärker und Picarde, Genrebild mit Gesang in von L. Schneider, gegeben. Das kleine Stück hat seinen Weg durch die Welt gemacht. Der ernste preußische Landwehrmann und die lustige, übermütige Französin(Willy Schneider und Käthe Führ) sind Figuren, die immer wieder gern dargestellt werden und das Publikum zum Beifall hinreißen.— Montag bleibt das Theater geschlossen. Spielplan. Sontag, 29. August: Doppelvorstellung:„Der Herr Senator“ und„Kurmarker und Picarde“. Anf. 8 Uhr. Montag, 30. August: Keine Vorstellung. Dienstag, 31. August:„Die Schmetterlingsschlacht.“ Anf. 8½ Mittwoch, 1. September:„Charleys Tante.“ Anf. 8½ Uhr. Donnerstag, 2. September: Benefiz für Willy Schneider.„Der Mann im Monde.“ Anf. 8½ Uhr. Freitag, 3. September:„Die Kinder der Exzellenz.“ Anf. 8½ Uhr. Sonnabend, 4. September:„Der Herr Senator.“ Anf. 8½ Sonntag, 5. September:„Der Meineidbauer.“ Anf. 8 Uhr. Versammlungen. Sonnabend, 28. August. Lage. Holzarbeiterverband. Abends 8½ Uhr. Vortrag des Genossen Otte=Detmold über Krankenkassensoesen. Sonntag, 29. August. Bielefeld. Maurerverband. Vorm. 10 Uhr bei Indiestel. Schildesche. Soz. Verein. Vorm. 9½ Uhr bei Fischer, Herforderstraße. Herford. Tabakarbeiterverband. Vorm. 10 Uhr bei Seeger.„„ — Holzarbeitervervand. Vorm. 10 uhr bei Liedtke. Marokko. Maurische Kriegführung. London, 27. August. Der „Morning Leader“ weiß Greuliches von der barbarischen Kriegführung der Mauren zu melden. In einer Schlucht des Guruguberges sollen bereits 1500 Leichen liegen. Die gefangenen Spanier wurden, bevor sie in die Schlucht gestürzt wurden, ausgeplündert und Stück für Stück ihrer Glieder beraubt. Die Luft rings um den Gipfel des Berges ist von den faulenden Leichen verpestet. Tanger, 27. August. Wie aus Fez unter dem 24. d. M. berichtet wird, ist der Roghi an diesem Tage in Fez als Gefangener eingetroffen. Er war in einem Käfig eingesperrt, der auf einem Kamel angebracht war. Die Volksmenge erging sich in Schmähungen gegen den Roghi. Der Sultan hatte eine kurze Unterredung mit dem Gefangenen, worauf dieser in den Palast gebracht wurde. Montag, 30. August. Bielefeld. Holzarbeiterverband. Abends 6¼ Uhr in der„Centralhalle". Vortrag des Genossen KatzensteinCharlottenburg über:„Der Kampf um die neue Erziehung.„ — Arbeiter=uostinentenvuno. Oeffentliche Versammlung. Abends 8½ Uhr in„Stadt Bielefeld". Vortrag des Genossen Katzenstein über:„Der Kampf gegen die neuen Steuern. Herford. Versammlung aller in der Konfektion und Wäschenäherei Beschäftigten. Abends 7½ Uhr in Aeckers Turnhalle, Münsterkirchplatz. der Stadt und Nachbarschaft. Lielefelder en. Man muß es der rührigen Direktion lassen, daß sie gegen die Ungunst der Verhältnisse mit allen Kräften ankämpft. In der vergangenen Woche hat sie nicht weniger als vier Theaterstücke herausgebracht. Am Sonnabend war Kavale und Liebe von Schiller. Zu unserer Freude war das Theater gut besucht. Leider langen die Kräfte für solche Belastungsprobe nicht. Selbstverständlich war Hans Freihen als Wurm brillank, und auch Max Caro als Hofmarschall von Kalb war gut, aber über den Ferdinand Joseph Kießlichs ist es das beste, zu schweigen. Um solche Rolle zu spielen, muß man doch wenigstens Deutsch sprechen können. Auch Willy Schneider paßte nicht zur Rolle des alten Miller. An solche Stücke darf sich das heurige Sommertheater nicht ion. Sonntag gabs Hasemanns Töchter eines jener unausstehlichen„Volksstücke“ L'Arronges mit Philister=Moral. Es wurde recht gut gegeben. Dasselbe kann man sagen von der Schmetterlingsschlacht Sudermanns, die am Dienstag in Szene ging. Am Donnerstag war Benefiz für Käthe Führ, Gustav von Mosers Salontiroler. Es ist ein ganz spaßiges Stück, und das ist das Schlimmste noch nicht, wie es im Stück selbst heißt. Gespielt wurde recht nett, leider war der Besgchrecht schlecht. Wieder ein Beweis, daß mit aufgeräumt werden muß, was ja schon in der Schauspieler=Versammlung dieses Frühjahrs ausgesprochen worden ist. * Bielefeld, 28. August. — Metallarbeiterverband. Die für den vergangenen Sonntag vorgesehene Besichtigung des Waldgrundstückes, die wegen des Regenwetters ausfallen mußte, findet nun morgen statt. Zu ihr sind alle Funktionäre des Verbandes(Vertrauensmänner, Kassierer und Bibliothekare) freundlichst eingeladen. Treffpunkt früh 7 Uhr, im Restaurant„Stadt Bielefeld". — Hinaus ins Freie. Nach der schweren Arbeit der Woche, die meist in Werkstätten vor sich geht, in denen frische Luft nur wenig Zugang findet, sollte die arbeitende Jugend ganz besonders den Sonntag benützen, um in der freien Natur sich zu tummeln. Die mit dem Spiel im Freien verbundene Bewegung ermüdet nicht, sondern erfrischt Körper und Geist und stählt den jungen Menschen für den Kampf ums Dasein. Sonntag, nachmittags 2½ Uhr, sollte daher die arbeitende Jugend sich auf der Ochsenheide zu munterem Spiel einfinden. Die Arbeitereltern haben die Pflicht, die heranwachsende Jugend auf diese Veranstaltungen aufmerksam zu machen.— Bei ungünstiger Witterung um 4 Uhr Zusammenkunft in„Stadt Bielefeld. Liederbücher mitbringen. — Ausflug und Spiele der proletarischen Jugend am Dienstag, 31. August. Treffpunkt: Nachmittags 3 Uhr bei Ummelmann, Dornbergerstraße. Es sind noch einige Spielgeräte beschafft worden, so daß jetzt allen Anforderungen Genüge geleist werden kann. Mögen die Eltern unserer Der Abgeordnete Behrens in Nöten. Herr Behrens, der christliche Arbeitersekretär und christlich=soziale Abgeordnete, der im Reichstag mit dem Schnapsblock für neue indirekte Steuern stimmte, ist in großen Nöten. Nachdem ihm schon von verschiedenen christlichen Arbeiterorganisationen in unmißverständlicher Weise die Meinung gesagt worden ist, rebellieren nun auch seine Wähler in Wetzlar=Altenkirchen. In stark besuchten Volksversammlungen an drei verschiedenen Orten des Kreises wurde eine Resolution angenommen, die lautet:„Die Versammelten verurteilen ganz entschieden unsre bisherige Steuerpolitik im Reiche und sind keineswegs mit der Steuermacherei, die bei der letzten Reichsfinanzreform betrieben wurde, einverstanden, vielmehr protestieren sie gegen die unwürdige Art und Weise der Belastung des Mittel= und Arbeiterstandes, die trot Einführung angeblicher Besitzsteuern schon eingetreten ist. Dem Reichstagsabgeordneten des Wahlkreises Wetzlar,=Altenkirchen(Behrens) machen die Versammelten den Vorwurf, daß er durch die einzelnen Abstimmungen bei der Reichsfinanzreform nicht die wirklichen Interessen der Wähler gewahrt hat. Versammelten verpflichten sich, unablässig vafur Spige zu tragen, daß der Gedanke der Einführung des Reichstagswahlrechts für den preußischen immer mehr propagiert wird, da aus dem ganzen Verhalten der konservativen Parteien mit ihrem Anhang bei der Reichsfinanzreform zu erkennen war, daß nur dann der unheilvolle Einfluß gebrochen ist, wenn das jetzige Klassenwahlrecht durch das Reichstagswahlrecht ersetzt wird." Herr Behrens wird das Mißtrauensvotum gewiß nicht leicht nehmen, denn in einem andern Wahlkreis Unterschlupf### finden, wird gerade ihm nicht gelingen, trotzdem er durch logische Kopfsprünge seine Situation zu verbessern versucht. Nr. 200. Parte Zum neuen„Fall B schreibt im„Vorwarts“: „Nachdem nun auch di hat, will ich die Antwort tion des„Vorwärts“ in de gerichtet hat, nicht länger Erstens: In Sachen de stelle ich fest, daß dieses B Beweises für seine Behaup rechtsliberaler russischer? der Weise einer unquali der Verlegenheit, daß sie von Zeit zu Zeit Brief herunterreißt und dann demokratie Verworfenen h mag man daraus ersehen seinerzeit einzige große ritsch“ aus meinen Briefe Befriedigung Stücke über Briefe zu schreiben, welch kommen bin. Es liegt ni# die Bezeichnung erloge zeitung zurückzunehmen. unterstreichen. Zweitens: In Sachen fest, daß vor etwa vier 2 vom Parteivorstand mir das Erscheinen eines Arti beim Vorstand eingelaufer Ich teilte ihm mit, was ich Müller sagte mir etwas schwerdeführern entspreche erledigt. Um dieselbe 3 Parteiarchivs dem Genosse demokratischen Ko Aussatz ersuchte, in Geger nossen ebenfalls erzählt, n mit“ kam, und erst letzten Genossen Stücklen v bureau mich unterhielt mit"=Affäre kam, bemerkt Sache da hineingekommen vorstand, Redaktion des P zialdemokratischen Korrespe selben Stockwerk desselben „Vorwärts“, es findet zwis Informationsaustausch stat men, daß die Redaktion des in bezug auf die, wie sies halten hat, allein in Unwi Ich würde indes den V wider besseres Wissen for haben, wenn die Redakti „Nimm mich mit“ meinem wärts“ irreführende Deutu aus der Notiz des„Vorwä zige Abhandlung, und zwa sachlich gehaltene handelte. Ich habe schon! demokratischer Blätter sie und bemerke weiter, d. Parteikreisen an mich gek. nicht als Broschüre herause ist ein Unterhaltungsblatt Selbst wenn ich den Aufse oder wenn er mit meinen wäre, läge noch kein Grund Verselbe Wir lesen in der„Neu Vor einer Reihe von Ratsbibliothekar und Archi zig, ein Büchlein über„A das sich seitdem ein große hat als eine, wie es im Ne matik des Zweifelhaften, d ein Hilfsbuch für alle, die bedienen. Bei seinem Erscheinen Zeit" sehr gelobt worden, halte in dem Sinne, daß! mit dem Bade verschütte ur der Wurzel fasse. Das ha Genüge geleistet werden kann. V..... 4 Jugend für eine rege Beteiligung an diesen ausflugen und Spielen Sorge tragen. Sie sind eines der besten Mittel mit, Sorge tragen. Sie sind eines der besten Mittel m Korper und Geist der Kinder zu stärken, und sie daher zu befähigen, die Anforderungen, die der Schulunterricht an sie stellt, leichter erfüllen zu können. * Brackwede, 27. August. Zur Beachtung! Aus Anlaß der Kirmes wird daran erinnert, daß die Lokale vor Bernhard Wehmeyer und Ramsbrok, am Bahnhof, de organisierten Arbeiterschaft zu Versammlungen nicht zur fügung stehen. kleine Schrift selbst mit süngeren Kollegen von der lichen Bestandteil ihres Sch Ansicht etwas zurückzuneht Anlaß. Aber auf unsere damali einem bestimmten Punkte lichsten„Sprachdummheite mehr als die Hälfte der! schreibt, denunziert Herr A den Mißbrauch des Fürwo selbe im Sinne von er dieses; er will es nur ame gebraucht wissen un Mißbrauch des Wortes zu führt habe, seinen wirklich fällige ebenderselbe sieht Herr Wustmann gege welche, welches(statt #r in unserer klassischen L fullsel gefunden haben will. nis erblickt er aber darin, diese beiden„entsetzlichen ständen: die herrlichen Pa Kund welcher(statt der). * Hiergegen machten wir Garszie hinausschieße, da eiihe oder Lessing nachzu ser Woche zweimal nachmittags 3 Uhr: g's an der Kreisern morgen gegen von 8 Jahren von detmolderstraße anstraße sei. Als das Hand trug, in die 50 Mk.— von dem verfolgt, doch gelang staltet am Sonntag 24. Abonnementsannisberg. Abends Orchester im Gargust, abends 6 Uhr, menadenkonzert am 1.„Old Feitful“, n Leutner; 8. Chor Jagner; 4. Künstler= Schlag“, Potpourri dem Theaterbureau helm", Lustspiel von llung zu ermäßigten ders Schüler und sam.— Am Sonnührung gelangt das sante Lustspiel„Der er Charakterkomiker Senator“ eine Liebzwerchfellerschütterntlichen Humor wird s zweites Stück wird t Gesang in 1 Akt stück hat seinen Weg sische Landwehrmann Lilly Schneider und eder gern dargestellt nreißen.— Montag Der Herr Senator“ 8 Uhr. lingsschlacht.“ Anf. * Anf. 8½ Uhr. illy Schneider.„Der er Exzellenz.“ Anf. Senator.“ Anf. 8½ ter.“ Anf. 8 Uhr. t. bends 8½ Uhr. Vorüber Krankenkassen10 Uhr bei Indiestel. ½½ Uhr bei Fischer, d. Vorm. 10 Uhr 10 Uhr bei Liedtke. Abends 6¼ Uhr in Genossen Katzensteinpf um die neue Erd. Oeffentliche Uhr in„Stadt Bieleitzenstein über:„Der der Konfektion äftigten. Abends künsterkirchplatz. in Nöten. Arbeitersekretär und Reichstag mit dem stimmte, ist in großen denen christlichen Arher Weise die Meiauch seine Wähler in k besuchten Volksverdes Kreises wurde eine e Versammelten verrige Steuerpolit der Steuermacherei, trieben wurde, einversie unwürdige Art und beiterstandes, die trot eingetreten ist. Dem 8 Wahltreises ins) machen die Verirch die einzelnen Abnicht die wirkgewahrt hat. Die lässig dafür Sorge## rung des Reichsßischen Landtag dem ganzen Verhalten nhang bei der Reichsr dann der unheilvolle Klassenwahlrecht durch isvotum gewiß nicht chlkreis Unterschlupf### en, trotzdem er durch verbessern versucht. r B e a c h t u n g! A u s t, daß die Lokale vor ok, am Bahnhof, der ilungen nicht zur Ves4. 0 Nr. 200. Bielefeld, Sonnabend, 28. August 1909. 20. Jahrg. Parteinachrichten. Zum neuen„Fall Bernstein". Genosse Bernstein schreibt im„Vorwärts“: „Nachdem nun auch die„Leipziger Volkszeitung“ gesprochen hat, will ich die Antwort auf die Vorwürfe, welche die Redaktion des„Vorwärts“ in der Sonntagsnummer an meine Adresse gerichtet hat, nicht länger hinausschieben. Erstens: In Sachen der„Leipziger Volkszeitung“ stelle ich fest, daß dieses Blatt auch nicht die leiseste Spur eines Beweises für seine Behauptung erbringt, ich sei„Berichterstatter rechtsliberaler russischer Blätter". Sie hilft sich lediglich nach der Weise einer unqualifizierbaren Journalistik dadurch aus der Verlegenheit, daß sie dasjenige russische Blatt, für das ich von Zeit zu Zeit Briefe über Sozialpolitik schreibe, herunterreißt und dann mich als von der russischen Sozialdemokratie Verworfenen hinzustellen sucht. Mit welchem Recht, mag man daraus ersehen, daß das mittlerweile unterdrückte, seinerzeit einzige große sozialdemokratische Tageblatt„Towaritsch“ aus meinen Briefen an die„Rußkija Wjedomosti“ mit Befriedigung Stücke übernahm und mich bat, auch ihm solche Briefe zu schreiben, welcher Einladung ich dann auch nachgekommen bin. Es liegt nicht der geringste Anlaß für mich vor, die Bezeichnung erlogen hinsichtlich der Notiz der„Volkszeitung zurückzunehmen. Ich habe sie vielmehr nur stark zu unterstreichen. Zweitens: In Sachen des„Nimm mich mit" stelle ich fest, daß vor etwa vier Wochen Genosse Hermann Müller vom Parteivorstand mir mitteilte, es seien Beschwerden über das Erscheinen eines Artikels von mir im„Nimm mich mit“ beim Vorstand eingelaufen und mich um Ausklärung ersuchte. Ich teilte ihm mit, was ich an dieser Stelle berichtet habe, und Müller sagte mir etwas später, der Vorstand habe den Beschwerdeführern entsprechend geantwortet, die Sache sei damit erledigt. Um dieselbe Zeit habe ich ferner im Bureau des Parteiarchivs dem Genossen Schröder von der„Sozialdemokratischen Korrespondenz“, der mich um den Aussatz ersuchte, in Gegenwart anderer dort arbeitender Genossen ebenfalls erzählt, wie der Aussatz in das„Nimm mich mit“ kam, und erst letzten Freitag, als ich im Archiv mit dem Genossen Stücklen vom sozialdemokratischen Pressebureau mich unterhielt und die Rede auf die„Nimm mich mit"=Affäre kam, bemerkte Stücklen:„Ich weiß ja, wie die Sache da hineingekommen ist". Alle die Genannten, Parteivorstand, Redaktion des Pressebureaus und Redaktion der„Sozialdemokratischen Korrespondenz“, arbeiten in Bureaus auf demselben Stockwerk desselben Gebäudes, wie die Redaktion des „Vorwärts“, es findet zwischen ihnen über alle möglichen Dinge Informationsaustausch statt, wie sollte ich da auf die Idee kommen, daß die Redaktion des„Vorwärts“ hinsichtlich einer Sache, in bezug auf die, wie sie schreibt, sie selbst viele Zuschriften erhalten hat, allein in Unwissenheit geblieben war? Ich würde indes den Vorwurf, daß die Redaktion ihre Notiz wider besseres Wissen formuliert hat, trotzdem nicht erhoben haben, wenn die Redaktion nicht der Unterschrift, die das „Nimm mich mit“ meinem Bilde gab, eine die Leser des Vorwärts“ irreführende Deutung gegeben hätte. Kein Leser konnte aus der Notiz des„Vorwärts“ ersehen, daß es sich um eine einzige Abhandlung, und zwar um eine sehr ernste, streng sachlich gehaltene sozialistische Abhandlung handelte. Ich habe schon bemerkt, daß auch eine Anzahl sozialdemokratischer Blätter sie ganz oder teilweise nachgedruckt haben und bemerke weiter, daß schon vor Wochen Anfragen aus Parteikreisen an mich gekommen sind, ob ich die Abhandlung nicht als Broschüre herausgeben werde. Das„Nimm mich mit“ ist ein Unterhaltungsblatt für die große indifferente Masse. Selbst wenn ich den Aufsatz für dieses Blatt geschrieben hätte oder wenn er mit meinem Wissen und Willen in es gelangt wäre, läge noch kein Grund vor, darüber in„Entrüstung" zu geVerselbe und welcher. Wir lesen in der„Neuen Zeit": Vor einer Reihe von Jahren gab Herr Gustav Wustmann, Ratsbibliothekar und Archivdirektor in der guten Seestadt Leipzig, ein Büchlein über„Allerhand Sprachdummheiten“ heraus, das sich seitdem ein großes und verdientes Ansehen erworben hat als eine wie es im Nebentitel heißt,„kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen", als ein Hilfsbuch für alle, die sich öffentlich der deutschen Sprache bedienen. Bei seinem Erscheinen ist das Büchlein auch in der„Neuen Zeit“ sehr gelobt worden, wenn auch nicht ohne starke Vorbehalte in dem Sinne, daß Herr Wustmann manchmal das Kind mit dem Bade verschütte und doch das Uebel nicht tief genug an der Wurzel fasse. Das hat uns aber keineswegs gehindert, die kleine Schrift selbst mit großem Nutzen zu lesen und sie oft sungeren Kollegen von der Zeitungspresse als einen unentbehrlichen Bestandteil ihres Schreibtisches zu empfehlen. Von dieser Ansicht etwas zurückzunehmen, haben wir auch heute keinen Anlaß. Aber auf unsere damaligen Vorbehalte möchten wir heute in einem bestimmten Punkte zurückkommen. Als die allergefährlichsten„Sprachdummheiten“, denen er die Hälfte und selbst mehr als die Hälfte der herrschenden Sprachverwilderung zuschreibt, denunziert Herr Wustmann den alles Maß übersteigenden Mißbrauch des Fürwortes derselbe, dieselbe, dasselbe im Sinne von er, sie, es oder dieser, diese, dieses; er will es nur im Sinne von idem, le méme, the eame gebraucht wissen und höhnt darüber, daß der greuliche Mißbrauch des Wortes zu der anderen„Sprachdummheit" geführt habe, seinen wirklichen Sinn nur noch durch das schwerfällige ebenderselbe wiederzugeben. Nicht minder scharf sieht Herr Wustmann gegen das Relativpronomen welcher, welche, welches(statt der, die das) vom Leder, das K in unserer klassischen Literatur nur als schleppendes Versullsel gefunden haben will. Die„Krone" aller Sprachverderbnis erblickt er aber darin, wenn, wie es tausendfach geschehe, diese beiden„entsetzlichen Spracherscheinungen“ nebeneinander ständen: die herrlichen Papierpronomina derselbe(statt er) Kund welcher(statt der). Hiergegen machten wir geltend, daß Herr Wustmann über Ziel hinausschieße, da er nur irgendwelche zehn Seiten von Goethe oder Lessing nachzulesen brauche, um zu finden, daß auch raten. Er klärt Leute, die sonst gewöhnliches Zeugs lesen, über die Tendenzen der sozialen Entwicklung auf und zeigt ihnen, in wie hohem Grade diese Entwicklung die Bestrebung der Sozialdemokralie rechtfertigt und unterstützt. Der Nachdruck des in fünf kurze Artikel eingeteilten Aussatzes steht der Redaktion des„Vorwärts“ frei. Wenn sie loyal sein will, hätte sie jetzt die Pflicht, von dieser Freiheit Gebrauch zu machen. Drittens und letztens in Sachen der„Aushungerung". Meine Erklärung zum Artikel der„Volks=Zeitung“ ward geschrieben, als ich von diesem Artikel nur erst das gelesen hatte, was der„Vorwärts“ ihm entnommen hat. Ich konnte mir den Artikel selbst nicht sofort verschaffen, wollte aber die Zurückweisung der Idee, als gäbe es irgendeine nennenswerte Gruppe in der Partei, die mich„aushungern“ wolle, keinen Augenblick anstehen lassen. Diese Zurückweisung steht ganz unzweideutig in meiner Erklärung da, und mehr als sie besagt, kann ich der Sache nach auch heute nicht erklären. Ich rühre Vergangenes nicht gern wieder auf, aber nachdem Parteiblätter es schon betont haben, habe ich gleichfalls daran zu erinnern, daß mir nach dem Dresdener Parteitage— ich bemerke, gegen den Widerspruch des Parteivorstandes— die, ohnehin meinem Wissen und Können wenig entsprechende damalige Mitarbeit am„Vorwärts“ gekündigt wurde, ohne daß irgendeiner der Artikel, die ich für den„Vorwärts“ geschrieben, zu Beschwerden irgendwelcher Art Anlaß gegeben hatten, und daß ferner, als ich daraufhin das„Neue Montagsblatt“ ins Leben rief, von einer bestimmten Seite sofort zum Boykott dieses Blattes aufgefordert wurde. Eine Aufforderung, die aner kennenswerterweise von der großen Mehrheit der Berliner Vertrauensmänner zurückgewiesen wurde, aber eben doch beweist, daß es einzelne Elemente gibt, die dem sozialistischen Schriftsteller die Erwerbsmöglichkeiten ich will es mild ausdrücken— über Gebühr zu verkürzen geneigt sind. Und darum konnte ich der Zurückweisung keine streng absolute Fassung geben. Berlin, den 24. August 1909. Ed. Bernstein.“ Dazu schreibt der„Vorwärts": „In dieser Zuschrift wird Genosse Bernstein endlich deutlich genug. Daß er seine Lage dadurch verbessert, glauben wir allerdings nicht. Er hat den Vorwurf der Unehrlichkeit in Sachen des„Nimm mich mit“ gegen den„Vorwärts" erhoben, weil die Genossen Müller vom Parteivorstand, Schröder von der„Parteikorrespondenz" und Stücklen vom Pressebureau von dem Sachverhalt gewußt haben und weil diese Genossen im selben Gebäude und selben Stochwerk wie die„Vorwärts"=Redaktion ihre Bureaus haben. Diese Entschuldigung beleuchtet die Methode des Genossen Bernstein. Hätte er nicht die Pflicht gehabt, sich zu vergewissern, ob einer dieser Genossen mit uns über den Fall gesprochen habe, ehe er den schweren Vorwurf der wissentlich falschen Anklage gegen ein Blatt erhob, das, so wenig es ihm auch gefallen mag, doch immerhin ein nicht unbedeutendes Parteiblatt ist? Tatsächlich hat keiner der genannten Genossen, noch sonst irgend ein Wissender mit uns über die Sache gesprochen. Es lag dazu um so weniger ein Anlaß vor, als der „Vorwärts“ zu den Beschwerdeführern beim Parteivorstand nicht gehört hat, weil er die Mitarbeit beim„Nimm mich mit“ von vornherein nicht als einen Verstoß gegen Parteibeschlüsse, sondern als eine Geschmacklosigkeit ansah. Deshalb hat er auch seinerzeit, als er die entrüsteten Zuschriften verschiedener Genossen erhielt, die öffentliche Erörterung unterlassen. Erst der „Tageblatt"=Artikel gab ihm Anlaß, die— vermeintliche— Weitherzigkeit des Genossen Bernstein in bezug auf die Mitarbeit bei bürgerlichen Organen auch nach anderer Richtung hin durch die Erwähnung der„Nimm mich mit"=Artikel zu illustrieren. Ueber die Qualitäten des„Nimm mich mit“ und die Opportunität der Mitarbeit von Genossen an diesem Sensationsorgan ein Wort zu verlieren, halten wir für unwürdig. Den grotesken Witz, uns die Pflichten der Loyalität lehren zu wollen, sollte Genosse Bernstein aber endlich beiseite legen. unsere Klassiker die Fürwörter dieselbe und welcher in dem von ihm verpönten Sinne gebraucht hätten. Wenn er uns darin zu weit zu gehen schien, so hoben wir auf der anderen Seite hervor, daß er nicht tief genug grübe, wenn er die Sprachverwilderung auf das Ueberwuchern der Zeitungspresse und namentlich der jüdischen Zeitungspresse seit dem Jahre 1866 zurückführe, was wir dann eingehender zu begründen versuchten. Hieran wurden wir nun lebhaft erinnert, als wir uns mit Winckelmanns Werken und den daran anknüpfenden Schriften Lessings, Herders und Goethes beschäftigten. Gleich im ersten Satze von Winckelmanns Kunstgeschichte, also dem ersten großen Werke unserer klassischen Literatur, leuchtete uns die„Krone" greulichen Ungeschmacks entgegen, ein welcher, eskortiert sogar von zwei derselbe:„Die Geschichte der Kunst des Altertums, welche ich zu schreiben unternommen habe, ist keine bloße Erzählung der Zeitfolge und der Veränderung in derselben, sondern ich nehme das Wort Geschichte in der weiteren Bedeutung, welche dasselbe in der griechischen Sprache hat.“ Dadurch angeregt, gingen wir der Sache näher nach, und um es mit einem Worte zu sagen, so bestand das Ergebnis unserer Forschungen darin, daß die jüdische Zeitungspresse an dieser Papiersprache ganz unschuldig, ihre wirkliche Mutter vielmehr jene staubtrockene und verschnörkelte Gelehrtensprache ist, die sich in Deutschland eingebürgert hatte, nachdem der 30jährige Krieg die aufblühenden Saaten der Lutherischen Sprache vernichtet hatte. Die Sache ist ganz klar, wenn man den Gebrauch der ominösen Wörter bei unseren Klassikern verfolgt. In Winckelmanns Schriften überwuchern sie noch so stark, daß ein wustmannisch geschulter Leser geradezu gerädert wird. Wenn Herr Wustmann übertreibend sagt:„Ein Zeitungsschreiber kann heutzutage nicht eine Mitteilung von zwei Zeilen machen ohne dieses unsinnige derselbe“, so kann man von Winckelmann mit derselben Uebertreibung sagen: Er kann keinen Satz schreiben, ohne zweimal das unsinnige der selbe anzuwenden; außer dem eben angeführten Satze verweisen wir auf das Ganymedzitat in unserem Aufsatze über Winckelmann. Lessing geht schon sparsamer mit dem Ungetüm um; immerhin finden sich auf der ersten Seite des„Laokoon" noch drei welcher neben einem derselbe; auch findet sich bei ihm ebenderselbe worin Herr Wustmann einen schwerfälligen Notbehelf der jüdischen Zeitungspresse erblickt, so ebendieselbe Religion“(in der Abhandlung: Wie die Alten den Tod gebildet), so auf ebenderselben Seite, in ebenderselben Sprache(in den Rettungen Wie wenig er dazu kompetent ist, das beweist auch die Zuschrift wieder und insbesondere die Beantwortung unserer dritten Frage. Genosse Bernstein erklärt darin unzweideutig, daß es doch „einzelne Elemente“ in der Partei gibt, die ihn aushungern möchten. Er versucht das zu beweisen durch Anführung zweier Tatsachen. Erstens hat man ihm nach dem Dresdener Parteitage das feste Jahrespauschale für die Arbeit am„Vorwärts“ entzogen. Das ist richtig. Aber es wundert uns, daß Genosse Bernstein an diese Sache rührt. Der Entzug des Pauschales, das ihm ursprünglich während seines Exils als englischer Korrespondent des„Vorwärts“ gezahlt wurde, ist damals unter Zustimmung der„Vorwärts"=Redaktion— nicht der jetzigen radikalen, sondern der alten„Vorwärts"=Redaktion— von den Aufsichtsinstanzen des„Vorwärts" beschlossen worden, und zwar war dabei vor allem der Umstand bestimmend, daß die Mitarbeit des Genossen Bernstein, nachdem er nach Deutschland zurückgekehrt war, so minimal war, daß die Bezahlung jener Beiträge im einzelnen noch nicht eine Monatsrate des Jahrespauschales ergeben hätte! Bleibt das„Neue Montagsblatt". Wir geben den wenigen Genossen, die es boykottieren wollten, gewiß nicht recht. Aber gegen die Unterstellung, daß sie den Boykott gewollt hätten, um Bernstein auszuhungern, um ihn durch Hunger kirre zu machen, gegen diese infame Unterstellung müssen wir sie doch nachdrücklichst in Schutz nehmen. Sie haben damals ihren Antrag gestellt, weil sie in der Gründung privater Montagsblätter eine Gefahr für Parteipresse und Organisation sahen, aus sachlichen Gründen, und jeder Gedanke daran, den Genossen Bernstein die Existenzmöglichkeit zu verkürzen, hat ihnen absolut ferngelegen. Das müßte auch Genosse Bernstein wissen und anerkennen, wenn er es vermöchte, die Dinge von höherem Gesichtspunkte als seinen persönlichen Interessen aus zu betrachten, und dann wäre er davor bewahrt geblieben, der kapitalistischen Presse neue angebliche Anhaltspunkte für ihre verlogenen Angriffe auf die Sozialdemokratie zu liefern. In Sachen der„Leipziger Volkszeitung" bleibt Genosse Bernstein bei seinem„erlogen". Die„Leipziger Volkszeitung“ hatte geschrieben: Zur Charakterisierung des„sehr angesehenen demokratischen Blattes“ diene nur die Tatsache, daß es ein Organ der Kadetten ist, das heißt, jener Richtung, deren Führer, Professor Miljukow, erst unlängst mit anderen Dumadelegierten zur Einleitung des Zarenbesuches nach London fuhr und dort mit begeisterten Worten Rußland als ein konstitutionelles Land feierte, wo die Kadettenpartei unter den bestehenden Verhältnissen gar nicht daran denke, Seiner Majestät dem Zaren prinzipielle Opposition zu machen, sondern höchstens im Rahmen der bestehenden Konstitution Opposition treiben könne. Und innerhalb der Kadettenpresse ist die„Rußkija Wjedomosti“ wiederum das zahmste aller Organe, das sich freilich durch seine Zahmheit den Bluthunden Väterchens gegenüber nicht vor hochst nichtswürdigen und gemeinen Angriffen auf die Sozialdemokratie hindern läßt. In dieser Hinsicht ähnelt es völlig der„Freisinnigen Zeitung“, einem Organ, das vielleicht auch noch einmal als ein „sehr angesehenes demokratisches Blatt" bezeichnet wird. Erst vor einigen Wochen entschuldigte die„Rußkija Wjedomosti“ die Sbirren„Seiner Majestät des Zaren, als diese einen von Fabrikärzten und Gewerkschaftlern beschickten„Kongreß für Fabrikhygiene“ unmöglich machten. Soviel zur„erlogenen“ Notiz der„Leipziger Volksztg.“. Wenn Genosse Bernstein sich nun aber auf russische„Sozialisten" berufen zu können glaubt, die ihm über Charakter und Tendenz der„Rußkija Wjedomosti“„das Gegenteil von Beschwerden“ geäußert haben, so möchten wir dem Genossen Bernstein im eigenen Interesse dringend raten, sich nicht auf Urteile russischer Sozialisten zu berufen. Denn selbst die am weitesten rechtsstehenden Gruppen innerhalb der russischen des Horaz), so fortlaufend: An ebendenselben(in den Briefen). Noch besser wird es bei Herder und namentlich beim jungen Goethe; der Geheimratsstil des Altmeisters welcherte und derselbete um mit Herrn Wustmann zu sprechen, wieder lustig darauf los, selbst in so sorgsam gepflegten Werken, wie„Dichtung und Wahrheit". Im großen und ganzen aber verkümmerten diese Kinder einer weltfremden Gelehrsamkeit mehr und mehr in unserer Sprache, bis ihnen dann Herr Wustmann den Garaus gemacht hat. Sein Erfolg spricht jedoch durchaus für unsere Auffassung; gegen diejenige Sprachverderbnis, die in dem, wenn nicht jüdischen, so doch kapitalistischen Geschäfts= und Zeitungsbetrieb der Gegenwart ihre wirklichen Wurzeln hat, kämpft sein Büchlein viel mühsamer, als gegen derselbe und welcher. Dadurch wird sein Sieg über diese„herrliche Papierpronomina“ gewis nicht schlechter, und es liegt uns durchaus fern, ihn zu verkleinern; wir möchten nur auf das anmutige Spiel des Humors hinweisen, daß Herr Wustmann nicht, wie er glaubt, einen mächtig andringenden Judenschwarm aufs Haupt geschlagen, sondern die weichenden Scharen jener christlich=germanischen Vorzeil in die Pfanne gehauen hat, die seinem Herzen sonst so ieuer ist, und daran hat er hoffentlich selbst seinen Spaß *„* So weit der Artikel der„Neuen Zeit“. Wir haben dazu zu bemerken, daß wir Herrn Wustmann lange nicht so weit beipflichten können, wie dies der Verfasser des Artikels tut. Wohl ist es unschön, wenn das Wort derselbe zu viel angewendet wird. Aber das hat mit der Berechtigung, es im Notfalle für das persönliche Fürwort zu gebrauchen, gar nichts zu tun, und wer dagegen aus Prinzip zu Felde zieht, der befindet sich einfach auf einem Holzweg. Noch schlimmer für Wustmann liegt die Sache bei dem zurückbezüglichen Fürwort„welcher, welche, welche: Da ist die Empfehlung des Surrogats der, die das sogar eine Geschmacklosigkeit und ein Abweichen von der richtigen Entwicklung. Das „w“ am Anfang ist das Kennzeichen des Zurückbeziehens nicht nur im Deutschen, sondern auch im Gricchischen und Lateinischen. Das aus der Sprache hervorgewachsene Wort ist also welcher, und gerade für seine Beibehaltung und für möglichste Vermeidung des indifferenten der muß eintreten, wer der Sprache ihren Charakter erhalten will. Damit hat natürlich nichts zu tun, daß die allzu häufige Anwendung von welcher ebenso häßlich wirken kann wie die zu häufige Anwendung von derselbe. Sozialdemokratie weisen bekanntlich keinen Vorwurf entrüsteter ab, als wenn man sie Bernsteinianer nennt. Genosse Bernstein ist anderer Meinung über den Wert und vie Haltung der„Rußkija Wjedomosti" als die„Leipziger Volkszeitung", und daraus leitet er die Berechtigung her, ihr Lüge vorzuwerfen. Auch das kennzeichnet seine Methode und sene Logaticht: 4 Dem„Vorwärts“ wird noch geschgiegen;„ „Für jeden, der mit den russischen Verhättnissen nur einigermaßen vertraut ist, erscheint es befremdlich, wie Genosse Bernstein in seiner heutigen Antwort im„Vorwärts“ die gegenwärtig eingegangene Perersburger Zeitung„Towarischtsch als „das seinerzeit einzige große sozialdemokratische Tageblatt" bezeichnen und das freundliche Entgegenkommen dieses Blattes gegen ihn gegen die„Leipziger Volkszeitung“ ausspielen konnte. Genosse Bernstein scheint das Opfer einer gewissenlosen Information geworden zu sein. Der„Towarischtsch“ war ebensowenig ein„sozialdemokratisches Tageblatt“, wie die„Russkija Wedomosti“ ein„sehr angesehenes demokratisches Blatt" ist. Dieses Blatt stand unter der Leitung einer Gruppe„kritischer Sozialisten", mit Prokopowitsch und Frau Kußkowa an der Spitze, die nach dem treffenden Ausdruck des Genossen Trotzky „schon einige Jahre früher ihre theoretischen Voraussetzungen verloren hatten und seitdem im Stadium einer chronischen Konfusion zurückgeblieben waren". Nach der völligen Vernichtung der legalen sozialdemokratischen Presse in Rußland nahm der„Towarischtsch“ allerdings die am weitesten lins stehende Stelle in der Petersburger Tagespresse ein. Es war aber auch dann vom sozialdemokratischen Standpunkt weit entfernt, richtete seine kritischen Ausfälle vorzugsweise gegen die Partei und fügte durch seine zweideutige Haltung der Partei oft empfindlichen Schaden zu. Ein solches Blatt kann nur der als maßgebende Instanz der russischen Sozialdemokratie ausgeben, der von den tatsächlichen Verhältnissen keine Ahnung hat. Es wäre besser gewesen, Genosse Bernstein hätte die Mahnung der „Leipziger Volkszeitung" beherzigt und nicht nach russischen Kronzeugen gegen die„Leipziger Volkszeitung“ gesucht.“ Aus den Organisationen. Die Zahl der politisch Organisierten im Kreise Züllichau=Schwiebus=Krossen stieg von 336 auf 397 am 30. Juni. Die Einnahmen betrugen 1643,25 Mark die Ausgaben 1262,55 Mark. Abonnenten der „Märkischen Volksstimme“ sind 416 vorhanden. Der Sozialdemokratische Verein des Nordhäuser Wahlkreises hielt am Sonntag seine Generalversammlung ab. Die Mitgliederzahl ist von 1281 auf 1429 gestiegen. Die Einnahmen betrugen 3917,61 Mark und die Ausgaben 8456,73 Mark. Die Parteizeitung hatte unter der Krise, die sich hauptsächlich im Kaligebiet und dem Bauhandwerk bemerkbar macht, nicht unbedeutend zu leiden. Antwort darauf sperrten am 5. Juni die Unternehmer, soweit sie zur Scharfmacherkouleur zählten, den größten Teil der genannten Berufe aus; am 9. Juni erfolgte die Augikgenzug#e Nebenberufe. Ueber die einzelnen Phasen des Rriesenmapfes haben wir ausführlich berichtet, so daß wir nur noch das Fazit Die zur Annahme gelangten Einigungsvorschläge sehen für estasce eae schls. lie b.s sofort eine paritätisch zusammengesetzte Kommission gebildet Haben die drei Hauptgruppen auch nicht die sofortige Lohnerhöhung von 5 Pfg. errungen, so ist der krampf, der auf beiden Seiten große Summen verschlungen hat, nicht umsonst geführt worden; er hat sämtlichen Bauarbeitergruppen eine im nächsten Jahre eintretende Lohnerhöhung von 5 Pfg. pro Stunde Die Hamburger Arbeiterschaft hat diesen Kampf ehrenvoll bestanden. Streikbrecher sind ihr aus eigenen Reihen falt. gar nicht erwachsen, ein glänzender Beweis für vorzügliche Schutung. Die Unternehmer werden aus diesem Kampf die Lehre ziehen, daß man mit solchen Arbeitern nicht Schindluder spielen kann. Zur Lohnbewegung der Binnenschiffer auf der Elbe melden bürgerliche Blätter, daß mehrere Betriebe der Binnenschiffahrt ihren Bootsleuten einen besonderen Arbeitsvertrag zur Unterschrift unterbreitet haben. Wird die Unterschrift verweigert, so erfolgt die Entlassung. In einem Aufruf der Schiffseigentümer werden die Arbeiter zu einer Ermäßigung ihrer Lohnforderung ermahnt, da die Binnenschiffahrtsunternehmungen in diesem Jahre fast durchweg keine Ueberschüsse erzielt und vielfach di Kapitalrücklagen angegriffen hätten, um den Betrieb fortzuführen. Man befürchtet allenthalben einen baldigen Ausbruch des Kampfes. 15000 von 20 000 in Paris beschäftigten Maurern streiken augenblicklich. Es kam bereits zu verschiedenen Krawallen zwischen den Ausständigen und den arbeitenden Maurern. Von der Cholerd. Petersburg, 27. August. Ein Offizier der Palastwache im Winterpalais erkrankte an der Cholera. Eine genaue Untersuchung und eine gründliche Desinfektion ist angeordnet worden. Im allgemeinen nimmt die 27. August. Die belgischen strenge Anweisungen erteilt, um eine Einschleppung der Cholera aus Holland auf dem See= oder Landwege zu verhindern. phiert Personalien. Zum Parteisekretär für den Wahlkreis Lübeck wurde Montag der Genosse W. Bromme in Dortmund gewählt. Gewerkschaftsbewegung. Vom Generalausstand in Schweden. Nach gestern eingegangenen Mitteilungen hat die Regierung die ihr unterbreiteten Vermittlungsvorschläge geprüft. Wahrscheinlich handelt es sich um die Vorschläge der Frauendeputation, sowie um einen Vorschlag eines Großindustriellen, des Freiherrn von Adelsvärd in Otvidaberg. Die Regierung erklärt indes, daß diese Vorschläge zu irgend welchen Maßnahmen ihrerseits nicht Anlaß geben. Die ersten Teilresultate der neuesten(der dritten) offiziellen Zählung der Streikenden werden jetzt bekannt. Für 5 größere Regierungsbezirke und zwar: Stockholm=Land, Södermanlands, Kristianstads, Västerbottens und Norrbottens sind die Endziffern folgende: Am 9. August wurden insgesamt 35.000 Kämpfende gezählt, am 8. August 34 400, und am 26. August 32700. Der Rückgang der Zahl der Ausständigen in diesen 5 großen Bezirken beträgt also nach dreiwöchentlicher Dauer des Streiks erst 2300; das heißt, nach den offiziellen Ziffern, deren Verläßlichkeit heute noch geringfügiger ist als bei der ersten Zählung. Nach der von der schwedischen Regierung in deutscher Sprache a. vu—. uu. It 118 Ocham te den Hrgeg. offiziellen Denkschrift sind die ins Lahen gerufenen Vom Familienmörder Joseph Racke. Mainz, 27. August. Der Student Joseph Racke, der Weihnachten vorigen seinen Vater und seine drei Schwestern Landesirrenanstalt Alzey heute wieder ins Untersuchungsgefängnis zurückgebracht worden. Das über seinen Geisteszustand zu erstattende Obergutachten dürfte kaum vor drei bis vier Monaten zu erwarten sein. Gerüsteinsturz. Augsburg, 27. August. Am Gießereineubau der Vereinigten Fabriken landwirtschaftlicher Maschinen, vorm. Epple u. Buxbaum, ist heute mittag ein Gerüst eingestürzt. Ein Arbeiter wurde getötet, drei sind schwer verHingerichtet. Trier, 27. August. Der Bautechniker Maagh, der wegen des an dem Agenten Regel im Eisenbahncoupé zwischen Koblenz und Trier verübten Raubmordes zum Tode verurteilt worden war, ist heute hingerichtet worden. Zeppelins Fahrt. Stuttgart, 27. August. Graf Zeppelin jr. telegr aus Götzheim:„Zeppelin 3“ ist bei Ostheim zwecks Auswechslung eines Propellers und Aufnahme von Wasserballast gelandet. Die Weiterfahrt soll nach 12 Uhr erfolgen. Nürnberg, 27. August. Ueber die Ursache der Zwischenlandung des„Zeppelin 3“ bei Ostheim verlautet neuerdings, daß Kolben und Zylinder des vorderen Motors einen Riß bekommen hätten, durch welchen, Kühlwasser in die Maschine, gelangte. Der Wiederaufstieg zur Weiterfahrt nach Rurn##rg Nürnberg, 27. August. 10 Minuten nach 4 Uhr erschien der„Zeppelin 3“ über Nürnberg und ging sofort auf dem Landungsplatze am Dutzendteich nieder, wo um 4 Uhr 15 Min. die Landung glatt erfolgte. Man ging sofort an die Verankerung des Luftschiffes. Im Laufe des Abends wurde die Ankunft eines neuen Daimler=Motors erwartet, der sofort eingesetzt wird, so daß die Weiterfahrt nach Bitterfeld noch in der Nacht angetreten werden kann. Das Wetter ist wieder regnerisch geworden; doch herrscht zum Glick fost völjg, Shiater, Gazgäe sehr langsamen und niedrigen Fahrt des beschavigeen eeschiffer, sowie der Landung sehr zustatten kam. Nürnberg, 27. August. In majestätischen Wendungen und Kurven kreuzte das Fahrzeug eine Zeit leichten Nordwind und machte keineswegs den Eindruck, als sei es irgendwie beschädigt. In dem Augenblick, als das Luftschiff die Mitte des Platzes erreicht hatte, durchbrach das, Puhlikum die Sperrkette, ohne daß aber glücklicherweise weder das Publikum noch das Fahrzeug irgengtpeiche,ruu. u geugen davontrug. Um 4 Uhr 30 Min. war die Veranterung vouender. Der Landungsplatz, dessen Beleuchtung von den Siemens= Schuckert= werken übernommen worden ist, ist auf Wunsch des Oberinge. nieurs Dürr vom Publikum vollständig gergumt, worden, dami. die Ausbesserungsarbeiten, die natürlich, jeder Weise beschleunigt werden, in äller Ruhe ausgefuyrt werden können. Die Weiterfahrt ist für die heutige Nacht in Aussicht genommen, doch dürfte es vielleicht auch Sonnabend früh werden, ehe das Luftschiff wieder aufsteigen kann. Wie Graf Zeppelin ir. seinem Onkel sofort nach Bitterfeld telegraphierte, sind die Ersatzteile bereits unterwegs und werden jede Stunde erwartet. Feuersbrunst. Saarburg(Lothringen), 27. August. In der vor kaum zwei Jahren neuerrichteten Borstenreinigungs; fabrik der Firma A. Baby, E. u. D. Magny, ist heute nacht Feuer ausgebrochen, das trotz der raschen Hilfe das ganze Anwesen einäscherte. Der teilweise durch Versicherung gedeckte Schaden beträgt zirka 180000 Mk. 60 Arbeiter und Arbeiterinnen sind brotlos. Entstehungsursache ist vermutlich KurzErdbehen, Budapest, 27. August. In Zabola(Südben. starkes Erdheben verspürt. ungarn) wurde vorgestern nacht ein nartes Erdbeben verspürt. . Von den Opfern der gestrigen Pulverexplosion sind zwei an eine Anzahl Korporationen und Zeitungen verse ten offiziellen Dentschrift sind die ins Leben gerüsenen bürgerlichen Schutzwehren, auch dazu verwendet worden, in bestimmten Betriebsarten die Streikenden zu ersetzen; so beispielsweise bei den Straßenbahnen, im Droschkenverkehr usw., so daß man ohne weiteres als feststehend erachten muß, daß in der Zahl 2300 eine große Anzahl aus diesen Schutzwehren enthalten ist. Stockholm, 27. Aug. Im heute vormittag abgehaltenen Staatsrat hat der König nach Anhörung des Ministers erklärt, dem eingelaufenen Ansuchen um Vermittlung im Arbeitskonflikt nicht entsprechen zu können. Der Erfolg der Hamburger Aussperrung. Wie schon mirgeteilt, ist es im Hamburger Baugewerbe zu einer Einigung gekommen, so daß der seit über elf Wochen auf beiden Seiten mit zäher Energie geführte Kampf beendet ist. Bis zum letzten Augenblick standen noch über 8000 Bauarbeiter aller Beruse im Kampfe, während Tausende abgereist und in anderen Orten in Arbeit getreten waren. Die Arbeitgeber hofften vergeblich, durch Zuzug und Anwerbung von in= und ausländischen Arbeitskräften den Widerstand der vorzüglich organisierten und gut disziplinierten Arbeiter brechen zu können. Wohl ist es ihnen gelungen, eine Anzahl ausländischer Streikbrecher anzuwerben, aber diese Arbeiter qualifizieren sich nicht für Hamburger Arbeit; man verzichtete schließlich auf diesen Import. Gut gewirkt hat die von Lummert und Genossen inszenierte Materialsperre, wobei alle Mittel des Unternehmerterrors zur Anwendung kamen und wodurch die mit den Aussperrungspraktiken der Scharfmacher nicht einverstandenen Unternehmer zur Stillegung ihrer Bauten gezwungen wurden. Nun der Erfolg dieser Unternehmeraktion. Die Betonarbeiter traten im Mai in den Ausstand, weil sie sich den Tarifbruch— Kürzung des Lohnes um 5 bis 10 Pfg.— nicht gefallen lassen wollten, und forderten nun ihrerseits eine Lohnzulage von 5 Pfg. Nun schrien die Unternehmer Zetermordio über diesen„Tarifbruch“. Anfang Juni traten die Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter in eine partielle Lohnbewegung ein, indem sie einen Lohnaufschlag von 5 Pfg. forderten. Als Nürnberg, 28. August. Der„Z. 3“ ist um 8 Uhr 10 Min. von hier aufgestiegen. Vor der Fahrt fand eine Erprobung der Motoren statt, die vorzüglich gelang. Posen, 28. August. Aus der Fürsorgeanstalt Mielczyn sind wiederum drei Zöglinge entwichen; sie halten sich anscheinend in der Umgegend auf.„ Rotterdam, 28. August. Nach amtlichen Meldungen vefinden sich gegenwärtig 5 Cholerakranke und 4 Choleraverdächtige in den Baracken. Das Befinden von dreien ist besorgniserregend. 36 weitere Personen befinden sich noch in ärztlicher Behandlung. Wien, 28. August. Der Maschinenschlosser Gröger, der in der Nacht zum Mittwoch seiner Geliebten in einem Hotelzimmer den Hals durchschnitten hatte und der tags darauf am Bahnkörper bei Gritzendorf schwer verwundet aufgefunden wurde, ist seinen Verle weitere gestorben. Petroleumexplosion. Budapest, 27. August. In der Petroleumaktienraffinerie in der Franzensvorstadt erpiodierte heute vormittag ein Petroleumreservoir, in dem sich anberthalb Waggons Petroleum befanden. Zwei Personen wurden tödlich und mehrere andere schwer verletzt. Das Feuer ronnte in einer halben Stunde gelöscht werden. Ein Offizier als Fabrikant einer Höllenmaschine. Budapest, 27. August. In der geheimnisvollen Angelegenheit der Höllenmaschinenaffäre hat ein Offizierdiener ausgesagt, daß ein aktiver Honvedoffizier die Höllenmaschine angefertigt und an den Hauptmann abgesandt habe. Die Polizei hat die Militärbehörde ersucht, den beschuldigten Offizier zu verhaften. Explosion in der Feuerwerkerschule. Paris, 27. August. Aus Toulon wird berichtet: In einem Laboratorium der Feuerwerkerschule, in welchem die Melenitgranaten geladen werden, erfolgte eine Explosion in dem Apparat, welcher die Ladung besorgt. Es entstand eine Feversbrunst, jedoch gelang es, dieser Herr zu werden, bevor das Munitionslager in Brand geriet. Durch eine Zigennerin verstümmelt. Paris, 27. August. In Toulouse wurde eine Zigeunerin verhaftet, welche geraubte Kinder verstümmelte Einem siebenjährigen Knaben hatte sie Hände und Füße gebrochen, damit er beim Betteln besser das Mitleid der Leute erregen konnte. Vom Flugfeld zu Reims. Reims, 27. August. Heute vormittag traf der Bautenminister Millerand auf dem Flugfelde ein, wo mehrere Aviater Flüge vornahmen, u. a. Blériot, Delagrange und Latham. Blériot legte 40 Kilometer in 40 Min. 39 1/8 Sek. zurück. Bei der fünften Umkreisung des Flugfeldes wurde sein Apparat durch einen Windstoß dung gezwungen. Auch Paulhan erlitt einen Unfall. Sein Apparat wurde, alcks er dem Apparat Delagranges ausweichen wollte, gegen die Erde gedrückt, wobei ein Flügel beschädigt wurde. Der Aviater selbst erlitt keine Verletzung. Uebergefahren. Brüssel, 27. August. Heute morgen wurde ein Mann namens Moritz Hirsch, 45 Jahre alt, aus Frankfurt a. M. von einem elektrischen Straßenbahnwagen übergefahren. Er wurde hoffnungslos ins Spital gebracht. Hirsch erlitt einen Bruch der Gehirnschale und zahlreiche innere Verletzungen. nunmehr seinen Verletzungen erlegen. Konstantinopel, 28. August. Ein zwei Tage wütendes Großfeuer vernichtete die Wälder von der Einfahrt am Bosporus bis Buyukdere. Die Löscharbeiten waren zwecklos. Der Schaden ist sehr erheblich. Paris, 28. August. Das„Journal des Débats“ meldet aus Fez: Der gefangene Roghi Bu Hamara hat auf dem Transport nach Fez mehrere Selbstmordversuche gemacht, die von seinen Wächtern vereitelt wurden. Mulay Hafid ist vor Freude über die Gefangennahme seines gefährlichsten Gegners außer sich. Er verteilt Geschenke an alle, die ihn beglückwünschen, und ordnete große Feste an. Standesamts-Nachrichten. Geburten: Söhne: Tischler Hermann Stadt Bünde. Geburten: Söhne; Tischler Hermann Heinrich Heemann, hier, Feldmart Nr. 82; Zigarrenarbeiter gann hier, Brunnenstraße Nr, 13z.Tischler" Genera Karl Wilhelm Horstmann, hier, Brunnenstraße Kaspar Heinrich Brothorst, yier, Feidmark r. 200; Zigarrenfabrikant August Wilhelm Schuster, hier, Eschsraße Nr. 61. Tochter: Buchhalter Karl Wiihelm Gustav Sack, hier, FeldEheschließungen: Seminarlehrer mann, Herdecke an der Ruhr, und Susanne Mathilde Eisahett Hilker, hier, Friedrichstraße Nr. 1; Rentner Friedrich Wichelm Haase und die Haushälterin Charlotte Elise Wilhelmine Mohning, beide wohnhaft in Bünde, Brunnenstraße Nr. 135. Sterbefall: Marie Friederike Luise Kütenbrink geb. Löschner, 50 Jahre. Briefkasten der Redaktion. P. G. Kielstraße 5. Briefkasten der Expedition. Achtung, Filialexpedienten! Von folgenden Filialen haben wir bis).„ 6, wer de Fhalten, wie viel Zeitungen für Für die bis 15. nicht gezahlten# ist am 28. August 19 sind deshalb vom 30. entrichten, gleichgiltig, folgt ist oder nicht. 4598 Holzarbeite Am Montag, den in d 1. Der Gene (Bewill 2. Verbands 3. Der Kan Ref.: Genosse Schriftstel 4577 Schtl. Montag, den: im Restaurant Der Kumpf Referent E Zu zahlreichem Besu De 4809 Konsum dert Am Sonntag, den findet im Lokale de 1. Bericht über di Verbandsrevisor 2. Abänderung der 3. Beschlußfassung Höchstsumme der 4. Antrag Ackerma 4583 wir bis heute keine Nachricht erhalten, wie viel Zeitungen si September gebraucht werden: Blomverg, Holsen, Kirchlengern, Löhne(Bhf.), Neubeckum, Nordhorn, Niederbexen, Steinhude, Lemgo. Wir machen darauf aufmerksam, daß wir nicht eher Zeitungen überweisen, bis wir die Bestellung vom Expedienten besonwen bcben. . IAaUr-BeumE. Schutzmark A Ue o6. Nur echt mit dem Namen MAGG! b zumarte Kreuzatergl zeichnen sich durch feinen, natürlichen Fleischbrühgeschmack aus und werden wie hausgemachte Fleischbrühe verwendet dur echt mit dem Name und der Schutzmarke sreuzstern 4572 aus und werden wie hausge zu Bouillon-Suppen, Saucen, Gemüsen usw. Ri trotz den Bier ¼ 7. August. Ein erkrankte an der e gründliche Deskeinen nimmt die Behörden haben spung der Cholera u verhindern. n jr. telegraphiert vecks Auswechslung illast gelandet. sache der Zwischenlautet neuerdings, ors einen Riß bedie Maschine gert nach Nürnberg n nach 4 Uhr erzing sofort auf dem im 4 Uhr 15 Min. rt an die Verankewurde die Ankunft er sofort eingesetzt noch in der Nacht jeder regnerisch geWindstille, was der ädigten Luftschiffes, itischen Wendungen eit lang gegen den en Eindruck, als sei k, als das Luftschiff rach das Publikum e weder das Publidigungen davontrug. ollendet. Der Laniemens= Schuckert= insch des Oberingeiumt worden, damit in jeder Weise beirt werden können. Aussicht genommen, üh werden, ehe das Zeppelin ir. seinem sind die Ersatzteile erwartet. en. um 8 Uhr 10 Min. eine Erprobung der nstalt Mielczyn sind lten sich anscheinend Meldungen befinden holeraverdächtige in st besorgniserregend. rztlicher Behandlung. osser Gröger, der in einem Hotelzimmer s darauf am Bahnifgefunden wurde, ist Lage wütendes Großhrt am Bosporus bis cklos. Der Schaden Débats“ meldet aus hat auf dem Transhe gemacht, die von Hafid ist vor Freude isten Gegners außer beglückwünschen, und sten. Hermann Zigarrenarbeiter Nr. 13: Tischler kr. 250: Zigarrenstraße Nr. 61. Sack, hier, Feldkudolf Karl BrinkMathilde Elisabeth Friedrich Wilhelm Elise Wilhelmine nstraße Nr. 135. se Kütenbrink geb. aktion. genden Filialen haben vie viel Zeitungen für Holsen, Kirchlengern, iederbexen, Steinhude, wir nicht eher Zeitunvom Expedienten beDie ordentliche a ts Sre Simiters-cu Wocherur-Vereummung ist und bleibt Kathreiners Malzkaffee, er wird nach wie vor „* E** in allen einschlägigen Geschäften abgegeben. Wegen seines angenehmen aromatischen Geschmackes, seiner absoluten Bekömmlichkeit und seiner Billigkeit erfreut er sich überall, bei alt und jung, in Stadt und Land, der größten Beliebtheit.— ¼ Pakete kosten nur 10 Pfg. und reichen zu etwa 20 Tassen. des Für die bis 15. d. Mts. fällig gewesenen, noch nicht gezahlten Staats= und Gemeindestenern pp. ist am 28. August 1909 das Mahnverfahren angeordnet. Es sind deshalb vom 30. August 1909 ab die Mahngebühren zu entrichten, gleichgiltig, ob die Zustellung des Mahnzettels erfolgt ist oder nicht. 4598 Magistrat Bielefeld. Holzarbeiter-Verband Bielefeld. Montag, den 30. August 1909, abends 6¼ Uhr, in der„Centralhalle“: druckerei Schulstr. 20 Familiendrucksachen: 5 Verlobungskarten Hochzeitseinladungen! Trauerbriefe etc. Vereinsdrucksachen: Mitgliedskarten Eintrittskarten Plakate, Statuten etc. Saub. Austbhrnar.„Livsie Preise. Sote un-Voreins e. G. m. b. E. findet am Sonntag, 5. September, vorm. 8½ Uhr, in der„Centralhalle“, Kaiser-Wilhelm-Platz, statt. Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes über das I. Halbjahr 1909. 2. Berichterstattung der in der General-Versammlung vom 9. Mai gewählten Kommission. 3. Berichterstattung über den am 14. Juni in Mainz stattgefundenen Genossenschaftstag. 4. Anderweitige Festsetzung der Entschädigung des Aufsichtsrates. 5. Verschiedenes. Der Hutsichterat des Gieletelder Consum-Vereins e. G. m. b. H. F. Behrmann, Vorsitzender. NB. Der Zutritt zur General-Versammlung ist nur Mitgliedern gestattet, die sich durch ihr Statutenbuch legitimieren können.(4585 (Tages=Ordnung: 1. Der Generalstreik in Schweden. (Bewilligung von Geldmitteln.) 2. Verbandsfragen. 3. Der Kampf um die neue Erziehung. Ref.: Genosse Schriftsteller Limon Katzenstein, Charlottenburg. 4577 Die Lokalverwaltung. Montag, den 30. August 1909, abends 8½ Uhr, im Restaurant„Stadt Bielefeld“, Marktstr. 8. Der Kampf gegen die neuen Steuern. Referent Genosse S. Katzenstein=Berlin. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Deutscher Arbeiter-Abstinentenbund 4609 Ortsgruppe Bielefeld. Reisetaschen Reisekoffer Rucksäcke Damentaschen e Portemonnaies Brieftaschen Schultornister Markttaschen Hosenträger alle Lederwaren und Reiseartikel H. Elvers, Sattlermeister Obernstr. 29. 4363 Restauration Wilh. Wöhler, Heeperstr.(8. Bestempfohlene, beliebte Lokalitäten für(4582“ Hochzeiten, Vereins-Festlichkeiten und Versammlungen, Saal, Veranda, Versinszimmer. 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Abänderung der Statuten. 3. Beschlußfassung über die Sparordnung. Festsetzung der Höchstsumme der anzunehmenden Spareinlagen. 4. Antrag Ackermann und Genossen. Der Aufsichtsrat. Wilhelm Landre, Vorsitzender. (Sieker Schweiz.) Inhaber: Adolf Wedding. Schöner, auf bequemen Wegen erreichbarer Ausflugsort. 5 Minuten von der Endstation der elektr. Straßenbahn entfernt. Großer Saal. Neue Veranda und Parkett=Kegelbahn. Separate Zimmer. Für Gesellschaften, Vereine bestens geeignet. Kinderspielplatz. ff. Biere. Guter Kaffee. Stets frische Milch. Aufmerksame Bedienung.(2622 Kleine Anzeigen grch Jedes Wort kostet nur 2 Pfg., in d# Worte mit mehr als 15 Buchstaben der fetten Ueberschrift 10 Pfg. 2 werden doppelt gerechnet. Anzeigen unter dieser Rubrik werden nur bei Vorausbezahlung angenommen. 4583 Schutzmarke. 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Es suchen Arbeit: Mehrere Haushaltungs=Lehrlinge, Stützen, Haushälterinnen, Konoristinnen, Aufwärterinnen und Arbeitsfrauen. Bielefeld, den 27. August 1909. Die Verwaltung. Berannimachung. Der Lübberbruch wird für Markt=, Spiel= und Turnverkehr wieder freigegeben. Herford, 26. August. Der Magistrat. Dr. Heß. ESchilbesche, 27. Gerg. Am vergang kam der Meister Fran in Begleitung des Ai auf welcher ein Sack S katholischen Kirche vo Pfarrer Ringenberg. auf die Schubkarre tr stieß, da er mit Merd er dem Merdon mit la wieder im Wirtshaus seine Familie verkom nüchterner Mann ist, der Stelle, daß daran berg ging aber soforti den dort anwesenden Voß erklärte, beide, G berg sagte darauf, so erzählt: Ja, denken S verkommen! Nach die Frau gefragt, ob sie das ihr in den Mund Merdon hat hoch und sei. Sie hat es ferne dieser ihr seinen Lohn Fabrik erhält. Merde zeige gegen Pfarrer R erstattet. * Schilbesche, 28.9 abend um 6½ Uhr Fabrikarbeiters Krüge 60 Zentnern beladenen sieck. Er erlitt schwere Hilfe leistete Dr. Brat * Heepen, 28. Au nacht um 12 Uhr das Die Ursache des Bran sind. versichert. s. Herford, 26. A. gerichts. Der A Menkhoff(Leinenverei: loser Entlassung und Die Parteien einigen Kläger 10 Mark zahlt sich die Klagen der Ai schon einmal verhande Zeugen vernommen. durch die Aussagen der es hätte den Parteien gesichts dieser Notwend gleich vor, nach welch je 9 Mark zahlt. Der nommen.— In der früheren Bahnspediteu Beklagte nicht erschien * Herford, 27. Au Firma Althoff u. Laker arbeit aus. Näherer * Herford, 27. Aug tag, 29. August, vormi Programm: 1. Ouve von Suppé; 2. Manue von Morley; 4. Fanta 5. Soldatenliebe, Mar * Spenge, 27. Aus Spenge und Enger, w men waren, beschlossen nicht zu zahlen. * Bünde, 27. Auu menau versucht, tionsrecht zurau bis auf eine kleine 3e 1— Renoviert Vieto Elegante Unerreicht in Vornehm! L Glänzender e ulcer e Für den Dieses Bild, bei Tuni Hooten von Passagierel Die 90 0 Venetianisches Ständch prachtvollen TenSüdsche Ausstattung Zum Kuckuck Nie die Frou Schulege dem glücklichen jung De —— Sus 9216 ge angesagten Besu erwartet— an Wir w Theater zeigen. Schildesche, 27. August. Vom Pfarrer Ringenwerg. Am vergangenen Sonnabend, abends gegen 7 Uhr, kam der Meister Franz Merdon von der Weberei in Schildesche in Begleitung des Arbeiters Gebauer mit einer Schubkarre, auf welcher ein Sack Schrot leg, aus der Mühle und fuhr an der katholischen Kirche vorbei. Aus der Kirche kam gerade der Pfarrer Ringenberg. Dieser hielt den Merdon an, indem er auf die Schubkarre trat, während er den Gebauer zur Seite stieß, da er mit Merdon allein zu reden hätte. Darauf machte er dem Merdon mit lauter Stimme Vorhaltungen, daß er schon wieder im Wirtshaus gewesen sei, nach Schnaps rieche und seine Familie verkommen lasse. Merdon, der ein durchaus nüchterner Mann ist, antwortete dem Pfarrer Ringenberg auf der Stelle, daß daran kein wahres Wort sei. Pfarrer Ringenberg ging aber sofort in die Wirtschaft von Westerhoff und frug den dort anwesenden Wirt Voß, ob er den Merdon kenne. Voß erklärte, beide, Gebauer wie Merdon, zu kennen. Ringenberg sagte darauf, so hat wenigstens Voß später dem Merdon erzählt: Ja, denken Sie nur, dieser Merdon läßt seine Familie verkommen! Nach diesem Vorgang hat Merdon natürlich seine Frau gefragt, ob sie wirklich bei Ringenberg gewesen sei und das ihr in den Mund gelegte dort ausgesagt habe. Die Frau Merdon hat hoch und heilig beteuert, daß nichts davon wahr sei. Sie hat es ferner ihrem Manne schriftlich gegeben, daß dieser ihr seinen Lohn regelmäßig abliefert, wie er ihn in der Fabrik erhält. Merdon hat nun wegen dieses Vorgehens Anzeige gegen Pfarrer Ringenberg bei dessen vorgesetzter Behörde erstattet. * Schildesche, 28. Aug. Uebergefahren wurde gestern abend um 6½ Uhr der 9jährige Ewald Krüger, Sohn des Fabrikarbeiters Krüger auf der Schillerstraße, von einem mit 60 Zentnern beladenen Kohlenwagen des Ziegeleibesitzers Bracksieck. Er erlitt schwere Verletzungen an den Beinen. Die erste Hilfe leistete Dr. Brandis. * Heepen, 28. August. Niedergebrannt ist, heute nacht um 12 Uhr das Dreifamilienhaus von Kampe Nr. 230. Die Ursache des Brandes ist unbekannt. Haus und Mobiliar sind versichert. s. Herford, 26. August. Sitzung des Gewerbegerichts. Der Arbeiter K. klagt gegen den Fabrikanten Wcenkhoff(Leinenverein) auf 14 Tage Lohn wegen kündigungsloser Entlassung und Zahlung der ersten 14 Tage Lehrzeit. Die Parteien einigen sich dahin, daß der Beklagte an den Kläger 10 Mark zahlt.— Gegen denselben Beklagten richten sich die Klagen der Arbeiterinnen Kl. und S. Die Klage ist schon einmal verhandelt worden und es werden hierzu zwei Zeugen vernommen. Eine wesentliche Klärung kann aber auch durch die Aussagen der Zeugen nicht herbeigeführt werden und es hätte den Parteien der Eid auferlegt werden müssen. Angesichts dieser Notwendigkeit schlägt der Vorsitzende einen Vergleich vor, nach welchem Herr Menkhoff an die Klägerinnen je 9 Mark zahlt.“ Der Vergleich wurde von den Parteien angenommen.— In der Klagesache des Arbeiters B. gegen den früheren Bahnspediteur Schmidt erläßt das Gericht, da der Beklagte nicht erschienen ist, ein Versäumnisurteil. * Herford, 27. August. Maurerverband. Bei der Firma Althoff u. Lakemeier brachen Differenzen wegen Akkordarbeit aus. Näherer Bericht folgt. * Herford, 27. August. Promenadenkonzert. Sonntag, 29. August, vormittags 11½ Uhr, auf dem Wilhelmsplatze. Programm: 1. Ouverture zur Operette„Leichte Kavallerie" von Suppé; 2. Manuela, Walzer von Zumpe; 3. Air militair von Morley; 4. Fantasie über den Dessauermarsch v. Wieprecht; 5. Soldatenliebe, Marsch von Zieckoff. * Spenge, 27. August. Zum Bierkrieg. Wirte von Spenge und Enger, welche heute im Gasthof Heitmann zusammen waren, beschlossen, die erhöhten Bierpreise der Brauerei nicht zu zahlen. * Bünde, 27. Auust. Die Firma Krüger& Blumenau versucht, ihren Arbeitern das Koalitionsrecht zurauben. Sie hat ihre Arbeiter, über 100, bis auf eine kleine Zahl entlassen und macht eine Wiedereinstellung davon abhängig, daß die Arbeiter aus der Organisation austreten. Daß der Firma dieser Versuch vorbeigelingen wird, dafür werden die Arbeiter sorgen. Herr Krüger ist der bekannte Agitator der konservativen Partei. Er ist es satt, wie er sich jüngst äußerte, nur noch als Hausknecht von seinen Arbeitern in seiner Fabrik geduldet zu werden; er will jetzt wieder Herr im Hause sein, wo er doch früher die Stellung eines Patriarchen inne gehabt habe. r. Detmold, 27. August. In dem benachbarten Berlebeck entstand in der vergangenen Nacht ein großes Schadenfeuer. Die Sommerfrische„Zur Forelle“, die erste rechts am Wege liegende Wirtschaft, ist total eingeäschert; nur die Mauern des vor einigen Jahren neuerbauten Saales ragen noch brandgeschwärzt in die Luft. Das Feuer entstand nachts gegen 2 Uhr, während im Hause alles schlief. Das verheerende Element griff so schnell um sich, daß sich die Bewohner, meist nur mit Hemd bekleidet, aus den Fenstern retten konnten. Der Inhaber der Sommerfrische, Brokmann, trug beim Sprunge aus dem Fenster schwere innere Verletzungen davon. Ein Kellner, welcher ebenfalls durch ein Fenster im zweiten Stock flüchten mußte, verstauchte sich nicht unerheblich die Hand. Das unter dem Dache schlafende Dienstmädchen konnte sich dadurch retten, daß es sich an einem Telephondraht zur Erde ließ. Die Glashalle und der Stalt wurden vom Feuer verschont. Die Wirtschaft ist Eigentum des Schlachtermeisters Steinmeier in Detmold, welcher sie in einem Zwangsverkauf übernehmen mußte. Das Haus und sämtliches Inventar ist versichert. r. Detmold, 27. August. Zum Bierkrieg. Die Erklärung eines Wirtes in Detmold in den beiden hiesigen Zeitungen, daß er das Bier wieder zu den altgewohnten Preisen ausschenken will, hat wie eine Bombe eingeschlagen. Der Vorsitzende des Detmolder Wirtevereins legte vorläufig sein Amt nieder, während die übrigen sich zu einer Versammlung heute nachmittag zusammenfanden. In den Kreisen der Wirte will man sich auf die Pfennigrechnung einigen. Das Beispiel des Wirts macht übrigens Schule. Heute erklären zwei weitere Wirte, daß sie den alten Bierpreis wieder eingeführt haben, während eine ganze Anzahl anderer Wirte ihren Gästen wieder das alte Maß zum alten Preise vorsetzt. In der Versammlung des Detmolder Wirtevereins wurde beschlossen, zwei Zehntel Liter Bier zu 10 Pfg. und vier Zehntel Liter zu 18 Pfg. abzugeben. * Rheda, 27. August. Der Oelder„Glocke“ gefällt es durchaus nicht, daß wir über die Gründung eines ArbeiterTurnvereins und über das gute Gedeihen des Arbeiter=Gesangvereins berichten konnten. Ihr hiesiger Berichterstatter läßt im Anschluß an unsere diesbezüglichen Mitteilungen diesen Warnungsruf ertönen: „Die Sozialdemokratie war hier schon vor langer Zeit recht stark vertreten, es war aber gelungen, sie erheblich zurückzudrängen. Die Steuergesetzgebung der letzten Zeit— es gibt hier viele Tabakarbeiter— hat hier unzweifelhaft wieder viel Wasser auf die rote Mühle geliefert, man wird deshalb gut tun, der sozialistischen Propaganda eifrig entgegenzuwirken.“ Wir erlauben uns die höfliche Anfrage, ob dieses„Entgegenwirken“ in der Weise geschehen soll, daß den Zentrumswählern erzählt wird, wie das Zentrum die Steuerscheu der grünen und der schwarzen Großgrundbesitzer unterstützt und die Belaftung der schwächeren Schultern zur Durchführung gebracht hat oder ob die„Wasser auf die rote Mühle" durch M.=Gladbacher Flugblätter abgeleitet werden sollen? In beiden Fällen, dessen kann der Rhedaer Berichterstatter sich versichert halten, werden unsere Mühlen nur noch lustiger klappern. * Hausberge, 27. August. Skandalöser Vorgang. Schreiber dieses wurde wegen Uebertretung zu 3 Mk. Strafe eventuell 1 Tag Haft verurteilt. Am 21 d. M., abends 8 Uhr, trat ich die Strafe im Spritzenhause zu Hausberge an. Während der ganzen Haftdauer, bis zum andern Abend 8 Uhr, wo ich wieder entlassen wurde, ist mir kein Essen und Trinken verabreicht worden. Ich fühle mich veranlaßt, dies der Oeffentlichkeit zu unterbreiten, um eventuell darüber Genossenschaftsbewegung. Ein Urteil über die Rabattmarken. Kurz und bündig gibt ein Düsseldorfer Großdetaillist, der dem Verein zur Bekämpfung des Rabattunwesens angehört, sein Urteil über die Rabattmarken in folgender Form ab: Die fünfprozentigen Rabattmarken, die nur einem Teil der Kundschaft gegeben werden, während der andere Teil die Waren um diese fünf Prozent teurer bezahlt, müssen außerdem entweder die Waren um diesen Betrag verteuern oder verschlechtern. Das ist eine einfache Folgerung der Logik. Aus diesem Grunde können wir nach wie vor das Rabattgeben in jeder Form nicht mit den Grundsätzen solider, reeller Kaufleute vereinbaren und werden diese Auswüchse und Krebsschäden des Kaufmannsstandes mit allen sachlichen Mitteln bekämpfen. Viele Konsumenten, die heute noch in die Rabattsparvereinsläden laufen, sollten sich dieses Urteil merken. Es ist auch eine einfache Folgerung der Logik, daß der Konsument seine Bedürfnisse nach Möglichkeit im Konsumverein befriedigen sollte, wenn er sein Interesse richtig wahrnehmen will. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. Renoviert! 10 Neuheiten! Niedernstrasse 14. Eleganteste Lichtbildbühne Bielefelds.— Erstklassiges Tonbild-Theater. Unerreicht in der Vorführung! Vorbildlich in der musikalischen Illustration. Vornehm! Dezent! Das sind die konkurrenzlosen Vorzüge des Biotophon-Theaters.“ Glänzender Spielplan vom 28.—30. August. Jedes Bild ein Schlager. Ein dentscher Kunstsin: 9#. ein Schtager ersten Rangen. Eine ungarische Dorfgeschichte. 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Guter Kaffee. Telephon 1108. Heinr. Bokermann. Trauer-Briefe mit Couverts liefert Buchdruckerei„Volkswacht“. Am Freitag, den 27. August, morgens 10 Uhr, starb nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe, unvergeßliche Frau, meines Kindes treusorgende Mutter, unsere Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Pauline Krümpelmann geb. Recksiek 4614## 4617 im blühenden Alter von 28 Jahren.— Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme allen Verwandten, Freunden und Bekounten diesbetrübt an Zichard Krümpelmonn u. Kind. Schildesche, den 27. August 1909. Die Beerdigung findet am Montag, den 30. August, nachmittags 2¼ Uhr, vom Trauerhause, Herforderstr. 24, aus statt. aufgeklärt zu werden, ob und seit wann eine diesbezügliche Bestimmung getroffen ist, daß Inhaftierten während ihrer Haftdauer kein Essen und Trinken mehr gewährt wird. * Lübbecke, 27. August. Stadtverordnetensitzung vom 26. August. Die Sitzung beschäftigte sich zunächst mit der Trottoiranlage in der Scharrnstraße. Dem Vorschlage des Magistrats gemäß werden die Kosten zu drei Vierteln von den Anliegern getragen und zu ein Viertel auf die Kommunalkasse übernommen. Stadtverordneter Hunke fragt nach dem Stande der Wasserleitungsfrage. Bürgermeister Pütz entgegnet, daß zurzeit die Bohrarbeiten stillägen, da im Bohrloch ein größeres Metallstück sich befände, welches erst mittels Magnet entfernt werden müsse. Das Bohrloch hätte schon pro Stunde 5½ Kubikmeter Wasser geliefert, ohne daß sein Wasserstand gesunken sei. Es müsse eine größere Pumpe beschafft werden, um feststellen zu können, ob die täglich erforderlichen 300 Kubikmeter Wasser auch schon jetzt von der angebohrten Quelle geliefert würden, sonst müsse weiter gebohrt werden. Stadtverordneter Grannemann fragt den Magistrat, wann der Beschluß der letzten Stadtverordnetensitzung, betreffs Ersatzwahl für den verstorbenen Stadtverordneten Bomnüter, zur Ausführung gelangt. Bürgermeister Pütz erwidert, daß die Vorarbeiten viel Arbeit verursacht hätten, jedoch die Sache nun so weit gediehen sei, daß die Wahl am 15. September stattfinden könne. * Hamm, 26. August. Zu dem Bericht in unserer Mittwochs-Nummer über die Konferenz der konfessionellen Arbeitervereine und christlichen Gewerkschaften teilt uns der Berichterstatter mit, daß die zitierte Berichtigung des Pfarrers Cremer betr. Knollmann, die cremer dieses Frühjahr auf die Behauptung verschiedener Zeitungen, u. a. der„Dortmunder Zeitung" losließ,„Der Sekretär Knollmann sei mit überwiegend nationalliberalem Gelde angestellt worden", anders lautete und zwar folgendermaßen:„... erkläre ich bezüglich des unseren Sekretär Knollmann betreffenden Passus, daß Knollmann nicht„mit überwiegend nationalliberalem Gelde angestellt ist“, sein Gehalt vielmehr von unseren Arbeitervereinen mit einem Zuschuß Kirchengemeinden ausgebracht wird."... * Soest, 26. August. Heute ereignete sich in der Nähe der Stadt ein schwerer Automobil unfall. Bei einem aus der Richtung von Lippstadt kommenden, mit fünf Personen besetzten Automobil versagte an einer stark abschüssigen Stelle der Straße die Bremse und die Steuerung, sodaß der Wagen an einen Baum sauste. Einer der Insassen, der Kämmereirendant Ruhr aus Beckum, wurde sofort getötet, sein Bruder, der Fabrikant Ruhr, und dessen zehnjähriger Sohn lebensgefährlich verletzt. Der Chauffeur und ein anderer Fahrgast blieben unbeschädigt. Achtung! KUUUFPIGTUIFPMPUST hervorragend preiswerte Qualitäten Mk. 1000 1200 1500 1600 1800 2000 2400 bis 4800 * Bieloreid, Niederwall, Eoke Jahnplatz.- Münster i. W. Grösste Spezialgeschäfte der Bekleidungsbranche. Teppiche benorme Auswahl zu unerreicht billigen Preisen. Kokosläufer jeder lange Rest nur 1 M zum Aussuchen. 4576 Gardinen Reste für 1—5 Fenster passend, prachtvolle Muster für 50 Sofabezüge in Rips, Coteline, Erspe und Moquette=Plüsch. Reste weit unter Preis. Chaiselongue-Decken Tischdecken, Portieren. Linoleum=Reste zu konkurrenzlos billigen Extrapreisen. Nirgends besser und billiger. Für Braut=Aussteuern besonders empfehlenswert, da diese so außerordentlichen Vorteile nur kurze Zeit dauern. Nur allein Lützowstr. 7“ Etg. * Sonntag findet der Verkauf von 8—½10 und ½12—2 Uhr statt. IHein Laden. — Ssesotelg im neuen Rathause. 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Bewußtsein unsere Verhältni technischen Vorbedingungen u haben, sind wir noch weit gut Stück weiter, wie unsere wer den Mehrwert in einer hält und wie er verwendet w nur wenig Mehrwert erzeugt stellen. Anders schon, wenn durch eine zentrale Horde be Mehrwert eine sichtbare Gebeiten und einen Teil des Ar lgeben. Was geschieht jetzt mi haben? Zum Teil wird er v Aber es fängt auch eine ander Ich will nur erinnern an leitungen in Medien und Ae China und Pern. Da haben Mehrwerts. Der Wert, den Völkern abgenommen hat, ist von einzelnen wenigen beheri keinen Anteil an der Herrsch eine höhere Kultur möglich. sammenhang zwischen Herren neues Moment hinein, der bald ein besonderes Tauschmit #äter Metalle. So kommt n sonnte sich aus dem Tausch heute noch Tausch und Hande Handel ist aber etwas anderes o tue ich das, um mir ein Gu sund um ein anderes loszuwe Das kann direkter Tausch sein Tauschverhältnisse vorliegen, znächst hinlegt, um es wiede nach irgend einem Gegenstan Handel liegt erst dann vor, kaufen, was ich nicht brauche, mehr Geld zu bekommen. T zur Aneignung von Mehrwer das die Triebkraft des Hand Kulturbewegung. Die Phöniz volk, dann kamen die Karthag hatte sich aber im Altertumn die ihn vernichten mußte, 1 Händler der damaligen Zeit! tem einen kaufe, und das C verkaufe, so verdiene ich Geld erbeiten, und seiner Arbeit W größeren Vorteil. Wenn abe duzieren läßt, an wen kann Sklaven? Die können ihm ni 49 Roman aus den C von Fried Heison Der Sheriff wollte im Freunde, den Justizrat und Paradiese zurücknehmen, stat lprachen die beiden doch kein selber auch Zeuge genug. 1 ja doch dorthin. Graf Beckde leben durchlebte Stunde für nommen hatte, und trug mit So ruhig sich aber die Fr raren die Amerikaner daru einen Bürger der Vereinigte Nu lief die Nachricht von kaum eine Stunde später he Burschen aufgemacht, um die zuszustellen. Unter diesen ames Cook, der den Ermord leook war nämlich, vor vierzel leinem anderen Minenplatz, hmit diesem Unglücklichen gear den Paradies zurückgewandt, hieß, versprochen, ihm zu folg stuhigen, rechtlichen Mann, päter in Missouri daheim, i vane über die Felsengebirge und Sparsamkeit ein kleines weniger als rauflustig, schien keinem entstandenen Kampfe g lungs erschlagen und dann ber Verbrechen begangen?: Der Sheriff dagegen einwende zur Last, und noch an dem: slammlung der Amerikaner z beraten, die jetzt getan werder der Bürger dieser Staaten vi sund das vergossene, um Rach Die Versammlung selber venn den Fremden auch nicht tung! spiche vahl zu unerreicht u Preisen. släufer kest nur 1 M zum issuchen. 4576 dinen 5 Fenster passend, Muster für 50 bezüge teline, Erspe und ette=Plüsch. unter Preis. gue-Decken zu. 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Der kapitalistische Mehrwert beruht zunächst auf der Tatsache, daß der Mensch besonders in der Organisation imstande ist, mehr Wert zu erzeugen, als er zu seinem Unterhalt braucht. In einer ursprünglichen Gesellschaft, wie sie heute noch bei lafrikanischen Stämmen vorhanden ist, kann nicht viel Mehr über den Unterhalt hinaus erzeugt werden. Um einen Mehrwert zu erzeugen, bedarf es einer entsprechenden Erziehung und Entwicklung der Technik. Unter Technik verstehe ich nicht nur die Technik des Handwerks, sondern auch die Technik der wirtschaftlichen Organisation. Wer erzieht denn aber die Menschen? Eben die wirtschaftlichen Verhältnisse, unter denen wir leben und der Stand der Technik. Von dem Punkte, wo wir selbst mit Bewußtsein unsere Verhältnisse regeln könnten, so daß wir die technischen Vorbedingungen und die Erziehung ganz in der Hand haben, sind wir noch weit entfernt, aber wir sind schon ein gut Stück weiter, wie unsere Altvordern. Es kommt darauf an, wer den Mehrwert in einer Organisation erzeugt, wer ihn erhält und wie er verwendet wird. Bei einer kleinen Horde, wo nur wenig Mehrwert erzeugt wird, kann man diese Frage kaum stellen. Anders schon, wenn eine Anzahl von Horden da ist, die durch eine zentrale Horde beherrscht sind." Jetzt bekommt der Mehrwert eine sichtbare Gestalt. Jetzt müssen die einen arbeiten und einen Teil des Arbeitsertrages dem Herrenvolke ablgeben. Was geschieht jetzt mit dem Mehrwert, den sie abgegeben haben? Zum Teil wird er von dem herrschenden Volk verzehrt. Aber es fängt auch eine andere Verwertung des Mehrwerts an. IIch will nur erinnern an die gewaltigen Reste von Wasserkleitungen in Medien und Aegypten, an die großen Mauern in China und Pern. Da haben wir schon einen Niederschlag des Mehrwerts. Der Wert, den das Herrenvolk den unterworfenen Völkern abgenommen hat, ist niedergelegt in Kulturwerken, die von einzelnen wenigen beherrscht werden, während die anderen keinen Anteil an der Herrschaft haben. Aber nur dadurch ist leine höhere Kultur möglich. Allmählich kommt dann in den Zussammenhang zwischen Herren und unterworfenen Völkern ein neues Moment hinein, der Austauschverkehr. Es bildet sich bald ein besonderes Tauschmittel. Erst sind das Muscheln, Tiere, päter Metalle. So kommt man allmählich zum Geld. Und so skonnte sich aus dem Tausch der Handel entwickeln. Es wird heute noch Tausch und Handel oft in einen Topf geworfen. Der Handel ist aber etwas anderes wie der Tausch. Wenn ich tausche, o tue ich das, um mir ein Gut zu verschaffen, das ich nicht habe, kund um ein anderes loszuwerden, das ich nicht behalten will. Das kann direkter Tausch sein. Es können aber auch entwickeltere Tauschverhältnisse vorliegen, wo der eine Geld nimmt, das er znächst hinlegt, um es wieder auszugeben, so wie er Bedürfnis nach irgend einem Gegenstande hat. Das ist noch kein Handel. Eandel liegt erst dann vor, wenn jemand sagt: ich will etwas kaufen, was ich nicht brauche, und will es wieder verkaufen, um nehr Geld zu bekommen. Das nennen wir einen neuen Weg zur Aneignung von Mehrwert. Das mehr Geld haben wollen, das die Triebkraft des Handels ist, ist die Quelle einer neuen Kulturbewegung. Die Phönizier waren wohl das erste Handelsvolk, dann kamen die Karthager, Griechen, Römer. Der Handel hatte sich aber im Altertum mit einer Einrichtung verschmolzen, die ihn vernichten mußte, nämlich mit der Sklaverei. Die Händler der damaligen Zeit hatten bald gemerkt: Wenn ich von tem einen kaufe, und das Gekaufte an einen anderen wieder verkaufe, so verdiene ich Geld, wenn ich aber einen zwinge, zu erbeiten, und seiner Arbeit Werk verkaufe, so habe ich einen noch größeren Vorteil. Wenn aber der Handel in dieser Weise produzieren läßt, an wen kann er dann noch verkaufen? An die Sklaven? Die können ihm nichts abkaufen. Der Handel braucht Gold. Roman aus den Goldfeldern Kaltforniens von Friedrich Gerstäcker. 9e— 17. Hetson und Siftly. Der Sheriff wollte im Anfange unsere beiden würdigen Wreunde, den Justizrat und Assessor, als Zeugen mit nach dem Paradiese zurücknehmen, stand aber davon ab; denn erstens sprachen die beiden doch kein Englisch, und dann war der Tote selber auch Zeuge genug. Ueberdies kamen sie gegen Abend lig doch dorthin. Graf Beckdorf begleitete ihn aber, da ihm die eben durchlebte Stunde für heute die Lust zum Arbeiten bekommen hatte, und trug mit ihm die Kunde in die Stadt hinab. So ruhig sich aber die Fremden dabei verhielten, so empört sraren die Amerikaner darüber, daß man gewagt hatte an keinen Bürger der Vereinigten Staaten Hand zu legen. Im lief die Nachricht von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz, und skaum eine Stunde später hatte sich schon ein Trupp junger Burschen aufgemacht, um die Leiche herunterzuholen und dort lauszustellen. Unter diesen befand sich ein Mann, namens sames Cook, der den Ermordeten auf den ersten Blick erkannte. Cook war nämlich, vor vierzehn Tagen etwa, nach Carltons Flat, seinem anderen Minenplatz, gewandert, hatte dort einige Zeit mmit diesem Unglücklichen gearbeitet, und sich dann wieder nach Paradies zurückgewandt, wohin Johns, wie der Ermordete hieß, versprochen, ihm zu folgen. Cook schilderte ihn als einen stuhigen, rechtlichen Mann, der, in Virginien geboren, und päter in Missouri daheim, im vorigen Jahr mit einer Karawane über die Felsengebirge gekommen war und durch Fleiß und Sparsamkeit ein kleines Kapital gesammelt hatte. Nichts beniger als rauflustig, schien es nicht wahrscheinlich, daß er in keinem entstandenen Kampfe geblieben, sondern jedenfalls meuchkungs erschlagen und dann beraubt worden sei. Aber wer hatte Verbrechen begangen? Die allgemeine Stimme, was auch Der Sheriff dagegen einwenden mochte, legte es den Mexikanern zur Last, und noch an dem nämlichen Abend wurde eine Versammlung der Amerikaner zusammenberufen, die Schritte zu lberaten, die jetzt getan werden mußten, Leben und Eigentum er Bürger dieser Staaten vor ähnlichen Angriffen zu schützen, und das vergossene, um Rache schreiende Blut zu sühnen. Die Versammlung selber fand in Kentons Zelt statt, und venn den Fremden auch nicht der Zutritt verwehrt wurde, schien freie Käufer und freie Verkäufer. Das Bestehen der Sklaverei ist eine der wesentlichsten Ursachen davon, daß die alte Kultur so schnell zerstört wurde: der freie Handwerker und der freie Bauer wurden hinweggeschwemmt. Sie konnten der Konkurrenz des Großgrundbesitzers und des großen Fabrikanten nicht standhalten. Nur mit Zwang konnten nun diese in den Kolonien noch verkaufen. Aber bald stockte auch das. So war der Handel im eigenen Fett erstickt, weil ihm Bedingungen angeklebt waren, die ihm nicht entsprachen. So legte im Altertum der Mehrwert, der sich in großen Sklavenwirtschaften niederschlug, die Kultur brach. Die Germanen fluteten von Norden und die Osmanen von Osten her über die alten Reiche. Das Feudalsystem, das sich nun bildete, unterscheidet sich von dem alten System insofern, als nicht mehr ein Herrenstamm über andere Stämme herrscht, sondern ein Herr herrscht über eine Anzahl Leute, deren bewaffneter Schützer er ist. Diese müssen dafür dem Herrn einen Teil ihrer Güter abgeben oder Dienste leisten. Wir haben nun zwei Gruppen in der Gesellschaft: Eine arbeitende Schicht und eine kriegerische Herrenschicht. Weder die eine noch die andere hat Geld zum Handel. Deshalb gab es im Mittelalter zunächst keinen Handel. Nun wollte sich aber jeder Feudalherr ausdehnen, und es gab ewige Streitigkeiten zwischen den Nachbarn. Der Oberlehnsherr, der sich hätte einmischen sollen, konnte das oft nicht tun. Er verlieh immer mehr Grund und Boden, bis er nicht mehr genügend hatte. Er mußte die Dienste, die ihm geleistet wurden, mit Grund und Boden bezahlen. Auf diese Weise wird aber kein Mehrwert gesammelt. Erst dann beginnt wieder eine höhere Kultur aufzukommen, als wieder der Handel hineinkommt. Das geschieht zur Zeit der Kreuzzüge. Die Kreuzzüge haben einen Teil der Bevölkerung Europas hinausgedrängt nach dem Morgenlande. Und nun gründeten die Fürsten auch dort Feudalreiche. Da fingen die italienischen Städte an, Schiffe hinauszusenden, um aus dem Morgenlande die Güter hinüberzuholen, die die Europäer dort kennen gelernt hatten, und die ihnen begehrenswert erschienen, und europäische Güter dorthin zu bringen. Nun kam der Handel wieder herein und zersetzte die feudale Wirtschaft. Der Händler braucht freie Leute, von denen er kaufen und an die er wieder verkaufen kann. So kommt es, daß der Händler, der sich in der Stadt in die Höhe schwang, in einen gewissen Gegensatz zu der Feudalwelt kommt. So sehen wir, daß im ausgehenden Mittelalter der Gegensatz zwischen den Städtern und den Rittern außerordentlich groß war. Während diese im Kampfe lagen, schwang sich eine dritte Macht in die Höhe, das Fürstentum. Die Fürsten meriten bald, daß sie von dem Handel Geld bekommen könnten, wenn sie ihn schützten, Geld, mit dem sie sich Heere halten und ihre Macht erweitern konnten. Wie haben nun die Fürsten den erzielten Mehrwert benutzt? Ein Teil hat ihn verschlemmt. Ein Teil lernte aber damit für die Dauer arbeiten. Sie sahen ein, daß wenn sie dem Handel Arbeit gaben, sie immer mehr daraus bekommen konnten. Die absolute Monarchie hat damals große Kulturwerte geschaffen. Die Fabrikation stammt aus der Zeit. Der alte Handel hatte mit seiner Sklavenwirtschaft die Leute gewaltsam zum Arbeiten gezwungen. Der neue Handel fängt nun an, die Arbeitskraft der Leute zu kaufen. Man sagte: Ich bezahle dir das und das, und du arbeitest dafür für mich. Die Kaufleute kauften jetzt Rohprodukte, ließen sie verarbeiten und verkauften sie wieder. So kam man zur Errichtung von Fabriken. Der Vorteil dieser Betriebe beruhte zunächst auf der Arbeitsteilung, also auf einem Fortschritt in der Technik der Organisation. Dann wurden aber auch die Werkzeuge verbessert. So kamen wir zur modernen Industrie, die eigentlich auch Handel ist.— Wir unterscheiden häufig zwischen Handel und Industrie. Man sollte aber das, was wir heute Handel nennen, als Zwischenhandel bezeichnen und dem übrigen Handel gegenüberstellen. Was geschieht nun mit dem Mehrwert, den die Kaufleute bekommen. Der hat tatsächlich eine kulturelle Bedeutung. Die Industriellen verzehren zum Teil ihren Mehrwert nicht, sondern sie gebrauchen ihn zur Erweiterung ihrer Unternehmungen, zum Ankauf neuer Maschinen. Dazu zwingt man es doch nicht gern zu sehen, daß sie sich dabei einfanden. Trotzdem waren einige, der englischen Sprache mächtige Deutsche und Franzosen zugegen, und alles rief jetzt nach dem alten Nolten, um ihn zum Präsidenten zu wählen. Nolten steckte aber schon seit acht Tagen irgendwo in den Bergen, einen neuen Platz zum Graben ausfindig zu machen, und Briars, einer der wildesten, wie ein zu Händeln stets aufgelegter Bursche, wurde an seiner Statt gewählt. Dadurch bekam freilich die Versammlung gleich von Anfang an einen wilden und maßlosen Charakter, denn Briars eröffnete sie schon mit einer Aufforderung, die Fremden ohne Unterschied zu entwaffnen und aus den hiesigen Minen zu vertreiben, und von allen Seiten schrien und jauchzten ihm die tollköpfigen Goldwäscher, meist Backwoodsmen aus dem Westen Amerikas, jubelnden Beifall zu. „Was haben wir von den Fremden? schrie Briars, in der Hitze seiner Rede auf den nächsten Tisch springend und beide Arme in die Luft hinausstreckend,„von England, von Frankreich, von Deutschland, von Mexiko kommen sie herüber, nur um unsere Minen zu plündern und mit dem Raube, so rasch sie können, in ihre Heimat zurückzukehren. Und fügen sie sich unseren Gesetzen etwa, so lange sie hier sind? Nein! Nein sag' ich, die Bürger der Staaten selbst, die ihnen bis jetzt Schutz gewährt haben, die sie bereichern, fallen sie mit Dolchen und Pistolen an, und der Meuchelmord straft uns, daß wir nicht schon lange den Arm aufgehoben und sie vom kalifornischen Boden weggefegt haben. Unsere Väter haben ihr Blut für unsere Freiheit vergossen, und wir selber, Jungens, wie wir dastehen, sind jeden Augenblick bereit, unser Blut wieder für unsern Boden, für unsere glorreiche Flagge—“ „Hip, hip, hip, hurra!“ tobte die Schar,„thre cheers for the glerious flag!“ und mehrere Minuten lang unterbrach donnerndes Hurrarufen den Redner, so daß er innehalten mußte. „Ja, Boys!“ schrie Briars, als sich der Jubel nur in etwas gelegt,„wir sind wieder und jeden Augenblick bereit, unser Blut dafür zu verspritzen, aber wir wollen uns nicht der Gefahr aussetzen von Wegelagerern und europäischen Banditen meuchlings angefallen und ermordet zu werden.“ „Das ist der wahre Name!“ schrie da ein langer Kentuckier, der auf einen anderen Tisch sprang und ohne weiteres die Rede des Präsidenten unterbrach.„Europäische Banditen! England hat bis jetzt seine Verbrecher nach den australischen Kolonien geschickt, aber die Australier wollen sich das nicht länger gefallen lassen, und nun soll Kalifornien der Platz werden, auf den sie ihre Gefängnisse ausschütten. Jungens, das leiden wir nicht, verdamm' mich, wenn nicht erst in voriger sie die Konkurrenz. Der Handel braucht nun, soweit das Kontrahentenverhältnis in Betracht kommt, freie Leute, und hat deshalb die Tendenz, Freiheit zu schaffen. Aber er hat auch eine andere Seite. Es besteht auch die entgegengesetzte Tendenz: der einzelne Kaufmann will die Kunden möglichst für sich allein behalten. Es besteht ein Konkurrenzverhältnis. Das Kontrahentenverhältnis siegt schließlich eine kurze Zeit im Kampf mit dem Feudalsystem. Es sagt, alle Schranken müssen beseitigt werden. Vor dem Gesetz müssen alle Menschen frei und gleich sein. Aber wenn die Menschen vor dem Gesetz frei und gleich sein sollen, so müssen sie auch selber Gesetze geben. Und so erscholl der Ruf nach einer Verfassung. Das sind die Folgen des Handels, wenn auch die Leute glaubten, es seien allgemeine Menschenrechte, die sie forderten. Das Recht steht über den persönlichen Verhältnissen des einzelnen. Freizügigkeit, Gewerbefreiheit, so rief man vor etwa 40 Jahren. Dabei hat man aber nicht beachtet die Frage der Verwendung des Mehrwerts. Man glaubte, es fände ein allgemeiner Austausch statt, bei dem ein jeder seinen Vorteil haben würde. Man hat nicht beachtet, daß im Handel nicht nur ein Kontrahenten=, sondern auch ein Konkurrenzverhältnis vorhanden ist. Das Kontrahentenverhältnis, das sagt: Freiheit, Gleichheit, aber das Konkurrenzverhältnis, das will den Konkurrenten beseitigen. So lange noch der Gedanke des Kontrahentenverhältnisses lebendig ist, so geht das nicht ohne weiteres. Da muß sich jeder einzelne nach den allgemeinen Gesetzen richten. Was tut nun derjenige, der seinen Konkurrenten vernichten will. Er muß sehen, mit derselben Menge von Arbeit mehr Güter zu erzeugen, damit er die Waren billiger verkaufen kann. Wenn es jemand fertig bringt, mit derselben Arbeit viermal so viel Waren herzustellen, und er verkauft dann das einzelne Gut halb so teuer, wie vorher, dann hat er einen doppelten Vorteil. Das Konkurrenzverhältnis wird befriedigt, indem man bessere Formen und Methoden der Arbeit sucht und dadurch die Waren verbilligt. Nun darf man das, was man mehr erzeugt, aber nicht verbrauchen, sonst wird man bald über den Haufen gerannt. Dann kann der Mehrwert, der erworben wurde, nicht aufrecht erhalten werden. Wo kommt nun der kapitalistische Mehrwert her? Er entsteht infolge der Organisation, die auf dem Handel beruht, durch das Zusammenarbeiten aller. Es ist ein Fehler, zu behaupten, der einzelne Arbeiter mache den Mehrwert für den Unternehmer, bei dem er beschäftigt ist. Das kann man nur bis zu einem gewissen Grade anerkennen. In der kapitalistischen Welt wird gar nicht danach gefragt, wieviel der einzelne dazu getan hat. Die Gesamtwirtschaft schafft ihn in ihrem eigentümlichen Verknüpftsein von Kontrahenten= und Konkurrenzverhältnis. Zum Teil strömt der Ertrag der Arbeit den Arbeitenden selbst als Lohn oder Gehalt zu. Ein anderer Teil fließt zu den Leuten, die an den Knotenpunkten sitzen, die durch Kauf und Verkauf schon Geld erworben haben. Das ist der kapitalistische Mehrwert. Ich möchte nun noch einen Punkt erwähnen, der nicht genügend beachtet wird, trotzdem Marx schon 1876 bei der Kritik des Gothaer Programms darauf hingewiesen hat. Marx hat damals geltend gemacht, daß wir einen Teil des Ertrages der Arbeit aufsparen müssen, wenn unsere Kultur nicht zurückbleiben soll. Die neuen Industrieherren, die das merkten, die darin das Geheimnis erkannten, haben den Sieg errungen. Alle, die das nicht taten, kamen unbarmherzig unter das Rad der neuen Entwicklung. Das ist die Bedeutung des Mehrwerts. Der Mehrwert muß aufgespart werden, um Kulturwerte zu erzeugen. Diese Tatsache können wir nicht aus der Welt schaffen. Wer bekommt denn aber den Mehrwert? Den bekommen diejenigen, die die nötige Kraft, die nötige Energie und auch das nötige weite Gewissen haben, ihre Konkurrenten aus dem Felde zu schlagen und ihre Arbeiter möglichst auszubeuten. Soweit sie nun den Mehrwert benutzt haben, um die Kultur auszudehnen, haben sie etwas sehr nützliches getan. Dadurch, daß sie die Technik so verbesserten, daß sie mit derselben Arbeit mehr Waren herstellten, verbilligten sie die Waren. Sie brauchten Arbeitskräfte und sammelten die Arbeiter, die bisher auf dem Woche eine ganze Ladung von solchem Gesindel von BotanyBai herübergeschafft ist, und die ist die Regierung in San Francisco schwach genug gewesen an Land zu lassen. Wenn sie dort aber Schlafmützen zu Richtern haben, so brauchen wir uns das hier in den Minen nicht ebenso gefallen zu lassen. Wir sind freie Männer, unsere Vorväter haben ihr Blut dafür vergossen, daß wir—“ „Hip, hip, hip hurra!“ unterbrach ihn wieder in wildem Jauchzen die Menge. daß wir unsere Freiheit bewahren sollen,“ schrie aber der Kentuckier durch das Toben durch,„und wir wollen doch einmal sehen, ob wir uns das Gesindel, diese mexikanischen, englischen und irischen Verbrecher nicht vom Halse halten können!" „Bravo Jim, Hurra mein Junge, give it to them!" jubelten die warm Gewordenen, die indessen auch dem Brandy tüchtig zugesprochen. Wir wollen ein Komitee wählen, und morgen früh die ganze Bande zu den Minen hinausjagen.“ „Gentlemen!“ rief da Hale, der bis jetzt ein stiller, aber aufmerksamer Zeuge des Ganzen gewesen war,„wollen Sie mir ein Wort erlauben?" „Jawohl, Hale, stump it, old fellow! hinauf auf den Tisch, Ihr seid ein ganzer Kerl und von richtig amerikanischem Blut!“ rief es von verschiedenen Seiten. „Dank euch,“ sagte Hale, indem er von der erlangten Erlaubnis Gebrauch machte und den Tisch bestieg, den der letzte Sprecher eben geräumt hatte, um einmal hinüber zum Schenkstand zu gehen und seine trocken gewordene Kehle anzufeuchten. „Wenn ihr mich also meine Meinung frei wollt sagen lassen, so kann ich euch nur bemerken, daß ihr hier, ihr Bürger der Vereinigten Staaten, Skandal genug macht, das muß euch der Neid lassen, aber ganz entschieden unter einem falschen Baume bellt, wie wir bei uns zu Hause sagen.“ „Hallo, Hale, was ist nun im Wind?“ rief einer aus der Schar. „Unsinn mein Bursche,“ antwortete der Sheriff aber, ohne sich im mindesten einschüchtern zu lassen.„Ihr wollt das Kind mit dem Bade ausschütten, und habt dazu weder das Recht, noch die Macht. Wir wissen auch noch gar nicht, von wem der Mord eigentlich verübt ist, von einem Engländer, Mexikaner oder gar Amerikaner selber—“ „Oh, hol's der Teufel, Hale!“ schrie da Briars,„die Amerikaner schneiden einander die Hälse nicht ab, und Ihr solltet gerade der letzte sein, der den Fremden das Wort redet. Das Blut, das unsere Vorväter—“ „Oh, bleibt mir mit der alten Geschichte vom Leibe,“ unterbrach ihn aber ungeduldig der Sheriff.„Ich halte so viel von a#en Lande zerstreuk wohnken. Dadurch würden die Löhne höher. Das aber macht die Arbeiter wieder kaufkräftiger. Sie kauften Güter, die sie früher nicht kauften. So wurde die Nachfrage nach Gütern größer, und es konnten nun auch wieder mehr hergestellt werden. So bekamen die Unternehmer einen Teil der als Lohn gezahlten Summen wieder, wovon sie allerdings mur den einen Teil für sich behalten konnten, während sie den anderen ihren Arbeitern als Lohn zahlen mußten. Das ist der Gegensatz zwischen alter und neuer Zeit. Die Sklaven wurden nicht zu Käufern herangebildet, wohl aber die Arbeiter. Durch die Verbilligung der Verbrauchsartikel und die Erhohung der Löhne ist die Kaufkraft wesentlich gestiegen. Dadurch ist eine erhöhte Nachfrage nach Waren herbeigeführt worden und dadurch wieder eine erhöhte Nachfrage nach mehr Arbeitern, und da diese wieder als Konsumenten auftreten, so bringen sie wieder eine stärkere Nachfrage nach Waren und indirekt damit auch nach Arbeitern hervor. Nur deshalb war auch eine solch ungeheure Vermehrung der Bevölkerung, wie wir sie in den letzten Jahrzehnten erlebt haben, möglich. Wenn ruyer die Bevölkerung mehr zunahm, als es die wirtschaftlichen Existenzbedingungen des Volkes zuließen, mußten die Menschen wegsterben oder auswandern. Nun ist eine neue Erscheinung eingetreten: die alte Sklavenzeit hat sehr schnell den Handel erdrückt, weil alles zu Sklaven wurde. Jetzt haben wir die großen Arbeitermassen, die kaufen können, den Mittelstand, und die Großen selbst kaufen. Hier ist ein Fortringen, ein Vorwärtsstreben. Der Mehrwert, mag er auch in der Hand des einzelnen drückend sein, sozial wirkt er trotzdem fortschrittlich. Aber wenn wir auch die Sklaverei nicht haben, so haben wir doch ein Moment, das uns schwer hemmt. Das ist die Rente. Vom mobilen Kapital müssen wir das Rentenkapital unterscheiden. Zum Beispiel, ein Wirt verkauft ein Geschäft das 10 000 Mark Ertrag bringt, für 200000 Mark, obgleich es eigentlich nur einen Wert von 100000 Mark hat, weil 10000 Mark 5 Prozent Zinsen von 200000 Mark entsprechen. Die zweiten 100 000 Mark schweben in der Luft. Er bekommt diese Summe nur, weil ein gleich hoher Ertrag auf einem anderen Grundstück nicht erzielt werden kann. Wenn der Gegenwert, wie dies hier der Fall ist, nur auf einem Monopol beruht, dann haben wir nur Rentenkapital vor uns. Das ist unser Unglück. Der Apotheker z. B., der für seine Apothoke schon einen hohen weis sie ein Preis gezahlt hat, weil sie ein Monopol darstellt, der muß nun sehen, die Preise möglichst hoch zu halten, damit er überhaupt auf seine Rechnung kommt. Aehnlich liegt es bei Grundstücken. Da hat der Mehrertrag, den die Grundstücke infolge der Zollerhöhung bringen. zu einer Preissteigerung der Grundstücke geführt, die nun die Besitzer zwingt, dauernd höhere Preise für ihre Produkte zu nehmen, wenn sie auf ihre Rechnung kommen wollen. Wie wirkt dieser Mehrwert? Er wirkt dahin, daß die Güter nicht mehr billiger, sondern teurer werden. Die großen Rentner suchen durch Zölle Ringe um das Land zu legen. Sie bilden Kartelle, um die Warenpreise zu erhöhen. Wenn auch die Arbeiter, die Beamten, die Bauern sich koalieren und ihr Einkommen erhöhen, den Hauptvorteil haben die großen Rentner. Man kann heute mit dem gleichen Einkommen nicht mehr dasselbe kaufen wie früher. Durch die Ringbildung und die Zölle sind alle Güter teurer geworden. Das freie Kapital ist zum großen Teil Luftkapital geworden, das uns niederringt. Infolge der Preiserhöhung können Tausende von Millionen nicht gekauft werden, die sonst gekauft würden. Wir haben eine neue Wirtschaftsordnung bekommen, aber nicht einen Sozialismus der Gesamtheit, sondern einen Sozialismus der Produzenten, der Großlapitalisten. Wie können wir gegenüber den Kapitalistenringen etwas erreichen? Wir müssen uns zunächst fragen, wozu dient die Arbeit und wozu sollte sie dienen? Wie es scheint, um Güter herzustellen. Arbeiten wir wirklich, um Güter herzustellen? Nein! Die Kapitalisten benutzen die Güter, die wir für sie herstellen, um sie zu verkaufen. Sie sind ihnen nur ein Mittel zum Zweck, immer mehr herauszubekommen, immer mehr Mehrwert herauszuholen. Wenn wir nun als Produzenten für das Großkapital produzieren, so konsumieren wir auch als Konsumenten für das Großkapital. Als meinem Vaterlande wie irgend ein anderer, aber ich denke, es ist unnötig, die alten Taten immer wieder aufzuwärmen, um uns zu neuen anzuspornen; wir wissen auch ohnedies, was wir zu tun haben. Gebt mir deshalb die Beweise, daß ein Fremder diesen Mord verübt habe, und seht, ob ich nicht mein eigenes Leben daran setze, den Schuldigen aufzuspüren und in den Strick zu bringen. Bis wir aber nicht wissen, ob wir nicht den Verbrecher unter unseren eigenen Landsleuten zu suchen haben, dürfen wir den Mord den Fremden nicht aufbürden, wir wären sonst der Ehre unwürdig, freie Amerikaner zu heißen.“ „Aber die Botany=Bai=Gesellschaft, die hier nach Kalifornien gekommen ist!“ schrie der Kentuckier wieder. „Mag sich hüten, daß wir sie hier auf keinem faulen Pferde erwischen,“ entgegnete ruhig der Sheriff,„sonst möchten wir verwünscht wenig Umstände mit ihnen machen. Aber erwischen müssen wir sie erst, ehe wir sie bestrafen können, denn ich hoffe doch nicht, daß einer hier unter euch ist, der einen Unschuldigen das möchte büßen lassen, was ein anderer begangen hat.“ „Gentlemen,“ rief da eine Stimme aus der Menge,„wollen Sie mir einmal das Wort zu einem vernünftigen Vorschlag erlauben?" „Wenn es ein vernünftiger ist, gewiß,“ sagte Hale, „denn unvernünftige haben wir gerade genug gehört.“ „Schön,“ sagte Siftly, der eben gesprochen hatte, indem er Poncho und Hut auf die Lehne desselben Stuhles warf, auf den er jetzt selber trat,„ich werde Sie auch nicht lange behelligen. Sie werden mir zugeben, Gentlemen, daß es, bis wir nicht weitere Tatsachen haben, ein sehr undankbares Geschäft ist, hier in dem Zelte zu beraten, wer den Mord an jenem Unglücklichen verübt hat, ein Fremder oder ein Amerikaner. Die allgemeine Stimme, die sich selten irrt, spricht die Tat allerdings den Fremden zu. und mit den Beweisen, die wir in den Nachbarminen gegen Mexikaner und Botany=Bai=Burschen gemacht Produzenken können wir nicht viel machen, aber als Konsumenten haben wir die Macht, zu sagen: Heut kaufen wir da und morgen kaufen wir dort. Wir haben als Konsumenten in der Organisation ein Mittel, um den einen zu strafen und den anderen zu belohnen. Sie müssen nicht denken, daß die Kaufkraft gering ist. Gewiß, die Kaufkraft des einzelnen ist gering. Desto größer ist die Kaufkraft der Massen, der 27 Millionen arbeitenden Menschen, die es in Deutschland gibt. 1000 Arbeiter haben schon eine Kaufkraft von einer Million, das ist viel mehr, wie die Kaufkraft eines Millionärs, der etwa eine Kaufkraft von 40000 Mark pro Jahr hat. Die Kaufkraft der Konsumenten wird noch lange nicht genügend beachtet? Was ist die Grundlage aller Macht? Zuerst war es der Grund und Boden. Dann das Geld im Zusammenhang mit Grund und Boden. Aber auch wir können wirtschaftliche Macht haben, sobald wir wollen, sowie das Volk aufgewacht ist und sich sagt: Ich will meine wirtschaftlichen Angelegenheiten selbst verwalten. Aber wenn das auch tausendmal richtig ist, was hilft uns die Richtigkeit, wenn wir nicht handeln? Nur in der Praxis können Sie es lernen, wie man gemeinwirtschaftlich verwaltet. Gemeinwirtschaftlich verwalten können wir nur als Konsumenten. Das Produzenteninteresse— das zeigt das Beispiel der Produktivgenossenschaften— wird zum kapitalistischen Interesse. Die Produktivgenossenschaften, soweit sie sich überhaupt halten konnten, haben nach einiger Zeit fast immer den Kreis ihrer Mitglieder geschlossen, und haben dann die Arbeiter ebenso ausgebeutet, wie andere Unternehmer. Ganz anders ist es, wenn wir uns als Konsumenten organisieren. Da wünschen wir, daß wir in unserem Konsumverein möglichst viel Mitglieder haben. Dann erst wäre unser Ziel erreicht, wenn wir alle Arbeiter für den gemeinsamen Konsum organisiert hätten. Wir können heute nicht mehr auf dem freien Markt arbeiten. Die Kartelle diktieren uns die Preise. Entweder müssen wir uns der Diktatur der Produzenten fügen, oder wir organisieren uns allgemein als Konsumenten. Wenn wir unsere Kaufkraft organisieren, könnten wir da nicht etwas fertig bringen? Wir können es, wenn wir uns bewußt bleiben, daß wir es nicht so machen dürfen, wie die Fabrikanten, die alles verzehrten, was sie eingenommen hatten. Die Konsumvereine, die wir haben, haben dem Kapital nicht viel Abbruch getan, weil sie nicht das Bestreben hatten, Mehrwert zu behalten. Wir müssen den Mehrwert zurückbehalten für die Gesamtheit der Konsumenten. Wenn wir erst einmal einen Mehrwert von Millionen und Milliarden zurückbehalten haben, dann wächst der Mehrwert rapide. Dann haben wir eine wirtschaftliche Macht. Aber erst müssen wir diesen Mehrwert haben. Es handelt sich dabei um die Frage, sollen die Konsumvereine darauf bedacht sein, dem Kapital alle Jahre nur ein paar Groschen abzuringen, oder sollen wir in ihnen ein Instrument haben, das uns gegen die Ringe dienen soll? Wenn wir Sozialvermögen haben, dann haben wir auch ein Mittel, um uns Arbeit dienstbar zu machen. Das alles aber können wir nicht erreichen, wenn es so weiter geht wie bisher. Schulze=Delitzsch hatte in seinem Streit mit Lassalle in theoretischen Fragen unrecht, anders aber in vielen praktischen Fragen. Schulze=Delitzsch hatte recht, wenn er den Arbeitern zurief, schafft euch Fabriken auf Grund eurer Konsumption. Schulze=Delitzsch hatte in seiner ersten Zeit soziale Gedanken. Aber hatte auch ein paar große Fehler. Er dachte immer an die Produktivgenossenschaften. Ueberlegte aber niemals, daß die Produktivgenossenschaften immer in kapitalistische Unternehmungen umschlagen müssen. Die allgemeine Konsumentenorganisation hat er zu gering eingeschätzt. Das kam daher, daß er die Konsumvereine für Kaufläden hielt, in denen Gewinn gemacht wird. Dieser Gedanke hat sich in uns so festgelegt, daß wir gar nicht wissen, was ein Konsumverein eigentlich ist. Der Konsumverein ist kein Kaufladen. Da wird nichts verkauft. Was darin ist, das gehört Ihnen schon. Jeder von Ihnen hat 15 Mark in den Konsumverein eingelegt. Dafür kauft Ihnen die Verwaltung die Güter. In dem Konsumladen sind keine Waren. In dem Konsumladen holen Sie nur ab, was Ihnen bereits gehört. Sie müssen allerdings Ihre Vorlage, für die die Waren angeschafft werden, immer wieder vollhalten. Wenn Sie einen Bedarfsartikel holen, müssen Sie soviel wieder einzahlen, daß neue Güter angeschafft werden können. Das ist kein Kauf. Oder ist es etwa ein Kauf, wenn ein paar Leute, haben, zweifle ich selber keinen Augenblick daran, auf wen ich die Schuld zu wälzen habe.“ „Bravol bravo!“ rief es ihm von verschiedenen Seiten zu. „Wir selber,“ fuhr aber der Spieler fort, ohne weiter darauf zu achten,„befinden uns hier in der unangenehmen Lage, keinen gesetzlichen Schritt gegen den einen oder anderen tun zu können, selbst wenn uns Beweise zu Händen kämen, weil uns eben in unserer Stadt ein gesetzliches Oberhaupt, ein Friedensrichter oder Alcalde fehlt, und mein Vorschlag, Gentlemen, geht also vor allen Dingen dahin, einen solchen unter uns zu wählen, ehe wie weiter in dieser Sache gehen.“ Hale war eigentlich erstaunt, gerade von diesem Fremden, von dem er seit dem ersten Abend keine besondere Meinung hegte, einen solchen Vorschlag ausgehen zu sehen; er hatte etwas ganz anderes von ihm erwartet. Desto freudiger stimmte er ihm jetzt bei, denn wenn sie auch in den letzten Wochen recht gut in ihrem Minenplatz hatten existieren können, ohne eine besondere Behörde zu haben, so änderte sich die Sache jetzt, wo sie entschiedene Maßregeln nach einer oder der anderen Seite hin ergreifen wollten, doch bedeutend ab. Die einzige Schwierigkeit schien nur, woran die Wahl schon damals gescheitert war, einen passenden Mann für diesen Posten zu finden, und so leichtsinnig derartige Stellen auch sonst wohl besetzt werden, so hatte sie hier im Paradies das Betragen des flüchtig gewordenen Majors doch gewarnt, nicht wieder einen neuen Mißgriff zu begehen. Die jungen Amerikaner waren allerdings gleich mit Vorschlägen fertig, und dieser und jener aus ihrer Bekanntschaft wurde genannt, der einen„kapitalen Alcalde“ abgeben müßte. Derartige Kandidaten zeichneten sich aber gewöhnlich nur im Boxen oder Schießen aus, und es schien den meisten auch genügend. Hale Bürde und dagegen, der einen besseren Begriff von dieser Würde und auch am meisten zu leiden hatte, wenn sie nicht den rechten Mann dazu fanden, erklärte, daß der Alcalde auch die Gesetze verstehen müßte, sonst könne er ihnen wenig oder gar nichts helfen. „(Fortsetzung folgt.) eschst ie else scn esche winn machen. Wir haben die Waren billiger und dadurch ersparen wir etwas. Eine Ersparnisanstalt ist der Konsumverein, aber keine Gewinnanstalt. Diese Verbilligung bedeutet, daß dem Kapital etwas abgezwackt wird, was es sonst in die Tasche stecken würde. Man tut dies nicht als Produzent, sondern als Konsument. Das Kapital nimmt zwar in letzter Ligie dem Produzenten den Mehrwert ab, formell aber dem Konsumenten. Wenn jemand 100 000 Stühle herstellt. so nützt ihm das nichts, wenn er sie nicht verkaufen kann. Wenn wir sie aber selbst herstellen, so schalten wir einen Teil des Kapitals aus. Wir brauchen ja nicht alles in unsere Hand zu bekommen. Auch die großen Kapitalisten haben ja heut die Produktion nicht ganz in der Hand. Aber auch wenn wir nur einen Teil bekommen wollen, so müssen wir uns darüber klar sein, daß wir nicht Gewinn machen wollen, sondern nur Ersparnisse. Schulze=Delitzsch und auch die Engländer haben uns empfohlen, im Konsumverein die Güter ebenso teuer abzugeben, wie die Kaufleute. Große Konsumvereine sind aber imstande, die Preise auch für die Händler zu machen. Die Händler richten sich nach den Konsumvereinen. Und deshalb hat der Konsumverein die Preise ganz in seiner Hand! Er brauchte außer seinen Unkosten nichts aufzuschlagen. Er könnte die Güter von vornherein billiger abgeben, wie die Händler. Die Kaufleute müßten dann auch mit ihren Preisen heruntergehen. Sie geben hier 12 Prozent Rückvergütung. Das Gewähren einer hohen Dividende ist aber sehr bedenklich. Es führt dazu, daß die Händler immer viel verdienen und sich infolgedessen die Zahl der Händler vermehrt. Und das führt dazu, daß die Konsumenten oft statt vom Konsumverein, von solch einem Händler kaufen. Wieviel man aufschlägt, das ist schließlich eine Frage der Klugheit. Aber nicht nur eine Frage der Klugheit ist es, soll man die Ersparnisse unter die einzelnen verteilen oder für die Gesamtheit behalten? In der Gewerkschaft opfert der einzelne Arbeiter für die Gewerkschaft. Dafür hat er im Falle der Not seine Arbeitslosenunterstützung. Wenn ein Arbeiter nun das Geld, was er heute seiner Gewerkschaft zahlt, verzehren würde, wie würde er sich vorkommen? Es ist nun eigentümlich, daß dieselben Männer und dieselben Frauen, die oft für die Gewerkschaft so viel zahlen, meinen, sie müßten aus dem Konsumverein so viel herauskriegen, als nur herauszukriegen wäre. Wodurch sind aber die Kapitalisten groß geworden? Dadurch, daß sie den Mehrwert nicht verzehrt haben. Nun ist der Mehrwert in einzelnen Händen aufgespeichert. Es hängt von der Reife und der Selbstbeherrschung des deutschen Volkes ab, ob wir das ändern wollen. Wir könnten in wenigen Jahren Millionäre, eine soziale Macht werden. Wollen wir das, so dürfen wir die ersparten Summen nicht immer wieder zersplittern. Sie haben hier in ihrem Konsumverein einen jährlichen Ueberschuß von 400.000 Mark. Wenn sie nur die Hälfte davon zurücklegen, dann könnten sie in 5 Jahren eine Million Mark erspart haben. Was bedeutet aber eine Million Mark Geld, die sie nicht zu verzinsen brauchen? Wie ist es z. B. jetzt mit dem Biere? Jetzt herrscht an vielen Orten der Bierkrieg. Es ist nicht wahr, daß mehr wie 1,37 Mark pro Hektoliter auf das Bier aufgeschlagen werden müssen, wenn der Ertrag der Steuer wieder herausgeholt werden soll. Wenn auf jedes Hektoliter Bier zwei Mark aufgeschlagen werden würden, so würden die Wirte und Brauer immer noch einen Vorteil haben. Statt dessen wollen die Wirte und Brauer 6 Pfg. auf den Liter aufschlagen, also beinahe das Vierfache. Warum lassen voir uns das gefallen? Wenn wir uns einmal entschließen könnten, gerade so wie die Kapitalisten zu handeln. könnten wir dann nicht bald eine gewaltige Brauerei, riesige Mühlen errichten und uns unabhängig von allen diesen Schwankungen machen? In England sind die Konsumgenossenschaften schon viel weiter vorgeschritten. Dort machen sie selbst ihre Möbel, selbst die Konfektion wird in Genossenschaftsfabriken gemacht. In England ist man soweit, daß die Konsumvereine sich eine Kohlengrube gekauft haben. Wenn die Konsumvereine das fertiabringen, dann haben sie den Kartellen gegenüber eine große Macht, denn die Kartelle sind bloß Seifenblasen, die sofort zerplatzen, sowie auch nur ein kleines Loch in sie gestoßen wird. In England z. B. haben die Seifenfabrikanten versucht, die Preise zu erhöhen. Aber sie haben diese. Absicht bald aufgeben müssen, weil genossenschaftliche Seifenfabriken da waren; diese übernahmen die Lieferung von Seife zu den alten Preisen und deshalb konnten die Seifenfabrikanten die höheren Preise nicht durchsetzen. Sie brauchen nicht alles in der Hand zu haben. Sie brauchen nur organisiert zu sein, nur eine Million zu haben. Ich will an den anderen Bestrebungen, die auch die kapitalistische Ausbeutung beschränken oder beseitigen wollen, keine Kritik üben. Ich will nur hinweisen auf Ausführungen, die Friedrich Engels im„Anti=Dühring“ gemacht hat.„Die bürgerliche Welt“, so sagt Engels,„habe die feudale Welt aus den Angeln gehoben und sich an ihre Stelle gesetzt, nur dadurch, daß sie eine Position nach der andern in die Hand genommen habe, bis sie allmählich auch die politische Macht in die Hand bekam. Wer die wirtschaftliche Macht hat, der hat auch die politische Macht. Und neben dem Boden ist es vor allem die Macht der Organisation, die hier in Betracht kommt. Die höhere Organisation des Handels hat die niedere Organisation der Feudalwelt vernichtet. Und die Vereinigung der Konsumenten stellt wieder eine höhere Form der Organisation dar. Nützen wir die Zeit aus. Sonst werden die Kartelle uns auch als Konsumenten unterjochen und uns zwingen, in ihren Fabriken zu kaufen. Benützen wir die Mittel, die uns gegeben sind, um uns dagegen zu wehren. Der Erfolg wird nicht ausbleiben.“ möberkaus u. Sewing verdankt sein Renommee der hervorragenden Düte seiner Möbel....... C 3791 Nur Bürgerweg 50a. Die Wäsche nur eine halbe Stunde kochen- sonst nichts! Keine Zutaten, kein Reiben u. Bürsten! Die Gberraschende Szem- Wesehlensce Ohne weitere Mühe schön gereinigte, gebleichte, garantiert unverdorbene Wäsche! D. R.-P. aus den Fabriken von Dr. Thompson's Seifenpulver, 6. m. b. H., Düsseldorf. Garantiert frei von Chlor und Sscgren schorten Shstenen Oes. gesch. Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend wie bei sämtlichen Agenturen ins Haus gebracht 60 Pfg. me lich. Durch die Post bez 1,80 Mk. vierteljährlich erkl Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der SonnFeiertage täglich nachmitta Fernsprech=Anschluß Nr. 3. Nr. 201. Die heutige Der Zar! Von dem Führer der W. Burtzeff, dem Entla „Vorwärts“ der folgend Artikel zu. Es gibt in Rußland Legende über die Perso wäre der Zar ein Men unstetem Geiste, dessen 1 Händen der Kamarilla: von all der Willkür ur großen Reiche vorgeht. schweigens, womit ihn d dringe kein Ruf seines Volkes. Kein Schrei d reiche ihn. Man hat ih Revolution hingestellt, d Schreckgespenst spielte u. gewöhnliche Verbrecher si eigenen Höflinge, seiner Diese tief eingewurz stören. Es gibt keine Gehei griffenen Wahrheit beste hartnäckigen und unermi die fast vollkommene De russischen Polizei erzielte dert andere Diener der 2 lichen Spürhunde brand jagung vom Boden Fran neue Tatsachen zu bringe nung der zivilisierten We dürften. Das Geheimnis Niko Polizei, ist kein Geheim ultrageheime Dokument, grelles Licht, daß, wenn eine sehr leichte Aufgabe ist schon längere schwüre des Zarismus Gründe war ich mehrere! kostbaren Dokumentes zu halt ich hier erzählen w Aber wie hat dieses hi meine Hände gelangen k in London, wo ich meine ließ, die mich bald darau Einige Tage vor meiner der Wohnung eines He Anhängers des Grafen 2 Tschertkoff eingetreten, a folgt von einem untersetz mir sagte:„Erlauben Si stellen, Vertreter der ru Und indem er sich z „Herr Burtzeff, Vertrete Herr Krivosch war amter der Zensur für di mehrere interessante Ei nahmen, die die Regiert unsere friedliche Unterha Nacht. Am nächsten Morgen Museums auf meinen# schlug ihm natürlich vor ich ein regelmäßiger Best während wir die geräuf schritten, begann Herr K keit über Rußland zu sp schichten über den Zaren volle Informationen. M wie sie ihr Herz ausschüt haben, um diesen Anfall stehen. Unter anderen heit zum ersten Male vor für den Spezialdienst des hergestellt wird und das selbst„das Journal des Zum Schluß— es kammer, wohin ich ihne trinken— bat mich He was er mir soeben leichtf nicht zu benutzen. Ich h bat ich ihn, mir irgend ei mer des„Journal des 3 der Redakteure zu sein be Worten versprochen. Ab Was mich anbetrifft, so h geringste Nachricht ausz geben hat. Während ich in L „Naradovoletz“ verhaftet land zurückgekehrt und Innern, damals Gorem über seine seltsamen Sp in Begleitung Burtzeffs bespitzelt und überwacht landspolizei— und seine dem Minister bekannt. Folgen. Sei es, daß se