jährend der Nacht wurde nie des 81. Regiments Feldartillerie=Regiments dem Nachprüfen der drei ler beschäftigt, die alle ngsstück, in dem Welle springen des Provellers is anmontiert. Obwohl ist es möglich, daß eine kann. 1„Köln. Volksztg.“ morKöln auf und wird um eintreffen. Luftschiffer de Caters urt a. M. abgereist, wo wegen der anhaltenden Flüge in Ostende nicht Luftschiff„Republique“ dene Flugversuche in der nordwestlicher Richtung rzeuges ließ nichts zu en Wochen streikenden seraufnahme der Arbeit ärt. Die von ihnen geinden ist ausgeschlossen, kommene Arbeiter beauf der Radrennbahn ein weiteres Menschenus ist gestern abend der Katastrophe erlittenen te Beinbrüche erlitten. te den Tod herbei. chte Versammlung der zarlottenburg und des Schlossereigewerbe, die egen 33 Stimmen am an der gegenwärtigen Schlosser auszusperren, Metallarbeiterverband 1 und einzelnen BauAussperrung in Kraft er Schlosser etwa 6000 beiständen des Fürsten verschiedenen Blättern Reise des Fürsten mitcht derartig ist, daß er rliegt zurzeit im Bett. wiesen, daß der Fürst. nicht in der Lage ist, nicht die Absicht hat, fällte gestern das UrBaronin von Münchgegen ihren Geliebten, ; gegen die Angeklagte fahre Ehrverlust. Ihr fängnis und 3 Jahre Verkehrsministerium der baierischen Staatsßen Wasserkräfte voritzen. Für das Kraftin Betracht die Linie erkehr München=Ganten Wasserkräfte werjehung der russischen ache und wird Mitte hat seine Abreise aus Ergge seines ImmoSchah erklärte sich bevenn man ihm seinen. abwirft. ende Abgeordnete des nach denen das Dorf italienischen Kolonial= eitig aufforderten, das i, die Station gehöre souverneur sofort Beranzösisch=italienischen verhindern. iktion. desche, Heeperstr. 41. er Feiertag, für die für die evangelische er Arbeitsruhe.„Im tung auch des Kartung bestimmt:„Am erwiegend katholischer ie gewerbliche Tätigig) sofern und soweir rner erlaubt. Jedoch bemerkbare oder geGottesdienste gewidsich hier um die beung. von der Stadt n sind, werden hier8 Tagen auf der altung. Busse. ub *••* swacht", Bielefeld. Maldre „Volkswacht“. Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. 181. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Infertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandiung „Volkswacht" Gerisch& Co., Bielesel.. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Bielefeld, Freitag, 6. August 1909. 20. Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Der Generalstreik in Schweden. gr# S## chelm. 5. August. Die Zahl der Streikenden ist auf 250 000 zu schätzen. Davon sind in Stockholm gegen 40000 ausständig. Die Straßenbahner und Fährenheizer in Stockholm haben sofort die Arbeit niedergelegt.— Die Gasarbeiter, die laut Beschluß der Gewerkschaftszentrale nicht am Ausstande teilnehmen sollten, wenden sich mit aller Entschiedenheit gegen die Verlegung von Militär nach den Arbeitsplätzen der Gaswerke. Heute, am 5. August, werden Verhandlungen über die Zurückziehung des Militärs geführt. Falls das Militär nicht zurückgezogen wird werden die Gasarbeiter am Freitag früh die Betriebe verlassen. Die Buchdrucker, die ebenfalls zunächst nicht am Ausstande teilnehmen sollten und beschlossen hatten, sich abwartend zu verhalten, verhandeln bereits über eventuelle Aufhebung des mit den Buchdruckereibesitzern abgeschlossenen Tarifvertrages. Es ist wahrscheinlich, daß auch sie am Sonntag den Ausstand beschließen werden. Die Eisenbahner, die von der Arbeitseinstellung ausgenommen worden sind, haben auf ihrer Konferenz beschlossen, sich solange abwartend zu verhalten, als der Kampf einen rein gewerkschaftlichen Charakter trägt. Sie haben beschlossen, pro Mitglied und Woche einen Extrabeitrag von 5 Kronen an die Gewerkschaftszentrale zu leisten, was pro Woche eine Summe von 175.000 Kronen ausmacht. Auch die Totengräber haben die Arbeit eingestellt. In den Straßen Stockholms haben sich große Menschenmassen angesammelt, die sich aber durchaus ruhig verhalten. Man sieht keine Droschken, nur vereinzelte Transportwagen. Politische Uebersicht. Fürst Bülow, Ehrenmitglied der Evangelischen Arbeiter= vereine. Die Evangelischen Arbeitervereine Deutschlands haben den Fürsten Bülow in ergebener Dankbarkeit zum Ehrenmitgliede ernannt. Folgendes Diplom der Ehrenmitgliedschaft wurde ihm zugesandt: „Seine Durchlaucht, den Fürsten Bernhard v. Bülow, der als vierter Kanzler des Deutschen Reichs fast 9 Jahre lang mit kundiger Hand das Steuer des Deutschen Reichs gelenkt, den Frieden gewahrt, den Nationalwohlstand gehoben, einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen der verschiedenen Stände angestrebt und sich als treuer Freund der christlich=nationalen Arbeiterbewegung, insbesondere unserer Vereine, gezeigt hat, ernennt der in Dankbarkeit Seiner Durchlaucht ergebene Ausschuß des Gesamtverbandes der Evangelischen Arbeitervereine Deutschlands hiermit zum Ehrenmitglied des Gesamtverbandes, worüber wir diese Urkunde ausgestellt haben.“ Bülow, der agrarischste aller Reichskanzler, Ehrenmitglied der Organisation evangelischer Arbeiter. Eine grimmigere Satire hätten die ärgsten Feinde auf diese Christlichen nicht fertigbringen können, als sie damit selbst im dunklen Drange richtiger Selbsterkenntnis getan haben. Reichsvereinsgeseanei, der Versuchung„nicht wi A##### ein Schnippchen zu schlagen. Der Bezirk Gramke des sozialdemokratischen Vereins Bremen wollte Dienstag abend eine Versammlung abhalten, in der ein Vortrag über„Krise und Proletariat“ gehalten werden sollte. Zu der für den Beginn der Versammlung angesetzten Zeit erschien zum größten Erstaunen der Mitglieder auch ein Polizeibeamter. Von dem Versammlengsleiter darauf aufmerksam gemacht, daß die Versammlung keine öffentliche politische sei, zondern eine Mitgliederversammlung, und aufgefordert, das Loral zu verlassen, antwortete der Beamte, daß er im Auftrage seiner Behörde handle und nicht weiche. Darauf wurde beschlossen, die Versammlung zu vertagen und Beschwerde bei der Polizeibehörde einzulegen. Das Reichsvereinsgesetz scheint also für die bremische Behörde nicht zu existieren. Dort wurden vor seiner Einführung die Versammlungen nur sehr selten überwacht, und dann immer die nicht allgemeinen Mitgliederversammlungen. Neu ist aber, daß die Polizei jetzt auch in die kleinen Distriktsversammlungen Beamte entsendet. Zum Gesetze über die deutsche Staatsangehörigkeit ist eine Novelle in Vorbereitung, die voraussichtlich im nächsten Winter dem Reichstage zugehen wird. In der neuen Novelle soll bestimmt werden, daß gemäß der englischen Gesetzgebung Deutsche ohne ihren Willen die Staatsangehörigkeit nicht verlieren können. Die regelmäßigen Konjulatsmeldungen, die bisher für Auslandsdeutsche vorgeschrieben sind, wenn sie ihre Nationalität behalten wollen, sollen also beseitigt werden. Die Erwerbung der deutschen Staatsangehörigkeit durch frühere Deutsche und ihre Nachkommen wird wahrpeinlich erleichtert werden. Eine Million Invaliden= und Altersrentner. Die erste Invaliden= und Altersrentnern in Deutschland ist erreicht. Nach dem Reichsversicherungsamt gab es am 1. Juli dieses Jahres 877269 Invaliden=, 104931 Alters- und 18°819 Krankenrentner zusammen 1001 019 Rentner auf Grund des Invalidenversicherungsgesetzes. Die Alters= und Invalidenversicherung ist am 1. Januar 1891 eingeführt worden, hat also nach 18½ Jahren die erste Million erreicht. vereiug Pnt Behrens und die edangelischen ArbeiterBehrens au:..„Staatsbürgerzeitung“ rechnet der Abgeordnete Vormirie evangelischen Vereinsbrüdern ab wegen der zum#e die gegen ihn aus Anlaß seiner Haltung bei der Beratung der Reichsfinanzreform erhoben worden sind. Er meint, sondern als Parteimann. gisticher Gewerkschaftler, Dann macht er sich über die evangelische Arbeitexpresse her, übel charakterisiert. Er sagt, daß diese Presse Aufgahen in keiner Weise gewachsen sei, daß sie die politische Sagation nicht beherrsche, und daß sie deshalb zu einem gewissen Sauherdenton und dem Allheilmittel aller Beschränkten, der konfessionellen Hetze, greife. „„Man braucht dem nichts hinzuzufügen: Herr Behrens, rief man ihn auch sonst in politischer Hinsicht einschätzen muß doch sicher die ihm nahestehende Presse kennen. Versammlungsrecht im liberalen Bremen. Die bremisch olizeibehörde kann der Versuchung nicht widerstehen, dem mag Ein gemeinjamer Kandidat der Liberalen. Koburg, 5. Aug. Der nationalliberale Kandidat Quarck plädiert in der Tagespresse für einen gemeinsamen Kandidaten der bürgerlichen Parteien und erklärt seine Bereitwilligkeit, zugunsten eines gemeinsamen liberalen Kandidaten zurückzutreten. : Die Freie konservative Vereinigung, die gegründet wurde von ehemaligen Mitgliedern der konservativen Partei, die mit der Haltung der Fraktion nicht einverstanden waren, erläßt soeben einen„Aufruf an die konservativen deutschen Männer". Es wird darin zunächst erklärt, daß alle Versuche, die Haltung der konservativen Fraktion zu rechtfertigen, mißlungen seien. Man wolle nicht offen eingestehen, um was es den Führern eigentlich zu tun gewesen ist sondern arbeite mitVerschleierungen und Verdunkelungen und Beschuldigungen anderer weiter. Dem Bund der Landwirte werden besonders schwere Vorwürfe gemacht, weil er die konservative Sache im Volke aufs ärgste in Mißachtung gebracht habe. Es sei deshalb notwendig, den konservativen Namen wieder zu Ehren zu bringen und eine konservative Volkspartei zu schaffen, die schon lange von vielen klarblickenden konservativen Führern gefordert wurde. Der Aufruf schließt: „Fort mit der Zentrumsfreundschaft, die den staats- und freiheitfeindlichen Ultramontanismus stärkt! Fort mit der Engherzigkeit, die die Sammlung aller nationalen Kräfte bekämpft! Auf zur Förderung des inneren Friedens und friedlichen Wettbewerbs, Stadt und Land, Landwirtschaft und Industrie! Auf zum Kampf gegen die Demagogie und gegen die Verschleierungen der Wahrheit! Wahr, rein, vornehm, in Wahrheit aristokratisch soll unser Wehr und Waffen sein! Das ist konservativ! Das alles in alter Treue, der wie ein Fels das neue Deutsche Reich und unser Kaisertum unwandelbar trägt!", Arbeitspensum des Reichstages. Wie die„Deutschen Nachrichten“ erfahren haben wollen, soll der Bundesrat im September zunächst die Förderung der Beratungen über die Reichsversicherungsordnung betreiben, damit sie dem Reichstage beim Sessionsbeginn— man rechnet mit dem zweiten Drittel des Septembers— sofort vorgelegt werden kann. Der neue Reichsetat soll im Anschluß hieran vorberaten werden; seine Ueberweisung an den Reichstag wird in den ersten Tagen des Dezembers erfolgen. Soweit bisher feststeht, werden auch das Arbeitskammergesetz und das Hilfskassengesetz, die mit der Reichsversicherungsordnung im Zusammenhange stehen, nach erfolgter Umarbeitung dem Reichstage erneut zugehen. Die bei dem Arbeitskammergesetz vorzunehmenden Aenderungen sollen sich an die bisherigen Kommissionsbeschlüsse anschließen. Von Handelsverträgen sind der deutsch=portugiesische und die Verlängerung des deutsch=englischen Provisoriums zu nennen. Die unerledigt gebliebene Strasprozeßreförm wird dem Reichstage unverändert zugehen. Die Fernsprechreform soll dem Reichstage ebenfalls erneut vorgelegt werden, allerdings in abgeänderter Form. Der Grundsatz, die Verwaltung in die Lage zu setzen, die Telephonie so erträglich in ihren Einnahmen zu gestalten, daß sie keiner Zuschüsse bedarf, wird festgehalten und infolgedessen muß eine Erhöhung der Gebühren eintreten. Es soll aber nochmals in Erwägung gezogen werden, ob es nicht möglich sei, die Pauschalgebühren neben der Einzelgesprächberechnung beizubehalten und die Pauschale zu erhöhen. Die Sätze, die hierbei zur Erhebung kommen würden, sollen um etwa 50% gegen die jetzigen Sätze erhöht werden. Für die größeren Ortsnetze würden etwa 275 Mk. zur Erhebung gelangen. Die Gebührenstaffel für den Fernverkehr soll nach der alten Vorlage beibehalten werden; der Kreis der Vororte um die Großstädte, die die Ortstaxe bezahlen, soll dagegen eine Erweiterung erfahren. Im übrigen sind noch eine Reihe kleinerer Gesetzesvorlagen in Vorbereitung. Württemberg und die Reichsfinanzreform. Stuttgart, 5. August. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer gab Ministerpräsident von Weizsäcker zur Stellung der württembergischen Regierung in der Frage der Reichsfinanzreform eine längere Erklärung ab, in welcher er es zunächst begrüßte, daß die württembergische Regierung Gelegenheit gehabt habe, ihren allgemeinen Standpunkt in der Reichsfinanzreform kundzugeben. Die Regierung habe den neuen Steuergesetzen im Bundesrat schließlich durchweg zugestimmt, sie habe nicht anders handeln können. Allerdings sei ihr ausgesprochenes Motiv das gewesen, daß die Regierung sich in einer Zwangslage befunden habe, ohne diese hätte sie sich anders entschlossen, denn aus Passion für die Art und Weise, wie die deutsche Finanzreform erledigt worden sei, habe sie nicht zugestimmt. Nachdem der Ministerpräsident den Standpunkt der württembergischen Regierung weiter dargelegt und die Entwicklung der Angelegenheit zu einer gegensätzlichen politischen Varteisache aufs lebhafteste bedauert hatte, trat er noch der Behauptung entgegen, als habe sich die württembergische Regierung passiv verhalten. Er könne erklären, daß seit Gründung des Deutschen Reiches keine Angelegenheit des Deutschen Reiches die württembergische Regierung in dem Maße beschäftigt und sie zum Einspringen veranlaßt habe, als diese Frage. Die württembergische Regierung werde sich nunmehr überlegen, ob sie ihrerseits die Erbschaftssteuer hervorhole oder hervorholen müsse. Die Lösung der Frage der Besitzsteuern dürfe nicht durchweg als befriedigend bezeichnet werden. Die Regierung bedaure, daß die gesetzliche Bindung der Matrikularbeiträge nicht erreicht worden sei, aber auch der alte Block habe in dieser Frage wenig Entgegenkommen gezeigt. Die Auflösung des Reichstages sei von der Reichsleitung nicht in Aussicht genommen worden. Die neue Reichsleitung habe die württembergische Regierung mit vollem bundesfreundlichem Vertrauen begrüßt. Die Däuenfresser und das Auswärtige Seit einiger Zeit beschäftigt sich die Presse lebhaft mit Außerungen, die der Staatssekretär von Schoen in bezug auf die nordschleswigsche Politik der preußischen Staatsregierung gemacht haben soll. Zunächst hieß es, der Herr Staatssekretär habe dem freisinnigen Reichstagsabgeordneten SpethmannEckernförde gesagt, die Ruhe in Nordschleswig werde weniger von dänischer Seite als durch die agitatorische Tätigkeit des „Deutschen Vereins“, und zwar insbesondere durch den Vorsitzenden dieses Vereins, den Landrichter Dr. Hahn, gestört. Dem Herrn Staatssekretär wurden die Worte in den Mund gelegt:„Schaffen Sie mir doch den Dr. Hahn dort weg!" Dieser ersten Nachricht folgten offiziöse Dementis durch die„Kölnische Zeitung" und durch die„Kieler Zeitung". Die fragliche Unterhaltung des Staatssekretär. v. Schoen sollte nicht mit dem Abg. Spethmann, sondern mit dem freisinnigen Reichstassebgeordneten Dr. Struve= Kiel stattgefunden haben; die auf den Landrichter Dr. Hahn bezügliche Bemerkung sollte nicht gefallen sein.“ Graf Rantzau=Rastorf geht nun in der„Deutschen Tageszeitung“ wütend gegen den Staatssekretär von Schoen los wegen Aeußerungen, die, wenn sie gefallen sind, nur den gesunden Menschenverstand des Staatssekretärs beweisen würden. Der teutonische Graf erklärt: Fest steht, auch nach den obigen Dementis, folgendes: 1. Freisinnige Reichstagsabgeordnete haben den Staatssekretär von Schoen über die nordschleswigschen, dänisch=politischen Verhältnisse befragt. Die Interpellation richtete sich, wie sich aus der Eigenschaft der Interpellanten als Reichstagsabgeordnete ergibt, an den Vertreter des Auswärtigen Amts und nicht etwa des preußischen Ministeriums des Auswärtigen. 2. Der Staatssekretär von Schoen hat die erbetene Aeußerung nicht etwa mit der Begründung als unzuständig verweigert, daß es sich um eine preußische Angelegenheit, und noch dazu um eine innere Angelegenheit, nicht um eine Frage der auswärtigen Politik Preußens, handle. Vielmehr hat der Herr Staatssekretär sich mit offenbarer Schärfe zur Sache geäußert, und er hat, wie auch durch den Wortlaut der offiziösen Dementis bestätigt wird, die Autorität seiner Stellung als Staatssekretär des Auswärtigen Amts für seine Aeußerung eingesetzt. 3. Der Herr Staatssekretär hat sich mißbilligend über das Verhalten des„Deutschen Vereins" ausgesprochen. Insbesondere ist offiziöserseits unwidersprochen geblieben die Mitteilung, der Herr Staatssekretär habe gesagt, daß er in der Art der Agitation des„Deutschen Vereins“ eine Durchkreuzung der Maßnahmen der preußischen Staatsreaierung und eine Erschwerung der vom Oberpräsidenten von Bülow vertretenen Politik erblicke. Das Vorgehen des Staatssekretärs v. Schoen ist sachlich unbegründet, taktisch unglücklich und verfehlt und stellt sich verfassungsrechtlich als eine Ueberschreitung seiner Zuständigkeit dar.“ Offenbar erschreckt durch das Geschrei des grimmen Recken, hat man„oben“ zu Entschuldigungen und„Klarstellungen“ gegriffen. Die immer noch offiziöse„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Einzelne Blätter beschäftigen sich noch immer mit den angeblichen Aeußerungen des Staatssekretärs v. Schoen über den „Deutschen Verein für das nördliche Schleswig". In der „Deutschen Tageszeitung“ nimmt Graf RantzauRastorf unbeglaubigte Wiedergaben zum Anlaß von Angriffen auf den Staatssekretäx des Auswärtigen Amts, dem er sachlich unbegründetes, tattisch verfehltes, überdies verfassungswidriges Verhalten vorwirft. Wir sind nach Erkundigung an maßgebender Stelle in der Lage, festzustellen, wie es sich mit jenen umurittenen Aeußerungen tatsächlich verhält. Während einer Reichstagssitzung in den letzten Märztagen richtete der Abg. Dr. Struve im Namen seiner schleswig=holsteinischen Parteifreunde an den Staatssekretär des Auswärtigen Amts schriftlich drei Fragen, von deren öffentlicher Verhandlung der Abgeordnete mit Rücksicht auf die Geschäftslage des Hauses Abstand nehmen wollte. Zwei dieser Fragen betrafen unstreitig Gegenstände der auswärtigen Politik. Von der dritten konnte dies zweifelhaft sein. Staatssekretär v. Schoen gab dem Abg. Struve mündlich vertraulich Bescheid auf die beiden in sein Ressort fallenden Fragen. Bezüglich der dritten verwies er an eine mehr zuständig scheinende Stelle. Im Laufe der hieran sich knüpfenden Unterhaltung gab der Staatssekretär, angeregt durch eine Bemerkung Struves, dem Bedauern Ausdruck, daß trotz des Optantenvertrages und anderer versöhnlicher Maßnahmen der preußischen Staatsregierung noch immer nicht die erhoffte Beruhigung des nördlichen Schleswig eingetreten sei, eher vielleicht eine Verschärfung der Gegensätze zwischen Deutschen und Dänen. Es sei an der Zeit, daß auf beiden Seiten, zunächst auf dänischer, aber auch auf deutscher, von aussichtslosen Bestrebungen, unfruchtbaren, verbitterten Streiten und Kämpfen Abstand genommen werde, damit die reichen Kräfte des schleswigschen Volkstums in positivem Schaffen zur Entfaltung gelangen. Von dem„Deutschen Verein“ hat der Staatssekretär nicht gesprochen. Hiernach erscheinen die Vorwürfe Rantzaus in allen Punkten als unbegründet. Der römische Stadtrat gegen den Zaren. Rom, 2. August. In der Abendsitzung vom 31. Juli nahm Genosse Della Seta unter großer Aufmerksamkeit der überfüllten Tribünen das Portz, Der Redner hob hervor, daß es nicht ausreiche, sich für S,„Degehung des Jahrestages der italienischen Befreiung vorzubereiten, wenn man nicht aus der Erinnerung der Vergangenheit das Verständnis schöpfe, für die Freiheitskämpfe der Gegenwart. Es nütze nichts, sich an glorreiche Kämpfe zurück zu erinnern, wenn man heute durch schuldiges Stillschweigen es hinnehmen wollte, daß ein mit dem Fluch der Völker beladenes Schiff in italienischen Häfen Gastfreundschaft finde.„Sie wissen alle, welches Schiff ich meine, das des Zaren Nikolaus II., den diplomatische Heuchelei nicht vor dem Abscheu aller Kulturvölker schützen kann.“(Lebhafter Beifall bei den Sozialisten und Republikanern und auf den Tribünen.) Bürgermeister Nathan: „Ich kann nicht gestatten, daß Sie fortfahren.“ Della Seta: „Ich weiß wohl, daß Sie mich unterbrechen müssen, kann mir aber nicht denken, daß Sie in Ihrem Innern anders empfinden als ich. Es ist unsere Pflicht, gegen den gekrönten Mörder zu protestieren, der flüchtig von Meer zu Meer fährt, verflucht von Kultur und Gesittung. Das Volk Europas hat ihm in keinem Staat erlaubt, an Land zu kommen. Die hohe Bedeutung dieser Tatsache kann niemandem entgehen.“ Nathan unterbricht wieder. Della Seta, fortfahrend:„Ich spreche zu allen Parteien, auch die Konstitutionellen, die in der Bedrückung des Vaterlandes Hilfe von anderen forderten, können heute diese Hilfe Rußland nicht verweigern. K.....“ Der Bürgermeister klingelt wiederholt und hebt dann die Sitzung auf. Della Seta verliest den Aufruf, in dem die Russen von der Demokratie Europas eine Solidaritätskundgebung fordern, und schließt mit folgenden Worten: „Was in Rom sozialistisch oder demokratisch empfindet, kann vieser Stimme nicht Gehör versagen. Während das Schiff des Mörders angstgehetzt durch die Meere Europas eilt, entsenden wir vom Kavitol Roms den Helden der Freiheit zu ihrem Kampf gegen den Absolutismus Grüße der Solidarität und Wünsche des Sieges.(Lebhafter Beifall auf den Tribünen! Belgien. Vandervelde nach dem Kongostaat abgereist. Brüssel, 5. August. Der Sozialistenführer Vandervelde hat heute seine zweite Kongoreise angetreten. Vandervelde hat bekanntlich in einam Prozeß die Verteidigung von Missionaren übernommen, on sich gegen Anordnungen der Kongoregierung vergangen hatten. Spanien. . Von der Revolution. Madrid, 5. August.„Gaceta“ veröffentlicht einen Erlaß, der den Loskauf vom Heeresdienst aufhebt, was allgemein als Triumph der öffentlichen Meinung empfunden wird. „Cerbere, 5. August. Es verlautet mit großer Bestimmt#########re, 5. August. Es verlautet mit, großer Bestimmtheut, vaß jur morgen ein neuer Generalstreik in Barcelona zu befürchten stehe. Es ist nämlich eine große Friedenskundgebung geylant und falls diese von der Behörden verhir gedung gepiant und saus biese von den Behorden Verhinderr werden sollte, soll sofort wieder der Generalstreik proklamiert werden. London, 5. August.„Daily Telegraph“ meldet aus Barcelona: Unter der scheinbaren Ruhe glimmt das Feuer des Aufruhrs fort. Die Anarchisten drohen, erneute Konflikte heraufzubeschwören, wenn die Gefangenen in Montjuich nicht freigelassen werden. Die massenhaften Verhaftungen dauern an. Zahlreiche Offiziere und Soldaten desertieren über die franzosische Grenze. Fürkei. Die Jungtürken und die Kreta=Frage. Saloniki, 6. August. Das jungtürkische Komitee setzte als Programmpunkte für ein demnächst abzuhaltendes Meeting folgende Forderungen). V., eriechischen Offiziere den Schutzmächten auf id Beamten von Kreta Krankheits- und Todesfälle. Nach den Rechnungsabschlüssen hat die Kasse im Jahre 1907 bei einer reinen Jahreseinnahme von 3.868 Mk. an Verwaltungskosten 25636,16 Mk. und in Jahre 1908 bei einer reinen Jahreseinnahme von 182679,82 M.. Verwaltungskosten 112 865,76 Mk. aufgewendet. Die Verwal1000 zus#i i Jghre 1907 auf rund 76 ProEmtiegen fest: Das Kabinett muß bei den nernung auer grüechischig Ossiziere und Leamten von i Tdie türkischen Triefmarken wieder einführen, die mau#“#die###schen Briefmarken wieder einführen,, die kurtische Flagge gissen und die Insel durch sechzig Bataiuone besetzen lassen. Falls das Kabinett nicht imstande sei, diese sordem sen: Falls das Kabinett nicht imstande sei, di Folberungen durchzusetzen, möge es abdanren. Das Komitee werde dann aus eigenen Kräften mit Unterstützung der Armee handeln. R. K. Aus dem Intendanturpanama. Aus Petersburg wird aus vom 1. August geschrieben: Die Haussuchungen, die in der Nacht zum 29. Juli im Auftrage des Senators Garin bei einer Reihe von Petersburger Großkaufleuten und zu gleicher Zeit in Kiew, Kasan, Dwinsk, Moskau und Krementschug ausgeführt wurden, haben eine Unmasse von neuem Belastungsmaterial gegen die IntendanturVerwaltung, die Militärämter, die Marineverwaltung, die Grenzbeamtenschaft u. a. zutage gefördert. Insbesondere ist die beim Großfabrikanten N. Alafusow, dem Direktor der zweiten Nussischen Versicherungsgesellschaft, vorgenommene Haussuchung von weittragendster Bedeutung und bildet einen Hauptmoment der so ergeonisreichen Garinschen Senatsrevision. In welchem Intendanturbezirk auch immer diese Untersuchungszskosten stellen sich demnach im Jahre 1907 auf rund 76 Prozent und im Jahre 1n06 ua, und 62 Prozent der reinen Jahreseinnahme. Sie bestehen vorwiegend in Ausgaben für die Bezüge der Vorstandsmitglieder, der Leiter der örtlichen Verwaltungsstellen und der ubrigen Kassenvertreter. Mithin finden die Beiträge der Mitglieder nur zum kleineren Teil zur Erfüllung des Kassenzwecks Verwendung. Die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen bieten keine Handhabe, gegen die Kasse schreiten unverhaltnismäßig hohen Verwaltungskosten einzu Es erscheint aber geboten, das Publikum auf die angeführten Tatsachen hinzuweisen und vor dem Beitritt zu einer Versicherungskasse, die die Beiträge ihrer Mitglieder zu drei Fünfteln zu den Verwaltungskosten verwendet, öffentlich zu warnen. — Polizeibericht. Fahrraddiebstahl. Dem Gemüsehändler H. wurde aus dem Kellerflur des Hauses Ellerstraße 13 vorgestern nachmittag ein Fahrrad, Marke„Columous, entwendet. Vor Ankauf des Rades wird gewarnt. Festgenommen wurden 7 Personen wegen Trunkenheit und groben Unfugs, 2 Personen wegen Obdachlosigkeit, 1 Fürsorgezögling, der aus einer Anstalt entwichen war, und eine Frauensperson wegen Gewerbsunzucht. Acht Obdachlose erhielten im Polizeigefängnis Verpflegung und Obdach. Falsches Geld. Am Montag, 2. d. M., sind in einem Zigarrenladen und an einem Obstverkaufsstande in der Nähe des Bahnhofs zwei falsche Zweimarkstücke in Zahlung gegeben, ohne daß der Verausgaber der Falsifikate angehalten wurde. Die Falsifikate haben auf der Rückseite(Adler) ganz undeutliches Geprage und fühlen sich fettig an. Vorsicht wird empfohlen und um sofortige Benachrichtigung der Kriminalpolizei ersucht, falls ein derartiges Falschstuck an den Mann zu bringen versucht wird. Kleinfeuer entstand vorige Nacht in der Ravensberger Spinnerei, welches nach kurzer Zeit, ohne größeren Schaden anzurichten, durch die städtische Brandwache gelöscht wurde. Diebstahl. Am 4. d. M. wurden in Herford mittels Einbruchs gestohlen: 1 goldene Uhr nebst Kette, 1 goldenes Arm##part Kelhsse Brosche, 1 kleines gelbes Portemonnaie mit "kart Inhalt. Im Deckel der Uhr befinden sich die Buchslven A. K. Sachdienliche Mitteilungen, welche zur Ermittelung der Täter führen können, nimmt die Kriminalabteilung hier entgegen. ihre Forschungsarbeiten gemacht hatte, stets stieß sie auf die Wirksamkeit dieses Geschäftshauses, das die größte Lieserantenfirma Rußlands ist und einen antan=„i und einen jährlichen Umsatz von Tutzenden Deiuionen Ruvein aufweist. Die beschle „„rist.„ Die beschlagnaymten Bücher der Firma Alafusow aber haben die von Garin aus anderen Quellen schon vorher eruierten Daten vollauf bestätigt. Es erweist sich, daß die Alafusows in einer alle ihre Konkurrenten weit übertreffenden Weise das Bestechungssystem n. Sie verfuhren dabei offen und registrierten ie Bestechungsaufwendungen ohne Scheu in ihren Buchern. „Diese Firma, die in Kasan und im Gouvernement Simbirsk zahlreiche Fabriken besaß, bediente durch ihr Petersburger Hauptkontor und durch ein Netz von Provinzagenten Heer und Marine in den verschiedensten Orten des Reiches und lieferte die mannigfaltigsten Stoffe zur Bekleidung und Ausrüstung des Millars. um die ungeheuren Aufträge zu glänzenden Preisen zu erlangen, arbeiteten die Alafusows mit besonderer Sorgfalt innerhalb der Petersburger Intendanturzentrale. Etwa zwei Tage vor jedem Weihnachten und jedem Osterfest pflegte ihr Vertreter Smirnow die hochgestellten Intendanturbeamten in ihren Wohnungen aufzusuchen und ihnen die ihnen zukommenden Bestechungssummen in geschlossenen Kuverts zu übermitteln. Einfacher ging die Prozedur mit den mittleren und untergeordneten Beamten zu. Smirnow pflegte an einem bestimmten Tage direkt nach der Intendanturkanzlei zu kommen, von Mann zu Mann zu gehen oder sie nach dem Tejourzimmer zu rufen und einem jeden Tschinownik sein Paket mit den Worten zu übergeben:„Nikolat Iwanowitsch läßt Sie beglückwünschen und Ihnen diesen Brief senden.“ Smirnow gehörte gewissermaßen mit zur Intendantur und ging dort als gern gesehener Glucksträger aus und ein. Nach dem japanischen Krieg wurde die Art der Bestechungsverteilung etwas verschamter, aber das System blieb das nämliche. War einmal ein Intendanturbeamter außer der Zeit in Verlegenheit geraten, so half die Firma immer freigebig aus und rubrizierte alles fein und säuberlich. Diese gründliche Buchführung nebst den andern dabei beschlagnahmten Dokumenten werden für sämtliche Intendanturämter des Reiches, besonders aber für diejenigen von Petersburg, Moskau, Kasan, Kaukasus und Sibirien geradezu verhängnisvoll. Die Revisionsmitglieder behaupten sogar, daß sie ihre weiteren Eruierungsarbeiten ruhig einstellen könnten, da allein das bei der Firma Alafusow vorgefundene Belastungsmaterial ausreichend wäre, um die Beamten sämtlicher Intendanturverwaltungen des Reiches auf die Anklagebank zu bringen. Liegt aber gerade darin nicht die Gefahr? Wird das Stolypinsche Regiment es wagen, dieses allrussische Panama mit rücksichtsloser Energie einer Sauberung zu unterziehen? Was nützt es, daß in Moskau die Intendanturgenerale Poljakow und Kamenski ihren Abschied haben nehmen müssen, wenn die gesamte andere Beamtenschaft unangetastet bleibt? Und wer weiß, wie lange der wegen seiner Kühnheit in Rußland so gehaßte Garin noch weiter revidieren wird? — Bielefelder Sommertheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Heute ist die Wiederholung des am Mittwoch mit kolossalem Beifall ausgenommenen Schwankes„Der Stammbaum". Am Sonnabend ist eine Doppelvorstellung zu ermäßigten Preisen. Zur Aufführung kommen die beiden zu I gehorenden Lustspiele„Im weißen Röss!“ und„Als ich wieverram“ von Blumenthal und Kadelburg. Spielplan vom 8. bis 14. August: Sonntag:„Mein Leopold“. Anfang 8 Uhr. Montag:„Muttersegen“. Anfang 8½ Uhr. Dienstag:„Der Pfarrer von Kirchfeld". Anfang 8½ Uhr. Mittwoch:„Der Stammbaum“. Anfang 8½ Uhr. Donnerstag: Benefiz Max Caros:„Ich heirate meine Tochter“ und„Charleys Tante“. Anfang 8½ Uhr. Freitag:„Haus Rosenhagen“. Anfang 8½ Uhr. Sonnabend:„Ausgewiesen“. Anfang 8½ Uhr. Die„christliche“ Komödie geht weiter. arbeiterv liche Mitgliederversammlung spricht dem Zentralvorstande sowie den Beamten für ihre aufopfernde Arbeit in dem Abwehrkampf ihren wärmsten Dank aus und ist der festen Zuversicht, daß sie in der über uns nun hereinbrechenden schweren Zeit mit Rat und Tat zur Seite stehen werden. Indes können wir uns mit dem Verhalten des Arbeitervertreters Giesberts durchaus nicht einverstanden erklären und ersuchen unseren Zentralvorstand, alle möglichen Mittel anzuwenden, damit die Fäden, die ihn mit unserer Bewegung verbinden, zerschnitten werden, da es uns nicht leicht möglich ist, mit einem unter ein und der selben Fahne zu marschieren, der ein und derselben Fahne„zu marschieren, d mit zu der Vernichtung unserer Erzstenz hil Soweit hat es der„christliche Tavalarbeiterverband irft.“ ##weit hat es der„christliche Tabakarbeiterverband in Westfalen nun gebracht, daß er sich Vertrauensvoten in Form von Resolutionen ausstellen lassen muß. Bedenklich, sehr bedenklich! Der Wunsch, das zwischen Giesberts und der christlichen Gewerkschaftsbewegung tabula rasa gemacht wird, bleibt aber ein frommer Wunsch. Auf dem christlichen Gewerkschaftskongreß konnte Giesberts noch eine Hauptrolle spiesen. Die Herren Gewerkschaftler haben sich dort noch recht herzlich die Hände gedrückt. Den naiven Hahler Tabakarbeitern wollen wir aber sagen, daß dem Giesberts unter dem Schutze des Zentrums kein Haar gekrümmt werden wird. Der„christliche" Tabakarbeiterverband ist eine Zentrumsgewerkschaft und wird als solche der Ordre des Zentrums parieren müssen. Warum hackt man aber nur auf Giesberts, während der„christliche"— Verbändler— Schack doch auch für die Tabaksteuer gestimmt hat? Von den Christlich=Sozialen scheint man demnach Verräterei als selbstverstandlich zu halten. .. In seiner Nr. 177 vom 31. Juli brachte der„Ravensberger“ fo##ende Notiz: „Eine Tracht Prügel für die Tabaksteuer. Wie uns mitgeteilt wird, soll gestern morgen ein Landwirt in der nächsten Umgebung von hier, wo zahlreiche Zigarrenarbeiter beschäftigt sind, seiner Freude Ausdruck verliehen haben, daß die Tabaksteuer angenommen ist. Er meinte, nun könne er seine Pferde abschaffen und die Zigarrenmacher vor den Pflug spannen. Die Freude soll ihm mit einer tüchtigen Tracht Prugel bezahlt worden sein. Es ist schade um jeden Schlag der vorbeigekommen ist. Uns wird nun mitgeteilt, daß der Verprügelte in Westerenger ein echter Christlich=Sozialer sei. Der Mann son gesagt haben, wenn er Schläge bekomme, müßte Titgemeyer auch weiche bekommen. Na Pront, Herr Titgemeyer! Kündigungen in der Tabakindustrie. Die Firma Paradies in Bielefeld kündigte ihren sämtlichen Arbeitern, ebenso die Firma Isaaksohn in Bielefeld und Enger. Versammlungen. Sonnabend, 7. August. * Gütersloh, 5. August. Rechtsauskunft. Sonntag, 8. August, von morgens 9—11½ Uhr, im Lokale des Herrn 4gust, von Kruu, Berlinerstraße. * Falkendiek bei Herford, 5. August. Am Sonntag, 8. August, feiert der Arbeiter=Turnverein„Eintracht“= Falkendiek sein Gründungsfest in der Lokalitäten und Zelten des Gastwirts C. Stille. Verein, 11. Bezirk. Die Parteiersucht, sich Sonnabend, gleich nach bei Tuxhorn zur Parteiarbeit einzuft Bielefeld. Soziald. genossen werden Feierabend finden. — Schmiedeverband. — Freie Turnerscha Abends 8½ Uhr. Gütersloh. Soziald. Verein. Klau. Rehme. Soziald. Verein. Abends 9 Uhr bei Röbke. Südlengern. Arb.=Radfahrer=Verein„Stahlrad“ Abends 9½ Uhr bei Busse. Eidingkgzien. Panteigenossen. Abends 9 Uhr bei Bielefeld, Abt. Westfalia. Abends 8½ Uhr bei in„Eintrac 5 Ven Eorantaten und des Eastwills E. Ennt. Die Arbeitervereine, sowie Freunde und Gönner der Arbeiter=Turnbewegung werden gebeten, den Verein durch Massenbesuch zu unterstützen. Der Zar in Aengsten. London, 5. August. Eine Ueberraschung wurde gestern nachmittag der Zarenfamilie bereitet, als plötzlich gegen 2½ Uhr ein Ballon uber dem„Sollent" reuzte. Ob diese Ueberraschung eine angenehme war, wird nicht gesagt. Bei den Offizieren auf den Patrouillenbooten in der nachsten Nähe der Jacht„Standard“ erregte die Erscheinung jedenfalls große Bestürzung. Sofort wurden Nachforichungen angestellt, und die Unruhe blieb bestehen, bis gemeldet wurde, die Luftschiffer seien in Cowes gut bekannte Leute. in Rehme. Empfangnahme der Flugblätter. Sonntag, 8. August. Bielefeld. Transportarbeiterverband. Vormittags 10 Uhr in„Stadt Bielefeld". Brackwede. Schmiedeverband. Vorm: 10 Uhr im Vereinslokal: Vortrag des Genossen Pauler über„Die Kultur“. Nachmitags 145 Uhr.* nverein„Frisch Auf' Brake. Verein„Arbeiter=Kasino". Vorm. 9½ Uhr im Vereinslokal. Oeynhausen. Gew.=Kartell. Vorm. 9½ Uhr. Rehme. Parteigenossen. Vorm. 9 Uhr bei Röbke. Antreten zur Flugblattverbreitung. Holzarbeiter=Verband. Vorm. 9 Uhr bei " Nubel: Vortrag des Gauleiters Fr. Woltmann=Hannover. Besenkamp. Tabakarbeiterverband. Nachm. 6 Uhr bei Günther in Hüffen. T.=O.:„Die Tabaksteuer und die 4 Millionen Entschädigung". Oetinghausen. Soziald. Verein. Nachm. 4 Uhr bei Düsdicker. Minden. Gew.=Kartell. Vorm. 9½ Uhr in der„Zentralhalle“. Burgsteinfurt. Komb. Gew.=Versammlung. Vorm. 11 Uhr. Aus der Stadt und Nachbarschaft. Deutscher Tabakarbeiterverband. Anfalge einer 9.: d. Gan. . Jufbig“, einler Reihe von Anfragen betreffend des Uebermitts christlich organisierter Tabakarbeiter weise ich darauf hin, daß dieses geschehen kann unter Anrechnung ihrer sämtlichen im christlichen Verbande geleisteten Beiträge und sofern stige Einwände gegen den ie#... * Bielefeld, 6. August. Gröhg#.,#ewerbegerichtswahlen. Die Neuwahlen für die mit ### September d. J. ausscheidenden Mitglieder des Gewerbegerichts sind für die Arbeit nehmer auf den 22., 23. und 24. bestimmt, die Phaßt. als Pobllokal ist das Konzerthaus s##t wayrt täglich von 12 Uhr mittags bis Zie arbeit geber wählen am 25. September, vormittags ,##.# 10 bis 12 Uhr Im Sitzungssaal des Gewerbe##r#schts. Von den Arbeit nehmern scheiden 9 Mitglieder so daß im ganzen 10 Mitgliehern an a Ppahl vorzunehmen, #zver zu wählen sind. Arbeitgeber scheiden 9 aus. Die Wahl erfolgt nach den Grundsätzen der Verhältniswahl, die Vorschlagslisten, von je 20 Wählern unterschrieben, müssen bis zum 1. September d. J. bei der Gerichtsschreiberei des Gewerbegerichts eingereicht sein. Jede Liste muß ausdrücklich einen für weitere Verhandlungen bevollmächisten Vextreter bezeichnen.(Siehe Belanntmachung in heutiger — Arbeiter=Jugend. Nachdem jetzt günstige Witterung eingetreten, findet Sonntag, nachmittags 2½ Uhr, wieder eine Zusammenkunft auf der Ochsenheide statt. Es darf wohl erwartet werden, daß die Jugend sich besonders zahlreich einfindet, Einranbe gug hen Uebertrilt vorgepracht werDer Gauleiter: W. Schluter. — Die„Deutsche Kranken=Unterstützungskasse“ in Kassel die unter dem 4. Februar 1907 als„Eingeschriebene Hilfskasse“ zugelassen wurde und deren Tätigkeit sich über das Deutsche Reich erstreckt, bezweckt nach ihrem Statut die gegenseitige Unterstützung ihrer Mitglieder und deren Angehorigen fur Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Teckleuburg=SteinfurtAhaus Sonntag, 1. August, in Burgsteinfurt. am Vertreten waren die Ortsgruppen Ahaus, Burgsteinfurt und Rheine, der Kreisvorstand und der Bezirkssekretär Klingenhagen. Den Bericht des Vorstandes über seine Tätigkeit nahm die Versammlung mit Befriedigung entgegen. Der Kassenbericht weist an Einnahme im 1. Halbjahre inklusive des Kassenbestandes von 72,41 Mark vom 31. Dezember 1908 auf 224,06 Mark; an Ausgabe 147,26 Mark. Mithin ist ein Kassenbestand von 76,80 Mark vorhanden. Dem Kassierer wurde Decharge erteilt. Die Mitgliederzahl des Vereins beträgt 152; davon haben die Ortsgruppen Burgsteinfurt 76, Rheine 68(darunter 1 weibl.), Ahaus 4 und Borghorst 4 Mitglieder. .„Unter Punkt„Agitation und Organisation“ wurde beschlossen, mit der Vervreitung des Flugblattes„500 Millionen neue Steuern“ eine rege mündliche Agitation zu verbinden. Als Reichstagskandidat wurde Genosse Wilh. Ran Lm sirturze, wiedergewählt. Die bisherigen Vor Feld jun., Bernh. Hollmann, Wilh.,„Ribbrig, Joh. Wahlbring und Alex Kerkhoff wurden evenlaus wieder gewählt. beten, e. Detmold, 5. August. Stadtverordneten sitzung. Durch den Unfall des verstorbenen Stadtv. Rechtsanwalt Schulz hat sich der Magistrat veranlaßt geseyen, die Baupolizei-Verordnung dahingehend, zu andern, daß sich die Revision auch auf die innere Einrichtung der Häuser erstreckt.— Zu Schiedsmännern gewahlt werden die Herren, die die Aemter seit Jahren inne haben, nur für zwei durch Fortzug erledigte Stellvertreter werden die Herren Korf und Töberich gewahlt.— Der Verkauf eines Grundstücks am alten Postwege wird in zweiter Lesung genehmigt, ebenso der Verkauf eines Grundstücks neben der Post an den Reichspostfiskus für 27533 Mk. inkl. Straßen= und Kanalbaukosten. In den Vertrag wird ausgenommen, daß der bis 1. April 1910 ohne weiteres vom Kauf zurücktreten kann.— Der Kostenanschlag der Brücke uber den Muhlenkan al in der Wiesenstraße beschäftigte erneut das Kolleg, weil die Rentkammer sich mit dem aufgestellten Kostenverteilungsplan nicht einverstanden erklären will. Der Magistrat hat einen Plan aufgestellt, nach dem die Kosten der Brücke, 4680 Mk., von den Interessenten folgendermaßen aufgebracht werden sollen: Rentkammer 3500 Mk., Evang. Jünglingsverein 760 Mk., Kath. Schulgemeinde 420 Mk. Das Kolleg stimmt dem zu. Stadtv. Schmidt bringt zur Sprache, daß der alte Fußweg von der Bruchstraße bis zur Lageschenstraße, der jetzt nur noch teilweise vorhanden ist und auch die Wiesenstraße kreuzt, der Stadt gehöre und nicht teilweises Eigentum der Rentkammer sei, wie jetzt andenommen werde. Nach längerer Debatte beschließt das Kolleg auf Antrag des Stadtv. Kettmann, den Magistrat zu ersuchen, Erhebungen darüber anzustellen, wer Eigentümer des alten Fußweges ist.— Ob ein Um= oder Neubau der höheren Mädchenschule ausgeführt werden soll, darüber unterhielten sich die Stadtväter wieder einmal recht ausführlich und überwiesen einen Kostenanschlag und Plan des Stadtbaumeisters für einen Umbau, der die Summe von 107253,30 Mk. vorsieht, der Baukommission, die unter Hinzuziehung des Stadtbaumeisters und des Vorstandes der hoheren Mädchenschule die Sache prüfen soll.— Eine Taxe für Wagen, die der Personenbeförderung dienen, hat der Magistrat zur Genehmigung vorgelegt, um bei der kommenden Neunzehnhundertjahr feier zu verhüten, daß von einzelnen Hauderern die Fremden übervorteilt werden, wie es nach Mitteilung des Magistrats bei dem Besuch der Pankgrafen gescheyen ist. Die Stadtverordneten sind aber mit dem Entt einverstanden und willigen nach längerer Debatte dem Intrafttreten der Taxe nur vorläufig zu. Es soll diese Taxe nach der Neunzehnhundertjahrfeier revidiert werden. — Stadtv. Fröhlich regt an, der Magistrat möge eine Verordnung erlassen, daß das Anvringen großer Plakate an den Häusern vervoten sei. Veranlaßt dazu ist der Stadtverordnete durch ein Plakat der Sinalko A.=G. Franz Hartmann, das an einem Hause der Hermannstraße angebracht ist. * Bückeburg, 4. August. Beamtengehälter. Wie in Beamtenkreisen verlautet, hat das Fürstl. Ministerium die Abbei der nächstjährigen Tagung des Landtages das schon in Aussicht gestellte Beamtengesetz betr. Besoldung der Beamten einzubringen. Die Gehälter der Beamten wurden erst vor aufgebessert. Hoffentlich laßt es der Abschluß des nächstjährigen Etats zu, die Wünsche der Beamten, auch die der Volksschullehrer, zu berücksichtigen. Wenn man auch den Beamten eine Gehaltsaufbesserung nicht mißgönnt, so muß man doch hierbei an die Arbeiter denken, die sogar brotos sind. erhalten, sondern stellnweise * Obernkirchen, 4. August. Mit der Bierpreissind hier verschiedene Wirte, bei denen vornehmverkehren, nicht zufrieden. Mit Rücksicht auf ihre Gäste wollen sie das Bier zum alten Preise verzapfen. Fu.kenschaftsorwegung. Zum Streik der Kieler städtischen Arbeiter. Nachdem die Versuche, den Magistrat zu Verhandlungen unter unparteiischer Leitung zu bewegen, gescheitert sind, wurde am Dienstag eine Kommission der ihm über die zu beraten. D aufnahme der alten Rechte gedie Ofenarbeite wirklicht. Bez stundentages un aber jetzt keine Grund des Str gemacht werden Die Streiker Vorschlägen des strat folgende 9 „Die Versar gistrats, wonach aufnahme der Achtstundenschick in den städtische mit den in kür über die Einfü Wechselschicht st Lohnfrage in T Ausfall der vr Stadtverwaltung zahlung eingefü die Streikenden wieder aufzuneh Die Resoluti Der Magisti folgendes beichle 1. Die Einfü ab wird seitens werden. Sonsti 1. April 1910 n 2. Eine gene beiter zum 1. A. lich der bevorste fung, ob an ein gleichung bedürf 3. Die Einfü Neu ein Kieide Glosent.. „Abeinlanelle, nul Neu ein Biser O weiss und b extra Enorm Sallien in Hemden, Bei jacken, Untertail röcken, ausgebog Enorm 1 aus reinem Li 1 Pe Sehe für Damen in vielen Fasso durchweg bessere 1 grosse vüeh No reich 5 in grün Kaufn bie unerreicht die geht weiter. g des„christlichen" Tabakrde folgende Resolution been einberufene außerordentht dem Zentralvorstande fernde Arbeit in dem Ab's und ist der festen Zuverhereinbrechenden schweren hen werden. Indes können rbeitervertreters Giesberts ten und ersuchen unseren lichen Mittel anzudie ihn mit unserer chnitten werden, da ist, mit einem unter zu marschieren, der erer Existenz hilft.“ " T a b a k a r b e i t e r v e r b a n d i n Vertrauensvoten in Form muß. Bedenklich, sehr beGiesberts und der christrasa gemacht wird, bleibt ichristlichen Gewerkschaftseine Hauptrolle spielen. ich dort noch recht herzlich rn wollen wir aber sagen, e des Zentrums kein Haar iche" Tabakarbeiterverband vird als solche der Ordre arum hackt man aber nur tliche"— Verbändler— gestimmt hat? Von den nach Verräterei als selbstRavensberger“. rachte der„Ravensberger“ abaksteuer. Wie uns mitLandwirt in der nächsten Zigarrenarbeiter beschäftigt hen haben, daß die Tabaknun könne er seine Pferde oor, den Pflug spannen. igen Tracht Prügel bezahlt n Schlag der vorbeigekomr Verprügelte in Westerzialer sei. Der Mann komme, mußte Titgemeper derr Titgemeyer! abakindustrie. elefeld kündigte ihren Firma Isaaksohn in sauskunft. Sonntag, r. im Lokale des Herrn Am Sonntag, 8. August, erein„Eintracht"= in den Lokalitäten und ie Arbeitervereine, sowie urnbewegung werden gech zu unterstützen. erordneten sitzung. dtv. Rechtsanwalt Schulz ßt gesehen, die Bauzu andern, daß sich nere Einrichtung der nnern gewählt werden ren inne haben, nur für reter werden die Herren der Verkauf eines wird in zweiter Lesung rundstücks neben der Post Mk. inkl. Straßen= und d aufgenommen, daß der 's vom Kauf zurücktreten er Brücke über den e beschäftigte erneut das dem aufgestellten Kostenklären will. Der Maach dem die Kosten der ten folgendermaßen auf3500 Mk., Evang. Jüngide 420 Mk. Das Kolleg gt zur Sprache, daß der zur Lageschenstraße, der nd auch die Wiesenstraße teilweises Eigentum der i werde. Nach längerer g des Stadtv. Kettmann, darüber anzustellen, wer — Ob ein Um= oder schule ausgeführt werstadtväter wieder einmal Kostenanschlag und Plan u. der die Summe von ission, die unter HinzuVorstandes der höheren Eine Taxe für irderung, dienen, hat egt, um bei der kommenr zu verhüten, daß se Fremden überh Mitteilung des r Pankgrafen gesind aber mit dem Entwilligen„nach längerer ir vorlaufig zu. 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Bezüglich der allgemeinen Einführung des Neunstundentages und der Verbesserung der Lohnverhältnisse könnten aber jetzt keine bestimmten Zusagen gegeben werden, da auf Grund des Streiks überhaupt irgend welche Zugeständnisse nicht gemacht werden würden. Die Streikenden und Ausgesperrten beschäftigten sich mit den Vorschlägen des Magistrats. Es wurde beschlossen, dem Magistrat folgende Resolution zur Zustimmung zu unterbreiten: „Die Versammelten vertrauen den Zusicherungen des Magistrats, wonach den Streikenden und Ausgesperrten bei Wiederaufnahme der Arbeit ihre alten Rechte gewahrt bleiben, die achtstundenschicht für Ofenarbeiter, Brückenleute und Kesselheizer in den städtischen Betrieben ab 1. April 1910 verwirklicht wird, mit den in kürzester Zeit neuzuwählenden Arbeiterausschüssen über die Einführung des Neunstundentages für die Lohnfrage in Verhandlung ein Ausfall der vorzunehmenden t spicd. wird. er vorzunehmenden Abstimmut Sschnge gruegten Arbeitern die nicht in Regelung der streten wird, und je nach dem Abstimmung unter den bei der dtverwaltung beschäftigten Arbeitern die wöchentliche LohnZahlung eingeführt###. Unter diesen Voraussetzungen sind die Streitenden und Ausgesperrten bereit, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen.“ Die Resolution wurde dem Magistrat unterbreitet. Der Magistrat hat nun in seiner Sitzung vom 5. August folgendes beschlossen: 1. Die Einführung der Achtstundenschicht vom 1. April 1910 ab wird seitens des Magistrats nur für die Ofenheizer beantragt. werden. Sonstige Verkürzungen der Arbeitszeit sind für den 1. April 1910 nicht zu erwarten. 2. Eine generelle Erhöhung des Lohnes der städtischen Arbeiter zum 1. April 1910 kann nicht zugesagt werden. Gelegentlich der bevorstehenden Etatsberatungen erfolgt aber eine Prüfung, ob an einzelnen Stellen die Lohnverhältnisse einer Ausgleichung bedürfen. 3. Die Einführung der wöchentlichen Lohnzahlung soll spätestens am 1. Aprik 1910 erfolgen, jedoch unter der Vöraussetzung, daß bei Abstimmung in den vereinigten Arbeiterausschussen sich für die Einführung eine Mehrheit ergibt. 4. Unter der Voraussetzung, daß seitens der früheren Arbeiterschaft der Streik öffentlich für erledigt erklärt wird, wird eine Wiedereinstellung der alten Arbeiter in die noch nicht endgiltig besetzten Stellen erfolgen und zwar durch den Magistrat nach Anborung der Betriebsleiter. Berücksichtigt werden nur diejenigen Arbeiter, die sich vor Beginn und im Verlaufe des Streiks vorwurfsfrei geführt haben. Die Wiedereinstellung erfolgt wie die von neueingestellten Arbeitern. Doch soll eine Wiedereinsetzung in die alterworbenen Rechte und sonstigen Vergünstigungen, wie der letztgezahlte Lohn, Fortzahlung des Lohnes in Krankheitsfällen, Urlaub, Urgehalt, Hinterbliebenenversorgung usw. am 1. April 1910 erfolgen, wenn bis dahin die mit dem Streik verbundenen Arbeitsstörungen und sonstigen Ausschreitungen sich nicht wiederholt haben. Im übrigen wird von den einzelnen wieder eingestellten Arbeitern eine einwandfreie Führung vorausgesetzt. Eine kündigungslose Entlassung hat der Arbeiter namentlich, dann zu erwarten, wenn er sich der Belästigung von Arbeitswilligen schuldig macht. Es braucht wohl nicht erst gesagt zu werden, daß die Arbeiter diesen Beschluß des Mag'strats wie eine Verhöhnung ihrer Forderungen auffassen. Die Streikenden werden zu der Antwort des Magistrats Stellung nehmen und hochstwahrscheinlich vom Magistrat gestellten Bedingungen ablehnen. Streib dauert entgogen der gestrigen Moldung die Der Streit verändert fort. bauert enigegen der gestrigen Meldung also unKöln, 6. August. Noch ist die Voruntersuchung in dem großen Aktendiebstahls= und Bestechungsprozeß gegen den Rechtskonsulenten Rosenbaum und einer Anzahl von Schutzleuten und Gerichtsbeamten nicht abgeschlossen und schon ist die Behörde einer neuen Bestechungsaffäre auf die Spur gekommen, in der zwei Schutzleute verhaftet wurden. Es handelt sich um Bestechungen von Beamten in einem großen Spielerprozeß. 7ia Pölr 5.,„ August. Bei dem ungewöhnlichen Andrang anläßlich der untunst des H. 2 hat sich ein bedauerlicher Unglücksfall ereignet. Die Gattin eines Goldwarenhändlers, die im Hauptbahnhof den bereits im Gang wollte, kam zu Fall und ein Rad des Wagens gin#### über Drust, so daß Fie auf der ben Zug noch besteigen ll und ein Rad des Wagens ging ihr 1, Jo daß sie auf de. Stelle tot, war. " Berlin, 6. august. Nach dem Genuß von Rouladenfleisch sind im Vorort Rummelsburg 9 Personen an Vergiftungserscheinungen erkrankt. Bei einer Person verschlimmerte sich der Zustand derart, daß sie in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Danzig, 6. August. Nach längerer Untersuchung ist es der Berliner Kriminalpolizei gelungen, in der Kaiserlichen Werft Unterschleife zu entdecken. Bisher wurde der Werftbuchführer Ewert verhaftet. Auch wurden in einem Werftmagazin auf dem Holm verschiedene wertvolle Gegenstände, Materialien usw. verneat aufgesunden. Die betrügerischen Manipulationen wurden in der Weise vorgenommen, daß die Waggons mit mehr Kupferund Eisen abgingen, als sie deklariert waren. Petersburg, 6. August. Ueber die neue, endgiltige Vereinbarung zwischen der neuen persischen Regierung und dem gestürzten Schah, die jetzt unterzeichnet worden ist, werden folgende Einzelheiten gemeldet: Der Schah erhält von der persischen Regierung eine lebenslängliche Rente von 150000 Rubeln jährlich, solange er im Auslande lebt. Der Schah hat sich durch Unterschrift verpflichtet, bis spätestens zum 15. August d. J. Persien für immer zu verlassen. Alle dem Staat gehörigen Wertsachen werden vom Schah ausgeliefert. Außerdem wird die Regierung drei Millionen Rubel von den Freunden des Exschahs beitreiben, um die Privatanleihen, die der Schah auf ihr Risiko gemacht hat, zu decken. Damit sind die Geldfragen, die sich an den Thronwechsel knüpften, gelöst. " London, 6. August. Der Dampfer„Maori“ ist auf der Fahrt von Kapstadt bei Neu=Seeland vollständig untergegangen. Die Mannschaft bestand aus 60 Mann, von der nur ein Teil gerettet worden ist. Newyork, 6. August. Der Senat nahm die Tarifbill mit 47 31 Stimmen an. Sieven Republikaner stimmten daPräsident, Taft brach teilweise selbst die Opposition der gegen gegen. Präsident westlichen Repuolikaner. mittag unverzeichnet. Taft hat das Tarifgesetz gestern nachVerantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. HachMam Pig. bringt von heute ab und grösste Schlager! Neu eingetroffen: Kleiderstolte gtösstenteils reine Wolle, hochelegante nusenllanelle, nur letzte Neuheiten:: durchweg jeder Meter Neu eingetroffen: Siber-Bottücher weiss und bunt, 2 schläfig, extra schwer= durchweg jedes Stück Enorm billig. Ballenwasche in Hemden, Beinkleidern, NachtJacken, Untertaillen und Anstandsröcken, ausgebogt mit Volant Stück Neu eingetroffen: in verschiedenen Farben durchweg jeder Meter Neu eingetroffen: in eleganten Ausführungen, mit Einrichtung, alle Farben durchweg Stück Enorm billig! 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Ueber die Agi Es wurden verbi Regiment, 30.000 Maifeier. Außer Exemplare des„9 Ferderungen der Eit=Zeitungen vei Broschüren zur T schüren über ,„D kratie“, die den Vereinskasse hatte 27529/11 Mark, 1 übersteht. Die Mitglieder feld 2035 und in in Elberfeld 1860 am Schlusse des organisiert. Der der Krise zu setzen. jahres etwa 625 de des Jahres gestie Barmen organisie Die mündliche wurden 600 bei stimmungslisten de gleicher Gelegenhe zugeführt und eben Die Zentralbib 1. August 1908 bis genommen. Der? den bedeutend erwe Bücher angeschafft! in der Zeit vom 1. geliehen wurden ir Vorjahre, in Bar große Arbeit des Jahre in Elberfeld besorgt und vom 1. noch von je 2 Bib karinnen anzustelle Jugend nicht mehr an dem schulfreien Bibliothek zu geher Die Kreisgene Schleusingen= Ziege Delegierte aus 16 vorsitzenden Genos zu entnehmen, daß jahres(1. Juli) 12 weiblichen, insgesan lich auf den Kreisve liche) Mitglieder en jahres betrug die also eine Zunahme der Bestand von 11 meindevertreter bet öffentliche Volksve größeren Orten kon Kriegervereine und Kassenbericht„schlie 4390.99 Mark Ausg Nach ausgiebigen ein Antrag des Ger angenommen, der d schaft mit den loka Jugendausschüsse e tralstelle für die ar gunsten der jugend! ebenfalls vom Genc Prozont Russte vergüten wir bis auf weiteres bei Barzahlung auf Schamwaren Touristen-Schuhe! Strand-Schuhel Reise-Schuhel in unerreicht grosser Auswahl und zu billigsten Preisen. Sämtliche Neuheiten für die Sommersaison. Grösste Haltbarkeit!— Bequeme Formen! Massanfertigung unter fachmännischer Leitung. Miederfagen der Schundbrik„Weshund, Meger& Se., deren Fabrikste preisgekrönt mit der goldenen Medaille! „Künod-Kaus Niedernstrasse 26 Telephon 166. Gehrenberg 4 Telephon 807. Gütersloherstrasse 33 Telephon 1130. Herforderstrasse 101 Telephon 9. Hotojeia, Obernstl. 99. Infolge günstiger Abschlüsse in Baumwollwaren gelangen hierin grosse Posten aussergewöhnlich billig zum Verkauf. Roman ebenfalls eine Flasch schenkte,„was zu m „Wie's trifft,“ al Stelle finden, mag Gold in der Nachbar graben und waschen, „Apropos, wasche wenig interessierte, s enn es da nicht! nir nicht Waschfrau „Paschfrau, Herr nicht? Wir haben aus wie bei uns zu lassen, so fragen Siin jedem Zelte werde das wohl besorgt.“ „Danke,“ sagte de voll, ohne jedoch das „Aber es sind di finden,“ fuhr Lambei die hiesigen Minen slcherdings, sagt 5#5. Flat arbeiten, sol haben Mexikaner schö ein paar gute Plätze „Ich will Ihnen und warf dabei so b hinüber, daß Lamber Folge zu leisten. Hof sich wahrscheinlich schi gstrieben, etwas Aubisgtiek gar nicht, u blicklich wieder aus u (Gulch, Bergbach) is dagegen im conträr is und nun können Sie „So?“ sagte Bindeinmal. Lamberg. de „Lamberg tat, als Erbe schien aber ihrer da nichts weiteres ge „Ja— und die ge wenigen Worten besc prima Bleiche 80 cm breit doppelte Breite zu 50/110 feine Qual. Gresse vestel Bähtielr-Euschef gelangen von heute ab zu enorm billigen Preisen zum Verkauf. Günstige Gelegenheit beim Einkauf sämtl. Aussteuer-Artikel. Nr. 181. O O* Bielefeld, Freitag, 6. August 1909. Parteinachrichten. 20. Jahrg. se fit de al de listneche Migliadker aunr id eisie. osen=Shlunge Finssctigkeit verdienen Erwähnung die Arbeitsstellung des Lehrkurse des Genossen Rühle sowie die Auf## ins ves neuen Reichstagskandidaten(Genosse Fritz EbertEs woürben verhreiteg a geben folgende Zahlen Aufschluß: Regiment, 300/0 zur Gea0) Ilugblätter wider das persönliche Maifeter. Außerdem... 1 Exemplare des„Morgenrgt. 2. Agitationskalender, 118000 Forderungen der Sazsenr““ 6000 Broschüren:„Grundsätze und der Sozialdemokratie“ und die gleiche Anzahl MaiBroschüren zur Weiterbildung. einerer schüren über Die technisgu d Junktionäre und 1000 Bro„Die lechnischen Beamten und die SozialdemoFarzsug die den technischen Beamten per Post zuging. Die 27 599 1 10 5.4tt im Berichtsjahr eine Einnahme in Höhe von sbersteht, Prark; der eine Ausgabe von 24 794,55 Mark gegene lb 903 sithiea betrug im Anfang des Jahres in Elberin Elberfeld 1860 und in“ Genossen, am Jahresende waren am Schlusse des a# z: Barmen, 2260 Genossen organisiert; am Schlusfe des Jahres, sind, also insgesamt 4120 Genossen der Prise zu jetzen.“ Fengsige Mitgliederverlust ist auf Konto des Jahres gestiegen, Hapen bei idre Zahl ist auf 775 am Ende Bargen organisert. uon nd 370 in Elberselbd und 366 in wurden 6acd Ke; Aeitatiog brachte 1200 Neuaufnahmen, davon ### einer Hausagitation auf Grund der Abdlescher Gelegenbeit depten Landtagswahlen gewonnen und bei Gelegenheit der„Freien Presse“ 300 neue Abonnenten zugeführt und ebenso die Auflage des„Morgenrot“ gesteigert! Augubte nags histh sk. Elberfeld=Barmen hat in der Zeit vom 1.August 1908 bis 1. Juni 1909 einen erfreulichen Aufschwung genommen. Der Bücherbestand ist durch große Neu=Anschaffungen bedeutend erweitert: im ganzen wurden für 3000 Mark neue Bucher angeschaftt!„Die Benutzung der Bibliothek gestaltete sich in der Zeit vom 1. August 1908 bis 1. Juni 1909 wie folgt: Ausgeliehen wurden in Elberfeld 11612 Bände gegen 7633 im Vorjahre, in Barmen 8457 Bände, im Vorjahre 4163. Die große, Arbeit des Bücherausleihens wurde im vergangenen besorgt und von 1. Mär“ Barmen von 10 Bibliothekaren noch von je 2 Bibligtheka.900 ab, bauptsäiglich für die Jugend, noch von je 2 Bibliothetarinnen. Die Einrichtung, Bibliothewar deshalb angebracht, damit die Jugend nicht mehr spät abends ihre Bücher holen muß, sondern Siclsgicet a-geben e eit hat, in die Schleusingere Zengxattgh zmmlung des Wahlkreises Erfurt. Schleusingen- Ziegenrug fand am Sonntag in Suhl statt. 42 borscenden u.18 Orten nahmen an ihr teil. Dem vom Kreiszu entnehmen daß der Kireibrfurt erstateten Jahresbericht ist jahres(1 Jul: u. Fr.grre isverein am Schlusse des Geschäftsweiblichen, Insgesam 16%6 männlichen und 267 lich auf den Preisnarart. Pitsliedern zählte, von denen freiamites##invtot Erfurt allein 1259(darunter 171 weibglieder entfallen. Am Schlusse des vorigen Berichtsjahres betrug die Mitgliederzahl im Kreise nur rund 1700; es ist der Gestand von 1807 mieder errescht su verzeichnen, wodurch der Gestand von 1907 wiever erreichtist. Die Zahl der Gegseindevertreter, beträgt 22. Im Kreise wurden insgesamt 43 liche Volksversammlungen abgehalten. In mehreren größeren Orten konnten keine Versammlungen stattfinden, weil u„Reichsverband es zu vereiteln wußten. Der 433999 Mark Ausgabe. 4 nit 471147 Mark Einnahme und in umausgiebiger Debatte über den Vorstandsbericht wurde angenommen. dar die- Perlin(Kandidat des Kreises) schaft mit denen Parteiorganisatignen in GemeinJugendaussch loigten, Gewerkschaftsorganisationen auffordert, ralftesse firse einzusetzen und in Verbindung mit der Zenaunsten Zeur die grbeitende Jugend eine rührige Agitation zusherfästa jugendlichen Arbeiter zu entfalten. Ein zweiter, Is vom Genossen Schulz gestellter Antrag, der die Anstellung eines Parteisekretärs für den Wahlkreis Erfurt=Schleusingen=Ziegenrück für dringend notwendig hält, und den Kreisvorstand beauftragt, die notwendigen Schritte hierzu in die Wege zu leiten, wird ebenfalls angenommen. Zum Parteitag in Leipzig wird ein von Suhl gestellter Antrag angenommen: den Beschluß des Nürnberger Parteitages betreffend Abgabe des Tagesverdienstes der Partei=- und Geberch-rbeitsruten auisre. sowie derjenigen Genossen, welche Wlühe in ihrem Einkommen nicht geschädigt werden, zufzuheben, Ein weiterer von Erfurter Genossinnen gestellter weiblich: Mitzliehzeto wvolle die jetzt bestehenden Rechte der ebens sasfsen, wioh Antrag der Sohler geve nsalls angenommen. Desgleichen ein sion für den Kreis Schleustann iu....ommisür durch die Kreiskasse aufzerkhezuge ede und die Mittel hier"„ dir Kreislasse, aufzuoringen. Die Kreisleitung wird beauftragt, eine Zentralisation der Bildungsausschüsse und daarsch, zimn grehseichst einheitliche Organisation der Bildungs. herbeizuführen. Zum Kreisvorsitzenden wird Genosse Ritz=Erfurt, zum Vorort Erfurt wiedergewählt. Die Konferenz des Wahlkreises Hagen=Schwelm tagte am Sonntag in Haspe. Die Mitgliederzahl, die noch im Jahre 1906 888 betrug, stieg im verflossenen Jahre auf 2379, ausschließlich 406 Genossinnen. Dementsprechend ist auch die Beitragsleistung gestiegen. Betrug diese noch 1906 die geringe Summe von 787,64 bilanzierte die Hauptkasse im verflossenen Jahre in Einnahme und Ausgabe mit 14926,19 Mark. Die sozialdemokratischen Stimmen stiegen von 13.870 im Jahre 1903 auf 16 251 bei der Ersatzwahl 1906, um dann bei den Hottentottenwahlen 0 con gu&am 5ggsengchen.(Stichwahl: 20676, Freisinn 22 607.) Der, Wuhltreis, herechtigt also zu den besten Hoffnungen, obwohl nicht veryehtt werden darf, daß trotz der guten Entwicklung noch viele agitatorische Kleinarbeit zu verrichten ist, da das Verhältnis der organisierten Parteimitglieder zu den abgegebenen sozialdemokratischen Stimmen der letzten Reichstagswahl nur 13,5 Prozent beträgt. Die Organisation hat nun allerdings in sämtlichen Städten und Ortschaften des Kreizes, mit Ausnahme von drei, festen Fuß gefaßt und besteht zurzeit aus 37 selbständigen Bezirken. Für die Reichstagsersatzwahl in Koblenz=St. Goar, die sich durch die Beförderung des Zentrumsabgeordneten Wellstein notwendig macht, haben unsere Genossen den Metallarbeiter Haas in Köln als Kandidaten aufgestellt. Tschechischer Parteitag. Die tschechische Sozialdemokratie wird ihren neunten Parteitag vom 6. bis zum 8. September in Smichow abhalten. Auf der Tagesordnung stehen außer den üblichen Berichten über die Tätigkeit der Abgeordneten in Reichs= und Landtag. über Organisation, Presse usw. auch folgende„Themata:„Die nationale Frage und die Sozialdemokraue“(Referent Dr. Schmeral);„Das flache Land und die emokratie"(Referenten: Abgeordneter Habermann und allgemeine Wahlrecht in Land und Gemeinde"(Referent: Abgeordneter Nemec). Gewerkschaftsbewegung. Neue unerhörte Maßregelung eines technischen Angestellten in Augsburg. Der Bund der technisch=industriellen Beamten teilt uns mit: Bekanntlich wurde von der Maschinenfabrik Augsburg in jüngster Zeit ein gelber Beamtenverein gegründet, der gelegentlich der Wahlen zu den Angestelltenausschüssen der Handelskammern zum ersten Male in Aktion trat. Die von ihm aufgestellten Kandidaten fielen aber bei der am letzten Sonntag erfolgten Wahl glänzend durch. Dafür rächte sich die Maschinenfabrik Augsburg, indem sie den in ihren Diensten stehenden, von den organisierten Technikern gewählten Angestellten sofort ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist entließ.— glänzenden Wahlsieg der Organisierten täuscht diese kleinliche Rache des Herrn Ritter von Buz nicht hinweg. Die technischen Angestellten Augsburgs wollen nicht gelb sein.— sagt nun aber die bayerische Regierung dazu, daß der gute Wille, den sie mit der Schaffung von Angestellten=Ausschüssen bewiesen hat, so von den Groß=Industriellen durchkreuzt wird? Und werden die bayerischen Staats- und Kommunalbehörden nun endlich Maßnahmen treffen, die verhindern, daß in Zukunft Arbeiten aus öffentlichen Mitteln Firmen übertragen werden, die die persönliche Freiheit und das Koalitionsrecht der Angestellten mißachten? SotO. Handel und Verkehr. Ein Industriegigant. Im Jahresbericht der Essener Handelskammer wird ein Bild von den Kruppschen Werken entworfen. Das Unternehmen ist zweifellos das größte seiner Art überhaupt, und kaum gibt es wohl noch einen industriellen Privatbesitz von solcher Bedeutung wie diesen. Trotz der Form der Aktiengesellschaft ist die Familie Krupp ja doch die alleingebietende Besitzerin. Und ihr eignen folgende Werke: „Die Gußstahlfabrik in Essen mit den Schießplätzen in Meppen, Tangerhütte und Essen, den Kohlenzechen Sälzer und Neuack, Hannover und Hannibal, zahlreichen Eisensteingruben in Deutschland und Beteiligung an=Eisensteingruben bei Vilbao in Nord=Spanien, der Mulhofenerhütte bei Engers, der Hermannshütte bei Neuwied, der Saynerhütte bei Sayn, einer Reederei in Rotterdam mit eigenen Seedampfern für Erztransport, die Friedrich=Alfred=Hütte in Rheinhausen=Friemersheim, das Stahlwerk Annen in Annen, Westfalen(früher F. Asthöwer u. Co.), das Grusonwerk in Magdeburg=Buckau und die Germaniawerft in Kiel=Gaarden. Die hauptsächlichsten Erzeugnisse der Gußstahlfabrik in Essen sind Geschütze, Geschosse, Gewehrläufe, Panzer, Eisenbahnmaterial, Schiffbaumaterial, Maschinenteile jeder Art Stahl- und Eisenbleche, Walzen, Werkzeugstahl, Spezialstahle für die verschiedensten Teile des Kraftwagenbaues, Hartstahl, Stahlknüppel und anderes. Auf der Gußstahlfabrik waren im Jahre 1908 in den etwa 60 Betrieben in Tätigkeit: zirka 7200 Werkzeug= und Arbeitsmaschinen, 17 Walzwerke, 166 Dampfhämmer von 100 bis 50000 Kilogramm Fallgewicht, mit zusammen 255825 Kilogramm Bärgewicht, 21 Transmissionshämmer von 12 bis 400 Kilogramm Fallgewicht, 4765 Kilogramm Gesamtbärgewicht, 81 hydraulische Pressen, darunter 2 Biegepressen zu je 7000 Tonnen, eine Schmiedepresse zu 5000 Tonnen, zwei zu je 4000 Tonnen, eine zu 2000 Tonnen und eine zu 1800 Tonnen Druckkraft, 393 Dampfkessel. 569 Dampfmaschinen von 2 bis 3500 PS mit zusammen 73348 PS, 2224 Elektromotoren von zusammen 40 886 PS, 909 Krane von 400 bis 150 000 Kilogramm Tragfähigkeit, mit zusammen 10 524 300 Kilogramm Tragfähigkeit. Die Netto=Kohlenfördezung aus den eigenen Zechen betrug im Jahre 1908 insgesamt 2 207073 Tonnen. Der Gesamtverbrauch der Kruppschen Werke, soweit sie von der Gußstahlfabrik versorgt wurden, betrug 1908 an Kohlen 1373182 Tonnen, an Koks 769922 Tonnen und an Briketts 29182 Tonnen. Dies ergibt, Koks und Briketts in Kohle umgerechnet, einen Gesamtverbrauch der Kruppschen Werke, soweit sie von Essen versorgt wurden, von 2477920 Tonnen. Die Wasserversorgung der Gußstahlfabrik mit den dazu gehörigen Kolonien und der Besitzung Hügel erfolgt durch vier getrennte Anlagen, deren Förderung betrug im Jahre 1908 13 729130 Kubikmeter; außerdem wurden der Wasserleitung der Stadt„Essen zu Genuß= und Betriebszwecken entnommen 2927974 Kubikmeter, mithin Verbrauch im Jahre 1908 16 657104 Kubikmeter. Der Gesamtverbrauch erreichte nahezu den Wasserverbrauch der Stadt Dresden. Das Gaswerk der Gußstahlfabrik lieferte im Jahre 1908: 18042300 Kubikmeter Leuchtgas(Verbrauch der Stadt Stuttgart in der gleichen Periode 21 385 200 Kubikmeter, der Stadt Magdeburg 16 838 200 Kubikmeter). Das Gaswerk der Gußstahlfabrik nimmt seiner Produktion nach die 15. Stelle unter den Gasanstalten des Teeitschen. Reiches ein. Die drei Elektrizitätswerke der Gußstahlfabrik in Essen verfügen über drei Maschinenhäuser mit sechs Umformerstationen, zirka 65 Kilometer unterirdisch verlegte Kabel und 50 Kilometer oberirdisch verlegte Lichtkabel und speisen 2711 Bogenlampen, 29 695 Glühlampen und 2224 Elektromotoren. Die Elektrizitätswerke leisteten im Jahre 1907/08 25 540 647 Kilowattstunden. Das Telegraphennetz der Gußstahlfabrik in Essen enthält 21 Stationen mit 38 Morse=Apparaten und 84 Kilometer Leitung und ist in Verbindung mit dem Reichstelegraphenamt. Das Fernsprechnetz umfaßte am 1. Januar 1908 541 Anschlüsse mit 492 Kilometer Leitung. In der Probieranstalt der Gußstahlfabrik in Essen sowie in den Versuchsanstalten der Werke wurden im Jahre 1908 rund 200000 Proben ausgeführt. Die Berufsfeuerwehr der Gußstahlfabrik bestand am 1. Januar 1908 aus drei Offizieren und 132 Mann. Der Schießplatz bei Meppen hat eine Ausdehnung von 25 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite. Der Schießplatz Tangerhütte ist 8,5 Kilometer lang und bis 2 Kilometer breit. Auf den Schießplätzen wurden im Jahre 1908 rund 30000 Schuß Roman aus den Goldfeldern Kaliforniens von Friedrich Gerstäcker. ## Und wie steht's in den Minen?“ fragte jetzt Lamberg, der # alls eine Flasche bestellt hatte und sich und Binderhof einschentte,„was zu machen?“ 8.ies trifft,“ antwortete der Aktuar,„wenn sie eine gute Zei## sinden, mag's vortrefflich gehen, denn es liegt grobes ..# in der Nachbarschaft. Man kann aber auch lange herumgruben und waschen, ehe man was Gescheites findet. werichpirctost,waschen!“ sagte der Justizrat, den das Gold noch weur rnietessierte, sie waren ja hier einmal in den Minen und nir nicht Paschs.“ wesollte es sonst sein?„Können, Sie . a empfehlen 3.— muß. Sachen aufgeben. nicht 2 Rinkah„Justizrat?“ lachte Fischer,„o warum denn . Wir haven hier alles, es sieht nur ein wenig anders aus wie bei uns zu Hause. Wenn Sie etwas wollen waschen in sehen Sragen Sie deshalb nur morgen nach old Tomlins, das wohl beforar: Sie zurechtgewiesen. Dort wird Ihnen voll. Sohne iehagt d Justizrat, und schenkte sein Glas wieder rorz geooch, das seines Nachbars zu berücksichtigen. sinden#.#s sind doch gewiß viele hier, die bedeutend Gold die biesigen ambers fort, dem die gleichgiltige Aatwort über „Allerding. n recht behagen, wollte. ##r'sta: 119s, sagte da Fischer,„die Chinesen, die gleich unter haben Jy a.“ sollen vortrefflich ausmachen, und weiter oben „Mexikaner schönes Gold gefunden. Auch in der Flat sind ein puar gute Plätze; aber Zufallssache bleibt's immer.“ und a hagk sg begeßef sagen, nahm da Erbe das Wort binüber, das Lamberg. Blicke nach seinem leeren Glase Folge zu seiß um ers diesmal nicht umhin konnte, dem Winke sich wahrscher. L###te er doch auch jetzt von dem Burschen, der tlich schon eine ganze Weile in den Minen herumStrieben, etwas Ausführlicheres zu erfahren. Erbe tat, als blicklich gar nicht, trank aber das eingeschenkte Glas augen(Gulch, ni“ dachs zira#b dann fort:„Unten in der Goltsch dagegen: der gvach ist, daß Gold, feiner, aber mehr; hier oben #teigen im conträr ist s eben so viel, aber coarser(grobkörniger), und nun können Sie anfangen, was Sie wollen.“ ein S9%% sogte Binderhof lachend,„na, nun wissen wir's ja auf Lamberg. des Doktors Glas ist wieder leer.“ „Lamberg tat, als ob er die Bemerkung nicht gehört hätte, schien aber ihren Exfolg abwarten zu wollen, und nur erst, vu nichts weiteres geschah, setzte er hinzu: Ja#— und die ganze, Golddiggerei kann ich Ihnen auch in wenigen Worten beschreiben. Seh'n Sie, erst suchen Sie sich Guen dchmn dat grecbden in daole do becf bict Soie aul den dia oder auf den ledge kommen; well, und wenn Sie da sind, dann jangen Sie an zu cradlen. Finden Sie clay und gravel zusammen, desto besser; da steckt gewöhnlich was. Liegt der bloße ledge da, dann ist's gewöhnlich faul. Wo Sie anfangen wollen, ist ganz einerlei; die ganze Geschichte ist Glückssache. Morgen früh schultern Sie Ihre Pick und crowbar, Ihren Svaten und die Pfanne, die cradle können Sie nach dem dinner hinunterschaffen, und dann diggen Sie ein, wo Sie gerade eine nation kriegen.“ „Eine was?“ fuhr der Justizrat jetzt erstaunt auf und sah seinen Nachbar ganz verwundert an. „Wo Sie gerade glauben, daß ein passender Platz wäre," ergänzte aber Fischer, der sich an Erbes Erklärung und den verblüfften Gesichtern der Neueingewanderten ergötzte.„Der Doktor hat seinen eigenen Dialekt, eine Art Rezeptsprache, an die Sie sich wohl noch erst gewöhnen müssen. Uebrigens werden Sie alle diese Ausdrücke, wie ledge Felsen, gravel Kies, clay Ton oder Lehm und wie sie alle heißen, schon noch zur Genüge und vielleicht zum Ueberdruß kennen lernen. Der Doktor hat jedoch recht, einen Platz angeben kann Ihnen niemand, denn wenn einer von uns eine Stelle wüßte, wo wirklich Gold genug läge, um reiche Ausbeute zu liefern, ginge er natürlich selber hin. Etwas Gold finden Sie überall, nur ob es die daran gewandte Arbeit zahlt, ist die Frage. Jetzt aber tun Sie mir den Gefallen und lassen Sie uns von diesem verwünschten Thema schweigen. Gold, Gold, ewig Gold!, man hört hier weiter nichts den ganzen Tag in diesen nichtswürdigen Diggins, und ich versichere Sie, das bloße Wort ist mir schon zum Ekel geworden.“ „Hallo, da kommt Johnny!“, rief auf einmal der Aktuar, indem er nach dem Eingang deutete, und als sich alle rasch dorthin drehten, trat eine so wunderliche Persönlichkeit in die Tür, wie sie wirklich nur dieses wunderlichste von allen Ländern, Kalifornien, ausbrüten und in Lebenskraft und Tätigkeit erhalten konnte. Es war ein kleiner, hagerer Bursche von vielleicht sechsundzwanzig bis sechsunddreißig Jahren, das Alter ließ sich aber nicht genau bestimmen, da er das Gesicht entsetzlich in Falten zog und überdies in den letzten acht Tagen schwerlich Wasser daran gebracht hatte. Gekleidet ging er in eine kurze.graue Jacke von baumwollenem Zeug, eben solche, durch den Gebrauch aber übermäßig abgenutzte Hosen und Schuhe ohne Strümpfe. Vor allem eigentümlich aber war sein Hut, ein ganz gewöhnlicher, einst schwarz gewesener breitrandiger Filzhut zwar, aber an drei Seiten den Rand in die Höhe geschlagen und festgenäht, wobei die eine Ecke sogar noch eine alte Bronzebrosche mit einem großen blauen Glasstein schmückte. " Die ganze Gestalt war kaum höher als vier und dreiviertel Fuß, ihr Gesicht aber in finstere, ernste Falten gelegt, und wie er die Deutschen sah, trat er auf sie zu, blieb etwa drei Schritt von ihnen stehen, schlug die Arme über der Brust zusammen und Haoser, Sen ist dat thost= in den Lag schls hnen, uoher— um das, was die nächste Stunde bringt, und unheildrohend hängt dabei schon die Wetterwolke über ihrem Haupte, die Ahnungslosen zu zermalmen.“ „Meine Güte!" rief Binderhof erstaunt und fast verblüfft aus, indem er sich nach der neuen Erscheinung umdrehte,„wo ist der nun wieder ausgebrochen? Lamberg", flüsterte er dann seinem Nachbar zu,„wenn ich wieder nach Hause reise, lasse ich mir den und den Doktor abwaschen und ausstopfen, und nehme sie für unser Naturalienkabinett mit.“ Napoleon,, sagte aber Fischer gutmütig,„laß deine Schrullen und setz dich her zu uns. Hier sind neue Landsleute eingetroffen, gib Pfotchen und sag ihnen guten Abend.“ „Ein schlechter Willkomm ist's, den ich ihnen in den Minen bringe," erwiderte aber der mit dem dreieckigen Hut und den untergeschlagenen Armen, indem er seine, unter den zusammengezogenen Brauen jast verschwindenden Augen über die einzelnen Gäste schweifen ließ,„ihnen wäre besser, daß sie das Land nie gesehen hätten.“ „Donnerwetter— was ist nu los?“ sagte der Justizrat bestürzt, indem er halb von seinem Sitz emporfuhr. „Bleiben, Sie ruhig sitzen,“ beschwichtigte ihn aber Fischer, „dies yier ist bloß Napoleon, Johnny Napoleon, der manchmal ganz verrückte Einfälle hat. Wer weiß, was ihm heute wieder durch den Kopf geschossen ist!" :„Ich will dir'was sagen, Fischer,“ brach da Johnny plötzlich, in ganz natürlicher Sprache und seine Arme herunternehmend, ab,„erst gib einmal Raum, daß ich da mit hin kann, und dann schenke mir ein Glas Wein ein, denn ich habe schmählichen Durst, und zuletzt bitte ich dich dringend, nichts zu beurteilen, was du nicht verstehst. Guten Abend, meine Herren,“ wandte er sich dann, mit einer sehr formellen Verbeugung an die übrigen Gäste und warf sein eines Bein über die Bank, um neben dem zur Seite rückenden Fischer Platz zu nehmen. Fischer betrachtete ihn bei dieser Bewegung, bei der er ihm den Rücken zudrehte, lächelnd und sagte dann, als er Platz genommen, und während er ihm ein Glas füllte:„Johnny, Johnny, nimm dich in acht, du hast dein Vorhemdchen heute einmal wieder an der ganz verkehrten Stelle.“ „Fischer", erwiderte Johnny ernst,„guten Abend, Doktor,“ „laß mich mit solchen Lappalien zufrieden.“ „Da hast du das rechte Wort getroffen, Johnny,“ lachte der andere,„aber was gibt's denn wieder? Ist etwas vorgefallen?" „Etwas?“ rief aber Johnny, sich feierlich nach ihm umdrehend,„ein ganzer Haufen, wie der Doktor sagen würde.“ „Na, dann schieß einmal los!“ sagte Fischer;„aber erst muß ich dich hier unseren Landsleuten vorstellen.“„Also, meine Herren, hier belieben Sie zu bemerken, dies ist der große Goldwäscher Jean Stülbéng, eigentlich Johann Stuhlbein, im gewöhnlichen Leben Johnnv oder auch wegen seiner enormen Aehnlichkeit mit dem auf St. Helena verstorbenen Kaiser Na1 abgegeben und bazu zirka 90 000 Kilogramm Pulver und etwa 675 000 Kilogramm Geschoßmaterial verbraucht. Die Arbeiterkolonien im Bereich der Gußstahlfabrik in Essen sind die Kolonien Westend, Nordhof, Baumhof, Schederhof, Cronenberg, uigreoagpf, Friedrichshof, Altenhof(für invalide und pensionierte Arbeiter) mit zusammen 5679 Wohnungen. Nach der Aufnahme vom 1. Januar 1909 betrug die Gesamtzahl der auf den Kruppschen Werken beschäftigten Personen einschließlich 6493 Beamte 63191(1. April 1908 63 540 einschließlich 6285 Beamte). Also über 60000 Mann stellen ihre Arbeitskraft in den Dienst dieses Unternehmens. Sie müssen dem Willen eines Menschen sich unterwerfen oder sie können aufs Pflaster geworfen werden. Sie sind dem Gebieter tributpflichtig. Jeder von ihnen muß dem Herrn mindestens 400 Mk. Reingewinn pro Jahr einbringen. Und ist es ein überragender Geist, dem so viele untertänig und nützlich sein müssen? Ist das Riesenwerk die Schöpfung dessen, der nun die Kommandogewalt und das Ausbeutungsrecht ausübt? Oder kann er wenigstens in Anspruch nehmen, ein hervorragender Mitarbeiter bei den Leistungen und Erfolgen des Unternehmens gewesen zu sein? Nichts von alledem! Der jetzige Besitzer, der Herr der Lohnsklaven, der Nutznießer der Arbeit anderer, hat das Recht des Gebietens und Gewinneinstreichens— erheiratet. Dem Herrn von Bohlen=Hallbach müssen 60000 Menschen gehorsam sein, er darf sie ausnutzen, weil Fräulein Krupp Wohlgefallen an ihm gefunden hatte, ihn zu ihrem Ehemann machte. Und Fräulein selche Rechte als Liebesyfand geben we' sie Krupp konnte solche„Rechtg, als Llebespfung, geben, weil sie zufauig die Tochter ihres Vaters ist, der selbst um das Wert sich kaum gekümmert hat. Göttliche Weltordnung! Ki Wie Syndikate zustandekommen. Die„Rheinisch=Westfälische Zeitung“ meldet, daß die Verhandlungen wegen der Neubildung eines Drahtstift=Syndikats in den letzten Tagen ein gutes Stück weitergekommen ssind. Eine große, bedeutende Firma, mit der man sich bisher über die Einschätzung nicht einigen konnte, soll nunmehr der vorgeschlagenen Einschätzung zugestimmt haben. Sämtliche Werke sollen mit dem Modus der Einschätzung, die der Beteiligung an der Gesamtproduktion zugrunde gelegt wird, einverstanden sein; man hoffe, daß das geplante Syndikat in nicht allzu ferner Zeit zustandekommen wird. Dieser Bericht erweckt den Anschein, daß die Syndikatsbildung sich in der denkbar friedlichsten Form vollziehe und vollzogen habe. In Wirklichkeit ist die„Geneigtheit" verschiedener Drahtstiftwerke zur Syndikatsbeteiligung mit den denkbar schärfsten terroristischen Mitteln erzwungen. Bisher bestand eine Preiskonvention für Drahtwaren und Drahtstifte, deren Umwandlung in ein Syndikat anfangs auf recht beträchtliche Schwierigkeiten stieß. Wie diese Hindernisse überwunden wurden, ging aus einer vor einigen Wochen in der„Frankfurter Zeitung" erschienenen Meldung hervor, nach der der Walzdrahtverband die Abneigung verschiedener Drahtstiftwerke gegen einen Kartellanschluß dadurch überwindet, daß er ihnen androht, im Falle einer Nichtbeteiligung kein Rohmaterial mehr zu liefern. Welchen außerordentlichen Erfolg diese Drohung gehabt hat, geht zur Genuge aus dem Bericht der„Rheinisch=Westfälischen Zeitung“ hervor. Die syndikatsunlustigen Betriebe sind plötzlich von heller Syndikatsdegeisterung erfaßt worden, alle Bedenken gegen die Syndikatsbilvung sind radikal geschwunden. Die Mitglieder des Walzdrahtverbandes, die Repräsentanten der„gemischten“ Betriebe, haben den reinen Drahtstiftwerken gegenuber ihre Macht als Materiallieferanten in gewohnter Weise ausgespielt. Der Walzdrahtverband ist im Herbst 1907 errichtet worden, sein „Deutsche Drahtwalzwerke Akt.=Ges., Düsseldorf“,„Ihm gehören 29 Werke an. 5 Werke wurden gleich nach vem Avschluß des neuen Vertrages ganz oder teilweise stillgelegt, und die hierzu erforderlichen Vergurungen von sämtlichen Mitgliedern des Verbandes durch eine gleichmäßige Umlage auf den aufgebracht;„Dieses fest zusammengeschlossete Syndikat beherrscht die Walzoraytproduktion, seine Drohung an die dem Drahtstiftsyndikat widerstrebenden Drahtstiftwerke, kein Rohmaterial mehr zu liefern, war für diese Betriebe ein Druck, dem sie nachgeben mußten, wenn sie sich nicht der Möglichkeit aussetzen wollten, ihre Unternehmungen wegen Mangels an Rohmaterial stillzulegen. Die Feststellung der Praktiken des Walzdrahtverbandes blieb unwidersprochen, die Syndikatsherren und ihre Presse halten es gar nicht mehr für notwendig, den denkbar schlimmsten Terror zu bemänteln oder zu bestreiten. brutaler das Syndikatskapital den Terror betreibt, um so trecher, und lauter läßt es durch seine Agenten erlogene ## über den Terrorismus organisierter Arbeiter verpoleon nach diesem genannt. Er ist marchand tailleur, zweiunddreißig Jahre alt, vollständig ausgewachsen und wurde vor etwa vier Monaten von uns am Mormongulch lebendig eingefangen. Jetzt scheint er vollständig zahm zu sein, ißt von einem Glase und Teller, trinkt aus einem Glase ung hat, sogar, trotz einem fruheren zweijährigen Aufenthalt in Frantreich, seine Muttersprache zum Teil wiedergelernt.“ „Bist du nun fertig?“ sagte Johnny, der, ohne auch nur eine Miene seines ernsten Gesichts zu verziehen, dieser Vorstellung zugehört. „Vollkommen, Johnny.“ „Sehr wohl, dann erlaube mir, daß auch ich ein Wort zu meiner Rechtfertigung sage.— Herr Wirt! bitte, bringen Sie uns einmal drei Flaschen Champagner! Ich habe „Bravo, Johnny,“ rief aber Fischer lachend,„das war schon vollkommen genügend und eine der besten Reden, die du in deinem ganzen Leben gehalten hast. Du brauchst jetzt lein Wort weiter zu bemerken.“ „Bitte, unterbrich mich nicht, ich habe leider von vornherein bei unsern neuen Landsleuten mit einem Vorurteil zu kämpfen, mit dem nämlich, daß sie mich in solcher Gesellschaft antressen. Ich hoffe indes, nähere Bekanntschaft wird das zerstören und uns alle, in unserem wahren Lichte erscheinen lassen. Jetzt aber, Fischer, sei einmal so gut und öffne eine von den Flaschen—“ „Mit dem größten Vergnügen, Johnny—“ aber,“ fuhr Johnny fort,„habe ich Ihnen allen eine ernste Nachricht zu bringen, die Sie hoffentlich aus Ihrer Ruhe und Selbsttäuschung aufrütteln wird: die Legislatur von KaliDer Zentralverband der Ortskrankenkassen im deutschen Reiche hält in den nächsten Tagen in Bremen seinen 16. Verbandstag ab. Auf der Tagesordnung steht eine stattliche Reihe sehr wichtiger Fragen, die so ziemlich unsere gesamte Sozialgesetzgebung betreffen. Den breitesten Raum in den Verhandlungen wird sicher die Besprechung der Reichsversicherungsordnung mit den dazu gestellten Anträgen einnehmen. Das Hauptreferat dazu hat Herr Professor Dr. Stier=Somlo aus Bonn übernommen, der über:„Die innere Verfassung der Krankenversicherung, Aufbringung der Mittel und das Verhältnis der Kassen zu den Aerzten“ sprechen wird. Dies Thema dürfte in Anbetracht der bekannten Kampfesstellung der Aerzte gegenüber den Krankenkassen besonderes Interesse erwecken. Ferner wird die Versicherung der in der Landwirtschaft beschäftigten Personen, der Dienstboten, der unständigen Arbeiter, der im Wandergewerbe beschäftigten Personen und der Hausgewerbetreibenden einer eingehenden Erörterung unterzogen werden. Desgleichen Invaliden= und Hinterbliebenen=Versichrung. Auch der im Mai d. J. in Berlin abgehaltene Allgemeine Krankenkassenkongreß hatte hierzu bereits Stellung genommen. Es wird sich zu zeigen haben. ob der Zentralverband der Ortskrankenkassen, der so ziemlich alle größeren Ortskrankenkassen Deutschlands umfaßt, sich auf denselben Standpunkte stellt wie der Allgemeine Kongreß in Berlin, wie denn überhaupt der jetzige Verbandstag sich im großen und ganzen mit denselben Fragen beschäftigt, die den Allgemeinen Krankenkassenkongreß in Berlin beschäftigte, und so gewissermaßen die Fortsetzung der begonnenen Arbeit bildet. In Anbetracht der Steuungnahme der verschiedensten Faktoren zur Reichsversicherungsordnung sind auch die dem Verbande nicht angeschlossenen Ortskrankenkassen zu der Tagung in Bremen eingeladen, die ihrer Wichtigkeit wegen denn auch höchstwahrscheinlich erheblich stärker besucht werden wird, wie alle vorhergehenden Verbandstage des Krankenkassenverbandes. Mögen daher die Beratungen und Beschlüsse von echt sozialem Geiste durchweht sein und zum Wohle der gesamten Arbeiterschaft ausfallen. Oberschlesische Fron= und Wohnsklaven. Das Borsigwerk im oberschlesischen Industrierevier gehört zu jenen großindustriellen Unternehmungen, die für„ihre“ Arbeiter Werkswohnhäuser erbaut haben— aus reiner Arbeiterfürsorge und besonderem sozialen Eifer natürlich. Diese Fürsorge wird allerdings in ein ganz eigenartiges Licht durch ein Schreiben der Werksverwaltung gerückt, das kurzlich einem von der Firma beschäftigten Arbeiter zugegangen ist. In diesem wird der selbstverständlich der„Wohltat“ einer Fabrikwohnung sich erfreuende Mann aufgefordert, daß sein bei ihm wohnender, aber anderswo arbeitender zwanzigjähriger Sohn innerhalb 14 Tagen sich zum Arbeitsantritt zu melden habe; im anderen Falle müsse der Sohn sofort die väterliche Wohnung verlassen. Wenn nun der Sohn bei seinen Eltern bleiben will, dann wird er seine bisherige weit besser bezahlte Stelle aufgeben und das Personal der Firma Borsig um eine billige Arbeitskraft vermehren müssen.— Noch toller mutet ein Fall an, der sich in der Zuckerfabrik Kettendorf bei Breslau abgespielt hat. Ein in derem Betrieb invalid gewordener Arbeiter lebte mit seiner Frau in einer Fabrikwohnung. Mit ihnen lebte, wie eigentlich selbstverständlich, ihr 16 Jahre alter Junge, der tagsüber in Breslau als Druckerei=Arbeitsbursche tätig war. Da verlangte dieser Tage plötzlich der Vater, sein Sohn solle seine bisherige Stelle aufgeben und sofort als viel schlechter bezahlter Arbeiter in der Zuckerfabrik eintreten. Und der Junge gehorchte. Denn er mußte befürchten, daß seine Eltern sonst die Fabritwohnung räumen müssen.— So also macht die „Wohlfahrtseinrichtung der Fabrikwohnung den Arbeiter direkt zu einem Hörigen, wie man sie meistens auf dem Lande kannte. Sie zwingt ihn nicht nur, jedes Mißfallen des Werkbesitzers oder Leiters ängstlich zu vermeiden und darum auch nie Lohnforderungen zu stellen, weil der Lösung des Arbeitsverhältnisses, auch der unfreiwilligen, die sofortige Räumung auf dem Fuße folgt, sie verpflichtet sogar die Familienangehörigen zur Fron beim Besitzer des Werkes, sie unterbindet die Freizügigkeit und verdammt den Industriearbeiter zu einer Hörigkeit, von welcher der Landproletarier durch Gesetz seit 100 Jahren frei ist. Zu bedauern ist freilich, daß die bedrohten Arbeiter nicht gegen die Firma klagend vorgegangen sind. Noch jetzt steht ihnen der Klageweg frei. Freilich ist anzunehmen, daß im Falle der Klage die Firmen weitere Vexationen versuchen werden. Die Klage auf Unterlassung der Drohungen und Schadenersatz hätten unbedingt Ertolg. Ueberdies ist es Sache des Staatsanwalts, in solchen Fällen wegen versuchter oder vollendeter Nötigung und Erpressung vorzugehen. Vermischtes. Von der Luftschiffahrk. Zeppelin ist nun glücklich in Köln angelangt. Köln, 5. August. Wie der Kölner Korrespondent der „Frankf. Zeitung" vom Grafen Zeppelin jun. erfährt, ist die heutige Fahrt tadellos verlaufen. Hinter Frankfurt gelangte das Luftschift in Nebel, der über dem ganzen Taunus anhielt. Im Lahntale wurde das Bad Ems sichtbar und auch ein Stück vom Rhein. Bald darauf legte sich wieder Nebel auf die Erde und man fuhr dann in den Wolken weiter. Daher war auch die Geschwindigkeit nicht festzustellen, zumal von der Erde wenig zu sehen war. Hier und da wurden Telegramme ausgeworfen. Köln, 5. August. Nachdem das Reichsluftschiff„Z. II“ in die Halle geführt worden war, begrüßte der Gouverneur, Generalleutnant v. Sperling den Grafen Zeppelin. Er betonte, daß er vom Kaiser beauftragt worden sei, das Luftschiff vom Grafen Zeppelin entgegenzunehmen und fuhr dann fort: „Alle Herzen schlagen höher und jeder empfindet, daß heute eine neue Epoche der Entwicklung begonnen hat. Ich übernehme auf allerhöchsten Befehl das Luftschiff und verspreche, daß wir es hüten werden als das Beste, was wir haben.“— Darauf überreichte Oberbürgermeister Wallraf im Namen der Stadt Köln einen Lorbeerkranz mit der Inschrift„Dem Bezwinger der Luft, Grafen Zeppelin, die Stadt Köln" und hieß den Grafen im Namen der Stadt willkommen. Graf Zeppelin dankte bewegt dem Gouverneur und dem Oberbürgermeister für die Begrüßung, sowie allen, die zu seiner Begrüßung herbeigeeilt seien. Am allermeisten erfreue ihn die Gnade des Kaisers, der ihm erlaubt habe, sein Luftschiff selbst nach Köln zu führen. Darauf brachte der Graf den Kaisertoast aus, welchem die Kaiserhymne folgte. Köln, 5. August.„Z. II“ manövrierte von 10—11 Uhr über der Stadt, umkreiste den Domturm und kehrte zur Ballonhalle in Bickendorf zurück. Er beschrieb von der Ballonhalle nochmals einen großen Kreis. Die Landung erfolgte glatt um 11 Uhr 30 Minuten bei prächtigstem Sonnenschein und tosendem Beifall des Publikums und unter den Klängen des Liedes: Deutschland, Deutschland über alles. Frankfurt a. M., 5. August. Wie die„Kl. Presse“ erfährt, will Graf Zeppelin zwei Luftschiffe für die Polarforschung, jedes von 18000 Kubikmeter Rauminhalt, so groß es die Berechnung und Erfahrung irgendwie gestatten, herstellen, damit beim Versachen des einen der Ersatz die Aufgabe erfüllen kann. Frankfurt a. M., 5. August. Heute früh wurde mit der Füllung des Parseval=Ballons auf der Ila begonnen, die heute noch beendet werden soll. Voraussichtlich wird schon morgen bei günstiger Witterung die erste Passagierfahrt stattfinden. Berlin, 5. August. Die Fahrt und Landungsmanöver, die der Militärballon„Groß II“ heute auf dem Tempelhofer Felde ausführen sollte, sind verschoben worden. Um 10 Uhr 2 Min. erschien„Groß II“ in der Nähe von Bitterfeld von Südosten kommend, vollführte einige Manöver und fuhr darauf nach Berlin zu weiter. Das Luftschiff befand sich ungefähr in einer Höhe von 600 Meter. Das Wiedereintreffen in Berlin erfolgte in der dritten Nachmittagsstunde. Um 2¼ Uhr sichtete man den Ballon über Schöneberg. Er befand sich in einer Höhe von etwa 300 Meter und fuhr in flottem Tempe über das Potsdamer Viertel und den Tiergarten hinwet Deutlich konnte man seine Bewegungen erkennen Die Fahrtgeschwindigkeit schien recht beträchtlich zu sein. Ueber dem Tiergarten machte „Groß II“ eine Wendung nach Nordwesten und flog sodann ohne wesentliche Veränderung seiner Höhenlage nach Tegel. Ueberschwemmung. Osnabrück, 5. August. Ems und Nebenflüsse haben im hiesigen Regierungsbezirk weite Strecken überschwemmt und bedeutenden Schaden angerichtet. Spitze bieten wollten. Das Resultat blieb aber für den Augenblick nur ein dem Wirt günstiges, da die Leute in ihrer Aufregung Flasche nach Flasche forderten.(Fortsetzung folgt.) Sommertheater. in fornien hat nämlich ein Gesetz erlassen, nach dem alle Frem Minen, d. h. alle Goldwäscher, denn die Händler sind entrichten Fosleni“.in Taxe von zwanzig Dollar monatlich „Unsinn!" riefen die Deutschen und Fischer und Korbel sprangen von ihren Sitzen auf,„das ist ja nicht möglich.“ „Was gibi's?“ riefen einige Franzosen, die an einem andern Tische saßen und wohl merkten, daß da eine unwillkommene Neuigkeit mitgeteilt würde. Der Wirt, der am Tische stehen geblieben war, übersetzte ihnen auch bald die neue Kunde, und ein Schrei der Entrüstung lief durch das ganze Zeit. Nur die Neuangekommenen blieben ziemlich ruhig, da sie die ganze Tragweite dieses allerdings unerwarteten Gesetzes noch nicht begreiten konnten. " J o h n n y a b e r, s i c h a u f s e i n e r B a n k h a l b h e r u m d r e h e n d u n d jetzt teils zu den Franzosen, teils zu den Deutschen gewandt, begann in einer wahrhaft verzweifelten Mischung von Deutsch und Französisch beiden Nationalitäten die eben durch einen von San Francisco kommenden Amerikaner erhaltene Nachricht auseinander zu setzen und seinen festen Entschluß dabei auszusprechen, lieber zu sterben, als diese enorme Taxe zu zahlen. Das ganze Zelt war dadurch in Aufregung gekommen, denn andere, jetzt ebenfalls eintretende Franzosen bestätigten die Nachricht. Es war keinem Zweifel mehr unterworfen, daß man den Fremden dadurch, zugunsten der Amerikaner, eine Last aufbürden wolle, die sie beschlossen, nicht zu dulden. Die heißblütigen Franzosen machten auch schon allerlei Pläne, wie sie die Fremden um ihre Jahne scharen und den Amerikanern die en. Mittwoch, 4. August: Der Stammbaum, Schwank 3 Akten von Paul Lenz und Gustav May=Hartung. Es ist uns nicht ganz klar. warum das Stück ein Schwank genannt wird, schwankhaftes haben wir so ganz und gar nicht darin gefunden. Haben die Verfasser es nur so genannt, um auf mildernde Umstände zu plädieren, als ob ein Lustspiel, wenn es mittelmäßig und schlecht aufgebaut ist, immer noch ein passabler Schwank sein könnte. Das ist nun aber doch nicht der Fall, und der ganze Aufbau dieses„Schwankes“ so gottserbärmlich, alle Voraussetzungen, auf welchen er beruht, so unmöglich, die Exposition so mangelhaft, daß man auch nicht zu einem reinen Genuß der paar durch die Verwechslungen herbeigeführten komischen Situationen und der durch nichts gerechtfertigten weideutigkeiten oder vielmehr Unzweideutigkeiten kommt. Ein ist und nun nach einer ordentlichen Professur hungert; ein Serenissimus mit seinem Minister, der sich zu seinem Regierungsjubiläum seinen Stammbaum ausarbeiten läßt, wie ein soeben geadelter Kommerzienrat. Das sind ja Unmoglichkeiten! Daß Serenissimus mit seiner Exzellenz den Professor in dessen Wohnung besucht, ist ja Unsinn und zeugt von der Unfähigkeit der Verfasser, ihren Stoff richtig zur Verwendung zu bringen. Serenissimus ist überhaupt an den Haaren und besonders bei seiner römischen Nase herbeigezogen und wurde von Hans Freihen großartig gespielt. Das entlastet aber die Verfasser nicht. Der Professor Grübler sollte seine Hochzeitsreise unterbrechen, um in Siegelinden den durchlauchtigen Stammbaum festzustellen. Er bewegt seinen Freund, Rechtsanwalt Wesenberg, dies für ihn zu tun. Der aber schickt seinen Bureauvorsteher dahin, und dieser fängt dort ein Verhältnis mit der ältlichen Jungfrau Herta Kühn an, die nun den Professor erst mit Liebes= und dann mit Drohbriefen bestürmt. Der, anstatt die Briefe einfach seiner Frau zu zeigen, beschließt nach einer Beratung mit Wesenberg, nach Siegelinden zu fahren, seiner Frau aber zu erzählen, daß er wegen des Stammbaums zu ihrem Onkel nach Breckenfeld fahre. Das ist doch unerhörter Unsinn. Da müßte doch Wesenberg einfach den Sachverhalt klarlegen und seinen Bureauvorsteher hinschicken, der Gipfel des Blödsinns ist aber, daß Wesenberg als Professor Grubler zu dessen Onkel nach Breckenfeld fährt. Da hört's doch auf. Wir wissen wohl, es gibt Unwahrscheinlichkeiten, die man sich gefallen lassen kann. Sie dürfen aber nicht in der kühlen Exposition liegen, sie dürfen erst in der Hast der sich überstürzenden Ereignisse entstehen. Dadurch, daß die Frau Professor nach Breckenfeld nachfährt, entstehen nun die heiklen Situationen, welche dann— ein Konflikt ist ja gar nicht vorhanden— zum Schluß mit einer Heirat enden. Eine Rolle ist außer Durchlaucht in dem Stück auch nicht vorhanden. Die Besetzung genügte mit Ausnahme des Rechtsanwalts Wesenberg, den Josef Kießlich ganz ungenügend spielte. Wegen Raubmords verhaftet. Berlin, 5. August. Unter dem dringenden Verdacht, den an der Witwe Kersten in Marxdorf verübten Raubmord begangen zu haben, wurde von der Kriminalpolizei der Reisende Herrmann Lippke aus Frankfurt a. O. verhaftet. Gefaßt. Frankfurt a. M., 5. August. Der wegen Diebstahls von Waren im Werte von 5000 Kronen aus Kopenhagen geflüchtete und steckbrieflich verfolgte Kaufmann Jean Kohn wurde von der hiesigen Kriminalpolizei in Bergen verhaftet, mit ihm seine 26jährige Schwester und seine Mutter, die mitgereist waren. Die Mutter ließ sich Geld auf den Namen Heine postlagernd Frankfurt a. M. schicken. Bei der Abholung des Geldes wurde sie festgenommen. Von einem tollen Hund gebissen. Dresden, 5. August. In Pulsnitz und Elstra wurden acht Personen von einem tollen Hunde gebissen. Alle wurden sofort nach dem Pasteur=Institut in Berlin übergeführt. Drei Personen bei einem Brande umgekommen. Breslau, 5. August. In Kulm(Westpreußen) wollte beim Brande eines Hauses in Osnowo eine Arbeiterfrau Otto das Kind des Flurnachbars retten und drang in das brennende Haus ein; ihr Ehemann eilte ihr nach, um sie zurückzuholen. In demselben Augenblick stürzte der Schornstein ein und begrub alle drei. Sie konnten nur als Leichen geborgen werden. Selbstmord. Beuthen, 5. August. Auf der Zentrumgrube stürzte sich der Steiger Heimann in den Grubenschacht und war sofort tot. Die Leiche war gänzlich zerschmettert. Das Motiv zur Tat ist unbekannt. Zehn Personen verschüttet. Bromberg, 5. August. In Kolaczkowo bei Witkowo stürzte heute früh der Brennereineubau des Rittergutsbesitzers Mukolowski ein. Zehn Personen wurden verschüttet, von denen vier Personen schwer verletzt geborgen sind. Ein Bordell aufgehoben. Innsbruck, 5. August. Im Vororte Hoetting wurde eine Lasterhöhle aufgedeckt, wo minderjährige Mädchen der Prostitution zugeführt wurden. Mehrere darunter Herren aus der besseren Gesellschaft, sind ehenso die Mutter eine## Mann der genealogischen Wissenschaft, der zu einer Heirat mit 1 Personen, der Nichte eines Grafen mit 600000 Mark„Mitgift gekommen) verhaftet, evenst die wutier eines der Mädchen. Gewitter. Innsbruck, 5. August. Im Eisaktale richteten heftige Gewitter großen Schaden an. Der Blitz zündete mehrmals. In Stifles wurde eine Bäuerin und ihr Sohn in der Küche ihres Hauses vom Blitz getötet. Eine Ortschaft in Brand. Budapest, 5. August. In Tövis wütete gestern ein großer Brand. Vierzig Wohnhäuser und die dazu gehörigen Nebengebäude wurden vernichtet. Zwei Kinder und ein Mann sind in den Flammen umgekommen. Schiffbruch. London, 5. August. In Plymouth wurden gestern Kapitän Sassen und vier Mann von dem deutschen Schoner„Margareta“ gelandet. Die„Margareta" verlor in einem Sturm im Atlantischen Ozean ihre Masten und bekam ein Leck. Neun Tage und Nächte stand die Mannschaft unaufhörlich an den Pumpen. Schließlich mußte das Schiff doch den Wogen preisgegeben werden, und wenige Minuten, nachdem der Kapitän es verlassen hatte, sank es in die Tiefe. Man hatte verschiedene Dampfer, die in Sicht kamen, um Hilfe gebeten, aber alle fuhren achtlos weiter. 24 Stunden lang trieben die Schiffbrüchigen in dem Rettungsboote auf dem Meere. Sie hatten keine Zeit gehabt, sich zu verproviantieren und waren durch die Anstrengungen undEntbehrungen ganz erschöpft, als der dänische Schoner„Herta“ ihnen Rettung brachte. Krematorien in Deutschland.„Die Flamme“. Zeitschrift für Förderung der Feuerbestattung im In- und Auslande, bringt in ihrer Nummer vom 1. August eine Zusammenstellung der Krematorien in Deutschland nebst Angabe, welche Papiere für Auswärtige erforderlich sind an wen die Eingabe zu richten ist und wie hoch die Gebühren sind. 17 Orte weisen Krematorien auf: Lotha,„Heihelbexz, Hamburg, Jena, Offenbach a. M., Mannheim, Eisenach, Mainz, Farlsruhe in Baden, Heilbronn a. N.. Ulm a. Donau, Chemnitz, Bremen, Stuttgart, Koburg, Pößneck und Zittau. Gotha verlangt 55 Mk. einschließlich der Ueberführung der Leiche vom Bahnhof nach der Bestattungsanlage und des Aschenbehälters; Heidelberg 71,50 Mk.. bei Benutzung der Leichenhal 60 Mk., für durch einen V spiels und des 2. Klasse 60,50 Mark, 2. Klas Mark, bei Ber bei Benutzung mitglieder von Mark, für M Baden=Baden Vereinsmitglie Kinder: Ulm: eine Ulm, Ne Chemnitz: 57 bis 30 Mk. mel ist die Einäsche Gebühr 30 M 1. Klasse 180 A 35 Mk., 5. Kla und um Stutt gefäß) für aus. 33,70 Mk. bis für Auswärtig 5 Mk. mehr); glieder eines glieder.— Pr weil das Ober an Wortklaube angenommen h sei ein Verbrei Preußen nicht Der Bittga Zu den Verans krankenkassen, Bürgerzeitung“ „Mit Recht bei wissenschaft! samen Tagunge wendig, daß es Allgemeinheit bi abzuhalten, die hineinzassen. ihrer Ablehnung ausnahmslos di nicht direkt sein diese Stellungn fremdlicher, daß die Vertretung Bittgang nach nehmern des 4 deutschen Ortski Freifahrt nach wirklich nicht lu bewilligt, Insg schmunzelt haben debatte.„So ka Mund stopfen. bleiben müssen. drauf und dran, Ortskrankenkasse aufs schärfste zu aufs energischste 1000 Mark und Händen der bren von der Arbeite soll es führen, 1 derartigen Ausg nen, in denen wi haben, die Hand Auch wir hät vertreter in den gesetzt, waren, es Senar sowohl w Staatliche Un Schweden wurde Vorbild eingeführ burger Branntwei Bekämpfung des stehen 182 000 K1 richtung von Kur sind. 3000 Krone zugewiesen worder Amt Brackw dem hiesigen S Geburten Brackwede, Niel Brackwede, BiSenne I 47; macher Hugo K arbeiter Wilhel: Töchter: Fab Fabrikarbeiter beiter Hermann Kreickenbaum, B Müller, Brackwe ter, Brackwede, Eggetal 2; Fabr straße 190; Bäck Krsse. 44: Kne Bahnarbeiter H Aufgebot Friedrichsdorfers Buchhalter Karl mann, Brackwed „ Ebeschlie Brackwede, Südl Gütersloherstr. wede, Kaiserstr. straße 2; Arbeit Kaiserstr. 127; Berostr. 14a, un Faorikarbeiter A Welland, Brackw Brackwede, Kaise Kaiserstr. 63; Ar dorferstr. 19, un dorferstr. 18; Fab Vorwärts 14, un Wullenkord, Br Schlichthaber, Bi Kampmang, Bra Wächter, Senne Sterbefä Brackwede: Mar pöhler, 1 T., Se " Für die mit Ei Avsatz 2 des Ortss und bereits früher Mitglieder d be erforderlich. tes. iffahrt. angelangt. Kölner Korrespondent der pelin jun, erfahrt, ist die iter Frankfurt gelangte das nzen Taunus anhielt. Im ir und auch ein Stück vom r Nebel auf die Erde und Daher war auch die Gell von der Erde wenig zu elegramme ausgeworfen. Reichsluftschiff„Z. II“ in begrüßte der Gouverneur, Brafen Zeppelin. Er beworden sei, das Luftschiff men und fuhr dann fort: eder empfindet, daß heute begonnen hat. Ich überLuftschiff und verspreche, Beste, was wir haben.“— r Wallraf im Namen der der Inschrift„Dem Bedie Stadt Köln" und hieß illkommen. Graf Zeppelin dem Oberbürgermeister für ner Begrüßung herbeigeeilt sie Gnade des Kaisers, der bst nach Köln zu führen. sertoast aus, welchem die eierte von 10—11 Uhr über ind kehrte zur Ballonhalle der Ballonhalle nochmals erfolgte glatt um 11 Uhr ischein und tosendem Beiingen des Liedes: DeutschWie die„Kl. Presse“ eriffe für die Polarforschung, halt, so groß es die Begestatten, verstellen, damit die Aufgabe erfüllen kann. Heute früh wurde mit der r Ila begonnen, die heute htlich wird schon morgen ssagierfahrt stattfinden. t und Landungsmanöver, ute auf dem Tempelhofer zn worden. Um 10 Uhr Nähe von Bitterfeld von Manöver und fuhr darauf ff befand sich ungefähr in iedereintreffen in Berlin nde. Um 2½ Uhr sichtete befand sich in einer Höhe im Tempo über das Potshinwer: Deutlich konnte Die Fahrtgeschwindigkeit r dem Tiergarten machte dwesten und flog sodann Höhenlage nach Tegel. , 5. August. Ems und ungsbezirk weite Strecken en angerichtet. rlin, 5. August. Unter Witwe Kersten in Marx= u haben, wurde von der inn Lippke aus Franklugust. Der wegen DiebKronen aus Kopenhagen Kaufmann Jean Kohn in Bergen verhaftet, mit ne Mutter, die mitgereist f den Namen Heine postder Abholung des Geldes Dresden, 5. August. kersonen von einem tollen ach dem Pasteur=Institut umgekommen. Bresßen) wollte beim Brande rfrau Otto das Kind des is brennende Haus ein; zurückzuholen. In demein ein und begrub alle borgen werden. ist. 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N., tgart, Koburg, Pößneck inschließlich der Ueberder Bestattungsanlage 50 Mk.. bei Benutzung 86,50 Mk.; Hamburg für Vereinsmitglieder 60 Mk., für von auswärts kommende Leichen bei Anmeldung durch einen Verbrennungsverein einschließlich des Harmonium(piels und des Leichenwagens 80 Mk.; Jena: 1. Klasse 73 60,50 Mk., 3. Klasse 50 Mk.; Offenbach: 1. Klasse 74,50 Mark, 2., Klasse 58.50 Mk., 3. Klasse 48,.50 Mi.; Mannheim 75 #kark, bei Benutzung der Leichenhalle 90 Mk.; Eisenach 66 Mk. vei Benutzung der Leichenhalle; Mainz 100 Mk.(für Vereinsmitglieder von Mainz und Wiesbaden 70 Mk.; Karlsruhe 50 Mark. für Mitglieder der Vereine Karlsruhe, Durlach und Duven=Baven 25 Mk.;=Heilbronn: 34 Mk. für Heilbronner Vereinsmitglieder, 40 Mk. für Nichtmitglieder, 3—5 Mk. für Kinder: Ulm: 55 Mk. für Mitglieder der Feuerbestattungsvereine Ulm, Neu=Ulm, München, 75 Mk. für Nichtmitglieder; 57 Mk.(fur Harmoniumspiel und kirchliche Feier 20 30 Mk. mehr); Bremen: für Mitglieder des Bremer Vereins ist die Einäscherung unentgeltlich, für Nichtmitglieder beträgt die 1. Klasse 180 Pkt, zahren der Leiche nach dem Krematorium. Klasse 120 Mk., 3. Klasse 70 Mk., 4. Klasse 35 Mk., 5. Klasse 17 Mk.; Stuttgart: für Vereinsmitglieder in um Stuttgart unentgeltlich, 40 Mk.(einschließlich Aschengefäß„für auswärtige; Koburg: 57.25 Mi.(mit kirchlicher Feier bis 63 Mk. mehr); Pößneck: für Einheimische 32 Mk., für Auswärtige 57 Mk.(kirchliche Feier 10 Mk., Harmonium 5 Mk. mehr); Zittau: 50 Mk. Einascherungsgebühr für Mitglieder eines Feuerbestattungsvereins, 75 Mk. für Nichtmitglieder.— Preußen gestattet eine Feuerbestattung noch nicht, weil das Oberverwaltungsgericht in der von uns mitgeteilten, an Wortklauberei reichen, an Richtigkeit armen Entscheidung angenommen hat, solange die Gesetzgebung nicht geändert sei, sei ein Verbrennen der Leichen an Stelle des Einbuddelns in Preußen nicht zulässig. Der Bittgang der Ortskrankenkasse zum Bremer Senat. Zu den Veranstaltungen für den Kongreß der deutschen Ortskrankenkassen, der in Bremen stattfindet, erhält die„Bremer Bürgerzeitung“ eine Zuschrift, der wir folgendes entnehmen: „Mit Recht steht die Arbeiterschaft auf dem Standpunkt, daß bei wissenschaftlichen, politischen und sonstwie öffentlich bedeutsamen Tagungen wohl eine Vertretung der Behörden notwendig, daß es aber nicht gerechtfertigt ist, aus Geldern der Allgemeinheit bei solchen Anlässen Feste zu feiern und Gastereien abzuhalten, die in den Charakter jener Tagungen sowieso kaum hineinpassen. Die Arbeiterschaft hat umsomehr ein Recht zu ihrer Ablehnung und Kritik, als ihren Tagungen gegenüber fast ausnahmslos die Haltung der Behörden eine ablehnende, wenn nicht direkt feindselige genannt werden kann. Mit Rücksicht auf diese Stellungnahme der Arbeiterschaft erscheint es um so befremdlicher, daß die hiesige Allgemeine Ortskrankenkasse, in der die Vertretung der Arbeiter entscheidenden Einfluß hat, einen Bittgang nach den hiesigen Behörden antrirt, um den Teilnehmern des am 8. August in Bremen zusammentretenden deutschen Ortskrankenkassentages etwas zu bieten, nämlich eine Freifahrt nach Helgoland usw. Der Senat hat sich denn auch wirtlich nicht lumpen lassen und tausend Mark für diesen Zweck bewilligt. Insgeheim müssen die Herren Senatoren schön geschmunzelt haben bei dem Gedanken an die nächstjährige Budgetdebatte.„So kann man der unbequemen Kritik so schön den Mund stopfen. Aus Selbstachtung hätte diese Bettelei untervleiven müssen. In der Reichsversicherungsordnung ist man drauf und dran, die Selbstverwaltung der Versicherten in den rtskrankenkassen zu meucheln, die Rechte der Unfallverletzten aufs scharfste zu beschneiden. Das soll der Ortskrankenkassentag energischste bekämpfen. Deshalb ist der Bittgang um die 1000 Mark und die Entgegennahme dieser Summe aus den Händen der bremischen Regierung um so verwerflicher und muß von der Arbeiterschaft aufs schärfste bekämpft werden. Wohin soll es führen, wenn wir im Parlament die Beseitigung aller derartigen Ausgaben fordern und hinterher in den Institutionen, in denen wir durch unsere Vertretung maßgebenden Einfluß haben, die Hand nach zenen Summen ausstrecken?" Auch wir hätten in Anbetracht der Hetze, der die Arbeitervertreter in den Verwaltungen der Ortskrankenkasse stets ausgesetzt waren, es für taktvoller gehalten, wenn der Bittgang zum Senat sowohl wie zu den Lloydgewaltigen unterblieben wäre. Staatliche Unterstützung der Enthaltsamkeits=Vereine. In Schweden wurde im Jahre 1908 das„Alkoholzehntel“ nach Schweizer Vorbild eingeführt. Ein Prozent desjenigen Erträgnisses der Gotenburger Branntweinschänken, das in die Staatskasse fließt, wird zur Bekämpfung des Alkoholismus verwendet. Für das Jahr 1909 stehen 182000 Kronen zur Verfügung, von denen 83000 zur Einrichtung von Kursen über die Alkoholfrage für die Lehrer bestimmt sind. 3000 Kronen sind dem Verein abstinenter schwedischer Aerzte zugewiesen worden. 37, I. Neuwahl (Wahlperiode bis 30. September 1915). A. für die Arbeitgeber: 1. Karl Recker, Fabrikdirektor, Teichstraße 2, 2. Karl Reyscher, Fabrikant, Dornbergerstraße 29, 3. Georg Schildmann, Kaufmann, Oberwallstraße 8, 4. Karl Dornbusch, Fabrikant, Bergstraße 21, 5. Eduard Essen sen., Möbelfabrikant, Gütersloherstr. 1—3, 6. Gottlieb Krämer, Fabrikant, Am Güterbahnhof 21, 7. Herm. Nöcker, Ziegeleibesitzer, Niederwall 14a, 8. August Gundlach, Fabrikant, Rohrteichstraße 9, 9. Erich Bertelsmann, Fabrikant, Viktoriastraße 9. B. für die Arbeitnehmer: 1. Hermann Scheel, Tischler, Nordstraße 34, 2. Bruno Wagner, Schlosser, Schmiedestraße 11, 3. Friedr. Walkenhorst, Schleifer, Sieker 309, 4. Eduard Fliegner, Schriftsetzer, Wittekindstraße 63, 5. Friedrich Apenbrink, Schlosser, Kaiserstraße 41, 6. Gustav Grube, Dreher, Herforderstraße 129, 7. Gottl. Bökenkamp, Weber, Sieker 13, 8. Albert Siggelkow, Schriftsetzer, Friedrichstraße 9. Moritz Reibig, Dreher, Rohrteichstraße 65. II. Ergänzungswahl. (Wahlperiode bis 30. September 1912) für den Arbeitnehmer Wilhelm Rüter, Packer, Kreuzstraße 3. Bezüglich der Wahlbarkeit und der Wahlberechtigung gelten folgende Bestimmungen des Ortsstatuts: *„§ 6. Allgemeine Erfordernisse für die Mitglieder. Zum Mitgliede des Gewerbegerichts— einschließlich des Vorsitzenden und der Stellvertreter— soll nur berufen werden, wer das dreißigste Lebensjahr vollendet und in dem der Wahl vorangegangenen Jahre für sich oder seine Familie Armenunterstützung auf Grund des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz vom 6. Juni 1870(R. G. Bl. S. 360) und des Gesetzes, betreffend die Ausführung des Bundesgesetzes über den Unterstützungswohnsitz vom 8. März 1871(G. S. S. 130) nicht empfangen oder die empfangene Armenunterstützung erstattet hat. Als Beisitzer soll nur berufen werden, wer in dem Bezirke des Gewerbegerichts seit mindestens zwei Jahren wohnt oder beschäftigt ist. Desgleichen sollen zu Mitglichern des Gewerbegerichts nicht berufen werden Personen, welche wegen geistiger oder körperlicher Gebrechen zu dem Amte nicht geeignet sind. Personen, welche zum Amt eines Schöffen unfähig sind(Gerichtsverfasungsgesetz§§ 31, 32) können nicht berufen werden. § 8. Beisitzer. Die Beisitzer müssen zur Hälfte aus den Arbeitgebern, zur Hälfte aus den Arbeitern entnommen werden. Die Beisitzer aus dem Kreise der Arbeitgeber werden mittels Wahl der Arbeitgeber, die Beisitzer aus dem Kreise der Arbeiter mittels Wayl der Arbeiter, auf die Dauer von sechs Jahren bestellt. Wiederwahl ist zulässig. Alle 3 Jahre scheidet die Hälfte der Beisitzer jeder Kategorie aus und wird durch neue Wahlen ersetzt, wobei Wiederwahl zulässig ist. § 9. Zur Teilnahme an den Wahlen sind nur berechtigt: a) solche Arbeitgeber, welche das fünsundzwanzigste Lebensjahr vollendet und im Bezirke des Gewerbegerichts Wohnung oder eine gewerbliche Niederlassung haben, b) solche Arbeiter, welche das fünfundzwanzigste Lebensjahr vollendet und in dem Bezirke des Gewerbegerichts beschäftigt sind oder, falls sie außerhalb dieses Bezirks in Arbeit stehen, wohnen. " Die im§ 6 Absatz 3 dieses Statuts bezeichneten Personen sind nicht wahlberechtigt. moinoe graesen meines grossen ∆ 90 Standesamts-Nachrichten. Amt Brackwede. In der Zeit vom 16. bis 31. Juli sind bei dem hiesigen Standesamt angemeldet: burten: Söhne: Fabrikarbeiter Heinrich Sielemann, Brackwede, Niederstr. 116; Minenoberheizer Wilhelm Dücker, Brackwede, Bielefelderstr. 92; Kolon Herm. Rüschenpöhler, Senne I 47; Schlosser Heinrich Stricker, Quelle 60; Glasmacher Hugo Zimmermann, Brackwede, Kaiserstr. 178; Bleicharbeiter Wilhelm Lütgert, Quelle 64. " T ö c h t e r: F a b r i k a u f s e h e r H e i n r. K l e i n d e p e n b r o c k, S e n n e I 9 1; Fabrikarbeiter Heinrich Piehl, Brackwede, Osningstr. 34; Arbeiter Hermann Rüter, Senne I 89; Eisenbahnarbeiter Karl Kreickenbaum, Brackwede, Fabrikstr. 94; Glasmacher Alexander Müller, Brackwede, Osningstr. 28; Eisendreher Theodor Wächter, Brackwede, Kaiserstr. 144a; Arbeiter Wilhelm Brechmann, Eggetal 2; Fabrikarbeiter Arnold Justus, Brackwede, Niederstraße 190; Bäcker Karl Hermann Hucker, Brackwede, Niederstraße 44; Knecht Karl Ludwig, Brackwede, Gartenstr. 13; Bahnarbeiter Heinrich Johannhardt, Senne I 4. ###e bote: Maurer Wilhelm Biele, Brackwede, Frieorichsdorferstr. 745, und Witwe Auguste Maß, daselbst; Buchhalter Karl Ulrichskötter, Senne I 5, und Marie Horstmann, Brackwede, Sennerstr. 48. Eheschließungen: Fabrikarbeiter Heinr. Welp, Brackwede, Südwestfeld 5, und Alwine Niemann, Brackwede, Gütersloherstr. 417; Kugelmacher Hermann Höfner, Brackwede, Kaiserstr. 195, und Luise Schmidt, Brackwede, Bielefelderstraße 2; Arbeiter Paul May und Emilie Kamp, Brackwede, Kaiserstr. 127; Fabrikarbeiter Heinr. Vormbrock, Brackwede, Bergstr. 14a, und Luise Wagener, Bielefeld, Viktoriastr. 63; Whrtkarbeiter Wilheim Belel, Senne I 142, und Amalie Brachmehe Westfeld 1; Zuschläger Karl Blaschke, Seisan„Kaiserstr. 131, und Emilie Beverstein, Brackwede, Kutserstr. 55; Arbeiter August Siewert, Brackwede, Friedrichsdorferstr. 19, und Pauline Schürmann, Brackwede, Friedrichsvorferstr. 18; Fabruarbeiter Anton Krejci, Brackwede, Spinnerei Vorwärts 14, und Anna Nitner, daselbst; Fabrikarbeiter Heinr. rd. Brackwede, Gütersloherstr. 165, und Johanne Schlichthaver, Brackwede, Sennerstr. 53; Schuhmacher Aug. Kampmann, Brackwede, Friedrichsdorferstr. 80, und Johanne Wächter, Senne b 38. ###ter befälle: Johanne Anna Luise Stellbrink, 19 J., ede; Martha Naujoks, 1 J., Brackwede: Gustav Rüschenpöhler, 1 T., Senne 1; Marie Mehm, 1 J., Brackwede. Ne ume Gcs dass sämtliche Sommer-Waren Mitglieder einer Innung, für welche ein Schiedsgericht in Gemäßheit des§ 81 ab Nr. 4 und der§§ 91 bis 91b der Gewerbeordnung errichtet ist, und deren Arveiter sind weder wählbar noch wahlberechtigt. 8.10. Das Reich, der Staat, die Gemeinden und sonstige öftentlich Verbände, sowie juristische Personen üben ihr Stimmrecht durch ihre gesetzlichen Vertreter aus. Als Arbeitgeber im Sinne der§§ 8 bis 9 dieses Statuts gelten diejenigen selbständigen Gewerbetreibenden, welche mindestens einen Arbeiter(§ 2) regelmäßig das Jahr hindurch oder zu gewissen Zeiten des Jahres beschaftigen. Den Arbeitgebern stehen im Sinne der bezeichneten Bestimmungen die mit der Leitung eines Gewerbebetriebes oder eines bestimmten Zweiges desselben betrauten Stellvertreter der selbständigen Gewerbetreibenden gleich, sofern ihr Jahres=Arbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt zweitausend Mark übersteigt. Die durch§ 1 Absatz 1 Ziffer IIa und b der Zuständigkeit GHewerbegerichts unterstellten Hausgewerbetreibenden und als Arveiter wuhlberechtigt und wählbar. M.51. S 11. Mahl. Wahl oer Beisitzer. .. Die Wuhl oer Beisitzer ist unmittelbar und geheim. Sie erfolgt nach den Grundsatzen der Verhältniswahl. Der gesamte Bezirk des Gewerbegerichts bildet einen Wahlbezirk. .„ Zur Vornahme der Wahlen wird Termin angesetzt: jur arbeitnehmer auf: Mittwoch, den 22. September Donnerstag, den 23. September, Freitag, den 24. September, in der Zeit von mittags 12 Uhr bis abends 8 Uhr, für Arbeitgeber auf: Sonnabend, den 25. September, in der Zeit von 10 bis 12 Uhr vormittags. Wahllokal für Arbeitnehmer: Saal des Bielefelder Konzerthauses(Eingang Notpfortenstraße), Wahllokal für Arbeitgeber: Gewerbegerichtssitzungssaal(Rathaus, Zimmer 34j. Alle Wahlberechtigten—. Arbeitgeber und Arbeitnehmer— hiermit zur Einreichung von Wahlvorschlagslisten an die Gerichtsschreiberei des Gewerbegerichts(Rathaus, Zimmer 31), bis zum 1. September d. J. mit dem Hinweis aufgefordert, daß die Stimmabgabe bei den Wahlen auf die in diesen Listen vorgeschlagenen wahlbaren Personen beschränkt ist. Die Vorschlagslisten für Arbeitgeber dürfen höchstens neun Namen(für die Wahlperiode bis 30. September 1915) und die Vorschlagslisten für Arbeitnehmer höchstens zehn Namen(die ersten für die Wahlperiode bis 30. September 1915— Hauptwahl— der letzte für die Wahlperiode bis 30. September 1912 — Ergänzungswahl) enthalten; sie müssen sämtlich mindestens von je 20 Wählern unterzeichnet sein und ausdrücklich einen für weitere Verhandlungen bevollmächtigten Vertreter bezeichnen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß jeder Wähler nur eine Vorschlagsliste unterzeichnen kann; hat er mehrere unterschrieben, so wird sein Name auf diesen gestrichen, so daß erforderlichenfalls an Stelle der gestrichenen andere Unterschriften beschafft werden müssen. Bei der Wahl selbst, die nach den Grundsätzen der Verhältniswahl erfolgt, überreichen die zur Stimmabgabe sich meldenden Personen einen Ausweiszettel über ihre Personalien als Legitimation(§ 15 des Statuts). Bei den Arbeitnehmern muß der Ausweiszettel entweder von dem betr. Arbeitgeber oder von dem zuständigen Polizeibezirksvorsteher unterschrieben sein. Das Wahlrecht kann nur in Person und durch Abgabe eines Stimmzettels im Wahltermin ausgeübt werden. Die Formulare für die Vorschlagslisten und die Legitimationszettel(für Arbeitgeber weiß, für Arbeitnehmer grünf werden unentgeltlich auf der Gerichtsschreiberei des Gewerbegerichts (Rathaus, Zimmer 31) verabfolgt. Der Vorsitzende des Gewerbez. Sommertheater! (Brinkhoffs Tonhalle.) Heute 8½2 Uhr: Zum 2. Male! Erfolgreiche Novität. Der Stammbaum. Schwank in 3 Akten von Paul Leuz und Gust. May=Hartung. Sonnabend, 7. August, Anf. 8½ Uhr: Doppel-Vorstellung zu ermäßigten Preisen! Im weissen Rössl und Als ich wiederkam. Lustspiele v. Blumental u. Kadelburg. 4212 Grosse Posten farbige Schans- und Ohistel gelangen bis zur Hälfte des reellen Wertes zum Verkauf. Restbestände meines grossen Lagers werden zu jedem nur annehmbaren Preise abgestossen. Während des Ausverkaufs auf sämtliche Artikel Prozent-Kktrd-Rabatt! Bekanntmachung. Gosos 2 de Pr. Ende, September d. J. in Gemäßheit des S 8 taturs für die Stadt Bieleseld ausscheidenden und bereits früher ausgeschiedenen Mitglieder des Gewerbegerichts ist Neuwahl bezw. Ergänzungswahl erforderlich. * M Reparaturen auch bei mir nicht gekaufter Waren werden prompt, gut und billig ausgeführt in eigener Werkstatt. Auf eilige Reparatur kann gewartet werden. 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In der Septemberversammlung guten 2 rezitiert Fräulein Paulchk Stahl Dichtungen von Ludwig Thoma.(4207 Die Ortsverwaltung. Vogelbauer, mehrere, Nester, Nistkörbe, Gläser zu verkaufen. Frau Hörnes, Sieker 277, Ende Mühlenstraße. 4216“ Zur Aufklärung!“ Zu der in der gestrigen Nummer der„Volkswacht" unter der Rubrik „Aus der Stadt und Nachbarschaft" erschienenen Notiz„Vom Verband der Friseurgehilfen" teile ich der werten Arbeiterschaft mit, daß ich nicht für 25 Pfg., sondern für 20 Pfg. Haare schneide. Achtungsvoll Fr. Anna Weiß, Jöllenbeckerstr. 28. Mäöbel für jeden Bedarf in allen Preislagen. Standke, Weststraße 7." s3821“ Nähmaschinen und Fahrräder sowie sämtliche Zubehörteile. Beckord& Lohmann, Gütersloherstr. 58a.[3871 Ausverkauf.(4136“ Da mein Laden bis zum 1. Okt. geräumt sein muß, verkaufe sämtliche Schuhwaren zu jedem annehmbaren Preise. Brunwinkel, Sieker. 329. Oefen und Haushaltungsgegenstände in großer Auswahl, auch bei Tei.= zahlungen, empfiehlt C. 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Wahl des Par des Ortes. an Parteigenossen! — die Wahl von Del rechtzeitig. Die Anträge müss Parteivorstandes, Ad W. Pfannkuch sein, wenn sie entsordes Organisationssta die gedruckte Vorlag Anträge einzelner nung des Vorstandes sie zur Veröffentlichu Den Anträgen etw im„Vorwärts" noch abgedruckt. Die Gen dem Parteitag selbst nossen begründen zu Die Delegierten 1 Parteivorstande und machen, damit ihnen? gehen können. Die Adresse des L Richard Li 1. Die Mandatsformt #parteibureau: W. P versandt. Gener Nach den neu perrten nunmehr amtzahl der am Auch am Freitag Stockholm haben die Behörden sich Durückzuziehen.## in Stockholm. E Schären aufrechte pie erste Versamn #lten Versammlut Arbeiter versamm Für die Proviwerksbetriebe Bes #estellt worden, Schaftsbetriebe in ##uht der Fuhrbetr #en und Straßen samte Verkehr bis Diese Dampfer we Kohlenvorrat bald heranzuschaffen, n Selsingfors und a esteut. Die Bumaben beschlossen, Kolmer Buchdrucke Stellung nehmen. . 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