nd om ebe zen in tet ille nt. der ten tit ert este pros nt4rts ür age Seg ach aft tag dien em den n e ver ser ein in itte ute gt in in ar l1 geen nit er r en e. r 3 10 er ufe 58 er in e 14 er für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Nr. 177. *— PV AUTU COSTU Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag der Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht" A. Gerisch& Co., Vieleseld. Bielefeld, Montag, 2. August 1909. 20. Amerika und China. Seit bald zwei Monaten findet sich in den Spalten der großen Presse immer wieder die Frage erörtert von dem Anteil des amerikanischen Kapitals an der Anleihe für die chinesische Bahn von Hankau am Jangstse nach der südwestlichen Provinz Szechuan. Da man der Frage eine nicht kleine weltpolitische Beveutung beimessen muß, soll hier über sie kurz berichtet werden. Sie hat die folgende Vorgeschichte. Am 6. Juni d. J. wurde ein Abkommen zwischen der chinesischen Regierung und einem deutsch=englisch=französischen Bankkonsortium über die Anleihe für die Bahn auf der genannten Strecke unterschrieben. Gegen dieses Abkommen erhob die amerikanische Regierung Einspruch unter Berufung auf ein schriftliches, im Jahre 1904 gegebenes Versprechen der chinesischen Regierung, diese Anleihe auf der amerikanischen und englischen Börse unterzubringen. Zwar bewiesen die englischen, deutschen und französischen Kapitalisten, daß die Amerikaner von ihren Unterredungen mit der chinesischen Regierung wußten, und trotzdem keinen Anspruch auf ihren Anteil erhoben hätten, aber die amerikanische Regierung will von keinen Einwänden wissen und besteht, wie Shylock, auf ihrem Scheine. England wies im ersten Augenblick die amerikanischen Forderungen ab, aber später gab es sein Einverständnis mit ihnen, um es mit der aufsteigenden Konkurrenzmacht nicht zu verderben. Die deutsche Regierung unterstützte von vornherein die amerikanische, obwohl es auf eine Minderung des Anteils auch der deutschen Kapitalisten hinausging, denn sie hoffte auf die Unterstützung Ameritas gegen die monopolisierenden Neigungen des englischen Kapitals in China. Nunmehr ist der Anteil Amerikas an der Anleihe prinzipiell bewilligt, und es handelt sich nur noch um die Höhe des Anteils. Die Amerikaner fordern für sich 50 Proz. der Anleihe, die 100 Millionen Mark betragen soll. weltpolitische Bedeutung dieses Streites zu erklären, ist es notwendig, sich an das Verhältnis der Vereinigten Staaten zu den ostasiatischen Fragen und speziell zu China zu erinnern. Die Vereinigten Staaten begannen nach dem Stillen Ozean zu schielen schon zu einer Zeit, als ihre ökonomische Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckte, als der Drang des Kapitals nach neuen Märkten und Anlegungsgelegenheit keine Triebkraft dazu sein konnte. Es geschah von dem Moment an, als die Vereinigten Staaten zum Stillen Ozean einen direkten Zutritt erlangt hatten. Der Blick weitsebender amerikanischer Politiker erkannte die Bedeutung des Stillen Ozeans schon zu derselben Zeit, als Marx in der Revue der„Neuen Rheinischen Zeitung" bei der Würdigung der neuentdeckten kalifornischen Goldgruben auf sie hinwies. Aber diese Erkenntnis konnte Amerika so lange nichts nützen, als ihm der amerikanische Kanitalismus nicht die Mittel vorschaffte um eine starke OriegsAmerika so lange nichts nützen, als ihm der amerikanisch bilatismus nicht die Mitter verschaffte, um eine stärte Kriegsflotte zu bauen. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts beschlagnahmte Amerika die Hawaiinseln, die Philippinen, einen Teil Samoas. Das waren die ersten Schritte des amerikanischen Imperialismus. Seit dieser Zeit waren seine Geschicke mit denen Ostasiens verbunden. Daraus entstand der Gegensatz Amerikas zu Japan, jener schnell sich entwickelnden ostasiatischen Macht, die ihren Appetit auf Ostasien nicht verbarg. Auch die Handelsinteressen der amerikanischen Industrie begannen in China, dem neuen Nachbar Nordamerikas, seit der Annexion der Philippinen zu wachsen. Während im Jahre 1880 die Einfuhr aus China nach Nordamerika 21 Millionen Dollar betrug, und die Ausfuhr nach China nur 1 Million Dollar, betrug im Jahre 1900 die Einfuhr aus China 27 Millionen, und die Ausfuhr nach China 15½ Millionen. Im Jahre 1906 betrug, schon die Ausfuhr der Vereinigten Staaten nach China 33 Miulionen Dollar, und die Einfuhr aus China 19 Millionen sollar die Ausfuhr überstieg also schon stark die Ei aufstand erlittenen Schaden schuldete, sondern sie suchte dabei gleichzeitig bei den Chinesen den wahrscheinlich nicht ganz unvegrundeten Glauben zu erwecken, daß die europäischen Mächte bei der Berechnung ihres Schadens nicht sehr reell vorgegangen seien. Im übrigen aber hielt sich Roosevelt zurück, da er jeden Anstoß in Japan, wo man natürlich diese Vorgänge argwöhnisch beobachtete, vermeiden wollte. Der Nachfoiger und Parteifreund Roosevelts, der jetzige Präsident Amerikas, Taft, war ein Gegner dieser, nach seiner Meinung schlappen, Politik Roosevelts. Noch zur Zeit der Präsidentschaft Roosevelts, als kriegsminister, sagte er das offen heraus. Jetzt, nachdem er das Ruder der Vereinigten Staaten in der Hand hat, nützte er die erste Gelegenheit aus, um einen Schritt in der Richtung seiner Politik zu tun. „Die Anteilnahme an der Anleihe soll ein solcher Schritt sein. Wie die deutsche Regierung das Eindringen des deutschen Kapitals in die Turkei unterstützt, um die Eroberungspläne Englands in Mesopotamien und Arabien zu durchkreuzen, oder um wenigstens an der Verteilung der türkischen Beute teilzurehmen, so will jetzt Amerika seinen Handelsverkehr mit China heben,„das amerikanische Kapital in China investieren, die chinesische Regierung stärken, um auf diese Weise die Pläne Japans und dessen Einflu= zu lähmen. Die amerikanische Regierung bewog jetzt verschiedene Kapitalistengruppen, das Geld für, die Anleihe zu verschaffen, sie verlangt, daß ein bestimmter #####er. Bahn von amerikanischen Ingenieuren gebaut wird, daß dabei amerikanisches Material verwendet wird usw. Gleichzeitig bewog sie die amerikanische Bank, die International Banking Corporation, in Peking eine Zweigstelle zu errichten. sie Pfanx Fasis.““ kapitalistische Presse unterstüßzt energisch Diese Tatsache beweist, daß Amerika sich Almählich von der gänzlichen Abhängigkeit vom europäischen ##at befreit. Bei dem enorm schnellen Tempo der kapistaiistischen Entwicklung Amerikas konnte das in Amerika akku teistischen, Klulierte K kkuischesich estcnihe beie a lie etcie ###enigen, es legte allein in Kuba mehr als 800 Millionen ##lart an. Die letzte Wendung in der auswärtigen Politik „scorvamerikas beweist, daß diese Entwicklung schon weit fortgeschritten ist und daß die kapitalistischen Triebträfte des gamerikanischen Imperialismus immer stärker werden. Das forcierte Eindringen Amerikas in China muß die japanische Regierung beunruhigen. Taft weiß das sehr gut, aber er rechnet darauf, daß Japans Geldklemme es vor allen kriegerischen Schritten fernhalten wird. Da Japan wirklich an einem großen Kapitalmangel leidet und sich noch nicht von den Anstrengungen des russisch=japanischen Krieges erholt hat, wird es sich auch hüten, den ihm hingeworfenen Fehdehandschuh aufzuheben. Sicher aber wird es seine Rüstungen beschleunigen, was auch Amerika wird nachmachen müssen. So bekommt der wahn innige Flottenwettstreit einen neuen Anstoß, was die Möglichkeit internationaler Zusammenstöße— deren es an sich schon nicht wenige gibt— erhöht. Hontische Die neuen Finanzgesetze. Der beste Beweis dafür, daß die im Reichstage beschlossenen Finanzgesetze in höchst leichtfertiger Weise zusammengestoppelt worden sind, ist wohl der Umstand, daß dem Reichstag sofort bei seinem Wiederzusammentritt ein Ergänzungsgesetz zur Talonsteuer vorgelegt werden muß. Auch die anderen Steuern leiden teilweise an bedenklichen Unklarheiten. So bestimmt der§ 38 des Gesetzes über die Besteuerung der Beleuchtungsmittel, daß die Fabriken und Verkaufshäuser verpflichtet sind, die Angaben über ihre Erzeugnisse mindestens Monate vor dem Inkrafttreten des Gesetzes bei der Steuerbehörde zu machen. Das Gesetz tritt nun am 1. Oktober in Kraft, so daß also die Fabrikanten und Verkaufshäuser ihre Angaven am 1. Juli, also zu einer Zeit, wo das Gesetz noch garnicht bestand, hätten machen müssen. Der Bundesrat hat sich nun damit geholfen, daß er den Interessenten erklärte, es genüge auch, wenn sie ihre Anzeigen machen, sobald die Ausführungsbestimmungen veröffentlicht sind.— Auch hier wieder jetzt sich der Bundesrat über den Wortlaut des Gesetzes hinweg und trifft eigenmächtig eine Abänderung.— Wie mitgeteilt wird, soll die Erhöhung der Mannschaftslöhnung bereits in Augriff genommen sein; sie wird beim Militäretat gefordert, die Deaung son aber in einem besonderen Gesetze geregelt werden. — Das Gesetz über die Reichspertzuwachssteuer durfte sobald nicht vorglegt werden, wenn auch im Reichsstempelgesetz ausdrücklich bestimmt ist, daß eine solche Vorlage dem Reichstage spätestens am 1. April 1911 vorzulegen ist. neue Schankgefäßgesetz. Das„Reichsgesetzblatt" veröffentlicht das Gesetz wegen Aenderung des Schankgefäßgesetzes. Nach dem neuen Gesetz sind nur Schankgefäße zuzulassen, deren Sollinhalt einem Liter oder einer Maßgröße entspricht, die vom Liter aufwärts durch Stufen von einem halben Liter, vom Liter abwärts durch Stufen von Zehnteilen und vom halben Liter abwärts durch Stufen von Zwanzigteilen des Liters gebildet wird. Die Schaumgrenze bei Schankgefäßen für Bier muß künftig zwei bis vier Zentimeter betragen, doch ist bis zum 1. Oktober 1913 der Gebrauch von Schankgefäßen für Bier mit einem Mindestabstande von einem Zentimeter gestattet. Das Gesetz tritt am 1. August 1909 in Kraft. Die Auslegung des Reichsvereinsgesetzes. Das sächsische Oberverwaltungsgericht entschied, daß es zulässig sei, daß Polizeibeamte bei nicht anmeldepflichtigen Gewerkschaftsversammlungen anwesend sind, um festzustellen, ob die Bestimmung des Reichsvereinsgesetzes, daß keine politischen Angelegenheiten besprochen werden, nicht verletzt wird. " In einer öffentlichen Fabrikarbeiterversammlung in Garsevach bei Meißen entfernte sich ein Schutzmann trotz mehrmaliger Aufforderung des Vorsitzenden nicht. Die bei der Kreishauptmannschaft eingelegte Beschwerde wurde verworfen, und das Oberverwaltungsgericht hat sich dem angeschlossen. Eine auffällige Absage. Unter dieser Spitzmarke berichten bürgerliche Blätter, daß die konservative Parteileitung des Wahlkreises Landsberg=Soldin die Kandidatur dem früheren Landrat des Kreises. jetzigen Geheimrat Wahnschaffe angeboten hat. Herr Wahnschaffe hat abgelehnt mit der Begründung, daß er eine Partei nicht vertreten könne, die mit dazu beigetragen habe, seinen höchsten Chef, den Fürsten Bülow, zu stürzen. Die Konservativen haben sich dann bekanntlich mit dem Amtsgerichtsrat Holtschke getröstet. Keine neue konservative Partei. Wir berichteten vor einigen Tagen, daß eine Versammlung der konservativen Vereine von Berlin und Umgegend beschlossen habe, eine neue konservative Partei zu gründen. Jetzt wird der„Schles. Zeitung“ mitgeteilt, daß allerdings eine Versammlung von Vertretern konservativer Vereine von Berlin und Umgegend stattgefunden habe, indessen nur zum Zwecke eines engeren Zusammenschlusses dieser Vereine. Es sei bestimmt worden, daß im September eine neue Versammlung statfinden solle; von der Bildung einer neuen Partei sei ader nicht die Rede gewesen. — Eine Preiserhöhung für Berliner Weißbier beschloß am (Sonnabend eine Versammlung der Weißbierbrauereien und der Vorstände der Gastwirtsorganisationen. Es wurden folgende Mindestpreise festgesetzt, die vom 16. August ab in Kraft treten: Die Brauereien erhöhen den Weißbierpreis pro Liter von 10 auf 13 Pfg., für die große Weiße von 20 auf 25 Pfg. Diejenigen Gastwirte, die die vereinbarten Mindestpreise nicht innehalten, erhalten von den Weißbierbrauereien kein Bier mehr geliefert. „Der Beschluß wurde gefaßt gegen die Stimme der Hauptinteressenten, nämlich des Vereins der Weißbierwirte. Der Verein hält eine Preiserhöhung für höchst bedenklich, da durch sie voraussichtlich ein Konsumrückgang erfolgen werde. Mit einer Schröpfung der Koniumenten im Prinzip ist er einverstanden. Er hatte vorgeschlagen, die alten Preise beizubehalten und lieber das Schankmaß entsprechend zu verkleinern. Folgen der Zündholzsteuer. Wie berichtet wird, sind die der tschen Streichholzfabriken nicht in der Lage, den Bedarf an Streichhölzern zu decken, obgleich in den meisten Fabriken ununterbrochen gearbeitet wird. Die Folge ist eine ungeheure Zunahme der Einfuhr ausländischer Streichhölzer. Von Schweden gehen täglich mehrere Waggonladungen ab. Empfänger sind deutsche Warenhäuser und Großfirmen. Einige Berliner Warenhäuser sollen in den letzten Tagen mehrere hundert Zentner Streichhölzer zu erhöhten Preisen abgesetzt haben. Vom liberalen Vereinsgesetz. Bekanntlich hatte die Polizei mehrfach die Veranstaltungen des Freidenkervereins in Halle auch die am 4. April stattgehable Jugendweihe. Die gegen die Polizei erhobenen Beschwerden waren erfolglos. Man klagte aber den Vorsitzenden des Freidenkervereins, Genossen Koch, an, der vom Schöffengericht zu 15 Mk. Geldstrafe verurteilt wurde. weil er eine„politische Versammlung“— die Jugendweihe— nicht bekannt gemacht hatte. Der mitangeklagte Genosse Reoakteur Niebuhr wurde freigesprochen. § 175. Ostrowo, 2. August. Wegen mehrerer Vergehen gegen§ 175 des Strafgesetzbuches verurteilte die hiesige Strafkammer den Buchhändler Fritze und den Lehrer Hoppenheim zu 9 bezw. 3 Monaten Gefängnis. Unverfrorene Biersieder. Die Bierbrauereien in SchleswigHolstein wollen es ihren Kollegen in den übrigen Teilen des Reiches gleich tun und auf die Biertrinker nicht bloß die neue Steuer, sondern auch alle andern gestiegenen Lasten inklusive eines Zuschlages auf den Profit abwälzen. In diesem Bestreben leisten ihnen die Gastwirte tatkräftige Hilfe. Die Herren wissen allerdings, daß ihr Vorhaben starken Widerstand auslösen wird und sie sind deshalb auf eine höchst eigenartige Idee verfallen. Wie die„Tonderner Nachrichten“ mitteilen, haben sie an die Zeitungen Schleswig=Holsteins ein Zirkular gerichtet, das als vertraulich bezeichnet wird und in dem gebeten wird, die Zeitungen möchten die Bierpreisfrage nicht erörtern und auch keine Berichte über etwaige Versammlungen der Konsumenten bringen. Durch die Veröffentlichung dieses vertraulichen Rundschreibens wird den Herren die Suppe jedenfalls einigermaßen versalzen werden. Einkommensteuererhöhung in Württemberg. Das Defizit im württembergischen Staatshaushalt macht eine Erhöhung der Einkommensteuer, sowie der Grund=, Gewerbe= und Kapitalsteuer nötig. Die Regierung hatte ursprünglich eine durchschnittliche Erhöhung dieser Steuern um 12 Prozent beantragt. Verschiedene Umstände machten es möglich, mit einer geringeren Steuererhöhung auszukommen. Namentlich trägt dazu die Vermehrung der Eisenbahneinnahmen durch die Erhöhung des Fahrder vierten Wagenklasse bei. Da diese Fahrpreiserhöhung hauptsächlich die minderbemittelten Klassen trifft da ferner durch die Gestalt, die die Reichsfinanzreform schließlich gefunden hat, der Besitz geschont und wiederum die ärmeren Bevölkerungsschichten besonders schwer belastet worden sind, so beantragte die sozialdemokratische Fraktion am Freitag in der Finanzkommission des württembergischen Landtages, die Einkommen von 500 bis 3050 Mk. von der Erhöhung der Steuer lassen, dagegen die Steuer auf Einkommen von 3050 bis 20000 Mk. um 7½ Prozenk und die Steuer auf Einkommen von über 20000 Mk. um 10 Prozent zu erhöhen. Dieser Antrag wurde leider von sämtlichen bürgerlichen Parteien abgelehnt und eine für alle Einkommen, die kleinsten wie die größten, vollkommen gleichbleibende Erhöhung der Steuer um 5 Prozent beschlossen. Mehrheit, welche diesen Beschluß auch im Plenum durchsetzen wird, bewies dadurch, daß sie ebenso wenig wie die Steuermehrheit des Reichstages die Anstandspflicht der Besitzenden, mehr als die ärmeren Schichten zu den Staatslasten beizutragen, anerkennen will. Eine merkwürdige Schutzmannsinstruktion. Vor dem Kieler stand am Donnerstag ein Maurer, weil er einen Arbeitswilligen verhauen haben soll. Vor Gericht erklärte ein Schutzmann, der als Zeuge vernommen wurde, auf eine Frage des Verteidigers, daß er nicht verpflichtet sei, ihm zu antworten. Als er vom Verteidiger und vom Vorsitzenden darauf hingewiesen wurde, daß er zur Aussei, erklärte er, den Schutzleuten sei von der vorgesetzten Behörde die Instruktion erteilt worden, auf Fragen echtsanwälte nicht zu antworten, weil sie dadurch zu sehr Enge getrieben wurden. Nach einer Zurechtweisung des Vorsitzenden mußte er dann doch auf die Fragen des Verteidigers seine aussagen machen. wurde zu 50 Mk. Strafe verurteilt; dafür fünf Wochen an Untersuchungshaft gesessen und war von Polizei wie ein Verbrecher photographiert, auch waren Abdrücke von seinen Fingern genommen worden. Bund der Landwirte und Bauernbund. uich niche dien Jnesas sick“ Dr. Hahn und Wangenheim können Ame s, S#eifel darüber sein, daß die Gründung des neuen Bauernbundes für den Bund der Landwirte geradezu Sprengbedeutet. Die„Korrespondenz des Bundes der Lanogibt sich nun die größte Mühe, den neuen Bauernbund Werk einiger Leute hinzustellen, die lediglich von der Absicht getragen sind, einen Keil in den deutschen Bauernstand hineinzutreiben. An sich war es auffällig, daß die Gründung neuen Bauernbundes in der Provinz Westpreußen erfolgte; eine Erklärung dafür bietet der Umstand, daß dort zwischen den Seirsch,Peger un Junkern ein tiefgehender Zwist ausFührung des Saun32s Junker hatten vor einiger Zeit unter Rurtt## des Bundes der Landwirte eine Deputation an den Si#sten Bülow entsandt, um diesen zu ersuchen, bei der Aufreitung Der angekauften Güter für die Erhaltung von Resttragen. Die von der Ansiedlungskommission angekauften Güter wurden sofort parzelliert, und den Junkern lag nun daran, den Kern dieser Güter, der aus Herrenhäusern, Parkanlagen usw. bestand, für sich möglichst billig zu erwerben. kleinen Ansiedler natürlich nicht einverstanden, deshalb haben sie auch dagegen protestiert, daß die Regierung, für die Erhaltung der Restguter und demnach gegen nige Aufteilung des Großgrundbesitzes, jewonnen werden soll. Diesen Zwist haben sich die nationalliberalen Agrarier Wamhoff, Wachhorst de Wende u. a. zunutze gemacht, und so ist der neue Bauernbund geradezu in einer Domäne des Junkertums entstanden. Die„Korrespondenz des Bundes der Landwirte" behaupter nun, die Erhaltung der Restgüter sei nur deshalb geferdext, worden, weil man in einer gesunden Mischung Mittel= und Kleinbesitz das künftige Heil der Landtschaft zu erblicken habe. Dafür, daß diese Restgüter den Junkern vorbehalten bleiben sollen, gibt das Blatt allerdings vorsichtigerweise keine Erklärung ab. #### der vönigen Aufteilung des erworbenen GroßgrundSin Erblicken die Herren vom Bunde der Landwirtschaft ein Stuck Sozialismus. Wenn man überhaupt erst daran gehe, den Besitz nach seinen Größenverhältnissen abzumessen oder zu zerstören, so gei kein Halten mehr darin. Dann käme man zu den Grundsätzen des Sozialismus, die schließlich allen Besitz aufheben wollen. Der Selbsterhaltung des Bauernstandes entspreche die Haltung des Grundeigentums, nicht seine Aufbei## i#er Zeiforung. Man wird zugeben müssen, daß diese Ark der Begründung oberflächliche ist, und sie kann es auch sein, weil der eine sehr oberflächliche ist, und sie kann es... m abspenstigen Mitglieher vorläufig Magen liegt. Eine tuchtige Portion Heuchelei liegt aber darin, wenn behauptet wird, der Bund der Landwirte treibe keine Parteipolitik, sondern stehe sich mit allen bürgerlichen Parteien gut. In Wirklichkeit hat der Bund der Landwirte z. B. in Hannover nationalliberale Parteigänger gezwungen, aus dem Bunde auszutreten, weil es den Bündlern gefallen hat, eigene Kandidaten aufzustellen, die konservativ gerichtet waren, und für die die nationalliberalen Bauern nicht ohne weiteres einzutreten gewillt waren. Der Bund der Londwirte war von allem Anfang an eine konservative Parteigründung, und es ist ihm ja auch gelungen, in der Provinz Hannover den Nationalliberalen ein Mandat nach dem andern abzunehmen. Verfehlt wäre es natürlich, den neuen Bauernbund etwa mit dem früheren baydung der Nationalliberalen Partei, um zu verhüten, daß die Nationalliberalen jeden Einfluß auf dem Lande einbüßen. Der bilft sich..= Bund der Landwirte####### nun damit, daß er den neuen Dauernbund mit der Borse und mit der Großfinanz zusammenbringt und ziemlich geschickt darauf hinzuweisen versucht, daß es lediglich Börseninteressen gewesen sind, die zur Gründung des Bundes den Anlaß gaben. Jedenfalls aber steht soviel fest, daß der Einfluß der Junker in dem Augenblick einen gewaltigen Stoß erhält, in dem die Masse der Bauern ihm die Gefolgschaft kündigt. Kreth gegen Pod. „ Ki Als der Herr v. Podbielski Agent der großen Elektrizitatsgesellschaften wurde, fand man in der agrarischen Presse häufig Artikel über die zunehmende Bedeutung der Elektrizität für die landwirtschaftlichen Betriebe, die manchmal den Eir lchal gen Eindruck erweckten, als oo sie weniger der technischen Belehrung als der Förderung der Aquisitionstätigkeit Pods dienen sollten. Diese Zeit liegt nur wenige Monate zurück, inzwischen scheint in der Beurteilung der Bedeutung der Elektrizität für die Landwirtschaft in den leitenden agrarischen Kreisen ein Umschwung eingetreten zu sein, denn plötzlich beginnen die noch vor kurzem so elektrizitätsbegeisterten agrarischen Organe ihre Anhänger und Leser vor Beteiligung an Elektrizitätsprojekten hänger und Leser vor Beteiligung an Elektrizitätsproje zu warnen. Die„Deutsche Tageszeitung“, die noch vor wenigen Wochen Podbielski als den Vorkämpfer der Elektrizität im Dienste der Landwirtschaft feierte, veröffentlicht nun eine angebliche Zuschrift, die zunächst darüber klagt, daß Vertreter der großen Elektrizitätswerke das Land bereisen und Kostenanschläge vorlegen, daß allenthalben Ueberlandzentralen gebaut oder wenigstens geplant werden, wobei eine Firma der anderen den Rang abzulaufen sucht. In förmlicher Hurrastimmung sollen von den Landwirten Bestellungen auf große Ueberlandzentralen erteilt worden sein, dem Verfasser der Zuschrift soll der Vertreter einer Elektrizitätsfirma erzählt haben, daß er ein solches Millionenobjekt in zwei Stunden in der Tasche gehabt hätte. Die technischen Einwände, die recht oberflächlich ganz allgemein gegen die Verwendung der Elektrizität in landwirtschaftlichen Betrieben erhoben werden, sind gerade in der„Deutschen Tageszeitung zur Zeit der letzten Bundesversammlung im Zirkus Busch in sehr interessanter Weise als unzutreffend zurückgewiesen worden. Merkwurdig spät haben sich die Oertelleute daran erinnert, daß bisher wenig Erfahrungen über bendzentraler reits im Betriebe befindliche Ueberla....„in rein= oder ch vorwiegend landwirtschaftlichen Bezirken vorliegen, da man brungen aufweisen kann, so wird erzählt, daß die Mißerfolge solcher Ueberlandzentralen nach Meinung eines Vertreters einer nichtgenannten Elektrizitätsgesellschaft nur deshalb nicht bekannt werden, weil diejenigen, die mit solchen Anlagen hereingefallen sind, das nicht zugestehen werden. Die Kabelleitungen zwischen Pod und dem Bund der Landwirte scheinen in Unordnung geraten zu sein denn diese Warnungen können sich nur gegen seine Tätigkeit im Dienste der Elektrizitätsgesellschaften richten. Gegen Pods Kreths Spiritus ausgespielt. Ein Elektrizität ,wird schließlig 1#### Silt#el pekuniären Opfern hat die Spirituszentrale die technische Verwendung des Spiritus zu fördern gesucht und unser Brennereigewerbe wird die ihm zugedachte weitere Belastung nur tragen nnen, wenn auf diesem Wege mit Erfolg weiter gearbeitet wird. Licht und Kraft soll der Spiritus erzeugen, ruft in dem Hauptorgan des Bundes der Landwirte der agrarische Spiritusschwarmer aus, die elektrischen Zentralen sollen den Großstädten vorbehalten bleiben. Verflogen ist die Elektrizitätsbegeistern Kleines Feuilleton. Die„höchsten“ Eisenbahnen der Welt. Europa wird sich nie rühmen können, die höchste Eisenbahn der Welt zu besitzen; denn selbst wenn die projektierte Bahn auf Europas höchsten Berg, den Montblanc, zur Wirklichkeit wird, so wurde sie doch noch hinter den Andenbahnen Südamerikas zurückbleiben, die schon jetzt, der bedeutenden Meereshöhe der Andenpässe entsprechend, ganz beträchtliche Steigungen zu überwinden haben. Außerdem handelt es sich im ersteren Falle nur um solche Bahnen, die zur größeren Bequemlichkeit der Touristen erhaut sind, wahrend die südamerikanischen Bahnen einem ernsten Verkehrsbedurfnis ihren Ursprung verdanken. Die höchste Eisenbahn der Welt besitzt Peru. Sie verbindet Callao und Lima mit Cerro de Pasco und liegt in dem MeigTunnel bei der Piedra=Parodi 4834 Meter über Meereshöhe. Mit welchen Schwierigkeiten überhaupt in Südamerika der Bahnbau zu kämpfen hat, zeigt schon ein Blick auf die Karte ild. Auf dem verhaltnismäßig schmalen Küstendieses Erdteils. Auf dem verhältnismäßig sch streifen zwischen der Cordillera de los Andes und dem Stiulen Ozean sieht man, namentlich in Columbia und in Nord-Chile, zaylreiche Bahnstrecken zwischen Küste und Gebirge, die aber meist in dem letzteren, oder gar an seinem Fuße, ein frühzeitiges Ende finden. Nur wenige durchqueren die Anden. Unter diesen ist die Bahnstrecke, welche Mollendo in Pern mit Puno und weiter, am Titieacasee entlang, mit La Paz und Oruro in Bolivia verbindet, die zweithöchste der Welt; sie erreicht bei Crucero eine Meereshöhe von 4460 Metern, nach anderen Messungen sogar 4468 Meter. Von La Paz und Oruro aus durchquert eine zweite Bahn, die mit der ebengenannten einen Halbkreis zur Küste bildet, die Anden in jüdwestlicher Richtung. Sie überschreitet die Anden bei Ascotan in über 4000 Metern Höhe und endigt in Antofagasta an der nordchilenischen Küste des Stillen Ozeans. Die im Bau befindliche Strecke Arica—La Paz in Bolivia erhebt sich an einer Stelle bis zu 4071 Metern. Ein großartiges Werk, das man im Juni 1910 zu vollenden hofft, ist der Bau de Bahn, welche Chile mit Bau bot ganz enorme Schwierigkeiten, die auf der chilenisch Seite namentlich fast unüberwindlich schienen. Bevor die Bahn die Paßhöhe von La Cumbre, 3842 Metér, erreicht, hat sie unter anderem auch einen Kehrtunnel von über drei Kilometer Länge zu durchlaufen, dessen Einfahrt in 3180 Meter Meereshöhe liegt besse, und vessen Sohle um 75: 1000 steigt. ischen Beleuchtung. Unter dieser * Z e i t s c h r i f t„ E l e k t r o t e c h n i k u n d UO. Brandgefahr der elektri Stichmarke veroffentlicht die Maschinenbau“ einige Angaben über die Brandursachen der Stadtgebiete Newyorks in den Jahren 1902 bis einschließlich 1905 vorgekommenen Brände. Von den 14 489 Bränden warei Spanien. ac. Revolution. Mit ebenso brutaler wie raffinierter Gebo): bo: die Zande die lekzten Wochen dem eignen Ganre he Regierung vor dem Ausland, ja sogar vor Lande die Whien Wochen hindurch die Flamme der Empörung zu verbergen gewußt, die unter der Asche glomm. Jetzt ist sie zu heller Lohe entfacht, und keine Staatskunst, keine barbarische Unterdrückungspolitik kann sie mehr tilgen. Wie man überhaupt in bezug auf Grausamkeit und Rücksichtslosigkeit gegen die eigne Bevölkerung die Regierung Spaniens, ohne ihr Unrecht zu tun, nur mit der russischen vergleichen kann, so fungiert auch die spanische Zensur, wenn die Gewalthaber es für angebracht halten, so brutal, so radikal wie sonst nur noch die russische. Das hat sich in der letzten Zeit wieder einmal aufs deutlichste gezeigt. Als di Regierung merkte, daß sich im ganzen Lande Widerstand gegen den Riff=Feldzug erhob, den man gar nicht als einen rechten, ehrlichen Krieg, sondern als einen Flibustierzug betrachtet, da wurde auf der Stelle die Abhaltung aller Versammlungen verboten! Nur solche wurden gestattet, in denen Reden und Resolution für den Krieg auf dem Programm standen! Ebenso durften die Zeitungen wohl Propaganda für den Feldzug machen, aber keine Zeile gegen ihn schreiven! Als dann die Zusammenstöße in Marokko begannen, durften die Blätter zuerst nicht einmal die Vorgänge als solche, die nackten Tatsachen melden! Der Minister des Innern, Herr v. Cierva, unter Assistenz des Ministerpräsidenten Maura, ging sogar soweit, das Postgeheimnis offiziell zu verletzen und die Telephonleitungen überwachen zu lassen, damit auch auf diesem Wege keine kriegsgegnerischen Nachrichten herum= oder herausgebracht verden konnten. Man darf sich über diese Manieren nicht wundern, denn in Spanien werden ja sogar in Friedenszeiten Agitatoren, die in Wort oder Schrift antimilitaristische Propaganda treiben, nicht vor die Zivil=, sondern vor die Kriegsgerichte geschleppt! Daß die Erbitterung im Lande so stark anwuchs, ist nicht zuletzt dem Umstande zuzuschreiben, daß die Regierung den Krieg nicht mit den 80000 Mann des stehenden Heeres beizulegen in der Lage ist, sondern daß sie auch über 60000 Reservisten— Gatten und Väter— einzieht, und die Versorgung der Familien dieser Reservisten dem Volke aufbürdet. Einige oppositionelle Abgeordnete haben die Regierung aufgefordert, sie solle die Kammer einberufen, aber die Regierung rückt und rührt sich nicht! Sie ignoriert das Parlament genau so, wie sie es kürzlich tat, als sie eine in Madrid längst fällige Nachwahl nicht stattfinden ließ, weil vorauszusehen war, daß ein Kandidat durchgekommen wäre, der gegen den spanischen „Dreadnought"=Rummel Front gemacht hätte; der Mann wäre durch die Erwählung zum Abgeordneten bis auf weiteres immun geworden, die Regierung aber, der kein Mittel schlecht genug ist, gedenkt ihn wegen seines mutigen Verhaltens in Anklagezustand zu versetzen! Die spanische Regierung hat geglaubt, mit ihrem Krieg zwei Fliegen auf einmal schlagen zu können: einmal im Riff festen Fuß zu fassen und dem nimmersatten Kapitalismus neue Ausbeutungsmoglichkeiten zu schaffen, dann aber auch durch den Feldzug nach außen die Aufmerksamkeit von den jämmerlichen Zustanden im Innern des eignen Landes abzulenken. Wenn Zustan,„ nnern des eignen Landes abz nicht alle Anzeichen trugen, wird die vervrecherische Regierung mit diesem, wie mit jenem Plane scheitern. Möge die ruchlose, nknechtselige Dynastie der Bourbonen jetzt endlich das „„„„„„„* Enebonen 1g. Schiasal finden, oaß sie um das unglückliche Spanien längst verdient hat! Der Krieg mit Marokko. Madrid, 1. August.„El Mundo" teilt mit, daß beabsichtigt werde, ein Korps freiwilliger Rowridders zu bilden, die mit eigenen Mitteln in Melilla gegen die Kabylen kämpfen würden. Zahlreiche junge Leute haben sich schon zum Eintritt in dieses Korps bereit erklärt. Madrid 1. August. Im gestrigen Ministerrat teilte der Kabinettschef Maura mit, daß die Lage in Melilla sich gebessert habe. Es hätten keine neuen Gefechte stattgesunden. Die spanischen Truppen beschränkten sich auf die Beschießung der Guruguhöhen. General Marina wird einen entscheidenden Schlag sofort nach Eintreffen der Verstärkungen ausführen. Melilla, 1. August. Wie verlautet, mangelt es den Marokkanern sowohl an Munition wie an Lebensmitteln. Sie stellen ihre Patronen selbst her und zwar aus Blei, das sie aus den in der Umgebung befindlichen Gruben gewinnen. Sie sind jedoch nicht in der Lage, eine hinreichende Menge von Patronen anzufertigen. Der Aufstand in Barcelona. Barcelona, 1. August. Die Ruhe halt an. Mehrere Fabriken haben bereits den Betrieb wieder ausgenommen. London, 1. August. Der„Daily Mail“ zufolge sind während der Unruhen in Barcelona im ganzen 400 Personen getötet worden. Madrid, 2. August. Die Lage in Barcelona hat sich gebessert. Die Märkte und viele Läden sind wieder geöffnet. Der Generalkapitän erklärte, daß er keine weiteren Truppen benötige. Die Reste der Aufständischen flüchteten nach den umrde liegenden Dörfern und wernen von den Truppen verfolgt. Unachtsamkeit beim Gebrauch 16,2 Prozent durch Kamine, 2952 gleich 20,5 Prozent durch von Zündhölzchen, 2350 gleichnSchlote, Essen, Roste und Funtenfall, 1690 gleich 11,7 Prozent durch Zigarren, Zigaretten und Pfeifen, 2385 gleich 16,5 Prozent durch Oefen und Herde, Gasheizapparate(468) und Herdfeuer, 1248 gleich 8,6 Prozent durch Kerzen, 1098 gleich 7,6 Prozent durch mit Feuer spielende Kinder, 1720 gleich 12 Prozent durch Gas= und andere Lampen, 687 gleich 4,4 Prozent durch Gasexplosionen und 361 gleich 2,5 Prozent durch elektrische Beleuchtung verursacht worden. Der entstandene Schaden belief sich bei den durch Oefen und Herde verursachten Bränden auf 2,18, bei den durch Zündhölzchen auf 2, bei den durch Kamine, Schlote, Essen und Roste auf 0.92 und bei den durch elektrische Beleuchtung hervorgerufenen auf 0,88 Millionen Mk. Während durch elektrische Beleuchtung nur figkeit der einzelnen Brandursachen ziehen. *** Serbien. Unterschlagungen im Kriegsministerium. Wien, 1. Aug. Wie man dem„N. W. Tagol.“ aus Belgrad telegraphiert, wurden im serbischen Kriegsministerium große Defraudationen st bisher bekannt soll das Manko sich auf 120 00 Blac den im serbischen Kriegs entdeal. Soweit bisher vekannt, sonl das? Franken belaufen. Der Kassierer des Ministeriums, e#gojevic, wurde verhaftet. Kronprinzliches. London, 2. August. Eine hiesige Nachrichtenagentur meldet aus Belgrad, eine französische Bank habe beim Präsidenten des oberen Gerichts in Belgrad den Antrag gestellt, das Eigentum des Prinzen Georg zu beschlagnahmen, da er ihr 800000 Mark schulde. Die siegreiche Revolution. Teheran, 1. August. Weitere Hinrichtungen finden nicht statt. Gegen Sonnenuntergang wurde Scheich Faslullah auf dem Platze vor dem Kriegsministerium gehenkt. Die Bevölkerung brach in großen Juvel aus. Sie verlangt weitere Aburteilungen. ac. Der arbeiterfeindliche Senat. Die belgische Kammer hat vor einiger Zeit ein Gesetz herausgebracht, durch das der Arbeitstag in den Bergwerken auf neun Stunden im Höchstfalle fixiert wurde. Letzten Dienstag hatte sich der Senat mit dem Entwurf zu befassen. Diese erlesene Körperschaft konnte es sich nicht versagen, ihre Arbeiterfeindlichkeit aufs neue zu bezeugen. Die Mehrheit des Senats beschloß einen Zusatz zu dem Gesetzentwurf, wonach die Kohlenbergwerke durch königlichen Erlaß ermachtigt werden durfen, bestimmte Arbeiterkategorien bis zu zehn Stunden arbeiten zu lassen! Das Gesetz geht nunmehr an die Kammer zurück. Rußland. RB. Die Dreieinigkeit der Henker. Die Regierung des Zaren findet bei ihrer Blutarbeit nicht nur das volle Verständnis und die Sympathien der besitzenden Klassen, sie genießt auch die tätigste Mithilfe derselben. Die dritte Duma mit ihrer aus Junkern, Pfaffen und Kapitalisten bestehenden Majorität spiegelt im kleinen die Verhältnisse im Lande wider, wo sich die Regierung der weitgehendsten Unterstützung der genannten Elemente im Kampfe gegen die arbeitenden Klassen erfreut. Freilich bestehen zwischen diesen Bundesgenossen der konterrevolutionären Regierung tiefgehende Widersprüche, die in den wichtigsten Fragen der inneren und äußeren Politik offen zum Durchbruch gelangen. Aber in einem sind sie vollkommen einig, in dem erbitterten, erbarmungslosen Kampfe gegen das städtische und ländliche Proletariat und gegen die letzten Ueberreste der freiheitlichen Errungenschaften der letzten Jahre. Ein anschauliches Bild dieses gemeinsamen Kampfes der Lockspitzelregierung, der Kapitalisten und der Pfaffen gegen das arbeitende Volk, ein Bild, das in seiner grellen Deutlichkeit als Symbol des heutigen Rußlands dienen kann, bietet folgende Korrespondenz aus Littauen in der letzten Nummer des„Golos Sozialdemokrata": „Am 4. Mai schloß die Polizei den Lederarbeiterverband. Die Vorstandsmitglieder und andere Lederarbeiter wurden verhaftet. Diese Repressalien waren den Kapitalisten notwendig, um den Widerstand der Arbeiter gegen die Aussperrung zu brechen. In der Ochrana(politische Schutzpolizei) stellte man den Arbeitern das direkte Ultimatum: Entweder werdet ihr aus der Stadt ausgewiesen oder ihr kehrt zu den Bedingungen, die die Fabrikanten vorlegen, zur Arbeit zurück. Diese Repressalien haben ihr Ziel erreicht, und die Arbeiter mußten nach einer fünfmonatigen Aussperrung den Widerstand aufgeben. Dreihundert Personen blieben ohne Arbeit... Die Stimmung in den Massen ist gedrückt. Die Kapitalisten gehen unter energischer Hilfe seitens der Polizei scharf gegen die Arbeiter vor. Nachdem alle laufenden Prozesse liquidiert sind, geht die Schutzabteilung gegen vollkommen ruhige Leute vor, die vor Jahren zu dieser oder jener politischen Partei gehört hatten und sperrte sie ins Gefängnie. 3. Zu gleicher Zeit ist sie bestrebt, neue Prozesse zu fabrizieren. In Belostock z. B. bieten die Gendarmen und die Polizei jedem Verhafteten von 30 bis 100 Rubel an, wenn er in ihren Dienst treten würde. Dieser„Dienst" besteht darin, daß der neue Agent der Regierung in eine sozialistische Partei oder in eine Gewerkschaft eintreten muß; je nach der Wichtigkeit der Organisation oder der Gewerkschaft wechsel: die Höhe des MehrGehalts. Man kann annehmen, daß gegenwärtig die kann. Gegenwärtig suchen die Provokateure mit Vorliebe, sich den Anarchisten=Expropriateuren anzuschließen. Die letzte Expropriation in Kowno, die gegen den Kassierer der Fabrik von Schmidt gerichtet war, ist das Werk der Schutzpolizei. Dobrowoljski erwartete Verla# Der Polizeimeister Doliwo=Lohn##sg###ar#e im Hrklauf eines halben Tages den Ueverfau. Die Pferde standen die ganze Zeit bereit und beim ersten Signal sprenge er als erster zum AttenF“ steht fest daß der Polizeimeister selbst diese tatsort. Es„ehr#s daß bei Pblizeimeister fUost diesen in seiner ungeheueren Größe liegt seine Bedeutung. Mit den letzten deutschen Schnelldampfern wurde der fast legendäre „Great Eastern" wieder erreicht sie haben rund 210 Meter Länge und 27000 Tonnen Deplacement. Die so viel angezweifelten und jetzt so glänzend bewährten Cunarder haben 240 Meter Länge und 45000 Tonnen. Die„Olympic“ und ihr zukünftiges Schwesterschiff, die„Titanic“, werden wirklich titanisch, sie bekommen 270 Meter Länge, 30 Meter Breite und 60000 Tonnen Wasserverdrängung! Docks, Schleusen und dernarch entilische Trluchtag nur in 361 Fällen Brände entstanden, wurden solche durch Gas= und andere Lampen 1720mal festgestellt. Aus dieser Tatsache hat ein naturwissenschaftlicher Schriftsteller den Schluß gezogen, daß elektrisches Licht weniger gefährlich als andere Beleuchtungsarten sei. Und das ist kritiktos in Tageszeitungen übergegangen. Dieser Schluß ist jedoch durchaus falsch. Auch ich nehme an, daß bei sachgemäßer Anlage das elektrische Licht zu viel weniger Bränden Veranlassung geben wird als jede andere Beleuchtung, schon weil es keine offene Flamme benötigt. Leider läßt die Ausführung bei elektrischen Anlagen noch immer viel zu wünschen übrig. Ausströmendes Gas macht sich durch seinen Geruch bemerkbar, ausströmende Elektrizitat nicht. Gasschäden werden schon aus diesem Grunde repariert, Schäden an der elektrischen Leitung aber nicht. Dennoch wird die Brandgefahr bei elektrischer Beleuchtung geringer sein. Aus den obigen Angaben aber läßt sich das nicht folgern, erstens weil jeder Anhalt fehlt, nach welchen Prinzipien Schiffsriesen. Die Cunarddampfer„Mauretania“ und „Lusitania“, die Riesen der englischen und der Weltflotte, werden nicht lange den Ruhm der grotzten Schnelldampfer behalten. Die White=Star=Linie, die dem Cunard immer hart auf den lich zwei„Great Eastern" oder unsere beiden Riesenschiffe „Kaiser Wilhelm II“ und„Kronprinzession Cecilie“ aufwiegt. An Schnelligkeit wird der bei Harland u. Wolff auf Stapel gelegte Leviathan bedeutend zurückbleiben, aber mit 21 Knoten immer noch den besseren Schnelldampfern beizuzählen sein. Aber gleichen gibt es für diese Ungeheuer noch nicht, auch das neue White=Star=Dock in Chelsea ist ihnen um 90 Fuß zu kurz. Ueber die langen Piers des Hafens von Newyork werden sie 100 Fuß in den Strom hinausragen, wenn die Liegestellen nicht verlängert werden, aber das ist ganz gleichgiltig, gebaut werden sie doch! Das Bootsdeck wird sich 20 Meter über den Wellen befinden, vier Schornsteine von 8½ Metern Weite ragen noch ungefähr 30 Meter höher. Wenn der Kiel 35 Fuß tief die Wogen furcht, schwebt das Steuerhaus 70 Fuß über den Wassern. Der Hauptraum der Schiffe hat acht Geschosse: unten liegen die Kessel, darüber die Kabinen dritter Klasse und die Bagage, darauf folgen Wirtschaftsräume, eine Turnhalle, ein großes, zwei Geschosse durchbrechendes Schwimmbassin. Es folgen im Unterdeck Kabinen zweiter Klasse, Bäder, Räume für die Besatzung und Bedienung, und dann im Hauptdeck die großen Speisesäle nebst den Kabinen erster Klasse. Diese setzen sich im Oberdeck fort, das erste Promenadendeck enthält die Salons für das gesellige Leben und das zweite die Luxuswohnungen für bevorzugte Sterbliche. Wieviel Seelen ein solcher Riese gleichzeitig beherbergen wird, entzieht sich noch der Mitteilung. Aber es mag sich oben auf dem Promenadendeck, in geraumigen Prachtzimmern sieben Stock hoch über den Wellen, ganz hübsch äfte bemessen und wird verteilt auf zweis maschinen und eine Turbinenanlage für die mittleren Schrauben. In etwa zwei Jahren soll die„Olympie“ ihre Fahrten antreten ktg. Der Kampf gegen die Hausschlächtereien. In den Städten sind die Maßregeln zur Verhütung des Verkaufs gesundheitsschädlichen Fleisches ja jetzt durch die Einrichtung von Schlachthäusern und den dadurch ausgeübten Zwang bedeutend besser als früher geworden, aber auf dem Lande liegt die Sache manchmal noch im argen, wie sich durch Fleischvergiftungen vielfach gezeigt hat. Was hier von Deutschland gilt, gilt nach der„Revue d'hpgiene“ auch in Frankreich. Gasrin und Rolants sehen in der gesetzlichen Anordnung einer allgemeinen obligatorischen Beaussichtigung der Schlachtereien kein Allheilmittel, weil namentlich auch die Durchführung auf Schwierigkeiten stößt. Infolge der großen Kosten wird die spektion nur einmal monatlich vollzogen, aber das entspricht Ueberfall organisiert steht der jüngste Proz polizei Hildebrand, Krischnowski eine Bo Robaschewski in Kow Die Geheimpolizei demselben Briefe— Kapitalisten, sondern Kowno hat der Pfar des hl. Jesus Hunder der Stadt organisier werden auf die Initia Befehl vorgenommen. genügt, um aus dem( R. B. Liachow. oderst Ljachow, die stät vorigen Jahre das: bemerkte das Oktobri politik Ljachows stets Ljachows zu den Nati sei. Diese Bezeichnun teilungen aus Persien weigert sich nicht nur, bestellten Kanonen der sich auch, wie die off meldet, in nächster Ze sönlich über die Lage erstatten. Das muß u russische Regierung n Ljachow aus russischem der am 28. Juni 1879 tion sollte die persische toren geleitet wurde, oberung Persiens in land im Verein mit Ei fach und noch in jür Kosakenbrigade nicht d Um so erstaunlicher er den gegenwärtigen M mödie ein Ende zu m Im Anschluß daro früheren Aktionen der Haltung gegenüber der In einem Geheimberic stabschef erzählt er, w zieren hervorgerufen Generalstabes vorlas, ihm die Aktion der Kos mitteilte, eigenhändig meinen Dank den brav s d.— In der gest demokratischen Vereins wurde in der Frage de mung mit 113 gegen zu beantragen, die Ar Zum Organisatiac rungsantrage des Geno solution des Genossen Angehorigen der mode jeden Genusses von Steuerverweigerung Pi Regierung einzulegen, Vorstand und die Pref gewählt. Ausführli — Die Aktualität: Sonnabend-Nummer br Artikel: Am vergangenen tagswahlkreise Landar der vereinigten Liber 8857 Stimmen erha Zentrumt 880 #itrum, das es empfohlen, so daß die lag, für dessen Kandi men abgegeben worde die Wahl des bürger Weiter nichts. Wie ist, darüber kein Wort. nicht für nötig zu halte Der Schreck üver die A falls so in ihre Gebeine der Niederschrift der Redaktion scheint ihre! keiner wirksamen Fl. daß der Beschauer sell und Rücksicht auf sein meinen daher mit der die Hausschlächtereien jede ländliche Gemein sollten ein einfaches wasserdichten Wänden und Tierarz als In Fleischer wurden sich trollieren. Eine beso schaffung reichlichen Druck, und die Besei diese— getrennt vom Abfang für die gr Eisensulfat klären un wasser könnte dann al über einen Filter geher infektion mit Chlorkal finden. 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Alle Verhaftungen in den Fabriken werden auf die Initiative dieses Geistlichen oder selbst auf seinen Befehl vorgenommen. Denn er ist eine Macht, und sein Wort genügt, um aus dem Gefängnis befreit zu werden.“ .N. B.„Liachow. Als die Nachricht kam, daß der Kosakenoberst Ljachbio, die stärkste Stütze des entthronten Schahs, der im vorigen Jahre das persische Parlament in Trümmern legte, bemerkte das Oktobristenblatt„Golos Prawdy“, das die Raubpolitik Ljachows stets unterstützt hatte, daß dieser Uebertritt Ljachows zu den Nationalisten eine„Posse nit Kostümwechsel“ sei. Diese Bezeichnung erscheint in Anbetracht der letzten Mitteilungen aus Persien als vollkommen zutreffend. Ljachow weigert sich nicht nur, die für die Kosakenbrigade im Auslande bestellten Kanonen der neuen Regierung auszuliefern, er begibt sich auch, wie die offiziöse Petersburger Telegraphen=Agentur meldet, in nächster Zeit nach Petersburg, um dem Zaren persönlich über die Lage der persischen Kosakenbrigade Bericht zu erstatten. Das muß um so mehr Besorgnis hervorrufen, als die russische Regierung noch kürzlich offiziell mitgeteilt hat, daß Ljachow aus russischem Dienst ausgeschieden sei. Nach dem Sinn der am 28. Juni 1879 abgeschlossenen russisch-persischen Konvention sollte die persische Kosakenbrigade, die von russischen Instruktoren geleitet wurde, allerdings als Mittel dienen, um die Eroberung Persiens in die Wege zu leiten. Aber seitdem Rußland im Verein mit England in Persien„arbeitet“, hat es mehrfach und noch in jüngster Zeit darauf hingewiesen, daß die Kosakenbrigade nicht das Geringste mit Rußland gemein habe. Um so erstaunlicher erscheint es jetzt, daß die russische Regierung den gegenwärtigen Moment als günstig betrachtet, dieser Komödie ein Ende zu machen. Im Anschluß daran ist es von Interesse, auch auf die ssischen Regierung hinzuweisen, die ih er icht Lia abschef erzählt er, welchen Enthusiasmus es bei seinen zieren hervorgerufen habe, als er ihnen die Mitteilung des Generalstabes vorlas, der Zar habe auf das Telegramm, das ihm die Aktion der Kosakenbrigade gegen das persische Parlament mitteilte, eigenhändig die Worte geschrieben:„Bravo, Kosaken, meinen Dank den braven Offizieren!" Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 2. August. d.— In der gestrigen Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Bielefeld=Wiedenbrück wurde in der Frage der Maifeier in namentlicher Abstimmung mit 113 gegen 70 Stimmen beschlossen, beim Parteitag zu beantragen, die Arbeitsruhe am 1. Mai fallen zu lassen. Zum Organisationsstatut wurden mehrere Abänderungsantrage des Genossen Zenker angenommen. Eine Resolution des Genossen Hoffmann, der Parteitag möge die Angehörigen der modernen Arbeiterbewegung auffordern, sich jeden Genusses von Schnaps zu enthalten, um durch diese Steuerverweigerung Protest gegen die Ausbeutungspolitik der Regierung einzulegen, fand einstimmige Annahme. Der Vorstand und die Preßkommission wurden en bloc wiedergewählt. Ausführlicher Bericht folgt morgen. — Die Aktualität der„Westfälischen Zeitung". In ihrer Sonnabend-Nummer bringt die„Westfälische Zeitung“ folgenden Artikel: * Reichstagstichwahl Am vergangenen Freitag fand im zweiten Pfälzer Reichstagswahlkreise Landau die Stichwahl zwischen dem Kandidaten der vereinigten Liberalen Ohlert, der im ersten Wahlgange 8857 Stimmen erhalten hatte, und dem Sozialdemokraten Huhert statt, der 8300 Stimmen auf sich vereinigt hatte Das ntrum, das es auf 7129 brachte, hatte Wahlenthaltung empfohlen, io daß die Entscheidung beim Bund der Landwirte lag, für dessen Kandidaten im ersten Wahlgange 2088 Stimmen abgegeben worden waren. Der Bund hatte beschlossen, die Wahl des bürgerlichen Kandidaten zu unterstützen. Weiter nichts. Wie der Ausgang der Stichwahl gewesen ist, darüber kein Wort. Die„Westfalische Zeitung“ scheint es nicht für nötig zu halten, ihre Leser davon zu benachrichtigen. Der Schreck über die Wahl des Sozialdemokraten ist ihr jedenfalls so in ihre Gebeine gefahren, daß die zitterigen Hände bei der Niederschrift der Schreckensnachricht versagten. Und die Redaktion scheint ihre Leser für ähnliche politische Kretins zu keiner wirksamen Fleischbeschauung, wobei noch hinzukommt, daß der Beschauer selbst durch den Ortsvorstand ernannt wird und Rücksicht auf seine Kunden zu nehmen hat. Die Verfasser meinen daher mit der 2. Gesundheitskommission in Lille, daß die Hausschlächtereien überhaupt verschwinden müßten. Auch jede ländliche Gemeinde oder mehrere benachbarte zusammen sollten ein einfaches Schlachthaus haben. Ein Raum mit wasserdichten Wanden, hell, gut gelüftet, mit einem Aufseher und Tierarz als Inspektor seien billig zu beschaffen. Die Fleischer wurden sich an den Schlachttagen gegenseitig kontrollieren. Eine besondere Fürsorge verlangen nur die Beschaffung reichlichen fließenden Wassers, am besten unter Druck, und die Beseitigung der Abwasser. Verfasser wollen diese— getrennt vom Meteorwasser— zunächst durch einen Abfang für die groben Beimengungen schicken, dann mit Eisensulfat klären und einen Tag absetzen lassen. Das Abwasser könnte dann als Rieselwasser benutzt werden oder noch über einen Filter gehen. In den Absatzbecken könnte eine Desinfektion mit Chlorkalk= 1 kg pro Kubikmeter Abwasser stattfinden. Den Zusatz von Eisensulfat denken sich die Verfasser in ländlichen Schlachthäusern so, daß das Abwasser eine Kammer passiert. in der sich ein durchlöcherter Korb mit Stücken festen Eisensulfats befindet. *** Gehirn und Instinkt bei den Tieren. Laienbeobachter, die sich mit liebevollem Verständnis in das Tierleben vertiefen, kommen fast immer zu dem Schluß, daß wenigstens den höher organisierten Tieren bis zu einem gewissen Grade ein Seelenund Verstandsleben eigen sei. Viele verfallen dabei freilich in Uebertreibungen und Vermenschlichungen, die sich in ihrem innigen Verhältnis zu dem beobachteten Tier unschwer erklären lassen; aber es steckt doch manche Wahrheit in diesen in einer Unzahl von volkstümlichen Zeitschriften zersplitterten Beobachtungen, aus denen auch die strenge Wissenschaft lernen kann, die daher ein schweres Unrecht begehen würde, wenn sie mit vornehmem Achselzucken achtlos daran vorübergehen würde, wie es leider vielfach geschah und noch geschieht. Eine sehr wesentliche und wirksame Unterstützung dieser volkstümlichen Tierpsychologie ist, wie Dr. Karl Flörike in seiner„Tierpsychologischen Umschau“ mitteilt, neuerdings ziemlich unerwartet der Anatomie zuteil geworden, die bis dahin das Gebiet der Tierseelenkunde arg vernachlässigt hat. Berechtigtes Aufsehen muß da insbesondere eine Arbeit Edingers erregen, der eine scharfe Grenzlinie zieht zwischen dem, alle Teile vom Riechlavpen bis zum Ende des Rückenmarks umfassenden, bei allen Wirbeltieren vorhandenen und in seinem Typus stets unverändert bleibenden Urhirn oder Paläencephalon und dem Neuhirn oder Neencephalon, das sich von kleinen Anfängen bei den Haien bis zu einer beim Menschen fast den ganzen Schädel ausfüllenden Masse fortschreitend entwickelt. Ersteres, zu dem als regulierender Eigenapparat auch das Kleinhirn gehört, ist durch halten, wie sie selbst sich einkaxiert; sonst würde sie denn doch nicht an deren Geduld solche Zumutung stellen. — Die proletarische Jugend trifft sich bei günstiger Witterung am Mittwoch, 4. August, nachmittags 3 Uhr, zu gemeinsamem Ausflug, verbunden mit Spielen, bei der Kreissparkasse. — Monatsbericht des Arbeitersekretariats. Im Juli 1909 wurde das Arbeitersekretariat von 669 Personen in Anspruch genommen, davon waren männlich 588 und weiblich 81 PerAuskünfte wurden 697 erteilt, davon mündlich 690 und schriftlich 7. Von den Auskunftsuchenden wohnten in Bechterdissen i. L. 2, Bielefeld 411, Brackwede 39, Brake 5, Bünde 3, Deppendorf 1, Detmold 2, Dornberg 6, Dünne b. Bunde 1, Eichholz bei Detmold 1, Ems 1, Enger 2, Ennigerloh 1, Ennigloh 1, Gadderbaum 14, Gellershagen 10, Gütersloh 5, Halle i. W. 2, Heepen 16, Herford 3, Herne 1, Hillegossen 1 Hilter 1, Holsen 1, Ostenbe stenland b. Delbrück 1, Paderborn 3, Posen 1, Quelle 3, Rheda 1, Rheine 1, Rietberg 1, Schildesche 53, Senne 2, Sieker 39, Spenge 1, Steinhagen 2, Stieghorst 5, Sudbrak 6, Theesen 4, Ubbedissen 1, Uerentrup 1, Ummeln 2, Vilsendorf 1, Westerholz b. Oeynhausen 1. Gewerkschaftlich organisiert waren 274 Personen, gewerkschaftlich und politisch organisiert waren 233 Personen, nur politisch organisiert waren 14 Personen und 148 Personen gehörten keiner Organisation an. Auf die einzelnen Gewerkschaften verteilen sich die organisierten Besucher, wie folgt: Bäcker und Konditoren 9, Barbiere 1, Bauhilfsarbeiter 22, Brauereiarbeiter 2, Buchbinder 10, Buchdrucker 18, Buch= und Steindruckereihilfsarbeiter 1, Dachdecker 2, Fabrik= und gewerbliche Hilfsarbeiter 2, Gemeindebetriebsarbeiter 4, Glasarbeiter 6, Holzarbeiter 39, Lagerhalter 3, Lithographen und Steindrucker 4, Maler 9, Maurer 31, Metallarbeiter 280, Sattler 4, Schmiede 6, Schneider 8, Schuhmacher 4, Steinsetzer 2, Stukkateure 3, Tabakarbeiter 10, Tapezierer 2, Textilarbeiter 14, ansportarbeiter 1, Zigarrensortierer 2, Zimmerer 8. Politisch organisiert waren Bäcker und Konditoren 9, Barbiere 1, Bauhilfsarbeiter 5, Gemeindebetriebsarbeiter 1, Holzarbeiter 26, Lagerhalter 3, Lithographen und Steindrucker 3, Maler 3, Maurer 20, Metallarbeiter 135, Sattler 1, Schmiede 4, Schneider 3, Schuhmacher 1, Steinsetzer 1, Tabakarbeiter 8, Tapezierer 2, Textilarbeiter 2, Zimmerer 5. Die erteilten Auskünfte betrafen: Unfallversicherung 47, Krankenversicherung 26, Invalidenversicherung 28, Kündigung und Lohnforderung 40, Lehrlingswesen 4, Gesindeverhältnisse 11, Arbeiterschutz 4, Zeugnisse und Legitimationspapiere 6, sonstiges aus dem Arbeits- und Dienstvertrag 4, Sachenrecht 82, Familienrecht 49, Erbschaftssachen 21, Mieterecht 55, Schadenersatz und Haftpflicht 18, Pfandung 21, Zivilprozeßwesen 46, sonstiges aus dem bürgerlichen Recht 27, Steuersachen 47, Schildesche. Arbeiter=Abstinenten=Bund. Dienstag, 3. August, abends 8½ Uhr, bei Böke: Vortrag des Gen. Klos=Bielefeld. Lübbecke. Soz. Verein. Zwecks Regelung der Flugblattverbreitung ist Mittwoch abend Besprechung im Lokale des Herrn Baumeister. Die Zigarrenfabrikanten werden am 15. August keine längere Produktionseinstellung vornehmen, als durch die Nachverzollung des Tabaks sich notwendig machende Inventur dieses bedingt wird. Am 15. August sind die Läger der Fabrikanten und zum Teil der Händler von Zigarren entblößt. Ein Einstellen der Produktion wäre daher Unsinn. Dieses Feiern der Arbeiter wäre dann nicht infolge des Konsumrückgangs von Zigarren, sondern auf Grund eines Machtspruchs der Fabrikanten erfolgt. Es wird also weiter gearbeitet bis die Lager wieder voll sind, dann soll abwechselnd gefeiert werden. Dieser Zeitpunkt wird im Oktober eintreten. Die absolute Wirkung der Tabakwertsteuer wird aber erst nach Weihnachten eintreten. Bis dahin müssen die Tabakarbeiter Sorge tragen, daß sie durch ihre Organisation auch der Folgen der Steuer Herr werden können. * Gellershagen, 1. August. Ein Sittlichkeitsverbrechen wurde hier am Sonnabend abend an einem 3jährigen Kinde verübt. Der Täter, ein junger Mann aus Bielefeld namens Redecker, wurde auf frischer Tat ertappt und dem herbeigeholten Polizeibeamten übergeben. * Heepen, 1. August. Freveltat. An der sogen. Eselstraße und an der Kreisstraße Heepen—Hillegossen wurden in der Nacht vom Freitag auf Sonnabend eine Anzahl junger Obstbäume abgebrochen. Hoffentlich gelingt es, die Unholde ausfindig zu machen. * Spenge, 1. August. Folgen der Tabaksteuer. Die Firma Otte, Sitz Werther, hat in ihrer Filialfabrik Lenzinghausen, wo ca. 60 Arbeiter beschäftigt werden, sämtlichen Zigarrenarbeitern, bis auf zehn, die weiterarbeiten können, gekündigt. Leider sind die Arbeiter bis auf einen, unorganisiert. Es ist ihnen genug gesagt worden, sie wollten's nicht glauben. * Detmold, 1. August. Eine Automobilverbindung Hiddesen=Hermannsdenkmal wird in den nächsten Tagen hergestellt. Vorerst wird ein Automobil=Break in Dienst gestellt, wahrend an den Tagen der 1900- Jahrfeier vier dieser Wagen den Verkehr von und nach dem Hermanns=Denkmal vermitteln. Die Wagen werden an der Endstation der Elektrischen Straßenbahn in Hiddesen halten, so daß also den Leuten, welche Strafsachen 71, Vereins= und Versammlungsrecht 2, Arbeiterbewegung 5, Privatversicherung 11, Handels= und Gewerbesachen 12, Diverses 12. Schriftsätze wurden 96 in folgenden Sachen angefertigt: Arbeiterversicherung 13, Arbeits= und Dienstvertrag 6, bürgerliches Recht 28, Strafrecht 12, Gemeinde= und Staatsangelegenheiten 23, sonstige Sachen 14. Der Sekretär: Albert Schulz. — Bielefelder Sommertheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige zweite Aufführung des beliebten Volksstückes„Die Grille“ von Charl. Birch=Pfeiffer findet als Volksvorstellung zu ermäßigten Preisen statt.— Am Dienstag gelangt„Mein Leopold, Volksstück mit Gesang von A. L'Arronge, zum zweiten Male zur Aufführung. Mittwoch: Premièren=Abend. Die Novität„Der Stammbaum“, Schwank von Paul Lenz und Gustav May-Hartung wird an diesem Abende, gut vorbereitet, in Szene gehen. — Die Wartehalle, deren Bau von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden ist, ist an der Herforderstraße, auf dem Spielplatze der 6. Bürgerschule, errichtet und jetzt dem Verkehr übergeben worden, womit einem dringenden Bedürfnis in Anbetracht der jetzt vorherrschenden Witterung abgeholfen ist. Insbesondere können auch die den Markt besuchenden Hausfrauen beim Warten auf die elektrische Straßenbahn dort Schutz finden. — Polizeibericht. Rotlaufseuche ist auf dem Gehöfte des Kolons August Hilgenkamp, Schildescherstraße 91, ausgebrochen. Eingelieferrt in das Polizeigefängnis wurden sechs Personen wegen Trunkenheit und Verüben groben Unfugs; 7 Obdachlose erhielten Unterkunft und Verpflegung im Polizeigefängnis. " F a h r r a d d i e b s t ä h l e. I n d e r N a c h t z u m 3 0. J u l i wurde in Lage i. L. ein Fahrrad, Marke„Teutoburg“ Nr. 355 861 gestohlen. In der Zeit vom 27.—28. Juli wurde aus dem Hause Niedernstraße 18 ein Fahrrad, Marke„Dürkopp“ Nr. 208 806, entwendet. Sachdienliche Mitteilungen, welche zur Er mittelung der Täter führen können, nimmt die hiesige KriminalAbteilung entgegen. seinen Bau geeignet, Sinneseindrücke aufzunehmen und nach verschiedenen Stellen des Organismus zu übertragen und ist in seiner Entwicklung abhängig von den Anforderungen der Außenwelt. Die Knochenfische besitzen nur diesen Hirnteil und was sie leisten, könnte man demnach als „paläencephales Handeln", bezeichnen. Die Beobachtung hat nun gelehrt, daß diese Tiere nicht nur alle auf Fortbewegung, Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung usw. bezüglichen Handlungen in der ausreichendsten Weise vollführen, daß selbst Wanderungen, Nestbau und Liebesspiele bei ihnen vorkommen, sondern daß sie waren=Fabrik, die in unserem Dorf von auswärtigen Kapitalisten errichtet worden ist, hat seit einigen Wochen ihren Betrieb ausgenommen. Es ist zu erwarten, daß bald eine gufgenommen. Es ist zu erwarten, größere unzayl Arbeiter dort Beschaftigung finden werden. Wenn die Unterhandlungen, die ein Grundstückseigentümer mit Kapitalisten führt, zur Einigung führen, erhält unser Dorf bald noch 2 Fabriken. Eine Garnrollen= und eine zweite Eisenwarenfabrik. Im Interesse des Dorfes und unserer Bewegung können wir nur wünschen, daß es zur Errichtung der beiden in Aussicht stehenden Faoriken kommt. * Minden, 31. Juli. Bieerpreiserhöhung. Hier hielt der Wirteverein für Minden und Umgegend, eine Versammlung ab, in der auch Vertreter der hiesigen Brauereien und der der Nachbarstädte anwesend waren. Es handelte sich Festsetzung der späteren Bierpreise und der zu verwendenden Gläser. Es wurde fast einstimmig beschlossen, den Brauereien den Mehrpreis von 5 Mark für 1 Hektoliter zu bewilligen, dafür aber vom 15. August ab zu nehmen: für 0,2 Liter Bier 10 Pfg., 0,3 Liter 15 Pfg., 04 Liter 20 Pfg. Unter 40 Mark soll das Hektoliter an Gesellschaften oder Vereine von den Wirten nicht verabfolgt werden. Die Brauereien werden verpflichtet, den Wirten, die sich den Bestimmungen nicht fügen, kein Bier mehr zu liefern, während die Wirte sich verpflichten, Brauereiauch durch Erfahrung ihre Tätigkeit modifizieren lernen, allerdings nur in ganz bescheidenem Maße. Die Fische antworten in der Regel auf ganz bestimmte Sinnesreize mit der Entladung ganz bestimmter Bewegungskombinationen. Ihr Gehirn kann aber lernen, einen neuen Sinneseindruck mit einer Bewegungskombination zu verbinden, die vorher nicht darauf angesprochen hatte. Das schon beim Hai schwach vorhandene, bei den Amphibien und namentlich bei den Reptilien deutlicher werdende, bei den Vögeln und noch mehr bei den Säugern mächtig entwickelte Urhirn ermöglicht als Träger der Hirnrinde durch zahllose Verbindungen in sich die Möglichkeit von Assoziationen. Mit dem Auftreten dieses Neuhirnes ändert sich daher auch das biologische Verhalten der Tiere vollständig. Das kommt schon bei der Nahrungsaufnahme deutlich zum Ausdruck: bei paläencephalen Tieren blindes Zuschnappen nach der sich bewegenden und dadurch Reizmomente auslösenden Beute, bei neencephalen Räubern ein geduldiges Verfolgen, ein listiges Beschleichen des Opfers. Beim Vogel ist die Hirnrinde noch wesentlich weiter entwickelt, wie beim Reptil; aber die Hauptzunahme der Hirnmasse erfolgt doch durch Vergrößerung des Paläencephalon, weshalb die zahlreichen festen Instinkte beim Vogel zu einer Vollkommenheit gediehen sind, wie nirgends sonst in der Tierwelt. Daneben finden wir aber bei unseren gefiederten Lieblingen auch unzweifelhafte Züge wirklicher Intelligenz, wie planmäßige Sicherung, verständige Auswahl des Nestplatzes bei ungewöhnlichen Verhältnissen, Erteilung von Unterricht an die Jungen usw. Bei den Säugetieren, wo das Neuhirn in ständig ansteigender Entwicklung schließlich vollkommen das Uebergewicht über das Urhirn erlangt, muß ein in entsprechendem Maße erfolgtes Zurücktreten der Reflexe und Instinkte hinter die assoziativen Intelligenzhandlungen die notwendige Folge sein. Edi Auf Grund seiner umfassenden und seiner umfassenden Studien kommt Edinger sogar zu der Folgerung:„Es ist sicher falsch, dem Menschen auf allen Gebieten das größte Assoziationsvermögen zuzuschreiben; die Ausbildung einzelner Rindengebiete läßt es vielmehr als durchaus wahrscheinlich erscheinen, was die populäre Meinung längst lehrt, daß nämlich viele Säuger auf bestimmten Einzelsebieten in bezug auf Beobachtungs= und Assoziationsfähigkeit em Menschen weit überlegen sind.“ von den Brauereien, die sich der Norddeutschen### vereinigung nicht enschließen, kein Bier zu entneymen. Die Frage der Einziehung der Streichhölzer in Wirtschaften wurde noch nicht erledigt, da viele meinten, mit dem jetzigen Gebrauche nicht brechen zu können. Zahlreiche Wirte werden aber besondere Vorkehrungen treffen durch Gaszünder oder nur auf Wunsch Streichhölzer verabfolgen lassen. * Minden, 1. August. Auf Anordnung des Regierungspräsidenten findet am Montag, 2. August, im Regierungsgebäude hierselbst eine Sitzung der Behörden und Sachverständigen des Tabakgewerbes statt, um Stellung zu den Ausführungsbestimmungen, betreffend„Unterstützung geschädigter Tabakarbeiter zu neymen. Von seiten der Organisation der Tabakarbeiter nimmt Genosse Schlüter auf Einladung der Regierung an der Sitzung teil. Nachrichten. Mutter und Sohn ertrunken. Rom, 1. August. Die Frau eines Postdirektors stürzte sich, weil sie glaubte von ihrem Mann betrogen zu werden, in einen Brunnen. Ihr 16jähriger Sohn band sich einen Strick um den Leib und kroch in das Wasserloch, um die Mutter zu retten. Der Strick riß und der Sohn fiel in die Tiefe. Beide konnten nur als Leichen geborgen werden. Der Bauleiter der Bagbadbahn gestorben. Konstantinopel, 1. August. Der Geheime Baurat Mackensen, der Bauleiter der Bagdadbahn, kam gestern aus Eregli schwerkrank hier an und wurde in das deutsche Hospital gebracht, wo er bald darauf starb. Ueberfall durch Räuber. Tarnopol, 1. August. Russische Räuber überfielen nachts die Wohnung des Advokaten Czekaluk, um denselben zu ermorden und zu berauben. Die Dienerschaft wehrte sich mit Revolvern und es gelang ihr, die Räuber in die Flucht zu schlagen. Die ganze Dienerschaft wurde bei diesem Handgemenge verletzt. Attentat auf einen chinesischen Konsul. Newyork, 1. August. Der chinesische Vizekonsul Lukwing wurde in seinem Bureau von einem Japaner durch einen Schuß ernstlich verwundet. Der Japaner wurde verhaftet. Erdbeben. Mexiko, 1. August. Gestern wurden neuerdings einige Erdstöße wahrgenommen. Irgendwelcher Schaden wurde jedoch nicht angerichtet. „ P5IF, 33lugust. Die Schiffskatastrophe bei Godesberg, wo der Ressel der Dampfers„Gutenberg explodierte, hat ein neues Opfer gefordert. Die Frau des Schiffsrestaurateurs Engel, die bei dem Schiffsunglück schwere Brandwunden davongetragen #i#t gestarhen, so daß das Unglück sechs Opfer gefordert hat. Trits####.#ugust. In der Nacht zum Sonntag ist im KaiserFriebrich=Museum ein ungewöhnlich raffinierter Einbruchsdiebstahl verübt worden. Die Diebe ließen sich am Sonnabend in das Museum einschließen und entwendeten eine große Anzahl Altertümer, die einen Liebhaberwert von 15000 Mt. haben. Eine Spur der Täter, die wahrscheinlich Ausländer sind, ist bis jetzt nicht gefunden. Auf die Ergreifung der Täter ist vom polizeipräsidium eine Belohnung von 500 Mk., von der Museumsverwaltung für die Herbeischaffung der gestohlenen Sachen eine Belohnung von 1000 Mk. ausgesetzt. Newyork. 2. August. Die Erdbeben in Meriko haben sich erneuert. Zahlreiche Städte wurden zerstört. Die öffentlichen Gebäude wurden zertrümmert, eine Anzahl Personen getötet. Die Zahl der Toten bei dem Erdbeben am Freitag soll sich auf 500 belaufen. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. In allen Abteilungen vollständig ergänzte Auslagen. Moborse Wültte Woche Seiten günstige Gelegenheit zum Einkauf ganzer Ausstattungen. 4155 1000 Meter weisse Bettdamaste 130 und 160 cm breit Ntr. 68, 100 165 265 Orosse Posten weiss gestreifte Bettsatins 130 bis 160 cm breit 85, 135 165 Mtr. 30000 Mtr. Hemdentuche solide Qualitäten für Leib- und Bettwäsche Serie! Serie II Serie III nstr. 33.g sstr. 45g sstr. 574 Restbestand durchbrochene Seidenglanzsonst bis 2.45 Damaste Nütr. 165 Enormer Posten Bettuch-Chiffon 150 bis 160 cm breit Ntr. 68, 80; 100 Tischtücher 100/150 cm, sonst 1.25 874 Tischtücher 110/160 cm, sonst 1.85 145 Tischtücher 130/160 cm, sonst 2.45 185 cs. 200 feine Damast-Tischtücher Serie II /160 sonst 4.25 Serie 1 115/165 050 sonst 3.25 4 130/10% 300 Serie III 30 390 sonst Grosser Tafel- u. Tischtücher Posten sowie Tafel- u. Tisch-Gedecke aus prachtv. Reinleinen 15-33 ½% unter Preis aus Damast 100 biz. Servietten und Drellgebild Serie1 118 ½ Otz. 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Etwas Suggestiv lose, dem sich gar keine schließlich, ob er nicht de schreiben soll?— Viel Und er überlegt sich schor anderen Bekannten hat, aufreden kann— und Er entdeckt also— mür hältnisse und unter der E sich das Talent zum Venach dem Grade seiner trostlosen Lage Zukunftsk Glanze aus. Diesen psychologischen die Inserate und damit Arbeitslose schreibt! Ur das ihm die größten Ver alles im Grunde auf ei zum Beispiel sich der Spesenzuschuß und hohe Spesen und Provision! ma!! Welch berückende Geldbeutels! Also der Arbeitslose iunft. Postwendend erhi Rundschreiben in Schre auseinandergesetzt, daß n schäftsverbindung" zu trei als Agent mit höchsten P Reisevertreter gegen Fixi türlich wählt unser Frei sprechend. 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Im Zaum und Schenke umwarf, und währe auswichen, zügelte dampfendes Tier ei aufschauenden Stam „Kesos!— cap und warf scheu den habe, nach rechts ol Manne Raum zu g „Schämst du die willig gedämpfter Deine Lippen hast ein Krieger vom S Holz zu ihren Feuer „ Der Indianer st sich hin, aber der widernd, hielt seine heftet. Der Wilde den Blick und senkte „Soll ich dir ei Hauptling noch ein den Hohn, der in d last, die er trug, v und floh jetzt, so ra hinauf und den Ber Ein leichtes verä einen Augenblick ur drehte den Kopf ni wieder herumwerfe lenkten und ihre mi Porfene Holz hinüb weg so rasch als vi Hier stieß die kle und zwar in der P fornien versetzten I und jetzt einer klein angetreten hatte, die Der Justizrat hörte 19 1et aber o viel demi Nr. 177. O O Bielefeld, Montag, 2. August 1909. 20. Jahrg. Mißbrauch der Arbeitslosen. Inserat pgosierte“ fällt aus den Wolken. Alss war das # Aer Arbritstoseil. Insrat. Schwindel. Von Probezeit stand keine Silbe darin. m..„„„„ fer wurde sich auch gehütet haben sonst In welcer Weise oft die Arbeitslosen gemißbraucht werden, davon könnte man alle Tage erzählen; schildern wir heute eine besondere Seite dieser Ausnutzung. #. Der Arheitslose verfolgt natürlich mit großem Interesse den Arbeitsmarkt der Zeitungen. Da fällt ihm denn gleich zu Ansang auf, daß— wenn auch sonst keine Stellenangebote vorliegen— doch in der Verwaltungsbranche anscheinend immer zu tun ist. In jeder Nummer suchen mehrere„alte angesehene Gesellschaften“, Subdireltoren, Inspektoren, Reisevertreter oder schlechtweg Agenten„bei höchsten Bezügen".„Branchenkenntnis nicht erforderlich".„Für energische, arbeitsfreudige Kraft hochdotierte Lebensstellung". Und was noch sonst alles in den Anzeigen zum Lockköder gemacht wird. Der Arbeitslose steht in der ersten Zeit solchen Angeboten mit einem gewissen Mißtrauen gegenüber. Er weiß, wie der Volksmund oft despektierlich über die Versicherungstätigkeit spricht. Aber mit der fortschreitenden Arbeitslosigkeit, mit der Verminderung seiner Mittel üben gerade die ständig sich wiederholenden Versicherungsinserate eine sozusagen magische Wirtung aus. Etwas Suggestives liegt in ihnen, und der Arbeitslose, dem sich gar keine andere Existenz bieten will, fragt sich schließlich, ob er nicht doch einmal auf so ein lockendes Inserat schreiben soll?— Vielleicht?!— Wer kann es wissen?— Und er überlegt sich schon im voraus, ob er nicht den einen oder anderen Bekannten hat, dem er als Anfang eine Versicherung aufreden kann— und dann müßte sich das andere ja finden! Er entdeckt also— mürbe gemacht durch den Druck der Verrältnisse und unter der Einwirkung der betreffenden Inserate— in sich das Talent zum Versicherungsagenten und malt sich— je dem Grade seiner Einbildungskraft— gegenüber seiner trostlosen Lage Zukunftshoffnungen von mehr oder minder hellem Glagze aus. Spsychologischen Effekt hervorzurusen, bezwecken nun die Inserare und damit haben sie ihre Aufgabe erfüllt. Der Arbeitslose schreibt! Und zwar sucht er sich das Angebol aus, das ihm die größten Versprechungen macht; er weiß ja nicht, daß alles im Grunde auf ein und dasselbe hinausläuft. Er will zum Beispiel sich der Gesellschaft weihen, die gegen Fixum, Spesenzuschuß und hohe Provision Reisevertreter sucht. Fixum, Spesen und Provision!„Drei Einnahmemöglichkeiten auf einPeisgeztesch berückende Aussicht angesichts des fast erschöpften der Arbeitslose schreibt und bittet um nähere Auszanft. Postwendend erhält er Bescheid. Zumeist ein gedrucktes nundschreiben in Schreibmaschinenschrift. Darin wird ihm auseinandergesetzt, daß man gern bereit sei, mit ihm„in Geschäftsverbindung zu treten, er möge nur entscheiden, ob er nur als Agent mit höchsten Provisionssätzen arbeiten wolle, oder als Reisevertreter gegen Fixum, Spesen und hohe Provision. Natürlich wählt unser Freund das letztere und schreibt dementsprechend. Und wieder erhält er postwendend Antwort. Nachdem er die erste Seite des wieder gedruckten Rundschreibens gelesen hat, fühlt er sich vielleicht veranlaßt, einen Freudensprung zu machen. Er darf sich als engagiert betrachten. Und zwar gewahrt ihm die kulante Gesellschaft ein Gehalt von mindestens 200 Mk., sagen wir mal 12 Mk. tägliche Reisespesen und außerdem noch näher zu bestimmende Provision. In der Freude seines Herzens beachtet er nicht groß, daß die Zahlung der betreffenden Summen von einer bestimmten Gegenleistung abhängig gemacht wird, sagt doch das Zirkular selbst, daß es bei einigermaßen Rührigkeit ein leichtes sei, die verlangte Höhe der Versicherungen zu erreichen. Er wird's schon erreichen, wenn er nur erst den Spesenzuschuß in Händen hat, damit er zu arbeiten anfangen kann. Aber was ist das? Ganz am Schlusse des sehr ausführlichen und sehr höflichen Zirkulars heißt es mit einemmal etwa wie folgt: „Die außerordentlich hohen Bezüge, die die Gesellschaft gewährt, machen natürlich(!) eine Probezeit notwendig. Wir sind aber auch in dieser Beziehung sehr entgegenkommend, gewahren Ihnen höchste Provision und verlangen den Abschluß von nur(!) 10 Versicherungen nach Ihrer Wahl.“— Die Versicherungen müssen eine bestimmte Policenhöhe erreichen, sie müssen durchaus einwandfrei sein, d. h. es muß abgewartet werden, ob die Versicherten auch prompt ihren Verpflichtungen nachkommen und noch manches mehr, dann— ja dann steht dem endgiltigen Engagement nichts mehr im Wege. I. Von Probezeit stand keine Silke Er würde sich auch gehuter haben, sonst zu schreiben. Aber was nun? Das richtet sich nach dem Temperament des Betreffenden. Ist er melancholisch, dann gibt er die Sache dran und bekümmert sich nicht weiter drum, ist er cholerisch, dann zerreißt er wohl gar die Schriftstücke und steckt sie ins Feuer, wüteno wegen des vergendeten Portos, der Zeit und der vergeblichen Hoffnungen, ist er phlegmatisch, dann überlegt er sich die Sache noch einmal und läßt sie nur vorläufig ruhen, ist er dagegen sanguinisch— und das sind die meisten— dann wird er doch an die Arbeit gehen, in der Hoffnung, das verlangte Pensum zusammenzubringen, um dann die verlockende Anstellung zu erlangen. Vielleicht hat er schon hier und da sondiert und den einen oder anderen gefunden, dem er eine Versicherung „anhängen“ kann. Jedenfalls geht's ans Werk, nochmals aufgemuntert durch ein erneutes Schreiben der Gesellschaft oder einen Besuch des örtlichen„Generalvertreters". Ehe er beginnt, macht er oft noch das letzte seiner Habe zu Geld. Er muß doch äußerlich repräsentieren, hat auch standig Ausgaben. Und nun los! Viele dieser neugebackenen Versicherungsreisenden sind mit ihrem. Mut der Verzweiflung förmliche Landplagen für ihre Bekanntschaft. Und so mancher Bekannte geht bei ihnen, nur um sie los zu werden, eine hochst überflüssige Versicherung ein. So ein kleiner Erfolg hat natürlich auch seine Schaltenseiten. Alte Freundschaften gehen entzwei, viele Unannehmlichkeiten entstehen und wenn dann alles drauf und dran kommt, gelingt es doch nicht, das verlungte Pensum zu erreichen, und wenn es gar mit Hängen und Wurgen erreicht wird, findet die Gesellschaft geuug Ausflüchte, durch die sie die Verweigerung der versprochenen festen Anstellung begründen kann. ber manchen Freund verloren, manche Stütze verscherzt. Doch halt! hat doch die„hochsten“ Provisionen ausgezahlt bekommen. Allerdings. Nur stehen diese meist nicht entfernt im Verhältnis zu den gemachten Auswendungen und vor allem nicht dem den Gesellschaften errungenen Vorteil. Wobei zu beachten ist, daß der Agent alles Risiko zu tragen hatte, die Gesellschaft nichts. Nehmen wir einmal an, der Agent habe in achtwöchiger mühseliger Tätigkeit nur einen Abschluß zustande gebracht, dann bedeutet schon das für die Gesellschaft einen erheblichen Gewinn. Sie zieht ja von dem neuen Versicherungsnehmer 20, 30 Jahre, noch länger die Policen ein, während der Agent mit der einmaligen Provision abgefunden wird, und wenn er nichts mehr bringt, gehen darf. Ist mehr als ein Abschluß geglückt, um so besser für die Gesellschaft und den dazwischen ja mitverdienenden Generalagenten. Sie haben die Versicherungen ja für ständig fest. Den„Agenten“ mögen, wenn er nichts mehr bringen kann, die Hunde beißen. Er war ja nur das Mittel zum Zweck und da er jahraus, jahrein hunderte, tausende Leidensgenossen findet, so möge man ermessen, welche ungeheuren Verdienste die Versicherungsgesellschaften, d. h. die Direktoren, Aktionäre, Aufsichtsräte, Generalagenten, aus diesem planmäßigen Mißbrauch der Arbeitslosen ziehen. Wie würden die Herren aber entrüstet auffahren, wollte man ihnen vorhalten, daß sie ihren Profit einer eminent unmoralischen Handlungsweise verdanken, daß an dem daraus gewonnenen Mammon die Verwünschungen von Tausenden betrogener, ausgesogener und beiseite geworfener Arbeitsloser kleben. Vielleicht haben sie aber für Gefühlsaufwallungen überhaupt kein Verständnis und belächeln nur mitleidig die Torheit derer, die nicht alle werden und freuen sich ihrer eigenen Schläue, ihrer psychologischen Gerissenheit, dem Hauptfaktor ihrer Erfolge. Es bedarf wohl zum Schluß keiner Frage, daß, Versicherungsabschlüsse auch auf andere einwandfreiere Weise erzielt werden das ändert aber nichts an dem Urteil über den Mißbrauch der Arbeitslosen, der leider wohl erst mit dem System der nach kapitalistischen Grundsätzen geleiteten Versicherungsgesellschaften verschwinden wird. Gewerkschaftsbewegung. Christliche Prügel für christliche Streikbrecher. In Solnhofen(Bayern) sind seit 6 Wochen 800 christlich organisierte Lithographiesteinarbeiter ausgesperrt. Einige Christliche sind nun zu Streikbrechern geworden. Darüber ist die„Gewerkschaftsstimme“(Nr. 28)— das Organ des schwarzen Hilfsarbeiterverbandes— so erbost, daß sie schreibt:„In ihrer Dummheit haben diese Kollegen den reduzierten Tarif einzeln unterschrieben und am letzten Zahltag mußten sie mit 4 bis 6 Mark weniger Wochenlohn nach Hause wandern. Doch für solche Leute ist auch dieser Lohn noch viel zu gut. Um solche Elemente zur Vernunft zu bringen, wäre es am besten, wenn sie jeden Tag nach Arbeitsschluß statt Lohn 25 auf einen edlen Körperteil aufgezählt bekämen.“ Wenn dieses von dem christlichen Redakteur empfohlene Mittel auch weder neu noch originell ist, auch nicht ernsthaft genommen werden kann, so zeigt dieser Herzenserguß doch, daß selbst einem frommen und biederen Christen beim Wirken der dem Staate nützlichen Elemente die Geduld und Sanftmut ausgehen kann. Begreift man da, wenn unsre Gewerkschaftsmitglieder einmal aus der Rolle fallen und für das oft noch provokatorische Auftreten dieser Helden nicht noch Liebenswürdigkeiten haben? Es gehört viel gewerkschaftliche Erziehung und Disziplin dazu, kaltes Blut zu bewahren, wenn der Arbeiter, der um eine Besserung seiner wirtschaftlichen Lage, kämpft und durchaus berechtigter Forderungen wegen im Ausstande steht, zusehen muß, wie persönliche Opfer umsonst gebracht und jahrelange Gewerkschaftsarbeit durch die Streikbrecherhelden zunichte gemacht wird. Und wie hält Herichoshoergaun oder in der Vorseibese eise soiche Briget. strafe empfohlen wurde, dann wurde die schwarze Presse in unerhörtester Weise über den„Terrorismus der Roten“ zetern! Die Hauplversammlung des Arbeitgeberverbandes der Maler tagt vom 7. bis 11. August in Dresden. Es sollen eingehende Verhandlungen über den am 31. Dezember d. J. ablausenden Tarif mit den Gehilfen gepflogen werden. Die Reichstagsabgg. Mugdan und Irl werden über die Reichsversicherungsordnung und über die Gewerbeordnung sprechen. Bei der Gewerbegerichtswahl in Gelsenkirchen erhielten die freien Gewerkschaften 761, die Christlichen 876, die HirschDunckerschen 312 Stimmen. Bei der letzten Wahl vor 4 Jahren erhielten die freien Gewerkschaften 523, die Christlichen 1284, die Hirsch=Dunckerschen 433 Stimmen. Die Christlichen büßten hiernach 408, die Hirsch=Dunckerschen 121 Stimmen ein, während die freien Gewerkschaften einen Gewinn von 238 Stimmen zu verzeichnen haben. Bei den Wahlen zum Kreisgewerbegericht des Kreises Hagen wurde in Wetter, Vollmarstein, Gommern und Breckerfeld die Liste der freien Gewerkschaften gewählt. In Böhle erhielt die Liste der freien Gewerkschaften 4, die Liste der Gegner 2 Sitze. In Herdecke siegte die Liste des vereinigten Mischmaschs. Nachklänge zum Kampfe im Strebelwerk in Mannheim. Die Auseinandersetzungen zwischen den Lokalisten und den Leitern des Metallarbeiterverbandes über den Ausgang des Kampfes im Strebelwerk zu Mannheim fanden am 29. Juli im Gerichtssaal ein Nachspiel. Der Geschäftsführer Schneider von der Mannheimer Zahlstelle des Metallarbeiterverbandes hatte den Lokalisten Schuster, der jetzt in Berlin wohnt, verklagt, weil dieser die Beamten des Metallarbeiterverbandes in einem Flugblatt des Arbeiterverrats beschuldigt und außerdem Schneider nachgeredet hatte, dieser habe den Streikenden anstatt Unterstützung Prügel angedroht. Der Hauptzeue wurde zu 100 Mark Strafe und zu den Kosten verurteilt. Der Streik der Bauhilfsarbeiter in Landsberg a. W. siegreich beendet. Der Streik dauerte 11 Wochen; er wurde von beiden Seiten mit besonderer Zähigkeit geführt. Der Abschluß brachte den Arbeitern die Anerkennung der Organisation, was bisher den ungelernten Bauarbeitern hartnäckig verweigert wurden noch einige unbedeutende Verbesserungen für die im Akkord beschäftigten Träger erreicht. Der Vertrag gilt bis 31. März 1910.— Die Arbeit ist am Freitag wieder aufgenommen worden. Gold. Roman aus den Goldfeldern Kaliforniens von Friedrich Gerstäcker. " In gestrecktem Galopp die Straße heruntersprengend, überholte der junge Häuptling jetzt den das Holz tragenden Indessen schwankender Gang unter der leichten Last nur zu deutlich verriet, welchen Lohn er für frühere Arbeit erhalten haben mochte. Im Nu riß er sein Pferd zur Seite, das sich, Zaum und Schenkeldruck gehorchend, auf den Hinterbeinen herund während ihm die beiden Mädchen links und rechts zügelte der junge Häuptling sein schnaubendes, ein und sah finsier auf den erschreckt zu ihm aufschauenden Stammesgenossen nieder. „„Kesgs!— capitano!“ stammelte der Holzträger erschreckt und wurf scheu den Blick zur Seite, als ob er nicht übel Lust habe, nach rechts oder links auszubrechen, um dem gefürchteten Manne Raum zu geben. .„Schämst du dich nicht?“ sagte aber dieser mit leiser, unwillig gedämpfter Stimme,„schämst du dich nicht, Tibuta? Deine Lippen hast du dem Gift der Bleichgesichter geöffnet, und ein Krieger vom Stamm der Cayotas trägst du den Fremden Holz zu ihren Feuern. Soll ich dir einen Weiberrock schicken?" sich Fix Indianer stammelte ein paar entschuldigende Worte vor aber der junge Häuptling, keine Silbe darauf erielt seinen Blick nur fest und verächtlich auf ihn geheftet,„Der Wilde sah nicht auf zu ihm aber trotzdem fühlte er ven Buick und senkte den Kopf tiefer und tiefer. ich dir einen Weiberrock schicken?" flüsterte da der SentHöhs zech einmal, und der Indianer, nicht mehr imstande, last bis“ n in den Worten lag, zu ertragen, warf die Holzssoß she rs von seiner Schulter mitten auf die Straße. so rasch ihn seine Füße trugen, die Straße wieder hinauf und den Bergen zu. „Einleichtes verächtliches und doch bitteres Lächeln zuckte für Augenblick um die Lippen des jungen Reiters, aber er drehte den Kopf nicht nach dem Flüchtigen. Nur sein Pferd wieder herumwerfend, während die Reiterinnen zur Seite lenkten und ihre munteren Tiere über das auf die Straße geporfene Holz hinüberflogen, jetzte er den kaum unterbrochenen Weg so rasch als vorher fort. stieß die kleine Cavalcade aber auf noch ein Hindernis, und zwar in der Person des deutschen, hier plötzlich nach Kalifornien versetzten Justizrats, der eben mit der langen Pfeife, einer kleinen grauen Mütze auf, seinen Spaziergang Vgetzeten hatte, die„Stadt“ etwas in Augenschein zu nehmen. ##., Bunrat hörte allerdings die galoppierenden Pferde, hatte wer: so viel demit zu tun, in die rechts und links liegenden Zelte hineinzuschauen, daß er gar nicht weiter darauf achtete, bis Kesos selber so dicht an ihm vorüberflog, daß er ihm sogar mit der Spitze des rechten Fußes den Aermel streifte. Im Nu prallte er jetzt allerdings zur Seite, aber nur, um dem Mädchen mit dem feuerfarbenen Kleide gerade in den Weg zu springen, und hätte diese ihr Tier nicht so rasch herübergerissen, so wäre der arme Mann jedenfalls, gleich zum ersten Entree in den Minen, überritten worden. So kam er mit dem Schreck davon. Die beiden kleinen nachfolgenden Burschen hatten Zeit genug gehabt, ihm Raum zu geben, und in der nächsten Sekunde waren sie schon vorbeigebraust. „Donnerwetter!“ sagte der Justizrat und hob die beruntergefallene Mütze wieder auf.„Auch eine Manier? Schwarze Heiden, Lumpenpack!“. Und damit, ohne sich weiter um die Indianer zu kümmern, verfolgte er seinen vorher eingeschlagenen Der Häuptling zügelte indessen vor dem Zelte der Alcalden und unter der, sich jetzt kaum in der matten Brise regenden, amerikanischen Flagge sein Pserd ein, sprang zur Erde, übergab den Zügel einer der ebenfalls rasch heruntergleitenden Jungen und rief den Mädchen ein paar Worte zu. Diese nickten langsam mit dem Kopfe und setzten dann ihren Weg, aber jetzt im Schritt, fort, bis sie die Stadt hinter sich und eine kleine Anhöhe zwischen noch einzeln zerstreuten Zelten erreicht hatten. Dort hielten sie, um die weiteren Befehle ihrer Herrn zu erwarten. „Buenos dias!“ grüßte indessen der junge Häuptling, der ohne weiteres die Leinwand zurückgeworfen hatte, die den Eingang verhing, während er zu dem Alcalden eintrat. Dieser lag gerade in einer etwas verlängerten Siesta auf seinem Bette in der Ecke des Zeltes ausgestreckt und fuhr überrascht von seinem Lager aus. Als er aber den Häuptling erkannte, blieb er auf dem Rande seines Lagers sitzen, streckte sich ein wenig und erwiderte dann freundlich nickend: „Buenos dias, Kesos!“ Damit hatte er aber auch so ziemlich seinen ganzen Vorrat an spanischen Wörtern erschöpft und setzte, dann, ohne viele Umstände, auf Englisch hinzu:„Was willst du?“ „Mit dir sprechen, Richter," erwiderte da der Indianer in gebrochenem, wenn auch verständlichem Englisch—„doch nicht in deiner Sprache, die mir schwer und ängstlich auf der Zunge liegt. Schicke nach deinem Dolmetscher, denn ich habe dir viel zu sagen. „Hm,“ brummte der sogenannte„Alcalde“, ein kleiner, ziemlich fetter Amerikaner, der von seinen Landsleuten, Gott weiß aus welchem Grunde.„Major“ genannt wurde—„viel zu sagen? wäre mir gerade nicht lieb, denn ich habe mehr zu tun als deine indianischen Scherereien anzuhören. Was hast du wieder?" „Wo ist Sheriff?“ frug der junge Häuptling indessen, ohne die Frage zu beantworten. „Wo ist Sheriff?“ wiederholte aber der Alcalde ärgerlich, „ja, wo ist Sheriff, was geht mich Sheriff an. Sheriff wird schlafen, oder Gold waschen, oder spazieren gehen, oder sonst tun, was ihm gerade gefällt. Hab ich mich um den Sheriff zu kümmern?“ der sein ihm „Hol' ihn,“ sagte lakonisch der Indianer. „Hol“ ihn?" rief aber erstaunt über solche Keckheit d Friedensrichter,„das ist nicht übel: hol' ihn! als ob ich se Stiefelputzer wäre. Hol' ihn selber, wenn du was von ih willst, ich brauche ihn nicht.“ „Gut!“ sagte Kesos, drehte sich ohne weiteres, wo er stand, herum, und verließ ohne Gruß das Zelt, um den Sheriff, den er kannte, selber aufzusuchen. Major Ryoth blieb in einer höchst unbehaglichen Stimmung zurück, denn wenn er irgend etwas auf der Welt haßte, so waren es Geschäfte, mit denen ihn sein Sheriff schon überdies genug plagte. Außerdem kannte er den Einfluß, den der indianische Oberhäuptling auf die verschiedenen Stamme ausübte, und wußte, daß irgend etwas Außergewöhnliches vorgefallen sein mußte, sonst hätte er keinen Dolmetscher verlangt, seine Verhandlung zu. führen. Und war von den Indianern je Geld für ihre Klagen zu bekommen?— nicht eines Bits Wert. Ja, wenn es einer seiner Landsleute, oder gar ein Fremder gewesen wäre, der den Schutz der amerikanischen Gesetze verlangt hätte, so konnte er seine zwei bis drei Unzen, ja noch mehr fordern, und lunkte keine Feder ein, bis er das Gold nicht sicher in seinem Verwayrsam hatte; aber mit den Indianern war das eine andere, höchst unerguickliche und unergiebige Sache, die selten oder nie etwas eintrug. Und doch mußte sie erledigt werden, wenn er nicht fürchten sollte, von dem Alcalden des Distriktskourt darüber zur Rechenschaft gezogen zu werden. Von den Bewohnern des Städtchens hatten sich indessen auch einige aus ihren Zelten eingefunden, um den seltenen Besuch anzustaunen. Der Häuptling war nämlich überall als ein weit über seine Verhältnisse gebildeter, ja eigentlich schon halb zivilisierter Indianer bekannt während alle die benachbarten Stämme mit wahrhaft abgöttischer Verehrung zu ihm aufschauten und seine Befehle ohne Widerrede erfüllten. So zog er, während er eigentlich bei den Calaveres=Indianern sein Hauptquartier hatte, von Stamm zu Stamm, ihre Streitigkeiten zu schlichten, ihre Beschwerden anzuhören, und leider gab es deren gerade in dieser Zeit genug. Waren die Bleichgesichter nicht wie ein seine Dämme brechender Strom plötzlich von allen Seiten in ihr Land gefallen, nach dem gelben Metall gierig zu suchen? Hatten sie nicht ihre Eichenhaine gefällt, ihre Fischereien zerstört, ihr Wild getötet oder vertrieben, und waren sie selber nicht aus ihren Jagdrevieren wie die Tiere des Waldes verjagt worden? Wo sie dabei mit ihnen zusammentrafen, erlaubten sich diese weißen Eindringlinge Uebergriffe in ihre Rechte, und die geringste Vergeltung, die sie übten, zog die Rache von Tausenden über diese sonst so harmlosen Söhne der Wildnis herauf. Und weiter und weiter wurden sie zurück Vom Streik der städtischen Arbeiter in Kiel. In recht eigenartiger Weise wird versucht, dem Magistrat Arbeitskräfte zuzuschanzen. Armenvorsteher und Vertreter öffentlicher Einrichtungen vermitteln der Stadtverwaltung Personal. Der Arbeitgeberverband tut ein Uebriges, indem er seine Mitglieder verpflichtet, keine streikenden und ausgesperrten Arbeiter der Stadt Kiel in Beschäftigung zu nehmen; im Uebertretungsfalle sind im jeden Einzelfalle und für jeden Mann 60 Mark Konventionalstrafe verwirkt. Zu solchen Mitteln wird gegriffen, um die Arbeit in den städtischen Betrieben leisten zu können, die allerdings laut Nachrichten der bürgerlichen Presse schon langst wieder ordnungsmäßig besetzt sein sollen. Das Streikpostenstehen ist durch das Vorgehen der Polizei „ vollständig illusorisch gemacht.„Selbst wenn die Streiken„#n, ohne stehen zu bleiben, ruhig ihres Weges gehen, werden sie sistiert und stundenlang inhaftiert. Strafmandate regnet es nur so. In richterlicher Entscheidung ist zwar in 2 Fällen schon Freispruch erfolgt, das hindert die Polizei aber nicht, in altgewohnter Weise zu operieren. Einem Streikposten, der von den Arbeitswilligen überfallen worden war und hierbei schwere körperliche Verletzungen davongetragen hatte, wurde auf seine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft hin der lakonische Bescheid, daß das Verfahren eingestellt sei; außerdem habe er ja die erlittenen Verletzungen selbst verschuldet, da er entgegen der Warnung des Polizeiprasidenten in der fraglichen Zeit die Gutenbergstraße nicht gemieden, sondern dort als Streikposten gestanden habe. Der Herr Staatsanwalt scheint demnach die fast den Neue Gewerkschaftsblätter im internationalen Transportgewerbe. Am 1. Juli erschien in flämischer Sprache„De Transportarbeider", periodisches Organ der Nationalen Federation der Lransportarbeiter in Niederland. Die Redaktion und Administration ist:„Boompjes 118a, Rotterdam, Holland.— Gleichfalls erschien in Rotterdam:„De Uitkijk“, Monatsblatt der Rotterdamer Seemannsvereinigung„Volharding", der abgesplitterte Teil vom Niederländischen Seemannsbund. Die Adresse ist: Rechthuislaan 33a, Rotterdam(Katendrecht), Holland.— Zum zweiten Male neu erschien am 1. Juli„El Obrero Naval“, Organ der Federacion Nacional de Obreros del Mar, de Buques y Puertos de Espana(Seeleute, Hafenarbeiter und Binnenschiffer in Spanien). Adresse: Calle Mayor, 44, 2, I, Barcelona(Barceloneta), Spanien.—„Bulletin“, Monatsorgan der Union Nationale des Serre=freins des Chemins de fer de lEtat Belge(Eisenbahnbremser in Belgien). Adresse: Café du Cygne, Grand Place, 9, Brüssel, Belgien.—„El Societario", zweimal monatlich erscheinendes Organ der Sociedad La Union del Personal de Fondas de Mar y Tierra in Cadiz(Transportarbeiter zu Wasser und Lande). Adresse: Cabrera de Nevares, 3, Cadiz, Spanien.—„El Auriga“, Monatsorgan des Centro de Resistencia Conductores de Carruajes y Anexos in Montevideo(Fuhrleute und verwandte Berufe). Adresse: Calle Arapey, 85, Montevideo, Uruguay.—„The New Zealand Railway Review“, Organ der Amalgamated Society of Railway Servants of New Zealand(Eisenbahner). Adresse: 83, Grant Road, Wellington, Neu=Seeland. Der Arbeitsmarkt im Juni. Der Arbeitsmarkt wies, nach den Mitteilungen im„Reichsarbeitsblatt", im Monat Juni wenig Veränderung im Vergleich mit dem Vormonat auf. Im Kohlenbergbau des Ruhrgebiets war zwar die Förderung und der Absatz noch nicht befriedigend; Feierschichten waren nach wie vor erforderlich. Die Beschaftigung der Stahl= und Walzwerke war im allgemeinen etwas besser als im Vormonat und zur gleichen Zeit des Vorjahres; nach den Berichten aus Schlesien und Südwestdeutschland jedoch war eine Besserung der Lage nicht zu bemerken; im allgemeinen war ein starkes Angebot an Arbeitskräften vorhanden. Was die Gießereien betrifft, so wiesen den Berichten zufolge die norddeutschen Werke einen ungünstigen Geschäftsgang auf, so daß vielfach Feierschichten eingelegt werden mußten; die süddeutschen Berichte lauten dagegen befriedigend. Wenig übersichtlich ist die Lage im allgemeinen Maschinenbau, das Angebot an Arbeitskräften deckte aber auf jeden Fall die Nachfrage. Die Textilindustrie, insbesondere die Spinnereien, hatten keine befriedigenden Verhältnisse zu verzeichnen. In der chemischen Industrie war der Geschäftsgang nach der Mehrzahl der Berichte normal, auch hier reichten die Arbeitskräfte aus, besonders in den Großstädten zeigte sich oft ein Ueberangebot. In der elektrischen Industrie war die Lage ungefähr dieselbe wie im Vormonat, auch hier trat vor allem in den Großstädten häufig ein Ueberangebot von Arbeitskräften in die Erscheinung. Soweit Berichte aus dem Baugewerbe vorliegen, trat häufig eine weitere Verbesserung ein, das Angebot von Arbeitern genügte überall der Nachfrage. Auf den Geschäftsgang der Brauereien übten meist noch der wenig befriedigende Geschäftsgang anderer Industriezweige und vielfach auch die Witterungsverhältnisse einen ungünstigen Einfluß aus. Bei den an das Kaiserliche Statistische Amt berichtenden Krankenkassen ergab sich am 1. Juli gegen den 1. Juni eine Abnahme der Beschaftigungsziffer um insgesamt 17·806 Mitglieder (+ 185 männliche,— 17991 weibliche) gegenüber einer Zunahme um 66554(+ 49738 männliche,+ 16 816 weibliche) Mitglieder im Vormonat. Die Arbeitslosenziffer der berichtenden Fachverbände belief sich Ende April 1909 auf 2,9 Prozent, Ende Mai und Ende Juni auf 2,8 Prozent. Die entsprechenden Ziffern des Vorjahres Auffassung zu haben, daß das Streikpostenstehen ungesetzlich ist und die Streikposten der Rauflust der Streikbrecher schutzlos preisgegeben sind. Es wird daher notwendig sein, obere Gerichtsinstanzen zu veranlassen, daß auch sie ihre Meinung hierüber äußern, damit nicht noch größere Rechtsunsicherheit geschaffen wird. Man darf sich sonst nicht wundern, wenn im Volke immer mehr die Meinung Verbreitung findet, daß bei uns zulande wirklich Gewalt vor Recht geht. waren 2,8 Prozent, 2,8 Prozent und 2,9 Prozent. Die Berichte der Arbeitsnachweise zeigen kaum eine Aenderung gegen den Vormonat an. In Bayern herrschte rege Nachfrage nach landwirtschaftlichen Arbeitern. In den Großstädten, besonders in Berlin, machte sich die stille Zeit im Schneider= und Handelsgewerbe bemerkbar. In der Glacélederindustrie in Frankenhausen(Kyffhäuser) ist es zum Friedensschluß gekommen; es wurde ein bis zum 1. August 1912 geltender Tarif abgeschlossen mit folgenden Vereinbarungen: Der Stundenlohn steigt ab 1. Oktober von 35 auf 37 Pfg.: Hilfsarbeiter erhalten denselben Zuschlag: ab 1. August 1911 erhöht sich der Stundenlohn auf 38 Pfg. Die Akkordarbeiter erhalten vom 1. Oktober 1909 ab 5 Prozent Zuschlag, vom 1. August 1911 ab weitere 7 Prozent. Der 1. Mai gilt als Feiertag(bisher nur ein halber Tag). Außerdem wurden verschiedene sanitare Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse in den Betrieben eingeführt. Die Lederarbeiter haben diese Erfolge nur ihrer vorzüglichen Organisation und dem festen Zusammenhalt zu danken. ssc. Die Zahl der in der Arbeiterversicherung amtlich tätigen Personen. Infolge der grenzenlosen Zersplitterung der Organisation der Arbeiterversicherung ist die Zahl der Perjonen, die mit ihrer Durchführung beruflich oder ehrenamtlich betraut sind, eine ganz ungeheuer große. Durch diesen komplizierten Apparat wird nicht nur die Verwaltung unnötig verteuert, sondern es haben auch die vielen besonders neben= und ehrenamtlich tätigen Personen bei der Beschränktheit ihres Arbeitsfeldes zu wenig Gelegenheit, sich in die gesamte umständliche Materie einzuarbeiten und Erfahrungen zu sammeln. Dazu kommt, daß bei den kleineren Instituten infolge der geringen Auswahl die Posten nicht immer mit solchen Personen besetzt werden können, welche die nötigen Eigenschaften dazu besitzen. Am stärksten treten diese Nachteile in der Krankenversicherung hervor. Leider kann man die Zahl der hier als Vertreter der Kassenmitglieder und der Arbeitgeber in den Organen vorhandenen sowie der beruflichen oder ehrenamtlichen Kassenbeamten mangels einer amtlichen Statistik nur schatzungsweise feststellen. Nimmt man an, daß von den rund 15000 Krankenkassen, die auf Grund des Krankenversicherungsgesetzes bestehen, jede im Durchschnitt 10 Vorstandsmitglieder besitzt, so sind schon rund 150000 Krankenkassenvorstandsmitglieder im Deutschen Reich vorhanden. Jede Kasse mit mehr als 500 Mitgliedern muß aber auch eine aus Vertretern bestehende Generalversammlung besitzen. Derartige Kassen sind rund 3500 vorhanden. Nehmen wir an, daß jede dieser Kassen im Durchschnitt auch nur 50 Generalversammlungsvertreter besitzt, so ergibt das 175000 derartige Vertreter. Da von diesen Gesamtzahlen der Vorstandsmitglieder und Generalversammlungsvertreter mindestens zwei Drittel dem Kreise der Versicherten angehören muß, so kann man deren Zahl gut auf rund 200.000 schätzen. Da von den rund 23 500 Krankenkassen jede mindestens einen, wenn auch nebenamtlichen, Kassen= und Rechnungsführer besitzt, so sind ebenso viel derartige Beamte vorhanden. Die Zahl der bei den großen Kassen berufsmäßig angestellten ständigen Beamten ist etwa auf insgesamt 8000 zu schätzen. Zur Durchführung der Invalidenversicherung bei den 31 Versicherungsanstalten und 10 zugelassenen Kasseneinrichtungen waren im Jahre 1904 vorhanden: 309 Mitglieder der Vorstände(darunter 108 Vertreter der Versicherten), 44 Hilfsarbeiter der Vorstände, 2833 Kassen-, Bureau= und Kanzleibeamte, 298 Unterbeamte, 396 Beamte zur Kontrolle der Markenverwendung, 626 Mitglieder der Ausschüsse(wovon die Hälfte dem Kreise der Versicherten angehört), 13982 Beisitzer bei den Rentenstellen und unteren Verwaltungsbehörden(von denen ebenfalls die Hälfte dem Stande der Versicherten angehören muß), 1304 in Heilstätten beschäftigte Personen, 124 Schiedsgerichtsvorsitzende und 8520 Schiedsgerichtsbeisitzer(die auch zur Hälfte Versicherte sein müssen). Außerdem sind noch 2498 von den Versicherungsträgern speziell eingerichtete Markenverkaufsstellen vorhanden, bei denen auch mindestens je ein Verwalter vorhanden ist. In der Unfallversicherung wurden 1997 gezähl:: 1151 Mitglieder der Vorstände der Berufsgenossenschaften und 5941 Mitglieder der Sektionsvorstände, 4982 Delegierte zur Genossenschaftsversammlung, 28 066 Vertrauensmänner(in den einzelnen Orten zur Wahrnehmung der Interessen der BerufsgenossenBerarung der Unschaften), 2546 Arbeitervertreter(die nur zur# fallverhutungsvorschriften hinzugezogen werden), 323 technische Aufsichtsbeamte(zur Revision der Betriebe) und 4133 Geschäftsführer, Bureau= und Unterbeamte. Hierzu kommen noch die speziell für die Invaliden- und Unfallversicherung eingerichteten Aufsichts- und Rechtsprechungsinstanzen. So sind im Reichsversicherungsamt vorhanden 522 Direktoren, Senatsvorsitzende, gedrängt, höher und höher hinauf, nicht allein in den hohen Schnee der Gebirge, sondern auch in die Reviere ihnen feindlicher Stämme. Und immer noch steckten die Bleichgesichter ihren Verfolgungen keine Grenzen, immer noch mehr Land beanspruchten sie als ihr Recht und Eigentum, wie sollte das enden? — wo sollte endlich die Grenze gezogen werden zwischen dem weißen und roten Manne? Die Mehrzahl der Indianer kannte allerdings nicht die Tragweite dieses, wie sie glaubten, vorübergehenden Ueberfalles. Sie wußten, die weißen waren herübergekommen, um nach dem gelben Metall zu suchen, und dachten, sie würden wieder gehen, wenn sie das alles ausgegraben hätten. Kesos sah weiter. Er war schon selber in San Francisco gewesen, hatte die Schiffe gesehen, die dort mit Häusern und Werkzeugen einliefen, und erkannte bald zu seinem Schrecken, daß dieser Einbruch der verhaßten Fremden mehr als ein vorübergehender Besuch sei. Ueberall umzäunten sie schon große Stücken Land und ackerten es um, und auf den Missionen hatte er gelernt, was das bedeute: Saat hatten sie dort in die Erde getan, von der sie in späterer Zeit ernten wollten, und die Häuser, die sie schon anfingen zu bauen, sahen dem Wilden nicht so aus, als ob sie nur für den milden Winter einer einzigen Jahreszeit errichtet wären. Als die Missionäre herüberkamen und ihre Missionsgebäude aufgestellt hatten, gedachten sie nicht das Land wieder zu verlassen, sondern nur immer mehr und mehr Boden zu gewinnen. Die jetzigen Ankömmlinge würden es nicht anders machen. Er hatte auch die furchtbare Zahl der Fremden gesehen; er kannte die Gewalt ihrer Feuerwafsen und wußte, welches Uebergewicht ihnen diese über seine armen nackten, nur mit schwachen Bogen und Pfeilen bewehrten Landsleute geben mußte. Er fühlte das Verzweifeite ihres Kampfes, ihres Widerstandes gegen diesen Koloß, und sein Herz blutete. Aber er war auch entschlossen, ihnen Schritt für Schritt streitig zu machen, er war entschlossen, sich nicht einschüchtern zu lassen, und nur die eine Hoffnung blieb ihm noch dabei, daß die Weißen untereinander nicht einig schienen. Er hatte genug von fremden Sprachen in seinem häufigen Verkehr mit den Missionaren gelernt, einen Unterschied zwischen Amerikanos Mexikanern und Franzosen zu machen, und es konnte ihm dabei nicht entgehen, daß die in Masse einströmenden Abkömmlinge der spanischen Rasse eher mit den Franzosen und anderen Fremden zusammenhielten, den Amerikanern aver bitter feind waren. Hatten ihnen diese ja doch auch den ihnen sonst gehörenden Küstenstrich mit Gewalt der Waffen geraubt. Nur also mit der Hilfe der Einen durfte er hoffen die Anderen zu beKesos, selbst in so jugendlichem Alter zu dem höchsten Rang emporgehoben, den ein Kind seines Stammes bekleiden konnte, sah die Zukunft noch nicht so schwarz und düster vor sich liegen. Er wollte nicht glauben, was ihn selbst manchmal in trüben Stunden wie eine Ahnung künftigen Leids beschlich, und die Hoffnung hielt ihn aufrecht. So lange der Mensch noch hofft, lebt er auch, nehmt ihm die letzte Hoffnung, und er wird, er muß zum Selbstmörder werden.(Fortsetzung folgt.) Son den Himmrisrrschrinungrn im August. Von Georg Kästner in Bremen. (Nachdr. verb.) Nachdem das Zentralgestirn unseres Planetensystems auf Süden in das Zeichen des Krebses seiner Wanderung nach dem getreten und dieses durchlaufen hat, gelangte es am 24. Juli in das Zeichen des Löwen, in dem es bis zum 24. August verbleibt. Diese Zeit wird als die Zeit der„Hundstage“ betrachtet. Der Löwe, der Bewohner der Tropen, soll die große Hitze, die während dieser Zeit zu herrschen pflegt, versinnbildlichen. Den Namen Hundstage aber haben diese Tage von dem Sirius, dem Hauptstern im großen Hundes der im Mai und Juni wegen zu großer Nähe zur Sonne unsichtbar war, nun aver wieder in der Morgendämmerung sichtbar wird. Gelegenheit zur Beobachtung des Mondes bietet die erste und die letzte Woche des Monats. Auf der Harvardsternwarte „otographische Helligkeitsbestimmungen des sind von King ph Mondes in verschiedenen Phasen vorgenommen worden. Danach ist der Vollmond photographisch um 9,6 Größenklassen heller als der Sirius, der Halbmond nur um 7/4 Größenklassen. Der Vollmond ist also um 2,2 Größenklassen oder 7½ mal heller als der Halbmond. Die Welt der großen Planeten bietet jetzt nicht sehr viel. Die Venus bleibt noch immer ½ Stunde im Westen sichtbar und die Sichtbarkeitsdauer des Mars nimmt immer mehr zu bis auf 7¼ Stunden am Ende des Monats. Saturn steht in der ersten Hälfte des Monats um Sonnenaufgang herum im Meridian und ist am Ende des Monats 7½ Stunden zu beobachten. Von den 99 im Jahre 1908 neu entdeckten oder für neu gehaltenen kleinen Planeten sind die meisten wieder recht klein. Der hellste war 9. Größe, die meisten aber 12. bis 14. Größe, sind also nur mit ganz großen Fernrohren überhaupt zu sehen. Ein großer Teil von ihnen ist mangels Beobachtungen wieder verloren gegangen. Es wird sich überhaupt noch mehr als bisher nötig erweisen, unter den kleinen Planeten auszuSekretäre und sonstige Beamte und 864 Vertreter der Arbeitgeber und Versicherten. Hierzu kommt noch das Personal der S Landesversicherungsämter(für Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen, Mecklenburg=Schwerin und=Strelitz und Reuß j. L.), das mit rund 300 Personen nicht zu hoch geschätzt ist. Das ergibt zusammen amtlich tätige Personen in der Krankenversicherung 356000, Invalidenversicherung 31 000, Unfallversicherung 47 200 und Versicherungsämter 1100, in Summa 435 300. Jedenfalls eine ganz ungeheure Zahl! Es mag sein, daß eine Anzahl Personen mehrere der aufgeführten Aemter gleichzeitig bekleidet, wodurch sich die Gesamtzahl etwas vermindert. Sehr erheblich ist das aber nicht. Dem Stande der Arbeiter bezw. der Versicherten gehören 213500 Vertreter in den Verwaltungsorganen der Versicherungsträger an. Auch diese Ziffer zeigt in ihrer Art, welche ungeheure Bedeutung die Arbeiterversicherung für die Arbeiterschaft hat. Die neue„Reichsversicherungsordnung“ wird an dem Zustande nicht viel ändern. Der Entwurf derselben sieht zwar die Beseitigung einer Anzahl kleiner Krankenkassen vor, dafür entstehen aber neue Gebilde, wie die Landkrankenkassen und besonders die Versicherungsämter. ag. Lebensgefahr durch elektrische Handlampen. Es handelt sich bei Unglücksfällen durch elektrische Handlampen immer um falsche Konstruktionen am Handgriff der Lampe, bei denen das Metall elektrischen Schluß bekommen konnte. Die isolierenden Holzgriffe waren von Messingrohren durchbohrt, die ihrerseits mit der eigentlichen Lampe in Verbindung standen, während das Messingrohr durch eine aufgeschraubte Metallmutter festgehalten wurde. Sobald infolge eines Fehlers ein metallischer Lampenteil mit den Zuleitungsdrähten in Kontakt kam, befand sich auch das Metall am Griff im Stromkreis. Fehlte endlich ein genügend großer Uebergangswiderstand zur Erde, so mußte der elektrische Strom den, der die Lampe hielt, treffen. An anderen Modellen waren wiederum die Holzhandgriffe zu kurz, so daß die Hand deshalb leicht mit dem Messing der Lampe in Berührung kommen mußte. Die Sicherheitslampe, die aus diesen Anlässen von Kank(Zeitschrift für Gewerbehygiene) konstruiert wurde, vermeidet diese Uebelstände dadurch, daß keine metallische Berührung zwischen Lampenkörper und irgend einem metallischen Teil der Lampenausrüstung stattfindet und daß die Leitungsdrähte nach ihrem Austritt aus dem Lampenkörper nicht durch Metallrohre geführt werden und auch sonst mit keinem metallischen Teil der Lampenausrüstung in Berührung kommen. Haudel und Verkehr. Papier. Papier. Der ins Ungeheuerliche wachsende Papierverbrauch, der das Fortschreiten der kapitalistischen Zivilisation charakterisiert, verwustet die Wälder und führt zu einem Raubbau, unter dem die zukünftigen Geschlechter einmal zu leiden haben werden. Andererseits sieht sich die Technik genötigt, nach anderen Materialien als Holz umzusehen. Einen guten Ueberblick über den heutigen Stand dieser Dinge gibt„Prometheus“ im letzten Heft. Zurzeit werden jährlich etwa 8 Millionen Tonnen Papier erzeugt, davon etwa 55 Prozent in Europa und etwa 43 Prozent in Amerika. An der Gesamtpapiererzeugung der Welt ist Deutschland mit 17 Prozent beteiligt, England mit 11 Prozent, Frankreich mit 7 Prozent, Oesterreich=Ungarn mit 5 Prozent, Rußland einschließlich Finnland mit 3,5 Prozent, 40 Prozent erzeugen die Vereinigten Staaten. Da nun der weitaus großte Teil aller Papiere aus Holzstoff hergestellt wird, so ist eine Folge der Entwicklung der Papierindustrie eine Vernichtung von Waldbeständen, die besonders in Amerika stark beunruhigende Dimensionen angenommen hat. Da eine Einschränkung des Papierverbrauches außerhalb des Bereiches der Möglichkeit liegen dürfte, so bleibt nichts übrig, als nach Ersatzstoffen zu suchen, die geeignet sind, das Holz als Papierrohstoff zu ersetzen. Unter solchen Ersatzstoffen wären zunächst die verschiedenen Stroharten zu nennen, die leicht zu behandeln und zu bleichen sind und durchschnittlich 45 bis 46 Prozent Zellulose enthalten. Nur reicht leider die jährlich erzeugte Strohmenge bei weitem nicht aus, um einen erheblichen Teil des Holzes in der Papierfabrikation zu ersetzen, und dazu wird das Stroh auch zu anderen Zwecken in größeren Mengen verbraucht. Andere Papierroh= stoffe kommen auch nur in verhältnismäßig geringem Maße zur Verwendung, wie z. B. das in Algier, Tunis und anderen Mittelmeerländern wachsende Espartogras, das besonders von englischen Papierfabriken zur Herstellung besserer Papiere verwendet wird, ferner die bis zu 55 Prozent Zellulose enthaltenden Bambusfasern, die ein wichtiges Rohmaterial der indischen und chinesischen Papierfabrikation bilden, aber für die europäischen und amerikanischen Papierfabriken ebenso wenig in Betracht kommen, wie der Bast des Papiermaulbeerbaumes, der zur Herstellung sehr fester und haltbarer chinesischer und japanischer Papiere dient. Ein Pavierrohstoff aber der vielleicht in einiger E. Prie=rohsttf g2., der vielleicht in eintger Zeit besonders für die amerikanische Papierindustrie größere Bedeutung erlangen wird, ist die Bagasse, die ausgepreßten Stengel des Zuckerrohres, die sehr reich an Zellulose sind und bei der ausgedehnten Rohrzuckerindustrie in großen Mengen entfallen, die nur zum Teil als Heizmaterial Verwendung finden können. Von den Tropenpflanzen— und unter diesen wird wählen und nur diejenigen weiter zu verfolgen, welche besonderes Interesse bieten. Der bisherige Direktor des Berliner Königl. Recheninstituts, Prof. Bauschinger, der die Leitung der Straßburger Kaiserlichen Sternwarte übernommen hat, hat sich dieser Himmelskörperchen besonders anzunehmen versprochen. Zum Zwecke der Auswahl werden allerdings die Bahnen iller neu aufgefundenen Planetoiden wenigstens einmal berechnet werden mussen. Den ersten neuen Kometen im Jahre 1909 haben die Herren Daniel in Princeton und Borelly in Marseille entdeckt. Der ziemlich helle Komet läuft unter rapider Abnahme seiner Helligkeit rasch nach Norden. Die Bahnberechnung ergibt eine Aehnlichkeit seiner Bahn mit derienigen des Kometen vom Jahr 1802. Wenn es sich erweisen sollte, daß beide identisch sind, so wäre dieser Komet derjenige, welcher die längste Periode in seiner Rückkehr zur Sonne aufzuweisen hätte. In München hat Dr. Silbernagel auf der dortigen Sternwarte mehrere Bedeckungen von Sternen durch den Kometen Morehouse beobachtet. Am 16. Oktober 1908 ging der Komet vor einem Sterne 10,5. Größe vorüber; selbst mitten im Kopf des Kometen blieb dieses Sternchen vollständig scharf, nur schien seine sonst weiße Farbe einen etwas rötlichen Ton angenommen zu haben. Das Gleiche wurde mit anderen noch schwächeren Sternen beobachtet. Durch den Kometen gesehen wurden sie etwas rötlich bis gelb, ohne Helligkeitsabnahme zu zeigen, nach ihrem Austritt wieder weiß. Es erweist sich damit immer wieder, wie dünn die Materie in den Kometen eigentlich ist und wie lächerlich die Furcht vor den Kometen ist, die der Erde gar nichts tun würden, wenn sie mit ihr zusammenträfen. Von den hellen Fixsternen finden wir an den Augustabenden nur wenige über unserem Horizonte. Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler stehen im Südosten. Westen strahlt hoch am Himmel der gelbliche Arcturus. Im Nordosten flimmert, ziemlich tief am Horizonte die funkelnde Capella im Bilde des Fuhrmanns, und ihr gerade gegenüber im Südwesten Antares im Skorpion. Ueber dem letzteren erheben sich die ausgedehnten Sternbilder Ophiuchus und Herkules. Im Zenith haben wir den Kopf des Drachens, einen Stern zweiter und zwei Sterne dritter Größe; der Schwanz des Drachen ringelt sich in großem Bogen zwischen dem großen und dem kleinen Bären hindurch. Letzterer steht unverrückt im Norden, während der große Bär im Nordwesten zu finden ist. ImNordosten haben wir die Sternbilder Cepheus, Cassiopeja und Perseus, im Osten Pegasus und Andromeda. Zwischen Herkules und Bootes steht noch ein kleines leicht aufzufindendes Sternbild, die nördliche Krone, ein nach Norden zu geöffneter Halbkreis von 5 Sternen, man, schon ihres schnelle satz für das Holz als mussen— kommen noch Bäume und Sträucher i für die Herstellung von schiedene Bananenarten Majaguastrauch usw. 2 auch aus den Abfällen be größere Mengen sehr h gestellt. Auch die Torf herangezogen und stellt d und billiges Packpapier eignen sich die Torffaser wollen, geeignete Bleichv Torf mit der Zeit wohl um so mehr, da in den le lager im Vordergrunde Papierrohstoff sind die zurzeit in den französis die bisher zufriedenstell Große Mengen Holz wi wohl nicht sparen, und d Miene macht, sich des ein stoffe in ausgedehntem M eine Reihe von Jahren bis die Holzpreise uner freilich viel zu spät— ohne die Verarbeitung d Nutzholzes gedeckt werden ** Bielefeld, 31. Juli mehrfach und schwer Maler Franz Weniger v der Nacht zum 3. Mai d. Meter Schalbretter dem haben. Auf Grund der ho; an, daß der Angeklag Schalbretter gestohlen ha Diebstahls im wiederholt Der Arbeiter Wilhel vom Schöffengericht zu Wochen Gefängnis bestra gelegt hatte. Es handelt er mit seinem Freunde hält nicht für erwiesen, des Hundes gewußt hat. aufgehoben und der Ang Die Thefrau Holtgrev Schöffengericht zu Mindbandes, welches sie unter der Firma Jonas& Co kauft hatte, zu einer Geld fängnis verurteilt worde Verurteilte und der Sta Strafkammer erkannte rufungen. Das Schöffengericht z helm Eisermann von Mi Gefängnis bestraft, woge Wie die Beweisaufnahm 6. September v. J. von lehen von 30 Mark erschw der Anklage zurückbezahlt von dem Angeklagten ein Der aus der Untersuch Wilhelm Gößling von He den Fahrradhändler Busse schwindelt und ihm in der altes und ein neues Fahr gestohlen zu haben. Der Rades nur Betrug, aber Diebstahl fest und verurte fängnis. Das Verfahren trennt. Verrufserklärung und gehens gegen§ 153 der( Straube zu 2 Wochen G einen jugendlichen Arbeite der Organisation der Lit behandelt haben sollte. Das Landgericht hat die Jugendabteilung keine keine Verurteilung nach Ein jugendlicher Verb Jugendgerichtshof am La den 16 Jahre alten Bäck 27. Mai d. J. seine M Tochter den Kopf zerschm raubte, zu der höchst zuläst Dir Mnslorlast (Unber. Nachdr. v Unter ungeheurem am Sonnabend mit Woche vom Reiche ab nalen Luftschiffahrts sichtlich heute Monto sichtlich heute Mont vie über Ravensbur Heilbronn, Heidelber war die fünfte große Die erste Fahrt, am am 4. und 5. Augu endete mit der Katast fuhr Graf Zeppelin von dort am nächsten Pfingstfahrt, die sich deren Einzelheiten dürfte als die erfolgt ungünstigen Wittern Konkurrenten, den Fahrt abzusehen, ist auftplanmaßig in Fr. einen weiteren Erfol halb in nachstehender und Z. II, wie sie u Grafen Zeppelin zu deren hellster 2. Größe ist und den Namen Gemma führt. Das Motorluftschiff, jahrten vom 24., 25., 26, den Beweis seiner Leistu eines langgestreckten Zyli# Ecks, welcher vorn und ist. Diese Form wird 1 ein starres Aluminiumg welche von einer festen, eingeschlossen ist. JederL linie) des Zylinders und träger entsprechend dem 16eckigen Reifens besitzt. geeigneter Weise angebre teilungen gebildet werden die beiden untersten Län wu und Streifheit des eine weitere Trägerkonstt konstruktion bildet sozusag entsprechend dem Kiel ein Vergleich zu bleiben, die rtreter der Arbeitdas Personal der Sachsen, Württemund=Strelitz und n nicht zu hoch gePersonen in der herung 31000, Uner 1100, in Summa ah!! Es mag sein, ufgeführten Aemter mtzahl etwas verersicherten gehören anen der Versichei ihrer Art, welche g für die Arbeiterordnung“ wird an ourf derselben sieht Krankenkassen vor, Landtrankenkassen impen. Es handelt slampen immer um mpe, bei denen das . Die isolierenden ohrt, die ihrerseits standen, während Netallmutter festgers ein metallischer ontakt kam, befand Fehlte endlich ein Erde, so mußte der ceffen. An anderen zu kurz, so daß die impe in Berührung ie aus diesen Ansygiene) konstruiert aß keine metallische end einem metalliund daß die LeiLampenkörper nicht ; sonst mit keinem Berührung kommen. Verkehr. de Papierverbrauch, Zivilisation charaku einem Raubbau, al zu leiden haben ik genötigt, nach Einen guten Uebergibt„Prometheus“ en Tonnen Papier nd etwa 43 Prozent ing der Welt ist id mit 11 Prozent, rn mit 5 Prozent, rozent, 40 Prozent der weitaus großte rd. so ist eine Folge Vernichtung von tark beunruhigende Einschränkung des der Möglichkeit ich Ersatzstoffen zu rohstoff zu ersetzen. die verschiedenen An und zu bleichen Zellulose enthalten. hmenge bei weitem zes in der Papierroh auch zu anderen Andere Papierroh= seringem Maße zur unis und anderen das besonders von sserer Papiere verUulose enthaltenden l der indischen und ir die europäischen wenig in Betracht umes, der zur Herind japanischer Pavielleicht in einiger erindustrie größere die ausgepreßten Zellulose sind und n großen Mengen Verwendung finden unter diesen wird i, welche besonderes s Berliner Königl. Zeitung der Straßhat, hat sich dieser ersprochen. Zum Bahnen iller neu l berechnet werden hre 1909 haben die Marseille entdeckt. er Abnahme seiner ichnung ergibt eine kometen vom Jahr se identisch sind, so iste Periode in seier dortigen Sternch den Kometen 108 ging der Komet st mitten im Kopf g scharf, nur schien Ton angenommen 1 noch schwächeren jesehen wurden sie me zu zeigen, nach damit immer wieeigentlich ist und , d i e d e r E r d e tenträfen. ir an den AugustWega in der Leier, im Südosten. Im ge Arcturus. Im onte die funkelnde erade gegenüber im n letzteren erheben und Herkules. Im nen Stern zweiter des Drachen rinin und dem kleinen i Norden, während mNordosten haben Perseus, im Osten und Bootes steht bild, die nördliche eis von 5 Sternen, Hemma führt. gar man, schon ihres schnellen, üppigen Wachstums wegen, den Ersatz für das Holz als Papierrohstoff in erster Linie suchen mussen— kommen noch eine Reihe von Gräsern und solche Bäume und Sträucher in Betracht, die heute schon ihre Fasern für die Herstellung von Seilen, Matten usw. liefern, wie verschiedene Bananenarten(Manilahanf), Agaven(Sisalhanf), der Majaguastrauch usw. Aus den Resten der Seilfabrikate und auch aus den Abfällen bei der Haufbereitung werden heute schon größere Mengen sehr haltbarer Papiere(Manilapapiere) hergestellt. Auch die Torffasern hat man zur Papierfabrikation herangezogen und stellt daraus, besonders in Amerika, ein gutes und billiges Packpapier her. Zur Fabrikation von Druckpapier eignen sich die Torffasern nicht, da es bisher nicht hat gelingen wollen, geeignete Bleichverfahren zu finden. Trotzdem wird der Torf mit der Zeit wohl einen größeren Teil des Holzes ersetzen, um so mehr, da in den letzten Jahren die Ausbeutung der Torflager im Vordergrunde des Interesses steht. Als neuester Papierrohstoff sind die Weinreben zu nennen, mit denen man zurzeit in den französischen Weinbaugebieten Versuche macht, die bisher zufriedenstellende Resultate ergeben haben sollen. Große Mengen Holz würde man bei ihrer Verwendung aber wohl nicht sparen, und da zurzeit die Papierindustrie noch nicht Miene macht, sich des einen oder anderen der angeführten Rohstoffe in ausgedehntem Maße zu bedienen, so wird sie wohl auf Reihe von Jahren hinaus die Wälder weiter verwüsten, ** Bielefeld, 31. Juli. Ferien=Strafkammer. Der mehrfach und schwer wegen Eigentumvergehens vorbestraftcaler Franz Weniger von hier war angeklagt, zu Bielefeld in der Nucht zum 3. Mai d. J. etwa 8 Meter Rohriatten und drei haben Aus Gruns dem Maurermeister Külker gestohlen zu haben. un, Grund der Beweisaufnahme nahm der Gerichtsho; an, daß der Angeklagte wohl die Rohrlatten, nicht aber die Schalbretter gestohlen hat, und verurteilte ihn wegen einfachen Diebstahls im wiederholten Rückfalle zu 3 Monaten Gefängnis. „Arbeiter Wilhelm Meierjohann von Ubbedissen war vom Schoffengericht zu Bielefeld wegen Hehlerei mit zwei Wochen Gefängnis bestraft worden, wogegen er Berufung eingelegt hatte. Es handelt sich um einen gestohlenen Hund, den seinem Freunde verkauft haben soll. Der Gerichtshof hält nicht für erwiesen, daß der Angeklagte um den Diebstahl oes Hundes gewußt hat. Es wurde deshalb das erste Urteil aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen. —„Die Ehefrau Holtgreve, geborene Mai, zu Minden war vom Schoffengericht zu Minden wegen Unterschlagung eines Armbandes, welches sie unter Vorvehalt des Eigentumrechtes von der Firma Jonas& Co. in Berlin auf Abschlagszahlung getlauft hatte, zu einer Geldstrafe von 10 Mark ev. 2 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Gegen dieses Urteil#hatten die Str# und der Staatsanwalt Berufung eingelegt. Die Sttaftammer erkannte jedoch auf Verwerfung beider Berufungen. Das Schöffengericht zu Minden hatte den Steinsetzer Wilhelm Eisermann von Minden wegen Betruges mit 6 Wochen Gefängnis bestraft, wogegen dieser Berufung eingelegt hatte. Wie die Beweisaufnahme ergab, hat sich der Angeklagte am 6. September v. J. von dem Bierverleger Niemeyer ein Darlehen von 30 Mark erschwindelt, welches er aber nach Erhebung der Anklage zurückbezahlt hat. Der Gerichtshof verwarf die von dem Angeklagten eingelegte Berufung. aus der Untersuchungshaft vorgefuhrte Fahrradhändler Wilhelm Goßling von Herford war angeklagt, im Jahre 1908 den Fahrradhändler Busse zu Bielefeld um rund 2000 Mark beschwindelt und ihm in der Nacht zum 11. September 1908 ein gestobl haß. Der Gerichtshof stellte bezuglich Intlitärisches. altes und ein neues Fahrrad aus einem verschlossenen Raume en zu haben. Per„. gshof steute bezüglich des alten ####es nur Betrug, aver bezuglich des neuen Rades schweren Diebstuhl fest und verurteilte den Gößling zu 4 Monaten Gefängnis. Das Verfahren bezuglich der 2000 Mark wurde abgetrennt. *** Verrufserklärung und Jugendorganisation. Wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbeordnung wurde der Lithograph Straube zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt, weil er angeblich einen jugendlichen Arbeiter, der wieder aus der Jugendabteilung behandelt haßen fasire, Litbographen ausgetreten war, schikanös Das Landgericht hat jetzt dieses Urteil aufgehoben, weil die Jugendabteilung keine Organisation nach§ 152 sei, also auch keine Verurteilung nach§ 153 erfolgen könne. Ein jugendlicher Verbrecher. Bamberg, 1. August. Der Jugendgerichtshof am Landgericht Bamberg verurteilte gestern 16 Jahre alten Bäckerlehrling Gleich aus Kronach, der am Mai d. I. seine Meisterin ermordete, deren 16jähriger Tochter den Kopf zerschmetterte und dann den Geldschrank ausraubte, zu der höchst zulässigen Strafe von 15 Jahren Gefängnis. In Motbriäftschifr J. P und J. I. (Unber. Nachdr. verb.) Hg. Frankfurt a. M., 2. Aug. Unter ungeheurem Jubel der Bevölkerung ist Graf Zeppelin am Sonnabend mit dem Reichsluftschiff Z. II., das in voriger „##e vom Reiche abgenommen worden ist, auf der InternatioLuftschiffahrtsausstellung angekommen und wird voraussichtlich heute Montag die Fahrt nach Köln fortsetzen. Die Fahrt, die über Ravensburg, Biberach, Ulm, Göppingen, Stuttgart, Heilbronn, Heidelberg, Darmstadt nach Frankfurt a. M. ging, war die fünfte große Fahrt, die Graf Zeppelin bisher ausführte. Die erste Fahrt, am 1. Juli 1908 führte nach Zürich, die zweite 4. und 5. August nach Bas, Straßburg und Mainz und % mit der Katastrophe bei Echterdingen. Am 1. April 1909 ## Zeppelin in fünfstündiger Fahrt nach München und von vori am nächsten Tage zurück. Am 31. Mai folgte die graße Pfingstfahrt, die sich bis Bitterfeld erstreckte. Die letzte Fahrt, Einzelheiten inzwischen der Telegraph gemeldet hat, dürfte als die erfolgreichste angesprochen werden, denn trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisse, die bekanntlich seinen urrenten, den Major Parseval, veranlaßten, von seiner ust##bznsehen, ist Graf Zeppelin— man könnte sagen— innpummaßig in Frankfurt a. M. eingetroffen. Das bedeutet inen weiteren Erfolg des starren Systems und wir geben desin nachstehendem eine interessante Beschreibung des Z. I #n Z. ½, wie sie unserem Mitarbeiter aus dem Bureau des Frusen Seppelin zur Verfügung gestellt worden ist. 8. I. Das Motorluftschiff, das durch seine erfolgreichen Probe24., 25., 26, 28., 30 September und 8. Oktober 1907 eines langgesteune Leistungsfähigkeit erbrachte, hat die Gestalt Ecs weiehenten Zylind vom Querschnitt eines Sechz hnist Steigx vorn und ninten mit ogivalen Spitzen versehen irm wird unter allen Umständen erhalten durch attes alumiiumgeripp; von Längs- und Querträgern, eingeschlossen inte Fester wasse dichten Stoffhülle(Außenhaut) linsel es Zolinderg ansträger bildet eine Kante(Mantelfräger entsprechend demlein Spitzen, während jeder Quer16eckigen Reisens. Zhlinderquerschnitt die Form eines besitzt. Die Längs= und Quertrager sind in geeigneter Weise angebracht worden, wodurch einzelne AbLeilungen gebildet werden zur Aufnahme je eines Ballons. An sei, beiden guntersten Längsträger ist zur Erhöhung der Festigeine weitere Trägerionzraition. 24 98richtung konstruktion bildet sozusagen das Rückgrat des ese unterträgerentsprechend dem KiVergleich zu bleiben, Die Flugmaschine im Kriege. Der jüngste Erfolg Blériots hat in erhohtem Maße die Aufmerksamkeit der französischen Militärbehörden auf die Verwendbarkeit der Flugmaschine zu Kriegszwecken gerichtet. Ein hoher Offizier vom Luftschifferstabe des Kriegsministeriums hat bei dieser Gelegenheit Aeußerungen getan, die zeigen, was die französische Armee von der Flugmaschine erwartet und fordert. Nach Ansicht des Fachmanns werden noch viele Jahre vergehen, ehe die Flugmaschinen imstande sein werden, zum Transport einer ganzen Armee zu dienen. Immerhin sind von dem Aeroplan schon heute im Kundschafterdienst außerordentlich wertvolle Resultate zu erwarten. Wir setzen große Hoffnungen auf diese wundervollen Maschinen, die der französische Genius ersonnen. Es ist klar, daß eine Armee, die im Kriege eine Anzahl dieser vogelartigen Apparate zur Verfügung hat, großen Nutzen ziehen wird einem Feinde gegenüber, dessen Bewegungen sonst vielleicht nicht beobachtet werden können. Dabei glauben wir natürlich an die Hypothese, daß die Flugmaschine zur praktischen Verwendbarkeit vordringt. Vom militärischen Standpunkt aus muß gefordert werden, daß die Apparate für Zufälligkeiten triumphieren, daß sie vollig zuverlässig sind und vor allem, daß sie eine Art automatischen Gleichgewichts erlangen. Nehmen Sie g. B. die Wrightsche Flugmaschine. Der Flieger muß unausgesetzt seine Blicke auf den Horizont richten und auf die Landzeichen, die iym als Führer dienen. Er muß die Hebel bedienen; seine Hände sind stets veschäftigt. Gewiß ist der Apparat leicht zu enken und gehorcht der Führung, aber der Flieger kann keinen Augenblick seine Aufmerksamkeit von der Maschine abwenden. Er kann nicht beobachten, keine Notizen machen, keine Skizzen entwerfen. Eine Flugmaschine, die sozusagen automatisch floge, würde den Insassen befähigen, als Kundschafter zu dienen. Die Flugmaschine müßte leichter zu lenken sein, als ein auf breitet Landstraße dahinfahrendes Automobil. Wenn dies nicht erreicht ist, müßte das Aeroplan wenigstens imstande sein, einen zweiten Passagier mitzuführen, der sich um den Apparat gar nicht kümmert und seine ganze Aufmerksamkeit der Beobachtung des Landes zuwenden kann.“ Noch eine zweite Bedingung will der militärische Fachmann von der Flugmaschine erfüllt wissen: die Fähigkeit, sich bis zu Höhen von mindestens 500 Meter zu erheben. Bei einem Fluge in geringer Höhe gewinnt man keinen Ueberblick über das ganze Terrain und über das, was darauf vorgeht.„Was sieht man in einem mit einer Geschwindigkeit von 70 bis 80 Kilometer über eine Landstraße dahinrasenden Automobil? Ebensowenig würde man von einer rasch fliegenden Flugmaschine aus sehen, wenn der Apparat nur sechzig, achtzig oder hundert Meter über dem Erdboden dahingleitet. Sodann würde ein niedrig fliegendes Aeroplan nicht weit kommen. Die Schnelligkeit des Fluges würde nichts nützen, denn ein guter Schutze weiß ja auch einen Vogel im Fluge ohne Schwierigkeit zu treffen. Darum muß eine Flugmaschine sich bis zu 500 Meter Höhe erheben können, auf daß sie die Möglichkeit erlange, auch wieder zum Truppenteil zurückzukehren. Bei solchen Höhen würde dem gewöhnlichen Schützen die Flugmaschine nicht so leicht erreichbar sein. Gewiß würde der Kundschafter im Aeroplan sich großer Gefahr aussetzen, doch das gehört zum Beruf des Soldaten. Die Hauptsache bei einem Kundschafter aber ist, daß er auch zurückkehrt. Soldatenmißhandlung. Neiße, 1. August. Das Kriegsgericht der 12. Division verurteilte den Unteroffizier Karl Kaese vom 23. Inf.=Reg. wegen Soldatenmißhandlung in 105 Fällen zu 5 Monaten Gefängnis und Degradation. Lieber ins Zuchthaus als Soldat spielen! Schwer gefesselt und von zwei Unteroffizieren bewacht wurde dem Obertriegsgericht zu Magdeburg am Freitag der Militärgefangene Herm. Schrader vorgeführt. Der Angeklagte war wegen Fahnenflucht zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt worden, die er im Festungsgefängnis zu Torgau verbüßte. Hier verabredete er mit einem Militargefangenen die gemeinschaftliche Flucht, die auch am 30. Mai dieses Jahres während des Kirchganges ausgeführt wurde. Als die Flüchtlinge auf das„Halt!" des aufsichtsführenden Sergeanten nicht hörten, schoß dieser auf sie und streckte Schraders Kollegen nieder. Schrader selbst wurde dann auch festgenommen und wegen Fahnenflucht im Komplott und im Rückfalle zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Gegen das Urteil legte Schrader Berufung ein mit der seltsamen Begründung, er wünsche, daß ihn das Gericht zu einer so hohen Strafe verurteile, daß seine Ausstoßung aus dem Heere erfolgen müsse. Vor dem Oberkriegsgericht wiederholte er seine Bitte, obwohl ihm der Verhandlungsleiter auseinanderletzte, daß auf die Berufung eines Angeklagten allein nicht auf eine höhere Strafe erkannt werden könnte. Erst wenn er einen dritten Versuch zur Fahnenflucht unternehmen werde, könne er zu einer Zuchthausstrafe verurteilt werden. Diesen„guten Rat“. wird denn der Angeklagte auch wohl befolgen, denn er sagte dem Richterkollegium, daß er, so lange er Soldat sei, stets versuchen zu entfliehen, da er sich beim besten Willen nicht an das Militärleben gewöhnen könne. 4½ Jahre ständen ihm jetzt einschließlich der Strafe bevor, da käme er ja gar nicht wieder los möchte ihn doch zu Zuchthaus verurteilen. Gericht verwarf die Berufung. Standesamts-Nachrichten. Bielefeld. In der Zeit vom 26. bis 31. Juli d. J. sind angemeldet: Geburten: Söhne: Schuhmacher Heinr. Nolte, Heinrich= straße 27: Schuhmacher Heinrich Hülsmann, Bleichstraße 48; Kaufmann Otto Ellerbrale, Siechenmarichstraße 5; Landwirt Herm. von Hören, Friedrichstr. 67; Schlosser Herm. Hobelmann, Ehlentrupperweg 31; Maler Karl Wormann, Mellerstraße 39; Maurer Heinrich Dobbertin, Wittekindstr. 50; Kaufmann Herm. Kliemann, Jüngststr. 2; Arbeiter Wilh. Schollen, Ravensbergerstraße 6; Tischler Wilh. Finkemeier, Teutoburgerstraße 14; Schlosser Franz Brösel, Oelmühlenstraße 83; Arbeiter George Konieczny, Osnabrückerstraße 42; Fuhrwerksbesitzer Heinrich Mönkemöller, Notpfortenstraße 32; Bergmann Johann Thüül, Schmiedestraße 8; Schriftsetzer Karl Kruger, Schloßhofstr. 30; Maurer Albert Schrader, Gr. Kurfürstenstr. 16. Töchter: Schriftsetzer August Krause, Siechenmarschstr. 36; „Joseph Frisch, Spindelstraße 42; Werkzeugschlosser Conard Schroder, Gr. Kurfürstenstr. 9; Schneider Joseph Salz, Oststraße 22; Zimmermann August Starke, Wittekindstr. 46; Fuhrknecht Heinrich Hölscher, Fehrbellinerstraße 4; Bankprokurist August Blanke, Augustastr. 13; Arbeiter Adam Bolender, Mellerstraße 62; Kaufmann Eduard Gieselmann, Kaiserstr. 25; Schlosser Heinrich Vogel, Vittoriastr. 47. Sterbefalle: Verw. Handelsmann Fischer, Charlotte geb. Schäfer, 70 J.; verw. Lehrer a. D. Schroder, Auguste geb. Fromme, 72 J.; Näherin Alwine Becker, 17 J.; Invalidenrentenempfänger Friedrich Altrock, 39 J.; verw. Arbeiter Ontrup, Anna geb. Puls, 69 J.: Kaufmann Aug. Kulbrock, 57 I.; Charlotte Baloszuhn geb. Grusdat, 43 J.: Heinz Hemeyer, 5 M.; verw. Schlosser Köhler, Johanne geb. Demme, 58 J.; Franz Brösel, 3 J.; Erna Köhring, 10 I.: Arbeiterin Marie Krückemeyer, 52 J.; verw. Seidenarbeiter Heines, Gertrug geb. Vortz, 87I.: Tischler Bernhard Bentlage, 55 J.; Lydia Narewsky, 7 M.; Pauline Buscher, 1 J. ufgebote: Tischler Otto Gröning, Jöllenbeckerstraße 95, und Elisabeth Gröning, daselbst; Bierfahrer Karl Schlingmann, Mellerstraße 62, und Maria Steinberg, daselbst; Dekorateur Georg Kuhlmann(gen. Dieckmeyer) Hallerweg 100, und Alma Brinkmeyer, Kley; Arbeiter Ewald Büscher, Siegfriedstr. 87, und Wilhelmine Bögel, Reichspoststr. 10; Metallschleifer Gustav Kley, Herforderstr. 85, und Anna Raabe, daselbst; Arbeiter Otto Rusche, Ritterstraße 49, und Helene Schipper, Jöllenbeckerstraße 25; Steindrucker Wilh. Schabbehard, Bleichstr. 52, und Anna Gehner, Gadderbaum; Schlosser und Schmied Hermann Iwohn und Auguste Strutz geb. Winter, beide Friedrichstr. 11: Kürschner Eduard Lehniger, Reichspoststr. 2, und Olga Schnabel, Lützowstr. 2; Arbeiter Rob. Kroos, Detmolderstr. 142, und verw. Schlosser Hempelmann, Emma geb. Hülsewede, Brackwede; Glasschneider Friedrich Hülsmann, Essen. und Berta Donsch, Sadowastr. 26; Schlosser Heinrich Düning, Arndtstraße 25, und Johanne Meyer, Sundern; Kaufmann Friedrich Grünke, Ehlentrupperweg 97, und Klara Kückenshöner, Brackwede: Kaufmann Edmund John, Herforderstr. 69, und Auguste Keuntje, Oeynhausen; Malermeister Heinrich Spiekerkötter, Wertherstraße 44, und Agnes Graffke, Gr. Kurfürstenstraße 2a; Maler Julius Richter, Kreuzstraße 3, und Auguste Welland, Johannistal 1. Eheschließungen: Maurer Ernst Krämer und Friederike Thiele; Steinmetz Julius Ott und Margarete Kaminsky; Arbeiter Heinr. Suljak und Luise Hartmann; Kellner Andreas Stümpel und Elise Pätzold; Agent Hermann Gehne und Berta Guminski. Amt Enger. Vom 16. bis 22. Juli. Geburten: Söhne: Arbeiter Wilhelm Schröder, Enger; Landwirt August Schürmann, Westerenger; Handarbeiter August Menke, Herringhausen. Tochter: Maurer Friedrich Schäffer, Dreyen; Landwirt August Schürmann, Westerenger: Werkmeister Heinrich Menke, Besenkamp; Zigarrenarbeiter Friedrich Peppmöller, BelkeSteinbeck. Eheschließungen: Bergmann Karl Bollmann, Gelsenkirchen, und Pauline Tremel, Enger; Zigarrenarbeiter August Vogelsang, Herringhausen, und Zigarrenarbeiterin Friederike Brinkmann, Herringhausen. Sterbefälle: Ehefrau Anna Katharine Luise Pott geb. Pott, Enger, 68 I.; Alwine Mathilde Gößling, Herringhausen, 5 Mon.; Friedrich Wilhelm Mohrmann, Enger, 10 Mon. Briefkasten der Redaktion. Nr. 106, Beckum. Die Polizei hat das Recht, die Räder zu beschlagnahmen. Wenn der Eigentümer nachweist, daß die Räder ihm gestohlen sind, so müssen sie zurückgegeben werden. Kann nicht nachgewiesen werden, daß die Räder gestohlen sind, so können Sie natürlich die Räder behalten. darstellen. Die Gesamtlänge des Gerippes, und damit des Luftschiffes ist 128 Meter, der äußere Durchmesser 11,70 Meter, das Gasvolumen 14000 cbm. Innerhalb der erwähnten unteren Trägerkonstruktion ist ein Luftsteg angebracht, mittels welchem man von einer Gondel in die andere gelangen kann. Auch läuft hier auf Schienen ein, mittels einer Kurbel in der Führergondel verschiebbarer Aluminiumbehälter, sogen. Wagen, in welchem Reserveteile, Werkzeuge und dergleichen untergebracht werden. Dieser Wagen ist an Stelle des früheren herabhängenden Laufgewichtes getreten, hat aber seit der Vervollkommnung des Höhensteuerapparates für die Manövrierung nicht die Bedeutung wie früher. Das Luftschiff ist mit 2 Motoren ausgerüstet, die insgesamt 170 PS leisten. Jeder Motor treibt zwei Propeller an. Diese sind jeweils rechts und links der Ballongerippe in Höhe des Luftwiderstandsmittelpunktes des ganzen ee angebracht, in der Weise, daß die Lager der Propeuerwenen(Achsen) mit dem Ballongerippe verbunden sind. Zur Verhinderung von Schwankungen in der Längsachse sind un der hinteren Spitze des Ballongerippes rechts und links derselben je 2 radial nach außen stehende Stabilitätsflächen angebracht, zwischen denen die Seitensteuer eingebaut sind. Die aus je 3 Parallelflächen bestehenden 2 Seitensteuer konnen gemeinsam oder jedes für sich von der Führergondel aus betätigt werden. Zum Zwecke einer rein dynamischen Veränderung der jeweiligen Hohenlage des Fahrzeuges, sowie zur Erhaltung der gewünschten Höhenlage bei vertilal gerichteten Luftströmungen sind 4 Höhensteuer vorhanden, von denen je 2 an dem vorderen und hinteren Ballonende angebracht sind, und zwar zu beiden Seiten erzenigen Querträger, an welche sich die Spitzen des zylindrischen Ballongerippes anschließen. Es können alle vier Steuer zugleich oder paarweise für sich gedreht werden. Jeder dieser Steuer besteht aus vier sich stets parallel bleibenden Flächen, welche in ihrer Mitlelstellung horizontal liegen. Ihre Wirkung beruht aus den glechen Vorgängen, die das Steigen der Drachen herbeiführen. Will man z. B. höher steigen, so genügt es, durch entsprechende Schraastellung der vorderen Höhensteuer einen auswärts g#richteten Luftdruck zu erzeugen, welcher somit das vordere Ballonende hebt, und da ferner infolge der Anordnung d: Propeller der Druck derselben stets in der Widerstands=Mittek=bene in Richtung der Längsachse des Luftschifses wirkt, so fährt letzteres in der ihm erteilten Höhenrichtung eire“ weite gerade so wie ein Schiff in der ihm durch de Steuer erteilten Seiienrichtung weiterläuft. Führt die Schr#gfattt ir Höhen, wo das Luftschift schwerer würde als die umgevende Luft, so beginnen die Unterflächen des Fahrzeuges wie Drachenflächen zu wirken, welche seiner Neigung zu sinken entgegenwirken. Das gleiche gilt analog für eine Abwärtsbewegung. Eine andere Art des Auf= und Abstieges kann durch entsprechend gleiche Neigung der vorderen und hinteren Höhensteuer erzielt werden in der Weise, daß am vorderen und hinteren Ballonende ein gleich großer und gleich gerichteter Luftdruck nach oben vezw. unten entsteht. Dann hebt oder senkt sich das Luftschiff ohne Aenderung der Lage seiner Längsachse. Die tatsächliche Flugbahn ergibt sich dann als Resultante aus dem Reaktionsdruck der Propeller und dem Luftdruck auf die Höhensteuer. 3 II. Das im Frühjahr 1908 fertiggestellte Modell Z. II. weist in den konstruktiven Grundzügen keine wesentliche Aenderung gegenüber dem eben besprochenen Modell Z. I 1907 auf. Die vei dem Modell Z. II ausgeführten Neuerungen waren eine Folge der gemachten praktischen Erfahrungen, der neu hinzugekommenen Bedürfnisse und der erhöhten Anforderungen an die Tragkraft, Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit, die wir anstrebten. Demgemäß würden dem Luftschiff statt 16 Abteilungen 17 gegeben, damit eine Gesamtlänge von 136 Metern erreicht, während der Durchmesser auf 13 Meter gebracht wurde. Das Gasvotumen erhöhte sich auf 15000 cbm. Auch die Gondeln wurden wesentlich vergrößert und in jede derselben ein Motor von 110 PS eingebaut, so daß also eine Maschinenkraft von insgesamt 220 PS effektiv zur Verfugung stand. Als Reservesteuerung für die Navigation in der horizontalen, also für ## wurde noch eine zweite Seitensteuerung in Form eines gloßen Heckruders analog wie bei den Seeschiffen an der hinteren Luftschiffspitze angebracht. Das Fahrzeug erhielt ferner eine weitere(sunfte) Stabilitätsfläche, welche oben auf der hinteren Fahrzeugspitze vertikal gerichtet befestigt war. Endlich wurde noch der Laufgang in seinem mittleren Teil zu einem bequemen Aufenthaltsraum mit teilweise durchsichtigen Wänden und Boden erweitert, und von diesem zwischen zwei Gashüllen ein Aufstiegschacht nach der obersten Fläche des Gerippes geführt, so daß oben auf dem Luftschiff bequem jede astronomische Positionsbestimmung mittels Libellensextanten und sonstigen nautischen Besteck vorgenommen werden konnte. *** Zeppelins Fahrt. Frankfurt a. M., 1. August. Oopelin kein über die##estrige Fahrt fol Zenöckins 11s. Fahrt,, Frankfurt a. M., 1. Augzst,„Graf Heppelin keilt über on gestrige Fahrt folgendes mit: Die Fahrt ging gut von statten, er habe jedoch im Gevirge, der Schwavischen Alb starken Gegenwind gehabt und außerdem sei ein heitiger Schauer mit dicken Hagelkörnern niedergegangen. Das Flugschiff habe stark dagegen ankämpfen müssen und sei zurzeit nur langsam gegen den Wind angekommen. Im übrigen hat nach Aussage aller Beteiligten„Z. II“ ausgezeichnet seinen Höhen= und seinen Seitensteuern gehorcht, wovon sich ja auch die Hunderttausenden aus dem Flugplatze haben überzeugen können. Nach den neuesten Dispositionen wird die Weiterfahrt des „Z. II“ morgen früh zwischen 9 und 10 Uhr stattfinden. Heute findet kein Aufstieg statt. Eine Partie Reste zu Hauskleider mindestens 6 Meter 2.90 und 3.90 Reste von Schürzensiamosen beste Ware, 120—1#0 cm breit 65 und 60 Grosse Posten Reste für Blusen, Kleider und Kostüme Einen Posten Bettkattune gute, echtfarbige Qualitäten Breite Rockstickereien und Durchsätze KOTSOtLS schwere Sachen in kleinen Nummern(50—54) KOrSeLTS in allen Fassons und sämtlichen Grössen Ja 20 und 2. Farbige u. schwarze Kinderschürzen geibst anfertigen liessen..:::“““ 1.20 bis 40 Ebenso legen wir unsere bekannt guten Dalmell-HausSCHUTZON zu billigen Preisen aus. 60, und 1.00 38 und 33. Meter 80 und 50. durchweg 75; und 2.00 Abteilung Schuhwaren. in sämtlichen Sorten bie eu“ der allerniedeingten Pr Die Preise sind in samtcnen Sorten bis auf den auermeurigsten Preis herabgesetzt und empfehlen wir jedem, seinen Bedarf jetzt bei uns zu decken. In Regenschirmen haben wir grosse Posten, auch allerfeinste Sachen, ausgelegt, bis 50 Prozent unter Wert.= 4154 Am „* (Brinkhoffs Tonhalle.) Heute 8½2 Uhr: Volksvorstellung zu ermäßigten Preisen: Die Grille. Ländliches Charakterbild v. Charlotte Birch=Pfeiffer. Dienstag, 3. August, Anf. 8½ Uhr: — Zum 2. Male!— Mein Leopold. Volksstück m. Gesang v. A. L'Arronge. Mittwoch, den 4. August: Novität Der Stammbaum. des „Simplicisinus“ Nr. 18. Sommerfrische. Buchhaudlung„Volkswacht“. Steuer- und Schulgeld-Erhebung. Die Hebetermine zur Zahlung der pro II. Vierteljahr des Rechnungsjahres 1909 fälligen Staats=, Kreis=, Gemeinde= und Kirchenabgaben und Schulgelder, sowie der Beiträge zur Provinzial=Feuer=Sozietät, der Viehseuchenabwehrkosten und der Landwirtschaftskammer=Beiträge für 1909 finden vom 2. bis 14. August 1909, vormittags von 8—12½ Uhr, statt. Wir machen hierauf mit dem Bemerken aufmerksam, daß Steuerpflichtigen, welche nicht längere Zeit auf Abfertigung im Kassenlokal warten wollen, empfohlen wird, schon in den ersten Tagen zu zahlen, da erfahrungsgemäß, je näher der Ablauf der Hebetermine heranrückt, der Zudrang zur Kasse immer größer wird. Herford, den 31. Juli 1909. Kämmereikasse. Die Geschäftsleute, üer er Sechere inserieren, wolle man bei Einkäufen berücksichtigen. Kleine Anzeigen=Ecke. nur 2 Pfg., in d# Worte mit mehr als 15 Buchstaben der selten Lieberschist 10 Pig. 2 werden doppelt gerechnet. Anzeigen unter dieser Rubrik werden nur bei Vorausbezahlung angenommen. Möbel für jeden Bedarf in allen Preislagen. 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Juli, morgens 5¼ Uhr, entschlief nach langem, qualvollem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Ischen im Alter von 40 Jahren. 4151 — Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren!— Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Weststraße 23, aus statt, und ersuchen wir um zahlreiche Beteinigung. Die Ortsverwaltung. Nachruf. Am Sonnabend, den 31. d. Mts., verschied nach langem, schweren Leiden das Mitglied unserer Vereinigung[4159 Heinrich Ischen im 41. Lebensjahre.— Leicht sei ihm die Erde! der sirna 3. Joh x Cauz. Ziumer, möbliertes, für 1 oder 2 junge Leute mit oder ohne Kost, sofort oder später zu vermieten. W. Tente, Mellerstraße 59a, I. Etage. 4141“ sesnche i. sericgh, Se sae. n Ww. Mathilde Ischen geb. Kroos u. Kinder. Die Beerdigung findet am Dienstag, 3. August, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Weststraße 23, aus statt. Nachruf. .. Am Freitag, 30. Juli, nachmittags 3 Uhr, entschlief sanft nach kurzem, schweren Leiden unser langjähriger Mitarbeiter, der Bohrer im 52. Lebensjahre.(4152 Leicht sei ihm die Erde! Seine Mitarbeiter der Dreherei, Fräserei und Wohrerei der Firma Waer& Rempel. Die Beerdiguug findet am Dienstag, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Gut Sudbrack, Hofstraße 98, aus statt. 0 Trauer-Briefe mit Couverts liefert Buchdruckerei„Volkswacht“. ins Haus gebracht lich. Durch die 1.80 Mk. viertelje Bestellg Einzelnumme Erscheinn mit Ausnahme de Feiertage täglich Fernsprech=Ansch Nr. 13 Die heut Wir lesen in Die Vorgänge fer einen Abern gerrscht, in dem Jahrhundert das Kolonialreich der Kirche in das ti# Elend gestürzt gierung tut das Werke weiter zu Ländern Europas römische Hierarch unbedingt dienstbe der großen Revo jährigen erbittert und sich von sein Spanien ist noch scher haben sich al des Papsttums er Gerade zur re schienen, das uns unter dem das allein die römisch Der Verfasser. ei besaß, seiner Uebe abzustreifen(„Das tums“. Von Pad jetzung von Don furter Verlag), so dem lesenswerten das ganze spanisch und ungebildeten der niedrigsten Ki mittelalterlichen Hören wir den „Seit ungefäh Völkern eine eig seiner Fortschritt solch bedauernsw Es ist nicht d der Geschichte m kern, bei, denen die sich zudem leilessen. Es schein Halbinsel zu last die Rückständigk Georgs VII. ihr Zum zweitenmal unter dem schwer schaft. Zügellos wieder in der Ep Buche„Spanien Kongregation“ Zeit, die dem Kon holten sich in unse damals hörte man glaublicher Entkri Von dieser Sit Man kennt sie nit nicht, weil die ibe In Spanien selbst modernen Zeitgeist unüberwindbare und weniger über allmählich an ein sie sich nun von geben sich darüber nen Teilen der V sammenhang wie unter sich und von zu sein, die vertieft traditionellen Gei den Provinzen, un sie selbst, ebenso ge ein. Flement der Theokratie und ver könnte, da sie fürd perden. Eben die dankt die Papstgen der Auslandspresse und was sie wirklick Blättern ganz zu doch nicht glauben die Polackei. Man oder Bayern, die Aber um Span gibt es kaum ein Gotteslästerungen lichen Moral weni anderes, das der Darum der Rückse In dieser Natio oder scheint, heute zu bringen. Die prätendenten Don ihre Ideen sind be Geltung. Die früher im Wege de lich überhäuft man zum Dank stellt je gegen die sie unau Das Unterrichtswe gefallen. Man hat geführt, aber man wurde 1907 dem Er eines Großinquisito über einige Güter sind. Die geistliche Bischöfe und die Oi lichen Privileg Gel sperren und zu folle ihrer Familien der