ange##e habe, worag reigesprochen wurde, d## eerstattung nicht nachg; eegende Affäre wird in onnerstag war in früher von Albert Gorgas in isgebrochen. Die Feuerlegt war, und ermittelte Gorgas, das Feuer selbst sokratischer Gemeindever. ofort von der Kriminal. zu legte er ein Geständ. richtete Schaden beträgt Freitag vormittag in der der Eisenbahnstraße 9 in es Ehemannes steckte die versuchte sich durch Oefsr Pulsadern zu töten. urde die Frau von heren, während ihr drei bereits verbrannt war 58. Die Ursache zu der einhändler Anton Schön Donnerstag abend imn unden. Er war vermutergarbeiters Kazior zu irdete ihr neugeborenes warf die Leiche dann in seamten gefunden wurde. und in den Belten ver Der Rostocker Dampfer jeden gestrandet und voll Karl“ geriet bei Amager größten Teil seiner aus werfen. pril. Im Bahnhof von on 2-Güterzügen. Der inen Zuges wurden geZuges wurden verletzt, de ist am Freitag in Prinzessin von Thurn einem anderem Kurgast n worden. 6. April. Der deutschen n Triest und der deutufführung der„Lustigen agt. te sich am Freitag in Dort wurde ein Weberso rasch um sich, daß der n. deren 50 Jahre alte innten und nur als veritag in Rom mehrere 15 Minuten hatten und Amtlich wird mitgeteilt, se. verurteilten Mörder elenhändlerin ermordet afe begnadigt habe, de in Mühldorf am tet. Sie hatte dreimal umgebracht. Das erste den anderen in die Alz 8, 16. April. Der Betete an die Hasenbehörag, nachmittags 2 Uhr entfernt, einen ziemlich er dem Wasser schweben i Ballon mit rasender ben, so daß man nicht Insassen befanden. ndel ehlt jede Nachricht. hrichten. April sind angemeldet: er Bernhard Hermann r Ernst Heinrich Wilh. nrich Gottlieb, Möller, Schuhmacher, Sieker 9; 160: Schlosser Johann da; ferner 1 uneheliche ar. Wächter, Stieghorst eker 300; Hilfsaufseher fabrikarbeiterin Emma cikarbeiter Aug. MarkBerta Bentrup, Sieker ielefeld, Hallerweg 135, b geb. Bexten, Sieker ker 4, und Fabrikarb. Beckmann, Sieker 61. Fabrikarbeiter Friedr. brikarbeiterin Amande August, Lechtermann, Krumsick, Schildesche, Kares, Sieker 267, und 160, 1 Std.; Franz ). 1 J.; Fritza Partha eker 236, 2 Me.; Fabrik122, 63 J. janns Rudolf der. Kampstraße. der, Kampstraße. Apenbrink, Herforderwe Kahl, Herforderstr. bei Wirt Bökenkamp, in„Einigkeit“ 9 Uhr 9 Uhr bei Liebtst. Vorwärts“ in de# Abonnementöbreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mek. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Se UUracoc Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Kichhandlung, Druckerei, Expedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Nr. 90. Bielefeld, Montag, 19. April 1909. Druck und Verlag der Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ X. Gerisch& Co., Vieleseld. 2 20. Jahrg. Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Was kosten„Standeserhöhungen“ und Titelverleihungen? Von Dr. Stephan Kekule v. Stradoni Die Stempelsteuerkommission des preußischen Abgeordnetenhauses het vor kurzem festgesetzt, daß in Zukunft für die Verleihungen und Würden: eines Herzogs: 10000 Mk., eines Fürsten: 6000 Mk., eines Grafen: 3600 Mk., eines Freiherrn: 2400 Mk., des Adels: 1200 Mk. an Stempel zur Berechnung gelangen sollen. Für die Erhebung eines Inbegriffs von Gütern zu einer Standesherrschaft, einem Herzogtum oder Fürstentum: 12000 Mark. Für die Verleihung eines Kammerjunker= Patents: 800 Mark, eines Kammerherrn-Patents: 2400 Mk., falls der Kammerherr schon Kammerjunker war: 1600 Mk. Für die Verleihung des Titels:„Geheimer Kommerzienrat“: 5000 Mk.,„Kommerzienrat“: 3000 Mk.,„Geheimer Kommissionsrat“: 1000 Mk.,„Kommissionsrat“: 500 Mk. Für die Verleihung eines anderen Titels(Geheimer Sanitätsrat, Sanitätsrat, Geheimer Justizrat, Justizrat, Professor) an eine Privatperson: 300 Mt.„ Dieses bedeutet gegenüber den bisherigen Satzen des Stempelsteuergesetzes vom 31. Juli 1895 eine nicht unbeträchtliche Erhöhung. Hiernach betrugen nämlich die entsprechenden Stempel für die Verleihung jeder der fünf vorbezeichneten Adelsstufen, für die Erhebung eines Inbegriffs von Gütern in der dargelegten Weise, endlich für die Kammerjunker= und Kammerherrn= patente: genau die Hälfte der neuen Sätze. Für die Verleihung von Titeln an Privatpersonen gelangten früher unterschiedslos nur 300 Mk. zur Hebung. Zum Vergleich ist es nicht uninteressant, die königlich sächsischen Bestimmungen heranzuziehen. Hier betragen nach dem Gesetz über den Urkundenstempel vom 10. Juni 1898 die Stempel für die Verleibungen: des Adelsstandes: 500 Mk., des Freiherrnstandes: 1000 Mk., des Grafenstandes: 2000 Mk., des Fürstenstandes: 5000 Mk. Mit der Zahlung dieses Stempels sind aber selbstverständlich die„Abgaben“, die im Königreich Sachsen bei Standesverleihungen zur Hebung gelangen, nicht erschöpft. Es besteht hier neben der Stempelabgabe noch eine Gebührenpflicht nach der Gebührenordnung vom 30. April 1906, und zwar betragen hiernach die Gebühren: für den Adelsstand: 300 Mk., für den Freiherrnstand: 4500 Mk., für den Grafenstand: 10 000 Mk., für den Fürstenstand: 25000 Mk. In Preußen kamen bisher, um nur ein Beispiel anzuführen, bei einer Verleihung des einfachen Adels im ganzen rund 4200 Mk. zur Hebung. Davon waren also 600 Mk. der Stempel. Weitere Heroldsamtes für die „Taxen und Gedaß also in Zukunft für einen einfachen Adelsbrief mindestens rund 3000+ 1200+ 600— 4800 Mk. zur Hebung gelangen werden. Für die höheren Adelsstufen bestanden bisher neben dem Stempel ebenalls Taxen= und Gebührensätze, die stufenweise stiegen. Bei dieser Bestimmung dürfte es voraussichtlich auch in Zukunft sein Bewenden behalten, wenn nicht auch hinsichtlich der„Taxen und Gebühren" noch eine weitere Steigerung eintritt. Zu bemerken wäre für Preußen außerdem vielleicht noch, daß, wenn in solchen Verleihungen mehrere Seitenverwandte mit aufgenommen werden, für jeden einzelnen Seitenverwandten die Taxen. Stempel und Gebühren besonders und voll verrechnet werden. Daß ferner Standesverleihungen aus Anlaß einer Annahme an Kindesstatt oder einer Legitimation gleichen Zahlungsverpflichtungen unterliegen wie die Anerkennungen und Bestätigungen einer einem Preußen von einem auswärtigen Landesyerrn verliehenen Standesverleihung. Man sieht hieraus, daß, wie immer jemand in Adelsangelegenheiten usw. die landesherrliche Gnade in Anspruch nimmt, damit für ihn regelmäßig erhebliche Ausgaben verbunden sind. Und das ist gut so. Wir meinen, es könnte die Steuerkommission die entsprechenden Stempelsteuern dreist noch höher hinaufsetzen. Derartige„Eitelkeitssteuern“ sind zweckmäßige Luxussteuern, und die„Nachfrage“ wird darum nicht nachlassen. Allerdings mögen die beabsichtigten Erhöhungen die durchaus irrige Meinung in einzelnen Köpfen befestigen, als ob man gegen Erlegung dieser Stempel, Taxen und Gebühren in Preußen. Sachsen usw. Adels-, Freiherrn- usw. Briefe gewissermaßen„kaufen“ könne. Mindestens für die vier deutschen Königreiche wäre naturgemäß keine Meinung falscher als diese. In Preußen zum Beispiel gehört schon ein einfacher Adelsbrief zwar nicht gerade zu den unmöglichen, aber doch zu den schwer erreichbaren Dingen, und gar die freiherrliche oder gräfliche „Würde" wird, außer daß entsprechende Verdienste vorliegen müssen, in der Regel nur nach dem Rechte der Erstgeburt beschränkt vererblich und geknüpft an den Besitz eines FideikomTisses von 45000 bezw. 75000 Mark jährlichen Reinertrages verliehen. „Eigenartig mutet in den neuen Festsetzungen die starke Erhohung der Stempel für die Titel„Geheimer Kommerzienrat“ und„Kommerzienrat“ und die vergleichsweise geringe, aber an sich nicht unbedeutende Erhöhung für die Titel:„Geheimer KomRisiensrat; und„Kommissionsrat“ an. Nach dem Gesetz von uugevor und Nachfrage sollte man schließen, daß namentlich nach den ersten beiden Titeln in der Handelswelt eine ganz außerordentliche Sehnsucht herrscht. In England besteht neben den ganz riesigen Taxen, Stemveln und Gebühren für die Baron=, Vizegrafen=, Grafen= usw. Diplome eine Wappensteuer: eine Gebührenpflicht für die Erlaubnis, ein Wappen zu führen. Sie trägt jährlich etwa 3 Million Mark ein. Dafür genießen allerdings in England „"“ Wappen auch allgemein einen Rechtsschutz, was in Deutschland hinsichtlich der bürgerlichen Wappen bekanntlich ebenso allgemein nicht der Fall ist. Die„Berliner Volkszeitung" bemerkt hierzu: Dem Verfasser stimmen wir durchaus darin bei, daß die Preise auf dem Eitelkeitsmarkt noch viel zu niedrig sind, und der Staat den törichten„Ehrgeiz“ der Adels„„Würden“- und 8at der Staat den törichten„Ehrgeiz“ der Adels-„Wurden“= und Beaigaßar.n0 viel zu gering besteuert. Ein Mensch, der vor tra#orennt, den schönen Titel„Geheimer Kommissionsrat“ zuen zu durfen, der müßte schon wegen dieser Geschmackle K1 in eine möglichst hohe Geldstrafe genommen werden, ###e Kaufleute, die kein höheres Streben kennen, als ihren g burgerlichen Namen hinter dem verschwinden zu sehen, sie würden für diesen neckischen Titel gewiß gern das Doppelte und Dreifache zahlen. Warum, wenn man um neue Steuern so sehr verlegen ist, schrickt man vor einer höheren Belastung derjenigen zurück, die diese Belastung mit Wonnebeben tragen wurden?.s 9.85. Das System ist übrigens noch des weitesten ausbaues fähig. Man lasse jedem Menschen ohne Unterschied die Freiheit, sich einen Titel beizulegen, wie er will: je unsinniger der Titel klingt, desto besser ist es für die Diskreditierung des Titelwesens überhaupt. Nur soll der Titelträger, der sich aus eigener Machtvollkommenheit Wirklicher Geheimer Obertitularrat oder GroßHidalgo beider Andorra nennt, dafür gehörig berappen. Wir garantieren für eine Steuer von 100 Millionen Mark jährlich, wenn man nach diesem Rezept verfährt. Vor kurzem machte sich in der russischen Duma ein Graf Bobrinski bemerkbar, ein reaktionärer Heißsporn und grimmiger Feind der Deutschen, der zugleich auch ein fanatischer Anhänger der panslawistischen Bestrebungen ist. Er erhob gegen die in Rußland angesiedelten Deutschen eine Menge schwerer Anklagen und beschuldigte sie staatsfeindlicher Umtriebe. So behauptete er, daß sich in Russisch=Polen in den an Deutschland stoßenden Grenzbezirken eine Menge von deutschen Elementen angesiedelt hätten, die im Falle eines Krieges mit Deutschland gefährlich werden könnten. So hätten die Deutschen die Absicht, rings um verschiedene größere und kleinere Städte herum den Grund und Boden zu erwerben und die Städte so einzukreisen, daß auf diesem Wege das deutsche Element dazu kommen würde, in russischen resp. polnischen Städten zu dominieren. Der edle Graf nannte auch eine Anzahl von Städten, die von den Deutschen schon„eingekreist“ sein sollten. In der deutschen Presse wurde diesem Schwadroneur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Man sagte, der Mann habe Halluzinationen und sei nicht ernst zu nehmen. Auch wir hielten die ganze Geschichte für lächerlich. Davon sind wir indessen abgetet, an Ta kommen. Ob das, was Graf Bobrinski behaupte Tatsachen imen. Ob das, was Graf Bobrinski behaupte., an Tatsache anknüpft, können wir nicht beurteilen. Aber das ganz ahnliche Manöver, wie er sie von Russisch-Polen behauptet hat, in Preußisch=Polen vorkommen und, wie es scheint, von mächtigen Einflussen besonders gefördert werden, das steht außer allem Zweifel. Professor Ludwig Bernhard, einer der Faiseure der„Ostmarkenpolitik“, wie die Nationalliberalen jetzt den Kampf gegen die eingebildete„Polengefahr“ nennen, hat eine Schrift veröffentlicht, in welcher er darauf hinweist, daß man eine Seite der Polenberämpfung bis jetzt nicht genügend veachtet habe, nämlich die„Einkreisung" oder„Umzingelung“ der Städte mit deutschen Bauernansiedlungen. Herr Bernhard weiß zu melden, daß bereits sechs posensche Städte, nämlich Mogilno, Janowitz, Briesen, Schönsee, Wrongowitz und Wreschen von deutschen Bauern„umzingelt“ sind. Die Deutschen, die von 1895 bis 1900 dort nur eine Zunahme von 1,21 Prozent aufwiesen, haben sich von 1900 bis 1905 um 11,28 Prozent vermehrt! Dies wahrhaft großartige Resultat der„Ostmarkenpolitik" wird namentlich von der nationalliberalen Presse. bei der die Polenhetze zu den Lebensbedürfnissen eines jeden Tages gehört, eifrigst gepriesen. Man schreibt diesem Vorgehen eine große Bedeutung zu, weil, wie es in einem nationalliberalen Blatt heißt,„alle ländliche Siedlung des festen Stützpunktes und auch des eigentlichen wirtschaftlichen Rückgrats entbehrt, so lange die Kleinstädte der Ostprovinzen dem Polentum überlassen bleiben". Man hat also erst Hunderte von Millionen aufgewendet, um die polnischen Staatsburger jener preußischen Landesteile durch Besiedlung polnischer Landstriche mit deutschen Bauern zurückzudrängen. Als das nicht gelang, weil die Polen Widerstand leisteten und der Ansiedlungskommission trotz deren reichen Mitteln Terrain abgewannen, wurde das bekannte Enteignungsgesetz geschaffen. Dies kann natürlich zu weiterer„Umzingelung“ polnischer Städte nur ermutigen.„Triumphierend ruft, ein nationalliberales Blatt aus:„Diese Städte, die früher danieder lagen, sind kleine Zentren des erwachenden wirtschaftlichen Lebens geworden und in ihrem Aufschwung erlangen die Deutschen allmählich die Führung". Herr Bernhard wünscht diese Politik„in großem Maßstabe“ weiter zu führen. Er hat ganz„revolutionäre“ Pläne im Kopf; er will, daß die Latifundien, welche deutsche Aristokratenfamilien in der„Ostmark" besitzen, zerstückelt werden, um die Belagerung der polnischen Städte mit deutschen Bauern im größten Stil betreiben zu können. Nur die„polnische Spekulation" steht ihm noch im Wege. Will er nicht auch noch gegen diese ein Spezialgesetz haben? Der wirtschaftliche Kampf zwischen polnischen und deutschen Agrariern wäre uns an sich vollkommen gleichgiltig, wie es uns auch an sich gleichgiltig ist, ob in den Städten Posens Deutsche oder Polen„die Führung“ haben. Beide Elemente sind aber deutsche Reichsbürger und preußische Staatsangehörige. Was wir darum verwerfen, ist, daß die Machtmittel, des preußischen Staates, Ausnahmegesetze und ungeheure Geldsummen, in Anwendung gebracht werden, um den Kampf deutscher Agrarier gegen polnische Agxarier zu unterstützen. Erst vertreibt man die Polen aus ihrem ländlichen Grundbesitz und nunmehr will man sie auch„in großem Maßstabe“ aus den Städten vertreiben! So wird heutzutage das historische Unrecht„gesühnt". Die Polen, die heute das Gebiet des preußischen Staates bewohnen, sind diesem vor mehr als hundert Jahren, gegen ihren Willen, auf Grund des Hammelherdestaatsrechts einverleibt worden. Damals wurden ihnen viele Versprechungen gemacht, die nicht erfüllt worden sind. Indem sie ihre nationalen Gepflogenheiten beibehalten, tun sie nur, was viele Deutsche auch tun, die unter anderen Nationalitäten leben. Diese Deutschen werden von ihren„nationalen“ Stammesgenossen, im Reich belobt und unterstützt, und sie tun doch nur dasselbe, was die Polen auch tun. nannte an dieses Phantom? Worin soll diese Gefahr bestehe konnte man noch die Teilnahme polnischer Offiziere an den verschiedenen Revolutionsbewegungen geltend machen. Aber das ist seit dreißig und mehr Jahren vorbei. Die alte polnische Emigration, die so oft als Gespenst herhalten mußte, spielt keine Rolle mehr; sie ist ausgestorben. Und trotz alledem ist die Polenverfolgung so eifrig im Gange und es kann den„nationalen“ Fanatikern gar nicht genug geschehen. Das treibende Element dabei sind immer die ostelbischen preußischen Junker, die in traditioneller Feindschaft mit den Polen leben. Von Jahr zu Jahr steigt die Erbitterung in diesem Kampfe, der ganz unnötig heraufbeschworen worden ist. Die preußische Politik hat sich in allen„angegliederten“ Ländern gleich ungeeignet erwiesen, alte Gegensätze zu überbrücken und auszugleichen. So wird die„Polenfrage“ eine stets offene Wunde am Reichskörper bleiben, die einmal recht gefährlich werden kann, wenn die panslawistische Strömung überhand nehmen und von Rußland her ihre Wogen über die westlichen Nachbarländer ergießen sollte. Der Empfang bei Bülow. Berlin, 18. April. Der Kanzler wird im Laufe des heutigen Tages ausItalien zurückkehren und am Dienstag soll die von seinem Leiborgan angekündigte große Aktion vor sich gehen: der Empfang der schleunigst zusammengetrommelten Deputationen aus„allen Teilen“ des Reiches. Es wird sich nun zu zeigen haben, ob der Druck, den Bülow durch diese Gala=Vorstellung auf die hartleibigen Junker auszuüben vermag, groß genug ist, um sie zur Annahme der Reichsfinanzreform mit der Nachlaßsteuer zu bewegen. Der Wahlrechtskampf der preußischen Arbeiter ist grober Unfug. So hat am Donnerstag das Breslauer Schöffengericht entschieden! 19 Angeklagte hatten sich wegen Teilnahme an den Straßendemonstrationen vom 31. Januar zu verantworten. Es wurde ihnen zur Last gelegt, auf der Straße„Hoch!“ gerufen zu haben. 19 Polizisten aller Grade waren als Zeugen erschienen, die Entsprechendes bekundeten. Das Gericht erblickte in den Straßendemonstrationen groben Unfug und verurteilte die Angeklagten zu Haftstrafen von drei Tagen bis zu einer Woche. Ein Angeklagter, der Widerstand geleistet haben sollte, wurde zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Zwei Angeklagte, die sich den polizeilichen Anordnungen gegenüber„ungehorsam“ gezeigt hatten, wurden zu sechs Tagen Haft verurteilt. Ein Angeklagter, der nach Beendigung der Demonstrationen auf offener Straße„Hoch das Wahlrecht!“ gerufen haben sollte, wurde zu 9 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Zentrum im Schmollwinkel. Die„Germania“ weist darauf hin, daß der Reichskanzler beim Empfang der Deputationen einige ganz allgemeine, aber national“ aufgeputzte Redensarten vom Stapel lassen wird. Er wird sich auf die „großen Gesichtspunkte“ beschränken, die weder Sachkenntnis noch sonstige geistige Anstrengung erfordern. Die Hauptsache sei: 1. das Zentrum darf die„nationalen“ Arbeiten nicht mitmachen, denn dann wäre sie keine„nationale“ Arbeit mehr, da nur der Block„national“ ist, das Zentrum aber an antinationaler Arroganz“ leidet; 2. die Konservativen haben sich dem zu fügen, was die Liberalen wollen. Zwar wäre auch ohne konservatives Harakiri die Finanzreform zu machen, aber das darf nicht sein. Lieber keine Reform als eine solche, die das Zentrum mitmacht. Das ist heute„nationale“ Parole. Sollten die Konservativen sich durch die„bedeutungsvolle Ansprache" noch nicht gleich zum Nachgeben bewegen lassen, so wird man den Evangelischen Bund auf sie hetzen, der der Blockpolitik schon so vorzügliche Dienste geleistet und die Konservativen schon früher eingeschüchtert hat. Sozialdemokraten und militärische Strafabteilung. Durch die bürgerliche Presse war die Nachricht verbreitet worden, daß beim Gardekorps eine neue Strafabteilung eingerichtet worden sei, der solche Mannschaften überwiesen werden sollten, die wegen Diebstahls und anderer Vergehen bestraft worden ssind oder sich sozialdemokratischer Umtriebe schuldig gemacht haben. Dazu wird nun amtlich erklärt, daß letzteres nicht richtig sei; denn dieser Strafabteilung sollen nur Mannschaften des Beurlaubtenstandes der Garde überwiesen werden, die zivilgerichtlich wegen solcher Vergehen bestraft worden sind, die unzweifelhaft eine ehrlose Gesinnung erkennen lassen. Der Streit um die Steuerdefrandation. In der Blockpresse ist ein höchst ergötzlicher Streit darüber ausgebrochen, wer den Staat am meisten um die Steuern betrügt: die patriotischen Männer vom Lande oder die aus der Stadt. Die freisinnige Presse erwähnt einen Fall, wonach ein schlesischer Rittergutsbesitzer, der 3000 Morgen besitzt, sein Einkommen auf 2000 Mk. angegeben hat und dafür 31 Mk. Staatssteuern bezahlt. Das Rittergut bildet aber einen eigenen Gutsbezirk, für den der Staat einen Zuschuß von 80 Mk. zu leisten hat. Die agrarische Presse rächt sich damit, daß sie eine Anzahl Fälle von Steuerhinterziehungen anführt, die von in der Stadt wohnenden Kapitalisten begangen worden sind.. g448 Hier erweist sich einmal das alte deutsche Rechtssprichwort: „Eines Mannes Rede ist keine Rede, man soll sie hören alle beede“ als zutreffend. Mögen nur alle beede ihre gegenseitigen Offenherzigkeiten fortsetzen, das Volk wird ja schon sein Urteil sich bilden über den Steuerpatriotismus dieser reichen Leute. Sozialdemokratie und Schuldeputation. Genosse Dr. Quarck in Frankfurt a. M. war vom dortigen Stadtverordnetenkollegium in die Schuldeputation gewählt worden. Diese Wahl unterlag der Bestätigung durch die Regierung. Von dieser ist dem Genossen Quarck jetzt nachstehender Bescheid zugegangen. „Es ist dem Redakteur Quarck mitzuteilen, daß die Regierung die Bestätigung zu seiner Wahl in die Schuldeputation versagt hat.“ Damit ist das Vaterland wieder einmal gerettet. Frauenstudium. Der„Reichsanzeiger“ veröffentlichte am 17. April einen amtlichen Erlaß über die Zulassung von Frauen zum Studium an den technischen Hochschulen, wonach als Studierende der technischen Hochschulen vom Sommersemester 1909 ab auch Frauen zugelassen werden sollen, es aber in allen Fällen bei In= und Auslanderinnen der Genehmigung des Ministers bedarf. Ein neuer Branntweinsteuervorschlag. Wie verlautet, hat der Abgeordnete Dr. Paasche einen neuen Vorschlag, die Branntweinsteuer betr., veranlaßt. Es ist beabsichtigt, die agrarische Spirituszentrale zu„verstaatlichen. Das wäre das Monopol in einer Form, die sich nur wenig von dem ursprünglichen Eurwurz der Regierung unterscheidet. Agrarische Steuermogelei. Professor Delbrück, der mit gegen die agrarischen Steuerhinterziehungen lundesgericht Seste Passzs gus einem Urteile, das vom OberDarstellung des Taskust. Jebruar 1909 gefält wurde. Nach ##estenung des Talbestandes heißt es hier: „Kläger behauptet, daß als sein Einkommen das Doppelte r. Steuereinschatzung von ihm angegebenen Beträge wie der Kreissekretär B. vekunden werde, errahrungsmäßig— das wahre Einkommen bei Landleuten das Toppelte ihrer Deklaration übersteige. Diese amtliche Feststellung dürfte den Agrariern genehm sein. sehr unan" Die Begründung zur Strafprozeßordnung und der damit im Jusammenhang stehenden Gesetzentwürfe ist dem Reichstage soeben zugegangen. Der umfangreiche Band zählt nahezu 400 Werte das Kutg) 1 an der Begründung mit dem frieden sein, sattes im Einklang stehen würde, könnte man zuDie Beamtenbesoldung. Das preußische Herrenhaus, dessen Bat Hiesg erig preusischen Besoldungsreform noch aussteht, G# Mut einer Kommission überwiesen. Diese Kommisnoi hat nun beschlossen, daß zwar die Gehaltsaufbesserung rückwirkense Kraft vom 1. April 1908 an erhalten solle, dagegen dus Wohnungsgeld diese rückwirkende Kraft nicht erhalten, jondern erst vom 1. April 1909 an gerechnet werden. In den ersten Tagen dieser Woche wird sich das Plenum des Herrenhauses zu der Vorlage schlüssig machen. „Ri„Potheker und die Reichsversicherungsordnung. Die zur Feichsneachee du in ihrem Organ Stellung genommen den Borichsag..#dnung und sind im allgemeinen mit een Ertschlugen der Regierung einverstanden. Vor allen Dingen begrußen sie es mit Freuden, oaß ihnen ein Schutz vor der ungeblichen Uebermacht der Krankenkassen gewährt wird. Zum Prozeß Moltke=Harden, für den der Termin auf den Biareie Hag2 aeres Puie zesest ist erfährt das„Berliner Tageeee### Staf Kund Moltke sich wieder von seiner Krankheit Erholt hal und an Gerichtsstelle erscheinen wird. * Die Herzogskandidatur in Beckum=LüdinghausenWarendorf. Kabstkätische, Rundschau“, eine gut katholische Zeitung, die im Wühlkkeise erscheini, ist mit der Kandidatur des Herzogs hrastischen Zuäc 3u 1 polemisiert in zum Teil recht a Seusdrücken gegen die Zentrumshlätter, die für den serzog Stimmung zu machen versuchen. So heißt es in der Hergal“: der Zeitung in einem Artikel„Heil dem „Die Leibtrabanten und Lakaien des Herzogs von Arenberg an der Arbeit,„Empfehlungen für Seine Durchlaucht zusammenzutragen. In der Regel muß die Rubrik Briefkasten, Meinungsaustausch usw. herhalten, denn die ganze Affäre ist doch eigentlich zu lächerlich, als daß man die offenbaren Unwahrheiten unmittelbar unter eigener Verantwortung auftischen mochte.. „ auch der„Munster. Anzeiger“ nimmt seine Zuflucht zum Briefkasten und erzählt einem M. in Ahlen u. a., daß der gnädige Herr Kandidat den Sitzungen des Herrenhauses, in das er vor acht Jahren eingetreten sei, regelmäßig beigewohnt habe. . Das ist eine glatte, komplette Lüge. Die„Essener Volkszeitung ihrerseits rühmt dem durchVertreter des Volkes nach, daß ihm die.... So erzählt die„Westfälische Rundschau" die Geschichte, wie — Reichstagskandidat wird Dee Kreiseingesesse man— Reichstagsraneien. Kite. Die Kreisringesessenen, die Zentrumswähler wollen von der Kandidatur nichts wissen. Nur weil einige maßgebende Personen in der Zentrumspartei— Freiherr v. Hertling, Herold und andere— die Kandidatur dringend empfohlen haben, ist es zu ihrer Aufstellung gekommen. Freilich, wenn der Herr Herzog ein Freund Bulows ist und nebenher noch gute Beziehungen zum Kronprinzen unterhält, dann läßt er sich famos als— Schloßbrücke gebrauchen, auf der das Zentrum wieder leichter zum Regierungsufer marschieren kann. Es geht doch nichts über die volksfreundliche Politik der Partei für Wahrheit, Freiheit und Recht! Die Matrikularbeiträge für 1909 verteilen sich folgendermaßen: Preußen Bayern Sachsen Württemberg Baden Hessen Mecklenburg=Schwerin Sachsen=Weimar Mecklenburg=Strelitz Oldenburg Braunschweig Sachsen-Meiningen Sachsen=Altenburg Anhalt Schwarzburg=Rudolstadt Waldeck Reuß älterer Linie Reuß jüngerer Linie Schaumburg=Lippe Lippe Lübeck Bremen Hamburg Elsaß=Lothringen Wählerliste drei weibliche Personen gestanden haben. L# tere Behauptung hat die Wahlprüfungskommission sofort an glatte Unwahrheit festgestellt. Wem die oben bezeichneten P#. tonen ihre Stimme gegeben haben, ist natürlich nicht zu mitteln gewesen. In dem Nachtrage zum Protest ist eine A zahl Fälle behauptet, in denen die Wahler ihre Stimmen nich selbst abgegeben haben sollen. Eine reichsverbändlerische##. hauptung ist aber noch lange kein Beweis. Der Protesterhehe teilte unterm 19. März 1907 mit, daß er sein Material den Staatsanwalt übergeben hätte; es ist uns aber bis heute noc nichts darüber zu Ohren gekommen, daß die Staatsanwaltschaf in Hannover Anlaß gehabt hätte, gegen die angeblischen Wah. fälscher einzuschreiten. Das Mandat des Genossen Brey wurd, auf Antrag des Nationalliberalen Dr. Osann fur giltig erklän weil er noch eine Mehrheit gehabt hätte, selbst wenn die reiche verbändlerischen Behauptungen wahr gewesen wären. lauchtigen laucht Vertreter des Volkes nach, daß ihm die regelmäßige Verwaltung seines enormen Vermogens einen tiefen Einolic ltnisse des Staats- und Volkslebens gebracht habe. h sse g#.. Joltslebens gebracht habe. Man stehr, um Grunbe sind die politischen Mummelgreise nicht so verlegen. Darüber sind wohl alle einig: Die Herzogskandidatur ist niemandem sympathisch, vielleicht mit Ausnahme der Nordkirchener. Selbstverständlich, die haben, als der Herzog Nordkirchen erwarb und sich dort als„Höfeschlucker“ etablierte, soviel Freibier zu saufen gelriegt, daß sie acht Tage lang nicht nüchtern wurden. So etwas zieht immer bei gewissen Leuten. Im übrigen geht ja aus den eigenen Erklärungen des Vorsitzenden und der Mitglieder des Wahlkreiskomitees in der Versammlung zu Münster zur Genüge hervor, daß alle das Gefühl hatten, mit Rücksicht auf die dringenden Wünsche der Herren Herold, Freiherr von Hertling und einiger anderer in den sauren Apfel beißen zu müssen; freudig und aus innerer Ueberzeugung hat ihm niemand seine Stimme gegeben. Diese Tatsache mir persönlich drei angesehene Herren, erprobte und bewährte Anhänger der Zentrumspartei, ausdrücklich bestätigt.“ Und in der Sonntagsnummer, die eine Fortsetzung des Artikels bringt und mit einer Polemik gegen eine andere Zentrumszeitung, den„Emsboten“, beginnt, heißt es: "„Der„Emsbote“ verübt, ohne mit der Wimper zu zucken, einen raffinierten Trick dadurch, daß er die Gegner der Kandidatur des Herzogs von Arenberg fälschlich als Gegner des Zentrums bezeichnet. Solcher Taschenspielerkunststückchen pflegt man sich zu enthalten, wenn man ein gutes Vorhaven mit sachlichen Gründen verteidigen kann. Der„Emsbote“ erinnert an ein Wort Windthorsts:„Tun Sie stets das, worüber die Gegner sich ärgern, dann sind Sie immer auf dem rechten Wege!" Nein, so liegt die Sache keineswegs. Nicht die Gegner, sondern die Anhänger des Zentrums in Stadt und Land argern sich darüber, daß ein weltfremder, milliardenreicher Herzog, der nichts gelernt und nichts geleistet hat, der überhaupt keine Ahnung davon hat, wo uns gewohnliche Sterbliche der Schuh drückt, als Volksvertreter nach Berlin entsandt werden dem württembergischen Landtage. Stuttgart, 16. April. Bei der Beratung des Etats des Innern kam es am Freitag zu einer großen Debatte über Wohnungspolitik. Die Regierung hatte auf Grund früherer, im Landtage zutage getretener Wunsche den neuen Posten eines Landes=Wohnungsinspektors in den Etat eingestellt. Von der Sozialdemokratie war die Schaffung dieser neuen Stelle lebhaft begrüßt worden, da nur durch eine solche Landeszentralinstanz eine einheitliche Wohnungsaufsicht und Wohnungsfürsorge ermöglicht werden kann. Gegen dieses neue, aus Gründen der Sozialpolitik und Wohnungshygiene in gleichem Maße notwendige Amt liefen nun Bauernbund und Volkspartei mit einer Heftigkeit Sturm, die einer besseren Sache würdig gewesen wäre. Aus agrarischen und kleinbürgerlich=reaktionären Gesichtspunkten heraus bekämpften beide Parteien prinzipiell die Einrichtung einer staatlichen Wohnungsinspektion unter dem Vorwande, daß es notwendig sei, den staatlichen Beamtenapparat weniger umsangreich und kostspielig zu gestalten, bekämpfte der Volksparteiler Haußmann das Eingreifen des Staates in die Wohnungsfürsorge überhaupt und wollte die Wohnungsinspektion der privaten Fürsorge überlassen wissen. In zwei eindrucksvollen Reden trat Genosse Dr. Lindemann Der erste deutsche Beamtentag, welcher, von 5000 Personen besucht, in der„Neuen Welt“ i, Berlin am Sonntag abgehalten wurde, hat folgende Resolution angenommen: „Die am 18. April 1909 in der neuen Welt zu Berlin zun ersten Deutschen Beamtentage versammelten Delegierten aus allen Teilen Deutschlands richten die von 5000 gleichzeitig versammelten Beamten unterstützte dringende Bitte an die Reichs. und Staatsregierung und an die Parlamente, die Beamtenschaft so schnell wie möglich in den Besitz der ihnen zugedachten Gehaltserhöhungen gelangen zu lassen. An den deutschen Reichstag aber ergeht die nicht minder dringende Bitte, nicht nur im Interesse der Beamtenschaft, sondern auch ganz besonders aus nationalen Rücksichten endlich die Reichsfinanzreforn zu einem würdigen Abschlusse zu bringen und dabei nach der Vorschlägen der Regierung den Besitz in gebührender Weise heranzuziehen. Der erste Deutsche Beamtentag gibt schließlich einmütig seiner Meinung dahin Ausdruck, daß die Besoldungsvorlagen nicht einen vollen Ausgleich für die Entwertung des Geldes herbeiführen, daß aber die derzeitige schlechte Finanzlage des Reiches dem bewahrten Patriotismus der Beamtenschaft das Opfer zumuten muß, sich einstweilen zu bescheiden!“ Dieser Beamtentag hat nur Bedeutung für die von Bülow geplante Aktion gegen die Junker. Es wird nun über sein Zustandekommen folgendes berichtet: Der Staatssekretär des Innern v. Bethmann=Hollweg hat, wie das„Berliner Tageblatt“ hört, an sämtliche Reichsbehörden ein Zirkular ergehen lassen, in dem er darauf hinweist, daß der Neunerausschuß, der den heute stattfindenden Beamtentag einberufen hat, hierzu keinen Auftrag vom Reichsbeamtenverein erhalten hat. Dieses Zirkular wurde im Kaiserlichen Statistischen Amte von dem Prösidenten v. d. Borght mit dem Zusatze bekannt gegeben, daß er von dem Besuche der Versammlung abraten müsse. Die im Statistischen Amt bereits verteilten Karten zu der Versammlung wurden zurückgezogen. Unter den Beamten des Statistischen Amtes herrscht ob dieses Vorgehens des Präsidenten große Erregung. Es wird behauptet, das Statistische Amt sei die einzige Behorde, die die Teilnahme an der Versammlung in dieser Weise geradezu verboten hat. Es scheint hiernach, daß Bethmann=Hollweg zugunsten der Junker die Aktion Bülows zu durchkreuzen versucht. diesem, in jeder Beziehung durch die gesellschaftliche Entwicklung überholten Standpunkt entgegen und schilderte eingehend die # gie Gricen, Sittlichkeit und ammenhänge zwischen Volksgesundheit, Sittlichkeit und Charatterbildung einerseits und den Woynungszustanden des arbeitenden Volkes andererseits. In der Stadt, wo die Mietskasernen dominieren, und ebenso auf dem Lande, das immer mehr industrialisiert wird, sei planmäßige Wohnungskultur, zu treiben und darum müsse ein Landeszentralamt geschaffen werden, in dem alle der Wohnungsreform gewidmeten Bestrebungen ihren Mittelpunkt finden. Die Abstimmung gestaltete sich infolge des heftigen Kampfes zu einer Entscheidung von großer sozialpolitischer Bedeutung, bei der die rückständige Haltung der Volkspartei ihr eine empfindliche Schlappe eintrug; denn der Etat=Titel wurde mit 45 gegen 37 Stimmen angenommen. Dafür stimmten Sozialdemokratie, Zentrum, 6 Nationalliberale und 3 Volksparteiler; dagegen stimmte oas Gras der Volkspartei, der Bauernbund, die kratie, Heutrum, 6 Nationalliberale und 3 Volksparteiler; da„„„„ as Ster e andere Haifte der Nationalliberalen und ein Zentrumsmann. Nationaler Steuerrummel. Die Offiziösen des Fürsten Bülow haben gelernt, wie man Agitation betreibt; insbesondere der Chef der Reichskanzlei— Unterstaatssekretär v. Loebell— ist ein Meister auf diesem Gebiete. Jede, auch die unbedentend“ K o Wenn einmal, nebenbei bemerkt, der selige Windthorst zitiert werden soll, dann, so schreibt uns ein Freckenhorster Vertrauensmann des Zentrumswahlkomitees, durfte in diesem Falle viel eher der Ausspruch Windthorsts angebracht sein, daß der Aufkauf von Bauerngutern, wie dies der Herzog von Arenberg systematisch betreibt, in jedem einzelnen Falle ein schweres Ungluck sei für den Bauernstand, für die menschliche Gesellschaft und für den Staat. Weshalb führt der„Emsbote“ diesen Satz nicht an? Die Gegner der Herzogskandidatur schlechthin als„unsere Gegner, d. h. als Gegner des Zentrums hinzustellen, ist nicht bloß eine Frechheit, sondern auch eine Dummheit. Denn wenn alle diejenigen, denen die Herzogskandidatur unerwünscht und unsympathisch ist, wirklich Gegner des Zentrums wären, so blieben nicht viel Zentrumsanhanger in Beckum und Warendorf Höchstens könnte der„Emsbote“ dann Arm in Arm mit den Süfflingen von Nordkirchen Parademarsch machen, die sich für das massenhaft genossene Freibier glauben revanchieren zu müssen. Freilich ist„Traktierenlassen“ nicht jedermanns Sache. Von einem guten Freunde in vergnügter Gesellschaft läßt man sich unbedenklich, wenn die Gelegenheit es mit sich bringt, eine Pulle spendieren, aber wenn ein reicher Protz von oben her in wüst= verschwenderischer Weise Bier und Wein in Strömen fließen läßt, so lehnt ein anständiger Mann, der etwas auf sich hält, die Beteiligung an derartigen Saufgelagen dankend ab nicht obwohl, sondern weil es nichts kostet. Jtet, auch die unbereulenrste Kundgehung wird großspurig in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ veröffentlicht, im Anschluß daran auch immer gleich das Danktelegramm mit dem Herrn v. Loebell im Namen des Reichskanzlers antwortet. Man muß nun den deutschen Spießer kennen, wie er ein solches Telegramm einer Reliquie gleich verehrt, unter Glas und Rahmen bringen und am Stammtisch aufhängen läßt. Diese Spekulation auf die Eitelkeit hat sich nicht als verfehlt erwiesen, denn in Erwartung des Danktelegramms häufen sich die zustimmenden Kundgebungen. Diese Art der Agitation## soll Die eifrigsten Befürworter der Kandidatur des Herzogs haben nicht gewagt, ihn als den geeignetsten Mann zu bezeichsondern ihn immer nur gewissermaßen als„notwendiges Ueber betrachtet. Sie waren auf der Versammlung in Münster in jeder Weise bemüht, die Nominierung des Herzogs damit zu entschuldigen, daß einige maßgebende Personen in der Zentrumspartei diese Kandidatur dringend empfohlen hätten, und daß man sich diesem Wunsche notgedrungen fügen müsse. Daß der Herzog durch Kenntnisse, Gelehrsamkeit, Intelligenz. oder sonstwie als Volksvertreter besonders befähigt sei, hat wohlweislich keiner von seinen Anhängern uns vorzuflunkern gewagt. Diese Beweihräucherung des Kandidaten hat nun ein Teil der Zentrumspresse übernommen, aber mit Befriedigung darf die Tatsache festgestellt werden, daß die unabhängigen Zeitungen vernünftiger Weise sich hieran nicht beteiligen. Um r treiben es die katzbuckelnden Bedientenseelen." so toller „ nenden Kundgebungen. Diese Art der Agitation— ihre Ieronung am 20. upril, dem Tage des Wiederzusammentritts des Reichstages, finden. Bülow selbst wird in die Arena treten. Wie die Scherlpresse verkündet, wird der Reichskanzler diesem Tage Abordnungen aus allen Teilen des Reiches zur Entgegennahme von Adressen zugunsten der Reichsfinanzreform empfangen. Der Kanzler will bei dieser Gelegenheit eine bedeutungsvolle Ansprache halten und noch einmal die Gesichtspunkte der verbündeten Regierungen darlegen. Zwar hat man bisher von diesen Deputationen noch nichts gehört, aber die Ankündigung, daß Bülow solche Deputationen empfangen wird, wird natürlich nach der Richtung hin wirken, daß sich„patriotisch“ gesinnte Männer aus allen Teilen des Reiches aufmachen, um an dieser Kundgebung teilzunehmen. Der Zweck ist offensichtlich: der Kanzler will den Konservativen zeigen, daß das „Volk“ hinter ihm steht, und es gewinnt fast den Anschein, als ob die ganze Mache die Einleitung zu einer Auflösung des Reichstags bedeutet. Wie bei den Hottentottenwahlen, so soll auch jetzt die„patriotische Phrase“ auf die Massen wirken. Die Situation ist klar. Mit dem Zentrum läßt sich Bülow auf keinen Fall ein, er will, daß der Block die Finanzreform macht. Schlägt das fehl, dann ist eine Auflösung des Reichstags sicher Das Schicksal Bülows hangt dann davon ab, wie die nationale Phrase auf die Massen wirkt. Die Altersgrenze für den Bezug der Altersrente. Eine ganz berechtigte Forderung ist es, daß die Altersgrenze für den Bezug der Altersrente von bisher 70 Jahren herabgesetzt wird, denn nur wenige der Versicherten, die jahrelang ihre Beiträge entrichtet haben, erreichen dieses hohe Alter. Man erwartete allgemein, daß die neue Reichsversicherungsordnung diesen unwurdigen Zustand beseitigen werde. Leider aber ist dies nicht geschehen. Ueber die Gründe, die zur Ablehnung geführt haben, teilen die offiziösen„Berliner Politischen Nachr.“ folgendes mit: Hauptsächlich ist dies geschehen, weil die Mehrbelastung, die sich daraus ergeben würde, nicht zu tragen ist. Diese Mehrbelastung läßt sich, nachdem bei der Berufsstatistik von 1907 die Personen, für die Beiträge für die Invalidenversicherung entrichtet wurden, gezählt sind, feststellen. Berechnet man aus den von der Berufsstatistik des Jahres 1895 festgesetzten Zahlen der Versicherungspflichtigen der Altersjahre 48 bis 57— unter Berücksichtigung der bisher gemachten Erfahrungen über Invaliditäts- und Sterbefälle— die Zahl der Mitte 1907 im Alter von 60 bis 69 Jahren stehenden Versicherungspflichtigen, so erhält man als Ergebnis die Zahl 495936 und der im Alter von 65 bis 69 Jahren stehenden die Zahl 176 655. Die bei der Berufsstatistik von 1907 vorgenommene Zählung der Personen, für die Beiträge zur Invalidenversicherung entrichtet wurden, hat ergeben, daß die Zahl der Erwerbsfähigen der Altersklassen 60—69 sich auf 495828 stellt. Die Zählung stimmt somit fast genau mit der Fortschreibung von 1895 überein. Hiernach würde man die Mehrbelastung nicht zu hoch anschlagen, wenn die ersteren Zahlen verwertet werden. Bei Herabsetzung der Altersgrenze von 70 auf 65 Jahre würde sich somit die Zahl der Altersrentenempfänger um 170 655, bei Herabsetzung auf 60 Jahre um 495936 erhöhen. Die durchschnittliche Altersrente betrug im Jahre 1907 161,64. Bei Zugrundelegung dieses Betrages ergibt sich eine jährliche Mehrvelastung durch die Herabsetzung auf 65 Jahre von 28,6 Millionen, durch die Herabsetzung auf 60 Jahre von 80,2 Millionen Mark. Im ersteren Falle würden die Versicherungsträger 19,7 und das Reich 8/9 Millionen Mark, im letzteren die Versicherungsträger 55,4 und das Reich 24,8 Millionen Mark aufzubringen haben. Um die Bedeutung der letzteren Summe zu ubersehen, muß man sich vergegenwärtigen, daß das Reich in den letzten Jahren einen Zuschuß von rund 50 Millionen. Mark geleistet hat. Es würde sich also im ersteren Falle um eine Steigerung von 18 v. H., im zweiten um rund 50 v. H. handeln. Es muß der Reichsverwaltung recht gegeben werden, wenn sie der Meinung Ausdruck gibt, daß gegenuver dieser Mehrbelastung eine Herabsetzung der Altersgrenze nicht vorgeschlagen werden kann.“ Eine wunderlichere Begrundung hat man sobald nicht erlebt. Kann es dem Reiche wirklich darauf ankommen, bei Herabsetzung der Altersgrenze auf 65 Jahre eine Belastung von noch nicht 9 Millionen Mark auf sich zu nehmen? In jedem Jahre werden doch Hunderte von Millionen gewissenlos für Heer und Marine, für Kolonialpolitik und andere Dinge ausgegeben, die der großen Masse des Volkes große Opfer auferlegen und die Taschen einer kleinen Zahl von Besitzenden füllen. Verdrehung der Wahrheit. Das Mandat des Genossen Brey=Hannover ist von dem Reichsverbändler Rechtsanwalt Kleinrath in Hannover angefochten worden, von der Mandatsprüfungskommission wurde das Mandat aber für giltig erklärt. Trotzdem schreibt die„Post“ in ihrer Ausgabe vom Freitagvormittag, daß das Mandat nur deshalb für giltig erklärt werden konnte, weil ein Nachtrag zum Wahlprotest zu spät an den Reichstag gelangt sei. In Wirklichkeit lagen zwei Proteste vor, der bereits erwähnte und noch ein weiterer, den ein Rechtsanwalt Heiliger unterzeichnet hatte. Dieser Protest rügte die nicht richtige Aufstellung der Wählerliste. Namentlich meinte er, daß es nicht zulässig sei, nicht in der Liste stehende Wähler auf Antrag einer Partei nachtraglich aufzunehmen. Die Wahlprüfungskommission erklärte den Protest für unbeachtlich, weil es jedermann freistehe, eine Erganzung der Wählerliste zu beantragen.— Nach dem Protest des Reichsverbändlers sollen gewählt haben: 26 Ausländer, 66 Bezieher von Armenunterstutzung, 21 noch nicht wahlberechtigte Italien. Aus Messina. Belcredi, der Spezialkorrespondent des „Messaggero", berichtet aus Messina einen merkwürdigen und zugleich rührenden Fall. Ein Magazinier der staatlichen Monopole war um die Erlaubnis eingekommen, die er auch erhielt, in den Ruinen seines Hauses graben zu dürfen, da er noch einiges Hausgerat zu finden hoffte, mit dem er seine Baracke ausmöblieren könnte. Einige Arbeiter bewegten vorsichtig einige Steine— Grabsteine nennt man sie in Messina— und aus einer Höhlung sprang plötzlich mit verhältnismäßig großer Schnelle eine kleine Hündin. Freilich war es mehr das Gespenst, als ein lebendiges Wesen. Das Skelett zeichnete sich vollständig unter dem Fell ab, und die Augen traten aus ihren Höhlen. Vor Licht und Luft blieb das Tier eine Zeit lang wie betäubt, dann begann es zu schnuppern und mit dem Schwand zu wedeln und stieß einen Laut aus, der Freudengebell hätte sein sollen. Es hatte mit Licht und Leben auch seinen Herrn wiedergefunden. Dieser heulte auf:„Mein Hündchen! Und noch lebend! Und wie heruntergekommen!“ Und er umarmte er laut schluchzend und weinend. Dann fährt Belcredi fort: Nach hunderttägigem Begräbnis feierte die Hündin— 1ch se es ohne Verletzung der Ehrerbietung— seine Auferstehr## indem es aus diesem Massengrab(dazu ist Messina durch Menschen Bosheit geworden) unerwartet auftauchte. Ihr uund scheinen erzeugte in mir eine Reihe von traurigen Gevanten erdüsteren Visionen. 2 Leben fristen können schmachtet, verriet kei hatte sich also nicht: Korb, in dem noch A. die die heurigen Oste daran der lesen,#####ken, strophe geschrieben u vielleicht Hunderte, Hündin durch gefund erhielten und doch nie dachte man damals so sie nicht ausgraben: unter Dach und Fack zu wiederholen, daß gehandelt und sogar Man sagte Italien, versehen würde, das den wäre, und Italie Einen Bretterwust, drei Monaten, falls nichts mehr nütze ist ernannt. Herrliches passiert ist, denkt mi Untersuchungskommis der Minister kann m dessen verschlimmern wo der König mit Vi räumung der Haupt Keiner von den Bea antwortlich ist. In besser. 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Nan sagte Italien, daß man die Ueberlebenden mit Notovdach versehen wurde, das halten müsse, bis die Stadt wieder entstanden wäre, und Italien glaubte und zahlte. Und was schuf man? Einen Bretterwust, der Regen und Wind nicht abhält und in drei Monaten, falls er nicht vorher vom Feuer zerstört ist, zu nichts mehr nütze ist. Der Minister hat eine neue Kommission ernannt. Herrliches Land, unser Italien! Wenn ein Unglück passiert ist, denkt man nicht an Abhilfe, sondern ernennt eine Untersuchungskommission—, und das Gewissen ist beruhigt und der Minister kann mit Ruhe vor der Kammer sprechen. Unterdessen verschlimmern sich die schauderhaften Zustande. Erst jetzt, wo der König mit Vorwürfen kam, hat man in Messina die Aufräumung der Hauptstraße begonnen. Solches Chaos herrscht. Keiner von den Beamten weiß, was er tun soll, wofür er verantwortlich ist. In Reggio Calabria sind die Zustände viel besser. Aber dort war auch nicht Diktator jener General Mazza, der einem Beamten des Finanzministeriums, der Baracken für den Verkauf von Tabak und Salz errichten wollte, einfach sagte: Wie? Ich lasse kein Brot mehr verteilen, damit die Leute sich endlich entschließen, Messina zu verlassen, und Sie kommen noch, um sie mit Pfeife und Tabak zu versorgen! Was fällt Ihnen ein?" Nach dem Regime Mazzas kam das des Arbeitsministers, der von Rom aus alles selbst leiten, die Verantwortung aber den anderen überlassen will, die sich diese gegenseitig auf ihre Schultern abwälzen. Unter diesem System, schließt Belcredi, erzeugte man nur Kleinigkeitskrämerei und unbewohnbare Baracken, die nicht vom Mitgefühl, sondern von der List der Regierung zeugen, die in den Ruinen nur Krokodilstränen vergoß. Erst wenn man einen vernünftigen Mann als alleinigen Leiter nach Messina schickte, könne man an Auferstehung der Stadt denken, sonst werde der enzige Auferstandene der— Hund des Magaziniers sein. Die jungtürkische Gegenaktion. Uesküb, 18. April. Die Albanesenführer beratschlagten mit den jungtürkischen Offizieren über den Abmarsch Freiwilliger. Man vereinbarte ein Zusammengehen von Christen und Moslems. Die Freiwilligen wurden vom Komitee für Einheit und Fortschritt angenommen. Die Entscheidung fällt nach Eintreffen sämtlicher Albanesenführer. Auch die Albanesen zweifeln an der Loyalität des Sultans hinsichtlich der Konstitution. Uesküb, 18. April. Auf der Durchreise von Wien nach Saloniki wurden Enver Bei und Haki Bei von allen Nationalitäten frenetisch begrüßt. Beide erklärten, die Vorgänge in Konstantinopel seien rein reaktionärer Natur, sie blicken aber bei der Haltung der Bevölkerung und des Offizierkorps und auf Grund der aus allen Teilen des Reiches einlaufenden Depeschen mit größter Zuversicht in die Zukunft. g.. gu; Saloniki. 18. April. Enver Bei und Riazim Bei befinden sich noch hier. Sie wollen die Ereignisse in Monastir und Uesküb, wo die Geistlichkeit die Bevölkerung gegen die Jungtürken aufwiegelt, abwarten. Nach hier eingetroffenen Meldungen haben die von Saloniki und Adrianopel abgegangenen Truppen sich in Tschataldscha vereinigt und sind in der Nähe von St. Stephano eingetroffen..... gue Konstantinopel, 18. April. auf ver Psotte und im Palais herrscht sichtliche Unschlüssigkeit über die zu ergreifenden Maßnahmen, falls das zweite und dritte Korps ihre Bataillone weiter nach der Hauptstadt vorschieben. Man teilt die Hoffnung, daß es ebenso harmlos ablaufen wird, wie mit den 1000 Mann von Hademkoi, wo vor dem Parlament Deputationen und Reden ausgetauscht wurden, wobei ihre Führer die Ueberzeugung vertraten, daß die Verfassung nicht kompromittiert sei. Die 1000 Mann von Hademkoi wurden später mit Tee bewirtet und sollen angeblich abends nach ihrem Standorte zurückgekehrt sein. Letzterer ist von Salonikier Truppen besetzt. Im Besitz der strategischen Linie Tschataldscha=Hademkoi vermögen sie die Hauptstadt vollständig von Europa abzuschneiden.— Der Orientexpreß traf mit 7 Stunden Verspätung ein. Die Reisenden berichten, daß der Aufenthalt auf der Strecke durch die fortgesetzten Militartransporte verursacht worden sei... Saloniki, 18. April. Ein Spezialzug mit Artiuerie ist nach Murabli abgegangen. Enver Beys Anwesenheit hat das Vertrauen auf das Gelingen der gestellten Aufgabe gefestigt. Er ermahnte das Volk, fest an der Verfassung zu halten. Panitza bot 200 Mann bulgarische Freiwillige an, die das Komitee annahm. Saloniki, 19. April. Der Gouverneur von Saloniki und der Kommandeur des dritten Armeekorps erhielten aus Konstantinopel gestern telegraphisch den Befehl, den weiteren Vormarsch der Jungtürken zu verhindern, damit eine Katastrophe vermieden werde. Die beiden antworteten aber, das Komitee verweigere der Regierung Anerkennung und Gehorsam und sei entschlossen, in Eilmärschen vorzugehen und den Rachezug mit aller Gewalt durchzuführen,„„„„.„ Stef Konstantinopel, 19. April. In einer aus Ste##ano datierten Devesche wird mitgeteilt: Besuchte soeben das Salonikier Detachement in Knetschuek, 200 Mann, davon die Hälfte Freiwillige, Offiziere in Mannschaftskleidung, sichern den Bewohnern völligen Schutz zu. Der Vormarsch sollte gestern beginnen. Die 30 Abgeordneten, die nach Tschataldje gefahren waren, wurden von den Truppen mit der Frage empfangen: Habt ihr den Kopf des Sultans? Wir verlangen ihn, damit wir sicher sind, daß die Verfassung fortan nicht angetastet wird. Die Komiteemitglieder fordern die Absetzung oder Abdankung des Sultans. die Einsetzung Reschads und die Bestrafung der Offiziere und Minister. 200 Offiziere und mehr haben beim Koran geschworen, den Sultan zu. töten. 9s Aus fast allen Städten Mazedoniens und verschiedenen Anakoliens laufen Protesttelegramme gegen die Reaktion ein. en. Sonnabend, 17. April: Der Freischütz, romantische Ober in 4 Aufzügen von Kind, Musik von Weber. Es war eine sehr gute Aufführung. Besonders Paula Grahl als Agathe war ausgezeichnet. Elisabeth Léclair sang das Aennchen recht stimmungsvoll. Carl Kruthoffer stand als Kaspar nicht an seiner rechten Stelle, verderben wird natürlich dieser treffliche Sänger nichts. Franz Birrenkoven paßte gut zum Max. Gut waren auch die Rollen des Ottokar, Cuno, Eremiten und Kilian Garl Flef Schutzner, Benno Dlabal, Ftitz Bergmann und Eart Saumann besetzt..,„„„„ H.e brach „Hrillant war der Svul in der Wolfsschlucht. Das brachte öksammen mit der Musik eine wundervolle Wirkung hervor. „Sonntag, 18. April: Lohengrin, romantische Oper in auzügen von Wagner. Das war wohl bisher der Höhepunkt Grns 1son. Der Gesamteindruck war geradezu überwältigend. zählun war großartig als Lohengrin; die Erals## von Monfalvat war herrlich. Paula Grahl war ebenso auch a brillant. Und es wurde überhaupt famos gesungen, #it Cvor und Orchester und nicht zuletzt Max Cahnbley ge„kuhrt die größte Anerkennung. Kommunales. Unkorrekte Wählerlisten. Dortmund, 15. April. In Kamen bei Dortmund waren die Wählerlisten zur Stadtverordnetenwahl zum Schaden der Wähler der dritten Abteilung derart unregelmäßig aufgestellt, daß das Oberverwaltungsgericht auf den Protest der Sozialdemokratie hin die Wahl zweier Zechenkandidaten für ungiltig erklärte. Die Neuwahl ist nun auf den 19. und 20. April er. festgesetzt. Am gleichen Tage finden in Kamen die Kontrollversammlungen statt. Man hofft offenbar, durch das„zufällige Zusammentreffen der beiden Termine die Sozialdemokratie aus dem Stadthause fernzuhalten, da die Kontrollmannschaften bekanntlich am Tage der Kontrollversammlung unter Militärgesetz stehen und zweifellos die Stimmabgabe für einen Sozialdemokraten nach dem Militärgesetz strafbar sein dürfte Abgelehnte Arbeitslosenfürsorge. Auf Anregung des Gewerkschaftskartells war dem Stadtparlament Offenbach eine Vorlage zugegangen, wonach 3000 Mk. für Arbeitslose solcher Berufe, die Notstandsarbeiten nicht leisten können, als Barunterstützung gegeben werden sollten. Als Unterstützungssätze sollten gelten: 3 Mk. wöchentlich für Ledige, 4 Mk. wöchentlich für Verheiratete, 5 Mk. wöchentlich für Verbeiratete mit Kindern. Die Austeilung für Organisierte sollte das freie und das christliche Gewerkschaftskartell, für Unorganisierte der betreffende Polizeibezirk vornehmen. Die Kontrolle über die verausgabten Gelder sollte die Stadt ausüben.„ Nachdem die Angelegenheit seit scovemver vorigen Jahres verschleppt worden war, wurde sie gestern endgiltig abgelehnt. Die Stadt Mainz hat zu dem gleichen Zwecke 10000 Mk. bewilligt. zu ver— SalzAus der Stadt und Nachbarschaft. *Bielefeld, 19. April. — Die Wichtigkeit des Spazierengehens. Ein bekanntes Scherzgedicht beginnt mit den Worten: Schön ist's, wenn's schön ist, spazieren zu gehen"; diese körperliche Uebung sollte aber nicht nur aus Schonheitsrücksichten, sondern hauptsachlich um unserer Gesundheit willen als eine der wichtigsten Pflichten unseres täglichen Lebenslaufes betrachtet werden. Es ist schon schlimm genug, wenn etwas Derartiges, was doch für jeden Vergnügen und Erholung bedeuten soll, als eine Pflicht bezeichnet werden muß, aber das hat die moderne Kulturentwicklung mit sich gebracht, wenn man den Begriff„Kultur“ etwas weit faßt und auch das ganze soziale Getriebe des heutigen Großstadtlebens darin einschließt. In einer wirklichen Großstadt, wo der Verkehr auf der Höhe steht, verfällt der Mensch, der viel zu viel zu arbeiten hat, leider überhaupt gar nicht auf den Gedanken, er könnte auch einmal spazieren geyen, oder er leistet sich eine so außerordentliche Beschäftigung nur an Sonn= und hohen Feiertagen. Sonst zeigt er sich, sobald er seine Haustür verlassen hat, stets bestrebt, in möglichst schnellem Schritt die nächste Straßenbahn oder ein anderes geeignetes Verkehrsmittel zu erwischen, und er ist noch stolz darauf. wenn er alle Moglichkeiten des Fortkommens per Achse so vollkommen beherrscht, daß er höchstens ein paar hundert Schritte am Tage zu gehen braucht. Die Folgen dieser Entwöhnung vom Gebrauch der pedes apostolorum sind schlimmer, als man denkt. Wenn sie sich über kurz oder lang durch einen Niedergang der Gesundheit zeigen, wird es zwar schwer sein, den Anteil, den der Mangel an körperlicher Bewegung daran gehabt hat, genau festzustellen; man kann aber ganz sicher sein, daß ein Zusammenhang von Ursache und Wirkung dieser Art besteht. Daher ist es eine bedeutsame Aufgabe, zugunsten der Volksgesundheit der Entwöhnung von Spazierengehen in weiteren Kreisen entgegenzuarbeiten. Das kann schon auf den Schulen geschehen, wie es der in seinem Streben gar nicht hoch genug zu lobende„Wandervogel" tut; ferner durch Vereine und anderes. Dazu muß aber auch, wie ja oft genug hervorgehoben wird, die Vervollkommnung und Verbilligung der Verkehrsmittel beitragen, die den Großstädter aus der rauch= und staubgeschwängerten Luft seines Wohnsitzes ins Freie hinaustragen. In das gleiche Kapitel gehört ferner alles, was für die Erhaltung der Natur und insbesondere der Wälder in der Nähe der Großstädte gechieht oder angestrebt wird. Die Vernichtung von Parks innerhalb des Weichbildes einer Großstadt oder die. Abholzung von Wäldern in ihrer unmittelberen Umgebung ist vom Stundpunkt der Volksgesundheit nur als schlechthin unmoralisch bezeichnet worden, und kein fiskalisches oder sonstiges Interesse des Geldbeutels kann eine Entschuldigung dafür bieten. Je mehr sich die Bestrebungen, die sich gegen derartige gesundheitsfeindliche Eingriffe in die Natur richten, zusammenschließen und dadurch ihren Einfluß verstärken, desto vesser ist es für den Teil der Menschheit, der in der Fähigkeit zur Entwicklung seines Geisteslebens zwar besonders gut gestellt, aber in seinem Verhältnis zur frischen und freien Natur am meisten zu bedauern ist, für den Großstädter. Mit der Forderung, daß jeder seinen täglichen Spaziergang machen solle, ist es eben nicht getan, sondern es muß auch mit allen Mitteln dafür gesorgt werden, daß auch innerhalb und in der nächsten Nachbarschaft der Städte Gebiete von nicht zu kleinem Umfang vorhanden sind, in denen sich das Spazierengehen vom Standpunkt der Bedürfnisse unserer Gesundheit von Leib und Seele lohnt. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Heute kommt die romantische komische Oper„Martha“ zur Aufführung. Das Musikdrama„Tiefland“ von Eugen d'Albert wird morgen(Dienstag) bereits zum dritten Male gegeben. Sonnabend geht„Carmen zu kleinen Preisen in Szene. — Sommertheater Bielefeld. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Herr Direktor Hans Freihen ist zurzeit in Berlin. Ein gut zusammengestelltes Ensemble ist bereits komplett. Herr Direktor Freihen, der in diesem Jahre vornehmlich Lustspiel, französischen Schwank und Posse pflegen wird, hat bereits die zugkräftigsten Novitäten der Residenz für Bielefeld angekauft, u. a.„Wo wohnt sie denn?",„Das Mitternachtsmädchen",„Liebesgewitter". Die Saison beginnt am Himmel= fahrtstage. — Freie Volksbühne. Die Bezirkskassierer werden ersucht, bis Dienstag abzurechnen. Diejenigen Mitglieder, bei denen nicht kassiert wurde, müssen ihre Beiträge bis Mittwoch abend beim Genossen Böttcher bezahlen. Die Verlosung der Plätze findet am Donnerstag, nachmittags von 5—7½ Uhr, in der Zentralhalle statt. Textbücher zum Preise von 25 Pfg. sind bei der Verlosung und Freitag abend an der Theaterkasse zu haben. * Herford, 18. März. In der Erkenntnis, daß auch in der Entwicklung des freien Turnwesens die Zentralisation dem Einzelnen wie der Allgemeinheit wesentliche Vorteile schafft, haben die hiesigen Arbeiter=Turnvereine Frisch auf und„Vorwärts“, welche bisher zwei Abteilungen der hiesigen freien Turnerschaft bildeten, in ihren letzten Generalversammlungen den Beschluß gefaßt, sich zu einer Abteilung zu vereinigen. Wie im Inseratenteil ersichtlich ist, findet nun morgen, Dienstag, abend, die erste General=Versammlung des neuen Vereins statt, welche die Grundlagen schaffen und die Leitung wählen soll. Hoffentlich wird kein Mitglicd der beteiligten Vereine der angezeigten General=Versammlung fernbleiben. Der Verschmelzungs=Beschluß ist in beiden Vereinen einstimmig gefaßt worden; hoffentlich ein gutes Omen für den Verlauf der General=Versammlung und die Entwicklung des Vereins. In diesem Sinne dem neuen Verein ein„Frei Heil!“. * Spenge, 18. April. Gemeindevertretersitzung am 16. April. Tagesordnung: 1. Besichtigung des Weges von dem Kleinbahngelei#e bis Ww. Ebeler und Beschlußfassung über den für die Wegebesserung zu leistenden Zuschuß. 2. Antrag der Kirchengemeinte auf Ueberlassung eines Fahrweges durch die Holzwiese. 3. Entschädigung der Firma Kronsbein u. Heiner nahme der Kosten für verschiedene Montierungsstücke. legung des Schweinemarktes. Der in Punkt 1 genannte Weg wurde besichtigt. Da dieser Weg jedoch ein Interessentenweg ist, wurde von einer Chaussierung Abstand genommen, hierfür soll ein Schulweg angelegt werden. Der Kirchengemeinde wird das Recht eingeraumt, den Weg für 1 Mk. jährlich widerruflich zu benutzen. Die beiden folgenden Punkte wurden vertagt. Der Antrag zu 5 wurde abgelehnt. Zu Punkt 6 wurde beschlossen, den im August stattfindenden Schweinemarkt auf den 1. oder 2. Mittwoch im Mona## Juni zu verlegen. * Salzuflen, 18. April. Achtung, Maler! Die Malergehilfen von Salzuflen haben den Meistern und dem Arbeitgeberverbande einen Tarifentwurf unterbreitet. Derselbe sieht bei 10stündiger Arbeitszeit einen Mindestlohn von 45 Pfg. für ältere und 42 Pfg. fur jüngere Gehilfen vor, neben den üblichen Aufschlagen, für Ueberstunden, Nacht= und Sonntagsarbeit. Da der Arbeitgeberverband auf Grund seines Schreibens die Absicht zu haben scheint, die Sache z#. schleppen, so ersuchen wir alle Kollegen, den Zuzug nach uflen fern zu halten. * Vehlen, 18. April. Bergarbeiterversammlung. In einer gutbesuchten Versammlung sprach gestern Reichstagsabgeordneter Otto Hue=Essen über die Behandlung der Bergarbeiter durch den preußischen Landtag und die Regierung. Redner führte aus, daß die Arbeiter bestrebt seien, ihre Lage zu verbessern, während die Unternehmer beflissen seien, möglichst hohe Gewinne zu erzielen auf Kosten der Arbeiter und möglichst niedrige Gedinge und Löhne zu zahlen. Auch im Bergbau herrschten gleiche Verhältnisse. Jahrhunderlang habe der Kampf zwischen Bergbau=Unternehmern und Arbeitern gedauert. Man habe versucht, diese Kämpfe auf parteipolitische Umtriebe zurückzuführen, doch entspreche dies nicht der Wahrheit. In den 70er Jahren habe man den Jesuiten die Schuld beigemessen, in neuerer Zeit sollten es immer die Sozialisten sein, die die Arbeiter aufhetzten, aber noch niemals sei behauptet worden, daß die Unternehmer aufhetzten, es sei immer wer anderer. Nun habe anfangs Januar in Berlin im Palasthotel eine geheime Sitzung von Bergwerksunternehmern aus ganz Preußen und auch aus hiesigen Bezirken stattgefunden, in welcher man nach einem dem Verbande zugegangenen Protokoll darüber beraten habe, was man tun müsse, um das von der Regierung zum Schutz des Bergarbeiterlebens, Beseitigung von Mißständen dem preußischen Landtag vorgelegte Berggesetz zum Scheitern zu bringen. Er wolle gleich bemerken, daß dieses Protokoll nicht entwendet worden sei. Wenn von Leuten gesagt werde, die Bergarbeiter sollten nur Vertrauen zu den Behörden oder der Regierung haben, diese würden alle ihre Wünsche erfüllen, so müsse er dieses bestreiten, denn das Vertrauen der Bergleute sei schon bei verschiedenen Gelegenheiten schnöde mißbraucht worden. Aus Schaumburg=Lippe hätten die Bergarbeiter an den preußischen Landtag eine Petition gerichtet, in welcher sie um eine Aufbesserung der Löhne um 30 Pfg. pro Schicht gebeten hätten. Nachdem diese Petition lange Zeit verschleppt worden sei, sei sie endlich abgelehnt worden, nur die sechs sozialistischen Abgeordneten hätten dafür gestimmt. Der Zentrumsabgeordnete Brust, der selbst 16 Jahre Bergarbeiter gewesen sei, habe erklärt, er sei nicht in der Lage, für die Petition zu stimmen, die Bergleute könnten ja einen Wagen mehr herausschlagen, dann hätten sie mehr Gedinge. Dieses sei ja wohl möglich, wenn sich die Bergleute bis aufs Blut schinden würden, aber die Sicherheit der Grube müsse darunter leiden. Die Leute, die gegen die Petition gestimmt hätten, hätten in derselben Woche einer Gehaltserhöhung der Beamten, die 4—7000 Mk. Gehalt bezögen, zugestimmt. Redner wandte sich noch einmal gegen die Geheimversammlung der Bergwerksunternehmer, die alles aufbieten würden, das Gesetz zum Scheitern zu bringen, selbst wenn sie den Minister stürzen müßten. Redner besprach sodann den Gesetzentwurf. Die Regierung wolle sogenannte Sicherheitsmänner, die einmal im Monat die Gruben kontrollieren sollten. Diese Kontrolle sei aber illusorisch, deshalb müßten als Kontrolleure praktische Bergleute, die unabhängig von der Grube seien und aus Staatsmitteln besoldet würden, angestellt werden. Das sei eine Forderung. die mit allem Nachdruck vertreten werden müßte. Hue besprach sodann die Flugblatt=Angelegenheit und betonte, daß die Verbandsleitung in keiner Weise mit dem Flugblatt irgend etwas zu tun gehabt habe; die Angelegenheit werde durch die vom Verbandsvorstand angestrengte Klage wohl klargestellt werden. Zum Schluß forderte er die Anwesenden auf, für den Bergarbeiterverband zu wirken. Vermischtes. Fahrkarten über Riesenstrecken. Die„Frankfurter Zeitung" schreibt: Unter dieser Spitzmarke gaben wir unlängst aus dem Welt=Courier eine Notiz wieder, in der als weiteste Strecke, für die direkte Fahrkarten gelöst werden werden können, die Route Berlin—Irkutsk(7757 Km.) bezeichnet war. Wie man uns nun mitteilt, gibt es in der Fahrkarten=Ausgabe im Frankfurter Hauptbahnhof direkte Fahrkarten für Strecken von weit über 10000 Km. Es sind dies Fahrkarten nach Ostasien, Javan und China über den sibirischen Landweg, z. B. nach Charbin (10 751 Km.), Wladiwostok(11 529 Km.), Zuruga(12 444 Km.), Nagasaki(12 749 Km.), Shanghai(13.620 Km.) Der Fahrpreis nach letzter Station beträgt für die erste Klasse 926,40 Mk., die zweite Klasse 653,15 Mk., die dritte Klasse 251,30 Mk. Das Geväck wird ebenfalls direkt abgefertigt. Die Fahrkarten sind drei Monate giltig, auch kann die Fahrt beliebig unterbrochen werden. Wer es etwas eiliger hat, kann die weiteste Strecke recht gemütlich in 15- bis 16 Tagen zurücklegen. In der sensationellen Honigfälschungsaffäre in Hamburg haben sowohl der Kaufmann Wichmann als auch der Inhaber der Dr. Polleniusschen Fruchtzuckerfabrik Frohloff ein Geständnis abgelegt. Wichmann war schon mehrere Male wegen Honigverfälschung angeklagt, wurde aber stets freigesprochen. Interessant ist die Tatsache, daß Frohloff in Imkerkreisen den Kunsthonig in schärfster Weise bekämpfte und sich stets als Vertreter des reinen Naturhonigs aufspielte. Eine Familientragödie ereignete sich Sonntag in Moabit in Berlin. Im Hause Bredowstraße 30 vergiftete die 22jährige aus Bayern stammende Frau Seibt infolge Nahrungssorgen und ehelicher Zwistigkeiten ihre beiden Kinder im Alter von 1 und 2 Jahren und vergiftete sich dann selbst mit Lysol. Absturz. Vom Bodensee wird der„Frankf. Zeitung" gemeldet: Am Südabhange des Pfänders in nächst Fluh stürzte der 60jährige Advokaturbeamte Güttner aus Lindau von einer etwa 40 Meter hohen Felsterrasse und starb kurz darauf an den erlittenen Verletzungen. Eine Ehetragödie spielte sich Sonntag in Ostrog ab. Dort erschoß der Ziegeleibesitzer Hentschel seine Frau und nahm sich dann selbst durch Erhängen das Leben. Das Motiv der Tat ist Eifersucht. Briefkasten der Redaktion. Nach Spenge. Sie haben den Bericht von der Gemeindevertretersitzung ganz richtig an die„Redaktion der Volkowacht“ gesandt. Nach Coesfeld. Die Maifeier findet nach den Beschlüssen der Parteitage nur am 1. Mai statt. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Albin Schädlig für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefer Wir haben in der Woche vor Ostern in Gemeinschaft mit unseren auswärtigen Häusern mehr als 5000 Teile Eine grosse hervorragend billig erworben. Unserer Kundschaft unterbreiten wir nachstehend eine Offerte, wie solche nur selten geboten wird. Die offerierten Artikel gelangen von morgen früh 9 Uhr ab in der ersten Etage zum zum Verkauf. Konlentions Wöche beginnend morgen krüh 9 Uhr. * Jacken-Kleider nur Neuheiten dieser Saison aus hübschen hellen Stoffen, aus hübschen hellen englischen Stoffen, aus prima Kammgarn-Cheviot, aus Chevronstoffen und aus Tuch Serie I 10975 Serie II 4075 Serie III jedes Kleid jedes Kleid jedes Kleid Nien dngetraolen dod: cm. 100 fne Jacken-Kleider aus aparten Stoffen und zuletzt erschienenen Macharten in der Preislage von 3500 g. 12500 Zehn vorjährige Jacken-Kleider Vorjährige Kostüm-Röcke Seltene Gelegenheit! darunter kostbare Sachen darunter ganz feine Sachen und zwar reinwollene Faltenröcke, hübsche gestreifte Plissé zum Aussuchen 50 per Stück zum Aussuchen 275 per Stück Kilhenes aus Tuchstoffen und aus englischen Stoffen 690 975 Ein ganzer Lagerbestand Noch nie geboten! 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Elegante und verblüffende Jongleurspiele mit Hüten und Münzen von einem Künstler in seinem Fach. Detektiv-Schliche. Auf geniale und doch amüsante Weise entlarot ein Geheimpolizist ein junges Verbrecherpaer. Die Spielmut. Durch seine Leidenschaft für das Spiel in dem prächtigen Monaco wird ein junger Mann zum Mörder eines Bekannten. Nachdem er sein Opfer ins Meer versenkt, vermeint er auf der Promenade den Ermordeten wieder zu erblicken, hat aber in Wahrheit einen Detektiv vor sich, der ihn in der Maske des einstigen Freundes verfolgt und endlich seiner grausen Tat überführt. Der Fliegenfänger. Die Plagegeister der wärmeren Jahreszeit belästigen einen jungen Mann so stark, daß er sich ihrer bei verschiedenen Gelegenheiten auf unangenehme Art entledigen muß. Aus den Tiefen des Lebens. Ein Drama, das den krassen Gegensatz zwischen bitterstem Elend und großem Reichtum zeigt, aber mit der edlen Tat eines reichen Mannes seinen Abschluß findet. August und Ede. Humoristische Streiche zweier Landstreicher, die sich einen guten Tropfen durch eine noch nicht dagewesene Manipulation verschaffen. Ferner: Ein Toubild von besonders guter Wirkung. Nr. 90. Polizisten und Pa des Staates der fror das Pech hat, von ei moralisch mißhandelt Widerstandes gegen der staatsanwaltlich wandern. Daß ein Zivilbür tiert worden war, na des Königs" bestraft Daß es aber auch ges eines Gottesmannes dafür liegt uns ein 1 Oeffentlichkeit unterb erzählte diesem, ein firmationsunterrichts seins gezeigt und dab des Menschen sei? den Pastor, und die leidigung gegen den dienst des Pfarrers, führte, wie der nachft In der Strafsach Markau; 2. den Win Ruppin, wegen Belei der königl. Staatsa fahrens abgelehnt. Die Kosten des legt. Die als Zeugen Walter Markau und ihrer gerichtlichen Vi als er am 21, Mäi seine Frage:„Welche Knaben Salomo die Gestalt“, sich herume so daß seine Rockschöf er sich mit beiden Gesäß faßte:„Ist da Mit diesen Angal in den an die könig königliche Konsistori# 25. März und 15. Ar bilden, im wesentlich weichungeg ergeben, zurückzuführen, daß anderer Form mitg Anhalt dafür, daß d ihren Eingaben wie Unter dieser Vor halten des Pfarrers nandenunterricht in Eltern der in Betra der Kirchengemeinde gesetzte Behörde des den. Auch aus der aus den begleitender Beleidigung, das hei Insbesondere kann anonym erstattet ist, folgert werden. Eben Markau bei Schilder die Wahrnehmung verneint werden: der Komik nicht entbe vorübergehend zu ei darauf doch der Unt tung des Konfirme haben. Hiernach steht de G.=B. in einer d Seite. Neu=Ruppin, den 9 Neu=Ruppin, den Stempel. Gerich 16 Roman Autorisierte Ueberse Es dauerte ind Stimmen, das Oe räusch vieler Fußt geführt wurde, sich Carroll und sein, „Da kommt I Mann.„Ich wil davon machen. Al In diesem Aug Damen und Herr Carrolls bisherige Wirte allem Ansch neuen Gastes und Obgleich Aladi instinitive Abneig doch nicht umhin, einem Lande anzu besitzt. Außerdem heherrschung impo Umgebung voll un losen Behauptung eingeflößt, und so Dann stellte er Gästen vor, und roll Uniform getr ## Tatsache geni ihre Glieder ebenso gute Fieur lache die haben 3 Barso, nur da Seunderlampe un wenigstens den O' zieht, welcher all penn es nicht er wohnen? Die D sliostes, Ihr. S leben und schaffer O 0 G Nr. 90. Bielefeld, Montag, 19. April 1909. 20. Jahrg. Pastor Boese. Polizisten und Pastoren gehören zu den auserlesenen Stützen des Staates der frommen Sitte und— Klassenordnung. Wer das Pech hat, von einem jener Repräsentanten körperlich oder moralisch mißhandelt zu werden, läuft auch noch Gefahr— wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt oder wegen Beleidigung der staatsanwaltlich besonders Geschützten ins Gefängnis zu wandern. Daß ein Zivilbürger, der von einem Schutzmannssäbel traktiert worden war, nachher die Anklagebank ziert und im„Namen des Königs" bestraft wird, gehört ja nicht zu den Seltenheiten. Daß es aber auch gefährlich ist, sich über eigenartiges Betragen eines Gottesmannes bei der zuständigen Behörde zu beschweren, dafür liegt uns ein Urteil vor, das wir als Kulturdokument der Oeffentlichkeit unterbreiten wollen. Der Sohn eines Landwirtes: erzählte diesem, ein Diener des Herrn habe während des Konfirmationsunterrichts den Kindern die— Nordseite seines Daseins gezeigt und dabei die Frage gestellt, ob das der— Spiegel des Menschen sei? Der Vater beschwerte sich daraufhin über den Pastor, und die Folge war eine Strafanzeige wegen Beleidigung gegen den— Beschwerdeführer! Es ist nicht das Verdienst des Pfarrers, daß die Anzeige nicht zu einer Verurteilung führte, wie der nachfolgende Beschluß dartut: Beschluß. In der Strafsache gegen 1. den Bauerngutsbesitzer Johann Markau; 2. den Windmüller Ernst Brennike in Dierberg, Kreis Ruppin, wegen Beleidigung(§ 186 St.=G.=B.) wird der Antrag der königl. Staatsanwaltschaft auf Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt. Die Kosten des Verfahrens werden der Staatskasse auferlegt. Gründe: Die als Zeugen vernommenen Knaben Arnold Salomo, Walter Markau und Adolf Hohn haben übereinstimmend bei ihrer gerichtlichen Vernehmung bekundet, daß der Pastor Boese. als er am 21. März 1908 beim Konfirmandenunterricht auf seine Frage:„Welches ist der Spiegel des Menschen?“ von dem Knaben Salomo die Antwort erhalten hatte:„die menschliche Gestalt", sich herumgedreht, den Rumpf vorwärts gebeugt hat, so daß seine Rockschöße auseinanderfielen, und gefragt hat, indem er sich mit beiden Händen auf sein den Kindern zugewandtes Gesäß faßte:„Ist das vielleicht der Spiegel?" Mit diesen Angaben stimmen die Angaben des Beschuldigten in den an die königliche Regierung in Potsdam bezw. an das königliche Konsistorium in Berlin gerichteten Eingaben vom 25. März und 15. April 1908, welche die Grundlage der Anklage bilden, im wesentlichen überein. Soweit sich unbedeutende Abweichungen ergeben, sind dieselben mit Wahrscheinlichkeit darauf zurückzuführen, daß die Vorgänge den Beschuldigten in etwas anderer Form mitgeteilt worden sind. Jedenfalls fehlt jeder Anhalt dafür, daß die Beschuldigten an der Richtigkeit der in ihren Eingaben wiedergegebenen Darstellung gezweifelt haben. Unter dieser Voraussetzung waren sie berechtigt, das Verhalten des Pfarrers Boese als mit einem gedeihlichen Konfirnandenunterricht im Widerspruch stehend anzusehen und als den. Auch aus der Form und dem Inhalt der Anzeigen oder aus den begleitenden Umständen ist das Vorhandensein einer Beleidigung, das heißt die Absicht zu beleidigen, nicht ersichtlich. Insbesondere kann aus dem Umstand, daß die erste Anzeige anonym erstattet ist, nicht mit Notwendigkeit das Gegenteil gefolgert werden. Ebensowenig kann deshalb, weil der Beschuldigte Markan bei Schilderung der Vorgänge durch seinen Sohn lachte, die Wahrnehmung berechtigter Interessen durch die Eingaben verneint werden: denn wenn der an und für sich einer gewissen Komik nicht entbehrende Vorgang bei seiner Schilderung vorübergehend zu einem Lachen führte, so kann und wird gleich darauf doch der Unwille über die etwas derb drastische Gestaltung des Konfirmandenunterrichts die Oberhand gewonnen haben. Hiernach steht den Beschuldigten der Schutz des§ 193 St.= G.=B. in einer die Strafbarkeit ausschließenden Weise zur Seite. Neu=Ruppin, den 4. Dezember 1908. Königliches Landgericht. Strafkammer 3. (gez.) Dr. Schleußner. Rieve. Gerloff. B. E. „ Ausgefertigt. Neu=Ruppin, den 12. Dezember 1908. Stempel.„ Kirchmann. Gerichtsschreiber des kgl. Landgerichts, Strafk. Es wird wohl kein Leser auf den Gedanken kommen, die unter strammer Kirchenzucht stehenden, in frommer Sitte erzogenen Knaben auf dem von Großstadtsünden nicht verseuchten Lande hätten sich die Beschuldigung gegen den Pfarrer einfach aus den Fingern gesogen. Anderer Ansicht scheint das königl. Konsistorium der Provinz Brandenburg zu sein. Das Pikanteste von der ganzen Geschichte folgt nämlich noch. Auf Grund des mitgeteilten Beschlusses machte der Landwirt Markau eine Eingabe an die genannte Behörde. Hier die Antwort: Kgl. Konsistorium der Provinz Brandenburg. Berlin SW., den 18. Februar 1909. Schützenstraße 26. Auf Ihre an den evangelischen Ober=Kirchenrat gerichtete, an uns zur weiteren Veranlassung abgegebene Eingabe vom 18. Dezember 1908 betreffend Herrn Pfarrer Boese: Ihre Annahme, daß die dritte Strafkammer des kgl. Landgerichts in Neu=Ruppin den Antrag der kgl. Staatsanwaltschaft auf Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Sie und Herrn Brennicke deshalb abgelehnt habe, weil das, was Sie über Herrn Pfarrer Boese seinerzeit behauptet haben,„nur volle Wahrheit“ sei, ist unzutreffend. Der Beschluß der Strafkammer vom 4. Dezember 1908 läßt es völlig dahingestellt, ob Ihre Angaben der Wahrheit entsprechen, et nimmt nur an, daß Sie und Herr Brennicke„an der Richtigkeit der in Ihren Eingaben wiedergegebenen Darstellung nicht gezweifelt haben.“ Die Strafkammer meint, daß Sie„unter dieser Voraussetzung“(d. h. wenn Sie die Mitteilungen der Knaben Arnold Salomo, Walter Markau und Adolf Hohn für richtig gehalten haben) berechtigt waren, sich an uns mit der Bitte um Abhilfe zu wenden. Da wir jedoch keine Veranlassung(!) haben, den genannten Knaben mehr Glauben zu schenken als dem Pfarrer Boese, so haben wir auch keinen Grund, an dem von diesem erteilten Konfirmandenunterricht etwas auszusetzen und die von Ihnen gewünschte Abhilfe zu schaffen.... gue Wenn ein Gemeindemitglied der Parochie Dierberg eine Trauung, Taufe oder ein Begräbnis durch einen anderen Pfarrer als Herrn Psarrer Boese vornehmen lassen will, so bedarf er dazu einer schriftlichen Einwilligung des Herrn Pfarrer Boese. Dieser wird für jeden einzelnen Fall die Genehmigung gegen Empfang der ihm zukommenden Gebühren(!) erteilen. Im übrigen verweisen wir auf unsere Verfügung vom 24. November 1908— K. 6. 8589—. Es bleibt Ihnen überlassen, den übrigen Unterzeichnern Ihrer Eingabe von vorstehendem Bescheide Mitteilung zu machen.„.(gez.) Sternhausen. An den Landwirt Johann Markau jun. in Dierberg Eines Kommentars bedarf dieser Ausfluß konsistorialer Weisheit nicht. Nur eine Bemerkung möchten wir uns gestatten: Das Konsistorium muß keine hohe Meinung von der Erziehungstätigkeit des Pfarrers Boese haben, wenn es annimmt, seine Zöglinge könnten die unanständige Geschichte erfunden haben, um den Gottesmann zu ärgern. Ja, daß die Knaben es sogar fertig brächten, gegen den Gottesmann und im Widerspruch mit dessen Aussage vor Gericht salsches Zeugnis abzulegen. Hält man den Pfarrer trotzdem oder deswegen für den geeigneten Jugendbildner und Seelenhirten? 10. Verbandstag des Zeutralverbandes der onugeierblichen Hilfsurbeiter Bentschlands. K. Köln, 17. April. Sechster Verhandlungstag. Die Kommission zur Beratung der zum Statut gestellten Anträge hat die Vorarbeiten erledigt, es erfolgt im Plenum die Beratung der von der Kommission empfohlenen Anträge. Kollege Behrend ersucht den Verbandstag, von wesentlichen Aenderungen des Statuts Abstand zu nehmen, da doch in Bälde wiederum Beratungen zur Schaffung eines Einheitsstatuts beginnen. Ueber die Abschaffung der Arbeitslosenmarke setzt eine starke Diskussion ein, sie führt zur Annahme folgender Anträge: Die Wochenbeiträge sind für 44 Wochen des Jahres zu bezahlen, beitragsfrei bleiben die Monate Dezember und Januar; doch können Lokalbeiträge auch während dieser Zeit erhoben werden. — Eine Stundung der Pbandsbeiträge kann auf 13 Wochen erfolgen, doch ruhen alle prechte des Mitglieds während dieser Zeit. Der Bezug der Reiseunterstützung wird nach einjähriger Mitgliedschaft und Zahlung von 44 Wochenbeiträgen gewährt. Es wird eine neue Beitragsklasse durch Verschiebung der Beiträge ohne Erhöhung geschaffen. In dieser 9. Klasse beträgt die Streikunterstützung nach einjähriger Mitgliedschaft 17,00 Mk. und bei mindestens sechswöchentlicher Mitgliedschaft 15,00 Mk. pro Woche. Die Gemaßregelten-Unterstützung wird um 2 Mk. wöchentlich erhöht. Die Sterbeunterstützung erfährt dadurch eine Aenderung, indem die Unterstützungssätze für die 1.—3. Klasse gleichgestellt werden. Der Bezug dieser Unterstützung ist an eine einjährige Mitgliedschaft und Zahlung von 44 Wochenbeiträgen geknüpft. Die Krankenunterstützung wird nach zweijähriger Mitgliedschaft und Zahlung von 88 Wochenbeiträgen gewährt. Im weiteren wird der Vorstand beauftragt, statistische Erhebungen zu veranstalten, um Unterlagen für Einführung der Arbeitslosenunterstützung zu erhalten. Die weiteren Beratungen erstrecken sich auf Anträge, die rein verwaltungstechnischer Natur sind und auf kleine redaktionelle Aenderungen. Den Bericht der Beschwerdekommission gibt Kollege Meckeimann=München: Die Beschwerde des Zweigvereins Kiel über Verweigerung des Rechtsschutzes im Falle Korthase ist abgewiesen. Der Ausschluß der Kollegen Marx=Berlin, Sehrer=Nürnberg, Glasow=Berlin wird als berechtigt anerkannt. Der Ausschluß des Kollegen Heern=Speyer wird zurückgestellt, bis das gerichtliche Verfahren, welches gegen ihn schwebt, erledigt ist. Die Entlassung des Hilfsarbeiters Zeisig=Hamburg aus dem Verbandsbureau erkennt die Kommission als zu Recht geschehen an, sie spricht serner ihre Mißbilligung über das Rundschreiben des Hilfsarbeiters Roche aus, welches derselbe an die Delegierten richtete. Der Vorstand soll in Zukunft aus nur 5 Personen bestehen. Es wird eine Verschiebung der Aemter vollzogen. Behrend wird als erster, Töpfer als zweiter Vorsitzender, Brandmohr als erster Kassierer, Wrede als zweiter Kassierer gewählt. Sekretär bleibt der Kollege Mohnk. Die Redaktion des Fachorgans übernimmt Röske in Zukunft allein. Der Sitz des Ausschusses bleibt Berlin. Damit sind die Arbeiten des 10. Verbandstages erledigt. In längeren Schlußausführungen läßt Behrend die Arbeiten des Verbandstages Revue passieren, er spricht die Hoffnung aus, daß die erledigte Arbeit und die daraus erfolgten Beschlüsse zur weiteren Ausbreitung des Verbandes dienen mögen. Ebenfalls hofft er von dem Zusammenschluß mit dem Maurerverband viel für die Organisation der Bauarbeiter, er wird dazu beitragen, daß die Arbeiterschaft geeint und gestärkt dem Scharfmachertum im Baugewerbe entgegen treten kann. Mit einem Hoch auf die allgemeine Arbeiterbewegung und auf den Verband der baugewerblichen Hilfsarbeiter im besonderen schließt derselbe die Verhandlungen des Verbandstages. ac. Der Schluß des französischen Parteitages. Am 4. Verhandlungstage wurde die Debatte über die Wahltaktik fortgesetzt. Die überwiegende Mehrheit der Redner wandte sich scharf gegen jedes, auch nur indirekte Zusammengehen mit den Radikalen. Die Genossin Madelaine Pelletiér unternahm einen neuen Vorstoß gegen den Parlamentarismus im allgemeinen, der nach ihrer Behauptung der Partei neue Briands und Millerands bescheren werde. Hervé, der frühere eifrige Blockarde, befürwortete die von der Majorität der Seine=Föderation gestellte Resolution, welche unbedingtes Aufrechterhalten der sozialistischen Kandidaturen bei dem zweiten Wahlgange fordert, einerlei, um welche gegnerische Kandidaturen es sich handelt. Weder zugunsten radikaler, noch radikalsozialistischer, noch sogenannter unabhängiger Kandidaturen sei eine Ausnahme zu machen. Hervé verteidigte aber im Gegensatz zu Guesde seinen Antrag nicht mit dem Klassencharakter des proletarischen Kampfes, sondern mit der Umwandlung der radikalen Partei, die zu einer imperialistischen geworden sei. Demgegenüber hob Guesde hervor, daß die radikale Partei geblieben sei, was sie stets war: eine Verfechterin der bürgerlichen Gesellschaft. Nur ihre Kampfmethoden seien andere geworden. Für die Bretonsche Politik der Galvanisierung des linken Blocks erhoben sich nur wenig Stimmen. So trat Briquêt (Pas de Calais) für ein Zusammengehen mit den Radikalen auf Grund von Gegenseitigskeitsverträgen ein. Andere Delegierte gaben zu erwägen, ob man nicht die Radikalen auf ein sozialistisches Mindestprogramm verpflichten könne, und wieder von anderer Seite sah man in dem vorgestern erwähnten Schreiber. des radikalen Parteivorstandes den Beginn der Abkehr der radikalen Partei von Clemenceauschen Bahnen.— Jaurés und wesentlich auch Vaillant übernahmen die Vermittlung von rechts und links, wobei jedoch Vaillant mehr nach links und Jaurés mehr nach rechts neigte. Jaurés fand es außerordentlich verständlich, daß bei dem skandalösen Verhalten der radikalen Kammermehrheit den Genossen die Geduld ausgehe und Bretons Blockbegeisterung wenig Anhänger finde. Andererseits aber auch würde es den wahren Interessen des Proletariats zuwider16 Roman von Francis Brei Harte. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen v. Auguste Scheibe. Es dauerte indessen nicht mehr lange, so verriet der Ton von Stimmen, das Oeffnen und Schließen von Türen und das Gekausch vieler Fußtritte, daß die Gesellschaft, welche eben herumgeführt wurde, sich dem Teil des Gebäudes näherte, in dem sich Carroll und sein Begleiter befanden. mn.„Da kommt Jim mit seiner Ges Weann. davon machen. Aber ich hoffe, Sie bei Tische In diesem Augenblick erschienen Prince und eine Anzahl von Damen und Herren an dem entgegengesetzten Ende der Halle. Larrolls bisheriger Führer gesellte sich zu ihnen, machte dem Wirte allem Anschein nach die Mitteilung von dem Dasein eines neuen Gastes und schlenderte von dannen. Obgleich Aladin, wie die meisten Menschen seiner Klasse, eine instinktive Abneigung gegen den Militärstand hegte, konnte er doch nicht umhin, die gesellschaftliche Wichtigkeit desselben in einem Lande anzuerkennen, das keine festgeschlossene Gesellschaft besitzt. Außerdem hatte ihm Carrolls stolze und ruhige Selbstzeherrschung imponiert; seine Selbstbeschränkung inmitten einer Umgebung voll unruhigen Ehrgeizes, gegenüber einer rücksichtsiosen Behauptung des einmal Errungenen, hatten ihm Achtung Dasss apt und so, trat er mit herzlicher Be und so, trat er mit herzliche. Jegrüßung auf ihn zu. Z##n stellte er ihn mit sichtlicher Befriedigung seinen übrigen Gasten vor, und obgleich es ihm lieber gewesen wäre, wenn Carkoll Uniform getragen hätte, so ließ er sich schließlich doch an der Tatsache genügen, daß der junge Offizier, wie alle Männer, die ihre Glieder in der Gewalt haben, in Zivilkleidern eine fast ebenso gute Figur machte. tach die haben Ihren Gästen jetzt alles gezeigt,“ sagte Carroll Achelnd,„nur das geheime Kabinett noch nicht, wo Sie die Gunderlampe und den Ring aufbewahren. Sollen wir nicht wenigstens den Ort zu sehen bekommen, wo sich der Zauber vollbleht, welcher alle diese Herrlichkeiten hervorbringt— selbst wenn es nicht erlaubt wöre, der eigentlichen Zeremonie beizuHssger? Die Damen sterben gewiß vor Neugier, Ihr Allerleben und schasten.: u— Ihre Werkstatt zu sehen, in der Sie „Sie werden kaum mehr als ein bloßes Zelt, einen Raum, ebenso bescheiden wie mein Schlafgemach, finden,“ entgegnete Prince, der sich auf die spartanische Einfachkeit seiner persönlichen Gewohnheiten etwas zugute tat und sie gern zur Schau stellte.„Aber kommen Sie mit mir, meine Damen und Herren.“ Dabei durchschritt er die große Empfangshalle und trat in ein kleines, einfach möbliertes Zimmer, das unter anderem einen großen Tisch enthielt, bedeckt mit Papieren und Büchern, von denen einige staubig und sehr abgegriffen aussahen. In Carroll stieg sofort der Gedanke auf, daß dies Wests Eigentum sei. Er zog daher in aller Stille den Brief aus der Tasche und legte ihn, während sich die Aufmerksamkeit der übrigen nach einer anderen Richtung lenkte, auf den Tisch, indem er nur Prince verständlich zuflüsterte: „Von Mrs. Saltonstal.„„ 7661, wesche 10 Jst 9. Aladin besaß jene wunderbare Keckheit, welche jo ofr die Stelle des Taktes vertritt, und indem er Carroll einen schnellen Blick zuwarf, rief er plötzlich die Arme in die Luft erhebend, sich zu seinen Gästen wendend und sie wie im Scherze nach der Tür drangend:„„ s.„ unFam Gange Der Gen’ue ist be: „Hallo! der Zauber ist in voulem Gange. Der Genius ist bei der Arbeit und niemand darf hier bleiben, der nichts damit zu tun hat! Bitte, folgen Sie, Miß Wilson,“ fuhr er fort, indem er beide Hände mit einer unwiderstehlichen väterlichen Vertraulichkeit auf die Schultern des hübschesten und schüchternsten der jungen Mädchen legte.„Sie wird die Wirtin machen, und ich werde nicht verfehlen, jeden Wechsel, den sie ausstellt, zu honorieren!“. Und ehe ihnen seine Absicht noch recht klar wurde, ehe sie nur bemerkten, daß sich Carroll nicht mehr zwischen ihnen befand, hatté Aladin die Tür geschlossen und war mit dem jungen Manne allein. g.,.5m t m Schnell trat er an den Tisch, naym den Brief und öffnete ihn. Sein Gesicht, das bis dahin den Ausdruck heiterster Laune getragen, wurde plötzlich ernst und starr. Ohne Carroll im mindesten zu beachten, näherte er sich dem telegraphischen Apparate auf einem Seitentischchen und begann mit großer Energie ein halbes Dutzend Elfenbeinknöpfchen in wechselnde Bewegung zu setzen. Dann trat er wieder an den Schreibtisch, um mit schnellem Blicke die hier aufgestapelten Papiere zu mustern. Carrolls scharfes Auge blieb an einem kleinen Päckchen Briefe haften, die offenbar von feiner weiblicher Hand geschrieben waren. Jedenfalls hatte er da die in Frage stehende Korrespondenz vor sich. Ohne den Blick zu Carroll zu erheben und in fast rauhen Tone fragte Prince: „Mit, wem hat man denn sonst noch von der Sache gesprochen?... S f, k.2 8 e cen g Kann i „Wenn Sie von dem Inhalte des Billetts reden, so tann ich Ihnen nur sagen, daß der Brief vor drei Stunden geschrieben und mir übergeben wurde, und daß er seitdem nicht aus meinen Händen gekommen ist.“ „Hm. Wer ist denn weiter in der Casa? Nicht wahr, Buchanan ist dort und Raymond, wohl auch Viktor Guitierrez?“ „Ich kann Ihnen, wenn es das ist, was Sie zu wissen wünschen, die Versicherung geben, daß Mrs. Saltonstall, seitdem sie die Nachricht von dem Tode Dr. Wests empfangen, niemand gesehen hat, als ihre Tochter,“ entgegnete Carroll, der das Päckchen Briese, während Prince sprach, nicht aus den Augen ließ. „Sind Sie Ihrer Sache ganz sicher?“ fragte Aladin. „Ich glaube es zu sein. Prince stand offenbar erleichtert auf und ließ, zu dem telegraphischen Apparate zurückkehrend, seine Finger gleichsam mechanisch über die Knöpfe desselben gleiten. „Es ist ja am besten, gleich und auf einmal zu erfahren, was man doch erfahren muß, wenn es sich um die Veränderung eines Besitzstandes von etwa vier Millionen handelt, die sich binnen vier Stunden vollzogen hat; nicht wahr, Kapitän?“ sagte er, Carroll zum ersten Male voll ins Gesicht blickend.„Gerade vor vier Stunden rechneten wir in demselben Zimmer heraus, daß die Witwe Saltonstall mit etwa einer Million an den Unternehmungen Dr. Wests beteiligt ist, d. h. diese Summe in Aktien angelegt hat, und kamen zu der Annahme, daß sich ihr Konto vielleicht mit Verlust der Hälfte dieser Summe abwickeln lassen würde. Wenn ihr nun aber, wie sie mir in diesen Zeilen mitteilt, der Doktor als weitere Sicherheit seine Besitzung zediert hat, und das wirklich alles verbrieft und besiegelt ist, so tritt sie — mit einem Worte gesagt— an die Stelle des Doktors, und wir anderen, die wir uns mit etwa drei Millionen bei den Unternehmungen beteiligt haben, sind von ihr abhängig. Das ist alles. Sie haben eine kleine Bombe hier hereingeworfen, Kapitän, und die Splitter flogen bis San Francisco. Ich stehe, ich bin vollständig paff! Ich habe immer gefunden, daß sich der alte Mann do drüben in der Casa ein bißchen allzu liebenswurdig machte— doch sie war eine Frau und er, trop seiner sechzig Jahre, ein Mann, aber diese Kombination hätte laufen, wenn man nach Art der Genossin Pelletièr die republikanische Staatsform als völlig gleichgiltig für das Proletariat bezeichne. Ihren republitanischen Charakter dürfe die Partei nicht verlieren. Die Resolution von Chalon, die den einzelnen Zöderationen, freie Versanung. uver iyr. Verhalten beim zweiten Fogerationen freie Verfassung über ihr Verhalten beim zweiten Wühigunge taßt, bleide auch für die nachsten Wahlen die beste Direktive. Vaillant war ebenfalls im allgemeinen für Aufrechterhaltung der Resolution von Chalon, wünschte aber eine scharfere Fassung derselben, die jedoch erst am nächsten Parteitag vorgenommen werden solle.— Um es aleich vorweg zu nehmen: P#rgenemmen werden jbur,— Um es greich borweg zu nehnen!. Kurz vor Schluß seiner Verhandlungen beschloß der Parteitag einstimmig die vorläufige Aufrechterhaltung der Resolution von Chalon und verwarf mit großer Mehrheit(264 gegen 51 Stimmen) den Antrag der Seine=Föderation auf obligatorische Aufen)„Foderation auf obligatorische Aufrechterhaltung der sozialistischen Kandidatur beim zweiten Wahlgange. Inzwischen waren die persönlichen Konflikte im Sinne der Versohnlichkeit geschlichtet worden. Der Genosse Degay, der, obwohl regulär organisiertes Mitglied der geeinigten Partei, Kabinettschef des Arbeitsministers und„unabhängigen S den an die Föderationen ihrer Wahlkreise zurückv Anträge auf Ausschluß Hervés durch Uebergang zur Tagesordnung(beantragt von Vaillant) erledigt. Delory behielt indessen seiner Föderation das Recht vor, bei einem neuen Disziplinbruch Hervés den Ausschlußantrag zu erneuern. Hervé wurde auch wieder in die Parteileitung hineingewählt. Die Entscheidung über die Agrarfrage wurde dem nächsten Parteitgg überlassen. äußeren Ausschmückung der Bauwerke richtet. In Bälde dürften nun die Regierungsbauten auch äußerlich zur Schau tragen, daß in einem unter den Lasten des Militarismus fast zusammenbrechenden Staatsgebilde für das Kunstgewerbe ebensowenig Raum ist als für Volkswohlfahrt und sonstige kulturelle Aufgaben. Ungeheure Steigerung der Arbeitslosigkeit im Metallgewerbe Sachsens. Nach der Abrechnung der Bezirksleitung desMetallarbeiterverbandes in Sachsen wurden im Jahre 1908 für Arbeitslosenunterstützung 457902 Mk. ausgegeben. An Krankenunterstützung bezahlte der Verband im Jahre 1906 in Sachsen: 101 324 Mk., 1907: 302 574 Mk. und 1908: 435 673 Mark. Die Streikunterstützung betrug inkl. Maßregelungsunterstützung 1906: 738 545 Mk., 1907: 258 150 Mk. und 1908: 49918 Mk. Die Mitgliederzahl betrug am Ende 1907: 53113, 1908 52655. Das sind 458 weniger, es kommt aber in Betracht, daß zirka 3000 Mitglieder mehr aus Sachsen abgereist als zugereist sind. Aeynlich schlimm wird es meyr oder wen Deutsch großen Maschinenindustrie die Krise:„aoch verstarkt durch die unglugselige Zoupolitik des Deutschen neiches— sich ganz besonders geltend macht. „itglieder mehr aus Sachsen abgereist als zugereist sind. Aehnlich IHllmmgite es mehr erer niniger„in allen Teilen #####chands aussehen, wenn auch in Sachsen sich wegen seiner großen Maschinenindustrie die Krise— noch verstarkt durch die Metallarbeiter. Bei der Firma Hagen-Grünthaler Eisenwerke zu Hagen i. W. sind 29 Hammerarbeiter infolge von Lohnherabsetzungen in den Ausstand getreten. Die Firma hat daraufhin allen Arbeitern, etwa 200, gekündigt. Zur Aussperrung der Oldenburger Maler ist zu berichten, daß von der Aussperrung bis jetzt 77 Gehilfen betroffen sind. Ueber die Verhältnisse im Bildhauerberufe wird uns geschrieben: In unserem von der Maschine revolutionierten neuzeitlichen Wirtschaftsleben sind manche Erwerbszweige, neu eranden, manche Handwerke dagegen vollig verschwunden oder hart bedrangt worden. Auch im Kunstgewerve machte sich diese umstürzlerische Tendenz der Maschine mehr und mehr bemerkbar. Namentlich sind es die Bildhauer, die bereits seit Jahren mit ständig großer Arbeitslosigkeit zu rechnen haben, eine Folge jener allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung. Als nächstliegende Ursache der Umwälzungen im Kunstgewerbe ist allerdings die neue Stilrichtung anzusehen. Diese aber,„der moderne Stil“ benannt, wurde schon unter dem Schlagwort eingeführt:„Weg mit allem Althergebrachten! Unser Zeitalter der Maschine muß seinen eigenen Stil haben!“ Tatsächlich vollzog sich dann auch der stattgefundene Umschwung unter möglichster Begünstigung von Maschinenarbeiten. Ja, eine gewisse Gruppe tonangebender Kunstgewerbler bevorzugte unbedingt Maschinenarbeit und reihte sie unter die dekorativen Mittel des Kunstgewerbes ein. Mit ihren Experimenten haben dieselben durchaus keine ungünstigen Resultate erzielt. Das Kunst gewerbe bedarf also nicht mehr in gleichem Maße wie früher des Kunsthandwerks. Der Bildhauerberuf, zu letzterem gehörig, wurde dabei leidtragender Teil. Es wurden Arbeitskräfte überflüssig. Die Arbeitslosigkeit stieg enorm und hielt sich auch während der letzten Hochkonzunktur in erschreckendem Umfang. Dies ergibt auch sofort folgender Auszug aus der im Reichsarbeitsblatt veröffentlichten Arbeitslosenstatistik. Es hatten nach derselben Arbeitslose von je 100 beteiligten Personen im Jahresdurchschnitt: 1903 1904 1905 1906 1907 1908 sämtl. an der Statistik beteiligte Berufe 2,7 2,0 1,5 1,2 1,7 3,1 darunter Bildhauer 10,4 9,.5 10.1 9,9 12,7 16,6 Daraus ergibt sich, daß z. B. im Jahre der Hochkonjunktur 1906 die Arbeitslosigkeit der Bildhauer achtmal größer war als bei sämtlichen beteiligten Berufen im Durchschnitt. Das Jahr 1907 weist ein ähnliches Verhältnis auf, und auch im Krisenjahr 1908 weichen die Zahlen um mehr als das Fünffache voneinander ab. Es handelt sich also bei der Arbeitslosigkeit der Bildhauer um eine Berufskrise, die wohl durch die allgemeine Wirtschaftskrise noch verschärft, diese aber nicht zur alleinigen Ursache hat, sondern auf eingangs geschilderte Wandlung im Gewerbe begründet ist.—Es ist nur zu natürlich, daß sich unter derart mißlichen Zuständen fortlaufend Berufsangehörige, zumeist nach voraufgegangener wiederholter Arbeitslosigkeit, von ihrem Berufe dowenven. So auch hier. Nach einer vorläufig abgedem erlernten Berufe Zuflucht zu nehmen; es sind dies zirka * Mitglieder der Or 10 Prozent der Mitgliel#r der Organisation oder zirka 6 Prozent aller Berufsangehorigen. Und dabei ist die festgestellte Zahl sicher noch nicht vollständig. Diese Dezimierung des Bildhauerberufs ist jedoch noch lange nicht zum Abschluß gekommen. Ja, neuerdings wird ihr aus finanzpolitischen Motiven von Staats wegen noch weiterer Vorschub geleistet. Die Finanzklemme, in welche unsere Staatsregierungen geraten sind, ließ Bülow zum Sparen ermahnen. Und wie am besten und erfolgreichsten gespart werden könne, zeigten die preußischen Minister für Finanzen und öffentliche Arbeiten in einem gemeinsam ausgefertigten Sparerlaß, der sich gegen jeden„Luxus" bei der inneren und geschafften Leuten sind 8 wieder abgereist. Die noch am Orte Gebliebenen setzen sich zusammen aus einem„Kutscher“, einem „Kellner“ und einem„Schlachter“, und diesen wird von den Meistern laut Kontrakt ein Stundenlohn von 50 Pfg. bezahlt.— Auch die Maleraussperrung in Cuxhaven dauert fort. Zuzug ist fernzuhalten.— Im Maler= und Anstreicher= gewerbe in Remscheid sind ebenfalls Differenzen ausgebrochen. Da die Meister sich dort dem Arbeitgeberverband angeschlossen haben, verweigert man jede Unterhandlung zwecks Abschluß eines neuen Tarifs. Der Arbeitgeberverband und die Innung erklären, daß der Tarif ohne weiteres bis zum 31. Dezember 1909 laufe. Die Gehilfen haben nunmehr beschlossen, vom 15. April ab keine Ueberstunden, Nacht= und Sonntagsarbeit mehr zu leisten, bis die Arbeitgeber zu Verhandlungen geneigt sind. Zuzug ist fernzuhalten. Der Streik in der Gieseckeschen Schuhfabrik zu Peine ist aufgehoben. Ueber die Fabrik ist die Sperre verhängt. An die Glasergehilfen. Die Stuttgarter Glasermeister, die auf dem Verbandstag württembergischer Glasermeister in skandalöser Weise den Berichterstatter der„Schwäb. Tagwacht“ insultierten und ihn seiner Notizen beraubten, haben ihre Gehilfen ausgesperrt, weil diese sich weigerten, auf die von den Meistern gebotenen Lohnbedingungen einzugehen. Meister Kläger(Stuttgart) brachte auf dem Verbandstage die Aussperrung zur Sprache. Er meinte: Da man von dem Verband in bezug auf die Unterstützung in derartigen Fragen viel erwarte und eine Anzahl von Kollegen immerhin gut zu tun habe, unterbreite er dem Verbandstage folgende Anträge: „1. Unter keinen Umständen einen Gehilfen einzustellen, der von Stuttgart komme und dort ausgesperrt worden sei; 2. die Stuttgarter Kollegen in der Heranziehung von Arbeitskräften nach Möglichkeit zu unterstützen. Zur Ausführung des Punktes 2 Zum Bau eines Partei= und Gewerkschaftshauses is Hannover unter Zustimmung der Portei= und Gepa# schaftsvorstände von der zu diesem Zweck gegründeten Gesellscha mit beschränkter Haftung„Solidarität, Partei- und Geper. schaftshaus" das Grundstück des Pferdehändlers Louis heimer an der Nikolai=, Artillerie= und Odeonstraße für# Kaufpreis von 610000 Mk. erworben worden. Der Bau su sofort in Angriff genommen werden. einigen Banken soll zent herbeizuführe Differenzen in der Brüsseler Holzindustrie. Die arbeiterzeitung“ schreibt: Nach einem Bericht des Vorstandes des Belgischen Holzarbeiterverbandes an die Internationa Union der Holzarbeiter steht in Brüssel ein allgemeiner Streik in der Holzindustrie unmittelbar bevor. Die Ver. handlungen mit den Arbeitgebern über die von den Arbeiten geforderte Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit sin zwar noch nicht beendet und der Verbandsvorstand hofft, dai esprochen das letzte Wort über Krieg und Frieden noch nicht ge###### ist, aber er richtet doch an die deutschen Kollegen das dringend Ersuchen, Brüssel vorläufig zu meiden, um den Kollegen daselbs die Durchführung ihrer Forderungen nicht zu erschweren. bemerkte Herr Kläger noch, wer einen Sohn habe, der das Glaserhandwerk verstehe, moge ihn auf einige Wochen„pensionieren" und nach Stuttgart schicken, wer ledig sei oder wegen mangelnden Geschäfts auf einige Zeit aushelfen könne, möge nach Stuttgart kommen, alle seien herzlich willkommen. Arbeit sei hier genügend vorhanden. Wie dem Bericht eines Korrespondenzbureaus zu entnehmen ist, hat der Verbandstag die Klägerschen Vorschläge angenommen.— An den Glasergehilfen liegt es nun, den ausgesperrten Stuttgarter Kollegen durch Fernhaltung des Zuzugs zum Siege zu verhelfen. Die Schlossermeister Stuttgarts wollen sich ebenfalls eine Aussperrung leisten, weil die Gesellen einer von den Meistern vorgelegten Werkstattordnung mit entwürdigenden Strafbestimmungen ihre Unterschrift nicht geben wollen. Zuzug ist fernzuhalten. Die Breslauer Stukkateure nahmen den mit den Unternehmern abgeschlossenen neuen Minimallohntarif an. Erreicht wurde die taglich 8½ stündige Arbeitszeit anstatt der bisherigen 9stündigen, bei Beibehaltung der bisherigen Lohnsätze, mit Ausnahme einer Position. Der Tarif wurde seinerzeit durch die Prinzipale gekündigt. Auf den Brannschweiger Kohlenwerken traten, wie gemeldet wurde, anfangs April etwa 800 Arbeiter in den Streik, weil ihnen die Lohnkürzungen in den letzten Mona###en zu hoch erschienen. Die Vertreter des Bergarbeiterverbandes, des Gewerkvereins und der Polen mahnten die Streikender, die zum größten Teil unorganisiert waren, zu Verhandlungen, die dann auch schließlich von Erfolg gekrönt waren. Die Löhne wurden pro Schicht bis zu 30 Pfg. aufgebessert. Weitere Folge war, daß ein großer Teil der Belegschaft sich den Organisationen, vornehmlich dem Bergarbeiterverbande, anschloß. Erfreulich ist hier das Zusammenwirken der Verbände. Tischleraussperrung. In Genf(Schweiz) sind sämtlich, Tischler ausgesperrt worden. Oesterreichische Gewerkschaftskongresse. In Wien tagten während der Osterfeiertage die Verbandstage der Holzar. beiter, der Hutarbeiter, der Steinarbeiter und der Ziegeleiarbeiter. Auf sämtlichen Kongressen wurde ein erfreuliches Vorwärtsschreiten der Organisationen konstatiert und Beschlüsse gefaßt, die den Zusammenhalt der Organisation festigen und ihre weitere Entwicklung fördern sollen.— Aus Budapest wird berichtet: Ende des verflossenen Monatz hielten zwei der bedeutendsten hiesigen Gewerkschaften, die La#desorganisation der Schriftsetzer und die der Buchbin. der, ihre Jahresgeneralversammlungen ab. Obwohl nun metrere Zahlstellen beider Gewerkschaften von der Regierung gewaltsam aufgelöst und viele von den Behörden schikaniert wurden, und obwohl sie außerdem noch mit der Krise zu kämpfer hatten, die eine große Arbeitslosigkeit zur Folge hatte, so ist dennoch in beiden Organisationen eine Steigerung der Mitgliederzahl und eine innere Festigung zu verzeichnen. Die Gewerkschaft der Schriftsetzer hatte am 31. Dezember 1908 8918 Mitglieder, wogegen die Mitgliederzahl im Vorjahre 8750 betrug. Die Organisation der Buchbinder hatte am Ende des verflossenen Jahres 2882 Mitglieder, im Vorjahr nur 2590. Sie hatte weibliche Mitglieder 1632, männliche 1248. Sowohl die Schriftsetzer als auch die Buchbinder besitzen außer ihren mit ministeriell genehmigten Statuten versehenen Gewerkschaf# ten geheime, gewerkschaftliche Kampforganisationen, die diesamt Kampfbeiträge. eln. Die Schriftsetzer haben außerdem noch eine starke, gesonderte Unterstützungsvereinigung. Die Milglie. der beider Gewerkschaften haben die Maifeier des verflossenen## Jahres durch Arbeitsruhe begangen, sie nahmen teil an den Generalstreik vom 31. Dezember 1903. Den Schriftietzern ist es zu danken gewesen, daß weder am 2. Mai 1908, noch am 1. Januar 1909 die Zeitungen erscheinen konnten. Selbstverständlich werden sie am kommenden 1. Mai die Arbeit wieder ruher lassen. Industrie, Handel und Verkehr. Ki. Wieder ein Bankbruch. Wenn in früheren Jahren eine alte angesehene Bankfirma zusammenbrach, rief die Affäre aug in den nicht direkt beteiligten Bank= und Handelskreisen Erregung hervor. Die Häufigkeit solcher Geschehnisse hat das Interesse abgestumpft, der Unfall wird registriert, er fällt schnel der Vergessenheit anheim, denn mit unheimlicher Schnelligkeit folgen die Brüche privater Bankfirmen einander. In der Vorwoche verkrachte das 100 Jahre alte Bankgeschäft M. A. Rosenbaum in Lippstadt in Westfalen, schon am Freitag kam wieder die Kunde, daß die seit 1878 bestehende Bankfirma Luckmann& Soltau in Lübeck ihre Zahlungen eingestellt hat. Wir haben das Massensterben der privaten Bankgeschafte gerade in der letzten Zeit mehrfach eingehender besprochen, auch der Zusammenbruc der Lübecker Bankfirma zeigt wieder, wie aussichtslos die Ver suche der privaten Bankfirmen sind, sich gegenüber der erdrückenden Macht der Großbanken zu behaupten. Die Firm Luckmann& Soltau wollte sich an dem Ort ihrer Niederlassung nicht gänzlich aus dem Gründungsgeschäft verdrängen lassen Vor etwa 6 Monaten wurde die Kochsche Werft in Lübeck in eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 1 Million Mark umgewandelt. Diese Gründung führte die zusammengebrochene Bankfirma durch, sie hatte durch ein billigeres Angebot die Konkurrenz Hamburger Bankkreise geschlagen. Nun sah sie sich aber außer Lage, die übernommenen Aktien unterzubringen, ihre Situation gestaltete sich äußerst schwierig. Um verfügbare Mittel zu beschaffen, hinterlegte sie die Aktien bei einigen Banken, die sie mit 50 bis 60 Prozent beliehen. Jede auch nmr einigermaßen bedeutende Aktienbank hätte dieses Gründungsgeschäft leicht durchführen können, einmal fließen den Aktienbanken die Depositengelder in Hülle und Fülle zu. sie verfügen über genügend flüssige Mittel, dann aber sind die Banken durch ihre eigenen Filialen und Depositenkassen sowie durch die mit ihnen verbundenen Institute viel leichter in der Lage, übernommene Aktien schnell zu verkaufen. Die Passiven der Firma Luckmann& Soltau werden auf 5 Millionen Mark angegeben, es wird gemeldet, daß zahlreiche mittlere und kleinere Geschäftsleute und Sparer beteiligt ssind. Unter Beihilfe von ich nie und nimmer erwartet. Mich wundert nur, daß sie ihn nicht schon früher mit Stumpf und Stiel aufgezehrt hat.“ Carrolls Gesicht verriet ebenso wenig Schrecken oder Befriedigung über die Nachrichten, deren unwissentlicher, Träger er gewesen, als Groll oder Empfindlichkeit über die Rücksichtslosigkeit und Roheit des Tones, in welchem ihm die Mitteilung gemacht wurde. „Es scheint hier keine Notiz über diese Zession vorhanden zu seiz, fuhr Prince fort, indem er die Papiere von neuem mit den Augen überflog. „Haben Sie das schon angesehen?“ fragte Carroll, indem er das Briefpäckchen in die Hand nahm. „Nein, es scheinen die Privatbriefe zu sein, welche sie in ihrem Billett zurückverlangt. „Lassen Sie uns doch zusehen,“ gab Carroll zur Antwort, während er das Päckchen aufmachte. Es enthielt drei oder vier in spanischer und englischer Sprache geschriebene Briefe. „Liebesbriefe vermutlich und deshalb verlangt sie dieselben zuruck, sagte Prince.„Sie möchte die Schmeicheleien und Liebesworte, mit denen sie den Doktor geködert, nicht gern in die Oeffentlichkeit kommen lassen. „Wir wollen diese Papiere ordentlich durchsehen, bemerkte Carroll gefällig, indem er die Briefe öffnete und vor Prince ausbreitete, sie aber so hinlegte, daß dieser sie nicht lesen konnte. „Sie scheinen nichts Geschäftliches zu enthalten und sind offenbar nur Privatbriefe. „Jedenfalls, entgegnete Prince. ". Carroll legte die Papiere wieder zusammen und steckte sie in die Tasche. ihr zurückbringen,“ sagte er ruhig. „Hallo! so haben wir nicht gewettet!“ rief Prince aufspringend. Fr* „Ich sagte, ich würde sie ihr zurückbringen,“ wiederholte Carroll so ruhig wie zuvor. ich habe sie :„Aber— hubi sit Ihnen nicht gegeben. Ich habe niemals eingewilligt, sie von dem übrigen schriftlichen Nachlaß zu trennen!“ rief Prince. „Das tut mir leid,“ versetzte Carroll kalt.„Es wäre ohne Zweifel zuvorkommender und höflicher gewesen.“ „Höflicher! Ich nenne das Diebstahl!“ „Von Diebstahl würde nur die Dame sprechen können, welche diese Briefe zurückverlangt, falls man die Herausgabe verweigerte. Auf Sie oder mich kann dies Wort keine Anwendung finden, entgegnete Carroll. „Ich frage Sie ein für allemal, ob Sie mir die Briefe wiedergeben wollen oder nicht?“ rief Prince blaß vor Wut. „Gewiß nicht.“ „Nun, das werden wir ja sehen, Sir,“ sagte Prince, indem er die Hand ausstreckte und klingelte.„Ich habe meinem Geschäftsführer geklingelt und werde Sie in seiner Gegenwart des Diebstahls beschuldigen. „Das werden Sie nicht tun.“ „Warum nicht?".. „Weil die Gegenwart eines Dritten es mir möglich machen würde, Sie mit diesem Handschuh hier ins Gesicht zu schlagen, was ich, als Gentleman, ohne Zeugen nicht tun könnte.“ In diesem Augenblick ließen sich im Gange Schritte hören. Prince war im Grunde kein Feigling zu nennen und ebenso Dr. West verunglückte, dieses Taschenbuch gefunden, welches augenscheinlich ihm gehört hat. Ich lege dasselbe, da Sie seine wenig war er ein Dummkopf. Er wußte, daß Carroll Wort halten würde, wußte, daß er genötigt sein würde, sich mit ihm zu schlagen und daß, wie auch der Zweikampf ausfallen mochte, der Grund des Streites, welcher sicherlich bekannt wurde, nicht geeignet war, sein Ansehen zu fördern. Bis jetzt war die angedrohte Beleidigung ohne Zeugen geblieben und es brauchte niefahren. Die 9 Briefe waren diesen Preis mand etwas davon zu erführen. nicht wert. Er ging nach der Tür, öffnete sie, sagte:„Es ist gut— ich brauche Sie nicht, und drückte das Schloß wieder zu. Mit erzwungener Sorglosigkeit kam er zurück. „Sie haben recht,“ sagte er,„warum soll ich hier um etwas streiten, was an anderer Stelle durch das Gesetz entschieden werden kann. Sie werden auf diese Weise schnell genug erfahren, ob Sie an diese Briefe irgend welchen Anspruch haben und ob Sie den richtigen Weg eingeschlagen, dieselben zu erlangen, Sir“ „Ich wünsche durchaus nicht, mich irgend einer Verantwortlichkeit in bezug darauf, welcher Art sie immer sein mag, zu entziehen, gab Carroll kalt zur Antwort, indem er sich erhob. „Wissen Sie was,“ sagte Prince, indem er plötzlich in seine gewöhnliche barsche Offenheit zurücksiel,„Sie hätten mich eigentlich um diese Briefe bitten können... „Die Sie mir dann nicht gegeben hätten,“ fiel Carroll ein. Prince lachte. etwe „Das mag sein, Kapitän!“ antwortete er;„aber haben Sie e diese Art von Kriegskunst in Westpoint gelernt?“ „Ich habe dort gelernt, daß man unter der weißen Flagge weder Beleidigungen erfährt noch austeilt, sagte Carroll scherzend,„und außerdem, daß es mir erlaubt ist, unter derselben auf Auswechslungen einzugehen. Ich habe an der Stelle, wo ges„cheiglich chm, Leher, 1/61 Jch, 49, barflide, 6a Eir sein Angelegenheiten ordnen, in Ihre Hande. Eine instinktive Zurückhaltung verhinderte ihn, dem Manne,, zu dem er niemals in vertrauliche Beziehungen treten konnte, von seinen anderweitigen Beobachtungen etwas zu sagen. Prince nahm das Taschenbuch in Empfang, schlug es mechoauf, und nachdem er die darin enthaltenen Notizen flüchtig überblickt hatte, kam plötzlich derselbe Zug gespannter Aufmerrsamkeit in sein Gesicht, den dasselbe zu Anfang der Unterredung getragen hatte. „Haben Sie diese Aufzeichnungen durchgesehen?" fragte er, indem er zu Carroll aufblickte. „Nur soviel als notwendig war, um mich zu überzeugen, daß es nichts enthält, was die Persönlichkeit betrifft, die ich vertrete, gab Carroll einfach zur Antwort. Der Kapitalist sah in die klaren Augen des jungen Offiziers, und eine gewisse Verlegenheit kam in die seinigen, die er abwandte. „Durchaus nichts!“ sagte er,„einfache Notizen in bezug am des Doktors Geschäftsangelegenheiten... nicht das mindeste, das Ihre Auftraggeberin angeht. Er lachte.„Besten Dank für den Tausch... Sie trinken doch ein Glas Wein?" „Nein, ich danke!“ erwiderte Carroll und ging der Tür zu. „So leben Sie wohl,“ sagte Prince, indem er ihm die Hand bot. Aber Carroll, der ihn mit den klaren Augen noch immer ansah, ging ruhig an der ausgestreckten Hand vorüber, öffnete die Tür, verbeugte sich und trat über die Schwelle.„ Ein leichtes Erröten stieg in Princens Wangen auf, und als die Tür zufiel, lachte er kurz vor sich hin. Wäre er ein dramatischer Bösewicht gewesen, so hätte er wahrscheinlich ein Selbstgespräch hinzugefügt, in welchem er darauf hingewiesendaß der Tag der Rache für ihn gekommen sei; daß der„übermütige Sieger“, der soeben mit seiner schlecht erworbenen Beute davongegangen, ihm eine Waffe zurückgelassen habe, die deSiegers Freunde ins Verderben bringen müsse; daß### Stunde“ da sei, und möglicherweise hätte er noch ein„Hal.P! ausgestoßen. Da er jedoch nur ein einfacher, harmloser, seib“ süchtiger Schuft und nicht viel besser oder schlechter war, eie seine Nachbarn, so setzte er sich an sein Pult und begann### sam zu überlegen, auf welche Weise er am besten von den aus zeichnungen des Dr. West Gebrauch machen könne— Aufdein nungen, aus denen das Dasein eines Sobes, mithin das eine gesetzlichen Erben der Hinterlassenschaft##vorging.„ (Fortsetzung folgt.) zent herbeizuf gebrochenen Firma ist besiegelt. Ihr noch bestehenden pr das Mißtrauen der sie verschärft, die? jedem Krach einer einer Verödung ihr schweren Konkurre ungeheuer zu entge. Bodenreformer. auch für uns Sozia Illusion, durch ihre wohlfahrt erreicht. der Allgemeinheitd durch völlige Besei mus selbst. In strebungen nament Volkshygiene. Auc zurzeit in Nürnber Schon im Tätig Damaschke den We frage betonen. De Wagner zu Hilfe Reichs=Wertzuwach Sydows Steuerpla Bundesmitglied der wonach 15—20 Pr eingezogen werden für ein solches Gest einige Aussicht auf bieten schwere Mi einer Artikelserie selbst zeigen müsse Siedlungsgenossens Sehr interessan Schwerin über: durch die Bodenres Donaukanals selbst Kanalisation über! Wasserstraßen bei zinsen und amorti gefähr 40 Kilomet kostete, hatte der an den Ufern des 100 Millionen M Millionen Mark st schmalen Streifen der Kanal selbst ge allen Kanälen gem preise1893 bei Bri 4 Mk. und dann w des Kanals mußte werden, die früher unerhörten Preisst fälligerweise Grun Die Nutznießer el gesellschaftlichen Ar Wertzuwachssteuer steuer nach dem g weitgehende Enteig Falle von Kanalb bevor die Bodenst eignung solle stets besitzer selbst zur den Steuerhinterzi Staate aber Mitte zu schaffen. Ueber die Bed für unsere Jugend dert das furchtbare Kinder aufgedeckt! der Kinder als är den; in Schöneber behastet, in Stutt trourigen Erschein elend der städtisch ernährung, die sic unserer Schulkinde Blutarmut auftrei unsere Großstadtk durch die Entwickl hindert werde.— kehr in unseren S Spiel genommen, Spielplätze wieder jedem Hauserblock gesehen werden. in der Zeit, wo ke Spiel freigegeben größere Spielplätz Einwohner müßten fünf Hektar einne schiedene Arbeit unserer großen V Dr. Kampffme nungsreform". E städte. Näher de bemerkt, daß in 9 Gründung einer mindern. Einer beigetreten, davon allerdings nur ur keinen kleinbürger den können. Wahr Teil der Kosten t ssc. Die Abna Erfolge der mo öffentlichungen de Deutschland und i auf je 100000 pr Lungenschw 1899 1900.. 1901.. 1902.. 1903.. 1904.. Im Laufe von Krankheit stattgef kulose relativ 15 Noch günstiger 951:— Junglcger volterung mit in und 13 kleinere B bevölkerung des 9 schnitt 1898/1902: an Lungenschwink waren dagegen w Besonders im lichkeit an Lunge Altersklassen in ewerkschaftshauses ist## der Portei= und Gewe eck gegründeten Gesellschaf tät, Partei- und Gewer. rdehändlers Louis Oppa. und Odeonstraße für n worden. Der Bau so olzindustrie. Die m Bericht des Vorstande an die Internationale üssel ein allgemeiner ittelbar bevor. Die Ver. er die von den Arbeiten zung der Arbeitszeit sin erbandsvorstand hofft, dai eden noch nicht gesprochen en Kollegen das dringende um den Kollegen daselbs nicht zu erschweren. (Schweiz) sind sämtliche resse. In Wien tagter bandstage der Holzar. Steinarbeiter und ntlichen Kongressen wurde er Organisationen konsta. susammenhalt der Organivicklung fördern sollen.— e des verflossenen Monatz Gewerkschaften, die La#und die der Buchbin. en ab. 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Wie die Verhältnisse der zusammengebrochenen Firma auch geordnet werden mogen, ihr Schicksal ist benegelt. Ihr Zusammenbruch erschwerte aber auch den noch bestehenden privaten Bankgeschäften die Existenzmöglichkeit, das Mißtrauen der Kundschaft wird mit und ohne Recht gegen sie verschärft, die Aktienbanken bekommen neuen Zulauf. Nach jedem Krach einer privaten Bankfirme vollzieht sich derselbe Vorgang, eine weitere Folge ist, daß die Bankgeschäfte sich bemühen, bei Großbanken Unterschlupf zu finden, um der Gefahr Bodenreformer. Die Bestrebungen der Bodenreformer haben auch für uns Sozialdemokraten Interesse. Wir teilen nicht deren Illusion, durch ihre Bestrebungen würde eine allgemeine Volkswohlfahrt erreicht. Wir wissen, daß das Ziel, die Bodenrente der Allgemeinheit dienstbar zu machen, nur erreicht werden kann durch völlige Beseitigung der Grundrente, d. h. des Kapitalismus selbst. In der Praxis aber berühren sich unsere Bestrebungen namentlich auf dem Gebiete der Finanzen und Volkshygiene. Auch der 19. Bundestag der Bodenreformer, die zurzeit in Nürnberg abgehalten wird, beweist das. Schon im Tätigkeitsbericht über das Jahr 1908 konnte Herr Damaschke den Wert der Bodenreform fur die deutsche Finanzfrage betonen. Dem Bunde kam im letzten Jahre Prof. Adolf Wagner zu Hilfe mit einem Vorschlage ur Einführung einer Reichs=Wertzuwachssteuer, und als dann die Verhandlungen über Sydows Steuerplan immer zerfahrener wurden, arbeitete ein Bundesmitglied den Entwucf eines solchen Steuergesetzes aus, wonach 15—20 Prozent des Wertzuwachses beim Grundbesitz eingezogen werden sollen. Angeblich sind schon einige Parteien für ein solches Gesetz gewonnen. Haben die Bodenreformer hier einige Aussicht aus einen Erfolg, so haben sie auf anderen Gebieten schwere Mißerfolge erlitten. Herr Damaschke hat in einer Artikelserie„Zur Geschichte der sozialen Experimente" selbst zeigen müssen, daß eine ganze Reihe von Versuchen mit Siedlungsgenossenschaften und dergleichen Fiasko erlitten haben. Sehr interessant war ein Referat des Legationsrates von Schwerin über:„Die süddeutsche Kanalfrage und ihre Lösung durch die Bodenreform". Er ging auf das Projekt des MainDonaukanals selbst nicht ein, betonte nur die Wichtigkeit der Kanalisation überhaupt und erklärte, daß derartige künstliche Wasserstraßen bei weitem nicht das für sie nötige Kapital verzinsen und amortisieren könnten. Beim Teltowkanal, der ungefähr 40 Kilometer lang ist und rund 40 Millionen Mark kostete, hatte der Streifen Land von einem Kilometer Breite an den Ufern des Kanals einen Verkaufswert von ungefähr 100 Millionen Mark, der nach dem Bau auf ungefähr 500 Millionen Mark stieg. Die Wertsteigerung betrug hier auf diesem schmalen Streifen Land ungefähr das Zehnfache von dem, was der Kanal selbst gekostet hatte. Solche Erfahrungen würden bei allen Kanälen gemacht. Am Nordostseekanal stiegen die Bodenpreise1893 bei Brunsbüttel von 1 Mk. pro Quadratmeter auf 4 Mk. und dann weiter bis 1903 auf 8—12 Mk. Am Endpunkte des Kanals mußten Plätze mit 20000 Mk. pro Hektar gekauft werden, die früher 1500—2000 Mk. gekostet hatten. Von diesen gesellschaftlichen Arbeit. Der Referent schlug vor, eine staatliche Wertzuwachssteuer zu empfehlen, vor allem aber eine Grundsteuer nach dem gemeinen Wert. Staat und Gemeinde sollten weitgehende Enteignungsrechte zugebilligt werden, von denen im Falle von Kanalbauten usw. Gebrauch gemacht werden müsse, bevor die Bodenspekulation ihr Teil holen könne. Die Enteignung solle stets zu dem Preise geschehen zu dem sich die Bodenbesitzer selbst zur Grundsteuer eingeschätzt haben. Dadurch würden Steuerhinterziehungen und Preistreibereien vermieden, dem Staate aber Mittel in die Hand gegeben, um große Kulturwerke zu schaffen. Ueber die Bedeutung ausreichender Spiel= und Sportplätze für unsere Jugend sprach Prof. Dr. Schmidt=Bonn. Er schildert das furchtbare Elend,das durch ärztliche Untersuchungen der Kinder aufgedeckt wurde. Mußten doch 1900 in Leipzig 41 Proz. der Kinder als ärztlicher Behandlung bedürftig bezeichnet werden; in Schöneberg waren 62 Prozent mit körperlichen Schäden behastet, in Stuttgart 67 Prozent usw. Die Ursachen dieser trourigen Erscheinungen wurden gefunden in dem Wohnungselend der städtischen Proletarier und in erheblicher Unterernährung, die sich besonders darin zeigt, daß ca. 40 Prozent unserer Schulkinder an Rhachitis litten, neben der besonders die Blutarmut auftrete. Zu dieser Ursache komme aber noch, daß unsere Großstadtkinder nicht genügend Bewegung hätten, wodurch die Entwicklung der Kreislaufs= und Atmungsorgane gehindert werde.— Durch die enge Bauweise und den großen Verkehr in unseren Städten wird den Kindern die Gelegenheit zum Spiel genommen, die ihnen durch die Schaffung genügender Spielplätze wiedergegeben werden soll. Es sollte möglich in jedem Hauserblock ein Spielplatz für die kleinen Kinder vorgesehen werden. Die Schulhöfe müssen genügend groß sein, und in der Zeit, wo kein Unterricht ist, und während der Ferien zum Spiel freigegeben werden. Für die größeren Kinder wären noch größere Spielplätze zu beschaffen.— Für eine Stadt von 100 000 Einwohner müßten die großen Spielplätze zusammen mindestens fünf Hektar einnehmen. Der Referent erhoffte durch eine entschiedene Arbeit auf diesem Gebiete auch eine Wiedergeburt unserer großen Volksfeste. Dr. Kampffmeyer sprach über: Wirklich praktische Wohnungsreform". Er behandelt dabei das Problem der Gartenstädte. Näher darauf einzugehen erübrigt sich. Es sei nur bemerkt, daß in Nürnberg unsere Genossen sich bestreben, durch Gründung einer Gartenstadt das furchtbare Wohnungselend zu mindern. Einer Genossenschaft sind schon über 1100 Mitglieder beigetreten, davon zwei Drittel Arbeiter. Das Projekt wird allerdings nur unter besonders günstigen Umständen, wenn es keinen kleinbürgerlichen Charakter tragen soll, durchgeführt werden können. Wahrscheinlich wird der bayerische Staat den größten Teil der Kosten tragen. ssc. Die Abnahme der Tuberkulose ist einer der erfreulichsten Erfolge der modernen Medizin und Hygiene. Den Veroffentlichungen des Reichsgesundheitsamtes zufolge starben in Deutschland und in den Orten mit 15.000 und mehr Einwohnern auf je 100000 pro Jahr an Lungenschwindsucht Tuberkulose überhaupt 1899 1900 1901 1902 1903 1904 226,3 224,7 208,1 199.9 194,3 192,7 1905 1906 1907 1908 222,6 202,7 197,7 192,2 ssc. Herstellungskosten eines wissenschaftlichen Werks im achtzehnten und im zwanzigsten Jahrhundert. Paul Hennig stellt in der„Vierteljahrsschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte einen interessanten Vergleich zwischen den durchschnittlichen Herstellungskosten eines wissenschaftlichen Werks im achtzehnten und im zwanzigsten Jahrhundert an. Auch unter Berücksichtigung des gesunkenen Geldwertes— etwo auf ein Viertel desjenigen vor zwei Jahrhunderten— hat eine starke Verteuerung der Bücherproduktion stattgefunden. Während im achtzehnten Jahrhundert der durchschnittliche Verlaufswert bei einer Auflage von 15000 Exemplaren 3,6 Pfg. pro Bogen jedes Exemplars betrug, stellt er sich heute auf 26,4 Pfg. oder 7½mal so viel. Ein Werk von 20 Oktavbogen kostete demnach im zweiten Fünftel des achtzehnten Jahrhunderts 72 Pfg., heute dagegen 5,28 Mk. Die eigentlichen Herstellungskosten machten damals 35,5 Prozent des Verkaufswertes aus, heute 30,9 Prozent. Dabei sinken bei großen Auflagen die Herstellungskosten heute rascher als früher. Auf die verschiedenen Arten von Unkosten verteilen sich diese Gesamtkosten wie folgt: 18. Jahrbundert in%/0 des absolut Verkaufswertes 75 Reichstaler 20,5 10„ 2,6 10„„ 26 2„ 18 Sgr. 0,7 25„ 20„ 7/1 Lewin.(Schluß.)— Die Mutter als Erzleherin.— Hygiene.— Feuilleton: Trost. Von S. J. Nadson.— Ein Landjunker. Von Nikolaus Gogol. 20. absolut 562 Mk. 620„ 205„ 60„ 1000„ Jahrhundert in%/0 des Verkaufswertes 7,1 7/8 2,6 ∆ 8 12,6 Im Laufe von 10 Jahren hat also ein solcher Rückgang der Krankheit stattgefunden, daß 1908 an allen Formen der Tuberkulose relativ 15 Prozent weniger Menschen starben als 1899 an Lungentuberkulose allein. günstiger ist das Resultat, wenn man die ländliche Bevolkerung mit in Betracht zieht. Nach einer die sieben größten und 13 kleinere Bundesstaaten mit etwa 97 Prozent der Gesamtbevolkerung des Reiches umfassenden Statistik starben im Durchschnitt 1898/1902: 214,1 Personen an Tuberkulose(davon 195,2 an Lungenschwindsucht). Die Zahlen für die nachsten 5 Jahre waren dagegen wie folgt. 1903"" 207,3(186.2) 1904„. 205,5(182,6) 1905"„ 205,7(179,7) 1906.. 188,2(162,9 Bes. 1907. 184,3(1598) „ Besonders im Alter von 15 bis 60 Jahren hat sich die Sterotichkeit an Lungentuberkulose vermindert, während die jüngeren altersklassen in dieser Beziehung Schwankungen aufweisen. Papier Satz Drück Korrektur Sünaksr. 125 Rchstlr. 8 Sgr. 35,5 2447 Mk. 30,9 Vor allem hat sich gehoben die Bezahlung des Satzes von 10 Reichstalern oder 2,6 Prozent des Verkaufswertes auf 620 Mark oder 7,8 Prozent, und das Schriftstellerhonorar von 25 Reichstalern 20 Silbergroschen== 7,1 Prozent auf 1000 Mark = 12,6 Prozent. Relativ gesunken sind die Papierkosten. Gerichtliches. *s Bielefeld, 17. April. Strafkammer. Auf der Anklagebank erschienen der Glasmacher Fritz Platzmann, der Maurer August Tüte, der Glasmacher Friedrich Tegeler und der Maurer Ludwig Weidemann, sämtlich zu Brackwede wohnhaft. In der Nacht zum 16. Februar d. J. wurde bei dem Glasmacher Domeyer zu Brackwede eingestiegen und diesem für etwa 60 Mk. Fleischwaren, namentlich Würste, gestohlen. Die Angeklagten wurden beschuldigt, diesen Diebstahl ausgeführt zu haben, und zwar, indem Plaßzmann und Weidemann eingestiegen sind und Tute und Tegeler Schmiere gestanden haben. Nach den Ausführungen von Platzmann haben es die drei Mitangeklagten nicht ertragen können, daß der arbeitslose Tute mit seiner Familie habe Hunger leiden müssen, und nur, um dieser Familie zu helfen, hätten sie den Diebstahl begangen. Daß aber Plaßmann eine große Neigung zum Diebstahl besitzt, geht daraus hervor, daß er noch an demselben Tage von einem vor einer Wirtschaft aufgestellten Fahrrade ein Paket mit unfertiger Wäsche gestohlen hat. Der Gerichtshof erkannte gegen Platzmann wegen schweren und einfachen Diebstahls auf 4 Monate und 2 Wochen Gefängnis. Der mehrfach wegen Diebstahls und anderer Vergehen vorbestrafte Tute erhielt wegen schweren Diebstahls im wiederholten Rückfalle 1 Jahr und 1 Monat Gefängnis, Tegeler und Weidemann wurden wegen schweren Diebstahls zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Den drei ersten wurde die volle Untersuchungshaft auf ihre Strafe in Anrechnung gebracht.„„ Der Arveiter AAugust Doringhoff von Eisbergen hat der Wiwe Nagel in Eisbergen, seiner zukünftigen Schwiegermutter, ein Stück Leinen aus dem Koffer gestohlen und in Hausberge verkauft. Der Gerichtshof verurteilte den Dieb im wiederholten Rückfalle, der schon mit 1 Jahr Zuchthausstrafe vorbestraft war, nur zu 5 Monaten Gefängnis.„ Der Buchhalter Aloys Souing von Minden, jetzt zu Magdeburg wohnhaft, bisher unbescholten, war nach seinen früheren Geständnissen in leichtfertige Gesellschaft geraten und hatte über seine Verhältnisse hinaus gelebt. Da er mit seinem Verdienst nicht auskam, um die Ebbe in seiner Tasche zu decken, hat er sich an der Kasse seines Prinzipals vergriffen und von den Geldern, die er als Stadtreisender von der Kundschaft einkassiert hatte, nach und nach 350 Mk. unterschlagen. Der Schaden ist von dem Angeklagten voll wieder ersetzt worden. Die Strafkammer zog dies alles in Erwägung und verurteilte den Angeklagten wegen Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung zu 6 Wochen Gefängnis.„„„„. gmiderb Der Glasarbeiter Wilyeim Bredemeier von MinverneideHartum hat am 24. November v. J. in einer Rauferei seinen Freund, den Tischler Busse zu Minderheide, mit dem Verbrechen der Tötung bedroht und seinen Gehstock auf dem harten Schädel des Busse entzwei geschlagen, ohne viel Schaden bei Busse anzurichten. Der Gerichtshof hielt für die Bedrohung und gefährliche Körperverletzung eine Geldstrafe von 40 Mk. für angemessen. Der wegen Diebstahls vorbestrafte und aus der Untersuchungshaft vorgeführte Zwangszögling Otto Beßmeyer war am 11. April 1907 der Anstalt Moorburg entlaufen. Um nun durchzukommen, bedurfte er anderer Kleidungsstücke anstatt der verräterischen Anstaltskleidung. Kurz entschlossen stieg er in Großendorf bei Rahden ein, und es glückte ihm, einen Anzug zu finden, der ihm paßte. Mit dieser Kleidung angetan, ist er auch durchgekommen, bis ihn endlich die Nemesis in Emden erreicht hat. Die Tat charakterisierte sich als schwerer Diebstahl und er erhielt hierfür 4 Monate Gefängnis, worauf ihm die volle Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht wurde. Es muß aber doch für Richter geradezu unertraglich sein, eine derartige Tat eines jungen Menschen, deren Motive weit mehr zur Milde gemahnen als selbst die beim Mundraube vorliegenden, und bei welcher an Vermögensvorteil von vornherein nicht gedacht war, als schweren Diebstahl bestrafen zu müssen, Literarisches. Von Brüder Grimm.— Vetter Starmatz. Von Viktor Blüthgen.(Gedicht.) Standesamts-Nachrichten. Bielefeld In der Zeit vom 12. bis 17. April sind beim hiesigen Standesamt angemeldet: B Geburten: Söhne: Kaufmann Ernst weloge, Steinmetzstraße 11; Kaufmann Gerhard Schroeder, Augustastr. 4: ZuConrady, Ellerstr. 31; Maurer Ssteni, öheger, Von der„Neuen Zeit"(Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 29. Heft des 27. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Die Ausbeutung der Bergarbeiter im Ruhrrevier. Von Theodor Wagner(Essen a. R.).— Das Organisationsstatut der Partei. Von Franz Klübs(Magdeburg). — Tarifverträge und Wirtschaftskrisen. Von Wilhelm Häusgen (Dortmund).— Literarische Rundschau: O. Schwarz, Die Steuersysteme des Auslandes. Von M. N. Georges Sorel, „Das Trügerische des Fortschritts. Von Georg Eckstein. Dr. H. Platzer, Jahrbuch der Statistik. Von ad. br.— Notizen: Zur Jugendbewegung. Von E. Schultze(Hamburg).— Zeitschriftenschau. Von der„Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen(Stuttgart, Verlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr. 14 des 19. Jayrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: In letzter Stunde.— Arnold Dodel. Von Eugen Lewin.— Der Schutz der Heimarbeiter in der Reichstagskommission. Von gh.— Hinter den Kulissen. Von M. Kt.— Fort mit den Ausnahmegesetzen für Dienstboten und ländliche Arbeiter! Von ed.— Frauen= und Kinderarbeit in Sachsen. III. Von F. H.— Die danischen Frauen bei den Kommunalwahlen. Von Th. Stauning.— Aus der Bewegung: Von der Agitation.— Politische Rundschau. Von H. B.— Gewerkschaftliche Rundschau.— Verband der polnisch=katholischen Vereine der arbeitenden Frauen.— Vom Kampfplatz der schlesischen Textilarbeiter.— Aus dem rheinischen Textilgebiet.— Genossenschaftliche Rundschau. Von H. Fl.— Notizenteil: Dienstbotenfrage.— Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen.— Frauenstimmrecht.— Landarbeiterfrage.— Sozialistische Frauenbewegung im Ausland.— Frauenbewegung. Für unsere Mütter und Hausfrauen: Lenz, wer kann dir widerstehen? Von Conrad Ferdinand Meyer.— Aendert sich das Klima unserer Erde? Von Gustav Walter.— Das Auftreten des Eisens in der Kultur. Von Hannab DorschKaufmann Karl Wachter, Heinrichstr. 25; Auffurth, Herforderstr. 131; Maler Gustav Knobloch, Ed.=Windthorststr. 11; Schlosser Karl Schmelzer, Nordstr. 15. Töchter: Kaufmann Hermann Kastrup, Ehlentrupperweg 50; Schlosser Rudolf Groll Wittekindstr. 48: Schlosser Heinrich Schröder, Kl. Howe 15; Arbeiter Wilhelm Schabbehard, Mühlenstr. 1a; Arbeiter Paul Heinrich, Ehlentrupperweg 8; Verwaltungsgehilfe Hugo Striethörster, Gabelsbergerstr. 9; Fabrikant Friedrich Osthushenrich, Siekerwall 3; Geschäftskutscher Friedrich Ruwwe, Hallerweg 24; Maurer August Klaas, Welle 16; Agent Friedrich Weber. g6 4677.5 Hohusch Sterbefälle: Altersrentenempfanger Gollfrieo novusch, 74 I.: Ehefrau Steinhauer Groll, Anna geb. Jürgens, 25 J.: Arbeiter August Voat, 46 J.: Gertrud Schulze, 1 J.; verw. Papiermacher Schetelich, Anna Maria Franziska geb. Güldenstern, 65 J.; Reinhold Barthel, 4 Mon., Charlotte Rosenkranz geb. Horstmann, 40 J.; Kurt Buttkereit, 9 Mon.; verw. Schlosser Leining, Anna geb. Oldenhöner, 77 I.: Ehefrau Arbeiter Schnelle, Mathilde geb. Schlewing, 37 J.; Emilie Böcker, 21 J.; Kontoristin Jenny de Vries, 22 J.: Deichert. 2 I.; Magdalene Lütgert, 5 Mon., Wilhelm Welsch, 3 J.: Rentner Friedrich Schröder, 74 J.; verw. Landwirt Nagel, Marie geb. Temme, 92 Jahre.„„ 18 Aufgebote: Kaufmann Christopy Horst, Bremen, und Lina Bartling, Kreuzstr. 6; Maler Kaspar Hüwel, Weststr. 6, und Marianna Stanislawski, Siekerstr. 10; Maschinenschlosser Hermann Oberschelp, Königstr. 20, und Amanda Fleer, Herforderstr. 270; Arbeiter Eduard Werner, Wittekindstr. 11, und Emily Bierfreund, Spinnereistr. 19; Arbeiter Friedrich Schwake, Hakenort 13, und Emma Gebauer, Herford, Maschinenformer Wilhelm Solfrian, Schildesche, und Charlotte Menzel Engerschestr. 67; Schuhmacher August Kindermann, Turnerstr 21, und Auguste Becker, Alsenstr. 13; Metallarbeiter Friedrich Johannsmann, Hallerweg 129, und Johanne Olderdissen, Wertherstr. 124; Schürmeister Bruno Glasziaski, Turnerstr. 19, und Adele Hagemann, Kl. Howe 6; Backermeister Heinrich Beintmann, Göbenstr. 30, und Luise Knemeyer, Casum; Zimmermann Karl Nordmeier, Mellerstr. 49, und Martha Oberschelp, daselbst; Schriftsetzer Gustav Pipping, Bleichstr. 52, und Friederike Ertel, Kriemhildstr. 13; Regierungsbaumeister Johannes Hinnenthal, Mainz, und Elisabeth Lütche, Marktstr. 15; Maschinenschlosser Wilhelm Kersling, Siegfriedstr. 21, und Auguste Schoregge, daselbst 22; Gastwirt Heinrich Hagemann, Augustdorf, und Anna Hülsmann, Kaiserstr. 112. Eheschließungen: Maurer August Horstmann und Lisete Hattenhorst, Schlosser Jan Metzlar und Karoline Kreie, Steinhauer August Moses und Anna Diekmeier, Schirmarbeiter Fritz Grüttemeier und Martha Stellbrink, Kartonnagenmeister Wilhelm Rüter und Emma Niestrate, Arbeiter Ferdinand Vogt und Helene Nolting, Arbeiter Karl Fallei und Amalie Sotolowski, Lackierer Eduard Allerogge und Wilhelmine Möller, Eisenbahnlademeister Albert Kassing und Emma Feldkord, Schlosser Eduard Bergmann und Johanna Vortmann, Eisendreher August Wienstroth und Auguste Uffmann, Vizefeldwebel Friedrich Meyer und Mathilde Horstbrink, Straßenbahnschaftner August Herzog und Auguste Krome, Arbeiter Heinrich Püh. meyer und Elisabeth Luckhardt, Eisendreher Moritz Henkel und Auguste Holtmann, Buchhalter Heinrich Heidemann und Klara Berghaus, Sattler Christian Hemmersen und Luise Höcker, Maler Jakob Mießemer und Julianne Sassenberg, Schlosser Rudolf Kobusch und Martha Lienenlüke, Schriftsetzer Max Bayer und Wilhelmine Tönsgöke, Brieftrager August Wörmann und Martha Blome, Fuhrknecht Wilhelm Levermann und Alwine Quisbrock, Arbeiter Adolf Schmidt und Emma Kerkhoff, Schlosser Heinrich Vogel und Martha Steppart, Schriftsetzer August Schelp und Frieda Dröge, Fabrikant Johannes König und Ida Halle, Kaufmann Oskar Schwake und Auguste Kampmann, Lehrer Gustav Stückmann und Charlotte Heuwinkel, Gärtner Louis Conrad und Auguste Günner, Maler Heinrich Busse und Frida Süldt, Bauaufseher Heinrich Stölting und Wenda Kuhlemann, Schlachter Christian Föste und Helene Borchard, Sandformer Heinrich Bierhoff und Ottilie Ott, Bildhauer Otto Mantzel und Emilie Wagner, Schlosser Robert Vogt und Anna Oertel.„„ NB. Vorige Woche ist im Vorzimmer des Standesamts ein Damenschirm stehen geblieben. Derselbe kann während der Dienststunden daselbst wieder in Empfang genommen werden. *„* Amt Enger. In der Zeit vom 2. bis 8. April 1909 sind beim hiesigen Standesamt zemeldet: Geburten. Söhne: Maurer Gustav Wilke, Enger; Maurermeister Hermann Heidbrink, Westerenger; Rechtskonsulent Heinrich Kettler, Besenkamp. Tochter: Buchbinder Gottlieb Niemann, Enger; Zigarrenarbeiter Hermann Fleer, Herringhausen; Schuhmachermeister Hermann Vogelsang, Enger; Zigarrenarbeiter Friedrich Heidemann, Besenkamp.„„„ Eheschließungen. Schuhmachermeister Heinrich Bültermann, Westerenger, und Witwe Luise Kaufmann geb. Strathmann, Holsen; Backergeselle Gustav Deppermann, Besenkamp, und Witwe Marie Kränke geb. Gößling, Besenkamp; Maurer Hermann Schmidt, Belke=Steinbeck, und Zigarrenarbeiterin Anna Pohlmann, Oetinghausen. Sterbefall. Neubauer Hermann Heinrich Meier, 35 J., Westerenger. ** Stadt Minden. In der Zeit vom 4. bis 10. April 1909 sind beim hiesigen Standesamt gemeldet: Geburten. Söhne: Stellmacher Langenkämper; Wirtschaftsgehilfe Alvermann; Büchsenmacher Thürer; Gartnereibesitzer Schürenberg.„ 91.6 Tochter: Kaufmann Grol, Arbeiter Wenthe, Maschinist Schaper; Schlachter Skiba. Aufgebote. Sergeant Lüddeke, Groß=Lafferde, und Frida Auguste Elfriede Sonnemann, Dehmke; Bergmann Wiechmann und Sophie Karoline Meier, beide Rolfshagen; Tischlermeister Kurlbaum und Friederike Karoline Wilhelmine Teuchert, beide Barkhausen; Kaufmann Klingelhöfer, Bielefeld, und Henriette Elise Hein, Minden; Soldat Schütte, Minden, und Engel Marie Sophie Stahlhut, Enzen; Gerichtskanzleigehilfe Tipper und Anna Bodenhausen, beide Minden; Feldwebel Steinkamp und Karoline Winterberg, beide Minden; Gastwirt Dröge, Bielefeld, und Helene Anna Schütz, Minden. Eheschließungen: General=Kommissionszeichner Aumann, Minden, und Hedwig Hauenstein, Groß=Almerode; Sattler Walter und Witwe Henriette Berber geb. Schlüter, beide Minden; Postbote Riechmann und Wilhelmine Bick, beide Minden. Sterbefälle. Werkmeister Brüggemeier, 48 I.: Witwe Linnemann geb. Barkey, 59 J., Gütersloh; Rottenarbeiter Tiemann, 36 J., Südhemmern; Invalide Heinrich Meier, 61 Jahre. Neu eröffnet! Neu fnet! Detan-Verkauf der Keisreider-SchmPanFin 2273 Gebr. Meyerfeld Niedernstrasse 18. Niedernstrasse 18. Rogelschirme, Schlienschnie - Spazierstöcke. *— Reparieren und Neubeziehen in unserer Fabrik Seillien, Säuber und billigst. Fabrik-Telephon 1098. Detailverkauf-Telephon 1615. — Stauttneatel! Heute, abends 7½ Uhr: Martha oder: Der Markt zu Richmond. Dienstag, den 20. April 1909 abends 7½2 Uhr: —— Zum 3. Male!—— Herford! Dienstag, 20. Spril, abendo 8½ Uhr bei Fritz Liedtke(Lindenhof): Soeben erschien: Simplicissimus Nr. 5. Buchhandlung„Volkswacht“. General-Versammlung der vereinigten Arb.=Turnvereine auf“ und„Vorwärts“. Tagesordnung: 1. Festsetzung des Statuts. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Pünktliches Erscheinen erwartet 2274 Die Kommission. Haupt=Arbeitsnachweis Bielefeld. Zimmerstr. 19. Fernsprecher 292. Nur Werktags geöffnet: vormittags von 8—1 Uhr, nachmittags von 4—7 Uhr. Männliche Abteilung. Es werden gesucht: 2 Ackerknechte, 2 Ackerburschen, 1 Barbier, 1 Bau= und Kunstschlosser, 1 Drechsler, 2 Dachdecker, 2 Fliesenleger, 1 Gärtner, 2 Hausburschen, 18 Maurer, 25 Maler, 1 Mechaniker, 4 Sattler und Polsterer, 2 Schmiede für Schlosserei, 5 Schuhmacher, Schneider, 1 Schweizer, 1 Steindru# 7 Stellmacher, 3 Tapezierer und Dekorateure, 4 Land=Arbeiter, 1 Viehwärter, 4 Zimmerleute, mehrere Lehrlinge. Es suchen Arbeit: Bäcker, Bauarbeiter, Bohrer, Kaufleute, Knechte, Erdarbeiter, Kernmacher, Fabrikarbeiter, Former, Hobler Maschinenschlosser, Handlanger, Buchbinder, Schleifer, Ziegeleiarbeiter. Weibliche Abteilung. Es werden gesucht: Mehrere Dienst=, Haus= und KüchenTrinkt Aha's Excelsior! 873 Wenn Kinder brichten. .. Die städtischen Behörden haben am 5. und 9. März 1909, gemäß § 4 des Ortsstatuts vom 22. Juli 1904; betr. die Uebernahme der Straßenreinigung durch die städtische Verwaltung, beschlossen, für die Heit vom u. 1909 bis 1914, den Beitrag, welchen die Eigentümer derjenigen Grundstücke aufzubringen haben, welche an den von der Stadt zu reinigenden Straßen liegen, auf 20 Pfg. für den Quadratmeter Reinigungsfläche festzusetzen. Dieser Einheitssatz entspricht den bisher erhobenen Beiträgen. Die Hebung der Beiträge erfolgt für die Zeit vom 1. April 1909 ab. Diese Beschlüsse werden hiermit unter Hinweis auf die Bestimmungen des Ortsstatuts vom 22. Juli 1904 zur öffentlichen Kenntnis gebracht mit dem Bemerken, daß die Hebeliste vom 16. April d. J. ab auf dem Bureau des Magistrats hierselbst, Rathaus I, Zimmer Nr. 7, während der Dauer von 2 Wochen ausliegt. Die vierwöchentliche Einspruchsfrist beginnt mit dem ersten Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist; der Einspruch ist schriftlich beim Magistrat annstigen.— 46 Aain Bagsk Herford, den 14. April 1909. Der Magistrat. Busse. Eine Anklage gegen die pädagogischen Sünden im Beichtstuhl. Unbedingt nur für Erwachsene. Gegen Einsendung von 1 Mk. per Postanweisung zu beziehen durch P. Matthes, Brückenau(Bayern). 2277 eseeneseesesenegen Fratulationskarten nädchen, 2 Stützen, 2 Mädchen für Haushalt und Laden, 1 Zimmermädchen, 1 Kochlehrling und mehrere Landmädchen. Es suchen Arbeit: Mehrere Stützen, Wasch=, Stundenund Arbeitsfrauen. Bielefeld, den 16. April 1909. Zie Verwaltung. Petschauser stets größte Auswahl eoeeneRRRRRRRRRARAG! ::: Unserm Freunde und Mitarbeiter, dem Bohrer::: HERM. KASTRUP zu seinem am 8O. April d. J. stattfindenden 25jährigen Arbeitsjubiläum die besten Glückwünschel 2276Seine Mitarbeiter der Nähmaschinen- Fabrik verm. Koch& Co. A.-G. Verzeichnisse der Unternehmer der nach dem land= und forstwirtschaftlichen Unfallversicherungsgesetze vom 5. Mai 1886 versicherungspflichtigen Betriebe im hiesigen Stadtbezirk und der Auszug aus der Genossenschaftstabelle A liegen vom 20. April d. J. ab zwei Wochen lang zur Einsicht der Beteiligten auf unserer Kämmereikasse offen. gisn E8., gied darauf aufmerksam gemacht, daß binnen einer weiteren Frist von 2 Wochen die Betriebsunternehmer, unbeschadet der Verpflichtung zur vorläufigen Zahlung, gegen die Beitragsberechnung bei dem Sektionsvorstande hierselbst Einspruch erheben können. Herford, den 15. April 1909." Magiktugt AnffDer Magistrat. Busse. uer Vesford. un Allgemeine Ortskrankenkasse für gewerbliche Arbeiter der Stackt Verford. Sonnabend, den 24. April 1909, abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Aecker: Ordentl. General=Versammlung. Wer die„Volkswacht“ unterstützt, von den LeseEür„18, Nr. halt seis auf. Lager W. Bultmann, Ritterstr. 16. Ansicht gern gestattet.(2214# Türen, Fenster, Fußboden, Schalung, Balken, Kanthölzer und Brennholz beim Abbruch Arndtstr. 8. A. Külker, Schildescherstraße 45.(2167“ Vogrrenmacher, zuverlässiger, zu sofort gesucht. Blome, Sieker 278. 21942 Wiebrock empfiehlt Sauerkraut in bekannter 2050 Wichene 2 empfiehlt hiesige rote Kartoffeln. 12 Stück Boge, 2172 Steckzwiebeln, Ware. Huch, Bleichstraße 48a. Jon Schlansangl Schultornister, Büchertaschen, Bücherträger billig bei Ww. Heinr. Horenburg, Herford, Steintorstraße 1. Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahres=Rechnung. 2. Bericht der Revisoren. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Albert Dörnte, 1. Vorsitzender. NB. Den Vertretern diene zur Nachricht, daß eine besondere Einladung per Karte nicht mehr erfolgt. 2199 Herfordi Achtung! Herfordl Laut Beschluß der Herforder Schlachter=Innung muß ich das Annoncieren und Schilderaushängen unterlassen, teile meiner werten Kundschaft jedoch hierdurch mit, daß ich Aia neisen in bekannter Güte nach wie vor zu 60 und 65 Pfg. per Pfund verkaufe. Wilhelm Esch, Schlachtermeister Radewigerstrasse 6. 2224 Todes=Anzeige. Am 16. April starb nach kurzem Leiden unser Parteigenosse August Posohr im Alter von 58 Jahren.— Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Sozialdemokratischer Verein Herford-Kalle Ortsgruppe Friedenstal. Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Komthurstraße, aus statt.[2275 für Bielefeld und Umgeger vie bei sämtlichen Agentur ins Haus gebracht 60 Pfg. lich. Durch die Post b 1.80 Mk. vierteljährlich er Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pf. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn Feiertage täglich nachmitt Fernsprech=Anschluß Nr. Nr. 91. Die heutige 9 Grundzüge der Für eine gründliche gesetzlichen Arbeiterversi Partei so energisch und demokratie. Fast keine die sozialdemokratische gegeben hätte, sei es ir Kritik, sei es in der Fi Vorschlägen gegenüber v Parteien stets abweisend nicht selten hat man i diesem Gebiete geradezi hauptung gipfelten, daß halten“, beständig„an d aker beginnt die Begri versicherungsordnung m Bedeutung des Frieden schaft vom 17. Novembei Weise geschmälert, wenr versicherung vorgeschlagen als sie so oft von Regi bürgerlichen Parteien in tern und Organen der b Partei geführt worden gierung selbst, die mit delt sich für sie, wie in d uns darum, daß„einze den die zwar nicht klein genug sind, da aber doch der Größe und dem Erfo Die Begründung be kommenheiten nicht au wesen„durch die Neuhei vor deren sich die Ges kaiserlichen Botschaft ge durch herbeigeführt,„das ua in Angriff genommer geneistert werden konn war durchaus m dor nberein sowohl als rücksichtlich der Orge einzelnen Versicherungsstalten, daß die Art von nieden worden wäre. erklärt, daß seit den ers sicherung das Volksl peitreichende Verändern Fürsorge nicht unberühr jetzgebung die nötige so muß sie natürlich au nissen folgen. Aber da var bei der Schafsun Jahre 1883 mit absolut Die Sozialdemi darauf hin. Ihre Ve nit in Rücksicht auf di lung die Ausdehnung hörigen des Deutschen land sich aufhaltenden zurückgelegt und ein sel Tag haben“. Sie nahr auf die notwendige or heischerung mit der Un enisgracersicherung. 5 ensprochen, so würde seste sein. este und gesunde Basi sein. Der große Fehle trotz aller sozialpolitise einen wirklich sozialr Iendenz war nicht son dielmehr eine neue Armenpflege her sätzliche Widerstand gegen eine wirklich je nun schon zu einer sie doch bemüht, diese zu beschränken. Schon versicherung han sehmer los, daß die lastung nicht werde ert Feigung der herrschen geag versicherung war daß der Geset hastes Werk schuf, daß politischer Reform best tisches Experime Von Anfang an Frsicherung als Ganz zug:, Inpaliditst Anfall=, InvaliditätsDaß diese Versicherun stand von vornherein nach für den Gesetzge aus sich selbst her als sogleich einen orge zweige zu schaffen. Rietzt, einreden, daß vendigern sicherungs durch„eige sind namentlich ganze Bevölker Reichstag glaubten, de Hemngunge tragen 3u, Begründung ihres En oft dargelegt haben, do die seither für den Kr Ziet eriede, bestehen Widerstände der inden, und sie sel es müsse nunme zu überwinden“.