und Johanne Sieker. ind Sophie Charlotte und Anna Sturhan. Hagenböhmer, Werk. Kurkamp, Stellmacher er, Tischlermeister Jo. ler Wilh. Pracht und sich Meyer=Arend und und Emilie Kamm, rie Math. Joh. Sieker, und Elsbeth Görges, und Agnes Bauer, d Mathilde Henriette Heinx. Lehbrink und und Friederike Schulz ann. 76 J.; Karl Hennig. rau Karoline Harbs. ton.: Arbeiter Rudolf n.; ferner 1 Totgeburt, aktion. iterstützung wird für vernits bouse? 99 kerung der Wunsch immer dringender längst nicht mehr Badeunstalt immer eichnete Schwimmdie BadeanstaltsHerausgeber der orgen ds 3½ Uhr, #adderbaum, es Baues er eine Ausführungen chließen eine on. se Publikum Bielest einzuladen und ser, der Allgemeinchen Besuch untergeladen, denn von n Badeverhältnisse dlichsten getroffen. ree von 20 Pfg. Ueberschuß ist für 2210 wimm=Klub ender. schmaschinen hält stets auf Lager in, Ritterstr. 16. Ansicht *. 22142 garrenmacher, zuverlässige, sucht Heinr. Brackwede. s2212“ trrenmacher, zu sofort gesucht. H. er 278. 2192### ushälterin teren Witwer mit einem de gesucht. Sieker„i, Sprechstunde von„### Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatsich. Durch die Post bezogen 1.80 mek. vierteljährlich exklufive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. 3 Nr. 89. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt, Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ A. Gerisch& Co., Nieleseld. Bielefeld, Sonnabend, 17. April 1909. 20. Pogts für 2 anständige Leute raße 15a.[2213“ Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten einschließlich der Unterhaltungsbeilage„Nach Feierabend“. Sozialdemokratie und AngestelltenHelorgung. „Der Gelehrte ist der Kuli des Kapitalisten.“ Dieses marxistische Wort haben diejenigen am wenigsten begreifen wollen, die es direkt angeht. Das geistige Proletariat unterscheidet sich von dem Proletariat der Handarbeiter dadurch, daß die Kopfarbeiter ihre Klassenlage nicht erkennen, daß sie von Gemeinsamkeit der Interessen träumen, während gerade durch die Ausbeutung der geistigen Arbeitskraft im Produktionsprozeß ihr Proletarierdasein bestimmt wurde. Der ofene Interessengegensatz zwischen den geistigen Arbeitern und dem Kapital ist bisher verdeckt worden durch gewisse äußere zemeinsame Beziehungen, wie den gleichen Bildungsgrad usw. hier hatten sich die Klassenkämpfe bisher noch nicht in den Formen entwickeln können, wie zwischen Arbeitern und Unternehmern. Die letzten Jahre haben auch darin eine Aenderung und Verschärfung gebracht. Vor allen Dingen werden jetzt die Kopfarbeiter der Großindustrie, die Angestellten, in Konflikte hineingezogen, denen sie nicht mehr ausweichen, können. Für die Organisation der Kopfarbeit im Industriebetrieb trifft dasselbe zu wie für die Organisation der Handarbeit. Je größer der Betrieb, desto größer die Arbeitsteilung, desto unselbständiger wird der Einzelne der wachsenden Macht der Unternehmer gegenüber. Der Selbsterhaltungstrieb treibt auch ihn in Organisationen, in Kampfverbände, in Gewerkschaften. Die alten Harmonievereine können immer weniger den Forderungen der Zeit gerecht werden, neue Organisationsformen müssen geschaffen werden, die in ihrem Programm und in ihrer Agitation den Arbeitnehmerstandpunkt klar und konsequent zum Ausdruck zu bringen haben. Der Unternehmer freilich ist viel zu sehr gewohnt, gerade den Angestellten als seinen gefügigen Untergebenen zu betrachten. Er wird sich dieser neuen Entwicklung der Dinge widersetzen und dieselben Mittel der Unterdrückung anzuwenden versuchen, die im Kampfe mit der Arbeiterschaft bisher versagt haben. Das Vorgehen der bayerischen Metallindustriellen, die Maßregelunzn der oberschlesischen Grubenmagnaten sind nur die äußeren zennzeichen einer Situation, die sich mit innerer Naturnotvendigkeit aus der kapitalischen Entwicklung ergeben muß. Die Angestellten stehen diesen Kämpfen nicht so vorbereitet gegenüber wie die Arbeiter. Haben die Arbeiter gelernt, sich nur auf ihre eigene Kraft zu verlassen, so erhoffen die Angestellten noch Vorteile von den Petitionen und Ergebenheitsadressen an Parlamente und Regierung. Die Arbeiter sehen ihre Interessen durch eine politische Partei vertreten, die Angestellten hofen auf die Unterstützung aller politischen Parteien. Die bürgerlichen Parlamentarier sowie die Vertreter der Regierung haben es daher leicht, die Angestellten mit schönen Worten und Versprechungen abzuspeisen, während man in Wirklichkeit nicht daran denkt, die industriellen Kopfarbeiter der Macht des Großkapitals gegenüber in Schutz zu nehmen. Vor einigen Wochen hielt in Frankfurt a. M. die Gesellschaft für soziale Reform ihre Generalversammlung ab. In der Angestelltenpresse wird gegenwärtig den organisierten Mitgliedern der Verhandlungsbericht aufgetischt. Aus diesen Presseaußerungen geht deutlich hervor, welchen Optimismus weite Kreise der Angestellten der bürgerlichen Sozialpolitik noch entgegenbringen. Duie Mitglieder der Gesellschaft für soziale Reform bilden sich schließlich selbst auch ein, in die sozialpolitische Entwicklung unserer Zeit eingegriffen zu haben und noch Einfluß darauf zu besitzen. In Wirklichkeit hat sich unser Arbeitgebertum aus diesen Kreisen weder Belehrung noch Bekehrung geholt; wenn wirklich die Arbeitergesetzgebung gegen früher einige Verbesserungen erfahren hat, so sind diese Erfolge den Arbeitern selbst zu verdanken, die sich politisch und gewerkschaftlich ihre Rechte erzwungen und erkämpft haben. Wenn die Angestelltenpresse also schon über die Verhandinssberichte der Gesellschaft für soziale Reform berichtet, so wuren besonders Posadowskys Ausführungen auf dieser Tagung erortert und richtig interpretiert werden. Der ehemalige Staatssetretär setzte den anwesenden Politikern, Sozialreformern und Angestelltenvertretern auseinander, daß es„auf keinem Gebiete piel Heuchelei gibt wie bei einer gewissen.....““ geundlichkeit. ## von Leuten Anträge gar nicht liegt.“ Posadowsky hat bei diesen Ausführunges sicher an alle jene Komödien gedacht, die er als Staatsmann ### erlamentarier agieren sah. Durch die engen und intimen als azungen zwischen Kpital und Regierung wurde ja gerade er no Ainister gestürzt, der nach Ansicht unserer Reaktionäre die Sozialpolitik in einem Lokomotivtempo vorwärts treiben wollte. ##i# sehr lehrreiches Beispiel der Interessenharmonie zwischen Regierung haben kürzlich gerade die Angestellten der Maßregelung der oberschlesischen Bergleute beobichten können. Die Protestversammlung, die seinerzeit der Bund er technisch=industriellen Beamten als bedrohte Organisation logehalten hatte, wurde von einem leibhaftigen RegierungsverEater beschickt. In jener Versammlung gab der Regierungsrat g###gann die feierliche Erklärung ab, daß er im Auftrage seines ###s, des Staatssekretärs Bethmann=Hollwez, an dieser Vermlung teilnehme, um der Regierung darüber Bericht zu erstarten. Diese Erklärung wurde mit eitel Freude und Zuversicht aufgenommen. „Die Verhandlungen im Landtag haben ja dann auch gezeigt, reiche Belehrung die Regierung aus dem Bericht ihres VerFeters über diese Vorgänge empfangen haben muß. Als bei der Beratung über den Gesetzentwurf auf Abänderung des Allgmeinen Berggesetzes der Landtagsavgeordnete Dr. Schepp eine haizsbende Darstellung der Vorgänge in Oberschlesien gegeben fand der Handelsminister Dr. Delbrück nur die bezeichAntwort, daß für ihn als Chef der Bergverwaltung und 5 Bergpolizei kein weiteres Interesse besteht, als festzustellen, fur diese entlassenen Beamten ein geeigneter Ersatz beschafft gerden kann und beschafft worden ist. Wie Hohn klingt diese Grup.“ des Ministers, die in der gleichen Form auch von einem ldenmagnaten hätte gegeben werden können! Der oberlRlesische Berg= und Hüttenmännische Verein hat denn auch einen Mitgliedern die schwarze Liste der 11 Steiger mitgeteilt, 114 allen Gruben ausgesperrt werden sollen. Den betroffenen Steigeru ist damit die Möglichkeit genommen, in ihrem Beruf überhaupt noch weiter tätig zu sein! Ihnen bleibt nur die Wahl, entweder einen anderen Bruf zu ergreisen oder auszuwandern. Der Regierungsvertreter im Parlament als unentwegter Verteidiger der reaktionärsten Scharfmacherinteressen ist ein Bild, das auch die Angestellten in ihrem eigenen Interesse festhalten sollten!„„„ Die gegenwärtige Situation hat aber fur die Angestellten noch in anderer Hinsicht eine ernste politische Bedeutung. Für eine jede Klasse erfüllt sich ihr politisches Schicksal, wie sie es verdient. Entweder haben die Angestellten als Masse teilnahmslos den politischen Vorgängen gegenüber gestanden oder sich von jedem Humbug einfangen lassen. Sie haben oft genug den politischen Parteien ihre Stimme gegeben, die jetzt mit der Regierung die Interessen der industriellen Scharfmacher verteidigen. per 972991 baß#. In der Angesteutentiteratur wird uns oft verrunder, daß der sogenannte„neue Mittelstand“ eine neue Macht darstellt, die auf die zukünftige Stellung des Unternehmers zum Arbeiter einen bedeutsamen Einfluß ausüben wird. Wenn die Angestellten wegen ihrer Zahl und der volkswirtschaftlichen Bedeutung ihrer Arbeit wegen auch in der Tat eine wichtige politische Rolle spielen könnten, so ist doch zunächst unter ihnen noch ein gewaltiges Stück Erziehungsarbeit zu leisten... Gpar#estn KutDurch die kapitalistische Entwicklung ist der Kopfarveiter evenso Lohnproletarier geworden, wie der Handarbeiter. Die Angestellten müssen diese Entwicklung begreifen und dieser Erkenntnis gemäß konsequent handeln. Die jetzigen Konflikte zwischen Unternehmern und Angestellten sind nur Vorzeichen von weit schlimmeren Kämpfen, die unausbleiblich sind. Unaufhaltbar ist der Entwicklungsprozeß, der den Klassengegensatz zwischen dem industriellen Kopfarbeiter und dem Unternehmer immer klarer zum Ausdruck bringt und dadurch die Angestellten zwingt, bei derjenigen Partei Schutz zu suchen, die ihre reinen Arbeitnehmerinteressen konsequent vertreten kann, nämlich bei der Sozialdemokratie. Je eher die Angestellten diesen wirklichen Zusammenhang der Dinge begreifen lernen, desto entschiedener werden sie sich in ihren Kämpfen behaupten können. Politische Uebersicht. Bülow und die Reichsfinanzreform. Berlin, 16. April. Wie der„Lok.=Anz.“ hört, wird der Reichskanzler am 20. d. M., von Adressek zugunsten der Reichsfinanzreform empfangen. Ma erwartet, daß der Reichskanzler bei dieser Gelegenheit eine bedeutungsvolle Ansprache halten und noch einmal die für die verbündeten Regierungen leitenden Gesichtspunkte darlegen wird. Kulturkampf und Reichsfinanzreform. Diese beiden Materien miteinander zu verquicken, brachte der unter der Leitung des nationalliberalen Abgeordneren Everling stehende evangelische Bund fertig. Auf der Frühjahrsversammlung des Gesamtvorstandes dieses Bundes wurde eine Erklärung beschlossen, die besagt, daß dem eoangelischen Bund die Reichsfinanzreform eigentlich nichts angehe; trotzdem hielten sich aber diese Herren für berechtigt, in dieser„herrorragenden nationalen Frage“ einen Appell an den Deutschen Reichstag zu richten, in dem die Erwartung ausgesprochen wird, daß der Block die Reichsfinanzreform schon deshalb lösen werde, damit einer Vorherrschaft des Zentrums tatkräftig und einmütig entgegengetreten werden kann. Der evangelische Bund ist der unerschütterlichen Ueberzeugung, daß eine erneute Vorherrschaft der ultramontanen Macht unvereinbar ist mit den höchsten Interessen des Reiches, mit dem Frieden unter den Konfessionen und mit den unveräußerlichen Grundlagen der deutschen Kultur. Scharfmacher an der Arbeit. Eine Delegiertenversammlung des Zentralverbandes Deutscher Industrieller findet am 29. April in Berlin statt. Neben der Neuwahl des Direktoriums wird die Versammlung auch Stellung nehmen zum Arbeitskammergesetz und zur Gewerbeordnungsnovelle.— Ganz selbstverständlich ist es, daß auch zu dieserTagung wieder die Minister mit ihren Räten erscheinen werden, um die Wünsche der Scharfmacher gehorsamst entgegenzunehmen. Der neue Kultusminister. Wie eine Berliner Korrespondenz von durchaus zuverlässiger Seite gehört haben will, wird als Nachfolger des Dr. Holle der Geheimrat Professor Dr. Harnack die Leitung des Kultusministeriums übernehmen. Agrarische Wahlparole. Der Bund der Landwirte fordert seine Anhänger im Wahlkreise Stade=Bremervörde auf, bei der heute Sonnabend, 17. April, stattfindenden Stichwahl für den nationalliberalen Kandidaten Dr. Hoppe einzutreten. Damit ist, was übrigens vorauszusehen war, die Wahl des Nationalliberalen gesichert. Das Zentrum gegen Paasche. Die„Kölnische Volkszeitung“ nimmt in überaus scharfer Weise Stellung zu der Erklärung, die der Abgeordnete Paasche in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Steuerkommission im„Tag“ abgegeben hat, um sich gegen den Vorwurf der Verschleppung zu verwahren. Besongepen pen Vorwa,f per Verschleppung zu verwahren. Besonders ist es die Aeußerung Paasches, daß das Zentrum noch nicht genügend ausgeschaltet sei, gegen die das rheinische Zentrumsorgan sich wendet. Das Blatt stellt fest, daß der Schatzsekretär sich um die Gunst des Zentrums beworben habe. Der Haß gegen das Zentrum sei schon zu einer wahren Manie geworden. Die Zentrumspartei sei zufrieden damit, daß sie momentan keinerlei Verantwortung zu tragen habe, und deshalb könne sie die gegenwärtige Situation nur angenehm empfinden. Das Blatt gibt schließlich der Zentrumsfraktion den Rat, in den Kommissionssitzungen nicht mitzuarbeiten, ohne sich aber damit für seine Stellung im Plenum festzulegen. Ob die Zentrumsfraktion den Rat befolgen wird, erscheint allerdings sehr fraglich; wenigstens bei der Frage der Branntweinsteuer sind es neben den Konservativen gerade die Zentrumsleute gewesen, die sich mit allem Eifer für die Liebesgabe ins Zeug gelegt haben. Heranziehung der fiskalischen Gewerbebetriebe zu den Gemeindesteuern. Dem Reichstage wird demnächst ein neuer Gesetzentwurf zugehen, der diese längst streitige Materie endgiltig regeln soll. Das bestehende Gesetz vom Jahre 1873 hat den Gemeinden großen Nachteil gebracht. Das neue Gesetz soll die Steuerpflicht des Fiskus den Gemeinden gegenüber festlegen. Das Gesetz soll so rasch durchberaten werden, daß es bereits am 1. April 1910 in Kraft treten kann. Zentrum und Finanzreform. In einer Zentrumsversammlung, die Mittwoch in Koln stattfand, präzisierte der Abgeordnete Trimborn den Standpunkt des Zentrums zur Reichsfinanzreform. Er erklärte, es könne eine Situation eintreten, die es geboten erscheinen lasse, daß das Zentrum sich völlig passiv und negativ verhalte. Vorläufig aber werde das Zentrum an der Reform mitarbeiten. Es würde keinen Pfennig indirekter Steuer bewilligen, bevor nicht allermindestens 100 Millionen Besitzsteuern endgiltig beschlossen seien, und zwar würde er der Erbschaftssteuer mit Einbeziehung der Eltern und Kinder den Vorzug vor der Nachlaßsteuer geben. Die Rechtsprechung im Reiche der Grubenkönige. Breslau, 15. April. Gestern sollten sich zwei Redakteure der Breslauer„Volkswacht“ vor dem Schöffengericht in Waldenburg verantworten. Ein Amtsvorsteher fühlte sich durch eine Notiz beleidigt, und Genosse Schiller wurde zu 100 Mark Strafe verurteilt. Hierauf sollte gegen den Genossen Wolf verhandelt werden. Die bekannte Reichsverbandsgröße Ermert fühlte sich durch einen Artikel beleidigt, der Enthüllungen über das Lager der „Gelben" enthielt. Vor dem Eintritt in die Verhandlung lehnte aber der Angeklagte das gesamte Gericht wegen Befangenheit ab. Zur Begründung der Ablehnung wies er darauf hin, daß in Waldenburg gegen sozialdemokratische Angeklagte von jeher exorbitant hohe Strafen verhängt worden seien, was auch der vorher verhandelte Prozeß Schiller gezeigt habe. In seinem Prozesse seien auch die Sachverständigen und Zeugen, die von ihm benannt waren, nicht geladen worden, sodaß er nicht imstande sei, sich zu verteidigen. Die Befürchtung der Befangenheit rechtfertigt sich auch dadurch, daß die Waldenburger Bevölkerung, soweit sie als Schöffen zugelassen werden, kleine Geschäftsleute und Grubenbeamte seien, die sich in völliger wirtschaftlicher Abhängigkeit vom Grubenkapital befinden. Für die Richter in Waldenburg käme der gesellschaftliche Verkehr in Frage; auch sie könnten ihren gesellschaftlichen Verkehr nur mit Interessenten des Grubenkapitals führen. Deshalb sei die Befürchtung der Befangenheit wohl begründet. Die Sache mußte deshalb abgesetzt werden, und die Waldenburger Strafkammer wird nun zunächst über die Ablehnung zu beschließen haben. Aus der Praxis des Kohlensyndikats. Von sozialdemokratischer Seite ist im Reichstage wiederholt auf die Praktiken der Großindustriellen hingewiesen worden, die darin bestehen, im Inlande die Preise für ihre Produkte möglichst in die Höhe zu treiben, während man dem Auslande gegenüber weitgehendste Konzessionen macht. Neuerdings wird in den großen Handelsblättern wieder behauptet, daß das Kohlensyndikat im Auslande deutsche Kohlen zu unglaublich billigen Preisen anbietet. So soll es in jüngster Zeit die Preise auf dem französischen Markte derart unterboten haben, daß die französischen Zechen nahezu ausgeschaltet sind und sich bitter über die skrupellose Konkurrenz beschweren. Die„Staatsbürger=Zeitung" bemerkt hierzu: „Wenn es den rheinisch= westfälischen Kohlenbaronen bei früheren Gelegenheiten im Reichstage vorgehalten wurde, daß sie nach dem Auslande für die Hälfte des Preises verkaufen, den der Inlandsverbraucher bezahlen muß, so hieß es immer, das sind eben längst geschlossene Verträge, die das ganze Jahr laufen, und die man auch jetzt erfüllen müsse, wenn die Lieferungen unrentabel geworden wären. Aber das ist eine glatte Ausrede, nichts weiter. Das Syndikat benützt einfach den Auslandsmarkt als Ventil, durch das man beim Anwachsen der Lager beliebige Mengen von Kohlen abströmen läßt, damit man im Inlande die Preise auf der Höhe halten kann, auf der sie der Bergbauliche Verein haben will.“ Schiffahrtsabgaben. Gegen die geplante Erhebung von Schiffahrtsabgaben hatten sich die Arbeitsausschüsse der Rhein=, Weser= und Elbe-Interessenten gewendet. Sie haben jetzt ihre Bedenken gegen den geplanten Gesetzentwurf der Oeffentlichkeit unterbreitet. Es heißt darin u. a.: „Die wirtschaftliche Tragweite des vorliegenden Gesetzentwurfs ist gar nicht zu übersehen ohne gleichzeitige Kenntnis aller auf die Bildung der Zweckverbände bezüglichen Materialien(betreffend Organisation, Verwaltung, Tarife usw.). Diese müssen daher unbedingt zunächst vorgelegt werden, bevor seitens der Bundesregierungen eine Entschließung über den Gesetzentwurf gefaßt werden darf. Wird zuerst die Verfassung in der Weise, wie es der Entwurf vorsieht, geändert, so müssen sich die kleineren Staaten, ohne noch den Schutz des Artikels 78 der Verfassung zu besitzen, den Beschlüssen der einen Zweckverband bildenden Staaten einfach unterwerfen und begeben sich damit jedes wirksamen Einflusses auf die Organisation des Verbandes und die Gestaltung des Abgabewesens. Durch alle hervorgehobenen Schwierigkeiten und Bedenken werden die Arbeitsausschüsse ihrer Auffassung nur bestärkt, daß die Einführung der Schifffahrtsabgaben auf natürlichen Wasserstraßen politisch und wirtschaftlich von verhängnisvollen Folgen begleitet sein würde. Die Arbeitsausschüsse widersprechen daher der Einführung nach wie vor auf das entschiedenste. Steuerkundgebungen in Sachsen. Die„Dresdener Nachrichten“ melden, daß in Dresden beabsichtigt sei, von den Vertretern aller Stände und bürgerlichen Parteien Sachsens eine Kundgebung zur Reichsfinanzreform abzuhalten. Es wird folgende Resolution zur Annahme gestellt werden: „Das Deutsche Reich steht vor schweren Entscheidungen. Seine Einnahmen langen nicht zu, die Ausgaben zu decken! Im allgemeinen ist die finanzielle Notlage des Reiches anerkannt. Mittel zur Abhilfe müssen geschaffen werden. Die Zeit drängt; die europäische Lage, jetzt beruhigt, kann sich späterhin in eine kriegerische umwandeln. In der Stunde der Gefahr muß das Reich, wie militärisch, so auch wirtschaftlich gefestigt dastehen. Die Vorschläge der Reichsregierung, wie die Verhandlungen des Reichstages, haben bislang zu keiner Einigung geführt; im Gegenteil: die finanzielle Selbständigkeit der Bundesstaaten ist bedroht. Sächsische Männer aus allen Schichten der Bevölkerung wie des Berufes haben sich deshalb in dieser schweren Stunde dahin geeinigt, zu fordern, daß die Reichsfinanzreform unter möglichster Beschleunigung zu Ende geführt wird. Sie fordern neben ausreichenden Steuern auf entbehrliche Genußmittel namentlich einen Ausbau der Reichs=Erbschaftssteuer. Sie ersuchen die Vertreter des deutschen Volkes, in dieser Hinsicht zu wirken, und ihre Bedenken gegen den Ausbau der Erbschaftssteuer im Ineresse des Reichs=Gedeihens fallen zu lassen.“ Diese Resolution ist unterschrieben von Anhängern der Nationalliberalen, der Freisinnigen und der Konservativen, außerdem auch von Vertreiern der christlichen Arbeiter. Agrarische Betriebsamkeit. Die Junker haben eine eigene ## am die Landlehrer auch fernerhin in Lehrerzeitung geschaffen, um die Landlehrer auch fernerhin in Avyangigkeit von den Gutsherren zu erhatten. Die„Hilfe“ macht nun in ihrem Briefkasten nahere Angaben über diese agrarische Gründung. Die Aktiengesellschaft„Deutsche Tages„# eine neur Erm#.„Fralscher Schrnstenerttgs gegründet der das deuische Leb####rhlatt herausgibt hat sich zeitung hat eine neue G. m. b. H.„Deutscher Schriftenverlag Gegrunder, Der das deutsche Lehrerbialt herausgior, hat sich nominell mit 30000 Mark an dem Verlage beteiligt und der Verlag hat dann die Landlehrer zur Uebernahme von Anteilscheinen in Abschnitten von 20 Mk. bis zu 30000 Mk. aufgefordert. Dabei ist diese Lehrerzeitung in der Hauptsache ein ganz gewöhnlicher Nachdruck des Bündlerblattes, dessen Satzkosten sich damit doppelt rentieren und dessen Gesellschaftsgewinn von 351 190,40 Mark und Dividende von 10 Prozent im letzten Jahre mit Hilfe der armen Landlehrer noch weit steigern soll. "„Die Branntweinliebesgabe und das Zentrum. Bekanntlich chaben die Vertreter des Zentrums in der Finanzkommission des Reichstags gemeinsam mit den Konservativen für die Aufrechterhaltung der Liebesgabe in der Branntweinsteuervorlage gestimmt. Jetzt versucht die„Kölnische Volkszeitung eine Rechtgzertigung dieser Zustimmung, indem sie mitteilt, daß die Regierungsvorlage eine noch viel größere Liebesgabe an die Brenner vorgesehen habe: „Welche Liebesgaben durch das Monopol den Brennern zugedacht werden sollen, darüber haben wir erst jetzt das geeignete Material zur Aufklärung erhalten. Wenn wir diese Nachricht veröffentlichen, wird man überrascht sein, welche Summen den Beteiligten da erst in Aussicht gestellt worden sind. Das sehnsüchtige Verlangen vieler Beteiligten nach dem Monopol ist uns jetzt erst recht erklärlich geworden. Hoffentlich wird das rheinische Zentrumsblatt nun auch schleunigst das so geheimnisvoll angekündigte Material veröffentlichen. Prozeß Moltke=Harden. Der für nächsten Dienstag anbecaumte neue Termin wird möglicherweise vertagt werden, weil Graf Kuno v. Moltke voraussichtlich nicht erscheinen wird. Graf Moltke befindet sich in Meran und hat dem Gericht ein ärztliches Attest eingesandt, daß er zur Kräftigung seiner Nerven für längere Zeit ein Sanatorium aufsuchen müsse. Gleichzeitig ersucht Graf Moltke das Gericht, ihn von dem persönlichen Erscheinen in der Hauptverhandlung zu entbinden. Eine Entscheidung über diesen Antrag ist noch nicht getroffen, Protestversammlung der Tabakinteressenten. Am Abend des 15. April fand im großen Saale der Brauerei Friedrichshain zu A# im großen Saale der Brauerei Friedrichshain zu Gerlin eine Versammlung der Tabakarbeiter und=Arbeiterinnen, Zigarrenhändler und sonstigen Interessenten des Tabakgewerbes .. Wie bekannt, wollen die liberalen Abgeordneten wever und Mommsen der Regierung eine Erhohung des Tabakzolls von 85 auf 140 Mk. apportieren; ein Vorhaben, das nach der Ueberzeugung aller Sachverständigen im Tabakgewerbe den Ruin zahlreicher Arbeiter und Kleingewerbetreibenden im Gefolge haben muß. Mit überzeugender Begründung wies der Referent v. Elm aus Hamburg nach, daß die Durchführung des kiberalen Vorschlages ähnlich verhängnisvoll auf das Tabakgewerbe wirken muß, wie vor bald dreißig Jahren die damaligen Zollerhöhungen. Fr. Ln Arbeitun unt 8 yhen ven vrnres Tandrn..m 1 ven Arbeitern und Vrb“ sonde b Die zweistündigen Darlegungen des Redners fanden nicht nur bei den arbenern und Arbeiterinnen, sonoern auch bei den sehr zahlreich erschienenen Händlern und Fabrikanten lebhafte #ahlreich ersg„# Landlern und Fabrikanten lebhafte Zustimmung.— Nach Beendigung des Vortrages nahm die Versammlung einstimmig eine Resolution an, in der mit Entschiedenheit gegen jede weitere Belastung des T=hake yra schiebenhen gegen sede weitere Belastung des Tabals protestiert # ide. Die besonders zu dieser Versammlung eingeladenen Abgg. P#renseber und un zu dieser Versammlung eingeladenen Di. Wever und Mommsen waren naturlich nicht erschienen. Die Tabakagrarier. Die süddeutschen Tabakbauern protestieren gegen die Erhöhung der Inlandtaboksteuer von 45 auf 75 kark. Sie verlangen, daß die Steuer für inländischen Tabak ermaßigt, und eventuell der Zoll für ausländische Tabake erhöht werde. Die„Korrespondenz des Bundes der Landwirte“ tritt mit großem Eifer für diese Wünsche ein. Für ausländischen : a.diese„Wünsche ein. Für auslän Taval musse ein Minvestzoll von 180 Mk. eryoven werden. zabakindustrie würde. zurch noch mehr geschädigt, weil Die würde dadurch noch mehr geschädigt, weil vunn sofoll der Preis des beutschen Tabaks enorm in die Höhe gehen würde. Die Elektrisierung der Eisenbahn. Wiesbaden, 16. April. Auf eine Vorstellung der hiesigen Handelskammer hat der Minister der öffentlichen Arbeiten mitgeteilt, daß er der Elektrizitätsgesellschaft vorm. Lahmeyer die Erlaubnis zur Vornahme allgemeiner Arbeiten für die als Haupteisenbahn zu behandelnde elektrische Schnellbahn Frankfurt=Wiesbaden bis Ende 1909 erteilt habe. Weitere Entschließungen müsse sich der Minister bis zur Stellung bestimmter Anträge vorbehalten Landtagswahlbsock in Baden. Karlsruhe, 16. April. Die nationalliberale Parteileitung hat der Vertretung der vereinigten Linksliberalen mitgeteilt, daß sie deren Bedingungen für ein partielles Blockabkommen für die Landtagswahlen annehme und „iese in einem Vertragsentwurf formuliere. Von der altpreußischen Sparsamkeit. Karlsruhe, 46. April. Entgegen der bisherigen Annahme, daß aus Sparsamkeitsgründen die Kaiserparade in diesem Jahre nicht abgehalten werden solle, findet diese nun doch und zwar am 11. September auf dem Exerzierplatze bei Forchheim für das 14. bayerische Armeekorps statt. Daran schließen sich dann die dreitägigen Kaisermanöver. Eingegangene Kolonialbank. Die bekannte Firma Mertens & Co., die Gründungen von Kolonialgesellschaften im großen betrieb— lediglich um die herangezogenen„Interessenten" um ihre eingelegten Kapitalien zu bringen— sieht sich durch die öffentliche Kritik gezwungen, eine dieser Gesellschaften eingehen zu lassen. Durch Beschluß der Generalversammlung ist die vielangegriffene Gründung„Deutsche Kolonialbank A.=G.“ wieder aufgelöst worden. Es war dies eine Gründung mit dem niedrigen Kapital von 5000 Mark. Bekanntlich hatte auch die Berliner Handelskammer gegen die Scheina######de" erhoben. Scheingrandung Einspruch Koloniales. Ein Berliner Scharfmacherblatt, die„Neuest. .., die von einer Anzahl Kapitalsmagnaten ausgehalten werden vnternimmt einen haftigen Angriff aufe hatten werden, unternimme einen heitigen ungry,, auf den Gouverneur von Samoa, Dr. Solf. Es wird behauptet, daß eines Tages ganz plötzlich 3000 bewaffnete Samoaner bei Apia gelandet sind und von dem Gouverneur verlangt haben Wiedereinführung der alten Selbstverwaltung und vierteljährliche Rechnungslegung. Die Eingeborenen hatten den Gouverneur gezwungen, zweimal auf eine ihm vorgehaltene, samoanische Bibel die Erfüllung ihrer Forderungen bis zum 1. Mai eidlich zuzusichern. Tatsächlich habe der Gouverneur diesen Eid, der für die deutsche Regierung nicht bindend sei, geleistet. Dem Gouverneur eutsche Regierung nicht bindend sei, geleistet. Dem Gouverneur wird vorgeworfen, daß er es nicht verstanden habe, ein gutes Einvernehmen mit den weißen Ansiedlern herzustellen.— Das Blatt verlangt, es müsse künftig eine kraftvollere Eingeborenenpolitik und zwar eine richtige Politik der starken Faust getrieben en. Von Herrn Dernburg werde man das aber kaum zu hoffen haben.— Jedenfalls war Samoa bisher eine der Kolonien, über deren Verwaltung wenig Klagen in die Oeffentlichkeit gedrungen sind. Genau so wie in Ostafrika, wollen aber die weißen Ansiedler auch in Samoa ihr Herrenmenschentum herauskehren und daraus entstehen dann die Konflikte. Die Angriffe auf Dr. Solf richten sich ohne jeden Zweifel auch gegen den Staatssekretär Dernburg. Es darf wohl angenommen werden, daß die Kolonialverwaltung endlich eine amtliche Darstellung der Vorgänge gibt. Die Wirren in Samoa. Vom Reichskolonialamt liegt eine amtliche Erklärung vor, welche die Gerüchte über Samoa für übertrieben oder direkt falsch erklärt. Die Berichte des Gouverneurs Solf, und des Geschwaderchefs sind in Berlin noch nicht eingetroffen. Sofort nach ihrem Eintreffen wird eine amtliche Darstellung der Vorkommnisse erfolgen. Daß der Gouverneur den Eingeborenen einen Schwur geleistet hat, möglich sein Daro habe es sich aher attenher bloß vorgenommen wurde, um einstweilen Ruhe zu schaffen. Das Kolonialamt bedauert, daß wir kein eigenes Kabel nach Samoa haben. Aus dem ganzen seitherigen Verhalten des Gouverneurs ist zu schließen, daß von einem Schwur nach europäischen Begriffen keine Rede sein kann. Gouverneur den Eingeborenen einen Schmur, geleistet hat, kö mndglich sein. Bann habe es sich über vssenbar bing um er Akt gehandelt, der in einer bei den Samoanern üblichen### könne eine 11 des Preßgesetzes und seine Anwendung. Der„Braunschweiger Volksfreund“ brachte in seiner Nummer vom 5. Februar d. J. vom Harz einen Artikel, der sich lediglich mit der Saalentziehung zu einer Versammlung befaßte, und dessen Anfang lautete: „Muß der Mensch alles haben, was er braucht? Ueber dieses Thema wollte Herr Dr. med. Fechtner in Elbingerode einen Vortrag halten. Keine Silbe weiter von Dr. Fechtner. Am 18. Februar verlangte der Hilfsbeamte des Landrats, ein Herr v. Hertzberg, die Aufnahme der folgenden Berichtigung: „Die in Nr. 30 gebrachte Mitteilung, Herr Dr. med. Fechtner in Elbingerode habe auf Anregung von sozialdemokratischer Seite einen öffentlichen Vortrag über das Thema: Muß der Mensch alles haben, was er braucht? halten wollen, ist unzutreffend. Der Urheber dieser Mitteilung, der Drechslermeister Heinr. Matthies in Elbingerode hat sie in dem dort erscheinenden „Harzboten“ öffentlich widerrufen. Elbingerode, 18. Februar 1909. Der Hilfsbeamte des Königl. Landrats. *„ v. Hertzberg. Die Berichtigung war mit dem Stempel des Landrats verschlossen, und ihre. Aufnahme wurde ohne Vornahme von Einschaltungen und Weglassungen unter Berufung auf die§§ 11 und 19 des Preßgesetzes verlangt, wobei noch gnädigst bemerkt wurde, daß Dr. Fechtner dann von— weiteren Schritten Abstand nehmen wolle. Der„Volksfreund“ verweigerte die Aufnahme der Berichtigung und sprach in einem Artikel dem Landratsgehilfen als Unbeteiligten die Berechtigung zur Berichtigung im Namen der Privatperson ab. Er monierte es auch, daß im Interesse einer Privatperson, die auch nicht im entferntesten beleidigt oder in der Achtung herabgesetzt worden war, die amtlichen Portokosten in Anspruch genommen worden seien. Die Berichtigung entsprach auch nicht einmal der preßgesetzlichen Vorschrift, da von Matthies in dem„Volksfreund"=Artikel mit keinem Wort die Rede gewesen war. Genosse Brenner als Redakteur des„Volksfreund“-erhielt darauf eine Anklage wegen Uebertretung der§§ 11 und 19 des Preßgesetzes, die am Donnerstag vor dem Schöffengericht in Braunschweig verhandelt wurde. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte 100 Mk. Geldstrafe und Aufnahme der Berichtigung. Dr. Fechtner habe gegen den„Volksfreund“ einen Antrag auf— verleumderische Beleidigung(!) stellen wollen, und da das Landratsamt hierbei von ihm angegangen sei, so habe dieses als beteiligte Behörde zu gelten. Das Gericht sprach den Genossen Brenner von der Anklage unter Uebernahme der Kosten auf die Staatskasse frei, verfügte jedoch unbegreiflicherweise die Aufnahme der Berichtigung. In der Begründung des Urteils wurde ausgesprochen, daß der Hilfsbeamte des Landrats als beteiligte Behörde anzusehen sei. Es sei nicht erforderlich, daß eine Behörde angegriffen werde, er genüge vielmehr schon als Grund zur Forderung der Aufnahme einer Berichtigung durch eine Behörde, wenn diese glaube, die Interessen des Publiums zu wahren. In der für die ganze Presse wichtigen Sache ist das letzte Wort noch nicht gesprochen worden. Der Zeutrums=Herzog. Die Zentrumspresse ist ungemein stolz darauf, daß sie ihren Grafen nun einen„leibhaftigen Herzog" als Abgeordneten zugesellen kann. So behauptet die„Märk. Voltszeitung“, die Blockliberalen empfänden nichts als Neid darüber, daß„einer der reichsten Herzöge der Welt" Zentrumsabgeordneter werden wolle. Der Neid ist um so größer,„da vollends dieser Herzog der erste preußische Adlige ist, der das Privileg des steten Zutritts beim Kaiser hat, da er persona gratissima am Hofe ist. Die Zentrumspresse mag schon recht haben, wenn sie den Blockliberalen Neid zutraut. Eitel Humbug freilich ist es, weng die„Märk. Volkszeitung“ behauptet, das Zentrum betätige sich bei der Aufstellung des Herzogs von Arenberg„wieder als die christliche Volkspartei, die den Herzog und Fürsten ebenso umschließt, wie den Bauer, Handwerker und Arbeiter. Das Zentrum zählt schon mehr als zu viel Aristokraten unter seinen Abgeordneten. Ist es doch nur zu bekannt, daß gerade die ZenHinzutreten dieses Herzogs und halben Und daß durch da Milliardärs— die„Märk. Volkszeitung" selbst beziffert sein Jahreseinkommen auf über 20 Millionen Mark!— die reaktionären, agrarischen und plutokratischen Tendenzen im Zentrum nur eine Verstärkung erfahren werden, versteht sich ganz von selbst. Da aber der Einfluß des Geldsacks und des Großgrundbesitzes ohnehin im Zentrum überwiegt, nimmt man keinerlei Anstoß an der Zumutung, den politischen Ehrgeiz des sich offenbar langweilenden Granden zu befriedigen. Hofft man doch auch, durch den Einfluß dieser persona gratissima am ehesten mißliebige Staatsmänner stürzen und den konservativ=ultramontanen Block wieder aufrichten zu können Aus dem in Frage kommenden Wahlkreis Beckum=Warendorf=Lüdinghausen wird übrigens der„Rh.=Westf. Ztg. geschrieben: „Mehr und unangenehmer überrascht, als man erfuhr, wen man dem hiesigen Wahlkreise als neuen Mandatsbewerber für den Reichstag präsentieren würde, war wohl niemand, als die Wähler von Beckum=Warendorf=Lüdinghausen selber. Es ist zu natürlich, daß man Auskunft erheischte, weshalb man gerade auf den Herzog von Arenberg verfiel, von dem die Nicht=Zentrumspresse berichtete, daß er im Herzen eigentlich mehr Belgier wie Deutscher sei. Und da erzählte dann in einer Landwirte=Versammlung im hiesigen Wahlkreise ein Herr von der Wahlkommission, daß er im Grunde seiner Seele auch anfangs gegen die Wahl des Arenberger gewesen sei, daß er aber zu Nutz und Frommen der großen Zentrumspartei heute seinen früheren Standpunkt revidiert habe... der Arm des Herzogs reiche sehr, sehr weit... Wie man sich hier im Wahlkreise aufs bestimmteste erzählt, ist es nicht nur der lange Arm, dem der Herzog seine Nominierung zum offiziellen Zentrumskandidaten verdankt, sondern vor allem auch seine offene Hand. Er soll sich nämlich verpflichtet haben, nicht nur für sich in des Reiches Hauptstadt eine seinen finanziellen Verhältnissen entsprechende Behausung zu erbauen, sondern auch dem Zentrum in Berlin einen großen Parteipalast errichten zu lassen und zu dedizieren. Das ware doch wahrhaftig Grund genug gewesen, sich ihn aus Leopolds Lande zu verschreiben!" Reichsfinanzlage. Am 2. April ist der Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1909 durch die Beschlüsse des Reichstags in dritter Lesung fertiggestellt und am 3. April vom Bundesrat genehmigt worden. Die„Kölnische Volkszeitung“ gibt in einem Artikel nochmals eine kurze Uebersicht über die Arbeiten der Budgetkommission und die jetzige Finanzlage des Reiches. Wie sie ausführt, hat sich die Reichsschuld im Jahre 1909 aufs neue um 229 Millionen Mark(genauer 229036 559 Mk.] vermehrt. Der Hauptanreil an der Schuldenvermehrung entfällt auch diesmal auf die Marine mit 109 649 045 Mark. Dann kommen Reichsheer mit 41 716 200 Mk., Reichspost- und Telegraphenverwaltung mit 45000000 Mk., Reichseisenbahnen mit 20 229300 Mark, Reichsamt des Innern(Nordostseekanal und Wohnungsbauten mit 14000000 Mk., die Kolonialeisenbahnen mit 26644930 Mk.; doch verminderten sich diese Posten infolge des außerordentlichen Etats auf die vorstehend angegebene Gesemtiumme von 29 026 559 Mark. Die Matrikularbeiträge der Bundesstaaten zur Balancier des ordentlichen Etats waren im Entwurf vorgesehen### 427496394 Mk., denen Ueberweifungen gegenüberstanden Höhe von 195178250 Mk., so daß die Bundesstaaten an d## Reich 232 318144 Mk nach dem Entwurf zu zahlen hätten.### Zahlungspflicht wird sich infolge der Abstriche bei den Ausgabe im ordentlichen Etat, denen aber auch eine Einnahmekürzung bei den Eingängen aus dem Bankwesen von 1 785000 Mar gegenübersteht, um rund 14½ Millionen Mark vermindern. daß die Bundesstaaten pro 1909 noch etwa 218 Millionen Mar an das Reich zu zahlen hätten, falls es der Finanzkommission nicht gelingt, rechtzeitig für das Zustandekommen neuer Steuer. gesetze, welche schon im Jahre 1909 Einnahmen für das Reic liefern, zu sorgen. Vielleicht erscheint es manchem sonderbar, daß das Reichs. defizit(ungedeckte Matrikularbeiträge) nur 218 Millionen Mar beträgt, wahrend doch nach den offiziellen Angaben 500 Millig. nen Mark für die Reichsfinanzreform erforderlich sind. „Kölnische Volkszeitung“ antwortet darauf mit folgender Au, stellung: Zu den obigen.......„ 218000000 kommen noch hinzu: für Besoldungsaufbesserung der Beamten und Offiziere 70000000 „ Desgleichen der Mannschaften.... 30 000 000 „ Zuschusse z. Witwen= u. Waisenversicherung 40000 000 „ Sanierung des Reichsinvalidenfonds„„ 25000000 „ Schuldentilgung 60 000 000 „ Aufhebung der Fahrkartensteuer. 29000000„ „ Ermäßigung der Zuckersteuer... 40000000„ " Allmähliche Tilgung der gestundeten Matrikularbeiträge aus den Jahren 1906, 1907, 1908 40 000 000„ Zusammen 543000000 Javon gehen ab diejenigen 50 Millionen Mark, welche die Bundesstaaten künftig dauernd jährlich als Last übernehmen wollen. 50000000 4 Bleiben jährlich zu decken 493000000 4 Selbst wenn die Aufhebung der Fahrkartensteuer und die Ermäßigung der Zuckersteuer fortbleibt, sind noch immer zirka 435 Millionen Mark erforderlich. Türkei. Die Kontre Revolution und die Aktion der Jungtürken. London, 16. April. Nach einer Meldung aus Konstantinopel ist den Trupepn ein Jrade des Sultans verkündet worden, das jeden Soldaten, der beim Schießen betroffen wird, sofort zu bestrafen empfiehlt, da die Amnestie nur für Vergehen während der zwei vergangenen Tage Geltung habe. Der Sultan soll auch seiner Treue für die Konstitution aufs neue Ausdruck gegeben haben. Der neue Kriegsminister hat ein Telegramm vom dritten Armeekorps aus Saloniki erhalten, in dem dessen Offiziere drohen, nach der Hauptstadt abmarschieren zu wollen, sollte die Konstitution gefährdet werden. Daraufhin wurde dem Gouverneur von Saloniki sowohl als allen anderen Provinzen ein Telegramm von der Regierung übersandt, in dem versichert wird, daß die Konstitution nicht werde angerührt werden. Konstantinopel, 16. April. Trotz der relativen Ruhe herrscht über die künftige Entwicklung der Dinge die größtmögliche Ungewißheit. Die gesamte hiesige Garnison verbleibt vorläufig ohne Offiziere. Diese halten sich verborgen und scheuen jede Verbindung mit der Truppe. Nur die direkt aus dem Mannschaftsstande hervorgegangenen, Offiziere sind bei ihren Cadres verblieben. Auf den Geist der Armee wirkt dies Verhalten nicht gerade günstig. Man hat das Gefühl, die Epoche der Janitscharen, welche dem Sultan ihren Willen aufzuzwingen verstanden, habe eine Regeneration erlebt. Auch die gestrigen Demonstrationen der Marinesoldaten, welche die Absetzung des neuen Marineministers ausriefen, bestätigen diese Ansicht. Großwesir Tewfik hat das wichtige Ministerium der Innern dem früheren Großwezir Hussein=Hilmi angetragen. Dieser hat vorläufig abgelehnt. Eine Persönlichkeit, welche die Auffassung und die Absichten des Sultans wiederzugeben in der Lage ist, außerte: Die dem Sultan im Juli aufoktroierte Verfassung ist durch das vorgestrige kaiserliche Ferman vom Sultan aus freien Stücken bestätigt worden. Die Verfassung wird von Sultan respektiert, aber möglicherweise in strikterem Sinne interpretiert werden. Auf die Frage nach einer Erläuterung die ses Wortes erwiderte der Gewährsmann, die Kammer solle einen mehr repräsentativen als parlamentarischen Charakter annehmen..„„„„„ 17. mber sr Saloniti, 16. April. Die Stimmung ist unberanden Alle Provinzialgarnisonen sind bereit, sich dem Marsche auf die Hauptstadt anzuschließen. Es herrscht große Begeisterung. Das ganze Land protestiert gegen das neue Kabinett. Konstanti nopel, 16. April. Depeschen aus Saloniki und Monastir bestätigen, daß die dortigen Garnisonen über die Vorgänge in der Hauptstadt empört und entschlossen sind, die Fahne des Komitees hochzuhalten. MaSofia, 16. April., an glaubt hier, daß die Truppen von Saloniki versuchen werden, gegen die Aufstandigen vorzudringen. Infolgedessen ist es möglich, daß die bulgarische Regierung militärische Maßregeln ergreift.„„ 68 Pera, 16. April. Die Spannungsmoment# vermehren si stündlich. Auch der Generalstab sieht die Lage als furchtbar ernst an. 16 Bataillone der Saloniker Truppen sind bereits einwaggoniert nach Konstantinopel. Setzat Pera, 16. April. Ein Militärzug mit 17 Waggon Solbaten, einem Wagen Offiziere und acht Wagen mit Pferden ist gestern abend um 10½ Uhr von Saloniki abgegangen. Ein Militärzug, von Monastir kommend, ging heute früh 6 Uhr von Saloniki ab. Dieser führt 15 Wagen Soldaten, zwei Wagen Offiziere, zwei Wagen Pferde und zwei Wagen Effekten. Die vorläufige Bestimmung beider Züge sind die Festungswerke Tschataldscha, wo der erste Zug morgen früh, der zweite Sonntag früh eintretten wird Wer dies Melitär hierher heardert nal, Tschataldscha, wo der erste Zug morgen früh, der zweite Sonntag frah eintressen witd. Aoer dies Milltär hlerher beorvertFe“ weiß kein Mensch.„ 8 mitus Saloniki, 16. Aprit. Die jungturtischen Komiiees in Sivas, Trapezunt, Brusaa und Smyrna drahteten dem hiesigen Zentralkomitee, daß sie den Abmarsch von Truppen, welcher in Jildis verlangt werde, mit äußersten Mitteln verhindern würden. Bei Ankunft des Konstantinopler Zuges wurden gestern ahlreiche Verdächtige auf dem Bahnhofe verhaftet. Konstantinopel, 16. April. Der heutige Selamlik in glatt verlaufen. Der Hodscha sprach das Gebet. Die Menge antwortete Amen. Der Sultan äußerte, er hoffe, daß sich die Akademie=Offiziere mit ihren Frontkameraden vertragen wurden. Aufgefallen ist, daß sämtliche Botschafter dem Selaml ferngeblieben sind.„„„„„„ Konstantinoper, 16. April. In Saloniti und in gand Mazedonien werden Flugzettel verbreitet, in denen die Entthronung des Sultans und die Bildung einer Republik geforder wird. Die provisorische Hauptstadt der Republik soll Salonin werden.„„„* Kon stantinoper, 17. uprtl. Der Sulan hat verlaßt; daß der General des Gardekorps, Mahmed Mukdan Pascha, sich jetzt nach Athen in Sicherheit gebracht hat, ihm tot odel lebendig ausgeliefert werde. Daraufhin umstellten 150 meuternden Soldaten sein Haus und drangen sogar in### Harem ein. Ebenso betraten sie englischen Boden, indem sie nich nur in den Garten, sondern auch in das benachbarte Haus ein angesehenen Reeders eindrangen, wo sie der Frau ihre Bajone! auf die Brust setzten. Wie verlautet, hat der englische Botschgf, bis jetzt noch keine Schritte unternommen, doch wird eine lungnahme seitens Englands zu dieser Angelegenheit erwarte“. Der Großvezier Tewfik Pascha will angeblich in zwei bis bie Tagen abdanken. Die gesamte Generalität hat demissionie“ Reuf Pascha ist zum Minister des Innern ernannt worden Die Nachrichten aus Adan über die dortigen Metzeleien entsetzlich, sie berichten von 2000 Totes. Die zanze Stadt Nr. 89. Aus der Sto Die kleine Marie i Das Herz ist voll von davon erzählen. Aber töpfen und geht hin ur der im Hofe lautlos besseren Zuhörer abgi Sie erzählt am m zusammengekommen ist rechts von ihr sitzt un jene gemacht hat: das erlebt. Und davon n Steiner Gretel passie „Da hat also der fragt, wie sie heißen. er zu der Steiner Gr die hat rein nichts gese gefragt, aber sie hat Lehrer gesagt: wenn holen. Und sie hat w da hat der Herr Lehr die Finger geklopft. und ein paar andere und da ist der Herr sie es endlich gesagt, d nicht mitgeweint, sch blickt dabei tapfer auf schrecklichen Szene in Der Vater hat so krampft sich das Herz Mädel in solchen Har Händen eines Mann Erzieher sein soll un was er an Hoffnung, sein Kind da vor ihm Denn jeden Tag kann Lehrers auch über sei mand ist da, der ess ner geschützt hat, da Mitweinenden doch: sicheren Pädagogen. seinem gramvollen Z ileinen Liebling sager Aber nun redet e Herr Lehrer Unbegre müßt Ihr halt folger welcher Form er die eindringlichsten macht gemacht. Und nun is daß er die Autoritä Mädel gestärkt hat. bald hinweg. Wer sol der Pädagoge von B Aber es ist doch Eltern sich mit den! gegischer Ungeheuerli wenn der Herr Lehr erst einmal die Kind Hause!“ Es wäre z die Kleinen wäre. niemals zu entschuld Steiner ein„schlimm der Lehrer muß wiss verbrügelt und scheu fühlen, ein solches K Er muß auch wissen die Kinver uber den: Schulanfang zu droh Schule kommst, da wi so scheues, furchtsame er sucht mit rohen F lichen Augen sich den himmelschreiend. in da das Kleine nicht Freilich nicht so, hetzt. Damit könnte keiten aussetzen. Ab Eliern sich zusamme sie als geschlossene M stehen manches im he wir verstehen, ob un gehen. Und wir wol die Kinder der armen am Tage als die Sch hätten, daß sie die sollen, nicht aber die listeter„Autorität“. 0- Innere Missi Zeit Leute erschiene lassene Jugend für d zu gewinnen. " Die rührige Täti sion" in allen Ehren, mehr Geschick an de der Gefahr der„rote In Arbeiterkreisen " Immerhin müsse ins eigene Fleisch nicht im Ge Jugend Sorge 0 betragen, daß und Spiel treiben k merung eintritt. I schaft weiß man, da cn. F. von Mick Thomas. helm Me seichte M die Gesta likum sich war alle Istaaten zur Balancierg. Entwurf vorgesehen u# gen gegenüberstanden# ie Bundesstaaten an### urf zu zahlen hätten.# bstriche bei den Ausgabe ch eine Einnahmekürzung esen von 1 785000 Mar ien Mark vermindern, i etwa 218 Millionen Mar es der Finanzkommission ndekommen neuer Steuer, Einnahmen für das Reic nderbar, daß das Reichs. nur 218 Millionen Mar len Angaben 500 Millig. n erforderlich sind. Die trauf mit folgender Aus. „ 218000000 mten und rsicherung sonds eten Maren 1906, 70 000000 30.000 000 40 000 000 25 000 000 60 000 000 29.000 000 40 000 000 40 000 000 Zusammen 543000000 4 ten Mark, dauernd sollen.. 50000000 4 zu decken 493000000 4 rkartensteuer und die Ersind noch immer zirtka Aktion der Jungtürken. ldung aus Konstantinopel is verkündet worden, das betroffen wird, sofort zu ir für Vergehen während ve. Der Sultan soll auch s neue Ausdruck gegeben n Telegramm vom dritten in dem dessen Offiziere eren zu wollen, sollte die aufhin wurde dem Gouanderen Provinzen ein sandt, in dem versichert angerührt werden. Trotz der relativen Ruhe g der Dinge die größthiesige Garnison verse halten sich verborgen Truppe. Nur die direkt ngenen,Offiziere sind bei ist der Armee wirkt dies in hat das Gefühl, die Sultan ihren Willen aufgeneration erlebt. Auch arinesoldaten, welche die ausriefen, bestätigen diese vichtige Ministerium der ussein=Hilmi angetragen. 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Die Meng: e, er hoffe, daß sich neraden vertragen wi;; otschafter dem Selamm n Saloniki und in ganz tet, in denen die Enteiner Republik ge.1.33 Republik soll Sawnm der Sultan hat verlang!. ned Mukdan Pascha, der racht hat, ihm tot oder hin umstellten 150 drangen sogar in der in Boden, indem sie benachbarte Haus eine der Frau, Vr gigtschafter der englische So###ch; in, doch wird eine StelAngelegenheit erwartet. geblich in zwei.Forier. alität hat demisn#n nnern ernannt wsanten Die Janze Stadt stechI. OOR 9 0 Nr. 89. Bielefeld, Sonnabend, 17. April 1909. 20. Jahrg. Aus der Stadt und Nachbarschaft. Bielefeld, 17. April. kleine Marie ist zum ersten Male in der Schule gewesen. *.. Sie will der Mutter troffen hat, die dem Körper und Geist der arbeitenden Jugend gleich dienlich sind. Den Eltern sind die Adressen bekannt, wo Die Herz ist voll von ersten Eindrugen. S davon erzahlen. Aber die Mutter klappert so viel mit den Kochtöpfen und geht hin und her. So flüchtet die Kleine zum Vater, der im Hofe lautlos an einem Firmenschilde malt und einen besseren Zuhörer abgibt. Sie erzählt am meisten von den Kindern, mit denen sie da zusammengekommen ist und nun immer zusammen ein soll. Wer rechts von ihr sitzt und wer links, was diese gesagt hat und was jene gemacht hat: das alles wird noch einmal erzählend nacherlebt. Und davon war das Allermerkwürdigste, was mit der Steiner Gretel passiert ist. „Da hat also der Herr Lehrer die Kinder der Reihe nach gefragt, wie sie heißen. Und alle haben es gleich gesagt. Und wie er zu der Steiner Gretel kam, da hat er die auch gefragt. Aber die hat rein nichts gesagt. Und da hat der Herr Lehrer noch mal gefragt, aber sie hat wieder nichts gesagt. Da hat der Herr Lehrer gesagt: wenn sie es nicht sagte, dann würde er den Stock holen. Und sie hat wirklich immer noch nicht geantwortet! Und da hat der Herr Lehrer wirklich den Stock geholt und hat ihr die Finger geklopft. Und da hat sie sehr geweint und geschrien, und ein paar andere kleine Mädchen haben gleich mitgeweint, und da ist der Herr Lehrer noch böser geworden. Und da hat sie es endlich gesagt, daß sie Gretel Steiner heißt. Aber ich hab nicht mitgeweint, schließt die kleine Marie ihren Bericht und blickt dabei tapfer auf den Vater, um ihm zu zeigen, wie sie der schrecklichen Szene in der Schule standgehalten hat. Der Fater yat schweigend zugeyort. Denn gewiß:, ihm krampft sich das Herz zusammen, daß er von nun an sein keines Mädel in solchen Händen wissen muß und lassen muß! In den Händen eines Mannes, der ein freundlicher, ein nachdenklicher Erzieher sein soll und ein unverständiger Rohling ist. Alles was er an Hoffnung, an Liebe, an Stolz, an Glück für dieses sein Kind da vor ihm je gefühlt hat, das empört sich jetzt in ihm. Denn jeden Tag kann diese blindwutende Unvernunft des Herrn Lehrers auch über sein Kind, sein Herzblatt herfallen. Und niemand ist da, der es schützt, wie niemand die kleine Gretel Steiner geschützt hat, da die Angst und das Mitgefühl der kleinen Mitweinenden doch nicht Warnung genug war für den selbstsicheren Pädagogen. Gewiß, der Vater schweigt, weil er in seinem gramvollen Zorne noch nicht weiß, was er vor seinem kleinen Liebling sagen soll. Aber nun redet er. Und redet so Unbegreifliches, wie der Herr Lehrer Unbegreifliches getan hat.„Ja, ja, in der Schule müßt Ihr halt folgen. Er hat also so lange nur überlegt, in welcher Form er die„Lehre, die„Moral“ seinem Kinde am eindringlichsten macht. Alles andere hat ihm keine Kopfschmerzen gemacht. Und nun ist er ruhig in dem beglückenden Bewußtsein, daß er die Autorität des Herrn Lehrers bei seinem kleinen Mädel gestärkt hat. Hat er's? Die Kleine sagt nichts und geht bald hinweg. Wer soll auch so ein kleines Wesen verstehen, wenn der Pädagoge von Beruf es nicht versteht?— Aber es ist doch ein trostloser Zustand, wenn gar noch die Eltern sich mit den Lehrern verbinden zur Beschönigung pädagegischer Ungeheuerlichkeiten. Denn es ist eine Ungeheuerlichkeit, wenn der Herr Lehrer den Schulanfang damit macht, daß er erst einmal die Kinder einschüchtert.„Hier bin ich Herr im Hause!“ Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so leidvoll für die Kleinen wäre. Und darum ist diese Handlungsweise auch niemals zu entschuldigen. Auch nicht, wenn die kleine Gretel Steiner ein„schlimmes“ Kind ist, ein„verstocktes“ Kind. Denn der Lehrer muß wissen, daß es dann wohl von den Eltern her verbrügelt und scheu ist, und muß in sich die heilige Verpflichtung fühlen, ein solches Kind wieder froh und zutraulich zu machen. Er muß auch wissen, daß unverständige Eltern, die selber sich die Kinver uoer den Kopf wachsen sießen, gar oft schon lange vor Schulanfang zu drohen pflegen:„Na, warte nur, wenn du zur Schule kommst, da wird's dir schön gehen. Und wenn dann ein so scheues, furchtsames, zugeschlossenes Seelchen vor ihm sitzt und er sucht mit rohen Fäusten statt mit linden Worten und freundlichen Augen sich den Eingang zu ihm zu erzwingen; ist das nicht himmelschreiend. in seiner Unvernunft und Roheit? Und darf da das Kleine nicht Schutz bei Vater und Mutter finden? Freilich nicht so, daß man im einzelnen Falle das Kind aufhetzt. Damit könnte man es nur noch anderen Ungeheuerlichkeiten aussetzen. Aber so, daß auch die armen, die unwissenden Eliern sich zusammenschlössen zu einem Elternbunde, und daß sie als geschlossene Macht den Prügelpädagogen sagten: wir verstehen manches im heutigen System des Unterrichts nicht. Aber wir verstehen, ob unsere Kinder froh oder unfroh in die Schule gehen. Und wir wollen, daß sie froh sind in der Schule. Denn die Kinder der armen Proletarier haben meist kein anderes Heim am Tage als die Schule. O, daß doch bald alle Eltern begriffen hätten, daß sie die natürlichen Beschützer ihrer Kinder sein sollen, nicht aber die Wahrer von allerlei verlogener und erlisteter„Autorität“. O. „..0- Innere Mission. In zahlreichen Familien sind in dieser heit Leute erschienen, welche die Absicht hatten, die schulentlassene Jugend für die Jünglingsvereine verschiedenster Couleur gewinnen,„.„ 65 " Die rührige Tatigteit dieser ungesteuten für„Innere Mission“ in allen Ehren, so meinen wir doch, daß die Leutchen etwas mehr Geschick an den Tag legen könnten und nicht einfach vor der Gefahr der„roten" Jugenderziehung graulich machen sollten. In Arbeiterkreisen zieht das nun mal nicht mehr. . Immerhin müssen die Arbeitereltern erkennen, wie sie sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie ihre heranwachsende Jugend nicht im Geiste ihrer Weltanschauung erziehen. Es ist Gorge getragen, daß die arbeitende Jugend Körperpflege, Sport und Spiel treiben kann, ohne daß dabei eine geistige Verkümmerung eintritt. In den Kreisen der organisierten Arbeiterschaft weiß man, daß der Jugendausschuß Veranstaltungen geStadrthrat Zentralbibliothek schriften auf. So sieht die innere Mission der Arbeiterbewegung aus. — Maifeier. Für das Festkomitee für Apenbrink findet am Montag, 19. April, abends 3½ Uhr, beim Wirt Fischer eine Sitzung statt. — Achtung, Maurer! Es sei hiermit an den vorjährig abgeschlossenen Tarifvertrag erinnert, wonach die Unternehmer verpflichtet sind, für Bielefeld(Stadt), Amt Gadderbaum und Brackwede fur Gesellen den Stundenlohn von 55 Pfg. und für Bauhilfsarbeiter einen solchen von 45 Pfg. zu zahlen. Da einige Unternehmer diesen Lohn nicht zahlen, werden die in Betracht kommenden Kollegen aufgefordert, sich am Sonntag, 18. dieses Monats, vormittags, in der Vorstandssitzung bei Indiestel zu melden. Die von außerhalb zugereisten Kollegen werden an die Anmeldung bei der Ortsverwaltung erinnert. Der Vorstand. — Mangelnder Schutz der Bauarbeiter. Herr Malermeister Vilhelm Lehmann hat an der Ecke Herforder= und MissundeStraße ein Leitergerüst aufgestellt. Es ist nun ganz eigentümlich, daß gerade die Arbeitgeber, welche sich nie genug rühmen können, für das Wohl der Arbeiter einzutreten, die allererbärmlichsten Gerüste bauen. Die Fensterverschrankung und die Streben sind sehr mangelhaft angebracht, auch der Bretterbelag ist vorschriftswidrig, an der Seite haben die Leitern jedenfalls nicht gereicht. Sache der Baupolizei ist es, hier einzuschreiten und Herrn Lehmann nachdrücklichst aufzufordern, die Bestimmungen der Hannoverschen Baugewerks=Berufsgenossenschaft einzuhalten, denn unserer Meinung nach sind dieselben doch herausgegeben, um befolgt zu werden. An alle Kollegen aber richten wir das Ersuchen, lieber die Arbeit aufzugeben, als derartige Galgenhölzer zu besteigen. — Maschinenzeichnen. Am Montag beginnt in der Klasse für „Freiwilliges Maschinenzeichnen“ der Unterricht. Maschinenschlosser,=Dreher, Modelltischler usw., die maschinentechnische Zeichnungen verstehen müssen, werden darauf hingewiesen. Der Unterricht findet Montag und Donnerstag, abends von 8 bis 10 Uhr, im Gewerbeschulgebäude, Oberwallstraße, statt. Anmeldungen werden daselbst entgegengenommen. Die gemeinnützige, unparteiische Rechtsberatungsstelle für Minderbemittelte in der Zimmerstraße wurde im vergangenen Monat von 353 Personen in Anspruch genommen.— Die Gesamtbesucherzahl betrug im abgelaufenen Rechnungsjahre 3154 Personen, von welchen 2353 dem männlichen und 801 Personen dem weiblichen Geschlecht angehörten. Die Dienststunden der Auskunftstelle währen mittags bis 1 und abends bis 7 Uhr. Etwa ein Sechstel aller Ratsuchenden hatte die Zeit von 12 bis 1 und von 6 bis 7 Uhr abends gewählt, d. h. die in Fabriken usw. übliche Mittagspause bezw. die Zeit unmittelbar nach schluß der üblichen Arbeitsstunden gewählt.— Zu vier Fünftel verteilte sich die Zahl der Besucher auf hiesige und zu ein Fünftel auf auswärtige Personen. Zeitweise häufte sich die Zahl der Ratsuchenden derart, daß ein zweiter Beamter bei der Auskunfterteilung tätig sein mußte. — Bauausschuß=Sitzung. Die Ausführung der Maurerarbeiten für den Leineweberbrunnen wird dem Maurermeister F. Niestrath zu 1585.— Mk. übertragen, die Pflasterarbeiten für die Heeperstraße zwischen Kaiserstraße und Haus Nr. 46 an N. Rohwer zu 6653,11 Mk. Die Lieferung der Zementplatten für die Arndtstraße bei der Eisenbahnunterführung an Maurermeister H. Walkenhorst zu 1027.— Mk. Die Lieferung des Wandfliefenbelags für die Schule an der Sudbrackstraße an H. Janßen u. Co. zu 2543,30 Mk. Der vorgelegte Plan und Kostenanschlag für die Bedürfnisanstalt an der Arndtstraße bei der Eisenbahnunterführung wurde genehmigt und die Bewilligung der Kosten von 1050.— Mk. empfohlen. — Ein Gewächshaus für die Stadtgärtnerei ist schon im vorigen Jahre vom städtischen Park= und Waldausschuß für wünschenswert erachtet worden. Damals wurde es von der tadtverordnetenversammlung abgelehnt, da gespart werden Nachdem diesem Jahre der Park- und Waldausschuß Versammlungen. Herford. Holzarbeiterverband. Sonntag, 18. April. vormittags 10 Uhr, Versammlung mit Vortrag. — Soz. Verein. Montag, 19. April, abends 8½ Uhr, bei Liedtke: Versammlung. Sundern. Soz. Vereia. Sonntag, 18. April, nachmittags 4 Uhr: Persammlung. Werther. Soz. Verein. Sonntag, 18. April, vormittags en. Freitag, 16. April; chel Garré und I Versammlung. .: 98 10 Uhr: Oerlinghausen. Soz. Verein. Sonnabend, 17. April, abends 8½ Uhr, bei Löhr: Versammlung. Der Deutsche Tabakverein e. V. erläßt folgende Erklärung:„ Der„Westfälische Tabakverein“ hat eine am 26. März in Oeynhausen beschlossene Erklärung veröffentlicht, in welcher der „von 81 Mitgliedern des Deutschen Tabakvereins am 22. d. M. gefaßte Beschluß, gegebenenfalls der Regierung in der Tabaksteuerfrage entgegenzukommen“ mißbilligt wird. Wir haben dazu folgendes festzustellen: 1. Die Teilnehmer an der Versammlung des Deutschen Tabakvereins am 22. März waren nicht lediglich in ihrer Eigenschaft als„Mitglieder des Deutschen Tabakvereins“ erschienen, sondern sie waren eingeladen als Mitglieder des 47gliedrigen Vorstandes und Ausschusses, der Vorstände der 5(geographischen) Abteilungen, der Vorstände des Rauchtabak=, des Kautabak= und des Schnupftabakverbandes und der 14 Zigarrenarbeitgeber=Verbände der verschiedenen Zigarrenindustriebezirke Deutschlands, sowie der Steuerpermanenzkommission des Vereins. Es war also eine Versammlung von aus freien Wahlen der Mitglieder des Deutschen Tabakvereins aus allen Zweigen des Tabakgewerbes und allen seinen Industriebezirken hervorgegangen Vertrauensmännern. 2. Von den 147 Eingeladenen waren 102 erschienen, und es ist mit 81 gegen 21 Stimmen beschlossen worden, die Denkschriftkommission des Vereins zu beauftragen, mit der Subkommission des Reichstags und dem Reichsschatzamte wegen der Höhe und der Form der geplanten Tabaksteuererhöhung auf Grund der von der Versammlung genehmigten Vorschläge des Vertrauensausschusses unter Aufrechterhaltung der ernsten wirtschafts= und sozialpolitischen Bedenken gegen jede Mehrbelastung des Tabaks in Verhandlung zu treten. In einer am 28. März in Herford vom deutschfreisinnigen Verein„Waldeck" veranstalteten Protestversammlung ist eine zur Veroffentlichung gebrachte Erklärung beschlossen worden, durch welche die Reichsbehörden und Reichstagsabgeordneten gebeten werden,„nicht auf die Ratschläge einiger Großfabrikanten zu hören, die in verwerflichem Egoismus an die ihren Arbeitern drohende Not nicht denken". Diese Erklärung steht mit den Tatsachen nicht in Einklang. Der Subkommission der Finanz= kommission des Reichstags liegt neben dem Gesetzentwurfe der verbündeten Regierungen, welche in der Form der Banderolenbesteuerung eine Mehrbelastung des Tabaks von brutto mehr als 90 Millionen Mark bezweckt, ein aus dem Schoße der Kommission hervorgegangener Vorschlag einer Rohtabakwertsteuer mit einem annähernd gleichen Mehrerträgnis vor. Beide Steuerprojekte sind ganz besonders geeignet, sowohl durch die Höhe als durch die Form der Mehrbelastung den Mittel- und en. Freitag, 16. April: Mignon, Oper in drei Aufzügen n Michel Lulte und Jules Barbier. Musik von Ambroise Lhomas. Nicht nur ist uns die Verhunzung von Goethes Wildelm Meister zu einem Operntext ein Greuel, sondern auch die keichte Musik paßt so wenig zu der Gemütstiefe, die Goethe in die Gestalten seines Romans gelegt hat, daß ein deutsches Pubnum sich diese Oper nicht gefallen lassen sollte. Die Aufführung var allerdings sehr gut. Kapellmeister Max Cahnbley hatte mit der Einstudierung wieder einmal ein Meisterstück geliefert. Die Mignon sang Elisabeth Léclair, welche für diese Rolle eine recht Absche Stimme und eine wundervolle Erscheinung mitbrachte. die Philine war wie im Vorjahr mit Berte Schelper besetzt, 84ch ie war gut. Franz Birrenkoven sang den Wilhelm Meister, *; Sanger hat in seinem Organ das e und nicht das a. Desrad klingt seine Stimme breit, anstatt rund. Den Lothario ung Fritz Bergmann mit schönem Ausdruck. Karl Kruthoffer #r in der komischen Rolle des Laertes famos, er ist ein ausg=prochener Liebling des Publikums geworden. müsse., Nachoem in diesem. Jahre der Pur. und Waldausschuß sich wiederum einstimmig dafur ausgesprochen hatte, beschaftigten sich gestern dieser und der Bau=Ausschuß damit in gemeinsamer Sitzung. Auch der Bauausschuß kam einstimmig dazu, den Entwurf des Bauamts zu empfehlen, wonach das Gewächshaus bei einer Länge von 15 anstatt, wie früher, von 20 Metern 18000 statt 24000 Mk. kostet. Es handelt sich hier nicht um eine unnütze Ausgabe, sondern es ist werbendes Kapital, welches damit angelegt wird. Auf Anfragen an eine große Anzahl von Städten waren Antworten eingelaufen, welche den Bau eines Gewächshauses dringend empfehlen. Das Gewächshaus soll nur dem eigenen Bedarf der Stadt dienen. — Das städtische Orchester veranstaltet am Sonntag, nachmittags 4 Uhr, das 7. Abonnementskonzert der Schützengesellschaft auf dem Johannisberg. Vorverkaufskarten haben nur fur Mitglieder Giltigkeit. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Heute findet als erste Opern=Vorstellung zu kleinen Preisen eine Aufführung von Carl Maria von Webers„Der Freischütz" statt. Morgen(Sonntag) wird„Lohengrin“ gegeben und am Montag geht„Martha“ oder„Der Markt von Richmond“ in Szene.„Tiefland“ wird Dienstag wiederholt. — Polizeibericht. Beaussichtigung der Hunde. Auf Grund der Polizeiverordnung vom 8. Oktober 1895 wird folgendes bekannt gegeben: Der Eigentümer eines Hundes und derjenige, welcher, ohne Eigentümer zu sein, einen Hund in Veswahrung hat oder außerhalb der Wohnung mit sich führt, ist verpflichtet, zu verhindern, daß Fußgänger, Reiter, Radfahrer, Fuhrwerke oder Vieh durch den Hund verfolgt oder belästigt werden und daß jemand sonstwie an seiner Person oder seinem Eigentum durch den Hund Schaden erleide. Insbesondere darf niemand seine Hunde in Feldern, Wiesen, Wäldern und Holzungen aufsichtslos umherlaufen lassen. Gefunden: 1 Brosche mit 3 weißen Steinen; 8 Fahrradachsen; 1 Freundschaftsring mit blauem Stein; 1 goldene Halskette mit Medaillon; 1 schildkrötenledernes Damenportemonnaie mit Inhalt; 1 silberne Damenuhr mit Goldrand Zugelaufen: 1 grauer Spitzhund. Verloren: 1 mattgoldene Brosche mit 1 Perle; 1 schwarzer Regenschirm mit Vogelkopfgriff. Eingebrochen wurde in der Nacht zum 16. 41 09 in die Wohnung des Pfarrers S. in Stolzenau und daraus mehrere goldene und silberne Geräte(Löffel, Messer, Gabeln) entwendet. Einige enthalten das Monogramm„M. S.“ und„W. S.“ or Ankauf wird gewarnt. Entwendet wurden in der Nacht zum 16. 4. 09 aus einem Zwinger an der Friedrichstraße zwei weißschwarze Kaninchen im Werte von 15 Mark. weger Trunkenheit: 10 Unterkunft. Festgenommen wurde 1 Per“#Sdachlos erbialten im Polizeige, Sachlage mußte die Hoffnung auf eine Freilassung des Tabaks bei der Durchführung der Reichsfinanzreform als sehr gering angesehen werden. Die obengenannten Vertrauensmänner der Mitglieder des Deutschen Tabakvereins haben sich deshalb entschlossen, durch Erklärung der Bereitwilligkeit zur Annahme eines kleineren Uebels ein größeres Uebel abzuwenden und die Denkschriftkommission des Deutschen Tabakvereins den maßgebenden Stellen zur Mitarbeit bei der Lösung der Tabaksteuerrage zur Verfügung gestellt. Die von dem Vertrauensausschuß gemachten Vorschläge schwächen die schädigende Wirkung jeder Mehrbelastung durch die wesentliche Ermäßigung der Bruttobelastung und insbesondere auch durch die gewählte Form der Erhöhung der jetzigen Steuerund Zollsätze unter billigerer Abfertigung der zur Rauch=, Kauund Schnupftabakfabrikation bestimmten Tabake, sowie auch durch die beantragte Verlängerung der Zollkreditfrist auf neun Monate stark ab. Die Großfabrikanten haven also unter schärfster Bekämpfung der ihr Sonderinteresse fördernden Banderolensteuer und Wertverzollung mit ihrem Gesamtvorschlage wie den Einzelvorschlägen(Nachverzollung. Verlängerung der Zollkreditfrist) nicht in verwerflichem Egoismus, sondern nach bestem Wissen und Gewissen insbesondere im Interesse der kleinen und mittleren Fabrikanten sowie der Arbeiter gehandelt. Das Gegenteil der Behauptung der Herforder Versammlung ist also die Wahrheit! Berlin, den 31. März 1909. Der Vorstand des Deutschen Tabakvereins. Geh. Kommerzienrat A. Collenbusch(i. Fa. A. Collenbusch.) Dresden, Vorsitzender. H. J. Minderop(i. Fa. Franz Foveaux), Köln a. Rh. Erster stellvertretender Vorsitzender. Julius Thorbecke(i. Fa. A. H. Thorbecke& Co.), Mannheim, zweiter stellvertretender Vorsitzender. J. L. Flink(i. Fa. Flink& Grünsfelder), Frankfurt a. M. Schatzmeister.„ B—. Franz Doms(i. Fa. Joseph Doms), Kativor, Beisitzer. Syndikus Jos. Schloßmacher, Frankfurt a. M. s. Herford, 16. April. Stadtverordneten= Sitzung. Zur Einführung des 2. Bürgermeisters Dr. Heß erhalt der 1. Bürgermeister Busse das Wort. Die Wahl sei, nachdem Herr Dr. Heß die Stelle 4 Monate kommissarisch verwaltet habe, genehmigt worden. In diesen 4 Monaten habe Dr. Heß sich zum Teil mit den hiesigen Verhältnissen vertraut gemacht. Wohl seien die Aufgaben groß und oft sei es schwer, das Rechte zu treffen, immer aber müsse man sich von dem Pflichtgefühl leiten lassen und von dem Bestreben, nur das Beste für die Bürgerschaft leisten zu wollen....g.g gaf Nach Ablegung des Diensteies vanrt der 2. Bürgermeister für die entgegenkommenden Worte, wie auch für das Vertrauen des Kollegs. Er verspricht seine ganze Kraft in den Dienst der Stadt zu stellen und mitzuarbeiten an der Erreichung hoher Ziele. Unter Mitteilungen verliest der Vorsteher eine Petition gegen die Aufstellung des Milchhäuschens am alten Markt. Herr 1. Bürgermeister Busse bedauert derartige Eingaben, wenn man sich hiernach richten wolle, werde jede Aussicht für die Aufstellung des Häuschens genommen. Der alte Markt sei als einzig passend bestimmt worden und davon könne heute nicht mehr abgegangen werden. Um aber den Wünschen entgegen zu kommen, soll das jetzt bestehende Wasserhäuschen entfernt werden. Herr Kommerzienrat Böckelmann bekennt, daß auch er zu dem Milchhäuschen einen Beitrag geleistet habe. Er habe geglaubt, daß die Einrichtung zum Segen gereiche. Umsomehr müßte es Wunder nehmen, daß ein Teil der Bürgerschaft darauf hinausgehe, die Einrichtung ins Lächerliche zu ziehen. Auch Herr Professor Fellioger spricht die Ansicht aus, daß die Kreise der Bürgerschaft, welche sich gegen die Aufstellung des Milchhäuschens wenden, die ganze Frage dem Fluche der Lächerlichkeit preisgeben. Wer da meine, daß der Marttplatz durch die Aufstellung verunziert werde, der habe. Mangel an Kunst= und Schönheitssinn, das schmucke Häuschen werde dem Markte zur Zierde gereichen.— Der Vorsteher teilt dann noch mit, daß am 21. März eine außerordentliche Revision der Kämmereikasse stattgefunden habe.— Zur Kenntnis wird der Stromlieferungs=Vertrag genommen und dabei der Wunsch ausgesprochen, daß der Vertrag vervielfältigt und den Stadtverordneten zugestellt wird.— Zu den Magistrats=Vorlagen referiert der Staotv. Koch über den Ankauf der Wulfmeierschen Besitzung, Schon früher habe sich die Stadt einmal mit dem Anbeschäftigt, dazumal sei aber der Preis zu hoch erschienen, man habe deshalb Abstand genommen. Immer mehr trete aber die Notwendigkeit hervor, den Schulplätz zu vergrößern. Die Vergrößerung betrage 400 Quadratmeter. Herr Deppermann ist von dem Ankauf nicht erbaut. Herr Stranghöner gibt den Rat, vom Ankaufe des Hauses abzusehen und nur den Platz zu kaufen. Die Vorlage, die Besitzung zum Preise von 10000 Mk. zu kaufen, wird angenommen.— Ebenfalls um Vergrößerung des Schulplatzes(Diebrockerstraße) handelt es sich beim nächsten Punkt. Allgemein werden die geforderten Preise von 45 und 50 Mk. pro Rute als zu hoch bezeichnet. Die Vorlage wird mit der Bedingung, erneut mit den Besitzern in Verhandlung zu treten, zurückgestellt.— Ohne Diskussion angenommen wird die Festsetzung der Fluchtlinie für den Welbrockerweg und der Austausch von Grundstücken an der Waltgeristraße.— Bei der Bewilligung des Kleinpflasters für die Friedhofstraße wird der Antrag gestellt, die Brücke auf die Straßenfläche zu verbreitern. Eine rege Debatte entspinnt sich über die Vergrößerung der Fellhalle auf dem städtrichen Schlachthofe. Herr Schönfeld teilt mit, daß sich ein Fellhändler bei ihm darüber beschwert habe, daß die Fleischer einen Handel mit den Fellen treiben, wodurch er geschädigt und seine Steuerkraft vermindert worden sei. Die Mehrzahl der Redner steht jedoch auf dem Standpunkte, daß der Handel den Fleischern nicht verboten werden könne, die Stadt habe keine Veranlassung, die Partei eines einzelnen zu ergreifen.— Nun gelangt eine ganze Reihe von Forderungen der Polizeiverwaltung zur Verhandlung. Dieselben sind: Einrichtung einer Kriminalabteilung, Bewilligung eines einmaligen Zuschusses für notwendige Anschaffungen und eines monatlichen Zuschusses von 10 Mk. fur 2 Kriminalbeamte, Anschaffung und Erhaltung von 2 Polizeihunden und Anschaffung von 4 Gummi=Umhängen für Polizeibeamte. Der 2. Bürgermeister gibt hierzu noch die Diensteinteilung der Polizeibeamten bekannt. Zwei Beamte gehören zur Kriminalabteilung, zwei Beamte versehen den Bahnhofsdienst und 12 Beamte teilen sich mit 24stündiger Dienst= und Ruhezeit in den Wach= und Straßendienst. In der 24stündigen Ruhezeit müssen von den Beamten die Botengänge und Zustellungen erledigt werden. Nachdem der Stadtv. Detering die Findigkeit der Polizei als nicht gerade hervorragend bezeichnet hat und die einzelnen Forderungen bewilligt sind, referieren die Herren Müller, Hülsekbeck, Reischauer und Siepe über die Beanstandungen der Rechnung der Armenkasse, der höheren Mädchenschulkasse, der Fortbildungsschulkasse und der Schlachthofkasse. Einwendungen werden hierzu nicht beliebt. Es folgt hierauf eine nicht offentliche Sitzung. * Herford, 16. April. Achtung, Möbeltischler! Bei der Firma F. Stüker, Möbelfabrik, sind Lohndifferenzen ausgebrochen. Zuzug ist fernzuhalten. * Detmold, 16. Aprik. Die Bräude von Häusern und Gehöften, sowie die Waldbrände haben in Lippe im ersten Vierteljahre eine solche Ausdehnung angenommen, daß sich die Regierung veranlaßt steht, im Amtsblatt eine Warnung zu veröffentlichen, und ersucht, mit größter Vorsicht umzugehen und keine brennenden Streichhölzer im Walde wegzuwerfen. Die Regierung macht außerdem bekannt, daß die Schadenfeuer auf dem Kolonate Schäfer Nr. 66 in Elbrinxen am 14. Februar d. J. und auf dem Kolonate Föste Nr. 27 in Elbrinxen am 16. März dieses Jahres auf Brandstiftung zurückzuführen sind, und setzt zweimal 1000 Mark Belohnung aus demjenigen, der den oder die Brandstifter so zur Anzeige bringt, daß gerichtliche Bestrafung erfolgen kann. * Lohne, 16. April. Drei Tage Arrest für ein Lächeln. Bei der Kontrollversammlung hier am Mittwoch hielt ein Offizier unter Assistenz des Bezirkskommandeurs in Detmold die vorschriftsmäßige Ansprache an die Mannschaft über das militärische Strafverfahren und das Beschwerderecht der Soldaten. Als er hiervei mit besonderer Emphase betonte, daß es Gerechtigkeit im deutschen Heere gäbe, huschte über da: Gesicht eines der Anwesenden ein Lächeln. Es mag sein, daß dieses Lächeln bei dem Betreffenden durch seine Erinnerungen an den Chinafeldzug, den er mitgemacht hatte, hervorgerufen wurde. Der Bezirkskommandeur bemerkte das Lächeln und die Folge war, daß dem armen Sünder drei Tage Arrest zudiktiert wurden, welche er hoffentlich, ohne weiteren Schaden zu leiden, überstehen wird. Ob er nun künftig nicht mehr lächeln wird, wenn von der Gerechtigkeit im deutschen Heere gesprochen wird? * Minden, 16. April. Ortskrankenkasse III für Fabrikarbeiter. Am Dienstag, 20. April, abends 7¼ Uhr, findet im Restaurant„Bürgerverein“ die außerordentliche Generalversammlung obiger Kasse statt. Auf der Tagesordnung steht u. a.:„Gehaltserhöhung des Kassierers". Dieser Punkt, der schon die letzte Generalversammlung im März beschäftigte, aber damals nicht verhandelt werden konnte, weil er nicht auf der Tagesordnung stand, ist wichtig genug, um alle Arbeitnehmervertreter zu veranlassen, in der Versammlung zu erscheinen. Leider muß gesagt werden, daß das Interesse der Arbeitnehmervertreter an den Generalversammlungen der Krankenkasse zu wünschen übrig läßt. Mögen diese Zeilen daher dazu beitragen. daß es anders wird. * Stadthagen, 17. April. Am 2. Ostertage tagte im Restaurant„Niedersachsen“, eine Bezirks=Konferenz der Lagerhalter des Bezirks Hannover. Es waren 35 Lagerhalter und 4 Verwaltungsmitglieder erschienen, und zwar Lagerhalter aus Linden 9, Hannover 7, Gerzen 1, Rinteln 1. Beeke 1, Nienstedt 1, Vehlen 1, Gelldorf 1, Hausberge 2, Minden 1, Stadthagen 3, Lindhorst 1, Wendthagen 1, Meerbeck 1, Hameln 2, Südhorsten 1, Hagenburg 1; Verwaltungsmitgliedes aus Stadthagen 1, Rinteln 1, Meerbeck 2.„Ueber Zweck und Nutzen der gewerkschaftlichen Organisation“ referierte Lagerhalter A. Müller=Gerzen. Er führte den Anwesenden in sachlicher Weise die Notwendigkeit vor Augen, sich ebenso wie jeder andere Arbeiter ihrer beruflichen Organisation anzuschließen. In seinem lehrreichen Vortrage kritisierte er u. a. die übermäßig lange, auf Geist und Nerven erschlaffend wirkende Arbeitszeit und die ganz zwecklos lang ausgedehnten Geschäftsstunden an den Sonn= und Feiertagen in manchen Konsum=Vereinen. Er führte hierbei an, daß der Lagerhalter nicht nur physische, sondern auch geistige Arbeit zu verrichten habe. Zu all diesen Uebelständen stellte er die hierzu im krassen Gegensatz stehende, gänzlich unzureichende Entlohnung der Lagerhalter ins rechte Licht. In der Diskussion sprächen sich mehrere Lagerhalter im Sinndes Referenten aus. Lagerhalter Müller=Hameln kritisien, scharf die hohen Kautionen, die die Lagerhalter stellen müssen dadurch müsse mancher tüchtige Arbeiter auf den Posten eine Lagerhalters verzichten. Als Delegierte zur Generalversamp, lung in Frankfurt a. M. wurden die Lagerhalter Karl Weber. Linden und H. Schwalbach=Hannover gewählt. In„Verschiedenes“ erklarte der Vorsitzende Weber=Linden den Fall des früheren Lagerhalters Paul vom Konsumverein Enzen=Holbensen und wie demselben durch den Verband der Lagerhalter zu seinem Recht verholfen wurde. Hätte der schaftsführer des dortigen Vereins, Herr Wilkening, nicht so große Halsstarrigkeit an den Tag gelegt gegenüber dem Vor. sitzenden des Lagerhalter=Verbandes und mit der Organisation verhandelt, hätte die Sache auf gütlichem Wege erledigt werden können. Es wären dann die Anwalts= und Gerichtskosten gespart worden. Für diese gewiß nicht unerheblichen Kosten könn. ten die Mitglieder des betreffenden Vereins sich bei dem schäftsführer Wilkening bedanken. Am Schlusse der Konferen ließen sich 8 Lagerhalter in den Verband aufnehmen. * Geldern, 16. April. Mehr als 2000 Tabakarbei. ter und Fabrikanten aus den Hauptsitzen der nieder. rheinischen Tabakindustrie Goch, Geldern, Rees, Cleve, merich, Kaldenkirchen, Orsoy und Duisburg protestierten in zwei Versammlungen in Geldern gegen die neue Tabaksteuer. vorlage. In beiden Versammlungen wurde einhellig eine Resolution angenommen, in der namens der kleinen und mittleren selbständigen Fabrikanten und Händler sowie der Arbeiter unter scharfer Verurteilung der Stellungnahme des Tabakvereins gegen jede Mehrbelastung der Tabakindustrie Protest einge. legt wird. Hamburg, 17. April. Gegen den Kaufmann Wichmann, der siebenfacher Millionär ist, wurde eine Untersuchung wegen umfangreicher jahrelanger Honigfälschungen eingeleitet. Er wird beschuldigt, seit Jahren bis zu zwei Dritteln mit Zucker verfälichten Honig nach sämtlichen Teilen Deutschlands verkauft zu haben. Dresden, 17. April. Leutnant Martini vom Leibgardereaiment wurde vom Kriegsgericht wegen vorschriftsr Behandlung Untergebener zu 5 Tagen Stubenarrest 17. April. Das Schöffengericht zu Weyer in der Rhön verurteilte den Arzt Dr. Heisterkamp wegen Beleidigung des Pfarrers Trappe in Schmalnau zu 3 Monaten Gefängnis. Paris, 17. April. Nach einer Meldung aus Dakar lehnte die Mannschaft des französischen Kreuzers„Du Chayla“ sich gegen den Kommandanten auf, weil sie sich durch die Arbeit an Bord übermüdet fühlte. Der Kommandant bewilligte nach mehrstündigem Zaudern die Forderungen und ließ zur Aushilfe eine Anzahl Neger einstellen. Newyork, 17. April. Infolge der Explosion eines Gas. ofens ist gestern in San Franzisko das Hotel St. George, das nach dem Erdbeben aus Holz wieder aufgebaut worden war, vollständig niedergebrannt. Da das Hotel weder Notleitern, noch Notausgänge hatte, so konnten sich die Gäste nur sehr schwer in Sicherheit bringen. Von 230 Hotelgästen werden 55 vermißt, die wahrscheinlich in den Flammen umgekommen sein dürften. Außerdem sind viele Personen verletzt. Bisher wurden sechs Leichen geborgen. husaren widrige verurte schwache Suppen usw. erhalten augenblicklich unvergleichlichen Wohlgeschmack mit einigen Tropfen A MERG — nicht mitkochen, erst beim Anrichten beifügen. MAGGIS Würze ist sehr ausgiebig, man verwende stets den Würzesparer.“ — Probefläschohen 10 Pfg.— 2e Schutzmarke Kreuzstern „MAGGIs gute, sparsame Küche“. Lannziehen mit Anastheticum. Fast schmerzl. 1 Mk. Kinder 50 Pf. Kassenmitglieder ohne Zuschlag. Künstl. Zähne, plombieren 2c. billigst. S. Klarowicz, 1800 Brunnenstraße. Die Beleidigungen und Verdächtigungen die wir über die Dachdeckergesellen C. Rinke u. F. Drösker ausgesprochen haben, nehmen wir hiermit zurück. 2256 Ww. Behrens u. H. Behreus. Kleine Anzeigen=Eile. 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Polden, in dem Schluß heißt: Wir wissen zu sterben, ein Ausweichen gibt #g nicht. Die Vorkehrungen zum Marsch nach Konstantinopel werden deshalb fortgesetzt. Auf das jungtürkische Ultimatum ist seitens des Yildiz eine ausweichende Antwort erteilt worden. Auf der hiesigen türkischen Botschaft ist man wegen der Er#eignisse in Salonin sehr besorgt. Der Botschafter außerte sich zu einem Diplomaten dahin, daß er nach seinen Informationen an einen Sieg der jungtürkischen Sache glauben muß. Belgrad, 17. April. Wie verlautet, sind aus Monastir zwei Bataillone Infanterie und außerdem Schützen nach Konstantinopel abgegangen. Die Offiziere des 3. Armeekorps und das jungtürkische Komitee sind ständig in Saloniki versammelt und unterhalten ununterbrochen Verbindung mit den Komitees in Uesküb, Monastir und Jannina. Der hiesige türkische Gesandte soll eine Depesche erhalten haben, wonach die Aufständischen 4 Stunden Pera und Galata hombardiert haben. 8000 Menschen sollen getötet und alle jungtürkischen Zeitungsredaktionen zerstört worden sein, so daß die Zeitungen ihr Erscheinen eingestellt haben. Viele Offiziere seien umgebracht. Hier geht das Gerücht, in Altserbien herrsche unter den Arnauton eine starke Gährung. Trotz aller Dementis erhalten sich die Gerüchte, daß Bulgaren im Geheimen mobilisiere. Handelsminister Churchill sagt in seinem Briefe an den Vorsitzenden des liberalen Klubs von Dundee, der sich mit der Flottenfrage beschäftigt und den jüngsten Flottenalarm bekämpft, unter anderem:,...„.„ Hameif..... Die Admiralitat ist bereit zu beweisen, daß die britische Flotte nicht nur jeder vernünftigerweise wahrscheinlichen Kombination zweier Mächte überlegen ist(auch im Jahre 1912), sondern auch der Kombination der beiden nächststärksten Mächte Europas, ohne Rücksicht darauf, ob eine solche Kombination wahrscheinlich ist. Es würde toricht von uns sein, wenn wir Schiffe gegen die Vereinigten Staaten bauen wollten. Es ist nicht die Politik der britischen Regierung, bei der Aufstellung des Flottenprogramms die amerikanische Flotte in Betracht zu ziehen, weil wir nicht glauben, daß irgend eine vernünftigerweise wahrscheinliche, ja menschlich faßbare Kombination gegen den Frieden und die Freiheit Großbritanniens bestehen konnte, die die Flotte der Vereinigten Staaten in sich schlösse. Churchill schloß: Ich habe den größten Irrtum bis zuletzt gelassen. Es ist der, daß es einen tiefen Interessengegensatz zwischen dem deutschen und dem englischen Volke gebe, der nur durch eine äußerste Kraftprobe gelöst werden könne, und der uns dem Wechsel des Schicksals unwiderstehlich entgegentreibe. Keine verhängnisvollere Vorstellung könne das Hirn eines Staatsmannes lähmen. Es gibt keinen natürlichen Gegensatz zwischen den Interessen des englischen und des deutschen Volkes. Keine jener Streitigkeiten, verursacht durch Rassen-, territoriale, dynastische oder religiöse Fragen, die in der Vergangenheit die Welt bewegt haben oder in der Gegenwart zu der unvestandigen Haltung der Staaten beitragen, existiert zwischen England und „Deutschland oder hat je zwischen ihnen existiert. Wir haben uns an große Dinge aus der Vergangenheit zu erinnern und nichts zu vergessen. Es gibt zweifellos eine Rivalität im Handel, es gibt aber auch eine wirkliche und wachsende Abhängigkeit. Keine kontinentale Nation ist unserem Handel notwendiger als Teutschland; es ist unser bester Kunde, wie wir es von ihm sind. Trotz der übelwollenden Kräfte, die wir in allen Ländern am Werke sehen, ruht der europäische Friede von Jahr zu Jahr auf einer immer breiteren und tieferen Grundlage. Die Verflechtung der gemeinsamen Interessen, der Zusammenhang des modernen Lebens, die Verbesserungen in den Verkehrsmitteln, die Ausbreitung der Kenntnisse, der Kultur und des Komforts: alles weist auf größere Sicherheit und auf ein immer deutlicher erkennbares gemeinsames Interesse zwischen allen Ländern hin, und zwischen wenigen Ländern mehr als zwischen Deutschland und England. Wenn allmählich ein ernsthafter Gegensatz zwischen. beiden Völkern hervorgerufen worden ist, so wird dieser nicht zurückzuführen sein auf das Wirken irgend welcher natürlichen oder unpersönlichen Kräfte, sondern auf die verbrecherische Tätigkeit einer verhältnismäßig kleinen Anzahl von Persönlichkeiten in beiden Ländern und auf die sträfliche Leichtgläubigkeit breiter Volksschichten. Es wird die erste Pflicht der einsichtsvollen und führenden Männer sein, diesen wie ein Alpdruck auf uns lastenden Stimmungen entgegenzutreten und die gehassigen und täuschenden Annahmen zurückzuweisen. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Albin Schädlich, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. Ws Ahaben-Kollreiliensok wird zu Schleuderpreisen fortgesetzt ahnhofstrasse 19(im Langendorfschen Lokal). nür im neuen Rathause. insfuß A Herkord! Achlung: Herford! 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April starb nach langem, schweren Leiden unser langjähriger Mitarbeiter und Verbandskollege im Alter von 63 Jahren.— Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Seine Mitarbeiter der Firma Dürkopp& Co. Abteilung Nickelei. Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Sieker 122, aus statt. Sammelpunkt der Kollegen 3½ Uhr beim Wirt Hermelbracht.[2243* Todes=Anzeige. Am Freitag nachmittag 4 Uhr starb nach kurzem, schweren Leiden unser innigst geliebter Vater, Schwiegervater Schwager, Großvater und Onkel s2262* Gottfried Kobnsch im Alter von 75 Jahren. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme liefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 4 Uhr, 195, aus statt. vom Trauerhause, Herforderstraße 135 ** Unentgeltliche Einziehung der Spareinlagen von R0 Albelm Esen, Schlachtermeister Radewigerstrasse 6. 2224 halte zu Hochzeitsfahrten und sonstigen Vergnügungstouren bestens empfohlen. 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Ebensos stellen, ob und wie l Arbeit des Entripper wiederum die rührig Folgende mitteilt: Frauen in ihren Wol schäftigt sind, helfen zum großen Teil be ist an sich nicht verbo geblich nur zu erlaul Gehilfen(der Gewei Beschäftigung aufmer daraufhin in seiner Gehilfe bezeichnete der ihr blasses Aussehen hatte er richtig ge#el ihren elterlichen Woh Zigarenfabrikation 1 Vermutlich werden hinein zu dieser, für Arbeit mit herangez schäftigung kaum dur Andere Bekundur schädlichen Einfluß,1 verlichen und geistige stungen in der Schu Aufhören der Erwe Eltern, z. B. des Schule, zur Folge hat Die Erlaubnis d Eltern ist überhaupt gesetzes. Nicht nur, ständlich ist, warum es für die eigenen C austrägt; alle diese mungen beeinträchtig es zu einem stumpfe schutzes. Aus ähnlic verbeinspektion Mai Eingriff in die Rech Wir haben die Z1 licher gewürdigt, als angemessen scheint. die vorbildliche Tätig Offenbach wurden be angetroffen), insbeso Umstand, daß in H Bruchteil der volksse zigen der Gesamtarb trotzdem ergibt, w Gesetz ist, wie zahlre daß und wie sehr ver gesetz ist. Wie mag in den textilindustri ringen usw. ausscha neutralem Boden, so gend ergibt sich auch die Forderung, jeden Kindern fallen zu le kindlicher Erwerbstä u. Schriftband 3.95, 2.50, 1.95, mit reicher Garnitur blau-weiss und braun-weiss Stroh mit Bandgarnitur 3.50, 2.75, 1. 95, 1. 45, Dieser Hut aus Fantasie-Geflecht mit reicher Seiden-Garnitur kostet Dieser Hut mit reicher Seiden-Barnitur, breite Posen kostet Hüte und Hauben 1 Posten zurückgesetzte ohne Rücksicht auf den früheren Wert Jockey-Mützen:: Teller-Mützen s: Wasch-Hüte: Stickerei-Hüte:: enorme Auswahl— billigste Preise! Kinder-Hauben in Baist, Seide und Cachemire 3.50, 2.25, 1.65, zum Aussuchen Niedernstrasse 13. 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Die Gesamtzahl der erwerbstätigen Kinder ist, trotz mancher Schwankungen im einzelnen, in ständiger Abnahme begriffen, Sie betrug im Jahre 1903 noch 3,7 Prozent aller Volksschulkinder und war im Jahre 1908 auf 3909 oder 1,96 Prozent aller die Volksschule besuchenden Kinder gesugken,„„ g 1146 M Man darf indessen dieser Zahl keine auzu gloße Beveutung beimessen, da nach Angabe der Lehrer„die Kinder häufig auf Veranlassung der Eltern ihre gewerbliche Tätigkeit verschweigen. So in der Posamentenindustrie bei Seligenstadt(Bezirk Offenbach), die etwa 400 Heimarbeiterinnen und dabei 120 Familien mit schulpflichtigen Kindern aufweist. Während nun in früheren Jahren die bezügliche Hilfeleistung der Kinder von Eltern und Kindern zugestanden wurde, geschieht dies heute nur vereinzelt. Ebenso schwer ist es, nachgewiesenermaßen, festzustellen, ob und wie lange Kinder bei der gesundheitsschädlichen Arbeit des Entrippens von Tabak festgehalten werden. Es ist wiederum die rührige Inspektion Offenbach, die darüber das Folgende mitteilt:„In einem Landorte, in welchem vielfach Frauen in ihren Wohnungen mit dem Ausrippen von Tabak beschäftigt sind, helfen die schulpflichtigen Kinder dieser Frauen zum großen Teil bei dieser Arbeit mit. Die Beschäftigung ist an sich nicht verboten(leider! Anm. d. R.) und geschieht angeblich nur zu erlaubter Tagesstunde. Ein Lehrer machte den Gehilfen(der Gewerbeinspektion) auf die Schädlichkeit dieser Beschäftigung aufmerksam mit dem Bemerken, dieser möchte sich daraufhin in seiner Klasse die Kinder einmal ansehen. Der Gehilfe bezeichnete dem Lehrer 13 Kinder der Klasse, welche durch ihr blasses Aussehen seine Aufmerksamkeit erregten. Tatsächlich hatte er richtig gesehen. Nur zwei Kinder, die gleichfalls in ihren elterlichen Wohnungen zum Ausrippen von Tabak für die Zigarenfabrikation verwendet wurden, fand er nicht heraus. Vermutlich werden die Kinder häufig bis in die tiefe Nacht hinein zu dieser, für ihren zarten Organismus sehr schädlichen Arbeit mit herangezogen! Eine Kontrolle ist bei dieser Beschäftigung kaum durchführbar!“ Andere Bekundungen von Lehrern bezeugen neben dem schädlichen Einfluß, den die frühe Erwerbsarbeit auf den körverlichen und geistigen Zustand der Schüler wie auf ihre Leistungen in der Schule ausübt, die günstige Wandlung, die ein Aufhören der Erwerbsarbeit oder auch der Arbeit für die Eltern, z. B. des Austragens von Backwaren usw. vor der Schule, zur Folge hatte. Die Erlaubnis des Arbeitens der Kinder für die eigenen Eltern ist überhaupt das schlimmste Kapitel des Kinderschutzgesetzes. Nicht nur, daß es und mit Recht den meisten unverständlich ist, warum ein Kind weniger geschädigt sein soll, wenn es für die eigenen Eltern, als wenn es für Dritte Backwaren austrägt; alle diese Verklausulierungen und Ausnahmebestimmungen beeinträchtigen die Tragkraft des Gesetzes und machen es zu einem stumpfen und untanglichen Werkzeug des Kinderschutzes. Aus ähnlichen Erwägungen wirft denn auch die Geverbeinspektion Mainz die Frage auf, ob nicht ein gesetzlicher Eingriff in die Rechte der Eltern am Platze wäre. Wir haben die Zustände im Großherzogtum Hessen ausführlicher gewürdigt, als es vielleicht der Größe dieses Bundesstaates angemessen scheint. Aus verschiedenen Gründen. Da ist einmal die vorbildliche Tätigkeit aller Ueberwachungsorgane(im Bezirk Offenbach wurden bei 375 einschlägigen Revisionen 409 Kinder angetroffen), insbesondere der Lehrerschaft. Da ist weiter der Umstand, daß in Hessen die Kinderarbeit nur einen kleinen Bruchteil der volksschulpflichtigen Bevölkerung und einen winzigen der Gesamtarbeiterschaft darstellt. Wenn sich dabei nun trotzdem ergibt, wie ungenügend und unverständlich das Gesetz ist, wie zahlreich die Verfehlungen, so geht daraus hervor, daß und wie sehr verbesserungsbedürftig dies sogenannte Schutzgesetz ist. Wie mags in den Zentren der Kinderbeschäftigung, in den textilindustriellen Bezirken, im Spielwarenlande Thüringen usw. ausschauen, wenn schon hier, auf vergleichsweise neutralem Boden, solche Dinge herauswachsen! Und wie zwingend ergibt sich auch hier wieder als der Weisheit letzter Schluß die Forderung, jeden Unterschied zwischen eigenen und fremden Kindern fallen zu lassen und dafür das Verbot jeder Art von kindlicher Erwerbstätigkeit zu setzen, um so mehr, als das Aufhören derselben ja keineswegs ein Unterbinden der im erziehlicher Hinsicht so außerordentlich wertvollen Betätigung der Kinder in Hauswirtschaft, Garten usw. darstellt. Grmrinschäftliche Genrratdrrsummtung der Sallter und Horlesenirt. K. Köln, 16. April 5. Verhandlungstag. lingsfrage im Sattler= und Portefeuillerverband, beschäftig und den Vorstand verpflichtet, die geistige und körperliche ausbildung der Lehrlinge zu fordern, wird dem Vorstande zur Berücksichtigung überwiesen. Ferner wird ein Antrag angenommen, der den Kollegen empfiehlt, überall darauf hinzuwirken, daß das Werkzeug dem Arbeiter gestellt oder die Abnützung entschädigt wird. Die Gehaltsfrage wird nach folgender Stala geregen: Das Anfangsgehalt des Zentralvorstandes soll 2000 Mark betragen und bis zum Höchstgehalt von 3000 Mark steigen. Das Anfangsgehalt der Orts- und Gaubeamten soll 1800 Mark betragen und bis 2400 Mark steigen.„ In diesem Jahre soll jeder dieser letzteren eine Steigerung von 100 Mark erhalten. Solche, die in Städten mit über 200 000 Einwohnern ihren Wohnsitz haben, sollen außerdem einen jährlichen Wohnungszuschuß von 100 Mark erhalten. Als Vorsitzende werden Blum und Weinschild gewählt; als Ausschußvorsitzender Hackelbusch=Berlin, als Kassierer Riedel. Die„Sattler= und Portefeuiller=Zeitung“ soll künftig achttägig erscheinen. Müntner wird als Redakteur gewählt. Der nächste Verbandstag soll 1912 in München abgehalten werden.. In seinem Schlußresumee weist Blum auf die hohe Bedeutung dieser Generalversammlung hin. Er spricht seine Befriedigung aus, daß über alle Fragen Verständigung, wenn auch oft nach stürmischen Debatten, erzielt ist. Mit der Hoffnung, daß es gelingen möge, alle Berufskollegen der Organisation zuzuführen, schließt Redner die erste Generalversammlung des Sattler= und Portefeuillerverbandes. 10. Verbandstag des Zeutralverbandes der K. Köln, 16 April. 5. Verhandlungstag. Ueber Lohnbewegungen und Streiks referierte Kollege Behrend=Hamburg. Redner geht auf die Mißstimmung der Kollegen ein, die sich auf Grund der zentralen Tarifabschlüsse bemerkbar gemacht hat. Er führt weiter aus, daß der Kampf mit dem Unternehmertum heute ganz anders geführt werden muß, als früher. Seit langer Zeit arbeitet der Arbeitgeberbund daran, die Tarife im Baugewerbe auf einen Tag zum Ablauf zu bringen, welcher Zweck damit verfolgt wird, wissen wir. Man will unsere Organisation zerstoren und unsere Kassen leren, damit wir dem Unternehmertum auf Gnade oder Ungnade überantwortet werden. Das Geheimprotokoll hat uns genügend über diese Absichten orientiert. Die Vereitelung dieser Pläne zwang den Vorstand zu seinem Vorgehen, den Kollegen, die die Haltung des Vorstandes nicht verstehen können, sei gesagt, daß außerordentliche Fälle auch außerordentliche Handlungen rechtfertigen. Redner entwirft ein Bild, wie sich die Verhältnisse vor Fällung des Schiedsspruchs abgespielt haben. Die Zeit drängte zum Handeln, und daher konnten die Mitglieder nicht befragt werden. Durch die Verhandlungen ist erzielt worden, daß das Wert tüchtig aus dem Mustertarif gestrichen wurde, damit wurde eine Lohnreduzierung von 15 Prozent abgewehrt. Weiter ist eine Lohnerhöhung von 7 Pfg. zugestanden worden, in deren Nutznießung die Mitglieder inneryalb dreier Jahre kommen. Unsere Organisation gab als Gegenleistung das Versprechen ab, im ersten Jahre keine Lohnforderungen zu 15 Roman von Francis Bret Harte. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen v. Auguste Scheibe. „Hören Sie mich bis zu Ende und beurteilen Sie dann selbst, gas zu tun ist,“ sagte Maruja.„Zwischen meiner Mutter und West sind Briefe gewechselt worden. Meine Mutter ist unvorsichtig. Ich weiß nicht, welche vertraulichen Mitteilungen sie Dr. West gemacht hat; aber Sie begreifen, daß wir nicht wünschen, diese Briefe in die Oeffentlichkeit oder in andere Hände kommen zu lassen. Es liegt uns natürlich viel daran, zu verhindern, daß der Briefwechsel von Dr. Wests amerikanischen Freunden, von fremden Leuten durchstöbert, ausgelegt und ausgebeutet wird und sein Inhalt vielleicht zu den Ohrea der Guitierrez kommt. Er gehort in das Grab, welches sich zwischen der Vergangenheit und meiner Mutter aufgetan hat, ief nicht zum Vorschein kommen, um ihr nachzugehen, sie zu ängstigen und ihre Ruhe zu stören.“ „Ich verstehe,“ sagte der junge Offizier einfach.„Sie bevollmächtigen mich, mir diese Briefe zu verschaffen.“ "„Zum Teil, soweit sie sich nicht auf andere Angelegenheiten bezieyen. Jener Mr. Prince, den die hiesigen Amerikaner Aladin nennen, war mit Dr. West befreundet. Sie machten zusammen Geschäfte, und wahrscheinlich wird er die Papiere des Verstorbenen in die Hände bekommen. Alles übrige mussen wir Ihnen überlassen. r b e s t i m m t. Offizier . Der junge Mann Das dürfen Sie,“ entgegnete der junge Uearuja streckte ihm ihre Hand entgegen. beugte sich respektvoll darüber und schritt dann der Tur zu. " Sie hatte Beteuerungen von ihm erwartet, vielleicht selbst das Verlangen einer Belohnung— aber eine feine Empfindung dielt ihm selbst den Gedanken fern, die Gelegenheit zu seinem auszubenten, legte sogar seiner unglücklichen Leidenschaft saun und Zügel an und unterwarf sie seinen Begriffen von Fre. Diese Begriffe von dem, was er seinen Offiziersepauletten, seiner Herkunft und der einfachen Ritterpflicht schuldete, die ihm u zurch seinen eigenen, dem Herzen entspringenden Wunsch und Willen auferlegt wurde— dies alles— es tut uns leid, es Leen zu müssen— war Maruja zum Teil unverständlich, zum dei befriedigte es sie nicht. Seitdem er das Gemach betreten, schien sich ihre beiderseitige Stellung zueinander ganz und gar berandert zu haben. Er war nicht mehr der flehende Anbeter, der zitternd zu ihren Füßen lag. Einen Augenblick kam ihr sodar der niedrige Gedanke, es sei so, weil er jetzt die Schwäche Mrer Mutter kenne— aber schon im nächsten Moment begegnete sie seinem klaren Blicke und errötete vor Scham. Vor dem vittertore, unter dem schattigen Mauerbogen standen sie noch einige Sekunden still. Hier hatte er sie küssen können! Er tat nicht. In der heutigen unheimlichen, verdrießlichen Leblosigkeit des großen Hauses war es möglich, daß der junge Offizier sich für eine Weile unbemerkt entfernte und daß er, ohne Aufsehen zu erregen, sein Pferd für einen einsamen Ritt satteln lassen konnte. Hätte man ihn beobachtet, so würde man vielleicht die Bemerkung gemacht haben, daß die nervöse Reizbarkeit und Aufregung, welche jeden Verliebten als solchen kennzeichnet, fast ganz aus seinem Wesen verschwunden war. Er hatte seine volle soldarische Kaltblütigkeit wiedergegonnen und ritt mit einer Ruhe und in so gemessener Haltung aus dem Patio, als ginge es zur Parade. Er fühlte sich gleichsam im„Dienst“, drückte seinem Pferde die Sporen in die Seite und sprengte auf der Landstraße dahin. Die Bewegung gewährte ihm eine unaussprechliche Erleichterung — war er doch jetzt in Tätigkeit, um einer hilflosen Frau beizustehen und ihr eine Gefälligkeit zu erzeigen. Sein Recht, in die Sache einzugreifen, kam ihm keinen Augenblick zweifelhaft vor, denn er trat damit den Rechten keines anderen zu nahe. Wie alle Menschen mit großem Selbstvertrauen hatte er sich aber keinen Plan für sein Handeln gemacht, sondern verließ sich auf den Augenblick und die Gelegenheit, welche dieser ihm bieten würde.„ So mochte er etwa eine Wegstunde geritten sein, als sein scharfer Blick auf eine im Straßengraben liegende Satteldecke fiel. Der Unglücksfall der letzten Nacht veranlaßte ihn, sein Roß anzuhalten und dieselbe näher in Augenschein zu nehmen. Er hatte ohne Zweifel die Satteldecke Dr. Wests vor sich, welche heruntergefallen war, als der Sattel sich gelöst hatte, nachdem das durchgehende Tier den Körper des Unglücklichen eine Weile mit fortgeschleift. Zugleich fiel ihm aber ein anderer Umstand auf. Die Decke lag ungefähr eine halbe Wegstunde von dem Orte entfernt, wo man den Leichnam entdeckt hatte. Dies stimmte jedenfalls nicht zu der allgemeinen Annahme, daß der Unglücksfall eine Strecke weiterhin stattgefunden und daß der Körper von dem Tiere geschleift worden sei, bis der Sattelgurt gesprungen, und zwar an der Stelle gesprungen, wo man spater den Toten aufgehoben. Carrolls Kenntnisse und Erfahrungen als Soldat und Offizier gaben ihm sogleich die Ueberzeugung, daß der Sattel schon hier gerutscht sein müsse, so daß die Decke darunter hervorgleiten konnte, daß das Pferd dann noch etwa eine englische Meile weit, mit unter dem Bauche hängendem Sattel, dahingejagt sein müsse und daß folglich der Sturz von Sattel, Decke und Reiter gleichzeitig, entweder auf dieser Stelle oder wenigstens in nächster Nähe, stattgefunden habe. Kapitän Carroll war kein Beamter der Entdeckungspolizei: er hatte keine Vermutungen aufzustellen und keine Beweisgründe zu führen, er würde nur als Offizier die bisherige Darlegung des Vorganges, wenn einer seiner Leute sie ihm gegeben hatte, einfach als unmöglich zurückgewiesen haben. Aber er beunruhigte sich nicht weiter damn, umy einer Erklärung zu suchen. Ohne abzusteigen, widmete er nur den Hufspuren am Rande des Grabens, welche noch nicht verwischt waren. größere Aufmerksamkeit; dabei stieß der Fuß seines stellen.— Die weiteren Ausführungen gipfeln in Begründung der vom Vorstand vorgelegten Satzungen, nach denen künftig bei Lohnforderungen verfahren werden soll. Der Referent schließt mit der Versicherung, daß der Vorstand getan habe, was nach Lage der Sache zu tun war.— Die Satzungen werden mit Lenkenau=Bremen: Die Bremer sind mit dem abgeschlossenen Tarif nicht zufrieden, da sie schon lange auf eine Lohnaufbesserung gewartet hatten. Im weiteren sind sie auch heute noch der Meinung, daß der Hauptvorstand schon auf der Hamburger Generalversammlung die kommende Situation hätte überschanen können. Fröhlich=Köln glauot, oaß der Vorstand nicht anders handeln konnte. Er wunscht aber Maßnahmen zu treffen, wodurch in Zukunft solche Vorkommnisse sich vermeiden ließen. Tarifabschlüsse sollen und dürfen die Agitationsfähigkeit nicht hemmen, deshalb müssen dieselben periodisch gestaltet sein. Er glaubt, daß die Furcht vor Aussperrungen oft übertrieben sei. Dieses Machtmittel der Unternehmer kann, wenn die Arbeiter wollen, ein Messer ohne Heft und Klinge sein. Krüger=Straßburg bezeichnet den Schiedsspruch als eine große Tat, wodurch es möglich gewesen sei, den Lohn während der Krise nicht nur zu erhalten, sondern noch um ein geringes Brandmohr=Hamburg rechtfertigt die Haltung des Vorstandes und verweist auf der Ausspruch des Scharfmachers Felisch, der nach dem Geheimprotokoll sagte:„Die Arbeiter sollen und müssen fühlen". Nach diesen Worten handelten sie und zwangen uns, unter der Ungunst aller Verhältnisse, dem Schiedsspruch ohne Befragen der Mitglieder zuzustimmen.— Diese Verhandlungen erstreckten sich über den ganzen Tag. Nachdem 32 Delegierte dazu gesprochen haben, wird die Debatte durch Schlußantrag beendet. Bei der Abstimmung wurden die vom Vorstand vorgelegten Satzungen betreffend das Verhalten bei Lohnbewegungen einstimmig angenommen. Darauf wird die Sitzung auf Samstag früh vertagt. ein Parteinachrichten. Warnung vor einem Schwindler. In Rheinland und Westfalen reist ein junger Mann namens Jacob Schwarz und sucht die Parteigenossen zu brandschopen, ine hergesteltes Arbeits. Er legt ein mit der Schreibmaschine hergesteutes albenszeugnis vor, unterzeichnet mit: Parteisekretar Max König in Dortmund. Handschriftlich ist noch der Nachsatz angefügt, worin die Genossen ersucht werden, Schwarz, welcher ein tüchtiger Parteigenosse sei, durch Arbeit oder Geld zu unterstützen. Das ganze Schreiben ist aber gefälscht und der Mann Schwindler.. 9und Gieser e, Da es ihm bereits gelungen ist, auf Gruno vieser salschen Ausweise in Aachen Gelder zu erschwindeln, wird dringend vor ihm gewarnt... 112 von S. Alle Genossen, die vereits von Schwarz geprellt worden sind. wird gebeten, Nachricht an den Unterzeichneten gelangen zu lassen.„„ Mit Parteigruß M. Konig, Parteisekretär, Dortmund, Kielstr. 5. Boykott. Eine unverfrorene Boykott=Aktion setzen die Dresdener Abzahlungs=Geschäfte gegen unser Partei=Organ, die „Dresdener Volkszeitung“, in Szene. Weil unsere Zeitung das rigorose Vorgehen einzelner Abzahlungsgeschäfte gegen ihre Kunden an der Hand eines Berichtes des Arbeiter=Sekretariats gebührend kritisiert hatte, beschlossen die Inhaber der Dresdener Abzahlungsgeschäfte, die„Dresdener Volkszeitung“ ein Jahr lang zu voykottieren, d. h., ihr während dieser Zeit keine Annoncen aufzugeben. Dieser dreiste Versuch, die Kritik mundtot zu machen, wird natürlich vollständig versagen. Ein Grabdenkmal für Karl Kloß. Ein Grabdenkmal für den verstorbenen Parteigenossen Karl Kloß wurde Donnerstag abend, am Tage seines 62. Geburtstages, in Stuttgart enthüllt. Es ist ihm errichtet worden vom Deutschen Holzarbeiterverband in Verbindung mit der Stuttgarter Parteiorganisation. Es besteht aus einem Schwarzwälder Granitblock von über 2 Meter Höhe, einem sogenannten Findling, der in seiner natürlichen Form erhalten geblieben ist und einen imposanten Eindruck macht. In diesen Stein ist ein Bronze=Medaillon eingelassen, das vom Stuttgarter Bildhauer Kiemlen modelliert ist und den Kopf des Verstorbenen in schön ausgeführtem Relief wiedergibt. eigenen Pferdes an einen kleinen Gegenstand, der halb in dem dicken Staube der Straße verborgen lag. Es schien eine lederne Brieftasche oder ein Taschennotizbuch zu sein, und Carroll stieg sofort vom Pferde, um es aufzuheben. Der Name und die Adresse Dr. Wests standen in klarer Schrift auf der inneren Seite. Darin lagen einige Papiere und Notizen, sonst nichts. Die in Kapitän Carroll aufblitzende Hoffnung, schon hier vielleicht in Besitz der gesuchten Briefe zu gelangen, war schnell zerstört; er hatte nur einen neuen Beweis für die Tatsache gewonnen, daß sich der Unglücksfall gerade hier an dieser Stelle zugetragen. Doch jetzt durfte er keine Zeit verlieren. Schnell steckte er das Notizbuch in die Tasche und weiter ging es im Galopp die Straße entlang Siebentes Kapitel. So genau Carroll den Palast Aladins auch schon kannte, so kam ihm die Außenseite desselben an diesem Tage doch noch unwirklicher, märchenartiger, eintagsfliegenhafter vor, als sonst. Die maurischen Säulen von dünnem, weißem Tannenholz, die wie aus Kartenblättern geschlagenen Arabesken und Gitter, die schlanken goldenen Minarets, welche aussahen, als wären sie dem Hause angeleimt, und die falschen Zinnen, welche sich unter den heißen Sonnenstrahlen krumm gezogen und Sprünge bekommen hatten— alles dies erschien ihm heute mehr denn je wie eine Theaterdekoration, die jeden Augenblick entweder in den Boden versinken oder auf ein Zeichen des Maschinenmeisters zu beiden Seiten hinweggezogen werden konnte, und indem er sich der spöttischen Bemerkungen Raymonds erinnerte kam es ihm wirklich vor, als sei das Haus von einem gewissenhaften ht auf die Möglichkeit ervai Wunderlampe und Ring dereinst neben anderen ständen in die Hände des Scheriffs übergehen könnten. Bald darauf hielt er vor der Eingangstür— ein Diener nahm ihm das Pferd ab und rief dann einen anderen Diener. Dieser führte den Gast durch die große, glänzend dekorierte Empfangshalle— welche dem Gastzimmer eines großen Hotels ziemlich ähnlich sah— in einen kleinen Wartesalon, indem er fragte, ob er ihm ein Glas Sherry=Cobbler*) bringen dürfe. Es gehörte zu den Eigentümlichkeiten Aladins und seines Palastes, daß der Wirt seine Gäste selten in eigener Person empfing, sondern diese Aufgabe meist einem Freunde, gewöhnlich dem zuletzt angekommenen, überließ, und Carroll war deshalb nicht im mindesten erstaunt, als er sich auch jetzt von einem völlig unbekannten Herrn begrüßt sah, welcher ihm noch einmal die even abgelehnte Erfrischung anbot. „Ich bin selbst fremd hier und kenne die Gewohnheiten des Hauses noch nicht,“ sagte dieser Stellvertreter des Wirtes,„aber wenn Sie zu irgend etwas Appetit haben, so dürfen Sie cs mir *) Getränk aus Wein, Zucker, Zitronen und gestoßenem Eise, welches mittels eines Strohhalmes oder eines anderen Rohrs getrunken wird. Anm. d. Ueber Die stimmungsvolle Feier lieferte den Beweis für die hohe Verehrung, die Karl Kloß bei der Arbeiterschaft genossen hat.— Namens des Deutschen Holzarbeiterverbandes übergab der Vorsitzende, Genosse Theodor Leipart, das Grabdenkmal den organisierten Arbeitern Stuttgarts, für die es der Reichstagsabgeordnete Hildenbrand in Empfang nahm und die Versicherung aussprach, daß es in treuer Obhut gehalten werden würde. Gesangschöre eröffneten und schlossen die Feier, nach welcher die Teilnehmer am Denkmal vorüberzogen. ac. Der französische Parteitag setzte an seinem dritten Verhandlungstage die Debatte über die Agrarfrage fort. Guesde und Larfarque wiesen mit aller Entschiedenheit die Unterstellung zurück, als ob der Sozialismus das kleine selbstbearbeitete Bauerneigentum„enteignen“ wolle; sie betonten die Notwendigkeit der Bundesgenossenschaft zwischen Arbeitern und Kleinbauern, den gemeinsamen Ausbeutungsobjekten der Bourgeoisie; aber sie warnten vor Palliativ=Reformen, die auf dem Boden der heutigen Gesellschaft das kleine Eigentum zu schützen suchen, ein Versuch, der nur den Erfolg haben werde, die soziale Revolution zu verlangsamen. Hervé empfahl den Antimilitarismus und Antivarlamentarismus als unfehlbare Mittel wie für alles, so auch für die Landagitation. Jaurés suchte zwischen den entgegenstehenden Meinungen zu vermitteln, neigte aber zu den Befürwortern eines besonderen Agrarprogramms hinüber. Man müsse, sagte er unter Hinweis auf England, die Bauern nicht nur auf die Zukunft vertrösten, sondern auch nach Möglichkeit schon in der Gegenwart ihren Leiden, wenn nicht Abhilfe, so doch Milderung verschaffen. Die Schwierigkeiten eines Agrarprogramms gestand jedoch auch Jaurés zu. Nach ausgedehnter Debatte, an der zahlreiche Delegierte sich beteiligten, wurde eine Kommission mit der Feststellung einer Tagesordnung über die Agrarfrage beauftragt, die so gefaßt sein soll, daß sie auf möglichst einstimmige Annahme rechnen kann. Sodann wurde die Frage der Taktik bei den nächsten Kammerwahlen debattiert. Im Namen des Vorstandes der radikalen und radikalsozialistischen Partei hat der Vorsitzende desselben. der Deputierte Laferre, einen Brief an den Sekretär der sozialistischen Partei, Genossen Dubreuilh, gerichtet, worin der Kongreß aufgefordert wird, das unter der schönen Flagge „republikanische Disziplin“ geltende Wahlbündnis mit den Radikalen, wie es bei den letzten Kammerwahlen bestanden, zu erneuern. Danach soll die Partei, die die geringeren Stimmenzahlen erhalten, beim zweiten Wahlgange(eine eigentliche Stichwahl gibt es in Frankreich bekanntlich nicht) ihren Kandidaten zuruckziehen auf das eifrigste verfochten wurde die Annahme des Vorder Radikalen von den Genossen Breton und Varenne, die als unentwegte Anhänger des linken Blocks mit Brousse zusammen sogar bei der Abstimmung über den Poststreik sich der Stimmabgabe enthalten haben. Auf das scharfste bekampft wurde die Annahme des Vorschlags der Radikalen, u. a. vom Genossen Colly(Seine), der den Befürwortern ironisch zurief:„Fordert doch die Postbeamten auf, für die Radikalen zu stimmen" und vom Genossen Guesde. Als ihm Breton entgegenhielt, daß er, Guesde, wohl auch mit radikaler Stimmhilfe gewählt worden sei, antwortete Guesde:„Ich habe stets die Arbeitgeber aufgefordert, mich nicht zu wählen, denn ich kann nicht gleichzeitig Arbeiter- und Unternehmer-Interessen vertreten.“ Die Debatte war nach den uns vorliegenden Berichten noch sicht beendet. ac. Auf dem Edinburger Parteitag der unabhängigen Arbeiterpartei, über dessen Beginn wir bereits kurz berichtet haben, ist es zu einem Vorfall gekommen, der in ganz England das Frößte. Aussehen erregt, und von unabsehbarer Bedeutung für E gunze arbeiterbewegung werden kann. Vier Mitglieder des Verwaltungsrates(Vorstandes), nämlich die Abga. Kair Hardie, Macdonald, Snowden, sowie Bruce Glasier haben ihr Amt niedergelegt, der Letztgenannte ist gleichzeitig von der Herausgabe des„Labour Leader" zurückgetreten. Das ist eine Folge der wenig erquicklichen Streitigkeiten über die Frage der Disziplin in der parlamentarischen Fraktion, die sich namentlich an das Auftreten des Genossen Grayson knüpfen. Wir kommen auf die Sache noch zurück. ac. Der Parteitag der norwegischen Sozialdemokratie. Vom 8. dis 11. April fand in Hamer die Landesversammlung der norwegischen Arbeiterpartei statt. Es waren 265 Delegierte erschienen. Der Parteitag wurde mit einer Ansprache des VizeVorsitzenden Storthingsmann Knudsen eröffnet; der Parteinur sagen, und ich werde versuchen, es Ihnen zu verschaffen. Jim(dies war der wirkliche Taufname Aladins) führt eben einige seiner Gäste durch die Ställe, und wenn Sie sich der GePeiset enchisten wod ei. Spic slanibe sie sad uch 6. halb ourch. zimmer kommen? häste durch die Ställe, und wenn Sie sich der GeAnsigtie den„wollene-P.sch glaube, sie sind nach„nicht rch. Oder wurden Sie vielleicht lieber mit ins Billarddas Neueste in buntem Glas und Eisen, rsichere ich Sie, und ganz frisch gemalt. Oder ziehen Sie ten Gang durch die Frauengemächer zu unternehmen und Aacatt. Oder ziehen Sie vor, einen Gang durch die Frauengemacher zu unternehmen und das ganz in Bambus und Silber möblierte Ankleidekabinett, sowie das Bett von Krystall und weißem Atlas zu besehen, das, wie es da geht und steht, seine fünfzehntausend Dollar kostet? Oder," fügte er vertraulich hinzu,„möchten Sie den ganzen verwünschten Plunder im Stiche lassen, so könnte ich auch Jims neuen Trotter binspannen und Sie in seinem neuen, spinnbeinigen„Buggy**) noch vor Tische nach den Wasserfällen hinüber fahren.“ Da es Carroll für seine Zwecke angemessener fand, seine Bekanntschaft mit Aladins Schatzen zu verheimlichen, so lehnte er letzteren Vorschlag höflich ab, nahm dagegen aber das Erbieten, ihn durch das Haus zu führen, mit Dank an. „Ich glaube,“ fuhr der Fremde fort,„Jim hat jetzt den Kopf gehörig voll, von wegen des plötzlichen Abfahrens des alten West, gerade in dem Augenblicke, wo sie den Eisenbahnschwindel und die Fabrikgesellschaft in Schwung brachten. Die Aktien gingen diesen Morgen mit einem Schlage auf Null herunter, und unter uns,“ setzte er in vertraulichem Flüstertone hinzu:„man sagt, es war die Frage, ob es nicht zu einem großen Krach kommen würde. Aber Jim war drüben in San Antonio, noch ehe West kalt geworden, belegte den Telegraphen zwei Stunden für sich tit Beschlag, hatte, ehe noch der Totenbeschauer eintraf, eine mit vorläufige Besprechung mit den Direktoren und Aufsichtsräten, brachte die Bücher und Papiere des Doktors in seinem Buggy mit herüber, veranlaßte noch vor dem zweiten Frühstück eine zweite Konferenz, und als die anderen sich endlich nach und nach einstellten, um sich zu erkundigen, ob es wirklich wahr und der Doktor wirklich tot wäre oder nicht, hatte Jim die ganze Geschichte längst im Sacke. Und das war ein Glück, denn hier herum ist alle Welt dabei beteiligt— auch die Spanierin da drüben, die mit der schönen Tochter— das hochnasige Volk in dem großen Hause— Sie wissen wohl, wen ich meine...“ „Nein, ich weiß es nicht,“ entgegnete Carroll.„Ich kenne wohl eine Dame, sie heißt Mrs. Saltonstall, welche mehrere Töchter hat.. „Die meine ich eben. Ich wußte wohl, daß ich Sie mal dort getroffen hatte. Na die ist von dem Doktor hineingeritten worden, bis über die Ohren. Ich glaube, sie hat ihm alles anvertraut, was sie besitzt.“ Carroll bedurfte seiner ganzen Selbstbeherrschung, um seine Aufregung nicht zu verraten. Dies also war die Ursache von Maxuigs Traurigkeit! Armes Kind! Wie brav und mutig sie sich dabei benommen hatte. Und er in seinem Egoismus hatte davon gar nichts geahnt. Vielleicht hatte sie ihm den Brief nur gegeben, um ihm auf zarte Weise diese Mitteilung zu machen, denn ohne Zweifel sollte er jetzt alles aus Aladins Munde erfahren. Und dieser Mann, welcher allem Anscheine nach mit der Verwaltung und Ordnung von Dr. Wests Nachlaß betraut war, befand sich wahrscheinlich auch bereits im Besitz der in Frage stehenden Briefe. Hm! Er schloß die Lippen noch fester und ging noch höher aufgerichtet neben seinem nichts ahnenden Führer einher.(Fortsetzung folgt.) vorsitzende Genosse Oskar Nissen konnte wegen Krankheit an gerreien sei und vin Wrunni garnren angesce habe, worag den Verhandlungen nicht teilnehmen. In den seit der vorigen der Angeklagte mit der Begründung freigesprochen wurde, ihm die wissentlich kalsche Beschwerdeerstattung nicht nachg, Landesversammlung verflossenen 5 Jahren hat sich die Partei zu immer größerer Stärke entwickelt; im Jahre 1906 zählte sie 16000, 1907: 24000 und Ende 1908 über 28000 Mitglieder. Daß die Anhänger der Partei weit zahlreicher sind als ihre Mitglieder geht schon daraus hervor, daß bei den letzten Storthingswahlen vor 3 Jahren 45000 sozialdemokratische Stimmen abgegeben wurden. Die Parteipresse besteht aus 7 Tageblättern und 9 zwei= bis dreimal wöchentlich erscheinenden Blättern und hat rund 50000 Abonnenten. Ueber den Bericht des Parteivorstandes und der Storthingsfraktion fand eine lebhafte Debatte statt, die jedoch mit einstimmiger Dechargeerteilung endete. Von einigen jungsozialistischen Delegierten war es der Storthingsfraktion zum Vorwurf gemacht worden, daß sie dem König ein Jahresgehalt von 100000 Kronen habe bewilligen wollen. Das Verhalten der Fraktion in dieser Sache, wobei es sich darum handelte, die Zivilliste des Königs von 750000 Kronen auf jene Summe herabzusetzen, wurde jedoch von der Mehrheit des Parteitages gebilligt. Dagegen führte der Umstand, daß einzelne Mitglieder der Fraktion an Hoffestlichkeiten teilgenommen haben, zur Annahme einer dies mißbilligenden Resolution. Hinsichtlich der Taktik bei den bevorstehenden Storthingswahlen sprach sich der Parteitag gegen jede Allianz mit bürgerlichen Parteien aus. In der Militärfrage lautet der Programmsatz der norwegischen Sozialdemokratie bekanntlich„Abschaffung des Militarismus“. Demgemäß faßte der Parteitag einen Beschluß, wonach ein Uebereinkommen zwischen den Arbeiterorganisationen der drei skandinavischen Länder angestrebt werden soll, das durch einen Generalstreik gegebenenfalls den Ausbruch eines Krieges wiesen worden sei. Vermischtes. zwischen diesen Ländern unmöglich machen soll. Ein Vorschlag, daß die Arbeiter sich überhaupt weigern sollen, in einen Krieg zu ziehen, wurde dem nächsten skandinavischen Arbeiterkongreß überwiesen. Ferner betont der Parteitag besonders die Forderung vermanenter Schiedsgerichte für alle internationalen Streitigkeiten. Ein Antrag, daß kein Sozialdemokrat in ein bürgerliches Ministerium eintreten darf, wurde ebenfalls angenommen. Ein Antrag, die Forderung eines allgemeinen Alkoholverbots in das Parteiprogramm aufzunehmen, wurde abgelehnt, ebenso ein Antrag auf Einführung eines Staatsmonopt für nossel Redakteur des Zentralorgans„Sozialdemokraten“. Genosse Jeppesen. Ein Streik in der Lothschen Waschmaschinenfabrik in Annen bei Dortmund hat mit einem Siege der Streikenden geendet. Der beabsichtigte Lohnabzug von 10 Prozent ist unterblieben. In Zukunft sollen Lohnregulierungen nur mit Zustimmung der Lohnkommission erfolgen. Die Arbeiter haben am Donnerstag die Arbeit wieder ausgenommen. Der schnelle Sieg ist auf die Einmütigkeit der Streikenden, die bis auf 3 sämtlich im Metallbezw. Holzarbeiter=Verband organisiert sind, zurückzuführen. Streik der Knopfmacher. Der wegen beabsichtigter Lohnreduktionen in der Knopffabrik von Voigt in Frankenhausen am Kyffhäuser ausgebrochene Streik dauert bereits neun Wochen. Die Streikenden sind mit einem Schreiben erneut an den Unternehmer wegen Verhandlungen herangetreten, haben aber keine Antwort erhalten. Man trägt sich in den Unternehmerkreisen mit dem Gedanken einer Aussperrung der Knopfmacher aller hiesigen Betriebe. Da fast sämtliche Knopfmacher organisiert sind, käme eine Aussperrung der gänzlichen Stilllegung der Knopffabriken gleich, sodaß sich die Unternehmer die Sache wohl noch überlegen werden. Bis jetzt hat sich kein einziger Streikbrecher gefunden, sodaß die Situation für die Streikenden eine sehr günstige ist. Brandstiftung. Eine aufsehenerregende Affäre wird in Osten Berlins viel besprochen. Am Donnerstag war in früher Morgenstunde in der Gastwirtschaft von Albert Gorgas Rummelsburg, Lückstraße 70, Feuer ausgebrochen. Die Feuer, wehr stellte fest, daß das Feuer angelegt war, und ermittelte nach kurzer Zeit, daß der Wirt, Albert Gorgas, das Feuer selbs angelegt hatte. Gorgas, der sozialdemokratischer Gemeindever, treter von Rummelsburg ist, wurde sofort von der Krimingl, polizei verhaftet; auf dem Polizeibureau legte er ein Geständ. nis ab. Der durch den Brand angerichtete Schaden beträgt mehrere tausend Mark.: 46 Ein Familiendrama spielte sich am Freitag vormittag in der Wohnung des Ingenieurs Tauchert in der Eisenbahnstraße 9 in Fürstenwalde ab. In Abwesenheit ihres Ehemannes steckte die Frau das Schlafzimmer in Brand und versuchte sich durch Oefs. nen der Schlagader am Halse und der Pulsadern zu töten. Schwer verletzt und halb verbrannt wurde die Frau von herbeieilenden Hausbewohnern aufgefunden, während ihr drei Monate altes, im Bette liegendes Kind bereits verbrannt war Der Zustand der Frau ist hoffnungslos. Die Ursache zu der ekar Verzweiflungstat ist unbekannt. Im Tunnel übergefahren. Der Weinhändler Anton Schön aus Baden=Baden wurde um 10 Uhr Donnerstag abend in Iperenger Tunnel übergefahren aufgefunden. Er war vermutlich aus dem Wagen herausgefallen. Kindesmord. Die Frau des Bergarbeiters Kazior zu Borsigwerk bei Beuthen, O.=S., ermordete ihr neugeborenes Kind durch Stiche in den Unterleib und warf die Leiche dann in eine Jauchegrube, wo sie von Kriminalbeamten gefunden wurde. Die Rabenmutter wurde verhaftet. Ein schwerer Weststurm im Sund und in den Belten ver ursachte eine Reihe von Schiffsunfällen. Der Rostocker Dampfer „Albert Zelck" ist bei Falsterbe in Schweden gestrandet und voll Wasser gelaufen. Der deutsche Schoner„Karl“ geriet bei Amager auf Grund, wurde leck und mußte den größten Teil seiner aus Roggen bestehenden Ladung über Bord werfen. Eisenbahnunfall. Florenz, 16. April. (pril. Im Bahnhof von signa erfolgte ein Zusammenstoß von 2-Güterzügen. Der Industrie, Handel und Verkehr. Ki Thyssen an der Arbeit. Als die Gelsenkirchener Bergwerks= Aktiengesellschaft ihre großen Kapitalserhöhungen und Erweiterungspläne ankündigte, wurde die Tatsache viel bemerkt, daß der Großindustrielle Thyssen aus dem Aussichtsrat des Gelsenkirchener Konzerns ausgetreten sei, man wies ferner darauf hin, daß er einige Zeit vorher aush aus dem Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb„Phonix“ ausgeschieden ist. Thyssen war einer der entschiedensten Vertreter der Syndikate, dann galt er als Hauptrepräsentant jener Strömung, die über die Kartelle hinaus rücksichtslos au die Trustbildung hinsteuerte. Gelsenkirchen will seinen Erzbesitz und seine Werke in Luxemburg und Lothringen mit großem Aufwand möglichst schnell ausbauen, dieses Projekt scheint die Pläne Thyssens, die er für seine eigenen Werke vorhat, gestört zu haben, es kursierten denn auch dauernd Gerüchte, nach denen Thyssen die Gewerkschaft„Deutscher Kaiser" zum Mittelpunkt eines gewaltigen Konzerns machen wolle. Diese jüngsten Vorgänge haben die Aufmerksamkeit auf die Umwälzungen hingelenkt, die sich in der Eisenindustrie zu vollziehen begonnen haben, Umwälzungen, die hervorgerufen ssind durch die Anwendung des elektrischen Verfahrens bei der Stahlbereitung. Das elektrische Verfahren ermoglicht das phosphorreiche, früher fast wertlose Minetteerz Luxemburg=Lothringens zu einem erstklassigen Qualitätsstahl zu verarbeiten. Die Vorzüge des erzeugten Materials sind außerordentlich groß, es wird darauf hingewiesen, daß für die im elektrischen Verfahren erzeugten Eisenbahnschienen eine Garantie für 15 Jahre gegeben wird, während sie für die nach dem gewöhnlichen System hergestellten Marken nur 9 Jahre beträgt. Thyssen ist nun dem Zuge Gelsenkirchens gefolgt, er soll im Minetterevier für 3 Millionen Mark Terrain gekauft haben, er erwarb ferner von den Stahlwerken Richard Lindenberg A.=G. eine Lizenz zur Erzeugung von Elektrostahl für seine sämtlichen Werke. Die Gewerkschaft„Deutscher Kaiser" verfugt aber außerdem über sehr erheblichen Besitz an Minettegerechtsamen. An jedem Tage kommen nun neue Meldungen über das Vorgehen von Thyssen. Auf die verschiedenste Weise soll rgehen von Thyssem auf die verschiebenste Weise Joulg er danach bestrebt sein, seinen Einfluß in Lothringen zu verstärten. In den Aktien der Deutsch=Luxemburgischen Bergwerks= und Hüttenaktiengesellschaft vollzog sich eine besonders starke Haussebewegung, die von der Börse damit begründet wurde, daß die Einführung der Aktien in Paris geplant sei. Am Donnerstag zogen nun die Aktien, die am Tage vorher 171 Prozent notiert hatten, bis auf 180¼ Prozent an. Jetzt wollen Gerüchte wissen, daß Thyssen starke Käufe in diesen Aktien vornehme, um mit Deutsch=Luxemburg seine Pläne über den Ausbau der Gewerkschaft„Deutscher Kaiser" durchzusetzen. Ob diese Gerüchte im einzelnen zutreffen, ist schwer zu erkennen, aber gewiß ist, daß in der Eiseninoustrie sich umfassende und einschneidende Neugestaltungen vollziehen, die schon mehr als ihre Schatten vorauswerfen. Heizer und der Lokomotivführer des einen Zuges wurden getötet. Zwei Angestellte des anderen Zuges wurden verletzt, darunter einer schwer. Eine internationale Hoteldiebesbande ist am Freitag in Meran dingfest gemacht worden. Der Prinzessin von Thurn und Taxis waren für 5000 Kronen, einem anderem Kurgast für 3000 Kronen Schmucksachen gestohlen worden. Die politische junge Witwe. Graz, 16. April. Der deutschen und italienischen Operettengesellschaft in Triest und der deutschen Gesellschaft in Pola wurde die Aufführung der„Lustigen Witwe“ aus politischen Gründen untersagt. Ein schweres Brandunglück ereignete sich am Freitag in Steinersberg in Oberösterreich. Dort wurde ein Weberanwesen eingeäschert. Das Feuer griff so rasch um sich, daß der 94jährige Besitzer, dessen82jährige Gattin, deren 50 Jahre alte Tochter und die 28jährige Enkelin verbrannten und nur als verkohlte Leichen geborgen werden konnten. Wilbur Wright unternahm am Freitag in Rom mehrere Flugversuche, die eine Dauer von 7 bis 15 Minuten hatten und von Erfolg gekrönt waren. Begnadigung. Paris, 16. April. Amtlich wird mitgeteilt, daß Präsident Fallières die zum Tode verurteilten Mörder Didelot und Dajeu, welche eine Juwelenhändlerin ermordet hatten, zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt habe. Wegen dreifachen Kindesmordes wurde in Mühldorf am Inn eine 23jährige Dienstmagd verhaftet. Sie hatte dreimal nacheinander ihre neugeborenen Kinder umgebracht. Das erste hatte sie im Garten vergraben, die beiden anderen in die Alz geworfen. Ein. Ballon über den Ozean. Paris, 16. April. Der Besitzer einer Fischerbarke in Calais erstattete an die Hasenbehörden den Bericht, er habe am Ostermontag, nachmittags 2 Uhr, ungefähr 10 Seemeilen von der Küste entfernt, einen ziemlich großen Ballon in ganz geringer Höhe über dem Wasser schweben sehen. Ein starker Westwind habe den Ballon mit rasender daß man nicht ssen befanden. kachricht. Standesamts-Nachrichten. Sieker. In der Zeit vom 1. bis 15. April sind angemeldet: Geburten: Söhne: Fabrikarbeiter Bernhard Hermann Heinrich Ruwe, Sieker 45; Fabrikarbeiter Ernst Heinrich Wilh. Möller, Sieker 215..„ g 4717 gmsgTöchter: Fabrikarbeiter Peter Heinrich Gottlieb Mouer, Sieker 299, Handarbeiter Franz August Schuhmacher, Sieker 9; Rangierer Kaspar Heinrich Storck, Sieker 160; Schlosser Johann Wilhelm Rudolf Poggeaklas, Sieker 130a; ferner 1 uneheliche Geburt.„ 99-hten Stiaahars Aufgeboten: Faoritarbeiter Heinr. Wachter, Stieghorst 126, und Weberin Johanne Nagel, Sieker 300; Hilfsaufseher Heinr. Hachmeister, Sieker 179. und Fabrikarbeiterin Emma Kühn, Schildesche, Friedrichstr. 42; Fabrikarbeiter Aug. Markmann, Sieker 346, und Fabrikarbeiterin Berta Bentrup, Sieker 56; Wassermesserableser Wilh. Kleer, Bielefeld, Hallerwea 135, und Fabrikarbeiterin Ww. Pauline Hub geb. Bexten, Sieker 276; Fabrikarbeiter Wilhelm Pott. Sieker 4, und Fabrikard. Anna Kobusch. Sieker 4; Tischler Gustav Beckmann, Sieker 61, und Näherin Luise Kramme, Sieker 305; Fabrikarbeiter Friede. Pave, Bielefeld, Oststr. 10a, und Fabrikarbeiterin Amande Stölting, Sieker 174. Verehelicht: Geschäftsreisender August Lechtermann, Sieker 205, und Martha Fortmann geb. Krumsick, Schildesche, Schillerstr. 16; Metallarbeiter Josevh Mares, Sieker 267, und Wilbelmine Dießelmeier Sieker 267. Gestorben: Frida Storck, Sieker 160, 1 Std.; Franz Wilhelm Herbert Markowski, Sieker 360, 1 J.; Frida Martha Baum, Sieker 43, 1 J.: Anna Riedel, Sieker 236, 2 M.; Fabrikarbeiter Friedrich Wilhelm Stute, Sieker 122, 63 J. Totgeboren: Ehefrau des Kaufmanns Rudolf Weißesfeld, Nordhorn 227, 1 Knaben. Militärisches. *) Buggy, ein leichter, zweisitziger, zweirädriger Wagen. Aum. d. Uebers. Das Beschwerderecht der Soldaten illustrierte eine Kriegsgerichtsverhandlung der 20. Division in Braunschweig. Der Kaufmann und Musketier Konrad Th. von der 10. Kompagnie des 92. Infanterie=Regiments konnte es am Spätabend des 12. Februar in seinem Bette am zugigen Fenster vor Kälte nicht mehr aushalten und deckte sich noch mit seinem Mantel zu. Dafür erhielt er auf Meldung des Unteroffiziers von seinem Hauptmann 3 Tage strengen Arrest zudiktiert, nach deren Verbüßung Th. den Unteroffizier beim Bataillonskommandeur beschwerdeführend der Erstattung einer falschen Meldung bezichtigte und behauptete, zu Unrecht bestraft worden zu sein. Dafür wurde der Soldat wegen„verleumderischer Beschwerde“ vor das Kriegsgericht gestellt, weil der Unteroffizier— entgegen der Angabe des Beschwerdeführers— aussagte, daß er dem Soldaten den Mantel weggenommen, daß dieser sich ihn aber wiedergeholt habe. Dieses beschwor der Unteroffizier auch vor Gericht. Drei Zimmerkameraden des Soldaten beschworen jedoch das Gegenteil, daß der Unteroffizier garnicht an das Bett heranSonnabend. Klub„Geselligkeit“ 9 Uhr bei Schneider, Kampstraße. Skatklub„Gut Glück“ 9 Uhr bei Schneider, Kampstraße. Skatklub„Gemütlichkeit“ 9 Uhr bei C. H. Apenbrink, Herford##straße.„„„ Serfars Theaterklub„Olympia“ 8½ Uhr bei Witwe Kahl, Herforderstr. Theaterklub„Thalia“ 8 Uhr bei Freudenau Heeverstraße. Radfahrerverein„Dornberg“ 9 Uhr bei Wirt Bökenkamt, Babenhausen. Turn=Verein„Jahn“, Dornberg. Oerlinghausen. Arbeiter=Turnverein„Einigkeit" 9 bei C. Lücking.#6 bei Herford.„Holzarbeiter=Liedertafel“ v Uhr bei Liedtst, „Lindenhoß„" Minden. Arbeiter=Radfayrerverein„Vorwarts in be I Centralhalle“, Ritterstr. 18(Eingang Trockenhof). Sonntag. Brackwede.„Brocker Männerchor“ 2—4 bei Karl Porta. Gesangabteilung der Freien Turnerschaft 12 1/—500 1 Uhr bei Herrn Fricke. für Bielefeld und Umge wie bei sämtlichen Agen ins Haus gebracht 60 Pf. lich. Durch die Post 1.80 Mek. vierteljährlich Bestellgeld. Einzeinummer 10 Erscheinungste mit Ausnahme der So Feiertage täglich nach: Fernsprech=Anschluß 9 Nr. 90. Die heutige Was kosten Von Dr. Ste Die Stempelsteue hauses hez vor kurze leihungen und Würdsten: 6000 Mk., ein 2400 Mk., des Adels: langen sollen. Fürd zu einer Standesher 12000 Mark. F junker- Patents: 8 2400 Mk., falls der 1600 Mk. Für die A zienrat“: 5000 Mk., Kommissionsrat“: 10 die Verleihung eine Sanitätsrat, Geheim Privatperson: 300 M Dieses bedeutet g pelsteuergesetzes vom höhung. Hiernach be für die Verleihung für die Erhebung ei legten Weise, endlich patente: genau die H von Titeln an Prive nur 300 Mk. zur He Zum Vergleich ist sischen Bestimmunger Gesetz über den Urku für die Verleihungen herrnstandes: 1000 Fürstenstandes: 5000 sind aber selbstversté Sachsen bei Stande erschöpft. Es besteht! bührenpflicht nach de und zwar betragen h 300 Mk., für den F. stand: 10 000 Mt., für kamen bisher, um n# leihung des einfache Hebung. Davon wa 600 Mk. rund: die Herstellung des Dipl bühren" betrugen de kunft für einen einf 1200+ 600= 4800 höberen Adelsstufen falls Taxen= und G dieser Bestimmung di Bewenden behalten, Gebühren" noch eine Zu bemerken wäre wenn in solchen Ve aufgenommen werde die Taxen. Stempel: werden. Daß ferner nahme an Kindessta lungsverpflichtungen Bestätigungen einer Landesherrn verliehe daß, wie immer jema herrliche Gnade in? erhebliche Ausgaben „Und das ist gut mission die entspreche aufsetzen. 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