ipperweg 20, und Moriß Henkel. wede; Buchbinder uline Schetelich, Weststr. 53, und igust Horstmann. riöllenbeck; Mon. Driesen, Haller. userstr. 17, und Rudolf Kobusch rweg 39; Eisen. nne Engelbrecht riedr. Siekendiet. str. 43:„Bäcker kenhorst, Renteieperstr. 118 und Schelp, Witte. beiter Ferdinand bst 104: Arbeiter ki. Gellershagen; d Alwine Quisg. Herzog, West. Schirmarbeiter rtha Stellbrink ann, Herforderr. 132. rich Eichhof und tmann und AuObermann und d Marie Goller: Arbeiter Ludwig Wilhelm Hüttemann und Luis# aroline Dunkel: Arbeiter Karl ch Gehring und ing und Alwinina Brüser: Ar Eisenbahnschaf tto indlungen. ist wert, auch von den Lesezu werden. alxt Rcelsior! 1 s-Anzeigen d billig „Volkswacht“. als 15 Buchstaben pelt gerechnet. ung angenommen auf. uchte Gegenstände bis zum 1. April ind werden daher baren Preise abndiges Bett, eine ratze, 1 Oberbett, Bezug, 2 Kleider1 Wäscheschrank, Sofatisch, wie neu, ), 1 Kochmaschine, ! für Kurzwarenpult, 1 Kommode, ischkessel. 1 Wandubenbilder. Die icht und in gutem jederzeit gesehen rmann, Ravensen Gunolachs und riken.(1853“ Lebensmittel am n im Westf. Kauf8. s1227 cken 1819“ ogt, Hallerweg 50. gure. 1975 sucht, Sieker 300. Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“. A. Gerisch& Co., Nielesekd. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Nr. 75. Bielefeld, Dienstag, 30. März 1909. 20. Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. hat sich die Lage der Arbeiter Erhoben? ssc. Die Unternehmer und ihre Wortführer können sich nicht genug darin tun, die zweifellos gegen früher höheren Löhne als einen schlagenden Beweis von der gebesserten Lebenslage der Arbeiter vorzutragen. Inwieweit dies aber in Wirklichkeit zutrifft, wird in einer soeben erschienenen streng wissenschaftlichen Arbeit über„Die deutsche Schuhgroßindustrie" von dem Gewerbe=Referendar Dr. Karl Rehe(Verlag von Gustav Fischer, zweites Heft der Abhandlungen des staatswissenschaftlichen Seminars, Jena) an einigen sehr interessanten statistischen Beispielen gezeigt, die unwiderleglich richtig sind und keinerlei Deutung zulassen. Dr. Rehe stellt zunächst fest, wie die Löhne in der Schuhindustrie seit 1850 gestiegen sind. Im Jahre 1850 verdiente ein Schuhmachergehilfe in Erfurt wöchentlich 6 Mk., wofür er sich auch Kost und Logis beschaffen mußte. Der Verdienst betrug in den folgenden Jahren: 1865 in Hamburg 8,50 Mk., 1872 in Hannover 6—9 Mk., nach der Reichstagspetition der Berliner Schuhmacher im Jahre 1877 in Berlin 12—18 Mk., nach den Untersuchungen des Verbandes deutscher Schuhmacher im Jahre 1877 in 33 Orten Deutschlands durchschnittlich 9—10 Mk., bei einem Maximallohn von 18 Mk., 1891 in 18 Orten Deutschlands durchschnittlich 11,50 Mk. und 1897 in 127 Orten mit 17254 Arbeitern durchschnittlich 12,83 Mk. In den Jahren von 1897 bis 1907 seien dann die Löhne weiter gestiegen, und wie 20 Tarifverträge aus den Jahren 1905 bis 1907 zeigen, würde heute in den in Betracht kommenden Städten im Schuhmacherhandwerk im Durchschnitt ein Mindestlohn von 17,50 Mk. gezahlt. In der Hausindustrie sind die Verdienste wesentlich niedriger. In den Schuhfabriken werden verhältnismäßig höhere Löhne erreicht, als im Handwerk. In 11 Erfurter Schuhfabriken betrug der durchschnittliche Wochenverdienst 18 Mk., wobei zu berücksichtigen ist, daß 12 Prozent jugendliche und 33 Prozent weibliche Arbeiter unter den Beschäftigten sind. Die Löhne sind also zweifellos viel höher als früher. Aber das Bild bekommt ein ganz anderes Gesicht, wenn die Löhne vom Jahre 1850 und die heutigen mit den jeweiligen Preisen der Lebenshaltung verglichen werden! Dr. Rehe hat die Lebensmittelpreise nach den Marktdetailpreisen, wie sie im Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Erfurt monatlich angegeben sind, für den Jahresdurchschnitt berechnet und dann folgenden Vergleich der Löhne im Schuhgewerbe mit den Preisen der Lebenshaltung in Erfurt 1850, 1890 und 1907 aufgestellt. Es kastete in Erfurt(Wochenverbrauch einer Familie): Menge Gegenstand 1850 1890 1907 Summe 3,03 Mk. 6,46 Mr. 7,29 Mk. Miete pro Woche für eine Wohnung von Stube, Kammer und Küche 0,92 Mk. 3,50 Mk. 4,00 Mk. Vergleichswert 3,95 Mk. 9,96 Mk. 11,29 Mi Im Jahre 1850 konnte also ein Arbeiter mit 3,95 Mk. ebensodiel Lebensaufwand bestreiten wie im Jahre 1907 mit 11,29 Mk.! Das heißt, die Preise für Lebensmittel und Wohnung sind auf das Dreifache gestiegen, wobei allerdings die im allgemeinen komfortablere Ausstattung der heutigen Wohnungen gegenüber denen vor 50 Jahren zugunsten der jetzigen Verhältnisse ins Gewicht fällt. Dr. Rehe zeigt nun noch, was dem Arbeiter nach Bestreitung der notwendigen Lebensbedürfnisse in den verschiedenen Jahren für Bekleidung, Kulturbedürfnisse usw. vom Lohne übrig blieben, durch folgende Gegenüberstellung:— — S 99— 89558 22 5 5### 2 SS—8 8 %0 69 15 Wa 8 33 8 5 18 S S 55 * 9535 S 2 5 8 858 S S gg. S BS0 S.26 S S 6.„ S S 8 EE 88 K 8 S SI## ####.## Se Soiies S S G1da E 8 § 88 28 8 38 5 ohi —— 2 90 Soch 932 993 * c 889 9 2 8 8 SEE S S 5.8 SRE S5 5 S.. E5ES J5E * S EEbSSE Auch Dr. Rehe muß nach dieser Feststellung zugeben, daß im dahre 1907 der relative Lohn gegenüber 1890 wesentlich, aber egenüber 1850 nur unwesentlich gestiegen sei, mit anderen Worten: Der Prozentsatz des Lohnes, der nach Befriedigung des elementarsten Nahrungs= und Wohnungsbedürfnisses übrig blieb, war 1890 wesentlich geringer als im Jahre 1850 und er ist erst heute durch die Kämpfe der gewerkschaftlichen Organisationen im großen und ganzen wieder auf derselben Höhe angelangt wie 1850. Stellt nun zwar dieser prozentual gleiche Lohnanteil heute eine größere absolute Geldsumme wie vor 50 Jahren dar, so ist doch zu berücksichtigen, daß auch die Preise der „sonstigen Lebensmittel“, ferner die Kosten der Vergnügungen, die Preise für Bier usw. heute ganz bedeutend höher sind als 1850. Andererseits sind freilich die Industrieartikel im allgemeinen im Preise gesunlen(bis auf die allerjüngste Zeit, in der die preisverteuernde Wirkung der Kartelle eingesetzt hat), so daß schließlich doch eine kleine Verbesserung der Gesamtlebensgattung resultiert hat. Daß dieselbe nicht annähernd so groß ist, wie die einfache Betrachtung der Nominallöhne vermuten läßt, dürfte durch obige Zahlen unwiderleglich dargetan sein. Das einzige Nichtillusorische ist eigentlich nur die Verkürzung der Arbeitszeit von 15 auf 10 und auch 9 Stunden. Das ist das Verdienst der Gewerkschaften. Aber an Stelle der langen Arbeitszeit ist auch ein weit intensiveres, anstrengendes Arbeiten getreten. So beweist die Untersuchung denn zwar den Nutzen der gewerkschaftlichen Organisation, ohne die die Lebenshaltung der Arbeiter auf ein immer tieferes Niveau gesunken wäre, aber sie zeigt auch, in welchem Maße die gestiegenen Preise für Lebensmittel und Miete die seit 1850 errungenen Lohnerhöhungen wettgemacht haben. Politische Uebersicht. Die Blockkomödie. Fürst Bülow hat, wie nunmehr feststeht, mit den Abgg. Bassermann und Dr. Wiemer eingehend verhandelt, und versichert, daß er die Finanzreform nur mit Hilfe des Blocks durchführen werde. Wie in parlamentarischen Kreisen erzählt wird, gedenkt Bassermann am Montag beim Etat des Reichskanzlers die Blockfrage in eingehender Weise zu erörtern. Daß Bulow mit dem Zentrum nicht arbeiten will, soll seinen Grund wesentlich darin haben, daß ein ultramontankonservativer Block, der bloß mit Hilfe der Polen über die Mehrheit im Reichstage verfügt, zu unsicher ist. Die Polen allein haben es in der Hand, diese Mehrheit wieder über den Haufen zu werfen. Auch der Teil der bürgerlichen Presse, der über den Zusammenbruch des Blocks gejubelt hat, gibt heute zu, daß die Freude verfrüht war. In ihrem Wochenrückblick sagt die „Norddeutiche Allgemeine Zeitung", daß es sich eigentlich nur um zwei Streitpunkte drehe, um die Branntweinsteuer und um die Nachlaßsteuer. Von der Nachlaßsteuer können die verbündeten Regierungen nicht abweichen, umsoweniger, als im Lande draußen sich die Stimmen fortgesetzt mehren, die eine Nachlaßsteuer verlangen. Diese Kundgebungen weitester nationalgesinnter Kreise beweisen, daß nur dieser Weg eine allseitig befriedigende Erledigung der Reichsfinanzreform herbeiführen kann. Schließlich weist das Blatt des Kanzlers noch darauf hin, daß es sich nur um Beschlüsse erster Lesung handelt, und daß begründete Hoffnung vorhanden ist, daß nach den Osterserien eine Einigung unter den Parteien erzielt werde. Allerdings sei es höchste Zeit, daß etwas zustande kommt. Die süddeutsche Volkspartei und der Block. In den Kreisen der süddeutschen Volkspartei scheint man der Payerschen Diplomatisiererei, die es mit Bülow auch noch in der allerletzten Zeit nicht verderben wollte, allmählich überdrüssig zu werden. Es mehren sich die Stimmen, welche verlangen, daß die Blockgemeinschaft endlich aufgegeben werden soll.— Bezeichnend für die in den volksparteilichen Mitgliederkreisen herrschende Stimmung ist eine auf der gut besuchten Generalversammlung in Göppingen, dem Wahlkreise des Abg. Wieland(Vp.), einstimmig gefaßte Resolution, die der Reichstagsfraktion heftige Vorwürfe macht, weil sie nicht nachdrücklich genug an der Nachlaßsteuer festgehalten und den Besitzsteuerkompromiß eingegangen sei. Es heißt dann weiter: „Die Versammlung ist der Ansicht, daß die Abgeordneten bei ihren Beschlussen mehr Rücksicht auf den Block und Bülow als auf die wirklichen Bedürfnisse des Landes genommen, und hält unter solchen Umständen ein Verbleiben im Block nicht nur für zwecklos, sondern geradezu für unsere Partei und die politische Entwicklung Deutschlands gefährlich.“ Diese Resolution wurde gefaßt, ehe es bekannt war, daß seitens der Konservativen die Blockgemeinschaft selbst gekündigt werden würde. Wenn nunmehr, nachdem dies erfolgt ist, die linksliberalen Abgeordneten auch noch weiter im Sinne haben sollten, bei einer Zusammenleimung des gesprengten Blocks mitzuwirken, so kann das nur die wohltätige Folge haben, ihre aufrichtig liberal oder demokratisch gesinnten Anhanger vollends in das Lager der Sozialdemokratie zu treiben. Der deutsche Diamantensegen. Die Transvaal=DiamantMinenbesitzer haben einen Sachverständigen nach Südwestafrika geschickt, um den Wert der deutschen Diamantfelder feststellen zu lassen. Dieser Sachverständige, der Geologe Merensky, schätzt die Gesamtmenge der in Südwestafrika vorhandenen Diamanten auf 1½ Millionen Karat: Er prophezeit, daß die Felder innerhalb 6—7 Jahren erschöpft sein werden. Nach den bisherigen Ergebnissen der Diamantenfunde stellt sich das Karat südwestafrikanischer Diamanten auf höchstens 28 Mark; das würde nach dem Gutachten Merenskys eine Ausbeute von 42 Millionen Mark ergeben. Nach Dernburgschen Darstellungen betragen die Diamantenschätze mindestens das Zehnfache dieser Summe. Klerikale Denunziation. In ihrer Wut über den Verlust eines weiteren Stadtverordnetenmandats an die Sozialdemokratie, den sie als Folge der im vorigen Herbst geschlossenen liberal=sozialdemokratischen Vereinbarung bezeichnet, leistet sich die„Essener Volkszeitung“ folgende Denunziation„nationaler“ Reserveoffiziere: „In Essen haben sich gleich zwei Rechtsanwälte(in welchem Militärverhältnis sie stehen, haben wir nicht untersucht) nicht darauf beschränkt, für die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten einzutreten, sondern sie haben einen förmlichen Pakt mit der Umsturzpartei auf gegenseitige Unterstützung abgeschlossen.“ (Gemeint ist die von den liberalen Rechtsanwälten und Reserveoffizieren im vorigen Herbst mitunterzeichnete Stichwahlvereinbarung.) Die„Rheinisch=Westfälische Zeitung" hat dazu ihren Sezen erteilt. Wie reimt sich das mit der Zustimmung, die sie dem Kriegsminister im Falle des Rechtsanwalts Brabant zu erkennen gab? Gilt die Sozialdemokratie als eine nationale Gefahr in Hamburg, dann muß sie es folgerichtig auch in Essen sein. — Jedenfalls trägt sie(die„Rheinisch=Westfälische Zeitung") einen erheblichen Teil der Schuld mit darn, daß neuerdings rund 700 nationalliberale Wähler hier in Essen sich auf die Seite der Umsturzpartei geschlagen und zwar zugunsten eines Vertreters der radikalsten Richtung.“ Aus dem Landtag. Die Berggesetzkommission dees preußischen Landtages hat am Sonnabend den Artikel II betreffend Sicherheitsmänner in erster Lesung zu Ende beraten. § 80 f, h der Regierungsvorlage bestimmt, daß über Organisation, Wahl, Zuständigkeit und Geschäftsführung des Arbeiterausschusses sowie über die Tätigkeit der Sicherheitsmänner in den Arbeitsordnungen oder in besonderen Satzungen Bestimmungen zu treffen sind. Es gibt dem Werksbesitzer die Befugnis, die Rechte des Arbeiterausschusses und der Sicherheitsmänner zu erweitern. Vom Zentrum wurde der Minister gefragt, warum er in den Weisungen von 1905 angeordnet habe, daß die Stimmzettel zur Wahl von der Werksverwaltung zu liefern seien. Das habe zu großen Unzuträglichkeiten geführt. Da die Antwort nicht befriedigte, wurde ein Antrag zur zweiten Lesung in Aussicht gestellt. Nach§ 80 f, i soll das Oberbergamt entscheiden über Beschwerden wegen Giltigkeit der Wahlen, soll es einen Arbeiterausschuß nach vorheriger Verwarnung auflösen können und auch einen Sicherheitsmann seines Amtes als Sicherheitsmann entheben können.— In der 2. Lesung wollen die Nationalliberalen eine Bestimmung in das Gesetz einfügen, wonach Sicherheitsmänner mit Geldstrafen bis 5 Mk. belegt werden können.— Als Schluß kam die Frage zur Beratung, ob die Vorschriften entsprechend einem Vorschlage der Nationalliberalen nur für Steinkohlenbergwerke gelten sollten. Die Konservativen beantragten, die Geltung der Vorschriften nur auf Steinkohlen=, unterirdisch betriebene Braunkohlen= und Kalibergwerke auszudehnen. Anträge der Sozialdemokraten und des Zentrums, auch Tagebauten und Erzbergwerke einzubeziehen, wie die Regierung beabsichtigt hatte, wurden gegen die nationalliberalkonservativ- und freikonservative Mehrheit abgelehnt, und der konservative Antrag angenommen.— Schließlich nahm dieselbe Mehrheit noch einen§ 80 ko an, nach welchem für die Bergwerke, für die die Bestimmungen der Sicherheitsmänner keine Geltung besitzen, die alten gesetzlichen Vorschriften weiter bestehen bleiben sollen.— Danach bestehen also zwei gesetzliche Vorschriften nebeneinander. Das ist ein ganz unmöglicher Zustand, den zu verbessern die Konservativen für die zweite Lesung versprachen. Das Ende der Balkankrise. Berlin, 29. März. Die Einigung der Mächte kann nach der Auffassung an den maßgebenden Stellen nunmehr als vollendete Tatsache betrachtet werden. Noch heute gehen Instruktionen an die Gesandten der Mächte in Belgrad ab, die die Ueberreichung einer in Wien annehmbaren Formel betreffen. Es steht zu erwarten, daß die weitere Abwicklung keine weiteren Schwierigkeiten zeitigen wird. London, 29. März. Die Formel, auf die sich die Mächte geeinigt haben, lautet, wie aus Berlin gemeldet wird, der Hauptsache nach dahin, daß 1. Serbien keinerlei Rechte mit Bezug auf Bosnien und die Herzegowina hat und deshalb durch die Annexion seitens Oesterreichs unberührt bleibt; 2. erklärt Serbien sich bereit, mit Oesterreich im besten Einvernehmen zu bleiben; 3. Serbien wird sofort seine Reservisten entlassen. Belgrad, 29. März. Gestern nachmittag und heute vormittag konferierten die Vextreter Englands, Frankreichs und Rußlands mit dem Minister des Aeußeren Milowanowitsch. Die Regierung ist von den ihr erteilten Ratschlägen und den Versprechungen, die sie erhielt, anscheinend sehr befriedigt und betrachtet das Ende der Krise als nahe bevorstehend. Daran ändert der Umstand nicht viel, daß allerdings über die Frage der Abrüstung noch Meinungsverschiedenheiten herrschen, da die serbische Regierung entschlossen ist, auf ihrer Forderung der gleichzeitigen Abrüstung Oesterreichs zu bestehen. Belgrad, 29. März. Wie hier verlautet, soll Fürst Nikolaus eine lange Depesche an den König Peter gerichtet haben, in der er ihm wegen seiner Schwenkung zu einer Politik des Nachgebens die bittersten Vorwürfe macht; er bedauere, daß die serbische Nation durch Korruptheit und Feigheit ihrer Führer verraten worden sei. Belgrad, 29. März. Hier zirkulieren Gerüchte über Verhandlungen, die zwischen König Peter und der Regierung über eventuelle Verzichtleistung der Dynastie Karageorgewitsch auf den serbischen Thron geführt werden, und zwar im Zusammenhang mit der Abdankung des Prinzen Georg und den Mißerfolgen Serbiens in der auswärtigen Politik.„Zwono“ schließt in einem Artikel über die Dynastiefrage:„Wer unfähig ist, soll gehen. Das Serbenvolk ist reif, sich allein zu regieren.“ Belgrad, 30. März. Gestern abend ist der Kronrat plötz lich wieder einberufen worden. Die Frage der Abdankung des Königs und die allgemeine Lage sind allem Anschein nach noch immer ungeklärt. Frankreich. sse. Staatliche Arbeitslosenunterstützung. In Frankreich besteht bekanntlich eine staatliche Arbeitslosenunterstützung in der Form, daß ein Gesamtkredit von 110000 Franken jährlich ausgeworfen ist, aus dem den Lokalkassen für die Arbeitslosenunterstützung bis zu 16 Prozent und den nach Sektionen gegliederten Föderationskassen bis zu 24 Prozent des Betrages der von ihnen gewährten Unterstützungen zugeschossen werden kann. In Anbetracht der geringen Zahl der eingelaufenen Gesuche konnten im Jahre 1907 allen nachsuchenden Kassen, sofern sie überhaupt berücksichtigt wurden, die Subvention in der vollen gesetzlich zulässigen Höhe gewährt werden. Im versten Halbjahre stellten 90 Kassen Unterstützungsgesuche, von denen 50 durch Subventionen in Höhe von 14.031 Franken bedacht wurden. Im 2. Halbjahre war die Zahl der Gesuche stellenden Arbeitslosenkassen 97 und die Gesamtsumme der gewährten Unterstützungen betrug 18209 Franken. Von den subventionierten Kassen erhielten 7 nur im ersten, 18 nur im zweiten, dagegen 43 in beiden Halbjahren Unterstützungen. Unter diesen 43 Kassen waren 3 Föderationskassen,(die der Lithographen und Mechaniker) mit zusammen „Die zahlten an 3177 Mitglieder für 38 950 baan 21 952 Soe 98 301 gransteg, Unterstützungen und erhielten Franken Staulssuvventionen, d. i. mehr als zwei Sasfoffen m gezahlten staatlichen Unterstätzungen. Gei ssoser kür ge 16246 Mitgliedern gewährten an 2110 Ur. ue. 88 689. Tage Unterstützungen im Betrage von suhpentioniert. Staate mit 8239 hranken #iesen Ziffern erhellt die große Bedeutungslosigkeit diefer staarlichen Arbeitslosenunterstutzung. Infolge der Bedingungen, an die sie geknüpft ist— Zuschuß nur. an Arbeitslosenkassen— konnte die Unterstützung nicht einmal zu einem Drittel der ausgeworfenen Gesamthohe aufgebraucht werden; nur 5287 Personen van der Hunderttausenden der Arheitslosen profitierchungt und..3 schen dem Bedarf an Gefängnissen und zvogel unter de: SStatistiker „Gesamthohe aufgebraucht werden; nur Personen von den Hunvertläusenben der Aarbentslosen Profi ten dagen mit einem Durchschnittsbetrag von rund o Maxk pro Kopl. Wührlich ein Tropfen Wasser auf einen glubenden## Mahrisc einen Durchschnittsbetrag von rund 5 Mark oro W Ltehsen Wasser unf einen glaheneen Stein! ac. Der Poststreik. Die Regierung hat sich zwar noch ein Vertrauensvotum geholt— mit 301 gegen 237 Stimmen, aber in der Sache muß sie doch nachgeben. Barthou hatte schon in der Kammer den Rückzug angetreten; durch sein Versprechen, noch einmal zu untersuchen, ob der letzte Anschlag(der sich vor allem gegen Symian richtete) vormittags oder nachmittags an die Mauern geheftet wurde, d. h. während des Streiks oder nach dem Streik, und durch die Erklärung, er werde nach Möglichkeit niche walten lassen, machte er erst das Vertrauensvotum moglich. Die Postbeamten und zwar ihre drei in Frage kommenden Organisationen übernahmen ausdrücklich die Verantwortung für den Inhalt der Plakate. Der Text ist vor der Wiederaufnahme der Arbeit redigiert, er enthielt auch den Dank an das Publikum für die Sympathie, die es den Beamten gegenüber bekundet. Im ubrigen waren die Streikenden entschlossen, nach Wiederaufnahme der Arbeit ihre volle Pflicht zu tun, mit verdoppeltem Eifer zu arbeiten. Die Regierung würde einen nie wieder gut zu machenden Fehler begehen, wollte sie, die vor der Wiederaufnahme des Dienstes so viel zugestanden, nach derselben sich so unnachgiebig zeigen. wäre ein Akt der Feigheit und der Illoyalität und der Jaurés hat recht wenn er sagt, daß in Zukunft bei Konflikten, an denen die Regierung beteiligt ist, jede Möglichkeit einer Verständigung aufhöre; nie würden Beamte und Arbeiter zu den Versprechungen der Regierung Vertrauen gewinnen können. Die Regierung scheint dies einzusehen, sie scheint es auf diese Spitze nicht treiben zu wollen. Sie würde auch gegenüber der gesamten Bevölkerung eine ungeheure Verantwortung auf sich laden, denn die Postler haben keinen Zweifel darüber gelassen, aß sie Maßregelungen mit einem neuen Ausstand beantworten würden. Die offentliche Meinung ist ganz auf Seite der Angestellten getreten; man würde es nicht verstehen, wenn durch kleinliche Rechthaberei und Autoritätssucht der Kampf von neuem entfacht würde. „Zlrgehcht, dieser ganzen Situation hat denn die Regierung dessen, Degung, und ein Spaßo#gel unter hen Stmmern könnte auf Grund der letzten vier Jahresergebnisse und der jährlichen Gefangenenzunahme von je 17—24 Prozent leicht den Zeitpunkt bilben Pi.S, Hichsatiniter viro, Richtstatistiker behaupten allerdings, daß es schon je%eer Fau n.. es ist doch ein Unterschied. Denn auch im russischen Leben findet man irgend welche Kanäle, um durch sie wenigstens bescheidene Proteste gegen die unerträgliche Knechung in das große Zivilisationsmeer durchsickern zu lassen. De russische Gefangnis hingegen ist das richtige Grab, insb für die ungezählten Tausende, die niemals oder nur in einer fernen Zukunft wiederum die Freiheit sehen sollen. Es gibt zwar auch dort formell das Beschwerderecht, aber wehe# Uebertretungsfall verpflichtet, auf Waren zum Privatgebraus vom 1. April 1909 ab, außer dem üblichen Kassenskonto, keine Extrarabatt mehr zu gewähren. ralver — Ravensberger Spinnerei. In der 54. ordentlichen Geu#. —gammlung eer Sezellschaft, die am Sonnabend mittag; * R e s s a u r e e" s t a t t g e f u n d e n h a t w a r e n w i e d e r der Gesellschaft, die am Sonnabend mittag ider„Regoaler, staltgesänden hut, charen, wie der„General zer berichtet, 19 Aktionare mit 2069 Aktien anwesend. Anzeiger“, berichtet, 19 Aktionare mit 2069 Aktien anwesendie ein Aktienkapital von 1 241 400 Mk. vertraten. Der B.richt vom Vorstand und Aufsichtsrat wurde ohne Erörterung zur Kenntnis genommen und ebenso die Bilanz und die Verteilung des Reingewinnes genehmigt und Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Die ab 1. April zahlbare Dividende wurde dementsprechend auf 13½ Proz.= 80 Mk. pro Aktie festgesetzt. Die satzungsgemäß aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Herren Geh. Kommerzienrat Emil vom Rath=Köln. Karl G. Bertels. mann= und Arnold H. G. Bertelsmann=Bielefeld wurden durch st vertuschen lassen., So bestreitet es nie. Zurz wjedergewählt, ebenso die Herren Paul Delius, Gerhard esearen Heuen vei ber strengsten Kälte) Pri##toligr und Higegrgagre gat# sthoff als Bevollmächtigte zur eigt Ml#, haß die miserabse Ernahrung, aus Prufung ver nachstte Juhl votdalegenden Bilanz. #### core besonderen Einnahmen für sich her= 1..— Stadttheater. Aus dem Theaterburegu wird uns die nötige Aufklärung erhalten. Infolge dieser Unterredung haben sich Clemenceau und Barthou dayin ausgesprochen, daß der geplanten Untersuchung wegen der Maueranschläge keine Folge gegeben werden solle. Damit wäre der Konflikt ganz zugunsten der Beamten ausgegangen. Und sie haben den Sieg wohl verdient. Mit großer Entschlossenheit und Energie haben sie ihre Beschlüsse durchgeführt, mit seltener Selbstbeschränkung und Disziplin wußten sie die Situation auszunützen und sich, trotz der enormen Schädigungen, die ihr Ausstand für Handel und Verkehr im Gefolge haben mußte, die Sympathie des Publikums zu erhalten. Im richtigen Augenblick brachen sie den Kampf ab und während des Konflikts haben sie sich jeder Sabotage ferngehalten, haben sich sogar erboten, die von ungeschickter Hand zerstörten Apparate durch ihre Genossen wieder herstellen zu lassen. Erfolg der Beamten ist gar nicht zu übere Macht erkannt, über sch handeln und strenge Diszilin„üben.„Alle Versuche der Maßregelung und Verfolgung einzeiner mussen zu schanden werden, wenn die Gesamtheit hinter ihnen steht. Und in der gleichen Lage befinden sich die Beamten und Arbeiter aller anderen öffentlichen Dienste, sofern ssie nur in Einigkeit sich ihrer Macht bewußt geworden. R. K. Gefängnismartyrium. Vom 24. März wird uns aus St. Petersburg geschrieben: Neben dem Galgen und der sibirischen Zwangsarbeit ist bekanntlich das staatserhaltendste Institut Rußlands das Gefängnis, und je länger die sogenannte Beruhigung des Landes vor sich geht, ein um so größerer Bruchteil der russischen Bevölkerung wandert in die Licht, Luft und Leben raubende Gefangenschaft. Wie gelegentlich der jüngsten Dumadebatten zum Budget der Gefängnisverwaltung konstatiert wurde, hatte sich am 1. Januar 1896 die Zahl der russischen Häftlinge auf 85000 und selbst noch am 1. Januar 1906 auf nur 95.000 Seelen belaufen, aber von da an schwoll ihre Anzahl rapide an und erreichte zum Februar 1909 die erschreckende Höhe von 101000 Gefangenen, darunter 66000 in Untersuchungshaft befindlichen. Dementsprechend ist für diesen Staat im Staate im Laufe der angegebenen dreizehn Jahre der Budgetposten von 14,3 Millionen bis auf 29 Millionen Rubel im Jahre 1909, allein im Vergleich zum Vorjahr um der erfährt, sind nur Allgemeinheiten, die sich wegen ihrer Dimensionen nicht vertuschen lassen. So bestreitet es niemand mehr, daß in tausenden Zeuen bei der st Eershagz ach epeh uicd daes Bbeni un 8. die Beamtenschaft ihre besonderen Einnahmen für hich herausschlägt, fast überau die Gesundheit auch des rovustesten Gefangenen untergräbt und fürchterliche Epidemieherde schafft, daß zahllose erkrankte Häftlinge mit Absicht ihrem traurigen Schickjal überlassen werden und infolge mangelnder ärztlicher Behandlung schlimmer als Tiere in den Wildnissen dahinsiechen. Von Zeit zu Zeit wird dann plötzlich der Jammer dieser in ihrem Kampfe ums Dasein vergeblich ringenden und verzweifelnden lebendig Begrabenen mit einem furchtbaren Schein erhellt, wenn mit einem Male die in den letzten Monaten stereotyp gewordene Kunde kommt, daß bald hie, bald dort zweihundert dreihundert Gefängnisinsassen an Typhus erkrankt seien, daß das Spital die Erkrankten nicht zu fassen vermöge, so daß sie zum großen Teil in ihren Zellen„kuriert“ werden. Dann öffnen sich auch vun die Tore der Gefängnisse, um lange Züge von Gefangenen als Leichen hinauszulassen und frische Scharen künftiger Genossen aufzunehmen. Fast ohne Lärm wickelt sich das staatliche Gefängnisgeschäft ab, das Zehntausende schnell oder langsam ihres Daseins beraubt und ebenso viele zu stumpfsinnigen Vollzugsmaschinen demoralisiert. Aber wie ein drohendes Gespenst tragen jetzt die Gefängnisse die Typhusepidemie, die laut Erklärung der Dumabudgetkommission infolge der Hungernahrung überhandnehmen, in die Städte hinaus und verseuchen sie noch unaufhaltsamer als die Cholera; die Städte gaben den Gefängnissen die Cholera, jetzt zahlen ihnen diese reichlich mit Typhus. Da wird auch der eingeschüchterte Spießbürger aufgeschreckt, aber stumm geht er seinen Weg, um nicht selber aus dem potentiellen Martyrium, das jedem russischen Untertan mit der Geburt mitgegeben ist, in das reale hineinzugeraten. Nur die Presse darf, nicht selten gegen Strafe, trockene Notizen bringen, und in der Duma kann manches scharfe Wort darüver erschallen. Aber wer unter den russischen Machthabern hat noch Ohren oder gar ein empfängliches Herz? Was sollten ihnen auch die Materialien der öffentlichen Kläger dartun, da sie selber weit mehr instruktiven Stoff in ihren eigenen Kanzleien besitzen, aber in ihrem Innern über den von ihren Untergebenen so glänzend verstandenen Gesamtgeist der„Revolutionsbekämpfung doch nur Freude empfinden?! Dabei kommen ja nur Brocken des richtigen Materials über die Qualen der russischen Häftlinge zutage. Die zahllosen Einzeltragödien, die sich in den russischen Gefangnissen abspielen, bleiben hinter Schloß und Riegel ein Geheimnis. Man weiß aus den neuesten Tatsachen nur, daß Stock. Prügel und Karzer wie nie zuvor zur Anwendung gelangen, daß Kranke verhauen werden, nur weil sie krank sind, daß Politische auch ohne jeglichen Anlaß oder, wie in Wladimir, aus solch lächerlichen Motiven wie Verwendung einer Sommerhose statt der Winterkleidung arg geschlagen, daß Frauen wie Männer in gleicher Weise mißhandelt, daß Gefangene mit Stöcken in den Karzer hineingestoßen werden(siehe Jekaterinoslaw), daß die Geveinigten zu Selbstmorden ihre Zuflucht nehmen usw. usw. Welche Hölle würde sich aber vor der Oeffentlichkeit auftun, wenn alle Zeugen und Objekte dieser Barbareien reden könnten? Einst, zur Zeit des alten Reaiments galten die russischen Gefängnisse als schrieben: Heute geht das Lustspiel„Doktor Klaus“ zum Benefiz für den ersten Komiker Adolf Heberling in Szene. Der Meister. sänger zur Laute Robert Kothe gastiert morgen abend mit vollständig neuem Programm, dessen einzelne Nummern von döchstem literarischem Wert sind. Am Sonntag schließt, die Löchstem„sitzrarischem Werk sind., Am Songtag schließt die Schaufpiel=Saison mit einer Auffüyrung der Posse„Der Rezi. strator auf Reisen". Verhaftung eines Erpressers. Die hiesigen bürgerlichen Blätter melden: Auf den Antrag der hiesigen Staatsanwaltschaft nahm die hiesige Kriminalpolizei am Sonnabend mittag eine Verhaftung vor, die weit über die Grenzen unserer Stadt Aufsehen erregen und auch auswärtige Kreise in Mitleidenschaft ziehen wird. Die Vorgänge zu dieser Verhaftung haben sich bereits seit einem Jahre bis auf die jüngsten Tage innerhalb der Mauern Bielefelds abgespielt. Doch nur die wenigsten wußten um sie. Wohl erhielt sich ständig das Gerücht daß ein hiesie nüsse, da ihn der Bruder des Mädchens, ein verheirateter Fabrikarbeiter, der sich als Rächer der Ehre seiner Schwester gerierte, mit öffentlicher Bloßstellung, ja mit Erschießen bedrohte und denselben mit hohen Summen zum Schweigen und zur Nahe bringen misse. Ger. Sesxrigmtv.9 Schel Vrgenn„muse, Der Fabrikan, habe, so, horte man weiter, dem Erpresser hohe Summen geopfert und sich mit ihm „öoiltig gkart.#ster hahe Summen geopfext und sich mit ihmn enogitig abgesunden. Dieses war auch in Wahrheit geschehen. Mit über 4½ Tausend Mark hatte der Fabrikant seine Ehre und das schriftliche Versprechen des Arbeiters, nunmehr die Sache totschweigen wallen erkaufen Sache Wischweigen zu wollen, erlaufen müssen. Doch bald trat dieser„Ehrenmann" und„Mann von Wort“ mit neuen Anseinen der„Ehrenmann und„Mann von Wort“ mit neue zapfungen an seinen Geldgeber heran. Dieses führte Sturz herbei. Der Geprellte übergab die Sache der Staatsanwaltschaft, auf deren Veranlassung die Verhaftung d. unigurtichgag veren Gelamugung die Verhaftung des Erpressers Withelm vom Hoff, Arbeiter. nach anderen Angaben Zwickmeister in einer hiesigen Schuhfabrik, erfolgte. Eine sofort in der Wohnung des Verhafteten. Paulusstr. 44, vorgenommene Durchfuchung förderte eine Anzahl Briefschaften zutage, die ergaben, daß der Beschuldigte auch Leute von außerhalb, die in die von seiner Schwester ausgespannten Netze gegangen waren, am Bändel hatte und sie jetzt zwickte und zwackte. Die Affäre verspricht ein Sensationsprozeß zu werden. Polizeibericht. Gefunden: Mehrere Invalidenmarken: mehrere Rollen Nähmaschinengarn. Zugelaufen: 1 Schäferhund. ntlaufen: 1 Dobermannpinscher. Verloren: 1 silberne Damenuhr. Kleinfeuer. Heute nacht gegen 3 Uhr brach auf dem Grundstück Jöllenbeckerstr. 16 Feuer aus, mutmaßlich durch Funkenflug aus dem Gießereiofen hervorgerufen. Durch sogortiges„Eingreisen der hiesigen Brandwache wurde das Feuer valo gewscht. Der Schaden ist gering. arten Regiments, galten die rüssischen.,Gesangnisse als verhältnismäßig milde Anstatten. Die russische Gefängnisverwalein Mehr von 5,6 Millionen, gestiegen. Wie sehr sich auch die Gefängnisverwaltung bemüht und für die Zukunft präpaxiert, dem Staatsbedarf an Haftzellen vermag sie längst nieht meyr zu genügen. Noue riesige Gefängniskaste präpariert, dem Staatsbedarf an Haftzellen vermag sie tungst Richt mehr zu genügen. Neue riesige Geiungnislasten werden gebaut und gevaut, aber jeder verfügbare Raum muß im Vergleich zur Vorschrift mit der doppelten und dreifachen Insassenzahl gefüllt werden, und immer wieder erfährt man von tragikomischen Fällen, da Verurteilte von einem Ende des Reiches zum anderen wandern und zur Absolvierung der ihnen auferlegten Strafe um ein Haftplätzchen fast betteln, ohne daß flossenen Jahre mit seiner besonders starken Bautätigkeit sieben neue Gefängnisse für etwa 30000 Gefangene errichtet worden sind, wenn die vermutliche Zunahme der Gefangenenzahl für das nächste Jahr ziemlich die gleiche Höhe erreichen dürfte? Kein Wunder, daß darum im diesmaligen Budget gegenuber den vorjährigen zwei Millionen Rubeln bereits vier Millionen für neue Gefängnisgebäude vorgesehen sind. Es ist eben ein Bielefelder Stadttheater. cn. Sonnabend, 27. März: Götz von Berlichingen in 5 Aufzugen von sicht auf die Möglichkeit der Aufführung hat der gewaltigen Gemäldes aus der Sturm= und Drangperiode, mit der das deutsche Mittelalter endigte, nicht genommen. So lebensvoll sich dadurch das Drama gestaltet hat. so große Schwierigkeiten setzt es der Aufführung entgegen. Alle die Bearbeitungen, die für die Aufführung notwendig sind, sind zugleich Verschlechterungen. Es fehlt uns hier an Platz und an Zeit, um dies einmal bis in die letzten Einzelheiten nachheisen die###ch gluckt es später einmat, denn überaus lohnend diese Aufgobe zweifellas Immerhin war die Arefführung in tung betrachtete an vielen Orten die politischen Verbrecher mit Ausnahme der allerschwersten als besiegte Feinde, denen sie im Vergleich zu den Kriminalverbrechern mit einer gewissen Galanterie manche Vergünstigungen zuteil werden ließ Längst ist diese Zeit dahin. Die einzige Parole, die jetzt noch im Gefängnisleben Geltung hat, ist die grenzenlose Grausamkeit und die Vernichtung des Feindes. Denn also wird es von oben gewollt. Kommnnales. Kommunale Fleischsteuer in Württemberg. Der württembergische Landtag verhandelte am Sonnabend über einen Gesetzentwurf, der die Frist, in welcher in württembergischer Gemeinden noch eine kommunale Fleischsteuer erhoben werden darf. die am 1. April 1909 auf ein weiteres Jahr, bis zum 1. April 1910, verlängern will. Alsdann müssen bekanntlich nach dem Reichszolltarzfgesetz alle kommunale Abgaben auf Fleisch in ganz Deutschiano überhaupt in Fortfall kommen. In Württemberg erheben gegenwärtig nur noch 13 Gemeinden eine solche Steuer, die ihnen im Jahre 1906 einen Gesamtertrag von 527582 Mk. eingebracht hat. Die durchschnittliche Belastung pro Kopf der Bevölkerung aus dieser Steuer beträgt 2,19 Mk. In einigen dieser 13 Gemeinden ist die Belastung noch wesentlich höher: so beträgt sie in Ulm 3,36 Mk. pro Kopf der Bevölkerung. Von den Genossen Dr. Lindemann und Keil wurde der Gesetzentwurf mit Entschiedenheit verampft, und die sozialdemokratische Fraktion hrachto eine Resolution ein welche verlangt, setzentwurf mit Entschiedenheit bekämpft, und die sozialdemokratische Frartion Brachte eine Resotation ein, weiche berlungt, daß die Gemeinden das Recht erhalten, eine höhere Einkommensteuer als seither# rhehen steuer als seirher zu erheven. lebhafter Nach Barntrup, 28. März. In der Generalversammlung der Ortskrankenkasse am letzten Freitag erfolgte zunächst die Rechnungsabnahme. Die Einnahmen beliefen sich auf 4069,57 Mk., denen eine Ausgabe von 3571,62 Mk. gegenüberstand, es verblieb also ein Barbestand von 497,95 Mark. Aus der Wahl eines Mitgliedes zum Vorstand ging Genosse Besch mit großer Mehrheit als gewählt hervor. Der stellvertr. Vorsitzende Wehrmann wollte erst die Frauen nicht mitwählen lassen, obgleich diese wahlberechtigt waren. Gegen die Wahl eines Vorstandsmitgliedes in voriger Versammlung, an der der Vorsitzende Kommerzienrat Steneberg auch Jugendliche teilnehmen ließ, wird von unserer Seite Protest eingelegt werden. * Minden, 29. März. Zur Lohnbewegung der Schneider. In der Versammlung der Schneiber Mindens am Sonntag wurde mit 78 Stimmen beschlossen, am Montag, den 29. März, die Arbeit einzustellen. Diesem Beschlusse sind heute 92 Schneider nachgekommen. Zuzug nach Minden ist zu vermeiden. * Rheine, 28. März. Der Kampf gegen den Alkohol. Heute tagte im Hermesschen Lokale eine öffentliche, vom Gewerkschaftskartell einberufene Versammlung. Genosse Löwe=Bielefeld referierte über das Thema:„Ist die Alkoholfrage eine soziale Frage?“ In zirka 1stundiger Rede führte der Redner an Hand von reichhaltigem statistischem Material die schädigenden Wirkungen des Alkohols für Gesundheit und Geist den Anwesenden vor Augen. Die Ziele des Deutschen Arbeiter= Abstinenten=Bundes schilderte er eingehend. Wir brauchen einen ungetrübten Verstand zur Führung unserer Kämpfe für die Befreiung des Proletariats. In klaren Worten behandelte Redner die politische, gewerkschaftliche und Genossenschaftsbewegung und dann zeigte er den Unterschied zwischen den steuer eingetreten ist, wurde der Gesetzentwurf auf Verlängerung des Rechtes auf Erhebung der Fleischsteuer bis zum 1. April 1910 mit 44 gegen 30 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten die Sozialdemokraten, 5 Volksparteiler, 2 Zentrumsmitglieder, 1 Nationalliberaler und einige Bauernbündler. Aus der Stadt und Nachbarschaft. ie ezumal ois in die letzten Einzelheiten nachzuweisen vieneicht gluckt, e, später einmal, denn überaus lohnend ist diese Aufgabe zweisellos. Immerhin war die Aufführung in unserem Stadttheater sehr gut. Götz(Norbert Berstl. der die Partie an Stelle des verhinderten Gastes Max Wegner übernommen hatte), Weißlingen(Emil Landerer), Adelheid(Melly Stollberg), Franz(Hubert Hopkirk), Georg(Tilly Musäus), Franz Larso(Karl Krois), um nur die Hauptrollen zu nennen, wurden prächtig dargestellt, und auch die Regie hatte das Möglichste geleistet. Es könnte vielleicht darauf gesehen werden, daß die Nebenrollen mit etwas weniger Lebhaftigkeit im Agieren gespielt werden. Bielefeld, 30. März. — Gewährung von Sonderrabatten. Die Handelskammer zu Bielefeld hat in ihrer Sitzung vom 26. Januar d. J. zu der Frage der Gewährung von Sonderrabatten Stellung genommen und erklärt, daß diese gegen die Grundsätze kaufmännischer Loyalität verstoßen, deren Beachtung ein Berufsgenosse dem anderen schuldig ist. Besonders in der Zeit wirtschaftlichen Niedergangs, dessen Erscheinungen sich im Detailhandel empfindlich zeigen, werden viele Geschäftsleute leicht veranlaßt, gegen obige Grundsätze zu verstoßen. Es ist daher wiederholt als wünschenswert bezeichnet worden, die Gewährung von Vorzugsrabatten auf Waren zum Privatgebrauch aufzuheben. Der Detaillistenverein der Textilbranche in Bielefeld hat die Ausführung dieser Wünsche in die Hand genommen, so daß diesem Zustande, welcher ein Auswuchs im Geschäftsleben Bielefelds ist, vom 1. April 1909 ab nunmehr ein Ende bereitet wird, da die Gewährung von Vorzugsrabatten den Grundsätzen einer soliden raufmannischen Geschäftsführung widerspricht. Die Mitglieder des Detaillistenvereins der Textilbranche sind der Ansicht, daß die Behandlung der Barzahlung leistenden Käufer die Grundpfeiler eines gesunden geschäftlichen Verkehrs erschüttern und das Ansehen und die Würde des Kaufmannsstandes untergraben und haben sich deshalb durch ehrenwörtliche Unterschrift bei Zahlung einer Konventionalstrafe für jeden ssc. Handarbeit und Maschinenarbeit in der Sch seinem soeben erschienenen Buche über wand, der für einzelne Arbeiten in der Schuhindustrie bei arbeit und bei Maschinenarbeit notwendig ist. Für die Teilarbeiten an 1 Paar randgenähten Herrenschnürschuhen wird Zeit gebraucht für * fewicen### M###, Handarbeit Maschinenarbeit Aufzwicken des Overreits auf den Leisten...... 40 Minuten 14½ Minuten Einstechen des Rahmens:. 80„ 8„ Doppeln der Sohlen.... 80„„ 3„ Für die Anfertigung eines Paar Schuhe werden in der Fabrik bei 79 Teilarbeiten 2 Stunden 18 Minuten, bei der Handarbeit in 3 Teilarbeiten 13 Stunden gebraucht. In der Fabrik kann also bei der gleichen Arbeitszeit mit derselben arbeiterzahl das 5fache von dem handwerksmäßig Hergestellten geleistet werden. Dr. Rehe sagt aber, hinsichtlich besserer Ware sei ein leistungsfähiger Handwerksbetrieb noch völlig konkurrendfähig, während er für billigere Artikel, besonders durchgenahlt Herren= und Damenstiefel und Kinderschuhe völlig ausscheidt. Bank=Tantiemen. E stituten nicht ge welche Summen an Tar Deutschen Bank, bei der ausgegeben werden, wi ausgegeben werden, wi welche Höhe die Tantiem exreichen. Aber für eini recht interessante Ziffer Millionen Mark bei der de Diskontobank Dresdner Bank. Schaaffhaus. Bankverein Berliner Handelsgesellschaft... Nationalbank Kommerz= u. Diskonto=Bank Mitteldeutsche Kreditbank Also 6 bis 24 Prozer von Tantiemen in die räten! Bei 7 Banken sir Mark, die sich auf vielle geschenk verteilt worden. lich auch ihre festen Bez. Gesellschaften als Aufsick hunderttausend Mark ar kommen. Ge Ein ungetreuer K 29. März. 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Bei der Deutschen Bank, bei der sicher etliche Millionen für solche Zwecke ausgegeben werden, wird es überhaupt nie bekannt gemacht, welche Höhe die Tantiemen für die Direktoren und Aussichtsrate erreichen. Aber für einige andere der großen Banken lassen sich recht interessante Ziffern zusammenstellen. So beträgt in Millionen Mark Also 6 bis 24 Prozent des Reingewinnes fließen in Gestalt von Tantiemen in die Taschen von Direktoren und Aufsichtsräten! Bei 7 Banken sind fur das letzte Jahr fast 13 Millionen Mark, die sich auf vielleicht 100 Personen verteilen, als Extrageschenk verteilt worden. Die Leute haben als Direktoren natürlich auch ihre festen Bezüge, sitzen dabei in noch vielen anderen Gesellschaften als Aufsichtsratsmitglieder, so daß leicht mehrere hunderttausend Mark an Tantiemen, Bezüge usw. zusammenkommen. Gerichtliches. Ein ungetreuer Kassierer. Freiburg im Breisgau, 29. März. Bei der Züricher Filiale der Mülheimer Großfirma Stinnes& Co. unterschlug der Kassierer Behrens 103.000 Franken. Behrens war Hamburger Spekulanten in die Hände geraten. Die hiesige Strafkammer verurteilte Behrens zu 1 Jahr 8 Monaten Gefängnis. Gegen das Frontmachen der Soldaten auf offener Straße erklärt sich jetzt ein aktiver Offizier. Es ist wiederholt auf das Sinnlose dieser Ehrenbezeugung hingewiesen worden, die in belebten Straßen gerade zu Verrehrsstörungen veranlassen kann. Jedesmal erhob sich dann in der militärfrommen Presse ein Gezeter, als ob an einer der heiligsten Grundlagen der preußischen Armee gerüttelt worden wäre. Jetzt wendet sich in der „Nat.=Ztg. ein aktiver Offizier gegen diese Einrichtung, die, wie er sagt,„keinen der Beteiligten Spaß macht, aber recht viel Unannehmlichkeiten verursacht.“ Er fährt fort: „Ob die Straßen eng sind oder breit, ob es sich um einen oder mehrere Soldaten handelt, immer gibt es einen Aufenthalt, wenn ein Mann plötzlich in strammer Haltung sich in den Weg stellen muß. Trifft es sich einmal, daß mehrere Kameraden zusammengehen und der Verkehr besonders lebhaft ist, sowohl auf dem Bürgersteig als auf dem Damm, so kann durch diese vorgeschriebene Ehrenbezeugung direkt eine Verkehrsstörung eintreten. Aber auch vom militarischen Standpunkte aus würde der Abschaffung dieser Ehrenbezeugung kein Mensch eine Träne nachweinen. Wer, wie der Verfasser selbst, mehrere Jahrgänge Rekruten ausgebildet hat, wird zugeben, daß die Eindrillung dieser Ehrenbezeugung zu dem Unangenehmsten gehört. Erstensmal, bis das Augenmaß für die sechs Schritte vorher und sechs Schritte nachher richtig herausgesunden ist; dann bis der Mann das Heranziehen des richtigen Fußes und nachher das Weitersetzen des richtigen Fußes begriffen hat; schließlich aber, bis die Rekruten sich eingepragt haben, vor welchen Vorgesetzten die Ehrenbezeugung zu erweisen ist, bildet eine Arbeit für den Rekrutenoffizier und Unteroffizier, die ihm schon manches Stöhnen und manchen Fluch abgelockt hat Schließlich ist es auch gar nicht so furchtbar ketzerhaft, wenn man die Abschaffung dieser Ehrenbezeugung in Vorschlag bringt; denn bei den Ehrenbezeugungen mit Gewehr ist die analoge besondere Begrüßung der direkte:. Vorgesetzten schon längst aufgehoben. Während bekanntlich früher bei den Vorgesetzten im allgemeinen das Gewehr nur„angefaßt“ und nur bei direkten Vorgesetzten präsentiert wurde, haben wir jetzt schon längst die einheitliche Ehrenbezeugung durch Präsentieren des Gewehrs. Warum kann eine rleiche Vereinheitlichung bei der Ehrenbezeugung ohne Gewehr, die allen Teilen, Vorgesetzten, Untergebenen und Publikum, nur vorteilhaft ist, nicht auch eingeführt werden?“ Weil leider in der preußischen Armee der Zopf von Anno Tobak immer noch sein Unwesen treibt, und weil es unverständige Leute gibt, die schreien, daß durch die Abschaffung irgendeiner üinnlosen Tradition die Schlagfertigkeit der Armee leide! Diese Parademarschfanatiker sind es, die sich bemühen, jede Modernisierung, jede Vereinfachung des Dienstes, jede Abschaffung unnötigen Drills zu verhindern. Und wieviel Zeit für den Feldund Schießdienst könnte gewonnen werden durch die Beseitigung des entsetzlich öden, nutzlosen Kasernenhofdrills mit allen seinen Auswüchsen! Um wieviel Monate ließe sich die zweijährige Dienstzeit noch verkürzen, wenn man sich endlich dazu entschließen könnte, mit dem geisttötenden und die Knochen zerschindenden Paradedrill zu brechen! Es ist immerhin bezeichnend, daß sich gegen dessen feinste Blüten jetzt schon im Offizierskorps selbst die Opposition regt. Literarisches. Vom„Wahren Jakob“ wird in den nächsten Tagen die siebte Nummer des 26. Jahrgangs erscheinen. Aus ihrem illustrativen Inhalt erwähnen wir die beiden farbigen Bilder„Deutscher Früylingszauber" und„Die Friedensfreunde“, sowie die Zeichnungen„Die Vorfüyrung des Kompromißesels".„Aus Preußen",„Deutsche Finanzen“,„Gute Freunde— getreue Nachbarn“,„Die wirklichen Notleidenden",„Radbod“,„Der Bündler und die Erbschaftssteuer“,„Wohltäter“,„Antidarwinisten",„Der Verbündete des Kohlensyndikats“,„Nutzen des Kriegs“,„Waffenlieferanten“,„Bülows Dilemma“,„Ein Reinfall“,„Hochwasser“ und die rettende Tat". Ferner enthält die Nummer den Artikel „Das Jahr 1909 als Gedenkjahr“ von Ed. Bernstein, dem Bilder von Tarwin, Proudhon, Lincoln, Gladstone, Tennyson und Burns beigegeben sind. Außerdem wird das Bülowdenkmal aus dem Hofe des Berliner Gewerkschaftshauses nach einer photographischen Aufnahme und ein Bild des russischen Polizeispitzels Azew wiedergegeben Neben vielen anderen satirischen Beiragen enthält die Nummer dann noch die Gedichte„Kohlensteuer",„Der Schneemann",„Die Wetterfahnen,„Schauerdallade“„Gelehrige Schüler",„Das neue Paradies“,„Klage5i52“„Warum haben die Agrarier kein Bundeslied“,„Kompro„Das Portemonnaie und„Da hinten irgendwo in der Türkei". Der Preis der 20 Seiten starken Nummer ist 10 Pfg. Vermischtes. Aus Eifersucht. Wiesbaden, 29. März. Der 23jährige Installateur L. Scheurig aus Wiesbaden gab am Sonnabend nachmittag auf die 19jährige Lina Schauß auf dem Nachhausewege aus Eifersucht mehrere Schüsse ab. Dann brachte er sich selbst 4 Schüsse in die Brust bei. Seine Verletzugen sind sehengas###stur, während der Zustand des jungen Mädchens ##eavgejührlich ist. Regierungsrat Martia aus dem Dienst entlassen. Leipzig, 29. März. Der Disziplinargerichtshof, der heute gegen Regierungsrat Martin verhandelte, hat ebenso wie im Mai vorigen Jahres die Disziplinarkammer zu Potsdam auf Dienstentlassung erkannt. Generaldirektor Heinrich Wiegand vom Norddeutschen Lloyd ist gestern in dem Sanatorium des Herrn Dr. Pariser in Homburg v. d. Höhe nach langem Leiden gestorben. Ehetragödie. Berlin 29. März. Heute früh versuchte die Eherrau des Kelluers Schloßmacher sich und ihre 10jährige Tochter dadurch zu töten, daß sie die Gashähne in der Küche ihrer Wohnung öffnete. Angeblich soll die Untreue ihres Mannes die Frau zu ihrem verzweifelten Schritt getrieben haben. Mordversuch und Selbstmord. Im Hause Selchower Straße 2 zu Rixdorf versuchte Montag abend der 22jährige Gelegenheitsarbeiter Ferdinand Wensle seine Geliebte, die 34jährige Prostituierte Marie Barber mit einem Revolver zu erschießen und tötete sich sodann durch einen Schuß in den Kopf. Das Mädchen wurde durch zwei Schüsse in den Kopf schwer verletzt und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Der Grund zur Tat ist Eifersucht. Hochwasser im Odergebiet. Posen, 30. März. Die Warte ist fortgesetzt im Steigen begriffen. Eine ganze Reihe von Dörfer stehen unter Wasser. Auch die Prosna, ein Nebenfluß der Warte ist meilenweit über die Ufer getreten. Auch von der Oder kommen weitere Nachrichten über Schädigungen. Im Kreise Leobschütz wurden Stege und Wege weggerissen und Straßen zerstört. Zwischen Kosel und Brieg sind in den letzten 10 Tagen 10 beladene Kähne gesunken. Ein Boot zerschellt. Posen, 29. März. Heute vormittag 11 Uhr zerschellte infolge starker Strömung am Mittelpfeiler der Eisenbahnbrücke am Luisenhain ein Boot der Strombauverwaltung, das mit drei Arbeitern besetzt war. Schiffer retteten mit großer Lebensgefahr zwei der Insassen, einer ist untergegangen und noch nicht gefunden. : Vom Zeppelin. Friedrichshafen, 29. März.„Zeppelin 1“ unternahm heute um ½9 Uhr eine Höhenfahrt. Die höchste hierbei erreichte Höhe betrug über 1800 Meter. Das kaum sichtbare Fahrzeug überragte die Silhouette der Schweizer Bergriesen um ein Bedeutendes. Die Landung erfolgte nach ½2 Uhr. Morgen soll die angekündigte Fernfahrt nach München stattfinden. Eine Feuersbrunst zerstörte heute den Lascari=Palast in Turin, wobei zahlreiche Gemälde von großem Wert vernichtet wurden. Die Entstehungsursache des Brandes ist unbekannt. Drei Kinder ertränkt London, 29. März. Die Frau des Wirtes des Anker=Hotels an der Portsmouthstraße hat gestern ihre drei kleinen Kinder in der Badewanne ertränkt. Es ist ein Rätsel, was die Frau zu der Tat veranlaßt hat. Sie selbst rief ihren Mann aus der Wirtschaft in die Wohnung, und mit den Worten:„Siehe, was ich getan habe“ zeigte sie ihm die kleinen Leichen in der Badewanne. Sie ist in Untersuchungshaft genommen worden. Ter„Einsiedler der Pyrenäen". Aus Madrid wird der „Berliner Volkszeitung“ geschrieben: In Biarritz ist fast im biblischen Alter der Graf Henry Russell gestorben, der dem alten irischen Hause Russell entstammt. Wenige wußten, daß der Graf, in dessen Adern durch seine Mutter auch französisches Blut rollte, das Orginal zu dem Helden von Jules. Vernes bekannten Abenteurer=Roman„Michael Strogoff“ gebildet hat, jener Geschichte, die in dramatischer Form früher so oft über die Bühne gegangen ist. Graf Russell, der in Pau geboren wurde, war in seinen jungen Jahren in den Tuilerien ein gern gesehener Gast. aber des Hoflebens bald müde und von einem brennenden Durst nach Abenteuern erfüllt, begab er sich fast fluchtartig von Paris zu Fuß auf die Reise nach Peking. Er erreichte sein Ziel auch, obgleich er die Schrecken der Wüste Gobi erleben und das weite Sibirien zur Winterszeit ourchwandern mußte. Von Peking begab er sich nach Japan; später führten ihn seine Fußwanderungen auch durch die Vereinigten Staaten von Nordamerika, durch Zentral- und Südamerika Er besuchte— immer zu Fuß— Indien, erkletterte einige der steilsten Gipfel der Himalaya=Kette und wanderte durch die Dschungeln quer durch Indien von Madras nach Goa. Ein paar Jahre später hätte Graf Russell in Neuseeland beinahe durch die Angriffe von Buschmännern sein Leben verloren; bei einer anderen Gelegenheit wäre er in der Einöde fast verhungert Er hatte in den Bergen den Weg verloren, und mehrere Tage lang fand er keinen Bissen Speise. Als er schon halbtot am Boden lag, fand ihn die Expedition, die zu seiner Rettung ausgesandt worden war. Nachdem der wandernde Graf ein halbes Menschenalter lang beide Hemisphären durchwandert hatte, kehrte er nach Paris zurück, aber das Paris der Republik behaate ihm nicht so wie das Leben unter Napoleon III., und Graf Russell nahm seine Zuflucht zu den Pyrenäen. Dort kaufte er vor der französischen Regierung große Flächen Land, die sich, zum Teil sehr felsig, bis zum Gipfel des Mont Vignemale hinaufzogen. Die höchste Erhebung dieser Bergkette bestieg er fast hundertmal, und auf seine Kosten ließ er in verschiedenen Höhenregionen zum Schutze der Bergbewohner gegen Unwetter sieben Berghütten bauen. In einer dieser Hütten lebte Graf Russell, der übrigens seinen Titel Napoleon III. verdankte, ausschließlich während der letzten 35 oder 40 Jahre seines Lebens. Und infolge dieser zurückgezogenen Lebensweise wurde Graf Russell nur„der Einsiedler der Pyrenäen“ genannt. Der Verstorbene war Mitglied von franzdsischen und englischen geographischen Gesellschaften. Von seinem abenteuerlichen Leben und seinen Forschungen zeugen mehrere Reiseromane und eine Anzahl von wertvollen Studien über die Pyrenäen, ihre Flora und Fauna. Das Erbe Messels. Das plötzliche Hinscheiden Alfred Messels bringt, wie schon erwähnt wurde, ein wichtiges Werk vorläufig ins Stocken. Der Tod hat den Künstler daran gehindert, die Bauten auf der Berliner Museumsinsel, zu deren Errichtung er berufen war, auszuführen. Ueber die Zukunft der Berliner Museumsbauten erfährt das„Berl. Tagebl. von unterrichteter Seite folgendes: Es ist selbstverständlich, daß die Bauten, die augenblicklich mit der Niederlegung des Pergamon=Museums ihren Anfang genommen haben, auch ohne Messels Mitwirkung in Angriff genommen werden. Das Werk kann auch ohne den Baumeister in seinem Sinne und in seinem Geiste ausgeführt werden, da ja die Zeichnungen, die Geheimrat Messel entworfen, und die bekanntlich vom Kaiser genehmigt worden sind, zum allergrößten Teil fertig vorliegen. Dabei kann es sich natürlich nur um die großen Grundzüge handeln. Anders steht es mit einzelnen künstlerischen Details, die Messel in seinen Plänen noch nicht überall ausgearbeitet hat. " B r i e f k a s t e n d e r R e d a k t i o n. Fr. W. 100. Ihre Frage ist mit ja zu beantworten. Nach Stadthagen. Bei Abdruck von Briefen usw. müssen Sie das Original einsenden. Es ist auch nicht anzunehmen, daß ein studierter Mann solches Deutsch schreibt; da scheint beim Abschreiben nicht die nötige Sorgfalt beobachtet worden zu sein. Nach Minden. Einsendungen ohne Unterschrift(also anonyme) können wir nicht veröffentlichen. Wie oft sollen wir das wiederhoten. Herford Stadt. In der Zeit vom 22. bis 27. März wurden beim hiesigen Standesamt angezeigt: Geburten: Knaben: Fabrikarb. Herm. Schinke, Handarbeiter Friedr. Strunk, Bahnarbeiter Karl Begemann, Fabrikarbeiter Adolf Tolksdorf, Arbeiter Aug. Brandt, Schneidermstr. Wilh. Nehls, Tischler Herm. Stranghöner, Tapezierer Friedr. Wollbrink, Maler Emil Baumann. Mädchen: Arb. Ambrosius Löffelholz, Fabrikarb. Wilhelm Held, Aufseher Wilh. Müller, Eisendreher Friedr. Hufendiek, Böttcher Wilh. Link, Bildhauer Adolf Fennert, Invalide Friedr. Helweg, Schlosser Heinr. Salmon. Aufgebote: Schuhmacher Gust. Bermann und Pauline Kopp, Maler Ernst Wilh. Meuse und Henriette Wilhemine Ludwig, Kaufmann Robert Freund und Hedwig Bürgel, prakt. Zahnarzt Alb. Grünewälder und Hedwig Schanderwitz, Gärtner Karl August Clever und Luise Kammermann, Tischler Hermann Dembergsmeier und Wilhemine Sieoert, Pflasterer Konrad Hose und Auguste Haumersen, Tischler Friedr. Jockheck und Auguste Hebrock, Fabrikarb. Robert Moll und Friederike Schulz, Heizer Fritz Bevenitz und Marie Edler, Malermeister Viktor Thomas und Meta Ihle, Musiker Fritz Hübler und Anna Schuster, Kanzleigehilfe Aug. Lange und Maria Bange. Eheschließungen: Arbeiter Fritz Hoffmann und Luise Meier, Stukkateur Ernst Hebrock und Emma Dusdieker, Bauarbeiter Karl Feller und Lina Karcher, Speditionsgehilfe Aug. Großjohann und Charlotte Spreen. Sterbefälle: Wite Luise Siveke, 64 J.: Sattler Friedr. Fröning, 43 J.: Frida Brinkmann, 9 Mon.; Herm. Steinkämper, 7 Mon.; Fritz Brandt, 4 I.; Witwe Konradine Rohden, 83 J.: Helmut Tiemann, 1 J.; Arb. Ernst Wattenberg, 61 J.; Ziegler Karl Jürgens, 39 J.; Färbereibesitzer Gottfried Stander,.63 Jahre. Bünde. Dem hiesigen Standesamt wurden angezeigk: Geburten: Söhne: Briefträger Ernst Heinrich Friedrich Oepke zu Bünde, Wehmstraße 8; Gastwirt Kaspar Heinrich Timmert zu Bünde, Feldmark 122; Sortierermeister Karl Friedrich Schürmeier zu Bünde, Feldmark 95. Töchter: Lehrer Heinrich Florenz Middelmann zu Bünde, Fünfhausenstraße 7; Zigarrenarbeiter Karl Heinrich Sewing, zu Bünde, Feldmark 199; Amtsrichter Dr. jur. Wolfgang Karl Adolf Eduard Lax zu Bünde, Eschstraße 64; Zigarrensortierer Karl Heinrich Hermann Herbrechtsmeier zu Bünde, Feldmark 100; Bekleber Hermann August Westerbeck zu Bünde, Klinkstraße 42. Aufgebote: Zigarrensortierer Karl Ernst Heemeier zu Gewinghausen und Zigarrensortiererin Johanne Marie Alwine Stellbrink zu Bünde, Brunnenstraße 82. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. Backpulver Euddingpulver Nanillinzucker genau so unentbehrlich ::::: wie die:::: Ostereier. Ueberall erhältlich. Reese-Gesellschaft Hameln. 1762 Ostern CotelH sind eeses Bestbewährte gesunde und magen darmkranke Nahrung für: sowie schwächliche, in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder. Danksagung. 1861“ Für die vielen Beweise herze licher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranzspenden bei dem herben Verlust unseres lieben Sohnes und Bruders sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, desgleichen auch der Firma Droop und Rein und seinen Mitarbeitern, insbesondere dem Herrn Pastor Kortmann für seine trostreichen Worte im Haise und am Grabe unsern tiefgefühltesten Dank. Samilie Bergnann. Todes=Anzeige. Am Sonnabend mittag 1 Uhr entschlief sauft nach kurzem, schwerem Leiden unsere liebe, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante, die Witwe geb. Fültmann im 85. Lebensjahre. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 3½ Uhr, vom Trauerhause, Hakenort 47c, aus statt. 1868• Kea em Grabdehnmater, Grabeinfassungen, in allen Preislagen, am billigsten bei Wilhelm Ott, Engerschestrasse 1 1845 und Herforderstrassen-Ecke. Trauerbriefe mit Konverts liefert Buchdruckerei„Volkswacht“. Fenuorkiltg in grösster Auswahl stets vorrätig Traderkafe Geschw. Simon, Niedernstrasse 30. Nachruf. Am 28. März starb nach kurzem, schwerem Leiden unser Mitarbeiter, der Schlosserlehrling Sein aufrichtiger Charakter und sein Fleiß sichern ihm ein dauerndes Andenken. 1862°] Seine Mitarbeiter der Firma Droop und Rein. an: Von heute Dienstag, den 30. März, Arnsser Bina-Vernauf in □□□ Spezial-Ausstellung der letzterschienenen Neuheiten zu ganz besonders billigen Ausnahme-Preisen. □□□ Der kolossale Eingang neuester Damen-Konfektion in dieser Woche schafft eine Auswahl, wie solche nicht über□UUEQ wältigender geboten werden kann. □□□ Besichtigung ohne Kaufzwang gerne gestattet. □□C□□ Die Vorzüge unserer Damenkonfektion: Oenkbar grösste Auswahl : Allerneueste Modelle: ::: Tadelloser Sitz::: Unerreicht billige Preise. En grosser nur allerneueste Dessins und gute erpropte Qualitäten, sowie auch Blusenflanelle. Extra ausgelegt. Serie I Nuerstol reinwollene Musseline Meter Serie II leiderstoffe Musselin Meter JO Serie III # jeder Meter So 9 Günstige S füinr den Umzug! Ca. 5000 Meter und ca. 1800 Paare GchPGrnoh weit unter Preis. Serie 1 Schöne geschmackvolle Zeichnungen, vorzügliche Qualitäten jeder Meter 2e Serie II Mod. 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Niema Kreisen die Rede gewesen, trasfere Schweinereien zuta gerichtlich festgestellt wurden diese Polizeiverordnung für sie bringt, ist bei weitem sollte, wenn auch vieles von So sind die Vorschriften Höhe, Tiefe des Fußbodens Bestimmung, daß in Bäckere Backhaus und Backstube ge meint die Behörde, weil fa größeren und größten Bäc Sparsankeitsrücksichten ver Vorschrift unnötig. Ferner orte so gelegen sein müssen, jahr für Gesundheit, Sitte 1 Und doch wäre diese Vorsd Hast mit welcher in heutig der Hitze in der Backstube is in kalten, zugigen Höfen ein der Atmungsorgane, die in Hauptrolle spielen. Gefährlich aber für Gese der§ 9. Derselbe lautet: zur Herstellung und Lageri schen ist untersagt. Die B reichende Sitzgelegenheit in Diese Bestimmung kann legen benutzt werden. Gar reichende Sitzgelegenheit in zehmer sorgen“. Was ist hier aber ausre sicht genügt, wo sollen die Arbeitsschicht ihre wenigen kr die letzten, die das Sitzen a zsw. billigen, aber in wievie gelegenheiten vorhanden, un Trotzdem schon vor neun gugekündigt wurde, die eben Strafandrohung— für die dammt wenig Bäckermeister Augen wohl völlig unnützer vir unsere Meister kennen, gicht, dazu bequemen können. Geselle, der keine entsprech der langen Arbeit todmüde vill und sich auf den Backtr der Geselle? Das wäre m Ironie auf den sozialen E diktiert sein soll. Beim S 15 in Roman von Fr Autorisierte Uebersetzung aus Der Morgen brach über Die tangen straße an. Die langen L kr. zunehmenden Helle in Seiten breiteten sich Weize erwachend zum Himmel. Sterne vor dem anbrechen zonte, zwischen den bewal nendo, über welchen die Ne blinkten noch einige Himme niedrig fliegende Nachtvöge dilte auch hinkenden Schrit Morgen überrascht hatte. fu#gleich dem grauen Ges suchend— ein einsamer Wa von der taulosen Nacht nich wirbelte. . Eine Weile hielten die in Haltung und Ausdruck seizeseichen Schritt. Der d#### zivilisierten, harmlo Tramp?) mit einem gewöh zeigten die charakteristischen außer dem Gesetze stehender gang und die scheue Art und dem schleppenden Schritte Nenschen. Beide waren dasselbe schlaffe Wesen, die sische körperliche Anstreng ohne es zu wissen, vielleich Frgegangen sein, als die sa der Berührung mit einer und es bestimmten, im sche gerade sünf Minuten vor de don Hunden den Menschen nicht in eine bewohnte dor ihm lag. 1) Copote= Präriew *) Tramp könnte etwa die mit Fußgänger und sits dieser Bezeichnunzen gater allen Umständen er ind wieder bei. S,(ue Gernzumhn. Nr. 75. Bielefeld. Dienstag, 30. März 1909. 20. Jahrg. Die neue Polizeiverordnung über die Einrichtung und den Betrieb von Bäckereien und Konditoreien, sowie über die Unterbringung der bei dem Unternehmer des Betriebes wohnenden Gehilfen und Lehrlinge. Es hat lange, sehr lange gedauert, bevor sich die Behörde entschloß, diese Verordnung zu erlassen, und was sie nun nach langem Zögern beschert, dürfte wenige befriedigen. Bereits 1900 beschäftigte sich die preußische Staatsregierung mit den sanitären Einrichtungen in Bäckereien. Anlaß dazu boten verschiedene Schweinereiprozesse. Besonders in Wiesbaden kam ein äußerst charakteristischer Fall zur Kenntnis des Gerichts, der dann auch im Reichstag zur Sprache kam. Jene Prozesse mögen wohl damals noch etwas wie Ekel in hohen Regionen hervorgerufen haben, freilich aber nur für ganz kurze Zeit. Wohl veröffentlichte der preußische Minister für Handel und Gewerbe am 23. Oktober 1900 den Entwurf einer Ministerial= bestimmung über die Einrichtung und den Betrieb von Bäckereien; auch wurden in einem Rundschreiben die zuständigen Behörden aufgefordert, Gutachten von Gewerbegerichten über jenen Entwurf einzuholen. Doch trotzdem in dem Rundschreiben ausdrücklich gesagt wurde,„daß nach den vorliegenden amtlichen Ermittlungen nicht bezweifelt werden kann, daß sowohl in den Arbeits= wie auch in den Schlafräumen der Bäckereien schwere Mißstände herrschen“, ist es nur bei der Veröffentlichung jenes Entwurfs geblieben. Niemals wieder ist davon in gesetzgebenden Kreisen die Rede gewesen, trotzdem seit jener Zeit noch viel trassere Schweinereien zutage gefördert, zum großen Teil auch gerichtlich festgestellt wurden. Endlich, jetzt nach 9 Jahren kommt diese Polizeiverordnung für die Provinz Westfalen. Aber was sie bringt, ist bei weitem nicht das, was 1900 schon kommen sollte, wenn auch vieles von damals mit übernommen wurde. So sind die Vorschriften über die Art der Arbeitsräume, wie Höhe, Tiefe des Fußbodens usw. dieselben, doch fehlt dabei die Bestimmung, daß in Bäckereien mit zwei und mehr Beschäftigten Backhaus und Backstube getrennt sein müssen. Wahrscheinlich meint die Behörde, weil fast alle neueren, besonders aber die. größeren und größten Bäckereien eine solche Trennung aus Sparsamkeitsrücksichten vermissen lassen, sei eine dahingehende Vorschrift unnötig. Ferner fehlt die Bestimmung, daß die Aborte so gelegen sein müssen, daß sie von den Arbeitern ohne Gejahr für Gesundheit, Sitte und Anstand erreicht werden können. Und doch wäre diese Vorschrift dringend notwendig. Bei der Hast, mit welcher in heutiger Zeit gearbeitet werden muß, beider Hitze in der Backstube ist geradezu das Aufsuchen der Aborte in kalten, zugigen Höfen eine der Hauptursachen der Erkrankung der Atmungsorgane, die in allen Krankenkassenstatistiken die Hauptrolle spielen. Gefährlich aber für Gesellen, Lehrlinge und Hilfsarbeiter ist der§ 9. Derselbe lautet:§ 9. Das Sitzen und Liegen auf den zur Herstellung und Lagerung von Backwaren bestimmten Tischen ist untersagt. Die Betriebsunternehmer haben für ausreichende Sitzgelegenheit in den Arbeitsräumen zu sorgen. Diese Bestimmung kann direkt als Fußangel für unsere Kollegen benutzt werden. Ganz allgemein heißt es:„Für ausreichende Sitzgelegenheit in den Arbeitsräumen muß der Unternehmer sorgen“. Was ist hier aber ausreichend, und wenn die Sitzgelegenheit nicht genügt, wo sollen die Arbeiter bei einer zwölfstündigen Arbeitsschicht ihre wenigen kurzen Pausen verbringen? Wir sind die letzten, die das Sitzen auf Trögen, Backbrettern, Mehlsäcken isw. billigen, aber in wieviel Betrieben sind denn bis jetzt Sitzgelegenheiten vorhanden, und wie sind sie beschaffen? Trotzdem schon vor neun Jahren jene Ministerialverfügung angekündigt wurde, die ebenfalls Sitzgelegenheit— freilich ohne Strafandrohung— für die Gesellen forderte, haben sich verdammt wenig Bäckermeister zur Anschaffung solcher— in ihren Augen wohl völlig unnützer— Möbel verstehen können, und wie vir unsere Meister kennen, werden sie sich auch jetzt so leicht nicht dazu bequemen können. Wer wird nun bestraft, wenn ein Geselle, der keine entsprechende Sitzgelegenheit vorfindet, von der langen Arbeit todmüde sich ein paar Minuten ausruhen vill und sich auf den Backtrog oder aufs Backbrett setzt? Etwa der Geselle? Das wäre mehr als grausam Es wäre blutige Ironie auf den sozialen Geist, von welchem die Verordnung diktiert sein soll. Beim§ 15 fehlt aber völlig die Vorschrift, daß Maruja. Roman von Francis Brei Harte. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen v. Auguste Scheibe. Erstes Kapitel. Der Morgen brach über der nach San José führenden Landstraße an. Die langen Linien der staubigen Ebene traten mit der zunehmenden Helle immer deutlicher hervor. Zu beiden Seiten breiteten sich Weizen= und Haferfelder aus und dampften erwachend zum Himmel. Im Osten und Süden erloschen die Sterne vor dem anbrechenden Tage; nur am westlichen Horizonte, zwischen den bewaldeten Hügeln der Canada del Rainendo, über welchen die Nacht noch zu lagern schien, blitzten und binkten noch einige Himmelslichter. Dorthin richteten mehrere niedrig fliegende Nachtvögel ihren schwerfälligen Flug, dorthin alte auch hinkenden Schrittes ein grauer Coyote!] welchen der Morgen überrascht hatte, und nach derselben Richtung hin ging — gleich dem grauen Gesellen den Schutz der fernen Hügel suchend— ein einsamer Wanderer, unter dessen Füßen der tiefe, biro her taulosen Nacht nicht gebändigte Straßenstaub hoch aufEine Weile hielten die beiden— Mensch und Tier— welche in Haltung und Ausdruck eine wunderliche Verwandtschaft zeigten, gleichen Schritt. Der Coyote hatte dieselbe Aehnlichkeit mit Linem zivilisierten, harmlosen Bruder, dem Hunde, welche der Tramp?) mit einem gewöhnlichen Fußgänger hatte; aber beide zeigten die charakteristischen Merkmale müßiger, halb und halb außer dem Gesetze stehender Landstreicher. Der schlottrige Paßzang und die scheue Art und Weise des Coyoten wiederholte sich in dem schleppenden Schritte und den vorsichtigen Seitenblicken des Menschen. Beide waren jung und kräftig, aber beide trugen dasselbe schlaffe Wesen, dieselbe Abneigung gegen wirklich enersische körperliche Anstrengungen zur Schau. So mochten sie, ohne es zu wissen, vielleicht eine Viertelstunde hintereinander hergegangen sein, als die schärferen Instinkte des Tieres es vor der Berührung mit einer gewalttätigen Zivilisation warnten und es bestimmten, im scharfen Winkel rechts abzubiegen, was serade fünf Minuten vor dem Augenblicke geschah, da das Gebell von Hunden den Menschen veranlaßte, nach links auszuweichen, im nicht in eine bewohnte Ansiedelung zu geraten, welche dicht vor ihm lag. ) Copote= Präriewolf(Canis latrans). **) Tramp könnte etwa mit Bummler, Strolch, Landstreicher, g mit Fußgänger und Wanderer übersetzt werden. Da aber dieser Bezeichnungen der Bedeutung des Wortes ganz und aufer allen Umständen entspricht, so behalten wir dasselbe hin und wieder bei. auch ein von der Ortspolizeibehörde zur Bestätigung der Richtigkeit seines Inhalts unterzeichneter Aushang anzubringen ist, aus dem ersichtlich ist: al die Länge, Breite und Höhe des Raumes, b) der Inhalt des Luftraumes in Kubikmetern, c) die Zahl der Personen, die nach§ 5 dieser Verordnung in den Arbeitsräumen regelmäßig beschäftigt werden dürfen. Wir müssen allen Gesellen dringend raten, sich die Verordnung genau durchzulesen. Unsere Kollegen müssen alles aufbieten, um den Vorschriften zu entsprechen. Wo aber durch Knauserigkeit, Gleichgiltigkeit oder gar Reinlichkeitsfeindschaft der Meister die Gefahr vorhanden ist, daß sie dagegen verstoßen müssen, erstatte man ohne Zögern Anzeige. „Im allgemeinen wird diese ganze Verordnung an den bestehenden Zuständen wenig und noch mehr als wenig ändern. Wo wirklich von Verbesserungen gesprochen werden konnte, hat die Behörde Ausnahmen zugelassen, welche die ganzen Bestimmungen praktisch wieder aufheben. Ebenso wenig werden die Strafbestimmungen gegen die Gesellen geeignet sein, in hygienischer Beziehung Besserung zu bringen. Nicht durch Gesetze oder Verordnungen werden die Jahrhunderte alten, unsauberen, dreckigen Zustände und Gewohnheiten beseitigt, das sollten nachgerade auch die Regierungsorgane eingesehen haben. Die ganzen im Gewerbe mit wenigen Ausnahmen existierenden mittelalterlichen Verhältnisse und Einrichtungen sind die Ursachen der vielen, oft sogar haarsträubenden Mißstände in den Bäckereien. An diesen Verhältnissen aber wird durch die Polizeiverordnung nicht das mindeste geändert. Dagegen aber hat unsere Organisation, d. h. der Verband der Bäcker und Konditoren, überall dort, wo er stark genug ist, den Kampf für die Beseitigung des Kost= und Logiswesens und die Verkürzung der Arbeitszeit zu führen. Ist dieser Kampf erfolgreich, so wird eine der Hauptursachen jener Zustände beseitigt. Allerdings fanden wir in diesem Kampf bisher nicht etwa die Unterstützung der Behörden, vielmehr wurden wir von diesen daran in jeder Weise gehindert. Gesellen und Arbeiter, die nach Beendigung der Arbeit die Bäckerei verlassen und ihr eigenes Heim oder ihre Schlafstube aufsuchen, gewöhnen sich schon deshalb, weil sie nicht im dreckigen Backzeug nach Hause gehen können, viel eher an Sauberkeit als solche welche vom Backtrog ins Bett und vom Bett wieder an den Backtrog wandern. Solche Gesellen kommen meist die ganze Woche nicht aus ihrem Dreck heraus. Hier sollte vor allen Dingen die Behörde den Hebel ansetzen, statt den Arbeitern in ihrem Kampf um gesunde sanitäre Verhältnisse in die Arme zu fallen. Deutscher Reichstag. (Eigener Bericht.) 236. Sitzung vom Montag, 29. März, 12 Uhr mittags. Am Bundesratstisch: Fürst Bülow, v. Bethmann=Hollweg, v. Schoen, v. Tirpitz, Sydow, Dernburg. Auf der Tagesordnung steht: der Etat des Reichskanzlers. Reichskanzler Fürst Bülow: Auf dem Gebiete der auswärtigen Politik stelle ich meinen Betrachtungen voran den Besuch des Königs von England, als eines der in jeder Beziehung glücklichen Begebnisse für die Beziehungen zwischen den beiden Völkern.(Bravo! bei den Freis.) Der Besuch des Königs und seine Worte aufrichtiger Friedensliebe und Freundschaft, die nachher auch in der englischen Thronrede wieder bekräftigt wurden, hat wieder einmal zum Bewußtsein gebracht, wie sehr die beiden Völker sich gegenseitig achten und an Friedensarbeiten friedlich wetteifern.(Bravo! bei den Freis.) Das Netzwerk ihrer Beziehungen ist nicht so leicht zu zerreißen. Ich weiß wohl, daß es, wie bei uns, so auch in einem politisch gereiften Volke, wie dem englischen, nie an Fanatikern fehlen wird, die keinen Blick haben für die große Interessengemeinschaft. Ich bin aber der festen Zuversicht, daß es ihnen nicht gelingen wird, bestimmenden Einfluß auf das politische Denken der britischen Nation zu gewinnen. Ueber das Abkommen, das wir mit der französischen Rezierung wegen Marokko geschlossen haben, orientiert Sie am kürzesten folgender Erlaß vom 25. Januar an alle unsere Vertreter im Auslande: Die deutsch=französischen Reibungen der letzten Jahre wegen Marokko haben auch auf die sonstigen Beziehungen beider Länder zu einander und damit auf deren Verhältnis zu anderen Nationen und auf die allgemeine politische Der Pfad den er einschlug, führte ihn geradewegs zu einem der kleinen Bäche, welche aus der Canada hervorbrechen, um unter der Junihitze der Ebene zu verschwinden. Die Ufer des Rinnsals waren dicht mit Weiden und Erlen bestanden und machten dasselbe zu einem laubenartig überdachten gangbaren Pfade, welcher sich durch den dichten Wald und das Unterholz hinzog. Der Mann verfolgte ihn, allem Anschein nach ohne Ziel und Zweck, blieb zwar von Zeit zu Zeit stehen, um den einen oder anderen Gegenstand zu betrachten, aber er tat dies gleichsam mechanisch, als käme es ihm eigentlich nur darauf an, seine müßigen Stunden hinzubringen, und wenn er eine Brotrinde, die er aus der Tasche gezogen hatte, dann und wann in eine der vielen kleinen Wassertümpel tauchte, so schien auch diese Handlung mehr aus der hergebrachten Zusammengehörigkeit von Brot und Wasser hervorzugehen, als aus dem Bedürfnisse, seinen Hunger zu stillen. Endlich erreichte er eine kleine muldenförmige Bodeneinsenkung am Abhange des Hügels, welche mit köstlich duftendem, wildem Klee bewachsen war. Hier legte er sich im Schatten eines Maganitastrauches zum Schlafen nieder, und die Art und Weise, wie er seine.Vorbereitungen dazu traf, verriet deutlich, daß ihm die Gewohnheiten jener Menschenklasse, welche trockene, sternenhelle Nächte zu ihren Wanderungen zu wählen pflegt, um die heißen Tagesstunden schlafend, oder wenigstens seitab von der Straße im Schatten liegend, zuzubringen, seit lange vertraut waren. Inzwischen war es heller geworden, und nach und nach traten die Formen und Umrisse der erwähnten Besitzung deutlich hervor. Eine Straße, welche man durch den parkähnlichen Wald gehauen und sorgfältig von den ungeheuren Farnkrautbüscheln gereinigt hatte, die eine Eigentümlichkeit der Gegend sind, führte nach dem Eingange zu der Canada. Von hier aus stieg sanft eine breite Terrasse empor, deren Rasengrund nur durch ungeheure Blumenbeete von unbeschreiblicher Farbenpracht und Ueppigkeit unterbrochen wurde, hinter denen wiederum höhere Büsche und Schlingpflanzen die Säulen, die Veranda, ja so ziemlich die ganze langgestreckte Fassade eines großen Gebäudes verhüllten. Aber die Zartheit des blumendurchflochtenen Laubwerkes, das sich daran emporrankte und hier und da selbst bis unter das Dach hinaufkletterte, die blendende Pracht der Farben und die Massenhaftigkeit des tropischen Pflanzenwuchses beeinträchtigten keineswegs den Eindruck der Größe und Würde des Bauwerks. Dieser Eindruck beruhte zum Teil darauf, daß die ursprüngliche Casa— ein umfängliches, mit einem dicken Mantel von dunklem Rotholz umkleidetes Backsteingebäude, welches noch aus der Zeit der ersten Besitzergreifung des Landes durch die Spanier herstammte— unberührt geblieben war, und noch seinen Patio, d h. den von niedrigen Galerien umgebenen inneren Hof, besaß. Allerdings hatte man später neue Teile, viel umfänglicher als der ursprüngliche Kern, angebaut, aber man hatte dieselben nicht als Flügel angefügt, sondern das Gebäude an jeder Seite, der Länge nach, vergrößert, so daß aus dem anfänglichen streng geschlossenen Lage ungünstig eingewirkt. Da die praktische Bedeutung der von beiden Teilen verfochtenen, sich widersprechenden Auffassungen nicht im Verhältnis stand zu dem angerichteten Schaden, so war beiderseits das Bedürfnis nach Beseitiaung des Gegensatzes seit einiger Zeit hervorgetreten.“ Das Abkommen will eine gemeinsame Arbeit zur Erschließung des Landes erreichen. Diese Bestrebungen haben bereits praktische Formen angenommen. Man hat bei uns von einer Inkonsequenz unserer Marokkopolitik gesprochen. Aber: sollten wir wirklich darauf ausgehen, in einem Lande, wo wir keine politischen Interessen haben, Frankreich, das dort sehr beträchtliche Interessen hat, Schwierigkeiten zu bereiten? Mir scheint, in der Politik kommt es weniger auf starre Konsequenz an, als auf das praktisch Nützliche. Das Bewußtsein der Kulturgemeinschaft unter den großen zivilisierten Völkern hat sich zu sehr gestärkt, als daß eine Politik der Schadenfreude nicht überall Schaden anrichten müßte, ohne dem eigenen Lande zu dienen.(Sehr richtig! bei den Freis.) Das deutsche Volk ist stark und groß genug, um eine klare und gerade Politik zu treiben. Unser Abkommen mit Frankreich über Marokko ist der Ausdruck einer solchen Politik. Nun zum nahen Orient. Ich soll unsäglich unsicher in meiner Haltung zur Annexion der beiden Provinzen gewesen sein. Diese Legende kann gar nicht kräftig genug zerstört werden. Die österreichisch=ungarische Zirkularnote wegen der Annexion ist uns am 7. Oktober zugegangen. Am Tage zuvor hatte ich den Botschafter in Wien instruiert, daß ich besonderen Wert darauf lege, daß man hinsichtlich der Annexionsfrage volle Sicherheit über unsere Zuverlässigkeit habe. Ferner schrieb ich am 13. Oktober, daß auch der Kaiser vollständig meinen Standpunkt billigt. Gewiß, wir sind stark genug, um im Notfalle uns allein zu behaupten. Aber das ist kein Grund, einen loyalen Bundesgenossen in schwieriger Lage allein zu lassen.(Lebhaftes Sehr richtig!) Eine diplomatische Niederlage unseres Bundesgenossen hätte auch ihre nachteilige Rückwirkung auf unsere eigene internationale Stellung ausgeübt. Ich habe ein höhnisches Wort über unsere Vasallenschaft zu Oesterreich gelesen. Das ist einfältig.(Lebhafte Zustimmung.) Es gibt zwischen uns keinen Streit über den Vortritt, wie im Nibelungenliede; aber die Nibelungentreue wollen wir nicht ausschalten.(Lebhafter Beifall.) Zugleich ist diese unsere Haltung eine eminente Friedenssicherung.(Lebhafter Beifall.) Wir Deutsche bedurfen der Ueberzeugung, an der Seite einer gerechten Sache zu stehen. Daß Oesterreich=Ungarn in seinem Konflikt mit Serbien das Recht auf seiner Seite hat, unterliegt gar keinem Zweifel.(Lebhafter Beifall.) Die Annexion der beiden Provinzen war kein zynischer Länderraub, sondern der letzte Schritt auf der Bahn einer seit 30 Jahren betätigten tulturellen und wirtschaftlichen Politik.(Lebhaftes Sehr richtig!) Die Besetzung der beiden Provinzen war seinerzeit nötig. Was Oesterreich seit der Besetzung in kultureller Beziehung für die Provinzen getan, wird von jedem Sachverständigen anerkannt. Die Früchte dieser Tätigkeit konnte es sich nicht entgehen lassen.(Sehr richtig!] Indem wir fest zu Oesterreich=Ungarn stehen, sichern wir auch unser Interesse und tragen am meisten zur Erhaltung des europäischen Friedens bei, dessen Wahrung von diesem hohen Hause und vom deutschen Volke aufrichtig gekvünscht wird. (Bravo! bei den bürgerlichen Parteien.) Abg Freiherr v. Hertling(Ztr.): Wir freuen uns über das Abkommen mit Frankreich über Marokko. Es wäre vielleicht schon einige Jahre früher zu erreichen gewesen.(Sehr richtig! im Ztr.) Wenn auch der Berliner Vertrag formell verletzt worden ist, so war es doch angesichts der Vorgänge in der Türkei ein Schritt der Selbsterhaltung, daß Oesterreich sich die Früchte einer 30jährigen kulturellen Tätigkeit nicht entgehen ließ.(Sehr richtig! im Zir.] Wir billigen völlig die Haltung der Regierung in dieser Frage.(Bravo! im Ztr.) „Mit England wünschen wir alle im Frieden zu leben. Wenn dabei eine Erleichterung der Rüstungen möglich wäre, so wäre das zu begrußen. Unsere Haltung ist von vaterländischen Gesichtspunkten eingegeben, nicht von parteipolitischen.(Lebhafter Beifall im Ztr.) Abg. Graf v. Kanitz(kons.]: Die feste, zielbewußte Haltung unserer Regierung hat den Frieden gesichert, einen Weltbrand verhindert.(Lachen bei den Soz.] Oesterreich vertritt eine gerechte Sache. Serbien hat kein Recht auf Kompensation. Quadrat ein langes Viereck von etwas unbestimmten Linien entstanden war. Hielt nun aber der Patio den Charakter der alten spanischen Abgeschlossenheit fest, so war dagegen die breite säulengetragene Veranda an der südlichen Seite des Gebäudes eine Konzession an den amerikanischen Geschmack. Ihre Breite verlieh den inneren Zimmern dieser Abteilung die Kühle und den tiefen Schatten, welche bei den dünneren Umfassungsmauern des neuen Anbaues verloren gegangen wären, und hüllte sie in eine Dämmerung, in welche nur die brennend roten, vom Dache herabhängenden Kardinalblumen, der gelbe Sonnenschein der an den Säulen emporrankenden Jasminblüten und die wellenartigen Hügel der Heliotropen, die den Fuß der Veranda wie ein purpurnes Meer umgaben, Licht und Farbe brachten. An keiner anderen Stelle zeigte sich der Blütenreichtum dieses Himmelsstriches in so überquellender Fülle wie hier. Selbst die kastilianischen Rosen, welche wie Weinranken an der Ostseite emporkletterten, die Fuchsias, die im Patio eine baumartige Größe erreichten, und die riesenhaften Passionsblumen, welche die niedrige westliche Mauer überzogen und aus tausend Mündern ihre geheimnisvolle Geschichte erzählten, verblichen gegen die Glut und Pracht der südlichen Veranda. Als die Sonne am Himmel emporstieg, schien der zuerst von ihrem Strahle berührte östliche Teil des Hauses zu erwachen. Einige sich dehnende Arbeiter und Diener zeigten sich am Eingange des Patio, und im Garten und in den Ställen war es schon früher lebendig geworden. Die Südfront schien sich überhaupt gar nicht zur Ruhe begeben zu haben, denn in dem großen Saale brannten noch die Lichter— ein Präsentierbrett mit Gläsern stand in der Veranda in der Nähe einer der weiten, offenen Glastüren, und etwas weiterhin lag, wie ein welkes Blatt, ein halb geöffneter gelber Fächer. Von der mit Kies bestreuten Terrasse her schallte, vermischt mit den Tönen sprechender und lachender Stimmen, das Geräusch rollender Räder und ein Char=a=bancs mit verhüllten Gestalten, die sich, um den direkten Strahlen des heraufsteigenden Tagesgestirnes auszuweichen, tief niederbeugten, entfernte sich schnell. Als der Wagen davonrollte, traten vier Männer, die Augen mit den Händen beschattend, aus einer der Glastüren auf die Veranda. Der eine war noch im Abendanzuge, der zweite trug die Uniform eines Kapitäns der Artillerie; die beiden anderen hatten bereits die Gesellschaftskleider abgelegt, und der ältere von ihnen hatte sie gegen ein Kostüm aus jenem groben, geköperten Stoffe vertauscht, den englische Touristen im Auslande— mit Rücksicht auf dessen vielleicht blühende, ihrer Meinung nach aber doch zurückgetretene Industrie— zu tragen pflegen. Letzterer blickte der Sonne herzhaft ins Gesicht und bemerkte mit stark schottischem Akzent, daß der Morgen außerordentlich klar und auch nicht eine Spur von Nebel oder Dunst zu entdecken sei. Der junge Mann im Gesellschaftsanzuge stimmte ihm lebhaft bei und sprach in sehr markiert französisch=engltschem Idiem Gerdien ist undankbar. Es wurde durch Oesterreich 1886 vor den siegreichen Bulgaren gerettet. Mit Rußland haben wir wichtige gemeinsame Interessen: nicht nur unsere monarchischen Institutionen.(Aha! bei den Soz.) Gegen England haben wir keine aggressiven Absichten, aber die ewigen Friedensbeteuerungen mussen ja das in gewissen englischen Freisen herrschende Mißtrauen verstärken.(Sehr wahr: rechts.) Zum Schluß feiert Redner den Reichskanzler als Erhalter des Weltfriedens. Hätte er nichts weiter getan als das, dies allein wurde seinem Namen die Fortdauer in der Geschichte sichern. Der schönste Lorbeer ist der Dank des Vaterlandes.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Bassermann(natl.): Die Ereignisse haben die (Lebhafte Zustimmung rechts und bei den Natl.]— Ueber Serbien soll man nicht unbedingt den Stab brechen. Der Wunsch eines Zusammenschlusses per serbischen Nation ist berechtigt, mindestens begreiflich. Die hypnotischen Hoffnungen Serbiens auf Rußland taten ein übriges. Von einer Konferenz versprechen wir uns nicht allzu viel.(Vielfache Zustimmung.) Wir freuen uns über die Erhaltung des Friedens und über die Verdienste, welche die deutsche Diplomatie daran hat. Das Marokkoabkommen ist uns erfreulich. Möge es Deutschland und Frankreich einander näher bringen.(Vielfache Zustimmung.) Ich will nicht untersuchen, ob es hätte früher erreicht werden können.(Sehr wahr! bei den Soz.) Was England betrifft, so ist es falsch, die dortigen deutschfeindlichen Stimmungen von der Verstärkung unserer Flotte abzuleiten. Wir wünschen ein möglichst inniges Verhältnis zu England, wünschen aber auch eine achtunggebietende Flotte zum Schutze unserer Interessen. Das ist der Sinn unserer nationalen Flottenpolitik.(Lebhaftes Bravo! bei den bürgerlichen Parteien.] Die fast debattelos erfolgte Annahme des diesjährigen Marineetats war ein schönes, wohlverdientes Vertraueasvotum für den Staatssekretär der Marine.(Lebhafte Zustimmung bei den bürgerlichen Parteien.) Die Sozialdemokraten haben eine Resolution eingebracht, die Schritte zu einer internationalen Verständigung über Beschränkung der Seerüstungen und Verzicht auf das Prisenrecht fordern. Wir können nur dem zweiten Teil zustimmen. Redner schließt mit einem Lobgesang auf Deutschlands Macht Herrlichkeit, Würde, Friedensliebe und Kriegsbereitschaft.(Lebhafter Beifall bei den Natl.) Abg. Schrader(Fr. Vg.): Ob unser Marokkoabkommen wirklich so bedeutend ist, wie mehrfach behauptet, muß die Zukunft lehren.(Sehr richtig! bei den Freis.) Jedenfalls hatte man von Anfang an Frankreich gegenüber die Bahn beschreiten sollen, die man jetzt geht.— Die Treue unserer Regierung zu Oesterreich billigen wir, wennschon wir es nicht für klug halten, daß Oesterreich gerade in diesem Augenblick die Annexionsfrage aufgerollt hat. Die Aufregung in England über unsern Flottenbau kann ich nicht recht begreifen. Ein Interesse an der Verminderung der Rüstungen haben alle Nationen. Es würde dadurch Geld für Kulturzwecke gewonnen.(Sehr richtig! links.] Aber gerade jetzt halten wir die sozialdemokratische Resolution nicht für angebracht.(Bravo! bei den Freis.) Abg. Ledebour(Soz.): Wenn Herr Bassermann mit seiner Bemerkung über die diesjährige Annahme des Marineetats an deuten wollte, daß auch wit,. g#o wir uns nicht zum Warte weiheten“ guch zwir, dadurch, daß wir uns nicht zum Worke meideten, eine urt Vertrauensrundgebung mitmachen wollten, so muß ich dem auf das entschiedenste widersprechen. Davon wußten wir nichts und hätten uns auch nicht daran beteiligt.(Sehr wahr! bei den Soz.) Wir sind nur auf den Wunsch eingegangen, die Erörterung unseres Verhältnisses zu England zu vertagen bis zur Anwesenheit des lang entbehrten Herrn Reichskanzler.(Heiterkeit.) Die Auskunft des Herrn Reichskanzlers war heute noch mehr, als wir es gewohnt sind, das Gegenteil von Gründlichkeit. (Heiterkeit.) Dabei wird wohl kaum ein so geeigneter Zeitpunkt wiederkehren, wie er gerade jetzt gegeben ist, die englischen Befürchtungen vor den deutschen Plänen zu beruhigen. Der englische Marineminister gab zur Begründung der neuen Forderung von 4 Dreadnoughts und 4 Eventual=Dreadnoughts Tatsachen über den Stand der deutschen Rüstungen an. Deutschland habe im Herbst 1912 17 Dreadnoughts, und England stehe vor der Gefahr, überholt zu werden. Der Minister erklärte zugleich, die englische Regierung sei wiederholt an die deutsche mir mnregungen einer Abrüstung herangetreten und der zu,„, die englische Regierung sei wiederholt an die deuts mit Antegungen Niner Abrüstung herungerkeien, ind der Minister Asquith teilte außerdem noch mit, von der deutschen Regierung sei wiederholt in der jormellsten Weise erklärt worden, daß sie auf solche Anregungen nicht eingehen könne.(Hört, hört! bei den Soz.) Diese Mitteilung des Premier hat die Erregung auf den Höhepunkt gebracht. Die Regierung, das Parlament und die Mehrheit der herrschenden Klassen in England haben den Schluß gezogen, daß Deutschland sich mit bösen Absichten gegen England tragt. Als der Premierminister sich niedersetzte, vlickte der Präsident in das Haus hinein, und das Haus blickte auf den Präsidenten. 3 bis 4 Minuten lang erhob sich niemand, um sich zum Wort zu melden. Das bedeutete eine Panik im Unterhause, sowie es eine Panik im Lande gab.(Hört, hört! bei den Soz. Lachen rechts) Es ist bedauerlich, daf Sie in diesen ernsten Dingen einen Anlaß zum Amüsement finden. nämlich in der Tatsache, daß die deutsche Regierung beim englischen Unterhaus den Eindruck erweckt, sie wolle England mit Krieg überziehen.(Zuruf rechts: Wir denken nicht daran! in England ist der Eindruck erweckt worden, und das amüsiert Sie. Dem deutschen Volke aber kann es nicht gleichgiltig sein, wenn in einer großen Kulturnation sich eine Stimmung verbreitet, die es dem Ministerium nahelegt, die erste Gelegenheit zu benutzen, das Prävenire zu spielen und Deutschzu überfallen.(Sehr richtig! bei den Soz.] Wir Sozialdemokraten fühlen uns eins mit den Sozialisten die Bemerkung aus, daß man hier begreifen lerne, wie das Bett eine Beleidigung für jede höhere Natur, gleichzeitig aber eine Undankbarkeit gegen die liebenswürdige Wirtir sei, welche ihren Gästen diesen entzückenden Garten und diese Promenadenwege zur Verfügung stelle, und daß es sicherlich nichts Schöneres in der Welt geben könne, als den auf Pflanzen nud Gräsern blitzenden Tau und den Morgengesang der Vogel. „Bei diesem Punkte hielt der andere junge Mann es für seine Pflicht, den Sprecher auf die Tatsache aufmerksam zu machen, daß in Kalifernien niemals Tau falle und daß in diesem Teile #: Landes kein Vogel singe. Der junge Fremde nahm diese Belehrun, mit ebenso großem Bedauern uber die Tatsache, wie über seine eigene Unwissenheit auf— aber er fand den Morgen dessenungeachtet so wunderschön, oaß sein liebenswürdiger Freund, der Herr Kapitän, vielleicht nicht abgeneigt war, einen weiteren Spaziergang zu Fuße mit ihm zu machen. Unglücklicherweise war der liebenswurdige Herr Kapitän dazu nicht geneigt, sondern behauptete, daß— selbst denn er der Gefahr entginge, durch die überseeischen Jager, welche die Gegend unsicher machten, als sellener kalisornischer Vogel angesehen und totgeschossen zu werden, er doch, solls er sich in Uniform auf der Straße sehen ließe, von allen Vorübergehenden angehalten und Kunstreitergesellschaft ## sehen ließe, von allen Vorübergehenden angehalten und gerrugzt werden wurde, zu welcher Kuns#enitergeseuschaft, er gehore und wo sich sein Zirkus befinde— und daß er sich unter diesen Umständen darauf beschränken müsse, um das Haus herumzuschlendern und zu warten, bis sein Wagen bereit sei. So schwer es nun auch Monsieur. Gaxnier fiel, sich von so so schwer es nun auch Monsieur Garnier fiel, sich von so angenehmer Gesellschaft zu trennen, so sah er doch ein, daß es auch für ihn notwendig sei, sich zurückzuziehen, um die Kleider zu wechseln, und so glitt er in demselben Augenblicke durch die Glastür in das Haus zurück, als der junge Offizier anscheinend unbefangen, die Veranda verließ und sich den buschigen Anlagen des Gartens zuwendete. „Sie beobachteten einander seit einigen Stunden, und ich bin wirklich neugierig, zu erfahren, was sie vorhaben,“ sagte der junge Mann, welcher zurückgeblieben war. dem Wettrüsten ein Ende gemacht wird, liegt im Interesse beider Völker und beider Länder. Die Anregung der englischen Regierung bedeutete für uns die Abhilfe der Finanzkalamität, in welche sowohl die englische wie die deutsche Regierung durch das Wettrüsten hineingetrieben wird. Woher hat denn die deutsche Regierung die Anregung zum Bau von Dreadnoughis genommen? Etwa aus den Tiefen des deutschen Gemütes?(Sehr gut! bei den Soz.] Wie kann sie behaupten, daß sie nur von ihrem eigenen Bdürfnis sich leiten lasse! Die Anregung der deutschen Dreadnoughts kommt von den englischen Dreadnoughts. Diese Anregung hat man verstanden, aber nicht die zur Abrüstung.(Sehr wahr! bei den Soz.] Der Reichstag müßte gerade in diesem Augenblick seine Bereitwilligkeit zur Einschrankung der Rüstungen unzweideutig kundgeben. Tut er das nicht, so lädt er schwere Verantwortung auf sich. Um zu solcher Kundgebung Gelegenheit zu geben, haben wir unsere Resolution eingebracht, welche Einschränkung der Rüstungen zur See durch internationales Abkommen und Verzicht auf beider bei den Soz.) Stimmen Sie uns nicht zu, so strafen Sie alle Ihre Friedensbeteuerungen Lügen.(Sehr wahr! bei den Soz.) Was die Betätigung unserer Bündnistreue zu Oesterreich betrifft, so kann ich namens meiner Partei erklären, daß wir in dieser Beziehung im großen und ganzen mit der Reichsregierung einverstanden sind. Wir sind Anhanger dieser Bündnisse mit einem nahe verwandten, bistorisch eng verbundenen Lande. sage sogat, ein solches Bündnis legt Verpflichtungen auf, hin und wieder muß ein Verbündeter ein Auge zudrücken, wenn der andere eine Dummheit macht und bis zu einem gewissen Grade gibt jeder die Disposition über seine Aktionen aus der Hand. Daran, daß der Konflikt so akute Form angenommen, trägt aber Oesterreich die Schuld. Denn, wenn auch die Annexion schon Tatsache war, und nur in formellem Sinne noch nicht vollzogen war, so hat doch Oesterreich in dieser Formalität sich einen ungeeigneten Augenblick ausgesucht. Es hat störend in die neue Entwicklung auf dem Balkan eingegriffen, aufreizend und lähmend auf dieselbe gewirkt. Der Herr Reichskanzler wird das vielleicht im stillen zugeben, er darf es aber natürlich nicht aussprechen. Als Abgeordneter jedoch kann man die Wahrheit sagen.(Beifall bei den Soz.) Die Gefahr des Krieges, ist nicht überwunden, sie wird in absehbarer Zeit wieder auftauchen. In der serbischen Skupschtina war es allein ein Sozialdemokrat, der gegen die Kriegshetzerei Front machte.(Lachen rechts.) Auch die Unschabtichmachung des serbischen Kronprinzen ist das Verdienst der serbischen Sozialdemokratie.(Sehr wahr! bei den Soz.) Wären nicht glücklicherweise unsere Genossen zur Stelle gewesen, so hätte man die Mißhandlung des kronprinzlichen Dieners nachher abgeleugnet in der„Nordserbischen Allgemeinen Zeitung".(Große Heiterkeit.) Rußland kann möglicherweise wieder zu Kräften kommen und bei unserer unglücklichen Diplomatie ist es nicht ausgeschlossen, daß die russischen Kriegshetzer Unterstützung finden bei den englischen chauvinistischen Kapitalisten, wenn sie ans Ruder kommen. Da kann ein Krieg gegen Deutschland und Oesterreich vom Zaune gebrochen werden.(Widerspruch rechts.) Aus diesen Gesichtspunkten muß eine Verständigung mit England notwendig erscheinen. Diese Verständigung wird nicht durch Fürstenbesuch erreicht.(Sehr richtig! bei den Soz.) Sie wird erreicht, wenn alle Parteien, denen der Friede am Herzen liegt, es durch Taten zeigen.(Sehr wahr! bei den Soz.) Die Tat des Augenblicks kann nur die Annahme unserer Resolution sein. Lehnen Sie unsere Resolution aber ab, dann werden wir an das Volk appellieren, und es wird über seine Meinung von den Kriegshetzern keinen Zweifel bestehen lassen(Lebh. Beif. bei den Soz.] Abg. Erbprinz Hohenlohe=Langenburg(Rp.) preist das feste Zusammengehen Oesterreichs und Deutschlands, verbreitet sich über die moralische Berechtigung der Annexion, sympathisiert mit den Jungtürken, von denen er hofft, daß sie sich noch zur Deutschfreundlichkeit bekehren. Die Erregung in England werde bald vernünftigen Anschauungen weichen. Unsere Weltstellung beruhe auf unserer Kraft.(Beifall rechts.) Abg. Liebermann v. Sonnenberg(Ant.) will während der Rede Ledebours das Gefühl gehabt haben, als ob er einen Chor von hunderttausend Hexen hörte, wird deshalb vom Präsidenten Grafen Stolberg unter Heiterkeit des Hauses ersucht, sich„etwas parlamentarischer“ auszudrücken und schließt damit, daß er der Regierung sein Einverstandnis ausspricht und eine Annahme der sozialdemokratischen Resolution in diesem Augenblick als ein Zeichen vor Schwäche bezeichnet. Reichskanzler Fürst Bülow: Ueber eine Verständigung im Flottenbau zwischen Deutschland und England sind nur unmaßgebliche Gespräche geführt worden. Niemals aber ist ein englischer Vorschlag gemacht, der als Basis für amtliche Verhandlungen hätte dienen können. Wir denken nicht daran, mit dem Bau der deutschen Flotte in Wettbewerb zu treten mit der britischen Seemacht. Auch liegt das Programm unseres Flottenbaus vor aller Oeffentlichkeit, und es ist nicht beabsichtigt, über die gesetzliche Frist hinaus es zu beschleunigen.(Hort, hört!] Solange aber die brauchbare Grundlage fehlt, hält die Regierung daran fest, daß Verhandlungen über die Einschränkung des Flottenbaues keinen wirklichen Erfolg versprechen.(Sehr richtig!) Der Standpunkt der Regierungen in dieser Frage ist von den Motiven des Friedens und der Humanität diktiert. In unserer Zurückhaltung liegt nichts unfreundliches, wir wahren uns nur das selbstverständliche Recht, über inrere deutsche Verhältnisse mit dem Auslande nicht zu diskutieren.(Bravo! rechts.) Wenn man unserer Marokkopolitik immer wieder Inkonsequenz vorhält, o erinnere ich daran, was ein verewigtes, sehr geistvolles Mitglied dieses Hauses, Herr Ludwig Bamberger, der mir sehr wohlwollte, einst zu mir agte:„Ick glaube, das Geheimnis der auswärtigen Politik beruht in einer gewissen kühnen Inkonsequenz". Der heilige Thomas von Anauino drückte den„Was meinen Sie damit?“ fragte der Schott: bedächtig. „Nun, das ist doch klar wie Sonnenschein, entgegnete der jüngere.„Kapitän Carroll und Garnier sind einer so gespannt wie der andere, zu wissen, was sein Nebenbuhler diesen Morgen tut oder zu tun beabsichtigt.“ „Warum gehen sie dann aber auseinander, fragte der Schotte. „Reine Spiegelfechterei. Garnier beobachtet Carroll durch sein Fenster und Carroll weiß das recht gut“ „Ab!“ rief der Schotte in gutmütigem Tone.„Es wird also Händel geben? Hoffentlich wird die Sache nicht einst und wir haben es nicht noch vor dem Frühstück mit Revolver und Bowiemesser zu tun?“ „Nein, lachte der andere,„nein. Um Maruja Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, muß ick sagen, daß sie ihren Anbetern gewöhnlich den Kopf viel zu sehr verdreht, um sie besonders kampflustig zu machen. Ich sehe, Sie verstehen mich nicht, denn Sie sind hier noch fremd, und so will ick, der ich stehender Gast des Hauses bin, Ihnen die Sache erklären. Die beiden sind in Maruja verliebt, oder, was eigentlich noch schlimmer ist, sie sind beide fest überzeugt, von ihr geliebt zu werden.“ „Aber Miß Maruja ist ja wohl die älteste Tochter unserer Wirtin,“ sagte der Schotte, und so viel ich aus den Reden einer der jungen Damen verstanden habe, ist der Kavitän in der entschiedenen Absicht von seinem Fort hierhergekommen, der jüngeren Schwesten, der Schönheit Miß Amita den Hof zu machen. „Möglich“ Aber das hindert Maruja nicht, mit ihm zu kokettieren.“ „Irren Sie sick, da nicht, Mr. Raymond? Ich erinnere mich nicht, je ein zurückhaltenderes, bescheideneres, sittsameres junges Mädchen gesehen zu haben. als Maruja.“ „Das ist Ihre Meinung, weil sie zwei Walzer überschlug, um sich mit Ihnen zu unterhalten, wobei sie Ihnen das Reden überließ und sick mit dem Zuhören begnügte. (Fortsetzung folgt.) selben Gedanken so aus:„Man muß sich immer innerhalb ber ordo rerum agibilium halten".(Innerhalb des Kreises der Möglichkeiten.)(Heiterkeit.) Herrn Ledebour danke ich, oaß er mich hier so schmerzlich vermißte. Ich kann aber nicht immer hier sein. Ich hatte wäh. rend seiner Rede Sehnsucht nach dem Abg. Bebel. Von Herrz Bebel trennt mich eine Kluft der Weltanschauung, aber das muß Acg, Beder nracht. u., i doch sagen, trotz aller Gegensätze: Der Abg. Bebel machte die Sache wirtlich besser!(Heiterkeit bei den vurgerl. Barteien. Auf die Ausführungen des Abg. Ledebour gehe ich nicht ein, (Hört, hört! bei den Soz.] Ich würde den Wert der Zustimmung der bürgerlichen Parteien dadurch kaum steigern.(Zust. bei den bürgerl. Parteien, Lachen bei den Soz.) Nach einigen technischen Auseinandersetzungen über den Schiffsbau von seiten des Staatssekretärs v. Tirpitz und einer Rede des Abg. Dr. v. Starzynski(Pole) über das Fiasko der Russenfreundschaft Bismarcks und die Schürung des Gegensatzes zwischen Slawen= und Germanentum durch den preußischen Halatismus, schließt die Diskussion der auswärtigen Politik. Abg. Ledebour(pers.): Wenn der Reichskanzler einen meiner Parteigenossen mir gegenüber anführt, so beschränke ich mich auf die Erklärung, daß weder sein Lob noch sein Tadel für einen Sozialisten und die Wertung, die wir ihm zuteil werden lassen, irgend welche Bedeutung hat.(Lebh. Zust. bei der Soz.) Präs. Graf Stolberg: Das letztere war nicht mehr persönlich.(Große Heiterkeit.) Nächste Sitzung: Dienstag 11 Uhr.(Etat des Reichskanzlers. Innere Politik Etat der Eisenbahnen und Reichsschatzamt.) Schluß 6¾ Uhr. Ouiturglgende„arteißeiträgend esFhrogein dem Unter. zeichneten fglgende Turielbeiträge ein: Elog Berlin a konto seiner acht Wahlkreise 20000,—, Berlin, diverse Beitrage 934,44. Beelitz, von den blauen Brüdern im Sanatorium 15,—. Des. gleichen 30.80. Bern 50.—. Chemnitz, J. E. 1.—. Dresden akonto der Beiträge des 6. sächsischen Wahlkreises 2000.—. DiezLimburg=Weilburg, soz. Kreiswahlverein 10.—.„Eschwege“ 4.—. Eisenach. Beitrag des 2. weimar. Wahlkr. f. 1. Halbjahr 1908/09 120.—. Falkenberg(Oberschl.) 3.—. Gera, soz. Verein f. Reuß j. L., Halbjahrsbeitrag 800.—. Gebweiler i. Els., 4. Quart. 07 19.36. Desgl. 1. Halbjahr 08 12,05. Desgl. 3. Quartal 08 15.92. Görlitz=Lauban, Wahlkreisbeitrag für 4. Quartal 1908 231,85. Hamburg, 3. Wahlkr a konto der Beiträge für 1908/09 15 000,—. Hamburg, in der Expedition des Hamburger„Echo eingegangen 167,43. Köln a. Rh., Reg.=W. 20.—. Kiel, 7. schlesw.=holstein. Wahlkreis a konto der Beiträge für 3. Quartal 1908 1000.—. Leipzig, a konto der Beiträge des 12. sächs. Wahlkr. für 1908/09 500,—. Luckenwalde, Wahlkreisbeitrag für 3. Quartal 1908 110,22. Leipzig=Land, a konto der Beiträge des 13. sächs. Wahlkreises für 1908/09 6000.—. Magdeburg, soz. Verein, 4. Quartal 1908 1000.—. Desgleichen Extraveitrag 1000.—. Mroßen C. H. 25.—. Mülhausen i. Els., soz. Kreisverein für 4. Quartal 1908 78,86. München, G. M 3.—. Neustadt(Holstein), Wahlkreisbeitrag für 2. und 3. Quartal 1908 91,26. Nürnberg, Gau Nordbayern, Beitrag für 3. Quartal 1908, Wahlkreise: Regensburg 44,34; Amberg 8,16; Neumarkt i. O. 3,30; Neustadt W. N. 11,04; Hof 114,69; Bayreuth 112,29; Forchheim=Kulmbach 26.52; Kronach=Lichtenfels 48,15; Bamberg 34,04; Nürnberg 1157,64; Erlangen=Fürth 466.98; Ansbach=Schwabach 102.15; Sichstät 1. Quartal 1908/09 120urtg 106 8.#11. 9.—. Raypoltsweiler=Markirch, 3. Quarial 1500 6," Stuttgart G. U. 10.—. Strehlen i. Schl., Beitrag des Wahlvereins fur 4. Quart. 1908 12,60. Stettin, Beitrag der Provinz Pommern für drittes Quartal 1908 Wahlkreise: Stettin 207,72; Randow=Greifen= hagen 301,56; Ueckermünde=Usedom 38,44; Greifswald-Grimmen 58.—; Stralsund=Rügen 80,80; Anklam=Demmin 16,16; Stolp= Lauenburg 6.72; Pyritz=Saatzig 20,88; Greifenberg=Kammit 8.80; Neustettin 8.—; Dramburg=Schivelbein 4,40; BütowSchlawe 4,—; Summa 755,48. Schwenningen, 9. württemberg. Wahlkreis, 3. Quartal 1908 121,16. Spandau, D. 13.—. K. Y. Z. 6344,70. Zingst,„Insulaner 6.—. Zinsen aus dem Marxismus 6595,45. Für„Radbod“ gingen ein von der 5. Damenabteilung der Berliner Turnerschaft 15 Mark, die wunschgemäß dem Bergarbeiterverbande in Bochum zugestellt wurden, zur Aufnahme in die Sammlung für die Hinterbliebenen der auf Zeche„Radbod“ verunglückten Bergleute. Für den Parteivorstand: G. Gerisch, Lindenstr. 69. Zur Majestätsbeleidigungsaffäre Knauf. Nach der Haftbeschwerde hat jetzt die Tolmarer Strafkammer auch die zur Haftentlassung des Genossen Knauf angebotene Kaution von 1000 Mk. mit recht eigenartiger Begründung abgelehnt. Die Kaution von 1000 Mk. soll eine zu geringe Sicherheitsleistung sein angesichts„der Schwere der Beleidigung und der Höhe der zu erwarienden Strafe: Sie sei„um so weniger eine Gewähr, daß der Angeschuldigte sich der Strafverfolgung nicht durch die Flucht entziehen werde, als diese Sicherheit nicht aus eigenen Mitteln des vollständig vermögenslosen Angeschuldigten, sondern aus den Mitteln des Landesparteivorstandes geleistet werden soll und dem Parteivorstand nichts daran gelegen sein wird, dieses geringen Geldbetrages verlustig zu gehen, wenn der An#st g geschuldigte flüchtig werde und sich der zu gewärtigenden Strafe entzieht. Das Gericht sollte wissen, daß sich Sozialdemokraten politischer„Differenzen mit den Strafbehörden der Verwegen politischer„Differenzen mit den Strafbehörden der antwortung nicht durch die Flucht entziehen. Ja der Begründung der Ablehnung der Haftbeschwerde wird unter anderem gesagt, daß die Beschwerde abgelehnt worden sei,„weil sich der Angeschuldigte vom 26. Februar bis 19. Marz verborgen gehalten hat, also tatsächlich lüchtig war". Dabei war Genosse Knauf während dieser Zeit — mit Ausnahme weniger Tage, die er bei seiner Familie in Straßburg verbrachte— in demselben Colmar. in dem er am ). März verhaftet wurde; er leitete hier die Preßagitation. 19. z verhaftet wurde; Sein Aufenthalt mußt der Polizei bekannt sein, da er ja im Hotel im Fremdenbuch eingetragen war. Die Denunzianten, die den Genossen Knauf der Majestätsbeleidigung bezichtigten, sind fanatische, stockklerikale Leute, die in einer Versammlung Knaufs anwesend waren. Vom Strafkonto der Presse. Den früheren Generalsekretär des Reichsverbandes Köhler=Hausen hatte Benosse Grötzsch, Redakteur der„Dresdener Volkszeitung",„Generalsekretär des Reichsverbandes zur Beschimpfung der Sozialdemokratie“ genannt. Deshalb hatte ihn Köhler bei der Staatsanwaltschaft denunziert. Diese hatte auch ein öffentliches Interesse als vorliegend angenommen und Anklage erhoben; Köhler=Hausen hatte er Verhandlung zog der Generalsekretär a. D. jedoch seinen Antrag urück, und daraufhir auch die Staatsanwaltschaft.— Zu Mark Geldstrafe wurde Genosse Brenner Redakteur am Braunschweiger Volksfreund“, vom Schöffengericht zu Wolfenbüttel wegen Beleidigung des Maurermeisters Bötel in Kissenbrück verurteilt. Bötel hatte seinen Leuten aufgetragen, einen Le er einen Lagerplatz zu räumen, hatte aber bemerkt, daß e. Bezahlung für die einen vouen Tag dauernde Arbeit nicht gebe und daß der Arbeiter entlassen würde, der sich weigere, die Arbeit unentgeltlich zu verrichten. Das hatte der„Volksfreund“ als Erpressung bezeichnet. Aus den Organisationen. Die Mitgliederzahl der sozialDezem90 900 rganisationen. Die Mitgliederzahl demokratischen Vereine Berlins und Umgegend betrug ber 1905: 41 700, 1906: 64 900, 1907: 82 400 und 1908:„ Personen, darunter im letzten Jahre 7600 weibliche Unter den aus der Organisation ausgeschlossenen Mitgliederbefindet sich rund ein halbes Dutzend Polizeispitzel. Die 9; samteinnahme betrug 320000 Mk., die Ausgabe 260000 Mart. An den Parteivorstand dem die Ueberschusse d Agitationskommission er Erzebnis des Jahres 1 Stelle folgendes: Wenn mit dem Wunsche schloss zwischen Partei und G noch enger und intimer Spitze unseres Berichts nieren, daß das brüderli toren der Arbeiterbewe genommen und sich zu ei ausgestaltet hat. Wir ste Erfolgen bei der Landt als den hellsten Lichtpun bezeichnen. Gewerk Zum Kapitel Untern besonders charakteristisch Nr. 1. Der Arb(Anhalt) hat an seine M versandt: An die verehrl. M Trotzdem wir uns n Coswigs fast überall Ar Agitatoren der sozialde kommenden Frühjahr fü ist nicht etwa in eineme unserer Mitglieder beol hält der Vorstand es für zu geben, die sich berufer schen Hetzarbeit si jeder bei Einstellung ne danach richten kann. He Nr. 13(Fiedler, Amthof liche Leute bekannt gege nach vorangegangener# sung kommen. Es sind Hierbei fügen wir n. lung zur Verteilung geko leider nicht anwesend we Coswig, den 11. Febi Verband der Und was haben die b Betriebsbesprechung ein nicht, um Einrichtungen oder für die gewerkschaft um zur Errichtung Fabrikarbeiter in Cosw dem Unternehmer Fiedle Arbeiter auf die Straße Nr. 2. Unserem Re stiger Wind folgendes G Rundschreiben Nr. 8. An die Es sind uns in le Arbeiter der Sägenbra Vertrauensmänner dad beiterzeitung“ gänzlich nisse und über ihre Ar Es liegt durchaus solche Leute unterrichte halten. Wir empfehl vor der Einstellung vo eventuell telephonisch, etwas vorliegt. Vereinigung der SS# von R Der Ge Die„entstellten Bebeiterzeitung" wahrheit Firma Krumm, zu der ordnete Ewald Krumm tagsfeier wegen hatte Tagesverdienst einfach darf also nicht bekannt man irgend einen Arbgeheimen Feme. Schabenersatzklage 1 kammer des Königlichen 11 Bergleuten g verband an. Die 9 6 Monate ausgesperrt netenhause wiederholt worden. Sie sind dadur los gewesen, teils habe Löhnen irgend eine un und ihre Familie zu er! anwälte Abel und Dr. nung, daß das ganze Sy ist, daß aber, falls ma die Handhabung gegen zu Schadensersatz verp sorgfältige Prüfung be Bergleuten auf den B teres die Einreihung ausgesperrt geblieben s# gewerbegericht„rechtsk. traktbruch nicht vorl da, wo ein Vertragsbri schwere Bestrafung rech auf Grund des Paragr einen Schadensersatz vo Vertreter des Zechenver in Essen, konnte sich im umfassende Klagedarste tagung eintrat. Tabakarbeiterstreik. Tabakarbeiter und-arb Ausstand getreten. Es Der Streik auf dem ist in ein neues S Donnerstag zum Freit brecher aus Essen ein Logis; sie wurden dahe Bevölkerung hat sich hause hat sich der Gem Einquartierung ausein Zur Lohnbewegung Unternehmer der Dam Schiedsspruch nicht füge in Frankfurt a. M. gef nach Ostern verschlepp wandte sich nun eine Vi rinnen und beschloß, verhandlungen festgesetz Arbeit eingestellt werder Der Landesverein d gestern in Karlsru seine Generalversamml der überraschend große gemäß einem Antrage Beschluß gefaßt, daß die sation der Eisenbahna eingehen sollen. Der gemeinsamen Verband Ausdruck. umer innerhalb öe llb des Kreises der hier so schmerzlich ein. Ich hatte wäh. Bebel. Von Herrn uung, aber das muß bg. Bebel machte die bürgerl. Parteien. gehe ich nicht ein. ert der Zustimmung zern.(Zust. bei den etzungen über den Tirpitz und ki(Pole) über das d die Schürung des mentum durch den on der auswärtigen Reichskanzler einen rt, so beschränke ich ob noch sein Tadel wir ihm zuteil werLebh. Zust. bei der var nicht mehr perdes Reichskanzlers, Reichsschatzamt.) en. sen bei dem Unterroß=Berlin a konto rse Beiträge 934,44. sorium 15,—, Des. E. 1.—. Dresden reises 2000.—. Diez—.„Eschwege“ 4.—. 1. Halbjahr 1908/03 soz. Verein f. Reuß Els., 4. Quart. 07 3. Quartal 08 15,92. uartal 1908 231,85. r 1908/09 15 000.—. „Echo“ eingegangen 7. schlesw.=holstein. tartal 1908 1000.—. Bahlkr. für 1908/09 3. Quartal 1908 des 13. sächs. WahlVerein, 4. Quartal —. Mroßen C. H. ür 4. Quartal 1908 olstein), WahlkreisNürnberg, Gau Lahlkreise: Regens30; Neustadt W. N. im=Kulmbach 26.52; Nürnberg 1157/64; h 102,15; Eichstätt itzingen 11,92; Neuurg 75,63; Summa dt=Neuhaldensleben, 17. 11. 9.—. RapStuttgart G. U. reins für 4. Quart. ommern für drittes Randow=Greifen= reifswald-Grimmen min 16,16; Stolp= reifenberg=Kammit dein 4,40; Bütown, 9. württemberg. u, D. 13.—. E. 9. aus dem Marxisamenabteilung der emäß dem Bergarzur Aufnahme in uf Zeche„Radbod“ Lindenstr. 69. Nach der Haftbenmer auch die zur otene Kaution von g. abgelehnt.„Die Sicherheitsleistung und der Höhe der tiger eine Gewähr, ing nicht durch die nicht aus eigenen chuldigten, sondern s geleistet werden gelegen sein wird, en, wenn der Andärtigenden Strafe Sozialdemokraten behörden der Verentziehen. Ja Haftbeschwerde die Beschwerde digte vom 26. Fealso tatsächlich ährend dieser Zeit seiner Familie in ar. in dem er am die Preßagitation. sein, da er ja im die Denunzianten, igung bezichtigten, ner Versammlung n Generalsekretär enosse Grötzsch, retär atie" geals vorsen hatte der VerAntrag - Zu 25 teur am ericht zu Bötel in er Ge. e Arbeit der kgstele 9: Dezem08: 90900 Mitglieder. Ritgliede. Die 000 Mark. An den Parteivorstand wurden 144000 Mk. abgeliefert, außerdem die Ueberschusse des Vorwärts“ mit 130000 Mk.; die Agitationskommission erhielt 25000 Mk. Als bemerkenswertes Erzebnis des Jahres 1908 bringt der Jahresbericht an erster Stelle folgendes: Wenn wir unseren Bericht über das Jahr 1907 mit dem Wunsche schlossen, die angebahnten guten Beziehungen zwischen Partei und Gewerkschaften mögen sich für die Folge noch enger und intimer gestalten, so können wir heute an der Spitze unseres Berichts fur 1908 die erfreuliche Tatsache konstanieren, daß das brüderliche Verhältnis zwischen den beiden Faktoren der Arbeiterbewegung in Berlin den erhofften Fortgang genommen und sich zu einer ganzen Reihe gemeinsamer Aktionen ausgestaltet hat. Wir stehen keinen Augenblick an, neben unseren Erfolgen bei der Landtagswahl, diese gemeinsame Wirksamkeit als den hellsten Lichtpunkt der Tätigkeit der Berliner Partei zu bezeichnen. Gewerkschaftsbewegung. Zum Kapitel Unternehmerterrorismus liegen heute ein paar besonders charakteristische Uriasbriefe vor: u# 1# Der Arbeitgeberverband von Coswig (Anhalt) hat an seine Mitglieder ein Zirkular folgenden Inhalts versandt:.... An die vereyrt. Mitglieder des Arbeitgeberverbandes! Trotzdem wir uns noch im Winter befinden und außerhalb Coswigs fast überall Arbeitsmangel ist, fangen jetzt schon einige Agitatoren der sozialdemokratischen Organisationen an, zum kommenden Frühjahr für neue Mitglieder zu agitieren. Dies ist nicht etwa in einem einzelnen Betriebe, sondern bei mehreren unserer Mitglieder beobachtet worden, und auf Grund dessen hält der Vorstand es für angebracht, die Namen derer bekannt zu geben, die sich berufen füylen, in der sozialdemokratischen Hetzarbeit sich besonders zu beschäftigen, damit sich jeder bei Einstellung neuer Arbeitskräfte nach seinem Belieben danach richten kann. Heute werden uns von unserem Mitgliede Nr. 13(Fiedler, Amthof=Papierfabrik. D. B.] zwei diesbezügliche Leute bekannt gegeben, die Dienstag, 23. d. M.(Februar), nach vorangegangener Kündigung ordnungsgemäß zur Entlassung kommen. Es sind dies die Arbeiter(folgen die Namen). Hierbei fügen wir noch die gestern in der Generalversammung zur Verteilung gekommene neue Mitgliederliste bei, da Sie leider nicht anwesend waren. Coswig, den 11. Februar 1909. Marband####, Hochachteno Verband der urbeitgeber Coswig und Umgegend. Und was haben die beiden Leute verbrochen? Sie hatten eine Betriebsbesprechung einberufen, die auch stattfand, und zwar inrichtungen des Fiedlerschen Betriebes zu besprechen oder für die gewerkschaftliche Organisation zu agitieren, sondern um zur Errichtung einer Ortskrankenkasse für Fabrikarbeiter in Coswig Stellung zu nehmen. Das genügt dem Unternehmer Fiedler und dem Arbeitgeberverband, um die Arbeiter auf die Straße zu werfen! .. Nr. 2. Unserem Remscheider Bruderblatt hat ein günstiger Wind folgendes Geheimzirkular auf den Tisch geweht: Bundschreiken Hr a: Fernsprecher Nr. 736. Kundschreiden Nr. 8. A. s:; am; Nemscheid, 16. März 1909. an die Mitglieder! ##. Es sind uns in letzter Zeit wiederholt Mitteilungen über albeiter der Sägenbranche zugegangen, die sich als sogenannte Vertrauensmänner dadurch hervorgetan haben, daß sie der„Arbeiterzeitung“ gänzlich entstellte Berichte über Betriebsverhältnisse und über ihre Arbeitgeber liefern. . Es liegt durchaus im Interesse unserer Mitglieder, über solche Leute unterrichtet zu sein und ihre Betriebe davon frei zu halten. Wir empfehlen unseren Mitgliedern daher dringend, vor der Einstellung von Arbeitern stets bei der Geschäftsstelle, eventuell telephonisch, anzufragen, ob gegen die Betreffenden etwas vorliegt. . H o c h a c h t u n g s v o l l Vereinigung der Sägen= und Maschinenmesserfabrikanten von Remscheid und Umgegend. Der Geschäftsführer: Ludicke. Die„entstellten Berichte" bestehen darin, daß in der„Arbeiterzeitung“ wahrheitsgemäß festgestellt worden war, daß die Firma Krumm, zu deren Mitinhaber der freisinnige Stadtverordnete Ewald Krumm zählt, die Arbeiter der Kaiser=Geburtstagsfeier wegen hatte feiern lassen, ihnen nachher aber den Tagesverdienst einfach abgezogen hatte. Solch„humane" Tat darf also nicht bekannt werden; wird sie doch bekannt. so greift man irgend einen Arbeiter heraus und überantwortet ihn der geheimen Feme. Schadenersatzklage wegen schwarzer Listen. Vor der Zivilkammer des Königlichen Landgerichts Essen stand eine Klage von 11 Bergleuten gegen den bekannten Zechenverband an. Die Kläger sind von dem Zechenverbande auf 6 Monate ausgesperrt und in die im Reichstage und Abgeordnetenhause wiederholt besprochene schwarze Liste eingetragen worden. Sie sind dadurch teils längere, teils kürzere Zeit arbeitslos gewesen, teils haben sie zu unverhältnismaßig niedrigeren Lohnen irgend eine ungelernte Arbeit ergreifen mussen, um sich und ihre Familie zu erhalten. Die Kläger, die durch die Rechtsanwälte Abel und Dr. Herzfeld vertreten werden, sind der Meinung, daß das ganze System der schwarzen Listen ein unerlaubtes ist, daß aber, falls man das System selbst für zulässig erachtet, die Handhabung gegen die guten Sitten verstößt und deshalb zu Schadensersatz verpflichtet. Sie behaupten, daß ohne jede sorgfältige Prüfung bei Differenzen zwischen Vorgesetzten und Bergleuten auf den Bericht dieser Vorgesetzten hin ohne weiteres die Einreihung in die schwarze Liste erfolgt sei, daß sie ausgesperrt geblieben seien, obwohl durch Klage vor dem Berggewerbegericht rechtskräftig festgestellt sei, daß ein Kontraktbruch nicht vorliege. Sie tragen endlich vor, daß da, wo ein Vertragsbruch erfolgt sei, dieser keineswegs eine so schwere Bestrafung rechtfertigen könne. Sie verlangen deshalb auf Grund des Paragraphen 826 des Bürgerlichen. Gesetzbuches einen Schadensersatz von zusammen etwa 7= bis 8000 Mark. Der Vertreter des Zechenverbandes, der Rechtsanwalt Dr. Niemeyer in Essen, konnte sich im ersten Termine auf die etwa 40 Seiten umfassende Klagedarstellung noch nicht erklären, weshalb Vertagung eintrat. Tabakarbeiterstreik. In Wernigerode sind sämtliche Tabakarbeiter und-arbeiterinnen wegen Lohndifferenzen in den Ausstand getreten. Es handelt sich um 75 Arbeiter. Der Streik auf dem Farbwerke in Mühlheim am Main ist in ein neues Stadium getreten. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag trafen auf dem Farbwerke 66 Streikbrecher aus Essen ein. Die Streikbrecher fanden im Orte kein Logis; sie wurden daher auf dem Farbwerke einquartiert. Der Bevölkerung hat sich große Erregung bemächtigt. Im Rathause hat sich der Gemeinderat mit dem Bürgermeister über die Einquartierung auseinandergesetzt. Vor Zuzug ist zu warnen. Zur Lohnbewegung in der Damenschneiderei in Leipzig. Die Unternehmer der Damenschneiderei in Leipzig wollen sich dem Schiedsspruch nicht fügen, den die Vorstände auf ihrer Konferenz in Frankfurt a. M. gefällt haben. Die Verhandlungen sollen bis nach Ostern verschleppt werden. Gegen diese Verschleppung wandte sich nun eine Versammlung der Schneider und Schneiderinnen und beschloß, wenn bis Dienstag abend keine Tarifverhandlungen festgesetzt seien, werde am Mittwoch früh die Arbeit eingestellt werden. Der Landesverein der badischen Staatseisenbahnbeamten hielt gestern in Karlsruhe unter Ausschluß der Oeffentlichkeit seine Generalversammlung ab. In der Versammlung wurde mit der überraschend großen Mehrheit von 80 gegen 12 Stimmen, seräß einem Antrage des Hauptvorstandes, der bemerkenswerte sati#n gefaßt daß die Beamtenorganisationen mit der Organiimion der Eisenbahnarbeiter einen engeren Zusammenschluß eirgehen sollen. Der Beschluß kommt in der Gründung eines Frzsnigmen Verbandssekretariats und Verbandsorgans zum 1 In der Versammlung der Damonschneider in Frankfurt a. M. wurde gestern mitgeteilt, daß eine Generalaussperrung im Schneidergewerbe zu erwarten sei, wenn die Schneider in Wiesbaden und Berlin den in der Sitzung in Frankfurt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vereinbarten neuen Bedingungen nicht zustimmen. In Wiesbaden streiken die Gehilfen. Zur Maifeier. In einer Versammlung von Arbeitern aus der Nahrungsmittelbranche in Frankfurt a. M. wurde gestern mitgeteilt, daß die Partei- und Gewerkschaftsvorstände beschlossen hätten, am 1. Mai von einer größeren Demonstration mit Rücksicht auf die Krise abzusehen. Den Unternehmern solle keine Gelegenheit zu Aussperrungen gegeben werden. Industrie, Handel und Verkehr. Elektrische Anlagen in der Türkei. Die neuere Entwicklung in der Turkei hat die eingeborenen Finanzkreise mächtig angeregt und es scheint sich dort eine Entwicklung der Industrie einzuleiten, wie sie nur noch in neu erschlossenen Ländern beobachtet zu werden pflegt. Bis vor wenigen Jahren waren in der Türkei Elektrizitatsanlagen verboten; und die erste elektrische Anlage war die im Herbst 1906 fertiggestellte Straßenbahnanlage in Damaskus. Als zweite folgte eine ähnliche Anlage in Beirut. Als dritte Anlage ist die elektrische Beleuchtung der Grabmoschee Mohammeds in Medina zu verzeichnen, die im September 1908 in Betrieb gesetzt wurde. Jetzt sind schon mehrere ausländische Gesellschaften um Konzessionen für neue Anlagen eingekommen. Bald durfte im Lande eine starke Entwicklung einsetzen, um so mehr, als die Konkurrenz des Gases nicht vorhanden ist. Außer Licht- und Kraftanlagen kommen noch im wesentlichen Bahnanlagen in Betracht. Die jetzt vorhandenen Verkehrsmittel sind noch äußerst primitiv. Fur elektrische Bahnanlagen ist das Land auch insofern günstig, weil natürliche Wasserkräfte vorhanden sind. Als solche kommen der Jordan mit seinen östlichen Nebenflüssen und der kleine, aber wasserreiche Audsche=Fluß in Betracht. Ein Notschrei gegen Kartellpreisdiktatur. In dem soeben erschienenen Tätigkeitsbericht des„Verein Berliner Kaufleute und Industrieller“ für das Jahr 1908 wird die Wirkung der Preispolitik der Rohstoffverbande also gewürdigt:„Als dritte schwerwiegende Ursache, die zur Verschärfung der wirtschaftlichen Depression beigetragen hat, wird die Hochschutzzollpolitik und die dadurch ermöglichte Machtpolitik der großen Rohstoffkartelle und =syndikate anzusehen sein. Es hat sich in erschreckender Weise gezeigt, welch unheilvollen Einfluß in einer Zeit, in der die Nachfrage zurückgeht, die Syndizierung der Rohstoffabrikation auf das ganze Wirtschaftsleben auszuüben vermag. Die weiterverarbeitenden Industrien, weniger die Halbzeug= als die Fertigfabrikationen, gelangen in eine Zwangslage, die auf den ganzen Wirtschaftsbau in höchstem Maße nachteilig wirken muß. Auf der einen Seite stehen die mächtigen Kartelle, die allem Niedergang zum Trotz unter dem Schutz der hohen Zollmauern die Preise der notwendegen Rohprodukte hochhalten, auf der anderen Seite stehen die Konsumenten, deren Kaufkraft gemindert ist und deren Nachfrage der nun einmal durch die Größe des Betriebes bedingten hohen Produktion nicht nachzukommen vermag. Am schwersten wirkte die Syndizierung in der Eisenund Kohlenindustrie. Der deutsche Stahlwerksverband sowohl, als auch das Rheinisch=Westfälische Kohlensyndikat ließen sich trotz allen Drängens Monate hindurch zu einer Herabsetzung der Preise nicht herbei. Spät erst, zu spät, um die Schäden wieder zu heilen, kamen die Reduktionen der Preise, die schließlich auf die Dauer trotz aller Macht der Kartelle in ihrer unnatürlichen Höhe nicht erhalten werden konnten. Jetzt hatte das Fallen der Rohstoffpreise vielfach gerade die entgegengesetzte Wirkung und verursachte zum Teil durch die Entwertung der großen Vorräte direkten Schaden. Der amerikanische Oeltrust in Berlin. In Berlin hat die Standard Oil Company in aller Ruhe einen Kampf gegen den Berliner Zwischenhandel vorbereitet, der jetzt ganz plotzlich auf der ganzen Linie entbrannt ist. In der letzten Zeit war es auf dem deutschen Petroleummarkt verhältnismäßig ruhig, nur hin und wieder versuchten die österreichischen Handler gegen den Oeltrust neue Absatzgebiete zu erlangen. Jetzt plötzlich spielt der Oeltrust, der hier durch die Deutschamerikanische Petroleumgesellschaft vertreten ist, seine geschickt vorbereiteten Kampfmittel aus. Er versucht, den Zwischenhandel, wie es schon anderwärts gelungen ist, auch in Berlin und der Mark Brandenburg auszuschalten. Bisher lieferte die Deutschamerikanische Petroleumgesellschaft in Tankwagen die zu verkaufenden Petroleummarken an die Großfirmen. In Berlin sind es in erster Linie Stobwasser, Hugo Joske, die Norddeutschen Eiswerke usw., die das Petroleum dann in Kannen an Kleinhändler und Konsumenten absetzten. Wie die Dinge liegen, ist sicher, daß der Oeltrust im Kampfe mit den Großhändlern den Sieg davonträgt, entweder durch Preisunterbietungen oder indem die Händler sich von den Amerikanern Abstandsgelder zahlen lassen. Es sind von diesen auch schon Vorschläge gemacht worden, die dahin gehen, den Großhändlern Entschädigungen zu zahlen. In einer Interessentenversammlung soll sich die Gesellschaft sogar bereit erklärt haben, die Anlagen und Transporteinrichtungen der Händler zum jetzigen Werte zu übernehmen. Teilweise werden diese auch in den Dienst des Oeltrustes ubernommen. Dieser Vorgang zeigt wieder, daß die Größten und Gewaltigsten die Kleineren verdrängen. Die eigenen Gewinne werden durch die Ausschaltung des Zwischenhandels selbstverständlich wieder gesteigert, denn daß der Trust die ersparten Zwischenhandelsgewinne zu Preisabschlägen benutzt, daran ist wohl kaum zu denken. Der Kapitalismus geht unerbittlich seinen Weg. Je mehr er konzentriert und organisiert, um so mehr demonstriert er auch die Notwendigkeit sozialistischer Organisation in der Gütererzeugung und Güterverteilung. Holzkiortordnuug über die Einrichtung und den Betrieb von Bäckereien und Konditoreien, sowie über die Unterbringung der bei dem Unternehmer des Betriebes wohnenden Gehilfen und Lehrlinge. Auf Grund der§§ 6, 12 und 15 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850(G. S. S. 265), der§§ 137 und 139 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883(G. S. S. 195) sowie des§ 120a der Reichsgewerbeordnung verordne ich mit Zustimmung des Provinzialrats, und nachdem der Nahrungsmittelindustrie=Berufsgenossenschaft gemäß d 120e der Reichsgewerbeordnung Gelegenheit zur gutachtlichen Aeußerung gegeben worden ist, für den Umfang der Provinz Westfalen was folgt: I. Einrichtung und Betrieb von Bäckereien und Konditoreien. § 1. Der Fußboden der Arbeitsräume darf nicht tiefer als einen halben Meter unter dem ihn umgebenden Erdboden liegen. Vorbehaltlich strengerer Bestimmungen des örtlichen Baurechts kann das Maß von 0,50 Meter auf 1 Meter erhöht werden, wenn an der zugehörigen Außenwand ein durchgehender Licht= und Lüftungsgraben hergestellt wird. Der Graben muß mindestens 1 Meter breit sein und mit seiner gut zu entwässernden Sohle mindestens 0,15 Meter tiefer als der Fußboden der anstoßenden Räume liegen. § 2. Die Arbeitsräume müssen, vorbehaltlich weiter gehender Bestimmungen des örtlichen Baurechts, mindestens 3 Meter hoch und mit Fenstern versehen sein, deren lichtdurchlässige Fläche mindestens 1/12 der Bodenfläche des durch sie beleuchteten Raumes betragt. Die Fenster müssen unmittelbar ins Freie führen und so eingerichtet sein, daß mindestens ein Drittel ihrer Fläche geöffnet werden kann, und daß sie bei Feuersgefahr den Arbeitern ein Entkommen ermöglichen. § 3. Die Räume müssen mit ebenem, festem und wasserdichtem Fußboden versehen und gegen das Eindringen von Erdfeuchtigkeit hinreichend geschützt sein. " Die Wände und Decken müssen frei von Rissen und Fugen sein. Sie sind, soweit sie nicht mit einer glatten, abwaschbaren Bekleidung oder mit einem wässerdichten Anstrich versehen sind. halbjährlich mindestens einmal mit Kalk frisch anzustreichen. Der wasserdichte Anstrich muß mindestens alle 5 Jahre erneuert werden. Wo Arbeitstische, Backtröge oder Knetmaschinen unmittelbar an den Wänden stehen, sind die Wände oberhalb der Tische usw. bis zu einer Höhe von wenigstens 80 Zentimetern mit einer glatten, nicht abbröckelnden Bekleidung zu versehen. Oberhalb der Arbeitstische, Backtroge und Knetmaschinen dürfen keine Gerüste oder sonstige Einrichtungen zur Aufnahme von Gegenständen irgend welcher Art angebracht werden. § 4. Die Arbeitsräume dürfen nicht in unmittelbarer Verbindung mit Schlaf= und Wohnräumen sowie mit Bedürfnisanstalten, Ställen und anderen Anlagen, welche Dünste ausströmen, stehen. Die Abfallröhren der Ausgüsse und Aborte dürfen nicht durch die Arbeitsräume und die zum Aufbewahren des Mehls und der Waren dienenden Räume geführt werden. § 5. In Arbeitsräumen, in denen die Herstellung der Backund Konditorwaren erfolgt, muß die Zahl der darin beschäftigten Personen so bemessen sein, daß auf jede wenigstens 15 Kubilmeter Luftraum entfallen. Zur Befriedigung eines bei Festen oder sonstigen besonderen Gelegenheiten hervortretenden Bedurfnisses ist eine dichtere Belegung der Arbeitsräume gestattet, jedoch mit der Maßgabe, daß wenigstens 10 Kubikmeter. Luftraum auf die Person entfallen.„ Sind die Arbeitsräume derart mit tunstlicher Ventilation ausgerüstet, daß ihnen für jeden darin beschäftigten Arbeiter stündlich 35 Kubikmeter frische Luft zugeführt werden, so kann der Luftraum dauernd auf 10 Kubikmeter für jede Person beschränkt bleiben. Der Rauminhalt des Ofenblocks ist von dem aus den Abmessungen der Räume berechneten Inhalt in Abzug zu bringen. § 6. Den Arbeitern muß Gelegenheit gegeben werden, ihre Kleider sauber zu verwahren und sich an einem während der kalten Jahreszeit ausreichend erwärmten Orte, möglichst außerhalb der Arbeitsräume und der zur Aufbewahrung von Mehl und Waren bestimmten Räume, zu waschen und umzukleiden. § 7. Vor Beginn der Arbeit, insbesondere vor dem Zurichten und Teigmachen haben die dabei beschäftigten Personen Hande und Arme mit reinem Wasser gründlich zu reinigen. Die gleiche Reinigung ist nach jeder Benutzung der Bedürfnksanstalten während der Arbeitszeit vorzunehmen. Zu diesem Zwecke sind in unmittelbarer Nähe der Arbeitsräume ausreichende Wascheinrichtungen zur Verfügung zu stellen: für jeden Arbeiter ist wöchentlich mindestens ein reines Handtuch zu liefern....8 99— Soweit nicht Wascheinrichtungen mit fließendem Wasser vorhanden sind, muß für höchstens je fünf Arbeiter eine Waschgelegenheit eingerichtet werden. Es muß ferner dafür gesorgt werden, daß bei der Wascheinrichtung stets reines Wasser in ausreichender Menge vorhanden ist, und daß das gebrauchte Wasser an Ort und Stelle oder von einem Nebenraume aus abgeleitet werden kann. § 8. Die Mehlvorräte und Waren sind an trockenen, vor Vernnreinigungen geschützten Orten aufzubewahren Das Bearbeiten des Teiges mit Füßen ist verboten. Das zum Streichen des Brotes benutzte Wasser muß täglich erneuert werden. Die Waren sind vor Verunreinigungen zu schützen und dürfen nicht unmittelbar auf dem Fußboden gelagert werden. § 9. Das Sitzen und Liegen auf den zur Herstellung und Lagerung von Backwaren bestimmten Tischen und dergleichen ist untersagt. Die Betriebsunternehmer haben für ausreichende Sitzgelegenheit in den Arbeitsräumen zu sorgen. § 10. In den Arbeitsräumen sind geschlossene Spucknäpfe mit trichterförmiger Oeffnung von solcher Bauart aufzustellen, daß sie nicht umgestoßen werden können. Die Spucknäpfe sind täglich zu reinigen. Das Ausspucken auf den Fußboden ist verboten. Das Rauchen, Schnupfen und Kauen von Tabak ist in den Arbeitsräumen und während der Arbeit verboten. § 11. Die Arbeitsräume sowie die zum Aufbewahren von Mehl und Waren bestimmten Räume dürfen nicht zu anderen als Bäckerei= und Konditoreizwecken, insbesondere nicht als Wasch=, Schlaf= oder Wohnräume benutzt werden. § 12. Die Arbeitsräume sind täglich mindestens einmal gründlich zu lüften. Sie sind ebenso wie die zum Aufbewahren von Mehl und Waren bestimmten Räume von Ungeziefer frei und dauernd in reinlichem Zustande zu erhalten. Ihre Fußböden müssen täglich ausgefegt und wöchentlich einmal, ihre Wände, soweit sie nicht mit Kalk gestrichen sind(§ 3), vierteljährlich mindestens einmal abgewaschen werden. Das Bestreuen der Fußböden mit Sand ist verboten. Die Backtröge müssen entweder dicht schließend auf dem Fußboden aufstehen oder mit Füßen von mindestens 30 Zentimeter Höhe versehen sein..,„ 5. G.4 Die im Betriebe verwendeten Tische, Gerate, Gesaße, Tücher und dergleichen dürfen nur zur Herstellung der zur menschlichen Nahrung dienenden Waren benutzt und müssen in reinlichem Zustande erhalten werden.„ § 13. Die im Betriebe tätigen Versonen mussen wayrend der Arbeit mindestens mit Hemd. Beinkleid und Schuhen, sowie mit einer Schürze aus weißem Leinen= oder Baumwollstoff bekleidet sein. § 14. Personen mit ansteckenden oder ekelerregenden Krankheiten dürfen nicht bei der Herstellung und dem Austragen von Waren tätig sein. § 15. In jedem Arveitsraum, in welchem die Herstellung von Waren erfolgt, ist ein Abdruck dieser Verordnung an sichtbarer Stelle aufzuhängen... 9 § 16. Der Regierungs=Prasivent ist befugt, auf Antrag folgende Ausnahmen zuzulassen: I., Ju22 Mmasmssi. Ss. 1. von§ 1, wenn auf andere Weise ourch zweirmäßige Isolierung des Fußbodens und ausreichende Licht- und Luftzufuhr den gesundheitlichen Anforderungen entsprochen ist: 2. a) für bestehende Anlagen von§§ 2, 4 und 5, solange sie nicht durch Erweiterung oder Umbau eine wesentliche Aenderung erfahren, wenn darin die Arbeiter in anderer Weise gegen Gefahren für ihre Gesundheit, soweit geschützt sind, wie es die Natur des Betriebes gestattet; b) in allen übrigen Fällen von der im§ 2 vorgeschriebenen Höhe bis zu einer Mindesthöhe von 2,50 Meter, soweit nicht das örtliche Baurecht an Räume. die zum dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmt sind, höhere Anforderungen stellt. II. Unterbringung der Gebilfen und Lehrlinge. § 17. Die Schlafräume für Gehilfen und Lehrlinge dürfen dem Backofen nicht so nahe liegen, daß sie dadurch übermäßig erwärmt werden. § 18. Die Schlafräume mussen fur jede darin untergebrachte Person mindestens 10 Kubikmeter Luftraum und 4 Quadratmeter Bodenfläche darbieten, und mindestens mit einem öffnungsfähigen Fenster versehen sein... 1122 brache##. § 19. Für jede in dem Schiafraum umergebrachte Person muß ein besonderes Bett vorhanden sein. Die Betten dürfen während der Zeit der Benutzung nicht übereinander stehen und nicht von verschiedenen Personen schichtweise nacheinander benutzt werden. Die Bettwäsche muß mindestens alle vier Wochen und bei jedem Wechsel der das Bett benutzenden Person erneuert werden. § 20. Für je zwei in solchen Schlafräumen untergebrachte Personen muß ein Waschgeschirr und für jede Person ein Handtuch vorhanden sein, das mindestens einmal wöchentlich erneuert wird. § 21. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden mit Geldstrafe bis zu 60 Mark und im Falle des Unvermögens mit entsprechender Haft bestraft, soweit nicht nach anderen Bestimmungen schwerere Strafen verwirkt sind. § 22. Die Polizeiverordnung tritt am 1. April 1909 in Kraft. Münster, den 15. November 1907. Der Oberpräsident von Westfalen. Freiherr von der Recke. werden in der Fabrik 1871 Oestützt auf langjährige Fachkenntnisse und prima Referenzen bin ich in der Lage, dieses beliebte Kaiser-Café im vornehmen Stile zu führen. Ich empfehle: 1873 Bestgepflegte hiesige und fremde Biere, vorzügliche Weine aus nur ersten Häusern, sowie sämtl. Erfrischungen in vorzüglicher Aufmachung....:. Zu gütiger Benutzung empfehle ich: Französische Billards (renoviert) Reichhaltigen Lesezirkel. Ausser hiesigen Zeitungen sämtliche bedeutenden Zeitungen und Zeitschriften des In- und Auslandes. Eröffnung: Hochachtungsvol Donnerstag abend 6 Uhr. Otto Schönebaum. Soeben erschien: **" 7enptte Nr. 32. Staattheater! Heute, abends 7½ Uhr: Benefiz für den 1. Charakter=Komiker Adolf Heberling. — Nur einmalige Aufführung!— Doktor Klaus. Mittwoch, den 31. 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Nr. 76. Die heutige Nun 8 Die Vollmachten des Fi behauptet, Fürst Bülow sei trag gewesen, dessen Gege Bülow habe dabei die we führung der Reichsfinanzr machten soll sich auch die tages befinden.— Die Ri liberalen Presse angezweife habe, bei dem Vortrage h auswärtigen Politik geha schließt aber nicht aus, da eingehenden Besprechung u mit der Auflösung des Rei ist durchaus nicht ausgeschl Reichsfinanzreform zu die Zu der Unterredung 11. März will die„B. Z. redung fiel bekanntlich in Kanzler überhaupt kaum hatte Fürst Bülow die Au Kanzler dem Kaiser darüb Zuruckhaltung des Kaiser schlossen würde, daß der K finanzreform kein Interess bäte er den Kaiser, ihm: Da der Kaiser durchaus Scheitern der Finanzrefor so sagte er sich sofort beim teren Verlaufe der Unter ereignisse gestreift und in bei dieser Gelegenheit alle Fürst Bülow gab unter T etwas getan habe, was ge unterlassen hätte, alles i Der Kaiser erwiderte hie Ein Vorschlag von Nau lose Verfahrenheit der E# der alte Konfusionarius Phantasieprodukt von der erscheint. Mag der Geda volle, im gegebenen Auge aussichtslos. Aber Naumann, diese Realität zu stehen glaubt, und schwebt ganz und ge trachtungen, und wen Für ihn ist mit der Schnapssteuer der Ble grüßt dieses Faktum und mehr, jetzt heiße es: Patr raten seien jetzt in die Ol liberalen. Jetzt stündend hören. Was am Freitag wurde, das sei die Zukunf Seit langer Zeit stehe die greiflich vor der Bevölker Ueber die Schwierigkei die— wie die Freisinnig prostituiert haben, kommt klärt einfach: Der Block Da muß man allseitig ver soll man kommen, wenn n von neuem auszuwärmen. solute und hingebende Tre Die linksliberale Frak nur notwendig, um den d lassen, daß alle Menschen die Hand zu reichen zun geben, aber alles nehmen Aber er scheint fü zu finden. Zwar ergr Plauen i. V. im„Berlin nerseits zu versichern, daf Ansicht teilt die„National ausgabe vom Montag: 9 schon halten die„guten F Totgesagte pflegen ein## dieser alte Erfahrungssa nächsten Tage offenbaren. ". Demnach scheinen die ein von den Phantasien von Bebel bis Basserma hang dürfte es vielleicht i freisinnige Abgeordnete T sich zur Blockkrise äußerte Es wüsse zunächst einmal meint! „Inzwischen hat ja aud des Reichstags den Vorse tan, daß er ihn lächerlich „Auch der Abgeordnet Volkspartei, hat in seine Parteifreund Naumann gleichen Standpunkt wie Presse ein. So wirft die Naumann vor, daß seine Linken mehr gejöhroct a Der Herr Naumann seine Hoffnung erfüllt w Ein kleiner Block. B Berlin meldet, haben am Nationalliberalen u Sitzung unter dem Vorsi Stellung Eine Bestätigung die er zer allereings noch nicht Hürst. Hatzfeldt eit untervon, spricht allerdit # lich der Vorgang st