Abonnementspreis fur Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile ober deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabott. Inseraten=Annahme bis ½29 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht". A. Gerisch& Co., Nieleseld. Zuchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Nr. 73. Bielefeld, Sonnabend, 27. März 1909. 20. Jahrg. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten einschließlich der Unterhaltungsbeilage„Nach Feierabend“. Die Kampfesweise der Christlichen. Die Herren Wilhelm Wallbaum und Fritz Röös erlassen im„Ravensberger“ vom Sonnabend, 20. März, Erklärungen, welche zusammen genossen und in ihrer Gesamtwirkung gewürdigt sein wollen. Sie lauten: Die„Volkswacht“ in Bielefeld bringt in ihrer Nr. 65 einen der Wahrheit nicht entsprechenden Bericht über eine christlichsoziale Versammlung in Halle. Der Inhalt dieses Berichts ist so entstellt und aus dem Zusammenhang meiner Rede zusammengestutzt worden, daß es sich nicht lohnt, auf denselben näher einzugehen. In derselben Nummer befindet sich auch ein Bericht über eine vom Kollegen Röös in Preuß.=Oldendorf abgehaltene Protestversammlung gegen die Tabaksteuer. Nach diesem Bericht wurde Herrn Hoffmann aus Bielefeld der Saal verboten, weil er sich den Anordnungen des Vorsitzenden nicht fügen wollte. Nach dem Bericht der„Volkswacht“ hat Herr Hoffmann, bevor er das Lokal verließ, noch festgestellt, daß schon Redakteur Behle vom„Ravensberger“ wegen der in jenem Lager üblichen verlogenen Handlungsweise fortgegangen sei. Diese unwahre Behauptung fanden wir in ähnlicher Form schon dreimal in der„Volkswacht". Ich fordere Herrn Hoffmann jetzt hierdurch auf, mir in bestimmter klarer Form das Lager zu nennen, welches durch seine verlogene Handlungsweise den Fortgang Behles verschuldet hat. Tut Herr Hoffmann das nicht, dann muß ich annehmen, daß er in verleumderischer Absicht diese Behauptung in die Welt gesetzt hat. Zugleich sei den Genossen an dieser Stelle mitg.teilt, daß nicht nur Herr Hoffmann, sondern keiner von der sozialdemokratischen Partei in christlich=sozialen Versammlungen mehr das Wort erhalten wird. Der schon gehörte Vorwurf der Feigheit kümmert uns nicht. Herrn Hoffmann zu fürchten, hat niemand Veranlassung. Wenn Herr Hoffmann das glaubt, muß er ja recht viel von sich selbst halten. Wilhelm Wallbaum * Erklärung! Verschiedene Vorkommnisse der letzten Tage zwingen mich, nachstehende Erklärung abzugeben: In letzter Zeit fanden im Kreise Lübbecke in solchen Ortschaften, wo unser Verband noch nicht vertreten ist, eine Anzahl Protestversommlungen statt. Auch die Genossen, die hier oder da spärlich vertreten sind, waren in den meisten anwesend. Es wurde ihnen auch überall freie Redezeit gewährt. Während nun in den ersten Versammlungen die Redner ziemlich sachlich zum Thema sprachen, sollte es später doch anders kommen. Sonntag, den 14. März, fand in Holzhausen bei Lübbecke eine Versammlung statt. Für diese hatte man die Genossen aus der ganzen Umgegend zusammengetrommelt und den Beamten des soziald. Textilarbeiterverbandes aus Bielefeld als Redner bestellt. Vor der Versammlung erklärte schon ein Genosse:„Der heutige Abend wird was bringen.“ Dieser Ausspruch zeigte schon, daß man etwas im Schilde führte und daß es ihnen dabei weniger um den Kampf gegen die Tabaksteuer ankam, als um die Bekämpfung der Christlichen. In der Versammlung wurden wir in diesem Glauben noch gestärkt. Wir gewährten wiederum freie Redezeit. Gegen das Referat selbst konnte man nichts vorbringen. An dessen Stelle wollte man eine soziald. Agitationsrede halten. Als man die von unserer Seite nicht duldete, verlegte man sich auf die Bekämpfung unserer Bewegung. Schließlich, als von unserer Seite die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen wurden und die Genossen sahen, daß sie nicht auf ihre Rechnung kamen, wurden sie rabiat. Der überwachende Beamte sah sich sogar genötigt, von den Genossen Ruhe zu fordern, andernfalls wurde er die Versammlung auflösen. Nach Schluß der Versammlung gebärdete sich ein Genosse fast wie ein Wilder und nahm gegenüber dem Versammlungsleiter eine drohende Haltung ein. Aber es sollte noch besser kommen. Am Montag, den 15. März, fand in Pr.=Oldendorf eine Versammlung statt. Die Genossen hatten sich zu dieser Versammlung den Obergenossen Hoffmann aus Bielefeld kommen lassen. Auch diesem wurde freie Redezeit gewährt, jedoch mit dem Hinweise, nur zur Tagesordnung zu sprechen. Trotzdem aber versuchte er sofort, meine Personlichkeit als unsicheren Kantonist hinzustellen. Da auch er verschiedentlich Abschwenkungen vom Thema vornahm, mußte er des öfteren vom Vorsitzenden zur Tagesordnung gerufen werden. Er kam aber trotzdem der Aufforderung nicht nach, sondern schickte sich an, ein ganzes Kübel Unrat über unseren Verband auszuschütten. Es kam so weit, daß ihm das Wort vom Vorsitzenden entzogen werden mußte. Hoffmann wollte aber dem Vorsitzenden das Recht absprechen, daß er überhaupt in der Versammlung was zu sagen hätte. Er nahm sofort zur Geschäftsordnung das Wort und verlangte, die Versammlung solle entscheiden, ob er weitersprechen solle oder nicht. Ich widersprach ihm und er unterbrach mich in heftiger Weise, so daß er aufgefordert werden mußte, zu schweigen, da ich das Wort hätte. Da er sich aber auch weiter nicht benahm, wie es sich gehörte und der Zweck seines Daseins offensichtlich zutage lag, zudem uns die vorherige Versammlung auch Klarheit Fgeben hatte, gab ich die Erklärung ab: daß diese traurigen Vorkommnisse uns dazu zwängen, von jetzt ab in keiner Protestversammlung mehr, wo ich referieren würde, einem Genossen noch das Wort zu geben, selbst auf die Gefahr hin, daß man dieses als Feigheit auslegen würde. Hierauf wurde Hoffmann aber ganz ruppig, so daß man ihm den Saal verweisen mußte. Aus all diesen Tatsochen ist es ersichtlich, daß es den Genossen nicht so sehr um die Bekämpfung der Tabakskeuer zu tun ist, sondern andere Motive in den Vordergrund stehen. Da wir aber nicht die Lust verspüren, unsere Versammlungen zu TumFelplätzen soziald. Fanatiker werden zu lassen, halte ich es im Interesse der Abwehrbewegung im allgemeinen und der Arbeiter im besonderen für einzig richtig, diese meine Erklärung in aller sform, während der ganzen Protestbewegung aufrecht zu halten. Ich bedauere gewiß diesen Schritt tun zu müssen, aber im Interesse der Sache, der wir dienen wollen, bleibt uns nichts anderes übrig. Einen Dresdener„Jungborn“ aus unseren Versammlungen werden zu lassen, dafür werden sich auch unsere Aollegen und Kolleginnen herzlich bedanken. ielefeld, 16. März 1909., Fritz Röö“ Uebereinstimmend erklärt dies edle Brüderpaar, daß in Zukunft kein Angehöriger der sozialdemokratischen Partei mehr in ihren Versammlungen das Wort erhalten wird, und sie wegen dieser Maßregel gern den Vorwurf der Feigheit auf sich nehmen werden, ja, Herr Wilhelm Wallbaum gibt diese Erklärung für sämtliche christlich=soziale Versammlungen ab. Was die beiden christlichen Herren als Gründe für diese ebenso christliche, wie soziale Maßregel anführen, ist vollkommen nebensächlich, denn man hört förmlich das Uff der Erleichterung und des Aufatmens aus den Zeilen heraus, endlich sich von diesem gefürchteten Gegner befreit zu haben, und sei es auch auf Kosten des letzten Restes der Selbstachtung. Es ist ja mehr als kindisch, dieses Gezeter über angeblich angetane Beleidigungen und Verleumdungen. Was für Kübel von Verleumdungen und Beleidigungen haben diese Christen nicht schon auf die Sozialdemokratie entleert. Das hat die Sozialdemokratie sich nicht anfechten lassen und sie ist deshalb niemals zum Kadi gelaufen und hat die Gegner verklagt, wie das jetzt auch Sitte bei diesen Christen wird, es ist ja lächerlich für eine politische Partei, sich ihre Ehre vom Richter bescheinigen lassen zu wollen. Darüber hat ein anderes Gericht zu entscheiden, und das wird auch über diese Christen das Urteil sprechen.. Aus den Berichten der Genossen Mademann, Kastrup und Hoffmann sind unsere Genossen über die Vorgänge in den Versammlungen in Halle, Holzhausen und Pr.=Oldendorf orientiert. Daß die Herren Wallbaum und Röös die Vorgänge ganz anders schildern, nimmt uns nicht Wunder. Aber es ist nur ein allgemeines Geschimpfe, welches sie der sachlichen Darstellung unserer Genossen entgegenzusetzen haben. Und selbst, wenn sie durchaus recht hätten, so würde damit immer noch nicht das Mundtotmachen der Sozialdemokratie in ihren Versammlungen gerechtfertigt werden. Welche wirkliche Volkspartei schreckt vor freiester Diskussion zurück, weil sie„beleidigt“ zu werden fürchtei? Durch Beleidigung ist noch niemals einer Partei Abbruch getan worden, im Gegenteil, sie kann dadurch nur neue Freunde und Anhänger gewinnen. Der wahre Grund dieser reaktionären Maßregel ist also wirklich nur die Angst vor der Sozialdemokratie, und wir erinnern bei dieser Gelegenheit an die Vorgänge des Jahres 1903, wo die Genossen Hoffmann und Severing in christlich=sozialen Versammlungen das Wort nicht mehr erhielten. Das Verhalten der Christlichen ist aber um so weniger mit den Gesetzen des politischen Anstandes, wie ihn wenigstens eine Partei, welche auf die Bezeichnung Arbeiterpartei Anspruch erhebt, wahren sollte, vereinbar, als diese Herren recht wohl wissen, daß die sozialdemokratischen Agitatoren nicht zum Vergnügen in einer christlichen Versammlung als Distussionsredner auftreten. Denn zwischen Referenten und Diskussionsredner ist bei einer so parteiischen Versammlungsleitung, wie sie die Christlichen belieben, Wind und Sonne stets sehr ungleich verteilt. Aber die Sozialdemokratie erhält in so vielen Ortschaften keine Säle zu Versammlungen, eben weil sie eine wahre Volkspartei ist, die von den herrschenden Klassen gefürchtet wird, und deren Ausbreitung daher mit allen möglichen Mitteln zu verhindern versucht wird. Die sich auch Arbeiterpartei nennenden Christlich=Sozialen gelten der herrschenden Klasse als Hilfstruppe in der Bekämpfung der Sozialdemokratie, und es stehen ihnen deswegen überall für ihre Versammlungen Säle zur Verfügung. Natürlich versuchen nun unsere Genossen in den betreffenden Orten diese Versammlungen, in welchen angeblich freie Diskussion gewährt wird, wahrzunehmen, um auch die Ideen des Sozialismus in die Oeffentlichkeit dringen zu lassen. Welche herrliche Gelegenheit für die Christen, die Ueberlegenheit ihrer Gedankenwelt darzutun! Hei, wie könnten doch die geistigen Waffen sich miteinander messen!! Aber nein, da verkriechen sich die christlichen Herren in das Mauseloch von angeblich zugefügten Beleidgungen und verzichten darauf, dem Gegner Auge in Auge, selbst wenn jener sich in viel ungünstigerer Position befindet, gegenüberzutreten. Womit sie denn auch sich selbst und zugleich ihre Weltanschauung das Urteil gesprochen haben. Eine andere Frage ist es. ob Herr Wallbaum berechtigt ist, einen derartigen Ukas im Namen der ganzen christlich=sozialen Partei zu erlassen. Die Christlich=Sozialen haben ja so oft höhnisch von den„Obergenossen“ in der Sozialdemokratie gesprochen. Aber einen solchen„Obergenossen“, der so selbstherrlich eine derartige Bestimmung treffen darf, könnte es bei uns nicht geben. Indessen, das ist Sache der Christlichen. Wir werden wie früher den Christlich=Sozialen in unseren Versammlungen volle Redefreiheit gewähren, wir werden die Protestbewegung gegen die Gefahr der Mehrbelastung des Tabaks nicht dadurch zu schwächen suchen, daß wir die Christlichen davon auszuschließen versuchen. Das überlassen wir diesen Christen und ihren Verbündeten, den Konservativen, ganz allein. ** * Diesen Ausführungen habe ich für meine Person nur noch wenige Zeilen hinzuzufügen. Herr Röös versucht in seiner Erklärung mein Benehmen in der Protestversammlung am 15. März in Pr. Oldendorf als ungehörig, zum Schluß sogar als ruppig hinzustellen. Demgegenüber stelle ich hier fest, daß Herr Röös, der Referent des Abends, der in ganz ungehöriger Weise den Vorsitzenden für diese öffentliche Protestversammlung sich selbst mitgebracht hatte, dennoch diesem Vorsitzenden fortwährend Anweisungen gab, in welcher Weise er mich als Diskussionsredner belästigen sollte. Röös hatte anderthalb Stunden gesprochen, dann wurde die Resolution verlesen, und nun die Diskussion nicht über den Vortrag und die Resolution, sondern nur über die Resolution eröffnet. Der Vortrag war doch aber zur Begründung der Resolution gehalten worden. Daß ich mir dieses nicht gefallen ließ, lag im Interesse der Versammlung selbst. Dann aber das Unerhörteste. Ich sprach gegen die Tabaksteuer, so daß ich die Aufmerksamkeit aller Anwesenden aufs Lebhafteste in Anspruch nahm, wie die lebhaften Beifallsrufe bewiesen. Da komme ich auf die Nachlaßsteuer, und der Vorsitzende, der sichtlich erregt war über den Beifall, den ich gefunden hatte, ruft mich zur Sache, es handele sich hier nur um die Tabaksteuer. Ich traue dem Vorsitzenden nicht so wenig Weisheit zu, daß er wirklich dieser Ansicht gewesen sein sollte, also kann hier nur die Angst des Herrn R'ös die Veranlassung gewesen sein. Daß ich trotzdem es verstand, über die Nachlaßsteuer weiter zu sprechen, indem ich sie sortwährend in Verbindung mit der Tabaksteuer brachte, ärgerte nun den Herrn Röös erst recht, und so kam es zur Wortentziehung. Da bin ich nicht ruppig geworden, sondern ich habe nur den Herren meine gute ehrliche Meinung gesagt, die ja allerdings nicht sehr schmeichelhaft für sie gewesen sein mochte. Warum aber haben sie nicht mein Verlangen erfüllt, die Versammlung über die Wortentziehung abstimmen zu lassen? Die Herren jahen eben, daß die Versammlung mich hören wollte. Und es war das böse Gewissen, welches Herrn Röös das Wort von der Feigheit in den Mund legte. Was Herr Wallbaum über mich schreibt, da muß ich drüber lachen. Herr Wallbaum, der sich seit anderthalb Jahren auf der Flucht vor mir befindet, behauptet, keine Veranlassung zur Furcht vor mir zu haben. Zur Feststellung dieser Tatsache brauche ich gar nicht viel vom mir zu halten, sondern es ist hier nur die Wahrheit, die aus meinem Munde zu horen der christlichsoziale Reichstagskandidat für Herford=Halle fürchtet. Herr Wallbaum hatte den ländlichen Arbeitern das Koalitionsrecht mit der gesetzlichen Beschränkung, während der Ernte die Arbeit niederzulegen, versprochen. Wegen dieses Wahlmanövers zur Rede gestellt zu werden, hat Herr Wallbaum Angst. Es war in Milse ausgemacht, daß dort eine Versammlung mit Wallbaum und mir als Referenten stattfinden solle, in der ich meine „Verleumdung“ des armen Wallbaum ihm ins Gesicht wiederholen solle. Ich erklärte mich dazu bereit, Herr Wallbaum reißt seit dieser Zeit vor mir aus. Und nun das mit Redakteur Behle. Ja, das wurde in Enzer auf den Straßen erzählt. Und ohne Grund hat man doch den Behle nicht durch die billigere Kraft des Herrn Titgemeyer ersetzt, denn seit dieser Zeit ist der in der„tariftreuen" Druckerei des Herrn Titgemeyer hergestellte„Ravensberger“ so hundserbärmlich geworden, daß sogar die genügsamen Christen ihn überbekommen haben. Mag also Herr Wallbaum den wahren Grund von Behles Weggang angeben. Langte vielleicht die Kraft nicht mehr? Heraus mit der Sprache. C. Hoffmann. von Westsalen, Lippe und Waldem. Kollegen! Seit Monaten schon hat uns die Reichsregierung auf die Folter gespannt, seit Monaten schweben die Tabakarbeiter Deutschlands in banger Sorge um ihre Zukunft. Warum? Weit die Regierung wieder mal versucht, den Tabak durch eine gewaltige Steuer zu schröpfen. Zu den 100 Millionen Mark Zoll und Steuern, die schon jetzt der Tabak der Reichsregierung einbringt, sollen noch weitere 80 Millionen Mark hinzukommen. Der Tabak soll wieder bluten! Die Tabakarbeiter wissen aber, daß nicht der Tabak, sondern der Tabakarbeiter bluten muß. Im Jahre 1879 wurde der jetzt bestehende Zoll von 85 Mk. auf den Doppelzentner Tabak vom Reichstage bewilligt. Diese Zollerhöhung hat für die Tabakarbeiter eine furchtbare Wirkung gehabt. Mit Schrecken und Grauen denken die älteren Kollegen hier in unserem Bezirk zurück an die traurigen Jahre, die nunmehr folgten. Die Löhne sanken pro Mille auf 5 bis 6 Mark. Drei Jahre haben die Tabakarbeiter Westfalens Stückzahl arbeiten müssen. 800 bis 1000 Zigarren die Woche durften nur angefertigt werden, 5 bis 7 Mk. betrug der Verdienst der Tabakarbeiter. Furchtbar sind die Tabakarbeiter mit ihrer Arbeit gequält worden. Kein Arbeiter konnte genug Zigarren aus dem Deckblatt heraus machen. Keinem Fabrikanten war die gelieferte Arbeit gut genug. In Westfalen waren damals rund 11000 Tabakarbeiter beschäftigt; 3000 davon sind entlassen worden. Im Jahre 1882, als das Stückzahlarbeiten schon teilweise aussetzte, waren in Westfalen auf Grund der Gewerbestatistik 2669 Tabakarbeiter weniger beschäftigt wie im Jahre 1875. Diese Zahlen zeigen, wie furchtbar die Wirkung der Steuer von 1879 gewesen sein muß. Arbeitslosigkeit, und Stückzahl, Lohnherabsetzung um 2—3 Mk. pro Mille waren die furchtbaren Folgen der Steuer vom Jahre 1879.— In einer Versammlung in Enger vor einigen Monaken wurde aufgefordert, die älteren Tabakarbeiter möchten ihre Erfahrungen, die sie im Jahre 1879 gemacht hätten, vortragen; da erklärte ein Kaufmann, daß die Zigarrenarbeiter, denen es am schlechtesten ergangen sei, leider nicht mehr reden könnten, diese seien gestorben. Gestorben aus Not und Entbehrung infolge der Steuerpolitik der Reichsregierung. Die Tabaksteuer und der Tabakzoll von 1879 ist für manchen Tabakarbeiter und manche Tabakarbeiterin der Leichenstein gewesen. Ein Werkmeister führte in Bünde in der großen Versammlung im„Stadtgarten“ aus, daß er 1879 schon Meister gewesen sei, 3 Mille hätten seine Arbeiter im Monat nur liefern dürfen. Arbeitslohn habe es pro Mille 6—7 Ml. gegeben. Also jahrelang hatten die Arbeiter einen Monatslohn von 18 Mark. Von 4 Mk. Wochenverdienst mußten viele Familien leben. 4 Mark gibt mancher Bürger für sein Mittagessen täglich aus. Unter den Arbeitern waren viele, die 4 bis 5 Kinder zu ernähren hatten. Hunger haben diese Familien gelitten. Eltern und Kinder sind buchstäblich verhungert. Ich bin zum Bäcker gegangen und habe den Leuten in aller Stille Brot schicken lassen, weil mir der Hunger der Kinder zu Herzen ging— so erklärte der betreffende Werkmeister,— Eltern sind zu mir gekommen, und haben mich gebeten, ihr Kind in Arbeit zu nehmen. Ich konnte es aber nicht; 5 Taler hat man mir angeboten, bloß damit sie Arbeit bekämen, eine Arbeit, wobei sie die Woche nur 4—5 Mk. verdienen konnten. Sobald deshalb die Gefahr einer neuen Steuer auftaucht, denkt der Tabatarbeiter Westfalens und Lippes mit Schrecken und Grauen zurück an diese Zeit. Kaum war auch im vorigen Jahre der Plan einer neuen Tabaksteuer aufgetaucht, da setzte der Protest ein. Ein gewaltiger Protest! Tabakarbeiter! Kollegen! Die Zustände in unserem Gewerbe sind auch jetzt noch die allertraurigsten. Leben kann ein Tabakarbeiter nur, wenn Frau und Kinder bis tief in die Nacht hinein mitarbeiten. In den Kreisen Minden, Herford und Lübbecke wurden 5399 Kinder beim Tabak beschäftigt zu einem Wochenlohn von 1 Mk. bis 1,50 Mk. pro Woche. In Ostscheidt im Kreise Herford waren von 61 schulpflichtigen Knaben 50 und von 89 Mädchen 82 in der Tabakindustrie tätig. Die Zustände in Ostscheidt sind aber typisch fast für das ganze Ost=Westfalen. Das Elend der Tabakarbeiter ist sprichwörtlich geworden. Pastor von Bodelschwingh in Dünne hat uns ein grausiges Bild des Elends der Zigarrenarbeiter gegeben. Die Regierung und der Reichstag aber bleiben kalt, diese wollen neue Tabaksteuern. Wirkung die Steuer Has. Piel schrecischen si dis zum heutigen Tage gehabt jeder Form, wirken Aust aber die jeßt gepignte Steuer, in salen din tt 11900 Tabakarbeiter werden jetzt Lest####n, Lippe und Waldeck beschäftigt. Die Zigarauf eine kommende a sich schon seit 1893 mit ihrer Fabruation ehäten meistd ge Grundlage. Die gabriken horen Meistens nicht ven Fubrikanten, sondern den Werkpro Mille macherbeit gegen Provision von meistens 1 Mi. industrie geren lusenz, Die Zigarrenindustrie ist eine fliegende Fahrikanten Steue dann verlieren die hort und fuchugt“ sie kündigen die Filialen, holen ihren Tabak .., s u c h e n s i c h n e u e F i l i a l e n i n G e g e n d e n, w o d i e L ö h n e noch niedriger sind wie in Westfaten. Schon jetzt sind Fabriken Sorben, Baß, sasen ist die Mitteilung gemacht s. Der Tohlass die Steuererhohung kommt, ihnen gekündigt dessen Jahritan zieht, fort, zurück bleibt der Werkmeister, ist. Zurück bleibenespen pird, dessen Eigentum entwertst #uck bleiben die Taratarveiter, von denen 5000 eigene arhet###aben, die entwertet sind. Verlieren werden die Tavak. Seer# dann alles, wosur sie ihr Leben lang Tag und Nacht geurbellet, gehungert und gespart haben. So nimmt euch der Staat euer Eigentum. Die Tabakarbeiter Westfalens wissen, was ihnen die Zoll- und Steuererhöhung bringt, deshalb protestieren sie. i, Pollse“#eute entscheidet nicht die Gerechtigkeit, sondern vie„acht." Wollen wir Tabakarbeiter von Westfalen, Lippe und Walvea Ruhe haben in unserem Gewerbe, wollen wir menschenwürdigen Zuständen in unserem Berufe kommen, dann massen wir Nacht gewinnen. Bitten hilft nichts! Die Macht der Arbeiter aber ist ihre OrgaPis##nsshalb ist die Protestbewegung der TabararNiler Westsaiens eine solch mächtige? Weil ihre Organisationen, der Deutsche Tabakarbeiterverband und der Verband die treibenden Kräfte sind. Deutschlands anzuschließen. Verdande der SHodernismug ig. Hossen wir, daß dies das letzte Opfer des Der Aus dem Landtag. Seniorenkonvent beschloß am Freitag, n am nachtten Freitag beginnen zu lassen H Osterferie..#######ukonvent beschloß am Freitag, die soll noch eine acin veraten werk:.eide von Etats und die Sekundarbahnvorlage beraten werben, deren Einbringung unmittelbar bevorsteht. Am sage ist seher engiche, Sitzungen witder beginnen. Die Geschäfts. son des Herrenhauiez von aus dem Grunde, weil die Kommis. aus dem Grunde, weil die KommisDonnerstag wesentliche Aenderungen esetz vorgenommen hat, so daß es Gesetz noch einmal an das Abgrorddie Arbeiten und Beschsschsten Wochen werden überall gegen # Arbeiten und Beschlusse der Finanzkommission Protestversammlungen einberufen werden. Diese Versammlungen müssen gewaltige Demonstrationen gegen jede Belastung des Tabaks ree Pessrnchen deutsche Parlament ist im Begriff ein schwe. hanlt de v.sante Prbesterchel bies uicder eteiter n uns zur Seite stehen, ..„us ungrau verhutet wird. Kollegen! Erscheint in Massen in den Versammlungen, der Kampf, den wir zu führen gezwungen sind, ist ein Kampf um unsere Existenz. Die TabakKollegen! Der wirkungsvollste Protest ist aber, daß wir Feinden zeigen, daß die ewigen Steuerquälereien, welchen der Tabalarbeiter ausgesetzt ist, diesen zur Erkenntnis seiner Lage gebracht haben, daß die Tabakarbeiter sich geschlossen ihren Organisationen anschließen. Säume also kein Tabakarbeiter langer, sondern vollziehe sofort seinen Beitritt zu der Tabakindustrie auf ihr „ W. Schlüter Die Konservativen und die Tabaksteuer. #.„ Der. konservative Gesamtverein für den Wahlkreis HerfordFaue hal an=den freisinnigen Verein„Waldeck“ in Herford auf seine Einladung hin folgendes Schreiben gerichtet: 1g hin folgendes Schreiben gerichtet: Die Tabaksteuerfrage ist durch die der Staatsregierung den Sipehrgaite hauptlächlich aus Süddeutschen bestehenden Borschlägg catvereins, gemachten entgegenkommeneine Krat### iyrer„Lösung wesentlich naher geruckt, so daß ####rbiestversammtung jetzt gänzlich zwecklos erscheint, wevhald unser Parteiausschuß eine offizielle Beteiligung Zur Block=Krisis. „Insder Finanzkommission des Reichstags Der Aba. Wehler=s# in die Liebesgaben zu Ende geführt. das Zentrum":.““ noch einmal die Erklärung ab, daß Liebeshabe dei seiner Forderung der Aufrechterhaltung der „egave beharrt.— Der freisinnige Abg. Mommsen gestand u ommen. 1. Lamp wohl bezwecke, dem Freisinn entgegenGeltung baso. die Frist, für die die Liebesgabe noch natüirlich für sie Aufrechterhaltung Ddie Konservativen traten ur##### zuttung der Liebesgabe ein. Graf Schwerin ertiarte, vaß der Antrag Dietrich, der die Kontingentspannung auf 110 bezw 130 Mk. pro Hektoliter festsetzen will, uinmitteskat sich die Konservativen verstehen können. „vor der Abstimmung stellte indes der Graf Schwerin noch einen weiteren Abänderungsantrag, der diese Kontingentspannung auf 115 Mk. pro Hektoliter für den kontingentierten Branntwein und 135 Mk. pro Hektoliter für den über das Kontingent hinaus erzeugten festsetzen will. gabs hassesiheim burde der freisinnige Antrag, die Liebesund Nationalliberalen abgelepnr. Preistnagen Antisemiten angenowmen ue hga servaiten, der Volen Konservativen stimmte. brachte Plakate an den Straßenecken fordern die gerichtlich Bestzszigte des Mörders Kolalowitschs. Die Polizer entfernt mit Die Verhandlungen zwischen den Mächten werden fortgefühn der sicheren Aussicht auf Beilegung des Konflitts. Gerichtliches. zunächst ihren Willen burchund zwar mit Hilfe des Zenirums. Damit ist aber die Krisis nicht überwunden, der Riß im Gegenteil erweitert. Wie wir schon gestern gemeldet haben, hat die Freisinnige Fraktionsgemeinschaft kategorisch erklärt, von der Heravsetzung der Kpistand. auch Canfertata guch die Reichspartei hierbei gegen die Menserbativen gestimmt hat, gibt diesem Beschluß eine größere Bedeutung. Es wird ferner gemeldet, daß der Reichskanzler den Abgg. Bassermann und Wiemer, die er Donnerstag zu sich gepeten battgzffel zeg hgtiggtschlossen zu sein, die Finanzreform se„###.5 durchzuführen. Endlich teilt der „Lokal=Anzeiger mit, oaß die von uns gestern wiedergegebene Erllarung der„Nordd. Allgem. Zeitung", wonach die Regierung Uebereinkommen der f•scelt auf einem vorber im Bundesrat befpr gefunden hat.— schen wurde und dort Zustimnung S## tow und die Regierungen haben also in unzweideutigster gegen die Konservativen und den Bund der Landwirte Stellung genommen, so unzweidentig, daß, wenn diese sich nicht Eügens aum etwas anderes übrig bleibt, als eine Auflösung des gublan ges. Jedenfalls muß sich Bülow zurzeit sehr sicher die Junker nachgeben, halten wir für ausgeschlossen. Sie werden lieber alles aufs Spielzsetzen— und das bedeutet für sie D#c i##ihstagsauftosung und Nceuwahlen unter dem Zeichen der Warten wir ab, ab hann sie freiwillig einen Schritt zurück tun. Festigleit zeigen wirg. Bulow und der Bundesrat die gleiche Handa richese“ 26. März. Schwurgericht. Vorsitzender: Tt. v;,##sratg, Gockel, Verlreter, der Staatsanwaltschaft: Staaisunwatt Gabow.— Auf der Anklagebank erscheinen drei dei Schneider Karl Knefelkamp von Obernbeck bei Löhne, der schon wegen Erpressung, Verleitung zum Meineid und wissentlich falscher Denunziation vorbestraft ist und zurzeit 3 Jahre und 4 Monate Zuchthaus verbüßt, dessen Ehefrau Karoline Knefellamp von Obernbeck, welche wegen Verleitung zum Peizezd.! Jahr und 3 Monate Zuchthaus zu verbüßen hat, und Suöi#e, Hermann Fedderke von Minden, welche wegen Hanbevlebstahls, Hausfriedensbruchs und Körperverletzung und auch wegen Betruges vorbestraft ist. Der Angeklagte Fedderke war heute beschuldigt, am 18. Dezember 1907 vor dem Amtsgericht zu Oeynhausen und am 12. Februar 1908 vor der Straf. ## zu Bielefeld in„der Strafsache wider die Eheleute Anseikamp wegen wissentlich falscher Anschuldigung und Beamtenheleidigung zugunsten der Eheleute Knefelkamp einen Meineid geschworen und im Jahre 1906 zu Obernbeck den Versuch gemacht zu huben, in der Strafsache gegen den Handels. mann Hüske den Bierverleger Brockmeyer zum Meineide zu verleiten, während die Eheleute Knefelkamp angellagt wurden, ven Angeklagten Frooerke zum Meineide verleitet zu haben. Dieser heutige Meineidsprozeß hat eine lange Vorgeschichte. Der Angeklagte Knefelkamp hatte im Jahre 1907 eine gegen ihn Nichtsträftig gewordene Freiheitsstrafe zu verbüßen, und da er sich zur Verbüßung dieser Strafe nicht stellte, war dem Polizeisergeanten Bringewatt zu Obernbeck der Auftrag zeworden, den Knefelkamp zu verhaften und dem Gefängnis zu überliefern. Diese Festnahme wurde ihm sehr schwei gemacht. Als er am 16 September 1907 die Verhaftung vornehmen wollte, kam es zu einem Wortwechsel zwischen ihm und der Ehefrau Knefelkamp, die sich schwerer Beleidigung gegen den Beamten=schuldig machte. Sie, hehauptete, daß er keinen Haftbefehl gehabt und sich der gan, Senezing, schuldig gemacht habe. Die Ehefrau Knefelkamp hatte ven Vorfall auch dem Postagenten Rösch erzählt und behauptet, daß sich Bringewatt amtlicher Uebergriffe schuldig gemacht habe. Die Folge davon war, daß der Ehefrau Knefelkamp der Prozeß wegen Beleidigung gemacht und gegen den „Kaefellamp die Anklage wegen wissentlich falscher Tenunzlation erhoben wurde, weil er in einer Eingabe an die Staatsanwaltschaft behauptet hatte, der Postverwalter Rösch habe seiner Ehefrau unsittliche Anträge gestellt. In diesem VerMits, geplanten Zusammenkunft ablehnt. 7 an eine Deputation nach Berlin zu senden, die im Anschlutz ug unsere zuerst von allen Parteien im Kreise zum Schutze der Tavakindustrie und besonders seiner bei der Frakion wiederholte Resolution in gleichen an maßaebender Stelle wirken und in letzt inne an maßgebender Sleue wirten und in lehzter Stunde die Interessen unseres Wahlkreises, als wichtigstem Gliede der norddeutschen Tabakindustrie, mit allen Kräften fördern soll. Der Vorstand. a Also eine Deputation soll einen Zweck haben, während die Sise srrgge der. rat zwecklos sein soll. Glücklicherweise ist der Kanservativen gänzlich belanglos für das Zuurch ihre Ab. u stration, und die Konservativen werden ter nichts erreichen, als daß nunmehr auch dem letzten Tabakarbeiter über ihre Arbeiterfreundlichkeit die Augen werden geöffnet werden. Um so mehr aber muß morgen für alle, welchen das Wohl der Tabakarbeiter am Herzen liegt, die Parole lauten. Auf nach Herford zum„Schützenhof“. es H. Firnheitische, Laden=Fleischpreise. Der preußische Minister Vereinheitlichung der Versuch machen, zunächst in Verlin eine er ve Entspringt dbiese Absicht gewig oderneichäten der den agrariern durch irgend welche geg richteten Maßnahmen zu gefallen, als den Konsumenten zu dienen, so wäre dieses Vorgehen doch deshalb nicht weniger begrüßen. Es hat sich in der Tat allzu häufig gezeigt, daß die Fleischermeister bei steigenden Viehpreisen die Fleischprei schnell entsprechend erhöhten, aber einer rückläufigen Bewegung gicht in demselben Tempo, sondern sehr langsam und zög.rnd fbigten. Besonders in Orten, wo nicht eine gewisse Regelung Gepflogenbeiten der dur Konsumvereine erfolgt, haben die zu schweren Mißbräuchen durch stat Finzelug uFagterieiter haben übrigens verschiedentlich Stadtseilen und Bu Fleischpreise in einzelnen meister zu Preisermäßigungen.... d Kleischerbeifüihrung einbeitlicher Preise Krapsobt. Sigxr dos dur Hernach einer Meldung des„Versimner Gatal u, veriahten boten richtungen in Stutt d Eingehören der Kommise“zu Vorbild genommen werden. Dort Stadttierarzt oder dessen a diese Aufgabe obliegt, an: der erste ein Beamter des Stadtposizeiget:: 3 aus ihren Mitgliedern der Meßgerinnung Metgermeister, den Borsag. Dauer von 2 Jahren gewählte rats, das kein Stimmrecheen Mitglied des Gemeindescheibet. Die Herren der Fleig d etimmengleichheit entrecht unfreundlich. gegenübersteben, wos herten sich Panen schnelleren Durchführung einheitliche 44 Ladengeschäften beitragen wird. Ffleischpreise in ven chener Nuntius Frühwirt die Unterwerfung des Gelehrten bevorstehend hatten erscheinen lassen, hat das neuters über den Modernismus in Rom wie eine Bombe schlagen. Der Nuntius, der bisher immer Schnitzer in Die Steuermogelei. n Die Rscönigungen, mit denen der preußische Finanzminister v. Rcheinbaben die Tätigkeit der ländlichen EinschätzungskomIcheinburen die Tatigkeit der nissionen zu rechtfertigen versuchte, werden allgemein als unangebracht bezeichnet. In den verschiedensten Zuschriften aus ikum wird auf die traditionellen Steuermogeleien agrarischer Kreise hingewiesen. So heißt es in der Zuschrift eines Beamten:„Die Leutchen beschummeln alle den Staar. Der Minister braucht nicht so entrüstet zu sein; es ist traurig, daß er als Minister die Welt nicht besser kennt.“ In einem von der „Krefelder Zeitung veröffentlichten Beitrage heißt es: dem Lande sind neben Pberen Einkommenstenerleistunger auf Me##nr gerzu ven Geschäftsleuten meistens nur die Pfar#let, Lehrer, Genvarmen, Steueraufseher. Sie sind aber in seltenen Fällen auch die wirklichen Inhaber der größeren Einkommen und Vermögen. Der Gutsbesitzer und reiche Bauer sieht die Angehörigen der genannten Kategorien als Schlucker Geliugver im Steuexzahlen läßt er ihnen unbedingt die größere g zutommen. Weil ein Teil der genannten Personen aber dei der Gemeindesteuer wenig oder gar nicht in Betracht kommt. erhoyen sich diese natürlich entsprechend.“ Was man in den Kreisen der Grundbesitzer unter dem zu solgerde Zuschzile, ag. estcht, derider unterichtet einsgen Jahren: Ge verstorbener Industrieller stellte vor Lendwirteun e e Anzahl potenter ei## die Behauptung auf, daß jeder Landwirt nur das als Eintommnen zu versteuern pflege, was er nach Abzug aller Haushaltungskosten, der Kosten für alle Lebensbedürfnisse— eiese im weilesten Sinne gerechnet— noch„auf die hohe Kante“. legen könne, und er bot zu den verschiedensten Malen in der srilchäte stanPeise die höchsten Wetten an, wenn ein Landwirt weisen, Wier“ iasst dietnrichtigleit seiner Behauptung zu be..„Numals, aber von den Vertretern der Landwirtschaft der Versuch gemaat worden, die Wette zu halten und jene hauptung zu entkräften, so daß unser Industrieller mit größter Verliebe unter dem behaglichen Schmunzeln der Anwesenden stets ungestraft in Gegenwart von Landwirten behaupten durfte: „Reig, Landwirt schäßt sich richtig ein'. . Wie es bei der Buchfuhrung gemacht wird, darüber schreibt man dem„Verl. Tageblatt“, daß oft nur 20 Waggons Getreide bucht werden, wenn 25 Waggons verladen wurden. Ebenso söhen, gufällig viele Schweine und Ochsen zugrunde, die in 1908 vor der Strafkammer zu Bielefeld und hatte bekundet, daß den Ekemannp..... 4 der Volizeisergeant Bringewatt habe verhaften wollen, Ohrenzeuge des Vorfalls zwischen Bringewatt und der Ehefrau Knefelkamp gewesen sei, und daß die Ehefrau entrüstet gerufen habe: Du bist mir ein schöner Verwan' er, du willst mich zur Erde stoßen! Dieselhe Aussage hat er in der Berufungsinstanz unter Eid wiederholt. Die Anklage behauptet nun, daß diese Aussage auf Unwahrheit beruhe und Fedderke gar nicht in der Knefelkampschen„Pebrung zuzegen gewesen sei., Zu dem Falle wegen Wissentlich alscher Beschuldigung war ein anderer Retter in der Not ausersehen worden, nämlich der Handelsmann Meier von Salzuflen, der dann auch als ein früherer Geschätfsfreund von Knefelkamp zugunsten des Knefelkamp vor der Strafkammer Bielefeld einen Meineid geschworen hat. Die Folge davon war, r im Herbst v. I vom hiesigen Schwurgericht wegen Meineids verurteilt wurde und mit ihm die Ehefrau wegen Verleitung zum Meineid zu den eingangs erwähnten Zuchthausstrafen. Heute handelt es sich um den von Fedderke begangenen Meineid und um die Eheleute Knefelkamp wegen Verleitung zum Meineid. Schon gleich nach ihrer Verurteilung hatten sich # und auch Knefeitamp dem Staatsanwalt vorführen „sei. und ein reumütiges Geständnis abgelegt. Die Folge davon wur, vaß Feoderke sofort verhaftet wurde. Der Angeklagte Fedderke bestreitet, einen Meineid geschworen zu haben. Das Geständnis habe nach seiner Meinung der Knefelkamp abgelegt, und Varteiseu.und Richter für seine Frau milder zu stimmen slaiße bei:e tic seine Frau zu erlangen. Knefelkamp bieibi vei seinem Gestandnis. während die Ehefrau Knefelkamp vieles in das Nichtwissen stellt. Zu der Verhandlung waren eine große Anzahl Zeugen geladen. Gegen 11 Uhr abends wurde Sache, da eine weitere Ladung von Zeugen beantragt wurde. bis zur nachsten Schwurgerichtsperivde vertagt. Vermischtes. Die Ermordung der Sängerin. Rostock, 26. März. Aus dem Eifersuchtsdrama zur Ermordung der Opernsängerin Bartgemeldet: Die Mörderin ist die 24jährige Auguste hart fänger: Zeit ein grushrere Jahre in Paris gelebt hat und vork langere Heil ein Liedesverhaltnis mit dem Reisenden einer Berliner Exportfirma unterhielt, der augenblicklich in London went. Dieser löste vor einiger Zeit seine Beziehungen zu ihr und verlobte sich mit der Sängerin. Infolgedessen faßte die Zobel den Entschluß, ihre Nebenbuhlerin zu töten. Sie gab auf die Künstlerin unmittelbar nacheinander zwei Schüsse ab. Der eine drang in die Mauer, der zweite in den Kopf der Wirklichkeit in die Großstadt verschickt werden. Der Gewährsmann fugt hinzu:„Solche„Kleinigkeiten, gehen in die besondere Kasse und werden nicht erst gebucht. Auf solche Weise kor Kasse und werren nich. grruch.,, A## seiche Wilst kommt es dann, oaß ein Rittergutsbesitzer schließlich, wenn alles gut geht, ein paar tausend Mark Einkommen versteuert. Manchmal weist er aber auch„buchmäßig nach, daß er überhaupt kein Einkommen hat, sondern vom Kapital lebt. Das hindert ihn aber nicht, bringen und seine Köchter sehr reich. Leutnant unterzu. in dieser Sängerin. Doppelmord. Ludwigshafen, 26. März. Ein schrecklicher Doppelmord hat sich heute vormittag 10½ Uhr in der Stadt ereignet. Der arbeitsscheue Bursche Blindwein, der mit einer Tochter der Familie Niedermayer ein Verhältnis unterhielt, drang in das Haus der letzteren ein und erstach das Mädchen nach kurzem Wortwechsel mit einem Dolch. Die Mutter, ##. 32, Hilfe eilen wollte und krank zu Bette lag, zerrte der „#bever aus dem Bett und schlug ihr mit einem Beil, das zufauig im Zimmer lag, den Schadel ein. Der Täter ist verastet. Eine wertvolle Bibel gestohlen. München 26. März. Von einem Speditionswagen wurde eine Bibel französischen Ursprungs aus dem 13. Jahrhundert im Werte von 10000 Mark gestohlen. Dieselbe enthält 63 feine Handmalereien. he süßen Gewohnheit des Daseins“ keine Unterbrechung eintrit, das interessiert den Großgrundbesitz besonders. Und darum allein bekämpft er auch, wie schon Prof. Delbrück hervorgehoben B#t##r achlaßsteuer, weil beim Bekanntwerden der Größe des Steuernslichassenkar wird, wie stark vorher in bezug auf die Enntpflichr echt agrarisch gemogelt worden ist. Unglücksfall. der arbeit aus einer Höhe von 5 Stock in die Tiefe. Er trug schwere Verletzungen davon, daß er nach kurzer Zeit verstard. Hochwasser. Thorn, 26. März. Das Hochwasser der Weichsel rreichte in der letzten Nacht die Höhe von 6,70 Metern bei sehr starkem Eisgang. Die mit der Geschwindigkeit eines genommen hat, erhielt jetzt sehr, strenge gegen Schnitzer gerichtete eriommonizigrt wich Der, Manst, atSheschossen, daß Schnitzer Wommuniglert Witb. Der Papst son sich in der uuffäre Sch Anider In der seinen ruhigen Gang. In Serbien sucht man sschen Fatus retten, was ja das gute Recht des unglückAbdankung voni: Scingels ist. Es heißt, er soll für seine 60 000 Pobel ig land und England, ein Jahresgehalt von halten haben. Die serbische Kriegspartel schert ermutiat sein. Aus Relarad wirh agmestet: sonl volländie entmütig,„. aus Geigrab wird gemelder. In Belgrad herrscht tiefe Niedergeschlagenheit wegen der Föliz Rap„Rißerfolgs und des Hofslandals. Prinz Georg hat seine Popalurial vouständig eingebüßt. In der Nacht angebei sehr starkem Eisgang. Die mit der Geschwindigkeit eines Wagens stromab treivenven Eisschollen richteten an den ufern erhebliche Schäden an. Abtreibungsskandal. Breslau, 26. März. Im Untersuchungsgefängnis beging die Witwe Lasse Selbstmord. Sie war in Haft genommen worden wegen Abtreibung in über 100 Fallen. Die Untersuchung hatte erdrückendes Material ergeben. Durch ein genau geführtes Buch sind viele ihrer Kundinnen schwer kompromittiert. Der Fortgang der Affäre dürfte einen großen Skandal zur Folge haben. Dynamitexplosion. Kattowitz 26. März. Eine Dynamitexplosion richtete auf der Kleofas=Grube große Verheerungen an. Mehrere Holzbuden wurden weggefegt. Ein Steiger ane viele Bergleute wurden schwer verletzt, einer getötet. " Die Affäre Steinheil. Paris, 26. März. Die Anklag“ schrift des Staatsanwalts gegen Frau Steinheil ist nunmen beendigt. Dies Dokument umsaßt nicht weniger als 100 Seiten Der Staatsanwalt und der Nr. 73. Sentsch (Eig igen Frau Steinheil ist as 100 S1 untersuchungsrichter fordern 234. Sitzung vom Freit Am Bundesratstisch: v. Einige an die Bud Titel aus den Etats des tung, der Postverwe der Kommission meist deba Es folgt die Beratung Pensionsfonds und Abg. Erzberger(3 zieren erfolgen in viel zu Offizieren, die sich in gu sollte das Gehalt auf die! durch eine Aenderung des des Invalidenfonds ist nich Sinekure. Die Herren w tun sollen.(Hört, hört! i Abg. Gothein(Fr. s Vorredners an. Diejenige pensioniert werden, um könnten auch ohne Pensio (Lebh. Zustimmung links.) Generalleutnant des sionen der Offiziere zu se Die Etats werden bewi liche Verbilligung der Ve Auch eine Reihe von Reso die Zivilversorgung der p täranwärter fordern, wer Es folgt die zweite Ber kehr mit Kraftfahr Prinz Schönaich=C kehrsvorschriften des Geset Graf Carmer=Zie redner zu und wünscht mi Die Paragraphen 14 bi vorschriften.) Zu§ 17 bea (Soz.) einen Zusatz, wonac zulässigen Arbeitszeit und esse der Verkehrssicherheit Abg. Stadthagen beitszeit bedeutet eine au mobilgefahr.(Sehr wahr wurde in Gerichtsverhand Aufmerksamkeit, die vom gefordert werden muß, n nachließ und nachlassen mu ohne Unterschied der Par Ueberarbeit verlangt.(Hö würdig erscheinen, daß w die Machtbefugnisse zum wollen. Wir gehen dabei Bundesrat sich mit den OSachverständigen in Verbi Annahme unseres Antrage Abg. Schönaich=Co solchen Bestimmungen zu Abg. v. Oertzen(Rp Abg. Stadthagen grauer Theorie. Was n Praxis. Allerdings nicht Fahrer. Daß die Besitzer Am richtigsten wäre es, dur Wir haben uns aber mit Bundesrat die Festsetzung stimmungen des Bundesra ja immer noch abändern. sprüche, welche durch das( der Chauffeure gestellt wei es schuldig, unseren Antra Soz.) Das Interesse der gebend sein.(Beifall bei Abg. v. Oertzen(R daß sie alles vom städtische den Soz.) § 17 wird in der Komn trag Albrecht abgelehnt. (Haffpflicht.) Ang. Stolle(Soz.) träge, den§ 2 zu streichen, Chauffeuren und Fahrgäst 20 Kilometer per Stunde; über aufhebt. Redner führ ein Ausnahmegesetz gegen (Sehr richtig! bei den S manche arme Landgemeind zu belasten.(Sehr wahr! seine Beibehaltung konnte werden. Wir bekamen n der Industrie zu hören, mi als es sich um den Kinder wahr bei den Soz.) Anf die Ausschreitungen der? die Parteien, sogar das stimmung ist auf mächtige rückzuführen. Namentlich der Arbeit.(Hört, hört!) wenn auch mit dem bekan (Große Heiterkeit.) Lehne den§ 2 ab.(Beifall bei! Abg. Dr. Bitter(3 akzeptieren ihn aber, um Zumal in Rücksicht auf der fährdungsprinzip statt des zu bringen. Abg. Graf Carmer zwar, gegen§ 2 und§ 6 setz aber einen erheblichen wir den Beschlüssen der K Abg. Träger(Fr. V nicht durch äußere Einflüs ziehungen zum kaiserlichen auch nicht geleitet durch Schallende Heiterkeit.) vialenden Herzens umgefa ist ein unentbehrlicher p Heiterkeit.) In Rücksicht ich, den§ 2 anzunehmen. Zusammenstoß erfolgt! Abg. Dr. Delbrück rungen, die das Gesetz! lassen.(Zustimmung bei Abg. Prinz Schöna Fülle von Verbesseru zelne Bestimmungen sollte Abg. Stolle(Soz.): zelnen Redner für ihren edern die gerichtlich, die Polizei entfernie n werden fortgefühn 3 Konstitts. * Ge„ icht. Vorsitzender: Staatsanwaltschaft: bank erscheinen drei von Obernbeck bei itung zum Meineid traft ist und zurzeit essen Ehefrau Karo. zen Verleitung zum u verbüßen hat, und den, welche wegen örperverletzung und Angeklagte Fedderke 107 vor dem Amts. 1908 vor der Straf. wider die Eheleute huldigung und BeKnefelkamp einen Obernbeck den Verjegen den Handels. zum Meineide zu angeklagt wurden, leitet zu habeg. lange Vorgeschichte. 1907 eine gegen ihn erbüßen, und da er war dem Polizei. trag zeworden, den tis zu überliefern. macht. Als er am nen wollte, kam es hefrau Knefelkamp. ten=schuldig machte. ehabt und sich der hefrau Knefelkamp sch erzählt und bergriffe schuldig ger Ehefrau Knefelhi. und gegen den wissentlich falscher er Eingabe an die ostverwalter Rösch t. In diesem Verde der Angeklagte am 18. Dezember nd am 12. Februar hatte bekundet, daß rgeant Bringewatt sollen, Ohrenzeuge hefrau Knefelkamp ufen habe: Du bist zur Erde stoßen! nstanz unter Eid diese Aussage auf der Knefelkamp= dem Falle wegen rer Retter in der mann Meier von eschätfsfreund von der Strafkammer Folge davon war, wurgericht wegen sefrau wegen Verhuten Zuchthausdderke begangenen n Verleitung zum ilung hatten sich inwalt vorführen „Die Folge daDer Angeklagte zu haben Das efelkamp abgelegt, nilder zu stimmen en. Knefelkamp efrau Knefelkamp ehandlung waren Uhr abends wurde beantragt wurde. 26. März.„Aus Ensängerin Bart4jährige Auguste s gelebt hat und Reisenden einer augenblicklich in ine Beziehungen tfolgedessen faßte töten. Sie gab wei Schüsse ab. n den Kopf der ra. Ein schreckUhr in der ndwein, der mit erhältnis unterrstach, das Mäd). Die Mutter, lag, zerrte der m Beil, das zuTäter ist verNr. 73. rz. Von en UrMark stürzte Sochmasser 1 on 6.70 Metern zindigkeit eines an den Ufern Im Unternord. Sie war über 100 Fälterial ergeben. ter. Kundinnen se dürfte einen Eine Donamit. Verheerunge, n Steiger und tet. Die Anklageist nunmeh Us 100 Seiter. n fordern eie Bielefeld, Sonnabend, 27. März 1909. 20. Jahrg. Deutscher Reichstag. (Eigener Bericht.) 234. Sitzung vom Freitag, 26. März, nachmittags 2 Uhr. Am Bundesratstisch: v. Bethmann=Hollweg, Sydow, Kraetke. Einige an die Budgetkommission zurückgewiesene Titel aus den Etats des Innern, der Heeresverwaltung, der Postverwaltung werden nach den Anträgen der Kommission meist debattelos bewilligt. Es folgt die Beratung des Etats für den allgemeinen Pensionsfonds und den Reichsinvalidenfonds. Abg. Erzberger(Ztr.): Die Pensionierungen von Offizieren erfolgen in viel zu raschem Zeitraum. Bei gewesenen Offizieren, die sich in gutbezahlten Privatstellungen befinden, sollte das Gehalt auf die Pension angerechnet werden, eventuell durch eine Aenderung des Pensionsgesetzes. Die Verwaltung des Invalidenfonds ist nichts als eine für das Reich kostspielige Sinekure. Die Herren wissen gar nicht, was sie im Bureau tun sollen.(Hört, hört! im Ztr. und links.) Abg. Gothein(Fr. Vg.) schließt sich den Beschwerden des Vorredners an. Diejenigen Offiziere, welche„krankheitshalber“ pensioniert werden, um das välerliche Gut zu übernehmen, könnten auch ohne Pension den notleidenden Landwirt spielen. (Lebh. Zustimmung links.) Generalleutnant des Barres bestreitet, daß die Pensionen der Offiziere zu schnell gestiegen sind. „Die Etats werden bewilligt. Eine Resolution, welche wesentliche Verbilligung der Verwaltung fordert, wird angenommen. Auch eine Reihe von Resolutionen, welche eine Denkschrift über die Zivilversorgung der pensionierten Offiziere und der Militäranwärter fordern, werden angenommen. Es folgt die zweite Beratung eines Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Prinz Schönaich=Carolath(natl.) bezeichnet die Verkehrsvorschriften des Gesetzes als bedeutenden Fortschritt. Graf Carmer=Zieserwitz(kons.) stimmt dem Vorredner zu und wünscht moralische Chauffeure. Die Paragraphen 14 bis 16 werden angenommen.(Verkehrsvorschriften.) Zu§ 17 beantragen die Abgg. Albrecht u. Gen. (Soz.) einen Zusatz, wonach der Bundesrat über die Dauer der zulässigen Arbeitszeit und die Ruhezeit der Chauffeure im Interesse der Verkehrssicherheit Anordnungen zu treffen hat. Abg. Stadthagen(Soz.): Uebermäßig ausgedehnte Arbeitszeit bedeutet eine außerordentliche Steigerung der Automobilgefahr.(Sehr wahr! bei den Soz.) Mehr als einmal wurde in Gerichtsverhandlungen festgestellt, daß die intensive Aufmerksamkeit, die vom Chauffeur im Interesse des Verkehrs gefordert werden muß, nach Stunden angestrengten Fahrens nachließ und nachlassen mußte. Die Chauffeure haben denn auch ohne Unterschied der Parteirichtung Bestimmungen gegen die Ueberarbeit verlangt.(Hört, bört! bei den Soz.] Es mag merkwürdig erscheinen, daß wir Sozialdemokraten dem Bundesrat die Machtbefugnisse zum Erlaß solcher Schutzvorschriften geben wollen. Wir gehen dabei aber von der Erwartung aus, daß der Bundesrat sich mit den Organisationen der Chauffeure und mit Sachverständigen in Verbindung setzt. Wir bitten dringend um Annahme unseres Antrages.(Beifall bei den Soz.) Abg. Schönaich=Carolath bittet, das Gesetz nicht mit solchen Bestimmungen zu beschweren. Abg. v. Oertzen(Rp.) bittet ebenfalls um Ablehnung. Abg. Stadtyagen(Soz.]: Unser Antrag entsprang nicht grauer Theorie. Was wir fordern, ist eine Forderung der Praxis. Allerdings nicht der Automobilbesitzer, sondern der Fahrer,„Daß die Besitzer sich dagegen erklären, ist verständlich. Am richtigsten wäre es, durch Gesetz die Ueberarbeit zu verbieten. Wir haben uns aber mit einem milderen Antrag begnügt, dem Bundesrat die Festsetzung zu überlassen. Erweisen sich die Bestimmungen des Bundesrats als unpraktisch, so können wir sie ja immer noch abändern. Bedenken Sie die ungeheuren Ansprüche, welche durch das Straßengewühl an die Aufmerksamkeit der Chauffeure gestellt werden. Schon dem Publikum sind Sie es schuldig, unseren Antrag anzunehmen.(Zustimmung bei den Soz.) Das Interesse der Autofexe darf hier nicht ausschlaggebend sein.(Beifall bei den Soz.) Abg. v. Oertzen(Rp.) wirft den Sozialdemokraten vor, daß sie alles vom städtischen Gesichtspunkt ansehen.(Lachen bei den Soz.) § 17 wird in der Kommissionsfassung angenommen. Der Antrag Albrecht abgelehnt. Es folgt die Beratung der§§ 1—13. Hagfpflicht.) „Abg. Stolle(Soz.) begründet die sozialdemokratischen Anträge, den§ 2 zu streichen, welcher die Haftpflicht gegenüber den Chauffeuren und Fahrgästen sowie bei Lastautomobilen, die nur 20 Kilometer per Stunde zurücklegen, auch dem Publikum gegenüber aufhebt. Redner führt aus, daß dieser Paragraph geradezu ein Ausnahmegesetz gegen Chauffeure und Fahrgäste bedeutet (Sehr richtig! bei den Soz.] und daß er dazu führen würde, manche arme Landgemeinde mit der Ernährung von Krüppeln zu belasten.(Sehr wahr! bei den Soz.) Sachliche Gründe für seine Beibehaltung konnten der Kommission nicht vorgebracht werden. Wir bekamen nur die Redensart von der Lähmung der Industrie zu hören, mit der man uns schon so oft, und sogar, als es sich um den Kinderschutz handelte, angerückt kam.(Sehr wahr! bei den Soz.) Anfangs herrschte noch Erbitterung gegen die Ausschreitungen der Automobilisten, allmählich aber ließen die Parteien, sogar das Zentrum. sich umstimmen. Die Umstimmung ist auf mächtige Einflüsse außerhalb des Hauses zurückzuführen. Namentlich der kaiserliche Automobilklub war bei der Arbeit.[Hört, hört!) Zuletzt ließ sich sogar Herr Träger, wenn auch mit dem bekannten„schweren Herzen“ herumkriegen. (Große Heiterkeit.) Lehnen Sie im Interesse der Gerechtigkeit den§ 2 ab.(Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. Bitter(Ztr.): Der§ 2 ist ja nicht schön, wir akzeptieren ihn aber, um das ganze Gesetz zustande zu bringen. Zumal in Rücksicht auf den§ 1, in dem es gelungen ist, das Gefährdungsprinzip statt des Verschuldungsprinzips zur Geltung zu bringen. Abg. Graf Carmer=Zieserwitz(onks.) erklärt, daß zwar gegen§ 2 und§ 6 Bedenken vorliegen, daß das ganze Gesetz aber einen erheblichen Fortschritt bringt. Deshalb stimmen wir den Beschlüssen der Kommission zu.(Beifall rechts.] . Abg. Träger(Fr. Vv.): Der mir vorgeworfene Umfall ist nicht durch äußere Einflüsse hervorgerufen. Ich habe keine Beziehungen zum kaiserlichen Automobilklub.(Heiterkeit.) Ich bin auch nicht geleitet durch Rücksicht auf den verewigten Block. Schallende Heiterkeit.) Ich bin nicht nur schweren, sondern blutenden Herzens umgefallen.(Heiterkeit.) Das blutende Herz ist ein unentbehrlicher parlamentarischer Körperteil.(Große Heiterkeit.) In Rücksicht auf die Verbesserungen im§ 1 bitte ich, den§ 2 anzunehmen. Wer weiß, ob nicht bald wieder ein Zusammenstoß erfolgt!(Große Heiterkeit.) Abg. Dr. Delbrück(Fr. Va.): Angesichts der Verbessefungen, die das Gesetz bringt, dürfen wir es nicht scheitern tassen.(Zustimmung bei den Freis.), 6.##. „ Abg. Prinz Schönaich=Carolath: Das Gesetz bringt eine Fülle von Verbesserungen. Trotz der Bedenken gegen einzelne Bestimmungen sollten wir es annehmen. „Abg. Stolle(Soz.): Die Entschuldigungsgründe der einLeinen Redner für ihren Umfall laufen darauf hinaus, daß§ 1 ausreichende Verbesserungen bringt. Das ist aber nicht der Fall. Weiter berufen sich die Herren auf die Unbeugsamkeit der Regierung. So hat die Regierung oft gesprochen. Wir sagen aber, bange machen gilt nicht.(Sehr richtig! bei den Soz.) Der§ 6 setzt eine Höchstgrenze für die Haftpflicht fest. Eine solche Bestimmung gibt es in der ganzen Gesetzgebung nicht zum zweitenmal. Herr Träger begründet seinen Umfall damit, daß wir beim Bestehen des§ 6 leichter zu einer Zwangsversicherungsgenossenschaft gelangen. Dann sollte er unserem Antrage zustimmen, wonach noch ein§ 11a eingeschaltet wird, daß alle Besitzer von Kraftfahrzeugen einer Haftpflichtgesellschaft beitreten müssen.(Beifall bei den Soz.) Die§§ 1—11 werden unter Ablehnung der sozialdemokratischen Anträge(auf Streichung von§ 2 und 6) angenommen. Den von den Sozialdemokraten beantragten§ 11a(Beitritt aller Automobilhalter zu einer Haftpflichtversicherung) begründet Abg. Stadthagen(Soz.): Es liegt gar kein Grund vor, das, was allgemein in der Kommission als richtig anerkannt wird, nicht gleich in das Gesetz hineinzuschreiben.(Sehr richtig! bei den Soz.] Die Resolution, welche die Kommission vorgeschlagen hat, hilft gar nichts. Die wird der Bundesrat ruhig in den Papierkorb werfen. Wir müssen die Bestimmungen ins Gesetz selbst hineinschreiben.(Zustimmung bei den Soz.) Der Antrag Albrecht wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Freisinnigen abgelehnt: Der Rest des Gesetzes wird debattelos angenommen, ebenso die Kommissionsresolutionen auf Bildung einer Zwangsversicherungsgenossenschaft und Ausdehnung der Unfallversicherung auf das bisher nicht versicherungspflichtige Automobilbedienungspersonal. Das Haus vertagt sich auf Sonnabend 2 Uhr.(Rechnungssachen, Automobilgesetz.) Schluß 7 Uhr. W Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus. 61. Sitzung vom Freitag, 26. März, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Beseler. Eine Reihe kleinerer Etats wird nach kurzer unwesentlicher Debatte erledigt. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs, betr. die Erweiterung des Stadtkreises Linden. Die Kommission empfiehlt die unveränderte Annahme des Entwurfs, sowie die Annahme einer Resolution, durch welche die Regierung ersucht wird, Gesetzentwürfe, betr. die Erweilerung von Stadtkreisen, so frühzeitig einzubringen, daß ausgiebige Kommissionsberatungen in beiden Hausern des Landtages stattfinden können. Abg. v. Brandenstein(kons.) spricht sich für die Resolution der Kommission aus. Es müsse eine gründliche Prüfung der Verträge ermöglicht werden. Unbegreiflich ist, weshalb nicht längst eine Eingemeindung von Linden in Hannover erfolgt sei. Abg. Fink(natl.) stimmt der Vorlage zu. Abg. Leinert(Soz.): Die Eingemeindung von Linden nach Hannover ist sehr bedauerlicherweise längst verpaßt. Wenn sie jetzt nicht endlich erfolgt, wird sie später ganz unmöglich werden, weil Linden natürlich in seiner Entwicklung mit Hannover lange nicht Schritt hält. Es ist zu befürchten, daß dann später Hannover Bedingungen stellt, auf die einzugehen Linden nicht in der Lage ist. Besonders wichtig für Linden ist auch die Eingemeindung von Ricklingen. Abg. v. Woyna(srk.) erklärt das Einverständnis seiner Freunde mit der Vorlage. Das Gesetz wird hierauf mit der Resolution der Kommission angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Haftung des Staates und anderer Verbände für Amtspflichtverletzungen von Beamten bei Ausübung der öffentlichen Gewalt. Abg. Dr. v. Voß(kons.): Meine Freunde lehnen die in der Vorlage vorgesehene Ausdehnung der Haftpflicht auf die Schulverbände ab. Diese haben so wenig Einfluß auf die Ausübung sie nicht verantwortlich Justizminister Beseler: Die Regierung legt hohen Wert auf das Zustandekommen dieses Gesetzes. Für die leistungsschwachen Schulverbände sind wesentliche Erleichterungen in der Kommission vorgesehen, und ich bin auf diese Anregungen gern eingegangen. Ich glaube daher, daß kein Grund vorliegt, dem Gesetz nicht zuzustimmen. Abg. Reinhard(Ztr.) erklärt das Einverständnis seiner Freunde mit der Vorlage. Abg. Boisly(natl.) bittet die Konservativen, der Vorlage, die in der Kommission einstimmig angenommen sei, zuzustimmen, da die Interessen der nicht leistungsfähigen Schulverbände genügend gewahrt seien. Komme das Gesetz jetzt nicht zustande, so werde die Materie jedenfalls reichsgesetzlich geregelt werden. Abg. Viereck(frk.) befürwortet ebenfalls die Annahme der Kommissionsbeschlüsse. Abg. Cassel(Fr. Vp.]: Das Gesetz entspricht einer alten Forderung der freisinnigen Partei. Nicht einverstanden sind wir mit der Bestimmung, daß der Staat den Schaden nur insoweit zu ersetzen haben soll, als es die Billigkeit erfordert, in allen den Fällen, wo ein Beamter den Schaden im Zustande der Bewußtlosigkeit oder krankhafter Störung der Geistestätigkeit verursacht hat. Auch in solchen Fällen müßte vielmehr der Staat ohne weiteres schadenersatzpflichtig sein. Auch der Einführung des Kompetenzkonfliktes in§ 2 können wir nicht zustimmen. Doch werden wir auch bei Annahme dieses Paragraphen dem Gesetze im ganzen zustimmen, da es einen großen Fortschritt bedeutet. Abg. Lippmann(Fr. Vg.): Auch wir empfinden als besonderen Schönheitsfehler des Gesetzes die Beibehaltung des Kompetenzkonfliktes, die ja nach der Erklärung der Regierung, daß das Gesetz ohne diesen Paragraphen für sie unannehmbar sei, sicher erfolgen wird. Es werden infolgedessen nur die gröbsten Fälle zur Entscheidung der ordentlichen Gerichte kommen.— Redner begründet des weiteren einen Antrag, als neuen Absatz aufzunehmen:„Als Beamte im Sinne dieses Gesetzes gelten auch diejenigen nicht beamteten Personen, deren sich der Staat zur Ausübung der öffentlichen Gewalt bedient.“ Es handelt sich dabei um Personen, die nach den bisherigen preußischen Gesetzen formell nicht als Beamte gelten, deren aber der Staat sich zur Ausübung der öffentlichen Gewalt bedient, z. B. die FleischJustizminister Beseler betont nochmals, daß die Regierung an dem§ 2 unbedingt festhalten müsse, und wendet sich gegen den Antrag Lippmann, der gegen reichsgesetzliche Betimmungen verstoße.#m 6 Ein Regierungskommissar aus dem Kultusministerium betont gegenüber dem Abg. v. Voß, daß die Zahl der Ueberschreitungen des Züchtigungsrechts durch Lehrer eine verhältnismäßig sehr geringe set..... 2.; ku—6.n 8.5 Abg. Heimann(Soz.]: Ich habe bei der ersten Lesung die Stellung meiner Freunde zu der Vorlage dargelegt. Wir haben aneriannt, daß der Entwurf einen Fortschritt bedeutet gegenüber dem bisherigen Zustande, der auch nach dem Eingeständnis der Regierung ein unbefriedigender ist. Durch den Entwurf soll der eigentlich selbstverständliche Grundsatz verwirtlicht werden, daß der Staat einzutreten hat für Verfehlungen seiner Beamten, durch welche Bürger des Staates geschädigt werden. Dies Prinzip bedingt aber den weiteren Grundsatz, daß jeder Bürger ein Recht haben muß, seine Ansprüche gegen den Staat anzumelden und im Wege des ordentlichen Gerichtsverfahrens durchzuführen. Dieser Grundsatz ist aber in dem Entwurf durchbrochen und auch die Kommission hat dem zugestimmt. Es soll vorher der Kompetenzkonflikt erhoben werden können. Einen sachlichen Grund für die Beibehaltung des Konfliktes habe ich aus allen Beratungen über den Entwurf nicht entnehmen können. Im Reiche besteht diese Möglichkeit, den Konflikt zu erheben, nicht und in mehreren Bundesstaaten auch nicht, ohne daß sich irgend welche Unzulänglichkeiten daraus ergeben hätten.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Der ganze Gang der Verhandlungen hat bei uns die Ueberzeugung gefestigt: Die Regierung will auf den Konflikt nicht verzichten, weil die staatliche Bureaukratie nicht anders als unter dem Zwang der Notwendigkeit eine Macht aus der Hand gibt, die sie einmal hat, und weil ihr zur Aufrechterhaltung ihrer sogenannten Autorität das Oberverwaltungsgericht weit besser beeignet erscheint als die ordentlichen Gerichte, bei denen sich doch hin und wieder ein schwarzes Schaf findet. Man sucht die Beamten mehr und mehr vom Volke zu trennen, die Kluft zwischen Volk und Beamtenheer wird immer größer, das so überaus notwendige gegenseitige Verstehen und Hand in Handarbeiten immer geringer. Das Volk sieht heute in den Beamten eine ihm feindliche, mindestens mißtrauisch gegenüberstehende Kaste, und der Beamte fühlt sich nicht als Diener des Volkes und des Staates, sondern von vornherein hoch erhaben gegenüber allem Volk. Das trifft für den Assessor genau so zu wie für den Gendarmen und Schutzmann. (Sehr wahr! b. d. Soz.) Würde der Konflikt preisgegeben, würden die ordentlichen Gerichte gerade gegenüber Verfehlungen der Beamten mit unnachsichtlicher Strenge einschreiten, so würde dadurch die wahre Autorität der Beamten in außerordentlich wirksamer Weise gefördert werden. Die Beamten würden dadurch belehrt werden, daß ihre jetzt so beliebte Schneidigkeit nach unten hin durchaus nicht gleichbedeutend ist mit einer wirklichen Autoritätsstellung, sondern das Gegenteil davon bedeutet, und das Volk hätte mehr Vertrauen zu den Beamten, wenn man sähe, daß gegen alle Amtsüberschreitungen mit der vollen Schwere des Gesetzes vorgegangen wird.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Statt dessen soll es bei der Konfliktserhebung bleiben, einer Maßnahme, die vor fast zwei Menschenaltern unter ganz anderen Voraussetzungen eingeführt worden ist.— Der zweite Stein des Anstoßes ist für uns die Bestimmung, daß der Staat den Schaden, den ein Beamter im Zustande der Bewußtlosigkeit oder in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustande krankhafter Störung der Geistestätigkeit verursacht, nur insoweit ersetzen soll, als die Billigkeit die Schadloshaltung erfordert. Man muß Jurist sein, um den Sinn dieser Bestimmung zu erfassen. Für den beschränkten Laienverstand ist es für den Beschädigten ganz gleichgiltig, ob die Schädigung aus Vorsatz, aus Fahrlässigkeit oder im Zustande der Trunkenheit oder wie sonst erfolgt ist. Er ist so und so ohne jeden Einfluß auf den Beamten und der Schaden ist genau der gleiche. Der Rechtsanspruch auf Schadenersatz, der dem Geschädigten gegeben werden sollte, ist etwas Konkretes, die Billigkeit, auf die er hier verwiesen wird, etwas Verschwommenes, ganz Subjektives. In Bayern und Württemberg wird der Schaden unter allen Umständen ersetzt, warum sollte es dann in Preußen nicht möglich sein? Eine Verbesserung des Entwurfs bildet die Bestimmung, daß der Staat an Stelle der Kommunen für alle Amtspflichtverletzungen der Standesbeamten die Haftpflicht übernehmen soll. Es ist das Glück der Kommunen gewesen, daß ihr Interesse hier teilweise zusammentrifft mit dem agrarischen Interesse, das hier im Hause immer ausschlaggebend ist. Interessant ist dabei nur folgendes. Wenn im bürgerlichen Leben jemand dem anderen eine Konzession macht, wird er auf Wunsch jederzeit bereit sein, das Zugeständnis, zu dem er entschlossen ist, auch verbrieft und versiegelt zu geben. Der preußische Staat macht ein Zugeständnis, verlangt aber als Preis, daß eine Bestimmung ausgenommen werde, wonach der Anspruch gegen den Staat weder im Rechtswege noch im Verwaltungsstreitverfahren geltend gemacht werden kann. Das ist eine Bestimmung, die einen geradezu beschämenden Eindruck macht. (Sehr wahr! b. d. Soz.) Wir hatten gehofft, daß der Entwurf in einer Fassung aus der Kommission herausk die es uns daß Preußen bereit sein würde, seine Bürger vor Uebergriffen der Beamten ebenso wirksam zu schützen, wie das Reich und andere Bundesstaaten. Aber das Wort„Preußen in Deutschland voran!“ hat sich auch hier als jeder tatsächlichen Unterlage entbehrend erwiesen. Unter diesen Umständen bedauern wir, dem Entwurf im ganzen unsere Zustimmung nicht geben zu können.(Bravol b. d. Soz.) 84g 4.—## Hierauf wird ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen.„. W 9. Mi Unter Ablehnung des Antrages Lippmann(Fr. Vg.) wird das Gesetz in der Fassung der Kommission unverändert angeHierauf wird ein Antrag o. Erffa(kons.) auf Einführung einer Bestimmung in das Etatsgesetz, wonach notwendige Ausgaben, trotzdem der Etat noch nicht bewilligt ist, gemacht werden können(Etatsnotgesetz) der Budgetkommission überwiesen. Alsdann vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung: Sonnabend 11 Uhr.(Dritte Lesung kleinerer Vorlagen. Etat der preußischen Zentralgenossenschaftskasse, sowie der direkten und indirekten Steuern.) Schluß 4¼ Uhr. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 27. März. d.— Gewerbegericht(Stadt). Vergleichsverhandlung vom 26. März. Das Küchenmädchen K. klagt gegen den Restaurateur Müller wegen Vertragsbruch auf Zahlung einer Entschädigung von 28,60 Mk. Gegen den Beklagten wird Versäumnisurteil erlassen.— Die Arbeiterin B. klagt gegen die Firma Stein u. Co. auf Zahlung des rückständigen Lohnes in Höhe von 6 Mk. Die Beklagte ist zum Termin nicht erschienen und hat dem Gericht schriftlich mitgeteilt, daß sie wegen Zeitmangel nicht kommen könne. Auf Antrag der Klägerin wird die Beklagte zur Zahlung verurteilt.— Der Maurer Cl. klagt gegen die Wach= und Schließgesellschaft auf Zahlung des rückständigen Lohnes im Betrage von 5 Mk. Die Beklagte behauptet, die von ihr abgeschlossenen Verträge enthielten den Passus, wenn der Wächter vor Ablauf von 6 Monaten wieder austrete, erhalte er für die ersten drei Nächte keinen Lohn gezahlt. Kläger bestreitet, daß dies mit ihm vereinbart sei. Die Parteien vergleichen sich, die Beklagte zahlt dem Kläger 2,50 Mk. — Der Kellner M. klagt gegen den Hotelier Faber wegen kündigungsloser Entlassung auf Zahlung einer Entschädigung von 105 Mark. Der Beklagte behauptet, er habe dem Kläger 14 Tage vor der Entlassung ordnungsmäßig gekündigt. Kläger bestreitet das und sagt, von Kündigung sei bei dem damals vorgekommenen Wortwechsel keine Rede gewesen. Der Beklagte will dagegen den ihm zugeschobenen Eid dahingehend leisten, daß er dem Kläger gekündigt habe. Die Abnahme des Eides erfolgt in der Vollsitzung vom 2. April. — Das gesamte städtische Orchester unker persönlicher Leitung Lelges—ers M. Cahnbley veraxstaltet am Kapellmeisters M. Cahnvley veranstaltet am Sonntag, nachmillugs 4 Uhr, das 4. Abonnementsronzert der Schützengesellschaft auf dem Johannisberg. Im Programm: Ouvertüre „Mignon" und„Rienzi". Fant.:„Bohsme“. Als Solist tritt Herr P. v. Hagen(Cello) auf. Es wird uns noch 8 D zerts ## wiro uns noch mitgeteilt, daß als Reinertrag des Konfür die Krankenkasse des städtischen Orchesters 1050 Mk. Wahlfahrtskasse abgeführt werden kannten an diese Wohlfahrislaffe abgefahrt werven konnten. Die so außerordentlich rege Beteiligung an diesem Konzert war ein erfreuliches Zeichen für das warme Interesse, welches die hiesigen kunstsinnigen Kreise dem Orchester entgegenbringen. "— Künstler=Konzert. Am Freitag, 2. April, findet im Stadttheater unter Mitwirkung des Klaviervirtuosen Wilhelm Backhaus aus London das letzte diesjährige Konzert des städt. Orchesters unter Leitung des Kavellmeisters Mar Cahnble gegen die Brust geführten Stoßes weiter entwickelt wurden. Diese Annahme sah das Reichsversicherungsamt in Verbindung mit dem Schiedsgericht als um so berechtigter an, weil die Lungenblutung bald nach dem Unfall eingetreten ist. Es sind Fälle bekannt, bei denen Entschädigungsansprüche als begründet angesehen wurden, obwohl die Lungenblutung erst 17 Stunden nach dem Unfall eintrat. Bechesters unter Leilung des Kapellmeisters Mag Sähndleh statt. Herr Backhaus gilt als einer der ersten lebenden Pianisten und ist daher sein erstes Erscheinen in unserer Stadt mit Freuden zu begrüßen. Er wird, außer vier Klavierstücken von Chopin, das G=moll=Konzert von Beethoven spielen und wird die Interpretation dieser Werke, von einem Großen pianistischer Kunst, jedenfalls einen ungetrübten Genuß bedeuten. Es gelangen außerdem die A=dur=Symphonie von Mendelssohn und das Capriccio=Italien von Tschaikowsky zur Aufführung. Vielfachen Wünschen entsprechend wird das Konzert um 8½ Uhr beginnen. Vorverkauf bei Selle. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Heute geht Goethes Schauspiel„Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“ zu kleinen Preisen in Szene. Morgen wird Max Dreyers Schauspiel„Der Probekendidat“ in Szene gehen.,„Die fremde Frau" lommt Montag zum letzten Male zur aufführung. Der beliebte Komiker Adolf Heberling spielt am Dienstag zu seinem Benefiz den„sogenannten“ Herrn Lubowski in dem Lustspiel„Doktor Klaus“ von L'Arronge. Robert Kothe, der Meistersänger zur Laute, steht noch von seinem vorjährigen Gastspiel in bestem Andenken. Das Programm des Herrn Kothe ist in diesem Jahre vollständig neu. — Polizeibericht. Mehrere Einbrecher statteten in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag und zwar gegen Mitternacht den Fabrik= und Kontorräumen der Firma Sch.& V. in der Kaiserstraße einen Besuch ab und entwendeten mehrere Dutzend leinene Stehumlegkragen verschiedener Größen, zirka 20 Dutzend weiße bezw. bunte Taschentucher, 1 Dutzend farbige Herrenhemden und eine Schreibmaschine, Marke Continental Nr. 5978. Zwei der Einbrecher wurden von einer Zivilperson gegen 12¼ Uhr nachts beobachtet, als sie das Fabrikgebäude vernuegen und ihren Weg nach d: M.ulizsfirche zu Oeffentliche Bäcker= und KonditorenVersammlungen ..s Maut g finden statt: Herforv., Montag, 29. März, nachmittags 2½ Uhr, bei Hillert: Backer=Versammlung. Abends 7 Uhr bei Liedtke, Lübbertor: KonditorenVersammlung. Bielefeld. Dienstag, 30. März, nachmittags 2½ Uhr, in der „Harmonie": Bäcker=Versammlung. Nachmittags 5 Uhr bei Hannemann, Webereistraße 5: Versammlung aller in Schokoladen= und Zuckerwarenfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Detmold. Donnerstag, 1. April, nachmittags 2½ Uhr, bei Scheuing, Hornschestraße: Bäcker=Versammlung. Schüler zu erwerben die Absicht hat, ohne welche ein Lehrer doch immer nur„Stückwerk bei seinem Unterricht fertig bekommt. Weiß Herr Knauf nicht, daß es immer ein Zeichen für die Befähigung eines Lehrers ist, wenn er nicht zu prügeln braucht, Mag er doch einmal darüber nachdenken. * Herford, 26. März. Zum Konrurje der Firma Quentin u. Sellwig(„Herforder Reitun.“ kr Prne wir — Kärz.„Zum Konkurse der Fir stern eine Rati: 6# me wurrieivet Heitung) brüchten gestern eine Noriz des„Bund. Gen.=Anz.“, die gleichlautend auch in der„Bünd. Ztg.“ stand, zum Abdruck. Die„Herf. Zeitung“ bringt in ihrer Nr. 71 nun folgende Entgegnung: „Unsere Kollegin in Bünde ist völlig auf dem Holzwege. Wenn sie mit den Herforder Verhältnissen vertraut wäre, würde sie wissen, daß der„Herforder Zeitung" vielfach der Vorwurf gemacht wird, daß sie mit ihren Anzeigen zu teuer sei. Das ist nun freilich nicht der Fall. Der Anzeigenpreis der in Herford erscheinenden Zeitungen ist an sich im Verhältnis zur Auflage ein geringer, aber Schleuderpreise sind von der„Herforder Zeitung fur Stadt und Land“ nicht bewilligt. Es wird im Gegenteil im allgemeinen auf reelle Preise gehalten. Es muß allerdings zugestanden werden, daß in Einzelfällen bei Jahresabschlüssen niedrige Preise bewilligt worden mußten m* * Oldentrup, 24. März. Wieder eine Schulprügelei. Der Lehrer der hiesigen Volksschule, Knauf, ein noch ziemlich junger Herr, hat am Dienstag, 16. März, den 10 Jahre alten Knaben Fritz Heybrock, weil er einen Vivelvers nicht aufsagen konnte, gezüchtigt. Ueber den Erfolg dieser pädagogischen Großtat gibt folgendes ärztliches Attest Auskunft: Abschrift. Am 16. d. M. erschien bei mir der 10 Jahre alte Fritz Heybrock aus Oldentrup. Es fanden sich auf dem Gesäßz ca. 20—25 von Stockhieben herrührende blutunterlaufene Streifen. Beide Gesäßhälften, besonders aber die linke, waren sehr stark geschwollen, fühlten sich hart an und waren auf Druck äußerst empfindlich. Infolge der Schwellung und Weschlaffen Aievrige Preise bewilligt werben mußten, weil uns durch Beläge bewiesen wurde, daß hier an anderer Stelle nicht mehr gezahlt werde. Es sollte uns freuen d“ mehr gezühlt werde.„Tr sLule uns fteuenh, wenn diese, wenn auch unbegründete Auslassung des Bünder Mattes einem in dieser gegen 12½,# beobachtet, als sie das Fabrikgebäude verleßen und ihren Weg nach der Paulusrirche zu fortsetzten und in deren Nähe anhielten. Beide trugen große Pappkartons in den Händen. Einer der Einbrecher, im Jackettanzug mit steifem Schmerzen war dem Knaben das Sitzen unmöglich und er konnte 5 Tage lang die Schule nicht besuchen. Außerdem fand sich unterhalb des rechten Ohres ein blutunterlaufener Streifen; ob derselbe von einem Schlage oder von dem Druck der Fingernägel herrührte, ist nicht festzustellen. Richtung hostebendan ngh, des.Bünder Siattek einem in diese. Richtung bestehenden Uebelstände avyelfen würde. Der Konkurs hat mit den Anzeigenpreisen aber nichts zu tun, das kann unsere Bünder Kollegin uns glauben, die Grunde hierfür liegen in ganz anderen hier nicht zu erorternden und die Oeffentlichkeit nicht interessierenden Verhältnissen.“ In dieser Angelegenheit geht uns noch folgendes Schreiben des Herrn Max Queatin mit der Bitte um Aufnahme zu: „In Nr. 68 der„Volkswacht“ wird über den Konkurs der Firma Quentin u. Sellwig berichtet. Inhaber der Firma ist nicht Max Quentin, wie in dem Bericht zu lesen war, sondern Christian Quentin., Unrichtig sind auch die Zahlen sowohl über Aktiva wie Passiva. Die Arbeiter der Firma werden jedenfalls, da sie bevorzugte Gläubiger sind, ihren rückständigen Loyn erhalten. Das Geschäft wird zunächst von der Konkursverwaltung unverändert fortgesetzt und später wird jedenfalls der Betrieb aufrecht erhalten werden. Die Gründe des Konkurses, waren lediglich persönlicher Natur.“ Hillegossen, 20. März 1909. gez. Dr. Upmann. Die Züchtigung ist von dem Lehrer in der Weise vorgeHute, ungefähr 1,70 Zentimeter groß, ergriff die Flucht. Der andere, zirka 18 bis 20 Jahre alt, etwas kleiner, mit blassem andere virka 18, bis. 20. Jahre alt, etwas kleiner, mit blassem Gesicht, ohne Schnurroart, Jackettanzug und weichem Schlapphut, konnte ebenfalls entweichen, als noch zwei seiner Komplicen, die in der Brandenburgerstraße Schmiere gestanden, hinzukamen. Sachdienliche Mitteilungen, die zur Entdeckung der Täter führen könnten, nimmt die hiesige Krim.=Polizei entgegen. Gleichzeitig wird vor Ankauf der bezeichneten Sachen gewarnt. Gefunden: 1 Ballen Werggarn; 1 Kinderpelzkragen. Verloren: 1 silberne Herrenuhr mit Monogramm F. W. 30. 3. 1901; 1 Stickschere. ag.— Lungenblutung und Unfall. Bei der großen Verbreitung der Tuberkulose ist ein Fall, den Dr. Zander in der „Medizin. Klinik“ berichtet, von großem Interesse für Arbeiterkreise. Ein 21 Jahre alter Dreher erlitt dadurch einen Unfall, daß er beim Auflegen eines Treibriemens von der Riemenstange einen Stoß gegen die linke Brust erhielt. Er arbeitete weiter, bis er drei Stunden später eine Lugenblutung bekam, die sich am nächsten Tage wiederholte. Die Frage war, ob die Lungenblutung als Folge des Unfalls angesehen werden mußte, was von dem genannten Arzt verneint wurde, weil schon vorher ein Lungenspitzenkatarrh, also eine tuberkulöse Erkrankung, wie aus der Untersuchung hervorging, vorhanden gewesen war. Andere Gutachter kamen zu einem hiervon abweichenden Ergebnis. Danach steht das nach dem Unfall in die Erscheinung getretene Lungenleiden des auf Entschädigung Klagenden insofern in einem Zusammenhang mit dem Unfall, als die bis dahin schlummernden tuberkulösen Herde unter dem Einfluß des nommen worden, daß er dem Knaben zunächst nur 4 oder 5 Schläge versetzt hat. Nach der Stunde behielt er ihn aber allein da und verabreichte ihm nun erst die Hauptportion. Er hat also nicht etwa im ersten Zorn über des Knaben Faulheit gehandelt, sondern er war kalten Blutes der Ueberzeugung, daß der Knabe, weil er einen Bibelvers nicht gelernt hatte, so gezüchtigt werden mußte, daß sein Hintern tagelang zum Draufsitzen unbrauchbar geworden war. Bei dieser Betrachtung nehmen wir von vornherein zugunsten des Lehrers Knauf an, daß er überzeugt war von der Faulheit des Knaben und diese strafen wollte, und nicht etwa die Absicht hatte, irgend einem Unvermögen des Knaben durch diese Prügel aufzuhelfen. Aber gerade diese Absicht des Lehrers, die Faulheit in solcher Weise zu bestrafen, erfüllt uns mit einem gelinden Grausen. Wir stellen uns unter einem Lehrer immer einen bis zu einem gewissen Grade intelligenten Mann vor, der bestrebt ist, auch bei seinen Zöglingen die Intelligenz, d. h. besonders das Nachdenken, zu erwecken und zu fördern. Einem solchen Mann muß es von vornherein ein Greuel sein, daß er durch den unerbittlichen Lehrplan gezwungen ist, seinen Schülern ein Uebermaß wertlosen Lehrstoffes einzutrichtern und ihnen geradezu die Fähigkeit zum Nachdenken, statt auszubilden, zu nehmen. Gerade von der jüngeren Generation der Lehrer erwartet man da, daß es keine Flachsmänner sind, welche es ihren Schülern als Verdienst anrechnen, daß sie die Propheren des alten Testaments von vorwärts und rückwärts auswendig hersagen können, sondern daß sie in stiller Opposition gegen den geisttötenden Lehrplan ihren Schülern Uebung im Nachdenken beibringen. Zu dieser von uns erhofften jüngeren Generation der Lehrer gehört offerbar der Lehrer Knauf nicht, der einen zehnjährigen Jungen, weil er einen Bibelvers nicht auswendig gelernt hat, in solcher Weise verprügelte. Uns tut der * Vlotho, 26. März. Zu der am Sonntag, den 28. März, nachmittags 4 Uhr, im„Schützenhof“ zu Herford stattfindenden großen Protest=Versammlung gegen die geplante Tabaksteuer, ersuchen wir die Tabakarbeiter sowie Interessenten, sich zahlreich zu beteiligen. Abfahrt von Vlotho 2.24 Uhr mit der Kleinbahn.„. mi der Die Kommission zur Abwehr der Tabaksteuer. arme Junge leid, Lehrer Knauf aber noch viel mehr. Wir möchten nur wissen, in welcher Weise Lehrer Knauf die Liebe seiner * Lage, 26. März. Stadtverordneten= Sitzung. Anwesend waren 16 Stadtverordnete und Bürgermeister Lüning. Auf der Tagesordnung stand die Weiterberatung der Gemeinderechnung und zwar bei Abteilung B, Außerordentliche Rechnung. in dem Voranschlag wurde die Ausgabe für Plattenbelag der Fischerstraße gestrichen. Im übrigen wurde der Voranschlag angenommen. Das früher Paradiessche Grundstück soll zu einem Spielplatz für die Kinder instand gesetzt werden. Bei dem Ausgabe=Titel IX, Schulen, entspinnt sich bei dem Etat der höheren Knabenschule eine lebhafte Debatte über die Erhöhung des Gehaltes des Rektors von 3800 Mark auf 4000 Mark. Die Stadtvv. Ellerkamp, Altrogge, Brauns sprechen gegen die Erhöhung. Zu dieser Position wurde dann noch mitgeteilt, daß an der Schule lateinischer Unterricht für freiwillige Teilnehmer eingeführt werden soll. Stadtv. Ellerkamp führt Klage über die Wohnungsverhältnisse, des Schuldieners. Dieser sei mit seiner Familie in einer Wohnung untergebracht, die direkt gesundheitsschädlich sei. Wenn hier keine Aenderung eintrete, so lege er sein Amt als Mitglied des Schulvorstandes nieder. Der Antrag auf Gehaltserhöhung des Rektors wurde abgelehnt. Das Schulgeld für den lateinischen Unterricht wurde auf 75 Mar. festgesetzt.— Hierauf wurde in der Beratung des Etats der höheren Knabenschule fortgefahren. Von allen Seiten des Kollegiums wurden dann die gesundheitsschädlichen Zustände der Wohnung des Schuldieners besprochen und es wurde gewünscht, daß diese so instand gesetzt werden solle, daß sie menschenwürdig sei „MAGGIs gute, sparsame Küche“. bereitet man in kürzester Zeit und ohne weiteren Zusatz als Wasser mit Man verlauge ausdrücklich MAGGI“ Suppen mit dem„Kreuzstern“. MNGGI“ Suppen Schutzmarke Kreuzstern. Ebenso kräftig schmeckend und gehaltreich wie die besten Fleischbrühsuppen. Kreine Anzeigen=Ecke. Jedes Wort vone.., 10 Big.# Oefen, Kesselösen, mehrere Ladungen s sachet mur 8 Bso in z meherals 15 Buchar gebe unsändehalber zu Spotpreisen „eves Woll koster unt a Pig., in 2## Worte mit mehl als 15 Buchstaven ab. Keine Ramsch= oder Konkurswa;:, der fetten Ueberschrift 10 p/g. werden doppelt gerechnet.(nur bessere Fabrikate Große Posten Anzeigen unter dieser Rubrik werden nur bei Vorausbezahlung angenommen, gebrauchte Herde von 8 Mk. an. A. Oelschläger, Jöllenbeckerstr. 104, Möbel billigst, komplette Zimmer in allen Stil= und Holzarten, sauberste und haltbarste Ausführung, keine Marktware, Gardinen billigst, wunderbare Muster, Vertikows, Büffets, echt Nußbaum und Eiche, modernste Ausführung. Ohne Preiserhöhung. Teilzahlungen gestattet. Verschwiegenheit! Siegfriedstraße 48.(660 Schulbücher, Schreibhefte für alle Schulen bei Thieme, Siegfriedstr. 46.[879“ Bedarf an Möbel, Betten u. Polsterwaren kaufen Sie am besten bei G. Schnabel, Heinrichstr. 21. Billigste Preise, beste Ware, Ratenzahlung gekatter.(1718 Ausverkaufen 1838“ werde ich das ausgestellte Obst am Montag, Dienstag, Mittwoch. Hille. Fachmann schlosserei. für Kochherde, Bau1836* Anzüge, zurückgesetzt und gebraucht, von 7 Mk. an. Brunnenstr. 12a. Schultornister, 936/Taschen, Bücherträger billigst. Wilh. Schlüter, Ecke Bahnhof= und Arndtstr. Eingang Arndtstr. 2. Tür.(1826* 774 Verkaufen auf Kosten des Abnehmers 1 Plüschgarnitur, komplette Küche, 2 Kleiderschränke, 1 Bettstelle mit Matratze, ein Sofa, sowie modernes Schlafzimmer. Weber& Görder, Ravensbergerstr. 7. Kochherde, weiß und schwarz emailliert, wenig gebraucht, in enorm großer Auswahl. sollen räumungshalber zu jedem nur annehmbaren Preise verkauft werden. Teilzahlung gestattet. Adolf Heine, Ritterstraße 57. 1424 Essiggurken, Schultornister für Knaden und Mädchen, bis Ostern 10% Rabatt. W. Ellerbrock, Papier= handlung, Brackwede, Bielefelderstraße Nr. 21. 1474* große schöne, à Stück 5 Pfg., feinstes Sauerkraut, so lange Vorrat billigst, empfiehlt Wilh. Stein, Herforder= und Kaiserstr.=Ecke. 11822“ Kartoffeln. Tapeten, neueste Muster, empfehle billigst. Musterkarten stehen bereitwilligst zur Verfügung. Ein großer Posten Reste, Rolle von 10 Pfg. an. Wachstuche, Läufer, Matten, Vorlagen. Sämtliche Farben, trocken und streichfertig. Pinsel, Weißquaste, sowie sämtliche Bürsten=, Holz= und Korbwaren empfiehlt billigst E. Strathmann, Brackwede. 1482* Speisekartoffeln. Eierkartoffeln, rote Heidelberger, Industrie, Magnum bonum, Prof. Woltmann und Prof. Märter. Außerdem empfehle ich als frühe Saatkartoffel Früholaue, Rosen und Pauls Juli= Nieren. Telephon 1241. Bernh. Besting, Burgstr. 1748* Hiesige rote Lehm=Kartoffeln, Industrie=, Pauls Juli= und RosenKartoffeln zum Pflanzen. G. Heidemann, Ed. Windthoritstr. 1580 1581 Sauerkohl, grüne Bohnen, selbn eingemacht. G. Heidemann, Ed. Windthorststraße. Speisekartoffeln. Samenhandlung. Empfehle sämtliche Garten=, Blumen= Magnum bonum in frostfreier Wate. *( G. Steintrüger, Siegfriedstr. 25. 1690* Sämereien 1723* Speisekartoffeln, frostfrei, empfiehlt C. Heitmeier, Detmolderstraße 73. s17244 in guter, keimfähiger Ware empfiehlt C. Heitmeler, Detmolderstraße 73. Obst gratis erhält jeder Besucher der Ausstellung. Bis Sonntag, abends 8 Uhr geöffnet. Hille. 18372 Sonnabend, 27. März, abends 9 Uhr, große. Preisskat. Wilh. Potr. 1773 Fahrrad, gut erhalten, für 40 Mark zu verkaufen. Eggetal 12 part.[1815“ Preis=Skat! Sonntag, den 28., nachm. 5 Uhr. großer Preis=Skat bei F. H. Lehmann. Heinrichstraße 49. 1829* Preis=Skat 165 Kochmaschine, gebrauchte, billig abzugeben. Märkischestraße 26. 1760* Sonntag nachmittag. Anfang 5 Uhr. Bierhalle zur Krone, Fritz Hannemann. Guano,(1725= „Füllhornmarke", pfundweise, bei ganzen Säcken äußerst billig, empfiehlt C. Heitmeier, Detmolderstraße 73. Ledersofa, Stoffsofa billig zu verkaufen. SiegPreis=Skat Sonntag 6 Uhr bei Helms. 1835 Kinderwagen. 10 Prozent Rabatt im Korbwaren= Geschäft von Alfred Beukert, Georenberg 33. 17932 friedstraße 47. 1839* Preis=Skat! Klucken 1819“ zu kaufen gesucht. Vogt, Hallerweg 50. Sonntag, nachmittags 5 Uhr, bei Kaiser, Hammer=Mühle. 1844° Brackwede. Otto Gellert, Einrahmungsgeschäft und Kunstverlag. Einrahmungen aller Bulder und Kunstblätter. OelStraußfedern, Posten Band, Blumen usw. gebe billig ab. Galling, Am Bach 2. s1831“ Art. gemälde, auch nach jedem eingesandten Motiv. Gratulationskarten zu jeder und Gemüse=Sämereien in frischer keimfähiger Ware Blumenhalle Edelweiß, Heeper= und Kaiserstr.=Ecke. Fernruf 1576. 1811 Speisekartoffeln. Umzüge auf Federrollwagen übernimmt G. Steintrüger, Siegfriedstr. 25. 1691* Brackwede. Salzheringe, 19160 prima, Dtd. 50 Pfg., Stück 5 Pig Heidemann, Ed. Windtvorststraße. Sitzu. Liegewagen mit Gummireifen zu verkaufen. Schmiedestraße Nr. 19, II. Etage. 1818° Wohnungen von 3 und 4 Räumen sofort oder später zu vermieten. straße 61. Näheres Petri1727* Guano, 1817 sackweise und pfundweise, empfiehlt Heidemann, Ed. Windthorststraße. Särge und Totenwäsche halte bestens empfohlen. W. Kölling, Belefelberser. 43. Soeben wieder 600 Ztr. eingetroffen Hiesige rote Heidelberger u. Magnum Kinderwagen Otto Gelleri, Einrahmungsgeschäft und Kunstverlag,##eilung Photographie. Vergrößerungen und PholoEmailleschmucksachen, keine Anzahlung, dayer kein Risiko. 17472 Herford! Versicherungen jeder Art zu festen Prämien nimmt entgegen Joh. Schneidereit, Berufsagent, Elverdisserstraße 458. 309 Kost und Logis für anständige junge Handwerker offen. Wo sagt die Expedition. 1552“ Bodenräume zwei, mit Keller, zum 1. April z# vermieten. Schmiedestr. 13.(1812° Brackwede. 18206 bonum in ganz vorzüglicher Qualität(nur echt Brennabor), Sportwagen, nud gebe diese zu billigsten Preisen Fahrstuhle, Preise wie bekannt billig. ab. Wilh. Heitkamp, Webereinr. 14 im Korbwarengeschäft A. Beukert, Telephon 1639. 1707“ Gehrenberg 33. 17072 Empfehle mich zur Anfertigung von Bau= und Möbettischlerarbeiten, W. Kölling. Bfackwede, Bielefelderstr. 42.(1821= Herford. 1638: Zimmer Bekannte gute Qualitäten Zigarren, mit Morgenkaffee sofort oder spate und Tabake kauft man bei zu vermieten. W. Böttcher, Gr. K##Lrust Zimmermann. Comturstraße 7. fürstenstraße 57, I.(1600 Stäutiheat Sonnabend, den 27. März abends 7 ½2 Uhr: Klassikervorstell, zu kleinen Götz von Berlichi mit der eisernen Sonntag, den 28. Mär abends 7 Uhr: Der Probekand Montag, 29. März, abends Zum letzten Male! Die fremde F La femme X Dienstag, 30. März: Benefiz Heberling. Doktor Mittwoch, 31. März: Gastspiel Kothe. Volkslieder zur I Sonntag, den 4. Apri Schluss der Schauspiel-S Oster=Sonntag, den 11. 2 Beginn der Opern-Sais Sonntag, den 28. M nachmittags 4 Uhr: k. Rochnements- Ri der Schützengesellsc auf dem Johannis! Vorverkaufs=Karten haben Mitglieder Giltigkeit. An de 50 Pennig. Panirau Zwecks Rekle zu ermässigtem Scholz Fahr. * Steinau a. O. Schläuche 1.90 2.30 2.75 Decken 1.95 2.75 3.75 Starke Gebirgsdecken 4.75 6 Saupt=Arbeitsnnu Bielefeld. Zimmerstr. 19. Fernspreche Nur Werktags geöf vormittags von 8—1 nachmittags von 4—7 Männliche Abteilu: Es werden gesuch 3 Ackerknechte,1 Drechsler, 2 leger, 2 Steinvauer, 16 Maler, former, 1 Goldschmied, 1 sattler, 6 Sattler und Polf Ackerburschen, 3 Schmiede, macher, 1 Gärtner, 1 Viehw Hausdiener. Es suchen Arbeit Bäcker, Dachdecker, Schlosser Kutscher, Erdarbeiter, Bau Fabrikarbeiter, Handlanger, Schleifer, Maurer, Zimmerer leute, Klempner. Weibliche Abteilun Es werden gesucht Mehrere Dienst=, Haus= und mädchen, 2 Mädchen für He Laden, 1 Zimmermädchen, 2 Waschmädchen für Hotel, mädchen, 1 Kochlehrling, Landmädchen. Es suchen Arbeit 3 Stützen, 1 Haushälte Kindermädchen, tüchtige Wasch= und Stundenfrauen. Bielefeld, den 25. Mär Die Verwaltu Paleien auf(11 Kreuit Brunnenstr. 12 a e ein Lehrer doch fertig bekommt. ichen für die Beprügeln braucht e der Firma ") brachten wir leichlautend auch „Herf. Zeitung“ na: dem Holzwege. aut wäre, würde ich der Vorwurf ner sei. Das ist der in Herford nis zur Auflage der„Herforder : Es wird im alten. Es muß len bei Jahresußten, weil uns rer Stelle nicht diese, wenn auch einem in dieser Der Konkurs das kann unsere erfür liegen in e Oeffentlichkeit ndes Schreiben ifnahme zu: n Konkurs der der Firma ist in war, sondern Zahlen sowohl Firma werden in rückständigen der Konkurs. wird jedenfalls ünde des Konden 28. März, stattfindenden geplante Tabakteressenten, sich 4 Uhr mit der Tabaksteuer. en- Sitzung. meister Lüning. der Gemeindeliche Rechnung. lattenbelag der er Voranschlag c soll zu einem Bei dem Austat der höheren Erhöhung des 0 Mark. Die gegen die Ereilt, daß on der eilnehmer einirt Klage über Dieser sei mit die direkt gena eintrete, so es nieder. Der abgelehnt. Das auf 75 Mar! des Etats der m Seiten des chen Zustände es wurde geß sie menschenutzmarke watern. pen. send, 9 Uhr, große. 1773* Skat! nachm. 5 Uhr. F. H. Lehmann. 1829 Skat 180 Anfang 5 Uhr. Fritz Hannemann. Skat Helms. 1835 kat! tags 5 Uhr, bei hle. 1844· mmireifen zu verraße Nr. 19, 1818° ngen men sofort oder Näheres Petri1727* nständige junge Wo sagt die 1552* äume im 1. April zu str. 13. 1812° er ort oder später ticher, Or. A8s(100*? zum Wohlstand ist die Sparsamkeit. Wollen Sie im Haushalt grosse Ersparnisse erzielen, dann verwenden Sie an Stelle teurer Butter die anerkannt vorzüglichen, in ganz Deutschland beliebten Margarine-Spezialitäten Rheinperle und Solo in Carton Beide Marken ersetzen die feinste Meiereibutter zu allen Tafel- und Küchenzwecken, sowie zum Rohessen auf Brot, sind aber bedeutend billiger und ergiebiger im Gebrauch. Alleinige Fabrikanten: Holländ. Margarine-Werke Jurgens& Prinzen, G. m. b. H. Goch,(Rhld.) Stkaltheater. Sonnabend, den 27. März 1909, abends 7 ½2 Uhr: Klassikervorstell. zu kleinen Freisen. Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Sonntag, den 28. März, abends 7 Uhr: Der Probekandidat. Montag, 29. März, abends 8 Uhr: Zum letzten Male! Die fremde Frau. La femme X Dienstag, 30. März: Benefiz Heberling. Doktor Klaus Mittwoch, 31. März: Gastspiel Robert Kothe. Volkslieder zur Laute. Sonntag, den 4. April: Schluss der Schauspiel-Saison. Oster=Sonntag, den 11. April: Beginn der Opern-Saison. Staunisches-Crohssten. Freitag, den 2. April, abends 8½ Uhr, im Stadttheater: Känstier Konzert. Leitung: Kapellmeister Max Cahnbley. Solist: Wilhelm Backhaus. 1. Mendelssohn: Vierte Symphonie. 2. Beethoven: Viertes Klavierkonzert. 3. Chopin: Klaviersoli. 4. Tschaikowsky: Capriccio Italien. Orchester-Loge) Fremden-Loge 1. Rang-Loge 1. Rang Balkon Parkett-Fauteuil 1. Parkett 1824 Preise der Plätze: II. Parkett 1.50 Mk. 3.30 Mk. II. Rang Balkon, 1. Reihe II. Rang, 2. und 3. Reihe 1.25 Mk. II. Rang, 4.—6. Reihe 1.00 Mk. Amphitheater, 1.—3. Reihe 0.75 Mk. Amphitheater, 4.—5. Reihe 0.50 Mk. Gallerie 0.30 Mk. 3.00 Mk. 2.50 Mk. Sonntag, den 28. März, nachmittags 4 Uhr:(1823 k. Hbonnements-Konzert der Schützengesellschaft auf dem Johannisberg. Vorverkaufs=Karten haben nur für Mitglieder Giltigkeit. An der Kasse 50 Peunig. Fanltäder Zwecks Reklame zu ermässigtem Preis Scholz Fahrradw. Steinau a. O. 197 Schläuche 1.90 2.30 2.75 3.50 Decken 1.95 2.75 3.75 5.25 Starke Gebirgsdecken 4.75 6.25 Haupt=Arbeitsnachweis Bielefeld. Zimmerstr. 19. Fernsprecher 292. Nur Werktags geöffnet: vormittags von 8—1 Uhr, nachmittags von 4—7 Uhr. Männliche Abteilung. Es werden gesucht: 3 Ackerknechte,1 Drechsler, 2 Fliesenleger, 2 Steinvauer, 16 Maler, 2 Eisenformer, 1 Goldschmied, 1 Wagensattler, 6 Sattler und Polsterer, 3 Ackerburschen, 3 Schmiede, 2 Stellmacher, 1 Gärtner, 1 Viehwärter, 4 Hausdiener. Es suchen Arbeit: Bäcker, Dachdecker, Schlosser, Bohrer Kutscher, Erdarbeiter, Bauarbeiter, Fabrikarbeiter, Handlanger, Dreher. Schleifer, Maurer, Zimmerer, Kaufleute, Klempner. Weibliche Abteilung. Es werden gesucht: Mehrere Dienst=, Haus= und Küchenmädchen, 2 Mädchen für Haus und Laden, 1 Zimmermädchen, 2 Stützen, Waschmädchen für Hotel, 1 Spülmädchen, 1 Kochlehrling, mehrere Landmädchen. Es suchen Arbeit: 3 Stützen, 1 Haushälterin, 1 Kindermädchen, tüchtige Arbeits=, Wasch= und Stundenfrauen. Bielefeld, den 25. März 1909. Die Verwaltung. — Vorverkauf in der Musikalienhandlung Selle.— Der lbach-Flügel ist aus dem Lager von Rud, lbach Sohn, Barmen Zentral-Theater Inh.: Jul. Kaiser. Sonnabend, den 27. und Sonntag, den 28. März: Letztes Auftreten der VN im grossen Saale. Vollständig neues Programm. Schlager auf Schlager. Lachen ohne Ende. Sonntag vormittag von 11½2 bis 1½ Uhr: Grosse Matinee mit vollem Programm und Burleske. 4 bis 7 Uhr nachmittags: Familien-Vorstellung. 8 bis 11 Uhr: Gala-Vorstellung. Trotz des großen Programms in allen Vorstellungen der Kinematograph mit neuer Bilder-Serie. Die Direktion. Naunentag, den 1. Jori 1990. 1. Auftreten des Frisch auf! Am Sonntag, den 28. März 1909, feiert der Radfahrer-Verein„Corona“ seine diesjährige in den Lokalitäten des Herrn G. Freudenau, Heeperstr. Zu diesem Feste sind sämtliche Sportsgenossen und Freunde eingeladen. 1830“ Der Festleiter. Bielefelder Karneval-Verein„Helau“. Am Sonntag, den 28. März, findet in den Lokalitäten des Herrn C. Richter-Gadderbaum unser Gesellschafts- Abend X verbunden mit Ball und komischen Vorträgen statt. — Anfang 4 Uhr.— 1827 Der Festleiter. Restaurant zur Bichtekammer. Sonntag, den 28. März 1909: Vöckviertesr T Es ladet freundlichst ein Dietrich Banze, 1794* Bürgerweg 93. Bitte, Schaufenster-Preise beachten! Durch geringe Geschäftsunkosten sowie direkten Einkauf sichere meinen werten Kunden bei solider Ware billigste Preise zu.(1803 * Spezialität: Trau-Ringe= (fugenlos) nach Gewicht: Paax 333/ kräftige Mk. 15—18 „ 585/„„ 24—30 Ulrich, Uhrmacher und Goldarbeiter, Bahnhofstrasse 5. Reparaturen billigst unter Garantie. 2 Ioooneorenennnenen Brackwede. Sonntag, den 28. März: 1834 Dir.: R. Zimmermann. Restaurahr a. Kieinerr, Beimeideren. V1. Gresses Geid Preisnegen nur noch 4 Tage. 350 Mark in Bar. 1. Preis 100 Mark. Sonnabend, den 27. März, Sonntag, den 28. März, Frühlings-Feier im Lokale der Witwe Bischoff. Kavallerie=Musik. Kavallerie=Musik. Entree Herren 30 Pfg., Damen 20 Pfg. Tanz freil Tanz frei! Brackwede. Sonntag, den 28. März 1909 Zur Gratis-Verlosung kommt ein grosser, lebender Ziegenbock. Orchester 10 Mann. 1772 Entree 20 Pfennig. Entree 20 Pfennig. Es ladet freundlichst ein Karl Schröder. entral-Bade- und Massage-Institut Bielefeld, Altstädterklrchstr. 10. Bäder aller Art u. sonstige ärztliche Anordnungen.— Gewissenhafte Behandlung nach Lehre d. Staatsschule. Billige u. reelle Preise. Heissluftbad 1.50, Kohlensaures Bad 2.00, Dampfhad 1.25, Fichtennadelbad 1.10, Packung 0.50, Schwefelbad 1.10, Wannen-, Rumpf-, Sitzbäder, Regen-, Wechselregen-, Stachel-, Fächer- und Sitzduschen ger zu billigsten Preisen. Franz Jann, 304“ staatlich geprüfter Masseur. mit Anastheticum. Fast schmerzl. 1 Mk. Kinder 50 Pf. Kassenmitglieder ohne Zuschlag. Künstl. Zähne, plombieren 2c. billigst. S. Klarowicz, 1800 Brunnenstraße. Tagespreise: am 27. März 5 Mark „ 28.„ 10„ „ 29.„ 12„ „ 30.„ 15„ Montag, den 29. März. Schlusskegeln Dienstag, 30. März. Beginn des Kegelns morgens 10 Uhr. 5 Kugeln 50 Pfg. 5 Kugein 50 Pfg. Um zahlreiche Beteiligung bittet 1799 Kegelklub„Hoffnung“. Brinkhons Tonhalle. Am Sonntag, den 28. März 1909, feiert der „Gesang-Verein Gadderbaum“ sein 1e. Stiltungs- Fest durch Konzert, Theater und Ball. 1841 Der Festleiter. Am Sonntag, den 28. März 1909: Finuug, Teschbeinstigung, Es laber freundlichst ein 18141 Wirt Fehring, Heeperstraße. F. mmssmmmn Hoberr-Schafff Zigarren- und ZigarettenGrosshandlung 1408 Pernspr. 1193 Pernspr. 1193 Bielefeld Bahnhofstrasse(Ecke Lützoustrasse). Ich empfehle, für Wiederverkäufer besonders geeignet, die bekannten und beliebten Zigaretten der Firma RIST& CO., Zigaretten-Fabrik, München. 504 25 Rist la Reine Goldm. Verkauf 10 St. Rist Isis„ 10„ Rist Nr. 2„ 10„ 20 Rist City Goldm.„ 10„ 20 Rist Dukatengold„ 10„ 25 In allen übrigen bekannten Zigaretten sowie Zigarren und Tabaken, halte stets grosses Lager, daher beste und billigste Bezugspuelle für Wiederverkäufer. Nöchste Leistungsfähigkeit.— Zeste Referenzen. Goldene Medaille Bielefeld 1908. Uur Vorraäi ur 27 Pfg. Pfano la. Schweine sein= Fleisch Köofe und Fgiägtige, Psozen, amtlich untersucht, von Landschweinen. Eimer als ad Riek. Nachnayme. C. J. Michelsen, Liel 163 Naaih) Herford. Wegen Räumung meines Ladens, Lübberstrasse 13, verkaufe ich 1555 Kocherue und Seien zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Tader, Lübberstrasse. GaTKO Uhren- und Goldwarenhaus 100 jetzt Niedernstrasse 35. Verurteilung der Frau C des ihres Gatten und i Laufe des Monats Juni zur Verhandlung komme Am Altar ermordet. Spanien bekannte Groß dessen Gemahlin in der spielt, wurde, während er Messe hörte und vor dem beiter erdolcht. Der Mö u. Hanguhren in grosser Auswahl. Billigste Preise. Billigste Preise. Berlin, 27. März. D Würfel sind gefallen. De der Beschluß über die stück agrarischer Gesetzes hat sich bemuht, eine g bringen, aber die agrart grüßen die Klärung, aber politik treiben, daß den Augen übergehen.“ Stendal, 27. März. Lage an der Durchbruch sehr ernst. Der neue Dei füllen Tausende von Sa Der Landrat des Kreises für die Unterbringung de mung eintreten sollte. Aur-Kreurt Die Mitglieder des Detaillisten-Vereins der Textilbranche haben sich bei Zahlung einer Konventionalstrafe für jeden Uebertretungsfall verpflichtet, vom I. April 1909 ab auf Waren zum Privatgebrauch ausser dem üblichen Kassaskonto Kleiderschränke Anzahl. von 6.— Mk. an Küchenschränke„„ 5.—„„ Bettstellen„„ 4.—„„ Buffetschränke„„ 7.—„„ Küchentische„„ 2.—„„ Anrichten„" 3.—„„ 4 Stühle 2.—„„ Eimerschränke„„ 2.—„„ Waschtische„„ 3.—„„ Sofatische„ 3.—„„ Kinderwagen„„ 5.—„„ Vertikows„„ 8.—„„ Sofas„„ 8.— Abzahlung von wöchentlich 1.— Mark an. mehr zu gewähren. Bielefeld, im März 1909. „ meiner 1309 19„Sorvister ... Ade, haltbare Qualität und A“% ounger Preis sichern mir dauern∆ den Erfolg.— Alljährlich steigt der 9 Umsatz, weil sich haltbare Ware von “ s e l b s t a m b e s t e n e m p f l e h l t..... Schultornister für Knaben u. Mäöchen in grosser Auswahl, von den billigsten bis zu den feinsten. auf bequeme Teilzahlung. Bielefeld, Rathausstr.. („Füllhornmarke“) sowie sämtliche andere Düngemittel 1833 empfiehlt Otto Lorenz, Herforderstraße. im neuen Rathause. Verzinsung Hinsfuß Unentgeltliche Ausleihung von S Parkesseln. Unentgeltliche Einziehung der Spareinlagen von auswärtigen Kassen. Geschäftsstunden: 8½—1 Uhr vormittags 3—6 Uhr Sozialdemo für den Wahlk Mitglieder Ortsgruppe Brac abends 8½2 Uhr, im trag des Genossen Hi Ortsgruppe Schil abends 8 19 Uhr, Be forderstraße. Ortsgruppe Heei nachmittags 4 Uhr, Lokale. Die Mitglieder sin Versammlungen zu er Niedernstrasse 34. Liebreiz verleiht ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiße, sammetweiche Haut und blendend schöner Teint.[882 Brat-Schellfisch Pfund 1O Pfennig. Alles dies erzeugt die allein echte Steckenpferd=Lilienmilch=Seife v. Bergmann& Co., Radebeul, à St. 50 Pfg. bei L., Schäfer. ) U. Heberraschende Neuheiten G##. für Knaben und Herren * Konfirmanden-Hüte # von 1.10 Mk. an. Bielefelder Hut-Bazar (Inh.: Richard Bingmann) nur 27 Bahnhofstrasse 27. Das seit 30 Jahren bekannte Zettfedern-Versandhaus H. Unna, Altona a. E. versendet jetzt portofrei gute, neue Bettfedern für 60 u. 80 das Pfund, bedeutend bessere für 1.20 u. 1.60## Vorzügl. Halbdaunen 2K, prima 2.60 M Vorzügl. Daunen für 3.50# Kronen- Daunen. Brennabor in den verschiedensten Systemen, wie Pendel, Unterantrieb, Querhebel, Rotations= und Motormaschinen,— erstklassiges Fabrikat der Firma Karl Kampmann jr. Mülheim verkaufe billigst. grösste Auswahl billigste Preise — Peinliche Präzisionsarbeit. Unbegrenzte Haltbarkeit. Spielend leichter Lauf und elegantes Aeussere sind Hauptvorzüge und in dieser Marke vereinigt.— Brennabor-Werke, Brandenburg a. H. General-Vertrieb: 1661 Herm. Diekmann, Brackwede. Adolf Heine Nur echt, wenn die Verpackung mit dieser Marke versehen. 878“ Unerreicht an Füllkraft u. doch nur 4.65 M d. Pfd. Bei 20 Pfd. 5% Umtausch bereitwilligst. Spezialgeschäft für Kochherde und Oefen Ritterstrasse 57. Verurteilung der Frau Steinheil als Haupturheberin des Mordes ihres Gatten und ihrer Mutter. Der Prozeß dürfte im Laufe des Monats Juni vor dem Schwurgericht der Seinestadt zur Verhandlung kommen. Am Altar ermordet. Madrid, 26. März. Der in ganz Spanien bekannte Großgrundbesitzer Marques de la Laguna, dessen Gemahlin in der Madrider Gesellschaft eine große Rolle spielt, wurde, während er in seinem Palast in Andalusten eine Messe hörte und vor dem Altar kniete, von einem bejahrten Arbeiter erdolcht. Der Mörder konnte die Flucht ergreifen. Letzte Nachrichten. Berlin, 27. März. Die„Freisinnige Zeitung“ schreibt:„Die Würfel sind gefallen. Der konservativ=klerikale Block ist da und der Beschluß über die Liebesgaben stellt ein wahres Prachtstück agrarischer Gesetzesmacherei dar. Die freisinnige Partei hat sich bemuht, eine gründliche Finanzreform zu stande zu bringen, aber die agrarische Selbstsucht triumphiert. Wir begrüßen die Klärung, aber die neue Mehrheit wird eine Steuerpolitik treiben, daß den beteiligten Kreisen des Gewerbes die Augen übergehen. Stendal, 27. März. Aus der Altmark wird berichtet: Die Lage an der Durchbruchsstelle zwischen Berge und Rebel ist sehr ernst. Der neue Deich ist gefährdet. Pioniere und Arbeiter füllen Tausende von Sandsäcken zur Verstärkung des Deiches. Der Landrat des Kreises Osterberg hat Anordnungen getroffen für die Unterbringung des Viehs, falls eine neue Ueberschwemmung eintreten sollte. Dresden, 27. März. Das hiesige Landgericht verurteilte den Baumeister Stanislaus Kysola und dessen Geliebte Antonie Mozera zu je 3 Jahren Zuchthaus. Die Geliebte vermietete sich bei einer hiesigen Medizinalratswitwe als Dienstmädchen. Beide raubten eines Tages die Wohnung aus und erbeuteten Gold, Silber und Pelzwaren im Werte von 6000 Mk. Rom, 27. März. 700 Personen, Männer und Frauen von Frasse=Tolosino, wollten ihrem Bürgermeister, der demissioniert hatte, eine Vertrauenskundgebung darbringen und beschlossen, das Stadtbanner zu holen. Unter gewaltigem Brüllen zog die Menge vor das Rathaus, in welchem sich der Polizeikommissar und vier Gendarmen verbarrikadiert hatten. Vergeblich wurde Beamten feuerten einer der Aufständischen fiel, 8 wurden verwundet. Hiernach wurde die Menge noch wütender und ruhte nicht eher, bis das ganze Archiv von den Flammen zerstört war. Rom, 27. März. Prinz Joachim Albert von Preußen fuhr gestern mit seinem Automobil bei Como einen italienischen Radfahrer über, der schwer verletzt wurde. Der Prinz und der Chauffeur wurden nach Feststellung ihrer Personalien freigelassen. Wien, 27. März. Die Verhandlungen zwischen England und Oesterreich sind soweit gediehen, daß man in Wien die Antwort Greys auf die von Aehrenthal vorgeschlagenen Aenderungen des englischen Vorschlages heute erwartet. Falls die Antwort nicht eintrifft, wird Graf Forgach ohne Rücksicht darauf die österreichische Note in Belgrad überreichen. Wien, 27. März. Wie aus Belgrad gemeldet wird, war Graf Forgach gestern zwei Stunden bei Miliwanowitsch. Hierauf sand ein serbischer Ministerrat statt. Allem Anschein nach ist somit die österreichisch=serbische Verständigung in die Wege geleitet Versammlungen. 28. März, nachmittags 3 Uhr, in der Oeffentliche Fleischer=Ver Bielefeld. Sonntag, „Harmonie". sammlung. — Holzarbeiterverband. Montag, abends 6¾ Uhr, im Bureau. Sitzung der Ortsverwaltung. — Tabakarbeiter=Verband. Sonntag, 28. nachmittags 3 Uhr, bei Hannemann. Versammlung. — Montag, 29. März, nachts 12 Uhr, in der„Harmonie, Oberntorwall: Oeffentliche Versammlung aller Angestellten im Gastwirtsgewerbe. Briefkasten der Expedition. Achtung, Jilialexpeditionen! Von folgenden Filialen haben wir bis heute keine Nachricht erhalten, wieviel Zeitungen für April gebräucht werden: Ahaus, Barntrup, Ennigerloh, Halle, Holsen, Höxter, Hüffen, Heiligenkirchen, Heidenoldendorf, Kirchlengern, Löhne(Bhf.), Neubeckum, Wendthagen. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. Schlager-Programm! Biotophon=Schlager=Programm vom 27. bis 31. März 1909. Neu! Naturaufnahme! Schlager! Das kriegslustige Serbien. Hochinteressante aktuelle Aufnahme. Kunstfilm. Neuheit. = Ein altes Täubchen. Komische Szenen von J. Reibrach. J. Reibrach bietet mit seinem„Ein altes Täubchen“ ein witziges, heiteres und gut ausgeführtes Lustspiel, welches Frl. Descoval von dem„Gastétheater“. Herr Desfontaines vom„Odeon“, Herr Landrin „Nouveaulé=Theater“ in Paris mit viel Schwung und Feuer spielen. Schlager! Neu! Anregendes Fulber. Humoristischer Schlager. Neu. Historisches Drama. = Heinrich III. Ein herrliches Drama mit äußerst spannender Handlung Der herr Wachtmeister Schläft. Humoristisch. Kyritz-Pyritz. Schlager! Hervorragend! Ein Drama 1 lio hrange Ofard Neu! Hochinteressant! . m. streng realistisch. Handlg. Ein bradts Pelu. Ein sehr schönes Lebensbild. Außerdem unsere bestbekannten Extra=Einlagen. 599 LUTN Milde aromatische, rein türkische *•5 ZIGARETTE Nur echt mit Firma:„Venidze“, Dresden Deutschlands grösste Fabrik für Handarbeit-Zigaretten. Fabriken von Dr. Thompson's Seifenpulver (Marke Schwan) G. m. b. H. in Düsseldorf. 1733 Sozialdemokratischer Verein für den Wahlkreis Ortsgruppe Brackwede. Sonnabend, 27. März, abends 8½2 Uhr, im Lokale des Herrn Schröder. Vortrag des Genossen Hoffmann über die„Balkanfrage". Ortsgruppe Schildesche. Sonnabend, 27. abends 8 1 Uhr, Besprechung beim Wirt Fischer, Herforderstraße. Ortsgruppe Heepen. Sonntag, den 28. März, nachmittags 4 Uhr, bei Twelker. Tagesordnung im Lokale. Die Mitglieder sind verpflichtet, in den MitgliederVersammlungen zu erscheinen. Der Vorstand. Biamenkuns Heeper- und Kaiserstr. „Ldeltreiss-Ecke.— Fernruf 1576. Billigste Bezugsquelle für Kranz- und Bouquetbinderei Brautkränze, Brautschleier Brautsträusse, Tannenguirlanden alles in feinster Zusammenstellung. 1810 Topfblumen billigster Marktpreis. Hochzeits=Einladungen Zuchdruckerei„Volswact“ Rugust Neyers beacen Gebr. Kuschnaupf Bielefeld. Aromatische Sparkernseife ist die beste und billigste Seife. Unübertrefflich. 1024 Bäckerstrasse empfehle: 1 a. hert Uhrketten und Schmucksachen mit 25% Rabatt. Billigste Gelegenheit. Offene Tür 1792 Schutzmarke. findet das Veilchen=Seifenpulver „Goldperle“ überall, weil jedem Paket ein reizendes Geschenk beiliegt. Versäumen Sie nicht, sich hiervon zu überzeugen. Fabrikant: Carl Geutner, Göppingen. Beressnesesesessemesenesenenenn Unserem Vereinskollegen und Vereinswirt Herrn Gustau Freudenau zu seinem am 28. März stattfindenden 37. Wiegenfeste ein dreifach donnerndes„All Heil“ 1813• Radfabrer-Klad„Ellrad“ Bielsfeld. 0 für alle Gelegenheiten stets größte Auswahl Buchhandlung„Volkswacht". Berücksichtigt bei Eneren Einkäufen die Inserenten der Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem herben Verluste unseres lieben Sohnes und Bruders sagen wir allen Verwandten, Freunden, u. Bekannten, insbesonders Herrn Pastor Post für seine trostreichen Worte im Hause und am Grabe unseren iunigsten Dank! Familie Eichmeier. Danksagung. Für die uns bei dem Heimgange meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante erwiesene herzliche Teiln ihme, sowie für die überaus zahlreichen Kranzspenden sagen wir allen innigsten Dank. Besonders danken wir dem Herrn Pastor Hackländer für die trostreichen Worte am Grabe. 1808* Paul Beyer nebst Kinder sowie übrigen Hinterbliebenen. Die für die Stadt Herford von dem Herrn RegierungsPräsidenten zu Minden festgesetzten Durchschnittstagelöhne betragen vom 1. April 1909 ab a) für erwachsene männliche Personen... 2,75 Mk. b) für jugendliche männliche Personen... 1,50 Mk. c) für erwachsene weibliche Personen.... 1,90 Mk. d) für jugendliche weibliche Personen.... 1,25 Mk. Herford, den 24. März 1909. Magistrat. Busse. Herford. Herford. Eröffnung. In dem Hause Credenstrasse 34 eröffnete ich Ross-Schlachterei. eine Meine Aufgabe wird sein, die mich beehrende Kundschaft stets zufriedenstellend zu bedienen. Um gütigen Zuspruch bittet Faul Oetzmann. 1802 Herford. Grosse Vorteile bietet beim Einkauf von 450 Vorhemden, Kragen, Manschetten, Krawatten, Handschuhen, Korsetts, ". Schürzen, Unterzeugen, Schmidt'scher Wolle und Strümpfen Ernst Zimmermann, Conchurstraang. Zu Engrespreisen, Alle Welt spricht van meinen beispiellos billigen Preisen Dnban 594 ein Mahnungsmittel. Der Zucker als Gennßmittel überall geschätzt, hat als Nährwert eine ganz besondere Bedeutung. Die moderne Zücker ist ein haurungsmntten ürztliche Wissenschaft hat denn auch den hohen Nährwert des Zuckers erkannt, welcher einesteils den Magen und Verdauungskanal nicht belastet, andernfalls für raschen Kräfteersatz ein unübertroffenes Mittel ist. Der hohe Nährwert des Zuckers ist namentlich auch im Verhältnis zu seiner Billigkeit in Betracht zu ziehen; der Zucker ist als Nährwert ganz wesentlich wohlfeiler als die Eiweißpräparate. Zucker kann man am besten genießen in Form von — B o n b a n s s ü ß u n d s ä n e r l i c h, f e r n e r i n V e r b i n d u n g m i t d e n S c h o k a l a e e v u m e l D n m V i n d e - Schbens wundervollen Bitter der Kakaobohne in Form von Senokolade und Frälfnes. welche man in stets frischer Ware und bestem Geschmack zu Fabrikpreisen im Einzelverkauf erhält bei KarzKane, Lielsleid, Ralseretussters. Nachstehend gebe ich ein Preisverzeichnis der kurantesten Artikel, welche frisch und schön im Geschmack als Massen=Fabrikation meines Betriebes hergestellt werden. im Einzelverkauf zu Fabrikpreisen.= Husten-Bonbong als: Honig-Bonbons Malz-Bonbons Altee-Bonbons Cachou-Bonbons Fenchel-Bonbons ¼ Pfund 10 Pfg. ¼ Pfund 10 Pfg. ¼ Pfund 10 Pfg. ¼ Pfund 10 Pfg. ¼ Pfund 10 Pfg. Pfefferminze als: Pfefferminz-Kugeln Pfefferminz-Bruch Pfefferminz-Plätzchen Pfefferminz-Likör-Pastillen Englische Pfefferminz-Plätzchen ¼ Pfund 10 Pfg. ¼ Pfund 10 Pfg. ¼ Pfund 15 Pfg. ¼ Pfund 15 ¼ Pfund 25 Pfg. Gemischte Bonbons als: Abfall-Bonbons... ¼ Pfund 8 Pfg. Kokosnuss-Pralinés ¼ Pfund 13 Pfg. fl. Likör-Kaffeebohnen........ ¼ Pfund 15 Pfg. Arrak-Bohnen... ¼ Pfund 15 Pfg. fl. gebrannte Mandeln. ¼ Pfund 20 Pfg. Säuerliche Bonbons als: Himbeer-Bonbons ¼ Limonaden-Bonbons ¼ Konfekt-Melange ¼ Seiden-Kissen ¼ Engl. Rocks ¼ Pfund 10 Pfg. Pfund 10 Pfg. Pfund 10 Pfg. Pfund 15 Pfg. Pfund 15 Pfg. Div. Pralinés als: Konsum-Pralinés ff. Creme-Pralinés Kognak-Pralinés Mokka-Pralinés Prinzess-Pralinés ¼ ¼ ¼ Pfund 15 Pfg. Pfund 20 Pfg. Pfund 25 Pfg. Pfund 25 Pfg. Pfund 30 Pfg. Schokoladen und Marzipan als: ¼ ¼ M Pfund 12 Pfg. ¼ Pfund 20 Gefüllte Schokolade Bruch-Schokolade Marzipan-Kartoffel Marzipan-Stangen Marzipan im Anschnitt............ ¼ Pfund 20 Pfg. Pfund 20 Pfg. à Stück 10 und 20 Pfg. zu Geburtstagsgeschenken in reichster Auswahl. ff. Tafel-Schokoladen à 20, 25, 30 und 50 Pfg. 1806 Karr Kühne, Zielefeld, Kaiserstrasse 975, Stheneldden und Zutberwuren-Fabfik. Lieferung franko! Pererzengen lich überreden 83 nicht will ich Sie von der reellen Art meiner Ich liefere gute, bei hiesigen Tischlern gearbeitete = Möbel a T. 1 Einrichtung 165 Mk. Anzahlung 18 Mk. XT 1 Einrichtung 250 Mk. Anzahlung 30 Mk. III. 1 Einrichtung 375 Mk. Anzahlung 40 Mk. N. 1 Einrichtung 500 Mk. Anzahlung 60 Mk. Einzelne Teile von 3 Mk. Anzahlung an. Anzüge Damen-Garderobe 1 Schuhe für Herren und Knaben.I Sakkos, Blusen, Kostüme. I Schirme. Kinder-, Sport-, Sitz- u. Liegewagen Die Abzahlung bestimmt jeder Käufer selbst. S. Prafiken 9 5 Bahnhofstr. 2a Eingang neben Harms Kinematograph u. Jahnplatz, Torweg neben Barmer Bank. Arthurom ist ein Spezial=Lederkonservierungsmittel für seines schwarzes, als auch braunes Schuhzeug, sowie alle anderen Ledersorten. Durch regelmäßigen Gebrauch von Arthurom, sowohl im Winter als Sommer, ist das lästige Rissigwerden resp. Brechen der Lederoberfläche, besonders im Sommer, ausgeschlossen, was am meisten bei Chevreaux= und BoxkalfLeder vorkommt. Dieses Resultat ist bis jetzt noch von keinem Lederfette erzielt worden und ein wichtiger Faktor für das jetzige Schuhzeug von chromgegerbtem Leder. Arthurom Arthurom Arthurom ist aus la. Material hergestellt, welches speziell zur Fabrikation von feinen Ledersorten verwandt wird, durchaus unschädlich und geruchlos und nicht mit den im Markte befindlichen Lederfetten zu vergleichen, die meistenteils aus gewöhnlichen Oelen, Vaselinen pp. hergestellt sind. gibt dem Schuhzeug ein glattes, geschmeidiges Oberleder, solange der Schuh besohlt werden kann, und hat den Vorzug, daß nach dem Gebrauch von Arthurom resp. Eindringen desselben in die Lederoberfläche sofort mit einer guten Ereme oder Putzmittel ein tadelloser Glanz erzielt werden kann. Strengste Diskretion! ist ein probates Mittel bei Regen und Schneewetter, daher eine Spezialität für Jagd= und Militärstiefel, Pferdegeschirre, sowie alle Ledersorten, schwarz oder farbig, welche meistenteils diesem Wetter ausgesetzt sind. In diesem Falle hat Arthurom den Vorzug vor allen Lederfetten, daß es sofort in noch nassem Zustande des Leders mit Erfolg eingerieben werden kann, dasselbe trocknet dann weich und geschmeidig aus und kann nach dem Trocknen mit einem guten Putzmittel sofort wieder blank geputzt werden. Arthurom ist das größte Sparmittel für jeden, der sein Schuh= und Lederzeug damit präpariert. Die Haltbarkeit desselben wird nur durch die Anwendung von Arthurom ausgedehnt.— Ein einmaliger Versuch wird jedermann überzeugen, mit welcher Leichtigkeit diese Resultate zu erzielen sind. Arthurom wird nach allen Plätzen geliefert, speziell in der Schuh= und Lederbranche: 1801 Nr. 73. Proletaria sse. Jede neue Veröffen Betr der landwirtschaftlichen Betr für die riesige Bereicherung auf hohe agrarische Zölle bo soeben amtlich bekannt gegek nutzung der Flächen der L 1907“ zeigen das gewaltige zur Gesamtzahl lächerlich ge# besitzern hinsichtlich der Vers überwiegende Interesse, das hohen Getreidepreisen hat. jenigen Landwirtschaftsbetrie Eigenbedarf des Bewirtschaft Inlandpreisen für Landesp Nutzen haben. Sofern sie zielten notwendigen Lebens leiden sie sogar direkt unter durch den Zollschutz. Nun h vor, daß die„kleineren Bevorwiegend zur Deckung des die größeren Betriebe ihre den Handelsvertrieb gewinn Für die hier also auch vo deutungslosigkeit der klein Marktversorgung bietet nebe Stelle gebrachten Zahlen ül größen entfallenden Anbau Bestellung der Anbaufläche hektar der mit den einzelne entfielen 1907 in Preußen: 8.2 S0 S 9 S 25 9 Diese Tabelle ist für die lichen Eigenproduktion von betriebe bauen vorzugsweise aus der geringen Größe de zu schlußfolgern ist, in der# kartoffel ist das traditio körnerfrüchte, die vornehn gsetzgebung, liefern die Klei i geringfügigen Quanten uf die relatib sehr wenigen ichen Betriebe über 54 Proz ait Hafer 67 Prozent der Leizen bestellten Anbaufläck der amtlichen Zählung ruh nindestens 55 Prozent der L ien Betriebsgrößengruppen Kutzen von den Getreidezöl Brot durch die Brotkornzöll nindestens 55 Prozent, so hauptet. Das landwirtschaft uch nicht ganz erfaßt. Eine wertvolle Ergänzun die ebenfalls jetzt publizierten Inteil der Landarbeiter und an der Bodenbewirtschaftun und ländlichen Tagelöhnerr am 12. Juni 1907 gezählt w 1 E. Sozialer Roman a Wie eine Eingebung kam innerte er sich einer jeden über den jungen Winston H schlußfolgerung, daß sein ge derr mit der roten Nelke in der ein Vermögen von zwe hatte. War es denkbar, das gab, die Geld zum Fortwer „Da ist Dodsons Kommis schnell her zu mir. Großer der kleine Bursche mit den r — he, sieh da, Brown— schn Sie doch wem all der Weizer vird Wer ist der Besitzer? :„Das geht Sie einen D sragte grob an.„Schlagen Ton an, wenn Sie mit mir Angestellter.“ Brown verschwand in de an Lawson.„Haben Sie gestern würde der Unverschä W2 sich bis auf den BodSchamlosigkeit!, O, die Se nich zu vernichten. Na, n zeigen, was eine Harle ist. heute morgen nur fünfzehn nen aber damit nicht weit lange fortdauert. Gehen Si daß er alles Geld auf seine nehmen soll, das er nur dafi Figend Geld haben, um Preis! Tun wir's nicht, si Swiftschen Farmen sind au Wütend an seiner Zigarr var und rücksichtslos von bahnte sich Leyser einen We er etwas zuflüsterte. Alse nahm, wurden neue Hochru so herzhaft wie bei dem er „Leyser verkauft aus,“ Stimme und starrte frech d dessen Blick drohend auf „Leyser verkauft aus und v z.„ Das ist eine Lüge, eine ### der Zorn fast überman entgegengeschleudert hatte, und erwiderte schließlich hei die lommen Sie mir vor! Nr. 73. Bielefeld, Sonnabend, 27. März 1909. 20. Das Proletariat auf dem Lande. s8e. Jede neue Veröffentlichung aus den Hauptergebnissen der landwirtschaftlichen Betriebszählung bringt weitere Beweise für die riesige Bereicherung der Großgrundbesitzer durch unsere auf hohe agrarische Zölle basierten Handelsverträge. Auch die soeben amtlich bekannt gegebenen„Ermittelungen über die Benutzung der Flächen der Landwirtschaftsbetriebe in Preußen 1907“ zeigen das gewaltige Uebergewicht einer im Verhältnis zur Gesamtzahl lächerlich geringfügigen Zahl von Großgrundbesitzern hinsichtlich der Versorgung des Marktes und damit das überwiegende Interesse, das diese Handvoll Großagrarier an hohen Getreidepreisen hat. Es ist selbstverständlich, daß diejenigen Landwirtschaftsbetriebe, die nur oder fast nur für den Eigenbedarf des Bewirtschaftens in Betracht kommen, von hohen Inlandpreisen für Landesprodukte keinen oder fast keinen Nutzen haben. Sofern sie die in der Eigenwirtschaft nicht erzielten notwendigen Lebensbedürfnisse dazu kaufen müssen, leiden sie sogar direkt unter der Verteuerung dieser Produkte durch den Zollschutz. Nun hebt die amtliche Statistik selbst hervor, daß die„kleineren Betriebe ihr Land ausschließlich oder vorwiegend zur Deckung des eigenen Bedarfs“ bauen, während die größeren Betriebe ihre Ergebnisse ganz überwiegend für den Handelsvertrieb gewinnen"..„ Fur die hier also auch von amtlicher Seite zugestandene Bedeutungslosigkeit der kleinen und kleinsten Betriebe für die Narktversorgung bietet neben den von uns bereits an anderer Stelle gebrachten Zahlen über die auf die einzelnen Betriebsgrößen entfallenden Anbauflächen folgende Statistik über die Bestellung der Anbauflächen nach Fruchtarten. Von je 100 hektar der mit den einzelnen Fruchtarbeiten bestellten Flächen entfielen 1907 in Preußen: Diese Tabelle ist für die Beurteilung unserer landwirtschaftlichen Eigenproduktion von entschiedener Bedeutung. Die Kleinbetriebe bauen vorzugsweise Kartoffeln an, und zwar, wie schon us der geringen Größe des zur Verfügung stehenden Landes uu schlußfolgern ist, in der Hauptsache für den Eigenbedarf. Die Kartoffel ist das traditionelle„Brot des armen Mannes“. körnerfrüchte, die vornehmsten Objekte der agrarischen Zollgesetzgebung, liefern die Kleinbetriebe wenn überhaupt, dann nur u geringzugigen Quanten an den Markt. Hingegen entfallen uf die relativ sehr wenigen großen und größten landwirtschaftichen Betriebe über 54 Prozent der mit Roggen. 59 Prozent der ait Hafer, 67 Prozent der mit Gerste und 72 Prozent der mit Leizen bestellten Anbaufläche! Man darf nunmehr auf Grund ler amtlichen Zählung ruhig die Behauptung aufstellen, daß nindestens 55 Prozent der Landwirte, d. h. die der beiden unteriien Betriebsgrößengruppen angehörenden, überhaupt keinen Rutzen von den Getreidezöllen haben, sondern auch ihnen ihr Brot durch die Brotkornzölle verteuert wird. Wenn man sagt nindestens 55 Prozent, so ist damit ourchaus nicht zu viel behauptet. Das landwirtschaftliche Proletariat ist mit dieser Zahl toch nicht ganz erfaßt. Eine wertvolle Ergänzung erfährt diese Statistik noch durch die ebenfalls jetzt publizierten Erhebungen über den selbständigen Anteil der Landarbeiter und ländlichen Tagelöhner in Preußen en der Bodenbewirtschaftung. Betriebe, die von Landarbeitern und ländlichen Tagelöhnern selbst bewirtschaftet wurden, sind n 12. Juni 1907 gejählt worden: Sozialer Roman aus Amerika von E. Dewitt *—(Nachdruck verboten.) . Wie eine Eingebung kam es über Leyser. In einem Nu erinerte er sich einer jeden Einzelheit, die er in den Blättern ider den jungen Winston Howard gelesen hatte und kam zu der Schlußfolgerung, daß sein geheimer Gegner kein anderer als der derr mit der roten Nelke im Knopfloch an Dodsons Seite war, der ein Vermögen von zwanziz Millionen, Dollar hinter sich hatte. War es denkbar, daß es unter den Sozialisten Männer gab, die Geld zum Fortwerfen besaßen?“ „Da ist Dodsons Kommis, Brown. Bringen Sie ihn einmal schnell her zu mir. Großer Gott! Hundertachtunddreißig! Ja, der kleine Bursche mit den roten Haaren da ist es, den ich meine — he, sieh da, Brown— schnell kommen Sie einmal her— sagen sie doch, wem all der Weizen gehört, der auf den Markt gebracht vird. Wer ist der Besitzer? Schnell, heraus mit der Sprache!" :„Das geht Sie einen D... an, Leyser!“ fuhr ihn der Gesagte grob an.„Schlagen Sie mir gegenüber einen anständigen Lon an, wenn Sie mit mir zu reden haben. Ich bin nicht Ihr Argestellter.“ Brown verschwand in der Menge. Leyser wandte sich zornig an Lawson.„Haben Sie die Frechheit vernommen? Noch #estern würde der Unverschämte den Hut vor mir gezogen haben und sich bis auf den Boden verneigt haben und heute diese Schamlosigkeit! O, die Schurken haben sich verschworen, um nich zu vernichten. Na, wartet nur, ich will euch schon noch seigen, was eine Harke ist. Passen Sie auf, Lawson! Wir hatten heute morgen nur fünfzehn Millionen Dollar bares Geld, komsten aber damit nicht weit, wenn dieser Preissturz hier noch lange sortdauert. Gehen Sie zum alten Swift. Sagen Sie ihm, daßz er alles Geld auf seine Farmen und sonstiges Besitztum aufnehmen soll, das er nur dafür bekommen kann. Wir müssen hinkeichend Geld haben, um den Markt zu halten. Um jeden Preis! Tun wir's nicht, sind wir verloren. Schnell! Ja, die Swiftschen Farmen sind auch für zweite Hypotheken gut.“ Wütend an seiner Zigarre kauend die schon längst ausgegangen var und rücksichtslos von seinen Ellbogen Gebrauch machend. sahnte sich Leyser einen Weg zu einem seiner Angestellten, dem er etwas zuflüsterte. Als er seinen früheren Stand wieder einsahm, wurden neue Hochrufe auf ihn laut, die aber keineswegs 19 herzhaft wie bei dem erstenmal klangen. *„Leyser verkauft aus,“ schrie ein Börsenbesucher mit lauter Stimme und starrte frech den großen Spekulanten an. Als er %ten Blick drohend auf sich gerichtet fühlte, wiederholte er: Leyser verkauft aus und verrät uns!“ :„Das ist eine Lüge, eine verdammte Lüge!“ rief nun Leyser, den der Zorn fast übermannte. Der Mann, dem er die Worte enkgegengeschleudert hatte, starrte ihn wiederum beleidigend an und erwiderte schließlich herausfordernd:„Was fällt Ihnen ein, Eig kommen Sie mir vor! Niemand hat zu Ihnen gesprochen!“ Da überhaupt eine landwirtschaftlich benutzte Fläche von 20,9 Millionen Hektar ermittelt wurde, so wissen wir nur, daß hiervon dem millionenköpfigen Heer der land= und forstwirtschaftlichen Arbeiter nur 1,4 Prozent zur Eigenbewirtschaftung zur Verfügung stand! Wieviel davon obendrein nur gepachtet war, geht aus der Statistik nicht hervor. Auch von diesen bessergestellten Landarbeitern hat also nur der kleinste Teil von den Agrarzöllen einen Nutzen. Um aber die Besitzverteilung„auf dem Lande", recht sinnenfällig zu machen, sei noch folgende Gegenüberstellung wiedergegeben. Es standen zur Verfügung: 443051 Landarbeitern.. 268 723 Hektar Anbaufläche, 18968 Großgrundbesitzern 4982388„„„„ Außer diesen 443051 Landarbeitern und Tagelöhnern mit kleinen Kartoffelackern stehen den 18968 Großgrundbesitzern aber noch mehrere Millionen landwirtschaftliche Proletarier ohne einen Fetzen Land gegenüber. Diese krassen Besitzverhältnisse erinnern lebhaft an die Agrarzustände im altrömischen Reich kurz vor seinem Zusammenbruch. Auch bei uns befindet sich die Hauptmasse des Bodens im Besitz einer geringfügigen Minderheit, die alle Vorteile der agrarischen Gesetzgebung in vollen Zügen genießt, während die millionenköpfige Schar der ländlichen Proletarier sich mit einem kläglichen Bruchteil des Ackerlandes begnugen muß. Praktischer Mulier= und Zunglingsschuc. Vor Kurzem besprachen wir die große Säuglingssterblichkeit in Arbeiterkreisen und ihre Hauptursachen; heute möchten wir jene Mittel besprechen, die geeignet sind, hier Wandel zu schaffen. Staat und Gemeinde haben gleichwichtige Aufgaben zu erfüllen, dies Ziel zu erreichen. Wohl wissen wir, daß die Erfüllung der Mutterpflichten erst voll gewertet wird in einer Gesellschaft, die zur Voraussetzung hat die weitgehendste menschliche Solidarität. Diese Gesellschaft ist die sozialistische. Erst in einer sozialistischen Gesellschaft können wir also damit rechnen, daß alles geschieht, was notwendig ist, um dem Volke gesunde Mütter zu erhalten, die gesunden Kindern das Leben geben können, für die dann gleichfalls im weitesten Maße Fürsorgeeinrichtungen getroffen werden, Einrichtungen, die ihrer Pflege und später ihrer Erziehung dienen. Dank der wachsenden Macht und Stärke der Arbeiterbewegung, die in der Erkenntnis der Massen und in ihrem Willen wurzelt, notwendige Reformen zu erzwingen, ist es aber auch heute schon möglich, vieles an praktischem Mutterund Säuglingsschutz durchzusetzen. Ein durchgreifender Kinder= und Arbeiterinnenschutz ist gleichzeitig der beste staatliche Mutter= und Säuglingsschutz. Wenn aber Hunderttausende von Kindern erwerbstätig sind, infolge der Erwerbstätigkeit in der körperlichen Entwicklung zurückbleiben oder gar organische Fehler und Leiden davontragen, so wird wohl selten daran gedacht, daß die, solchermaßen aus„Zwanzigtausend zu hundertfünfunddreißig— fünftausend zu hundertfünfunddreißig— dreitausend zu hundertfünfunddreißig.“ „Die kleinen„Bullen“ haben die Courage verloren,“ äußerte sich jemand in Leysers Nähe.„Sie sind es, die jetzt verkaufen, nicht die„Bären“, die sich mit solchen Kleinigkeiten nicht mehr abgeben und nur noch fünfzigtausendbüschelweise losschlagen.“ „Ob ich meinen Weizen verkaufen will? Aber ja, nur schnell! Ich kaufte dreiundzwanzigtausend Büschel zu hundertfünfundzwanzig— schnell weg damit— nur schnell weg damit, nur nicht eine Sekunde verlieren!" Die kleinen Bullen verloren in der Tat eben den Mut. Oben in der Galerie beugten sich Besucher in wilder Erregung weit über die Brüstung und verfolgten mit atemloser Spannung die Entwicklung des Schauspiels unter ihnen. Unter ihnen befand sich auch Wilson mit seiner Tochter Grace. Das Klicken der Telegraphenapparate, das Summen der Drähte, das markerschütternde Geschrei, die leidenschaftliche Bewegung der hin= und herwogenden Menge machten auf beide einen unbeschreiblichen Eindruck. In Wilson regte sich das Kampfblut seiner Vorfahren. „In Wahrheit ein zweites Moskau— ein Moskau des Weizen=Napoleons— Winston hatte wirklich recht behalten," rief Wilson erregt aus.„Irgend jemand drückte den Preis herunter. Gott, wie sie kämpfen! Weizen auf hundertachtzehn und ich erzielte gestern noch hundertdreiundfünfzig! Und alles haben wir Winston zu verdanken, Grace, ihm und keinem andern.“ „Ja,“ entgegnete sie sanft,„wir verdanken ihm alles.“ „Jetzt steht der Preis auf hundertsiebzehn. Wer mag dieser Unbekannte sein, der, wie Winston vorher sagte, ein Vermögen in die Schanze schlägt, um den Napoleon des Weizens bis in den Staub zu demütigen.“ „Wer ist Winston?“ fragte Grace.„Wer ist Winston, Vater? Sei überzeugt, daß er der Unbekannte ist, der diesen Kampf leitet.“ Die Dodson umgebende Menge wich einen Augenblick zur Seite und Grace beugte sich neugierig weit über die Brüstung: „Schau dorthin, Vater. Siehst du jenen Herrn im grauen Gehrock mit der roten Nelke im Knopfloch? Wer ist es nur? Schnell, gibt mir dein Opernglas.“ „Es ist Winston,“ sagte sie und gab das Glas ihrem Vater zurück.„Es ist Winston! So hat mich meine Ahnung doch nicht getäuscht! Jetzt verstehe ich auch, weshalb er uns für heute zu einem Besuche der Börse einlud, weshalb er uns diese Plätze reservierte. O, Vater, er ist sicherlich der Unbekannte, der dem Napoleon des Weizens hier sein Moskau bereitet!“ „Weizen auf neunzig und seit Eröffnung der Börse zwanzig, Millionen Büschel verkauft."„. 9 „Haben. Sie es fertig georacht, Lawson? Verfügen Sie über das Geld? Noch funf Millionen? O— damit können wir genug kaufen, um den Preis wieder in die Höhe zu treiben.“ gebeuteten und gesundheitlich geschädigten Kleinen, wenn sie erwachsen sind, außer ihrem levenslänglichen Siechtum, das sie davontragen, auch auf das Glück der Mutterschaft Verzicht leisten müssen oder aber nur kranke, sieche oder krüppelhafte Kinder gebären. Ein vollständiges Verbot der Kindererwerbsarbeit ist also nicht nur notwendig im Interesse der erwerbstätigen Kinder und ihrer bestmöglichsten, allseitigen Entwicklung, es ist gleichermaßen vonnöten im Interesse der kommenden Generation. Schon im Kinde soll der spätere Vollmensch, aber auch die kommende Mutter geschutzt werden. Das Gleiche gilt von den jugendlichen Arbeiterinnen, von den noch ledigen Frauen wie von den verheirateten. Es ist vollständig falsch, erst an einen Mutterschutz zu denken, wenn die Frauen schwanger sind und wenn sie geboren haben. Gewiß bedürfen sie dann eines erhöhten Schutzes mit Rücksicht auf ihren Zustand, aber beginnen muß der Schutz vor der Schwangerschaft, schon beim Kinde, fortgesetzt bei der Jungfrau, der Frau, der Schwangeren und der jungen Mutter. Die Einführung des Achtstundentages für alle Arbeiterinnen über 18 Jahre, des Sechsstundentages für die 14bis 16jährigen, wäre ein überaus wichtiges Stück Mutterschutz. Die Erfahrung hat gelehrt und wissenschaftliche Forschung hat es bestätigt, daß eine leichte Arbeit dadurch gesundheitsschadigend wirkt, wenn sie zu lange ausgedehnt wird. Eine 10= bis 11stündige Arbeit am Webstuhl, an der Spinnoder Nähmaschine, bei der Heimarbeit oder wo es sonst sei, noch dazu in dunstiger, staubiger Luft. wirkt auf die Dauer gesundheitsschädigend und zwar um so mehr und um so eher, falls noch Hausarbeit hinzukommt und falls noch für bereits vorhandene Kinder Arbeiten zu verrichten sind. Unendlich viel nationaler Reichtum wird darum dadurch zerstört, daß der Reichstag in seiner Majorität vor Weihnachten beschloß, statt des Achtstundentages(wie es die Sozialdemokraten beantragt hatten) den Zehnstundentag ab 1910 für die gewerblichen Arbeiterinnen einzuführen. Denn der größte Reichtum einer Nation ist doch zweifellos die Gesundheit und Leistungsfähigkeit seiner Bürger, der gegenwärtigen sowie der kommenden, die aber durch zu lange Arbeitszeit der Arbeiterinnen in hohem Maße Schaden leidet. Die kurzere Arbeitszeit von sechs Stunden täglich für die jugendlichen Arbeiterinnen ist vor allem dadurch bedingt, daß deren Körper noch in der Entwicklung begriffen ist und seine Widerstandskraft deshalb geringer ist als bei Erwachsenen. Im Interesse der Arbeitermütter und Arbeiterkinder muß außerdem vor allem ein Verbot jener Arbeiten und Arbeitsmethoden durchgesetzt werden, die ihrer ganzen Art nach den Organismus des Weibes besonders schädigen, die ihn unsä ig zur Mutterschaft machen, die das Kind im Mutterleibe schädigen und töten, die die natürliche Nahrung, die Mutterbrust, vergiften und in der Folge den Säugling töten. Zu diesen Arbeiten gehören die Beschäftigung bei der Herstellung von Bleiprävaraten, die bei Verarbeitung von Phosphor, Quecksilber, Schwefelkohlenstoff, der Arbeiten beim Tabak während der Schwangerschaft und der Zeit des Stillens usw. Dazu gehören ferner die Arbeiten an Maschinen mit Fußbetrieb, das Heben und Schleppen schwerer Lasten. Die zuerst genannten Arbeiten vergiften den Körper von Mutter und Kind, die zuletzt genannten Arbeiten zerstören ihn dagegen, verursachen Brüche, Unterleibsleiden und im weiteren Gefolge Früh= und Fehlgeburten, die neben den Totgeburten gleichfalls als Folgen der Vergiftung des weiblichen Organismus auftreten. Daß bei dem jetzigen Stand der Wissenschaft, der alle die schweren physischen Schädigungen von Mutter und Kind infolge solcher Arbeiten klar erkennen läßt, diese noch immer gestattet sind, ist ein drastischer Beweis für die Tatsache, daß der Profit, der immer steigende Profit, das Leitmotiv aller kapitalistischen Unternehmungen ist. Diese Tatsache wird gleichfalls klärlich beleuchtet durch den Widerstand, der von burgerlichen Parteien und Regierung unserer Forderung entgegengestellt wird. die Erwerbsarbeit für Schwangere auf 8 Wochen vor der Entbindung, für Wöchnerinnen auf mindestens 8 Wochen nach der Entbindung zu verbieten. Natürlich muß dieses Arbeitsverbot ergänzt werden durch die Verpflichtung der Krankenkassen, während dieser Zeit „Es ist das letzte Geld, das wir beschaffen konnten— Geld auf zweite Hypotheken— und wenn wir damit nicht das Verlorene einbringen, dann—“ An einer anderen Stelle des Saales sprach Winston:„Was sagen Sie da? Ich hätte zwei Millionen fünfhunderttausend Dollar verdient? Zusammen mit dem ursprünglichen Kapital macht das zehn Millionen fünfhunderttausend Dollar, und dazu kommt der Reservefonds von zwei Millionen Dollar. Kaufen Sie, sage ich, kaufen Sie, aber verkaufen Sie wieder ein Viertel von allem, was Sie kaufen. Wir dürfen ihnen nicht helfen, den Markt zu stürzen.“ Der Leyser=Swift=Klique starrte ein schmachvoller Zusammenbruch entgegen. Ihr Führer wußte es, daß er auf einem verlorenen Posten stand und Hoffnung vergebens war. Der gesamte Weizen, den Winstons Makler und die kleinen„Bullen" verkauft hatten, war in den Besitz der Lenser=Swift=Gruppe übergegangen und ihre verfügbaren Mittel hatten sich erschöpft. Da kehrte als Retter in der Not Lawson mit dem letzten Aufgebot in Gestalt von fünf Millionen Dollar zurück, die er auf die zweite Hypothek der Swiftschen Farmen aufgetrieben hatte. Mit diesen fünf Millionen mußte es möglich sein, den Markt aufs neue u gbullen“......„E. fEmge Een Brei Ja, es war möglich und es fiel gar nicht schwer, den Preis wieder in die Höhe zu senden. Die Verkäufe dauerten zwar fort, aber die Nachfrage überstieg das Angebot genau um ein Viertel. Noch immer war die Identität des Mannes, der den Preissturz veranlaßte ein tiefes Geheimnis. In der Börse, im Saal und auch der Straße wurde manch bekannter Finanzier als Urheber genannt, doch wollte keiner von diesen der Schuldige Die Weizenangebote dauerten fort und die Makler der Leyser=Swift=Gruppe waren willige Käufer. Aber auch der große Unbekannte kaufte, und als der Preis wiederum bis zu bunderteinundzwanzig geklettert war, hatten die letzten fünf Millionen Dollar des Napoleons des Weizens ihr Ende erreicht. Dann fiel die Entscheidung. Zweihunderttausend Büschel wurden plötzlich auf den Markt geworfen, fanden aber keine Abnehmer mehr.„. pift.Gnne a. Nachdem die Leyser=Swift=Gruppe Weizen in Höhe von achtzig Millionen Büschel gekauft und dafür im Durchschnitt fünfundneunzig Cents per Büschel gezahlt hatte, war ihr nicht ein einziger Cent verblieben, um den Weizen, der jetzt noch auf sie abgeladen wurde, zu kaufen Gegen ihre fünf hatte Winston zehn Millionen Dollar ausgegeben. Der neue Weizen, den er gekauft, kam ihn auf hundertzehn per Büschel zu stehen. Ihn jetzt von neuem auf den Markt zu werfen, bedeutete nicht mehr und nicht weniger, als den Verlust des ganzen Geldes für ihn. Seine Makler wurden in diesem Sinne bei ihm vorstellig. „Verkaufen Sie fortab in Posten von zweihunderttausend Büscheln. Verkaufen Sie, sage ich Ihnen, und wenn Sie auch nur fünfzig Cents per Büschel bekommen. Es ist mein Weizen, meine Herren, und ich kann damit machen, was ich will.“ Sich durch die Menze drängend, suchte Leyser Winsion auf. Unkerstühzung zu zahlen. Obgleich ärztliche Zeupgisse in großer Anzayl bezeugen, daß die Erwerosarbeit bis rarz vor der Entbindung die Qualität der Nachkommenschaft schwer schädigt, daß sie oft zu Frühgeburten, zu schweren Blutvere#sten führt, ist unsere Forderung eines erweiterten Schwanger= und Wöchnerinnenschutzes bis heute anerfüllt geblieben.„Die Industrie leide schwoeren Schaden", der Arbeitsprozeß werde zu lange unterbrochen“,„die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands auf dem Weltmarkte leide, wenn die Sozialpolitik die Industrie zu schwer belaste“, diese und noch mehr denn ein Schock anderer Einwände sind es, die von bürgerlicher Seite gegen die Erweiterung des Schwangeren- und Wochnerinnenschutzes geltend gemacht werden und die klärlich den Barbarismus der kapitalistischen Wirtschaftsordnung widerspiegeln, der das tote Eigentum höher bewertet als warmes, pulsierendes Menschenleben. Diesem„Recht“ der Sachen gegenüber haben wir natürlich um so energischer das Recht der Person, das Recht des lebenden, den kenden, fühlenden, und das Recht des werdenden Menschen zu verfechten. Sei es auf dem Gebiete des Kinder-, des Arbeiter= und Arbeiterinnenschutzes, sei es(was wir in einem späteren Artikel nachweisen werden) auf dem Gebiete der Versicherungsgesetzgebung. Brauchen wir nun auf allen Gebieten, wo es gilt, Klassenforderungen der Arbeiter zu vertreten und durchzusetzen, die Hilfe und Mitarbeit von Männern und Frauen des Proletariats so aber vor allem hier. Wenn irgend wo, so können wir hier die Frauen aufrufen zum Kampfe, zum Eintritt in unsere Kampfesorganisationen, in die sozialdemokratischen Vereine, und zur Mitarbeit daselbst, unter dem Hinweis:„Um eure Sache handelt es sich!" Je mehr ihr selbst zu Trägern obiger Forderungen werdet, je mehr ihr mutvoll und energisch um ihre Durchsetzung kämpft, um so früher werden sie erfüllt werden. — ag. Handlungsangestellte in London. Das Los der in den Geschäften der Weltstadt London angestellten jungen Leute ist kaum beneidenswert und höchstwahrscheinlich schlechter, als das unserer Handlungsangestellten in Deutschland. Lange Arbeitsstunden, schlechte Behandlung und Bezahlung sind chronische Klagen, wie Dr. Daser in der„Medizin. Klinik“ ausführt. Dazu kommt als wichtigster Uebelstand das sogenannte„living in system“. Viele Geschäftshäuser zwingen nämlich ihre Anhabenderen solches ohn ##en Bedölkerungsschichten ist Las Ergebais, sothelt Tichtr ohne verletzendes Eindringen in die Famienverpaltniß, hat erzielt werden konnen, recht unvefriedigend gewesen.## Kinder sind eben heute viel mehr nervösen Eindrücken ausgeset als früher, die an sich die Ruhe und Dauer ihres Schlafes störe .-9lez Angestellten haben dagegen haupt. ich wegen der damit verbundenen Beschränkung der versönlichen Freiheit seit Jahren vergeblich gekämpft. Außerdem fehlt in diesen Häusern häufig genug selbst der primitivste Komfort, auch lassen, wie Daser sich mehrmals überzeugen konnte, die hygienischen Einrichtungen dieser Kasernen recht viel zu wünschen übrig. Eine königliche Kommission, die sich mit dieser Frage seit 2½ Jahren beschäftigte, hat nun endlich einen Bericht gezeitigt, der zwar von schönen Reformen strotzt, die beteiligten Kreise aber nicht befriedigt, weil man mit dem schlechten System nicht brechen will. und außerdem lassen es die Eltern häufig an dem Zwang sebl der fast immer nötig ist, um die Kinder ins Bett zu bringer Alice Ravenhill hat in England nun auch Nachforschungn darüber angestellt, wie es mit dem Kinderschlaf bei der armere Bevölkerung bestellt sein mag und ihre Ergebnisse in der Zeit. Industrie, Handel und Verkehr. Straßendemonstranten n 20 Januar vor Gericht. In Ki. Der große Bankenmagen. Selten vergeht eine Woche, F. nicht ein paar private Bankgeschäfte von Banken oder Kernere attienbanken von Großbanken ausgenommen werden. Jetzt hat der Konzern der Deutschen Bank die Duisburg-Ruhr= orter Bank nach langeren Verhandlungen zur restlosen Angliederung übernommen. Die Duisburg=Ruhrorter Bank besteht seit dem Jahre 1874, ihr Aktienkapital, das anfangs 2 Millionen betrug, wurde mit der Zeit auf 12 Millionen erhöht. Ihre Geschäfte in Duisburg, Ruhrort, Homberg und Oberhausen gehen an die Essener Kredit=Anstalt über. Die Düsseldorfer Filiale (Niederrheinische Bank) wird der Bergisch=Märkischen Bank angegliedert. Die Essener Kredit=Anstalt und die Bergisch=Märkische Bank gehören bekanntlich zum Konzern der Deutschen Bank.„Die Essener Kredit=Anstalt besitzt bereits 4 Millionen Mark aktien der Duisburg=Ruhrorter Bank, zur Durchführung der Aufnahme wird das Essener Institut zu einer Erhöhung seines Aktienkapitals schreiten.— Aus der Reihe der privaten Bankgeschäfte verschwindet die Firma Gebrüder Fürth u. Co. in Hanau, sie wurde von der Mitteldeutschen Kreditbank erworben, die sie als Jiliale weiterführt. Kündigungen im Statistischen Landesamk. Im„Königl. Preußischen Statistischen Landesamt“ ist zirka 170 Beamten 1. April gekündigt worden. Wenn schon im allgemeinen solche Massenkündigungen zu bedauern sind, dann ganz besonders in solchen Fällen wie dem vorliegenden. Gerade Staatsbehörden sollten darin sehr vorsichtig sein, in Zeiten allgemeiner großer Vesgützigan dazu beizutragen, das Heer der zu vergrößern. Das um so mehr, wenn keine sach#ich zwingende Grunde zu der Maßnahme vorliegen. Solche können hier ganz entschieden bestritten werden. Vorläufig ist noch so viel Arbeit vorhanden, daß die Herren— bis zu ziemlich hohen Stellen hinauf— immer noch große Quantitäten Arbeit mit nach Hause nehmen, die sie teilweise unter Zuhilfenahme von Familienangehörigen fertigstellen. Und was bei dieser n e n v o r G e r i c h t. I n S t r i e g a u fanven am 20. Junuur Straßendemonstrationen statt; die Bevölkerung verlangte Aufhebung des Bürgerrechtsgeldes.— Wegen Teilnahme an einem Auflauf und ruhestörenden Lärms hatten sich jetzt sechs Genossen vor dem Striegauer Schöffengericht zu verantworten. Der Amtsanwalt beantragte gegen zwei der Angeklagten je 500 Mk. Strafe, gegen einen 100 Mk., gegen einen 50 Mk. und gegen zwei je 30 Mt. Das Gericht erkannte gegen 3 Angeklagte auf 45 Mk. wegen Auflaufs, gegen zwei Angeklagte auf 45 Mk. wegen Auflaufs und 6 Mk. wegen ruhestörenden Lärms. Ein Angeklagter wurde wegen ruhestörenden Lärms ebenfalls zu 6 Mk. Strafe verurteilt. Kleines Feuilleton. kfg. Zur Bekämpfung der Mückenplage. Wiederholt ist darauf hingewiesen worden, auch von Behörden, wie wichtig es ist, die stehenden Gewässer; in denen sich die Insekten im Larvenund Puppenzustande befinden, durch Uebergießen von Saprol oder Petroleum mit einer dünnen Decke zu versehen. Zu diesem Zweck eignen sich im allgemeinen sämtliche Saprolsorten. Vorzuziehen ist jedoch auf Grund praktischer Versuche verbessertes Saprol, das Schnaken=Saprol(Saprol für Larvenvertilgung), wie in der„Pharmazeutischen Zentralhalle" betont wird. Dem Petroleum gegenüber besitzt es folgende Vorzüge: Es ist nicht so eicht brennbar wie dieses, tötet nicht allein die Mückenbrut, sondern desinfiziert die Aborte und Dungstätten und macht sie geruchlos; seine Wirkung hält auch infolge der geringeren Verdunstung länger an, wie beim Petroleum. Es verteilt sich rascher, gleichmäßiger und selbsttätiger auf der Oberfläche. Gießt man es auf stehende Gewässer, so wird es vom Vieh nicht neggetrunken, es kann nicht zu Leucht= und Heizzwecken verwendet werden und riecht nicht so unangenehm wie Petroleum. Endlich kann die Ausführung der Desinfektion der Tümpel besser überwacht werden, da das Saprol auf dem Wasser sichtbarer ist als in Quadratmeter Wasseroberfläch Sei###tienangehörigen fertigstellen. Und was bei dieser Geimarbeit unangeneym veruhren kann, ist ein eigenartiger Zufall, der mit seltener Regelmäßigkeit sich wiederholt. Die Bearbeitung von Zählkarten wird nach Kreisen vergeben, die Be„„„„„ 17c#en de blung richtet sich nach der jeweitigen Kopfzahl der Gezählten. einen Kreis mit 5000 Personen schnappt, bekommt dafür doppelt soviel, als dem gezahlt wird, der einen Kreis erwischt, der nur 2500 Einwohner zählt. Der größere Kreis verursacht aber nur wenig Arbeit mehr als der kleinere. Nun sollen besonders die Herren Sekretäre insofern vom Glück verfolgt sein, „haltenne. Ffoße und die allergrößten Kreise als Heimarbeit „hanen.“ Es soll gar nicht selten sein, daß die besser bezahlten ar nicht selten sein, daß die besser bezahlten Weise im Monat noch 1000 Mk.— NebenDie eingestellten Hilfsarbeiter, die nur vier Beamten auf solche### verdienst erzielen. Die eingestellten Hilfsarbeiter, die nur vier Mark Tagelohn bekommen, haben wohl nicht sorches Glück mit " Und nun ist die Mehrzahl von ihnen gekündigt— obwoyl höhere Beamte immer noch Nebenverdienst machen können. Das sind Zustände. mit denen die vorgesetzte Behörde sich zu beschäftigen schleunigst Veranlassung nehmen 1. 5 Sie, junger Mann,“ rief er ihm ungestüm zu,„Sie haben ., vani hexvorgerufen. Was bezwecken Sie eigentlich damit? Gind Sie vieneicht verrückt geworden?" einen roten Cent mehr in Ihrer Kasse baben, Mr. Leyser,“ entgegnete Winston, und hielt dem unheimlichen Basiliskenblick, der ihn traf, furchtlos stand,„das ist der Grund weshalb ich jetzt verkaufe. Ich kaufte, so lange Sie . Ihr Geld zu Ende ging. Verstehen Sie mich „Sie verlieren jeden Cent.“ ag. Die Erdarbeiter am Panamakanal. Daß E nicht zu den leichtesten zu rechnen sind, ist bekannkt. In Verbindung mit anderen ungünstigen Umständen zeigen sich infolgedessen bei den Erdarbeitern verhältnismäßig schlechte Gesundheitsverhältnisse. Ganz besonders war das am Panamakanal der Fall, weil dort namentlich die Malaria in hohem Grade herrschte. Seitdem die Vereinigten Staaten von Nordamerika das unterbrochene Werk fortzusetzen begonnen haben, war ihr erstes Bestreben darauf gerichtet, die Fiebergegend zu sanieren. Die Erkrankungszahl für den Monat September 1908 wird auf 25 pro Tausend angegeben, betrug aber in dem gleichen Monat des Jahres 1906 37. Die Arbeitskraft hat sich seitdem um 16 200 Arbeitstage gehoben, die vorher verloren gegangen waren. Die Sterblichkeitsziffer läßt dieselbe Besserung erkennen, so daß jetzt, die Verhältnisse für die Arbeiter in dem Kanalgebiet Schlafdauer wird häufig an beiden Enden verkürzt, nämlich durc zu spätes Schlafengehen aus Unachtsamkeit gegen die besonderen Bedürfnisse eines Kindes und durch zu frühes Erwachen, weil sie durch die Lebensweise der Eltern auch in den Morgenstunden u Mitleidenschaft gezogen werden. Auch die Art des Schlafes is oft bedenklich, da die Kinder der Armen meist zu mehreren. ja bis zu fünf, in einem Bett schlafen. Es wäre zu wünichen, das solche Ermittelungen auch in anderen Ländern einmal statt fänden. .„Die, Flugmaschine ohne Motor. Diese Maschine provhezei Pros. Gaston Bonnier in den„Annales“. Vor einiger Zeit, io führt er aus, wurde berichtet, ein Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Prof. Marcel Deprez, habe die mathematische Erklärung des Vogelfluges gefunden und auf Grund seiner mathematischen Untersuchungen ein Flugmaschinenmodell in kleinem Maßstabe gebaut, das sich tatsächlich— ganz nach Wunsch— unter Benutzung eines Luftstroms an einer Stelle des Raumes schwebend erhalten oder gegen den Luftstrom bewegen läßt. Diese Versuche haben in letzter Zeit Fortschritt. gemacht, Das Flugmaschinenmodell ist ein Schema des Vogelkorpers: Eine gekrümmte Metallfläche, die den Flügeln entspricht, trägt eine Wachsmasse, den„Vogelkörper"; die Metallfläche läßt sich unter verschiedenen Neigungswinkeln einstellen, und wenn das Ganze dem starken Luftstrom eines Gebläses ausgesetzt wird, läßt sich damit der Schwebeflug der Vögel nachahmen. Hierbe ist es auch möglich, den Neigungswinkel so zu wählen, daß der Apparat weder steigt noch fällt, noch sich weiter bewegt, natürlich kommen dabei geringe Zitterbewegungen vor, sodaß man einen Vogel zu sehen glaubt, der gegen schweren Wind ankämpft. Noch überraschender wirkt ein anderer Versuch, den Deprez jüngst vorgeführt hat: ein kleiner Wagen, der auf Schienen läuft und zwar auf ansteigender Straße, wird mit einer Metallf'äche ausgestattet. Setzt man nun das Gebläse in Gang, so fängt, wenn die Metallfläche unter dem richtigen Winkel eingestellt ist, der Wagen an, gegen den Luftstrom und bergan zu fahren, um schließlich mit starkem Stoß gegen das Gebläse anzuprallen. Gaston Bonnier zieht hieraus den Schluß, es sei wohl möglich, eine Flugmaschine zu bauen, mit der man ohne Motor fliegen kann; zum Anfliegen müßte man einen erhöhten Ort wählen, natürlich müßte auch Wind vorhanden sein. Das wirkliche Fliegen würde aber große Uebung und vogelähnliche Gewandtheit voraussetzen. jetzt die Verhältnisse für die Arbeiter in dem K gunstiger kiegen als für die Bevölkerung in Newyork. Schutz dem Kinderschlaf! In der Fürsorge für die heranwachsende Jugend hat die Forderung genügenden Schlaf schon lange, ehe die Hygiene und Physiologie zu eigentlichen Wissenschaften geworden waren, eine der ersten Stellen eingenommen. Es sind jetzt etwa 50 Jahre vergangen, seit der berühmte englische Arzt James Paget den grundlegenden Beweis dafür lieferte, daß der richtige Wechsel von Tätigkeit und Ruhe für die Entwicklung des Kindes von der allergrößten Wichtigkeit ist. In den Stunden des Schlafes erfolgt der Aufbau des Körpers durch den Stoffwechsel am stärksten, und dieser muß beim Kinde besonders groß sein, weil sein Körper nicht nur nach Ersatz des durch die Lebenstätigkeit Verbrauchten, sondern auch nach weiterem Wachstum verlangt. Es haben nun in verschiedenen Ländern Erhebungen darüber stattgefunden, ob die Kinder im allgemeinen genügenden Schlaf genießen, und gerade für die wohlso würden seine Makler nicht weiter verkaufen, und wir könnten den Preis wieder in die Höhe treiben.“ „Sie würden das tun— Sie würden das ganz gewiß tun?“ „Bei dem Gedränge wird keiner acht geben— es bedarf nur einer Kugel— niemand wird sehen, wer sie abgibt. Sobald er aus dem Hruse ist, geht der Preis wieder in die Höhe, dafür gebe ich Ihnen mein Wort. Geht dies aber ungehindert fort, so wird der Preis auf fünfzig fallen.“ "„Wo ist mein Revolver? Ja, ich werde ihn aus dem Wege raumen.(Schluß folgt.) kfg. Körperliche Uebungen und Sauerstoffeinatmungen. Sauerstoffeinatmungen werden jetzt vielfach zu Heilzwecken verwendet. Wie zwei englische Aerzte im„British Medical Journal“ ausführen, sind sie auch von Wert bei Sportübungen, und zwar wird der Sauerstoff bequem durch einen kleinen Apparat erzeugt, der gleichzeitig auch zum Einatmen dient. Er besteht aus einem Gummiballon mit Mundstück und Hahn an einem Ende und einem Metallgefäß am anderen Ende. In das ietztere. das höher gehalten wird als der Ballon, gibt man 1 Würfel Oxalith(Nr. 203), während der luftleer gemachte Ballon etwa 1¾ Liter Wasser enthält. Beide werden dann geschlossen. Läßt man etwes Wasser in das Gefäß laufen, so bildet sich Sauerstoff und Aetznatron. Den ersteren atmet der Kranke aus den Ballon ein und schüttelt ihn gleichzeitig, damit das Aetznatros die gebildete Kohlensäure aufnimmt. Während der eine englische Arzt, Dr. Hill, die günstige Wirkung des Sauerstoffs an sich selbst, an Athleten, nämlich an Marathonrennern, an Arbeitern und an Pferden studierte und fand, daß Sauerstoß einatmungen kurz vor großen Anstrengungen den Betreffender befähigen, viel mehr und viel leichter zu arbeiten als sonst, begleitete Dr. Flack den bekannten Wettschwimmer Wolffe au seinem letzten Versuche 1908, den Kanal zu durchschwimmen. Nach 12 Stunden wurde er unruhig und verlangte, daß der Lotse den kleinen Dampfer verlasse und ihn in einem kleinen Boote begleite, da er fürchtete, seine Kräfte würden ihn verlassen. Nach 1¾ Stunden verlangte er dringend, aus den Wasser in das Boot gehoben zu werden, da er das Wettschwimmen aufgeben wolle. Man veranlaßte ihn nun, in Rückenlage Sauerstoff einzuatmen, was er auch vier Minuten lang ausführte. Nach dieser Zeit begann er wieder kräftig zu schwimmen, atmete jede Viertelstunde Sauerstoff ein und vatte den Erfolg, daß er bis etwa 1 Kilometer an die französische Küste kam. Leider mußte er aber sein Unternehmen doch noch wegen Krampfes infolge der großen Kälte aufgeben. Am nächsten Morgen war er völlig frisch, weshalb die beiden Aerzte glauben, daß er die Küste sicherlich erreicht hätte, wenn die Sauerstoffeinatmungen früher zur Anwendung gekommen wären. Vereins-Kalender. „bullten“, eine Lektion zu erteilen, die Sie Ihr ganzes Leben ang nicht vergessen werden. Ich glaube, daß Sie nie wieder in Weizen spekulieren werden, wenn ich mit Ihnen fertig bin. Ich bin Ihnen in dem Bewußtsein und der Voraussetzung entgegengetreten, jeden Cent meines in Weizen angelegten Geldes zu verlieren. Begreifen Sie endlich, be?“ Weizen meldeten. „Howard— wer ist das? Sie nicht sagen! Aber mit welch ein?— Er hat ein Vermögen von stand auf hundertundfünf, ohne daß sich Käufer Ein junger Sozialist?— Was nicht sagen! Aber mit welchem Recht mischt er sich hier n:— Er hat ein Vermögen von zwanzig von dem alten Grundeigentumshaifisch geerot. Ficht er Millionen Toulars So ein gemeiner Schuft! Er ruiniert uns.“ „Hurra für Howard!“ erscholl ein kräftiges Hoch aus dem Munde der entzückten„Bären“:„'ra! ra## ra!“ Leysers Gesicht zeigte Leichenblässe.„Das Spiel ist aus,“ sozialistischen Tarsch vint zund alles, alles verloren. Fluch dem Augenblick tauchte ein verstört aussehender Mann und meine Frau auf dem zlich von den aie er wie beiessen.„Ich bin erst diesen Augen„Seen zurückgekommen, und habe bis jetzt von den Vorgängen vni keine Ahnung gehabt. Jeder Cent, den ich be#lig in Peizen. Dazu auch das Vermögen meiner Frau. kuntertundneunzehn. Ich bin nun ruiniert, ruiniert, unzer#l# Kann mir jemand sagen, wer an dieser Panik Heiteres. Vom Rauchen. Ich sitze im Bahnabteil und rauche „Der Schaffner tritt ein. Er sagt höflich, aber entschieden: „tschuldigen— geraucht därf nur wern, wann es alle Mitreisenden gestatten. „Aber— ich bin doch allein?“ „Drum eben müssen der Herr warten, bis jemand einsteigt und Ihnen gestattet. Aus der Schule. Als ein„kritischer Tag“ prophezeit war. wurde viel vom Weltuntergang geredet. Da sagt Gretchen(ein „Wann die Welt untergeht— ich lauf' Frankfurter Kind): nach Sachsehause!“ Diagnostik. Frau Petermaier hat eben die Nachricht erhalten, daß ihr Mann, der sich seit längerem im Spital befindet, gestorben sei. Tief bestürzt eilt sie in das Krankenhaus und trifft dort den Journalarzt. „Um Gotteswillen. Herr Doktor, a so a Unglück, z'wegen was is er denn nur gestorben, der arme Peter?“ Der Journalarzt sieht in das Krankenbuch. „Nach der Internen an Kopftyphus— nach der Chirurgischen an B'asenkrebs. Aber trösten Sie sich, liebe Frau, die Pathologische wird schon Klarheit hineinbringen. Die nachstehenden durch Fettdruck hervorgehobenen Vereine gehören den in Betracht kommenden Zentralorganisationen an: Arbeiter=Radfahrer=Bund„Sol darität“, Arbeiter=Sänger=Bund Westfalen, Arbeiter=Turner-Bund. Sonnabend. Klub„Geselligkeit“ 9 Uhr bei Schneider, Kampstraße. Skatklub„Gut Glück“ 9 Uhr bei Schneider, Kampstraße. Skatklub„Gemütlichkeit“ 9 Uhr bei C. H. Apenbrink, Herforderstraße. Theaterklub„Olympia“ 9 Uhr bei Imkamp, Engerschestraße. Theaterklub„Thalia“ 8 Uhr bei Freudenau, Heeperstraße. Radfahrerverein„Dornberg 9 Uhr bei Wirt Bökenkamd, Babenhausen. Turn=Verein„Jahn“, Dornberg. Oerlinghausen. Arbeiter=Turnverein„Einigkeit" 9 Uhr bei C. Lücking. Minden. Arbeiter=Radfahrerverein„Vorwärts“ in der Tentralhalle", Ritterstr. 18(Eingang Trockenhof). Sonntag. Brackwede.„Brocker Männerchor“ 2—4 bei Karl Schröder. Porta. Gesangabteilung der Freien Turnerschaft 12½/—2½ Uhr bei Herrn Fricke. Montag. Diskutierklub 8 Uhr im Restaurant„Stadt Bielefeld". Männer=Gesangverein„Einigkeit“ 8½ Uhr bei Viertmann, Bürgerweg. Werther. Arbeiter=Turnverein„Irisch Auf“ 9 Uhr bei Brünig. Gütersloh. Gesangverein„Einigkeit“ 8½ Uhr. Lage. Kraft=Sport=Verein 8½ Uhr bei Karl Voß, Langestr. guten Bekömmlichkeit der Weizen zu hundertzehn. In wenigen Worten erklärte Leyser die Lage.„Wenn man den Menschen aus dem Wege schaffen könnte— Sie versichen, Eine alte Jungfer hat von der„„„„ Ziegenmilch gehort und beschließt, sich ein Ziegenlammchen zu kaufen und groß zu ziehen. Nachdem sie sich darüber unterrichtet hatte, welche Bedingungen zu erfüllen wären, um das Tier zum Milchgeben zu veranlassen, beauftragte sie ihre treue Dienerin, die alte Karnine, das Lammlein zum Bocke zu führen. Nach einiger Zeit kehrt Karline zurück und sagt in belehrendem Tone:„Dat geiht nich, Fröhlen, de ist sülwest(selbst!# „bzilgeen Buck!“ Jugend.) Arbeiter! Genossen. Es ist Parteipflicht für jeden Genossen, energisch und und#lässig für die„Volkswacht“ Abonnenten zu werben. Jetzt ist eine besonders günstige und erfolgverheißende Zeit für diese Tätte keit. Tue jeder seine Pflicht, den Gegnern zum Trutz, den kämpfenden Proletariat zu Nutz zur Agitation für die Arbeiterpresse! Abonnementöbreish für Bielefeld und Umgegend, wie bei sämtlichen Agenturen ins Haus gebracht 60 Pfg. mon sich. Durch die Post bezog 1.80 Mk. vierteljährlich exklus Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= u Feiertage täglich nachmittags Fernsprech=Anschluß Nr. 353 Nr. 74. Die heutige Nun Fu„Frrorssera Par Wie aber ist's mit paragraphen bestellt? Sch derung, wie sie die Novelle in der Richterrobe, den im zierenden Richter die Ver Erpresser nicht unmöglich, meint, die gegen die Arbei graphen rühre daher, weil: anderen dadurch beschädigt die der Begriff des rechtsy habe, mußten bei dem jetz werden: „... der Käufer, der droht, falls ihm nicht die für angemessen gehaltene De der mit Kündigung droht Mietzins nicht herabgeset beiter, der durch Drol Arbeitseinstellung die C sichtlich der Lohn= und Namentlich die letztgedac der Vorschrift im§ 152 tionsfreiheit im Widersp der Arbeitgeber wie der trage gewerblicher Lohnk beide Parteien werden d lungen zu vermeiden und Entlassung oder Arbeits fürchten müssen, daß Ae lungen aus der Natur! verfolgt werden.“ Deshalb empfiehlt ess bestand der Erpressung der ziehung anzupassen, insbese erst dann eintreten zu lasse beschädigt worden ist.— „Bei der vorgeschlag Grundsätze, die nach fest der Vermogensbeschädigu wendung kommen, auch h bei dem Zwange zum A für die Frage, ob eine Wert der beiderseitigen Dies hat zum Beispiel Lohnkampfes zur Folge, durch Androhung der E Arbeitslohns und umge Drohung mit Arbeitseir dann unter dem Gesicht macht werden kann, wenn Lohn im Mißverhältnisse leistung steht und die Tä Was wird für die Ar Denn wir möchten den d sehen, der nicht beweisen k nehmers geschädigt wird, w Löhne zu zahlen oder auf Oder daß das Vermögen er einer Gewerkschaft Bei die Vorlage gegen die Ve Erpresser vorzuschieben vo trachtung als ein Strohhal die Begründung noch dazu daß der Erpressungsparag wenden ist und erhält dur noch einen neuen Fingereei drehen kann. Indem er forderten Lohn im Mißve Arbeitsleistung stehend fin „Tatsache bei den Arbei Puppenspiel sein. Welchem Richter würd der Unternehmer seinen 2 Aussperrung aufzwingt, al leistung stehend zu erklaren nehmer sich dieser Tatsache nußt gewesen sei! Kein de iume auf solchen vermesse ganze bisherige Rechtsprec nie als Erpresser bestraft? mit der Aussperrung die versucht haben, auf die ihr Löhne einzugehen. Und n nau ansehen, so wird un Lage der Unternehmer s# schadigt nach der bisherige mögen des Unternehmers, Lohnes zwingt, denn er be nehmers nicht in dem Maf ### Unternehmer aber, de beschaftigen wird, wenn er geht, schädigt— immer n Rechtsprechung leben— ni bei den Arbeitern ist von kraft und die Möglichkeit ist kein„Vermögen im „ So entpuppt die famose lich als eine Maßregel, d kann,— obgleich das eige auf Grund des hier behar Erpressung anklagt— de stellt, als er heute steht! „Soll die empörende beiter als Erpresser ins man im Gesetz, daß der A#rchzusetzen, nicht unter d0nu.