— Abonnementsbreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Su Prrrirob LsSTUb Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. K Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abende tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ X. Gerisch& Co., Wieleseld. Nr. 72. Bielefeld, Freitag, 26. März 1909. 20. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten Die„Verbesserung“ des Erpressungsparagraphen. Das neueste Gelegenheitsgesetz, das die preußisch=deutsche Reaktion zusammengebraut hat, die Strafrechtsnovelle, ist wahrlich das Muster einer„Reform“, wie sie hierzulande bei den Vertretern des Klassenstaates beliebt ist. Unter einigen Schnipselchen Reformen birgt sie zwei faustdicke handfeste Verschlechterungen des bisherigen Rechtszustandes, die alles, was gebessert wird, an Bedeutung hundertfach in den Schatten stellen. Die eine ist der Anschlag auf das elende Bißchen Preßfreiheit, das die deutschen Zeitungsmänner heute noch haben, der Anschlag auf die dürftigen Rechte der Kritik vermittelst ungeheuerlicher Erhöhung des Strafmaßes und Verkümmerung des Wahrheitsbeweises; die andere die angebliche„Verbesserung" des Erpressungsparagraphen. Zum Schluß des Entwurfs zur Abänderung des Strafgesetzbuchs wird folgende neue Fassung des§ 253, der Bestimmung über die Erpressung, vorgeschlagen: Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Gewalt oder Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird wegen Erpressung mit Gefängnis nicht unter einem Monate bestraft. Der Versuch ist strafbar. In der jetzigen Fassung fehlen die im obigen Zitat gesperrt gedruckten Worte. Die Aenderung besteht also in der Einfügung der Bedingung, daß„das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt" wird. Damit soll nach der Versicherung der Begründung eine Einschränkung des Begriffs der Erpressung erzielt werden. Notwendig sei das, weil die bisherige„ungemein weite Fassung des Begriffs der Erpressung" zur Anwendung auch in zahlreichen Fällen geführt hätte,„deren Bestrafung als Erpressung mit der allgemeinen Auffassung, welche die Erpressung als ein ehrenrühriges Vergehen ansieht, im Widerspruch steht.“ Das ist nun allerdings in starkem Maße und nur zu oft der Fall gewesen. Der Erpressungsparagraph hat eine der häßlichsten Waffen gegen die Arbeiterbewegung liefern müssen. Die Auslegung dieses Paragraphen, seine Anwendung gegen die kämpfende Arbeiterschaft ist eine der schlimmsten Ausgeburten der Klassenjustiz, seine Geschichte seit Mitte der 80er Jahre eine ununterbrochene Reihe von Schandsäulen für die deutsche Rechtsprechung. Ehrenwerte Arbeiter, die nichts weiter getan haben, als im Interesse ihrer Berufsgenossen dem Unternehmer bei hartnäckiger Ablehnung der Arbeiterforderungen die Eventualität des Streiks vor Augen zu führen, wurden auf Grund einer nechtsauslegung, wie sie nur dem Kopfe von Richtern entspringen kann, die nie ein Hauch sozialen Empfindens und Verständnisses gestreift hat, die völlig im Banne der engsten Unternehmeranschauungen stehen, als Erpresser verurteilt. Die Scharfmacher in der Richterrobe, die das Bestehen des§ 152 der Gewerbeordnung nie geniert hat, obgleich er den Arbeitern das Recht zur Koalition und zum Streik gibt, deduzierten voll Scharfsinn also: Der Angeklagte hat für sich und seine Kameraden einen rechtswidrigen Vermögens vorteil erstrebt, denn er und seine Kameraden hatten auf höheren Lohn leinen rechtlichen Anspruch, und er hat diesen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu erzielen versucht, indem er den Unternehmer durch eine Drohung zu einer Handlung— Erhöhung der Löhne— zu nötigen suchte. Also ist er des ehrenrührigen Vergehens der Erpressung schuldig und mit soundsoviel Monaten Gefängnis zu bestrafen. Der nicht im Bannkreis der Stumm, Kirdorf und ähnlicher Scharfmacher wandelnde Sterbliche faßt sich entsetzt an den von###en er solche Ausführungeg liest, wie sie in Dutzenden von veutschen Gerichtsurteilen im Ncamen des Königs enthalten sind und die im Namen des Reichs vom höchsten deutschen Gesuyr, dem Peichsgericht, gls durchaus richtig bestätigt worden 7; Das Gerunge####d Geschraubte ist ihnen auf den ersten anzusehen. Schon die Definierung der angestrebten Lohnerhöhung als rechtswidriger Vermögensvorteil ist unerhört und kann nur dem Kopfe eines Menschen entspringen, der die Arbeiter als die Hörigen der Unternehmer ansieht, die verpflichtet sind, für ihn zu gleichbleibenden Bedingungen zu arbeiten. Diese Definierung steht im krafsesten Gegensatz zu dem in der Gezwax, nicht positiv verbürgten, aber doch zugealenen Recht der Arveiter, ihre Arbeitskraft so teuer wie mogzuz zu verkaufen, steht im krassesten Gegensatz zu der Auffassung, Versärsichhsbeite aine beim, Vextrazsgbschluß gleichberechtigte Personiichtent in. Dann wirv über auch im Grunde genommen das Koalitionsrecht des Arbeiters einfach verneint, wenn man eine Handlung, die zur Nützung eines Rechts erforderlich ist, und das ist die Ankündigung, daß die Arbeit eingestellt wird, falls die zorderungen nicht bewilligt werden, als strafbare Handlung ernärt wird. Kurz, diese Rechtsauslegung stand zu der Stellung des modernen Arbeiters im Arbeits= und Rechtsverhältnis im schreiendsten Widerspruch und war nichts weiter als ein Ausfluß Inschauung, die den Arbeiter für ein Geschöpf minderen Rechts als den Unternehmer, als einen Heloten ansah, der sich nicht gegen die Anordnungen des Brotherren auflehnen dürfe. Aber das alles hat nicht gehindert, daß diese Mitte der 80er Johre zuerst vom Leivziger Staatsanwalt und einem Leipziger sichterkollegium praktizierte Rechtsauslegung bald zum Gemeingut der deutschen Rechtsprechung wurde und daß ihr Geltungsgebiet immer weiter ausgedehnt wurde. Die deutschen Staatsanwälte lernten bald, auch den Arbeiter oder Arbeitervertreter als Erpresser zu infamieren, der einen Unternehmer, der den Lohn berabsetzte, zur Zurücknahme dieser Maßregel unter HinF##r auf die Möglichkeit eines Streiks bewegen wollte. Auch der versuch, den bisherigen Lohn festzuhalten, galt als ein Versuch, Inen„rechtswidrigen“ Vermögensvorteil zu ervressen, denn die #rbeiter hatten, ja auf den Lohn in dieser Höhe keinen Rechtsenspruch! Ja selbst, wenn der Unternehmer einen Tarifvertrag brach, war es möglich, den dagegen remonstrierenden ArbeiterIctreter wegen Erpressung zu verurteilen, wie verschiedene unvaydliche Gerichtsurteile zeigen, denn auch dann konnten die Plehrten, Richter keinen Rechtsanspruch der Arbeiter auf den im ab44 tgesetzten Lohn entdecken! kernt# dem Essen kam der Appetit; es dauerte nicht lanze, so eenten die deutschen Richter auch, den Erpressungsparagraphen auf Arbeiter anwenden, die ihre Berufskollegen zum Eintritt in die Organisation aufgefordert hatten. Hier mußten die Beiträge, die der angeblich Bedrohte der Gewerkschaft gezahlt haben würde, den„rechtswidrigen Vermögensvorteil“ vorstellen. Die Gewerkschaft hatte ja keinen Rechtsanspruch darauf! Mehr als zwei Jahrzehnte hat diese ungeheuerliche Rechtsauslegung, die für das unverbildete Rechtsempfinden ein Faustschlag ins Gesicht ist, die eine fortgesetzte schwere Beschimpfung der Arbeiterbewegung ist, gedauert, ehe die Reichsregierung das Bedürfnis empfand, etwas gegen sie zu tun. Schon zu Anfang der neunziger Jahre hat die Sozialdemokratie Anträge eingebracht, die bezweckten, diesem Mißbrauch des§ 253 einen Riegel vorzuschieben; mehrfach hat sie wieder auf diesen Schandfleck der deutschen Rechtsprechung anklagend hingewiesen, das Zentrum mußte die sozialdemokratischen Anträge für gerecht erklären— die Regierung rührte sich nicht! Jetzt endlich, wo sie eine Lex Eulenburg durchbringen möchte, scheint ihr eine Aenderung des Erpressungsparagraphen als Vorspann gut, der den mit dem Anschlag auf die Preßfreiheit und die Rechte der Kritik bepackten Karren durch den Hohln i des Parlaments bringen könnte. (Schluß folgt.) Uebersicht. Reaktionäres aus einer kleine Republik. Die Lübecker Bürgerschaft beschloß am Sonntag die Aufhebung der bisher bestehenden Freischulen und die Staffelung des Schulgeldes nach dem Einkommen der Eltern. Schulgeld soll bei einem Einkommen von 900 Mk. an erhoben werden. Ferner will man die Frequenz der einzelnen Klassen von durchschnittlich 37 auf 47 erhohen. Die Staffelung des Schulgeldes für die höheren Schulen nach dem Einkommen lehnte man ab, weil das„bedenklich“ sei. Die kleinen Leute kann man unbedenklich belasten. Stöckers Kalispekulationen. Die seinerzeit unwidersprochen durch die ganze Presse gegangene Behauptung, daß Stöckers oft genug öffentlich bekundete Abneigung gegen den„Giftbaum“ Börse) ihn nicht abgehalten habe, mit Kaliaktien der„AdolfGlück"=Grube Geld zu verdienen, findet jetzt durch Mumm, den Siegener Durchfallskandidaten und Schwiegersohn Stöckers, eine Bestätigung. In einem Artikel des„Siegener Volk“ gibt er zu, daß Stöcker die Aktien besessen habe, bestreitet aber die Spekulationsabsichten und die Höhe des auf 100000 Mk. angegebenen Verdienstes beim Verkaufe der Aktien. Die Einwirkung der Armenunterstützung auf öffentliche Im Reichsgesetzblatte wurde Dienstag das Gesetz vom 15. März 1909 publiziert, das einige kleine Verbesserungen gegen den bisherigen Zustand bringt. Der einzige Paragraph dieses Gesetzes hat folgenden Wortlaut: „Soweit in Reichsgesetzen der Verlust öffentlicher Rechte von dem Bezug einer Armenunterstützung abhängig gemacht wird, sind als Armenunterstützung nicht anzusehen: 1. Die Krankenunterstützung; 2. Die einem Angehörigen wegen körperlicher und geistiger Gebrechen gewährte Anstaltspflege; 3. Unterstützungen zum Zwecke der Jugendfürsorge, der Erziehung oder Ausbildung für einen Beruf; 4. sonstige Unterstützungen, wenn sie nur in der Form vereinzelter Leistungen zur Hebung einer augenblicklichen Notlage gewährt sind; 5. Unterstützungen, die erstattet sind.“ Furcht vor der Volksstimme über die Nachlaßsteuer und eine neue Grabschrift für Bülow. Die„Korrespondenz des Bundes der Landwirte“ schreibt zur Frage der Nachlaßsteuer in Nr. 22 vom 23. März: „Nach unserem Dafürhalien kann es kein für die Erhaltung unserer Staats- und Gesellschaftsordnung gefährlicheres Experiment geben, als gerade in Steuer=, besonders in Besitzsteuerfragen die Stimme der Volksmassen entscheidend zu berücksichtigen. Wenn das geschehen sollte, so würden unsere Steuergesetzgeber sich bald darauf berufen können, daß die Mehrheit des Volkes mit der ersten bescheidenen Besteuerung selbst des Gattenund Kindererbes nicht zufrieden sei, daß man deshalb weiter gehen müsse, bis die„Expropriation der Expropriateure" nach und nach ganz durchgeführt sein würde. Wollten unsere Abgeordneten sich nicht von ihrer eigenen Ueberzeugung, sondern von der Rücksicht auf die nur gezählten, nicht gewogenen Stimmen aus dem Volke leiten lassen, dann müßten sie angesichts der Reichs- und Staatsfinanznot eher für eine Herabsetzung, als für eine Erhöhung der Beamtengehälter in den mittleren und oberen Klassen stimmen...... Dem Herrn Reichskanzler aber müssen wir wegen seiner Bekehrung zu dieser von ihm früher mit treffenden Gründen bekämpften Erweiterung des Erbschaftssteuerrechts und nach dem früheren Urteil des ihm damals wie heute zur Seite stehenden preußischen Finanzministers die Anwartschaft auf etwa folgende von der früher erstrebten agrarischen abweichende Grabinschrift zusprechen: Es war dieser Kanzler, welcher für die Sozialdemokratie die erste bahnbrechende Kerbe in die durch völkische Tradition geheiligten Bande engster Familiengemeinschaft im deutschen Bauernstande schlug!“ Die Schädigung der mittleren und kleinen Betriebe durch das neue Tabaksteuerprojekt. Die„Frankfurter Zeitung" erhielt aus Bremen einen Artikel über die Tabaksteuerpläne und ihre Wirkung auf das deutsche Tabakgewerbe. Darin heißt es u. a.: „Am schwersten würde bei dieser Wertbesteuerung die mittlere und kleine Industrie leiden. Die wenigen Großfabrikanten pflegen in Bremen aus erster Hand manche Partien zu kaufen, und in Amsterdam die Einschreibungen(Tabakbörse) zu besuchen. Die mittleren können das nicht und müssen von der sogenannten zweiten Hand in Versandhäusern kaufen, in denen die Ware durch Unkosten: Kreditrisiko und eigenen Verdienst wesentlich teurer wird. Es erhöht sich dann auch die Steuer um den Betrag dieser Verteuerung, und endlich müssen die kleinen Fabrikanten, die allein oder mit wenigen Arbeitern wirtschaften, einzelne Ballen— natürlich Ballen von verschiedenen Sorten(Einlage, Umblatt und Deckblatt)— auf lange Zahlungsfrist kaufen, wobei sie hohe Preise anlegen müssen. Durch einen Wertzoll stellt sich bei ihnen der Einstandspreis schon auf 40 bis 50 Proz. höher als bei den Großfabrikanten. Folglich legt der angeblich von sozialpolitischen Grundsätzen geleitete Staat den kleinen Unternehmern eine um 40 bis 50 Proz. höhere Steuer auf, als den reichen Großunternehmern.“ Zentrumsverwaltungen. Bau Gegen Rheinischen z von 95000 Mk. zu verbergen, habe man bungen aus einer Unternehmung des Bauernvereins in die andere vorgenommen. Ein ebenso großes Defizit werde im neuesten Geschäftsjahr zu verzeichnen sein. Das Kölner Haus des Bauernvereins sei mit 620000 Mk. Hypothekenschulden belastet, obwohl es bei weitem keine 620000 Mk. wert sei. Eine ähnliche Mißwirtschaft hat sich bei dem Katholischen Gesellenverein herausgestellt, an dessen Spitze lauter bourgeoise Zentrumsgrößen und hohe Geistliche stehen. Die Spar= und Kreditkasse des Gesellenvereins ist mit 191000 Mt. bei dem Konkurs einer Kölner Malzfabrik beteiligt. Der Hauptinhaber dieser Fabrik ist eine Kölner Zentrumsgröße, die zugleich im Vorstand des Katholischen Gesellenvereins sitzt. Dieses Ehrenamt hat der Herr Großkaufmann und Fabrikant dazu benutzt, um diesen hohen Kredit zu nehmen, obwohl die Kasse für Handwerker und kleine Leute bestimmt ist. Etwa 150000 Mk. der Gesellenvereins=Kasse können als verloren gelten. Die jüngste Bilanz des Vereins macht einen jämmerlichen Eindruck: Bei 746 000 Mk. Aktiven sind allein 354·000 Mk. Wechselbestand und 130000 Mk. Hypotheken. Die Kasse befindet sich im Zustande der Krisis. „Altpreußische Sparsamkeit.“ Wie ein Koblenzer Blatt berichtet, sind dort folgende Herren aus Berlin zur Besichtigung einer aus Anlaß der kurzlich gewesenen Ueberschwemmungen in Niederlahnstein am Rhein errichteten Notbrücke eingetroffen und im Hotel„Riesen=Fürstenhof“ in Koblenz abgestiegen: Der Inspekteur der Verkehrstruppen. Generalleutnant Frhr. v. Lyncker mit Adjutant, der Kommandeur der Eisenbahn= brigade, Generalmajor Sturm, und der Kommandeur des Eisenbahnregiments Nr. 2. Oberst Messing. Ehe diese vier Offiziere erschienen, war die Notbrücke schon von sachverständigen Beamten der Eisenbahnverwaltung eingehend geprüft worden. Wenn die Militärverwaltung durchaus eine eigene Prüfung vornehmen lassen wollte, so konnte sie aus Koblenz, Köln oder Mainz einen ihrer Sachverständigen beauftragen, der für geringe Unkosten mindestens das nämliche geleistet hätte, wie die Berliner Exzellenzen mit ihrem Anhang. So aber sind wieder mal viele Hunderte für diese Spritztour an den Rhein verpulvert worden. Wir möchten auch wissen, in welcher Weise die technische Prüfung durch die Militärs vor sich gegangen ist. Der württembergische Bauernbund gegen jede Erbschaftssteuer. Obgleich im württembergischen Bauernbund mit verschwindenden Ausnahmen nur kleine und mittlere Bauern organisiert sind, die von der Nachlaßsteuer, wie sie die Reichsregierung plant, fast gar nicht oder nur geringfügig getroffen werden würden, hat sich der Ausschuß desselben dennoch durch eine öffentliche Erklärung der Stellung der Agrarier im Zirkus Busch angeschlossen. In der Erklärung heißt es: „Eine Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf Ehegatten und Kinder halten wir für eine durchaus verfehlte steuerliche Maßregel; dagegen sind wir bereit, zur Beseitigung der Finanznot des Reiches einer Besteuerung des Besitzes der Lebenden zuzustimmen. Wir bedauern die ablehnende Haltung der verbündeten Regierungen gegen eine Dividendensteuer, eine Umsatzsteuer auf großkapitalistische Betriebe(Riesenmühlen, Warenhäuser 2c.), sowie gegen einen Ausfuhrzoll auf Kohlen und Kali. Die Abgeordneten des Bundes der Landwirte und der Konservativen ersuchen wir um Ablehnung jeder Reichsweinsteuer und um Wahrung der den süddeutschen Brennern seither zustehenden Rechte. Dem neuen Vorschlage der Subkommission des Reichstags wäre das Monopol entschieden vorzuziehen.“ Der Bund der Landwirte will in Württemberg am 2. Mai dieses Jahres eine allgemeine Landesversammlung abhalten. Ein nationalliberaler Erbschaftssteuervorschlag. Die„Nationalzeitung“ bbringt einen völlig ausgearbeiteten Vorschlag betreffend eine neue Erbschaftssteuer, der ihr von der nationalliberalen Reichstagsfraktion zugegangen ist. Die Erben werden in vier Klassen eingeteilt. Bei der ersten Klasse— Ehegatten, eheliche Kinder, uneheliche Kinder aus dem Vermögen der Mutter, Abkömmlinge der genannten Personen— soll die Steuer einsetzen bei 10000 Mk. mit einem Prozent, steigend bis zu fünf Prozent bei einer Erbschaft von einer Million. Bei Klasse 2 beginnt die Steuerpflicht bei 2000 Mk. mit 6 Proz. und steigt bei einer Million Mark auf 16 Proz.; in Klasse 3— ebenfalls mit 2000 Mk. beginnend— steigt die Steuer von 10 auf 20 Proz., wenn die Erbschaft über eine Million beträgt. Endlich in Klasse 4— ebenfalls beginnend bei 2000 Mk.— steigt die Steuer von 15 auf 30 Proz. bei einer Erbschaft von einer Million. Diese Steuer ist als eine Erbanfallsteuer zu betrachten und soll rund 100 Millionen bringen.— Die„Nationalzeitung“ meint dazu, daß der Entwurf eine Grundlage bieten könne für die weitere Besprechung der Oeffentlichkeit und für die Beratung im Reichstage. Die neue Reichsversicherungsordnung soll im Laufe der nächsten Woche dem Bundesrat zugehen. Gleichzeitig wird der Gesetzentwurf veröffentlicht in Form einer besonderen Beilage zum„Reichsanzeiger". Diese Beilage wird auch als Broschüre gedruckt im Buchhandel käuflich zu haben sein. Aus dem Reichstag. Die Kommission für das Reichsbankgesetz hielt am 23. März wieder eine dreistündige Abendsitzung. Zu Artikel 2 lag ein Antrag Arendt vor, die Notensteuer abzuschaffen und dafür jährlich drei Millionen Mark Reichskassenscheine durch die Reichsbank aus dem Verkehr ziehen zu lassen und dem Reiche kostenlos zur Vernichtung zu übergeben. Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt. Der Artikel 2 der Regierungsvorlage fand hierauf Annahme gegen die Stimmen der Antisemiten und der Sozialdemokraten. Genosse Frank erklärte, daß wir gegen die Erhöhung des steuerfreien Notenkontingents stimmen, wie gegen jede Maßregel, die das Reich zugunsten der Anteilseigner benachteilige. Der Artikel 3, der die Reichsbanknoten als gesetzliches Zahlungsmittel erklärt, wurde angenommen, nachdem ein Antrag des Zentrums abgelehnt war, der verlangte, daß die Noten der Privatnotenbanken bei den öffentlichen Kassen des Reiches und der Bundesstaaten in Zahlung zu nehmen seien. Genosse Singer enklärte, daß die Sozialdemokraten gegen jede Ausdehnung der Privilegien der Privatnotenbanken stemmen. Bei Artikel 4 Abs. 1 wollte Graf Kanitz die Gelegenheit benutzen, in aller Eile und Stille die Doppelwährung einzuführen. Er beantragte, in souveräner Nichtbeachtung des deutschen Münzzesetzes,— daß die Reichsbank ihre Noten in Gold oder Silber einlösen könne. Die nächste Sitzung findet am Montag abend statt. Zur Beratung steht eine Resolution Kreth, den Reichskanzler um die Vorlegung eines Gesetzentwurfes zu ersuchen, der die Veröffentlichung der Bilanzen durch die Depositenbanken regelt und ein Muster für die Aufstellung der Bilanz vorschreibt. Ein Antrag Faßbender verlangt ein Aufsichtsamt für Bankwesen, in Verbindung mit dem Aufsichtsamt für Privatversicherung. * " Erfüllte agrarische Wünsche. Die Viehseuchenrommission des Reichstages hat am Mittwoch vormittag ihre langwierigen Arbeiten beendet. Der Gesetzentwurf, der ihr vom Reichstage nach der ersten Lesung im Plenum zur eingehenden Beratung übergeben worden war ist von unseren Parteirednern in allen Stadien der bisherigen Verhandlungen als geradezu gemeingefährlich für die Bevölkerung bezeichnet worden. Sie estimmungen chen, aber daß es mehr andere Paragraphen des Gesetzes sind, auf die die Herren Agrarier den größten Wert legten. sind das die Bestimmungen, die die Maßnahmen gegenüber dem Auslande treffen— sobald die Agrarier wünschen, daß zwecks beabsichtigter Preistreibereien dieses oder jenes„tierische Erzeugnis“ oder dieser oder jener„giftfangende Gegenstand“ von der Einfuhr abgesperrt werden sollen. daß das Gehalt des Staatssekretärs v. Tirpitz ohne Debatte nalsystems vielfach miteinander verbündek, Die auch die Am. bewilligt wurde, schließt diese Presse folgendes: sozialisten in Kopenhagen eine Koalition der Konservativen u### „In, dem Schweigen des Reichstags tag eine elementare sagenannten CLihargley derstellte:„““ Kundgebung, die im Auslande und in Deutschland zweifellos, richtig verstanden werden wird.“ Diese Schlußfolgerung beruht auf völliger Verdrehung der Tatsachen. Kein Mensch hat an eine Kundgebung gedacht, die unter diesen Umständen ihre Spitze gegen Englano hatte richten müssen. Der Vorgang war einsich der: Unter allgemeiner Unaufmerksamkeit und selbst für die zunächst stehenden Abgeordneten völlig unverständlich, berichtete der Referent, Abg. Frhr. v. Thünefeldt, über den Titel„Sigatssekretär“: Kaum hatte er geendet, als der Präsident auch schon verrunbere, die Diskussion sei geschlossen. In rascher Aufeinanderfolge wollte er die Nummern der einzelnen Titel ablesen, wurde daran aber plötzlich gehindert durch unsern Genossen Singer, der die im Parlamentsbericht verzeichnete Erklärung abgab.— Daß die bürgerlichen Parteien in keine Diskussion eintraten, erklärt sich nicht daraus, daß eine Kundgebung beabsichtigt war, sondern daraus, daß die englischen Flottenabrüstungsvorschläge beim Etat des Reichskanzlers erörtert werden sollen. Es handelt sich also bloß um eine Verschiebung der Erörteruag dieser Angelegenheit und es ist begreiflich, daß der Reichstag den Wunsch hegen mußte, diese Erklärung in Anwesenheit des Reichskanzlers vorzunehmen. Was von sozialdemokratischer Seite zum Marine=Etat zu sagen war, das konnte auch in der Spezialdiskussion gesagt werden und in der Tat hat ja auch Genosse Severing die Wünsche und Klagen der Werftarbeiter vorgebracht.— Gegen eine gegen England gerichtete Kundgebung würden die Sozialdemokraten selbstverständlich sofort Einspruch erhoben haben. Zur Situation auf dem Immer mehr macht sich das Uebergewicht der Stellung iuem anderen jetzt noch jetzt den lächerlichen Führer der den Kronprinzen von Serbien, mit sogenannten Liberaten barsteuten, und ebenso die Missionsleute denen sich mißvergnügte Liberale angeschlos## hatten. Ueber das Ergebnis der Stadtratswahlen in der Provinz liegt jetzt eine zusammenfassende Uebersicht vor.„ den 72 Provinzstädten Dänemarks wurden im ganzen 137622 Stimmen abgegeben, und von diesen kamen auf die Sozialdemo. kratie 54 328. Es sind 265 sozialdemokratische Stadtratsmit, glieder gegen bisher 110 gewählt, während alle anderen Parteien. einschließlich der Radikalen, die ja ihrem Parteiprogramm nach auch Kommunesozialismus mitmachen wollen, 512 Mandate erserbischen Kriegspartei, woßert den bloßen Verdacht hin, daß aus dem Auslande„irzend.„Immer mehr. macht, sich das Uebergewi per eine Seuche droht, die noch gar nicht näher erkennbar ist, Oesterreichs geltend, es kommt ihm zu allem kann nach dem neuen Viehseuchengesetz in Zukunft jede Grenze s der Zufall zu Hitfe, der gerade jetzt den lächer sozusagen jedwede Einfuhr gesperrt werden. In den mehr serbische als einjährigen Verhandlungen der Kommission ist von unseren Vertretern Stolle, Stücklen und Scheidemann immer wieder nachgewiesen worden, welche geradezu gemeingefährlichen Bestimmungen das neue Gesetz enthält. Das hat alles nichts genutzt. Die Wunsche der Agrarier auf Erhöhung bestimmter Zollsätze und auf Einführung neuer Zölle, wie z. B. auf Milch und Rahm, sind nicht zu verwirklichen, solange die gegenwärtigen Handelsverträge in Kraft sind. „Alles was den Herren Notleidenden an Wünschen auf zollübr müssen. In zwei Städten: Aarhus und Nostved, hat die Sozialdemokratie die absolute Mehrheit im Stadtrat erhalten, während in 8 Städten die Wahlen so ausfielen, daß die bürgerlichen Parteien nur ein Mandat mehr haben als unsere Genossen. Jeden. falls wird die Sozialdemokratie, die ja jetzt schon ihrer Stimmenzahl nach die größte Partei ist, nach Verlauf von 4 Jahren in einer sehr großen Anzahl von Städten die Mehrheit gewinnen. zumal wenn durch eine bessere Konjunktur die Zahl der steuer. zahlungsfähigen Arbeiter vermehrt wird. Ueber das Ergebnis der Wahlen zu den ländlichen Gemeinderäten, den„Kirchspielräten“, liegt eine zusammenfassende Uebersicht noch nicht vor, jedoch haben die nach und nach eingelaufenen Berichte gezeigt, daß die Sozialdemokratie auch auf dem Lande, teilweite sogar überraschende, gute Erfolge erzielt hat. In mehreren Kirchspielräten hat sie sogar die absolute Mehrheit gewonnen,„Die Bedingung der zweijährigen Seßhaftigkeit in der Gemeinde hat auf dem Lande offenbar nicht so schädlich für unsere Wählerschaft gewirkt, wie in den Städten weil das kleinbäuerliche Landproletariat seßhafter ist als das industrielle Stadtproletariat. volilischem Geviet sowie in bezug auf Grenzsperren noch übrig geblieben war, ist jetzt verwirklicht worden durch das Viehjeuchengesetz. zrarisch ist Trumpf! von den Sicherheitsmännern bezw. den Arbeitern üder Tage. eng Prr her stets über 100 betrggg,zgsheählt werden mus. sen, aue Verbesserungsantrage der Sozialdemotraten wurden irde auch, daß der Arbeiterausschuß Aus dem Landtag. Die Berggesetzkommission hielt am Mittwoch eine Sitzung ab, in der es mit der Verschandelung der Regierungsvorlage immer weiter vorwärts ging. Bezüglich der Arbeiterausschüsse, daß sie in ihrer Mehrzahl en Sicherheitsmännern bezw. den Arbeitern* stets über 100 beträgt, timmt. Abgeießar mrae „hestens Pstatt Phslie: unw, n der A. minor g#### ie igla. Mitgliedern bestehen muß, und daß ein Sach eite rau He-Hesegschaf mindestens 200 bezw. mindestens vo0 Mann ger. legsugft, entfallen soll. Erst auf 500 Arbeiter in ihrem Antrag 3.8 Zsser k schrieben die Konser„Arbeitervertreter“ statt„Mitglieder des Arbeiterausschusses, wie der sozialdemokratische Antrag verbesserteg„Der. Antrag, wurde angenommen. Alle sozialdemotrarischen untrage, die sich auf die Aufgaben der Sicherheitsiner beziehen, wurden abgelehnt, so besonders die wöchentKontrolle, dann das Recht der Belegschaft, Einsicht in das Fahrbuch zu genmen, ferner die Berechtigung des Sicherheitsmunnes, die Mißstande dem Bergrevierbeamten direkt zu melden. Die Konservativen hatten verlangt, daß der Sicherheitsbeamte auch zu melden habe alle die Sicherheit der Grube gefährdenden Uebertretungen der bergpolizeilichen Vorschriften. Mit dieser Bestimmung sollten die Arbeiter getroffen werden. Die Konservativen erklarten, das sei zwar Züchtung eines Denunziantentums, aber das schrecke sie nicht. Zu einer lebhaften Diskussion kam es bei den Bestimmungen über die Tragung der Kosten. Die Regierung wollte die Kosten der Werksverwaltung, die Sozialdemokraten dem Staate, die Nationalliberalen der Werksverwaltung und der Belegschaft, die Konservativen der Werksverwaltung, dem Staate und der Belegschaft auferlegen. Der konservative„Antrag wurde angenommen, obwohl von sozialdemokratischer Seite und auch vom Minister darauf hingewiesen worden war, daß eine Heranziehung der Arbeiter zu den Kosten gesetzlich unmöglich ist ** Die Abgeordneten=Immunität. Die Justizkommission des preußischen Landtags beriet am Mittwoch abend die gleichlautenden Anträge Borgmann und Genossen und Träger. Die Anträge verlangen eine Abänderung des Artikels 84 der Verfassung und bezwecken, daß ohne Genehmigung des Landtags kein Abgeordneter zur Strafvollstreckung verhaftet werden darf und daß iede Strafhaftf e werven barf, und baß jebe Strafhaft für die Dauer der Sitzungsperiode aufgehoben werden muß, wenn die Kammer es verlangt. Der sozialdemokratische Antrag wollte die Vorlegung des Gesetzes noch in dieser Session, der Antrag Träger wünschte tunlichste Beschleunigung. Der Berichterstatter behandelte die Anträge sehr ausführlich und empfahl Annahme. Die Konservativen erklärten sich gegen jede Aenderung, mit der Motivierung, daß, wenn der Abgeordgete zur Zeit der Wahl in Strafhaft sitzt, dann wissen es die Wähler und brauchen ihn nicht zu wählen; wird er während der Tagung in Strafhaft genommen, dann soll er sein Mandat niederlegen; den gleichen Ausweg könne ein Abgeordneter einschlagen, wenn er zwischen zwei Sessionen in Strafhaft und bei Beginn der Tagung nicht wieder entJeder avgeordnete habe sich so zu benehmen, daß er nicht bestraft werde.— Die Nationalliberalen erklärten sich deshalb gegen die Anträge, weil das Parlament nicht in die Lage kommen dürfe, richterliche Urteile nachzuprüfen. Das wäre ein Judilatur. Von freisinniger Seite wurde beantragt, die Regierung zu ersuchen, sie möge den Bundesrat peranlassen, daß ein diese Materie regelndes Reichsgesetz geschaffen werde. Auch die Freikonservativen erklärten sich gegen eine Aenderung des bestehenden Zustandes schon deshalb, weil sie gegen jede Beschränkung des Begnadigungsrechts seien. Das Untersuchureshaft gugip für weniger wichtig als die Untersuchungshaft und erklärte, für die Anträge zu stimmen, obSozichherroiratischen Mitglied wurde erklärt, daß das BegnadiAöggarsmeteriet Fiesen Antrügen gar nichts zu tun habe. Der Intereste des g esamten Volkes, es steht also das sei von unters" ant Volkes in Frage. Die Kompetenzfrage sich einer farsesarstik, Bedeutung. Auch die Gerichte müßten munität auch aus.... i u fügen, wenn die ImFreisinnige Antragstellerstreckung eingeführt perde. Der Antrag, und erllärt sich veer undet in eingehender Weise seinen den Bundesrat ersuchen gegen den Vorschlag, daß die Regierun; Ein solches Ersuchen entspreche s seslich zu renel:. nicht der Bedeutung des Abeeordnetenhauses, das selber für seine Mitglieder einzutreten habe. Abstimmung wurde der sozialdemoa Sticenint=ha.sehnt(Ge Stimme der Freisinnizen mit 8 gegen 5 Srimmen abgeleynt. Gleichfalls abgelehnt wurde der Antrag, im Bundesrat auf eine Regelung der Sache hinzuwirken.— Daait waren ale Anträge ahgeleshat. T4che binzupiriet.— Politische Falschmünzerei. Die Sitzung des Reichstags vom Mittwoch gibt der ScherlPresse Anlaß, politische Falschmünzerei zu treiben. Daraus, Am Mittwoch der vorigen Woche befahl der Kronprinz dem Diener am Morgen, er möge ihm seine Garderobe bringen. Der Diener tat dies, stellte die Stiefel vor den Sessel und legte die Beinkleider seitwärts davon. In der Zerstreuung zog der Kronprinz zuerst die Stiefel an, und der Adjutant, der in diesem Augenblick in das Zimmer trat, machte ihn auf seinen Irrtum aufmerksam. Darob geriet dieser in einen Wutanfall und stürzte sich mit fürchterlichen Schimpfworten auf den Diener, schlug ihn mit der Faust mehreremal ins Gesicht, warf ihn zu Boden und trat ihm mit dem gespornten Stiefel gegen den Unterleib. Ein Bruchband, das Kolakowitsch trug, platzte infolge der Fußstöße, und das Eisen im Bruchband drang dem Unglücklichen in den Leib. Kolakowitsch wurde bewußtlos ins Spital übergeführt. Der König. von dem Vorfall verständigt, besuchte sofort den Diener im Krankenhaus und bat die Aerzte sehr, alles zu unternehmen, damit Kolakowitsch gerettet werde Er war aber nicht zu retten und starb an den Folgen der Mißhandlung. Belgrad, 26. März. Ueber die Vorgänge, die zum Verzicht des Kronprinzen führten, wird jetzt folgendes bekannt: Vorgestern fand ein Ministerrat statt, in welchem auch die Ausführungen des Blattes„Zwono“ wegen Ermordung des Dieners des Kronvrinzen durch denselben besprochen wurde. Es wurden sofort Stimmen laut, daß das Verbleiben des Kronprinzen in der Armee nicht mehr angängig sei und beschlossen, daß, wenn der Kronprinz nicht auf alle Ehren verzichte, er aus der Armee ausgestoßen wird. König= Peter ließ den Kronprinzen noch abends zu sich berufen und verlangte von ihm im Sinne des Ministerrats den Verzicht auf die Thronfolge. Nach langem Kampf fügte sich der Kronprinz. Belgrad, 25. März. Die Verzichtleistung des Kronprinzen ist unbedingt notwendig gewesen, weil sonst die Skupschting, selbst die Aberkennung seiner Rechte ausgesprochen hatte, worüber alle Parteichefs sich mit Zustimmung des Königs bereits schlüssig geworden waren. Den Anlaß gab die tätliche Mißhandlung seines Dieners Kolatowitsch. Es wird an seinem normalen Geisteszustand stark gezweifelt. en 25. März. Hier wurde heute ein sehr bestimmt auftretendes Gerücht verbreitet, daß Kronprinz Georg in der heutigen Nacht fluchtartig Pelarad verlassen habe. Nun ist ja die Persönlichkeit dieses Rowdies an und für sich 29P.„ inhedeutend, dennoch bedeutet sein Verschwinden vom S gerade im jetzioen Augenblick eine Schwächung der Partei, die allein bei ihrer Verantwortungslosigkeit einen lokalen Krieg entfesseln könnte. Geradezu komisch klingt es, wenn immer noch von gewisser Seite die Lage als äußerst drohend geschildert Folgende Nachrichten lassen erkennen, daß Oesterreichs vollständiger Erfolo vollkommen gesichert ist. Varis, 25. März. Wie mitgeteilt wird, hat die russische Pegierurg„in London formell erklären lassen, daß sie der Annerion Bosniens und der Herzegowina durch Oesterreich= Ungarn zustimme. Die französische, englische und russische Rezierungen geben sich der Hoffnung hin, daß dieser versöhnliche und entgegenkommende Schritt Rußlands den Grafen AehrenFal, bestimmen wird, der Redaktion der zukünftigen serbischen ### keine besonderen Schwierigkeiten mehr in den Weg zu „I9758=.25, Wärz.„In der Nacht erhielt das diesige Auswärtige Amt die Mitteilung, daß Aerenthal sich mit dem englischen Botschafter Cartwriaht über eine von Aerenthal für annehmbar erklärte Antwort Serbiens geeinigt habe. Dänemark. ge. Die Erfolge der Sozialdemokratie bei den Kommunalwahlen. Während der ersten Hälfte dieses Monats haben bekanntlich in allen städtischen und ländlichen Gemeinden Dänemarks die Neuwahlen der Gemeindevertretung stattgefunden. Man sah diesen Wahlen mit um so größerer Spannung entgegen, als es die ersten waren nach Abschaffung des Zweiklassenwahlrechts(in Kopenhagen, wo das gleiche Wahlrecht schon bestand, Wahlrechts auf das weibliche Geschlecht und auf die Dienstleute, die bisher ebenso wahlrechtslos waren, und Einführung des Provortionalsystems. Das Proportionalwahlsystem ist besonders auf Drängen der Konservatiyen eingeführt worden, um den Fortschritt der Arbeitertlasfe zu hemmen. Besonders in Kopenhagen, wo nach dem alten Wahlsystem bestimmt, vorauszusehen war, daß im Laufe der Jahre auch der letzte Antisozialist aus der Bürgerrepräsentation verschwinden werde, hatten die Antisozialisten große Hoffnungen auf das Provortionalsystem in Verbindung mit dem Frauenrecht und der Steuer zahlungsklausel, die hier die Steuerveranlagung sklausel zum Mindesteinkommen von 1000 Kronen abloste, gesetzt. Tatsächlich haben 8378 von den 134840 Wahlberechtigten in Kopenhagen wegen Steuerschulden ihr Wahlrecht inbüßen müssen.„Die turchtbare Wirtschaftskrise machte natürlich auch hier ihren Einfluß geltend. Die Hoffnungen der Antisozialisten haben sich jedoch nicht erfüllt. Die Sozia demokratie hat von den 95329 abgegebenen Stimmen 44849 erhalten und kehrt Beratung Verhlung über die zu beobachtende m 1 Uhr waren die BlockfühHernirkstrrungsorrfacht dis Hlocrisses. Berlin, 25. März. Obwohl heute wegen des katholischen Feiertages, Maria Verkündigung, im Reichstage weder eine Plenarsitzung noch Kommissionssitzung stattfinden, waren die Ceuloirs schon vom frühen Vormittag an stark gefüllt. Fast alle in Berlin anwesenden Mitglieder des Hauses hatten sich eingefunden, um Erkundigungen einzuziehen und über die durch die Aufkündigung des Blocks geschaffene vollständig unklare Lage zu beraten. Die Freisinnige Fraktionsgemeinschaft wird morgen zu einer gemeinsamen B Haltung zusammentreten. Um 1 Uhr waren die Blockfuhrer zu einer Besprechung mit dem Reichskanzier selbst nach dem Reichskanzlerpalais eingeladen worden. Weiter meldet das„Berliner Tageblatt":„Die Konservativen haben selbst heute früh schon erkärt, daß sie die Aufkündigung des Blocks nicht ernst gemeint hätten. Sie wollten den Freisinnigen nur zu Gemüte führen, Im übrigen hat sich dadurch an der Absicht des Reichskanzlers. die Reichsfinanzreform mit dem Block und nur mit dem Block zu machen, nichts geändert. Man ist der Meinung, daß sich die Blockparteien wieder zusammenfinden würden, wenn von beiden Seiten etwas nachgegeben werde.“ „ Berlin, 25. März. Der offiziellen Mitteilung des Vorsitzenden der konservativen Reichstagsfraktion an den Abgeordneten Bassermann über ein Zusammenarbeiten mit dem Zentrum in der Frage der Finanzreform ist, wie verkautet, ein Angebot des Zentrums an die Konservativen voraufgegangen, die bestehende Branntweinliebesgabe nicht nur zu verewigen, sondern durch Verstärkung der Spannung von bisher 20 auf 25 Mark sogar noch zu verstärken, also eine neue neben der alten Liebesgabe zu schaffen. Diesem Angebot scheinen die Konservotiven erlegen zu sein. Berlin, 26. März. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt in ihrer heutigen Nummer folgende halbamtliche Erklärung:„Die Presse ergeht sich in Vermutungen über die Stellung der Verbündete bet tet daß der Bedarf an neuen Einnahmen nicht nur durch die Besteuerung von Genußmitteln, die dem Massenverbrauch unterliegen, sondern auch durch eine allgemeine Belastung des Besitzes aufgebracht werde. Sie lehnen es ab, diese Besitzbelastung in der Hauptsache durch Matrikularbeiträge oder sonst in einer Weise geschehen zu lassen, welche die für die eigenen Aufgaben der Bundesstaaten unentbehrlichen Steuerquellen(Einkommensteuer, Vermögenssteuer) angreift. In der Erweiterung der Erbschaftssteuer erblicken sie nach wie vor die zweckmäßigste Form der Besitzbelastung. Sie vertrauen darauf, daß es gelingen wird, auf der Grundlage ihres Programms in gemeinsamer Arbeit mit dem Reichstage der Finanznot des Reiches ohne Zeitverlust Abhilfe zu schaffen. „ Berlin, 25. März. Wie der„Lokal=Anzeiger“ hört, hat sich unterstaatssekretär v. Loebell heute vormittag in den Reichstag begeben, um mit den Führern der Blockparteien über die innerpolitische Lage zu verhandeln, wie sie sich durch das Vorgehen der konservatigen„ Reichstagsfraktion gestaltet hat. In unseren maßgebenden Kreisen war schon seit einiger Zeit damit gerechnet worden, daß die Branntweinsteuerfrage im Sinne der Konservativen nur mit Hilfe des Zentrums gelöst werden könne, auch der Rreichskanzlet hat zu erkennen gegeben, daß er den Freisinnigen in dieser Frage ein Opfer nicht zumuten wolle und also nichts dagegen einzuwenden habe, wenn die Freisinnigen für diesen Fall dem Zentrum und der Rechten das Feld überließen, sofern nur der Block für seine anderen Zwecke zusammenbliebe. Insofern dürfte das schroffe Vorgehen der Konservativen auch den Wünschen des Reichskanzlers nicht entsprechen. In Zentrumskreisen betrachtet man die Kriegserklärung der Konan die Freisinnigen und Nationalliberalen nur als ein Pressionsmittel, um vom Zentrum eine größere Liebesgabe herauszuschlagen, als von den Freisinnigen zu erwarten sein würde. In pariamentarischen Kreisen gilt die Lage als noch durchaus ungeklärt. Berlin, 26. März. Die Freisinnige Fraktionsgemeinschaft war zu gestern abend zu einer Sitzung einberufen worden, um zur für, 1„Jahre, während früher in Kopenhagen jedes Jahr ein Sechitel der Bürgerrepräsentanten neugewählt wurde, und zwar nach dem Majoritätsprinzip auf Parteilisten, zwischen Sozialdemokraten und Radikalen zur Folge hatte, die nun sowohl in der Hauptstadt wie im ganzen Lande aufgegeben worden ist von unseren Genossen. Die bürgerlichen Parteien hatten sich jedoch trotz des ProportioLage Steuung zu nehmen. Gegenüber der Erklärung des Vorsitzenden der konservativen Reichstagsfraktion, daß diese bereit e für eine Finanzreform in ihrem Sinne auch außerhalb des Blocks eine Mehrheit zu finden, sprach die Freisinnige Fraktionsgemeinschaft sich einmütig dahin aus, daß durch eine dieser Erklärung entsprechende Haltung der Konservativen die Voraussetzung für ein Zusammenwirken mit der konservativen Partei entfallen. Die Fraktionsgemeinschaft hält an der Forderung daß eine ausreichende Belastung des Besitzes durch Nachlaßoder Erbantallsteuer gesichert ist und daß eine sofortige Heradsetzung der Liebesgaben bei der Branntweinsteuer vorzenommen Berlin, 26. März. Die„Konservative Korrespondenz“ bringt einen parteiamtlichen Artikel, der überschrieben ist„Rubig Blut". Der Artikel sagt, die Konservativen wollen ein Zustandekommen der Reichsfinanzreform auf dem Boden der Verfassung. Sie wollen 400 Millionen indirekter Steuern bewilligen, daneben den Besitz durch eine andere Steuer treffen, aber keinesfalls durch eine Erbschaftssteuer! Sie halten ein Fortbestehen des Blocks für möglich, auch wenn die Freisinnigen sich in Sachen der Reichsfinanzreform nicht mit ihnen einverstanden erklären. Sie beziehen sich dabei auf die selbständige Haltung der Freisinnigen Fraktionsgemeinschaft in der Polenpolitik. diese Nachrichten lassen erkennen, daß nicht nur der Pfächstsanit.57 sondern auch die Konservativen bestrebt sind,. dse Zloagemeinschaft nicht in Stücke gehen zu lassen. Es scheint!“ als habe Herr v. Normann die große Mine gegen Bülow!“ früh angezündet.„Bülow muß doch wohl noch fester im Satte sitzen, als die Junter und ihre heimlich Verbündeten, das Jer kram hätte dann zu f. ein Mißverständnis zur Angst vor einer Reichst daß hier aufgeschoben die längste Zeit zusamn d. Von der Westfäli der Gemeindeversammlu oder die Gesetze verletzer dem Amtmann mit auf der Gründe zu beanst meindevorstehers bezw. lung die Klage im Ve War der Amtmann b nicht anwesend, so muß sichtsbehörde einholt, e sammlung veranlassen, i eine Zurücknahme des Sind zum Dienste d erforderlich, so, werden! schen Dienstleistun ernannt, nachdem die Würdigkeit der anzustell mann hat nur das Recht den in Betracht kommen! setz, betr. die Besetzung mit Militäranwärtern Die Gemeindeversamm ob die Anstellung auf L soll. Ebenso hat sie da Was sind nun mechan läßt sich das Oberver „Mechanische Dienstleistu verrichtet, die, wie Ger wärter, lediglich Handle weder ein für allemal vor jedem einzelnen Falle bei ist aber eine solche Tätig! zu rechnen, welche eineg kenntnis und ein Handel: fordert.“, Auf diejenigen Bean lediglich zu mechanischen die Vorschriften wegen de vorstehers Anwendung Diese Beamten sind wählen und vom Lar z. B. die Polizeibeamten diese Beamten dagegen, Beamte einer Gemeinde, gestellt, so hat selbstverstä Personen zu wählen. T hat auch die zu gewähren kann dies entweder durch durch Beschlußfassung in Wenn somit die Beschlü hinsichtlich der Zahl dere der ihnen zu gewährenden andererseits der Aufsichts das Recht zu, nachzuprüfe Dienst ausreichen und di sind. Ergibt sich dabei Gegenteil, so kann sie jel Beamten oder die Erhöhr Anordnung zwangsweise d wir noch besonders zu sy 5 Ki. Gelsenkirchen und Roheisensyndikate im ver nisch=Westfäl. Zeitung" d in der Montanindustrie „Gelsenkirchen, Phönix, ragenden Säulen, die sich Stahlwerksverband zu er! Roheiseniyndikats ist syr bröckeln der schwächeren C wiegend wirkt es, daß sie hat. Für die Syndikate braucht nicht allzu schwar men, daß der Glaube ar auch in der Industrie in die neue Zeit nicht mehr Wirtschaftsform an ihre dazu sind schon aufgetürn dieses klare und treffende Aeußerungen vieler Hand Roheisensyndikats eine syn wollten. Daß die aufgelö daß die Bestrebungen der Die auch die Am. Konservativen u#d o die Missionsleute hatten. wahlen in der Uebersicht vor. 5. im ganzen 137622 auf die Sozialdemo. ische Stadtratsmit, e anderen Parteien, urteiprogramm nach i, 512 Mandote er Mandate bat das en unsere Genossen el weniger exdalten ved, hat die Sozialt erhalten, während e bürgerlichen ParGenossen. Jeden. on ihrer Stimmenf von 4 Jahren in Nehrheit, zewinnen, ie Zahl der steuer. ländlichen Gee zusammenfassende ich und nach einge. kratie auch auf dem Erfolge erzielt hat. absolute Mehrheit Seßhaftigkeit in icht so schädlich für ten weil, das kleinIs das industrielle en des katholischen istage weder eine finden, waren die tark gefüllt. Fast ses hatten sich einüber die durch die dig, unklare Lage inschaft wird erst die zu beobachtende die Blockführer zu nach dem Reichsdet das„Berliner heute früh schon licht ernst gemeint u Gemüte führen, ich dadurch an der reform mit dem s geändert. 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Beschlüsse der Gemeindeversammlung, welche deren Befugnisse überschreiten, oder die Gesetze verletzen, sind von dem Gemeindevorsteher oder dem Amtmann mit aufschiebender Wirkung unter Angabe der Gründe zu beanstanden. Gegen die Verfügung des Gemeindevorstehers bezw. Amtmanns steht der Gemeindeversammlung die Klage im Verwaltungsstreitverfahren, zu. War der Amtmann bei der Abfassungseines solchen Beschlusses nicht anwesend, so muß er, bevor er die Entscheidung der Aufsichtsbehörde einholt, eine neue Sitzung der Gemeindeversammlung veranlassen, in welcher er den Vorsitz zu führen und eine Zurücknahme des Beschlusses zu versuchen hat. Sind, zum Dienste der Gemeinde Unterbeamte und Diener erforderlich, so werden diese, wenn sie bloß zu mechanischen Dienstleistungen bestimmt sind, vom Amtmann ernannt, nachdem die Gemeindeversammlung zuvor über die Würdigkeit der anzustellenden Personen gehört ist. Der Amtmann hat nur das Recht der Ernennung, die Auswahl unter den in Betracht kommenden Personen, und muß hierbei das Gebeir die Besetzung der Subaltern= und Unterbeamtenstellen mi Militäranwärtern beachten. Die Gemeindeversammlung dagegen hat darüber zu beschließen, auf Lebenszeit oder auf Kündigung erfolgen soll. Ebenso hat sie das Gehalt usw. festzusetzen. Was sind nun mechanische Dienstleistungen? Darüber läßt sich das Oberverwaltungsgericht folgendermaßen aus: „Mechanische Dienstleistungen werden z. B. von solchen Personen verrichtet, die, wie Gemeindeschreiber, Diener, Boten, Wegewärter, lediglich Handleistungen verrichten, welche ihnen entweder ein für allemal vorgeschriehen sind oder mit welchen sie in jedem einzelnen Falle besonders beauftragt werden. Keineswegs ist aber eine solche Tätigkeit zu den mechanischen Dienstleistungen zu rechnen, welche eine gewisse, wenn tuch nur geringe Gesetzeskenntnis und ein Handeln nach freiem selbständigen Ermessen erfordert“ Auf diejenigen Beamten der Landgemeinden, welche nicht lediglich zu mechanischen Dienstleistungen bestimmt sind, finden die Vorschriften wegen der Wahl und Bestätigung des Gemeindevorstehers Anwendung Diese Beamten sind also von der Gemeindeversammlung zu wählen und vom Landrat zu bestätigen. Hierher gehören z. B. die Polizeibeamten, Nachtwächter, Feldbüter usw. Sind diese Beamten dagegen, wie das sehr oft der Fall ist, nicht als Beamte einer Gemeinde, sondern als solche des Amtsbezirks angestellt, so hat selbstverständlich auch die Amtsversammlung diese Personen zu wählen. Die Gemeinde= resp. Amtsversammlung hat auch die zu gewährenden Besoldungen zu beschließen und sie kann dies entweder durch Festsetzung eines Besoldungsplans oder durch Beschlußfassung in jedem einzelnen vorkommenden Falle. Wenn somit die Beschlüsse der eben genannten Körverschaften hinsichtlich der Zahl der anzustellenden Beamten, als auch wegen der ihnen zu gewährenden Beioldung maßgebend sind, so steht doch andererseits der Aufsichtsbehörde(Landrat. Regierungspräsident), das Recht zu, nachzuprüfen, ob die angestellten Beamten für den Dienst ausreichen und die gewährten Besoldungen auskömmlich sind. Ergibt sich dabei nach Ansicht der Aufsichtsbehörde das Gegenteil, so kann sie jederzeit eine Vermehrung der Zahl der Beamten oder die Erhöhung ihres Gehalts anordnen und diese Anordnung zwangsweise durchführen.(Auf diesen Punkt kommen wir noch besonders zu sprechen.) Eisenbahnmäterial und Formeisen) Im Stahlwerksverband die Syndizierung von Stabeisen und sonstigen B-Produkten(Draht, Bleche, Röhren) hinzuzufügen, erfolglos blieben, entsprach gewiß den Wünschen der trustähnlichen Betriebe in der Montanindustrie, der„vier Grundpfeiler". Die srustpläne der Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft, zu deren zurchführung die Aufnahme von 60 Millionen Mk. angekündigt wurde, haben die Entwicklung in der Eisenindustrie weithin erserzbgr, SePacht.„dieg sherale„Bosische Zeitung“, sieht nun guch ein, vut ginnerhalb der deutschen Montanindustrie die Tendenz zur Schaffung riesenhafter überragender Gebilde seit geraumer Zeit unverkennbar ist". Kartelle, meint sie, in denen schließlich auch kleinere Produzenten Unterschlupf finden und tieren können, erscheinen gegen den Zustand, der sich jetzt deutlich herausbildet, noch beinahe als eine erstrebenswerte Erschaft ist die Nachricht gefolgt, daß Thosen aus dem Aufsichtsrat dieser Gesellschaft ausscheidet. Nach der„Rheinisch=Westfälischen Zeitung" soll Thyssen mit den Erweiterungsplänen von Gelsenkirchen nicht einverstanden sein Nun ist Thyssen bereits vor einigen Monaten aus dem Aufsichtsrat von„Phönix“ ausgeschieden. Man führt dieses Ausscheiden aus den Verwaltungen der beiden Gesellschaften, wie dem„Berliner Tageblatt“ berichtet wird, darauf zurück, daß Thyssen die Gewerkschaft„Deutscher Kaiser“, bei der er den entscheidenden Einfluß besitzt, zu einem Prisehepegung schnest: auehnen wolle. So marschiert die Gerichtliches. e* Bielefeld, 24. März. Strafkammer. Der Schlachtergeselle Robert Vendramini aus Siersleben, Kreis Mansfeld, mehrfach wegen Diebstahls vorbestraft, hatte sich heute vor der Strafkammer wegen Fahrraddiebstahls zu verantworten. Er gab an, das betreffende Rad, um welches es sich hier handelte, für 18 Mk. von einem Unbekannten gekauft und für 30 Mark weiter verkauft zu haben. Der Angeklagte wurde jedoch überführt und wegen Diebstahls im wiederholten Rückfalle zu 1 Jahr Zuchthaus verurteilt. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. Dei Arbeiter Wilhelm Halfer von Sundern bei Gütersloh hatte sich wegen Vergehens aus§ 134 des Strafgesetzbuches zu verantworten. Er soll eine in der Wirtschaft von Ortwirt zu Sundern aushängende Trinkerliste, auf der sich auch der Name seines Vaters besand, in seiner Erregtheit darüber abgerissen haben. Die Strafkammer erkannte auf Freisprechung des Angeklagten. Außerdem standen noch fünf Sachen an wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schutze des Warenzeichens. Die Verhandlungen wurden gegen 11½ Uhr abends abgebrochen. * 5 Monate Gefängnis— 800 Mk. Geldstrafe. Das Schöffengericht in Straßburg im Elsaß verurteilte einen Arbeiter, der nach seiner Angabe unter dem Einfluß wirtschaftlicher Notlage„mutwillig“ einen Feuermelder zertrümmert und die Feuerwehr zwecklos alarmiert hatte, zu 5 Monaten Gefängnis. „In der gleichen Verhandlung wurde ein Bankbeamter, der sich, wie sein Verteidiger ausführte, eine Art Studentenulk erlaubt hatte, wegen des gleichen Vergehens zu 800 Mk. Geldstrafe Was der Arbeiter also mit der entehrenden und freiheitentziehenden Gefängnisstrafe sühnen muß, das darf der Herr Bankbeamte mit Geld büßen, was ihm jedenfalls nicht allzu schwer fallen dürfte. Industrie, Handel und Verkehr. nisch=Pesfäl. Zeitung“ die Aussichten der Spudikatsbenegung in der Montanindustrie und kam dabei zu folgindem Schlusse: „Gelsenkirchen. Phönix, Krupp. Thyssen sind die vier überragenden Säulen, die sich noch über das Kohleniyndikat und den Stahlwerksverband zu erheben scheinen... Die Auflösung des Roheisenzondikats ist symptomatisch für das allmähliche Abbröckeln der schwächeren Gebilde unter den Kartellen und schwerwiegend wirkt es, daß sich auch ein Rohstoffkartell dazu gesellt hat. Für die Syndikate bricht eine ernste Zeit an. und man braucht nicht allzu schwarz zu sehen, um zu dem Schluß zu kommen, daß der Glaube an die allein seligmachenden Syndikate auch in der Industrie in der Abnahme begriffen ist, und daß die neue Zeit nicht mehr ferne zu sein scheint, in der eine neue Wirtschaftsform an ihre Stelle tritt. Die vier Grundpfeiler dazu sind schon aufgetürmt.“ Sehr vorteilhaft unterschied sich dieses klare und treffende Urteil des Industrieblattes von den Aeußerungen vieler Handelsblätter, die mit der Auflösung des Roheisensyndikats eine syndikatslose Periode heraufkommen sehen wollten. Daß die aufgelösten Syndikate nicht erneuert wurden, daß die Bestrebungen der Kartellierung der sogenannten A=ProLiterarisches. gan Tie„Sozialisti'chen Monatshefte“, redigiert von Dr. J. Bloch (Administration Berlin W., Potsdamer Straße 121h), die bekanntlich alle 14 Tage erscheinen, haben soeben das 6. Heft ihres 15. Jahrgangs erscheinen lassen. Aus seinem Inhalt heben wir hervor: Wichelm Schröder: Politische Prügelpävagogik.— Karl Leuthner: Das serbische Problem.— Roman Streltzow: Biut und Schmutz.— Gerbard Hildebrand: Vorfragen der Kolonijation.— Hedwig Dohm: Ehemotive und Liebe.— Dr. Robert Michels: Edmondo De Amicis.— Edmondo De Amicis: Zwei Geschichten zum Nachdenken.— Prof Dr. Franz Staudinger: Religionsphilosophie unserer Tage.— Politik von M. Schippel.— kommunalpolitik von Dr. H. Lindemann.— Psychologie von Dr. O. Lipmann.— Geschichte von P. Kampfmeyer.— Musik von Dr. H. Leichtentritt.— Technik von Dr. H. Lux.— Das Heft enthält ein Porträt von Edmondo De Amicis. Der Preis des Heftes beträgt 50 Pfg. Pro Quartal(6 bis 7 Hefte) 3 Mark. Zu beziehen durch alle 121h, Berlin W. 35.(Zusendung unter Kreuzband oder in geschlossenem Kuvert.) Probehefte stehen auf Verlangen jederzeit kostenfrei zur Verfügung. Vermischtes. Festsetzung der Ladenfleischpreise. Stuttgart, 25. März. In der heutigen Gemeinderatssitzung machte der Gemeinderat die Mitteilung, daß das preußische Ministerium des Innern bei der Stadt Stuttgart angefragt habe, welche Erfahrung sie mit, der Kommision zur Festsetzung der Ladenfleischpreise gemacht have.„Die preußsche Regierung sei ev. bereit, diese EinFächtunse gen. se einzufähren. Im Auftrage des Stadtschultheißamtes wurde die Auskunft gegeben, daß man mit dieser Kommission im allgemeinen gute Erfahrungen gemacht habe. Stuttgart, 25. März. Eine Reihe gröin den letzten Tagen in Württemberg aufgedeckt Von Ehingen fküchtete der Rechner der dortigen Darlehenskasse unter Hinterlassung eines Defizits von 15000 Rottenburg erschoß sich der Kassierer der dortigen eo dsg smr(hsrans der=Revision stellte sich ein Fehlhetrag von 60000„Mt heraus. Schließlich wurde noch bei der Oberamtssparkasse zu Cannstadt gestern ein Fehlbetrag von 30000 Mk. entdeckt. nachdem bereits früher das Fehlen von 75000 Mk. bekannt geworden war. Der verantwortliche Beamte konnte noch nicht verhaftet werden, da er zurzeit krank ist. Der„Staatsanzeiger" berichtet schon wieder von Unterschlagungen bei dem Darlehnskassenverein. Der Rechner des Darlehnskassenvereins Vollmaringen(Oberamt Horb) hat im Laufe der letzten 16 Jahre etwa 25000 Mk. veruntreut. Nachklänge zum Ausstand der Post= und Telegraphenbeamten. Paris, 25. März. Die ausständigen Postbeamten haben gestern einen Anschlag veröffentlicht, um der Pariser Bevölkerung zu danken. In diesem Aufruf wurde Staatssekretär Simyan mit sehr starken Ausdrücken beleidigt. Der heutige Ministerrat hat beschlossen, über die Unterzeichneten dieses Anschlages ein Disziplinarverfahren zu eröffnen. Wölfe und Bären in Südtirol. Aus Innsbruck wird der „Frankf. Zeitung" geschrieben: Der ungewöhnlich strenge und issen grgsciter bat aus dem unwirtlichen Grenzgebirge italienischen Provinz Vicenza mehrere vierfüßige Räuber bis in das Innere des Landes getrieben, wo sie jeßzt die Bewohner in nicht geringe Aufregung versetzen. Se gurde in der Gemeinde St. Sigmund in den dichten Wäldern des Getzenberges eine Bärin mit ihrem Jungen bemerkt. die, vom Hunger getrieben, bis i.: die Nähe menschlicher Behausung kam. Bei einem hochgelegenen Bauernhof machten die unerwünschten Gäste auch nachts dem Viehstall einen Besuch, wurden jedoch vertrieben und mußten leer abziehen. Auch in den Ortschaften Kiens. Vintl und Terenten haben sich die beiden Bestien bereits bemerkbar gemacht, und die Aufregung unter den Einwohnern ist so groß, daß sie sich fürchten, ihre Kinder auf den oft ziemlich weiten und abgelegenen Wegen zur Schule zu schicken. Eine große Treibjagd hatte keinen Erfolg, doch trifft man bereits Vorbereitungen, um den Bestien abermals an den Leib zu rücken. Während das Vorkommen von Bären in Südtirol durchaus nicht zu den Seltenheiten gehört und fast alljährlich einer oder zwei dieser braunen Gesellen erlegt werden, erinnern sich an einen Raubzug von Wölfen nur mehr die ältesten Leute. Heuer erschienen nun in Cercalto plötzlich zwei Wölfe und drangen bis in den Hof eines Bauernhauses ein. Mehrere abgegebene Schüsse verscheuchten die Raubtiere, ohne ihnen angenscheinlich Schaden zuzufügen. An eine Verfolgung kann nicht gedacht werden, da die Schneemassen noch meterhoch liegen. Wahrscheinlich sind die Wölfe aus Savoyen herüber gekommen. Letzte Nachrichten. Rostock, 26. März. Gestern nachmittag wurde hier ein Aufsehen erregender Mord verübt. Die dramatische Sängerin Bartold vom hiesigen Stadttheater gab am Nachmittag in ihrer Wohnung Gesangsunterricht, als plötzlich eine Dame in ihr Zimmer trat und der Sängerin nach kurzem Wortwechsel eine Revolverkugel in den Kopf jagte. Fräulein Bartold sank zu Boden und war sofort tot. Die Mörderin ergriff die Flucht, konnte aber am Bahnhof verhaftet werden. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Bureau: Bielefeld, Marktstr. 8. Sekretär: Heinr. Klingenhagen. für den Wahlkreis Bielefeld=Wiedenbrück. Bureau: Bielefeld, Marktstr. 8. Sekretär: Adolf Zenker. Sprechstunden: Nur an Wochentagen von 11 bis 1½ Uhr mittags und von 5 bis 7 Uhr abends. Schem! Lesen Stadfen! 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Stadt und Amt Güte meinde Kattenstroth 2. Städte Wiedenbrück: Aemter Herzebrock, 9 Reckenberg(mit Aus Gemeinde Kattenstrot 3. Amt Verl.... Was ist die Bedeutung Nach§ 6 des Kranken für die Höhe des Kranker versicherung den Versicher geld beträgt dort die Hälft aber für unsern Bezirk des weil Gemeindeversicherung triebs-, Bau- und Innung üblichen Tagelohns gleiche Höhe des Krankengeldes sondern nach dem durchse Versicherten, für welche di ihrem wirklichen Arbeits Höhe des ortsüblichen Tag ihre Mitglieder. Die letz tung einer Orts-, Betriebs zugehören, befreit, wenn Leistungen gewährt, wie di zirk gewähren müßte. Da versicherung die Hälfte de kann die Erhöhung des or daß die Zugehörigkeit zue Befreiung vom Zwang, ein mit sich brachte, nun nicht „Eine Rolle spielt der baliden= und Unfallversiche Bei der Invalidenversi Versicherten zu den Lohn grbeitsverdienst maßgebend Sinne des Invalidenvers# einer Orts=, Betriebs=, Dreihundertfache des durch lichen Arbeitsverdienstes. Krankenkasse der Bemesst geldes zugrunde gelegt ist. heiter wird, falls sie nich durchschnittliche Jahresark valtungsbehörde, für die gesetzt. Bei den Mitglied Dicht Das Ergebnis Wir entnehmen der Die näheren Nachricht über den großartigen Erf nants Shakleton hier ein Expedition nicht bis zum an einem Punkte Halt ge etwa 175 Kilometer davos Lage des geographischen hat ermittelt, daß sich an Ebenso hat Shakleton der alles ergibt sich aus de dungen: „Evening News“, die das alleinige Recht erwo veröffentlichen, meldet au sich dem Südpol bis auf lich englische. Red.) Wie„Daily Mail“ me nant Shakleton erreichte, entfernt. Shakleton bes 72 Grad 25 Minuten süd von Greenwich. Der wichtigste Teil d „Daily Mail“ weiter m Schlittenreise, auf der 178 bei 88 Grad 23 Minuten Länge umkehrte. An dies 5 iu einer veiten. suß, ohne daß Berge zu se teil der Expedition best gemachten geologischen En auf die Geschichte des an land von Kohlenlagern ki Teilnehmer der Expeditic Die Le „Ein anschauliches Bild, Und Entbehrungen, denen gibt die nachstehende Mel! „Ein Telegramm des „Daily Mail“ berichtet we großen antarktischen Fiss, Vulkans hat einen D Reile und ist achthundert Gase aus. Die Höhe der 4. 0* Nr. 72. Bielefeld, Freitag, 26. März 1909. 20. Jahrg. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 26. März. ortsübliche Tagelohn. Neue ortsübliche Tagelöhne treten vom 1. April 1909 ab in Kraft. Die neuen erhöhten Sätze betragen in den Kreisen bezw. Orten des Regierungsbezirks Minden u. a.: Erwachsene Jugendliche Kreis bezw. Stadt= oder Amtsbezirk männl. weibl. männl. weibl. Landkreis Bielefeld... Stadtkreis Bielefeld Kreis Halle 2,00 Kreis Herford. 1. Stadt Herford 2.75 1,90 2. übrige Gemeinden des Kreises 2,00 1,50 Kreis Lühbecke. 1. Stadt Lübbecke 2,25 1,75 2. ührige, Gemeinden des Kreises 2.00 1,50 Kreis. Minden. 1. Städte Minden u. Oeynhausen, Gemeinden Rehme, Niederbexen, Eidinghausen u. Dehme des Amtes Rehme........: 2.50 2.00 2. übrige Gemeinden des umtes Rehme 3. Amt Hausberge....... 2.50 1,0 4. Aemter. Schlüsselburg, Petershagen und Windheim 5. Aemter Dützen und Hartum.. Kreis Wiedenbrück. 1. Stadt und Amt Gütersloh, Gemeinde Kattenstroth= Spexard 2. Städte Wiedenbrück und Rheda, Aemter Herzebrock, Rietberg u. Reckenberg(mit Ausnahme der Gemeinde Kattenstroth=Spexard) 2.50 1,80 3. Amt Verl 2,30 1.00 Was ist die Bedeutung dieses ortsüblichen Tagelohns? Nach§ 6 des Krankenversicherungsgesetzes ist er maßgebend für die Höhe des Krankengeldes, welches die Gemeindekrankenversicherung den Versicherten zu gewähren hat. Das Krankengeld beträgt dort die Hälfte des ortsüblichen Tagelohns. Das ist aber für unsern Bezirk deshalb von keiner praktischen Bedeutung, weil Gemeindeversicherungen nicht existieren. Für Orts=, Betriebs=, Bau= und Innungskrankenkassen ist die Höhe des ortsüblichen Tagelohns gleichgiltig, denn bei diesen richtet sich die Höhe des Krankengeldes nicht nach dem ortsüblichen Tagelohn, sondern nach dem durchschnittlichen Tagelohn der Klasse von Versicherten, für welche die Kasse errichtet worden ist oder nach ihrem wirklichen Arbeitsverdienst. Bedeutung hat aber die Höhe des ortsüblichen Tagelohns für die freien Hilfskassen und ihre Mitglieder. Die letzteren sind nämlich von der Verpflichtung einer Orts=, Betriebs=, Bau= oder Innungskrankenkasse anzugehören, befreit, wenn ihre Hilfskasse mindestens dieselben Leistungen gewährt, wie die Gemeindeversicherung in ihrem Bezirk gewähren müßte. Da nun das Krankengeld der Gemeindeversicherung die Hälfte des ortsüblichen Tagelohns beträgt, so kann die Erhöhung des ortsüblichen Tagelohns die Folge haben, daß die Zugehörigkeit zu einer freien Hilfskasse, die bisher eine Befreiung vom Zwang, einer anderen Krankenkasse anzugehören, mit sich brachte, nun nicht mehr genügt. Eine Rolle spielt der ortsübliche Tagelohn auch in der Invaliden- und Unfallversicherung. Bei der Invalidenversicherung ist für die Zugehörigkeit der Versicherten zu den Lohnklassen der durchschnittliche Jahresarbeitsverdienst maßgebend. Und als Jahresarbeitsverdienst im Sinne des Invalidenversicherungsgesetzes gilt für Mitglieder einer Orts=, Betriebs=, Bau= oder Innungskrankenkasse das Dreihundertfache des durchschnittlichen Tagelohns bezw. des wirklichen Arbeitsverdienstes, wenn dieser bei der betreffenden Krankenkasse der Bemessung der Beiträge und des Krankengeldes zugrunde gelegt ist. Für land= und forstwirtschaftliche Arheiter wird, falls sie nicht einer Krankenkasse angehören, der durchschnittliche Jahresarbeitsverdienst durch die höhere Vervaltungsbehörde, für die Seeleute durch den Reichskanzler festgesetzt. Bei den Mitgliedern von Knappschaftskassen soll das Dreihundertfache des durchschnittlichen täglichen Arbeitsverdienstes derjenigen Klasse von Arbeitern, welcher der Versicherte angehört, jedoch mindestens der dreihundertfache Betrag des ortsüblichen Tagelohns zugrunde gelegt werden. Für alle übrigen Personen, mit Ausnahme der Lehrer und Erzieher, z. B. für Dienstmädchen oder für Angehörige von freien Hilskassen ist der dreihundertfache Betrag des ortsüblichen Tagelohns für die Zuteilung zu den Klassen der Invalidenversicherung maßgebend. Für diese kann daher die Erhöhung des ortsüblichen Tagelohns bewirken, daß sie von dem Tage des Inkrafttretens des höheren Tagelohns in einer höheren Klasse kleben müssen. Wenn z. B. der ortsübliche Tagelohn von 2 auf 3 Mk. erhöht wird, so gehören die Personen, bei welchen der ortsübliche Tagelohn für die Klassenzugehörigkeit maßgebend ist, vom Tage des Inkrafttretens der Erhöhung, der vierten Klasse an und es müssen Marken im Werte von 30 Pfg. für sie geklebt werden, während sie bis dahin zur dritten Klasse gehörten und daher nur 24=Pfg.=Marken kleben mußten. Unerwähnt wollen wir übrigens hierbei nicht die Bestimmung lassen, daß, sofern im voraus für Wochen, Monate, Vierteljahre oder Jahre eine feste bare Vergütung vereinbart und diese höher ist, als der in Betracht kommende Durchschnittsbetrag, diese Vergütung zugrunde zu legen ist. Ferner kommt in Betracht, daß nach§ 18 des Javalidenversicherungsgesetzes die Angehörigen einer für Rechnung einer Invalidenversicherungsanstalt in einem Krankenhaus oder Erholungsheim untergebrachten Person ein Viertel des ortsüblichen Tagelohns erhalten wenn der Versicherte nicht einer Krankenkasse angehört oder bis zum Tage des Eingreifens der Invalidenversicherungsanstalt angehört hat. Bei der Unfallversicherung spielt der dreihundertfache Betrag des ortsüblichen Tagelohns die Rolle der untersten Grenze für die Höhe des der Unfallrente zu Grunde zu legenden Jahresarbeitsverdienstes. Bei versicherten Personen, so heißt es im§ 10 des GewerbeUnfallversicherungsgesetzes, welche keinen Lohn oder weniger als den dreihundertfachen Betrag des für ihren Beschäftigungsort festgestellten ortsüblichen Tagelohns gewöhnlicher erwachsener Tagearbeiter beziehen, gilt als Jahresarbeitsverdienst das Dreihundertfache dieses ortsüblichen Tagelohns. Eine entsprechende Bestimmung befindet sich auch im Unfallversicherungsgesetz für Land= und Forstwirtschaft. Ferner ist hier noch zu erwähnen der§ 11 des Gewerbeunfallversicherungsgesetzes. Nach diesem sind die Berufsgenossenschaften befugt, auch über den Beginn der 14. Woche hinaus der Krankenkasse die Sorge für den Verletzten zu übertragen. Als Ersatz für ärztliche Behandlung und Arznei hat, sofern nicht höhere Aufwendungen nachgewiesen sind, die Berufsgenossenschaft ein Viertel, bei Unterbringung des Verletzten in einem Krankenhaus drei Viertel des ortsüblichen Tagelohns zu zahlen. Die Beträge, die demnach die Berufsgenossenschaften an die Krankenkassen zu zahlen haben, werden also infolge der Erhöhung des ortsüblichen Tagelohns größer werden. — Verband der Friseurgehilfen. Es ist gewiß selten, daß über ein so heikles Thema wie„Beseitigung der Schmutzkonkurrenz“ von der organisierten Kollegenschaft verhandelt wird. Daß es den Selbständigen in unserm Gewerbe wirklich nicht ernst ist, etwas für die Aufbesserung ihrer sozialen Lage zu tun, zeigte der schlechte Besuch der öffentlichen Versammlung am Dienstag abend. Kollege Langer gab zunächst einen Rückblick auf die Entwicklung des Gewerbes. Seine Ausführungen gipfelten darin, daß bei allen Anwesenden, Meister wie Gehilfen, der Gedanke der Organisation immer mehr Platz greifen mußte, denn festgefügte Organisationen wären das einzige Mittel zur Bekämpfung der Schmutzkonkurrenz. In der Diskussion führte Genosse Buse aus, daß es vom gewerkschaftlichen Standpunkte aus gar nicht angebracht sei, daß die organisierte Gehilfenschaft für die Meister die Kastanien aus dem Feuer holt. Auch er glaubt, daß es nur durch gute Organisationen auf beiden Seiten möglich sein würde, die jetzige Lage zu bessern. Folgende Resolution wurde angenommen:„Die heute tagende öffentliche Versammlung der Friseurgehilfen erklärt nach den Darlegungen des Referenten, daß die von einzelnen Arbeitgebern geübte Schmutzkonkurrenz dazu angetan ist, die soziale Lage der Gehilfen und des ganzen Berufes einschließlich der Arbeitgeber zu schädigen. Sie erwartet aber auch von den anwesenden Herren Arbeitgebern, daß sie für einen Ausbau ihrer Organisation Sorge tragen werden, um auf der Grundlage von Verträgen zwischen beiden Organisationen die Schmutzkonkurrenz auszuschalten". "— Der Verein für Feuerbestattung(Zweigverein Bielefeld) hatte für Mittwoch abend nach dem Saale der Gesellschaft„Eintracht" zu einem Vortrag des Herrn Dr. Weigt aus Hannover über den gegenwärtigen Stand der Feuerbestattung eingeladen, und es waren wohl gut 150 Personen erschienen, die den interessanten Ausführungen des Referenten, der hier in Bielefeld schon mehrfach gesprochen, mit Aufmerksamkeit lauschten. Zunächst gab Herr Dr. Weigt seinem Bedauern Ausdruck, daß die Hoffnung, auch in Preußen stehe der Feuerbestattung gesetzlich nichts im Wege, weshalb in Hagen ein Krematorium gebaut, das fix und fertig sei, aber nicht benutzt werden dürfe, weil das Oberverwaltungsgericht in Berlin wider Erwarten anders entschieden habe, sich nicht erfüllt hat. Es sei jetzt Aufgabe der Feuerbestattungsvereine, mit verdoppeltem Eifer für die fakultative Feuerbestattung zu agitieren, denn was in allen anderen deutschen Bundesstaaten erlaubt sei, könne auch auf die Dauer in Preußen und Bayern nicht verboten bleiben. Begründete Aussicht sei vorhanden, daß im preußischen Landtag in der nächsten Tagung ein Gesetzentwurf von der Regierung selbst eingebracht werde, wonach diese Materie geregelt werde. Redner besprach dann die allgemeinen Gründe, die gegen die Feuerbestattung vorgebracht würden, um dann speziell auf den auch von den Freunden der Feuerbestattung als stichhaltig anerkannten und hauptsächlich von juristischer Seite erhobenen Einwand, durch die Verbrennung würden alle Spuren zur eventuellen Aufdeckung eines Verbrechens vernichtet, näher einzugehen. Ausgrabungen fänden nur höchst selten statt, auf 600 000 Beerdigungen komme erst eine Ausgrabung und von 10 dieser Ausgrabungen würden 9 wegen Umbettung in ein Erbbegräbnis und nur eine wegen Verdachts der Vergiftung vorgenommen. Professor Dr. Baumert in Halle a. S. gebühre das Verdienst, festgestellt zu haben, daß man auch noch bei den Ascheresten von verbrannten Leichen eventuelle Vergiftungen nachweisen könne, außer von Pflanzengiften herrührend, die man aber auch bei beerdigten Leichen schon nach 14 Tagen nicht mehr mit Bestimmtheit feststellen könne, da dann alle Leichen Pflanzengifte aufwiesen. Nach dieser Beweisführung habe auch die sächsische Regierung ihren Widerstand aufgegeben und durch Gesetz vom 29. Mai 1906 die fakultative Feuerbestattung zugelassen. Im Krematorium in Chemnitz seien im vorigen Jahre 264 Leichen verbrannt worden, dadurch an Zahl die ältesten Krematorien von Gotha und Hamburg bedeutend überflügelt und der Beweis erbracht, daß für Sachsen die Feuerbestattung eine Notwendigkeit war. Die Verbrennungen haben um 50 Prozent jährlich zugenommen, in diesem Jahre werde wohl die Zahl 5000 überschritten werden. Nachdem Redner alle Einwände gegen die Feuerbestattung auf ihren wahren Wert zurückgeführt hatte, ging er auf die Vorzüge der Feuerbestattung ein, hauptsächlich die hygienischen hervorhebend. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Feuerbestattung komme in erster Linie den Gemeinden zugute, die nicht mehr gezwungen wären, riesige Summen für Friedhofsterrains auszugeben; aber auch den einzelnen würden die Bestattungskosten weit weniger drücken, wenn erst in jeder Stadt ein Krematorium wäre; denn dann würden die Kosten für die Verbrennung bedeutend niedriger wie die für einen Begräbnisplatz sein, oder auch die Kommune werde alle Kosten der Einäscherung tragen, wie z. B. in Stuttgart, und doch nicht höher belastet werden wie durch die jetzige Beerdigungsweise. Alsdann besprach Dr. Weigt die ethische und ästhetische Seite der Feuerbestattung im Vergleich zu der Beerdigung und kam zu dem Schluß, daß auch in dieser Beziehung der Feuerbestattung der Vorrang gebühre. Nach einer Pause wurden die Ausführungen des Referenten durch eine große Anzahl Lichtbilder veranschaulicht und erläutert und manchem Vorurteil der Boden entzogen. Die 17 deutschen im Betrieb befindlichen Krematorien wurden gezeigt, auch eine Reihe von Bestattungsarten verschiedener Völker und mehrere Urnenheime und=Hallen. Alles in alles war es ein sehr interessanter und lehrreicher Abend und es war nur zu bedauern, daß nicht ein noch größeres Auditorium vorhanden war. Jeder Besucher erhielt den Jahresbericht des Feuerbestattungsvereins Hannover, worin außer dem Vereinsberichte verschiedene wertvolle Aufsätze enthalten sind. Zum Schluß forderte der Vorsitzende des hiesigen Zweigvereins, Herr Sanitätsrat Dr. Esau, die Anwesenden auf, Mitglieder zu werden und sich entweder in die ausgelegte Liste einzuzeichnen oder die im Jahresberichte liegenden Beitrittskarten zu benutzen und dem Vorstande einzusenden. — we. Vortragsabend im Gewerbeverein. Gestern abend sprach Herr Professor Paul Schulze aus Kefeld im Saale des alten Rathauses über Gewebemuster früherer Jahrhunderte or leider nicht sehr zahlreichen Besuchern, die den interessanten Dicht am Südpol. Das Ergebnis der Shakleton= Expedition. Wir entnehmen der„Berliner Volkszeitung": Die näheren Nachrichten, die während der Nacht aus London über den großartigen Erfolg der Südpolar=Expedition des Leutnants Shakleton hier eingetroffen sind, lassen erkennen, daß die Expedition nicht bis zum Südpol selbst vorgedrungen ist, sondern an einem Punkte Halt gemacht hat und umgekehrt ist, der noch etwa 175 Kilometer davon entfernt ist. Jedenfalls aber ist die Lage des geographischen Südpols festgestellt worden, und man hat ermittelt, daß sich an dieser Stelle eine Landmasse befindet. Ebenso hat Shakleton den magnetischen Südvol bestimmt. Das alles ergibt sich aus den nachstehenden telegraphischen Meldungen: „Evening News“, die Abendausgabe der„Daily Mail“, die das alleinige Recht erworben hat, den Bericht Shakletons zu veröffentlichen, meldet aus authentischer Quelle, Shakleton habe sich dem Südpol bis auf ungefähr 100 Meilen genähert.(Natürlich englische. Red.) Wie„Daily Mail“ meldet, ist der südlichste Punkt, den Leutnant Shakleton erreichte, hundert und elf Meilen vom Südpol entfernt. Shakleton bestimmte den südlichen Magnetpol auf 72 Grad 25 Minuten südl. Breite und 154 Grad östlicher Länge von Greenwich. Der wichtigste Teil der Expedition Shakleton bestand, wie „Daily Mail“ weiter meldet, in einer 126 Tage währenden Schlittenreise, auf der 1780 Meilen zurückgelegt wurden, bis man bei 88 Grad 23 Minuten südlicher Breite und 162 Grad östlicher Lange umkehrte. An diesem Punkte erstreckte sich das Land nach Süden in einer weiten Schneefläche, in einer Höhe von 9000 ffuß, ohne daß Berge zu sehen waren. Ein anderer, abgesonderter Teil der Expedition bestimmte den magnetischen Südpol. Die gemachten geologischen Entdeckungen werfen ein bedeutsames Licht auf die Geschichte des antarktischen Kontinents. Auch der Behand von Kohlenlagern konnte nachgewiesen werden. Sämtliche Teilnehmer der Expedition sind zurückgekehrt Die Leiden der Forscher. Ein anschauliches Bild von den furchtbaren Anstrengunger ais Entbehrungen, denen die kühnen Männer ausgesetzt waret viei die nachstehende Meldung aus London: Dr Felegramm des Südpolarforschers Shakleton an di cuim Mail“ berichtet weiter, daß ein Teil seiner Erpeditior großen antarktischen Vulkan Erebus bestieg. Der Krater Neses Vulkans hat einen Durchmesser von einer halben englischer Feile und ist achthundert Fuß tief. Er stößt Wasserdämpfe un wase aus. Die Höhe des Vulkaus beträgt 2000 Fuß. Di Expedition bewegte sich vierhundert Meilen südwärts über das Eis der See. Sie verließ Cape Royal am 29. Oktober und rückte unter beständiger Todesgefahr über eine Decke von weichem Schnee vor, die sich über die Abgründe spannte. Die kleinen mandschurischen Pferde litten an Schneeblindheit. Mehrere mußten erschossen werden. Auf den letzten drei Graden ihres Vorrückens mußte die Expedition ihre Tagesrationen auf zwanzig Unzen herabsetzen. Sie hatte mit heftigen Schneestürmen zu kämpfen. Die Kälte erreichte 27 Grad Fahrenheit(gleich 32 Gr. Celsius. Red.), so daß die Mitglieder in ihren Schlafsäcken sehr unter Frost zu leiden hatten. Am 26. Dezember befand man sich unter 88 Crad 23 Minuten südlicher Breite auf einer Hochebene, zehntausend Fuß über dem Meere. Auf der Rückreise litten die Mitglieder der Expedition infolge des Genusses von Pferdefleisch unter Dysenterie. Am 27. Februar wurden zwei Teilnehmer in einem Lager zurückgelassen. Shakleton und ein Begleiter gingen weiter, um den„Nimrod“ zu suchen, den man mit Hilfe des Heliographen auffand. Shakleton glaubt, daß der Südpol auf der zehntausend Fuß über dem Meere befindlichen Hochebene liegt. Die Expedition hat auch eine neue Reihe von Küstenbergen entdeckt, die unter 69 Grad und 48 Minuten südlicher Breite und 166 Grad östlicher Länge liegen. Unter Skorbut hatte die Expedition überhaupt nicht zu leiden.— Ein anderer Teil der Expedition hat die Küste von der Mac Murdostraße bis zum Drygalski=Gletscher trigonometrisch festgestellt. Aus all dem geht hervor, daß die Nimrod=Expedition Shakletons eine der erfolgreichsten aller Polarexpeditionen ist, und daß der Name ihrer Führer fortan unter den Polarforschern an erster Stelle steht. Das Ergebnis seiner Reise bildet einen Markstein in der Polarforschung und in der Geschichte der Erdbeschreibung überhaupt. Die Geschichte der Südpolexpeditionen. Die Erforschung der Antarktis hat später eingesetzt als die des Nordpols, da die hoch nach Norden ragende bewoynte Welt schon früh isländische und norwegische Seefahrer über den Polarkreis trieb. Die Geschichte des Südpols setzt mit dem großen Cool ein, der auf seiner zweiten Weltumsegelung von 1772—1775 feststellte, daß in gemäßigter Breite(71. Grad) kein jüdlicher Kontinent vorhanden sei. Schon von dieser ersten Fahrt von Bedeutung an haben die Engländer den wichtigsten Anteil an der Erforschung des Südpolargebiets. Englische Robbenschläger entdeckten am Anfang des 19. Jahrhunderts zahlreiche wichtige Inselgruppen. Einer von ihnen, Wedell, kam in dem östlich der Shetlandsinseln gelegenen, nach ihm benannten Meere bis zum 74. Grad. Anfang der vierziger Jahre hatte der Engländer Roß einen bedeutsamen Erfolg; in drei mutigen Vorstößen entdeckte er das vulkanische Viktorialand und kam bis zum 78. Grad in die Nähe des magnetischen Südpols; fast gleichzeitig gewann der Franzose d'Urville günstige Resultate. Nach der Forscherfahrt des Deutschen Dallmann(18:3) trat eine Erlahmung des Interesses ein; in der Mitter der neunziger Jahre aber wurde der alte Plan von verschiedenen Nationen wieder ausgenommen, und langsam konnte ein Breitengrad nach dem anderen„genommen“. werden. Der Norweger Borchgrevink, der auch später wichtige Erfolge errang, konnte zuerst die Landung auf antarktischem Festland bewerkstelligen; der Belgier de Gerlach drang in den Paimer=Archipel ein und war als der erste zu einer Ueberwinterung in der lüdlichen Eiswelt gezwungen. Nun regte sich auch in Deutschland ein starkes Interesse für die Südpolarforschung; die geographischen Forscher, vor allem Neumayer, traten für eine energische wissenschaftliche Arbeit in dem umstrittenen. Gebiet ein, und auf dem Bremer Geographentage von 1895 wurde die deutsche Kommission für Südpolarforschung eingesetzt. Der deutschen Valdivia=Expedition glückte die Wiederentdeckung der Bouvelinsel, dann brachte die vom Kaiser und der Reichsregierung unterstützte große„Gauß“. Erpedition unter Führung, Drygalskis bedeutende Resultate (1901—1903). Ueber die Kerquelengruppe drang sie nach Süden vor, sand ein unbekanntes Land, das Kaiser Wilhelm II.-Land getauft wurde, und unternahm ausgedehnte Schlittenreisen. Sie wurde vom Eise eingeschlossen und betrieb fast ein Jahr lang wissenschaftliche Forschungen. Ein hervorragender Teilnehmer, Enzenberger, erlag der Beriberikrankheit. Der Engländer Scott erreichte 1902 auf der„Discovery" im Victorialand den weitesten Punkt: 82 Grad 17 Minuten— an dieser Fahrt hatte schon Shatleton teilgenommen. Von schweren Schicksalen wurde die norwegische Expedition von Otto Nordenskiöld im selben Jahre heimgesucht; aus gefährlicher Lage konnte diese letzte Expedition von Bedeutung durch ein argentinisches Kriegsschiff befreit werden. Shakletons Südpolfahrt. Der Ruhm der„Discovery“=Unternehmung hatte den englischen Marineoffizier Shakleton nicht ruhen lassen. Er plante bald einen energischen Zug in die ferne Südmeerzone. Am Neujahrstage des vorigen Jahres brach er von Lyttelton auf Neuseeland mit einem alten Walfischfänger auf, der keine Leibesschöne besaß, aber in vielen Strapazen erprobt war. Den Stab der Expedition bildeten Shafleton, der Kapitän England und der Chefingenieur Dunlov. Als Operationsgebiet wurde von Shakleton König Eduard VII-Land gewählt, weil er hoffte, von dort aus neue Gehiete erschließen zu können. Die Expedition des Engländers zählte insgesamt 28 Männer, von denen 12 die„Landtruppen" bildeten. Diesen fiel natürlich die Hauptaufgabe zu. Der Plan für das Unternehmen war so gedacht: Der ant und behrreichen Ausführungen aufmerksam zuhörten. Der von zahlreichen Lichtbildern unterstützte Vortrag gab einen karen Ueberblick über die Entwicklung der Gewebemuster unter dem Einfluß der verschiedenen religiösen und weltlichen Anschauungen der verschiedenen Länder und Zeiten. Die Grundzüge des Vorim nachfolgenden wiergggegeogr,„Die ältzesten, aus „Ist die Alkoholfrage eine sammlung. Vortrag über tlaren„sozialg, Frage?“ unter dem Münster, Arbeiter=Abstinentenbund. Sonntag, 28. " März, nachmittags 5 Uhr, bei Brinkmann: Versammlung. Die Eingabe aus Ehrentrup ist besonders interessant. geil sie zeigt, wie auch gesetzgebende Körperschaften oft hinters Licht geführt werden können. Der Landtag hat dem Verlangen der Regierung entsprochen und die Genehmigung zur Bildung nes eierurg Husbezzeher u zeneie Henehnigung zur Bildun, trass, ieien in, nachsolgenden wiedergegeben.„Die altesten aus Aufruf an die gesamte Arbeiterschaft pan Herford us neinen Schutbeztrie in gger, Gemeinde, eegeben, nachden ven Grabern Aegyptens hervorgeholten Stücke der Webekunst. Beamse Arveilerschaft von Herforo# hon allen Seiten, während der Verhandlung erklärt war, daß die mögen 6000 Jahre alt sein. Wir finden auf ihnen Darstellun= und Umgegend. Linie aud Schulbezirks— worauf es natürlich in erster Sier Psansen und, Flerzg, die den Aegpster, belg, pezen,] Zu dur an Sonntge 98 Mir. in Scstukrus. v3. A.u, I perse utommt. mit den Klane der beazerng burchegs en Siuen und Knosden der Vepprusstaude, des Starggaus oper] Ju ver an Sonnteg. 2. März, in Schitenberse bier hatt, verstanden wären. Nun lonmt on den Lendtor eine Cr. staden Ferze i Ibis und der B. der Brillenschlange. Wir rse hier statt= aus eben demselben Bezirke 100 Unterschriften, elle des Grsteruns pidersadet. Cheratertisch für Die gauestent Pharerten in drseiben zu erishelnen. ulste Wdoen Loh 106 vo. de. V. sce= 3= un friser. aien Prl ger. m. pis tertisch, W. Die Angesichts der schoeren Zeit, in wescher sich die a. Jn der um Sonnlag, 25. Marz, im Schugenbeige hier staltfindenden Protestversammlung gegen die geplante des alten China sind ornamental verwandte Wellen und Wolken, Lotosblumen, phantastische Tierformen und beenders der als Sinnhild höchter Meishei ruegz, Amgasicht. 4., schmaman 9.:...... K 4441178, Mun steht uzp hhr der Tatsache, daß die fruher gemachAngesichts der schweren Zeit, in welcher sich die gesamte ten Angaben über die Einstimmigkeit der direkt Interessierten Tabal=Industrie befindet, muß des Volkes Rotischrei an die Hie swans) sewelen siund. Gerade diese Angaben aber haben nlen zurüchgnstellen und der hstimmt, ihre Be. zurückzustellen und der Vorlage zuzustimmen. Es zeigt Erklärungen über die Interessenten behandelt werden müssen. Was aus „Ie###st vorlänfig fraglich, da ein beschluß des Landtags vorliegt. Die Sescschelcheide Bbesheis sclch is taäisch „ die in Leinen, sondern begruben sie Diesem Umstande i#. Leinen, sondern, begxuben sie in den Kleidern, die sie im Leben trugen. Diesem Umstande verdanken wir viele wertvolle Dokumente aus grauer Vorzeit. Die Erzeugnisse der persischen Weberei sind in Bindung und Material sehr fein. Wir weben wohl schneller, aber noch nicht viel besser wie damals. In Byzanz entfaltete sich die Seldenweberei unter Justinianus zu hoher Blüte. Ein Muster aus dem Grabe Karls des Großen zeigt vollendete Technik. Die mohammedanischen Völker bedeckten ihre Gewebe mit Schriftzeichen. In Palermo stand die Weberei in hoher Blüte. Ende des 13 Jahrhunderts entwickelte sie sich auch in anderen Städten Italiens. Im Nibelungenlied werden prächtige Kleider besungen. Die im 15. Jahrhundert noch herrhindern, muß des Volkes heiligste Pflicht sein. Eingedenk der wichtigen Situation darf erwartet werden, daß jeder Arbeitskollege und Parteigenosse an dieser Massenprotestkundgebung teilnimmt. Reichstagsabgeordneter Severing hat sein Erscheinen zu der Versammlung zugesagt. Die Parteileitung des Kreises Herford=Halle. Der Ausschuß des Gewerkschafts=Kartells. sche selbst noch werden soll, ist vorläuf endgiltiger Beschluß des Landtags vorliegt. Die andere kommt aus konservativen Kreisen und empfiehlt dem Landtage, eine Zeitungssteuer einzuführen in dor Meise 5 jed Ahornene einern der Weise, dag jeoer Abonnent einer Zeitung Christlicher Terrorismus. In Mennighüffen hat ein Zigarrenarbeiter die Vertretung einer Feuerversicherung. Der Arbeiter ist weder politisch noch gewerkschaftlich organisiert. Zu seinen Versicherten gehören auch einige„christliche“ Arbeiter. Diesen ist Riensat, Bestseie Harlenr- Haiden daraus der Verscherunge, monatlich 10 Pfennig blechen soll. Der lippische Staat könne dann auf eine Extraeinnahme von zirkg 60000 Mark rechnen, die er bei den schlechten Zeiten sehr gut gebrauchen könne. Man sieht es dem Vorschlage an, daß ein einfältiges Gemüt vom Lande ihn ausgeheckt hat. Der Land. tag überwies die Eingabe einem Ausschusse, woraus sie mit dem Antrage auf Uebergang zur Tagesordnung vielleicht wieder hervorkommen wird. In 3. Lesung wurde danach der Kalivertrag mit der Bankfirma Humpel in Hannover genehmigt. Es haben darüber verschiedene vertrauliche Sitzungen stattgefunden, worden ist, noch mehr als vorgesehen war, für die Staatskasse herauszuschlagen, aber wenn auch Verbesserungen sind die Geldbetäge, die gleich zu leisten sind, doch nicht erhöht worden. Eine wesentliche Veränderung bestehi darin, daß der Unternehmer schon im ersten Vertragsjahre werden. Lis, Motipe schwülsig, unter Ludvig dem Sechzehnten solche Verhetzung nicht. Bei den zeigt die Wevekunst ganz den schwächlichen und süßlichen Charak= 1„Willst du nicht mein Bruder ter der damaligen Zeit. Es war die Zeit des Rokoko, wo ein.“ sein, schlag Bänder und Rosensträußchen Mode waren. Unter dem Einfluß der Pompadour entstanden neue Motive. Auf die Zeit des Biedermaierzeit die ihre Mgtiv Grundiat; dir den Schädel Empire folgte die Bievermaierzeir, die ihre Motive dem Rokoko entnahm, aber nicht die Grazie desselben besaß. Mit der Erfindung der Jacquardmaschine im Jahre 1802 entstand eine Technik, die die Wiedergabe naturalistischer Muster ermöglichte. war vom Uebel. Die plastische Form darf nicht auf die Fläche übertragen werden. Mitte des vorigen Jahrhunderts war der„Stil sehr schlecht, er wurde besser, als man auf der Weltausstellung in London im Jahre 1851 die Vorzüge der orientalischen Flächenbehandlung erkannt hatte, die auf die Entwicklung unseres modernen Stiles, den Herr Professor Schulze zum Gegenstand eines besonderen Vortrages zu machen gedenkt, von großem Einfluß gewesen ist. „Geschenk für den Verschönerungsverein.„Die hiesige GeGeschenk für den Verschönerungsv# werbebank hat auch in diesem Jahre dem Verschönerungsverein 150 Mk. als Geschenk überwiesen und verdient damit den Dank aller, welchen die uneigennützige Tätigkeit des Vereins zugute kommt.it des Vereins zugu — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Morgen(Sonnabend) geht„Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“ mit Herrn Direktor Bersel in der Titelralle en Lleinen Preisen in Szene. Max Dreyers hochinteressantes Schauspiel„Der Probekandidat“ geht Sonntag abend in Szene. Es ist dies gleichzeitig das erste Wiederauftreten des beliebten Komikers Adolf Heberling nach langem schweren Krankenlager Herr Heberling hat Dienstag sein Benefiz; er spielt den Lubowski in Adolf L'Arronges Lustspiel„Dr. Klaus“. „* Halle, 25. März. Der unter dem Verdacht, der flüchtige Postassistent Kühnemund zu sein, vorgestern Verhaftete ist wieder entlassen worden, da sich der Verdacht nicht bestätigte. s. Herford, 25. März. Unerträgliche Zustände für die in den Gebäuden der alten Spinnerei(jetzt Rathaus II) beschäftigten Arbeiter bestehen in den Abortverhältnissen. Alle ScLsePSTZ FiE Höcfeste g hzurch dese Zeilen von maßgebender genehnigt wurde die Vorsage öber Reuregely 4006 Steite upguse gesgagen wicd.“ eie Seiten ven wovorbenv, solbung spex hältnise auf der statlich gevordenen Irrenanstalt Lindenhaus. Mit der Uebernahme auf den Staat ergab sich die Notwendigkeit, die Gehaltsverhältnisse gesetzlich zu regeln. In der Kommission, die die Angelegenbeit vorher beraten hat, wär man, wie der Referent ausführte, über folg der Bohrungen rechnen, Ist., Abgeseben von einigen anderen Vorteilen für das Land sind die Bestimmungen sonst so stehen geblieben, wie sie entworfen waren. Die Vorlage über eine Ergänzung der Bestimmungen betr. Ablösung von Holz= und Streuberechtigungen wurde dem Finanzausschusse überwiesen. Der Entwurf will festlegen, daß der Zuschschnit szeitraum zur Perechnung der Holzmassen und des Geldwertes der betr. Holzabgaben mit der Einleitung des Ablösungsverfahrens enden soll. Es handelt sich um eine Frage, die vorwiegend lokales Interesse hat, weil derartige Berech* Herford, 25. März. Partei— Gesang=Verein Gadderbaum. Am Sonntag, 28. d. M., feiert der Gesangverein Gadderbaum sein 19. Stiftungsfest in Brinkhoffs Tonhalle durch Konzert, Theater und Ball unter gütiger Mitwirkung mehrerer anderer Vereine. Liang uur Merz-it T###k; Partei= und Gewerkschaftsgenossen diene zur Nachricht, daß hier eine Ortsgruppe des Deutschen Arbeiter=Abstinentenbundes gegründet worden ist. Die organisierten Genossen und Gewerkschaftler werden ersucht, unsere Bestrebungen zu unterstützen., Die Gewerkschaften wollen von dem Vortragsanerbieten der Gauleitung in Bielefeld Gebrauch machen.„Anmeldungen zum Beitritt nehmen entgegen: Julius Finke, Waltgeristr. 450, und Paul Möller, Bergertormauer 12. Herford, 25. März. Der bisherige Großherzoglich sächsische Gerichtsassessor Dr. Walter Heß ist als besoldeter Beigeordneter(2. Bürgermeister) der Stadt Herford auf 12 Jahre bestätigt worden. * Herford, 25. März. Zum Konkurse der Firma Quentin u. Sellwig bemerkt de„Bünd. General=Anzeiger“: Auch hier sieht man wieder, daß die von gewissen Zeitungen beliebte Praxis, durch Schleuderpreise Anzeigen zu ergattern und jede Anzeige unbesehens zu jedem ihnen gebotenen Schleuderpreise aufzunehmen, nicht nur das reelle Gewerbe schädigt, sondern S, wie. der Referent ausfuhrte, über die neue Last, die dem Lande auferlegt wird, klar, aber man hat keinen anderen Ausweg gesehen. Um die Last nicht zu schwer werden zu lassen ist davon abgesehen, alle Anstaltsbeamten auf Lebenszeit anzustellen, es soll diese Vergünstigung vielmehr nur Il diese Vergünstigung vielmehr nur der Direktor haben, sonst keiner. Die Gehälter halten sich in mäßigen Brenzen. besonders die der unteren Beamten. Zurzeit sind 75 bis 80 Pfleger und Pflegerinnen tätig, die nach Gedie Regierung neben freier Station 300 bis 900 Mark beziehen werden. An diese Verhandlungen schloß sich eine Kommissionssitzung des Landtags zur Beratung der Vorlage betr. den Neubau eines Regierungsgshäudes, wofür bekanntlich 400000 Mark bewilligt werden pr. Wohnungswechsel. Aus Anlaß des bevorstehenden sels wird darauf hingewiesen, daß die gesetzliche eljahres) für Räumungsfrist(1. Tag des Vierteljahres) für größere„Mietwognungen derart verlängert ist, daß es dem abziehenden Mieter gestattet ist, außer dem eigentlichen Umzugstage zur Vornahme der Räumung,gug noch den folgendege zag giszubenutzen. Dem sie sich selbst dabei zugrunde richten. * Herford, 25. März. Am Montag sind hier die Arbeiter der Zigarrenfabrik Koch(Stiftsberg) in einen Abwehrstreik getreten. Koch glaubt schon jetzt, den durch die drohende Steuer geschaffenen wirtschaftlichen Druck in der Tabakindustrie zur Verschlechterung der ohnehin bei ihm nicht guten Arbeitsverhältnisse ausnutzen zu können. Er entzog seinen Arbeitern das aufgesetzte Deckblatt, welches sie bis jetzt erhielten. Da zirka 3½ Pfund Blatt zu einem Mille gebraucht werden, konnten die Arbeiter sich diese Verschlechterung nicht gefallen 1" E.- f.- 4 g r g m z r;“####.### n g p i e g e t p a r n t. Wohnungen anusehen, velche aisber Küche und soesigen Reben. räumen noch aus mindestens 3 Wohn= oder Schlafräumen bestehen. Ferner wird darauf trauf aufmerksam enlöc stobfen nan Orer rmerrsam gemacht, daß das Ver##### von Ofenlöchern mit brennbaren Stoffen feuergeteurtisg und polizeilich verboten ist. Ein gleiches gilt für das Ueberkleben der Ofenlöcher mittels Tapeten. Vor den Feuerungen(Oefen pp.) ist der Fußboden mit einem genügend großen Schutzblech gegen herausfallende Kohlenstücke zu schützen. ### Unfall, Gestern nachmittag verunglückte in der Maschinenfabrik von Dürkopp(Moltkestr.) der Schraubendreher Esser von hier am Schleifsteine; es wurden ihm zwei Finger der linken Hand derart zerquetscht, daß ihre Amputation erforderlich s. Herford, 25. März. Und nochmals die Bautzener Krankenkasse. Ein hiesiges Mitglied dieser Kasse wvar erkrankt und sandte seinen Behandlungsschein über die Krankheitsdauer von 24 Wochentagen ein. Das Mitglied erhielt hierauf folgendes recht bezeichnende Schreiben: „Wir gelangten in den Besitz Ihres Behandlungs=Scheines und teilen Ihnen in Erledigung desselben mit, daß Sie Krankengeld vom 28 bis 31. Dezember= 4 Tage à 3 Mark= 12 Mark zu erhalten haben. In unseren Hebelisten finden wir jedoch, daß die Monate September, Oktober, November und Dezember noch offen stehen und senden wir Ihnen demzufolge der Einfachheit wegen die Beitrags=Quittungen für die obengenannten Monate.“ In der Mittwoch=Sitzung wurden die Vorlagen über die neue Regelung der Verhältnisse auf der Irrenanstalt Lindenhaus in 3. Lesung angenommen. Außer der im vorstehenden Bericht erwähnten Vorlage kamen noch in Betracht eine Vorlage über die Aufhebung einer im vorigen Jahre den Armenverbänden gewährten Vergünstigung bei Krankenüberweisungen an die Anstalt und eine Vorlage über außerordentliche Forderungen für die Anstalt. Mit der Bewilligung der außerordentlichen Forderung von 24000 Mark für einen neuen Stall auf der landwirtschaftlichen Kolonie der Anstalt erklärte der Landtag vorläufig noch nicht einverstanden. Erst sollen die Verhältnisse auf dieser Kolonie von einer Kommission näher geprüft werden. Dagegen wurde die andere Vorlage angenommen. Damit fällt also die Bestimmung wieder weg, wonach die Armenverbände für die von ihnen unterhaltenen Kranken durch Zuschüsse aus allgemeinen Miteln eine Unterstützung erhielten, sehr zu bedauern ist, da die Allgemeinheit diese Fürsorge was Versammlungen. Bielefeld. Soziald. Verein, 14. Bezirk. Sonntag, 28. er., vormittags 10 Uhr, bei Beckmann: Besprechung. — Tabakarbeiterverband. Sonntag, 28. März, nache mittags 3 Uhr, bei Hannemann: Versammlung. Bragwede. Soziald. Verein. Sonnabend, 27. März, bei Schröder: Versammlung. Vortrag des Genossen Hoffmann=Bielefeld über„Der Konflikt auf der Balkanhalbinsel.“ Niederbecksen. Soz. Verein. Sonnabend, 27. März, abends 9 Uhr, bei Küster: Versammlung. Schitmar, Vewersfa. Perzig, Mit diesen Vorlagen wurde auch der ordentliche Etat der Anstalt für das nächste Jahr genehmigt. Es handelt sich um zwei Etats, um den der Zentrale und den der landwirtschaftlichen Kolonie. Zusammen sind zirka 300000 Mark herausgerechnet, wobei sich ein kleiner Gewinn ergibt, aber nur weil die laufenden Ausgaben der Landkasse nicht mitgerechnet sind. Das Land wird genannten Monate.“ an die Anstalt jedenfalls immer größere Zuschüsse zu machen „ Laut uns unterbreiteter Quittungen sind aber die Beiträge haben.„Nach erforderlich gewordenen Wahlen von Steuerfür September, Oktober und November an den Kassierer D. in u#nd Militärkommissionen(Ersatzkommissionen) wurde die VorBielefeld gezahlt worden. Die famose Kasse dürfte deshalb mit lage über A.gartiervergütung an eine Kommission überihren originellen. Einfachheits-Bestrebungen diesmal nicht durch= wiesen.. Diele, Vorlage soll den„Vzewohnerr, der Stadt„Detkommen. Wie die Kasse dazu kommt, aus einem Behandlungs. schein über 24 Tage ganze 4 Tage herauszurechnen, bleibt einstwiesen,. Diese. Vorlage soll den Bewohnern der Stadt Detmold, die häufiger als andere Bewohner des Landes mit MiliGewerkschaftskartell. Sonntag, 28. März, nachmittags 3½ Uhr, bei H. Bicker. Odeon: Oeffentliche Versammlung. Vortrag des Genossen Max Sachs=Bielefeld über Alkoholfrage und Arbeiterschaft. Wegzegfruge und arbeiterschaft.“ Rheine. Gewerkschaftskartell. Sonntag, 28. März, vormittags 11½ Uhr, bei G. Hermes: Oeffentliche Verweilen noch Geheimnis. Das empörendste bei der Sache ist aber, daß das Mitglied bis heute, nach einem Vierteljahre, noch keinen Heller Krankengeld bekommen hat. Um die Geschäftspraktiken dieser Kasse zu verstehen, muß man einmal die ganze Einrichtung einer Prüfung unterziehen. Die Bautzener Krankenkasse hatte im Jahre 1906 eine Einnahme von 110 496 Mark zu verzeichnen. In der Ausgabe verwendete sie für Aerzte und Arznei.... 1168 A „ Krankengeld 21 108„ „ Sterbegeld....... 153„ „ Kurkosten....... 101„ " Verwaltung: a) persönliche.... 54 115 5) sächlche 22530 A b) sächliche 10943 65 058 arktische Sommer sollte zur Anlage von Vorratsstationen benutzt perden, die so weit mie wäglich agrgeschoben wardau fers: en, vie jg weit wie möglich vorgeschoben werden sollten. Shakleton hoffte, auf diese Weise von König Eduard VII.=Land kilometer weiter nach dem Süden vorzudringen. Die Stelle, an der die Landung beabsichtigt war, liegt ungefähr im 4#., Grad 30 Minuten südlicher Breite, sonach noch rund 1400 Kilometer vom Pol entfernt. Während des eigentlichen Winters, unmöglich macht, sollten an Ort und Stelse, WriFsnschaftliche,„Sepoten getrieben werden, zn„welchem summe, dann ist es kein Wunder, wenn nichts übrig Hleibt, zv Zwecke die Mitnahme aller notwendigen Apparate vorgesehen war, den erkrankten Mitgliedern die Krankengelder zu zahlen. AnBeim Eintritte des Früblings sollten sogleich die Anstrengungen gesichts dieser Tatsachen und der gemachten Erfahrungen können fortgesetzt werden, die Verpslegungsmagazine noch weiter nach pir den Arbeitern nur raten, solchen Cronieriast. dem Süden vorzuschieben, etwa„och 180 higwet weite an 4 65 058 Mark kostet also der Kasse die Verwaltung. Das sind 60 Prozent der gesamten Einnahmen und zirka 75 Prozent der Ausgaben. Wenn wir demgegenüber feststellen, daß die Ortskrankenkassen in Deutschland im Durchschnitt nur 6½ Prozent an Verwaltungskosten aufwenden, so erscheint der Betrag von 65.058 der Bautzener Krankenkasse ols geradezu ungeheuerlich en aufwenden, so erschei Mark der. Haußener Kranrenkasse als gerabezu ungeheuerlich. " Verschlingen die Beamten der Kasse eine derartige Riesensumme, dann ist es kein Wunder, wenn nichts übrig hleibt, um dem Süden vorzuschieben, etwa noch 180 Kilometer näher zum Südpol, so daß von der letzten Vorratsstation bis zum Ziel noch etwa 900 Kilometer zurückzulegen waren. Wie bei der DiscoveryExpedition sollte auch die Partie, die den Südvol selbst erreichen wollte, nur aus drei Männern bestehen die den Motorwagen, sechs sibirische Ponys und ebenso viele Hunde mitzunehmen beabsichtigten. pleiben—Leitern nur raten, swichen Krantentassen fern zu * Detmold, 24. März. Lippischer Landtag. Die Verhandlungen des Landtags waren in voriger Woche ausgesetzt, weil der Sitzungssaal vom Schwurgericht gebraucht wurde. Gestern begannen sie wieder. Von den Eingaben sind bemerkenswert die aus der Gemeinde Ehrentrup und die einiger sucht die Regierung, dahin zu wirken, daß Lippe kein sfalls hößer Herren vom Lande(dem Auschein nach konservative Landwirte). mit Matrikularbeiträgen belastet werde als Seschecscesec s Khchs chashsald esteine e bei kamen noch verschiedene wichtigere Fragen zur Sprache. die wir hier kurz streifen wollen. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Neumann=Hofer sagte der Minister zu, daß eine Vorlage über Abänderung des Gewerbesteuergesetzes im ganzen wenn eben mög.ich noch bis zur nächsten Tagung des Landtags, den Sommer vorgesehen ist, ausgrarbeitet werden sol. Derselbe Abgeordnete brachte zur Sprache, daß bei umfangreichen Arbeiten auf der Domäne Falkenhagen keine öffentliche Ausschreibung erfolgt ist, was vom Minister auch zugegeben werden mußte. Diese Anregung veranlaßte Schmuck, darauf hinzuweisen, daß sich auch andere Kreise über willkürliche Vergebung von Arbeiten durch staatliche Behörden beschweren. Auf der Irrenanstalt Lindenhaus seien die Bauten an einen bestimmten Unternehmer vergeben worden, und zwar Jahre durch. Darüber ist man in den Kreisen der Handwerker mit Recht entrüstet. Bei der schon früher wiederholt angeschnittenen Frage, wie sich am besten eine Verringerung der an Preußen zu bezahlenden Gelder für Hebung der Zölle und indirekten Steuern erreichen lasse, erklärte der lippische Minister, daß versucht werden solle, mit anderen kleinen Staaten zu einer die Kosten verbilligenden Abmachung zu kommen. Abgeordneter Neumann=Hofer hatte vorher darauf hingewiesen, daß Preußen sich die Dienste, die es durch die Hebung dieser Steuern den kleinen Staaten leistet, sehr gut bezahlen läßt. Ueber die lippischen Eisenbahnbaupläne wurde zwar auch wieder gesprochen, aber etwas bestimmtes kam dabei nicht heraus. Nach den Bemerkungen des Ministers hierzu ist es nun doch zweifelhaft, 9## die Regierung noch bis zur nächsten Sitzung des Landtags eine Vorlage über eine Strecke macht. In einer früheren Sitzung hatte man noch damit gerechnet. Von Wichtigkeit für die Gestaltung des Verhältnisses zwischen dem Reiche und Lipp“ waren dann zwei Anträge von liberaler Seite. Der ein““ Er Im 40 Pfg. auf den Kopf! Antrag enthält ein we daß sie sich für die ins Zeug legen möge. ausgeführt, daß siche wegen der schon jetzt! biete und daß fernerb oder Beseitigung der? Reichsvermögenssteuer so wenig Entgegenkomn Er sprach von diesem zu tun hat, vermied es Im Bundesrat sei übe schon entschieden, da h Erkenntnis der Notwe Bundesratsvertreter ni die Reichsregierung es gestimmt. An die Ein überhaupt nicht zu der ganz vergebliche Mühe. Abg. Schemmel, daßs standen wären, nicht a lagen der deutschen Ve konservative Herr wied ständnis, daß er vom mit direkten Reichssteu ergab die einstimmige gegen Erhöhung der Teile(Einführung ei Stimmengleichheit, so muß. Unter Umstände trag durchzubringen, Die lippische Regierung im Bundesrat einmal wieder bei dieser Debkleinen Staaten wissen gedankenlos das nachzu PerrenNerrenNerrenHeiten- Tun gerten“, Klasgigen esonders interessant, rschaften oft hinters hat dem Verlangen nigung zur Bildung de gegeben, nachden erklärt war, daß die natürlich in erster erung durchaus ein. indtag eine Eingabe Unterschriften, und ags entschieden prokommenden Verhält. die früher gemach. direkt Interessierten Ingaben aber haben bestimmt, ihre Beistimmen. Es zeigt klärungen über die müssen. Was aus ufig fraglich, da ein ). Die andere n Kreisen und uer einzuführen in einer, Zeitung ll. Der lippische e von zirka 60 000 sehr gut gebrauchen daß ein einfälckt hat. Der Landworaus sie mit dem telleicht wieder herich der Kaliverver genehmigt. Es ingen stattgefunden, vorgesehen war, für tuch Verbesserungen eich zu leisten sind. Veränderung besteht sten Vertragsjahre st warten kann bis Male dat man in Die Vertragszeit erste Tiefbohrung kann, ob auf Ersehen von einigen timmungen sonst so Die Vorlage über Ablösung von surde dem Finanzfestlegen, daß der solzmassen und des Einleitung des Abch um eine Frage, derartige Berechestehen. Ebenfalls elung der Beatlich gewordenen r Uebernahme auf Gehaltsverhältnisse die Angelegenheit nt ausführte, über klar, aber man hat ist nicht zu schwer nstaltsbeamten auf jung vielmehr nur lter halten sich in Beamten. Zurzeit itig, die nach Geden freier Station ise Verhandlungen ags zur Beratung Regierungsk bewilligt werden die Vorlagen über Irrenanstalt lußer der im vornoch in Betracht origen Jahre den bei Krankenüber= über außerordentBewilligung der für einen neuen Anstalt erklärte nden. 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Der zweile Antrag enthält ein weitergehendes Ersuchen an die Regierung, daß sie sich für die Einführung einer Reichsvermögenssteuer ins Zeug legen möge. Vom Abg. Neumann=Hofer wurde dazu ausgeführt, daß sich eine stärkere Belastung der Kleinstaaten wegen der schon jetzt bestehenden finanziellen Bedrängnis verbiete und daß fernerhin zur Herbeiführung einer Veredelung oder Beseitigung der Matrikularbeiträge die Einführung einer ger. Oerengung, eer; Mttt die Fininztung, Reichsvermögenssteuer das deste Mittel sei. So richtig das ist, so wenig Entgegenkommen fand die Anregung bei dem Minister. Er sprach von diesem und jenem, was direkt gar nichts damit zu tun hat, vermied es aber, auf den Kern der Frage einzugehen. Im Bundesrat sei über die Erhöhung der Matrikularbeiträge schon entschieden, da habe auch der lippische Vertreter in der Erkenntnis der Notwendigkeit(Was hätte je ein lippischer Bundesratsvertreter nicht als„Notwendigkeit" erkannt. nachdem die Reichsregierung es ihm vorgepredigt hatte!] der Erhöhung zugestimmt. An die Einführung einer Reichsvermögenssteuer sei überhaupt nicht zu denken, dafür im Bundesrat zu reden, sei ganz vergebliche Mühe. Die Konservativen erklärten durch den Abg. Schemmel, daß sie mit dem ersten Antrage ganz einverstanden wären, nicht aber mit dem letzten, der an den Grundlagen der deutschen Verfassung rüttle. Allerdings machte der konservative Herr wieder, wie früher schon einmal, das Zugezischen Standpunkte in der Not sich efrennden könne. Die Abstimmung On dem zweiten ständnis, daß er vom lippischen S mit diretten Reichssteuern befreunden könne., ergab die einstimmige Annahme des ersten Teil des Antrages Erhöhung der Matrikularbeiträge). Bei gegen Erpohung der Matrikularbeiträge).. Gei dem zweiten Teile(Einfuhrung einer Reichsvermögenssteuer) ergab sich Stimmengleichheit, so daß die Abstimmung wiederholt werden muß. Unter Umständen kann es dann glücken, auch diesen Antrag durchzubringen, weil einer der liberalen Herren fehlte. Die lippische Regierung sträubt sich mit aller Gewalt dagegen, im Bundesrat einmal ein ernstes Wort zu sprechen, das ist wieder bei dieser Debatte hervorgetreten. Die Vertreter der kleinen Staaten wissen im Bundesrat nichts besseres zu tun, als gedankenlos das nachzuplappern, was die„Großen" als Inbegriff der höchsten Weisheit von sich geben, und grschähe is auch auf die Gefahr eigener Vernichtung, die nach allem, was vorgegangen ist, wenigstens für Lippe bedenklich nahe gerückt scheint. * Detmold, 25. März. Lipp. Landtag. Der Landtag ist heute vertagt worden. In dieser letzten Sitzung wurde die Vorlage betr. Neubau eines Regierungsgebäudes mit bestimmten Bedingungen genehmigt, so daß, wenn die Regierung auf diese Bedingungen eingeht, mit dem Bau bald begonnen werden kann. Die Kostenanschlagsumme beläuft sich auf 400 000 Mark. Mit dem Ankauf des der Stadt Detmold gehörenden Platzes für 20000 Ml. erklärte sich der Landtag einverstanden. Es ist beabsichtigt, im Monat Mai oder Juni den Landtag wieder einzuberufen zur Erledigung der Steuervorlagen, die jetzt zurückgeschoben sind, weil der Ausgang der Reichsfinanzreform abgewartet werden soll. * Löhne, 25. März. Heute nachmittag ½2 Uhr brannte das Haus des Fabrikarbeiters H. Fischer vollständig nieder. Das Haus wurde von zwei Familien bewohnt. Wahrscheinlich ist das Feuer durch den Schornstein entstanden. * Oehnhausen, 25. März. Einen schweren Unfal! erlitt dier auf dem Eisenwerk„Weserhütte“ der Schlosserlehrling Maletzky. Der Verletzte wollte im vollen Betriebe einen Rlemen auf die Transmission werfen, wurde aber von derselben erfaßt und dem Verletzten beide Arme mehreremal gebrochen. Wäre die Transmission nicht so dicht an der Wand, so wäre der Verletzte kaum mit dem Leben davongekommen. * Lübbecke, 25. März. Die Genossen, welche gewillt sind, am 1. Mai gesanglich mitzuwirken, werden zu einer Besprechung am Sonnabend, den 27. März, abends 9 Uhr, bei Wirt Baumeister eingeladen. * Barmen, 25.März. Ins Wasser gesprungen. In geistiger Umnachtung warf die hier wohnende Ehefrau des Arbeiters Gustav Flock ihr 4jähriges Söhnchen in die hochg hende Wupper und sprang selbst nach. Das Kind konnte noch lebend gerettet werden, während die Mutter ertrank. * e Abin, 25. März. Hochwässer. Die melsten Overund Mittelrhein=Nedenflüsse führen infolge der starken Schneeschmelze Hochwasser mit sich. Die Wieck überschwemmt weite Gebiete. Bei Brabach erfaßte die reißende Flut einen vierjährigen Knaben und führte ihn vor den Augen der Angehörigen hinweg. Die Leiche wurde später gelandet. Im oberen Laufe der Ruhr richtet das Hochwasser große Verwüstungen an. Brackwede. Sonntag, den 28. März 1909: Hortest. Zur Gratis-Verlosung kommt ein grosser, lebender Ziegenbock. Orchester 10 Mann. Entree 20 Pfennig. Entree 20 Pfennig. Es ladet freundlichst ein Karl Schröder. 1772 Sonnabend, den 27. März, feiert der = Sportklub„Einigkeit“= im Lokale des Herrn Gröppol, Ziegelstraße, sein GründungsPest Hierzu ladet freundlichst ein Der Vorstand. Gäste sind willkommen. 1784° ——SwUP Usteli sind Reeses Nuckpnizer Patdingpriner Janillinzucker genau so unentbehrlich :::::: wie die:: 3: 32: Ostereier. Ueberall erhältlich. Reese-Gesellschaft Hameln. 1162 Trinkt Aha's Excelslor! 8 c in allen Größen - gutes Papier— — zu haben in der Buchhandlung„Volkswacht“. 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Für die Masse der die Lohnarbeiter bedeutet keit zugleich zunehmende sälzu Umwälzungen, die mensch immer wieder ausgebildet und das durch den speku und das durch den speku Wirtschaft, erzeugte Wech schäftsstiustand bedeutet fi der Angestellten immer Ueberspannung der Kräfte die Arbeiterklasse anwächst lähmend auf das ganze W sende von Gewerbetreiben 3. Wohl suchen die mod und Kartelle, die Produkti ziehen. Aber sie tun das gesamten Volkswirtschaft, der Preise, der Sicherstell speziellen Industrien. Ir veriodisch eintretenden Ge dern nur die Aeußerungs Hochhaltung der Preise vi für die große arbeitende 4. Die kapitalistische Steigerung des gesellschaft wachsende Reichtum der( Teile den arbeitenden Kla des Profits und der Bot und die kapitalbesitzenden Mehrarbeit an sich. Esn auf Grund von Besitztite und in noch höherem Gra reichtum. Riesenvermöger häufen sich in Einzelhänd stand zwischen den Einkom oder ein dem Lohn ähnli Einkommen der Kapitalist gemessene,wächst und das 5. Wayrend die Prodi Wachstum der Unternehn Charakter annehmen, wird formen des Besitzes— Al hältnis der Eigentümer de zunehmend veräußerlicht. samtkapitals der Gesellsch die zu den Unternehmun haben, die nur am Profit sind, ihnen aber sonst teilt überstehen. Hinter den gri läuft ein ganzes Heer vor verstärken, als Verzehrer die Volkswirtschaft Parasi 6. Gegen dieses Ueber nach zwei Seiten hin, aus druck des Kapitals wäre Firzelner ohnmächtig.„9 sche und genossenschaftlich 0 14 Sozialer Roman 8. D Aus seiner inneren ein Blatt Papier, auf d habe ich einen Ausweis Posten Weizen, die ein zekauft hat. Ich will Er Dodsen Gower Jones Baker Miller hielt einen Aug die die Richtigkeit der g# stätigten. „Alles in allem habe tausend Büschel Weizen. Wiederum erfolgtee „Also. schön! Ter M dreiundfunfzig. Ich erst vom Augenblick der Erös zuschlagen. Gehen Sie verlaufen— immer nur Das ist Ihr Auftrag!“ Dodsen und Gowers Füßen und starrten Wir bedenken Sie, was Sie entstehen, wenn wir Ihr Preis verkaufen. Ne Weizen sind keine Klein annehmbaren Preis das „Das sollen Sie auch dabei eine ungeduldige was ich will und wünsch anderes, als daß Sie Ihr Preise verkaufen. Wen bracht haben, so werden andern Ecken des Saale nen Weizenvorrat um je Millionen fünfhundertta Stunde verkauft sein, u so schnell zu verkaufen, wegs daran, Selbstmor sichter mir zuzutrauen innern, daß es mein W nach einem wohlüberle F We...y 0 Nr. 72. Bielefeld, Freitag, 26. März 1909. 20. Jahrg. Lrogrammeroistonsvörschlagt Hernsteins. Genosse Bernstein hielt am Dienstag, 23. er., in einer vom sozialdemokratischen Verein Charlottenburgs veranstalteten Versammlung einen Vortrag über„Revisionismus und unser Programm“, an dessen Schluß er folgende Leitsätze zu einem neuen Parteiprogramm verlas: 1. In den Kulturländern der Gegenwart beherrscht das kapitalistische Wirtschaftssystem die Produktion und den Austausch der Güter. Die mit großen Mitteln ausgestattete Unternehmung drängt insbesondere in Handel und Gewerbe die kleinen Betriebe vollständig in den Hintergrund. Die Schicht der selbständigen, kleinen Unternehmer, der Kleinbauern, der Kleinhandwerksmeister, der Kleinhändler und sonstigen Kleingewerbetreibenden bildet einen immer geringeren Bruchteil der Bevölkerung. Dagegen wächst im steigenden Grade die Klasse der in kapitalistischen Unternehmungen beschäftigten Lohnarbeiter und gegen Gehalt tätigen Angestellten. Mehr als drei Viertel des Bevölkerungszuwachses sind zu dauernder wirtschaftlicher Abhängigkeit verurteilt. 2. Für die Masse der Beschäftigten und ganz besonders für die Lohnarbeiter bedeutet der Kapitalismus mit der Abhängigkeit zugleich zunehmende Unsicherheit der Existenz. Technische Umwälzungen, die menschliche Arbeitskräfte ersparen, werfen chaft erzeugte Wechselspiel von Hochkonjur schäftsstillstand bedeutet für die große Masse der Arbeiter und der Angestellten immer wieder von neuem Abwechslung von Ueberspannung der Kräfte und Arbeitslosigkeit. Je mehr aber die Arbeiterklasse anwächst, um so mehr wirkt die Arbeitslosigkeit lähmend auf das ganze Wirtschaftsleben zurück und wirft Tausende von Gewerbetreibenden dem Ruin in die Arme. 3. Wohl suchen die modernen Kapitalverbände, die Syndikate und Kartelle, die Produktion einer gewissen Regelung zu unterziehen. Aber sie tun das nicht im Interesse und zum Wohl der gesamten Volkswirtschaft, sondern im Interesse der Hochhaltung der Preise, der Sicherstellung möglichst hoher Profite in ihren speziellen Industrien. Infolgedessen können sie das Uebel der veriodisch eintretenden Geschäftsstockungen nicht beseitigen, sondern nur die Aeußerungsformen ändern, während die künstliche Hochhaltung der Preise vielmehr die Wirkungen der Stockungen für die große arbeitende Allgemeinheit noch verschlimmert. 4. Die kapitalistische Produktion hat zu einer gewaltigen Steigerung des gesellschaftlichen Reichtums geführt. Aber dieser wachsende Reichtum der Gesellschaft fließt nur zum geringsten Teile den arbeitenden Klassen zu. In den verschiedenen Formen des Profits und der Bodenrente ziehen die Grundeigentümer und die kapitalbesitzenden Klassen immer größere Mengen von Mehrarbeit an sich. Es wächst immer mehr die Zahl derer, die auf Grund von Besitztiteln arbeitsloses Einkommen genießen, und in noch höherem Grade als ihre Zahl wächst ihr Kapitalreichtum. Riesenvermögen, wie keine frühere Zeit sie gekannt, häufen sich in Einzelhänden an, ins Ungeheure wächst der Abstand zwischen den Einkommen der breiten Masse, der um Lohn oder ein dem Lohn ähnliches Gehalt sich Mühenden und dem Einkommen der Kapitalistenaristokratie, deren Luxus ins Ungemessene wächst und das öffentliche Leben korrumpiert. 5. Während die Produktion und der Austausch mit dem Wachstum der Unternehmungen immer mehr gesellschaftlichen Charakter annehmen, wird durch die Entwicklung von Kollektiv= formen des Besitzes— Aktien= usw. Gesellschaften— das Verhältnis der Eigentümer der Unternehmungen zu ihrem Betriebe zunehmend veräußerlicht. Ein immer größerer Teil des Gesamtkapitals der Gesellschaft wird Eigentum von Aktionären, die zu den Unternehmungen keinerlei funktionelle Beziehung haben, die nur am Profit, den sie abwerfen sollen, interessiert sind, ihnen aber sonst teilnahmslos und unverantwortlich gegenüberstehen. Hinter den großen monopolartigen Unternehmungen läuft ein ganzes Heer von Aktionären, die deren soziale Macht verstärken, als Verzehrer arbeitslosen Einkommens aber für die Volkswirtschaft Parasitenexistenz führen. 6. Gegen dieses Ueberwuchern des Parasitismus, gegen den nach zwei Seiten hin, auf Lohn und Preis, geübten Monopoldruck des Kapitals wären die Arbeiter und Angestellten als Einzelner ohnmächtig Nur durch die politische, gewerkschaftliche und genossenschaftliche Koalition vermögen sie seinen nie14 Ernte. Sozialer Roman aus Amerika von E. Dewitt. —(Nachdruck verboten.) 8. Der große Krach. Aus seiner inneren Brusttasche nahm der junge Millionär ein Blatt Papier, auf dem nur einige Zahlen standen.„Hier habe ich einen Ausweis,“ begann er,„über die verschiedenen Posten Weizen, die ein jeder von Ihnen für meine Rechnung zekauft hat. Ich will Ihnen die Zahlen vorlesen: Dodsen....... 2500000 Büschel Gower 2000000 Büschel Jones 2 500000 Büschel Baker„ 1000000 Büschel Miller 1 500000 Büschel."— Er hielt einen Augenblick inne und sah die Makler an, die die Richtigkeit der gehörten Aufstellung durch Kopfnicken bekätigten.„ gm.ggr in und fünfhunh „Alles in allem habe ich also neun Millionen und fünfhunderttausend Büschel Weizen. Nicht wahr, meine Herren?" Wiederum erfolgte ein allgemeines Nicken des Kopfes. „Also schön! Der Markt eröffnet heute mit einbundertunddreiundfünfzig. Ich ersuche Sie, Dodsen, und auch Sie, Gower, vom Augenblick der Eröffnung der Börse an Ihren Weizen loszuschlagen. Gehen Sie auf jedes Angebot ein. Verkaufen— verkaufen— immer nur verkaufen, um jeden Preis verkaufen! Das ist Ihr Auftragl“... 464.— Gunenb“ s 1u6 Dodsen und Gower standen im nachsten Augenolia auf ihren Füßen und starrten Winston bestürzt an.„Aber, Mr. Howard, bedenken Sie, was Sie tun,“ rief Dodsen.„Es wird eine Panik entstehen, wenn wir Ihnen gehorchen und den Weizen um jeden Preis verkaufen. Neunmillionenfünfhunderttausend Büschel Weizen sind keine Kleinigkeit, und wir werden keinen auch nur annehmbaren Preis dafür erzielen.“ „Das sollen Sie auch gar nicht,“ sprach Winston und machte dabei eine ungeduldige Handbewegung.„Ich weiß durchaus, was ich will und wünsche von Ihnen, wie ich schon sagte, nichts gnderes, als daß Sie Ihre Vorräte so schnell wie möglich zu jedem Preise verkaufen. Wenn Sie beide den Ball ins Rollen gebracht haben, so werden Sie Jones, Baker und Miller sich in die andern Ecken des Saales verfügen und jeder für sich seinen eigenen Weizenvorrat um jeden Preis losschlagen. Die ganzen neun Nillionen fünfhunderttausend Büschel müssen in spätestens einer Stunde verkauft sein, und ich ersuche Sie daher, meine Herren, 19 schnell zu verkaufen, wie Sie nur können. Ich denke keineswegs daran, Selbstmord zu begehen, wie Ihre erstaunten Gesichter mir zuzutrauen scheinen, und ich will Sie nur daran erinnern, daß es mein Weizen ist, den Sie verkaufen und daß ich nach einem wohlüberlegten Plaue handle. Je eifriger Sie derdrückenden Tendenzen Widerstand zu leisten. Koalitionsfreiheit und gleiches demokratisches Wahlrecht aller sind die notwendigen Vorbedingungen der Befreiung der Arbeiter in der kapitalistischen Gesellschaft. 7. Von allen der Kapitalmacht gegenüberstehenden Klassen der Gesellschaft ist die Arbeiterklasse allein eine umwälzende Macht im Sinne des gesellschaftlichen Fortschritts. Die anderen antikapitalistischen Klassen oder Schichten sind entweder direkt reaktionär, wollen das Rad der Geschichte aufhalten oder womöglich zurückdrehen, oder sie bewegen sich, weil sie selbst Zwischenbildungen sind, in Widersprüchen und Halbheiten. Einzig die Arbeiter haben als Klasse dem Kapitalismus gegenüber ausschließlich Fortschrittsinteressen zu vertreten. Als Klasse haben die Arbeiter das größte Interesse an der Vermehrung des gesellschaftlichen Reichtums durch Vervollkommnung der Technik und Einspannung der Naturkräfte in den Dienst der Produktion; als Klasse haben sie das größte Interesse an der Beseitigung der parasitären Unternehmungsformen und der Expropriation der parasitären Gesellschaftselemente. 8. Ihr Klasseninteresse verlangt die Ueberführung der wirtschaftlichen Monopole in den Besitz der Gesellschaft und deren Betrieb zum Vorteil der Gesellschaft, in ihrem Klasseninteresse liegt die Ausdehnung der gesellschaftlichen Kontrolle auf alle Zweige der Produktion, die Einbeziehung der zurückgebliebenen Betriebe in die gesellschaftlich geregelte Produktion. Die Organisation der Arbeiter als Klasse aber heißt ihre Organisation zu einer besonderen politischen Partei, und die politische Partei der Arbeiter ist die Sozialdemokratie. 9. Die Sozialdemokratie kämpft für die Durchführung der Demokratie in Staat, Provinz, Gemeinde, als Mittel der Verwirklichung der politischen Gleichheit aller und als Hebel für die Vergesellschaftung des Bodens und der kapitalistischen Betriebe. Sie ist nicht Partei der Arbeiter in dem Sinne, daß sie nur Arbeiter in ihre Reihen aufnimmt, wer ihre Grundsätze annimmt und vertritt, d. h., wer zu den Fragen des Wirtschaftslebens im Sinne des Kampfes der schaffenden Arbeit gegen den ausbeuterischen Besitz Stellung nimmt, gehört in ihre Reihen. Aber sie wendet sich hauptsächlich an die Arbeiter, denn die Befreiung der Arbeiter muß in erster Linie das Werk der Arbeiter selbst sein. Die Arbeiter mit diesem Gedanken erfüllen und sie für den Kampf wirtschaftlich und politisch zu organisieren, ist die Hauptaufgabe der Sozialdemokratie. 10. Der Kampf der Sozikldemokratie ist nicht auf ein einzelnes Land beschränkt, sondern umfaßt alle Länder, in denen die moderne Entwicklung ihren Einzug gehalten hat. Von der Erkenntnis durchdrungen, daß die Entwicklung des modernen Verkehrswesens eine zunehmende Solidarität der Arbeiter aller dieser Länder schafft, und daß die nationalen Gegensätze, von denen heute noch gesprochen wird, in Herrschafts= und Ausbeutungsbeziehungen wurzeln, für deren Beseitigung die Arbeiterklasse kämpft, vertritt die Sozialdemokratie im Wirtschaftskampf und in der politischen Aktion den Grundsatz der Internationalität, der zum Ziele hat, den freien Bund der Völker auf der Grundlage des Rechts der nationalen Selbstbestimmung im Rahmen der Solidarität der Kulturmenschheit. Parteinachrichten. Ueber unsre Witzblätter. Zu diesem so oft in privaten Parteikreisen diskutierten Thema äußert sich die„Volkswacht“ in Breslau folgenderweise:„Es dürfte nicht unangebracht sein, an dieser Stelle einmal die nicht ganz neue Frage nach dem satirischen und zeichnerischen Wert unsrer beiden Parteiwitzblätter anzuschneiden. In weiten Parteikreisen ist man sich darüber einig, daß bürgerliche Blätter, wie„Simplicissimus“ und„Jugend“, journalistisch und künstlerisch die Führung im satirischen Kampf der Gegenwart übernommen haben. So sehr wie auch unsre Partei im Vordergrund des politischen und gesellschaftlichen Interesses steht, im„Postillon" und im„Wahren Jakob“ kommt davon nur ein unzulängliches Bild zustande. Weder illustrativ noch textlich wird hier die Satire mit der überlegenen geistigen Würde und Sicherheit gebraucht, die nun einmal nötig ist, will man mit Erfolg unsre politische und kulturelle Verlotterung in der scharfen Lauge des Spottes ertränken. Der„Wahre Jakob“ wird immer mehr Familienblatt und ist seit Jahren bestrebt, seine Satire so einzurichten, daß er mit dem Strafrichter nicht in zu enge Fühlung kommt. Trotz seines Familienhlatt=Charakters und seiner technischen Vormeinen Auftrag ausführen, um so höher werde ich es Ihnen anrechnen. Ich werde mich übrigens selbst in der Börse einfinden und dem, was sich dort abspielen wird, mit eigenen Augen zuschauen. Also, wohlverstanden, meine Herren, keine Zaghaftigkeit und Faulheit. Und nun wünsche ich Ihnen allen einen schönen Guten Morgen. Die fünf Makler schritten zur Tür hinaus, ohne auch nur ein Wort der Erwiderung zu wagen. Erst auf dem Wege zur Börse fanden sie die verlorene Sprache wieder. „Er ist sicherlich übergeschnappt,“ flüsterte Jones Miller ins Ohr.„Oder aber er will den Markt in einer Weise„bären", wie ich es noch nie zuvor vernommen habe, Was sagen Sie?“ „Well,“ entgegnete der Angeredete,„Howards Vater brachte ein Vermögen von zwanzig Millionen Dollar zusammen, und ich denke, daß Howards Sohn auch etwas von dem väterlichen Verstande geerbt hat. Immerhin ist mir die ganze Sache vollständig unverständlich, und sicher weiß ich nur das eine, daß es eine Riesenpanik geben wird.“ „Ja,“ stimmte Baker zu,„und ich weiß, daß die Leyser=SwiftKliane eine Züchtigung fürs ganze Leben erhalten wird. Sie müssen so schnell kaufen, wie wir verkaufen können, und haben jetzt kaum noch irgendwelche nennenswerten Mittel zur Verfügung, kaum soviel wie nötig ist, um allein unseren Weizen zu kaufen." „Aber außer unserem ist auch noch anderer Weizen da. Es müssen so mindestens außerdem noch zehn Millionen Büschel vorhanden sein, die sich in den Händen der kleinen„Bullen“ und„Lämmer" befinden, die sich infolge von„Tips“ in Weizen engagiert haben. Sobald wir mit unserer ersten Million fertig sind, wird der Kurs mindestens um fünf Cents gefallen sein; dann werden auch die andern ihre Vorräte abzuladen beginnen.“ „So sehr ich mir auch den Kopf zerbreche,“ bemerkte Dodsen, „so vermag ich doch nicht zu erraten, worauf Howard eigentlich hinaus will. Er weiß, daß er sein Geld verliert, wenn er jetzt verkauft. Na, schließlich geht es uns doch nichts an, was er mit seinem Gelde anfängt. Wir taten, was in unserer Kraft stand, um ihn von seinem Vorhaben abzuhalten.“ Die übliche Menge hatte sich eingefunden und die übliche Erregung herrschte, als die Börse eröffnet wurde.— Der Andrang war stärker als je zuvor, seitdem der Weizenpreis in so phänomaler Weise zu steigen begann. Die Börsenbesucher trugen durchweg ein selbstzufriedenes, zuversichtliches Wesen zur Schau, da sie fast alle, mit dem Strome schwimmend, sich mehr oder minder stark in Weizen engagiert hatten, und der mit jeder Stunde steigende Preis für sie ein entsprechendes Anschwellen ihres Bankkontos bedeutete. Die üblichen saftigen Börsenwitze schwirrten nur so durch die Luft und eine dichte Schar von Bewunderern hielt allzeit den Standvlatz Lawsons umringt, der der Börsenvertreter der Swift- und Leyser-Interessen war und aus dessen Munde man gern etwas Neues über die Lage erfahren züge hält er sich aber nicht rein von Geschmackkosigkeiten. Wie man zum Beispiel den Text und die Illustration in seiner jüngsten Nummer bezeichnen, die sich mit der Hinrichtung eines Raubmörders beschäftigen, der unter dem fallenden Beil des Scharfrichters sich über den Handbetrieb in diesem„Gewerbe“ beklagt. Unsäglich roh ist die Zeichnung und vergeblich suchen wir Witz bei dem„Witz". Solche Geschmacklosigkeiten tragen auf keinen Fall dazu bei, seineres Empfinden in unsren Arbeiterfamilien hervorzurufen und gerade wegen des Abstoßenden, das in solchen Dingen liegt, kann man sie nicht entschieden genug ablehnen. Etwas kecker in den Zeichnungen gibt sich der„Postillon". Aber ein ästhetischer Genuß sind seine Karikaturen wahrhaftig nicht. Die unkünstlerische Behandlung satirischer Motive ist gerade in dem Münchener Witzblatt auffallend, und die dort mit Vorliebe gepflegte Nacktkultur häßlichster Sorte macht das Blatt auch nicht interessanter. Die Partei, die auf allen Gebieten nach Vertiefung strebt, sollte auch hier größere Ansprüche stellen und etwas mehr Erziehungsarbeit leisten. Auch ein Parteiwitzblatt darf nicht zuerst als ein gutes geschäftliches Unternehmen betrachtet werden, sondern soll eine Waffe sein, die bei Freund und Feind geachtet ist.“ Das„Hamburger Echo“ schreibt dazu: „Wir unterschreiben diese Ausführungen. Am„Wahren Jakob“ bedauern wir noch besonders, daß in seinen Spalten eine Reihe Schwindelinserate Aufnahme gefunden hat, die sich die politische Parteipresse mit gutem Grund fernhält.“ Auch wir können uns mit der Kritik nur einverstanden erklären. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung hielt der sozialdemokratische Verein zu Halle am letzten Sonntag ab. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung war außer dem Reichstagskandidaten des Kreises, Genosse Kunert, auch Genosse Pfannkuch als Vertreter des Parteivorstandes anwesend. Der starkbesuchten Versammlung lag folgender Antrag Thiele vor: „Die Versammlung wählt eine fünfgliedrige Kommission, welche die Vorbereitungen für die Ueberführung der Genossenschaftsdruckerei in Parteieigentum zu erledigen hat.“ Wie aus der Diskussion hervorging, war in einer früheren Versammlung behauptet worden, die Ueberschüsse der Genossenschaftsdruckerei wären in die Taschen der Genossenschafter geflossen! Genosse Jähnig widerlegte diese Behauptung. Genosse Thiele kritisierte die Tätigkeit der Genossenschaftsdruckerei und meinte, daß die Ueberschüsse doch jedenfalls größer gewesen wären, wenn die Druckerei sich im Parteibesitz befunden hätte. Die Genossen Gerig und Hoffmann führen aus, daß alle Mitglieder über die Notwendigkeit der Ueberführung der Druckerei in Parteiregie einer Meinung seien, nur scheine der gegenwärtige Zeitpunkt hierfür nicht günstig. Diese Anschauung vertrat auch Genosse Pfannkuch, der im übrigen, nachdem eine größere Zahl Genossen für und wider den Antrag Thiele zu Wort gekommen war, darlegt, daß im Hallenser Druckereibetriebe beste Ordnung herrsche und daß es geradezu ein Glück gewesen sei, daß die Genossenschaft noch existierte, um der Partei finanzielle Schwierigkeiten beseitigen zu helfen. Vor 1910 dürfte, so meinte Genosse Pfannkuch zum Schluß, die tatsächliche Ueberführung kaum zu bewerkstelligen sein. Schließlich wurde folgender Antrag Pfannkuch angenommen: „Die Versammlung erteilt dem Vorstand den Auftrag, die Ueberführung der Druckerei in Parteieigentum in die Wege zu leiten und einer der nächsten Versammlungen Bericht zu erstatten.“ Vom neuen Vereinsgesetz. Der Vorsitzende des Sozialdemokratischen Vereins zu Staßfurt, Genosse Nagelschmidt, hatte zum 29. April v. J.— also vor dem Inkrafttreten des neuen Vereinsgesetzes— eine Mitgliederversammlung einberufen, aber vergessen, sie polizeilich anzumelden. Das Schöffengericht verurteilte ihn deshalb wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes 1 15 Mark Geldstrafe, die das Landgericht auf 10 Mark ermäßigte. Das Oberlandesgericht hob aber dieses Urteil auf und wies die Sache an die Vorinstanz zurück. Diese— das Landgericht Magdeburg— hat jetzt den Genossen Nagelschmidt freigesprochen: einmal, weil nach dem neuen Vereinsgesetz die Anmeldung von Mitgliederversammlungen nicht mehr nötig sei, dann auch, weil die Versammlung gar nicht stattgefunden habe, da sie vor der Eröffnung schon von dem Polizeikommissar„aufgelöst“ worden war. hätte. Lawson wußte jedoch, daß Schweigen, wenigstens ia diesen Tagen, für ihn und seine Auftraggeber Gold bedeutete. Endlich ließ er sich doch herab, das Wort zu ergreifen. „Das Angebot wird heute verschwindend gering sein,“ wandte er sich an einen der Käufer in halblauter Stimme, doch immer noch deutlich genug, um von den Nächststehenden verstanden zu werden. Marshald und Field, bei denen ich auf den Busch geklopft habe, halten an ihrem Weizen fest, wie der leibhaftige Satan, na, und die kleinen Kläffer kommen für uns nicht in Betracht.“ Er nickte verächtlich mit dem Kopfe in der Richtung der lachenden, schreienden, aufgeregten Menge, die sich an verschiedenen Stellen des Saales vor den schwarzen Brettern versammelt hatte, auf denen in Riesenzahlen die magische Ziffer„153“ verzeichnet stand. „Verkaufe fünftausend Büschel Maiweizen zu hundertundfünfzig,“ erklang plötzlich laut eine Stimme hinter den beiden. Jetzt wandten sie sich nach dem Sprecher um. „O, es ist nur der verrückte Dodsen," bemerkte geringschätzig Lawson.„Gut für uns,“ fügte er gleich darauf hinzu, als er sah, wie sich die Käufer um den Makler drängten. „Verkaufe zehntausend Büschel Maiweizen zu hundertdreiundfünfzig,“ übertönte eine aus einer andern Richtung kommende Stentorstimme den Lärm.„Der Teufel hole den Kerl,“ entfuhr es Lawson.„Das ist ja Grower. Ist auch der verrückt geworden?“ „Verkaufe zehntausend Büschel Maiweizen zu hundertzweiundfünfzig drei Viertel.“ Wie ein Malstrom brauste die Menge um Gower. „Verkaufe zehntausend Mai zu hundertdreiundfünfzig," ließ sich Dodsen aufs neue vernehmen, dessen erster Abschluß soeben perfekt geworden war. „Zwanziatausend Büschel— wach' ich oder träum' ich," philosophierte Lawson, dessen Gesicht sich zu röten begann.„Und zehntausend schon zu hundertzweiundfünfzig und drei Viertel weggegangen. Ein Preissturz von fünfundzwanzig Punkten. So darf das nicht fortgehen.“ Im nächsten Augenblick führte er eine leise Unterhaltung mit einem seiner Vertrauten.„Kaufen Sie— schnell! Alles, was angeboten wird!" Die zwanzigtausend Büschel hatten ihre Abnehmer gefunden und schon erklang Dodsens Stimme aufs neue.— „Verkaufe fünfzehntausend Mai zu— Verkaufe fünfzehntausend Mai zu—“ Der Kurs war jetzt um volle fünfzig Punkte gespgten. Von Gower kam schmetternd die nächste Angriffsfanfare. „Verkaufe fünfundzwanzigtausend Mai zu hundertzweiundfünfzig.“ Ein Kurssturz von hundert Punkten!— Auf Lawsons Stirn traten die Schweißtropfen. Der Lärm und die Verwirrung stiegen jetzt auf das böchste. Erbarmungslos von ihren Armen und Ellbogen Gebrauch Die Entwicklung der Sozialdemokratie in Mecklenburg lernt ion erst richtig kennen, seitder des Nereinsgesetz ma. eest richiig keunza,(Alorm dus Veleinsgrsat in Kraft ist die Partei im Junkerlande sich nun ausbreiten# ann. Tieser Tage fanden zwei Kreiskonferenzen statt, eine für den ##r Tage fanden zwei Kreistonzerenzen statt, eine für den Verken und eine für den funften Wahlkreis. Eine Konferenz für, den dritten Kreis wird zu Ostern, abg halteg, Es wurde 5 creis wixd zu Ostern abg halten. Es wurd ere das in den beiden Kreisex eine große Anzahl öffentammlungen stattfanden. Im vierten Kreise betrug die Einnahme seit dem 15. Mai 1908 443,80 Mark, die Mitgliederzahl 376, darunter elf weibliche. Der fünfte Kreis, der jahrelang— bis 1906— durch Genossen Herzfeld im Reichstage seine Mitgliederzahl von 1800 auf 2331 gesteigert. Die Einnayme betrug hier 3418 Mark. Die„ArbeiMedis““ Baltzst 100 Abonnenten. Die Abonnentenzahl der env. Vo#####g ist„infolge der Arbeitslosigkeit teilweise enrückgegangen. Wichtige Beschlusse wurden auf den KonferenS# gefaßt; hauptfachlich beschäftigten sie sich mit Fragen der Digancsation und Agitation. Genossenschaftsbewegung. Gewerkschaftsbewegung. Die diesjährigen Tarifverhandlungen im Schneidergewerbe haben vorz 20. bis 23. März in Fxankfurt a. M. stattge#nben. Der Allgemeine veutsche arbelgeververband für das Schneidergewerbe, sowie die sämtlichen in Betracht kommenden Arbeiterorganisaitonen waren vertreten. Verhandelt wurde über 26 Orte, wo die Differenzen in den örtlichen Tarifberatungen noch nicht erledigt waren. Anwesend waren 48 Vertreter der Unternehmer, 70 Vertreter der Arbeiter, davon 48 vom Deutschen Schneiderverband, 12 vom christlichen Verband und 10 von Wereinkarn„„## dus venne u, Hirsch=Dunckerschen Organisation. Es war das dritte Mal, genäß den Vereinvarungen der Organisationen diese Korzujammen kamen, um eine Einigung zu versuchen. brrschen###riveratungen waren in einer Reihe von Gue arntichen Warik##tmen, um ein. Einigung zu versuchen. Die Prriichen Lurtsorralungen waren in einer breihe von Orten gänzlich ohne Erfolg geblieben, die Unternehmer hatten vielfach ule keine Zugeständnisse machen zu können, sie seien an der ##grenze der Entlohnungen angekommen. So mußte die uation als sehr ernst angesehen werden, es schien fast, daß ein Ausgleich auf gutlichem Wege kaum zustande kommen wurde. gspsitigs. Arbeit war zu erledigen. Ganze Tarife mit zirka 400 Positionen mußten durchberaten werden. Die Hauptvorstände der Arbeitgeber wie Arbeitnehmer hatten eine schwere Belastungsprobe zu bestehen. Doch wo ein Wille ist, ist ein Weg. Beide Parteien waren bestrebt, durch Entgegenkommen einen Ausgleich herbeizuführen. In den meisten Fällen entschieden die Hauptvorstände nach Anhörung beider Parteien, daß die Vertreter der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer der einzelnen Orte sofort nochmals in eine Beratung der strittigen Positionen einzutreten hätten. Durch öftere Aussprachen gelang es in einer Reihe von Orten die Differenzen bis auf wenige zu beseitigen. Ueber die noch verbleibenden strittigen Punkte ist in allen Fälzurchgeinez„Schiedsspruch eine Einigung erzielt worden. Die urventer tonnen untet Verücksichtigung der Gesamtsituation mit dem Verlauf der diesjährigen Bewegung zufrieden sein. Achtung, Modelltischler. In der Modellfabrik au. Jos ###m#Cop. in Leipzig= Lindenau, Josephstraße 33, haben 2a Modeutischler die Arbeit niedergelegt. Die Tifferenzen sind entstanden, indem sich die Firma weigerte, die Arbeitsnachweisbestimmungen der Modelltischl auen Orten Deutschlands sucht die Firma Arbeitskräfte anzuwerben, während sie hiesige arbeitslose Kollegen von der Einstellung zurückweist. Dabei muß bemerkt werden, daß die Arbeitslosigkeit bei den Modelltischlern in Leipzig in den letzten Monaten eine sehr große war. Die Kollegen allerorts mogen dies beachten und zurzeit jeden Zuzug von Arbeitskräften nach dieser Firma zu verhindern suchen. In allen Fällen ist es notnieres Ve Die Handels= und Gewerbekammer zu Sonneberg über Kon,umvereinsbäckereien. In ihrem Geschäftsbericht für das Jahr 1908 beschäftigt sich die Sonneberger Handels= und Gewerbekammer mit den Ursachen der Bevorzugung der Konsumvereinsbäckereien durch das Publikum. Dabei kommt die Kammer zu folgendem Resultate: Abgesehen von dem Genusse der Dividende, welche Hausfrauen zum Bezuge bei den Konsumvereinen veranlaßt, kommt zugunsten der letzteren in Betracht, daß die Lieferung einer gleichmäßig guten Ware den mit ausreichenden Mitteln arbeitenden Konsumvereinen im allgemeinen leichter möglich ist als den vielfach im Kapital beschrankten, auf den Bezug kleiner Quantitäten angewiesenen und wohl auch in den Bezugswechselnden Privatbäckern. Dazu mag noch kommen, daß die Bäckereien der Konsumvereine mit allen neuzeitlichen, den Forderungen der Reinlichkeit und Hygiene entsprechenden Einrichtungen versehen sind, während in Privatbetrieben das Publikum wohl auch nach dieser Richtung hin zuweilen Mängel entdeckt. Mit diesem Gutachten kann die Konsumvereinsbäckerei zufrieden sein; was werden aber die Bäckerinnungen dazu sagen? „ Die preußische Staatsverwaltung und die Konsumvereine. auf eine vom deutschen Handwerks= und Gewerbekammertag in Hannover an das Abgeordnetenhaus gerichtete Petition um Nichtförderung der Konsumvereine durch staatliche Verwaltungsorgane, die der Regierung zur Erwägung überwiesen worden war, ist nach der Nr. 3 der„Rabattsparvereinszeitung“ nun folgende Entschließung der Königlichen Staatsregierung ergangen: Im Bereiche der Bergverwaltung hat die erneute Prüfung der Frage wiederum zu dem Ergebnis geführt, daß zwar von der Gewährung materieller Unterstützungen an die Konsumvereine grundsatzlich Abstand zu nehmen ist, daß dagegen bei der meist isolierten Lage der Bergwerke und bei der geringen Geschäftskenntnis und Schreibgewandtheit der Bergleute die Beteiligung von Beamten an Konsumvereinen und die Uebernahme gewisser Aemter durch Beamte— unter Umständen mit ausdrücklicher Genehmigung der vorgesetzten Behörde auch gegen Entgelt— notwendig ist, um die im Interesse der Belegschaft dringend erforderliche Erhaltung der Konsumvereine zu ermöglichen. Bereiche der Eisenbahnverwaltung sind die einschlägigen Verhaltnisse durch Erlaß vom 29. Juni 1904 geregelt. Eine Aenderung dieser Bestimmungen ist zurzeit nicht in Aussicht genommen. Eine dem Sinne nach gleichlautende Erklärung gab der preußische Handelsminister auch in der Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses vom 8. März ab. Er fugte aber noch hinzu, vaß das Verbot der Beteiligung von Beamten an Konsumvereinen ein Eingriff in die persönliche Freiheit sei, den der Minister niemals sich erlauben werde. In der entschiedensten Weise wies der Minister die Zumutung zurück, den Beamten die Betätigung in den konsumgenossenschaftlichen Organisationen, sosie in ihrer freien Zeit erfolge, zu erschweren. Hoffentlich entsprechen diesen ministeriellen Worten auch die behördlichen Taten. Es ware z. B. sehr ancebracht, wenn der Kollege des amt folgte, stimmen in der Beurteilung des Falles darin über. ein, wie in der„Medizin. Klinik“ ausgeführt wird, daß durch das nach dem Unfall aufgetretene und mit dem Unfall in menhang stehende Lungen! an welcher der Aufseher gestorben ist, verursacht den sei. Sie stützen sich hierbei auf die medizinisch erwiesene Tatsache, daß nicht nur bei Tuberkulose, sondern auch bei anders gearteten eitrigen oder brandigen Lungenprozessen Eiterkeime häufig durch das Blut aus der Lunge verschleppt werden und dann Gehirngeschwüre oder Hirnhautentzündungen hervorrufen. ..ag. Die Wichtigkeit der Untersuchung mit Röntgenstrahlen vei Unfallen. Ein Arbeiter hatte eine anscheinend leichte Verletzung am rechten Schienbein erlitten und behauptete, seit dieser Zeit nicht arbeiten zu können. Aeußerlich war nichts zu finden als eine kleine Narbe und eine ganz unbedeutende Verbreiterung des Schienbeins an der gleichen Stelle. Bei der Röntgenunter. uc We hung indes ergah sich,#us ein Querbruch dieses Knochens stattgefunden hatte, der aver von selbst in ganz ausgezeichneter #e geheilt war. Aus diesem Grunde mußte angenommen —..n Jah k: Angaben pöll: u... mußte angenommen werden, buß die Angaben bollig üvertrieben sein mußten. Indes erhielt der Arbeiter für die ersten drei Monate die Rente für völlige und dann einige Monate für halbe Arbeitsunfähigkeit. Militärisches. Tage Mittelarrest für— einen gebrochenen Fuß! Ein rfäkfizier vom 126. Infanterie=Regiment in Straßburg „49###steß einen Soldaten weil dieser angeglich, die Stiefel #. en. Soldaten, weil dieser angehlich, die Stiefer der Unterufstziers nicht gewichst hatte, mit der Faust so vor die Brust, daß der arme Teufel über einen Schemel stürzte und sich dabei einen Fuß brach. Das Kriegsgericht der 31. Division sah in dieser Mißhandlung einen minderschweren Fall und ließ es bei 14 Tagen Mittelarrest bewenden. Standesamts-Nachrichten. wendig, sich vorher bei der Geschäftsstelle un Verbandes, Leipzig, Zeitzerstraße 32, zu erkundigen. bessischen Eisenbahngemeinschaft wird nämlich durchaus nicht immer nach den Grundsätzen verfahren, die Herr Delbrück verkündete. Vor kurzem wurden erst die Mainzer Eisenbahnbeamten von ihrer vorgesetzten Behörde gezwungen, aus dem Konsumterein auszuscheiden. Das vertragt sich doch ganz und gar nicht mit den Worten des Herrn Delbrück. Minden. Vom 14. bis 20. März. Geburten: Söhne: Steinhauer Ebeling; Schutzmann Hennemann; Schlachtermeister Hermann Schwiering; Arbeiter Gottschalk. Töchter: Postsekretär Ollmert; Arbeiter Fischer; Glasmacher Lubwig Müller. Aufgebote: Sattler Walther mit Witwe Henriette Berber geb. Schütte in Minden; Kaufmann Niemann mit Berta Krützelmann in Minden; Zeugleutnant Drosin in Spandau mit Luise Meusel in Minden; Feldwebel Picht in Minden mit Wilhelmine Christine Sophie Schroeder in Meißen: Postassistent Joester mit Mathilde Dohm in Minden; Kataster=Kommissionszeichner Aumann in Minden mit Hedwig Hauenstein; Musketier Wattenberg in Minden mit Karoline Philippine Anna Schreiber in Dankersen bei Rinteln; Rechtsanwalt Prang in Minden mit Elisabeth Bonin in Friedenau; praktischer Arzt Dr. med. Ruoff in Minden mit Therese Marianna Tuckermann in Köln a. Rh. Witwe des Landwirts Schmidt geb. Dirkes, 81 J. 4 M.; Fräulein Elisabeth Schütte, 21 J. 5 M.; Invalide Petermann, 61 J. 11 M.; Landwirt Uphoff, 35 J. 9 M.; landwirtschaftlicher Rechnungsführer Diel aus Gorden mern 90 J. 11 M. in Pommern, 30 Hungerlöhne in schwarzen Gebieten. Durch Erhehungen des ratholischen Arbeitersekretariats in Heiligenstadt über die Lohnverhältnisse der Weber aus dem katholischen Eichsfelde sind erbarmungswürdige Resultate zutage gefördert. Der Stundenlohn mancher Weber beträgt oft kaum 10 Pfg. Was für den einzelnen Meter am Stück gezahlt wird, ist äußerst gering. Dazu ist die Lage der Textilindustrie infolge der noch immer anhaltenden Krise derart schlecht, daß die Hausweber des Eichsfeldes oft tage= und wochenlang ohne Beschäftigung sind. Trotzdem werden diese ausgebeuteten und hungernden Arveiter von ihren schwarKörem Geschick zufrieden zu sein. angehalten, mit Einen Generalstreik sämtlicher Detaillisten lerblatt„Der Detaillist“ in Düsseldorf vor. Nr. 11 des Blattes: schlägt tu W Wir lesen in der das HändVereins-Kalender. es Schlag auf Schlag gegen den Handel! Ein großer Detaillist meint, man müsse jetzt ernsthaft erwägen, ob nicht ein allgemeiner Protest angebracht sei, vielleicht in der Die Arbeiterzersplitterer an der Arbeit. Da die„christlichen“ Führer mit ihren Gewerkschaften in Straßburg i. Els. ein Fiasko nach dem anderen erleiden, will man eine Belebung der christlichen Bewegung nunmehr durch die Gründung einer Einoder eines Konsumvereins versuchen, wie gitator in einer Versammlung mitteilte. Es gierungen und ihren Mitläufern gezeigt werden, daß das Ma nicht nur voll, sondern bereits zum Ueberlaufen gebracht ist. Und welcher„Schlag gegen den Handel“ ist es, der das Händlerorgan und seinen Gewährsmann in so rabiate Stimeiner Reichstagskommission, seamte für das Handelsgewerbe einzuführen. Demnach # F r Hien Desguisten Ursache, sich vor den Handelsinspektoren „ dietem# Mögen sie also streiken, die Konsumvereine werden biesem Falle„Streikbrecher“ spielen, da sie dem Handelsinspektor mit Gleichmut entgegensehen können. Soziales. Einen neuen Tarifvertrag haben die Straßburger organisierten Klempner und Installateure mit den Unternehmern abgeschlossen. Er läuft vom 1. April 1909 bis 1. April 1910. 1910 und 1911 tritt am 1. April je eine Lohnaufbesserung von 2 Pfg. pro Stunde ein. 3 Meter ein Klumpen Tonerde auf die Brust, wodurch ein Bluterguß sowie Schwellung an der Hautstelle erfolgten, die auf die Verletzung zurückzuführen waren... nach dem Unfau 8.#6 zurückzuführen waren. Alsbald nach dem Unfall trut ein Lungenleiden auf, wahrscheinlich in der Form einer Lungen= und Rippenfellentzündung, dann aber nach zirka ½ Jahre eine Gehirnentzündung, woran der Betreffende starb. die Sachverständigen, deren Gutachten das Reichsversicherungsmachend, drängten sich Käufer durch die Menge, viele Personen zu Fall bringend, deren Mund sich Verwünschungen Antinderhüte und SStrohbüte flagen „ und Klagen entrangen. Hollnberhule und Sirbhhule flogen in die Luft, um im nächsten Augenblicke von den Füßen der sich wie eine Herde Dämone gebärdenden Börsianer zertreten zu werden. Mit einem grimmen Lächeln auf den Zügen schaute Winston Howard an der Seite Dodsens dem tollen Treiben zu. Fünfhunderttausend Büschel waren verkauft worden und der Preis um zweihundert Punkte d. h. zwei Cents zurückgegangen. jetzt funfzigtausend zu hunderteinundfünfzig an. Sie werden den Prei.—. bekommen, aber das schadet nichts. Nehmen onen vietet. Bitte, zu Argumenten habe ich keine s nicht Sie, was man I.. Zeit.“ „Winston behielt recht. Jones' fünfzigtausend Büschel gingen unter Johlen und Schreien zu fünfzig Punkten unter dem anhotenen Preife preien zu fünfzig Punkten unter gebetenen Preise weg. Und nun vegannen die schweren Geschütze geuer„Fast gleichzeitig boten Baker und Miller je fünfzizseiner Umgebung laufend Buschel an. Aus der Unterhaltung schlugen abgebrochene Sätze an Winstons Ohr.„Der Preissturz läßt sich nicht mehr aufhalten. Swift und Leyser laden ihre Vorräte ab und wir werden gut tun, uns zu salvieren, Lord!... 853 niedriger in funfzehn Minuten— schnell, such' und gib ihm Auftrag, zu verkaufen— ja, verkaufe, Kaus“ i.....# Auftrag, zu verkaufen— Jauspreis war hundertfunfunddleißig— fünfundkönnen wir nicht machen, dafür fällt der schnest ne#r— können wir nicht machen, ich werde noch alles verlieren! (cHäß der fünf Masler ant dutt desnnen. Das schwere Gezehn Millionen Büschel gaoustons erfuhr Verstärkung und die wurden nun ins Treffen in Besitze der kleineren„Bullen“ geführt. Ueberall boten Makler, wild bis zwanziatausend Pische Weuen in Posten von eintausend mit Gier die Makler der Swift=Leyserweitergehen,“ murmelte Lawson und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er schrieb schnell einige Zeilen, steckte sie in ein Kuvert und winkte einen Telegraphenboten zu sich veran.„Schnell, mein Junge, trage dies zu Mr. Leyser im Schiller=Gebäude. Selbstverständlich zu Mr. Joseph Leyser, on Idiot.“ Zwanzig Minuten später erschien Leyser selbst und wurde von der Menge mit sturmischen Hochrufen begrüßt. Hier war der Mann, der dem Sinken des Preises Einhalt gebieten, der die verlorene Position wiedergewinnen konnte. Für den Napoleon des Weizens mußte das eine Kleinigkeit sein. ". Leyser nahm seinen Platz an Lawsons Seite ein und erteilte schnell seine Instruktionen. wsegricht, wer hinter diesem Spiel steckt!“ sagte er. Wo sind die Ein großer„Bär“ .„ Preise ach mnen. Bo kad die Er sah den Vorgängen einige Minuten lang mit gespanntester Aufmerksamkeit zu. Ein Mann von ausgesprochener Individualität, erregte er, wo immer er sich zeigte, Aufsehen. Er war hochgewachsen und dabei sehr dünn, und seine riesige Nase, wie sein großer, von dünnen, farblosen Lippen eingefaßter Mund, verliehen dem Gesicht etwas Raubvogelartiges. Nur wenige Menschen vermochten den stechenden Blick seiner großen, kalten Augen zu ertragen. „Aha, ich komme auf die Spur— jene fünf Makler, die den Weizen in Poster von fünfzigtausend Büscheln anbieten, handeln nach einem gemeinsamen Plan. In ihrem Spiele steckt Methode. Was? Einhundertundvierzig? Die Sache muß ein Ende nehmen. Wem gehört all dieser Weizen?" „Fünfzigtausend zu einhundertneununddreißig ein halb!“ Leyzer preßte den Mund so fest zusammen, daß von den Lippen weiter nichts als eine dünne rote Linie zu sehen war. Er ist wahnsinnia. Er muß einem Tollhause entsprungen sein,“ zischte zinter Sr3ch halt: Wer ist der junge Mann im Gehrock, der .. Todsen steht und gerade jetzt zu ihm spricht?“ Und nun *.. WPodsien.#..gerade jetzt, zu ihm spricht?“ Und nogehr Troft, auf huniertneununddreißig herunter! Schnell, sagen„Sie es mir, wer ist der junge Mann?“ „Meinen Knopfloch? Sie den 5, das sungen Mann .####ann mit der roten Nelke im 1. ga Winnon woward 3 „star Sei; roten Nelke im ###e g7 10 Will.,, Prnget, der Sohn des Grundeigentumhanoers, der von seinem Vater zwanzig Millionen erbte.“ entgegnete Lawson.„Sie wissen doch, der junge Sozialist, dessen Bild die Blätter mit einem drei Spalten langen Artikel, brachten, und der den Ausspruch getan hat, daß alle Weizenspekulanten ins Zuchtbaus gehören. Das ist er, und wie scheint, bereitet ihm das Fallen der Preise großes VerSuagen: Gortsetzung folgt.) Freitag. Männer=Gesangverein„Freie Stunde“ 9 Uhr bei Sewing, Bür. gerweg 93. Gesangverein„Concordia“ 9 Uhr bei Kleinert. „Teutonia I“ 9 Uhr bei Kahl, Herforderstraße 137. Zitherklub„Alpenrose". Rickes Nebelswall. Freie Turnerschaft Bielefeld, Abt.„Vorwärts“ 8½ Uhr bei Freudenau, Heeperstraße. — Abt, gichnfran#5 Uhr bei Langewort, Detmolderstraße. — Ar Feuhen###g.„ 2 Uhr b. Lohmann, Altenschildescherweg —...„Jahn 812 uhr bei Stockbrügger, Turnerstraße. — Not.„Gadderbaum“ 8½ Uhr bei Bracksiek, Hallerweg. — Abt.„Hoffnung“ 8½ Uhr bei Apenbrink, Herforderstraße. Bielefelder Kraftsportvereinigung 9 Uhr im„Berliner Hof“. Freie Radfahrer=Vereinigung, Abteilung 5, 9 Uhr bei ApenRadfahrerverein„Tourist“ Sitzung bei Helms, Jöllenbeckerstr. Radfahrerverein„Transvaal“ 9 Uhr bei Wirt Höner zu Eißen. Radfahrerklub„Flora“ 9 Uhr bei Wöhler, Heeperstraße. Kegelklub zu den drei Linden 9 Uhr bei Kickert, Ehlentrupperweg. Guttemplerorden. Loge Bielefeld. 8½ Uhr. Gr. Kurfürstenstr. 51. Ringklub„Aberg“ 8½ Uhr bei Karl Blome, Webereistraße. Brackwede. Arbeiter=Turnverein„Frisch Auf“ 8½ Uhr bei Karl Schröder. Brackwede. Arbeiter=Radfahrerverein„Freiheit" 8½ Uhr bei Karl Schröder. V##wede. Kraft=Sport=Verein 8½ Uhr bei Karl Schröder. Theesen. Arbeiter=Gesangverein„Horstheide 8½ Uhr bei Wilhelm Meier=Ditrich. Sudbrak. Arb.=Turnverein„Frisch Auf" b. Wirt Fohrmann. Schildesche. Radfahrerklub„Einigkeit“ 8½ Uhr im Hellingskrug, ## Arb=Turnverein„Deutsche Eiche“ 8 Uhr dei Gäner Gtsssrheitergesangverein„Schildesche“ 8½5 Uhr bei Voner, Vielefeiderstraße. Schildesche. Kegelklub„Fortuna" 8½ bei Siekmann, Herforderstraße 8.— Degpgrg., Turnverein Jahn 7—9 Uhr bei Indiestel, Enger: Turnverein„Eintracht“ 9 Uhr im Niermannschen Saale. Herford. Arbeiter=Turnverein„Stiftberg“ 9 Uhr bei Wirt Tiemeyer. Arb.=Radfahrerverein„Freie Radler“ 9 Uhr im Restaurant„Zur Traube“, A. Seeger. Herford. Arbeiter=Turnverein„Vorwärts“ 9 Uhr bei Wirt Brockmann. erford. Turnverein„Eichenkranz“ 9 Uhr bei Läge. under n. Arbeiter=Turnverein„Freiheit“ 9 Uhr bei Wirt Mester. Oetinghausen. Arbeiter=Turnverein„Eichenkranz“ 9 Uhr beim Wirt Düsdicker. Spenge. Arb.=Turnverein„Einigkeit“ 8¾ Uhr bei Heitmann. Porta. Freie Tunerschaft, Turnabteilung abends 7 Uhr bei Herrn Fricke. Rehme. Arbeiter=Radfahrerverein„Bahn frei“ 3½ Uhr bei Röbke. Rehme. Freie Turnerschaft 9 Uhr bei Röbke. Werther. Arbe ter=Turnverein„Frisch Auf“ 9 Uhr. Rheda. Arbeiter=Gesangverein 8½ Uhr bei August Kipp. Lage. Kraft=Sport=Verein 8½ Uhr bei Karl Voß. Langestr. Lemgo. Freie Turnerschaft 8½ Uhr in Gasthaus Zu der drei Linden. Detmold. Arbeiter=Gesangverein 8½ Uhr in der„Central= halle“. Minden. Freier Turnerbund abends 8½ Uhr. Stadthagen. Freie Turuerschaft 7½—9½ Uhr im Schaumburger Hof. Stadthagen. Arbeitergesangverein„Edelweitz“ 7—9 Uhr. Krdiner, Agnitt für kure Zenang! Besen und Matten v bis Ostern mit 10 Prozent R Vermann Schu Obernstraße 38. At großn, den je Brack Zirkei vollständig neu Sonnabend, den Brackm 1781 41ng Ma.PEnid Cn Zum bevorst Mülleimer 2.2 Verzinkte Eir Wannen 1.50, Naschtöpfe 2 Wasserkessel Waschständer Waschschalen Eiserne Bratt Loifelbieche, Tonnen mit E Matten 25, 3 Gardinenleiste Handtuchhalte Schrubber 25 Scheuerbürste Kokosbesen u Kaffeeservice Wachstuch in Fensterleder markttaschen Alter Markt 4 Bleibt da nur hervorragende Sonnabend 5 Uhr. Der blind Eine Darstellung aus dem Handlungen.(Sehr r abischt (Aktuell, sehr interessan Die belauschten Hobrhet (Aeußerst humorvoll.) Der Schutzma S wunderbares Char Tetlame. Die Ueber Sud ist, welches äume Arieter bumort! bes lobe urgen Falles darin rt wird, daß durch dem Unfall in Zu. annten metastischen die Gehirnhaut. eben ist, verursacht iedizinisch erwiesene ern auch bei anders rozessen Eiterkeime chleppt werden und ündungen hervorit Röntgenstrahlen einend leichte Verhauptete, seit dieser ar nichts zu finden ende Verbreiterung der Röntgenunterch dieses Knochens anz ausgezeichneter rußte angenommen in mußten. Indes gate die Rente für Arbeitsunfähigkeit. chenen Fuß! Ein in Straßburg geblich die Stiefel r F a u s t s o v o r d i e gel stürzte und sich ieser Mißhandlung Lagen Mittelarrest chten. ling: Schutzmann wiering: Arbeiter scher; Glasmacher Witwe Henriette iemann mit Berta in Spandau mit Minden mit Wilßen“ stermenstein; Phiuppine Anna anwalt Prang in praktischer Arzt anna Tuckermann ts Schmidt geb. itte, 21 J. 5 rt Uphoff, 35 J. Diel aus Gorden sei Sewing, Bür. 137. “ 8½ Uhr bei Detmolderstraße. enschildescherweg. irnerstraße. allerweg. Herforderstraße. „Berliner Hof“. Uhr bei ApenJöllenbeckerstr. Höner zu Eißen. bseeperstraße. Ehlentrupperweg. kurfürstenstr. 51. ebereistraße. uf“ 8½ Uhr bei eiheit“ 8½ Uhr arl Schröder. e 8½ Uhr bei Wirt Fohrmann. im Hellingskrug. iche“ 8 Uhr bei se“ 8½ Uhr bei ann, Herforderbei Indiestel, Niermannschen Uhr bei Wirt ler“ 9 Uhr im 9 Uhr bei Wirt ei Läge. Uhr bei Wirt enkranz“ 9 Uhr bei Heitmann. inds 7 Uhr bei rei“ 3½ Uhr 9 Uhr. ugust Kipp. Voß. Langestr. sthaus Zu den der„Central= r. hr im Schaum“ 7—9 Uhr. Tarstenwaren, Besen und Matten verkaufe bis Ostern mit 10 Prozent Rabatt. Hermann Schulze, Obernstraße 38. 1764 pri- Bachahlune is zu haben: „Morgenrei“. Goztald, Fest= u. Zeugegschti. Von J. Stern. 152 Geiten. Preis 504. Porto 104. Sozialdemokratisches Diederbuch, Von Max Kegel. Preis 40 J, Porto 5 4. Der Deklamator und Couplet= sänger. Preis 50 J, Porto 5 4. Der größte, vornehmste und eleganteste TMAUS den je Brackwede gesehen hat, kommt. Eirkus Bollller vollständig neu für den ganzen Kontinent. Eröffnung: Sonnabend, den 27. März, abends 8½ Uhr. Brackwede Marktplatz. 1 August Schiefer. Ihd. Stio Sienmallns, Houert Zum bevorstehenden Umzug empfehle: Mülleimer 2.25, 2.50, 2.75. Verzinkte Eimer 65, 75, 35 Pfg. Wannen 1.50, 1.85, 2,50. Waschtöpfe 2.50, 2.75, 3.50. Wasserkessel 1.25, 1.75, 2.35. Waschständer 1.00, 1.25 Waschschalen 50, 60, 75 Pfg. Eiserne Brattöpfe 95, 1.25, 1.50. Löffelbleche, dek., 1.50, 1.75. Tonnen mit Etagèren von 7.50 an. Matten 25, 30, 40, 50 Pfg. Gardinenleisten 40, 50, 60 Pfg. Handtuchhalter 45, 85, 1.25. Schrubber 25, 35, 45 Pfg. Scheuerbürsten 20, 25, 35 Pfg. Kokosbesen mit Stiel 30, 60 Pfg. Kaffeeservice von 2.25 an. Wachstuch in grosser Auswahl. Fensterleder 80, 75 Pfg. Markttaschen 45, 60, 90, 1.25. Biograph-Zentrale Alter Markt 4 HERFORD Alter Markt 4 bleibt unerreicht, 1787 da nur hervorragende Neuheiten zur Aufführung gelangen. Sonnabend 5 Uhr. a Sonntag 3 Uhr. Programan: Der blinde Kreuzritter. Eine Darstellung aus dem Mittelalter, wundervolle vornehm gehaltene Handlungen.(Sehr rührend) Ein Schlager der Zeit. Nrabische Pilgerfahrt. (Aktuell, sehr interessant) Die belauschten Journalisten. (Aeußerst humorvoll.) Was ist das? (Humoreske aus dem Kinderleben.) Historischer Spaziergang. (Herrlich koloriert.) Der Schutzmann in der Westentasche. Neuester humoristischer Schlager.(Zum Wäizen) Eine edle Lüge. Hznderbares Charakierbild, tragisch.) Das Bild bedarf keiner weiteren Die Ueberzeugung wird lehren, daß dies das längste und schönste bild ist, welches jemals in unserem Theater zur Aufführung kam. VerIäume niemand, die Ueberzeugung zu oewinnen Es lader ergebenst ein Die Direktion. Uonerterbelor Bielefeld. Cernepielzen fese. Beginn der Spielzeit: 11. April(1. Osterfeiertag). Ende der Spielzeit: 10. Mai. Das Personal besteht aus folgenden Mitgliedern: I. Kapellmeister: Max Cahnbley, städt. Kapellmeister, Bielefeld. Oberregisseur: Carl Kruthoffer vom Stadttheater in Aachen. II. Kapellmeister: Hans Hansen-Tebel vom Stadttheater in Aachen. Harfe: Marie Langhammer vom Stadttheater in Regensburg. Heldentenor: Ernst Brandenberger vom Stadttheater in Aachen. Lyrischer Tenor: Franz Birrenkoven vom Stadttheater in Aachen. Tenorbuffo: Carl Baumann vom Stadttheater in Metz. Heldenbariton: Fritz Bergmann, Fürstl. Lipp. Kammersänger, vom Fürstl. Hoftheater in Detmold. Lyrischer Bariton: Josef Schutzner vom Stadttheater in Aachen. Seriöser Bass: Benno Dlabal vom Stadttheater in Elberfeld. Bassbuffo: Carl Kruthoffer vom Stadttheater in Aachen. II. Bass: Georg Harder vom Stadttheater in Aachen. Dramatische Sängerin: Josefine Grining vom Stadttheater in Posen. Jugendlich-dramatische Sängerin: Gertrud Geyersbach vom Grossh. Hoftheater in Darmstadt. Koloratursängerin: Berte Schelper vom Stadttheater in Aachen. Soubrette: Elisabeth Léelair vom Grossh. Hoftheater in Schwerin. Altistin: Elly Freyler vom Stadttheater in Aachen. II. Partien: Marta Harder vom Stadttheater in Aachen. II. Partien: Elsa Jacubowsky vom Stadttheater in Aachen. II. Partien: Lina Beller vom Stadttheater in Aachen. Das gesamte Chorpersonal besteht aus den tüchtigsten Kräften des Stadttheaters in Aachen. Novität! Novität! in Vorbereitung: Pieiland von Eugen d’Albert. Wanufe von Richard Wagner. Abonnementsbedingungen: Es werden Passepartout-Abonuements für 27 Vorstellungen ausgegeben(täglich giltig mit Ausnahme der Sonnabende). Ferner ist ein Tages-Abonnement eingerichtet und zwar für wöchentlich zwei Tage: Sonntag und Mittwoch, Montag und Donnerstag, Dienstag und Freitag. Den h#herigen Passepartout- und Wochentagsabonnenten bleiben die betreffenden Plätze bis 4. April reserviert. Weitere Abonnementszeichnungen neuer Abonnenten werden vom 5. April ab entgegengenammen. Preise der Abonnements(einschliesslich Garderobe): 1771 Linoleum u. Läufer, prachtvolle neue Muster, verkaufe bie Ostern mit 10 Proz. Rabatt. Nermann Schulze, Obernstraße 38. 1768 Wie erhalten wir unser und damit uns und dem Staate ungezählte Millionen? Die Frage wird mit der Obst-Ausstellung vom 26. bis 30. ds. Mts. beantwortet durch Von den Mitarbeitern der Obstverkaufsstelle sind 9 A ausgesetzt für diejenigen, welche gleiche Qualitäten und Quantitäten erhalten haben resp. liefern können. Das edelste Nahrungs= und Genußmittel der Menschheit ist frisches Obst. Die Ausstellung ist somit sowohl für den Obstzüchter wie für den Obstverbraucher von Interesse. Iintritt 10 Tfo., nur zur Deckung der Unkosten. Eventl. Ueberschuß wird für den(1686• Obstbau im Kreise Lübbecke, Westf., aus welchem das sämtliche ausgestellte deutsche Obst stammt, verwandt. Frei Heil! Frei Heil! Achtung! Herford. Am Sonntag, 28. März feiert der Arb.=Turnverein„Eichenkranz“ Getinghausen sein diesjähriges Frühlings-Fest beim Gastwirt Feld am Bahnhof. Freunde und Gönner des Vereius sind herzlich eingeladen. 1766 Der Vorstand. enorme Auswahl, billigste Preise bei O Urandc bewirken es, daß beim Einkauf von Herren= und Knaben=Bekleidung an erster Stelle nur die Firma STANTENyMederhstrussse D in Frage kommt, die als leistungsfähigstes Geschäft hier bekannt ist. 1. Die Firma Spanier bietet in Herren-Anzügen eine sorgfältig gewählte und hervorragende Auswahl, wie sie tatsächlich von keinem anderen Geschäft in Bielefeld irgendwie ob besonders groß und übertroffen wird. 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Jeder Kunde wird kulant und streng reell bedient, daß er gern wiederkommt und die Firma Spanier weiter bei seinen Bekannten empfiehlt. 6. Die Firma Spanier unterhält in jeder Preislage eine gleich große Auswahl. Ob Sie für wenig Geld einen billigen Anzug kaufen oder ob Sie auf einen Anzug in mittlerer und besserer Preislage reflektieren, Sie handeln in Ihrem Interesse, die Firma Spanier zu besuchen, denn Sie finden dort bestimmt das Richtige und sind mit Ihrem Einkaufe zufrieden. Es wird sehr darum gebeten, ohne jeden Kaufzwang, die enorme Auswahl zu besichtigen, und Sie finden, daß der gute Ruf der Firma Spanier ein wohl begründeter ist.— Sie kaufen nirgendwo erstklassige Konfektion so preiswürdig als bei 1770 A E EREGELAO Niedernstrasse 8—10 nahe der Altstädter Kirche. Georg Meier jetzt Herforderstrasse 12. Neu aufgenommen: 681 Tennis-Schläger Schnls-galte Tuss-gatte. Billigste Preise. Reparaturen von Tennis-Schlägern werden ausgeführt. 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Die heutige Nun einschließlich der Unterh Die Kampfesn Die Herren Wilhelm lassen im„Ravensberger“ klärungen, welche zusamm wirkung gewürdigt sein wo Die„Volkswacht" in der Wahrheit nicht entspi soziale Versammlung in ist so entstellt und aus d sammengestutzt worden, d näher einzugehen. In derselben Numme eine vom Kollegen Röb Protestversammlung gege richt wurde Herrn Hoff hoten, weil er sich den fügen wollte. Nach dem Hoffmann, bevor er das schon Redakteur Behle: jenem Lager üblichen ver sei. Diese unwahre Behau schon dreimel in der schon dreimal in der„Vo mann jetzt hierdurch auf, Lager zu nennen, welche weise den Fortgang Behl mann das nicht, dann mu rischer Absicht diese Beha gleich sei den Genossen nur Herr Hoffmann, sor tischen Partei in christlic Wort erhalten wird. De kümmert uns nicht. Hemand Veranlassung. We er ja richt viel von sich e Verschiedene Vorkommn nachstehende Erklärung abz Kreise Lübbecke in solchen nicht vertreten ist, eine Auch die Genossen, die hier in den meisten anwesend. Redezeit gewährt. Währen die Redner ziemlich sachlich doch anders kommen. Sor hausen bei Lübbecke eine? man die Genossen aus der melt und den Beamten des Bielefeld als Redner beste schon ein Genosse:„Der Dieser Ausspruch zeigte sche und daß es ihnen dabei wen steuer ankam, als um die B Versammlung wurden wir gewährten wiederum freie konnte man nichts vorbrin eine soziald. Agitationsrede Seite nicht duldete, verlegte rer Bewegung. Schließlich, entschieden zurückgewiesen sie nicht auf ihre Rechnung wachende Beamte sah sich so zu fordern, andernfalls wi Nach Schluß der Versamm vie ein Wilder und nahm eine drohende Haltung ein. . Am Montag, den 15. M sammlung statt. Die Genr lung den Obergenossen Hof Auch diesem wurde freie R weise, nur zur Tagesordnu suchte er sofort, meine Pehinzustellen. Da auch er Thema vornahm, mußte er Tagesordnung gerufen wer forderung nicht nach, sonde Unrat über unseren Verbo daß ihm das Wort vom 2 Hoffmann wollte aber dem daß er überhaupt in der V nahm sofort zur Geschäftso Versammlung solle entschei nicht. Ich widersprach ihm Weise, so daß er aufgeford ich das Wort hätte. Da er wie es sich gehörte und de zutage lag, zudem uns die v Fsehen hatte, gab ich die deriz mnisse uns dazu zw #scemmlung mehr, wo ick noch das Wort zu geben, dieses als Feigheit auslege aber ganz ruppig, so daß m Aus all diesen Tatsoche nossen nicht so sehr um die ist, sondern andere Motive aber nicht die Lust verspür melplätzen soziald. Fanatik Interesse der Abwehrbeweg in besonderen für einzig r während der ganzen Ich bedauene gewiß diesen teresse der Sache, der wit anderes ührig. Einen T Eessammlungen werden zu Kollegen und Kolleginnen Bielefeld, 16. Mär 1