Abonnementspreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Sc UTTOrbUu UpUrUT Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Nr. 71. Bielefeld, Donnerstag, 25. März 1909. Insertiohspreis für die einspaltige Petitzeile obtr deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. GrößerInserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. — Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ Gerisch& Co., Nieleseld. 20. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten Das Ende des Blocks. Berlin, 25. März. In der Finanzkommission hatte der Vertreter der Konservativen gestern vormittag die Erklärung abgegeben, daß, wenn die Freisinnigen auf ihrem Widerstand gegen den neuen Branntweinsteuerentwurf beharren, die Konservativen sich eine andere Majorität suchen. Schon als diese Vorgänge aus der Kommission im Plenum bekannt wurden, war man sich in den Kreisen der liberalen Blockparteien darüber einig, daß es nicht gut möglich ist, unter diesen Umständen den Block noch lange aufrecht zu erhalten. Bald darauf wurde übrigens erzählt, Abg. v. Normann, der Führer der Konservativen habe im Auftrag seiger Fraktion die Führer der Nationalliberalen und Freisinnigen Gemeinschaft aufgesucht und ihnen offiziell die Mitteilung gemacht, daß die Konservativen sich nunmehr gezwungen sehen, die Reichsfinanzresorm ohne die Nationalliberalen und die Freisinnigen und statt dessen mit den Parteien zu machen, die den Willen dazu gezeigt hätten, das heißt also mit der Wirtschaftlichen Vereinigung, der Reichspartei und vor allem mit dem Zentrum. Auf Erkundigungen an unterrichteter Stelle werden diese Vorgänge dem„Berl. Tagebl.“ bestätigt, es liege in der Tat bereits eine offizielle konservative Erklärung vor. Ueber die Pläne der neuen konservativ=klerikalen Koalition weiß man noch nichts authentisches, wohl aber verlautet, der zieue Block beabsichtige, 400 Millionen indirekter Steuern zu bewilligen. Mit diesen außerordentlich bedeutsamen Vorgängen darf man wohl auch den Besuch in Zusammenhang bringen, den gestern der Führer der Agrarier, der Abg. v. Schwerin=Löwitz dem Reichskanzler abgestattet hat. Nach diesem Besuch wurde in den Wan. delgängen des Reichstages unter Berufung auf Aeußerungen am Bundesratstische behauptet, der Reichskanzler werde auch Kanzler bleiben, wenn er gezwungen sei, mit der neuen Koalition zwischen Konservativen und Zentrum zu regieren. Die„Tägl. Rundschau“ meint, die Kündigung sei erfolgt, weil die Konservativen die Stellung Bülows für erschüttert halten und das Verhältnis zwischen Kaiser und Kanzler sich geändert habe, wenngleich nach einer zweistündigen erregten Unterredung mit dem Kaiser der Kanzler seine Entlassung gefordert, diese jedoch der Kaiser nicht angenommen habe. Als Nachfolger des Reichskanzlers nennt das Blatt den Statthalter von ElsaßLothringen. * Eine Untersuchung des Elends. Die von Herrn Chamberlain in 1903 in Bewegung gesetzte und seitdem mit allerlei demagogischen Mitteln energisch getriebene schutzzöllnerische Agitation hat zu einem guten Resultat geführt,— sie hat die Herrschaften in beiden Lagern gezwungen, sich mit der Lage der arbeitenden Klassen zu beschäftigen. Während die Schutzzöllner alle Uebel der Gesellschaftsordnung, Arbeitslosigkeit eingeschlossen, dem„widersinnigen“ Freihandel zuschreiben, der die ausländische Konkurrenz frei zulasse und damit den Beschäftigungsgrad im Inlande senke, bemühen sich die Freihändler, das Gegenteil zu beweisen, indem sie, auf Grund vergleichender statistischer Ziffern, auf das größere Elend der ausländischen Volksmassen hinweisen und alle Vorteile, die der englische Arbeiter besitzt, auf das Konto des Freihandels setzen. Gleich beim Beginne der Kontroverse stellte das Handelsamt, das von freihändlerischen Beamten besetzt ist, zwei dicke Blaubücher zusammen, die die industrielle Ueberlegenheit Englands gegenüber den protektionistischen Ländern nachzuweisen suchten. Dann im Oktober 1905 unternahm es eine systematische Untersuchung über die Lage der Arbeiterklasse in England, Deutschland und Frankreich, um zu beweisen, daß die Arbeiterklasse im freihändlerischen England viel besser lebe, als in den anderen schutzzöllnerischen Ländern. Die Ergebnisse dieser Untersuchung in bezug auf England und Deutschland wurden bereits im vorigen Jahre veroffentlicht. Vorige Woche erschien der letzte Band, ein Gelbbuch über die Mietspreise, Lebensmittelpreise, und Arbeitslohn= und Arbeitszeitverhältnisse in Frankreich. Es ist wiederum ein dicker Foliant, mehr als 400 Seiten stark, und wimmelt von Ziffern und Tabellen. Es enthält viel interessanten und wertvollen Stoff, der aber mit großer Vorsicht beyandelt werden muß. Internationale Verschiedenheiten können nie mit Genauigkeit statistisch zum Ausdruck gebracht werden, und wenn wir in solchen Fällen mit bloßen Ziffern zu handeln haben, so müssen wir ihre bedingte Geltung immer im Auge behalten. So zum Beispiel, wenn wir bemerken daß ein französischer oder deutscher Arbeiter für dasselbe Geld nur eine kleinere Wohnung bekommt, als der englische, so müssen wir uns hüten, daraus zu schließen, daß der letztere besser wohnt; denn in England ist, dank den klimatischen und gewissen sozialen Verhältnissen, eine geräumige Wohnung eine dringendere Notwendigkeit, als auf dem Festlande, und folglich ist der Vorteil einer größeren Wohnung für England nicht so groß wie in Deutschland oder Frankreich. Auch ist die Wohnungsmiete keineswegs ein erschöpfender Maßstab der Billigkeit einer Wohnung. Beleuchtung und Reinigung gehören auch dazu, und auf diese Dinge muß wegen der englischen Atmosphäre weit mehr verwendet werden als auf dem Festlande. Behalten wir diese Dinge im Auge, so können wir den internationalen Ziffern nur einen begrenzten Wert beilegen, wodurch sie natürlich noch keineswegs ihres Interesses beraubt sind. Die typische Arbeiterwohnung in England besteht aus vier und sogar fünf Zimmern, in Deutschland aus zwei bis drei, in Frankreich dagegen aus zwei und nur in Ausnahmefällen aus drei Zimmern. Auch eine Einzimmerwohnung, die, wie in England, so auch in Deutschland selten ist, kommt in Frankreich sehr oft vor. Dafür sind die Mieten in Frankreich niedriger als in Deutschland und sogar in England. Eine Zweizimmerwohnung zum Beispiel, die in England durchschnittlich 3 bis 3.50 Mark pro Woche kostet, in Deutschland aber um 50 Pfg. bis 1 Mark teurer ist, kostet in Frankreich 2,16 bis 2,64 Mark pro Woche. Nimmt man Arbeiterwohnungen an, bestehend aus zwei, drei und vier Zimmern und setzt man die Mieten in England gleich 100, so lauten die entsprechenden Zahlen für Deutschland 99,1 und in Frankreich 81. In den englischen Mieten aber sind die Lokelsteuern eingeschlossen; zieht man sie ab, so bekommt man für die Mieten in England, Deutschland und Frankreich die Ziffern: 100, 123 und 98. Wie niedrig die Wohnungsmieten in Frankreich tatsächlich sind, geht noch aus andern Tatsachen hervor. Setzt man die Wohnungsmiete in London gleich 100, so beträgt die Wohnungsmiete in Paris 98, in Lyon 60, in 21 anderen Städten unter 50 und in zwei sogar nur 29. Dagegen für Deutschland lauten die Zahlen: Berlin 100, dann folgt Stuttgart mit 97. und 23 andere Städte mit mehr als 50(Leipzig hat 54). Der Boden= und Hauswucherer ist in Deutschland tätiger als in Frankreich und sogar England. Deutschlands Bodenwucher in der Welt voran! Nach der Miete kommen die Lebensmittel. Hier ist die Ehre zwischen Deutschland und Frankreich ziemlich gleich geteilt. Nimmt man elf der meistgebrauchten Lebensmittel— Zucker, Butter, Kartoffeln, Mehl, Brot, Milch, Rindfleisch, Schweinefleisch usw.—, so ergibt sich, daß Frankreich und Deutschland nur je zwei Artikel besitzen, die billiger als in England sind, — Frankreich Butter und Milch, Deutschland Kartoffeln und Milch. Vergleicht man Frankreich mit Deutschland, so sieht man, daß in Frankreich fünf Artikel billiger und die übrigen teurer sind als in Deutschland. Das Verhältnis aber, in dem die verschiedenen Artikel in den verschiedenen Ländern verbraucht werden, ist nicht das gleiche. In Deutschland wird ein größerer Teil des Familienbudgets auf Nahrungsmittel verwendet als in Frankreich, ein kleinerer aber als in England. Wie in Deutschland, so verwendet man auch in Frankreich mehr auf Brot, Fleisch und Gemüse als in England; in Deutschland gibt man auch mehr aus für Butter, Oele und Milch als in Frankreich; dafür gibt man dort weniger aus für Brot, Gemüse und Früchte. Auch ist bei den französischen Arbeitern der Fleischgenuß viel mannigfaltiger. Das alles hängt von der Geichmacksrichtung wie von den Preisen ab. Nimmt man aber die Art und die Quantität der Artikel, die in einem durchschnittlichen englischen Arbeiterfamilienhaushalte verbraucht werden, so ergibt sich, daß sie in England nur 13,88 Mark pro Woche kosten, dagegen in Deutschland und Frankreich 16,50 Mark, d. h. um 18 Prozent teurer sind. Damit ist natürlich noch nicht gesagt, daß der englische Arbeiter wirklich besser ißt und lebt. Das hängt noch von anderen Faktoren ab. Tatsache aber ist: wenn eine englische Arbeiterfamilie nach Deutschland oder Frankreich auswandert und dort auf dieselbe Weise lebt, wie sie in England gekeht hat, so werden ihre Lebenskosten im Verhältnis von 100 zu 118 verteuert. Umgekehrt, wandert eine deutsche oder französische Arbeiterfamilie nach England aus und bewahrt ihre gewöhnliche Lebenshaltung, so verbilligen sich ihre Unterhaltungskosten im Verhältnis von 108 resp. 106 zu 100. Aber nicht nur sind die Unterhaltungskosten in Deutschland und Frankreich teurer als in England, auch die Verdienste sind kleiner. Das Gelbbuch vergleicht die Lohnraten und Arbeitsstunden in den drei Ländern bei 13 verschiedenen Arbeiterkategorien, die zu den allgemeinen Gewerben gehören, nämlich Baugewerbe, Metallgewerbe und Buchdruckerei, und zeigt, wie beinahe in jedem einzelnen Falle der festländische Arbeiter hinter dem englischen in der Lohnhöhe zurückbleibt. Nimmt man die englischen Lohnraten gleich 100, so schwanken die französischen Lohnraten zwischen 65 und 85— im Durchschnitt 75, und die deutschen, mit einer einzigen Ausnahme, die auch gleich 100 ist, zwischen 75 und 90— im Durchschnitt 83. Die Lohnraten stehen also in Deutschland zwar höher als in Frankreich, aber bedeutend niedriger als in England. Desgleichen in bezug auf die Arbeitsstunden. In Deutschland sind die Arbeitsstunden in den betreffenden Gewerben kürzer als in Frankreich, aber doch viel länger als in England. Wenn die durchschnittliche Arbeitszeit in England gleich 100 ist, so beträgt sie in Deutschland 111 und in Frankreich 117. Kombinieren wir die Lohnraten mit den Arbeitsstunden, so bekommen wir für Deutschland einen Stundenlohn von 75 und für Frankreich von 64 gegenüber dem englischen Stundenlohn von 100. Die Vorteile der englischen Arbeiter im Vergleich mit ihren festländischen Kollegen sind also ganz unverkennbar. Freilich muß man, wie gesagt, diese Ziffern mit großer Vorsicht benutzen. Wenn wir zum Beispiel die höheren Lohnraten und kürzeren Arbeitsstunden in England betrachten, so dürfen wir nicht außer acht lassen, daß die Ziffern nur für die ausgewählten Gewerbe gelten, die in England zu der„Arbeileraristokratie" gehören. Die Spitzen der Arbeiterklasse stehen sich in England viel besser, dafür aber ihre Tiefen wahrscheinlich viel schlechter als auf dem Festlande. Die angeführten Ziffern können deshalb für die Lage des gesamten englischen Proletariats keineswegs maßgebend sein. Auch würde es ein großer Fehler sein, alle die Vorteile, die der englische Arbeiter besitzt, ausschließlich oder auch nur zum größten Teile auf das Konto des Freihandels zu stellen. Vielmehr muß man in diesen Vorteilen das Resultat jener ganz außerordentlichen Machtstellung Englands auf dem Weltmarkte sehen, die es bis vor kurzem einnahm. Ein Kapitalismus, der drei Generationen hindurch das industrielle Weltmonopol besaß und fabelhafte Reichtümer für die Unternehmerklasse schuf, konnte auch der Arbeiterklasse etwas zuwerfen. Auf der anderen Seite aber unterliegt es keinem Zweifel, daß der deutsche und französische Arbeiter doch unter gewissen Nachteilen leiden, die die Folge des Schutzzolls sind, und wenn es nicht andere Faktoren gäbe, die diese Folgen abschwächten, wie zum Beispiel ein besseres Klima oder höhere Bildung oder größere Wirtschaftlichkeit der Frauen, so hätte das französische und deutsche Proletariat sehr schlecht abgeschnitten. Der Freihandel hat dem englischen Proletariat nicht viel geholfen, da seine Wirkung durch andere Momente abgeschwächt wurde. Der Schutzzoll aber hat den festländischen Arbeitern viel geschadet, indem er bedeutende Vorteile ihrer Lage nahezu aufgehoben hat. Ersparnisse im Militäretat. Ein alter Offizier schreibt der„Frankfurter Zeitung": Der Militäretat für 1909/10 weist einen Rückgang von 23 Millionen auf, es könnten aber ebenso viele Millionen noch gespart werden, ohne der Schlagfertigkeit des Heeres irgendwie zu schaden. Eine Notiz der„Frankfurter Zeitung" erwähnte kürzlich, daß der hierbei einzuschlagende Weg von ehemaligen Offizieren gewiesen werden könnte, deren Erfahrungen der Beratungskommission des Reichstags zur Verfügung gestellt würden. Ich glaube, neben diesen würden langgediente ehemalige Zahlmeister noch bessere Dienste leisten können; beide müßten als Richtschnur nehmen, nur das unbedingt Notwendige zur Bewilligung vorzuschlagen und zu verhindern, daß irgend eine noch so unsichtbare Hintertür offen bliebe. Von einer beabsichtigten Ersparungskommission im Kriegsministerium erwarte ich wenig, fast scheint sie nur der parlamentarischen Einsetzung einer aus wirklichen Sachverständigen bestehenden besonderen Kommission vorbeugen zu wollen. An Tagegeldern und Reisekosten sind Unsummen zu ersparen ohne Schaden für den Dienst; hier tritt der Mißbrauch oft sehr deutlich zutage. Es ist mir z. B. noch in lebhafter Erinnerung, wie einst im Offizierkorps über einen kommandierenden General geurteilt wurde, welchem man nachsagte, er bestreite die Kosten seiner ganzen Haushaltung aus Ersparnissen an Reisediäten... Daß diese ewigen Besichtigungen aller Art nicht im Interesse des Truppendienstes sind, liegt auf der Hand; sie haben jene Nervosität verschuldet, deren Folge unmittelbar den raschen Verbrauch an Offizieren und Unteroffizieren, mittelbar aber manche Mißhandlung— moralische noch mehr als tätliche— zeitigte. Die Fahrgelder sollten nur auf Grund der wirklich bezahlten Eisenbahntaxe— für Generäle nebst einem Begleiter 1. Klasse, für alle anderen Offiziere usw. 2. Klasse— und einer Quittung über wirkliche Auslagen für etwaige Wagenfahrten vergütet werden. Hierbei sollte der beliebten, weil billigeren Benützung von Dienstfahrzeugen, sogen. Krümpern, gegen festzustellende Taxe nichts im Wege stehen, während sie jetzt mit Recht bei der Zivilbevölkerung scheel angesehen wird. Dasselbe gilt für Benützung von Dienst=Automobilen, sowie solcher— auch Wagen—“ im Besitze von Offizieren, falls diese sie selbst zu Dienstzwecken benützen oder Vorgesetzten zur Verfügung stellen. Letzteres hat bisher, weil unentgeltlich, dem Geiste der Kameradschaft ebenso geschadet, wie dem Ansehen weniger feinfühlender Herren. Erscheint das Verfahren, mittels einfacher Quittungen Fahrkosten zurückzufordern, ungeeignet oder unsicher, so werfe man mäßige Pauschalsummen aus für jeden zu Dienstreisen verpflichteten Offizier. Ihre Höhe, an der Hand obiger Grundsätze festgesetzt, würde etwa die Hälfte der bisherigen Reisekosten(einschließlich Tagegelder) ausmachen, und das beunruhigende allzuviel Herumreisen würde sich bald auf das Notwendige beschränken. Die Tagegelder sind sehr reichlich, für höhere Chargen zu reichlich bemessen: Kriegsminister oder kommandierender General täglich 27, bei mehreren Tagen je 35 Mark.— Leutnant 7,50 bis 10 Mark. Ein so großer Unterschied ist nicht gerechtfertigt. Die üblichen Informationsreisen höherer Offiziere in neu überwiesenen Bezirken sind überflüssig; bei der nächsten Besichtigung lernen sie die unterstellten Truppen besser kennen, und den Offizierkorps werden durch Wegfall von Begrüßungsessen unnötige Kosten erspart. Alle Sinekuren, welche dazu dienen,„guter Protektion sich erfreuende, im Frontdienst entbehrlich gewordene“ Offiziere jahrelang der Uniform zu erhalten, dabei namhafte Zulagen zu beziehen und ihren Pensionsbetrag von Jahr zu Jahr zu erhöhen, sind abzuschaffen. Solche sind z. B. 1. Die Gouverneure oder die Kommandanten von Festungen; ein Stelleninhaber genügt, hat im Frieden wohl wenig zu tun, ist aber für den Kriegsfall unentbehrlich und muß in seinem Dienstbereich auf dem Laufenden sein. Eine unbedeutende süddeutsche Festung erfreut sich des Besitzes von zwei solchen Stellen, ein Stab von zwei Platzmajors, ein Generalstabsoffizier, ein Adjutant und das notige Artillerie= und Ingenieurpersonal stehen zu ihrer Verfügung! Ein Kommandant und ein Platzmajor genügten neben dem technischen Personal vollständig. Der Adjutant wäre im Kriegsfall aus den Offizieren der Garnison sofort zu beziehen. 2. Die Gouverneure und Kommandanten offener Städte mit Ausnahme von Berlin, wo dieses Amt mit dem des Oberkommandos in den Marken füglich zu vereinigen wäre. Solche bestehen in Altona, Breslau, Darmstadt, Dresden, Frankfurt am Main, Karlsruhe, München, Potsdam, Schwerin, Stuttgart und dienen fast ausschließlich zu Repräsentationszwecken bei Paraden, Monarchenempfängen und dergl. Sie haben mit der eigentlichen Truppenausbildung nichts zu tun, sind den Truppen selbst bei Beaufsichtigung des Garnisonwachdienstes häufig im Wege und vermehren den Schriftverkehr. Als Ueberbleibsel aus längst vergangener Zopfzeit, da der Wachdienst und die Paroleausgabe die wichtigste Tätigkeit der Söldner in Friedenszeit war, passen diese Posten schlechterdings nicht für die heutigen Volksheere. Warum sollte ihre kostspielige Tätigkeit nicht, wie dies in den anderen Garnisonen der Fall, durch den dienstältesten Offizier mit versehen werden? Ein Leutnant aus der Truppe konnte zu dessen Unterstützung kommandiert werden, oder besser noch ein inaktiver bewährter Feldwebel mit dem Rang eines Feldwebelleutnants, welchem in größeren Orten ein ebenfalls inaktiver Schreiber zuzuteilen wäre. Die Zahl der bei den regierenden Fürsten diensttuenden Adjutanten könnte, ohne dem Ansehen der ersteren nahe zu treten, vielleicht vermindert werden. Mancher fähige Offizier wird durch diese Verwendung dem Truppendienst entzogen und entfremdet; wenn er auch bei diesem kurze Gastrollen gibt, so passen doch beide häufig nicht mehr recht zusammen— trotzdem avanciert der Adjutant viel rascher als seine den beschwerlichen Dienst versehende Kameraden, was als gefährliche Ungerechtigkeit bezeichnet werden muß. Die zu königlichen usw. Prinzen kommandierten Offiziere sollten alle dem Truppendienst zurückgegeben werden, welchem sich ihre Herren doch meist selbst widmen, während sie nebenher spazieren reiten. Die Gehälter, Zulagen, eventl. auch Pensionen aller dieser Adjutanten sollten aus der Zivilliste, den Apanagen usw. der betreffenden Fürsten und Prinzen bestritten werden und nicht der Militärkasse zur Last fallen, welche an dem Vorhandensein keinerlei Interesse, von ihnen keinerlei Nutzen hat. Es ist wohl selbstverständlich, daß die in solchen Stellen entstehenden häufigen Reisekosten nicht aus Militärkassen gezahlt werden. Der Grundsatz„noblesse oblige“ dürfte wohl die in etatsmäßigen Stellen befindlichen, Apanage keziehenden Fürsten veranlassen, auf ihre Gehälter usw. zugunsten des Militär=Etats ganz oder teilweise zu verzichten, da sie doch häufig anderweitig abgehalten sind und vor allem viel jünger in gut bezahlte Stellen einrücken als gewöhnliche Sterbliche, z. B. ein süddeutscher Thronfolger mit 42 Jahren in diejenige eines kommandierenden Generals mit rund 32000 Mark, während ein Fronzoffizier in diesem Alter nicht einmal Major wäre. Versetzungen könnten bei einiger Ueberlegung und Voraussicht in den meisten Fällen so verfügt werden, daß Umzugskosten vermindert, Vergütung von Wohnungsmiete ganz vermieden würden, oder es könnte die Versetzung wie bei Beamten auf ein späteres Ziel lauten. In anderen Armeen gibt es Hauptverjetzungstermine, Frühjahrs und im Herbst; durch diese Maßregel wird ermöglicht, die meisten Versetzungen innerhalb derselben Garnison oder wenigstens benachbarter Orte zu verlegen— warum diese einfache Art nicht auch bei uns einführen? Sie bedingt nur planmäßige Ueberlegung und steht nur denen mitunter im Wege, welche, auf Protektion rechnend, nur an sich und ihr angenehmeres Fortkommen denken. Zur Zeit werden Versetzungen ohne jede Rücksicht auf entstehende Kosten ausgesprochen, oft sogar turz vor der Pensionierung, um den in eine Beiss Itelle versetzten, obwohl nicht für sie geeignet erachteten den Genuß höherer Pension zu bringen. Ganz unerfindlich ist es aber, daß Versetzungen von Bezirkskommandeuren und Bezirksoffizieren auf deren Wunsch zwar nicht häufig, aber doch vorkommen und daß die Militärkasse die Kosten trägt. Bei außerterminlichen, im Interesse des Dienstes dringlichen Versetzungen müßte der neue Vorgesetzte dem Antrag auf Bewinigung von Reise= und Miets=Entschädigungen die auf Pflicht und Gewissen abgegebene Erklärung beizufügen haben, daß die Versetzung nur im Interesse des Dienstes dringend nötig war und nicht auf Grund rein persönlicher Wünsche erfolgte. Angesichts der ungeheuer gesteigerten Belastung des Pensionsfonds erscheint überhaupt eine Berichtigung der bewilligten Beträge nicht unzeitgemäß. Wie anderwärts ein Existenzminimum anSstzt, wird, sollte bei den gegenüber allen Zivilbeamten einschließlich Ministern ohnehin pekuniär weit besser gestellten Mililars ein Pensionsmaximum vom Reichstag festgestellt werden, welches mit jährlich etwa 12000 Mark, für eine Witwe 6000 Mark, hoch genug erscheint. Diese Anregungen sollen nur als Anhalt dienen, wo und wie Ersparnisse ohne Schaden für die Schlagfertigkeit der Armee erzielt werden können. In einen Zeit, wo es sich um JA Finanzkommission wurde die Generalviskussion über den Branntweinsteuergesetzentwurf der Subkommission fortgesetzt. Der preußische Finanzminister Rheinbaben bat, den Einzelstaaten nicht die Erhebungs= bezw. Verwaltungskosten der indirekten Abgaben noch mehr zu beschneiden, da ihnen weitere Lasten daraus entständen. Die Vergütung, die assung 15 Prozent umfaßt, könne herabge nach§ 88 der Verfassung 15 Prozent umfaßt, könne herabgesetzt werden, aber nicht unter 10 Prozent. Der Abg. Mommsen machte den Konservativen den Vorwurf, daß sie umgekippt seien. In der Sitzung am 21. Januar seien sie für die Herabsetzung der Liebesgaben bereit gewesen; auch die Regierung käme den Agrariern lebhaft entgegen. Die Rücksicht auf die Finanzreform schwinde vor der Rücksicht auf die Agrarier. Das Zentrum erklärt sich durch den Abg. Speck bereit, wenn sein Antrag, die Kontingentspannung auf 120 bezw. 140 Mk. pro Hektoliter festzusetzen, nicht angenommen wird, für den Antrag Dietrich, der 110 resp. 130 Mk. festsetzt, zu stimmen. Dann geht ein Antrag ein, der für die Ersparnisse, die durch die KontingentHerabsetzung gemacht werden, einen Fonds zur Unterstützung notleidender Gewerbe ansammeln will.— Darauf wird die Debatte und die Sitzung auf Freitag, 26. d. M., vertagt. des Rechts sind an der Tagesordnung. Namentlich richtet sich die Verfolgungswut der Beyörden gegen die Sozialisten, soweit sie sich nicht„independant“— unabhangig nennen, mit anderen Worten, soweit sie nicht auch die Kreaturen Gerault=Richards sind, jenes Verraters an der Sache des Sozialismus der einst mit Jaurés zusammen an der„Petite République“ arbeitete und der früher nicht revolutionär genug sich gebärden konnte. Gerault=Richard hat sich bekanntlich sein Abgeordneten=Mandat Guadeldupe geholt— mit Unterstutzung der Regierung. Herr allgt ehemaliger Gouperneur der Halanie wachte#s. in Freisinnige und Finanzreform. Auf dem in Insterburg abgehaltenen freisinnigen Pareitag für Ostvreußen verteidinte der Abg Wiemer zwar: Flag sür Ostpleußen verleidigle der abg. Wiemer zwar die Haltung der Fraktionsgemeinschaft zur Finanzreform, meinte ils Veranlasserin der Hauptlasten des Staats, uneigennützig und, wo es nur irgend angeht, über meiden zu helfen. Um stets kriegsbereit auch ein finanziell gesundes, starkes Reich zu sein, brauchen wir Holkkische Konservative gegen das Steuerkompromiß. Der konservative Wahlverein in Potsdam hat in einer von 1000 Personen beaber, dem Kompromiß hätte man nur zugestimmt, weil man zurzeit ein Auseinanderfallen des Blocks nicht für zweckmäßig halte. Die Freisinnigen seien von vornherein der Ueberzeugung gewesen, daß dieses Kompromiß gar nicht zur Annahme kommen werde. Wenn bei der zweiten Lesung die Nachlaßsteuer nicht komme, oder wenn die Liebesgabe in der einen oder in der anderen Form bestehen bleibe, dann sei es Zeit, abzuschwenken. Justizrat Lichtenstein, der Führer der Könisberger Blockfreisinnigen, hält das Kompromiß für einen taktischen Fehler schon wegen der Rückwirkung auf das Volk. Wenn jetzt die Nachlaßsteuer wieder in den Vordergrund rückte, so sei das nur dem Widerspruch gegen das Kompromiß in der Presse und im Volke zuzuschreiben. Lange werde der Block doch nicht mehr dauern, deshalb dürfe die Rücksicht auf die Blockpolitik nicht ausschlaggebend sein. Es wurde eine Resolution angenommen, in der verlangt wird, ß keine neuen indirekten Stauern hu##n.. ttunw Es wurde eine Resolution angenommen, in der verlangt wird, daß ecine neuen inviretten Sieulern bewilligt werden, wenn nicht ein erheblicher Teil der erforderlichen Neubelastung durch standnis dafür fehle, wie sich die konservative Fraktion gegen eine Nachlaßsteuer in dieser milden Form erklären konnte. Die Versammlung erblickt die Ursache dieses Verhaltens in der Abhängigkeit der Konservativen vom Bund der Landwirte. „Tüchtig und im übrigen geeignet!“ Bei der Beratung des Militär=Etats im Reichstage hat der Kriegsminister auf die Klage des Abgeordneten Kopsch, das Juden nicht zu Offizieren ernannt werden, ausdrücklich erklärt, daß die Religion bei der Wahl zum Offizier kein Hindernis bieten dürfe. Er erklärte, daß auch Juden, wenn sie sonst„tüchtig und im übrigen geeignet“ sind, Offiziere werden können. Dem Kriegsminister scholl darauf aus den Bänken der freisinnigen Fraktionsgemeinschaft ein dankbares Bravo entgegen. Wie die Erklärung des Kriegsministers aufzufassen ist, das ergibt sich aus der Haltung der nicht blockfreisinnigen Presse. Allen voran natürlich wieder die „Deutsche Tageszeitung, die ausdrücklich betont, daß der Kriegsminister vollständig korrekt gehandelt habe und daß die Offiziere die Aufgabe haben, in Zukunft sorgfältig zu prüfen, ob jüdische Offiziers=Aspiranten„tuchtig und im ubrigen geeignet“ sind. Diese Prüfung müsse sich vor allen Dingen darauf beziehen, ob der Anwärter das Zeug und den Takt hat, Vorgesetzer christlich deutscher Soldaten zu sein. Aus dem Hohn, der in diesen Zeilen liegt, werden die Freisinnigen allmählich den Schluß ziehen können, daß ihre Begeisterung bei der Erklärung des Kriegsministers eine verfruhre geweien aut: denn pez ner Ausammentetzung der dentscher Hente 3 direkte Reichssteuern auf Nachlaß oder Vermögen den tragfähigen Schultern auferlegt werde. Das Besitzsteuerkompromiß sei bei der endgiltigen Abstimmung abzulehnen. Baubi, ehemanger Gouverneur der Kbionie, machte hierüber folgende, im hochsten Grade interessante Angaben: Einen Monat vor den Wahlen erhielt ich vom Kolonialminister MillierzLacroix ein vertrauliches Schreiben, dessen wesentlicher Inhalt lautete: „Sie wissen; daß Gerault=Richard der Regierung große Dienste geleistet;„ich möchte Ihnen denselben ausdrucklich empfehlen......“ In der Verwaltung der Kolonie, so sagte Ballot weiter aus habe man nur Leute belassen, die einer bestimmten politischen Partei dienstbar sind. So sei der Generalstaatsanwalt, ein verschuldeter, unfähiger Mann, ein ehemaliger Schullehrer, auf diesen Posten erhoben, nur, weil er eine servile Kreatur des GeraultRichard war. Diese Angaben werden bestätigt von einem Kommandanten der Gendarmerie, der deswegen suspendiert wurde, weil er sich nicht fügte. Einer seiner Leute erwischte einen Parteigänger Geraults, als er ein ganzes Paket Wahlzettel in die Urne schmuggeln wollte. Der Betreffende erhielt einen Monat Gefängnis, der Generalprokurator hob die Strafe aber wieder auf Die wahren Sozialisten, die der geeinten Partei angehören, werden in der brutalsten Weise und gegen alles Recht verfolgt. So wurde der Genosse Legitimus wegen angeblichen Wahlfälschungen zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, fünf andere Genossen erhielten je 15—18 Monate Gefängnis. Ein anderer Genosse, Bonneville, steckt seit sieben Monaten im Gefängnis, ohne vernommen zu sein. Ballot bekundete auch, daß ihm der Kolonialminister die Ungiltigkeitserklärung der Kommunal= wahlen und die Suspendierung des Genossen Legitimus von seinen Funktionen als Maire von Pointe=à-Pitre anempfohlen habe. Der ehemalige Gouverneur schließt seine Aussagen damit: Er habe es abgelehnt, diese Intrigen zu unterstützen, die er als Wahlmanöver erkannte; er sei uverzeugt, daß Legitimus und seine Freunde nur deswegen verfolgt würden, weil sie Gegner einer gewissen Politik seien. Kommunales. na bei der.... riegsministers eine verfrühte wesen isr, venn dei der Zusammensetzung der veutschen Offizierskorps ist es ganz ausgeschlossen, daß man einen Juden, der Offizier werden mill als tüchtig und im ührigen goeianat“ befindet gier werden will, als„tüchtig und im übrigen geeigner Besinder. . Wie sich Pfarrer Tremel löblich unterwirft. München, 24. Marz. Wie der„Bayerische Kurier" berichtet, hat Pfarrer Tremel heute einen Brief an den schwer erkrankten Erzbischof von Bamberg gerichtet, in welchem es heißt: Der Kummer, in den der Kirchenfürst durch die an den Namen Tremel sich knüpfenden Ereignisse versetzt sei, und die liebevollen Ermunterungen durch meine geistlichen Mitbrüder sowie Mahnungen meines eigenen Innern, eine friedliche Lösung der Angelegenheit herbeizuführen, drängen mich, Ew. Wohlgeboren folgende Erklärung zu unterbreiten: Die steigende Erregung der Gemüter im ganzen Lande haben mich, wie ich es weder geahnt noch gewünscht habe, erkennen lassen, daß in weiten Kreisen mein Verhalten als nicht mehr im Rahmen jener Gesinnung erscheint, zu der ich mich hiermit vor dem Erzbischof bekenne. Ich spreche daher mein aufrichtiges Bedauern aus, daß ich den Erzbischof durch mein Verhalten gekränkt habe, und versichere meine Gefühle priesterlicher Ergebenheit, und hoffe, daß dies dem Erzbischof ein Trost in Tagen schwerer Krankheit sei Aus dem Reichstag. Aus der Geschäftsordnungskommission. In der Sitzung vom Dienstag wurde der Antrag Müller=Meiningensogenannten kleinen Interpellationen angenommen. Das Zentrum machte dann einen Schachzug, indem es die Bestimmung über die Frist der kurzen Anfragen ablehnte und Antrag zu Fall brachte.— Positives hat die Geschäftsordnungskommission bisher noch nicht geleistet, und man geht nicht fehl in der Annahme, daß es dem Zusammenwirken des Zentrums und der Konservativen gelingen wird, jede Verbesserung der Geschäftsordnung zu verhindern.— Die Parteien wollen nunmehr die in der Kommission abgelehnten Anträge im Plenum des Reichstages einbringer Ungiltig erklärtes Mandat. Das Mandat des Abg. v. Kaphengst wurde von der Wahlprüfungskommission des Reichstages für ungiltig erklärt. v. Kaphengst ist im Wahlkreise Ost= und West=Sternberg mit 8824 Stimmen gegen 5240 antisemitische, 1636 sozialdemokratische und 884 freisinnige Stimmen gewählt worden.— Früher wurde der Wahlkreis von dem Antisemiten Fröhlich=Potsdam vertreten. ** Die Tabaksteuer. Die Sitzungen der Subkommission zur Beratung der Tabaksteuer sind zwar streng vertraulich, trotzdem ist ein Fachblatt in der Lage über einen in der Subkomnäichssgagestellten Antrag nähere Mitteilungen zx, paschen. Hier. satz von 85 Mk. festgesetzt arbeiter soll für ausländ i5 3esrärfolgen. Wenn der Wert niedriger angegeben wird, das Barkaus: dr ihn einschätzt, dann soll der Zollverwaltung haf im Jusst zu dem angegebenen Preise zustehen. Wenn der dortigen k. an##kaust wird, und die Faktura ist nicht von Jall.Sand“ schen Konsulatsbehörde beglaubigt, dann soll ein in auf diese Bes von 100 76 des Wertes eintreten. Man „beise Tavakindustrielle, die im Ausland direkt kaufen, vazu zwingen, dem Konsul die Möglichkeit zu geben, den der Faktura verzeichneten Einkaufspreis mit den Büchern des Verkäufers zu vergleichen. Von fachmännischer Seite wird berechnet, daß die Mehrbelastung der Zigarrenfabrikation schon auein erwa 70 Millionen Mark ausmachen mürde. Mittlerweile hat sich auch der Deutsche Tabakverein mit diesem Vorschlage befaßt und seine Stellung in einer Resolution niedergelegt. In derselben wendet sich der Tabakverein gegen die Verzollung nach dem Fakturenwert und empfiehlt einen Ausbau des bestehenden Gewichtszoll= und Steuersystems. Ein Weißbuch über das Seekriegsrecht. Dem Reichstag ist soeben ein Weißbuch über die Ergebnisse der in London vom 4. Dezember 1908 bis 26. Februar 1909 abgehaltenen Seekriegsrechts=Konferenz zugegangen. Es wird darin einleitend bemerkt, daß die letzte Haager Friedenskonferenz die von ihr beabsichtigte umfassende Regelung des Seekriegsrechts nur zum Teil hat durchführen können, weil die Rechtsauffassungen und die Interessen der beteiligten Mächte nicht überall in Einklang zu bringen waren. Insbesondere sei damals das für den neutralen Handel und die neutrale Schiffahrt wichtige Prisenrecht der Hauptsache nach ungeregelt geblieben. Unter diesen Umständen sei es zu begrüßen gewesen, daß die Großbritannische Regierung im März 1908 eine Konferenz der zumeist beteiligten Handels- und Seestaaten zur Feststellung der in Betracht kommenden Regeln des Seekriegsrechts in Anregung brachte. An der Konferenz nahmen teil: Deutschland, die Vereinigten Staaten von Nordamerika, Oesterreich=Ungarn, Frankreich, Spanien, Italien, Japan, die Niederlande und Rußland. Es wurden folgende Abmachungen getroffen: Blockade: Die Blockade muß auf die feindlichen Häfen und Küsten beschränkt werden, sie muß durch eine Streitmacht aufrechterhalten werden, welche hinreicht, um den Zugang zur feindlichen Küste in Wirklichkeit zu verhindern. Die Blockade aufgehoben, wenn sich die blockierenden Streitkräfte infolge schlechten Wetters zeitweise entfernt haben. Der Befehlshaber der blockierenden Streitmacht kann Kriegsschiffen die Erlaubnis erteilen, den blockierten Hafen anzulaufen, und ihn später wieder zu verlassen. Die Blockade=Erklärung muß den neutralen Mächten bekannt gegeben werden. Ein des Blockadebruchs schuldig befundenes Schiff wird eingezogen. Kriegskontrebande. Als Kriegskontrebande gelten alle Waffen, Geschosse, Pulver, Kriegsgerät, Lebensmittel, militärische Kleidungsstücke, Eisenbahnmaterial, Gold und Silber, Luftschiffe, Flugmaschinen, dagegen keine Lazarettartikel. Neu.ralitätswidrige Unterstützung. Neutrale Schiffe, die eine der kriegführenden Mächte unterstützen, verfallen der Beschlagnahme. Die Art der unzulässigen Unterstützung ist genau „ Zerstörung neutraler Prisen. Ein beschlagnahmtes neutrales Schiff darf nicht zerstört werden, sondern muß in einen Hafen gebracht werden, wo gehörig über die Rechtmäßigkeit der Wegnahme entschieden werden kann. Die Zerstörung ist nur erlaubt, wenn das Kriegsschiff durch die Prise in seinen Operationen behindert wird. Ist die Zerstörung rechtswidrig geschehen, so muß .1 Kriegsmacht, die die Zerstörung vornahm, Schadenersatz Flaggenwechsel. Der vor Beginn der Feindseligkeiten herbeigeführte Uebergang eines feindlichen Schiffes zur neutralen Flagge ist giltig, falls nicht bewiesen wird, daß dieser Uebergang herbeigeführt worden ist, um den mit der Eigenschaft eines feindlichen Schiffes verbundenen Folgen zu entgehen. Indes spricht die Vermutung für die Nichtigkeit, sofern sich die Uebertragungsurkunde nicht an Bord befindet und das Schiff die Nationalität des Kriegführenden weniger als 60 Tage vor Beginn der Feindeligkeit verloren hat. Geleit, Widerstand gegen die Durchsuchung, Schadenersatz. Neutrale Schiffe unter dem Geleit ihrer Kriegsflagge sind von der Durchsuchung befreit. Das Geleitschiff muß auf Ersuchen eines Kriegsschiffes der Kriegführenden über Ziel und Ladung der Schiffe Auskunft geben. Der gewaltsame Widerstand gegen rechtmäßige Ausübung des Anhaltungs=, Durchsuchungs= und Beschlagnahmerechtes hat in allen Fallen die Einziehung des Schiffes zur Folae. Bei unberechtigter Beschlagnahme ist Schadenersatz zu leisten. d. Von der Westfälischen Landgemeindeordnung. Der Gemeindevorsteher bekleidet ein Ehrenamt. Ein Anspruch auf Entschädigung für seine persönliche Mühewaltung oder für Versäumnis seiner Erwerbsgeschäfte steht ihm nicht zu. Er hat lediglich einen Anspruch auf Entschädigung für Dienst= unkosten, also für denjenigen Kostenaufwand, welcher aus Anlaß und zum Zwecke der Erfüllung der Dienstgeschäfte durch Ausgaben persönlicher oder sächlicher Natur verursacht wird. Solche Kosten sind z. B. Ausgaben für Schreibhilfe, Hergabe von Geschäftsräumen im eigenen Hause, Porto usw. Die Dienstunkostenentschädigung wird als Pauschalsumme festgesetzt, der Gemeindevorsteher braucht also nicht nachweisen, ob der die erhaltene Summe auch wirklich ausgegeben hat, wie andererseits aber auch von ihm keine Nachforderung gestellt werden kann, wenn der Betrag nicht ausreicht. Dem Stellvertreter des Gemeindevorstehers wird nur die Erstattung barer Auslagen gewährt. Die Festsetzung der Dienstunkosten=Entschädigung erfolgt durch den Kreisausschuß nach Anhörung der Gemeindeversammlung. Die Entschädigung wird natürlich bei den einzelnen Gemeinden je nach ihrer Größe und nach dem durch den Dienst erforderten Aufwand ganz verschieden sein. Es ist selbstredend auch zulässig, daß die Entschädigung je nach Gestaltung der Verhältnisse der Gemeinde auch anders festgesetzt wird. Gegen den Beschluß des Kreisausschusses können sowohl Gemeinde wie auch Gemeindevorsteher binnen einer Frist von zwei Wochen Beschwerde an den Bezirksausschuß einlegen. Der Gemeindevorsteher hat unter der Aufsicht des Amtmanns die Gemeindeangelegenheiten zu verwalten und die Ortspolizei zu handhaben. Er ist für alle Angelegenheiten, welche zum Geschäftskreise des Amtmanns gehören, dessen Organ und Hilfsbehörde. Er ist zugleich Hilfsbeamter der gerichtlichen Polizei und kann mit den Funktionen der Amtsanwaltsschaft betraut werden. Wo der Umfang einer Gemeinde es nötig macht, können für einzelne Teile derselben Dorf= oder Bauerschaftsvorsteher eingesetzt werden, welche in dem ihnen angewiesenen Bezirke wohnen müssen. Die näheren Bestimmungen über die Einsetzung solcher Vorsteher hat der Kreisausschuß zu treffen. Die Wahl der Dorf= oder Bauerschaftsvorsteher erfolgt durch die Gemeindeversammlung. Die Vorschriften über die Amtsdauer, Bestätigung und event. Ernennung sind dieselben, welche für die Wahl des Gemeindevorstehers in Anwendung kommen. Die Dorf= oder Bauerschaftsvorsteher sind Organe des Gemeindevorstehers und verpflichtet, seinen Anordnungen Folge zu leisten, ihn namentlich in den örtlichen Geschäften ihres Bezirks zu unterstützen. Der Gemeindevorsteher ist also ihr Dienstvorgesetzter, der als solcher zu Warnungen und Verweisen gegen sie befuogist. Der Beschluß des Kreisausschusses, welcher die Wahl von Dorf= oder Bauerschaftsvorstehern anordnet, kann binnen einer Frist von zwei Wochen mit der Beschwerde an den Bezirksausschuß angefochten werden. In der Nachwahl zum Stadtverordnetenkollegium in Offenburg vom Montag wurde Genosse Dotter und ein Nationalliberaler mit 52 gegen 48 Stimmen des Zentrums gewählt. Auch eine„Wahlresorm".#iich##voinziallandtag Reform der Land##meind volle Erfolg Die letzten Nachrichten liefern den Beweis, daß eine Kriegsgefahr nie bestanden hat: In dem Augenblick, wo Oesterreich mit em UItimatum ernst macht gibt Rußla gefahr nie bestanden hat: In dem Augenblick, wo Oesterreich mit dem Allimalum ernst macht, giri Rußland klein bei. Frankreich aber hat nie daran gedacht, fur Rußland die Kastanien aus dem Feuer zu hoten. S Se## Togcht, für Rußzland die Kastanien aus dem Korn, 44. März. Nach einer Meldung der„Köln. Ztg.“ hat Frankreich die Erklärung abgegeben, daß es jedes Eingreifen in den österreichisch=serbischen Konflikt ablehnt, auch wenn eine bewaffnete Inkervention von seiten Rußlands erfolgen sollte. Wien, 24. März. Im Auswärtigen Amt wurde die Nachricht gegeben, daß die Note an Serbien nicht vor Ende der Woche in Belgrad überreicht wird, frühestens Sonnabend, vielleicht erst Sonntag. Wien, 25. März. Gestern abend traf hier die Nachricht ein, Rußland sei entschlossen, sich den Großmächten anzuschließen, die die Annexion von Bosnien als eine vollendete Tatsache erklären wollen mit dem Ratschlage, Serbien müsse auf seine Forderungen verzichten und abrüsten. Mit diesem Entschluß Rußlands ist eine neue Situation geschaffen worden, welche die Ueberreichung der österreichischen Note in Belgrad hinausschiebt. Auch eine„Wahlresorn.“" Der rheinische Provinziallandtag hat sich mit der Reform der Landgemelnbeordnung beschäftigt. Diese Landgemeindeordnung stammt aus dem Jahre 1845. Sie enthält ein Wahlgesetz, das auf dem Dreiklassenwablsystem beruht, weiter die Bestimmung, daß die Gemeindeeingesessenen, die 150 Mk. Grund= und Gebäudesteuer zahlen, die sogenannten Meistbegüterten, von vornherein, ohne daß sie gewählt zu werden brauchten, Gemeindevertreter sind; als dritte Schönheit wäre zu erwähnen, daß die Gemeinderatssitzungen nicht öffentlich sind. Ueber die Reformbedürftigkeit der rheinischen Landgemeindeordnung ist in den letzten Jahren im Westen viel geredet und gerieben worden. Und jetzt hat sich endlich die vreußische Staatsgefühlt, den 0• o jest fagenriich on pleußische Elagt= jefühlt, dem Provinziallandtag einen dahin„„, Des Ennrug gischrrrge regierung veranlaßt gest gehenden Entwurf vorzulegen. Der Entwurf beschrankt sich. wie es in der Begrundung heißt,„auf das Maß des hervorgetretenen praktischen Bedürfnisses“, und der Vertreter der Regierung bob in der Versammlung hervor die ministeriellen VorBei einer so bescheidenen Einschätzung der eigenen Leistung P rschläg kann man sich denken, was bei den Vo###chlägen der Regierung herauskam: es bieibt bei dem Vorrecht der Meistbegüterten, nur soll von dem Mindestsatz von 150 Mk. mindestens die Hälfte auf die Grundsteuer entfallen, weiter soll die Zahl der als Gemeindevertreter berufenen Meistbesteuerten die Hälfte der gewählten Gemeindevertreter nicht überschreiten, endlich soll für die Gemeinderatssitzungen eine beschränkte Oeffentlichkeit eingeführt werden. Das ist die Art, wie am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts die preußische Regierung Wahlreform treibt. ac. Skandalgeschichten aus Guadeloupe. Zurzeit ist eine parlamentarische Kommission damit beschäftigt, die Zustände in Justiz und Verwaltung in dieser französischen Kolonie zu untersuchen. Schon bis jetzt ist soviel festgestellt, daß dort eine tiefgeherce Onrrantion herrscht: Günstlingswirtschaf u gehende Rotraption herrscht, Ganstlingswirtschaft und Beugung Und die Abgeordneten des Provinziallandtages? Sagten sie etwas von der namentlich im industriellen Rheinland unberechtigten Behandlung der Stadt= und Landgemeinden, von der Widersinnigkeit des Dreiklassenwahlsystems, von dem Unrecht der Bevorzugung des Agrariertums und von all den übrigen Absonderlichkeiten und Rückständigkeiten der Landgemeindeordnung des Rheinlandes? Nichts von alledem. Man fand nichts Wesentliches gegen die Regierungsvorschläge einzuwenden, elniee 6 Benachteiligun Eegerigung der In wagten. Die Kommission, d fügte hinzu, daß am E Aktiengesellschaften, B schaften auf Aktien, weiter wandelte die K geschlagene beschränkte in eine unbeichränkte destens 5000 Einwohner alten. Agrarier und hier wieder mal in die: das Meistbegütertenrech den Industriegesellschaft der Kommissionsbeschlüst Landgemeindeordnung i Die ganze Hilflosigke Ausdruck in den Worte bei dieser Gelegenheit mission hat uns hundert aber reformfreudiger al Freiherrn v. Stein den boten wird, dann kommt kommen, daß wir die Vo tue, mit Resignation!“ Resignation— das Entschiedenheit, womit solutismus und Rücksch auch schon über diese Re aktion vollends in die Für 1 K. So bezeichnete S 5. Februar d. J. die Versicherung. Sel treten, und nun mußte Geld dazu vorhanden se eingebracht hätten. Der Plan zur Witwe Jahre 1902 und ist als A Als der Kampf um An Reichstag am heißesten Arbeiter stutzig, das Geb die die Konsumartikel d war ihnen unverständlick christlichen Worten und der katholischen Arbeiter wurde, da dachte man d. vor vertrat das Zentru interessen, denen, und deutelten, suchte ma Gestalt des Antrags T übersteigende Ertrag des und Mehl den Grundsto versicherung bilden solle Zentrumspartei gestellt, auf eine Aeußerung des 1901 erklärte, alle Me erhöhungen sollten für der minderbemittelten B Der Antrag wurde im 9 lang es, einem Teile der ihnen den Wuchertarif so Die Sozialdemokratie in Hunderten von Verso des Zentrums hin, das Taschen der arbe dern hilft und dan wandlung dem Vi raubten Marken; Abgeordneter Molken nung auf und wies nach seien, wenn die zirka 3 A und Waisen eine Rente, ziehen sollten. Und die der angeführten Konsun Sache. Die Vorschläge so weit gehen, sondern I Mark und jedem Kinde Mark und jedem Kinde Tag berechnet die horrer tragen. Hiermit aber eine W Kunststück und gern möc Kunststück fertig bringt. der Kochvirtuosen Hitze Kartoffeln eine„kräftige, Arbeiterfamilie herstellen resp. 15 Pfg. nicht mög Die Sozialdemokratie Weise zur Verwirklichung sicher zu stellen und beant aller Agrarzölle für ei stützung zurückgelegt wer gegen diese Vorschläge,t ihnen vorgeschlagene Ein Unterstützung reichen wür Zentrumsabgeordneter Vorsch.ag: :„Die erforderlichen M sen des anzusammelnden einnahmen, zur anderen sicherten und der Arbeit Bei diesem Vorschlage Zentrumsmehrheit in bar das Handwerk eine solche der ganze Versicherungsp gerückt, und klar lag di massen. Die Unmöglichkeit, vo Witwen= und Waisenverf jetzt herausgestellt und hat sie am 5. Februar k einem schönen noch schlech gescheucht. Es ist so ge haben. Die Lebensmittel ist wieder einmal geprell Der Ueberschuß für 3. Millionen pro Jahr vis 700 Millionen, wenn nur 136 Mark(wie die 1 Die Frauen, die des auch künftig abrackern, p# Kinder allein großzuziehe .. en. 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Peinichen „ Die ganze Hilflosigkeit des rheinischen Bürgertums kam zum ausdruck in den Worten eines Düsseldorfer Abgeordneten, der bei dieser Gelegenheit sagte:„Der Berichterstatter der Kommission hat uns hundert Jahre zurückgeführt. Damals war man aber reformfreudiger als heute. Wenn man an die Reform des Freiherrn v. Stein denkt und das vergleicht, was heute hier geboten wird, dann kommt sehr wenig dabei heraus. Es wird dazu kommen, daß wir die Vorlage annehmen, aber teilweise wie ich es tue, mit Resignation!“.weise Resignation— das ist der kümmerliche Rest der einstigen Entschiedenheit, womit das rheinische Bürgertum gegen Absolutismus und Rückschritt ankämpfte. Die meisten aber sind auch schon über diese Resignation hinaus; sie haben sich der Reaktion vollends in die Arme geworfen. Für unsere Frauen. Ein schöner Traum. X. So bezeichnete Staatssekretär v. Bethmann=Hollweg am 5. Februar d. J. die geplante Witwen= und WaisenVersicherung. Selbige sollte am 1. Januar 1910 in Kraft treten, und nun mußte der Staatssekretär erklären, daß kein Geld dazu vorhanden sei, weil die Zollerträgnisse nicht so viel eingbracht säitenr„ ase n46r Johre 35g u. Z ie eiggrn u. Waisenunterstützung entstand im Jahre 1902 und ist als Angstprodukt des Zentrums zu betrachten. als der Kampf um Annahme des Zoll- und Wuchertarifes im Reichstag am heißesten war, da wurden sogar die katholischen Arbeiter stutzig, das Gebaren des Zentrums bei der Zollvorlage, die die Konsumartikel der breiten Masse zu verteuern drohte, war ihnen unverständlich, und sie stellten Vergleiche an zwischen christlichen Worten und unchristlichen Taten. Wie der Unwille der katholischen Arbeiterbevölkerung in Zentrumskreisen bemerkt wurde, da dachte man durchaus nicht an Umkehr und nach wie vor vertrat das Zentrum Junkerinteressen statt Arbeiterinteressen, denen, die an der Zentrumshaltung zweifelten und deutelten, suchte man ein Beruhigungspulver zu reichen in Gestalt des Antrags Trimborn, der beantragte, daß der übersteigende Ertrag des Nettozolles für Roggen, Weizen, Vieh und Mehl den Grundstock zu einer Reichswitwen= und Waisenversicherung bilden solle. Der Antrag wurde im Namen der Zentrumspartei gestellt, die sich hierbei wohl in schlauer Weise auf eine Aeußerung des Reichskanzlers stützte, der im Jahre 1901 erklärte, alle Mehreinnahmen aus künftigen Zollerhöhungen sollten für Wohlfahrtseinrichtungen im Interesse der minderbemittelten Bevölkerungsklasse verwendet werden.— Der Antrag wurde im Reichstag angenommen und dadurch gelang es, einem Teile der Bevölkerung die Augen zu blenden und ihnen den Wuchertarif schmackhaft zu machen. . Die Sozialdemokratie wies damals sofort im Reichstag, wie in Hunderten von Versammlungen auf dies elende Gaukelspiel des Zentrums hin, das erst durch erhöhte Zölle die Taschen, der arbeitenden Bevölkerung plünvern hilft und dann in einer großmütigen Anwandlung dem Volke Pfennige statt der geraubten Marken zurückzugeben sucht. Abgeordneter Molkenbuhr machte im Parlamente eine Rechnung auf und wies nach, daß rund 400 Millionen notwendig seien, wenn die zirka 3 Millionen in Frage kommenden Witwen und Waisen eine Rente, wie sie der Unfallrente entspricht, beziehen sollten. Und diese Summen aus den Zollerträgnissen der angeführten Konsumartikel zu decken, sei eine unsichere Sache. Die Vorschläge in der Kommission wollten eben nicht so weit gehen, sondern liefen darauf hinaus, jeder Witwe 100 Mark und jedem Kinde 33½/3 Mark oder aber der Witwe 80 Mark und jedem Kinde 40 Mark zu geben. Das würde pro Tag berechnet die horrende Summe von 16 resp. 15 Pfg. betragen. Hiermit aber eine Witwe oder Waise zu ernähren, ist ein Kunststück und gern möchten, wir denjenigen sehen, der so ein Kunststück fertig bringt.— Selbst nach Benutzung der Rezepie der Kochvirtuosen Hitze und Konsorten, die aus Knochen und Kartoffeln eine„kräftige, gesunde“ Nahrung für den Magen der Arbeiterfamilie herstellen wollen, ist eine Ernährung mit 16 reip. 15 Pfg. nicht möglich. Die Sozialdemokratie versuchte nun die Mittel in reicher Weise zur Verwirklichung der Witwen= und Waisenunterstützung sicher zu stellen und beantragte deshalb, daß die Mehreinnahmen aller Agrarzölle für eine Reichswitwen= und Waisenunterstützung zurückgelegt werden sollten. Das Zentrum stimmte gegen diese Vorschläge, obgleich es selbst einsah, daß die von ihnen vorgeschlagene Einnahmequelle nicht für die geplante Unterstützung reichen würde. Zentrumsabgeordneter Trimborn machte dann folgenden Vorschag: „Die erforderlichen Mittel könnten zur Hälfte aus den Zinsen des anzusammelnden Fonds und aus den jährlichen Mehreinnahmen, zur anderen Hälfte aber durch Beiträge der Versicherten und der Arbeitgeber aufgebracht werden.“ Bei diesem Vorschlage geriet das„barmherzige“ Gemüt der Zentrumsmehrheit in bange Zweifel, ob die Landwirtschaft und das Handwerk eine solche Belastung tragen könne Damit war der ganze Versicherungsplan des Zentrums ins richtige Licht gerückt, und klar lag die beabsichtigte Täuschung der Volksmassen. Die Unmöglichkeit, von den angeführten Erträgnissen eine Witwen= und Waisenversicherung ins Leben zu rufen, hat sich jetzt herausgestellt und Staatssekretär v. Bethmann=Hollweg hat sie am 5. Februar bestätigt. Wir sind daher weder aus einem schönen noch schlechten Traum durch diese Erklärung aufgescheucht. Es ist so gekommen wie wir 1902 vorausgesagt haben. Die Lebensmittel sind verteuert und die Arbeiterschaft ist wieder einmal geprellt worden. „ Der Ueberschuß für Roggen, Weizen, Vieh und Mehl hat 13 Millionen pro Jahr ergeben, notwendig sind aber zirka 6dis 700 Millionen, wenn die Rente für Witwen und Waisen auf nur 136 Mark(wie die Unfallrente) festgesetzt werden soll. Die Frauen, die des Exnährers beraubt, werden sich also auch künftig abrackern, plagen und schinden müssen, um ihre Kinder allein großzuziehen, und wenn's nicht geht, so ist die Privatwohltätigkeit und die Armenpflege da, um einzugreifen. aabe, It sienin Mittel dafür parat, um diese kulturelle AufSeschschesecheie bsce der ai. b e anlassung zum ernsthaften Pachenkan.a Hodtzst age un Veranlählung zum ernstchaften Nachbenten, es beweist gufs neue, daß Bielefelder Stadttheater. n Mittwoch, 24. März: Mathias Gollinger, Lust####ei in 4 Aufzügen von Oskar Blumenthal und Max Bernstein. ##as so Unbedeutendes haben wir auf der Bühne von Autoren, ##. poch immerhin ernst genommen werden wollen, noch nicht „„eotz Ein Berliner heiratet eine Münchnerin, und der MünchF##ter beträgt sich dabei wie ein Bayer. Das ist der ganze halt. Daß der Gast, Max Hofpauer, sich solches dummes Zeug sein Gastspiel aussuchen konnte, spricht nicht für seinen Geschmack. Gespielt hat er den Mathias Gollinger recht gut, was schäben istu; nicht als eige außerordentliche Leistung einzuVersammlungen. Bieleseld. Soziald. Verein. 5. Bezirk. Freitag, 26. März, abends 8 Uhr, bei Hesse: Besprechung. — Transportarbeiterverband. Freitag, 26. März, abends 8 Uhr, im Restaurant„Stadt Bielefeld": Versammlung. Aufruf an die gesamte Bürger= und Arbeiterschaft von Bünde und Umgegend. — Schstzenhofert“, 28. März, nachmittags 4 Uhr, findet im Aus der Stadt und Nachbarschaft. agesthaeite igPpasteker uit, Versegrostei“s Kasesheilhser Nachbarschaft. ggegtongn x 1 Zextrum, 1 Sozialbembttut, 2 Konservativer, 1 Liberaler und 1 Freisinniger. Die hiesige Bevölkerung muß sich an dieser Versammlung Mann für Mann beteiligen.„Ein nach Tausenden zählender Demonstrationszug muß am Sonntag von hier nach Herford wandern. Sammelpunkt bei Wirt H. Nübel und Wirt Albert Bartling, Herforderstraße. Abmarsch bei ersterem 12¾, bei letzterem 1¼ Uhr. Das Gewerkschaftskartell und die Generalkommission der Tabakarbeiter. .* Herford, 24. März. Berufsunfall. Bei den Renovierungsarbeiten im Geschäftshause der Firma Gebrüder Landmann, vorm. Siveke u. Balster, Bäckerstr., stürzten die Malergehilfen Bergsiek und Spork vom Gerüst. Ersterer kam mit dem Schrecken davon, während Spork sich einen Bruch des Schulterknochens zuzog; er wurde in das hiesige katholische Krankenhaus transportiert. Die Arbeiten werden von dem Malermeister Stein ausgeführt. * Spenge, 24. März. Der Arbeiter=Turnverein „Einigkeit" beabsichtigt, am Sonntag, 23. Mai, sein Stiftungsfest zu feiern. Die Brudervereine werden deshalb gebeten, an dem Tage keine Festlichkeiten zu veranstalten. * Detmold, 24. März. Eine Geldstrafe von 14280 Mark verhängte heute das Schöffengericht Detmold über den früheren Bankier Ludwig Oppenheimer in Detmold und zwar wegen Steuerhinterziehung. Der Angeklagte hatte sich im Jahre 1902 mit 25000 Mark barem Gelde an der Sinalco=Fabrik beteiligt und hat bis inkl. 1907 hierfür 164.000 Mark Reingewinn erhalten. Trotzdem er diese Rieseneinnahme hatte, führte er sie in seiner Steuererklärung nicht auf. Bis zum Jahre 1907 ging alles gut, dann aber wurde die Steuerhinterziehung entdeckt. Wegen der Straftaten von 1902 bis 1906 konnte keine Anklage erhoben werden, da Verjährung eingetreten * Bielefeld, 25. März. „Von der„Arbeiter=Jugend“ ist die Nr. 5 eingetroffen. dringend ersucht, dieselbe morgen im Parteibureau in zu nehmen, damit sie noch am Sonnabend in die Hände der Abonnenten gelangt. — Chordirigenten. Uns wird geschrieben: Im Jahre 1908 entstand unter den Chordirigenten eine Bewegung mit dem Ziel, ider noch so oft anzutreffenden Mängel im Chorgesang zu heben. Zu diesem Zweck wurde im Januar d. J. wie in anderen so guch hier der Allgemeine Chordirigenten=Veruens“ gegründet. Mitglied kann jeder Chordirigent werden, der im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist. Durch gegenseitige Aussprache und Verständigung der Dirigenten(Vorsoll der Chorgesang einheitlicher gestaltet werden. Das liegt aber ebenso im Interesse der Sänger. Deshalb mögen Herren Dirigenten veranlassen, dem ChordirigentenVerband beizutreten. Es ist unmöglich, eine Verständigung vone Zusammenzukommen zu erzielen. Dazu ist aber die Oram geeignetsten, denn da ist Platz für Lernende und Lehrende, wer das Wesen der Organisation erfaßt hat, weiß auch, daß er dazu gehört, und schließt sich ungesäumt an. shorgesang überall zu einer erhebenden Betätigung zu gestalten, muß das Ziel aller in Betracht kommenden Faktoren sein. Dann wird es auch um so leichter sein, große und starke Päheres siebe Inserat Darum risch Gewerbeverein. Wir machen nochmals auf den heute alten Rathauses stattfindenden Vortrag des Herrn Prof. Schulze aus Crefeld über„Gewebemuster früherer Jahrhunderte“ aufmerksam. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Heute wird„Moral“ zum letzten Male gegeben. Der Kgl. Schauspieler und Regisseur Herr Max Wegner vom Hoftheater in Hannover, der am kommenden Sonnabend als„Götz von Berlichingen“ gastieren wollte, ist leider durch den Tod seines Bruders am Auftreten verhindert. Nunmehr hat Herr Direktor Norbert Berstl die Rolle des Götz übernommen. — Stadttheater(Monatsoper). Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Nach dem guten Verlauf der vorjährigen natsoper dürfen alle Musik= und Theaterfreunde auch der diesjährigen Spielzeit, die am Ostersonntag ihren Anfang nehmen wird, mit großer Spannung entgegen sehen. Es war auch in diesem Jahre das Bestreben der Direktion darauf gerichtet, ein "#llassiges Personal zu engagierea, das, nach den auswärtigen Kritiken zu schließen, großen Ansprüchen gerecht werden wird. Daß für die musikalische Leitung unser bewährter städtischer Kapellmeister Herr Cahnbley wieder gewonnen ist, dürfte alle Theaterbesucher erfreuen, nicht minder die Nachricht, daß Herr Kanthofer wieder für die Oberspielleitung verpflichtet wurde. Von den vorjährigen beliebten Mitgliedern werden wir wieder die dramatische Sängerin Josephine Grining, die Koloratursängerin Berta Schelper und den Tenorbuffo Karl Baumann begrußen. Die neuengagierten Damen Gertrud Geyersbach(jug. dramatische Sängerin] und Elisabeth Leclair(Soubrette) sind den Großh. Hofbühnen Darmstadt und Schwerin verpflichtet. Das Stadttheater in Aachen sendet uns seine besten Kräfte, namentlich in den beiden Tenören Brandenberger und Birrenhoven, auch der gesamte Chor besteht nur aus den tüchtigsten Mitgliedern des Stadttheaters in Aachen und wird somit ein gut eingespieltes Ensemble bilden. Die bevorstehende Opernspielzeit eröffnet nach allem die erfreulichsten Aussichten; möge ihr das regste Interesse unserer Kunstfreunde, schon beim Abonnement, zuteil werden. ..— Durchgegangen sind gestern mittag um 12½ Uhr zwei Terde mit einem Brotwagen des Bielefelder Consumvereins in Brackwede. Die Pferde waren dadurch, daß eine Abteilung von Soldaten mit Musik vorbeizog, icheu geworden. In vollem Galopp rasten die Tiere in der Richtung nach der Stadt bis in die Nähe von Bergholz. Hier wurden sie von einem Schutzmann aufgehalten, der sich ihnen unter Lebensgefahr entgegenwarf. Es war auch die höchste Zeit daß sie zum Stehen gebracht wurden, denn sonst hätte leicht ein großes Unglück entstehen können, da die Pferde in einen Wagen der elektrischen Straßenbahn hineingerannt wären. — Polizeibericht. Gesindewechsel. Im§ 42 der Gesindeordnung ist die Antrittszeit für städtisches Gesinde auf den 2.4:, 2. 4, 2. 7. und 2 10. jedes Jahres festgesetzt, falls nich anderes bei der Vermietung ausdrücklich vereinbart ist Fällt die Antrittszeit hiernach auf einen Sonn= oder Festtag, so zieht das Gesinde den vorhergehenden Werktag an. Wenn eine bestimmte Antrittsstunde nicht vereinbart ist, muß der ganze Tag als Ziehtag gelten.46 der panze Der Abzugstag für das alte Gesinde ist zugleich der Antrittstag für das neue Gesinde. Kein Gesinde darf den Dienst wider Willen der Herrschaft früher verlassen, es sei denn, daß seine Dienstzeit nach ausdrücklicher gegenseitiger Uebereinkunft früher beendigt wäre. Das Gesinde hat am Abzugstage der alten so lange Dienste zu leisten, als es dieselben unter Berücksichtigung seiner Antrittspflicht leisten kann. Gefunden: 1 schwarzes Handtäschchen; 1 Portemonnaie mit geringem Inhalt. Zugelaufen: 1 schottischer Schäferhund, 1 Terrier. Entlaufen: 1 brauner deutscher Schäferhund. Verloren: 5 Dividendenmarken vom Haushaltverein; 1 Opernglas; 1 goldene Halskette; 1 silbernes Damentäschchen, inliegend 1 silberne Geldbörse mit 7 bis 10 Mark Bargeld und 1 silbernes Notizbuch. Die Rotlaufseuche auf dem Gehöft des Kleinhändlers Rugz:,„Fehn, hier, Mellerstraße 39, ist erloschen. etognosziert. Die unbekannte Frau, welche am 23. dieses Monats auf dem Bahnhofsvorplatze plötzlich verschied, ist als die Frau L. K. aus dem Hause Bethesda— Anstalt Beihel— relognoszert.4— Aust Wochenspielplan des Bielefelder Stadttheaters. Sonntag, 28. März: Anfang 7 Uhr, Ende 9¾ Uhr.„Der Probekandidat.“„Schauspiel in 4 Aufzügen von Max Dreyer. Montag, 29. Marz: Anfang 8 Uhr, Ende 10¾ Uhr. Zum vierten und letzten Male.„Die fremde Frau"(La femme X...). Schauspiel in 4 Akten von Alexandre Bisson. Dienstag, 30. März: Anfang 7½ Uhr, Ende gegen 10½ Uhr. Benefiz für den ersten Charakter=Komiker Adolf Heberling. Nur einmalige Aufführung.„Doktor Klaus.“ Lustspiel in 5 Akten von Adolf L'Arronge. Mittwoch, 31. März: Anfang 7½ Uhr, Ende 9½ Uhr. Nur einmaliges außerordentliches Gastspiel des Meistersängers zur Laute Rober: Kothe. Deutscher Volksliederabend. Donnerstag, 1. April: Anfang 7½ Uhr, Ende nach 10 Uhr. „Der Strom.“ Schauspiel in 3 Akten von Max Halbe. Sonnabend, 3. April: Anfang 7½ Uhr, Ende nach 11 Uhr. Klassiker=Vorstellung zu kleinen Preisen.„Faust.“ Der Tragödie erster Teil in 5 Akten von Wolfgang von Goethe. Sonntag, 4. April: Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr. Außer Abonne= PSTI:„Der Registrator auf Reisen.“ Posse mit Gesang in 9 auten(7 Bildern] von Adolf L'Arronge und G. v. Moser. — Musik von Bial. brachte. Das Gericht stand aber auf dem Standpunkte, daß der Angeklagte sehr wohl gewußt habe, daß Kapitalsverluste nicht von dem Einkommen abgesetzt werden dürften, und erkannte auf den zehnfachen Betrag der hinterzogenen Steuersumme von 1428 Mark=.14 280 Mk.; außerdem hat der Angeklagte die Kosten des Verfahrens zu tragen. In der Begründung fuhrte der Vorsitzende aus, daß der Angeklagte in jedem Jahre mit den Steuerbehörden in Fehde gelebt habe. Der Vorsitzende der Einschätzungskommission und die Berufungskommission haben diesen ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß Kapitalverluste nicht von dem Einkommen in der Steuererklärung abgesetzt werden dürften. Der Angeklagte habe in den Jahren 1904, 1905 und 1906 allein an der Sinalco=Fabrik rund 108000 Mk. verdient, er müßte also mindestens 35000 Mk., als den Durchschnitt, bei seiner Steuererklärung in Ansatz bringen. Er habe aber die Einsetzung des Einkommens bei der Sinalco=Fabrik nur unterlassen, um sich vor der Steuer herzudrücken. Das Gericht habe verschmäht, dem Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen und habe auf den 10fachen Betrag der hinterzogenen Steuerjumme von 1428 Mk. erkannt. * Kirchlengern, 24. März. Die Versammlung der Zahlstelle des Tabakarbeiterverbandes fällt wegen der Massenversammlung in Herford nächsten Sonntag aus. Die Versammlung findet am Sonntag, 4. April, statt. * Südlengern, 24. März. Zum gemeinsamen Abmarsch nach Herford treten die Tabakarbeiter am Sonntag, nachmittags 2 Uhr, an bekannter Stelle an. Kein Kollege darf sechen.— 4. Kein Kolge * Oeynhausen, 24. März. Die Rechtsauskunftsstelle Goßfelb. p#eisrtschaftz=Kartells Deynhausen=Rehme. rt„weiche durch Genossen Rittelmeier=Rehme verwaltet jetzt' dem Genossen W. Bastemeyer=Niederbecksen Nr. 382(Nahe der Restauration Oeynhausener Schweiz) übertragen worden. Mündliche Auskunft wird Wochentags nachmittags von 6 bis 8 Uhr und Sonntags vormittags von 9 bis 12 Uhr erteilt. * Minden, 24. März. Ortskrankenkasse IV für Arbeitnehmer im Handwerk. Die Kasse hält am Montag. 29. März, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Baumann, Scharnhorststraße, ihre Generalversammlung ab. T.=O.: tungslage, Bericht der Rechnungsprüfer und Entlastung sierers; 2. Wahl der Rechnungsprüfer für das Jahr Wahl von Vorstandsmitgliedern; 4. Wahl der Vertreter zur Kasse; 5 Antrag auf Erhöhung des Gehalts für den Kassierer: 6. Verschiedenes. Die Kassenmitglieder müssen vollzählig erscheinen. .* Hamm, 24. März. Bohrgesellschaft Anneliese. In der gestern in Berlin abgehaltenen ordentlichen Versammlung der Anteilseigner teilte der Vorsitzende, Dr. Schmieden, mit, daß die Verhandlungen wegen Verkauf des Bergwerkseigentums der Gesellschaft bisher noch zu keinem Ergebnis geführt hätten. Es sei dies in der Hauptsache auf die unbefriedigende politische Lage zurückzuführen. Auch habe das Unglück, das die benachbarte Zeche„Radbod“ betroffen habe, die Verhandlungen ungünstig beeinflußt. Die Verhandlungen würden noch fortgesetzt, es lasse sich aber noch nicht übersehen, ob und wann sie zu einem Ergebnis führen werden. Die Bilanz für 1908, die ein Bankguthaben von 30 693 Mk. aufweist, wurde hierauf genehmigt und dem Vorstand Entlastung erteilt. In der Versammlung waren 768 Anteile vertreten, von denen ein großer Teil auf Harpener Bergbau A.=G. entfiel. * Essen, 24. März. Bei der heute abend beendeten Stadtverordneten= Stichwahl im 4. Bezirk erhielt Arens, der Kandidat des Zentrums, 1712 Stimmen, unser Genosse Gemoll 2169 Stimmen. Gemoll ist mithin mit 457 Stimmen Mehrheit gepäht..— Sinm Gerichtliches. ** Bielefeld, 24. März. Schwurgericht. Vorsitzender: Landgerichtsrat Gockel, Vertreter der Staatsanwaltschaft: Staatsanwalt Dr. Dommes. Vor den Geschworenen hatte sich heute die Ehefrau des Werkmeisters Johann Franzke von hier wegen Verbrechens gegen das keimende Leben zu verantworten. Die Angeklagte ist schon vor längeren Jahren wegen desselben Verbrechens mit 1 Jahre bestraft worden. Zu der Verhandlung waren eine ganze Reihe von Zeugen und auch Sachverständige geladen. Gleich nach Verlesung der Anklage wurde die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Das Urteil lautete wegen Beihilfe zu den Verbrechen aus§ 218 des Strafgesetzbuches auf 1 Jahr und 3 Monate Gefängnis, unter Anrechnung von 1 Monat Untersuchungshaft. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für I den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. — — Proiswortds-Anperor — Damen-Konfektion Paletot 60 00 aus Homespun in modernen 1150 Frühjahrstarben...... 1·1 aus engl. Stoft mit Verzierung Paletot u. us. Sch ungeasehnen 1050 Paletot Paletot Paletot Dalotot zu neuen Phantsie-Stoften in A0)00 Pafetor znz eleganter Ausführung..•10 Jackenkleid Speiernd.“ 2500 aus engl. 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Schön in der But bracht werden sollen. Inzn der Wunsch besteht, diese Ar kanzlers zu verhandeln. T Reichskanzler in der Lage se Etat selbst zu vertreten, so gemeldet., Ich bitte, dies falschen Schlüsse daraus ge daß meine Partei nicht gew führliche Besprechung im stimmung bei den Soz.) Eine Reihe von Kapitel Beim Kapitel Instat Werften ergreift das A Abg. Severing(Soz erwartet, daß gerade heute wie sich die deutsche Reich englischen Regierung verhä hervorgehoben, daß wir bei hochwichtige Frage erörtern sie erörtert werden sollen. sein sollen, um auf die A worten.(Lebhafte Zustimn die Ferienstimmung, die hie Unruhe und Ohol rechts un Präsident Graf Stol b dringlich gesprochen): Ich! Abg. Severing(fort Bemerkung. Ich würde heu wäre, die Wünsche der Arbe zu bringen, als hier im ho von Werftarbeitern eine B richtet und den Arbeitern ständigen Instanzen zu wen Monatslöhne in dem betref gewandelt, was die Arbeiter glaubten, sie würden dadurch Dies war jedoch nicht der Fa von der Beschwerde der Ar mit der Marineverwaltung denn sie sollte doch ein I jede kleine Unstimmigkeit h ser Erwartung bin ich aber mir unterm 17. Dezemberm ordnung die Arbeiter sich ni Verwaltung zu wenden hät auf die Beschwerde nicht ei Soz.) Ich hätte doch minde liche Bemerkung darüber geder Arbeiter, falls sie ber würden. Wenn ich als Gebeiter vertrete, geschieht dies die Arbeitsordnung verwies Wenn ich als Abgeordne ein solches Entgegenkomme Sehr richtig! bei den Soz Beschwerden der Marineve sondern sie stets hier im He Im vergangenen Jahre, angenommen, welche eine und welche die Marineverwe Neuordnungen von Arbeits mitwirken zu lassen. Meine die Arbeiterorganisationen der freisinnigen Partei begn der Arbeiterausschüsse. Wi lich, daß diesem Wunsch rürde. Es sieht mit der( den Bestimmungen über da reicht sind, findet sich keine Verlangen des Reichstagse Soz.) In keiner Weise w Unternehmern vorgeschriebe Tarife einzuhalten haben. M daß die Marineverwaltung ausgesprochenen Wunsch des so oft ausgesprochenen Versi die Arbeiter sollte sie end richtig! bei den Soz.] In uns jetzt über sehr wichtige wird demnächst auch im schlüsse, die wir fassen, werd wenn nicht die Reichsverwo SSshersiens den Anfang n Ich verstehe es aber sehr au der Resolution ausgesproche 128. Als die Beschlisse des9 Schiffsbauindustriellen Stu versicherte auf der Gener striellen Herr Admiralitätsn so schlimm, es seien noch Er abgewartet werden müßte, vi sach nicht daran, die FordHört, hört! bei den Soz.) langen, daß die Wünsche Farifverträge von der Mar Bezüglich des anderen Teil der Arbeiterausschüsse an d Lohn= und Arbeitsbedinaun noch die Freisinnigen für Ferderung Rechnung getra Als aber der Arbeiterausschu verwaltung das Ersuchen rich tarife Mitglieder von Arbe das rund abgelehnt. Dabei laiserlichen Werfteg keinest schüsse bei der Festsetzung gezogen werden brauchen. Musterbetriebe.(Sehr rich ihnen dieselben üblen Ersch Zunächst ist die Fluktuation bis Oktober 1908 wurden i 337 wieder 1711 ausschiede 1314 ausschieden. In Danz g„ 0* On— 1050 190 2400 5 40% 2200 9000 2600 illig!— 1 sosen ebfehlern lefekten Hälfte Wertes. 858. Stoffe. Jenre.— Nr. 71. Bielefeld, Donnerstag, 25. März 1909. 20. Jahrg. Hentscher Krichslug. (Eigener Bericht.) 233. Sitzung vom Mittwoch, den 24. März, nachmittags 2 Uhr. Am Bundesratstisch: v. Tirpitz, v. Schön. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Etats für die Verwaltung der kaiserlichen Marine. Die Beratung beginnt mit dem Titel Staatssekretär. Wortmeldungen liegen nicht vor, der Titel ist bewilligt.(Beifallsjubel der Freisinnigen unter Führung des Abg. Eickhoff Fr, Bp.. Abg. Singer(Soz., zur Geschäftsordnung): Wir waren der Meinung, daß die Angelegenheit, welche seit einigen Tagen die öffentliche Meinung beschäftigt, die Differenzen in bezug auf die Erklärungen der englischen Regierung und des Staatssekretärs v. Schön in der Budgetkommission jetzt zur Sprache gebracht werden sollen. Inzwischen ist ins mitgeteilt worden, daß der Wunsch besteht, diese Angelegenheit bei dem Etat des Reichskanzlers zu verhandeln. Da uns ferner mitgeteilt ist, daß der Reichskanzler in der Lage sein wird, in der nächsten Woche seinen Etat selbst zu vertreten, so hat sich niemand von uns zum Wort gemeldet. Ich bitte, dies konstatieren zu dürfen, damit keine falschen Schlüsse daraus gezogen werden, und damit man weiß, daß meine Partei nicht gewillt ist, diese Angelegenheit ohne ausführliche Besprechung im Parlament vorüber zu lassen.(Zustimmung bei den Soz.) Eine Reihe von Kapiteln wird debattelos bewilligt. Beim Kapitel Instandhaltung der Flotte und Werften ergreift das Wort Abg. Severing(Soz.): Meine politischen Freunde hätten ise 29-31. hervorgehoben, daß wir bei dem Etat des Reichskanzlers diese hochwichtige Frage erörtern werden. Aber auch heute schon hätte sie erörtert werden sollen. Der Reichskanzler hätte heute hier sein sollen, um auf die Anfragen der Volksvertreter zu antworten.(Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Wenn ich jetzt die Ferienstimmung, die hier im Hause herrscht, störe...(Lebh. Unruhe und Ohol rechts und bei den Freis.) Präsident Graf Stol berg(mit dem der Abg. Eickhoff eindringlich gesprochen): Ich bitte Sie, zu dem Titel zu sprechen. Abg. Severing(fortfahrend): Zunächst eine persönliche Bemerkung. Ich würde heute nicht hier stehen, wenn es möglich wäre, die Wünsche der Arbeiter auf anderem Wege zur Sprache zu bringen, als hier im hohen Hause. Ich hatte auf Ersuchen von Werftarbeitern eine Beschwerde an den Staatssekretär gerichtet und den Arbeitern gleichzeitig geraten, sich an die zuständigen Instanzen zu wenden. Am 1. Oktober 1907 waren die Monatslöhne in dem betreffenden Ressort in Stundenlöhne umgewandelt, was die Arbeiter zunächst freudig begrüßten, weil sie glaubten, sie würden dadurch ihr Einkommen vermehren können. Dies war jedoch nicht der Fall, und ich machte dem Staatssekretär von der Beschwerde der Arbeiter Mitteilung. Ich glaubte, damit der Marineverwaltung Entgegenkommen bewiesen zu haben, denn sie sollte doch ein Interesse daran haben, daß nicht jede kleine Unstimmigkeit hier breit erörtert würde. In dieser Erwartung bin ich aber getäuscht. Der Staatssekretär teilte mir unterm 17. Dezember mit, daß nach§ 18 Abs. 2 der Arbeitsordnung die Arbeiter sich nur durch den Arbeiterausschuß an die Verwaltung zu wenden hätten, und daß er daher grundsätzlich auf die Beschwerde nicht eingehen könne.(Hört, hört! bei den Ich hätte doch mindestens erwartet, daß irgend eine sachliche Bemerkung darüber gemacht worden wäre, daß die Wünsche der Arbeiter, falls sie berechtigt sind, Berücksichtigung finden würden. Wenn ich als Gewerkschaftsbeamter Wünsche der Arbeiter vertrete, geschieht dies in der Regel, da werde ich nicht auf die Arbeitsordnung verwiesen. Wenn ich als Abgeordneter Beschwerden vorbringe, so hätte ein solches Entgegenkommen wohl Anerkennung finden sollen. (Sehr richtig! bei den Soz.) In Zukunft werde ich derartige Beschwerden der Marineverwaltung nicht mehr unterbreiten, sondern sie stets hier im Hause zur Erörterung bringen. Im vergangenen Jahre hat der Reichstag eine Resolution angenommer, welche eine Förderung des Tarifwesens fordert und welche die Marineverwaltung auffordert, bei Festsetzung von Neuordnungen von Arbeitsverhältnissen die Arbeiterausschüsse mitwirken zu lassen. Meine Freunde hatten beantragt, daß auch die Arbeiterorganisationen mitwirken sollten. Die Herren von der freisinnigen Partei begnügten sich jedoch mit der Mitwirkung der Arbeiterausschüsse. Wir hielten es nun für selbstverständlich, daß diesem Wunsch des Reichstags Rechnung getragen würde. Es sieht mit der Erfüllung aber sehr trübe aus. In den Bestimmungen über das Submissionswesen, die uns überreicht sind, findet sich keine Silbe, die darauf hindeutet, daß dem Verlangen des Reichstags entsprochen ist.(Hört, hört! bei den Soz.) In keiner Weise wird von der Marineverwaltung den unternehmern vorgeschrieben, daß sie bei ihren Löhnen die Tarife einzuhalten haben. Man hat noch bis heute nicht erfahren, daß die Marineverwaltung bereit ist, dem mit der Resolution ausgesprochenen Wunsch des Reichstags nachzukommen. Ihren so oft ausgesprochenen Versicherungen der sozialen Fürsorge für die Arbeiter sollte sie endlich die Tat folgen lassen.(Sehr richtig! bei den Soz.) In einer Kommission unterhalten wir uns jetzt über sehr wichtige Fragen des gewerblichen Lebens, und es wird demnächst auch im Plenum geschehen. Aber alle Beschlüsse, die wir fassen, werden lediglich auf dem Papiere bleiben, penn nicht die Reichsverwaltung selbst mit der Förderung des zariswesens den Anfang macht.(Sehr richtigl bei den Soz.) zy Stsiehe es aber sehr gut, daß die Marineverwaltung den in per Resolution ausgesprochenen Wünschen nicht näher getreten I.„Als die Beschlüsse des Reichstags bekannt wurden, liefen die Schiffsbauindustriellen Sturm gegen die Resolution, und da bersicherte auf der Generalversammlung der Schiffsbauindustriellen Herr Admiralitätsrat Harms, die Sache wäre gar nicht so schlimm, es seien noch Erhebungen im Gange, deren Resultat abgewartet werden müßte, vorläufig denke die Marineverwaltung 8c., r. daran, die Forderungen der Resolation zu erfüllen. hört! bei den Soz.) Wir haben aber das Recht, zu vergangen, daß die Wünsche des Reichstags auf Förderung der Herichigt dss von der Marineverwaltung berücksichtigt werden. ####es anderen Teiles der Resolution, der Mitwirkung der Arbeiterausschüsse an der Neuordnung und Festsetzung der Lohn= und Arbeitsbedingungen auf den Werften hutten es doch noch die Freisinnigen für selbstverständlich gehalten, daß der Ferderung Rechnung getragen würde.(Sehr richtig! links.) als aber der Arbeiterausschuß von Wilhelmshaven an die Werftverwaltung das Ersuchen richtete, bei der Anstellung der Akkordtarife Mitglieder von Arbeiterausschüssen heranzuziehen, wurde das rund abgelehnt. Dabei sind die Arbeitsverhältnisse auf den kaiserlichen Werften keineswegs derartig, daß die Arbeiterausschüsse bei der Festsetzung der Arbeitsbedingungen nicht heranKzogen werden brauchen. Die Marinebetriebe sind keineswegs Musterbetriebe.(Sehr richtig! bei den Soz.] Es finden sich in ihnen dieselben üblen Erscheinungen, wie auf Privatbetrieben. Zznächst ist die Fluktuation eine sehr große. Vom Oktober 1907 Oktober 1908 wurden in Kiel eingestellt 2853 Arbeiter, wovon wieder 1711 ausschieden. In Wilhelmshaven 2176. wovon W ausschieden. In Danzig 817, wovon 312 wieder ausschieden, in Friedrichsort 422, wovon 285 wieder ausschieden. Forscht man nach den Ursachen dieser großen Fluktuation, so ist freilich festzustellen, daß die Löhne ein wenig gestiegen sind. Aber zwischen den Einnahmen und Ausgaben der Arbeiter besteht immer noch eir ungeheuerliches Mißverhältnis. Nach mir gewordenen Mitreilungen sind in Kiel bei den Lebensmittelpreisen 1983 Mk. jährlich notwendig, um die Bedürfnisse einer Arbeiterfamilie zu befriedigen. Dazu reicht aber nach den Lohnausweisungen der Marineverwaltung der Loha bei weitem nicht aus. Ein weiterer Grund zur Fluktuation liegt in der brutalen Behandlung der Arbeiter auf den kaiserlichen Werften. Ausdrücke kommen dort vor, gegen welche die im„Scehund“ üblichen Ausdrücke die reinen Kosenamen sind.(Sehr gut! bei den Soz.) Weiter ist für die Fluktuation anzuführen die bis ins kleinste gehende Spionage über die einzustellenden Arbeiter. Diese Bespitzelung erstreckt sich nicht nur auf die Qualifikation der Arbeiter, sondern es wird festgestellt, wie sie sich in bezug auf ihre politische Gesinnung betätigt haben.(Hört, hört! bei den Soz.) Ueber die Einstellung entscheidet die Werftverwaltung nach den Mitteilungen der Polizeibehörde, die zuweilen ein Interesse daran hat, mißliebige Arbeiter anzuschwärzen.(Sehr richtig! bei den Soz.) Nach den Einstellungsbedingungen sollen nur Arbeiter beschäftigt werden, die„einen achtbaren Lebenswandel geführt haben". Deshalb ist ein bedingt verurteilter Jugendlicher, der nur einen Tag Gefängais bekommen hatte, wieder entlassen worden, nachdem er schon probeweise eingestellt war. Militäranwärter aber sind ohne weiteres eingestellt und befördert, auch wenn sie eine längere Freiheitsstrafe erlitten haben. Die Bezahlung entspricht keineswegs der Leistung., Auf den Baggern ist am 12. März d. J. die Arbeit wieder auftenommen, den Arbeitern wird aber in Zukunft kein Verpflegungszuschuß mehr gezahlt. Die Offiziere und höheren Beamten dagegen bleiben im Genusse ihrer Tafelgelder. Nur bei den Arbeitern wird gespart. Auch bezüglich der Bettwäsche wird bei diesen Baggern gespart; während früher alle Monat die Wäsche gewechselt wurde, geschieht es jetzt nur alle drei Monate. Eine solche Sparsamkeit halten wir für sehr unangebracht.(Lebh. Zustimmung bei den Soz.) Während man an den Arbeitern spart, verwendet man Aufsichtsbeamte in einem Prozentsatz, der weit höher ist als bei den Privatwerften. Während z. B. auf der Werft Flensburg auf 17 Arbeiter ein Beamter kommt, fallen in Kiel auf 7700 Arbeiter 34 Offiziere und 961 Beamte, also ein Beamter auf etwa 7 Arbeiter.(Hört, hört! b. v. Soz.) In England kommt auf 30 Arbeiter der Staatswerften erst ein Beamter, denn die Mitteilung der Reichsmarinebeamten, daß das Verhältnis wie 1 zu 11 sei, ist unrichtig. In der Tat ist das Verhältnis auf den deutschen Werften noch ungünstiger, da eine Menge Schreiberstellen von Leuten versehen wird, die nicht als Beamte geführt werden. In den vereinbarten Akkordpreisen wird sogar ein gewisser Betrag für die Entlohnung derartiger Schreiber mitberechnet. Das große Beamtenheer erschwert die Abwicklung der Geschäfte und die Schwierigkeiten der Kontrolle. Vor Weihnachten des letzten Jahres wurden Witwen ehemaliger Werftarbeiter mit Schreibarbeiten beschäftigt. In der ersten Januaxwoche hatten sie noch keine Zahlung erhalten. Das wär: in einem nicht an sehr großen Zahlungsschwierigkeiten leidenden Privatgeschäft einfach unmöglich. Befördert werden nicht die intelligentesten, sondern die gefügigsten Arbeiter. So ist es vorgekommen, daß in Danzig Arbeiter zu Schreiberstellen befördert worden sind, die nicht rechnen und nicht schreiben können.(Hört, hört! b. d. Soz.] Ob das gerade im Interesse des Dienstes ist? Die Aushilfsarbeiter werden so schlecht bezahlt, daß Leute, die, wenn die Aushilfsarbeiten mit demselben Stundenlohn bezahlt worden wären wie die gewöhnlichen, 140 Mk. zu fordern hätten, mit 17 Mk. abgefunden worden sind.(Lautes Hört, hört! b. d. Soz.) Ich selbst habe oft genug die Werftarbeiter aufgefordert, ihre Beschwerden lieber durch die Arbeiterausschüsse statt durch mich vorbringen zu lassen. Aber mir sind Beispiele über Beispiele vorgetragen worden, daß die Mitglieder der Arbeiterausschüsse, wenn sie einigermaßen energisch die Interessen ihrer Mitarbeiter wahrnehmen, in ihrem Fortkommen schwer geschädigt werden.(Hört, hört! b. d. Soz.) So wurde das Mitglied des Wilhelmshavener Arbeiterausschusses bei einer Lohnaufbesserung bloß darum übergangen, weil es im Gespräch mit seinen Mitarbeitern gesehen worden war.(Lebh. Hört, hört! b. d. Soz.] So etwas muß die Arbeiter zu Heuchlern machen. Daß das der Fall ist, zeigt der Verlauf der Prozesse, die gelegentlich der Unterschlagung auf den Kieler Werften geführt worden sind. Dort haben bekanntlich die oberen Beamten die Verwaltung um Millionen geprellt.(Hört, hört! b. d. Soz.) Ihnen hat man nicht auf die Finger gesehen, sondern lieber der politischen Betätigung oder auch nur Gesinnung der Arbeiter nachgeschnüffelt.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Die Werkmeister sind stets bei der Hand, Arbeiterausschußmitglieder, die es mit ihrer Pflicht ernst nehmen, zu schikanieren, und die Betriebsleiter verfahren in demselben Sinne. Neulich ist erst wieder einem=Arbeiterausschußmitglied in Friedrichsort bei Kiel gekündigt worden, weil es seine Stimme gegen direkte Gesetzwidrigkeiten erhoben hat.(Hört, hört! b. d. Soz.) Ich würde wahrhaftig lieber diese Details hier nicht erörtern. Aber die tatsächliche Mundtotmachung der Arbeiterausschüsse zwingt uns ja geradezu, von dieser Tribüne aus die Wüniche und Beschwerden vorzutragen, die sonst unberücksichtigt bleiben.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Früher suchten schikanierte Arbeiter sich dadurch zu helsen, daß sie um Versetzung in andere Ressorts baten. Jetzt aber bestimmt ein Dekret, daß solche Arbeiter, die um Versetzung einkommen, einfach entlassen werden sollen.(Hört, hört! h. d. Soz.) Unter solchen Umständen ist es kein Wunder, daß die Unfallziffern bedrohlich steigen, und daß z. B. auf der Danziger Werft, die 3000 Arbeiter beschäftigt, wöchentlich 25 bis 30 Arbeiter sich verbinden und sich die Glieder einrenken lassen. Auch die Wasch- und Ankleideräume spotten aller hygienischen Anforderung. So hat die Marineverwaltung noch außerordentlich viel zu verbessern, wenn das Wort von den Musterbetrieben nicht zum Hohn werden soll.(Lebh. Beifall b. d. Soz.] Geh. Admiralitätsrat Harms: Da ich das einschlägige Material nicht zur Hand habe, kann ich zurzeit die Beschwerden und Klagen des Vorredners nicht beantworten. Die von ihm vorgetragenen zahlreichen Einzelfälle werden aber nachgeprüft werden. Das Kapitel wird bewilligt. Der Rest des ordentlichen Marineetats wird völlig debattelos bewilligt. Beim Etat von Kiautschou, der ebenfalls debattelos angenommen wird, gelangt eine Resolution der Kommission auf Vereinfachung der Verwaltung dieses Schutzgebiets ohne Debatte zur Annahme. Bei den einmaligen Ausgaben erklärt Abg. Schrader(Fr. Vg.): Die Frage des Stärkeverhältnisses unserer Flotte zu der anderer Flotten ist von so eminenter politischer Bedeutung geworden, daß alle Parteien dieses Hauses einmütig der Meinung sind, daß sie am zweckentsprechendsten beim Etat des Reichskanzlers ihre Behandlung findet.(Zust.) Der außerordentliche Etat wird debattelos bewilligt. Die Einnahmen werden debattelos bewilligt. Präsident Graf Stolberg: Hiermit ist unsere Tagesordnung erschöpft.(Htkt. u. Beifall. Nächste Sitzung: Freitag 2 Uhr pünktlich.(Zurückverwiesene Positionen aus dem Etat des Innern und der Post, Invalidenund Pensionsfonds, 2. Lesung des Automobilgesetzes). Schluß 3½ Uhr. Bielefelder Stadtverordnetensitzung vom Mittwoch, 24. März. Als erster Punkt steht auf der Tagesordnung: Bericht der Kommission über die Neugründung einer Stadtsekretärstelle (Stadtrevisor) vom 1. April 1909 ab und Beschlußfassung hierüber. Stadtv. Dr. Esau erstattet Bericht über die Beratung der Kommission. Er richtet dabei scharfe Angriffe gegen den Magistrat. Dieser hätte die übliche Kassentechnik bei Rottmann außer acht gelassen, ferner habe der Magistrat bei der Wahl seiner Beamten auf dem Rechnungsamt keine glückliche Hand gehabt. In der Sitzung der Kommission sei eine Vereinfachung des Rechnungswesens verlangt worden. Durch die Einrichtung der Stadtrevisoren=Stelle soll die Zahl der städtischen Beamten nicht vermehrt werden; der Stadtrevisor soll vielmehr eine Stadtsekretärstelle, die demnächst frei werden würde, erhalten. Einige Mitglieder der Kommission hätten den Wunsch geäußert, der Magistrat möge die Frage prüfen, ob sich nicht die Anstellung einer kaufmännischen Kraft empfehle. Stadtv. Cremer fragt an, ob die Revisionen der Kassen, die Rottmann verwaltet habe, schon beendet seien. Beigeordneter Törner: Ich habe geglaubt, daß ich in der Kommission genügendere Erklärungen gegeben habe, als es nach den Ausführungen von Dr. Esau aussieht. Das Krankenhaus war bis zum Jahre 1900 eine besondere und selbständige Stiftung. Im Jahre 1900 hat es die Finanzverwaltung beanstandet, daß über die Dienstmädchen, die beim Krankenhaus versichert waren, die Liste von demselben Beamten, welcher auch die Kasse führte, geführt wurde. Die Krankenhausverwaltung hat nun zunächst auch beschlossen, dies zu trennen, aber Rottmann hat es verstanden, dem Vorstand des Krankenhauses einzureden, daß dies nicht möglich sei. Rottmann hat nun die Listen der versicherten Mädchen weiter geführt und hat auf Grund dieser Liste das Geld einkassieren lassen. Dem Kassierer des Krankenhauses aber hat er dann durch Boten unvollständige Listen und nur einen Teil der vereinbarten Beträge gesandt. Es ist nun behauptet worden, Rottmann sei mit Arbeit überhäuft gewesen, und dadurch sei er nervös geworden. Es kann von einer Ueberlastung nicht die Rede sein. Rottmann hat ja Zeit gehabt seine doppelte Buchführung durchzuführen. Dr. Esau hat davon gesprochen, daß die Beamten auf dem Rechnungsamt vielleicht nicht geeignet gewesen wären. Wir können ja aber die Beamten nicht beliebig aussuchen, sondern wir müssen sie dem vorhandenen Beamtenmaterial entnehmen. Richtig ist, daß die Stelle des Kassenrevisors nur interimistisch zu einer Vermehrung der Beamten führt. Ich kann die Mitteilung machen, daß einer der Stadtsekretäre zum 1. Juni seine Versetzung in den Ruhestand beantragt hat. Die Revision der von Rottmann verwalteten Kassen ist noch nicht beendet. Wir haben dies auch dem Untersuchungsrichter mitgeteilt, trotzdem ist schon jetzt gegen Rottmann verhandelt worden. Auf das Vermögen des Rottmann haben wir Beschlag legen lassen. Stadtv. Cremer: Mir scheint es sehr bedenklich, daß es einem Unterbeamten wie Rottmann möglich war, in den Besitz eines Sparkassenbuches von 9000 Mk. zu kommen. Das hätte doch gesperrt werden müssen und nur auf eine Anweisung der Synagogengemeinde hin herausgegeben werden dürfen. Der Kämmerer und sämtliche vier Aerzte haben vor Gericht gesagt, daß Rottmanns Nervosität durch Ueberarbeitung entstanden sei. Stadtv. Esau: In der ersten Sitzung der Kommission ist von Mängeln in der Kassentechnik gesprochen worden. Wenn der Krankenhausvorstand etwas beschließt und es dann nicht ausführt, so mußte das doch der Stadtverwaltung angezeigt werden. Daß Herr Rottmann durch Ueberarbeitung nervös geworden sei, ist vollkommen ausgeschlossen. Ein Drittel seiner Arbeitskraft hat er gebraucht zur Verschleierung seiner betrügerischen Manipulationen. Stadtv. Stellhorn: Rottmann ist durch seine Unterschlagungen nervös gemacht worden. Außerdem hat er zweimal in der Woche bis tief in die Nacht hinein Skat gespielt. Der Stadtverwaltung ist nur in einem Punkte ein Vorwurf zu machen. Wenn eine Verfügung getroffen ist, so muß sich doch der betreffende Dezernent davon überzeugen, ob diese ausgeführt ist, und er hätte sich die Sache noch einmal vorlegen lassen müssen. Auch die jüdische Gemeinde und die Handelskammer trifft ein Vorwurf, weil sie nicht besser sich um ihre Sachen gekümmert haben. Ich verspreche mir sehr viel davon, daß ein tüchtiger Kaufmann mal unter die Beamten gebracht wird. Stadtv. Hoffmann: Ich habe mich bisher nicht zum Wort gemeldet, weil ich den Beigeordneten Törner für am berufensten halte, die Angriffe gegen die Stadtverwaltung zurückzuweisen. Ich habe mich gewundert, daß Dr. Esau so gesprochen hat, während er doch nach den Ausführungen Törners in der Kommission nichts gesagt hat. Ich glaube, daß es Törner gelungen ist, die Stadtverwaltung vollkommen zu entlasten. Soweit ich den Fall kenne, muß ich sagen, einem solchen raffinierten Gauner gegenüber wie Rottmann ist auch die beste Verwaltung vollkommen machtlos. Bei dem Gerichtsverfahren gegenüber Rottmana scheinen mir die Richter, d. s. in diesem Falle die Geschworenen, nicht genügend informiert worden zu sein. Warum ist denn Törner nicht als Zeuge vorgeladen worden? Kann man übrigens jemandem ansehen, vodurch er nervös geworden ist? Rottmann ist jeden Sonntag nach dem Krankenhause gegangen, um zu sehen, ob etwa eine seiner speziellen Klientinnen dort wäre. Nähere Nachforschungen sind unterblieben, weil ein Grund zum Mißtrauen nicht vorlag. Mir ist der Mann überhaupt ein psychologisches Rätsel, wie kann ein Mann mit einem so hohen Einkommen sich einer Bagatelle wegen seine Existenz ruinieren! Nach meiner Meinung trifft den Magistrat eine Schuld nicht. Ich glaube sogar, daß Törner, der die Sache aufgedeckt hat, ein Verdienst hat. Wundern muß ich mich darüber, daß das Gericht so schnell verfahren ist und die Verhandlung angesetzt hat, es hätte Rottmann nichts geschadet, auch wenn er ein Jahr in Untersuchungshaft gewesen wäre. Beigeordneter Törner erwidert dem Stadtv. Cremer, daß die Sparkassenbücher im allgemeinen gesperrt werden, dies sei aber gar kein städtisches Sparkassenbuch gewesen, und Rottmann selbst habe die 9000 Mk. der Handelskammer angelegt. Rottmann hat seine Betrügereien sehr schlau gemacht, er hat die Bücher so geführt, daß man aus ihnen gar nicht ersehen konnte, daß Zinsen entstanden sind. Stadtv. Esau: Als ich den Zeitungsbericht der Gerichtsverhandlung las, habe ich mir gesagt, es ist ganz klar, daß die Verhandlungen ganz einseitig geleitet worden sind. Die Gutachten der Aerzte scheinen mir nicht auf genügender Information zu beruhen. Stadtv. Halemeyer empfiehlt, Revisoren aus der Bürgerschaft heranzuziehen. Hierauf wird der Antrag, einen Stadtrevisor anzustellen, einstimmig angenommen und gleichzeitig der Wunsch ausgesprochen, der Magistrat möge die Anstellung einer kaufmännisch geschulten Kraft in Erwägung ziehen. Als Punkt 6 steht auf der Tagesordnung: Zustimmung dazu, daß bei der Kaiserin=Auguste=Viktoria=Schule von Ostern 1909 ab eine Studienanstalt, ein höheres Seminar und eine Frauenschule eingerichtet werden und Nachbewilligung der hierfür erforderlichen Mittel im Betrage von 7850 Mark. Bürgermeister Stapenhorst: Das jetzt dreijährige Seminar soll in ein vierjähriges umgewandelt werden, da sich in drei Jahren der Stoff nicht bewältigen ließe. Die Frauenschule soll die Schülerinnen auf ihren Beruf als Hausfrauen vorbereiten. Die Wissensbildung sollen diese Schülerinnen zusammen Die, Wissensbildung sollen diese Schulerinnen zusa mit den Schulerinnen des Seminars erhalten. Es solle auch ** ### hulerinnen des Seminars erhalten. Es solle auch eine Studienanstalt geschaffen werden, welche die Mädchen fur das Studium vorbereiten solle. Diese Studienanstatt solle den xplan des Gymnasiums, Realgymnasiums und der Oberreal= schmie erhalten. Die Mädchen müßten aus der vierten Klasse der höheren Töchterschule aus= und in die Studienanstalt übertreten. Die Studienanstalt wird 5 Klassen haben, vielleicht werden aber auch 4 genügen. Die Mehrkosten werden nicht so bedeutend sein, denn durch die Studienanstalt werden die oberen Klassen der höheren Töchterschule entlastet, und diese Klassen sind so überfüllt, daß wir sie sonst teilen müßten. Wir müssen zunächst das höhere Semmar noch behalten. Wir glauben aber, schütterung des Körpers allein nicht dazu genügt hätte, sondern es kommt hinzu, daß höchstwahrscheinlich das Rückenmark selbst nicht ganz frei von den Wirkungen des Stoßes geblieben ist. ohne Unfall würde sich das Leiden weiter entwickelt haben. durch den Unfall ohne Zweifel eine Beschleunigung des Krankheitszustandes eingetreten ist, so wurde dem Arbeiter ohne weiteres auf Antrag des Prof. Windscheid die Vollrente geSrklärisches. 28 Tage strengen Arrest, weil er sich beschweren wollte! Mit zunächst das höhere Seminar noch behalten. Wir „ in einigen Jahren eingehen lassen zu können. Da es jetzt n chrift.ist, daß die Hälfte der Lehrpersonen an den höheren , 2. Tage strengen Arrest, weil er sich besch eiu#eschatigte sich jetzt das Dresdener FöFe vam Toram und Achtungsverletzung hatte Fraochenschuten arademische Bildung haben müßte, so wird der Bedarf an Lehrerinnen, die das höhere Seminar absolviert haben, geringer werden, und für die Volksschulen seien solche Damen besser geeignet, die nur ein Volksschulseminar besucht Wir hoffen, daß sich der Staat entschließen wird“ sich der Soldat Wiese vom Infanterie=Regiment, Nr. 1s am(Sonntag 17 Januar die Mannsch ein Volfsschullehrerinn wur, dier ein Vollsschulkehterinnen=Semmar zu gründen. Stadtv. Nierhoff wendet sich gegen den Vorschlag, eine Studienanstalt zu errichten. Im allgemeinen seien die Mädchen nicht geeignet für jene höchste Ausbildung der Intelligenz. welche ein, Gynnasium bieten solle.„Allle Fachleute seien sich darüber einig, ruß die Resultate des cymnasialunterrichts für Knaben sind., und die mangelhafte Institution wolle man jetzt auf die Maochen übertragen. Außerdem würde die : G###; ja eine solche Studienanstalt einrichten, und da die Kosten einer solchen Anstalt sehr groß sein würden, sollte man angesichts der schlechten Finanzlage der Stadt doch noch warten, bis man einen Versuch auf. breiter Grundlage, mache. .der. Solog;, Wiese hom Infanterie=Regiment, Nr. 177 zu veranlworten. als um Sonntag, I7. Junaut, die Mannschaften ausgehen wollten, kam der Unteroffizier Jaminke in die Stube und su, die Schränke durch, obgleich am selben Tage der Feldwebel eine Schrantdurchsicht vorgenommen hatte. Die MannHsdesben d. Schränke in Ordnung gefunden wurden, dursten Was unter Ordnung zu verstehen war, darüber entwescher Mann drunzier der denn auch bestimmte, an den Schrank des gen durste oder nicht. Als der Unteroffizier . ven Irdnung:: uugetlagten tam, öffnete dieser bbrgienge Feuersbrunst. Mexiko, 24. März. Das Gebäude der De. putuertenkammer ist völlig niedergebrannt, sämtliche Archive sin Wegen Knabenraubes verhaftet. Newyork, 24. März. I. Cleveland wurde ein Mann und eine Frauensperson, die in der Knabenraub verwickelt sind, verhaftet. Die Frau hatte fast noch die ganze erpreßte Summe im Betrage von 10000 Dollar bei sich. Sie legte ein teilweises Geständnis ab. Kleines Feuilleton. Vom Seelenleben der Menschenaffen wird in der Stuttgarter Monatsschrift zur Verbreitung naturwissenschaft. Kenntnisse„Kosmos“ nach O lobachtungen, die Dr. Soto. tows. als wissenschaftlicher Assistent des Hagenbeckschen Tier. Ihre Mützenschachtel geöffnet vor.“ Verdutzt über dieses Ander Angeklagte:„Da haben der Herr Unteroffizier nichts reinzusehen!“ Als es aber der Vorgesetzte verldat seine Mützenschachtel c um auf breiter Grundlage, mache. " Geahtp. Dr. Efauirm evenfalls dem Plan scharf entgegen. Er spricht von Auswüchsen moderner pathologischer Frauenrechtlerei, und meint, daß die Frau minderwertig sei. Es sollten manche Schule, gitlzeigg# struktion der Subsellien sehen, „„ Schulen lieber auf die Konstruktion der En als, baß sie solche Eitellens#estrebungen mitmachten. Man sollte voch die Konkurrenzschule das Experiment machen lassen. Sollte sich die Sache bewayren, dann können wir sie immer noch machen. Stadtv. Hoffmann: Es wäre das einzig richtige, daß Frauen und Mädchen zusammen unterrichtet wurden. Wenn das von der preußischen Regierung so eingerichtet wäre, so würden wir über alle Schwierigkeiten hinwegkommen. Das ist nun einmal nicht geschehen. Und die Reform des Mädchenschulmügen Se int einumg, gß e. gädch, in wir mitmachen E, tigmal einen Fortschritt, den wir mi wertig sind. Isch habe die Erfaß isch minderGymnasium die schmächlichsten Hn uug gemacht, daß auf Ohmaastum die schwächlichsten Knaben oft mit ihrem Gehirn am ausdauerndsten waren. Die Robusten waren manchmal Leute, mit deren Kopf man Mauern anrennen konnte. Wo wird nervös, wo der Mann nicht nervös wird? Auf dem aus dem Feisa enschine und des Telephons sind die Manner un— eem Gelde geschlagen. Die Arbeit an der Schreibmaschine erfordert einen hohen Grad von Nervenstärke. Wenn alle Manner, die nicht dazu geeignet sind, nicht zum Studium zugelassen würden, so wurden wir etwa nur die Hälfte der Stugenten auf den Universitäten haben. Wir sind heute in einer Velt, wo sich das Schulwesen in einem argen Zustande befindet, Zeit der Umwandlung. Vieles von dem unnützen gelernt haben, ist aus den Schulen beseitigt. Inzwischen aber haben die Wissenschaften große Fortschritte gemacht. Multum, nicht multa(Viel, nicht vielerlei) hat gefordert. Wie ist das heute möglich durchzuführen, gie shanan sich dem eindringenden Stoff gegenüber verhalten? für das prastische Zut weitere Fortschritte gemacht und sie hat Leben gewalt, an Bedeutung gewonnen. Dann sind die Sprachen immer unentvehrlicher geworden und daneben der Solt#in p###.,„geöffnet vor, fügte beschweren werde. si uder den Unteroffizier beim Overleutnant Das faßte der Unteroffizier als eine derartige Frechheit auf. daß er#der. Soldat meldete. Man zerrte den„frechen“ Soldaten verurteiste andgericht, welches ihn zu 28 Tagen strengem Arrest! Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Berufung ein mit der Begründung, daß er im guten Glauben gehandelt habe, inSösigenschachr....“ d der Unteroffizier nicht in seine Henschüchtel sehen dürfe. Eine Disziplinverletzung habe ihm völlig ferngelegen. Der Anklagevertreter führte aus, daß das Verhalten, des„Angeklagten eine Frechheit und Disziplinlosigkeit se#, wie man sie sich schuimmer nicht denken könne! Das Vorgehen des Angeklagten grenze an Widersetzung(Mindeststrafe 6 Monate!) und deshalb sei die vom Standgericht ausgeworfene rafe nicht zu hoch! Dem untrage gemäß erkannte das Kriegsgericht auf Verwerfung der Berufung. Der Angeklagte sei der Arreik rnsicht de piel Vtrestaten schuldig und 28 Tage strenger Vermischtes. ". en gewaltig an Bedeutung gewonne steht 38 Aptike.“ Wenn wir sagen, pir vernachlässigt werden kann. hinausläuft, so sollen zir wilsen nicht, wohin die Entwicklung dem Gebiet der anu vir doch nicht verzweifeln, wenn sich auf erm Gevieh, der Madchenschulreform Schwierigkeiten ergeben. Bedenken Sie doch, daß Tielefeld eine Zentrale ist und daß in der„Nähe keine große Stadt liegt. Nach Osten ist Hannover, dis wächste Siad Perden Bremen haben die Genehmigung des Ministers. Nun sollen wir der Cäcilienschule allein die Studien9Bhgttau berlassen, dann nird unsere Schule minderwertig. gant ich zuc nicht auf ven pharisäerstandpunkt stellen: Herr####ich banke dir, daß ich nicht bin, wie jene Zöllner und Sunder oder auch wie diese Frauen! Ich bin für den Fortpreußischen Minister. 10ch so sehr verkümmert wird durch den schaft teine Fede seinu in der Schule könne doch von WissenDeict Sortet eiene, bestritkt uid Fruen fur den 24. es sei eine Ehrensache für die., Stegdt; der Cäcilienschule nicht allein die Studienanstalt zu sprechen zu dieser Frage noch die Stadtverordneten Kirthoff, Tiemann, Frankenstein und Bock. c Züxgermeister Stapenhorst erklart, daß man vorausGenehmiar Aufnahme von Mädchen in die Knabenschule keine szmgung erhalten würde. ene wurde die Vorlage des Magistrats mit den Stimmen der Linken und eines Teils der Rechten, darunter Holtemeyer, Klarhor#, Stellhorn, Halemeyer, angenommen. Ausschuß für Heimatkunde wurden die Stadtverordgetes51 Oetter, Nierhoff, Bock und Hoffmann „In.den Vorstand des Krankenhauses wurde mit den Stimmen der Linten und des Stadtv. Klarhorst Genosse Schäfermann, gebeäkist, den Kandidaten der Rechten, Herrn Winkelneuer dewähsemein samen Kreisausschuß wurde Herr LohOshrhei Tortführung der Rotstandsarbeiten im Meierhof halle an purden 3000„Mark bewilligt, und für eine Wartehalle an der Ecke Reichsbankstraße und Herforderstraße 1500 „ Alfred Messel gestorben. Berlin, 23. März. Heute mittag ist der bekannte Architekt Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Alfred tarben nach langem Krankenlager im Alter von 56 Jahren geder Tochter. Berlin, 24. März. Der Arbeiter Wilhelm Dremel in der Liebenwalderstraße 31 ist wegen eines schweren Sittlichkeitsverbrechens, das er an seiner eigenen 13jährigen Tochter begangen hatte, gestern abend verhaftet worden. Dremel, der im Alter von 42 Jahren steht, ist Witwer und wollte sich in kurzem zum zweiten Male verheiraten. Gewitter und Hochwasser. Dresden, 23. März. Gestern gingen im Elbetal mehrere schwere Gewitter nieder, verbunden mit starken Regengüssen, die ein starkes Steigen der Elbe im Gefolge hatten. In Dresden sind viele Keller unter Wasser geschl. Wie aus Kassel gemeldet wird, haben in Karlshafen zwei Personen den Tot in den Fluten gefunden. Ein überanstrengter Beamter. Darmstadt, 23. März. Die unter großer Heiterkeit von dem Abg. Dr. Fulda im bessischen Landtage gemachte Mitteilung, daß der derzeitige Präsident der Oberrechnungskammer nur taglich etwa 2½ Stunden auf dem Bureau anwesend sei und hierfur 11000 Mk. aus der Staatskasse erhalte, ist nach genauer Information insofern richtig zu stellen, 3. der betreffende Herr für seine mühevolle Tätigkeit nicht 11 000, sondern nur 10 200 Mk. erhält. Der 17 parkes jahrelang anstellte, folgendes berichtet: Der Orang ist in der ausgesprochensten Weise an das Baumleben angepaßt, der Gorilla am meisten auf dem Erdboden heimisch, wahrend der Schimpanse eine Mittelstellung einnimmt. Dies kommt besonders beim aufrechten Gang zum Ausdruck, wobei der Orang immer einen recht unbehilflichen, fast mitleiderregenden Eindruck Gorilla dagegen sich mit großer Sicherheit bewegt. Der Gorilla ist Melancholiker, der Schimpanse Sanguiniker, der Orang Phlegmatiker. Der Gorilla legt viel Bedachtsamkeit an ### henkt langsam, aber richtig und gründlich, neigt zur Selbstbeschaulichkeit und Traurigkeit, ist grüblerisch veranlagt, aber doch neugierig und achtsam. Die mit fortschreitendem Alter tr#ß# d#3 im Grunde harmlosen Wesens namentlich im männlichen Geschlechte mehr und mehr zum Durchbruch kommende tierische Wildheit und Brutalität ist wohl auf die stete Kampfbereitschaft zurückzuführen, in der sich das alte Gorillamännchen als der natürliche Beschützer und Verteidiger seiner Familie im düsteren Urwalde befinden muß. Der viel geselliger lebende und sehr schreilustige Schimpanse faßt ungleich leichter und rascher auf, vergißt aber auch schneller und kombiniert weniger scharf, ist unstet und nicht ohne Bosheit, necklustig, ein loser Flattergeist. Der Orang ist von allen der gutmutigste, selbstzufrieden, verträglich, etwas Faulpelz, ein wenig schwerfällig, bedächtig, ein langsamer, aber überlegender Denker. Individuelle Verschiedenheiten machen sich namentlich beim Schimpansen geltend. Die große Hinfälligkeit der Menschenaffen im Käfig ist gewiß mit auf die Seelentraurigkeit zurückzuführen, die die Gefangenschaft, die Trennung von der Heimat und die Einsamkeit bei ihnen bewirken, und die sie zur Teilnamlosigkeit und Melancholie vereitet. Wenigstens hat die Erfahrung gezeigt, daß solche Menschenaffen, denen man ständig Gespielen— seien es nun äffische oder menschliche— beigab, sich weitaus besser und länger hielten, weil eben die fortwährende Beschäftigung und Unterhaltung eine traurige Apathie gar nicht aufkommen ließen. Alle drei Arten zeigen sich in hohem Maße einer Erziehung(nicht Dressur), also einer seelischen Beeinflussung durch den Menschen zugänglich. Letzte Nachrichten. Berlin, 25. März. Im Prozeß gegen den Handlungsgehilfen Henkel, der den Goldwarenhändler Frankfurter in Wien ermordet und beraubt hatte, wurde gestern das Urteil geföllt. Durch den Wahrspruch der Geschwornen wurde der Angeklagte des Mordes und Raubes für schuldig befunden und der Angeklagte wegen Mordes zum Tode und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Schweidnitz, 25. März. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den Raubmörder Pauer aus Rogan zum Tode und den Pferdejungen Hobricht wegen Beihilfe zu 5 Jahren Zuchthaus. Pauer drang im November vorigen Jahres bei einem Gutsbesiper in Rogan ein, ermordete den Gutsbesitzer, dessen Frau und Tochter mit einem Beil, erbrach einen Schrank und raubte 200 Mank. JadP 2l, Jahre Gefängnis. Kottbus, 24. März. 2. Jühle all Wirtschaftseleve Merkel, der Sohn eines Gutsbesitzers Graz, 25. März. In Murek erfolgten gestern gegen 3 Uhr früh 3 heftige Erdstöße. In der nächsten Umgebung des Ortes verursachte die Erderschütterung einen Felssturz. Ecke zerner erklärte sich die Versammlung damit einvernunden, vuß an Stelle der Rektorwohnung in der neuen Mädchenmittelschule drei Klassenzimmer gebaut werden und auch damit einverstanden, daß die Lehrer und Lehrerinnen der Mädcheumitleischule und der Kaiserin=Augustaschule bei der Provrzalp gzrigesfasse versichert würden. des Magistrates erledigt. den Schluß der Sitzung: 8 Uhr 10 Minuten. beiter in. eat kungen von Düngemitteln. Für ländliche Ar. Düngemitte Pert zu wissen, daß verschiedene neuere vi#namentlich der Stickstoffkalk und Kaltstickstoff hältnismäßig:.“etzungsprodukte für den Menschen in versie aber durch ihreie Tosis giftig sind. Zum guten Glück sind ihren widersceit und schwarze gar“e, wie auch lich, daß ihre deruch znd Geschmack so leucht erkennt: Berolaung einun zu landwirtschaftlichen Zwecken bei dentlich erscheint: Vorsichtsmaßregeln für die Arbeiter unbe. arbeisen si und Rückenmark Schwindsucht. Ein Mühlenhin wohei d: Passenu Torsballens von zwei Zentner „in, wöbel ihn der Da“, am Kreuz und an den Beinen traf. Von dieser Zeit an konnie er nicht mehr ordentlich gehen und zeigte die Erscheinungen der Rückenmarkschwindsucht, der Tabes dorsalis. Nach Prof., Dr. Windscheid(Mediz. Klinik) ist das Beiden nicht durch den Unfall selbst herbeigeführt, sondern nach bestimmten Andeutungen schon vor ihm vorhanden gewesen. Wohl aber ist dadurch eine erhebliche Verschlimmerung der Beschwerden veranlaßt worden. Es muß angenommen werden, daß die Eraus der###...... on eines Gutsbesitzers aus der Rheinpfalz, wurde heute von der hiesigen Strafkammer wegen Ermordnung der 16jährigen Frida Kobel, einer Nichte des Inspektors des nahegelegenen Ritterguts Leuthen, mit der er ein Liebesverhältnis unterhielt, zu 12 Jahren Gefängnis verg. Zestresser. Breslau, 24. März. Bei Ramslau ist der Waste rapide gestiegen und hat die gesamte Niederung unter Waffer gesetzt. Um die Eisversetzung an den Schleusen zu bewurde ein Kommando von Dragonern requiriert. Die Stcht Hhigeinem reißenden Fluß angeschwollen und führt der lau große Wassermassen zu. Zahlreiche niedrig gelegene Grundstuge wurden unter Wasser gesetzt. Aus mehreren bei Brieg gelegenen Ortschaften werden große Ueberschwemmungen gemeldet. In Sarlowitz bei Grottkau ist das Wasser so schnell gestiegen und hat so bedeutende Ueberschwemmungen vert, daß nachts um militärische Hilfe gebeten wurde. Bei Spahlitz ist ein Staudamm gerissen. „Petersburg, 24. März. Die Ueberschwemmung in Südrußland wächst. Viele Dörfer sind derart mit Wasser bedeckt, daß nur noch die Rauchfänge der Hütten emporragen. Auf der Overflache des Wassers schwimmen Balken und ganze Strohdächer mit Menschen und Hausgeräte. Alles Vieh ist den Bauern ertrunken, ebenso sind Futter= und Getreidevorräte fortgeschwemmt. Eine Reihe deutscher Kolonien steht ebenfalls unter Wasser. Die Zahl der überschwemmten Dörfer und Ansiedlungen im Südwestgebiet beträgt über 100. Der Materialschaden wird auf mehrere Millionen Rubel veranschlagt. In den nächsten Tagen werden auch Ueberschwemmungen in Zentrali befürchtet, wo unerwartet starkes Tauwetter einge Revolverattentat auf den Ehemann. Mannheim, 24. März. Der Schuhmachermeister Wilhelm Lehnert hatte sich heute vormittag mit seiner Frau, einer ehemaligen Kellnerin, vor dem Schoffengericht wegen eines häuslichen Streits zu verantworten. Beide wurden zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt. Am Nachmittag erschien die Frau in der Wohnung ihres Mannes mit dem Revolver in der Hand. Dem Manne gelang es, die Frau auf die Straße zu drängen, wo sie drei Schüsse abfeuerte. Zwei trafen den Mann und verletzten ihn am Kopf und an der Schuler, jedoch nicht lebensgefährlich. Die Frau begab sich zur nachsten Polizeiwache und stellte sich selbst der Behorde. a, Ausstand der Post= und Telegraphenbeamten. 22. März. Die Pariser Lostillone halten bei sammlung ab, in der sie über die Streikfi fassen werden. Paris, 24. März. Die Ausstandsbewegung der Postbeamten in Vordeaux dauert noch fort. Man glaubt jedoch, daß auch dort im Laufe des heutigen Tages eine Wendung eintreten wird. Das dortige Streikkomitee hat gedroht, für heute den Ausstand für alle Zweige des Post= und Telegraphendienstes zu verkünglaubt jedoch, daß dies auf einem Mißverstandnis beruht und daß seitens der Pariser Streikführer ebenfalls keine derartige Instruktion erteilt worden ist. In Lyon, Marseille usw. ist der Betrieb in vollem Umfang wieder ausgenommen Vereins-Kalender. Donnerstag. Wüggerzislazggexein„Hoffnung“ abends 9 Uhr bei Bischer, Arbegzgusezezgggein„Solidaritit“ 9 Uhr bei Hellsinger, Arkeiter=Felangverein„Frisch Auf“ 9 Uhr bef Indiestel. *: Iragng nverein„Vorwärts“, Gadderbaum 9 Uhr bei H##„Alpenklänge“ 9 Uhr bei Lange, Teichstraße. „Hithel=Quartett=Verein“, 9 Uhr bei Hagemann, Heeperstraße. Arbeiter=Turnberein„Westfalia“ 815 Uhr bei Holz, zum Siegfried. Sreig, go fagnesereinigung Bielefeld, Abteilung 3, ½49 Uhr Kegelklub„Hamburger Wappen“ 8½ Uhr bei Vogt, Hallerweg. Uhr bei Beckmann, Kl. Howe. Padfahrerllub„Eilrad“ 9 Uhr bei Freudenau, Heeverstraße. Stuizr###r guten Quelle“ 9 Uhr bei Witwe Pilgrim, Ziegel1. Biegfesher, Zandonion=Klub ½9 Uhr bei Fritz Beckmanz, Theaterklub„Thalia“ 8 Uhr bei Freudenau, Heeperstraße. Guttemplerorden, Loge„Westfalenland“, 8¾ Uhr. Sieker. Arbeiter=Raderfahrerklub„Wanderlust" bei Sittio. Detmolderstraße. Brackwede. Gesangverein„Einigkeit“ 8½ Uhr bei Karl Schröder. Herforderstragen„Deiderose“ 9 Uhr bei Sielmann, nbeamten. Paris, heute abend eine Verkfrage einen Beschluß Schildg##e, Radfahrerverein„Fliegender Adler“ 9 Uhr haussuchendes Aktenbündel. Paris, 23. März. Das Aktenbündel hat gestern Haussuchungen in ca. 20 Wohnungen vorgenommen, in welchen Opium aufgefunden wurde. Mehrere Verhaftungen sind vorgenommen worden. Schildesche. Kraft=Sport=Verein ½9—½11 Uhr bei Wirt Wilhelmstr. 17. Schildesche. Guttempler=Loge„Rote Erde“ 8¾ Uhr bei Grothaus, Amselstraße 7. Babenhausen, Kegelklub„Freie Bahn“, 8½ Uhr bei Böke. epen. Turnverein„Jahn“ 8½ Uhr bei Wirt Müller. uoheroissen. Radfahrerverein„Viktoria“ 9 Uhr bei Tigges, Rollkrug. Arbeiter=Turnverein„Irisch Auf“ 9 Uhr bei Brünig. Hexig# Arbeiter=Turnverein„Frisch Auf“ 81 Uhr be Hezt#„Arbeiter=Turnverein„Stiftberg“ 9 Uhr bei Wirt Herford. Arb.=Turnverein„Einigkeit“ 8½ Uhr bei Win H. Freitag, Ahmserstraße. P Sietf appelmang.-augverein„Golibarität: 3½ uhr b De Su ue ae. Sl beiter: G#„Sranzosen haben es doch gut, sie brauchen ja ihr schweres Gelb nicht für Poliziften auszugeben, went das Aktenbündel die Haussuchungen selbst besorgt. So#tpzr Radfahrer=Verein„Wanderer“.. Arbeiter=Radfahrerverein„Vorwartd 8 ugs. S#tlengern. Gesangverein„Einigkeit“ 9 Uhr. Mi Arbeiter=Gesangverein 9 Uhr bei Röbte# D. Fnden. Arbeiter=Sängerbund 8½ Uhr: Gemischten 2e— TEEIN Rührend schönes Passion Sorge und Not. Drama an alle diejeniger in seiner traurigsten Gest Der Schneeball. Behandlung eines Musike mütige Jugend zurück. Bauu. Halb 25000-A Für die Saison 1! Fabriklager und jähriges Lager unter aus werden, ich stellte d dass es sich tatsä Tapeten jetzt at So billig, wie ich regulär kaume sehbarer Zeit solche wieder bieten. Tapeten, Wert 15. Goldtapeten Wert 3 mode Ton in Ton Wert 50 Schwere Fond- un Wert 1.00—1. Borden p. Mtr. vor „ 15—20 Cm Bitte beachten S Rathausstrasse Filiale Mind Deuischer Tran. Zahlst Freitag, 26. März, ab Bielefel 1756 Tageso 96999560 liefert prompt in sauberer Ausführ. 8940000ORR Kleine A Jedes Wort kostet nur 2 Pfg., der fetten Ueberschrift 10 Pfg. Anzeigen unter dieser Rubrik wer weiß und schwarz emailliert, gebraucht, in enorm großer A. sollen räumungshalber zu jed annehmbaren Preise verkauft Teilzah ung gestattet. Adolf Ritterstraße 57. 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Sanguiniker, der Bedachtsamkeit an fündlich, neigt zur blerisch veranlagt, schreitendem Alter lich im männlichen kommende tierische Kampfbereitschaft männchen als der zmilie im düsteren lebende und sehr und rascher auf, iger scharf, ist unloser Flattergeist. lbstzufrieden, verlig, bedächtig. ein duelle Verschiedensen geltend. Die ist gewiß mit auf befangenschaft, die eit bei ihnen beMelancholie verdaß solche Menen es nun äffische nd länger hielten, Unterhaltung eine Alle drei Arten icht Dressur), also en zugänglich. dandlungsgehilfen ter in Wien er3 Urteil geföllt. e der Angeklagte n und der Ange1 Ehrverlust verhwurgericht verm Tode und den ahren Zuchthaus. bei einem Gutstzer, dessen Frau frank und raubte ern gegen 3 Uhr ebung des Ortes Uhr bei Fischer, bei Hellsinger, Indiestel. um 9 Uhr be# chstraße. 1, Heeperstraße. 3½ Uhr bei volz, Restimrant uug 3, ½9 Uhr ogt, Hallerweg. unn, Kl. Howe. z. Heeperstraße. Zilgrim, Ziegelfritz Beckmann, deeperstraße. ist" bei Sittig. Uhr bei Karl bei Siekmann, Adler“ 9 Uhr Uhr bei Wirt Uhr bei Grotbei Böke. Wirt Müller. 9 Uhr bei 9 Uhr bei 8½ Uhr bei Uhr bei Wirt Uhr bei Wist 3½ Uhr bei „Seilberiss “ 9 Uhr. Kinematographen-Theater zur alten Post. Das Prorramm ist diesmal reich an wertvollen Neuheiten! Der Andaskuß. Anübertreffliche Darstellung: der Verrat des J#das, die Gesangannahm1752 e SESMZG .. Ein Kunstsilm!...... Der Rührend schönes Passionsbild. Die Fußwaschung, die Austeilung des Abendmahles, der Verrat des Judas, Horge und Not. Drama an alle diejenigen, denen das Elend in seiner traurigsten Gestalt noch fremd ist. Der Schneeball. nissenzen rust die Behandlung eines Musikers durch die übermütige Jugend zurück. Der Spürhund. Von kriminalistischem Interesse ist es, wie ein Hund einen Strolch, der auf seinen Herrn einen Raubaufall unternimmt, selbst nach langer Zeit wiedererkennt und dadurch den Uebeltäter der Gerechtigkeit überliefert. Unterbrochene Polka. Dieses Bild ist wert, als Humoristikum ersten Rauges hingestellt zu werden, denn tollere Streiche eines Hexenmeisters sind noch nicht gesehen worden. die Gefangennahme Jesu und das Ende des abtrünnigen Jüngers werden in vollendeter Weise vorgeführt. Wie der Maler seine Miete bezahlt. In feinkomischer Art wird ein Hauswirt, der den Lebemann spielen will, von einem Maler und dessen hübschen Tochter um die gesuchten Genüsse betrogen. Die Geburtstagsgaus. V.ug für Hausbesitzer, Mieter, Dauunternehmer! Halb verschenkt! * werden ca. zsoo0 kellen Tapeleh! Für die Saison 1909 kaufte ich eigens ein grosses Fabriklager und soll dieses, wie auch mein vorjähriges Lager unter allen Umständen schnellstens ausverkauft werden, ich stellte die Preise dermassen billig, dass es sich tatsächlich für jedermann lohnt, Tapeten jetzt schon, selbst für später, zu kaufen. 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Unserem Mitarbeiter, dem Schraubendreher Wilhelm ** Sewing zu seinem am 26. März stattlindenden 25jährigen Arbeitsjubiläum!??“ die herzi Ciathwunische! Todes=Anzeige. Am Dienstag, den 23. März, entschlief nach langem Leiden unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Hermann Wemhöner im Alter von 24 Jahren. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Freitag, den 26. März 1909, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause. Vilsendorf Nr. 8, aus statt. 1730* Seine Mitarbeiter der Firma Koch& Co. A.-G. Abt. Nähmaschinenbau. Jüngere tüchtige Schreiser, geübt auf Lenkstangen, für sofort gegen guten Akkordlohn gesucht. Angebote unter Coiffre S. G. an die Exped. d. Zeitung.[1757 in allen Größen — gutes Papier— zu haben in der Buchhandlung„Volkswacht“. beuischer Transpertarbeiter-Vernund, Zahistelle Bielefeld. 26. März, abends 8 Uhr, im Restaurant Stadt Bielefeld, Marktstraße 8: *„ 0 1756 Tagesordnung im Lokal. Der Vorstand. esbonh. Tranerbriefe mit Konverls liefert schnell, sauber und billig Buchdruckerei„Volkswacht". in gröfster Auswahl zu billigsten Preisen 1731* Am Dienstag, den 23. März 1909, morgens, entschlief sanft nach langem, schweren Leiden unser Mitarbeiter Hermann Wemhöner im Alter von 24 Jahren. Sein gutes Wesen und biederer Charakter sichern ihm ein bleibendes Andenken. Seine Mitarbeiter der Firma Dürkopp& Co., Abteilung Nähmaschinenbau, Saal 5. rermaldfe — Se Zaiberer ausftähr. Buchdruckerei„Volkswacht“. 00000000 Kleine Anzeigen=Ecke. Jedes Wort kostet nur 2 Pfg., in d#g Worte mit mehr als 15 Buchstaben der fetten Ueberschrift 10 Pfg. X werden doppelt gerechnet. Anzeigen unter dieser Rubrik werden nur bei Vorausbezahlung angenommen. Todes-Anzeige. Dienstag abend 10 Uhr entschlief sanft nach kurzem, aber schweren Leiden unser innigstgeliebter Sohn, Bruder, Enkel und Neffe, der Modelltischler Robert Bergmann im fast vollendeten 18. Lebensjahre.— Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefberrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Bielefeld, den 24. Mürz 1909. Die Beerdigung findet am Sonnabend, 27. März, nachmittags 3½ Uhr, vom Trauerhause, Finkenstraße 41, aus statt“ Vorfeier daselbst um 3 Uhr.(1734* G Deutscher Metallarbeiter-Verband, Verwaltung Vieleseld. Am Dienstag morgen starb nach langem, schwerem Leiden unser treues Mitglied, der Metallarbeiter Hermann Wemhöner im Alter von 24 Jahren. 1714 Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Vilsendorf 8, aus statt, und ersuchen wir um zahlreiche Beteiligung. Die Ortsverwaltung. Kochherde, weiß und schwarz emailliert, wenig gebraucht, in enorm großer Auswahl. sollen räumungshalber zu jedem nur annehmbaren Preise verkauft werden. ung gestattet. Adolf Heine, Aiterstraße 57. 1424 Bag i Kafsee. mein jayrzehntelang bekannter und beliebter gebr. 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April zwei Jungen für Sonntags morgens zum Brötchen tragen. F. Bötcher, Stieghorst. Nachruf. 1732 Am Dienstag, den 23. März 1909, morgens 7½ Uhr, starb nach langem, schweren Leiden unser Parteigenosse Hermann Wemhöner im Alter von 24 Jahren. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Sozialdemokr. Verein Vielefeld-Wiedenbrück, Ortsgruppe Schildesche. Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Bilsendorf S8, aus statt. Nachruf. Am Montag morgen starb plötzlich treues Mitglied, der Metallarbeiter und unerwartet unser Heinrich Eichmeier im Alter von 19 Jahren. 1749 Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren! Deutscher Metallarbeiter-Verband, Verwaltung Vieleseld. Am Dienstag morgen entschlief sanft nach kurzem, schweren Leiden unser treuer Mitarbeiter im Alter von 43 Jahren.— Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Bielefeld, den 25. März 1909. Leine Mitarbeiter der Zielefelder Maschinenfabrik vorm. Bürkopp u. Cs., Abteilung Schleiferei. Die Beerdigung findet am Sonnabend, 27. März, nachmittags 4½ Uhr, vom Trauerhause, Sieker 164, aus statt. Vorfeier daselbst 4 Uhr.(1745“ O Schärzen-Tug Donnerstag, 25. März Freitag, 26. März Sonnabend, 27. März Die Gesamt-Auslage beträgt weit über SeoU Schalsch Wir machen besonders darauf aufmerksam, dass der Verkauf dieser Schürzen nur in der I. Btage stattfindet. Es kommen unter anderen die apartesten und elegantesten Neuheiten in den vorzüglichsten Stoffen, teils weit unter der Hälfte des requlären Wertes zum Verkauf. ca. 1000 weisse und farbige Tee-Schürzen Restbestände Berliner und sächsischer Fabrikanten und unter Preis erworbene grosse Posten. Serie! Serie II Serie III Serie IV Serie V Mehr als 1200 Knaben-Schürzen Serie 1 See 1I Serie III Serie IV 59 48 08 95 aus la. 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Das gewerbs vor einer Versamt Seit einiger Zeit halter aus verschiedenen Teilen# Einrichtungen Berlins ker für diese Beamten Vorträ Montag abend sprach Kri ferenzsaale der Kriminalpo tum. Es hatten sich zahlreiche eingefunden, u. a. der Chef regierungsrat Hoppe. Kriminalkommissar Dr des Lebens und Treibens Reichshauptstadt. Der Rel Die Erpresser seien u pressungen zumeist Gelegen sache liegen die Erpressung med. Magnus Hirschfeld 50000 homosexuelle Männ Erfahrungen sei diese Zahl könne dreist behaupten, daß äußeren Verkehr mit einen davon eine Ahnung zu habe sage ein bekanntes nation Angebot vorhanden. Esg Zahl von männlichen Prost gewinnen, wenn diese Me Denn fast in aller Fällen. einem Erpresser identisch. Wenn ein Homosexuelle Wohnung gehe und der Pi für die Rückfahrt lasse, dai sei glimpflich davongekomm Anfang einer Erpressung o Erpreßten schließlich zum Wenn der Homosexuelle de mitnähme, dann sei er nich scheuen vor keinem Raub, Die Homosexuellen haben Großstädten gibt es Lokal vielfach seien auch die öffent Prostituierten stellen sich vor obachtungen. Ein Blick geni ob er es mit einem Homos um so schärfer, wenn der anlagt sei. Es komme sehr irre und einen normalen Kennerblick der Homosexu Zusammenhanges. Wenn nach Berlin komme, dann er nach drei Tagen in allen Bescheid wisse und alle hor stituierten spielen vielfach Ganz besonders, wenn wohlhabenden Mann vermu Anerbieten reagiere, dannn mann mit der Aufsorderung unsittliche Anträge gemacht nalistisch nicht gebildet sei, zur Polizeiwache zu folgen. solchen Schw.... der Prostituierte die gekrän fahre der Prostituierte Sta und alsdann beginne er Leute in Berlin zur Krim mit Mißtrauen empfangen, in die Provinz. 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Bielefeld, Donnerstag, 25. März 1909. 20. Jahrg. Das geüerosmäßigr Erpresserlam vor einer Versammlung von Polizeibeamten. Seit einiger Zeit halten sich in Berlin höhere Polizeibeamte aus verschiedenen Teilen Deutschlands auf, um die polizeilichen Einrichtungen Berlins kennen zu lernen. Gleichzeitig werden für diese Beamten Vorträge über Kriminalistik gehalten. Am Montag abend sprach Kriminalkommissar Dr. Kopp im Konferenzsaale der Kriminalpolizei über gewerbsmäßiges Erpressertum. Es hatten sich zahlreiche höhere Polizeibeamte auch aus Berlin eingefunden, u. a. der Chef der Berliner Kriminalpolizei, Oberregierungsrat Hoppe. Kriminalkommissar Dr. Kopp entwarf ein fesselndes Bild des Lebens und Treibens in gewissen Kreisen der deutschen Reichshauptstadt. Der Redner führte aus: Die Erpresser seien ungemein schwer zu fassen, da Erpressungen zumeist Gelegenheitsverbrechen seien. In der Hauptsache liegen die Erpressungen auf homosexuellem Gebiete. Dr. med. Magnus Hirschfeld behauptet, daß allein in Berlin es 50000 homosexuelle Männer gebe. Nach seinen(des Redners) Erfahrungen sei diese Zahl keineswegs zu hoch bemessen. Man könne dreist behaupten, daß jeder Mensch schon einmal in engem äußeren Verkehr mit einem Homoseruellen gestanden habe, ohne davon eine Ahnung zu haben. Wo eine Nachfrage vorhanden sei, sage ein bekanntes nationalökonomisches Sprichwort, sei auch Angebot vorhanden. Es gebe daher in Berlin eine unendliche Zahl von männlichen Prostituierten. Die Menschheit könne nur gewinnen, wenn diese Menschen vom Erdboden verschwänden. Denn fast in aller Fällen sei ein männlicher Prostituierter mit einem Erpresser identisch. Wenn ein Homosexueller mit einem Prostituierten in dessen Wohnung gehe und der Prostituierte dem Manne noch 20 Pfg. für die Ruckfahrt lasse, dann könne der Homosexuelle sagen, er sei glimpflich davongekommen. Aber vielfach sei dies nur der Anfang einer Erpressung ohne Ende, und zwar derartig, daß die Erpreßten schließlich zum Selbstmord ihre Zuflucht nehmen. Wenn der Homosexuelle den Prostituierten in seine Wohnung mitnähme, dann sei er nicht besser daran. Die Prostituierten scheuen vor keinem Raub, ja selbst nicht vor Raubmord zurück. Die Homosexuellen haben überall ihre Treffpunkte. In allen Großstädten gibt es Lokale, wo die Prostituierten sich treffen, vielfach seien auch die öffentl. Bedürfnisanstalten Treffpunkte. Die Prostituierten stellen sich vor der Anstalt auf und machen ihre Beobachtungen. Ein Blick genügt dem Prostituierten, um zu wissen, ob er es mit einem Homosexuellen zu tun habe. Der Blick sei um so schärfer, wenn der Prostituierte selbst homosexuell veranlagt sei. Es komme sehr selten vor, daß der Prostituierte sich irre und einen normalen Mann als Opfer ausersehe. Der Kennerblick der Homosexuellen bilde die Ursache ihres engen Zusammenhanges. Wenn ein Homosexueller von Australien nach Berlin komme, dann könne man als sicher annehmen, daß er nach drei Tagen in allen Kreisen der Berliner Homosexuellen Bescheid wisse und alle homosexuellen Lokale kenne. Die Prostituierten spielen vielfach die sittlich Entrüsteten Ganz besonders, wenn sie in einem Homosexuellen einen wohlhabenden Mann vermuten und dieser nicht auf ihr stummes Anervieten reagiere, dann wenden sie sich an den nächsten Schutzmann mit der Aufsorderung. den Mann festzustellen, da er ihnen unsittliche Antrage gemacht habe. Der Schutzmann, der kriminalistisch nicht gebildet sei, fordere die Parteien auf, ihm sogleich zur Polizeiwache zu folgen. Der Schutzmann freue sich, einen solchen Schw...... einmal feststellen zu können, zumal der Prostituierte die gekränkte Unschuld spiele. Auf der Wache erfahre der Prostituierte Stand, Name und Adesse seines Opfers, und alsdann beginne er seinen Erpressungszug. Wenn diese Leute in Berlin zur Kriminalpolizei kommen, dann werden sie mit Mißtrauen empfangen, sie unternehmen daher oft Gastreisen in die Provinz. Dort haben sie zumeist mehr Glück, da die dortige Polizei sie nicht kenne. Er könne daher den Polizeibeamten in der Provinz nur raten, gegen derartig Beleidigte, insbesondere wenn sie aus Berlin kommen, mißtrauisch zu sein. Vor einiger Zeit wurde die Berliner Kriminalpolizei von der Breslauer Polizei angefragt, ob der Reisende Paul Gerson, dem argeblich von einem Homosexuellen in Breslau ein unsittlicher Antrag gestellt worden sei, Strafantrag stellen wolle. In Berlin kannte man aber bereits Herrn Paul Gerson als gewerbsErnte. 13 Sozialer Roman aus Amerika von E. Dewitt. (Nachdruck verboten.) Swift und Leyser fuhren mittlerweile fort, Weizen zu kaufen, bis dessen Preis auf einen Dollar per Büschel gestiegen war. Dann hörten auch sie auf und es trat am Weizenmarkte eine vorübergehende Stille ein, da sowohl„Bullen“ wie„Bären“ keine weiteren Operationen wagen wollten, bis die ersten zuverlässigen Nachrichten über den Ausfall der Juliernte eingetroffen waren. Wer so glücklich war, zur Swift=Leyser=Klique Beziehungen zu unterhalten, war, deren Beispiel folgend, schwere Engagements eingegangen, während die„Bären“, die mehr verkauft hatten, als sie liefern konnten, bedenklich die Köpfe schüttelten. Dann kam wie ein Donnerschlag aus Nebraska die Nachricht, daß die Juliernte um drei Viertel hinter dem üblichen Voranschlag zurückblieb; eine ähnliche Hiobspost folgte aus den beiden Dakotas, und selbst in Kansas, dem Weizenkammerstaate, war die Ernte seit Jahren nicht so schlecht ausgefallen. Als die Telegramme an der Börse angeschlagen wurden, stieg der Weizenpreis nicht um Punkte und Halbpunkte, sondern gleich ganze und halbe Cents, und hörte nicht eher zu steigen auf, als bis er noch am ersten Tage die Höhe von hundertundfunfundzwanzig Cents erreicht hatte. Bei Eröffnung der Börse am nächsten Morgen konnten kleine „Bullen“ noch einige Käufe zu diesem Kurse abschließen, aber als es Abend wurde, stellte sich die erstaunliche Tatsache heraus, daß es überhaupt keinen Weizen mehr zu verkaufen gab, daß bielmehr alle Bestände in festen Händen waren. Aus dem Getöse und Wirrwarr bei Schluß der Börse drang die Stentorstimme eines zur Swift=Leyser-Gruppe gehörigen Maklers hervor, der auf einen Tisch sprang und in die tumulwuarische Menge schrie: „Verkaufe hundert Büschel Maiweizen zu hundertundvierzig!“ „Gekauft!“ rief jemand und drängte auf ihn zu. Der Markt schloß an dem Abend zu einhundertsiebenundvierzig und ein halb. Am nächsten Morgen erschien Winston Zeward, an der Börse und ließ sich auf einem Stuhl in der siebenunsglarie nieder. Der Weizen eröffnete mit einhundert###enunvvierzig und ein halb und stand nach einer Stunde auf vundertdreiundfünfzig. „Ah, Leysers Tatzen kommen jetzt zum Vorschein,“ sprach er zu sich und suchte Dickinson auf. a Der Napoleon stand auf der Höhe seines Ruhms und die Begeisterung in La Salle Street schlug Riesenwogen. 3„„Ein Corner in Maiweizen,“ verkündete triumphierend ein Kahlkopf seinem Begleiter,„und die Leyser=Swift=Gruppe steht dahinter. Habe ich dir nicht hundertmal geraten, auch zu käufen, Moses. Ich selbst halte zweitausend Büschel und es tut mäßigen Erpresser. Es wurde daher in diesem Sinne nach Breslau berichtet und das Ergebnis war, daß Gerson von der Breslauer Strafkammer zu funf Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Nur in seltenen Fällen erstatten Erpresser wegen Verletzung des§ 175 Anzeige, da sie, wenn sie nicht vollständige Neulinge seien, ganz genau wissen, daß der aktive Teil ebenso bestraft werde wie der passive. Es sei im übrigen ein vollständiger Irrtum, wenn man glaube, es gäbe aktive und passive Homosexuelle. Zumeist drohen die Erpresser mit Mitteilungen an die Ehefrau, Eltern, Vorgesetzte usw. Daß die Abschaffung des§ 175 die Erpressungen aus der Welt schaffen werde, glaube er nicht; es würde zweifellos alsdann eine Abnahme der Erpressungen stattfinden. Allein solange die Homosexualität verfehmt sei, und das werde der Fall sein, solange das Volk gesund sei, werden die Erpressungen nicht aufhören. Er erachte es für erforderlich, gegen Erpressungen die Zuchthausstrafe festzusetzen und nur, wenn mildernde Umstände vorhanden seien, Gefangnisstrafe zuzulassen. Infolge der bekanten Skandalprozesse haben sich die Erpressungen ganz außerordentlich vermehrt. Allerdings trage auch die Arbeitslosigkeit zur Vermehrung der Erpressungen bei. Es gebe in Berlin eine unendlich große Zahl von Leuten in jedem Alter, die jeder Arbeit scheu aus dem Wege gehen und lediglich von Erpressungen ein feines Leben führen. Es gebe eine Anzahl Leute, die auf Erpressungen ausgehen, ohne mit dem Opfer in irgend eine Berührung gekommen zu sein, bloß weil sie gehört haben, daß der Mann homosexuell veranlagt oder sonst in seinem Leben einmal etwas getan habe, was er nicht veröffentlicht haben möchte. Und wer sei in seinem Leben nicht einmal gestrauchelt? Die Erpresser haben vielfach deshalb Erfolg, weil Homosexuelle infolge ihres femininen Wesens ungemein ängstlicher Natur seien. Sehr viele Leute fürchten auch die peinliche Gerichtsverhandlung. Die Berliner Kriminalpolizei begegne den Anzeigen mit sehr großem Mißtrauen und suche die Opfer der Erpressung nach Moglichkeir zu schützen. Eine neue Erscheinung im Berliner Leben sei die Revolverpresse. Bekanntlich sei es vor einiger Zeit gelungen, einen„Schriftsteller" dieser Presse zu verhaften. Der Prozeß gegen diesen werde häßliche Schlaglichter auf gewisse Verhältnisse werfen. (Gemeint ist augenscheinlich ein jüngst verhafteter antisemitischer Journalist.) Die Entdeckung der Erpresser sei ungemein schwer, da sie in 99 Prozent anonym auftreten und oftmals ihre Briefe in Schreibmaschinenschrift anfertigen oder auch mit den aus den Zeitungen herausgeschnittenen Druckbuchstaben herstellen. Dr. Kopp teilte nunmehr mit, wie die Kriminalpolizei zu Werke gehe, um die Erpresser bei Abholung der erbetenen Antworten abzufassen. Die Mitteilung hierüber entzieht sich im Interesse der Sicherheit der Berichterstattung. Gewerkschaftsbewegung. Der Holzarbeiterverband im Krisenjahr 1908. Die„Holzarbeiterzeitung“ veröffentlicht eine vorlaufige Zusammenstellung dessen, was der Deutsche Holzarbeiterverband im Jahre 1908 für seine Mitglieder geleistet hat. Danach nahmen im verflossenen Jahre 36000 Mitglieder Arbeitslosenunterstützung in Anspruch. Im Jahre 1906 waren es deren nur 16700. Arbeitslosenunterstützung wurde im Jahre 1908 für 680000(1906 für 250000) Tage gezahlt. Selbstverständlich ist die Zahl sowohl der Arbeitslosentage wie der Arbeitslosen erheblich großer. Denn bei den letzteren mußte die Zahl der nichtunterstützungsberechtigten wie der ausgesteuerten, die nicht ermittelt worden ist, zugezählt werden, bei den Arbeitslosentagen die Karenzwochen der Unterstützung beziehenden Mitglieder und die Arbeitslosentage der reisenden sowie der nichtunterstützungsberechtigten arbeitslosen Mitglieder. Danach ergibt sich eine Gesamtsumme von weit über eine Million Arbeitslosentage, was bei einem Durchschnittsverdienst von 4,20(wie er 1906 durch unsere Lohnstatistik ermittelt worden ist) einen Lohnausfall von rund 4½ Millionen Mark bedeutet. Der Verband hat in dieser Situation im Interesse der Kollegen getan, was er nur tun konnte. Aus der Zentralkasse wurden nach einer vorläufigen Schätzung im Jahre 1908 an die Mitglieder Arbeitslosenunterstützung in Höhe von rund 940000 Mk.(im Jahre 1906 326000 Mk.] verausgabt, außerdem aber von den Lotalkassen rund 750000 Mk. Das heißt, im letzten Jahre sind vom Verband weit über 1½ Million Mark an Arbeitslosenunterstützung zur Auszahlung gelangt. Mehrfach mir leid, daß ich nicht noch mehr gekauft habe.“ „Du bist im Irrtum, Jack,“ erwiderte der andere.—„Der Corner ist nicht vollständig, denn Leyser und Swift halten, wie ein vertraulicher Tip besagt, nur drei Viertel des Gesamtbestandes, und das vierte Viertel verteilt sich unter kleinere Makler, wie du einer bist.“ „Well, wir halten fest und machen dem Markte keine Zugestandnisse," beteuerte Jack.„An dem Preis ist nicht zu rütteln; unter den Bären" herrscht Heulen und Zähneklappern und viele sind ins„Bullenlager" übergegangen. Der dicke Makler lieh in seinen Worten der allgemeinen Stimmung Ausdruck, die unter den Besuchern der Getreidebörse herrschte. Nur zwei Männer in ganz Chicago wußten um das Geheimnis, Winston Howard und sein Freund Robert Dickinson, und beider Lippen waren so stumm wie das Grab. Wohl hatte Bob versucht, von Winston die Erlaubnis zu erhalten, einige persönliche Freunde zu warnen und ihnen Gelegenheit zu geben, sich bei Zeiten vor der drohenden Katastrophe in Sicherheit zu bringen, doch wollte die Gerechtigkeitsliebe des jungen Millionärs nichts von solchen Ausnahmen wissen. „Weizen wird morgen bis auf hundertfünfundfünfzig heraufgehen, Bob,“ sprach Winston, der bei diesen Worten einige Zeilen auf ein Depeschenformular schrieb,„und der einzige Mensch, der aus einer vorherigen Kenntnis des kommenden Krachs Nutzen ziehen soll, ist ein Mann namens Wilson, der mir beistand, als ich um mein tägliches Brot arbeitete.“ Das von Winston geschriebene Telegramm hatte folgenden Wortlaut: Wilson,„Narziß=Farm“, Arbuthnot, Kansas. Verkaufen Sie Ihren Maiweizen. Tun Sie es sofort ohne einen Augenblick zu zögern. Hopper wird gern hundertunddreiundfünfzig dafur zahlen. Schließen Sie zu diesem Preise ab. Morgen früh darf kein Büschel mehr in Ihrem Besitz sein. Winston. Er steckte das Telegramm in ein Kuvert und gab dem Telegraphenamt durch einen Druck auf einen elektrischen Knopf das ubliche Zeichen, daß ein Telegramm von ihm abzuholen sei: „Voraussichtlich wird der Telegraphenbeamte, der dies liest, seinen Mund nicht halten können, sondern den„Tip“ weitergeben, und mir dadurch unbewußt in meinem Plane helfen,“ wandte sich Winston lächelnd an den Freund. Robert Diainson hatte während dieser Worte eifrig auf einem Blatt Papier gerechnet.„Weißt du,“ sagte er langsam und bedächtig zu Winston,„daß du dein Geld verdoppeln konntest, wenn du deinen Weizen in kleinen Posten zum Marktpreise verkauftest? Er kostet dich siebenundachtzig Cents und jetzt steht er auf hundertunddreiundfünfzig und steigt noch immer mehr. Welch erfolgreichen Spekulanten du doch abgegeben hättest!“ „Nein, der Preis wird nicht mehr steigen,“ versetzte Winston, indem er das Telegramm versiegelte.„Meine kleine Bombe wird ist man in größeren Zahlstellen dazu übergegangen, ausgesteuerte Kollegen noch besonders zu unterstützen. Neben der Arbeitslosenunterstützung sind von seiten des Verbandes im letzten. Jahre rund 160000 Mk. an Reiseunterstützung, rund 1070 000 Mark an Krankenunterstützung verausgabt worden. Die Gesamtaufwendung des Verbandes an Arbeitslosen=, Reise= und Krankenunterstützung im Jahre 1908 belief sich also auf annähernd 3 Millionen Mark. Das ist eine Leistung, die sich sehen lassen kann. Durch sie sind die Verbandsmitglieder vor der äußersten Not bewahrt geblieben. Dagegen haben die unorganisierten Holzarbeiter, die sich bisher entweder beharrlich weigerten, sich dem Verband anzuschließen, oder die dem Verband den Rücken gekehrt haben, die ganze Schwere der Krisis ertragen müssen. Vielleicht sind diese Kollegen durch Schaden nun klug gemacht worden und werden bald eifrige Verbandsmitglieder. Bezeichnenderweise wurde im letzten Jahre trotz der Ungunst des Geschäftslebens eine umfangreiche Lohn= und Streikbewegung geführt. Es sind im Jahre 1908 vom Verband geführt worden: 54 Angriffsstreiks 1714 Beteiligte dabei ohne Streit bewilligt 282„ 153 Abwehrstreiks 3476„ 38 Aussperrungen 3121.„ 14 Mai=Aussperrungen 5608„ 139 Angriffe ohne Streik 19815„ 41 Abwehrungen ohne Streik 1218„ 439 insgesamt 35234 Beteiligte 738 im Jahre 1907 56955„ 1236 im Jahre 1906 68938„ Die„Holzarbeiterzeitung“ bemerkt hierzu:„Ja früheren Krisenjahren war die Lohnbewegung lange nicht so umfangreich. Die Ursache dieser Wandlung bildet der Arbeitgeberschutzverband für das deutsche Holzgewerbe. Diese Organisation hat wiederum die im Vorjahre ablaufenden Verträge gekündigt, so daß wir ganz gegen unsern Willen in dem Krisenjahr 1908 zu einer umfangreichen Lohnbewegung und zu— Erfolgen kamen, mit denen man angesichts der ganzen Situation immerhin zufrieden sein kann. Wurde doch sofort für 3864 Kollegen eine Arbeitszeitverkürzung von durchschnittlich 2,37 Stunden pro Woche, für 17444 Kollegen eine Lohnerhöhung von 1,09 Mk. im Durchschnitt pro Woche erreicht; ferner treten nach den vertraglichen Vereinbarungen später in Kraft: für 9983 Kollegen eine Arbeitszeitverkürzung von 1,13 Stunden im Durchschnitt pro Woche und für 9394 Kollegen Lohnerhöhungen von 1,24 Mk. im Durchschnitt pro Woche. Auch in der Abwehr sind Erfolge erzielt worden. So konnte für 208 Kollegen eine ihnen angedrohte Arbeitszeitverkürzung von 1,72 Stunden im Durchschnitt pro Woche, für 1655 Personen Lohnkürzungen in Höhe von 2,97 Mk. im Durchschnitt pro Woche abgewehrt werden. Arbeitszeitverlängerungen traten nur ein für 34 Kollegen in Höhe von durchschnittlich drei Stunden pro Woche, und Lohnkürzungen erfolgten für 512 Kollegen im Durchschnitt in Höhe von 3,63 Mk. pro Woche. Die Kosten sämtlicher Streiks und Aussperrungen, die der Verband im Jahre 1908 zu führen hatte, betragen: Angriffsstreiks 102312,47 Mk. Abwehrstreiks 128 351,27„ Aussperrungen 190036,66„ Summa 420 700,40 Mk. Soviel über die vorläufigen Ergebnisse der Tätigkeit des Deutschen Holzarbeiterverbandes im Jahre 1908. Sicher ist, daß uns dieses Jahr viel Sorge und Not gebracht hat. Wie aber aus den wenigen Ziffern, die wir veröffentlicht haben, hervorgeht, sind diese Leiden zu einem guten Teil gemildert worden durch unsern Verband. Gerade im letzten Jahre hat sich der Deutsche Holzarbeiterverband als der treue Freund, der gute Schutz und Schirm der Holzarbeiter erwiesen. Treues Festhalten am Verband wird uns auch am besten über die Krise hinweghelfen und besseren Zeiten zuführen.“ Aus den Gewerkschaften. Die Mitgliederzahl des Fleischerverbandes betrug am Schlusse des 4. Quartals 3037. Das Verbandsvermögen belief sich auf 17024,98 Mark.— Der zweite Verbandstag des Schirmmacherverbandes findet zu Pfingsten dieses Jahres in Berlin statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende Punkte: Lohnbewegungen und Tarifvertrage; Einführung von Unterstützungseinrichtungen; Internationale Kartellverträge usw. Ferner soll die immer mehr erfolgende Anwendung der Blitzfedermaschine und deren morgen platzen, sobald das Gong den Beginn der Börse verkündet.“ „Wenn du dein Vorhaben ausführst, wirst du nicht nur allen Gewinn, sondern obendrein noch dein ganzes Kapital zum Opfer bringen. Bist du dir ruch darüber klar?“ fragte Bob. „Da ich mich seit einiger Zeit mit diesem Problem, wie du weißt, beschäftigt habe, so sollte ick mir auch über die Folgen meiner Handlungsweise klar geworden sein, und ich bin mir darüber vollständig klar,“ sprach Winston und legte dem Freunde die Hand auf die Schultern, ihm dabei fest ins Auge schauend. „Was tut es, wenn ich dies Geld verliere? Es bleiben mir ja noch immer zehn Millionen und dann ist ja der Reservefonds von zwei Millionen da, aus dem ich bisher nur die Lagermiete für den Weizen zum Satze von tausend Dollar per Tag für einen Monat gezahlt habe. O, Lord,“ fuhr er ungeduldig fort,„kannst du dir denn gar nicht vorstellen, daß ich auf diese zehn Millionen gern und ohne Bedauern verzichte? Was könnte ich mit ihnen anfangen, wenn ich sie behielte? Und was fange ich jetzt mit ihnen an, Bob!“ In aller Herrgottsfrühe setzte sich Winston am nächsten Morgen durch das Telephon mit seinen Maklern in Verbindung und vereinbarte mit ihnen für neun Uhr eine geheime Zusammenkunft in seinem Privatbureau in La Salle Street. Pünktlich zur festgesetzten Zeit fanden sich die fünf dort ein und wenige Minuten später erschien auch ihr Auftraggeber, frisch von einem Morgenspaziergange am Seeboulevard, mit einer roten Nelke im Knopfloch und einem Spazierstock in der Hand. „Guten Morgen, meine Herren," begrüßte er sie,„Sie haben sich zweifellos über meine Telephonbotschaft ein wenig gewundert und möchten gern den Grund dafür erfahren, nicht wahr?“ :„ S t i m m t!“ e n t f u h r e s f a s t g l e i c h z e i t i g d e m M u n d e d e r Makler. Winston entledigte sich langsam seiner Handschuhe und schloß seinen Schreibtisch auf. Dann nahm er seine Meerschaumpfeise, füllte sie und reichte Zigarren herum. Er ließ sich behaglich in seinem Stuhl nieder, zündete seine Pfeife an und wandte sich, mit seinem Rohrstock leicht gegen den Tisch klopfend, ein freundliches Lächeln in seinem Gesicht, an die einander verdutzt anschauenden Makler mit den Worten: „All right! Passen Sie auf, meine Herren, jetzt werden Sie das Wie und Warum erfahren.(Fortsetzung folgt.) Kleines Feuilleton. kfg. Herzerweiterungen nach Anstrengungen. Daß körperliche Anstrengungen für Menschen mit krankem Herzen nicht dienlich sein können, das ist auch der großen Masse bekannt. Indes ist durch die Untersuchung verschiedener Gelehrten festgestellt, daß auch scheinbar gesunde Herzen nach Anstrengungen Einwirkung auf die gewerkschaftliche Taktik des Verbandes besprochen werden.— Die Jahresabrechnung des Verbandes der Maschinisten und Heizer ergibt eine Jahreseinnahne in der Höhe von 263348/10 Ml., der eine Ausgabe von 205 988,07 Mk. gegenübersteht. Das Gesamtvermögen des Verbandes bezifferte sich am Jahresschluß 1908 auf 150 006,81 Mark. den Ausgaben entfallen allein im vierten Quartal 22 432,57 Mark auf Erwerbslosenunterstützung. Vom Verband der Steinsetzer ist soeben eine Denkschrift über den ersten internationalen Straßenkongreß zu Paris und die Axveiterschaft des Steinsetzergewerbes herausgegeben worden, die sich in erster Linie an die Bauverwaltungen richtet. Die Denkschrift nimmt Bezug auf die Verhandlungen des internationalen Straßenkongresses, an dem vorwiegend Vertreter von Behörden und Techniker des Straßenbaues teilnahmen, und weist Laraus hin, daß das Natursteinmaterial zweifellos das beste Rohmaterial für den Straßenbau abgibt. Um aber die Straßen dauerhaft und zweckentsprechend zu bauen, ist es notwendig, daß die Arbeitsleistung nicht über Gebühr in die HöhAnter ###ernehmer sich des Akkordlohnes bedienen. Die Arbeiterschaft des Steinsetzergewerbes ist nach der Denkschrift entschlossen, entFront zu machen gegen jede ihr offen oder stillschweigend tete schleudorhafte Ausführung van Pflasterarbeiten, an zugemutete schleuderhafte Ausführung, von denen sie mitzuwirken berufen ist. Sie wird sich insbesondere dagegen wenden, daß infolge unverhältnismäßig hoher quantitativer Anforderungen an die Arbeitskraft die Qualität der Arbeit herabgedrückt wird, wie das besonders und fast ausnahmslos bei Akkordarbeiten geschieht. Die Denkschrift ersucht die Bauverwaltungen, sich gegenüber diesen Bemühungen der Arbeiterschaft, die Möglichkeit für eine gute qualifizierte Arbeit zu schaffen, nicht ohne weiteres auf die Seite der Unternehmer zu stellen, die stets mit dem unberechtigten Vorwurf kommen, die Arbeiter betreiben eine Ca'canny-Politik.— Im Interesse der Sache ist es zu wünschen, daß die städtischen Bauverwaltungen die Eingabe der Arbeiter beachten. Es kann nur im Interesse der Städte liegen, daß die Straßenbauarbeiten möglichst solide ausgeführt werden. Freilich wird die Ausführung der Arbeiten in eigener Regie der Städte die beste Gewähr für eine gute Ausführung der Arbeiten geben. Um so mehr, als der Zwischenunternehmer gerade in diesem Berufe gänzlich überflüssig ist. Ein Reichsverband der Steinsetzmeister. In Leipzig hat eine Tagung der organisierten Steinsetzmeister stattgefunden, auf der 34 Unternehmerorganisationen vertreten waren. Beschlossen wurde die Gründung eines Reichsverbandes, so daß also nunmehr die lange beabsichtigte Zentralorganisation der Unternehmer im Steinsetzergewerbe zustande gekommen ist. Freilich einstweilen nur einige wenige Lokalorganisationen beigetreten. Bezeichnend ist, daß die bisherige provisorische Leitung der Zentratssattensbestrebungen nicht mit der Führung der Geschafte des Verbandes betraut wurde. Sie soll zu arbeiterfreundlich gewesen sein und mußte daher anderen Personen den Platz einräumen, die nicht in diesem Verdacht standen. Der Gedanke des Reichstarifs, der nun seit Jahren im Steinsetzergewerbe ventiliert wird, fand ebenfalls wenig Zustimmung. Man darf also eine„schärfere Tonart“ seitens der Steinsetzmeister für die nächste Zeit erwarten. Die ersten 5 der Genannten haben wir von ihren Dienstobliegenheiten entbunden. Wir ersu gebenst, den übrigen Werken des Vereins von lassungen Kenntnis geben zu wollen. sofort suchen erden EntMit Hochachtung Glück auf Uthemann. Oberschlesischer Berg= und Hüttenmännischer Verein E. V. Persönlich und vertraulich! A. F. 188/09. Einschreiben. An die Herren Chefs der größeren oberschlesischen u.stehend(a in mi, Verwaltungen! umstehend lassen wir den geehrten Verwaltungen Abschrift eines uns soeben von der Bergwerksgesellschaft Georg von Giesches Erben zugegangenen Schreibens zur gefl. Kenntnis ergebenst zugehen. Mit freundlichem Glückauf! Der Geschäftsführer Knochenhauer. Derselbe Knochenhauer hat an der Protestversammlung des ein. Die Jugendabkeilungen haben nicht den erhofften Fortgang genommen, die Versuche sind fehlgeschlagen, trotzdem dürfe man, so erklärte der Vorsitzende, nicht davon ablassen, wenn man sehe, wie auf der Gegenseite alles daran gesetzt werde, die Jugend schor von der Konfirmation an ins rote Lager hinuberzuziehen. In der Debatte erklärte u. a. Schwede=Leipzig, daß die politischen stellung nationaler Arbeiterkandidaten für Parteien bei der Aufstenung#ngter Amgenerzandwalen für den Landtag sehr eigentümlich verfahren. wean höre gar nicht die Zentralorganisation, sondern trete einfach an die in Aussicht genommene Person heran mit der Frage, ob sie zur Annahme der Kandidatur bereit sei. Das Ganze mache den Anschein als ob man im Trüben fischen wolle. So sei= in Chemnitz der Werkmeister Eichler als Kandidat aufgestellt worden, der weder dem evangelischen noch einem anderen nationalen Arbeiterverein angehöre, der vielmehr bis vor kurzem noch Sozial. demokrat gewesen sei Bemerkenswert aus den Verhandlungen ist noch, daß zur Frage der Finanzreform eine Resolution angenommen wurde, die sich gegen neue Konsumsteuern ausspricht und die Ablehnung der Nachlaßsteuer durch einseitige Interessenvertretung bedauert. Vereins auf das Koalitionsrecht der Privatange=I— stellten teilgenommen. Trotzdem behauptete Graf Carmer=Osten] 661 1# 01 P S. 44 ¼ in seiner Reichstagsrede vom 8. Februar, vom Bund der tech Genossenschaftsbewegung. nischeindutrielen Beanten sei bs dabin in Oberschlesen penig Genossenschaftsbewegnng, oder gar nichts bekannt gewesen. Ebenso machte er aus dem Vorsteher des technischen Bureaus im Interesse der besseren rhetorischen Wirkung einen technischen Bureaubeamten, der leicht zu ersetzen ist und nicht fehlt, und erklärte die gekündigten Beamten zum größten Teil als minderwertige Elemente. Auch habe es dem Direktor Uthemann ferngelegen, das Koalitionsrecht in irgend einer Weise zu beschränken. Der Bund der technisch=industriellen Beamten, gegen den sich, wie erinnerlich sein dürfte, im vorigen Jahre der unter dem Namen Geheimerlaß bekannte Vorstoß der bayerischen Metallindustriellen richtete, hat im Jahre 1908 sehr gute Fortschritte gemacht. Sein Mitgliederbestand ist um 2244 Mitglieder und 532 Hospitanten(Studierende) gewachsen, so daß sich für Ende 1908 eine Gesamtzahl von 13002 Mitgliedern und 785 Hospitanten ergibt. Daß der Bund trotz des oben erwähnten Angriffs, der ihn zur Erhebung einer Extrasteuer von 6 Mk. pro Mitglied nötigte, und trotz der allgemeinen Wirtschaftskrise eine so günstige Entwicklung genommen hat, darf wohl als ein gutes Zeichen für seine Zukunftsaussichten angesehen werden. Während der Bund Ende 1907 an 112 Orten mit 77 Ortsgruppen und 25 Zahlstellen vertreten war, zählte er am Ende des Vorjahres 160 Verwaltungsstellen. Die größte Verwaltungsstelle ist nach wie vor Berlin mit 3347 Mitgliedern. Diese Ortsgruppe hatte im Berichtsjahr eine schwere innere Krise durchzukämpfen; ihre günstige Entwicklung— eingetreten sind 950, ausgetreten 684 Mitglieder— zeigt, daß sie den Konflikt gut überstanden hat. Als charakteristisches Zeichen für die wirtschaftliche Konjunk ir des Jahres 1908 kann man die Tatsache ansehen, daß der Bund für Unterstützung von Stellungslosen nicht weniger als 35 445,08 Mark— an 358 Stellungslose— ausgezahlt hat Bezeichnend für die ungünstige rechtliche Lage der Privatangestellten ist es auch, daß der Rechtsschutz des Bundes im Berichtsjahre einen Aufwand von 14000 Mk. erforderte. Es wurden im Laufe des Jahres 123 Prozesse geführt; die Summe der erstrittenen Gehälter betrug 24376 Ml., die Zahl der erstrittenen Zeugnisse 21, die erteilten Rechtsauskünfte beliefen sich auf 1500. Rabattsparvereine, die anstatt Rabatt zu gewähren die Waren verteuern. Die Methoden der Rabattsparvereine sind nicht nur trügerisch, indem sie den Käufern einen Vorteil vortäuschen— eben den Rabatt—, der gar keiner ist, weil der Rabatt zuvor im erhöhten Warenpreise bezahlt werden muß, sie können für die Konsumenten auch in anderer Hinsicht sehr üble Folgen haben. Die Rabattsparvereine sind nämlich auch Krämerorganisationen, bezeichnenderweise sogar die einzigen Krämerorganisationen, die es zu einer gewissen Bedeutung gebracht haben. Alle anderen Versuche, die Detaillisten zur Wahrnehmung gemeinsamer Interessen zu vereinigen, sind gescheitert, nur der Rabatt scheint die Wunderwirkung ausüben zu können, auseinanderstrebende Elemente wie die miteinander konkurrierenden Kleinhändler in In der Steinindustrie in Pirna bei Dresden sind Differenzen ausgebrochen. Zuzug ist fernzuhalten! Die Zimmerleute haben an dem Neubau der Nordbrücke in Köln wegen Tarifstreitigkeiten die Arbeit eingestellt. „Schwarze Beamtenlisten. Die Unternehmerverbände suchen selbst die Industriebeamten, die fast unheilbar an der Interessenharmonieduselei leiden und immer noch nicht einsehen sie als Arbeitnehmer die gleichen Interessen wie die Arbeiter haben, zu kurieren. Die„Industriebeamten=Zeitung“ veröffentlicht folgende schwarze Liste: Georg v Giesches Erben. Ich verfehle nicht, Ihnen mitzuteilen, daß wir heute den folgenden Beamten, welche sich in dem vom B. t.=i. B gegen unsere Giesche=Grube gerichteten Angriff auf Seite des Bundes gestellt hatten, zum nächsten Termin den Dienst gekündigt haben: 1. Vorstand des technischen Bureaus H. F. 2. Steiger W. V. 8. Steiger E. W. 4. Steiger K. G. 5. Steigerstellvertreter P. 6. Maschinenwerkmeister B. 7. Steiger A. C. 8. Steiger P. H. 9. Steiger G. W. 10. Steiger E. B. 11. Steiger F K. Evangelische„Arbeiter"vereine. In Deuben bei Dresden tagte am Sonntag der sächsische Landesverband evangelischer Arbeitervereine. Aus dem Jahresbericht, den Pastor Winter erstattete, ging hervor, daß von 92 Vereinen, die der Verband zählt, 29 an Mitgliedern abgenommen haben. Wie es in Wirklichkeit mit den evangelischen„Arbeiter“vereinen aussieht, beweist die vom Verband selbst aufgestellte Statistik, wonach— beim Dresdener Verein sowie bei verschiedenen kleineren fehlen diese Angaben— 5000 Mitgliedern, die wirklich Arbeiter sind, 4100 Mitglieder gegenübersteyen, die sich aus Kreisen der Geistlichen, Lehrer, Beamten und Gewerbetreibenden zusammensetzen. Von den Mitgliedern des Zwickauer Verbandes, soweit Zaylen vorliegen, 445 Arbeiter, während 381 anderen Ständen angehören. Daraus ergibt sich, daß nahezu die Hälfte der Verbandsmit##lieder nichts mit dem Arbeiterstande zu tun haben. So sehen also in Wirklichkeit evangelische Arbeitervereine aus! Noch krasser wird das Mißverhältnis, wenn man sich den Mitgliederbestand einer Anzahl Einzelvereine ansieht. Da ist z. B. der Chemnitzer Verein, von dessen 1040 Mitgliedern nur— 254 Arbeiter sind, also noch nicht einmal der vierte Teil. Oschatz Rabatksparvereine sich deshalb ansammelt, weil ein Drittel der verkauften Rabattmarken nicht zur Einlösung präsentiert wird. Alle Rabattsparvereine haben daher hohe Kassenbestände. Und diese sind es in erster Linie, die das merkwürdige Bild organisationsfreudiger Kleinhändler hervorrufen. Es denkt wohl jeder von ihnen, gelegentlich könne die Rabattsparvereinskasse sich einmal nützlich erweisen. Einerlei nun, welche Motive die Krämerorganisationen zu. sammenhalten, sie sind einmal da, und die Verbraucher müssen damit rechnen. Fur die Konsumenten könnte es sogar unangenehm werden, wenn sich wirklich diese ganze Bewegung konsolidierte, dann wären nämlich höhere Warenpreise die Folge. Schon aus verschiedenen Orten, z. B. Freiburg und Pforzheim, ist berichtet worden, daß die Rabattsparvereine Mindestpreise festgesetzt haben. Neuerdings wird das gleiche aus Hildesheim mitgeteilt. Dort haben die Rabattsparvereinler mit den Butterproduzenten einen Vertrag abgeschlossen, wonach die Butterproduzenten den Rabattsparvereinlern einen hohen Zwischenhändlerpreis garantieren, aber lediglich auf Kosten der Konsumenten. Denn als Aequivalent mußten sich die Krämer zur Innehaltung erhöhter Mindestpreise verpflichten. Händler und Produzenten schröpfen hier also gemeinsam die Konsumenten und teilen sich in den Raub. Das Schönste an der Sache ist aber, daß die Rabattsparvereinler sogar die Verpflichtung eingingen, auf Butter keinen Rabatt zu gewähren! Sie verleugnen kurzerhand ihr ureigenstes Vereinsprinzip, wenn die Verleugnung mehr einbringt wie die Respektierung. Der Vorgang ist sohr lehrreich für die Donsumenten Wer elauht Händlern#r sehr lehrreich für die Konsumenten. Wer glaubt, Händlern könne man den Schutz von Konsumenteninteressen anvertrauen, handelt ebenso klug wie das Schaf das sich in die Obhut des Wolfes begibt. Wenn die Konsumvereine, die keinen Profit erstreben, sondern nur Wahrnehmung der Konsumenteninteressen kennen. nicht wären, würden die Händler wahrscheinlich noch in ganz anderer Weise vorgehen. Lockmittel der Rabattsparvereine. Aus den Erträgnissen für nicht eingelöste Sparmarken und den Zinsen fließen den Rabattsparvereinen bekanntlich erhebliche Summen zu, die meistens nefirgg chrroen. Einen Brachte hat von 341 Mitgliedern nur 146, Neustadt von 314 nur 121, Plauenscher Grund von 294 nur 141, Radeberg von 270 nur 114, eine Erweiterung zeigen. Nach Dr. Ludwig Raab(Münchener Medizinische Wochenschrift) handelt es sich de Plauenscher Grund von 294 nur 141, Radeberg von 270 nur 114, Zschachwitz von 231 nur 68, Pirna von 224 nur 48, Grimma von 180 nur 79, Kaitz von 137 nur 19(!), Kötzschenbroda von 135 nur 37, Meißen von 111 nur 35, Bühlau von 89 nur 11, Stolzen von 89 nur 20, Mosel von 83 nur 5(!), Oberwürschnitz von 40 nur 11 usw. Viel Kopfschmerzen bereitet den Evangelischen die Gewerkschaftsbewegung. Der Verband räumt den christlichen und den Hirsch=Dunckerschen Gewerkschaften gleiche Rechte von den Vereinen kapitalisiert werden. Einen Bruchteil dieser Summen benutzt man gewöhnlich zur„Verteilung“ an die Sparer. wobei natürlich recht kräftig in das Reklamehorn getutet wird. Was es mit dieser„Verteilung“ aber auf sich hat, dafür aus Magdeburg Der dortige Rabattsparverein beschloß die Verteilung von ganzen 2000 Mark, die nach einer Bekanntmachung des Vorstandes in folgender Weise vor sich gehen soll. Vom 1. April ab erhält jeder Selbstsparer, solange die 2000 Mark reichen, bei Einlösung eines vollgeklebten =Buches und gleichzeitiger Entnahme eines neuen Buches in demselben eine Wertmarke von— 25 Pfennig, und dei Einlösung eines vollgeklebten 10-Mark=Buches und gleichzeitiger Entnahme eines neuen 10=Mark=Buches in diesem— zwei Wertmarken à 25 Pfg. gleich 50 Pfg.! Erst müssen also die Verknünfun: v. 5 73]“ 7...— sich dahei um eine enge Verlupfung von Kreislaufstörungen mit Hysterie oder Neurasthenie. Gerade diese Fälle verlangen vom Arzt eine gründlichere Untersuchung, als das bisher geschah und üblich war. Er soll daher mit den Empfehlungen von Training, Sport, Bewegung usw. gegenüber oft sehr herzkranken Neurasthenikern recht vorsichtig sein. Raab setzt die Fälle von akuter Erweiterung eines normal großen Herzens nach geringer Anstrengung nfälle und vor allen Dingen wechselnde Gemütsstimmung, sowie mangelhafter Schlaf sollten Leute, die sonst nicht krank sind, veranlassen, den Arzt aufzusuchen. und Gewicht des„Silencer“, wie Maxim seine Erfindung nennt, hängen vom Kaliver und der Stärke der einzelnen Gewehre ab. Für ein Gewehr von Kaliber 22 ist er etwa 10 Zentimeter lang und sein Gewicht beträgt etwa 154 Gramm Das Gewicht ist so unbedeutend daß dadurch nicht der geringste Einfluß auf das Zielen ausgeübt wird. Das Geräusch, das das Abfeuern eines mit dem Schalldämpfer versehenen Gewehrs hervorruft, ist nicht stärker als ein leiser Hammerschlag auf einen Stein. Die Erfindung ist natürlich für den Jäger von großem Nutzen, der nicht mehr fürchten muß, durch den Gewehrknall das Wild in weitem Umkreis zu verscheuchen. Auch für das Heer und die Kriegsführung verspricht sie von großer Bedeutung zu werden. Vercht's Alcder Keisb als Maise st. C heie Apparat, dessen Herstellung keine besonderen Kosten verursacht, kann jedem Gewehrkaliber angepaßt werden, wird dem Gewehr gleich einem Bajonett aufgesetzt und ebenso schnell wieder abgenommen. Marims Schalldämpfer besteht aus einer 10 Zentimeter langen Stahlröhre von etwas größerem Durchmesser als dem des Gewehrlaufs. In der Röhre sitzen Reihen von Stahlbändern, die, nicht unähnlich den Zähnen eines Turbinenrades, spiralförmig angeordnet und in der Richtung gegen den Lauf gebogen sind. Die Bänder reichen nur soweit nach dem Innern anges tnger einen Schußtanal freizulassen, durch den die ##ungehindert ihren Weg finden kann. Wird nun ein mit schalldämpfer versehenes Gewehr abgefeuert, so bewegt sich dis Kugel durch die Röhre, ohne im geringsten an Schnellizsi Wierichtung und Durchschlagskraft zu verlieren. Die durch ### Explosion der Patrone erzeugten Pulvergase jedoch, die nicht Versssichtung,*##eschosses nehmen, sondern sich sofort nach ssen des Geweyrlaufes ausbreiten, werden von den turgewundenen Bändern im Innern des Schalldämpfers abgefangen. Sie winden sich rotierend ihren Weg ins Freie wer den ste u. nur ganz altgäßlich zutweichen. Nach und nach werden sie von der Luft aufgesogen und verlassen den Lauf, ohne den geringsten Lärm zu verursachen. Um dies recht klar zu machen, hielt Maxim beim Abfeuern eines der größten zu den Experimenten verwendeten Gewehre eine Visitenkarte mit seinem Namen dicht vor die Mündung des Schalldämpfers. Die Kugel schlug glatt durch seinen Vornamen und als Maxim den Anwesenden die Karte zeigte, war sie nicht im geringsten verbrannt, nur rings um das Kugelloch war eine leichte gelbliche Färbung wahrnehmbar. Durch den Schalldämpfer wird auch der Rückschlag des Gewehres auf ein Minimum reduziert. Größe K.-K. Löwenplage in Deutschostafrika. Ein dort ansässiges Mitglied der auch in unsern Kolonien stark verbreiteten Gesellschaft der Naturfreunde„Kosmos“(mit dem Sitz in Stuttgart schreibt deren Vereinsorgan: Aus den Dörfern der Baumwollfarm Schuberthof am Rufidschi sind von Ende Januar bis Ende August nicht weniger als 28 Schwarze von Löwen geschlagen, teilweise sogar aus ihren Hütten herausgeholt worden, obgleich diese hier ziemlich solide aus Holz und Lehm erbaut sind. Vor Ankstellung meines Wellblechhauses wohnte ich eine aus Geologen, Physikern und Technikern bestehende KomForschungen über Ursprung Ausd'## sind. Vor Aufstellung meines Wellblechhauses wohnte ich, im Zelte, das von einer dichten Dornhecke umgeben war, innerhalb welcher bei Nacht auch meine Reitesel untergebracht wurden, die augenscheinlich eine große Anziehungskraft auf die Löwen ausübten. So hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, bis zu sechs Löwen gleichzeitig dringend Einlaß begehren zu hören, und meine verflixten Esel beantworteten diese Forderung auch noch mit lautem„J—a". Dazu Hyänengeheul, ab und zu das tiefe Grollen eines Leoparden, das Gegrunze der Flußpferde— kurz, wie in einer Menagerie, nur mit dem Unterschiede, daß ich im Käfig saß und die lieben Tierchen draußen herumspazierten. Selbst bei den festen Europäerhäusern in Mhanganga kamen die Löwen in dunklen Nächten bis an die Veranda. Während wir auf dieser saßen, wurde ein Arbeiter 150 Meter davon gleich nach Sonnenuntergang von der breiten offenen Straße weggeholt. Das ging so schnell, daß wir, an Ort und Stelle geeilt, nur noch im benachbarten Schilf das Knochenknirschen hörten, ohne etwas dagegen tun zu können. Immerhin kamen die Löwen nur in den dunkelsten Nächten in greifbare Nähe so daß alle Versuche, einige auf dem Anstande zu erlegen, fehlschlugen, wie sie auch die aufgestellten Fallen in denen sich Leoparden, Hyänen, Zibetkatzen usw. leicht fingen, gewandt zu umgehen wußten. Nur eine starke Löwin ging eines Abends gegen 9 Uhr in die Falle, nur 80 Meter von meinem Hause trotzdem die Straßenlaternen brannten, ich mit meinen Angehörigen auf der Veranda saß und mein Hund anschlug. Der Bericht über das Erdbeben von San Francisco. Man schreibt der„Frankf. Zeitung" aus Newyork: Drei Tage nach dem Erdbeben, durch welches am 18. April 1906 San Francisco in Ruinen gelegt wurde, setzte der Gouverneur von Kalifornien mission ein, um Forschungen über ursprung, Ausbehnung und Folgen dieser Naturerscheinung anzustellen. Die Kommission, aus den Herren A. C. Lawson, G. K. Gilbert, H. F. Reid. I. C. Branner, A. O. Leuschner, George Davidson und Charles Burkhalter bestehend, gewann 15 weitere freiwillige Mitarbeiter und konnte, da die Arbeiten vom Carnegie-Institut finanziert wurden, sehr viel Material sammeln. Dieses wird jetzt in einem, aus zwei Teilen bestehenden Bericht veröffentlicht. Davon ist der erste Teil dieser Tage erschienen, mit Karten und Abbildungen reichlich versehen. Das Erdbeben charakterisiert sich demnach als ein lineares, es nahm seinen Weg durch eine schon früher bei ähnlichen Naturerscheinungen scharf abgegrenzte, sehr schmale, aber, soweit zu verfolgen, 270 englische Meilen lange Zone, die sich von San Francisco in südwestlicher und nordöstlicher Richtung erstreckt. Südwestlich der Stadt konnte indessen der Weg des Erdbebens nur auf geringe Entfernung nachgewiesen werden, da es dort in das Meer übertrat. Die ganze Zone ist durch Risse in der Erde und Lageveränderungen gekennzeichnet. Letztere bewegen sich zwischen 10 und 15 Fuß mit einem Maximum von 21 Fuß. Die Risse, die früheren bald genau parallel laufen, lassen sich an Zäunen, Brücken, Straßen, neuentstandenen Wasserläufen usw. genau verfolgen. Das Erdbeben mag als ein, eine Minute währender Riesen-Erdrutsch angesehen werden, der von einem mahlenden knirschenden Geräusch begleitet war. Es folgten dann noch manche Erschütterungen von geringerer Bedeutung; es gibt ja jetzt noch häufig in San Fkancisco diese sogenannten„tremblers“, von denen aber die Zeitungen aus lokalem Geschäftsinteresse nicht Notiz nehmen. Vielleicht gingen auch der eigentlichen Katastrophe solche Erschütterungen voraus, jedenfalls wird in dem Bericht konstatiert, oaß alle Haustiere vorher ein höchst unruhiges Wesen zur Schau getragen haben sollen. Ueber die Wirkung des Erdbebens auf Bauwerke sagt die Kommission daß alls auf Felsen errichteten Bauwerte fagl die Kommision, daß aue uuf Feisen ferrichten“, Gebäude nur wenig beschädigt wurden, während solche die auf Sand oder aufgeschüttetem Grunde gebaut waren, durchweg demoliert worden sind. „I.K.„Fruchtbarkeit des Hamsters. Ein Mitglied der Gesellschaft der Naturfreunde„Kosmos“(Stuttgart) teilt in deren Monatsschrift folgende interessante Daten mit.„Wie häufig der Hamster bei uns in Thüringen ist, geht daraus hervor, daß der ster per aus gEhntingen, ish, geyi valaus getboligrap. landwirtschaftliche Verein in Gotha im vorigen Jahre 2000 Ml. für Hamstervertilgung ausgab. Da ausgewachsene Weibchen im Jahre 2—3mal 10—14 Junge haben, und die Weibchen des ersten Wurfes schon im Herbste fortpflanzungsfähig sind und auch 6—10 Junge bringen, ist die Häufigkeit dieses Nagers leicht erklärlich. Außer seiner täglichen Nahrung trägt ein überwinternder ster einen Vorrat von 1½—6 Kilo Frucht in seinen Bau wodurch der Landwirtschaft ein ganz beträchtlicher Schaden er wächlt. „Sparer" dis Rabatt: zahlen, dann erhalten Geldes zurück. Von d großmütiger Weise 200 zwar in Portionen von schenk“ kann man aber Sparbücher vollgeklebt Warenpreise bezahlt hat Und solche Bauernfäng für die Ravarrsparverei Die Sozialdemokrati unter diesem Titel ersch „Die Tätigkeit des Deu Verlage der Buchhanlu schienen. Preis 1 Mk. Vorher sind schon Bericht für die Zeit von 1874—1876. Das 3. He aufrufe zu den Reichstag in Kürze erscheinendes 5 bringen. Die einzelnen Lieser einem Bande vereinigt! für die parlamentarische Heften reiche Belehrung „In Freien Stunden Berlin SW. 68. Heft setzung von„Kenilwort! Stizze„Trinette". K Wissensgebieten, Humor haltigen Inhalt. Die„Kommunale P politik und Gemeindesozia einen außerordentlichen? Beweis für die zunehmen Organs. Ein neues Abonneme mentspreis beträgt nur Arbeiterjugend. Aus Nummer 5 heben wir he Prand. ea„Ein Mal 9.— Technik und die Schundliteratur!— Wilhelm Hausenstein.— werbeordnung.— Aus de berg, Bremen, Konferenz Kriegsschauplatz usw.— zählung von Hammersde — Der Königsleutnant. von Goethe.— Die ge Unterricht im Sozialism Standesa Amt Schildesche. In beim hiesigen Standesam Geburten: Söhn Fuhrknecht Ramhorst, hi Wilhelmi, hier, Bielefeld Goethestr. 34;„Güterbod mermann Sudbrak, Bau Flachmann, Theesen 96; arbeiter Pohlmann, Ge hier, Goethestraße 2; Ma straße 15. wird darut Verwaltung F Bezirks= Donnerstag, den 25. M für Gellershagen und Donnerstag, den 25. (früher Heybrok), Sp Freitag, den 26. Mär Kampstraße. Sonnabend, den 27. 2 Heeperstraßze, für das Sonntag, den 28. Mä Bielefelderstraße, für Dienstag, den 6. April, „Stadt Bielefeld“, Freitag, den 9. April, * Gänse Gansestraße, für Bra Tages=Ordnung Die General=Vei und die hierzu In Anbetracht dieser wir um vollzähligen Best 1605 Soeben ist erschienen und Bielefeld, Auf Messi. Berichte Preis 1 Mark. Von rhofften Fortgang otzdem dürfe man, u, wenn man sehe, „die Jugend schor überzuziehen. In aß die politischen iterkandidaten für an höre gar nicht an die in Ause. ob sie zur Anse mache den An5o sei=in Chemnitz stellt worden, der nationalen Arrzem noch Sozial. n Verhandlungen Resolution angesteuern ausspricht seitige Interessengung. bähren die Waren ne sind nicht nur #il vortäuschen— Rabatt zuvor im e können für die dle Folgen haben. terorganisationen, rganisationen, die n. Alle anderen gemeinsamer InRabatt scheint die derstrebende EleKleinhändler in heint das nur so. die Krämer zuden Kassen der l e i n D r i t t e l d e r präsentiert wird. ssenbestände. Und ige Bild organidenkt wohl jeder vvereinskasse sich ganisationen zu. rbraucher müssen 's sogar unangeBewegung tonsoreise die Folge. und Pforzheim, ie Mindestpreise aus Hildesheim mit den Butterach die Butterhohen Zwischenkosten der Kondie Krämer zur i. Händler und ie Konsumenten in der Sache ist erpflichtung einSie verleugnen an die Verleugder Vorgang ist Händlern könne rtrauen, handelt des Wolfes besrofit erstreben, teressen kennen. h noch in ganz Erträgnissen für ließen den Razu, die meistens Bruchteil dieser eilung" an die amehorn getutet lich bat, dafür kabattsparverein die nach einer Weise vor sich tsparer, solange s vollgeklebten eines neuen 5 Pfennig, und des und gleichin diesem— müssen also die estehende Komusdehnung und ie Kommission, F. Reid, J. C. und Charles ge Mitarbeiter titut finanziert jetzt in einem, hi. Davon ist rten und Abrakterisiert sich urch eine schon dgearenzte, sehr Meilen lange her und nordkonnte indessen rnung nachgeet. Die ganze inderungen ge1d 15 Fuß mit ren bald genau Straßen, neu1. Das Erdjesen-Erdrutsch irschenden Geiche Erschüttenoch häufig in on denen aber Notiz nehmen. ihe solche Ercht konstatiert, sen zur Schau Erdbebens auf sen errichteten solche, die auf durchweg de„Sparer" dis Rabattmarken in erhöhten Warenpreisen bezahlen, dann erhalten sie nur einen Teil des so„gesparten“ Geldes zurück. Von dem Rest läßt der Rabattsparverein in großmütiger Weise 2000 Mark den Sparern zukommen, und zwar in Portionen von 25 und 50 Pfg. Dieses fürstliche„Geschenk“ kann man aber erst verwerten, wenn man ein oder zwei Sparbücher vollgeklebt und somit längst in Form erhöhter Warenpreise bezahlt hat, was man vorher als„Geschenk“ erhielt. Und solche Bauernfängerstreiche dienen obendrein als Reklame für die Rabattsparvereine. Literarisches. Die Sozialdemokratie im Deutschen Reichstag. Von der unter diesem Titel erscheinenden Broschürenserie ist jetzt Heft 4 „Die Tätigkeit des Deutschen Reichstages von 1887—1889“ im Verlage der Buchhanlung„Vorwärts", Berlin SW. 68, erschienen, Preis 1 Mk. Vorher sind schon herausgegeben worden als 1. Heft der Bericht für die Zeit von 1871—1874; als 2. Heft der Bericht für 1874—1876. Das 3. Heft enthält die sozialdemokratischen Wahlaufrufe zu den Reichstagswahlen der Jahre 1881, 1884, 1887. Ein in Kürze erscheinendes 5. Heft wird den Bericht für 1890—1893 bringen. Die einzelnen Lieserungen sind so angeordnet, daß sie zu einem Bande vereinigt werden können. Jeder Genosse, der sich für die parlamentarische Tätigkeit interessiert, wird aus diesen Heften reiche Belehrung schöpfen. „„In Freien Stunden". Verlag Buchhandlung„Vorwärts“, Berlin SW. 68. Heft 11 ist erschienen und bringt die Fortsetzung von„Kenilworth“ von Scott, sowie von Heijermans Skizze„Trinette". Kurze Abhandlungen aus verschiedenen Wissensgebieten, Humoristika usw. vervollständigen den reichhaltigen Inhalt. Die„Kommunale Praris“, Wochenschrift für Kommunal= politik und Gemeindesozialismus, hat im 1. Quartal dieses Jahres einen außerordentlichen Aufschwung genommen. Ein erfreulicher Beweis für die zunehmende Erkenntnis von der Wichtigkeit dieses Organs. Ein neues Abonnement beginnt am 1. April. Der Abonnementspreis beträgt nur 3 Mk. pro Quartal. Arbeiterjugend. Aus dem Inhalt der soeben erschierenen Nummer 5 heven wir hervor: Dir hilft kein Gott, du mußt dir selber helfen. Ein Mahnwort an die Schulentlassenen. Von Brand.— Technik und Kultur. Von Richard Woldt.— Gegen die Schundliteratur!— Der junge Goethe.(Schluß.) Von Dr. Wilhelm Hausenstein.— Die jugendlichen Arbeiter und die Gewerbeordnung.— Aus der deutschen Jugendbewegung(Württemberg, Bremen, Konferenz in Jena).— Soziale Rundschau. Vom Kriegsschauplatz usw.— Beilage: Der kleine Rotkopf. Erzählung von Hammersdorff.— Spatzen im Winter. Gedicht. — Der Königsleutnant.(Schluß.) Von Goethe.— Sprüche n Goethe.— Die geflickte„Hosr. Von Prof.„Förster.— von Goethe.— Die geflickte Hose. Von Unterricht im Sozialismus. Gedicht von Leopold Lacovy. schrichten. Amt Schildesche. In der Zeit vom 1. bis 15. März 1909 sind beim hiesigen Standesamt angemeldet: Geburten: Söhne: Bahnarbeiter Kelber, Brake 172; Fuhrknecht Ramhorst, hier, Bielefelderstr. 113; Fabrikarbeiter Wilhelmi, hier, Bielefelderstr. 37; Fabrikarbeiter Fleer, hier, Goethestr. 34; Güterbodenarbeiter Tebhe, Theesen 102; Zimmermann Sudbrak, Bauerschaft Schildesche 152; Tischlergeselle Flachmann. Theesen 96; Weber Bitter, Theesen 82; Bahnarbeiter Pohlmann, Gellershagen 90; Maurer Mönkemann, hier. Goethestraße 2; Maschinist Hüls, Bsch. Schildesche, Lerchenstraße 15. Töchter: Maurer Bockermann, Brake 151; Eisendreher Hilker, hier, Heeperstraße 3: Schleifer Niehaus, hier, Goethestraße 20; Geschäftspacker Spilker, hier, Wilhelmstraße 63; Straßenbahnschaffner Busch, Bsch. Schildesche, Sudbrakstraße 48; Maurer Schlömann, Theesen 4. : Eisendreher Wöhrmann, Bsch. Schildesche, Lindenstraße 4, und Seidenweberin Beckmann, Niederöllenheck 10: Eisendreher Nolting, hier. Heeperstraße 8. und Fabrikarbeiterin Hülsmann, hier, Bielefelderstraße 44; Hausschlachter Peperkorn, hier, Bielefelderstraße 47, und Näherin Bokermann, hier, Sedanstraße 8; Maschinenschlosser Höner, Oststraße 2, und Fabrikarbeiterin Linnenbrügger, hier, Bielefelderstraße 97: Schlossermeister Henrichsen, Werther 79, und Haustochter Engelmann, Theesen 28; Landwirt Stahlberg, Ubbedissen 16, und Haustochter Vollmer, Brake 78; Dreher Dettmar. hier, Herforderstraße 38, und Fabrikarbeiterin Peterhöner, Bsch. Schildesche, Lerchenstraße 15; Lehrer Behrens, Berlin N., und Karoline Luise Niebuhr, Brake 2. Eheschließungen: Kernmacher Sielemann, hier. Goethestraße, 62, und Fabrikarbeiterin Nolte, hier, Körnerstraße 6; Tischlergeselle Engelbrecht, Theesen 70, und Fabrikarbeiterin Lütgert. Theesen 36; Schlosser Weber hier, Herforderstraße 32, und Fabrikarbeiterin Brünger, hier, Herforderstraße 34: Landwirt Breipohl, Gellershagen 4, und Henriette Friederike Brockmann, Gellershagen; Tischlergeselle Mönkemöller, hier, Heeperstraße 101, und Näherin Fischer, hier. Bielefelderstraße 47. Sterbefälle: Stellmachergeselle Deppe, 20 J., hier Bielefelderstraße 4; Kind Tebbe, ½ Stunde, Theesen 102; Schuhmacher Waterbör, 68 J., Theesen 8; Kind Florentz, 10 Tage, hier, Herforderstraße 6; Arbeiter Stölting, 70 J., Bauerschaft Schildesche 4; Maurer Ernst, 49 J., hier, Moltkestraße 1; Dienstmädchen Hokamp, 28 J., Gellershagen 83: Weber Siekmann, 69 J., hier, Augustastraße 1; Kind Twellenkamp, 1 J., 1 Mon., hier, Brückenstraße 7; 1 Totgeburt. *„* Amt Heepen. In der Zeit vom 1. bis 15. März 1909 sind beim hiesigen Standesamt gemeldet: Geburten. Söhne: Gemüsehändler Karl Eichelbrenner, Altenhagen 130; Schuhmacher Wilhelm Steffen, Heepen 154; Arbeiter Wilhelm Schelp, Heepen 256; Schneider Gustav Vinke, Oldentrup 75; ferner 1 unehelicher. Töchter: Ziegler August Küster. Altenhagen 93; Fabrikarbeiter August Steinmeier. Oldentrup 35; Amtsrentmeister Wilhelm Jerrentrup, Heepen 140. Aufgebote. Arbeiter Heinrich Tiekötter, Lämmershagen 23, und Emma Krüger, Heepen 117; Maler Heinrich Dellbrügge. Bielefeld, Gehrenberg 32, u. Emma Schlingmann, Oldentrup 34. Eheschließungen. Arbeiter Bruno Nachstedt. Isingdorf 18 bei Werther, und Lina Klocke, Heepen 3; Fabrikarbeiter Friedrich Zurheide, Heepen 24, und Marie Kipp, Lübraßen 2 Gemeinde Heepen. Sterbefälle. Knecht Gottlieb Florenz Wichmann, 49 J., Oldentrup 7; Kolon Friedrich Adolf Quisbrock, 54 J., Heepen 10; Emma Friedrike Karoline Pepenmöller, 14 Tage, Heepen 5. *** Amt Enger. In der Zeit vom 12. bis 18. März 1909 sind beim hiesigen Standesamt gemeldet: Geburten. Sohn: Zigarrenarbeiter Hermann Rabe, Herringhausen. Töchter: Zigarrenfabrikant Wilhelm Heiner, Enger; Kaufmann Wilhelm Josting, Enger; Gendarmerie=Wachtmeister Mathias Derbach, Enger; Landwirt Friedrich Hartwig, Siele. e Sh##„Jokomotivführer Heinrich Siesespeck und Mathilde Anhoff, beide Enger; Zigarrenarbeiter Heinrich Hollmann und Zigarrenarbeiterin Mathilde Kruckewitt, beide Westerenger; Bäckergeselle Gustav Deppermann und Witwe Marie Kränke, beide Besenkamp. Eheschließungen. Schlachtergeselle August Bäumer, Ennigloh, und Anne Biermann, Dreyen; Kistenbekleber Ernst Struk, Dreyen, und Witwe Fleer geb. Schürmann, Enger. Sterbefälle. August Büscher, Witpe Anne Marie Ilsabein Ellerma Siele 4 Mon., Westerenger; ein Ellermann geb. Rahkop, 66 J. missarisch. Eisenbahn=Assistent Karl Sauthof; Maler Karl Uphoff; Malermeister Heinr. Schürmann; Malermeister Aug. Timmering; Handarb. Herm. Fehmer; Arb. Aug. Gerbes; Postassistent Aug. Eßmann; Bahnarbeiter Heinrich Bock; ferner 1 unehelicher. Töchter: Maler Friedr. Sander; Milchverk. Karl Busch; Maurer Karl Siekmann. Aufgebote:„Rendant Georg Rose und Else Wegener; Tischler Aug. Menke und Marie Wöhrmann: Maurer Herm. Schildmann und Lina Heimsath; Fabrikarb. Wilh. Meier und Friederike Berkelbrink; Tischler Wilh Bäker und Marie Berger; Tischler Aug. Reckersbrink und Wilhelm. Schildmann; Konditor Ernst Ehlert und Luise Wellhöner; Schmiedemeister Balthasar Wrobel und Minna Steinmann; Kaufmana Wilh. Landmann und Anna Horstmann. Eheschließungen: Zimmermann Wilh. Kraft und Helwine Bickmeyer; Fabrikarb. Aug. Nolte und Henriette Brinker: Maler Josef Bergsiek und Emilie Parpalioni; Arbeiter Friedr. Overbeck und Martha Eikelmann; Großkaufmann Karl Stunpe und Rosa Kunze. " Sterbefälle: Paul Schmidt, 2 J.; Maria Ströter, I.; Liesbeth Train, 1 J.; Zigarrenarb. Friedr. Sündermeier, 42.J.; Witwe Marie Eilers, 60 J.; Kolon Kaspar Fleher, 85 J.; Aug. Timmering, 2 Tage; Landwirt Christoph Ties, 77 J.; Kolon Aug. Schwagmeier 58 J.; Ewald Wächter, 2 J.; Ehefrau Marie Wehmeyer, 63 J.; Näherin Mimmi Zimmermann, 23 Jahre. *** — Amt Herford. In der Zeit vom 15. bis 20. März wurden beim hiesigen Standesamt angezeigt: Geburten. Söhne: Zimmermann Aug. Gögling, Eickum; Arbeiter Heinrich Hünerhoff, Eickum; Bäcker Wilhelm Brokamp, Diebrock; Kolon August Schwagmeier, Diebrock.— Töchter: Zigarrenarbeiter Hermana Schürstedt, Sundern; Tischler Gustav Wehmeyer, Diebrock. " Aufgebote: Hilfsbahnsteigschaffner August Wattenberg, Schwarzenmoor, und Näherin Johanne Scheiper, daselbst; Tischler Hermann Dembergsmeier, Falkendiek, und Plätterin Wilhelmine Sievert, daselbst; Gerichtsassessor Karl Wagner, Grebenstein, und Helene Meyer, Schwarzenmoor. Ebeschließungen: Gerichtsassessor Erich Vehrinz, Essen, und Martha Meyer zu Hartum, Diebrock; Tischler Heinrich Brünger und Dienstmagd Auguste Hüllinghorst, Diebrock. Sterbefälle: Hanne Wilhelmine Schürmann geb. Hilsenkamp. Stedefreund, 71 J.; Hanne Friederike Riepe geb. Lage, Eickum, 77 Jahre. ** * Stadt Bünde. Beim hiesigen Standesamt wurden gemeldet: Geburt. Sohn: Zigarrenarbeiter August Heinrich Baute, Bünde, Feldmark Nr. 208. Aufgebote. Kistenarbeiter Heinrich Diedrich Budde, Bünde, Feldmark 140, und Zigarrenarbeiterin Anna Marie Elise Oestreich, Muccum 75; Gärtner Karl August Clever, Bünde, Klinkstr. 35a, und Dienstmagd Luise Karoline Alwine Kammermann, Bünde. Augustastr. 2; Klempner Friedrich Wilhelm Unger, Bünde, Bahnhofstr. 12, und Dienstmagd Karoline Friederike Charlotte Luise Begemann, Bünde, Bahnhofstr. 25; Kutscher Heinrich Friedrich Wilhelm Niederkleine, Bünde, Winkelstraße 26, und Zigarrenarbeiterin Anne Friederike Lisette Koring, Enger 263. Sterbefälle. Marie Ilsabein Diestelhorst, 16 Jahre, Bünde, Wasserbreite 26; Marie Luise Martha Kröger, 5 Mon., Feldmark 165. Drs seuemr wird darum heute Kathreiners Malzkaffee ist der beste, denn er ist mit ausgesuchter Sorgfalt hergestellt und verdankt einem besonderen Verfahren seinen unerreicht würzigen und aromatischen Geschmack. Seit fast 20 Jahren hat sich Kathreiners Malzkaffee überall bewährt und von Millionen Menschen regelmäßig getrunken.— Keine Nachahmung hat ihn je erreicht.— B. RE.T. Verwaltung Bielefeld u. Umgegend. =Versammlungen finden statt: Donnerstag, den 25. März, abends 6½ Uhr, bei Fohrmann, für Gellershagen und Umgegend. Donnerstag, den 25. März, abends 8½ Uhr, bei Blome (früher Heybrok), Spindelstraße. Freitag, den 26. März, abends 8 Uhr, bei Schneider, Kampstraße. Sonnabend, den 27. März, abends 8½ Uhr, bei Meyer, Heeperstraßze, für das untere Sieker. Sonntag, den 28. März, vormittags 10 Uhr, bei Böke, Bielefelderstraße, für Schildesche und Umgegend. Dienstag, den 6. April, abends 8½ Uhr, im Restaurant „Stadt Bielefeld“, Marktstraße. Freitag, den 9. April, vormittags 9½ Uhr, bei Schröder, * G ä n s e s t r a ß e, f ü r B r a c k w e d e u n d U m g e g e n d. Tages=Ordnung in allen Versammlungen: Die General=Versammlung in Hamburg und die hierzu vorliegenden Anträge. In Anbetracht dieser wichtigen Tages=Ordnung ersuchen wir um vollzähligen Besuch der Kollegen. 1605 Die Ortsverwaltung. Brisichaten, Rlatuten, Kataloge ulsw. Hi eomnier euiechoiter Aosdtung bei prompter und kulanter Bedienung Soeben ist erschienen und in der Buchhandlung„Volkswacht“, Bielefeld, Schulstraße 20, zu haben: Messinas Bericht eines Augenzeugen. Preis 1 Mark. Von Paul Daehne. Porto 10 Pfg. Bachbruckrrer„Volkswacht! Enorm billig! für Gelegenheits- Käufe Bahmmoiserrzs vis-à-vis Kinematographen-Theater zur alten Post. So lange Vorrat! Posten Bluseh Kleiderstoffe Blusehstond Pesions staunend billig! 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Haarkamm, 2 Seitenkämme, 1 gr. Spange 48; 1 elegante Handtasche 484 1 gute Emaille=Kaffeekanne 484 1 gutes Emaille=Kehrblech 483 1 Doppel=Essenträger 484 1 große Waschschale 483 1 Holz=Löffelgarnitur 484 12 Gold=Osterkarten, 15 Schreibpapier=Kuverts 48; 3 gute Bleifedern 484 2 große einzelne Vorratstonnen 48 6 Gewürztonnen 484 1 großer Gummiball 484 1 vernickelte Kaffee= oder Zuckerdose, 1 Kaffeesieb 48; 1 Paar gute Hosenträger 484 3 Goldrand=Buchstaben=Gläser 484 Kaffeeservice, bunt, 9teilig 2.48 Likörservice, bunt, neue Muster 1.98 Wasch=Service, hochfein 2.48 Max- Lungenderk 1751 Steistrasse 3—3 Bäunnerstrasse 1. Stadttheater. Heute, abends 7½2 Uhr: — Zum letzten Male!— Moral. AUPierTape Am Kleinen Theater in Berlin bereits über hundertmal vor ausverkauften Häusern gegeben. Sonnabend, den 27. März 1909, abends 7 ½ Uhr: Klassikervorstell. zu kleinen Preisen. Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Dienstag, 30. März: Benefiz Heberling. Doktor Klaus Mittwoch, 31. März: Gastspiel Robert Kothe. Volkslieder zur Laute. Sie Verzase 1432 Die Geschäffsstehe des Städt. Orchesters befindet sich von jetzt ab Gartenstr. II. 1644(Telephon 655.) Kapellmeister Max Cahnbley. der Bulter findet eine sparsame Hausfrau in keinem Margarine-Produkt so überraschend vereinigt, als in den Van den Berghschen beispiellos beliebten Marken Clever Stolz und Vitello. Erhältlich in den besseren Kolonialwarenhandlungen # Feuer-Versicherungen werden unt. kulanten Bedingungen reell aufgenommen. 1133 August Ostmann, Zastrowstr. 24. S acl. Srotznung. K Hauptagent der„Albingia“, Versich.=Akt.=Gesellschaft Hamburg. Herm. Ostmann, Lutterstraße 50. Vertreter und Kassierer. Den geehrten Damen zeige ich ergebenst an, daß ich Schloschofstrasse 28, Ecke Siegfriedstrasse, ein AvisEinladungsEintrittsestGeschäftsPutzgeschäft eröffnet häbe.— Lade gleichzeitig die geehrten Damen zum Besuche meiner Modell-Ausstellung ein. 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Zum Schluß des Entw. buchs wird folgende neue über die Erpressung, vorg Wer in der Absicht, widrigen Vermögensvor eines anderen da Gewalt oder Drohung Unterlassung nötigt, wir nicht unter einem Mona# Der Versuch ist straf In der jetzigen Fassung gedruckten Worte. Die Aer der Bedingung, daß„das schädigt" wird. Damit sol dung eine Einschränkung werden. Notwendig sei das Fassung des Begriffs der zahlreichen Fällen geführt pressung mit der allgemein als ein ehrenrühriges Ver Das ist nun allerdings Fall gewesen. Der Erpres sten Waffen gegen die Ar Auslegung dieses Paragre kämpfende Arbeiterschaft is der Klassenjustiz, seine Gest ununterbrochene Reihe von sprechung. Ehrenwerte Ar als im Interesse ihrer B hartnäckiger Ablehnung der tät des Streiks vor Augen Rechtsauslegung, wie sie springen kann, die nie ein ständnisses gestreift hat, die nehneranschauungen stehen, mucher in der Richterrobe, werbeordnung nie geniert Recht zur Koalition und Scharfsinn also: Der Ange raden einen rechtswidr strebt, denn er und seine keinen rechtlichen Anspruch Vermögensvorteil zu erzi nehmer durch eine Drohun Löhne— zu nötigen suchte gehens der Erpressung schul fängnis zu bestrafen. Der nicht im Bannkrei Scharfmacher wandelnde Kopf, wenn er solche Aus von deutschen Gerichtsurte sind und die im Namen d# dem Reichsgericht, a sind. Das Gekünstelte un Blia anzusehen. Schon die erhöhung als rechtswidrige lann nur dem Kopfe eine beiter als die Hörigen der sind, für ihn zu gleichbleibe Lefinierung steht im kras werbeordnung zwar nicht lassenen Recht der Arbeiter lich zu verkaufen, steht im ruß der Arbeiter eine bei Persönlichkeit ist. Dann n vas Koalitionsrecht des A eine Handlung, die zur Nüt das ist die Ankündigung, da ssrderungen nicht bewillig .„wvird. Kurz, diese R ver modernen Arbeiters ir schreiendsten Widerspruch u einer Anschauung, die den Rechts als den Unternehm nicht gegen die Anordnun Aber das alles hat nich Jahre zuerst vom Leivzige Rich“ nichterkonegium praktizier gut der deutschen Rechtspi gebiet immer weiter ausg Iwälte lernten bald, and Erpresser zu infamie Lohn herabsetzte, zur Zur Feisz auf die Möglichkeit ei versuch, den bisherigen L anen„rechtswidrigen“. Ve Arbeiter hatten ja auf der anspruch! Ja selbst, wen brach, war es möglich, de vertreter wegen Erpressun glaubliche Gerichtsurteile Llehrten Richter keinen R festgesetzten Lohn en „Mit dem Essen kam d nenten die deutschen Rich