ugust Brindöpke sottmann, Meller. geb. Horst. Schmidt. Heeverandelsmann Emil daselbst; Arbeiter rta Kramer, das.; und Erna Roseng. Rolandstr. 30, sser Oskar Heide. Langenhagen 26; aane Viehl. Heredrichstr. 31. und ust Kein, Sieler. 1 Ernst Wörheide. Friederike geo. Fuhlmann, Kleine uguste geb. Puls. itersloherstr. 70a, umann und Wild Johanne Voß; lann: Steinhauer sser Ernst Bauer riedrich Keßler #nd Anna Meper; te. nning, 20 Jahre: brikant Fritz Konier. Amaite geb. inkmann, Achalie tte Klocke, 72 J.: lsch, 38 J.; Fritz er Friedrich SieKohusch, 9. Mon.; 15 Tage; Ehefrau Bandweber Adolf : H e i n r i c h K i p p, st wurden in der Tiemann, Schuhrich Schaminsky, ilh. Großjohann, Heinr. Depperledr. Simon, Faer, Kolon Heinr. amp, Fabrikarb. schler Heinx. Eilr Herm. Specht, äsker, Maschinen, eide, ferner zwei dor Schwier und r und Elisabeth hanne Schröder, Mehnert, FabriEischler Friedrich Otto Lüder und Helene Hebrot, zierkutscher Heinkob Dengler und ind Emmi Ueker= : K ö n i g l. S t r a f : Z i g a r r e n m a c h e r ane Sewing, 33 2 Jahre; gesch gust Storkmann, nann, 74 Jahre; ndwirt Christop# März 1909 sind nrich Wiemann, inn, Schweicheln. r. Schweicheln; t, Sundern, und 5 J., Diebrok; I., Elverdissen. sind angemeldet: Friedrich Rullis Vogt, Bünde, Altvater. Bünde. Klaustermeyer, inrich Dietrich irbeiterin Anna u. nd läßt sich ohne a, als wenn sich e von Prozenten richt der Schule em sogenannten rmanden-Untermmen abegzogen als Einnahme Schuldenzinsen enen Laden hat r völlig belangr Betrieb einen der das Anlageimente für den Sie denn, das ehnen, wie etwa achung standen m Laufe des illionen Mann etwas weniger. folg von einem in Versuch nicht mittags 3 Uhr. 1g. Brundstücks der r 1909. n. Sücer Aöonnenentsbreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezoger 1.80 Mk. vierteljährlich exklusiv Bestellgeld. Einzelnwumer 10 Pfg. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Nr. 65. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Vielefeld, Tonnerstag, 18. Marz 1909. Inseraten=Annahme vis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ A. Gerisch& Co., Nieleseld 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Eine Aktion des Zentrums. Graf Praschma, der Vorsitzende der Landtagsfraktion des Zentrums, hat in Düren eine Wahlrede gehalten und in dieser einen Angriff gegen Bülow eingeleitet, der dei. Beweis von der Unüberbrückbarkeit des Risies zwischen Bülow und dem Zentrum bildet. Denn es kann sich hier nur um ein offizielles Vorgehen des Zentrums gegen Bülow handeln. Mit den Waffen der Hintertreppe wird gegen Bülow in bezug auf die Novemberereignisse vorgegangen. Graf Praschma kommt schließlich zu dem Resultat, daß Bülow das größte Hindernis für das Zustandekommen der Reichsfinanzreform ist. nanz= Die Frage entsteht nun: Ist das ein wohlvorbereiteter Sturmlauf, den das Zentrum mit diesem Vorstoß unternimmt? Hält es die Zeit für gekommen, den Kanzler zu stürzen? Die nächsten Tage werden die Antwort darauf geben. Verfahren genug ist die Situation, um dem Zentrum die Möglichkeit zu gewähren, seine Geschäfte zu machen. Wer leben wird, wird es sehen. Diamanten=Verordnungen. Das Reichskolonialamt verössentlicht im„Deutschen Kolonialblatt“ eine Verordnung über den Handel mit südwestafrikanischen Diamanten. Danach wird einer Gesellschaft unter der Firma„Diamanten=Regie des südwestafrikanischen Schutzgebiets" das Recht der Förderung resp. Verwertung usw. von Diamanien zunächst bis zum 28. Februar 1910 erteilt. Nach§ 3 sind die eigentlichen Förderer jüdwestefrikanischer Diamanten verpflichtet, ihre gesamte Förderung demjenigen Beauftragten der Gesellschaft zur Verwertung zu übergeben, welchen der Gouverneur bezeichnet hat. Die schon im Reichsgejetzblatt veröffentlichte Verordnung, betreffend den Handel von Diamanten vom 16. Januar 1909 tritt vom 1. März 1909 in Kraft. Eine weitere am gleichen Tage in Kraft tretende Verordnung setzt eine Förderungsabgabe bei Edelsteinen auf zehn vom Hundert des Wertes fest. Sollte der Wert beim Verkaufspreis usw. sich nicht bestimmt feststellen lassen, so ist er durch einen vom Kolonialamt wernennenden Sachverständigen festzustellen. Der freisinnige Abgeordnete Cuno, der kürzlich den weisen und für den Freisinn charakteristischen Ausspruch tat, als Oberbürgermeister von Hagen sei er— im Gegensatz zu seiner sonstigen freisinnigen Ueberzeugung— für indirekte Steuern, wird von den Pündlern weidlich verhöhnt. " Eine Bündlerversammlung beschloß, einen Brief an ihn zu senden, in dem er aufgefordert wird, gegen die Nachlaßsteuer zu stimmen, und dann heißt es weiter: „Bei Lösung der hochwichtigen Finanzreform für das Wohl unseres gesamten Vaterlandes bitten vir Euer Hochwohlgeboren sehr ergebenst, den Ausbau der indirekten Steuern mit Ihren Parteifreunden fördern zu helfen, wie Sie dies erst kürzlich im diesigen Stadtparlamente zum Segen der Stadt Hagen zu tun pflegten.“ Preußische Polenpolitik. Ein interessanter Aufreizungsprozeß spielte sich vor der Strafkammer des Landgerichts Duisburg ab. ungeklagt war der Buchdrucker Joseph Kamalla aus Oberhausen, durch den Verkauf polnischer Liederbücher verschiedene Levölkerungsklassen zu Gewalttätigkeiten gegeneinander aufgreizt zu haben. Als„aufreizend" wurden alte; polnische nationallieder aus der Zeit vor der Teilung Polens bezeichnet. k. a. handelte es sich da auch um ein Lied, das sich gegen die früheren— Türkeneinfälle richtete und diesen„Ungläubigen“ galt, aus denen der amtliche Uebersetzer„Unschuldige“ gemacht hatte. Die Anklage nahm an, daß diese althistorischen, polnischen Nationallieder sich gegen Preußen, Oesterreich und Rußland, die drei Teilungsreiche, richteten und daß es auf eine gewaltsame Erhebung der polnischen Bevölierung in diesen Ländern abgesehen sei. Der Nachweis des Verteidigers, daß es sich um althistorische Nationallieder der Polen handelte, bewirkte die Freisprechung des Angeklagten. Liberale gegen das Steuerkompromiß. Es gibt immer noch einige„Liberale“, die sich in das Unvermeidliche noch nicht willenios fügen wollen. So hat sich der liberale(freisinnige) Verein in Altenburg(S.=A.) in seiner letzten Versammlung ebenfalls gegen das Steuerkompromiß erklärt. In einer Resolution, #### die freisinnige Reichstags=Franktion geschickt wurde, „Der Altenburger Liberale Verein bedauert die Zustimmung der liberalen Fraktionsgemeinschaft zum Steuerkompromiß, da der Altenburger Landtag mit seiner agrarischen Mehrheit nicht #s Bewähr bietet, daß die sog. Besitzsteuern gerecht und gleichdie tragfähigen Schultern in Stadt und Land verteilt Die neue Strafprozeßordnung. Neben der Novelle zum Strafgesetzbuch wird dem Reichstag auch noch der Entwurf der neuen Strafprozeßordnung zugehen. Auch diese Vorlage soll soch die erste Lesung im Plenum des Reichstages passieren, um dann einer Kommission überwiesen zu werden. Besitzsteuer. Im elsaß=lothringischen Landesauswaltung hart“ Unterstaatssekretär Köhler, daß auch die VerEllaß=Lothringen auf dem Standpunkt steht, daß die ergeschlagene Besitzsteuer den Bundesstaaten unannehmbar sei. der Reichsfinanzreform. Mit einer Vertagung „ Reichsfinanzreform auf den Herbst beginnt man allmählich gese##rlamentarischen Kreisen zu rechnen. Für das Brausteuersehen J.9“5,Tag des Inkrafttretens der 1. Juni 1909 vorgedas### Veranlassung des Staatssekretärs Sydow wurde wann#um gestrichen, weil sich noch gar nicht übersehen ließe, die#. die Steuergesetze fertiggestellt werden könnten. Soweit g. zurgerliche Presse sich zu der Fraze geäußert hat, verlangt ber##c schleunige„Verabschjedung der Steuergesetze, um die wetschende Ungewißheit zu beseitigen. Aus dem ReichstaAusgaben Audsetkommission berjet am Dienstag die burden debattelos Hewzlslig. orkerien Sunmen folgt die Beratung des Heeresetats für Sachsen und Württemberg. Das sächsische Kriegsministerium kostet rund eine halbe Million Mark. Der sächsische Militärbevollmächtigte gab zu, daß die das Heer betreffenden Angelegenheiten im preußischen Kriegsministerium erledigt werden. Das sächsische Kriegsministerium hal die getroffenen Anordnungen nur auszuführen und den sächsischen Sondergesetzen anzupassen. Es sollen nicht mehr Beamte vorhanden sein, als zur Bewältigung der Arbeit notwendig sind. In Konsequenz der Abstreichungen beim preußischen Heeresetat wurden entsprechende Streichungen auch bei dem sächsischen Etat vorgenommen. Blockabgeordnete hatten mit dem sächsischen Bevollmächtigten einige weitere Abstriche vereinbart, die ganz unmotiviert waren und deshalb die Zustimmung der Mehrheit der Kommission nicht fanden. Auch in dem württembergischen Kontingent erfolgt die Abstreichung nach Konsequenz der Abstriche im preußischen Etat. Nur der Aggregiertenfonds wurde ungekürzt bewilligt. Dabei kam zur Sprache, daß der Block im Plenum den Aggregiertenfonds, für den von der Kommission 100000 Mk. angesetzt sind, wohl bewilligen Es folgt die Beratung des Etats der Pensionsfonds. Die Ausgaben für Pensionen sind auf 104 214004 Mi. angewachsen, 4 361 028 Mk. mehr als im Vorjahre. Die Pensionen verteilen sich auf, Heer und Flotte wie folgt: Heer: 87 758 185 Mk., 3 304 738#k. mehr als im Vorjahre; Marine erfordert: 9093104 Mark, 706 750 Mk. mehr als im Vorjahre. An den glorreichen Boxerfeldzug erinnert eine Ausgabe für „Pension infolge der Expedition nach Ostasien“ in Höhe von „Auf die Zivilverwaltung des Reiches entfallen nur 2958094 Mk Moniert würde, daß auffallend viel Beamte des Auswärtigen Amtes zur Disposition gestellt werden, obgleich nicht daran dacht wird, die Herren wieder Dienst tun zu lassen.— Unterstaatssekretär Twele gibt an, das Reichsamt verhandle mit dem Auswärtigen Amt seit längerer Zeit wegen der Grundsätze der Zurdispositionsstellung der Beamten und habe auch Erfolge erzielt. *** Die Osterferien des Reichstages. Der Seniorenkonvent des Reichstages beschloß am Mittwoch mittag die Osterferien am 1. April beginnen zu lassen und die erste Sitzung nach Ostern auf den 20. April festzusetzen. In der Finanzkommission begann heute die Beratung der Weinsteuergesetzvorlage.— Abgeordneter David erklärt sich als Korreferent prinzipiell gegen alle indirekten Steuern. Auch die Kontrolle und die Erhebung der Steuern sei unrationell; durch das Gesetz werden der Mittelstand und die Weinbauern geschädigt. Ministerialdirektor Kühn behauptet, daß sich im Prinzip nichts gegen diese Steuer sagen ließe. Der Zeitpunkt sei günstig; später würde das Gesetz schädlich wirken. Abgeordneter Canitz tritt für Besteuerung des Weines ein; er stimmt mit Freuden dafür, wenr Bier und Branntwein besteuert werden. Wenn jemand 8 Mark für ein Glas Wein zahlen könne, dann könne er auch Steuern bezahlen.(Zuruf: Nehmen Sie doch Nachlaß= oder Einkommensteuer von ihm. Ministerialdirektor Kühn sagt: Mit Rücksicht auf die süddeutschen Staaten müsse eine allgemeine Weinsteuer unterbleiben. Der württembergische Bundesratsbevollmächtigte erklärt: Meine Regierung hat ihre Zustimmung zu dieser Steuer gegeben, aber Garantien gegen eine allgemeine Weinsteuer verlangt. Abgeordnete Hormann und Weber plaidieren für eine Besteuerung des Weines, sind aber mit vielen Bestimmungen im Gesetze nicht einverstanden.— Weber sagt, die Meinungen in seiner Partei seien geteilt.— Schatzsekretär Sydow erklärt: Wenn Bier und Branntwein besteuert werden, könne an dem Getränk der Wohlhabenden nicht vorbeigegangen werden. Der Zentrumsabgeordnete Pichler erklärt sich für die Besteuerung der teuren Weine; die billigen sollen steuerfrei bleiben. Er erklärte bei der Abstimmung über§ 1, sich der Abstimmung zu enthalten. Wilhelms II. Regierungssorgen. Der„Reichsanzeiger" veröffentlicht heute eine umfangreiche Kleiderordnung für einige Beamtenkategorien. Es heißt da: Auf den Bericht vom 24. Januar d. J. bestimme ich, daß die... Beamten als Uniform die durch meinen Erlaß vom 16. März 1892 vorgeschriebene ständische Uniform des betreffenden Landesteiles mit folgenden unterscheidenden Merkmalen und Rangabzeichen in Silber oder Gold gestickt ist, zu tragen haben: 1. Die Knöpfe sind nach dem anliegenden Muster(Anlage 1) matt in gewölbter Form auszuführen und mit aufgesetzten Buchstaben zu versehen, die das betreffende landschaftliche Kreditinstitut benennen. 2. Die Schulterschnüre erhalten in gleicher Weise nach dem Muster der Anlage 1 aufgesetzte Buchstaben. 3. Die Generallandschaftsdirektoren(die Hauptritterschaftsdirektoren) und die Landschaftsdirektoren, die Vorsteher von Landschaften sind, tragen die Abzeichen der Räte 3. Klasse. und außerdem auf den Schulterschnüren je einen sechszackigen Stern nach dem für die Uniform der Staatsbeamten bestimmten Muster. und zwar bei silberner Stickerei in Gold, bei goldener in Silber. Die Stickerei des Rockes hat dem beifolgenden Muster (Anlage 2) zu entsprechen. 4. Die Landschaftsdirektoren(Ritterschaftsdirektoren, Departementsdirektoren), die Vorsteher von Provinzialbezirken sind, tragen die Abzeichen der Räte vierter Klasse und außerdem auf den Schulterschnüren je einen sechszackigen Stern wie unter Nr. 3. 5. Die Mitglieder der Generallandschaftsdirektionen und Landschaftsdirektionen(Ritterschaftsdirektionen, Departementsdirektionen), soweit sie nicht zu den Generallandschaftsdirektoren und den unter Nr. 3 und 4 bezeichneten Landschaftsdirektoren oder zu den Syndicis gehören, und die Landschaftsräte(Ritterschaftsräte) tragen die Abzeichen der Räte vierter Klasse. Die bei den oben angeführten landschaftlichen Kreditinstituten im Hauptamt angestellten Syndici tragen die Uniform der Räte vierter Klasse der allgemeinen Staatsverwaltung. Die Knöpfe und Schulterschnüre haben jedoch den vorstehenden Bestimmungen unter Nr. 1 und 2 zu entsprechen. Berlin, 15. Februar 1909. Wilhelm R. Mar Feßt Deutfchlans u..„. v. Arnim. Dean neyt, Weutschland ist in der Welt voran. Professor Wagner und die Junker. In der Versammlung des nationalliberalen Vereins Charlottenburg, von welcher wir schol Dienstag kurz berichteten, hat Adolf Wagner seinem gekrantten Herzen nicht übel Luft gemacht. Es lohnt, seine Rede etwas ausführlicher wiederzugeben. Der Korrespondent der„Frankfurter Zeitung" berichtet darüber folgendermaßen: Wagner erklärte, daß es Parteiunterschiede in der wichtigen Frage der Reichsfinanzreform nicht geben dürfe. Es handele sich hier um eine Pflicht gegen das Vaterland. Der Worte seien aber genug gewechselt. Das möge sick auch der Reichstag gesagt sein lassen, der nun schon ½ Jahr sich mit dieser Frage beschäftige. Er entwickelte danr seine Gedanken über die Notwendigkeit einer Erhöhung der Verbrauchssteuern, die die Massen relativ stärker belasten, als die Wohlhabenden, und daß der Ausgleich dafür durch direkte Steuern auf den Besitz geschaffen werden müsse. Am besten ware es, die preußische Vermögens= und Einkommensteuer auf das Reich zu übertragen, wozu das Reich berechtigt sei. Wie aber die Dinge liegen, müsse man mit der Erbschafts= und Nachlaßsteuer vorlieb nehmen. Die Erbschaftssteuer hat ja einen heißen Kampf der ländlichen Besitzklassen hervorgerufen. Aber ich scheue mich nicht, als Mann, der den Agrariern vielfach nahesteht, der aus Ueberzeugung für die Agrarzölle eingetreten ist zu erklären, daß die Art, wie die Einwände gemacht worden sind, und die Kampfesweise, die der Bund der Landwirte in die Wege geleitet hat, nicht die richtige Agitationsweise ist.(Stürm. Beifall.) Sie ist in derselben Art in Szene gesetzt, wie wir sie bei dem schlimmsten Gegner des Bürgertums gegen einzelne Steuern nicht ärger erlebt haben. Man muß nicht nur aufreizen, sondern muß auch aufklären. Da hörte man: Das deutsche Gemütsleben verträgt es nicht.(Stürm. Heiterkeit.) Der deutsche Familiensinn wird zerstört.(Erneute Heiterkeit.) Das sind Phrasen(Stürm. Beifall.] Nun ist neulich in der agrarischen Versammlung, die mehr Lärm gemacht hat als sie verdient, mir auch von einem entgegengehalten worden, das Erbrecht des Staates sei sozialistisch. Ich sage: Es ist ganz wurscht, wie man es nennt. Was jemand wirtschaftlich nicht mag, das ist ihm sozialistisch.(Heiterkeit.) Hat das Erbrecht in den entfernten Seitenlinien denn heute noch eine Berechtigung? Wenn die Vorschläge des Kompromisses scheitern sollten—. ich wünsche es— dann wird man zurückgreifen müsser auf den Regierungsentwurf. Wir müssen zu einem Ergebnis kommen, denn wir brauchen 500 Millionen.(Stürm. Beifall.) Adolf Wagnei ist also ein so guter Reaktionär, wie nur einer der Junker sein kann. Es ist ja lächerlich, wenn man anerkennt, daß die indirekten Steuern die Arbeiter aufs schwerste belasten, dann noch 350 Millionen auf deren Schultern legen zu wollen und es als ein Art Gegengewicht zu fordern, daß 150 Millionen durch direkte Steuern aufgebracht werden. Dieser Adolf Wagner ist wert, der Gewährsmann für die ChristlichSozialen zu sein, er tritt ja auch feste für die Erhöhung der Tabaksteuer ein. Ob dadurch 40000 ärmste Arbeiter existenzlos werden, das ist seiner Meinung nach vermutlich auch„gang wurscht". Und dieser reaktionäte Professor läßt sich jetzt als Vorkämpfer des liberalen Bürgertums feiern! Das ist der Humor, den die Weltgeschichte bisweilen entwickelt. Das Wettrüsten mit Deutschland. London, 17. März. Im Unterhause erklärte der Premierminister, er warne davor, mehr Schifft als nötig zu bauen, um Englands Superiorität aufrecht zu erhalten. Deutschland sei verschiedentlich von England ausgefordert worden, mit England ein Arrangement über die Ausführung des beiderseitigen Flottenprogramms einzugehen. Stets habe Deutschland erklärt, daß es nicht im Hinblick auf England, sondern nach seinen eigenen Bedürfnissen Schiffe baue. Zuletzt habe es die bestimmte Zusicherung abgegeben, daß es ferner seine Schiffsbauten nicht beschleunigen werde. Diese Mitteilung rief großen Eindruck im Hause hervor. Die Wandelgänge waren von Deputierten erfüllt, die die Rede besprachen. Die radikalen Abgeordneten, die schon eine Reduktion verlangen und eine entsprechende Reiolution einbringen wollten, sind von der gemäßigten Politik Asquiths und dem Versprechen Deutschlands so betroffen, daß sie eiligst zu Beratungen zusammentraten und wahrscheinlich ihren oppositionllen Standpunkt verlassen werden. Nicht ohne Eindruck blieb auch Asquiths Hinweis auf die Notwendigkeit, infolge der sich immer mehr entwickelnden Ballonflotten Deutschlands und Frankreichs mehr für den Schutz der Häfen und Küstenbefestigungen zu tun. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 18. März. — Wegen Nahrungsmittelfälschung hatte sich gestern vor der hiesigen Strafkammer der Schokoladenfabrikant Louis Wernscheid von hier zu verantworten. Zu der Verhandlung, die mit zweistündiger Unterbrechung von morgens 9 Uhr bis 12 Uhr nachts dauerte, waren 30 Zeugen und 4 Sachverständige geladen. Nach Eingang einer Anzeige im Mai v. J. sind bei dem Angeklagten eine Anzahl Kübel, Tonnen und Kisten mit teils halbfertigen Waren beschlagnahmt worden, von denen sich eine Anzahl im Gerichtssaal befindet: Der Eröffnungsbeschluß wirft dem Angeklagten vor, daß er 1. zum Zweck der Täuschung Nahrungsmittel verfälscht, 2. verfälschte Nahrungsmittel wissentlich verkauft, 3. Nahrungsmittel vorsätzlich derart hergestellt habe, daß sie die Gesundheit gefährbesen, 4 dieise uesandbeitgesäbrdenden Rahrungzmitel Histen. lich gelegten Delikte, die Beschuldigungen gingen von Arbeitern aus, die er aus irgend einem Grunde früher enrlassen habe und die sich nun an ihm rächen wollten. Die Beweisaufnahme ergab folgendes Resultat: Der Werkmeister Bauer erhielt einmal von peschhran?. hespel,„P en, 4. Meiz gealghengrsahzpenden Nahrungsmisterwissent verkauft habe. Der Angeklagte bestreitet alle ihm zur Last egten Delikte, die Beschuldigungen gingen von Arbeitern aus, Der Wertmeister Tauer erhien einmal von Wernscheid den Auftrag, ein Gemengsel von Himbeerkernen, Zucker uzw., weiches zwei Jahre unbedeckt herumgestanden hatte, zu verarbeiten. Als er sich weigerte, habe Wernscheid selbst die Sachen in den Kessel getan. Ebenso sollten Schokolade=Zigarren, welche von Würmern zerfressen waren, wi##r verarbeitet werden. Dasselbe wurde auch angeordnet bei einer verschimmelten Ware, in der eine tote Maus lag. Der Zeuge hat dies aber abgelebnt. Der Zeugin Büsing war die Zubereitung der Schokolade übertragen. Sie hat aus Geheiß Wernscheids der Masse, aus welcher die Schokolade bereitet wird, bei den geringeren Sorte### gemahlene Kakaoschalen zugesetzt, ebense hat sie Sesamöl verwenden müssen, weil Butter zu teuer sei. Einmal seien verbrannte, aus dem Brenner gefallene Kakao=Bohnen auf dem Fußboden zusammengesegt und so mit Dreck und Asche verwendet worden. Die Zeugin Flachmann bekundet, daß zwei Frauen in eine Vonbondose Urin gemacht, sich hierin die#ände gewaschen und dann weitergegrbeitet hatten. Dies sei Wernscheid mitgeteilt dieser worden. Bei Vernehmung der beiden Frauen, welche in dieser appetitlichen Weise gearbeitet haben, wird die Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der Sittlichkeit ausgeschlossen. Ein anderer Zeuge ist der Bonbonkocher Tuschka. Dieser will absolut von nichts etwas wissen. Erst nachdem ihm wiederholt Vorhaltungen gemacht sind und er anderen Zeugen gegenübergestellt ist, auch die Staatsanwaltschaft den Antrag gestellt hat, den Zeugen wegen dringenden Verdacht des Meineids zu verhaften, bequemt er sich, etwas mehr über die Vorgänge in der Bonbonkocherei auszusagen. Der Zeuge gibt zu, daß er verdorbene und schimmelige Bonbonabfälle wieder aufgekocht und verarbeitet hat, er behauptet jedoch, die Ware sei nachher nicht gebraucht worden, während die Zeugin Vornfelde aussagt, die Ware sei verpackt worden und aufs Lager gekommen. Der Zeuge gibt auch zu, daß Wernscheid ihn ersucht hat, günstig auszusagen und auf seine, Wernscheids, Seite zu treten Der Sachverständige, Nahrungsmittel-Chemiker Dr. Treue, wird zngleich als Zeuge vernomrten, um zu bekunden, was er bei der „on des Betriebes nach erfolgter Anzeige alles vorgefunden hat. Der Zeuge bekundet, daß in auen Betriebsräumen vom Keller bis zum Dach hinauf Kästen und Dosen, teils nicht einmal verschlossen, mit Waren standen, die verstaubt und verschimmelt waren. Die Arbeiter hätten damals gesagt, Wernscheid habe befohlen, diese Waren noch mit zu verwenden. Die Zeugin Vornfelde hatte Abfall=Bonbons, sogenanntes „Studentenfutter“, welches von Kunden zurückgesandt und teilweise sehr feucht war, zu sortieren. Das gute wurde gleich wieder in Tüten gepackt, das schlechte umgeichmolzen. Die Zeugin Schäfer wurde von Wernscheid angewiesen, zurückgekommene, und teils arg verstaubte Bonbondosen auszutratzen und die so gewonnenen Reste wieder mit verarbeiten zu lassen. Auch der auf dem Fußboden liegende Bonbonabfall wurde zusammengefegt und wieder verwendet. Die Zeugin Gericke hat„Studentenfutter" verpacken müssen, auf welchem Bienen lagen. Eines Nachts seien Eierschaumsachen durch eine Katze beschmutzt worden. Die Sachen wurden ausgesucht und das brauchbare verwendet. Schokoladen und Mandeln, welche mit Maden und Spinngeweben durchsetzt waren, mußte die Zeugin Hütker in Automaten=Blecheier verpacken. Die Kiste mit dieser Ware wurde ihr von Wernscheid hingestellt Die Zeugin Dettmer hat dies ebenfalls gesehen. Diese sollte Schokolade verpacken, in der sich Würmer befanden. Als sie sich wiederholt weigerte, sei die Kiste mit diesem Zeug schlie glich wengebracht worden. Der Konditor Emde hat aus dem zum Pudern gebrauchten Mehl, welches teilweise zusammengesegt war, Drags=Kugeln fabrizieren müssen. Eine Reihe weiterer Zeugen weiß nichts oder nur ganz unwesentliches zu bekunden. Es wird dann noch die Aussage einer kommissarisch vernommenen Zeugin verlesen welche zweimal gesehen hat, daß schimmelige Schotolade und solche mit Würmern verwendet worden ist. Wernscheid hat der Zeugin einen Brief „ vernscheid hat der Zeugin einen Brief geschrieben, und darin angedeutet, wie sie auslagen solle. Der Bucherrevisor Ernst hat als Sachverständiger die Geschäfts=Korrespondenz des Angeklagten durchgesehen und 365 Fälle in den Jahren 1906 bis 1908 festgestellt, in denen sich die die geKundschaft in zum Teil recht drastischen Ausdrücken über die lieferten Waren ausläßt. Einer schreibt, die Würmer seien ihm beim Oeffnen der Sendung entgegengesprungen. Der Zuckerwarenfabrikant Hesselbart aus Magdeburg bezeichnet es als Sachverständiger für zulässig und üblich, daß gute Abfälle wieder uufgelöst und neu verwendet werden. Selbst wenn sich Schimmel gebildet habe, könne der wieder bgeschäumt werden. Das Aufsegen usw. von Abfällen sei aber nicht statthaft. Auch der Zusatz von Sesomöl zur Schokolade sei in jeder Form zu verwerfen. Gerade das Ranzigwerden und die Würmer in der Schokolade seien eine Folge dieres Zusatzes. Der Sachverständige Dr. Treue gibt sein Gutachten dabin ab, daß die aus verschimmeltem Zucker hergestellten Bonbons nach dem Aufkochen und Abschäumen wohl genußfähig. aber keine normale Waren seien und deshalb als verfälscht im Sinne des Gesetzes anzusehen seien. Die hergestellten Schofoladen haben ca. 2 Prozent Sesamöl und bis zu 6 Prozent Kakgoschalen enthalten und mußten deshalb als verfälscht bezeichnet werden. Der Angeklagte habe ja vorsichtigerweise die geringsten Sorten nicht als Schokolade, sonderr als Bildertafeln bezeichnet, doch halte sie das Publikum für Schokolade und dies sei auch gewollt. Der Kreisarzt Dr. Nünninghoff betont in seinem Gutachten, daß die aus verschimmelten Resten hergestellten Waren nicht als gesundheitsschädlich bezeichnet werden könnten wenn sie, wie behauptet, auf über 100 Grad erhitzt seien, da dadurch die Bakterien getötet würden. Das sogen. Studentensutter könne allerdings bei Kindern krankhafte Erscheinungen hervorrufen Der Staatsanwalt führt in der Begründung der Anklage aus, daß dem Angeklagten nicht nachgewiesen sei, daß er wissentlich gesundheitsgefährliche Waren bergestellt. und damit gegen§ 12 des Nahrungsmittelgesetzes verstoßen habe, wohl aber habe er wissentlich verdorbene und verfälschte Waren in den Handel gebracht und damit gegen§ 10 des genannten Gesetzes verstoßen. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von drei Monaten und eine Geldstrafe von 450 Mka event. für je 15 Mk. ein Taa Gefängnis. Der Verteidiger plaidiert für eine milde Geldstrafe. Das Urteil lautet: Der Angeklagte wird aus§ 10. Abf 1 und 2 des Nahrungsmittelgesetzes zu einer Geldstrafe von 900 Mt. verurteilt, für die im Unvermögensfalle an Stelle von je 10 Mt. Geldstrafe 1 Tag Gefängnis tritt. Das Gericht hat als erwiesen erachtet, daß der Schokolade Sesamöl zugesetzt ist, wodurch dieselbe verfälscht wurde, ebenso waren die aus den Restern hergestellten Bonbons keine normalen. Es ist eine fortgesetzte Handlung angenommen worden. der Angeklagte hat mit seinem Treiben hart das Gefängnis gestreift. In Anbetracht jedoch, daß er keinen oder nur einen ganz minimalen Gewinn von der Sache gehabt hat, hat es das Gericht bei einer Geldstrafe bewenden lassen. — kr. Leben die Fleischergesellen in moderner Sklaverei? Zu den wenigen Berufen, in welche der Gedanke der cewerkschaftlichen Organisation nur sehr schwer Eingang findet, gehört der Fleischerberuf. Und doch wäre gerade für diesen Beruf eine gute Organisation sehr notwendig. Arbeitszeiten von 14 bis 17 Stunden pro Tag gehören nicht zu den Seltenheiten. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, wenn der Geselle, ermüdet von der langen anstrengenden Arbeit, sein Lager aufsucht, und nur wenig Interesse an den wirtschaftlichen und politischen Vorgängen hat. Und wie sieht es oftmals mit den Logis aus? Vielfach sind es Räume, wo es nicht möglich ist, die durchnäßten Kleider zu trocknen, den durchfrorenen Körper genügend zu erwärmen. Die Folge davon sind dann rheumatische Krankheiten. Bei diesen Verhältnissen ist es sehr schwer die Fleischergesellen für die Organisation zu gewinnen. Hinzu kommt aber noch die Abhängigkeit der Gesellen, welche das Kost= und Logiswesen beim Meister mit sich bringt. Uns sind Fälle bekannt, wo die Gesellen keinen Hausschlüssel bekommen, also verpflichtet sind, zu einer bestimmten Zeit nach Hause zu kommen. Das ist nichts anderes als moderne Sklaverei Wehe, wer es wagt sich zu organisieren und dadurch das „oatriarchalische" Verhältnis zu stören versucht! Unbarmherzig wird ein solcher Hetzer, der doch nichts weiter tut, als von seinen gesetzlichen Rechten Gebrauch zu machen, auf die Straße gesetzt, Am Orte Arbeit zu erhalten, ist ausgeschlossen, da sorgt schon der innige Connex der Meister in den Innungen, und der Meister und Meistersöhne in den Brüderschaften dafür Solche traurigen Zustände zu beseitigen muß Aufgabe jedes Menschenfreundes sein. Durch die Konsumenten muß es den sich geMeistern begreif..„ macht werden, daß der Geselle, um sich scwerschaftlich zu organisieren, nicht notwendig hat, erst die Micnonts des Meisters einzu nuter ###0. Freiners Anzuholen. Eine Mitbilfe des konumierenden Publikums oi allen Umständen von Erfolg gekrönt sein. Auch in Bielefeld bestehen noch Zustände wie bi: geschildert. Seit zwei Jahren versucht der Bewerkschafts=Ausschuß Bielefeld, die Fleichergesellen der gewerkschaftlichen Organisation zuzufuhren. Innung und Brüderichaft arbeiten Hand in Hand, um dieses zu vereiteln. Bezeichnend ist es, daß selbst Meister, die lediglich auf Arbeiterkundschaft angewiesen sind, ihren Gesellen Schwierigkeiten bereiten, wenn dieselben sich der Organisation anschließen wollen. Bisher konnte dies seitens der Herren auch unbedenklich geschehen, es kam ja nichts an die Oeffentlichkeit. Von jetzt an wird dies anders werden. Die Organisation hat es satt, sich durch derartige Maßnahmen schädigen zu lassen, und wird in Zukunft jeden Fall der Oeffentlichkeit unterbreiten, wo gegen die Organisationszugehörigkeit der Gesellen seitens der Meister vorgegangen wird. Die Arbeiterschaft wird dann ihr Urteil darüber abgeben, ob sie Meister, die so gegen die Interessen der Arbeiter handeln, durch. Abnahme ihrer Waren feruerhin noch unterstützen will. aber rufen wir zu; Laßt euch nicht zonisigrt euch im Jentralverhand der erganst wird es auch moglich sein, ichen: Den Fleischergesellen Fleischer und güdern orge Fleischer und Berufsgenossen, dann wird es auch mög euch zu freien, gleichwertigen Elenschen und Burgern zu muchen — Freie Volksbühne. Die Bezirkskassierer können am Freitag ihre Beitragslisten nebst Marken abholen. Die nächste Vorstellung,„Der Probekandidat“, findet am Sonntag, 4. April, statt. Mitgliederversammlung am Montag, 5. April. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Heute geht das preisgekrönte Schauspiel„Die rote Robe“ zum letzten Male in Szene. Hofschauspieler August Junkermann spielt am Sonnabend den Herzog Adolf Friedrich IV Mark e---ceuevn Wrg-.„ von Meatenvurg=Strelitz in„Dörchlauchting Nächst dem Bräsig verdankt Herr Junkermann wohl seine allergrößten Erfolge dieser an urwüchsigstem Humor überreichen Figur.„Dörchläuchting“ kommt nur dieses eine Mal zur Aufführung. — Polizeibericht. Unfallmeldedienst. Es scheint im sein, d Publikum immer noch wenig bekannt zu.. aß bei der Fernsprech=Vermitttungsstelle des hiesigen Kaiserlichen Telegrapyenamtes während des Dienstschlusses, d. h. vom 1. April bis 30. September von 10 Uhr abends bis 7 Uhr morgens und vom 1. Ottober bis 31. März von 10 Uhr abends bis 8 Uhr morgens, Unfallmeldedienst abgehalten wird. Unfallmeldegespräche sind nur solche Gespräche, die wegen eines Unglücksfalles, bei schweren Erkrankungen oder bei einem Schadenfeuer mit einem Arzte. der Unfallmeldestation bezw mit der Feuerwache geführt werden und zwar zwischen den Teilnehmerstellen selbst, sowie zwilchen den Teilneymerstellen und der öffentlichen Sprechstelle des Kaiserlichen Telegraphenamts Die Gebühr beträgt 20 Pfg. Die den Unfallmeldedienst wahrnehmenden Beamten verrichten ihre eigentlichen Dienstgeschäfte in anderen Räumen und müssen sich, beim Anrufe des Teilnehmers durch ein Glockenzeichen aufmerksam gemacht, zur Herstellung der Verbindung erst nach der Fernsprech=Vermitttungsstelle begeben. Der Anruf kann daher nicht so rasch beantwortet werden, wie am Tage. Die Teilnehmer müssen deshalb einige Zeit am Apparat warten, bis das Amt sich meldet. Festgenommen wurde 1 steckbrieflich gesuchte Person, 2 Personen wegen Trunkenheit, groben Unfugs, Widerstandes, Hausfriedensbruchs und Beleidigung, ferner 1 Person wegen Bettelns und 1 Person wegen Diebstahls. 34 Obdachlose erhielten Unterkunft Einbruchsdiebstahl in Halle i. W. Als dringend verdächtig, einen Einbruchsdielstahl in Halle i. W. ausgeführt zu haben, wurde hier der Schlosser H. aus Halle i. W. festgenommen. Versammlungen. Enger. Arbeiter=Turnverein„Eintracht". Freitag. 19. März, abends 9 Uhr, bei Niermann: Generalversammlung. Bünde. Gewerkschaftskartell. Sonnabend, 20. März, abends 9 Uhr, bei Nübel: Sitzung. — Oeffentliche Gewerkschafts=Versammlung Sonntag, 21. März, nachmittags 4 Uhr, bei Nübel. Tagesordnung:„Gewerkschaft und Genossenschaft. Referent: Koll. C. Schreck=Bielefeld. * Sudbrack, 18. März. Großfeuer. Heute morgen 2½ Uhr brach in der Restauration„Transvaal“ Feuer aus welches das ganze Gebäude und die nebenliegende Kistenfabrik einäscherte, da das Feuer in den Holzvorräten reichlich Nahrung fand. Auch ein Pferd ist verbrannt. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken. die Nebenhäuser zu schützen. Halle, 17. März. Eine christlich=soziale Versammlung tagte am Montag in Halle Wallbaum=Bielefeld referierte über„Ziele und Aufgaben der christlich=sozialen ParKurfah tei". Nach den Ausführungen des Herrn Wallbaum bestehen Ziel und Aufgabe der christlich=sozialen Partei in der Hauptsache darin,„national bis auf die Knochen“ zu werden. Soweit die Ausführungen sich mit der Gewerkschaftsbewegung und sozialvolitischen Gesetzgebung beschäftigten, erübrigt es sich, dieselben an dieser Stelle zu tritisieren, denn sie waren auf den üblichen Ton gestimmt. Die übrigen Ausführungen, die wohl besonders ländlichen Charakter des Ortes angepaßt waren, waren dem sehr erbaulich und deshalb sei einiges aus denselben hervorgehoben. Die Sozialdemokraten seien Feinde der Landwirtschaft. weil sie die Schutzzölle bekämpfen! Die Christlich=Sozialen halten diese für notwendig! Nicht die Christlich=Sozialen in Gemeinschaft mit den— d. h. im Schlepptau— Konservativen treiben Brotwucher, sondern die Sozialdemokraten, weil sie gegen die Knebelung der Börse gestimmt haben, die durch ihre Spekulation Brotwucher treibe. Das trug Wallbaum alles mit wahrer Biedermeiermiene vor, ohne dabei zu lachen, was allerdings die Versammelten nicht unterließen, und ohne zu merken. wie er hier seine eigene nationalbkonomische Logik radschlagen ließ.* Minuten wurde entwickelt, daß Angeb ließz.. Denn bor 3 Mmann Päle. entwillent, baß ungebot und Nachfrage die Höhe des Arbeitslohnes bestimmen, ja, warum soll es denn bei dem Getreide nicht ebenso sein? Ja, Bauer, weil das eben ganz was anderes ist! Eine geradezu fabelhafte Leistung war die Vorlesung über Freihandel, wobei weder Angebot noch Nachfrage, noch Börsenspekulation, sondern die pure Niederträchtigkeit des Auslandes, welches nach Deutsch'and exportiert, den Preis bestimmt!„Die Rüstungen zu Lande und u Wasser sind notwendig und müssen fortgesetzt werden soweit es die Steuerkraft des Volkes gestattet. Welches die Merkmale für die Brenzen der Steuerkraft sind, hat der Referent weder im Vortrag noch im Schlußwort verraten. Was uber die Finanzreform ausgeführt wurde, war vollkommen bedeutungslos, weil ja im Block die Christlich=Sozia en hinsichtlich der direkten Steuern überhaupt nichts zu sagen haben. In der Diskussion trat Benosse Mademann dem Reserenten entgegen und fand hierbei lebhaften Beifall aus der Versammlung. Die freundliche Aufforderung Wallbaums, sich der christlichsozialen Partei anzuschließen, wurde mit großer Heiterkeit aufenommen. Nachdem das ob igate Hoch aufs Vaterland ausgeracht war, wurde„Deutschland usw.“ angestimmt. Doch was war das? Eine christlich=soziale Versammlung und 5 von den etwa 40 Anwesenden erheben sich und singen mit. Blamiert bis auf die Knochen! * Herford, 17. März. Verhandlungen über Abluß eines Tarises für die diesige Maßneiderei haben die interessierten Kreise in letzter Zeit iebhaft beschäftigt. Die letzte Innungsversammlung stimmte einem vom Gesellenausschuß eingebrachten Antrage auf Schaffung eines Lohntariis für den Innungsbereich einstimmig zu ch vier Meistern bestehende Kommissioe; diese der gleichen Zahl von Gehilfenvertretera usgearbeitet. wiese Kommission hat ihre und wählte eine aus dier hat in Gemeinschaft r.: eine Tarifvorlage g.— Arbeiten so weit eriedigt,daß der Tarif jetzt einer Innungsversammlung zur endgiltiger Beratung und Beichlußfassung vorgelegt werden kann. Eine Gehilfenversammlung beschäftigte sich am Montag, den 15. d. M. mit dem Torif und stimmte dem Tarif, mit Ausnahme einiger Positioner, über die in der Innungsversammlung eine anderweitige Einigung zu erzielen versucht werden soll, zu. Seitens einiger Arbeitgeber wird versucht, den Verhandlunger die größten Schwierigkeiten zu bereiten. Die Gehilfen werden aber auch diese Schwierigkeiten überwinden. Eigentlich sollte man meinen, daß bei der allgemeiner mißlichen Lage, in der sich die hiesige Maßschneiderei befindet, eir Tarif nicht nur von den Gehilfen, sondern auch von dem größten Teile der Meisterschaft begrüßt werden würde. denn gerade auf Kosten der Arbeitslöhne macht sich hier eine Schmutzkonkurrenz breit, bei der eine gute Maßichneiderei nicht hochkommen kann, und unter der die hiesige Maßichneiderei in ihrer Gesamtheit leidet. So ist hier eine Reihe von Meistern, denen sind die jüngsten, eben ausgelernten Gesellen, die möglichst vom Dorfe kommen, die liebsten, diese arbeiten für einige Mark die Woche. und dann solange, wie es der Meister nur wünicht. Aber aicht nur dies allein, es sind hier auch ganz leistungsfähige Geschäfte mit einer zahlungsfähigen Kundschaft, die den Kunden durch möglichst niedrige Preise und indem sie ihm auf Kosten der Arbeiter alle möglichen Errungenschaften der Mode, wie Aermelschlitz. Nähtesteppen usw., an den Sachen machen, ans Geschäft zu fesseln suchen. Das sind ungesunde Verhältnisse, die, bis zu einem gewissen Grade wenigstens, durch einen allgemeinen Tarif abgestellt werden können. Aber gerade diese Meister sind es auch, die sich dem Tarif entgegen stemmen. Die organssierten Arbeiter, soweit sie als Kunden in Frage kommen, haben alle Ursache, diesen Zuständen ein wenig ihr Augenmerk zu schenken. Wie in allen anderen Städten, wird sich auch in Herford die Maßschneiderei unter den günstigen Einwirkungen eines Tarifs wesentlich bessern. * Schweicheln, 17. März. Zur Ehrenerklärung des Lehrers Wöhrmann. Unse Lehrers Wöhrmann. Unsere Leser werden sich wohl noch dieser schnurrigen Geschichte erinnern, weiche wir aus dem„Hersorder Kreisblatt“ herausgefischt hatten und die wir weil sie uns außergewöhnlich drollig erichten, zum Abdruck brachten. Nun hat sich herausgestellt, daß sie doch ihre sehr ernste Kehrseite hat. Wir erhielten infolgedessen einen Brief, aus dem hervorging, daß Herr Wöhrmann. nebenbei ein 68jahriger Mann, der als pensionierter Lehrer zugleich Waisenrat ist, üorigens auch zu den Frömmsten im Lande gehört, nicht so ganz ohne Anlaß war, sich diese Ehrenerklärung ausstellen zu lassen. Da es schon 14 Tage her ist, drucken wir sie hier noch einmal ab. Ehrenerklärung. Wir Unterzeichneter erklären und bezeugen hierdurch, daß Herr Lehrer Friedrich Otto Wöhrmann, wohnhaft Nr. 65 zu Schweicheln, in jeder Hinsicht ein Ehrenmann ist, welcher nur Gutes tut, und wenn Böses von ihm gesagt wird, dies nur Verleumdung und Unwahrheiten sind. Herr Wöhrmann ist Inhaber des Adlers des Hausordens von Hohenzollern und jetzt Fürsorge= und Waiseninspektor. Ta er gerade in letzter Eigenschaft unerhörten Verleumdungen ausgesetzt war, sehen wir uns zu der obigen Erklärung veranlaßt. Folgen die Unterschriften, welche ja weiter kein Interesse bieten. Und nun wollen wir mitteilen, was dieser famosen Geschichte zugrunde liegt. Es ist die alte, ewig neue Geschichte, und es ist ein Mädchen und Wöhrmanns Verhältnis zu ihm, was dabei in Frage kommt. Herr Wöhrmann wohnt neben der Werramühle in Schweicheln, wo das Mädchen diente. Dorthin am zum 1. Oktober v. J. der Knecht in Dienst, sein Bruder, der vorher dort diente, war zu diesem Zeitpunkt zum Militär eingezogen worden. Den Knecht machte nun Herr Wöhrmann, wie man zu sagen pflegt, bei der Herrschaft schlecht, sie sollten ihn ja im Auge behalten. Wenigstens ist dies dem Knechte von der Herrschaft erzählt worden. Taraufhin beobachtete der Knecht Herrn Wöhrmann, was nur natürlich war, und da fand er, daß das Mädchen, welches etwa 18 Jahre alt ist, regelmäßig jeden Abend Wöhrmann besuchte. Leckereien hatte es im Ueberfluß und gab sogar ihm davon ab. Dann aber traf er in der Woche nach Weihnachten beide, wobei Wöhrmann das Mädchen in den Armen chielt und an sich drückte. In die Kirche ging Wöhrmann zusammen mit dem Mädchen des ofteren, er tat dies aber auch in der Neujahrsnacht und wurde gesehen, wie er mit ihm um Fun wie 3 Uhr nechts untergefaßt nach Hause kam. Später sind dan beide sehr häufig gesehen worden. Der Knecht hat gesehen, sie sich im Freien zusammen auf den Mantel Wöhrmanns gesetzt haben, auch seine Herrschaft hat gesehen, wie sie sich auf einen Platz am Tamm zujammen hingezetzt haben. Es war wohl nur natürlich, daß der Knecht das Mädchen deswegen zur Rede gestellt hat Da hat sie ihm jeden intimen Verkehr mit Wöhrmann abgestritten. Dann aber ist sie von ihrer pat sie sich Herrschaft ins Gebei genommen worden, und da hat sie### zum Eingestandnis der Wahrheit bequemen mussen. Zwar hat sie später, als Wöhrmann anwesend war, die Sache wieder abzustreiten versucht, jedoch dürfte dem angesichts folgender Umstände wenig Wert beizumessen sein. Erstens hat sie, gefragt, ob sie denn keine Angst gehabt habe, daß sie schwanger wurde, dies verneint und dabei als Begründung Einzelheiten ihres intimen Verkehrs mitgeteilt, welche sie unmöglich erfunden haben kann, die sie erlebt haben muß. Dann hat sie unmittelbar hinter ihrem Eingeständnis auch dem Knecht ziemlich zerknirscht Mitteilung davon gemacht. Und endlich hat sie auch bares Geld von Wöhrmann erhalten. Sie hat zum 1. Januar. als sie 90 Mk. Lohn erhielt, 100 Mk. auf die Sparkasse gebracht und doch noch 30 Mk. im Koffer zehabt. Sie hat auch zugegeben, daß sie 20 Mk. von Wöhrmann bekommen hat. Vom Knecht gefragt, was denn das Fräulein Wöhrmann, welches ihrem Vater die Wirtschaft führt, dazu sage, erklärte sie, die erführe davon nichts. Wöhrmans reinige auch seinen Mantel immer selbst. Der Stand der Dinge ist nun zurzeit der, daß Wöhrmann den Knecht verklagt hat, weil er ihm Verkehr mit dem Mädchen nachgejagt habe, und der Müller hat Wöhrmann verklagt, weil ein mit der Unterichrift eines Herrn Schulz. des Vormundes des Mädchens. verzehener, aber mit der Handschrift Wöhrmanns geschriebener Brief an ihn gelangt ist, durch den er sich beleidigt fühlt. Das Mädchen hat mittlerweile fortziehen müssen und ist zurzeit in Minden. Wir haben hierzu noch zu bemerken, daß wir uns mit der ganzen Beschichte nur bezaßt haben infolge der unglaublichen Ehrenerklärung. Unseretwegen konnte Herr Wöhrmann sein Verhältnis zum anderen Geschlecht gestalten, wie er wollte mit und ohne Mantel. Wenn aber jemand sich öfsentlich attestieren läßt, daß er nur Gutes tut, dann muß er auch die Folgen auf sich nehmen. * Vlotho, 17. März. Gemeinderatssitzung vom 15. März. Der 1. Punkt der Tagesordnung betraf die Neuverpachtung der Burgwirtschaft auf dem Amthausberge. Der bisherige Pächter hört mit dem 1. Juli auf, Burgwirt zu sein und soll die Wirtschaft zu diesem Zeitpunkte neuverpachtet werden. Es sollen entsprechende Annoncen in den beiden Vothoer Zeiz tungen, im„Oeynhauser Anzeiger“ und im„Hannov. Courier eingeruckt werden. Pachtangebote sollen bis zum 15. April eingereicht sein. Betreffs einer kaufmännischen Fortbildungsc## wurde beschlossen, zunächst eine solche für Detaillisten nach sprache mit den in Betracht kommenden Geschäftsinhabern einzurichten. Sodann wurde auf Anregung durch ein Schreiben des Landratsamtes in Herford eine Erhöhung des Grundgehalls der Gemeindebeamten beschlossen. Es betrug bisher das Grundgehalt des Gemeinde=Rendanten 1800 Mk., fortab wird es 2000 Mark betragen. Die Alterszulage beträgt 1200 Mk. un ri## alle 3 Jahre mit 200 Mk. gewährt. Das Grundgehalt des Polizeidieners betrug bisher 950 Mk. und wird erhödt auf 1100 Mark, das des zweiten betrug 800 und wird auf 950 bei beiden jedes Jahr steigend um 100 bis zum Gesamtbeirent von 500 Mark. Der Gefangenenwärter Schröder der diese Posten nebenamtlich versieht, erhielt bisher für diese F###is 240 Mk. jährlich, fernerdin wird er 300 Mk. erhalten. a##s vrrie Srhthangen kreten wit gemeindung einzelner pird zugestimmt. Da He mann abgelehnt hat, wipuhlt. Sodann wurde Verunreinigung des du seitens der Firma Pap Nachdem ferner 100 M. bewilligt waren, eine und noch von der Anst Schümer, der sein Promen worden war, folgt * Bunde, 18. März. netenwahl erhielt 229, der Rentner Hilker Februar erhielten beide * Salzuslen, 17. 9 geschichte beia Schöffengericht. 2. J. Januar 1908 in zwel ar und an den Bürgervere Knoop der Truntenheit schuldigt zu haben, ist 5 geklagte ist im Mai vor Gefängnis verurteilt wo das Urteil aufgehoben u verwiesen. Epmeier wa in Salzuflen als Nacht ihm von einem Ratsher Anstellung als Nachtschi Angaben, in sichere Aus Beietzung seine Bewerb verschiedenen Personen Polizeibeamte Aeußerur brachten, der Schreiber bestreitet das jedoch auch reichen Gutachten des S. vom 8. April 1908 und Stellen verlesen werden Epmeiers mit der des( ständig überein. In de wiesen, daß Epmeier ge bringen zu wollen, er wi bei der Anstellung. Abesierten Vergehen der B sachen, wie die Zeugenve zu 5 Wochen GefängniDas Gericht hält Eym Briefe. Auch ohne das von selbst zu dieser Ansider verglichenen Briefe Die Verurteilung erfolge wurde deshalb herabgese beyaunteten Vergehen zu * Detmold, 17. Mär schichte teilt die Malei Schleusing worden, nachdem die Er sing bei Verkauf von Bil bei verschiedenen Höfen hat. An den hiesigen# herangetreten. * Preußisch Oldendo Röös. Dieser liebe H bezirk des Kreises Lübl gegen die Tabaksteuer al allen diesen Orten schon sammlungen, die der Der hatte. Auch hier war fi ammlung geplant, in al in den Fabriken verbreit den Genossen Hoffmann und es entbehrte der Ko sichtsausdruck verdutzt wi gausen dem Genossen Hr Die Versamm ung ie ungen immer verlaufen denn sie Wirt habens eißen, wenn der Redn lung seinen Vorsitzenden wenn dann die Geschäfts wird. Aber es wird ein der Vorsitzende ein ganz zrnächst seine Ride gege hervorzuheben ist, daß e arbeiterverbandes und sozialdemokratischen Reic Molkenbuhr im Kampfe kannte. Dann wurde die und die Diskussion über über die Resolution, nie meldete sich trotzdem zum nach habe Röös doch wol noch gar nicht einmal so bei der Diskussion über: werden können. Diese aber der Vorsitzende nich er es auch nicht, denn er sitzenden Röös seine Ver dies Verfohren kritisiert# kussionsbeschränkung ihn einzugehen und besonder christliche Flugblat: den demokratie in ihrem Ke Rücken gefallen sei, wäh Inerkennung für diesen em Berliner Kongreß se vesen, daß 22000 nicht: der Christlichen zuzuschre ihrer Bedeutungslosigkei nichts, die Ungerechtigkei tonen, wie das in der# geschieht; eine ganz ähn 14 Jahr.n in Bünde vom konservattven Vertreter Versammlung gehört, einen einzigen konserva können, gegen die Steu obwohl Herr Sielerman gründung aufgefordert gegen die Tabaksteuer sti fragen; die Tabakarbeite es die Junker im Bund Macht pochten diese, wen Paketen schmeckende ## Erhöhungen treten mit dem 1. April d. J. in Kraft. Der Umameindung einzelner Grundstücke von Valdorf nach Vlotho bird zugestimmt. Da Herr Lehrer Kuloge die Wahl als Schiedsmenn abgelehnt hat, wird statt seiner Herr Lehrer Westphal gewahlt. Sodann wurde noch betannt gegeben, daß nun bald die Verunreinigung des durch die Stadt fügrenden Mühlbaches seitens der Firma Papierfabrik Mosheim abgestellt sein wird. Nachdem ferner 100 Mk. für die gewerdliche Fortbildungs,chule bewilligt waren, eine Reige weiierer Puntte verlagt wurren und noch von der Ansteuung des Sportassen=Gegenvuchführers Schümer, der sein Provejohr hinter sich hat, Keuninis geno#men worden war, folgte eine geheime Sitzung. * Bunde, 18. März. Bei der gestrigen Stadtverordnetenwahl erhielt der Kandidat der Feidmärter Kruje 229, der Rentner Hilker 183 Stimmen. Bei der Wahl am 27. Februar erhielten beide je 190 Stimmen. * S a l z u s l e n, 1 7. L u r z. E i n e a n o n y m e B r i e f geschichte bejaa## heute zum zweitenmal das hiesige Schöffengericht. 2. Jlugen waren aufgeboten. Angeklagt, im Januar 1908 in zwei anönymen Briefen an den Burgermeister und an den Bürgerverein die Polizeibeamten Heidbreder und Knoop der Trunkenheit und des Poussierens im Dienste beschuldigt zu haven, ist der Zigarrenmacher Epmeier. Der Angeklagte ist im Mai vorigen Jahres deswegen zu acht Wochen Gefängnis verurteilt worden. Die Berujungsinstanz hat jedoch das Urteil aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückverwiesen. Epmeier war vom 1. Juni 1905 bis 8. August 1906 in Salzuflen als Nachtwächter angestellt geweien und es war ihm von einem Ratsherrn Koppsieker und anderen Beamten die Anstellung als Nachtschutzmann bezw. Schutzmann, nach seinen Angaben, in sichere Aussicht gestellt worden. Als dann bei der Beietzung seine Bewerbung nicht berücksichtigt wurde, hat er gerschiedenen Personen gegenüber in bezug auf obengenannte Polizeibeamte Aeußerungen getan, die ihn in den Verdacht brachten, der Schreiber der anonymen Briefe zu sein. Epmeier bestreitet das jedoch auch heute entschieden. Nach dem umfangreichen Gutachten des Schreibsachverständigen Dr. Meyer=Berlin vom 8. April 1908 und 13. Februar 1909, von welchem einzeine Stellen verlesen werden stimmt die Handschrift der Eingabe Epmeiers mit der des Schreibers des anonymen Briefes vollständig überein. In der Verhandlung wird durch Zeugen bewiesen, daß Epmeier geäußert hat, die Beamten außer Bror bringen zu wollen, er wolle Rache nehmen für die Zurücksetzung bei der Anstellung. Aber auch die in den Briefen näher spezialisierten Vergehen der Beamien entsprechen zum Teil den Tatsachen, wie die Zeugenvernehmung ergibt. Der Angeklagte wird mu 5 Wochen Gefängnis und Tragung der Kosten verurteilt. Das Gericht hält Epmeier für den Verfasser der anonymen Briefe. Auch ohne das Gutachten seien Richter und Schöffen von selbst zu dieser Ansichi gelangt. Inhalt, Stil und Aeußeres der verglichenen Briefe und Eingaben stimme eklatant überein. Die Verurteilung erfolge auf Grund des§ 187. Das Strafmaß wurde deshalb herabgesetzt, weil die in den anonymen Briefen behaunteten Vergehen zum Teil erwieser wurden. * Detmold, 17. März Zu der Hoflieferanten=Geschichte teilt die„Lippische Landes=Zeitung“ mit:„Dem Malei Schleusing ist das diesjeitige Hosprädikat entzogen worden, nachdem die Ermittlungen ergeben haben daß Schleusing bei Verkauf von Bildern den Abnehmern seine Vermittlung bei verschiedenen Höfen zur Erlangung von Titeln angeboten hat. An den hiesigen Hof ist er mit solchen Bewerbern nicht herangetreten.“ * Preußisch Oldendorf, 16. März. Vom christlichen Röös. Dieser liebe Heri wandert zurzeit durch den Tabakbezirk des Kreises Lübbecke und hält Protestversammlungen gegen die Tabaksteuer ab. die vollständig wertlos sind, weil aus allen diesen Orten schon früher Proteste erfolgt sind durch Versammlungen, die der Deutsche Tabakarbeiterverband veranstaltet hatte. Auch hier war für Montag, 15. März, eine solche Versommlung geplant, in aller Stille war die Aufforderung hierzu in den Fabriken verbreitet worden, die Genossen hatten trotzdem den Genossen Hoffmann=Bielefeld telegraphisch hierher bestellt, und es entbehrte der Komik durchaus nicht, wie Rööschens Gesichtsausdruck verdutzt wurde, als er auf dem Bahnhof in Holzbausen dem Genossen Hoffmann begegnete. Die Verjamm ung selbst verlief so, wie christliche Versammungen immer verlaufen. Protestversammlungen nüssen doch, denn sie Wirt haben sollen, öffentlich sein, was soll es aber heißen, wenn der Redner sich zu einer öffentlichen Versammlung seinen Vorsitzenden einfach mitbringt! Das mag noch gehn, wenn dann die Geschäftsordnung in liberaler Weise gehandhabt wird. Aber es wird ein Possenspiel, wenn sich herausstellt, daß der„Vorsitzende ein ganz unerfahrener Mensch ist. Röös hielt zrnächst seine Ride gegen die Tabaksteuer, aus der vor allem hervorzuheben ist, daß er die Verdienste des Deutschen Tabakarbeiterverbandes und der Sozia demokratie, besonders der sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Kaden, v. Elm und Molkenbuhr im Kampfe gegen die Tabaksteuer rückhaltlos anerkannte. Dann wurde die bekannte christliche Resolution verlesen und die Diskussion über dieselbe eröffnet, wohlverstanden nur über die Resolution, nicht über die Rede. Genosse Hoffmann meldete sich trotzdem zum Wort und führte aus, seiner Meinung nach habe Röös doch wohl zur Begründung der Resolution seine noch gar nicht einmal so üble Rede gebalren, da musse doch auch bei der Diskussion über die Resolution auf die Rede eingegangen werden können. Diese einfache und verständliche Logik konnte aber der Vorsitzende nicht verstehen, vielleicht wollte und durfte er es auch nicht, denn er erhielt fortwährend von dem neben ihm sitzenden Röös seine Verhaltungsvorschriften zugeflüstert. Auch dies Verfohren kritisierte Hoffmann Natürlich konnte die Diskussionsbeschränkung ihn nicht abhalten, auch auf Röös' Rede einzugehen und besonders die Tatsache festzustellen, daß das christliche Flugblatt den freien Gewerkschaften und der Sozialdemokratie in ihrem Kampfe gegen die Tabaksteuer in den Rücken gefallen sei, während Röös in seiner Rede die größte Inerkennung für diesen Kampf habe aussprechen müssen. Auf dem Berliner Kongreß seien 178,000 Tabakarbeiter vertreten gevesen, daß 22000 nicht vertreten warrn, sei der Gegenagitation der Christlichen zuzuschreiben, welche damit zugleich den Beweis ihrer Bedeutungslosigkeit erbracht hätten. Auch nutze es gar nichts, die Ungerechtigkeit der Steuer nachzuweisen und zu betonen, wie das in der Rede von Röös und in der Resolution geschieht; eine ganz ähnliche Rede habe er vor ziemlich genau 14 Jahrin in Bünde vom Herrn v. Hammerstein, dem damaligen konservativen Vertreter von Herford=Halle. in einer gewaltigen Versammlung gehört, Herr v. Hammerstein habe aber nicht einen einzigen konservativen Reichstagsabgeordneten bewegen können, gegen die Steuer zu stimmen. gerade wie heute auch, obwohl Herr Sielermann zu seiner Wahl gerade mit der Begründung aufgefordert habe, dann würden die Konservativen gegen die Tabaksteuer stimmen Steuerfragen seien eben Machtfragen; die Tabakarbeiter sollten sich organisieren, eben so wie es die Junker im Bund der Landwirte getan hätten. Auf ihre Macht pochten diese, wenn sie gegen die so gerechte Nachlaßsteuer vorgingen. Hier wurde Hoffmann vom„Vorsitzenden“ schen, die Nachlaßsteuer gehöre nicht“ untervon hochstens genierten, mit brochen, die Nachig#####e gevore nicht zur Tabaksteuer. Dagegen protestierte Hoffmann= und der hilflose Vorsitzende mußte nun ruhig zuhören, wie Hoffmann weiter über die Nachlaßsteuer sprach, dabei in jedem Satz auch die Tabaksteuer erwähnend. Nun kam Hoffmann in der weiteren Ausführung seiner Forderung, die Arceiter müßten eine Macht werden, auf die Zersplitterung der Arbeiter durch die Christen zu sprechen. Lehnten es dern die christlichen Fabrikanten ab, mit jüdischer in einer Organisation zusammenzusitzen? Da wurde ihm von dem famosen Vorsitzenden das Wort entzogen, und als Hoffmann dagegen protestièrte und einen Bechluß der Versammlung provozierte, wurde ihm der Saal verboten. Hoffmann konnte aber doch noch feststellen, daß schon Redakteur Behle vom„Ravensberger“ wegen der in jenem Lager üblichen verlogenen Handlungsweise fortgegangen sei. Als dann Hoffmann den Saal verließ, gingen sämtliche Tabakarbeiter mit und Röös mit seinem famosen Vorsitzenden blieb zurück inmitten von höchstens fünfzehn bürgerlichen Geschäftsleuten, die sich den Arbeitern gemeinsame Sache zu machen. Aber gerade von bürgerlicher Seite wurde Hoffmann noch an demselben Abend die Ueberzeugung ausgesprochen, Röös habe durch die Versammlung und sein Verhalten in derselben ein gut Stück Agitationsarbeit für den Deutschen Tabakarbeiterverband und die Sozialdemokratie geleistet. Wie Röös selbst aber seine Handlungsweise einschätzt, geht hervor aus einer mit Emphase vorgetragenen Ankündigung, daß Hoffmann niemals mehr in einer seiner Versammlungen das Wort erhalten werde, und wenn ihr Hoffmann auch deswegen der Feigheit zeihen werde. Rööschens böses Gewissen hat ihm hier in der Tat das richtige Wort in den Mund gelegt. * Holzhausen(Kreis Lübbecke), 16. März. Christliches. Am Sonntag fand hier eine von christlicher Seite einberufene Protestversammlung gegen die Erhöhung der Tabaksteuer statt. Röös aus Bielefeld referierte über die augenblicklichen Aussichten der Steuervorlage im Reichstage. Die Ausführungen des Referenten konnten auch von jedem Sozialdemokraten unterschrieben werden. Eine Resolution, welche sich gegen jede Erhöbung der Tabaksteuer, gleichviel in welcher Form, aussprach, wurde einstimmig von der Versammlung angenommen, obgleich zwei Drittel der Teilnehmer Anhänger der Sozialdemokratie waren. Genosse Castruv aus Bielefeld, welcher auf Wunsch der hiesigen Genossen herübergekommen war, konstatierte denn auch die Einmütigkeit der Anschagung in der Bekämpfung jeder Belastung der Bevölkerung durch eine Erhöhung der Tabaksteuer. Aber hiermit sei es allein nicht getan, wir müßten den Kampf gegen jede indirekte Besteuerung aufnehmen, dieses vermisse man aber in den Ausführungen des Herrn Röös. Genosse Castrup versuchte nachzuweisen, wie ungeheuer die indirekte Steuerlast in Deutschland wirke, wie wenig Entgegenkommen die Besitzenden zeigen, um diese Steuerlast der großen Masse zu erleichtern. An dem Verhalten der konservativen Partei in der Frage der Nachlaßsteuer sei zu erkennen, wie die Blockvolitik im Reichstage nur darauf zugeschnitten ist, der großen Masse der arbeitenden Bevölkerung alle Lasten des Staates aufzuhalsen. Hier wurde nun Castrup von Röös unterbrochen und ihm mit Wortentziehung gedroht, wenn er sick nicht mit seinen Ausführungen auf die Tabaksteuer beschränke. Genosse Castrup mußte sich diesem fügen. Er geißelte dann die Zersplitterungsarbeit der christlichen Organisation bei der wichtigen Frage der Tabalsteuer. Den wirklichen Kampf gegen diese Steuer hätten die freiorganisierten Arbeiter geführt. Das zeige ja die Weigerung der christlichen Organisation, sich an dem Kongreß der Tabakarbeiter in Berlin zu beteiligen. Genosse Castrup forderte dann die anwesenden Arheiter auf sich den freien Organisationen anzuschließen, denn de hätten sie die beste Gewähr für Erfüllung ihrer Forderungen nach einer besseren Existenz. Aber auch bei der Abwehr von Verschlechterungen unserer Lage fänden sie in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung die beste Stütze. Es erfolgte nun die Abstimmung über die oben genannte Resolution, diese wurde einstimmig angenommen. Röös, der hierauf wieder das Wort erhielt, schwang dann wie gewöhnlich seinen Zitatenjack Röös beweist dadurch immer wieder, wie schwach es mit seinen Aroumenten steht, Widersprüche, die aus der eigentümlichen Haltung der christlichen Agitatoren hervorgehen, kann er nicht erklären. Wie geistig arm müssen doch diese Menschen sein, wenn sie Arbeiten, welche in unseren Gewerkschifts= und Parteiblättern veröffentlicht wurden, benützen müssen, um ihre eigenen Verrätereien zu beschönigen. So mußte ein Artikel des Reichstagsabgeordneten Seyerino berhalten, der den Zusammenhang zwischen Deutschen, Metaslarbeiterverband und sozialdemofratischer Partei feststellen soll Bömelburg. Leoien usw. Aber warum erwöhnen wir das erst? Haben nicht bishe immer die Leute vom Schlage des Herrn Rößs mit solchen Mitteln opveriert? Gewiß, aber in diesem Falle kam hinzu, daß Röös glaubte, das Schlußwort zu haben, der Leiter der Versammlung hatte nichts vom Schlußwort erwähnt, wir glaubten alle der Genosse Castruv, welcher sich noch zum Wort gemeldet hatte. würde dieses auck noch einmal erhalten. Röös aber sagt; das gibt's nicht mehr! Die Versammlung war über diese Handlungsweise sehr erregt und protestierte dagegen. Der überwachende Gendarm richtete dann an den Leiter der Versammlung die Frage, ob dieser dem Röös das Schlußwort erteilt habe, was der denn auch unter dem Einfluß von Röös bejaht. Der Gendarm gibt dann die katezorische Erklärung ab: Röös hat das Schlußwor: und dabei bleibt's! So konnte unser Held denn unter Assistenz der Polizei und mit Hilfe des Wirtes seine„Zitate“ beenden. Unsere Genossen durften den Mund nicht mehr auftuen, so verlangte es der Wirt Kleimann, bei dem die Versammlung tagte. Wir sind aber trotz des Mundtotmachens mit der Versammlung sehr zufrieden. Die anwesenden christlichen Versammlungsbesucher haben uns gegenüber ihren Unwillen über diese echt christliche Handlungsweise in recht derber Weise ausgesprochen. Die Versammlung hat das gezeigt, was wir immer von den Christen behauptet haben: Se schämen sich ihrer Taten und suchen durch Unwahrheiten und Verdrebungen ihre Handlungsweise zu vertnschen. Unsere Genossen aber dürfen nicht erlahmen im Kampf gegen Lüge und Verleumdung, wir haben keine andere Hilfe als uns selbst, uns hilft keine Volizei und Staatsgewalt, uns kann nur helfen unsere eigene Organisation. ** Hamm, 17. März. Gestern nachmittag wurde auf Zeche „Radbod“ zwischen Schacht 1 und 2 der freigelegten Sohle die vierte Leiche gefunden. Aus der Kontrollmorke, die der Tote trug, wurde festgestellt, daß es der Hauer Goltrup gewesen ist. Sein Gesicht war unkenntlich und verbrannt. Nachrichten. Die politische Situation auf dem Berlin, 18. März. Wie das„Berliner Tageblatt“ aus Wien erfährt, wird heute die allerhöchste Entschließung vom 15. März publiziert werden, womit die Truppen in Bosnien, in der Herzegowina und in Dalmatien auf Kriegsstand gebracht werden. Die Einberufung begann schon gestern; bis Sonntag früh werden die meisten an Ort und Stelle sein. Die Einberufung der Reserven umfaßt 5 bis 7 Jahrgänge, da die in den erwähnten Gebieten befindliche Truppenzahl von beiläufig 120000 Mann auf 250000 gebracht wirden soll. Wien, 18. März. Der Londoner Korrespondent der„Neuen Freien Presse" hat den Inhalt der gestern in Wien überreichten Antwort der englischen Regierung auf die Notifizierung des österreichisch=türkichn Abkommens mitgeteilt. Die englische Note besagt ausdrücklich, daß die Annexionsfrage nur der formellen Billigung der Signatarmächte zu unterbreiten sei und daß das Uebereinkommen mit der Türkei zureichend sei. Ein mündlicher Kommentar fügt wichtige Mitteilungen hinzu, daß England nicht daran denke, die Anerkennung der Annexion auf der Konferenz von Bedingungen abhängig zu machen. Wien, 18. März. In politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die Mächte der Viererentente es noch immer in der Hand haben, den Krieg zu verhüten. Auf das österreich= türkische Entente=Protokoll, das in der vorigen Woche durch Zirkularnot: den Mächten mitgeteilt worden ist, haben bisher nur Deutschland, Frankreich und England geantwortet. Rußland und Italien haben sich überhaupt noch nicht geäußert; solange dies nicht der Fall ist, kann Serbien noch die Hoffnung nähren, daß eine Konferenz die Annektion rückgängig mache. In dem Augenblick, wo auch Rußland und Italien die Annektion anerkennen, falle für Oesterreich und Deutschland der Grund weg, einer Konferenz auszuweichen, und Serbien wird erkennen, daß es ganz Europa gegenüber steht, das würde der jerbischen Regierung die Möglichkeit gegeben. falls sie es überh. ipt will. den Beschluß der Skuvschting rückgängig zu machen und den Frieden zu erhalten. Daraus geht hervor, in welcher Richtung die friedensfreundlichen Mächte heute ihre Bemühungen geltend zu machen hätten. Gleiwitz, 18 März. Die hiesige Strafkammer verurteilte gestern den 65jährigen Pfarrer Neumann aus Zabrze wegen unsittlicher Handlungen an Kommunionkindern zu 2 Jahren Gefängnis. Bern, 18. März. Im Speisesaal einer hiesigen Pension hat infolge eines heftigen Wortwechsels der österreichische Militärschriftsteller Oberleutnant Bartunek einen anderen Kurgast namens Mulder aus London durch einen Revolverschuß ins Herz getötet. Der Streit war dadurch entstanden, daß Mulder glaubte, Bartunek fixiere seine Frau und auf ihn zuschritt mit den Worten: Sie sind ein deutscher Lump! Der Täter stellte sich dann der Polizei. Newyork, 18. März. Ein von Boston kommender Eisenbahnzug rannte in das Wartezimmer des Bahnhofs von Montreal, tötete 3 Personen und verletzte 20, darunter mehrere tödlich. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. J Wo 1572 die teure Schotenvanilie brauchen Sie heute nicht mehr. Mit Reeses Vanillinzucker erzielen Sie denselben feinen Vanille-Geschmack viel billiger. Also schon aus Sparsamkeitsgründen sollten Sie einen Versuch machen. Reese Gesellschaft. Hameln. An unle Kaufällter richten wir die dringende Btie, Fahrrad=Reparaturen, wie Emaillieren. Vernickeln usw. möglichst jetzt vornehmen zu lassen. Diese lassen sich jetzt besser und billiger herstellen, als wie zu Beginn der Fahrsaison. 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Deutscher Reichstag. (Eigener Bericht.) 226. Sitzung vom Mittwoch, 17. März, 2 Uhr nachmittags. Am Bundesratstisch: v. Einem. Fortsetzung des Militäretats. Abg. v Byer(kons.): Ich möchte hervorheben, daß alles, was hier gesprochen wird, im Ausland aufmerksam verfolgt wird. (Heiterkeit.) Deshalb bedauere ich, was Herr Häusler gestern von unserer Armee gesagt hat. Die Angriffe auf den Parademarsch sind ungerechtfertigt. Im Parademarsch liegt die Musik (Große Heiterkeit bei den Soz. und im Ztr.), welche die Truppe dem Willen des Vorgesetzten geneigt macht.(Aha!) Der Luxus hat nicht nur in Kasinos, sondern auch in Privathäusern zugenommen. Jedenfalls wird in den Kasinos viel weniger Alkohol getrunken als früher. Ich möchte fast sagen, leider. Schallende Heiterkeit.) Herr Häusler sollte wissen, daß bei der Kavallerie nicht nur der Mann, sondern auch das Pferd ausgebildet werden muß. Ich will aber über die Länge der Dienstzeit heute nicht sprechen. Der Militäretat ist um 20 Millionen Mark kleiner als im Vorjahr. Die Abstriche, welche die Kommission trotzdem gemacht hat, kann ich nicht immer billigen. Die gestrichenen 100 000 Mark vom Aggregiertenfonds beantragen wir wieder herzustellen. Auch die Musikkorps wollen wir nicht verkleinert haben. Es ist schön. wenn die Truppe die Dorfstraße entlang zieht und schöne Musik macht.(Große Heiterkeit bei den Soz. und im Ztr.) Bei Spichern wurden die Höhen mit Trommelschlag gestürmt. Der Wert der Musik zeigt sich, wenn auf dem Schlachtfeld abends der Choral angestimmt wird: Nun danket alle Gott.(Zuruf im Zentrum.] Den Kriegsminister bitte ich dringend um die Vermehrung der kleinen Garnisonen.(Heiterkeit.) Der Bürgermeister von Genthin hat mir versprochen, wenn er eine Garnison erhält, aufs beste für sie zu sorgen.(Heiterkeit.) Verabschiedete Offiziere sollten besser als bisher vom Staate untergebracht werden. Als Turnlehrer. bei der Alters= und Jupalidenversicherung, Post= und Steuerämtern usw. Die jungen autwen Offiziere— das möchte ich noch hervorheben— sollten nicht die jetzige Mode der Ziviljugend mitmachen und sollten nicht zwischen Nase und Mund anstatt des Schmuckes des Mannes ein gewisses Etwas tragen, von dem man nicht weiß, ob es Bart oder ein Zigarrenstummel ist.(Schallende Heiterkeit.) Wir leben in einer ernsten Zeit und müssen unser Heer schlagfertig halten. Abg. Dr. Müller=Meiningen(Fr. Vv.]: Der Vorredner hat den Simplicissimustyp des Offiziers vorzüglich geschildert. Große Heiterkeit.) Hierin glaube ich einen veredelnden Einsuß des Blocks von links nach rechts konstatieren zu dürfen. Stürmische Heiterkeit.) Mit Recht hat Herr Häusler zur Sparsamkeit aufgefordert. Es ist aber nicht wahr, daß wir bei den Abstrichen das Zentrum im Stiche gelassen haben.(Widerspruch bei den Soz. und im Ztr) Die Abstriche sind übrigens so gering, daß sie die Nachtruhe des Kriegsministers nicht stören brauchen.(Heiterkeit und Zustimmung.) Die Grundlage unseres Rilitärwesens will keine bürgerliche Partei antasten, aber die leitenden Stellen sollten den Sparsamkeitsforderungen des Volkes mehr entgegenkommen. Es gibt eine ganze Reihe völlig repräsentativer Stellen. Herrn Häusler stimmen wir in vielem zu. Aufs schärfste verurteilen wir die konfessionelle und soziale Engherzigkeit bei Auswahl der Offiziere.(Sehr wahr! links.] So etwas kann sich in ernsten Zeiten bitter rächen.(Lebhafte Zustimmung links.) Auch wegen der Verkürzung der Dienstzeit stimmen wir Herrn Häusler zu. Der Geist des Paradedrills, den Herr v. Liebert gepriesen hat schmeckt nicht nach Sedan, sondern nach Jena.(Stürmische Zustimmung links. Unruhe rechts.) Redner verbreitet sich über vorgekommene Militärmißhandlungen und sordert energisch endliches Aufhören dieses fürchterlichen Uebels. Lebhafter Beifall links.) Kriegsminister v. Einem hält dem Vorredner vor, daß er zwar an die Spitze seiner Ausführungen den Satz gestellt habe, seine Partei wolle unter allen Umständen für die Schlagfertigkeit der Armee eintreten, daß er aber manches gesagt habe, was sich mit der Kriegsbereitschaft nicht verträgt.(Zustimmung rechts, Widerspruch bei den Freis.) Der„Vorwärts“ hat nun heute schon geschrieben, ich habe an den gestrigen Ausführungen des Abg. Häusler mit einer gewissen Nonchalance vorbeigehen wollen. Nun aber sage wohl das Militärkabinett: Einem vor die Front! Das ist ein ungewöhnlicher Unsinn. Ich bin ein vollständig selbständiger Mann. Herrn Häusler erwidere ist, daß wir an der zweijährigen Dienstzeit festhalten, um dem Manne den Dienst so beizubringen, daß er ihn gleichsam automatisch versieht. Daß die Aufgabe der Kavallerie, der Aufklärungsdienst, eine sehr wichtige ist, scheint ja Herr Häusler nicht zu wissen. Er meinte auch, die Armeeverwaltung interessiere sich nicht für die militärische Jugenderziehung. Woher weiß er das? Wir interessieren uns dafür außerordentlich und ich hoffe, daß bald etwas in dieser Richtung zustande kommt. Wenn die Armee sich noch mehr vom Luxus fernhalten würde, würde auch ich mich freuen. Aber die Verallgemeinerungen des Abg. Häusler sind in dieser Richtung nicht zutreffend. Die Mehrzaol der Kasinos ist sehr einfach.(Sehr richtig! rechts.) Geschenke sind überall üblich, aber gerade bei der Armee sind sie am einfachsten. Deshalb war es nicht schön von Herrn Häusler, zu sagen: Repräsentation ist nötig, um Karriere zu machen. Wäre das so, so wären wir allerdings sehr heruntergekommen. Herr Häusler hat ferner von Unterschlagungen und falscher Verwendung von Kantinengeldern gesprochen. Ich kenne solche Fälle nicht und glaube sie nicht. Herr Häusler hätte sagen sollen, wenn er solche beleidigenden Anklagen vorbringt, da und da ist es gewesen.(Lebhaftes Sehr richtig! rechts.) Zur Frage der Qualifikationen: Diese werden ja nicht von einem einzelnen Vorgesetzten gemacht, sondern die Beurteilung geht von einer ganzen Reihe Vorgesetzter aus. Unter besonderen Verhältnissen kann der Inhalt auch dem betreffenden Offizier mitgeteilt werden. Aber es ist undenkbar, daß allgemein die Qualifikationsberichte bekannt sein dürfen und im Offizierskorps davon gesprochen werden kann. Damit würde nur Unruhe und Disziplinlosigkeit im Offizierskorps hervorgerufen werden.(Lebhafte Zustimmung rechts.) Die Folge öffentlicher Qualifikationsberichte wäre es, daß daneben noch andere bestehen würden.(Hört, hört! bei den Soz) Der Oberst würde gefragt werden: Sie haben den Offizier ja sehr schön qualifiziert, aber wie ist er denn eigentlich?(Heiterkeit und Hört, hört!) Das jetzige System ist das beste, es besteht darin, daß wohlwollende Männer ihre ehrliche Meinung über Kameraden abgeben. Dieses ist der Stein der Weisen, den wir seit 100 Jahren in Preußen gefunden haben.(Unruhe links.) Was die Bevorzugung des Adels anbelangt, so ist zuzugeben, daß gewisse Garnisonen und Regimenter begonnen haben, nur adelige Aspiranten anzunehmen.(Hört, hört! links.) Ich bin damit in keiner Weise einverstanden, hier muß Abhilfe geschaffen werden.(Bravo! links.) Gewiß, die Geschichte der preußischen Armee ist auch die Geschichte des preußischen Adels.(Rufe bei den Soz.: Jena!) Aber der Adel selbst will nicht, daß das bürgerliche Element zurückgedrängt wird.(Widerspruch bei den Soz., Zuruf des Abg. v. Biberstein: Sehr wahr!] Beim Avancement wird der Adel jedenfalls nicht bevorzugt.(Lachen bei den Soz.) Nun zum Militärkabinett: Die Trennung des Militär= kabinetts vom Kriegsministerium ist nur zu begrüßen. Von Willkür des Kabinetts kann keine Rede sein. Kriegsministerium und Generalstab sind durchaus in der Lage, die Auswahl der Offiziere zu bestimmen, und sorgfältiger als das Militärkabinett könnte auch das Kriegsministerium ehrengerichtliche Angelegenheiten nicht prüfen. Differenzen können allerdings vorkommen, aber zu meiner Zeit sind erhebliche Differenzen nicht vorgekommen.—Unser Heer ist gesund und die beste Bürgschaft des Friedens.(Lebhafter Beifall rechts und bei den Nat.) Abg. Stücklen(Soz.): Die Denkschrift über die Dienstzeit der Kavallerie ist so ausgefallen, wie wir es erwarteten. Sie stellt sich auf den Standpunkt, daß die zweijährige Dienstzeit nicht möglich ist. Wir befürchten, die zweijährige Dienstzeit soll die Kompensation für die nächste Militärvorlage abgeben.(Zustimmung bei den Soz.] Von dem großen Interesse der Heeresverwaltung an der körperlichen Ausbildung der Jugend weiß ich ja allerdings nichts. Ich weiß nur, daß den Arbeiterturnvereinen jede mögliche Schwierigkeit bereitet wird, und daß sogar ein Fußballklub vom Tempelhofer Feld verjagt wurde, weil unter seinen Mitgliedern Sozialdemokraten waren(Hört, hört! bei den Soz.) Daß der Kriegsminister den großen Luxus der Offizierskasinos bestreitet, wundert mich. Es liegen Publikationen früherer Offiziere vor, die diesen Luxus bestätigen.(Zustimmung bei den Soz.] Es kann nicht bezweifelt werden, daß durch die geheimen Qralisikotionsberichte„die der Kriegsminister hier verteidigt hat, Schikane und Willtur gefördert werden.(Sehr richtig! bei den Soz.) Der Kriegsminister hat übrigens ein nettes Geständnis gemacht, er sagte, neben öffentlichen Listen würden schließlich doch geheime geführt werden. Das läuft ja auf Spitzelei hinaus.(Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Daß der Adel beim Avancement nicht bevorzugt würde, ist entschieden nicht richtig. Merkwürdig ist, was aus dem Handbuch hervorgeht: der Adel verschwindet um so mehr aus den Offizierkorps, je näher die Regimenter an der Grenze und in den kleinen Garnisonen liegen. Tatsache ist, daß bei den Reiterregimentern in Berlin sehr viele Adelige sind, bei den technischen Truppen aber sehr wenige. Da müssen die Offiziere allerdings viele Kenntnisse haben und fleißig arbeiten. Das mag den Gewohnheiten des Adels nicht passen.(Sehr richtig! bei den Soz.] Wenn der Kriegsminister nun heute auf den Adel ein Loblied gesungen hat, der alles dem Vaterland geopfert habe, so müsser wir wieder fragen: Hat denn der Adel allein die Schlachten geschlagen, hat er die Soldaten nicht dazu gebraucht? Hat nicht auch das Bürgertum sein Blut gegeben?(Lebhafte Zustimmung links.) Wenn der Kriegsminister sagt, das Militärkabinett sei so außerordentlich bescheiden, so behaupten Kenner der Verhältnisse, daß das Militärkabinett eine Art militärischer Nebenregierung bilde und daß der Kriegsminister in die Personalverhältnisse gar nicht hineinzureden hat.(Sehr richtig! bei den Soz.) Wesentlich dem Militärkabinett verdanken wir das Anschwellen des Pensionsfonds. Die Offiziere, die nach jedem Manöver auf Befehl von oben plötzlich erkranken, haben immer noch eine so strotzende Gesundheit, wie man sie nur einem arbeitenden Proletarier wünschen könnte, der zur Pension eben dieser Herren beiträgt.(Sehr gut! bei den Soz.) Ein Arbeiter kann sich nicht pensionieren lassen, weil ein jüngerer Arbeiter Werkmeister wird. Und ein Privatbeamter auch nicht, weil etwa sein Kollege Bureauchef geworden ist.(Zustimmung bei den Soz.) Das Militärkabinett entbehrt auch der gesetzlichen Grundlage. Die gestrige Rede des früheren Generals Häusler war uns sehr interessant. Wir unterschreiben alles, was er über den Drill gesagt hat. Die Kenntnis des Militarismus kann man ihm nicht bestreiten. Wenn einmal die Kommission Abstriche vornimmt, so beseitigt sie natürlich das Plenum wieder auf Antrag der Rechten. (Sehr wahr! bei den Soz.) In der Kommission haben uns alle sarteien bis auf das Zentrum im Stich gelassen. Und selbst wenn etwas gestrichen wird, so gibt es eben nachher Etatsüberschreitungen.(Sehr wahr! bei den Soz.] Für uns handelt es sich nicht um einzelne Positionen. Wir lehnen als Gegner des Militarismus den ganzen Etat ab. Den Militarismus aber lehnen wir ab, weil er für unsere Nation verhängnisvoll ist. (Lebh. Zustimmung bei den Soz.) Unsere Auffassung hat eine bedeutsame Bestätigung gefunden durch den vom Kaiser den Generalen verlesenen Artikel des Grafen Schlieffen. Hoffentlich hat das Kriegsministerium diesen Artikel gelesen. Er gibt unserer Auffassung recht, daß der Krieg von 1870 die Ursache eines latenten Kriegszustandes geworden sei.(Hört, hört! bei den Soz.) Aber vielleicht ist dieser Artikel im Kriegsministerium von einem Geheimrat zum andern geschoben worden, wie das ja anderswo einmal vorgekommen ist.(Heiterkeit und Sehr gut! bei den Soz.) Ein kommandierender General soll damals geäußert haben. auf unsere Armee könne sich der Kaiser unter allen Umständen verlassen.(Hört, hört! bei den Soz.) Das ist doch nichts anderes als eine Anspielung auf die Vorgänge vom vorigen Oktober. Eine Provokation der großen Mehrheit des Volkes. (Sehr wahr! und lebh. Zustimmung bei den Soz.] Von bürgerlicher Seite verlangt man eine Einschräntung der Ehrengerichte, wir verlangen die völlige Abschaffung dieser modernen Fehmgerichte. Ich erinnere nur an den Zusammenstoß des Leutnants v. Bismarck mit einem Zivilisten in der Straßenbahn, ferner an den tragisch verlaufenen Fall des Bürgermeisters Diterici, der einen Reserveoffizier wegen ungebührlichen Benehmens vom Rathaus wies und die Forderung, die erfolgte, verständigerweise ablehnte. Er wurde aus dem Reserveoffizierstand ausgestoßen und durch Zurücksetzung in den Tod getrieben.(Hört, hört! links und im Zentrum.) Der Denunziant des Bürgermeisters trägt heute noch den angeblich vornehmsten Rock.(Sehr gut! und Hört, hört! bei den Soz.) An drakonischen Militärgerichtsurteilen hat es auch in der letzten Zeit nicht gefehlt. Es ist notwendig. die alberne Bestimmung zu beseitigen, daß ReserSozialer Roman aus Amerika von E. Dewitt. *—(Nachdruck verboten.) „ Kidley blickte auf und sah Winston dicht bei der Pferdetränke. Seine Hand griff im nächsten Augenblicke nach der Hüftentasche und holte einen glänzenden Gegenstand heraus. Es war ein Revolver. Dann schritt er mit erhobener Waffe auf den jungen Mann # der so unerwartet über den gefürchteten Faustkämpfer Sieger geblieben war, und zielte ihm gerade ins Gesicht. Von Hause aus eine feige Natur, war er über seine eigene Kühnheit so erschrocken, daß die Hand, welche das Mordinstrument umklammert hielt, heftig zitterte. :„Fort von der Farm mit dir! Packe dich, diesen Augenblick, sage ich. Und wenn du dich je hier wieder sehen läßt, schieße ich dich nieder wie einen tollen Hund. Glaube nicht, daß du den Herrn auf der Farm spielen kannst, solange ich noch hier bin.“ Winston blickte ihn verächtlich an.„Sie sind ein Maulheld, Kidley.“ sagre er,„das weiß keiner so gut, wie Sie selbst. Wenn Sie auf mich schießen, werden Sie gehängt. und Sie wollen doch nicht Ihr eigenes teures Leben in Gefahr bringen. Sie brauchen aber keine Angst vor mir zu haben, ich will Ihnen nichts tun und werde auch nicht länger hier bleiben. Ich habe von der „Haltefest=Farm“ und Ihrer Verwaltung genug gehabt, und—“ Die Amazone unterbrach ihn bei diesen Worten. :„Vater wird Sie gleich engagieren, wenn Sie mit mir kommen wollen,“ rief sie.„Ich brauche ihm weiter nichts zu sagen. daß Sie dem Mann da die verdiente Züchtigung gegeben haben.“ Und sie deutete auf die am Boden liegende Gestalt Tornado Toms.„Wenn es Ihnen recht ist—“ Winston blickte sie an.„Das Studium der sozialen Lchte er bei sich,„hat schließlich doch auch seine angenehme Sits; gund mit einer höflichen Verbeugung erwiderte er: s Ihnen für das Anerbieten, Miß Wilson, ich gehe gern mit Ihnen.“ 4. In einer Vertrauensstellung. „ Grace Wilson hatte sich nicht getäuscht, als sie Winston versicherte, daß ihr Vater ihn gern schon deswegen engagieren wurde, weil er Tornado Tom die verdiente Züchtigung verabolgzt hatte. Es war noch nicht zu lange her, da hatten Wilson und Sullivan einmal auf der Landstraße über das Wegerecht einen Disput gehabt, in dessen Verlauf der hitzköpfige Wilson den andern einen Raufbold nannte, worauf dieser vom Wagen leg und den Engländer ersuchte, das gleiche zu tun. Wilson folgte der Aufforderung und lag schon in der nächsten Minute Länge nach auf der staubigen Landstraße, nachdem er von dem Vorer einen Hieb empfangen hatte, der ihn zwei seiner Vorderzähne gekostet hatte. Er wollte einen Haftbefehl gegen den unverschämten Patron erwirken, hatte jedoch kein Glück damit, da die Behörden Bedenken trugen, gegen ein so gefährliches Mitglied der Swiftklique vorzugehen. Endlich war ihnen aber doch der Tavid erstanden, der den Riesen Goliath bis in den Staub demütigte, und Grace trug nicht Bedenken, ihn in das Wohnzimmer ihres Farmhauses zu führen und dort ihrem Vater als Mister Winston vorzustellen. Das Auftreten und die Sprache Winstons bewiesen, daß er nicht immer ein Farmarbeiter gewesen war, und bestimmten Wilson, der sich gar nicht auf Buchführung und Rechnungen verstand, den Rächer seiner Ehre zu fragen, ob er nicht als Buchhalter bei ihm eintreten wolle. Winston Howard ging unbedenklich auf den Antrag ein. Er hatte von der Arbeit im Felde genug g habt und konnte sich in der neuen Stelle wie bisher nicht nur sein Brot selbst verdienen, sondern auch neue Beobachtungen anstellen, die seine praktischen Erfahrungen auf das Wünschenswerteste erweiterten, und dann— das Mädchen... Ein Mann, der ollzeit die Tugend der Gastfreundschaft in reichstem Maße geübt hatte, bot Wilson seinem neuen Mitarbeiter ein Zimmer im Farmhause an und stellte ihm gleichzeitig den Gebrauch des Badezimmers, wie seiner Garderobe und seines Rasiermessers zur Verfügung. Wilson war ein Gentleman und vermied jede neugierige Frage. Ein einziger Blick auf Winston ließ ihn erkennen, daß auch dieser ein Gentleman gewesen war, ehe er sich seinen Lebensunterhalt mit seiner Hände Arbeit verdiente, und die Tatsache, daß ein Gentleman Tornado Tom so famos verprügelt hatte, erfüllte ihn mit hoher Genugtuung. Nach einer zweistündigen Toilette, wobei warmes und kaltes Wasser, Kamm, Seife, Bürste, Rasiermesser. Nagelfeile usw. in ausgiebige Aktion getreten waren, stellte sich Winston, der jetzt einen leichten Leinwandanzug aus Wilsons Garderobe trug, vor den Spiegel und gestand sich mit lebhafter Befriedigung ein, daß an dem Sprichwort, demzufolge Kleider Leute machen, doch etwas Wahres sei. Nun trat der Herr der„Narziß=Farm“ ein und musterte ihn kritisch und nickte beifällig mit dem Kopfe. „Gratuliere aufrichtig zu dem neuen Menschen,“ sagte er, „der da vor mir steht„Ich dachte es mir gleich, Winston, dachte es mir gleich. Nun heißt es aber vorwärts und nicht mehr zurückbsicken, Winston, vorwärts muß jetzt die Losung sein. Es tut mir Ihretwegen wirklich leid, daß Sie sich nach der„HaltefestFarm“ verirrten, die von allen verrufenen Swiftschen Farmen die verrufenste ist. Swift gleicht den meisten modernen Geldmagnaten in dem Punkte, daß er von dem Mammon nie genug bekommt, sondern immer mehr haben will. Er begnügt sich keineswegs mit dem Riesennutzen, den ihm die Farmen abwerfen, die er auf allerhand lichtscheuen Wegen in seinen Besitz zu bringen gewußt hat. Nein, im Bunde mit dem schurkischen Leyser geht er darauf aus, die unabhängigen Farmer vollständig zu ruinieren, indem er die Kontrolle über die gesamte Weizenernte an sich bringt und die Preise hinunterdrückt, bis nichts mehr für uns bleibt.“ Wilson bot Winston eine Zigarette an, und dieser lauschte dem etwas eintönigen Vortrage seines Wirtes mit geteilter Aufmerksamkeit, während er sich dem seit zwei Monaten entbehrten Genusse des duftenden Krautes hinab. Roger Wilson war der Typus des Mannes, der seine geschäftliche Laufbahn als Kavitalist beginnt und vermögenslos beendet. Er entstammte einer adligen Familie Englands und war der vierte Sohn eines Großgrundbesitzers, der ihm bei Beginn seiner Großjährigkeit die runde Summe von zehntausend Pfund Sterling als den ihm zukommenden Anteil seines ihm zufallenden Erbes übergeben und dazu das Glück auf die Lebensreise gewünscht hatte.— Roger war jetzt mehr als vierzig Jahre alt, und alles, was er noch von seinem Anfangskapital von 200000 Mark gerettet hatte, steckte in der„Narziß=Farm“, auf die er bei Isaak Hopper, dem lokalen Getreideagenten, bereits die zweite Hypothek aufgenommen hatte. Wilsons Mißerfolg im Leben lag nicht etwa in Mangel an Fleiß oder Ausdauer, sondern eher in seiner übertriebenen Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, von der er sich in all seinen Unternehmungen leiten ließ. Im geschäftlichen Kampfe mit Männern, bei denen höchste Intelligenz und äußerste Gewissenlosigkeit Hand in Hand gingen, zog er natürlich den Kürzeren. Und das erklärt, weshalb er nach einem zwanzigjährigen Aufenthalt in Amerika auf der Leiter des Erfolges immer weiter hinunter statz, higagfgekommen war. Abgesehen von der Gesellschaft seiner Tochter, lebte Mister Wilson allein ohne Verkehr auf dem Farmhause, wo er sich nach Erledigung seiner laufenden Tagesarbeit dem Studium volkswirtschaftlicher Schriften hingab, die er zwar las, deren Lehren er jedoch nicht beherzigte. „Ja, Winston,“ setzte er seinen Redefluß fort,„Sie gefallen mir, denn Sie haben ein ehrliches Gesicht. Ich sage mir aun, daß, wenn ich einem Menschen begegne. der ein ehrliches Gesicht hat, ich ihm mein Vertrauen entgegenbringe. Ohne Ehrlichkeit kein Vertrauen! Ehrlichkeit muß die Grundlage eines jeden Vertrauens sein, und da Sie ein ehrliches Gesicht haben, bringe ich Ihnen mein Vertrauen entgegen. Ich möchte Sie nun herzlich bitten, mein Haus als Ihre zweite Heimat zu betrachten und ganz zu tun, als ob Sie zu meiner Familie gehören. Uebernehmen Sie die Beschäftigung, die ich Ihnen antrage, nicht als ein bezahlter Angestellter, sondern als ein guter Freund des Hauses. Es soll nicht Ihr Schaden sein... Mir feblt ein Vertrouensmann, der jenes Verständnis für Zahlen besitzt, das mir selbst fehlt. Ein jeder betrügt und bestiehlt mich Winston. Der Getreidehändler, mein Aufseher, ja selbst mein Koch— sie alle bereichern sich auf meine Kosten. Ich weiß, daß die Leute lange nicht all das zu essen bekommen, was der Koch mir auf die Rechnung setzt. Und doch muß ich die Rechnung zahlen. Ich möchte Sie nun bitten, Winston, Ihre Augen in meinem Inter visten während des ganzen Tages einer Kontrollversammlung unter dem Militärrecht stehen. Als ich zur Kontrollversammlung beordert wurde, zog ich bei allen Instanzen vorher Erkundigungen ein, ob ich nach Schluß der Kontrollversammlung meinem Heruf als Redakteur obliegen könne. Schließlich wurde mir die jalomonische Entscheidung zuteil, ich könne an jenem Tage schreiben was ich wolle, aber was ich geschrieben, unterstehe der Militärgerichtsbarkeit.(Schallende Heiterkeit.) Fortgesetzt Soldaten zu Dingen, die nichts mit der militärischen Ausbildung zu tun haben, um Wege durch die Wälder zu hauen, als ob es keine Waldarbeiter gäbe als Treiber, wie es jüngst beim Stargarder Infanterieregiment Nr. 70 der Fall war.(Hört, hört! bei den Soz.) Auch die Offiziere scheinen viel überflussige Zeit zu haben, sind doch jüngst zwei als Vortänzer verwendet worden(Schallende Heiterkeit.) Daß es ein martialischer AnWer##wenn Soldaten mit Henkelkörben bewaffnet auf dem Mar##r Offiziersfamilien Eirkäufe besorgen, wird man auch nicht behaupten können.(Sehr wahr! bei den Soz. und Heiter##. Ich komme jetzt zu dem wichtigen Kavitel der Soldatenmispandiungen.(Aba! und unartikulierte Laute rechts.) Wir müssen unsern guten Glauben an die energische Bekämpfung der Soldatenmißhandlung durch die höheren Kommandostellen bedeutend einschränken.(Sehr wahr! bei den Soz.] Im Gegensatz 33. Ssp gersteichen srteilen gegen die Untergebenen werden die Soidalenschinder sehl milde deurteilt. Wen ein Soldat in der Kantine zu viel getrunken und den Unteroffizier mit dem Schemel geworfen hat, wird er zu 2 Jahren 7 Monaten Gefängnis verurteilt. In Magdeburg erhält ein Soldat 3 Jahre hot In#eg#il er einen Unteroffizier auf der Straße gestoßen lang gezwungen, a Eteroffizier die Leute monate. un d ver dem glübeneihundertmal hintereinander aufzuspringen und vol dem glagenden Ofen den Schemel zu strecken, vis sie zu. S Mpanst Gefsnanig schinder wurden nur Monale Erfungnis beantragt und gar nur 3 Monate GeSgauis gusgesprochen. Er bleibt Vorgesetzter und kann die wits##häter bei einem anderen Truppenteil fortsetzen. An. den Soioalenmißhanviungen wird es erst anders werden, Greift, ais ehro se sehte, g### a# einem Untergebenen vera., ehrtos behanden wirv.(Sehr wahr! bei den Soz.) Die urmee soll auch den inneren Feind bekämpfen, das sind Vix.,„(Heiterkeit.)„Was für ein Widersinn, das Volk, das die Konen für den Militarismus trägt, als inneren Feind zu bezeichnen!(Unruhe rechts.] Sozialdemokraten passen dem Dere Rossafsemgig nicht und werden nicht befördert. meirutische Soldat erreicht also nicht die erste Stufe Vos, Fecper Hartzugr wird nicht Gerreiter.(Heiterkeit bei den mersiam gerachtpisenden verden auf die Sozialderokratit auf. Daß wir den Etat ablehnen, sollten Sie uns nicht vorauf uns geschossen werden soll? Was muß das Ausland denken, Der Miltarismug bei sozialdemokratische Zeitungen auslegen. Er rrichzenir Padlgruoven darseben.d; Oeseanlatenen, bie Frieden. Die Arbeiter urgend eines Kulturstaates sind nicht Ser Gariegeneriste.. d Abg. Grofen Oriola.) Wenn Graf, Oriola, sofort davon überzeugt sein.(Heiterkeit und Sehr gun bei den Soz.] Wir wollen natürlich kein Volkskein Zpeifel sein, deß der e Oeiterkeit) Aber darüber kann sogar nach einem Jahre als Vorgesetzte entlassen.(Sehr gut! stchnten Aeitfinbten nih esse offen zu halten und den Dieben das Handwerk zu legen, wo Sie es nur können. Ich bin kein junger Mann mehr und Friehener mricht mit diesem Hausen steis rebellischer, unzuzun aisles, was se derumschlagen, um ihnen zu helsen, und sie unschäsbar sein, Blicht auhalten vird. O, Sie werden mit Wilson verließ das Zimmer und Winston schritt hinaus auf eine neue Zigarette anzündete und auf #8, Schankelstuhl Platz nahm.„Fast sieht es so aus, sprach er #### sich hin,„als ob ich hier eine Art Generalfaktotum werben jbu. Ein lieber, alter Knabe, dieser Wilson, aber durchunpraktisch und gar kein Geschaftsmann!“ Nachdenklich saß #####e Minuten da und sprang dann ungeduldig wieder auf.— Beschzilgis#omn ich nur dozu, mich über Wilsons Mangel an Geschaftbschin lustig zu machen. Bin ich denn in dieser Hinsicht besser ausgestattet als er? Fehlt mir nicht selbst auch nur der Dingen 2cimer einer blassen Ahnung von geschäftlichen Gr war7“3i, werden ja sehen, wie es kommen wird.“ Rücken, in der Zisgrette fort und schritt, die Hände auf den hohlene Anerkennung5 in jedem Blicke unverAusstattung des kleinen Hewunerung für die künstlerische gewebt war. Odwobl diev in das er so blößlich bineinEinrichtung des Hauses Joch kes farm' einnahm, machte die der lleineren weit lohnender Eindruck, als ob der Betrieb neberall zeigte sich auter Geich, dr dr größeren Farm wäre. -#,#iul hast: Erschmal und ausgeprägte Ordnungsneve. Del Bau war eine getreue Nachahmung eines Schweizervorspringendem Giebel, weinumrankten Balkons, altdeutschen farbigen Fenstern und efeubedeckten Mauern. Wohlgepflegte Gartenanlagen mit Burbaum= und Rosenhecken umgaven das Haus. in dessen Nähe sich ein offener von wildem Wein umrankter Sommerpavillon befand. Gemachlich schlenderte er den mit Kies bedeckten Gartenweg entlang, atmete in tiefen Zügen den wonnigen Wohlgeruch der Blumen ein und dankte dem Geschick, daß er ein Bod hatte nehmen und sich vom Kopf bis zu ven Füßen umkleiden dürfen. In der Tasche seines lustigen Jacketts fand er ein Pakei Zigaretten. wovon er eine anzündete. Dann nahm er in dem Pavillon Platz und vollendete sein Rauchopfer.(Forts. folgt.) das Volk immer mit größter Begeisterung sein Vaterland verteidigen. Allein ein Volksheer dietet die Möglichkeit, einen Angriffskrieg unmöglich zu machen, und auf der Finanzmisere herauszukommen. Für das stehende Heer aber, das zur Kuebetung des Volkes dienen soll, geben wir keinen Pfeunig.(Stürm. Beifall bei den Soz. Nächste Sitzung Dounerstag 2 Uhr.(Fortsetzung.) Schluß 7 Uhr. heisung der Kranken an die Lövenicher Gemeinde stützt sich an das Kronkenversicherungsgesetz. Gerichtliches. Harkeinachrichtr! Die Gründung einer neuen sozialdemokratischen Partei Hollands ist am Sonntag zu Amsterdam erfolgt. Unter dem Vorsitz des Genossen Wirnkoop trat die stark besuchte konstituierende Versammlung zusammen. Der Vorsitzende betonte in seiner Eröffnungsrede, daß die Versammelten deshalb aus der sozialdemokratischen Arbeiterpartei ausgetreten seien, weil sie in dem Verbot der„Tribüne“ ein zwingendes Verbot der marxistischen Propaganda sahen. Noch heute würden sie alles tun, um die Einheit der sozialdemokratischen Partei zu erhalten. Aber die Voraussetzung dafür wäre, daß die Marxisten die Möglichkeit hätten, für ihre Anschauungen in der Partei zu wirken Wenn etwa die Internationale Vorschläge machen könnte, die das sicherstellen würden, so würden alle Versammelten dafür eintreten. Geschehe das aber nicht, dann gehe alles seinen Gang und die neue Partei bleibe bestehen. Zum Schluß teilte Wijnkoop mit, daß der Partei bereits 400 in acht Abteilungen organisierte Mitglieder beigetreten seien, außerdem 50 Einzelmitglieder im Lande. Abteilungen bestünden zu Amsterdam, Notterdam, im Haag, zu Utrecht, Delft, Leiden und Weesp. Demnachst würden Abteilungen im Zentrum der Textilindustrie, Enschede, sowie zu Haarlem, Leeuwarden und Vlissingen errichtet werden. Nach einem Vortrage des Genossen Gerter wurde einstimmig beschlossen, als Parteiprogramm das Programm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei anzunehmen, da es aus der Zeit der Partei stamme, da diese noch marxistisch war, und daher durchaus von marxistischem Geiste erfüllt sei. Zum Vorsitzenden der neuen Organisation wurde Genosse Wirnkoop gewählt, zum Parteiorgan die„Tribüne" bestimmt. Gewerkschaftsbewegung. Von den Gelben. Das Brandenburger Schöffengericht verurteilte den Metallarbeiter Wegner, der Schriftführer des gelben Arbeitervereins der Excelsior=Fahrradwerke ist, zu 30 Mark Geldstrafe, weil er von einem im Metallarbeiterverband organisierten Schlosser behauptet hatte, dieser habe auch schon dem gelben Verein angehört. Den Beweis für diese Behauptung vermochte W. nicht zu erbringen. Der Vorsitzende führte zur Zegründung des Urteils aus, daß die Mitgliedschaft im gelben Herein zwur an sich nicht beleidigend sei, dagegen liege eine grobe Verleumdung vor, wenn, wie im vorliegenden Falle, die Behauptung der Mitgliedschaft geeignet ist, den Privatkläger in einem ansehen bei den Arbeitskollegen zu schädigen. Die Strafe sei deshalb verhältnismäßig niedrig ausgefallen, weil der selbst erklärt hatte, daß ihm nichts an der Bestrafung des Beklagten, sondern an der Feststellung der Wahrheit gelegen sei. Arbeiterentlassungen im westfälischen Industrie=Gebiet. Aus dem Bezirk Dortmund wird uns gemeldet: Die Harpener Berabau=Aktiengesellschaft kündigte zum 1. April auf Zeche „Preußen“, I und II 95 Arbeitern, auf Zeche„Gneisenau“ 62. auf Zeche„Scharnhorst“ 55. Außerdem wurden in verschiedenen Betrieben erhebliche Lohnreduktionen vorgenommen. Auf Zeche in urden 150 Mann durch Anschlag gekündigt waizwerr Weber bei Dortmund kündigte zum 1. April allen Arbeitern; hierdurch werden 250 Mann brotlos. Bergarbeiterentlassungen. Auf Zeche„Rheinpreußen" bei Bochum ist 200 Bergarbeitern gekündigt worden. Ein Streik der Glasarbeiter ist in Meisenthal in Lothr. in der Glasfabrik ausgebrochen. 450— meist unorganisierte— Arbeiter und Arbeiterinnen streiken. Die Aussperrung der Parkettbodenleger in Straßburg i. Els. ist beendet. Industrie, Handel und Verkehr. Ki. Der Levante=Ring. In ballintreuen Blättern konnte man im vorigen Jahre lesen, daß die Fürsten Hohenlohe und Fürstenberg sich gegen Herrn Ballin, dem Generaldirektor der Hamburg=Amerika=Linie, in frevlem Uebermut aufgelehnt hätten. Der absolute Herr der deutschen Großschiffahrt, Herr Ballin, war zum Erstaunen seiner Getreuen durch die Vertreter der untenehmungslustigen Fürsten aus dem Aussichtsrat der LeranteLinie verdrangt worden. In der Generalversammlung, in der er diese Niederlage erfuhr, sagte Ballin dem Unternehmen der ohenlohe und Fürstenberg unerbittliche Fehde an, die neuen onkurrenten, die sich seinen Befehlen nicht fügen wollten, sollten seine Macht, spüren. So kapitalsmächtig das Hamburger Reedertum auch ist, so sehr überlegte es sich, gegen die an sich nicht bedeutenden Schiffahrtsgesellschaften der beiden Fürsten einen rücksichtslosen Kampf zu beginnen, denn die Hohenlohe und Fürstenverg hatten die Neigung bekundet, den von Ballin angesagten Kampf aufzunehmen. Nun verfügen die beiden Fürsten über ganz gewaltige Mittel, außerdem aber über gute Verbindungen, die, wie die Herren Reeder wissen, in Deutrchland nicht zu unterschätzen sind. Statt des in Aussicht gestellten Krieges zwischen Hohenlohe=Fürstenberg und Ballin erfolgte kaum 4 Wochen nach den stürmischen Auseinandersetzungen in der schon erwähnten Generalversammlung eine Versöhnung. An Stelle des Herrn Ballin trat der Direktor Ecker von der Hamburg=Amerika=Linie in den Aufsichtsrat der Levante=Linie ein. Die Meinung der Handelsblätter, daß diese Regelung einen Sieg der Ballinmacht bedeute, war durchaus irrig, wir bemerkten damals bereits, daß die großen Schiffahrtsgesellschaften den Hohenlohe und Fürstenberg weit größere Konzessionen gemacht hatten, als es umgekehrt der Fall war. Die kleineren Schifffahrtsunternehmungen, die die Hohensohegruppe im Vorjahre erwarb, sind zum Teil der Levante=Linie angegliedert worden, jetzt nimmt die Levante=Linie die Bremer Dampfer=Linie Atlas m. b. H. durch Erwerb der sämtlichen Geschäftsanteile auf Der bisherige Direktor der Atlas=Gesellschaft tritt in den Vorstand der Levante=Linie ein. In den Aussichtsrat der Levante=Linie wird aber ferner der Direktor Heinecken vom Norddeutschen Lloyd hineingewählt werden, so daß nunmehr die beiden führenden Schiffahrtsgesellschaften an der Verwaltung der LevanteLinie interessiert sind. Die Dampferlinie Atlas steht dem Norddeutschen Lloyd nahe, die neue Verbindung führt zu einem Ring der Levante=Linie, dem wesentliche Konkurrenz kaum noch gegenübersteht. Wir glauben guten Grund zu der Annahme zu haben, daß der Einfluß, den die Fürsten Hobenlohe und Fürstenberg in der Großschiffahrt erlangt haben, sich in nicht zu ferner Zeit in weiteren Fusionen und ähnlichen Neugestaltungen zeigen wird. Viel'eicht erreicht Herr Ballin mit ihnen im Bunde seine Monopolisierungsziele. Soziales. Zum Kölner Aerztestreik Der Aerztestreik hat die zweite Zivilkammer des Kölner Landgerichts beschäftigt auf Grund einer Klage des gesetzlichen Vertreters der Gemeindekrankenversicherung des Kolner Vororts zu Lövenich, des Bürgermeister3 Nolden, gegen den dort amtierenden Arzt Dr. Clementz auf Zahlung von 5000 Mk. Schadenersatz, Vertragserfüllung, Ersatz des entstandenen und entstehenden Schadens, weil der Arzt die Behandlung der von der Kölner Ortskrankenkasse der Lövenicher Gemeinde überwiesenen Kranken verweigert hat. Das Gericht setzt einen neuen Termin an, weil persönliches Erscheinen des Bürgermeisters und des Arztes notwendig sei.— Die Ueber# Bielefeld, 17. März. Schwurgericht. Vorsitzender: Landgerichtsrat Gockel, Vertreter der Staatsanwaltschaft: Assessor Wilhelmi. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde heute gegen den etwa 20 Jahre alten Maurergesellen Struk von Bielefeld. Gadderbaum verhandelt. Derselbe war vor kaum 2 Jahren von der hiesigen Strafkammer weger Sittlichkeitsverbrechens zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt und bedingt begnadigt worden. Er hat sich aber die ihm gestellte Probezeit von 2 Jahren nicht heute vor den Geschworenen zu verantworten hat. Er erhielt heute 10 Monate Gefängnis, worauf ihm 8 Monate von der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht wurden. Ein ungetreuer Beamter. Berlin, 17. März. Der Buchhalter Friedrich Hauswirth, der beim städtischen Gaswerk Unterschlagungen in Höhe von 70000 Mark begangen hat, wurde gestern vom Schwurgericht zu zwei Jahren Gefängnis und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt. Drei Monate der Untersuchungshaft kamen in Anrechnung. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Gefängnis beantragt. Militärisches. Militärhandwerker=Ausbeutung. Regimentsschneider Kilian vom Hanauer Infanterie=Regiment hatte gegen einen bei ihm beschäftigt gewesenen Schneidergehilfen Beleidigungsklage angestrengt, weil dieser ihn bezichtigt hatte, er habe die Oekonomiehandwerker zu Privatarbeiten(Herstellung von Uniformen für Einjährige und Schützenvereine) ausgeautzt und habe Besatzartikel sowie Uniformröcke des Regiments umgearbeitet und verkauft. Am Sonnabend sprach die Hanauer Strafkammer den angeklagten Schneidergehilfen frei. Durch Zeugenaussagen wurde bewiesen, daß Kilian visweilen 10 Stunden hintereinander, und zwar auch in den Dienststunden die Oekonomieschneider für Privatarbeiten ausnutzte, während zur gleichen Zeit Privetschneider, die für K. arbeiteten, aussetzen mußten. Er zahlte 7 Pfg. Arbeitslohn pro Stunde. Wegen der Ausnutzung der Oekonomieschneider in den Dienststunden wurde Kilian vom Regimentskommandeur mit 24 Stunden Mittelarrest belegt, zwei Zahlmeister sagten aber als Zeugen aus, es werde von oben erlaubt und gewünscht, daß Oekonomiehandwerker nach der Dienststunden noch mit Privatarbeit beschäftigt werden. Vermischtes. Ein neuer Erdstoß in Messina. Berlin, 17. März. Ein neuer Erdstoß in Messina brachte gestern nachmittag gegen 4 Uhr viele Mauerreste und die Trümmer des Klosters auf dem Platze Spirito Santo vollends zum Einsturz. In dem Kloster hatten ein Ehepaar und eine alte Frau Zuflucht gesucht. Das Militär grub das Ehepaar als Leichen und die alte Frau schwer verwundet aus. 8 80 Ballonunfall. München, 17. Marz. Im Wettersteingebirge 1500 Meter hoch in einem schwachbewaldeten Abhang des Kämikovfes oberhalb Mittenwald gestrandete Ballon ist der gestern in Davos aufgestiegene Ballon„Cognac“, der die Alpen überfahren wollte. Er ist in einen Weststurm geraten und gegen das Wettersteingebirge getrieben worden. Seine beiden Injassen, der Aeronaut de Beauclair und Rittmeister v. Frankenberg. Präsident des Deutschen Aeroklubs, sind unverletzt. Der Ballon wird zurzeit geborgen: die beiden Passagiere werden heute nachmittag noch in Mittenwald und heute abend in München erwartet. Ein jugendlicher Mörder. Straßburg, 17. März. In der Knabenbesserungsanstalt zu Hagenau erstach gestern der 17jährige Zögling Brunner den Schuhmachermeister Boyon mit einem Schustermesser. Der Tod trat sofort ein. Der jugendliche Mörder wurde verhaftet. Typhusepidemie in Cherbourg. Paris, 17, März. Die Cherbourger Typhusepidemie breitet sich trotz aller Gegenmaßregeln aus. Bis gestern waren 35 Todesfällc und 151 Erkrankungen gemeldet, vier weitere Personen befinden sich in Beobachtung. Der Ausstand des Vost= und Telegraphenpersonals in Fram= reich. Paris, 17. März. Die ausständigen Postbeamten erhielten angeblich die Zusicherung der Unterstützung seitens der englischen, amcrikanischen und deutschen Postbeamten, welche bedeutende Geldsummen zur Verfügung stellen würden. Berlin, 17. März. Der„Verband mittlerer Reichspostund Telegraphenbeamten“ teilt mit, daß die von anderer Seite verbreitete Meldung, der genannte Verband habe den Pariser streikenden Postbeamten Geldunterstützungen überwiesen, in keiner Weise den Tatsachen entspricht. Paris, 17. März. Gestern abend um 10 Uhr streikten, einer amtlichen Aufstellung zufolge, 800 Postbeamten von 12000. Der Ausstand ist in Havre. Lyon und in Lille beschlossen worden. In den Wandelgängen der Kammer ist das Gerücht verbreitet von dem Rücktritt des Staatssekretärs Symian. Paris, 17. März. Die radikalen und die radikalsozialistischen Abgeordneten nahmen einen Antrag an, worin sie ihr Dedauern darüber ausdrücken, daß das Perional der Postverwaltung es für notwendig betrachtet habe. die Arbeit einzustellen und einen öffentlichen Verwaltungsdienst zu desorganisieren. Die Abgeordneten drückten ihr Vertrauen zu der politischen Klugheit der Beamten aus und versorechen nach Wiederherstellung der Ordnung mit ihrer Unterstützung ihrer Reformen, welche sie verlangen, zu erwirken. Nächsten Freitag wird der Staatssekretär Symian in der Kammer über den Ausstand befragt werdeg. Diese Anfrage wird von dem Abg. Cerealdi in eine Interpellation umgewandelt werden. Standesamte-Nachrichten. Amt Sieker. In der Zeit vom 1. bis 15. März 1909 sind beim hiesigen Standesamt zur Anmeldung gelangt: Geburten. Söhne: Arbeiter Hermann Heinrich Wessel, Sieker Nr. 303; Fabrikarbeiter August Heinrich Sielemaan, Sieker Nr. 298; Fabrikarbeiter Gustav Adolf Schlingmann, Sieker Nr. 152; Tisch'er Friedrich Johann Heinrich Schönfeld, Sieker Nr. 251; ferner 1 unehelicher,„„„ 160 Töchter: Maurer Friedrich Wilhelm puls, Sieker Nr. 184, Tischler Johann Hermann Eduard Stolting, Sieker Nr. 300; Fabrikarbeiter Gustav Dietrich August Fillies, Sieker Nr. 324; Fabrikarbeiter Friedrich Wilhelm Ernst Nagel Sieker Nr. 101; Arbeiter Wi heim Gustav Holländer, Sieker Nr. 277; Schleifet Heinrich Johann Busse, Sieker Nr. 249; Kleinhändter Frievi#ch meyer, Sieker Nr. 356; Schlachter Karl Heinrich Kollmeyer, Sieker Nr. 198; Mechaniker Hermann Wilhelm Ober, Sieter Nr. 246; ferner 1 uneheliche. Aufgebote. Feilenhauer Friedrich Gottliev Arnolo Moller, Sieker Nr. 72, und Fabrikarbeiterin Henriette Höwelmann, Sieker Nr. 217; Eisendreber Gustav, Karl Hängg deybrock, Sieker Nr. 43, und Haushalterin Josepha Sieker Nr 43; Geschäftsreisender August Friedrich, Lechtermann, Sieker Nr. 205, und verwitwete Werkmeister Sgi#, mann, Martha Marie Hermine geb. Krumsick, Schildesche, lerstraße 16. ker Möller, Sieker 9 Sterbefälle. arbeiter Friedrich Nr. 248. 225, und Auguste Wiehage, Sieler Nr. 300. Hugo Twele, 2 J., Sieker Nr. 66; August Karl Linnenbrügger, 39 J., Sieler M Im Interesse unserer werten Kundschaft Verguten Wil auf Schunwaren während der Dividenden-Auszahlungstage bis zum 27. März 1909 Kur Habater „Küned-Haue Niedernstrasse 26 Telephon 166. „Tam Hens Sachs„vertund„Dor der Schun-Tabrik Gehrenberg 4 Gütersloherstrasse 33 Herforderstrasse 101 Telephon 807. Telephon 1130. 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Als die verfolgenden Dragoner ein Kind zu Tode foltern, gesteht die verzweifelnde Mutter den Aufenthalt der Priesiers, der aber dennoch gerettei wird Erbarmen. Ein Landstreicher, der in einem Pfarrhause soeben eine Gabe empfangen, überfällt im Walde die Schwester des Pfarrers und diese stirdt an den Folgen der V rletzung. Trotzdem erbarmt sich der Geistliche des verfolgten Strolches und läßt ihn ruhig in seinem Hause das Leben beschließen. Die guten Schulfreunde. Feinkowische Suuationen, die sich aus der Wiedersehensfreude zweier Jugendfreunde ergeben und ein anständiges Räuschchen zur Folge haben. Die Kraftpillen. seiner Gatin aufgestachelt, sucht sich ein Ehemann vermittelst einiger Kraftpillen in die richtige Position zu bringen Der Neurastheniker. Hochkomische Vorführung eines zum Waschlappen gewordenen jungen Mannes, den erst ein Wutanfall von seinem Leiden kuriert. empfängt aus der Hand des Vaters den Verlobten Herford. Am Sonntag, den 21. März feiert die Freie Turnerschaft Herford ihr diesjähriges Frühlings-Fest in den Lokalitäten der Wwe. Tiemeyer. Anfang 4 Uhr.= Hierzu ladet freundlich ein 1535 Der Vorstand. STehen in grösster Auswahl am billigsten bei P. Mertens. Erstes Spezialhaus. Bekanntmachung. Kostenfreie Wohnungs=Desinfektion. Bekanntlich übernägt sich in Wohnungen, die von Lungen= und Kehlkopftuberkulose=Kranken(Schwindsücht gen) bewohnt gewesen sind, der Ansteckungestoff leicht auf die neu einziehenden Personen, wenn die Räume nicht einer gründlichen Desinfektion unterworfen worden sind. Um diese allen Kreisen der Bevölkerung zugänglich zu machen, stellen wir für solche Fälle die Desinfektion kostenfrei zur Verfügung. Im Interesse der Volksgesundheit bitten wir alle Bereiligten dringend, uns immer in Kenntnis zu setzen, wenn eine Wohnung von Schwindsüchtigen geräumt worden ist, und uns die Vornahme der Deeinseknion zu gestatten. Die Wohnungen werden durch die Deoinfektion nicht geschädigt. Auch werden derartige Mitteilungen durchaus vertraulich behandelt, insbesondere wird dem Hauswirt derjenigen Wonnung, in welche der Kranke neu einzieht, keine Mitteilung über die Natur der Krankheit des neuen Mieters gemacht werden. Herford, den 12. März 1909. Der Magistrat. I. V.: Dr. Heß. bum uierssut 1 85 Reiorm-Getistellen. Allen Wirten zur gefälligen Nachricht, daß in meinem Lokale ein Poppers Welt-Piano„Regent“ von der Firma Popper& Co., Leipzig, aufgestellt ist. Kunstspiel=Piano ist das neueste elektro=pueumatische Piano, auf welchem das vierhändige künstlerische Klavierspiel und zwar die einfachsten wie die schwierigsten Kompositionen in wahrhaft virtuoser Weise zum Vortrag gebracht werden.(1531 Achtungsvoll Hermann Oberscheip Jägerhof. Fernsprecher 130. NB. Ich b merke, duß Werke dieser Art durch mich direkt ab Fabrik zu bezieben sind zu den kulantesten und weitgehendsten Zahlungs=Bedingungen. ö. O. Ein Kinderduett. Tonsis. Herford. Herford. 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