Abounementbbreis für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pig: Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Se USJJoes LUUTUGT Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westsalen und die lippischen Kurstenlumer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertionspreis ir die einspaltige Petitzeile oder ren Raum 15 Pfg. Bei Wiederdlungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme is ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag ver Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht" A. Gerisch& Co., Rieleseld. Nr. 64. Bielefeld, Mittwoch, 17. März 1909. 20. Jahrg. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten h. Ueber die Arbeiten des Reichstages und seiner Kommissionen führen konservative Blätter, insbesondere die„Kreuz=" und„Deutsche Tageszeitung“ bittere Klage. Die„Kreuzzeitung“ hat herausgerechnet, daß durch die Verzögerung, die die Etatsberatung in der Budgetkommission erfahren hat, der Etat in dritter Lesung kaum vor dem 1. April fertiggestellt werden kann. Sie gibt den Kommissionsmitgliedern auch gute Lehren, wie die Beratungen in der Kommission abzutürzen seien. Ihr weisester Ratschlag besteht darin, daß sie empfiehlt, an den Forderungen der Regierung keine Streichungen vorzunehmen, da damit den Parteien im Plenum die Mühe erspart bleibe, die von der Regierung geforderten Summen in der geforderten Höhe wieder herzustellen. Wir sind zwar keineswegs der Meinung, daß die hier und dort von der Budgetkommission vorgenommenen Streichungen und Kürzungen dem System des Militarismus und des Marinismus ernsthaft zu Leibe gehen. Aber die„Kreuzzeitung“ hat keir Recht, sich gerade über diese Tätigkeit der Budgetkommission zu beschweren. Der Geist der Sparsamkeit, der ja bei uns einziehen soll, wird nur dann einziehen, wenn der Reichstag der Regierung mit festemn Willen zeigt, daß er die riesigen Ausgeben des Etats eingeschränkt wissen will. Wenn die Regierung bei ihren Forderungen sich nicht selbst das durch die Finanznot des Reiches bedingte Maßhalten auforlegt, muß der Reichstag diese Versäumnis nachho en..„„ 4 5 Ebenso seltsam mutet es an, daß ausgerechnet die Junkerblätter sich gegen eine Vertagung der Reichsfinanzreform bis zum Herbst wenden. Der langsame Gang der Kommissionsverhandlungen läßt diese Vertagung als nicht unmöglich erscheinen. Wenn aber die Beratungen in der Kommission bisher einen positiven Erfolg noch nicht aufweisen können, so daß eine Lösung der Finanzfrage in absehbarer Zeit so gut wie ausgeschlossen erscheint, dann sind es doch die Junker, die durch ihre Gegnerschaft gegen die Nachlaßsteuer und durch ihr demagogisches Treiben gegen direkte Steuern überhaupt die Finanzreform bis jetzt verschleppt haben. Warum also die Ungeduld! Die Bündler können offenbar nicht den Zeitpunkt abwarten, in dem sie ihre Steuerbeute in Sicherheit gebracht haben. Aber sie sind doch sonst nicht so nervös. Befürchten sie etwa, daß das Volk sich doch inzwischer zu einem Sturm gegen die bündlerischen Forderungen erla könnte? Fasi gewinnt das den Anschein, wenn die„Deuische Tageszeitung“ heute die Regierung beichwört, um des Himmels Willen dem Reichstage keine weiteren Vorlagen zugehen zu lassen, um das Zustandekommen der Reichsfinanzreform in diesem Sessionsabschnitt nicht zu gefährden. Näher liegt indes die Annahme, daß die Junker durch diese Stimmungsmache den Vorwurf von sich ablenken wollen, daß sie es sind, die bis heute das „große nationale Werk“, wie sie es nennen, hintertrieben haben. Die Novelle zur Strafprozeßordnung und die zu erwartende Reichsversicherungsordnung werden in diesem Sessionsabschnitt nicht erledigt werden können. Es besteht die Absicht, die beiden Vorlagen an Kommissionen zu verweisen, die im Sommer über tagen sollen. Nur so wird es möglich sein, die Witwen= und Waisenversicherung und die beabsichtigten Aenderungen der anderen Versicherungsgesetze im nächsten Jahre durchzuführen. Eine agrarische Liebesgabe. Im§ 19 des preußischen Kanalgesetzes vom 1. April 1905 hatten die beiden Häuser des Landtages in Uebereinstimmung mit der Krone beschlossen, Schiffahrtsabgaben auch auf den natürlichen Wasserstraßen zu erheben. Das war ein direkter Verstoß gegen den§ 54 der Reichsverfassung, in dem es heißt: „Auf allen natürlichen Wasserstraßen dürfen. Abgaben nur für die Benutzung besonderer Anstalten, die zur Erleichterung des Verkehrs bestimmt sind, erhoben werden. Diese Abgaben (sowie die Abgaben für die Befahrung solcher künstlichen Wasserstraßen, welche Staatseigentum sind, dürfen die zur Unterhaltung und gewöhnlichen Herstellung der Anstalten und Anlagen erforderlichen Kosten nicht übersteigen. Auf die Flößerei finden diese Bestimmungen insoweit Anwendung, als dieselbe auf schiffbaren Wasserstraßen betrieben wird.“ Alle verkehrsfreundlichen Kreise, insonderheit auch die süddeutschen Bundesstaaten, die durch die Schiffahrtsabgaben in ihren Interessen aufs schwerste geschädigt zu werden drohten, erhoben Einspruch gegen diesen rücksichtslosen Verstoß gegen die Reichsverfassung. Als vollends am 7. Februar 1907 der Minister der öffentlichen Arbeiten in der Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses die Erklärung abgab, daß die Rechtsfrage, ob auf den natürlichen Wasserstraßen, entgegen der Bestimmung des§ 54 der Reichsverfassung, Abgaben erhoben werden dürften, für die preußische Regierung durch die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses und der Krone vom Jahre 1905 erledigt seien, interpellierte man die Reichsregierung wegen ihrer Stellungnahme zu dem verfassungswidrigen Vorgehen Preußens. Die Interpellation war vom 25. Februar 1907 datiert, sie kam aber erst am 1. April 1908 zur Beratung, da die Regierung sich mit ihrer Antwort ein ganzes Jahr lang Zeit gelassen hatte. Die sozialdemokratischen und freisinnigen Redner protestierten in der entschiedensten Weise gegen den preußischen Einfall in die Reichsverfassung. Unser Genosse Frank wies darauf hin, daß am 10 Dezember 1903 der Reichskanzler ausdrücklich die Erklärung abgegeben hatte, daß nach dem Stand der Reichsverfassung und der abgeschlossenen Verträge die Einführung von Schiffahrtsabgaben auf den natürlichen,„Wasserstraßen unmöglich sei, daß ferner der preußische Handetsmininer eine ganz ähnliche Erklärung abgegehen hatte. Er wies gleich den späteren Rednern nach, daß der§ 19 des preußischen Kanaldesetzes vom 1. Avril 1905 die Reichsverfassung und besonders auch die Rheinschiffahrtsakte und den Elbevertrag verletze und damit gegen die vertragsmäßigen Abmachungen mit Oesterreich und den Niederlanden verstoße. Die Regierung macht sich die Antwort recht leicht. Sie wagt nicht etwa zu erklären, daß der § 19 des preußischen Konalgesetzes nicht im Widerspruch zur Reichsverfassung stünde, sondern sie verfeidigte den preußischen Einbruch in die Reichsverfassung dadurch, daß sie erklärte, die preußische Regierung werde zur„Klarstellung" der Verfassungsbestimmung den Weg der Reichsgesetzgebung beschreiten, sobald die zwischen Preußen und den übrigen Bundesstaaten geführten Verhandlungen ausreichend gefördert worden seien. Diesem Versprechen ist die Reichsregierung denn jetzt auch in der Tat durch die Vorlegung eines Gesetzes betreffend die Erhebung von Schiffahrtsabgaben nachgekommen. Dies Gesetz mutet dem Reiche zu, nachträglich die preußische Verfassungsverletzung dadurch zu legalisieren, daß es seinerseits den betreffenden Abschnitt des§ 54 dergestalt abandert, daß nunmehr auch Schifffahrtsabgaben auf den natürlichen Wasserstraßen erhoben werden können! Der neue Passus des§ 54, der den oben zitierten jetzigen Wortlaut ersetzen soll, soll folgenden Wortlaut erhalten: „In allen Häfen und auf allen natürlichen Wasserstraßen dürfen Abgaben nur für solche Werke, Einrichtungen oder sonstige Anstalter erhoben werden, welche den Verkehr wesentlich erleichtern. Diese Abgaben, sowie die Abgaben, welche au künstlichen Wasserstraßen erhoben werden, dürfen bei staatlichen Anstalten oder Wasserstraßen die zur Herstellung und Unterhaltung erforderlichen Kosten nicht überschreiten. Der Bemessung der Abgaben, mit Ausnahme der Abgaben für die dem örtlichen Verkehre dienenden Anstalten, können im Bereiche der Binnenschiffahrt die Gesamtkosten für ein Stromgebiet oder Wasserstraßennetz zugrunde gelegt werden. Auf die Flößerei finden diese Bestimmungen insoweit Anwendung, als dieselbe auf ichiffbaren Wasserstraßen betrieben wird.“ Diese Verfassungsänderung, die durchaus der agrarischen Initiative zuzuschreiben ist, wie wir weiterhin noch nachweisen werden, wird den beteiligten Bundesstaaten dadurch mundgerecht zu machen versucht, daß„Zweckverbände“ geschaffen werden sollen, die von den an den gemeinsamen Wasserstraßennetzen beteiligten Staaten zu bilden und gemeinsam zu verwalten sind. teiligten Stagten zu bilden und gemeinsam zu verwalten si Das Recht, Schiffahrtsabgaven für die Benutzung der natürlichen Wasserstraßen zu erheben, soll dadurch also auf alle beteiligten Staaten ausgedehnt werden. Jeder Zweckverband soll die Abgaben nach einem einheitlichen Tarif erheben. Die Einnahmen ius den Schiffahrtsabgaben sollen nur zur Deckung der Kosten für Herstellung und Erhaltung von Werken, Einrichtungen oder sonstiger Anstalten, die den durchgehenden Verkehr im Gebiet des Verbandes wesentlich erleichtern, verwendet und unter den Staaten nach Maßgabe derjenigen Ausgaben verteilt werden, die ein jeder mit Zustimmung des Verbandes für das gemeinsame Wasserstraßennetz im Schiffahrtsinteresse gemacht hat. Dadurch, daß allerhand schöne Versprechungen in bezug auf den Ausbau der Wasserstraßen, durch die Mainkanalisation, die Neckarkanalisation, die Oberrheinvertiefung usw. gemacht wurden, glaubt man die süddeutschen Staaten tirre machen zu können, so daß im Bundesrat die vierzehn Stimmen nicht vorhanden sein werden, deren es b###darf, um die Vorlage zu Falle zu bringen. Ok die süddeutschen Staaten sich in der Tat durch die schönen Zusicherungen und die zur Schau getragene Harmlosigkeit ködern lassen werden, bleibt abzuwarten. Das Gesetz, das den modernen Austauschverhältnissen entsprechende Bestimmungen durch die Wiedereinführung reaktionärer Schiffahrtsabgaben ersetzen will, ist überaus gefährlich. Es bestärkt nur die verkehrsfeindliche Auffassung, daß die Aufwendungen für künstliche, resp. Verbesserung der natürlichen Wasserstraßen nicht aus öffentlichen Mitteln, sondern durch Schiffahrtsabgaben aufzubringen sind. Dergestalt könnte es dahin kommen, daß man entweder bei der Verbesserung der Wasserstraßen ein Schneckentempo einschlägt oder aber die Ausgaben für die Verkehrsverbesserung durch hohe Schiffahrtsabgaben einzubringen sucht. Eine solche Erhöhung der Abgaben aber würde den Verkehr erheblich schädigen, der Industrie die Rohmaterialien, die Kohlen usw. außerordentlich verteuern, vor allen Dingen aber auch den agrarischen Tendenzen, die Einfuhr ausländischen Getreides möglichst zu unterbinden, in der bedenklichsten Weise Vorschub leisten. Daß diese letztere Gefahr nicht hoch genug veranschlagt werden kann, beweist ja die Geschichte des§ 19 des Kanalgesetzes, der uns dieses Reichsgesetz beschert hat. Die Rechte des preußischen Abgeordnetenhauses, die an die Bewilligung der Kanalvorlage die Bedingung der Schifffahrtsabgabe knüpfte, ließ es bei ihren Ausführungen an Deutlichkeit nicht fehlen So erklärte nach dem Kommissionsbericht ein Vertreter der Rechten wörtlich: „Der einheimischen Landwirtschaft bringen die großen Ströme durchweg Nachteile, indem sie den ausländischen Produkten als Einfallstor dienen, wodurch die großen Gedanken unserer Schutzzollpolitik durchkreuzt werden.“ Und der Oberagrarier v. Pappenheim führte aus: „Ich erkläre ganz offen und daran wird auch kein Zweifel sein: ich erhoffe, daß der Import des Getreides in erster Linie durch die Schiffahrtsabgaben getroffen wird, und daß durch die verschiedenen Tarifierungen ein wesentlicher Faktor gefunden wird, um uns die Konkurrenzmöglichkeit am Rhein zu verschaffen.“ Die Einführung der Schiffahrtsabgaben bedeutet also nicht nur eine Verteuerung der Kohlen, des Eisens, der Hölzer, der Baumaterialien, sondern vor allen Dingen auch eine Verteuerung des aus dem Auslande importierten Getreides für die arbeitende Bevölkerung! Zum Zwecke dieser Verteuerung ist ja gerade der§ 19 des preußischen Kanalgesetzes geschaffen worden, zu dessen nachträglicher Legalisierung der nunmehr vorliegende Reichsgesetzentwurf betreffend die Erhebung von Schiffahrtsabgaben dienen soll!...7,.— Am Der neue Gesetzentwurf ist also im Grunde nichts anderes als eine neue Liebesgabe an die herrschende Partei, die Agrarier! Da bereits im Jahre 1908 der Vertreter des Zentrums im Reichstage dem Agrariertum Helfersdienste geleistet hat und da auch die Nationailiberalen keine prinzipiellen Gegner des Gesetzes sind, so ist die Gefahr einer Annahme keineswegs ausgeschlossen. Das Agrariertum ist ja noch immer bei uns Trumpf! Eine Beseitigung dieser reaktionären, verkehrsfeindlichen, im letzten Ende volksauswuchernden Politik in Preußen und im Reich ist nur von der politischen Ermannung der großen Masse des Volkes, des Proletariats, zu erwarten! Politische Uebersicht. Gegen die Einführung von Kirchensteuern, wie sie für die Angehörigen der evangelischen Landeskirche bereits bestehen, wehrt sich der katholische Klerus in Elsaß=Lothringen in der ihm dienstbaren Presse und durch die Zentrumsabgeordneten im Landesausschuß mit Händen und Füßen. Diese Haltung ist für die Gewissenstyrannei des Klerikalismus um so bezeichnender, als das Monstrum von einer Verfassung, welches in Elsaß== Lothringen besteht, den Austritt aus der katholischen Kirchengemeinschaft gar nicht zuläßt und mit der Einführung der katholischen Kirchensteuern die Regelung des Austrittsverfahrens— analog der für die Protestanten bestehenden Vorschriften— Hand in Hand gehen sollte. Neuerdings weist die klerikale Presse im Lande in ganz terroristischer Weise wieder auf eine in Elsaß=Lothringen gefallte Gerichtsentscheidung hin, die mit Berufung auf eine Verordnung vom 18. April 1871 die Verpflichtung der Eltern ausspricht, ihre Kinder bis zur Vollendung des 13. Lebensjahres für Mädcher und des 14. Lebensjahres für Knaben zum Besuche des von den Psarrern nach Schluß der regelrechten Schulstunden erteilten Religionsunterrichts anzuhalten. Auch die Berufung eines Vaters derauf, daß der Pfarrer im Religionsunterricht das Züchtigungsrecht überschritten habe, schützte ihn nicht vor Bestrafung. Und so etwas nennt sich moderner Rechtsstaat! Bürgerliche Reichstagskandidaturen. Für die Nachwahl im Kreise Stade haben die Freisinnigen den Direktor des Statist. Amtes in Bremen— Böhmert— als Kandidaten aufgestellt. Am Sonntag befaßte sich eine in Düren zusammengetretene Vertrauensmännerversammlung des Zentrums mit der Aufstellung eines Kandidaten an Stelle des verstorbenen Grafen Hompesch. Die Versammlung einigte sich auf den Fürsten Alfred zu Salm=Reifferscheidt=Dyck, gegen den sich eine Versammlung von Arbeitern, die dem Zentrum angehören, doch vor wenigen Tagen mit aller Schärfe gewendet hat. Der Wahlkreis ist dem Zentrum sicher, und die Kapläne werden schon dafür sorgen, daß auch die mißgestimmten Arbeiter den hochgeborenen Fürsten zum„Volksvertreter" wählen. Die Erhebungen über die Sonntagsruhe, die von den einzelnen Bundesstaaten gepflogen wurden, sind zum Abschluß gelangt. Das Ergebnis liegt zurzeit der preußischen Regierung vor, die das Material sichten und zusammenstellen wird. Man nimmt an, daß das künftige Gesetz eine Differenzierung bringen wird in der Form, daß die Sonntagsruhe verschieden gehandhabt wird, je nachdem, ob es sich um Großstädte, Provinzialstädte, Landstädte oder um das flache Land handelt. Fürst Bülow und die Ministerverantwortlichkeit. Wie die „Kreuzzeitung" erfahren haben will, hat der Reichskanzlei den Abgg. Dr. Junk und Müller=Meiningen gegenüber erklärt, ein Ministerverantwortlichkeitsgesetz sei fur den Bundesrat absolut unannehmbar. Auf die Frage einer Aenderung der Geschäftsordnung des Reichstages eingehend, hat der Kanzler erklärt, daß das Anfragerecht nicht auf belanglose Dinge und nicht auf schwebende Gerichts= und Verwaltungsgerichtsverfahren ausgedehnt werden dürfe.. Anfragen sollen nur bei wichtigen, politischen Angelegenheiten zulässig sein. Der Begriff einer wichtigen, politischen Angelegenheit ist derart flüssig, daß die Regierung es stets in der Hand hätte, auf eine unbequeme Frage nicht zu antworten, etwa mit dem Hinweis darauf, daß die Angelegenheit nicht politisch wichtig genug sei, um eine Auskunft zu rechtfertigen. Die Unruhen in Samoa. Die Konzentration dreier Kriegsschiffe vor Samoa läßt erkennen, daß es sich dort um sehr ernste Dinge handelt. Unter den Samoanern ist eine Bewegung im Gange, die ihre Spitze gegen die Weißen richtet. Die„RheinischWestfälische Zeitung“ mißt die Schuld daran, daß es so weit gekommen ist, der Eingeborenenvolitik des Gouverneurs Dr. Solf bei, der die Samoaner auf Kosten der Weißen verhätschelt habe. Die wirkliche Ursache scheint aber doch wo anders zu liegen. Vor einiger Zeit ist nämlich mitgeteilt worden, daß Land on Weiße nicht mehr abgegeben werden könne, weil der noch vorbandene Grund und Boden kaum noch für die Samoaner zureichend sei. Es liegt sonach die Vermutung sehr nahe, daß die Samoaner nur deshalb zum Kampf ihre Zuflucht nehmen, weil der ihnen belassene Boden nicht mehr ausreicht, das Volk entsprechend zu ernähren. Das Kolonialamt ist über die Zustände in Samoa seit einiger Zeit informiert, hat es aber für gut befunden, die Methode des Vertuschens anzuwenden. Es muß verlangt werden, daß unverzüglich eine amtliche Darstellung erfolgt. Die Matrikularbeiträge pro 1909. Nach einer Aufstellung des Reichsschatzamtes haben die Bundesstaaten für das Etatsjahr 1909 folgende Summen an das Reich zu zahlen: Preußen 263904 745 Mk.(gegen 1908 mehr 49858 241 Mk.), Bayern 44 318874 Mk.(+ 8541575 Mk.) Sachsen 31887308 Mark(+ 6016558 Mk.), Württemberg 15902790 Mk. (+ 3036823 Mk.). Baden 14 227907 Mk.(+ 2687318 Mk.), Hessen 8562 193 Mk.(+ 1 622 085 Mk.), Mecklenburg=Schwerin 4 428 176 Mk.(+ 840 706 Mi.), Sachsen=Weimar 2746 806 Mt. (+ 519319 Mt.), Mecklenburg=Strelitz 732590 Mk.(+ 138 839 Mark.). Oldenburg 3102 704 Mk.(+583 872 Mk.), Braunschweig 3 440 855 Mt.(+ 651 680 Mk.), Sachsen=Meiningen 1903493 Mark(+ 360,039 Mt.), Sachsen= Altenburg 1 462 255 Mark (+ 276994 Mk.,(Sachsen= Coburg= Gotha 1716261 Mk. (+ 324813 Mt.), Anhalt 2323725 Mk.(+ 440990 Mk.), Schwarzburg- Sondershausen 603 137 Mk.(+ 114 404 Mk.). Schwarzburg- Rudolstadt 685 934 Mk.(+ 130 146 Mk.], Waldeck 419044 Mk.(+ 79684 Mi.). Reuß ä. L. 500 171 Mk.(+ 94942 Mark', Reuß j. L. 1024184 Mk.(+ 194338 Mk.), Schaumburg=Lippe 318 694 Mk.(+ 60 461 Mk.), Lippe 1031 199 Mk. (+ 195 655 Mk.), Lübeck 749074 Mk.(+ 171 504 Mk.), Bremen 1861581 Mk.[+ 349556 Mk.), Hamburg 6186 650 Mk. (+ 1 165 254 Mk.), Elsaß=Lothringen 12 848 803 Mk.(+ 2 435 297 Mark. Insgesamt sind 426889153 Mk. Matrikularbeiträge, also 80 861081 Mk. mehr gegen 1908 aufzubringen. Bündler gegen Bündler in der Finanzreform. In Dessau fand eine Versammlung des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie statt. Hierbei hielt Herr v. Bismarck, ein Führer des Bundes der Landwirte, eine Rede, in der er ausführte: „Ich glaube, in Ihrer aller Sinne zu sprechen, wenn ich sage, daß wir die Haltung des Bundes der Landwirte gegenüber den Regierungsvorschlägen zur Reichsfinanzreform bedauern, und daß wir die Behandlung, die dem greisen Geheimrat Professor Wagner in der Gesellschaft der Wirtschaftsreformer von seiten der Agrarier zuteil wurde, nur mit großem Unmut betrachten konnten. Wir bedauern auch die Art, wie hierbei ein früherer Staatsminister aufgetreten ist. Wir halten diese Stellung, * nahme nicht im Interesse des Reiches wie der Reichsfinanzen liegend. Wie der Versammlungsbericht hervorhebt, wurde dem Redner für seine Ausführungen starker Beifall zuteil. Aus dem Reichstag. Die Finanzkommission des Reichstages setzte am Dienstag die Beratung der Brausteuervorlage fort und beendete dieselbe.— Fast alle Anträge, die zu den einzelnen Paragraphen eingebracht sind; wurden abgelehnt. Lediglich ein Antrag Gamp fand Annahme, der die Stundungsfrist für die Steuerbezahlung verlängert und Erleichterungen für die Brauereien gewährt. Bei§ 3 wurde die neue Regierungsvorlage abgelehnt und die Fassung des bisher bestehenden Gesetzes beibehalten. Die Vorlage wollte eine Anmeldefrist festsetzen für die Verwendung sogen. Bierfarbe. Von Wichtigkeit waren nur noch die Anträge, die eine Beschränkung der kommunalen Besteuerung des Bieres wünschen. Der Abg. Zubeil stellte dazr den Antrag, obergärige Biere mit 1½ Prozent Alkohol von kommunaler Besteuerung freizulassen. — Der Schatzsekretär SSydow äußerte Bedenken wegen der Eingriffe in die Gemeindefinanzen. Der bayer. Bundesratsbevollmächtigte sprach gegen jede Begrenzung der kommunalen Vesteuerung des Bieres. Er führte einige Beispiele an, wie stark bayerische Gemeinden an der Bierbesteuerung beteiligt seien; die bayerische Regierung werde dem Vorschlage kaum zustimmen können. Einige der beschränkenden Anträge wurden in erster Lesung angenommen; der Antrag Zubeil wurde dagegen mit 12 gegen 12 Stimmen abgelehnt, im ganzen dann die Vorlage in der ersten Lesung mit Mehrheit angenommen. Auf der Tagesordnung für Mittwoch steht die Beratung der Weinsteuervorlage. mderung des Strafgesetzbuches. Der„Entwurf eines Gesetzes, betreffend Aenderung des Strafgesetzouchs“ ist dem Reichstage zugegangen. Die Novelle erstrect sich auf folgende Materien: Hausfriebensbruch, Arrestbruch, Siegelbruch, Vereitelung der Zwangsvolstredung, Tierquälerei, Beleidigung, Kindermißhandiung, geringjugige Tieostähle und Anlerschlagungen, Erpressung. Der Hausfrievensoruch mit bewassneter Hand mußte bis. her mit Gesangnis bestraft werden; desgl. Siegelbruch, Arrestbruch und Vereitelung der Zwangsvoustreaung. Die Novelle sieht für diese Delitte auch Geldstrafe vor. Ein neuer Paragrapy(145b) will boshafte Quälerei oder rohe Mißhandlung oon Tieren mit Gefängnis bis zu orei Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 000 Mt. ahnden. Bisher wurde nach§ 360 Ziffer 13 öffentliche ooer ärgerniserregende boshafte Quälerei oder rohe Mißhaudlung mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft bestraft. Diese Strafen sollen laut Novelle nunmeor denjenigen tressen, der die zur Verhütung von Tierquälerei erlassenen Vorschriften übertritt. Im§ 186, dem berüchtigten Beleidigungsparagraphen, sollen die Gelpstrafmaxima von 600 auf 1000 bezw.(bei offenilicher Beleidigung) vor. 1500 auf 10000(Zeyntausend!!) Marl erhoht werden, ja— es soll neven der Freiheits- auf Geldstraje erkannt werden dürfen. Sodann ist folgender Zusaß geplant: „Bei einer öffentlich oder durch Verbreitung von Schriften, Abbildungen oder Darstellungen begangenen Beleidigung tritt die Bestrajung ohne Rücksicht auf die Erweislichkeit der Tatsache ein, wenn diese lediglich Verhalinisse des Privattebens beirifft, die das öffentliche Interesse nicht beruhren. Eine Beweisaufnahme über die behauptete oder verbreitete Tatjache ist nur mit Zustimmung des Belewigten zulässig. Beleidigung wider besseres Wissen, die bisher bei Annahme mildernder Umstände mit Geldstrafte bis zu 900 Mk. gegondet werden durfte, soll fortau(neven Gefängnis, bis mit 3000 Ml. gebüßt werden. Die Buße an den Beleidigten soll von jetzt 6000 Mt. im Maximum bis auf 20000 Mt.(!) erhoht werden. Zu§ 233a wird folgender Zusatz geplank: „Gleiche Strafe(Gefangnis nicht unter 2 Monaten) tritt ein, wenn gegen eine noch nicht 14 Jahre alte oder wegen Gebrechlichteit oder Krantheit wehrlose Person, die der Fursorge oder Obhut des Täters untersteht, eine Körperverletzung mittels graujamer Behandlung begangen wird.“ Aus Rot erfolgte Diebstähle oder Unterschlagungen geringwertiger Gegenstände sollen mit Geldstrafe bis zu 300 Mark oder mit Gefängnis bis zu 6 Monaten bestraft werden. Die Verfolgung darf nur auf Antrag eintreten. Wird die Tat gegen einen Verwandten absteigender Linie oder gegen den Ehegatten begangen, so bleibt sie straflos. Im Erpressungsparagraphen(253) soll nach dem neuvorgeschlagenen Text der Nachdruck auf die beabsichtigte Vermögensschädigung verlegt werden. Dänemark. Ein glänzender Sieg der Sozialdemokratie in der dänischen Hauptstadt. Aus Kopenhagen wird der„Leipziger Volkszeitung“ geschrieben: In ganz Dänemark finden in viesem Monat die Kommunalwahlen statt, und zwar unter dem Proportionalwahlsystem und der Teilnahme der Frauen, denen das Stimmrecht zur Kommunalvertrerung eingeraumt worden ist. Ovwohl nach den b'sher bekannten Resultaten ein starkes Wachstum der Sozialdemokratie auch in den rein bäuerlichen Distrikten konstatiert werden konnte. so konzentrierte sich dock die allgemeine Spannung des Landes auf die Wahl in der Hauptstadt. Ein Fünftel der gesamten dänischen Bevölkerung wohnt in Koperhagen, es ist also nur selbstverständlich, daß das ganze Land an den Ereignissen in der Hauptstadt großen Anteil nimmt. Am Freitag sind die Wahlen in Kopenhagen vollzogen worden. Von den insgesamt 42 Ratssitzen nimmt in Zukunft die Sozialdemokratie 20 ein, die Rechte 16, die Radikalen 5, außerdem wurde ein Unparteiischer gewählt. Das Bild der neuen Stadtvertretung ist auch nach der neuen Zusammensetzung nicht stark verändert. Die demokratische Mehrheit bleibt, nur ist sie wesentlich stärker als früher. Rund 45000 Stimmen sielen auf unsere Partei, während die Bürgerlich=Radikalen 11 634, die Vereinigte Rechte 36598 und eine vierte Liste 2242 Stimmen erhielt. Seit dem Jahre 1892 schlossen unsere Parteigenossen regelmäßig mit den bürgerlichen Radikalen ein Kompromiß zum Sturz der konservativen Rathausmehrheit. Das hatte den Erfolg, daß diese in den letzten beiden Jahren der vereinigten demokratischen Liste gar keine konservative Liste mehr entgegenzusetzen wagte. Aber nicht allein in der Hauptstadt, sondern auch in allen bedeutenderen Orten in den Provinzen schwand unter dem Einfluß des sozialistisch=radikalen Kompromisses die Macht der Konservativen und der Regierungsliberalen. Dieser Umstand machte die beiden Parteien geneigt. im vergangenen Jahre im Reichstage dem neuen Kommunalwahlgesetz(mit dem Provorz und Frauenstimmrecht) zuzustimmen. Sie hofften, indem sie auf die Indolenz der arbeitenden Frauen spekulierten, im Trüben fischen zu können. Wie der Wahlausfall zeigt, hatten sie die Rechnuno ohne die Sozialdemokratie gemacht, die von zeher eine energische Aufklärungsarbeit unter den Frauen betrieb und sofort nach der Annahme des Kommunalwahlgesetzes eine großortige Organisation der Frauenbewegung schuf. Trotzdem war die Svekulation der Regierungsvarteien nicht „„falsch. Das neue Wahlgesetz gibt jedem, Mann oder Frau, de anz der funf Kronen jährlich Steuer bezahlt, das Wahrrecht. Im alten Gesetz waren nur Manner mit mindestens 1000 Kronen Einkommen wahlberechtigt. Heute aber ist auch die Frau des Monnes, wahlberechtigt. der 800 Kronen jährliches Einkommen versteuert. So vorteilhaft das nun auch für die arbeitende Bevölkerung scheinen mag, so ist es doch Tatsache, daß wirksichen Vorteik vom Aufstellen bestimmter Steuersätze für die Bemessung des Wahlrechts in erster Linie die besitzende Klasse hat. gilt ganz besonders für Zeiten wirtschaftlicher Depression, Weit über 8000 Arbeiter mußten denn auch diesmal von der Wählerliste gestrichen werden, weil sie das letzte halbe Jahr mit ihrer Steuer rückständig waren. Es kommt hinzu, daß Arbeiterwitwen und einzelstehende ältere Arbeiterinnen gewöhnlich keine Steuer zahlen. Mit all dem haben die Besitzenden nicht zu rechnen. Sie können sich bis ins höchste Alter ihr Wahlrecht sichern und benutzen es, wie der Ausfall der letzten Wahl zeigte. Wäre die Wahl nicht in die schlimmste Zeit der wirtschaftlichen Krise gefallen, so hätte das Kopenhagener Rathaus schon diesmal eine sozialistische Majorität erhalten. Die sozialistische Majorität war denn auch das Schreckgespenst, das die Gegner anspornte, mit einer Energie zu arbeiten, wie man es fruher niemals sah. Ist es ihnen auch noch einmal gelungen, diese Majorität abzuwehren, so ist doch die Hoffnung wohlbegründet, daß nach den nächsten Wahlen, in vier Jahren, Kopenhagen völlig unter sozialistischem Regime stehen wird. Hervorgehoben muß auch noch das großartige Zusammenarbeiten zwischen Partei und Gewerkschaften werden. Hier in Dänemark sind diese beiden Teile der modernen Arbeiterbewegung wirklich eins, ein Ganzes ohne Lücke. Auf den Gewerkschaftsbureaus hingen die Aufforderungen zur Wahl aus. die Gewerkschaftsführer beriefen Versammlungen ihrer Verbände ein zur Agitation für die sozialdemokratischen Kandidaten. Unter kommission der dänischen Gewerkschaften, Abg. Olsen und der Redakteur des„Sozialdemokraten“. Abg. Borgjerv. Der langjährige Parteiführer, Genosse Abg. Knudsen, ist schon seit Jahren Mitglied des Kopenhagener Magistrats. Italien. ac. Die Wahlen. Die Stichwahlen vom Sonntag habten der glänzenden Sieg der Sozialdemokratie vollendet, den die Hauptwahlen begonnen. Zu den 30 Mandaten, die unseren Genossen in der Hauptwahl zufielen, sind, wie bereits gemeldet, weiter 12 gekommen, so daß sie nunmehr über 42 verfügen, gegen 26 ir der früheren Kammer. Die äußerste Linke hat nunmehr mi den Sozialisten zusammen 106 Sitze inne, in der alten Kamme 72. Die Radikalen stiegen von 34 auf 41, die Republikaner von 20 auf 23 Auf der anderen Seite steht die sogenannte monarchisch. Opposition, deren Zusammensetzung mit zirka 100 Mandaten si ziemlich die gleiche geblieben ist. Giolitti bleibt demnach auc in der neuen Kammer der Herr der Situation; er kann sich au eine Mehrheit von rund 300 Stimmen stützen. Die eigentlichen Sieger sind demnach unsere Genossen, di nicht allein ihre Mandate vermehrt, sondern die— was noch vie wictiger— auch einen erheblichen Stimmenzuwachs zu verzeichnen haben. Erfreulich ist die geringe Stimmenzahl, welche die syndikalistischen Kandidaten bei der Hauptwahl auf sich ver einigten(bei den Stichwahlen kamen sie so gut wie nicht mehr i. Betracht). Es hat sich gezeigt, daß der Syndikalismus bei den italienischen Proletariat doch nur über eine sehr geringe Werbekraft verfügt. Das Resultat der Wahlen läßt erkennen, daß diletzten Jahre der inneren Kämpfe nicht spurlos an unserer italienischen Genossen vorübergegangen sind; innerlich gekräftig ist die Partei in den Kampf gezogen und hat als geeinte Mach ihre Siege erjochten. Frankreich. ac. Der Streik der Telegraphisten. Die Angestellten des Pariser Post- und Telegraphenamtes haben in einer von Tausenden besuchten Versammlung den Generalausstand beschlossen Dazu sind sie getrieben worden durch die Provokationen def Staatssekretärs Symian, der unter Mithilfe der Polizei und der Regierung in der schroffsten Weise gegen die unzufriedenen Beamten vorging. Auf seine Veranlassung wurden etwa 50 Verhaftungen vorgenommen, eine Anzahl der Verhafteten wurde zu meireren Tagen Gefängnis verurteilt. Eine weitere Anzahl vor Folegraphisten wurde uuspendiert de Tengraphisten wurde fustenviett, Larunter das Vorstandsmitglied Subra, obg eich dieser in den Versammlungen dringen zur Mäßigung und zur Ruhe ermahnt hat. So hat man ir jeder Weise Oel ins Feuer gegossen, anstatt Verständigung mi den mit Recht unzufriedenen Beamten zu suchen. Schliept sich auch nur die Hälfte der Angestellten dem Ausstand an, dani wird der Deveschendienst in einer ungeheuren Weise vernach lässigt werden. Schon in den letzten Tagen konnte nach den eigenen Eingeständnis der Direktion die Arbeit nicht bewältig werden. Am Sonnabend mußten auf der Zentral= liegen bleiber nach Nizza zirka 1000. nach Algier 150, nach St. Brieux 180 nach Nantes 110, nach Toulouie 150 Telegramme usw. Als Ersatz für die Streikenden sollen Soldaten von der Telegraphenabteilung berangezogen werden; diese werden aber nicht genügen, die Arbeit zu bewältigen. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 17 März. — Ein Mückenstich als Betriebsunfall. Die Zigarrenarbeiterir Ehefrau H. in Holsen war am 20. August 1907 damit beschäftigt den von ihrem Ehemanne auf ihrem eigenen Felde geschnittenen Klee in den Armen nach ihrer 10—12 Meter vom Felde entfernten Tenne zu tragen. Bei diesem Kleetragen flog der Frau H eine Mücke ins Auge, wodurch eine Entzündung und nach mehrmaliger Overation eine Erblindung des Auges eintrat. Am 3 März 1908 wurde dies erst der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft von Frau H. gemeldet und die Gewährung einer Unfallentschädigung beantragt. Die Berufsgenossenschaft lehnte jedoch die Gewährung einer Unfallrente mit der Begründung ab, daß die ersittene Verletzung als ein Unfall im landwirtschaftlichen Betriebe nicht anerkannt werden könne, denn das Eindringen der Mücke in das Auge sei lediglich bei Gelegenheit. nicht aber infolge der landwirtschaftlichen Tätigkeit(Gang zum Kleeholen) erfoigt und bilde eine Gefahr des gewöhnlichen Lebens, die die Verletzte auch überall anderswo außerhalb des Betriebes hätte trefsen können. Die gegen diesen ablehnenden Bescheid der Berufsgenossenschaft eingelegte Berufung auf schiedsrichterliche Entscheidung wurde vom Schiedsgericht in Minden als unbegründet verworfen, de dasselbe die von der Berufsgenossenschaft angeführten Gründe a's zutreffend erachtete. Das Schiedsgericht führte in seinen Entscheidungsgründen aus daß nach der Rechtsprechung des Reichsversicherungsamtes, solche Unglücksfälle keine Betriebsunfälle sind, welchen an der betreffenden Stelle oder zu der betreffenden Zeit auch jede andere, nicht in dem Betrieb Beschäftigte hätte ausgesetzt sein, und welche den im Betriebe Beichäftigten in gleicher Weise auch anderswo und zu jeder anderen Zeit außerhalb des Betriebes hätten erreichen können. Nach Ansicht des Schiedsgerichts kann das Eindringen der Mücke in das Auge in einen ursächlichen Zusammenhang mit dem Betriebe und dessen Gefahren nicht gebrocht werden, es ist weder mittelbar noch unmittelbar durch die Arbeit des Kleeholens resp. durch den Aufenthalt an der. Unfallstelle veranlaßt. Mücken kommen namentlich auf dem Lande überall vor und jeder, sowohl im Freien wie auch im Hause, ist der Gefahr des gelegentlichen Eindringens in ein Auge in gleichem Maße ausgesetzt. Mit diesem abweisenden Urteil kam nun der Ehemann der Verletzten zum Bielefelder Arbeitersekretariat mit der Bitte, noch weitere Schritte in dieser Sache zu unternehmen, wenn noch irgend etwas zu machen wäre. Die Berufung war in Holsen von der Behörde angefertigt. Wir ersahen nun gleich, daß in dem Bescheid der Berufsgenossenschaft sowohl wie in der Entscheidung des Schiedsgerichts immer davon die Rede war, daß das Eindringen de. Mücke in das Auge auf dem Gang zum Kleeholen erfolgt sei, während dieses doch beim Tragen des Klees vom Feld nach der Tenne zu erfolgt war. Wäre der Frau die Mück= louf dem Wege zu ihrer Arbeitsstelle, in diesem Fall nach dem Feld zum Kleebolen. ins Auge geflogen, so lag allerdings nach der ständigen Rechtsprechung des Reichsversicherungsamtes kein Betriebsunfall vor, da die Unfälle, die vor der Wohnung nach der Arbeitsstelle oder umgekehrt von der Arbeitsstelle zur Wohnung sich ereignen, nicht als Betriebsunfälle gelten. Hier hatte sich aber der Unfall direkt im Betriebe beim Tragen des Klees ereignet, wodurch die Voraussetzungen für einen Betrieb, unfall vorhanden waren. Dies wurde auch von uns in dem gege den Entscheid des Schiedsgerichts eingelegten Rekurse ausdruckangestellten Ermittelungen war es als erwiesen zu erachten, daß der Frau, als sie den Klee vom Felde in ihr Haus trug, eine Mücke in das rechte Auge geflogen und dadurch das Auge verletzt worden ist. Erfahrungsgemäß werden gerade auf Kleeeldern Mückenschwärme häufig beobachtet. Die Klägerin ist außerdem dadurch, daß sie den Klee zu tragen hatte, behindert gewesen, die Mücken mit den Händen aozuwehren. Sie ist mithin nicht nur an der Oertlichkeit, an der sie am 20. August 1907 geirbeitet hat, der Gefahr einer Verletzung durch herumschwarnende Mücken in erhöhtem Maße ausgesetzt gewesen, sondern es pricht auch die Wahrscheinlichkeit dafür, daß sie gerade durch die Urt ihrer Arbeit an der Abwehr dieser Gefahr gehindert worden ist. Unter diesen Umständen war ein ursächlicher Zusammenhang wischen Unfall und Betrieb und demgemäß das Vorliegen eines entschädigungspflichtigen landwirtschaftlichen Betriebsunfalls anzuerkennen Die Frau erhält also ihre Unfallrente vom 20. August 1907, öbe dorselben muß natüirlich orst von der Parufsggnasse Holk Verselden mug katuriich erst von der Berussgenossenchaft festgesetzt werden. Hoffentlich wird von der Berufsgenossenschaft eine genügende Rente gewährt, damit nicht auch hiergeger erst wieder die gejetzlichen Rechtsmittel angewendet werden müssen. — Brauereiarbeiter=Verband. Die Versammlung am Sonnabend war gut besucht. Die beiden ersten Punkte der Tagesordnung: Mitteilungen und Abrechnung vom Stiftungszest, waren rasch erledigt. Beim dritten Punkt, Kartellbericht, wurde von der Erhöhung der Kartellbeiträge Kenntnis genommen; der Erhöhung wurde einstimmig beigetreten. Beim vierten Punkte vurde angeführt, daß es leider bis heute noch nicht gelungen ist, die Kollegen der Brauerei Wiegand, sowie der Biernieverlage Tilly der Organisation zuzuführen. In ersterem Betrieb wird ja seitens der Firma alles getan, um die Organisation fernzuhalten, trotzdem man aber auf der anderen Seite recht gern an die organisierte Arbeiterschaft sein Produkt absetzt. So wurde iuch kurzlich ein Braubursche gebraucht; wir sandten auch mehrere nach der Brauerei hin, aver keiner hatte das Glück, eingestellt zu werden, man hatte sie jedenfalls im Verdacht, daß sie organisiert seien. Herr Wiegand meinte, er mache die Arbeit selbst. Aber nicht lange danach scheint man sich anders besonnen u haben. Herr Wiegand ließ sich einen Brauburschen aus der zintersten Ecke von Bayern kommen, von dort, wo die Lute von der Kultur noch wenig beleckt sind. Aber nicht allein das, sonern auch praktische Erfahrung im Beruf scheint den Braudurschen, welche aus dieser Ecke kommen, aozugehen; passierte doch diesem bedauernswerten Kollegen ein schwerer Unglücksfall, er ihm leicht das Leben kosten konnte. Er kann von Glück agen, daß er mit einigen Knochenbrüchen davongekommen ist. Es sei aber gesagt, daß bei etwas praktischer Erfahrung dieser Anglücksfall unmoglich vorkommen konnte. Aber was fragt die betreffende Firma danach, die Hauptjache ist doch, daß der Berieb von Verbandskollegen rein gehalten wird, für eine Fünfsennig=Postkarte bekommt man wieder einen anderen Brauurschen aus dem bayerischen Wald. Wir werden aber ein wachjames Auge auf diesen Betrieb haben. In dem Betriebe Tilly liegt es an den Arbeitern selbst, daß die Organisation keinen Boden findet. Dort versteckt sich immer einer hinter dem anderen,„wenn der in den Verband geht, gebe ich auch rein, das ind ihre Redeusarten. Ferner behaupten sie, sie hätten den Verband nicht nötig, sie bekämen hohe Löhne und dergleichen Aber interessant ist es, daß keiner sagt, was er verdient; nehr. vir haben schon festgestellt, daß die Leute sich in die eigene Tasche ügen, daß sie nach außen hin behaupten, sie bekämen so und so viel an Lohn, in Wirklichkeit haben sie immer ein paar Mark veniger; außerdem müssen sie es noch in Kauf nehmen, bei Geringfügigkeiten jeden Tag die Entlassung zu gewärtigen. Aber insete Kollegen aus anderen Gewerkschaften ersuchen wir, bei Bezug von Flaschenbier auch innerhalb ihrer Arbeitsstätten, sovie auch im übrigen Umgang mit den Arbeitern obiger Betriebe ieselben immer wieder auf ihre Organisation hinzum isen oder iber sich bei solchen Gelegenheiten die von uns eingeführten Kontrollkarten vorzeigen zu lassen. Die Versammlung stimmte den Ausführungen zu und verpflichtete sich, alles daran zu setzen, daß die uns noch fernstehenden Kollegen organisiert werden. — Der Zentralverband für die Interessen des Detailreisens (Sitz Bielefeld) hat in einer eingehend begrundeten Eingabe beim Handelsminister gegen jede Beschränkung der bestehenden Vergünstigungen des Tetailreisens Einipruch erhoben und den „„ eer Trlanlersens Einsbruch erhdorn“ und den sandetsminnter gebeten, dafür einzutreten, daß das Aufsuchen von Bestellungen von Reisenden eines stehenden Gewerbes auf Grund der Legitimationskarte wieder allgemein zugelassen Eingabe verde. Die Handelskammer zu Bielefeld hat sich dieser E## bedingungslos angeschlossen und dieselbe deim Handelsminister unterstützt. — Ravensberger Spinnerei. Dem Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 1908 entnimmt der„Generalanzeiger“ folgende Ausführungen: Während der technische Betrieb unserer beiden Spinnereien, wie auch in der Bleiche im verflossenen Jahre ein regelmäßiger und ungestörtet war, soweit er nicht von dem kaufmännischen störend beeinflußt wurde, war der letztere ein jo ungewöhnlicher und schwieriger, wie er kaum schon in einem der mehr als 50 Jahre des Bestehens der Ravensberger Spinnerei gewesen ist. Mit um so größerer Befriedigung legt der Vorstand der General= versammlung einen Bücherabichluß vor, welcher das von ihm am Schlusse seines vorjährigen Berichts ausgesprochene Vertrauen rechtfertigt. Wie in unserem letztjährigen Bericht ausgeführt, ist schon im Herbst 1907 die vorher ganz ungewöhnlich große Nachfrage nach Garnen erlahmt;— sie ist aber im Laufe des Berichtsjahres noch schwächer und schwächer geworden und allmählich beinahe ganz erstorben. Nur für einige Garnsorten, vorzugsweise für solche, welche nicht zu, Geweben der deutschen Leinenausfuhr Verwendung finden, hat sie tavfer Stand gehalten. Die unausbleibliche Folge dieses, man möchte beinahe sagen Aussterbens des Garnmarktes ist ein gewaltiger Rückgang der Garnpreise gewesen.— Wenn wir trotz dieses ganz außergewöhnlich tiefen Preissturzes doch noch mit Nutzen arbeiten konnten, so haben wir das dem in unierem letztjährigen Berichte angegebenen Umstande zu danken, daß nahezu drei Viertel unterer Jahresproduktion schon im Laufe des Vorjahrs zu den damaligen bohen Garnpreisea voraus verkauft waren Von diesen Preisen haben die deutschen Flachsspinner ihren Kunden, um ihnen bei der ebenfalls ungünstig gewordenen Lage der Weberei=Industrie die Abnahme der Garne zu erleichtern, einen ganz bedeutenden Nachlaß gewährt. Da trotzdem die Abnahme nur ganz langsam geschehen ist und da neue Verkäufe nur in verschwindendem Maße zu bewerkstelligen waren, haben die deutschen Flachsspinner in Gemeinschaft mit den österreichischen und belgischen Mitte Juni die Arbeitszeit um ein Sechstel gekürzt und diese Maßnahme bis Ende des Jahres durchgehalten. Unsere Betriebe sind in dieser Zeit von 60 wöchentlichen Arbeitsstunden auf 50 zurückgegangen. Die Hälfte des dadurch entstandenen Verdienstausfalles haben wir unsern Arbeitern vergütet. Selbstverständlich ist diese verkürzte Arbeitszeit in der gegen das Vorjahr kleineren Garnproduktion und ebenso in der minderen Leistung unserer Bleiche zutage getreten. Die Zahl der fertiggestellten Bündel an Flachs= und Werggarnen betrug 970.067 gegen 1.025 768 im Jahre 1907. Verkauft wurden an rohen und gevleichten Garnen 934 750 Bündel gegen 1011 878 im Jahre 1907. Wegen der Einschränkung in der Svinnerei und wegen der für gebleichte Garne besonders ungünstigen Koniunktur mußte auch der Bleichereibetrieb nicht unbedeutend gekürzt werden. Nr. 64. Aus der * Detmold, 16. März. rats für das Amt D Landgerichtsgebäudes fand derats Detmold statt, deren Der Magistrat zu De Amtsgemeinderat gerichtet, sprochen wird. Der Punkt Vertrauensmänner fen und Geschworen dieser Aemter gewählt. E lösung von Holz- und Stre denimal wurden 200 Mi 200 Mk. bewilligt. Die wege im Amte Detm kehr wurde bis zum 1. T das Reichsgesetz betr. die Deutschen Reiche abgewarte Ortsvorstände soll ei Bezeichnung: Gemeindevor jeden Schildes sollen 60 P einer elektrischen E Kommunalwege He dorf=Fromhausen wu daß die Ansch üsse dem frei nicht einer einzelnen Firm sodann die Notwendigkeit tilgung der Ackerdi vom Verwaltungsamt Blot jährliche Revision der Feld ren sollen auch in diesem Inspektor Hagemann in teilnehmen. Als sechster Bierwirth in Haustenbeck der Wählerlisten zu meinderat, es bei der jetzt Die Aufstellung der Listen angebracht. In einem Sch deausschutz Heilige Verwaltungsamtes Detmol Steg Landrat Piderit er wurf nicht gefallen lassen ki getan und deshalb seine ein gebracht: Die Beschwerde wenden sollen und nicht nicht seine vorgesetzte Behövom Oberverwaltungsgeri# verpflichtet. Das Bundesschieden, daß nicht die Am gierung zur Unterhaltung kosten betragen rund 950 Steine für den Kommu zugestimmt. Oberförster Oberförsterei Berlebeck ei Als die Leitung fertiggest Röhren mit 15 Zentimeter solche mit 25 Zentimeter li Amtsgemeinderat beschloß, die vorgeschriebenen Röhre digung des Kommu Hochwasser resp. die 2 soll die Wegebaukommissiol Wegeaufsehers Sch erhöht. Ferner bewilligte 63jährige Witwe in Hidde Gesuch des Krieger rückerstattung der Tanzste Geburtstages des Kaisers die Polizeidiener des Amtes abonniert werden. Der la schule in Lage wurden willigt. Das Gesuch u Ueberschwemmten in hin erledigt, daß dieses spä dem noch verschiedene Un wurde die Sitzung geschlosse Oetinghausen, 16. Mär brannte das Gehöft des Ko Familien bewohnten Kotten gedn verdächtig ist der Hei ist sofort auf der Brandsté Robiliar wurden gerettet. .* Minden, 16. März. Schneider. Sonntag, eine außerordentliche Ver lautete:„Die Antwort de gen. Die Unternehmer he antwort gewürdigt. Die Anschein nach den„Herrn rung in echt scharfmacher mann übernommen. Die Brotlosmachung einiger zu können. Die Herren so unseren derzeitigen Bevoll die Zeiten haben sich geän werden solche Praktiken Schneider verlangen, ist se zurchgeführt. Die namha werde erkennen rückhaltlos 9.„Die Millionenfirma Wiutur zu handeln. Jeden und handeln, welchen Prei diese Arbeiter haben den ei eine Regelung der Löhne haben sich einen schlechtenFi auf dem Wege der Verstö nung den Frieden will, so hilfen werden das Verhalte wissen, sit haben die„Wi nicht genug, daß die Firm muierem Gauleiter auch nu wigerte sie am Montag fünfzig Arbeiter der Firm die Arbeiter werden mit 9 den festhalten an ihrem wirklichen, was die Kolleg haben. Von 69 stimmberech 1 Stimme die Einreichun eschlossen worden. Das #chen. Die Arbeiter hab landigung herbeizuführen. Handeln mit allen Mitteln An den Arbeitgebern liegt oder durch Verständigung K, Sce.. I 0 Nr. 64. Bielefeld, Mittwoch, 17. März 1909. 20. Jahrg. Aus der Nachbarschaft. * Detmold, 16. März. Sitzung des Amtsgemeinderats für das Amt Detmold. Im Schöffensaale des Landgerichtsgebäudes fand heute eine Sitzung des Amtsgemeinderats Detmold statt, deren Tagesordnung 30 Punkte umfaßte. Der Magistrat zu Detmold hatte ein Schreiben an den Amtsgemeinderat gerichtet, in welchem eine Eisenbahnfrage besprochen wird. Der Punkt wurde vertraulich behandelt.— Z.u Vertrauensmännern zur Auswahl von Schöffen und Geschworenen wurden die bisherigen Inhaber dieser Aemter gewählt. Ebenso die Sachverständigen der Ablösung von Holz= und Streuberechtigung. Für das Bandeldenkmal wurden 200 Mt. und für die Feier hierzu ebenfalls 200 Mk. bewilligt. Die Sperrung der Kommunalwege im Amte Detmold für den Automobilverkehr wurde bis zum 1. Oktober d. J. zurückgestellt. Es soll das Reichsgesetz betr. die Regelung des Automobilverkehrs im Deutschen Reiche abgewartet werden. An den Häusern der Hrisvorstände soll ein Schild angebracht werden mit der Bezeichnung: Gemeindevorstand. Für die Anbringung eines jeden Schildes sollen 60 Pfg bezahlt werden. Der Anlage einer elektrischen Starkstromleitung an dem Kommunalwege Heiligenkirchen= Hornoldendorf=Fromhausen wurde unter der Maßgabe zugestimmt, daß die Ansch üsse dem freien Wettbewerb untervorfen sind und nicht einer einzelnen Firma. Der Amtsgemeinderat erkannte sodann die Notwendigkeit einer Verordnung zur Vertilgung der Ackerdiestel an. Der Entwurf hierzu ist vom Verwaltungsamt Blomberg ausgearbeitet und sieht eine jährliche Revision der Felder vor. Die Obstbaumrevisoren sollen auch in diesem Jahre an dem von dem ObstbauInspektor Hagemann in Herford veranstalteten Obstbaumkurse teilnehmen. Als sechster Obstbaumrevisor wurde der Landwirt Bierwirth in Haustenbeck ernannt. Zu der Aufstellung der Wählerlisten zum Landtage beschloß der Amtsgemeinderat, es bei der jetzt bestehenden Gepflogenheit zu lassen. Aufstellung der Listen nach den Kolonatnummern sei nicht angebracht. In einem Schreiben beschwert sich der Gemeindeausschuß Heiligenkirchen über die Tätigkeit des Verwaltungsamtes Detmold in dem Prozesse betr. den Blauen Steg Landrat Piderit erklärt, daß er sich einen solchen Vorwurf nicht gefallen lassen könne und wolle. Er habe seine Pflicht getan und deshalb seine eine Kritik seiner Handlungen nicht angebracht: Die Beschwerdeführer hätten sich an die Regierung wenden sollen und nicht an den Amtsgemeinderat; dieser sei nicht seine vorgesetzte Behörde. Die Amtsgemeinde Detmold war vom Oberverwaltungsgericht zur Unterhaltung einer Familie verpflichtet. Das Bundesamt für Heimatwesen hat nun entschieden, daß nicht die Amtsgemeinde Detmold, sondern die Regierung zur Unterhaltung verpflichtet sei. Die Unterhaltungslosten betragen rund 950 Mark. Der Lieferung der Steine für den Kommunalweg Berlebeck-Fromhausen wurde zugestimmt. Oberförster Räker hat an den Grundstücken der Oberförsterei Berlebeck eine Röhrenleitung anbringen lassen. Als die Leitung fertiggestellt war, stellte es sich heraus, daß Röhren mit 15 Zentimeter lichter Weite verwandt sind= während solche mit 25 Zentimeter lichter Weite vorgeschrieben sind. Der Amtsgemeinderat beschloß, die Röhren entfernen und diese durch die vorgeschriebenen Röhren ersetzen zu lassen. Die Beschädigung des Kommunalweges Haustenbeck durch Hochwasser resp. die Anlage von 3 neuen Querdurchlässen soll die Wegebaukommission beschäftigen. Das Gehalt des Wegeaufsehers Schierenberg wurde um 100 Mark erhöht. Ferner bewilligte der Amtsgemeinderat für eine arme 63jährige Witwe in Hiddesen 50 Mk Wohnungsmiete. Dem Gesuch des Kriegervereins Diestelbruch um Zurückerstattung der Tanzsteuer, welche anläßlich der Feier des Geburtstages des Kaisers bezahlt sind, wurde entsprochen. Für die Polizeidiener des Amtes soll auf die Zeitschrift„Die Polizei“ abonniert werden. Der landwirtschaftlichen Winterschule in Lage wurden 150 Mk. auch in diesem Jahre bewilligt. Das Gesuch um eine Geldspende für die Ueberschwemmten in Schwarzburg=Ludolstadt wurde dahin erledigt, daß dieses später berücksichtigt werden soll. Nachdem noch verschiedene Unterstützungsgesuche bewilligt waren, wurde die Sitzung geschlossen. Oetinghausen, 16. März. Feuer. Heute morgen 8½ Uhr brannte das Gehöft des Kolon Niebuhr samt dem von zwei Familien bewohnten Kotten nieder. Der Brandstiftung dringedn verdächtig ist der Heuerling Honermeier. Verselbe ist sofort auf der Brandstätte verhaftet worden. Vieh und Mobiliar wurden gerettet. .* Minden, 16. März. Zur Lohnbewegung der Schneider. Sonntag, 14. März, fand in der„Centralhalle“ eine außerordentliche Versammlung statt. Die Tagesordnung lautete:„Die Antwort der Arbeitgeber auf unsere Forderungen.“ Die Unternehmer haben ihre Arbeiter nicht einmal einer Antwort gewürdigt. Die Mindener Unternehmer wollen allem Anschein nach den„Herrn im Hause“ hervorkehren. Die Fühin echt scharfmacherischem Sinne hat die Firma Muermann übernommen. Die Firma ist noch der Auffassung, durch Brotlosmachung einiger Kollegen die Bewegung niederdrücken zu können. Die Herren sollen den schlauen Plan gefaßt haben, unseren derzeitigen Bevollmächtigten brotlos zu machen. Nun, Zeiten haben sich geändert, an der Einigkeit der Schneider perden solche Praktiken scheitern. Das, was die Mindener Schneider verlangen, ist seit Jahren in allen namhaften Orten durchgeführt. Die namhaftesten Arbeitgeber im Schneidergewerbe erkennen rückhaltlos die gute Wirkung der Tarifverträge „Die Millionenfirma Muermann ist zu sehr gewöhnt, nach zu handeln. Jeden Zahltag müssen die Arbeiter feilschen und handeln, welchen Preis sie für die Arbeit bekommen. Auch diese Arbeiter haben den einmütigen Willen, durch feste Normen eine Regelung der Löhne herbeizuführen. Die übrigen Firmen haben sich einen schlechten Führer gewählt, einen Führer, der nicht auf dem Wege der Verständigung, der gegenseitigen Anerkennung den Frieden will, sondern der„bestimmen“ will. Die Gehilfen werden das Verhalten der Firma Muermann zu würdigen wissen, sie haben die„Wohltaten“ der Firma erkannt. Aber nicht genug, daß die Firma Muermann es abgelehnt hat, mit unserem Gauleiter auch nur einmal Rücksprache zu nehmen, verheigerte sie am Montag die Annahme eines Briefes, in dem (infzig Arbeiter der Firma ihre Kündigung einreichten. Nun, die Arbeiter werden mit Ruhe den Kampf aufnehmen, sie wer###„ festhalten an ihrem Programm. für Minden das zu vergrtlichen, was die Kollegen aller Orte längst als Gemeingut hahen. Von 69 stimmberechtigten Kollegen ist am Sonntag gegen „Stimme die Einreichung der Kündigung zum nächsten Tage beschlossen worden. Das ist am Montag von 89 Kollegen geszegen. Die Arbeiter haben alles versucht, in Güte eine Verstandigung herbeizuführen, sie werden jetzt durch entschlossenes Handeln mit allen Mitteln das gesteckte Ziel zu erreichen suchen. An den Arbeitgebern liegt es, ob es zu einem Kampfe kommt dder durch Verständigung der Friede herbeigeführt wird. Gewerkschaftsbewegung. Die Differenzen zwischen den Solinger Metallarbeiterorganisationen sind noch nicht beigelegt. In den letzten Tagen fanden in Solingen Verhandlungen unter Leitung des Parteivorstandes und der Generalkommission über Abschluß eines Kartellvertrages zwischen dem Solinger Industriearbeiterverband und dem Deutschen Metallarbeiterverband statt. Nach dreitägiger Beratung sind die Einigungsbemühungen resultatlos verlaufen. Vertagung der Massenaussperrung in Dänemark. Die Verhandlungen zwischen den Vertretern des Verbandes der dänischen Gewerkschaften sowie der Schuharbeiter und den Vertretern der dänischen Arbeitgebervereinigung sowie den Schuhwarenfabrikanten führten in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag zu einem Uebereinkommen für die Schuhwarenindustrie, und inzwischen war es auch in den Spezialausschüssen für die meisten der in anderen Berufen vorhandenen Konflikte gelungen, Einigungsvorschläge zustande zu bringen, so daß die Gründe für die auf den 15. März anberaumte Massenaussperrung hinfällig schienen. Nun hat jedoch die am Donnerstag abgehaltene Generalversammlung der Schuharbeiter Kopenhagens das von ihren Vertretern sowie vom Verband der Gewerkschaften empfohlene Uebereinkommen mit 587 gegen 338 Stimmen abgelehnt, und zwar in geheimer Abstimmung. Danach dauert also der Kampf in der Schuhindustrie fort und die Arbeitgebervereinigung hält infolgedessen auch an ihrem Massenaussperrungsbeschluß fest, hat sich jedoch bereit gefunden, diese Gewaltmaßregel bis zum 22. März zu vertagen. Der dänische Schuharbeiterverband hat auf den 19. März einen außerordentlichen Verbandstag einberufen, um seinerseits zu dem Uebereinkommen für die Schuhindustrie Kopenhagens Stellung zu nehmen. Die Konsumgenossenschaft als Preisregulator. In dem Zentrumsorgan„Tremonia“ in Dortmund lesen wir folgendes: Lünen, 3. März. Fleischpreise. Hier ist das Fleisch plötzlich billiger geworden, das seit Jahren von den hiesigen Metzgern, die einen sogenannten Ring gebildet hatten, in einer kaum erschwinglichen Preishöhe gehalten worden ist. So ließen sie sich z. B. das Pfund Rindfleisc bis zu 80 Pfg. bezahlen und auch die übrigen Fleisch= und Wurstwaren standen so hoch im Preise, daß manche Hausfrau die Ausgabe dafür scheuen mußte. Dem hier seit kurzem bestehenden Konsumverein„Eintracht“ ist es sehr zu danken, daß er die Fleischpreise herabgemindert hat, dadurch, daß er einen Metzgermeister aus Dortmund gewann, hier ein Metzgereigeschäft und im südlichen Stadtteile außerdem eine Filiaie errichtete, dieser Metzaer verkauft das Fleisch zu bedeutend billigeren Preisen, z. B. das Pfund Rindfleisch zu 55 Pfg. Er hat einen großen Kundenzulauf. Als die einheimischen Metzger diese scharfe Konkurrenz fühlbar empfanden, haben sie durch öffentliche Bekanntmachung die Fleischpreise ebenfalls herabgesetzt, sogar das Rindfleisch auf 50 Pfg. Dieses Vorkommnis ist ein weiterer und recht sinnenfälliger Beweis dafür, wie der Konsumverein als Preisregulator wirkt. Die Konsumenren müssen aber bedenken, daß, wenn auch bei Errichtung einer Käufervereinigung der Privathandel mit den Preisen heruntergeht(was er in den meisten Fällen vorher als„unmöglich“ erklärte), um die Kunden weiter zu behalten, doch der Konsumverein immer erst Voraussetzung für die Preisregulie. rung ist. In ihrem eigenen Interesse müssen die Käufer trot Preisnachlaß der Händler dem Konsumverein beitreten und die sen kräftigen, denn nur solange die Konsumgenossenschaft sie dazi zwingt, werden die Händler mit ihren Preisen tiefer bleiben Sie werden gleich wieder in die Höhe schnellen, wenn etwa die Konsumenten kurzsichtigerweise nach erfolgtem Preisnachlaß die Händler wieder aufsuchen und den Konsumverein im Stiche lassen würden. W. H. Gerichtliches. *r Bielefeld, 16. März. Schwurgericht. Vorsitzender: Landgerichtsrat Gockel, Vertreter der Staatsanwalischaft: Assessor Wilhelmi. Der Tischler Wilhelm Kohlmeyer zu Holzhausen bei Oeynhausen war am 24. Juni 1908 vor dem Schöffengericht zu Oeynhausen angeklagt, der Möbelfabrik von Karl Schmidt u Sohn zu Oeynhausen, bei der er früher in Arbeit gestanden hat, aus dem Lager der genannten Fabrik Messing= verglasungen zu einem Schranke gestohlen zu haben. Diese Sache hat zweimal das Schöffengericht zu Oeynhausen und am 6. und 21. Oktober 1908 die hiesige Strafkammer als Berufungsinstanz beschäftigt. Der Angeklagte trat immer mit der Behauptung hervor, er habe die Messingverglasungen in Bielefeld gekauft und benannte für diese seine Behauptungen den Arbeiter Wilb. Blase zu Vennebeck, den er auf der Heimfahrt von Bielefeld nach Vennebeck auf dem Bahnhof Vennebeck getroffen haben will und dem er auch erzählt habe, in dem Pakete, welches er bei sich trage, seien Fensterverglasungen, die er von Bielefeld geholt habe. Blase ist dann auch wiederholt in diesem Prozesse als Zeuge aufgetreten und hat in diesem Sinne den Eid geleistet. Diese von Blase beschworenen Aussagen sollen nun falsch sein, und der Angeklagte Kollmeyer wird heute beschuldigt, den Blase zu den von ihm begangenen strafbaren Handlungen durch Geschenke vorsätzlich bestimmt und auch noch den Versuch gemacht zu haben, den Zimmermann Karl Kleemeyer in der Untersuchungssache wider ihn ebenfalls zum Meineide zu verleiten. In dem letzten Termine hat Blase eingestanden, einen Meineid geschworen zu haben und von Kohlmeyer zu dem Meineide verleitet worden zu sein. Die Folge davon war, daß Kohlmeyer damals sofort in Untersuchungshaft genommen wurde und sich heute mit Blase vor dem Schwurgericht zu verantworten hat. Die Geschworenen dielten beide für überführt. Der Gerichtshof verurteilte den Blase wegen Meineid unter Zubilligung des strafmildernden Umstandes nach§ 157 des Strafgesetzbuches zu 6 Monaten Gefängnis und den Kohlmeyer wegen Meineid zu 2 Jahren Zuchthaus und wegen Verleitung zum Meineide zu 1 Jahr Zuchthaus. Ferner wurde Kohlmeyer zu 5 Jahren Ehrverlust und dauernder Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. *** Zwölf Jahre Zuchthaus, Innsbruck, 16. März. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den Artisten Grolinund, der bei einem Einbruch in Schüttorf einen Wächter ermordete, zu zwölf Jahren Zuchthaus. Militärisches. In den Wahnsinn getrieben wurde der Musketier Gafanzer vom 43. Infanterie=Regiment durch fortwährende Quälereien und Vishandlungen des Bizefeldwebels Warnatz. Während der Herr Vizefeldwebel mit 14 Tagen Freiheitsstrafe davonkam, wurde sein Opfer sofort nach der Verhandlung in die Irrenanstalt gebracht, aus der er als vollständig verblödet entlassen wurde. Auf Beschwerde des Vaters wurde dem Unglücklichen eine jährliche Rente von 540 Mk. bewilligt.— Das Volk kann zahlen, und der Herr Vizefeldwebel wird— da nicht auf Degradation erkannt worden war— die Söhne des Volkes weiter„erziehen“. Vermischtes. Adalbert Matkowski ist gestern abend nach langem, schweren Siechtum seinem Leiden im 51. Lebensjahre erlegen. Markowski ist am Bielefelder Stadttheater des öfteren als Gast aufgetreten, unter anderem in Grillparzers Ahnfrau und in Kean. Verkehrsstörungen durch Schneestürme. Breslau 16. März. In der vergangenen Nacht brach gegen 3½ Uhr in Breslau ein Schneetreiben los, das sich gegen 5 Uhr zu einem Schneesturm verstärkte, der bis in die Mittagsstunden anhielt und ausgedehnte Verkehrsstockungen bewirkte. Die Straßenbahn konnte den Betrieb nur verspätet beginnen und dann nur mit Stockungen fortsetzen. Eisenbaynunfülle. Zürich, 16. März. Der Schnellzug Schur—Zürich fuhr heute vormittag 10 Uhr 15 Minuten bei der Station Au auf ein Nebengeleis und stieß auf mehrere Güterzüge. Zwei Auslader wurden getötet, ein Arbeiter und ein Knabe schwer verletzt. Zürich, 16. März. Bei Waedenswil am Zürichsee entgleiste heute der Wien—Pariser Expreßzug. Man zählt 3 oder 4 Tote und mehrere Verwundete. Von Zürich ging ein Hilfszug ab. Selbstmord. Zabrze, 16. März. Eine Kaufmannsfrau namens Debta beging heute Selbstmord, indem sie aus dem dritten Stock auf den gepflasterten Hof hinabsprang, wo sie mit zerschmettertem Schädel tot liegen blieb. Man nimmt an, daß sie die Tat in einem Zustand geistiger Umnachtung ausgeführt hat. K.-K. Intelligenz der Rabenkrähe. Ein schweizer Mitglied der über die ganze Welt verbreiteten Gesellschaft der Naturfreunde„Kosmos“ teilt in deren in Stuttgart erscheinendem Organ folgende hübsche Beobachtung mit:„Hier im Kanton Bern ist die Rabenkrähe ziemlich häufig, und ich konnte in diesem Herbste beobachten, wie diese Vögel die Früchte der zahlreich vorhandenen Nußbäume teils vom Boden auflasen, teils direkt von den Zweig n abpflücken. Mit ihrer Beute flogen sie dann über den in der Nähe der Station Ferenbalm—Gurbrü befindlichen, ziemlich tiefen Einschnitt der Eisenbahn und ließen hier im Fluge die Nüsse fallen. Durch das Aufschlagen auf den steinharten Bahnkörper wurden diese gespalten und dann von den sogleich herbeieilenden Krähen mit ihren kräftigen Schnäbeln vollends geöffnet, worauf der Kern verzehrt wurde. War ein Kern faul, so nahmen die Vögel dies sofort wahr, und die betreffende, nur leicht gespaltene Nuß wurde nicht weiter bearbeitet. Das Treiben der Krähen war ein so reges, daß der ganze Bahnkörper in dem fraglichen Einschnitt mit Nußschalen förmlich übersät erschien.“ Nachrichten. Die katholische Kirche als Feind der Wissenschaft. Die Grkommunikation des Professors Dr. Schnitzer wegen seines kürzlich in den„Münch. N. N.“ erschienenen Artikels„Modernismus und katholische Kirche“ ist alsbald zu erwarten. Die politische Situation auf dem Balkan. Sowohl in Wien, als auch in Belgrad wird vom Krieg gesprochen, als ob er unvermeidlich wäre. Nun haben wir schon mehrmals solche Kriege in jenem einstigen Wetterwinkel gehabt, die, ohne irgend welches europäisches Gewitter zu verursachen, an Ort und Stelle sich abgespielt haben; das waren der bulgarisch=serbische und der türkisch=griechische Krieg. Ausgeschlossen ist ja nicht, daß jetzt ein österreichisch=serbischer Krieg entbrennt mit ähnlichem Verlauf wie jene; Rußland wird keinesfalls eingreifen, dazu sind ihm die Hände viel zu fest gebunden durch die Japaner einerseits und die Revolution andererseits. Aber gerade deswegen glauben wir auch nicht an einen Krieg der Serben gegen Oesterreich. Rußlands Renommee bei seinen Stammverwandten auf dem Balkan würde einen nicht wieder gut zu machenden Stoß erleiden, wenn es der Niederlage Serbiens durch Oesterreich ruhig zuzusehen verurteilt wäre; deswegen wird es alles tun, um den Krieg nicht ausbrechen zu lassen. Deswegen sind wir der Ansicht, daß das ganze großmäulige Kriegsgeschrei der Serben nur Theaterkulisse ist. Was wirklich dahinter steckt, geht aus folgender Nachricht hervor: Belgrad, 16. März. Kriegsminister„Zipkowitsch hat gestern den Generalstab der fünf serbischen Divisionen telegraphisch zum Kriegsrat nach Belgrad berufen. Die Beratungen wurden auch heute fortgesetzt und dabei der endgiltige Kriegsplan festgestellt.— Minister Milanowitsch erklärte in der Skupschtina: Die Lage Serbiens gebe zu Besorgnissen keineswegs Anlaß. Der russische Besandte habe ihm erklärt, daß Rußland mit der Note Serbiens einverstanden sei. Rußland werde Serbien vor weiteren Demütigungen durch Oesterreich= Ungarn schützen... g 4u2“ uud uur auf gisis Serbien verläßt sich also auf Rußland und nur auf dieses. Was es aber mit Rußlands Hilfe auf sich hat, lehrt folgende Nachricht:„„ g.„.,. 128 Traufrik Petersburg, 16. März. England und Frankreich verständigten die russische Regierung, daß wegen der serbischen Frage ein Krieg mit Oesterreich nicht entbrennen dürfe.„ Es wird also auch nicht zum Kriege Oesterreichs mit Serbien kommen. *** Wien, 17. März. Am nächsten Samstag wird Graf Forgach die Antwort der österreich=ungarischen Regierung in Belgrad überreichen. Vorher, wahrscheinlich schon heute, erfolgt die Intervention der Viererentente in Belgrad. Man ist hier darauf gefaßt, daß die serbische Antwort wieder zweideutig ausfällt, und hat in dieser Beziehung Vorsorge getroffen, um die unhaltbare Situation zu beenden. Schon aus diesem Grunde ist die Lage ernst. Petersburg. 17. März. Der russischen Regierung ging die Nachricht zu, daß der Schah gestern dem stellvertretenden russischen Geschäftsträger mitgeteilt habe, er sei bereit, dem Drängen Englands und Rußlands nachzugeben und in Persien wieder eine Konstitution einzuführen. Die Proklamierung dieser Verfassung soll am 20. März erfolgen. Friedrichshafen, 16. März. Die längst geplante Landung des Reichsluftschiffes„Z. I“ ist heute vormittag bei außerordentlich günstiger Witterung glücklich erfolgt. Nach 8 Uhr morgens war das Luftschiff in Manzell aufgestiegen und um ½9 Uhr schwebte es über dem Gelände der Luftschiffbaugesellschaft, das es in mäßiger Höhe umkreiste. Nach einer kurzen Schwenkung gegen den See zu fuhr der Ballon nach einer Viertelstunde wieder dem Gelände zu und senkte sich allmäblich auf die Erde herab. Die ausgeworfenen Seile wurden von den Mannschaften der Berliner Luftschifferabteilung erfaßt und der Z. I“ langsam und vorsichtig auf den Boden herabgezogen. Die Landung erfolgte unter dem Kommando des Grafen Zeppelin vollständig glatt und sicher, abgesehen von einer kleinen Beschädigung des linken hinteren Höhensteuers, das beim Niederfahren die Aeste eines Baumes gestreift hatte. Der Schaden wurde sofort wieder ausgebessert. Dann erhob sich das Luftschiff um 10 Uhr wieder und landete gegen ½11 Uhr vor der Ballonhalle. steht auf Teuerung. Von den Lebensmitteln wird 8 SF. Naturbutter„„ 1494 von Jahr zu Jahr teurer. Das ist der Hausfrau eine Mahnung, hierfür die vollwertigen Ersatzmittel Rheinperle und Solo in Carton — feinste Margarine— zu verwenden. Sie sind zum Kochen, Braten, Backen wie auch zum Rohessen gleich der feinsten Naturbutter verwendbar. Hausfrauen, machen Sie einen Versuch! Alleinige Fabrikanten: Holländ. Margarine-Werke Jurgens& Prinzen, G. m. b. H., Goch(Rhld.) Eine Jagd nach Millionen. Uebersicht der Szeuen: Eine Goldgräberhütte in den Bergen. Ein Betrüger bietet Geld für die Hand der Tochter. Das Kind des Goldgräbero findet seinen Freund verwundet. Der Vater findet eine Goldmine. Der Vater vor Freude in Ohnmacht. Sie gehen um ihre Ansprüche auf die neu entdeckte Mine aufzusetzen. Der Betrüger will ihnen zuvorkommen. Minuten können jetzt Millionen bedeuten. Wettrennen um die Mine behördlich verzeichnen zu lassen. Der Betrüger erreicht die Eisenbahnstation. Der Zugführer bestochen. Der Zug fährt zu früh ab. Der Fremde kommt in seinem Auto an. Er belohnt die Treue. Sie sausen hinter dem Das Wettrennen zwischen Eisenbahn und Auto. Ein liebevoller Abschied. Der Betrüger und der Fremde suchen einander. Der Schuß des Fremden tötet den Betrüger. Der Freund hat nun mehr noch als Millionen gewonnen. Kunstsilm. Schlager. Hensationell. Deuheit. „Lauriott.“ Dieses Drama, von Jules Mary, dem weltberünmten Meister des Genre=Schauspiels, wird geradezu glänzend gespielt von Monsieur Varennes vom Rejane=Theater in Paris. Madame Parat vom Athenäum und von Madame Amée Fessandier, die in der Rolle der Gattin Lauriotts Hochinteressantes Bild. von unübertrefflicher Tragik ist Hochinteressantes Sild. 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Wir haben diese Zeit benutzt, um unsern Bedarf bis nahe zum Jahresschluß 1909 zu decken. Es sind namentlich die niedrigeren Flachssorten ganz außerordentlich wohlfeil geworden, weshalb wir von ihnen für unsere Walfenbütteler Spinnerei, die nur Flächse dieser Arten verarbeitet, den ganzen Jahresbedarf und noch darüber gekauft haben. Aber auch für Bielefeld haben wir davon große Vorräte eingelagert, was uns sehr zugute kommt, weil dieses Material gerade zu den augenblicklich am meisten gefragten und am lohnendsten gezahlten Garnen verarbeitet wird. Der Garnmarkt scheint sich langsam, allerdings sehr langsam, erholen zu wollen, und die Preise einzelner, namentlich gröberer Garnsorten zeigen eine leichte Neigung zum Steigen. Von großem Vorteil ist uns im laufenden Jahre, daß wir unsern bedeutenden Bedarf an Flächsen geringerer Qualität im vergangenen Jahre vorgekauft haben, als ihre Preise außergewöhnlich tief standen.— Ein Betriebsergebnis ähnlich denen der beiden letzten Jahre läßt sich bei der gegenwärtigen allgemeinen wirtschaftlichen Lage natürlich nicht voraussehen, immerhin rechnen wir aber doch auf kein ganz ungünstiges. Der Bruttoüberschuß auf Warenkonto und Ummelner Bleichereikonto beträgt einschließlich Vortrag und Mieten nach Ueberweisung von 180000 Mk.(179000 Mk.] an das Abschreibungskonto 3 463 646.49 Mk.(3 652 526,92 Mk.). Der zur Verfügung stehende Gewinn in Höhe von 715 702.66 Mk.(916 32762 Mark) soll nach dem Vorschlag der Verwaltung wie folgt verteilt werden:,13 1½/8 Proz.(16 3/8 Proz.) Dividende= 560000 Mk. (700000 Mk.). 84000 Mk.(126000 Mk. Ueberweisung an den Spezialreservefonds, 20000 Mk.(65000 Mk.) an den Unterstützungsfonds, 25000 Mk. 10] an den Beamten-Pensionsfonds und 26 702 ,66 Mk.(25327,62 Mk. Vortrag auf neue Rechnung. In der Bilanz figurieren u. a.: Immobilien mit 188004.62 Mark(200 604,62 Mk), Gebäude mit 864 113.65 Mk.(864 113.65 Mark), Bleichanlage in Bielefeld mit 128651,45 Mk.(94.060 Mark), Arbeiterwohnungen in Bielefeld mit 486996.09 Mk. (403 456.64 Mk.), Gesamtanlage in Ummeln mit 554 182,10 Mk. 1545 754,22 Mk.), Gesamtanlage in Wolfenbüttel mit 1 196 636.93 Mark(1 144553.31 Mk). Weiter werden ausgewiesen Kassenbestand mit 21 223,41 Mk.(15 810.19 Mk.). Wechselbestand mit 114 927,66 Mk.(82 340.96 Mk.), Watenvorräte mit 4379891.06 Mark(4149 736.67 Mk) und Tebitoren mit 1835619.79 Mk. 2070 307.36 Mk.). Diesem stehen auf Passivseite bei einem Aktierkapital von 4 200 000 Mk. Kreditoren mit 2312648.84 Mk. (2221975,83 Mk.] und das Sparkassenkonto der Arbeiter mit 890 290.14 Mt. 1826 276.24 Mk.) gegenüber. Das Abschreibungskonto beläuft sich auf 1890000 Mk.(1710000 Mt.), die Reserven auf 1008000 Mi.(82000 Mk.). Die eingeklammerten Ziffern sind die des Vorjahres. kr.— Gewerkschaftskartell Bielefeld. Die in der letzten Kartellsitzung erfolgte Wahl des Gewerkschaftsausschusses ergab die einstimmige Wiederwahl des bisherigen Ausichusses! Es sind demnach alle Angelegenheiten, soweit sie nicht die Kasse betreffen, dem Kollegen Joseph Köllner, Marktstr. 8, zur Kenntnis zu bringen. Die Kassengeschäfte des Kartells besorgt wie bisher Kollege Ludwig Beckmann, Oststr. 28. Die Wahl der Bibliothekkommission ergab die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder. Nur an Stelle des Kollegen Borghardt, welcher eine Wiederwahl ablehnte, wurde der Kollege Renz gewählt. Ein Antrag, daß, wenn sich die Mehrzahl der dem Gewerkschaftskartell angeschlossenen Gewerkschaften dafür erklärt, der Beitrag vom für 1 Jahr auf 10 Pfg. pro Quartal für die männlichen Mitglieder erhöht wird, fand einstimmige Annahme. Ferner wurde beschlossen, ein kurzes Flugblatt herauszugeben, worin die ideellen Forderungen der Maifeier besprochen werden. Die Gewerkschaftsvorstände müssen die Anzahl der nötigen Flugblätter bis Ende März dem Vorsitzenden des Ausschusses mitteilen. Der Antrag. Erhebungen über die Zahl der gewerblich lätigen weiblichen Angehörigen und ihre Organisationszugehörigkeit zu veranstalten, wurde dem Ausschuß zur Verücksichtigung überwiesen. kr.—Metallarbeiterverband Bielefeld. In der außerordentlichen Generalversammlung, die am Montag stattfand, wurde zunächst eine Ersatzwahl zur Ortsverwaltung vorgenommen. welche die Wahl des Kollegen Rixe ergab Einem Antrage des Gewerkschafts=Kartells, vom 1. April ab auf 1 Jahr den Beitrag pro Mitglied und Quartal auf 10 Pfg. zu erhöhen, stimmte die Versammlung nach erfolgter Begründung durch den Kollegen Köllner einstimmig zu. Als Kandidaten zur Generalversammlung in Hamburg wurden die Kollegen Severing, Köllner, Wemhöner, Hobein, Kassing und Fischer aufgestellt. Hierauf sprach Reichstagsabgeordneter Ph. Scheidemann über „Die auswärtige Poli ik und die Gewerkschaften". Redner führte ungefähr aus: Die Gewerkschafken hätten das größte Interesse daran, sich um die Politik zu bekümmern. Nicht als Organisation sollen sie Politik treiben, sondern die Mitglieder müssen sich mehr als bisher um unsere politischen Zustände bekümmern. Selbst die christlichen Gewerkschäftsblätter sind gezwungen, zu bestimmten wirtschaftspolitischen Maßnahmen Stellung zu nehmen und ihre Mitglieder darüber aufzuklären. An der Frage des Koalitionsrechts, des Schutzes der Frauen und Kinder, der Lebensmittelpreise, Steuern, Ein= und Ausfuhr von Produkten, den Zöllen, des Militärwesens und der Kriege sind die Gewerkschaften erheblich interessiert. Eine richtige Politik kommt auch den Gewerkschaftsmitgliedern zugute und erleichtert den Gewerkschaften ihre Aufgabe, den Mitgliedern bessere Lohn= und Arbeitsbedingungen zu verschaffen. Gegenwärtig leidet die Arbeiterschaft, speziell die der Metallindustrie, unter der Krise. Auf 100 offene Stellen in der Metallindustrie kamen im Januar 408 Arbeitsangebote. Schlimmer sieht es noch aus, wenn die verschiedenen Branchen in Betracht gezogen werden. Es kamen da bei den Schmieden auf 958 offene Stellen 3563 Arbeitsangebote, bei den Drehern auf 100 offene Stellen 395 Arbeitsangebote, bei den Maschinenschlossern auf 1449 offene Stellen 6803 Arbeitsangebote, bei den Bauschlossern auf 914 offene Stellen 5607 Arbeitsangebote. Das sind grauenhaftg, Zahlen!.„ 62„J" tapit Die wirtschaftlichen Krisen lassen sich, solange tapitalistisch produziert wird, nicht beseitigen, und beschränken sich auch nicht auf ein bestimmtes Land. Eine Eigentümlichkeit Deutschlands ist es jedoch, daß die Krisen verschärft werden durch eine unsinnige Politik der Preissteigerung der Lebensmittel. Trotzdem sich in dem letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts der Agrarstaat Deutschland in einen Industriestaat umgewandelt hat und nach der letzten Berufszählung zwei Drittel Angehörige des Handels und der Industrie nur ein Drittel Angehörigen der Landwirtschaft gegenüber stehen, wird unsere ganze Politik von agrarischen Interessen geleitet. Die Organisation des Bundes der Landwirte hat es verstanden, mehr als die Hälfte der Reichstagsmitglieder für ihre Interessen zu gewinnen. Im preußischen Landtage herrscht das Agrariertum unbeschränkt und beeinflußt die ganze Politik Deutschlands im agrarischen Sinne. Eine derartige Politik liegt jedock nicht im Interesse der Mehrbeit des deutschen Volkes. Wir sind, weil Deutschland nicht so viel agrarische Produkte erzeugt, als sie zur Ernährung des Volkes notwendig hat, auf den Import, andererseits aber ist unsere Industrie auf den Export angewiesen. Die Gesamteinfuhr an Produkten betrug 1907 8740 Millionen Mark, die Gesamtausfuhr 6850 Millionen Mark. Das Bestreben einer vernünftigen Politik müßte sein. die denkbar besten Beziehungen zu dem Auslande zu unterhalten, durch abzuschließende Verträge günstige Bedingunger für Handel und Industrie zu schaffen. Redner erläutert an Hand der Einund Ausfuhrziffern für Dänemark, Frankreich und England, daß unsere Politik gegenwärtig nicht von diesen Grundsätzen geleitet wird. Obwohl wir alle Ursache haben müßten, uns mit diesen Ländern, weil dieselben zu den besten Kunden für Deutschlands Produkte gehören, sehr gut zu stellen, sei durch das Betreiben bestimmter Interesseklassen das Gegenteil der Fall. Am drastischsten komme dies bei der Marokkoaffäre zum Ausdruck. Marokko bezieht von uns jährlich für 1 Million Waren, wir haben also so gut wie gar lein Interesse an den dortigen Vorgängen. Durch eine unsinnige Politik des Hineinmischens haben wir es sertig gebracht, uns die gute Kundschaft Frankreichs zu verscherzen Aehnlich verhält es sich mit unserem Verhältnis zu England. Auch da ist durch unsere Politik sehr viel gesündigt worden, und die hierdurch geschaffene Jiolierung Deutschlands trägt nicht dazu bei, die Industrie, und damit die Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft zu heben. Auch an den gegenwärtigen Zuständen in den Valkanstaaten trägt die Leitung unserer Politik sehr viel Schuld. Um nun andere Zustände herbeizuführen, ist es notwendig, die Arbeiterschaft mehr als bisher für unsere auswärtige Politik zu interessieren und die gewerkschaftlichen und politischen Organisationen zu stärken. Die so geschaffenen Machtfaktoren werden dann dafür sorgen, daß wir sowohl im Innern als auch nach außen hin friedliche und erträgliche Zustände haben. Von einer Diskussion über die vorzüglichen, mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen nahm die Versammlung Abstand. Es erfolgte darauf Schluß der gutbesuchten Versammlung. — Das Märzheft des„Kosmos“ ist erschienen und kann in der Expedition unseres Blattes abgeholt werden. — Polizeibericht. Festgenommenwurden 4 Personen wegen Trunienheit und groben Unfugs.,1 Person wegen steckbrieflicher Verfolgung und 2 Personen wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs. 24 Obdachlose erhielten Unterkunft im hiesigen Polizeigefängnis. Gekunden: 1 Brosche, 1 Armband, 1 Lupe, 1 Paar Zugelaufen: 1 Bernhardinerhund. Verloren: 1 Paket, enthaltend 1 Damenbut. 1 Damenhandtasche, 1 gold. Armband mit Medaillon, 1 schwarzer Damengürtel. spiel„Die rote Robe“ zum letzten Male in Szene. Am Sonnabend findet eine einmalige Aufführung von„Dörchläuchting“ mit Herrn Junkermann in der Titelrolle statt. Versammlungen. Bielefeld. Soz. Verein. 11. und 12. Bezirk. Der Vortragsabend mußte am Montag umständehalber ausfallen, er findet nunmehr bestimmt am Freitag abend 8½ Uhr bei Tuxhorn statt. Thema:„Klassenjustiz im Klassenstaate.“ * Rehme, 16. März. Unsere diesjährige Märzfeier findet am Donnerstag, abends 8½ Uhr. im Lokale Röbke statt. Der Arbeitergesangverein wird an dieser Feier mitwirken. * Stadthagen, 16. März. Arbeitslosigkeit. Wie in anderen Gegenden so herricht auch hier in Stadthagen große Arbeitslosigkeit. Da viele Familien Hunger leiden— sind doch verschiedene Familienväter schon 9 bis 10 Wochen außer Arbeit—, sollte man wenigstens glauben, daß die wenige Arbeit, die zu verrichten ist, von din Arbeitslosen gemacht würde. Aber weit gefehlt. Die Ziege eibesitzerin Witwe W. Möller hierselbst kann das Elend ruhig mit ansehen, daß verschiedene Familien dorben. Statt arbeitsuchende Familienväter einzustellen, beschäftigt sie Gefangene Die Witwe sollte durch die öffentliche Meinung gezwungen werden, zur jetzigen Zeit keine Gefangene beschäftigen zu dürfen. * Paderborn, 16. März. Eine stark besuchte öffentliche christliche Gewerkschaftsversammlung, einberufen vom Kartell der christlichen Gewerkschaften, fand am Sonntag nachmittag hier im„Preußischen Hof" statt. Eingeladen waren alle Buchdrucker und alle Freunde der christlichen Gewerkschaften, die Versammlung tagte also nur unter bedingter Oeffentlichkeit. Ueber„Die Neutralität in der Gewerkschaftsbewegung unter besonderer Berücksichtigung des Verbandes der Deutschen Buchdrucker" referierte der Redakteur der„Westdeutschen Arbeiter= zeitung", Joos. Dieser versuchte in seinem Referat die Neutralität des Buchdruckerverbandes mit den bekannten“„ollen Kamellen“ anzuzweifeln, der Verband sei deshalb nicht mehr imstande, allen Berufsangehörigen ohne Unterschied der religiösen und politischen Anschauung Unterschlupf zu gewähren. Er empfahl den Beitritt zum Gutenbergbund, der nach dem großen Buchdruckerstreik von 1892 mit Hilfe der Prinzipale und Faktoren gegründet wurde, aber sogar von den Hirich=Dunckerschen abgewieser in die Arme der Christlichen“ geflüchtet ist. Gauverwalter Müller=Esser als Korreserent widerlegte die Ausführungen des Reserenten gründlich. Die ganze Kampfesweise der Christlichen wurde in das richtige Licht gestellt. Die christlichen Gewerkschaften seien nicht zum Selbstzweck, sondern als Mittel zum Zweck gegründet worden. nämlich zur Bekämpfung der freien Gewerkschaften und der Sozialdemokratie. Redner wies im weiteren nach, daß sich die Gewerkschaften mit Fragen der Politik beschäftigen müssen. Sie müßten Arbeiterpolitik treiben. Ausnahmegesetze. Lollfragen, das Landtagswahlrecht und nicht zuletzt die ganze Finanzreform unserer Tage seien Fragen, die die Gewerkschaften im höchsten Maße interessieren. Die Stagnation der christlichen und das Fortschreiten der freien Gewerkschaften beweise recht deutlich, daß letztere auf dem rechten Wege seien. In oiesem Sinne sprachen noch Redakteur Schoreck=Essen und Mirow=Bielefeld. Der Leiter der Versammlung, Böhle(Gutenbergbündler], fand es verständlich, „wenn ein bezahlter Beamter des Verbandes Propaganda für diesen mache". Sind doch nun einmal„anständig“, die Christen. Hoffentlich haben sie selbst eingesehen, daß sie mit dieser Versammlung ein Fiasko gemacht haben. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. Ein Zufall-Kauf! welche wir durch Zufall billig erworben haben und nur letzte Neuheiten dieser Saison sind. 1571 kommen von heute ab zu folgenden Sensations- Preisen zum Verkauf: Posten Kostüm- Röcke fussfrei, aus besten englischen und uni Stoffen jeder Rock 4,50 und Posten 2 Kostüm- Röcke aus besten engl. u uni Stoffen, Cheviot und Satintuch jeder Rock 9.75 und Posten 3 Kostüm-Röcke aus best Stoffen, darunter auch Miederröcke jeder Rock 16.50 und Posten 4 Rostüm-Röcke aus besten schwarzen Stoffen, darunter auch Miederröcke jeder Rock 10 Der Verkauf beginnt heute. Gelegenheitskauf! 85 Damen-Blusen — aus weissem Wollbatist, Wert bis 10.50 zum Aussuchen jede Bluse 4.95 und Der Verkauf beginnt heute. # K bei Marms& 30. am Jahnplatz. Insbesondere Einen grossen Posten Herren-Sonntagsstiefel in vielen Fassons. 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Die Abgg. Roeren und Erzberger (Zentrum) haben zu 6a einen Antrag eingebracht, welcher bestimmt, daß ein Verschnitt aus Erzeugnissen verschiedener Herkunft nur dann nach einem der Teile allein benannt werden darf, wenn dieser in der Gesamtmenge überwiegt. Abg. Freiherr Heyl zu Herrnsheim(natl.) wendet sich gegen den Antrag, unter dem der reelle deutsche Weinhandel leiden müsse. Abg. Erzberger(Ztr.): Hier handelt es sich darum, ob das Gesetz zustande kommt oder nicht. In der Fassung der zweiten Lesung scheitert es am Widerspruch des Bundesrats, der diese Fassung mit den Handelsverträgen nicht vereinbaren kann. Dieses Gesetz, welches den Weinbauern grpße Vorteile bietet, dürfen wir aber nicht scheitern lassen. Deshllb bieten wir durch unseren Antrag einen mittleren Weg. Nehmen Sie ihn an, und streichen Sie im 6b den ersten, für unannehmbar erklärten Satz. Abg. Dr. Roesicke(Bund der Landw.) erklärt, daß er für den Antrag Erzberger und gegen den ersten Absatz des§ 6h stimmen wird. Abg. Dr. David(Soz.): Die Herren Roeren und Erzberger haben ihren in der zweiten Lesung abgelehnten Antrag abgeändert und wieder eingebracht. Durch die Abänderung sind allerdings die Hauptbedenken, die ich schon vorbrachte, gefallen. Trotzdem wird auch diese Fassung noch zu Konsequenzen führen, die in der Praxis nicht viel besser sind, als jene, auf die ich hinwies. 51 Liter irgend eines Landweins und 49 Liter wirklicher Rüdesheimer würden jetzt allerdings nicht mehr Rüdesheimer heißen dürfen. Gießt man aber 2 Liter Zuckerwasser hinzu, dann ist's wieder Rüdesheimer.(Stürmische Heiterkeit.) Ich bitte Sie daher, lehnen Sie den Antrag ab und stimmen Sie der Kommissionsfassung zu, welche bestimmt, daß der artbestimmende Charakter für die Bezeichnung des Weines maßgebend ist. Es ist dies der einzige Weg, um unhaltbaren Widersprüchen aus dem Wege zu gehen, und um ein unreellesVerfahren hintanzuhalten. Wenn man hingegen das unreelle Verfahren sanktioniert, wie es durch den Antrag Erzberger geschehen würde, so wäre das entschieden eine Bevorzugung ausländischer Weine. welche mehr Süßigkeit enthalten und darum beim Verschnitt bevorzugt würden. Nicht nur der deutsche Konsument, sondern sogar der Franzose, wenn er deutschen Wein kauft, will wirklichen Rheinwein und nicht sein eigenes Landesprodukt unter dem Namen eines deutschen Weines haben. Kommt das Ausland erst dahinter, daß in dem deutschen Bein soviel französischer Wein steckt, so wird unser ganzer Weinbau diskreditiert, die Weinbauer und die Arbeiter im Weinbau geschädigt. Die Regierung sollte, anstatt hier ein„Unannehmbar" zu grechen, Verhandlungen mit Frankreich, Italien, Spanien und vo##ugal in die Wege leiten. Im übrigen ist die Frage nicht so wichtig für uns. als daß vir daran das ganze Gesetz scheitern lassen würden. Wenn die Regierung es darauf ankommen läßt, so ziehen wir unseren Widerspruch zurück.(Beifall bei den Soz.] Geheimer Regierungsrat Freiherr v. Stein: Gesetzliche Bestimmungen darf man nicht unter dem Gesichtspunkte idealer Vollkommenheit beurteilen, sondern man soll danach fragen, ob sie einen Fortschritt bedeuten oder nicht. Abg. Vogt=Hall(W. Vg.) erklärt sich, gestützt auf Zuschriften zahlreicher württembergischer Weinbauern, unbedingt für die Kommissionsfassung. Abg. Erzberger(Ztr.) polemisiert gegen Dr. David. Der Antrag bedeute den besten Schutz des deutschen Weinbaues. Abg. Dove(Fr. Vg.) erklärt, daß seine Freunde im Sinne der Regierung stimmen werden. Sozialer Roman aus Amerika von E. Dewitt. *—(Nachdruck verboten.) „Er ist in der Tat ein Wunder," beteuerte Butler,„kann aber gegen einen berufsmäßigen Klopffechter, wie Tornado Tom, nicht aufkommen. Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich die Farm vorher verlassen, doch davon will„Gentleman Jack“ nichts wissen. Er hat es sich nun einmal in den Kopf gesetzt, seine Kraft und Geschicklichkeit an der von Tornado Tom zu messen und was er sich in den Kopf setzt, das führt er auch aus. Immerhin wird Tornado Tom seit langer Zeit keinen so gefährlichen Gegner gehabt haben, wie ihn, und er wird manchen Hieb hinnehmen müssen, ehe es ihm gelingt,„Gentleman Jack“ kampfunfähig zu machen.“ Als sie am Sonnabend um zwölf Uhr mittags, wie am letzten Lage der Woche üblich, vom Felde heimkehrten, empfing sie die Nachricht von dem Eintreffen Tornado Toms, der im Farmhause auf das Kommen„Gentleman Jacks“ wartete. Bald fuhr dessen Wagen ein, von dem er sofort herabsprang, um an die PferdeNanke zu eilen und dort, wie er es immer zu tun pflegte, seinen Oberkörper zu waschen. Er blickte, damit fertig geworden auf und sah zu seiner Ueberraschung ein Mädchen zu Pferd hinter sich, welches das durstige Tier rücksichtsvoll von der Tränke ferngehalten hatte, während er sich darin erfrischte. Winston trocknete das Wasser in den Augen und richtete diese voll auf die Reiterin. Einen Augenblick lang vergaß er, daß er nür ein Mann aus dem Volke. ein Erntearbeiter war, der sich um einen Tagelohn von einem Dollar und fünfundzwanzig Cents abplagte, und fühlte sich wiederum als Winston Howard, der Sohn des vielfachen Chicagoer Millionärs. Es war kein dreister züdringlicher Blick, den er auf sie richtete, und nur die ehrliche und aufrichtige Bewunderung leuchtete aus ihm, die ein jeder Mann der Schönheit, wo immer er ihr begegnet, entgegenbringt. Es war eine schlanke, anmutige Gestalt mit bsondem Lockenhaar, dessen Farbe ihn unwillkürlich an die des goldenen WeizenBeans erinnerte. Die Sonne hatte ein gesundes Braun auf Ries, Wangen hervorgezaubert. Als sie seinem bewundernden Sute begegnete, stieg ihr das Blut in den Kopf, und verwirrt senkte sie die langen Augenlider. Die zierliche braune Hand, die die Zügel hielt, gab dem Pferd das Zeichen, seinen Trunk zu beendigen. z. Das ist ja ein Prachtrenner, den Sie da haben,“ redete er se an, von keinem anderen Wunsch als den geleitet, sie einmal Lrechen zu hören und den Klang ihrer Stimme zu vernehmen. Seine Worte und die Art, wie sie gesprochen wurden, überkaschten sie und sie fuhr unwillkürlich zusammen, va. Ja,“ entgegnete sie, sichtlich bestrebt, eine gewisse Zurückhaltung in ihre Antwort zu legen.„Mein Vater ist auch sehr Abg. Stauffer(W. Vg.) gibt seitens seiner Fraktion im Gegensatz zu seinem Fraktionsgenossen Vogt die Erklärung ab. daß er das Gesetz nicht scheitern lassen werde. . In der Abstimmung wird der erste Satz des§ 6b(Deklara= tionszwang für Verschnitt mit ausländischem Weißwein) gestrichen, dagegen der zweite Abschnitt(Deklarationszwang für ausländischen Rotwein) mit großer Majorität angenommen. Der§ 6a wird in der Fassung des Antrages Erzberger angenommen. Dagegen stimmen Sozialdemokraten, Freisinnige und die große Mehrheit der Nationalliberalen. Die übrigen Paragraphen werden angenommen und in der Schlußabstimmung das Gesetz fast einstimmig gleichfalls angenommen. In dritter Lesung wird alsdann die Novelle zur Vermeidung der Doppelbesteuerung debattelos angenommen. Es folgt die zweite Lesung des Etats des Militärgerichts. Berichterstatter Abg. Erzberger(Ztr.) empfiehlt die von der Kommission vorgenommenen Abstriche. Abg. v. Elern(kons.) begründet einen Blockantrag, die Abstriche zu beseitigen. Präsident des Reichsmilitärgerichts General Linde bittet dringend um Annahme des Antrags Elern. Nachdem der Berichterstatter nochmals für den Kommissionsbeschluß gesprochen, wird der Antrag v. Elern mit Blockmehrheit angenommen. Der Rest des Etats wird nach unwesentlicher Debatte gemäß Kommissionsbeschlüssen bewilligt. Es folgt der Militäretat, begianend mit dem Titel riegsminister“. „Abg Häusler(Ztr.): Obwohl die öffentliche Meinung einhellig Sparsamkeit beim Militäretat fordert, sind unsere darauf hinzielenden Anträge in der Kommission abgelehnt worden. Hort, hort! im Ztr. und bei den Soz.) Wir verzichten darauf, die Anträge im Plenum zu wiederholen, lehnen aber unsererseits alle Verantwortung ab.(Lebhafte Zustimmung im Ztr.) Erschwert wurden unsere Bestrebungen auf erhöhte Sparsamkeit durch die außerordentlich unübersichtliche Aufstellung des Etats. Diese macht es auch dem Reichstag unmöglich, den Etat mit der Genauigkeit zu prüfen, auf die das Volk Anspruch hat. (Sehr wahr! im Ztr. und bei den Soz.) Der militärische Bureaukratismus macht die Militärbeamten geistig unselbständig. Das kann in einem etwaigen Kriege sehr verhängnisvoll werden. (Sehr wahr! im Ztr.] Man sollte endlich mit der Bevorzugung der adligen Offiziere brechen.(Sehr wahr! im Ztr. und links.) Vor allem aber sollte man die sogenannte geheime Qualifikation beseitigen. Auch eine Reform des ehrengerichtlichen Verfahrens ist dringend notwendig. Die Kasinos sind jetzt häufig zu Luxusräumen geworden. Ein Hang zum Wohlleben macht sich geltend. Liebesmähler und Geschenke an abreisende Vorgesetzte nehmen die Mittel über Gebühr in Anspruch.(Sehr richtig! im Ztr.) Redner spricht für die zweijährige Dienstzeit und für Erzarnisse bei Ausbildung der Kavallerie. Das Pferd hat seine Rolle ausgespielt, seitdem das Schießpulver erfunden ist.(Große Heiterkeit.]— Disziplin muß sein, aber sie wird nicht durch Parademärsche, Präsentierübungen usw. erreicht.(Beifall im Zentrum.] Abg. v. Liebert(Rp.): Wir leben in sehr ernsten Zeiten. Der Krieg kann jeden Tag losbrechen. Wir müssen deshalb schlagfertig sein. Auf die Fragen über das Offizierskorps, die der Vorredner aufgeworfen hat, gehe ich nicht ein. Diese Fragen gehen nur die Kommandogewalt an.(Lebhaftes Ohol bei den Soz. und im Ztr.) Auch das Urteil des Vorredners über den Parademarsch kann ich nicht gut heißen. Sparen könnte man bei den sogenannten stillen Festungen, die im Kriegsfall nicht in Betracht kommen und keinen eigenen Kommandanten brauchen. Dem Kriegsminister, spreche ich meinen Dank aus, daß er die vielen Abstriche, welche die Kommission gemacht hat, so ruhig und gefaßt ertragt, und auch diesem einigermaßen geschändeten Etat gegenüber seinen Humor behält. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall rechts.) Abg. Graf Oriola(natl.): Gegenüber der Rede des Abg. Häusler, die den Anschein erwecken kann, als stünde es schlimm um unser. Armee muß ich namens meiner Freunde aussprechen, daß wir auf unsere Armee stolz sind. Gerade in diesen ernsten Zeiten bauen wir auf ihre Tüchtigkeit, welche die Sicherheit des Vaterlandes verbürgt.(Beifall bei den Natl.) Das Ausland soll wissen, welch ein Rüstzeug wir in unserer Armee haben. Die stolz auf ihn.“ Ihre Stimme enttäuschte Winston nicht. Sie erinnerte ihn an das melodische Plätschern eines Baches und reizte ihn an, mehr von ihr zu hören. „Sie sind—“ begann er. Er kam nicht weiter mit seinem Satze, denn in diesem Augenblicke tauchte ein Kopf mit kurzgeschorenem Haar, zu dem ein mächtiger Körper gehörte, unmittelbar vor ihm auf und eine rauhe Stimme unterbrach ihn mit den Worten: „O, da haben wir endlich den Helden, der seine Hand an Frauen legt. Nicht wahr. du bist„Gentleman Jack“, wie sie dich heißen. Und ich bin Thomas Sullivan, auch Tornado Tom genannt, von dem du vielleicht schon einmal gehört hast, be?“ „Ein schöner Name ist das nun gerade nicht, und ich würde mich schämen, ihn zu führen. Well, was willst du von mir, Tornado Tom?“ „Dunimmst ja deinen großen Mund mächtig voll,„Gentleman Jack“. Was weißt denn du von mir?" „O, ich weiß nur,“ entgegnete Winston kaltblütig,„ich weiß nur, daß die berufsmäßigen Preisfechter dich wegen unehrlicher, schurkischer Praktiken aus der Arena ausgeschlossen haben und daß du dich nirgends mehr öffentlich produzieren darfst. Das ist der Grund. weshalb du dich der Generalverwaltung dieser Farmen als Oberbüttel verdungen hast, der mit Fäusten die unzufriedenen Arbeiter in Räson halten soll. Es wird mir großes Vergnügen bereiten, dir die Tracht Prügel zu verabreichen, die du schon so lange reichlich verdient hast, sobald diese Dame sich entfernt hat.“ „Nehmen Sie keine Rücksicht auf mich, bitte,“ sprach die Amazone.„Der Mann da hat vor zwei Monaten meinen Vater beleidigt und sich dann brutal an ihm vergriffen.... Lassen Sie mich zuschauen, wie Sie ihn züchtigen. Der Klopffechter blickte auf.„O, Sie sind das—“ höhnte er. „Die naseweise Tochter des einfältigen alten Herrn, dem ich kürzlich mit dieser Faust einen Denkzettel erteilte. Bitte, bestellen Sie nur einen recht schönen Gruß an Ihren lieben Herrn Papa und teilen Sie ihm von mir mit, daß ich ihm bei der nächsten Gelegenheit das Fell windelweich vergerben werde, Sie—“ Winston blickte sich im Kreise um. Von allen Seiten eilten die Erntearbeiter herbei und nahmen um die Streitenden Aufstellung. Der Augenblick war jetzt gekommen, den ersten Schlag zu führen. Eine frische fröhliche Attacke ist immer die beste Verteidigung. „Du meinst also, Sullivan,“ wandte er sich an diesen, daß du mich verhauen wirst?“ „Was ich meine?“ gab Sullivan zurück,„wirst du schneller ausfinden als dir lieb ist. Ich werde dich verhauen, daß dir die rote Tinte aus Maul und Nase spritzt.“ „Und ich,“ entgegnete Winston gleichmütig,„werde dir eine doppelte„Züchtigung„verabfolgen, einmal, weil du mich, das Mal wei] de die junge Dame hier beleidig; hast Nimm Worten verRede des Abg. Häusler hat mich nicht überzeugt.(Zuruf: Das glauben wir!! Ich habe sie zwar nur zum Teil gehört.(Aha! .) Aber dieser Teil gefiel mir nicht. Ich glaube, die Militärverwaltung versteht mehr als Herr Häusler. Die zweijährige Dienstzeit würde nehr kosten als die dreijährige und wir müßten neue Steuern bewilligen. Die Rede des Herrn Häusler entsprach dem Ideal des Herrn Bebel.(Widerspruch im Ztr.) Sparen ließe sich allerdings durch Vereinfachung in der Bauverwaltung, durch Einschränkung der Reisen, Reform der Tagegelder usw. In der Kommission ist auch auf die Möglichkeit hingewiesen, 3 Millionen durch Absetzung von 8000 Musikern zu sparen. Die Regierung möge erwägen, wie weit das möglich ist. Man darf aber nicht zu weit gehen und nicht vergessen, daß unsere Militärmusik auch zur Förderung des musikalischen Sinnes der Bevölkerung beiträgt.[Heiterkeit.) Wenn die Musik über die Linden zieht, dann macht mancher den bösen Paradeschritt mit. über den sich Herr Häusler so abfällig äußert.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) Bayerischer General v. Gebsattel: Auf die Frage des Herrn Vorredners, ob die bayerische Heeresverwaltung die Ansichten des Herrn Häusler teile,— es kann sich nur um die Ansichten über die zweijährige Dienstzeit handeln— antworte ich ein für allemal und für alle Zukunft(Lachen im Ztr.) mit einem glatten Nein! Das Haus vertagt sich. Persönlich bemerkt Abg. Häusler(Ztr.), daß er sich nicht auf Aeußerungen des Abg. Bebel, sondern auf Aeußerungen von Gneisenau und Scharnhorst berufen habe. (Abg. Graf Oriola: Herr Bebel hat sich auch auf Scharnhorst und Gneisenau berufen. Deshalb sind seine Ansichten doch falsch. Abg. Häusler: Für mich stehen die Ansichten von Gneisenau und Scharnhorst höher als die des Grafen Oriola. (Große Heiterkeit.) 2 Uhr.(Weiterberatung.) Nachste Sitzung Mittwoch Schluß: 6¾ Uhr. doppelte Züchtigung verabfolgen, einmal, weil du mi andere zuz, weil du die funge Dame hier beleidigt hast. dies einstweilen als Abschlagszahlung. Bei diesen Wort Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus. 54. Sitzung, Dienstag. 16. März, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v. Breitenbach. Auf der Tagesordnung steht die Beratung des Etats Jer Bauverwaltung. Beim Einnahmetitel„Verkehrsabgaben 9900000 Mk.“ findet eine allgemeine Besprechung über die Schiffahrtsabgaben statz Abg. v. Pappenheim(kons.): Die kleinen Staaten sollten dem Entwurf, den Preußen beim Bundesrat zur Regelung der Schiffahrtsabgaben eingereicht hat, keinen Widerstand entgegensetzen. Besonders sollte Hessen bedenken, welche Opfer Preußen durch die Eisenbahngemeinschaft bringt. Auch Sachsen sollte bedenien, daß es sich den großen und allgemeinen Interessen Deutschlands fügen muß.(Bravol rechts.) Abg. Tourneau(Ztr.) rühmt die Verdienste des Zentrums um die Einführung der preußischen Schiffahrtsabgaben. Abg. Hirsch=Essen(natl.) Die Verbesserung der Stromläufe ist eine Kulturaufgabe, welche, ganz abgesehen von der Erhebung von Schiffahrtsabgaben, erfüllt werden muß. Solchen Abgaben stand bisher auch die Reichsverfassung entgegen, welches Bedenken durch den Entwurf beseitigt werden soll. Wir halten aber an dem prinzipiellen Standpunkt fest, daß unsere Wasserstraßen von solchen Abgaben frei bleiben müssen. Minister v. Breitenbach: Das Vorgehen der preußischen Regierung vollzieht sich in Betätigung wichtiger wirtschaftlicher und nationaler Zwecke, und mit Ruhe kann sie daher dem Verlaufe der Beratungen entgegensehen. Abg. Dahlem(Ztr.) spricht die Hoffnung aus, daß auch Hessen und Baden ihren Widerspruch gegen die Erhebung der Schiffahrtsabgaben fallen lassen werden, wünscht jedoch Abgabenfreiheit für die Lahn. Ein Regierungskommissar bemerkt, daß auch der Lahn so erhebliche Vorteile durch Korrektion ihres Laufs zugedacht seien, daß auch dort die Erhebung von Abgaben gerechtfertigt sei. Abg. Dahlem(Ztr.): Die Abgaben sind ursprünglich nur Beste be ei cer ecie füist eier füich fer er fle fechter zu Boden fällte. ein Wort des Erwiderung sprang dieser auf, zog sich Rock, Weste, Kragen, wie Oberhemd aus, und fertigte sich aus seinen Hosenträgern einen Gürtel, den er sich um den Leib schlang. Dann trat er Winston mit einem bösem Blick in seinen Augen gegenüber. Die Boxerei, die jetzt folgte, hätte sich in irgend einem Preisring absvielen können. Beide Kämpfer gaben und empfingen tüchtige Hiebe in dem ersten Gange. der damit endete, daß Tornado Tom seinen Gegner zu Fall brachte. Dieser sprang aber schnell wieder auf und änderte seine Taktik. Er beschloß, den dicken fetten Sullivan zu ermüden und beschränkte sich daher auf die Defensive, wobei er die Angriffe des Faustkämpfers mit erstaunlicher Gewandtheit parierte. Bald merkte er, daß der Atem Tornado Toms nur noch in kurzen Zügen kam und ergriff seinerOffensive. Erbarmungslos fielen seine Fäuste auf den fleischigen Körper des Klopffechters, der schließlich zu Boden stürzte und wie regungslos liegen blieb. Grimmig beugte sich Winston über ihn. „Die Tracht Prügel kannst du auf mein Konto schreiben, jetzt aber steh' auf und nimm die zweite entgegen, die auf das Konta dieser jungen Dame gehört.“ „Schonen Sie ihn, bitte, bitte,“ ertönte flehend eine Stimme hinter ihm. Er wandte sich um und fand sich der Dame gegenüber, die beschwörend ihre Hände zu ihm erhob„Aufgepaßt!" schrie sie fast in demselben Augenblick. Die Warnung kam zu spät. Tornado Tom, der mittlerweile aufgesprungen war, führte von hinten einen verräterischen Schlag nach dem Kopfe Winstons, traf aber nicht, wie er beabsichtigt hatte, die Stelle am Ohr, sondern den Nacken. Der feige Ueberfall empörte Winston und in seinem Zorn ging er über das ursprünglich von ihm beabsichtigte Maß der Züchtigung hinaus. Seine Augen glühten und in seine Wangen trat ein brennendes Rot. Mit berechnender Grausamseit richtete er seine Hiebe jetzt auf die fleischigen Stellen des Körpers seines Gegners, wo diese ihn am empfindlichsten trafen, und versetzte ihm schließlich noch nach einer wohlgelungenen Finte einen wuchtigen Hammerschlag mitten auf die Stirn. Ohne einer Laut von sich zu geben, stürzte Tornado Tom bewußtlos der Länge nach zu Boden. Erst jetzt sah sich Winston wieder nach dem Mädchen um. war vom Pferde gefallen und von den Zuschauern aufgenommen worden. Totenblässe lag auf seinem Gesicht und sein Körper rührte sich nicht. „Sie ist in Ohnmacht gefallen,“ sagte Butler, der sie aufgenommen hatte. „Drängt nicht so dicht heran,“ wies Winston die Umstehenden zurück.„Gebt ihr Luft und bringt ein wenig Wasser her— dann wird sie schnell wieder zu sich kommen!“. Er spritzte einige Tropfen Wasser in ihr Gesicht und beugte sich teilnehmend über sie.„Ein verteuselt hübsches Mädchen, Butler,“ sprach er 4— se von mindestens 300 Tonnen in Aussicht genommen. Lahn verkehren abe. nur kleinere Schiffe. Damit schließt die Diskussion. Der Titel wird bewilligt. Ah. SchwaMl.“ klagt r. Sch luf der Beim Titel„Baupolizeigebühren 702000 Mk.“ klagt Abg. Schwubuch(nall.) über die Tatigkeit der Baupolizei auf dem Lande, die nicht immer den Interessen des Publikums entspreche. Abg. Maurer(natl.) klagt über die Höhe der Baupolizeigebühren in Saarbrucken. Ein Regierungskommissar: Die erwähnten Beschwerden sind noch nicht zur Zentralinstanz gelangt. Abg. Dr. Schepp(Fr. Vp.]: Die in den Vororten von Berlin im Jayre 1907 eingeführten Bauordnungen sind heute schon viel 8., en9.„Das zeigt sich in Karlshorst, Friedrichshagen und Nieverschonhausen, wo die Hausbesitzer durch die rigorosen Bestimmungen der Bauordnung in eine sehr schlechte Lage geraten sind. Minister v. Breitenbach: Die neue Bauordnung ist erst vor zwei Jahren erlassen und hat aach dem Urteil der ersten Sachverständigen im allgemeinen so günstig gewirkt, daß die Staatsregierung zurzeit nicht eine Revision in Aussicht stellen kann. Abg. Dr. Friedberg(natl.) bittet den Minister, auf seinem Standpunkt zu beharren, da es nicht angängig sei, die rechtlichen Bestimmungen nach wechselnden örtlichen Verhältnissen zu gestalten. Damit schließt die Diskussion. Der Titel wird bewilligt. folgen die dauernden Ausgaben, Tite!„Ministergehalt 66000 Mt.“ . Abg., v. Zedlitz(freikons.): Die Erweiterungsbauten für den Kaiser=Wilhelm=Kanal sind bereits in Angriff genommen, bevor das Planfestsetzungsverfahren beendigt war, so daß die Anlieger benachteiligt sind. Doch ist zuzugeben, daß die Regierung im vorliegenden Fall im Interesse der Landesverteidigung nicht gut anders verfahren konnte. Unterstaatssekretär v. Coels van der Brügghen: Das Planfestsetzungsverfahren soll nach Möglichkeit beschleunigt werden. Abg. Dr. Röchling(natl.) wünscht möglichste Beschleunigung der Kanalisierung der Mosel und Saar, die mit dem Rhein=Weser=Kanal zugleich fertig werden soll. " Abg. v. Pappenheim(kons.): Herr Röchling, Undank ist der Welt Lohn.(Heiterkeit.] Daß wir und der Eisenbahnminister nicht einsehen wollen, wie wertvoll es ist, daß Sie schon 25 Jahre für die Kanalisierung der Mosel und Saar eintreten, ist geradezu unglaublich.(Große Heiterkeit.)— Vom Schleppmonopol wird vielfach der Ruin der kleinen Schiffer befürchtet, aber mit Unrecht, die kleinen. Schiffer fahren beim staatlichen Schleppmonopol entschieden besser, als bei einem Monopol, das sich in den Händen von großen Privatgesellschaften befindet.(Zustimmung rechts.) Abg. Grattfelter(Ztr.): Wie der Vorredner so meinen uch wir, daß der Staat die Aufgave hat, dem Monopol der -ugeter.(Zustimmung im auch wir, daß der Staat die Aufgabe großen Privataesellschaften entgegenzuwirken. Zentrum!) Hirsch=Essen(natl.) wendet sich gegen das staatliche Schleppmonopol auf den westlichen Wasserstraßen; auf dem Dortmund= Ems= Kanal habe sich die private Schleppschiffahrt sehr gut bewährt. Des weiteren wendet sich der Redner gegen die Kanalisierung der Mosel und Saar, durch welche die gesamten Produktions= und Absatzverhältnisse durcheinandergeworfen werden würden. rung der& Breitenbach, In der Frage der KanaliTansche des niedersierung##r. Mosel und Saar sind die Wünsche des niederrheinischen Gebiets und des Gebiets von Lothringen=Luxemburg einander entgegengesetzt. Die Regierung muß die Frage daher sehr sorgsam prüsen, zumal das Unternehmen einen Aufwand von 102 Millionen erfordert.— Bei dem in der Kanalvorlage vorgesehenen Schleppmonopol soll zunächst Dampfbetrieb eingerichtet werden, der später in elektrischen umgewandelt werden bemerkt, daß auch die landwirtschaftlichen Anlieger die Kanalisierung der Mosel und Saar wünschen. Rotwendissesit Z 9d(natl) lenkt die Aufmerksamkeit auf die ., der Kanalisierung der Lahn, die auch durch die Hochwasserschaden im Lahngebiet in jüngster Zeit bewiesen sei. Abg. v. Arnim=Züsedom(kons.): Das Schleppmonopol und die Schiffahrtsabgaben waren die Voraussetzungen für unsere Zustimmung zu den wasserwirtschaftlichen Vorlagen, und daran halten wir unverbrüchlich fest. rechts.) Die Kanalisierung der Mosel, Saar und der Lahn würde enorme Ausfälle in den Einnahmen der Eisenbahnen derbeiführen, und deshalb werden wir diesen Kanalisierungen kaum zustimmen können. Campe(natl.) bekennt sich als Freund des Eaghigrs,„Schlepomonovols und bittet um den Ausbau von ch Geg# nach Hildesheim und Peine, die erst den natürachen Abschiuß des Kanals vom Rhein nach Hannover bilden. der Poin gedieben sei.(3tr.) fragt, wie weit die Kanalisserung aicht soruchreit Preitenbach erllärt diese Frage für noch Abg. Kindler(Fr. Vp.) bittet um die Regulierung der Warthe bei Posen. „Minister v. Breitenbach: Zur Ausführung dieses Prozenes, für welches der Staat zwei Millionen Mark geben will, fehlen noch 370000 Mk., welche wir aus Interessentenkreisen aufzubringen suchen müssen. Abg. Dr. Röchling(natl.) bittet nochmals, die Kanalisierung der Saar und Mosel zu beschleunigen und wirft der zur Untersuchung der Frage eingesetzten Kommission vor, daß sie die Angelegenheit verzogert. diesem, der neben ihm stand.„Kannst du mir sagen, wer sie ist?“ Miß Wilson, und sie ist die Tochter des verrückten Kerls, dem V.=„ug#gu, da drüben, wie er sie Kerls, dem die kleine„Narziß=Farm nennt, gehört.„Der Mann glaubt an wissenschaftliche Landwirtschaft oder ahnlichen Unsinn. Hier, Kapitän, halte du das Mädchen und ich will einmal sehen, wie du Tornado Tom hergerichter Sürd Sranhes du wunderbar gemacht, Junge— nimm meine Butler reichte Winston seine freie Hand, schüttelte sie kräftig und legte ihm dann die noch immer ohnmachtige Gestalt des Mädchens in seine Arme. Winston fuhr fort, das Gesicht mit mn zu bespritzen und langsam kehrte die Farbe in ihre Wungen zurück. „Genug, genug!“ kam es zwischen ihren Lippen hervor. „Bitte. lassen Sie es genug sein. Es ist grausam, so grausam!“ 1a Tgdgsie sagte mir, daß sie den Anblick vertragen konne, daß „urschen züchtigen sollte! Das ist echt weiblich, murmelte Winston vor sich hin. Sie öffnete ihre Augen und blickte Winston an.„O!“ rief aus, als, ihre Blicke auf sein blutüberströmtes g####en.„. Sie machte sich von ihm frei und stand auf. 5 ter, gi,(eh„Jachte sich von ihm frei und stand auf. — seor schwer verletzt?“ fragte sie besorgt. geworgens, töricht, und— o— ich glaube, ich bin ohnmächtig lett uns„“5r.n, Winnon.—.,.,— Minister v. Breitenbach weist diesen Vorwurf als ungerechtfertigt zurück. Hierauf vertagt sich das Haus auf Mittwoch 11 Uhr. Schiuß ½6 Uhr. vin Sich, chmer.; entgegnete Winstor. O, nein, ich beriegt und er hat mir nicht sehr wehe getan. woschen.: Er pandte sich von zir das Blut aus dem Gesicht sich hrstal burch t. M zukam und daß Miß Wilson wieder im Sattel saß. i, Tampestebest; siu venzat outag vie aenge, die noc immer E. mampsnelle umgab, und kam bis dicht an die Stelle, wo Torno zum num immer auf dem Boder 1=s Gr 11 5 ### tgab, und kam bis dicht an die Stelle, wo. Tornabo Tom noch immer auf dem Böben lag. Grenzeniose Ueberraschung und Erstaunen spiegelten sich in seinem Gesichte wider. „Hat— hat dieser Bursche da Tom besiegt?“ fragte er atemlos. Ober fost.* Dam s9 aud dem Anunt 4.** „Abel feste, kum es aus dem Munde der Zuschauer. Er ist mit Tornavo Tom wie mit einem Schuljungen umgesprungen und hat solhs“ nicht die geringste Beule abbelommen Den mrat mit Tornado To.####chuljungen umgesprungen und hal kioßt nicht die gerinyn. Wenn abbelommen. Den Spaß hätten Sie sehen sollen.(Fortsetzung folgt.) Industrie, Haudel und Verkehr. Ki. Die nationale Politik des Kohlensyndikats. Die heftiAngriffe, die gegen das Kohlensyndikat wegen seiner Aus.a vertäufe zu Schleuderpreisen erhoben worden sind, wurden d iyndikatserklarungen zu entkräften versucht. Nie in gegenuber den zahlenmaßigen Festisen Versuch einer sachlichen Verteidiandsdurch Nie belanglose Shuenukeenlblungen haben die Synditatsherren„ stellungen auch nur den leisen gung unternommen. Versteckt ließen sie andeuten, daß die gemachten Angaben über Auslandspreise nicht richtig wären, und versicherten, daß ihre Aus.andsabschlüsse die Kritik nicht zu scheuen hätten. Dabei blieb es auch, als bekannt wurde, daß das Syndikat Kohlen mit 6.60 Mk. nach Nordfrankreich verkaufe, während die deutsche Industrie für die gleiche Kohle 12,25 Mark zu zahlen habe. Nunmehr macht die„Kölnische Volkszeitung“ über neue Verkäufe des Kohlensyndikats nach Frankreich Mitteilungen, die die schlimmsten Vorwürfe gegen die Preispolitik des Syndikats belegen. Das Syndikat verkaufte danach durch Zwischenhand nach dem Kohlengebiet des Departement du Nord melierte Förderkohle(35prozentstückige und 16prozentstückige) ab Zeche zu einem Preise von 5,21 Mark. Der Inlandspreis dagegen beträgt 10,50 Mark. Sollte das Syndikat in gewohnter Art diese Angaben anzweifeln lassen, so wird es sich der Mühe unterziehen müssen, auch die Details über die hier in Frage kommenden Preise, die das erwähnte Blatt gibt, durch Ziffernangaben als unrichtig zu beweisen. Den Abnehmern wird die Kohle zu 15,50 Franken pro Tonne franko verzollt loko Verbrauchsstelle geliefert. Die Zechenfracht bis Duisburg stellt sich auf 1,40 Mk., die Kahnfracht Duisburg bis zur Verbrauchsstelle auf 5,85 Franken, der Zoll auf 1,30 Franken und der Händlernutzen und die Versicherungsgebühr auf 0.15 Mark. Der Handelsminister Delbrück hat im preußischen Landtage die Auslandsverkäufe des Syndikats gegenuber allen Angriffen verteidigt. Es wird nun die Frage an ihn gerichtet werden müssen, ob er die Preispolitik des Kohlensyndikats mit den nationalen Interessen auch noch für vereinbar hält, wenn die letzten Angaben der„Kölnischen Volkszeitung“, die bisher unbestritten geblieben sind, auf Wahrheit beruhen. Daß sie wahr sind, kann keinem Zweifel unterliegen, auch die vielen anderen Auslandsverkäufe des Syndikats wurden auf gleicher Basis abgeschlossen. Zugleich sei auf andere Auswüchse der Syndikatswirtschaft hingewiesen. Zum Vertrieb von Syndikatskohle hat das Syndikat die Kohlenhandelsgesellschaften eingerichtet. Diese Unterabteilungen des Syndikats haben lediglich die Aufträge entgegenzunehmen, die dem Syndikat von den großen Abnehmern zugehen. Es wird nun behauptet, daß Verwaltungsmitglieder des Syndikats als Vorsteher von Kohlenhandelsgesellschaften jährlich bis zu 1 Million Mark verdienen, ohne sich auch nur der geringsten Müheleistung zu unterziehen. Die Handelsgesellschaften beziehen für ihre Vermittlerrolle, die sich in den meisten Fällen darauf beschränkt, die einlaufenden Bestellungen zu buchen, Provisionen in Form von Preisaufschlägen. Die Folge dieser Einrichtungen, die selbst von syndikatsfreundlicher Seite als Pfründen für Verwaltungsmitglieder des Syndikats bezeichnet werden, sich mit Mißständen in dem Vertrieb der Syndikatskohle beschäf““ sich das Syndikat zur Beseitigung der tigen wird. Entschließt###, dus Kohlenhandelsgesellschaften, so dürfte für die Abnehmer dabei am Ende kaum eine Verbilligung herauskommen, das Syndikat wird die Zwischengewinne seiner Freunde dann für den größeren Syndikatskreis einsacken wollen. Soziales. Ländliche Armenpflege. In welch brutal egoistischer und — herzloser Weise in den agrarischen Gefilden vorgegangen wird, zeisz, selgendes Vorkommnis, das der Gemeindevorstand in #.g eem„Lauenburger Kreis= und Lokalblatt“ mitteilt: „Auf welche eigenartige Weise sich unsere Nachbargemeinde Sch.(önehr) vor einer etwa eintretenden Armenpflege zu sichern weiß, lehrt folgender Fall: Am Sonntag kehrte dort im Gasthause eine Landstreicherin ein, die durch Kartenlegen, das sehr günstig ausgefallen sein muß, sich solch eine Liebe bei den dort anwesenden jungen Leuten erwarb, daß sie reichlich mit Schnaps traktiert wurde. Einige wollen behaupten, daß das Frauenzimmer 15„Humpen" bekommen hatte. Die Folgen dieses Genusses waren noch am Montagmorgen derart an ihr bemerkbar, daß sie nicht imstande war, sich weiter zu bewegen. Aus Furcht, daß etwas Schlimmes eintreten könne, kam man einfach auf den Gedanken, sich ihrer zu entledigen. Die Landstreicherin wurde kurz entschlossen auf den Schlitten des Gemeindevorstebers gelegt und dann von dessen Sohn über die Grenze, nahe dem Orte Labenz gefahren, wo sie im Schnee abgeworsen wurde. Hier lag sie uber 2 Stunden, bis sie völlig erstarrt durch den Gemeindevorsteher in Labenz einer Familie übergeben wurde, die sich ihrer Pflege annahm. Wann sie wieder ihrem Gewerbe nachgehen kann, ist noch nicht vorauszusehen, da ihr beide Füße total verfroren sind.“ Die Ordnungsstützen, die in der beschriebenen Art mit einem armen Geschöpf umgegangen sind, gehörten ins Zuchthaus. Bislang befinden sie sich auf freiem Fuß. Und auch, wenn Anklage erhoben werden sollte, ist eine Verurteilung bei der eigenartigen Zusammensetzung der Sch in Pommern noch zweiselhaft. —wurgerichte besonders Standesamts-Nachrichten. Stadt Bielefeld. In der Zeit vom 8. bis 13. März 1909 sind beim hiesigen Standesamt angemeldet: Geburten. Söhne: Vorarbeiter Hermann Schröder, Bleichstr. 52; Eisendreher Karl Edelmann, Osnabrückerstr. 45; Schneider August Ehlebracht, Osnabrückerstr. 18; Straßenbahnschaffner Otto Waßner, Nordstr. 36; Güterbodenarbeiter Ludolf Beermann, Schildescherstr. 80; Schuhmacher Gustav Woischwill, ; Wäschezuschneider August Jürgen ohmann, Langenhagen 55; Installateur August Vogi, Welle 41; Handelslehrer Hermann Rothhardt, Detmolderstr. 124; Stulkateur Ernst Detering, Nordstr. 15; Bildhauer Karl Eggert, Am Fußbach 1; Lokomotivheizer Joseph Waldhelm, Jöllenbeckerstr. 83. Töchter: Arbeiter Karl Obbelode, Arbeiterheim 6; Kupferklempner Herma Karl Düe, Webere 552 3—hent nn Schuttrich, Osnabrückerstr. 19; Schneider eistr. 10;„Parteisekretär Heinrich Klingenhagen, Dorotheenstr. 24; Arbeiter Wilhelm Kerker, Mellerstr. 62; Gemusehandier Withelm Diekmann, Heimweg 2; Kommissarischer Eisenbahnassistent Louis Bode, Schloßhofstraße 43; Klemper Jurgis Schneider, Deimolderstr. 75; Arbeiter August Küth, Detmolderstr. 75; Fabrikant Ernst Heyer, Hammerschmidtstraße 4; Schlosser Waldemar Claus, Feldstr. 35; Schlosser Wilhelm Willening, Feldstr. 39; Buchhalter Paul Kaufmann, Teutoburgerstr. 32; Kaufmann Mathias Rumpel, Ulmenstr. 16; Schlosser Emil Repohl, Feldstr. 44; Schutzmann Georg Hausmann, Oerlinghauserstr. 18; Schriftsetzer August Brindöpke. Heimweg 17.„ Aufgebote. Schneidermeister Julius Kottmann, Meller, straße 65, und verw. Schneider Nawrot, Auguste geb. Horstkötter, Hohenzollernstr. 27; Arbeiter Adolf Schmidt. Heeperstraße 124, und Emma Kerkhoff Übbedissen: Handelsmann Emi Otto Volkmann, Herm. Deliusstr. 7, und Berta Kramer, das Schneider Albert Oelkers, Oberntorwall 45, und Erna Rosenhäger, Weststr. 25; Tischler Heinrich Gehring, Rolandstr. 30. und Luise Horstbrink, Wittekindstr. 15: Schlosser Oskar Heidemann, Herforderstr 230, und Luise Heine, Langenhagen 26; Schlosser Hugo Engert, Rolandstr. 8, und Johaane Pieol. Herforderstraße 171; Maler Heinrich Busse, Friedrichstr. 31, und Frida Süldt, Rolandstr. 38: Fensterputzer August Kein, Siekerstraße 1, und Ella Struwe, Welle 28; Landwirt Ernst Wörheide. 615 Theeien 20, und verw. Maurermeister Busse, Friederike geo. Losung, Heimweg 22; Werkzeugdreher Ernst Kuhlmann, Kleine Howe 8, und verw. Schlosser Höwelmann, Auguste geo. Puls. Sieker; Malermeister Karl Johanning, Gütersloherstr. 700. und Alwine Helmhold, daselbst. Eheschließungen. Arbeiter Karl Neumann und Wilhelmine Heitz: Kaufmann Otto Berghaus und Johanne Voß; Schneider Eduard Konrad und Marte Siekmann; Steinhauer Philipp Geiger und Wilbelmine Gang; Schlosser Ernst Bauer und Auguste Bartuschat; Schlosser Friedrich Keßler und Adele Blaschke; Arbeiter Emil Grabow und Anna Meyer: Tischler Hermann Kallmeyer und Emilie Nolte. Sterbefälle. Lageristin Emma Johanning, 20 Jahre; Spinnereiarbeiterin Helene Führer. 19 J; Fabrikant Fritz Kobusch, 61 J.; verw. Buchbindermeister Hemeier, Amalte geb. Rosenpflänzer 81 J.; verw. Werkführer Brinkmann, Achalie Resenpflanzer, ET pert, 46 J.; Herbert Beke, 6 Mon.; Ewald Kohusch, 9 Mon.; urbeiter Eduard Voß, 16 J.; Dora Urbschat, 15 Tage: Ehefrau vert. 46 J; Herhert Rektor Brockmann, Emilie geb. Carol, 48 J.: Bandweber Adolf Wöstenfeld, 63 J.; Invalidenrentenempfänger Heinrich Kipp, 46 Jahre alt. * Herford Stadt. Beim hiesigen Standesamt wurden in der Zeit vom 8. bis 13. März angezeigt: Geburten: Knaben: Schneider Gottlieb Tiemann, Schuhmachermeister Herm. Gößling, Kutscher Friedrich Schaminsky, Bahnschaffner Heinr. Spilker, Arbeiter Wilh. Großjohann, Monteur Albert Thiemann, Bauunternehmer Heinr. Deppermann, Arbeiter Heinr. Siekmann, Müller Friedr. Simon, Fabrikant Rudolf Alfermann, Weber Wilh. Fleer, Kolon Heinr. Schnitker, ferner ein unehelicher. Mädchen: Fabrikarb. Heinr. Schmiedeskamp, Fabrikarb. Wilh. Stellbrink, Fabrikarb. Karl Sander, Tischler Heinr. Eikmeyer, Lohnkutscher Aug. Metting, Bahnwärter Herm. Specht, Postschaffner Aug. Steffen, Schlosser Herm. Gläsker, Maschinen= putzer Hugo Faulborn, Fabrikarb. Heinr. Olheide, ferner zwei uneheliche. Aufgebote: Bürgermeister Friedr. Theodor Schwier und Berta Bergmann, Arbeiter Heinr. Heitländer und Elisabeth Rawiel, Eisendreher Wilhelm Meyer und Johanne Schröder, Witwer Stellmacher Herm. Kassing und Ida Mehnert, kant Gustav Fleeich und Theodore Engelbrecht und Johanne Sch Berta Lange, Maler Paul Bäcker Bernh. Weisborn und Sophie Sander, Bierkutscher Heinrich Planke und Johanne Lange. Eheschließungen: Gesch. Geometer Jakob Dengler und Lohmeyer, Kaufmann Ka Martha mann Karl Maßmann und Emmi Uekermann. Sterbefälle: Herm. Tiemann, 1 Tag; Königl. Strafanstaltsdirektor a. D. Herm. Werther, 68 Jahre; Zigarrenmacher Friedrich Klemming, 64 Jahre; Ehefrau Hanne Sewing, 33 Jahre: Erich Berg, 11 Tage; Margot Koch, 2 Jahre; gesch Wilhelmine Steinmann, 64 J.: Invalide August Storkmann, 42 Jahre; Briefträger a. D. Wilhelm Hempelmann, 74 Jahre; Maurer Gottlieb Heitlindemann, 67 Jahre; Landwirt Christoph Hellweg, 76 Jahre; ferner zwei Totgeburten. Amt Herford. In der Zeit vom 8. bis 13. März 1909 sind beim hiesigen Standesamt angemeldet: Geburten. Söhne: Handarbeiter Heinrich Wiemann, Schweicheln; Fabrikarbeiter Wilhelm Deppermann, Schweicheln. Töchter: Zigarrenarbeiter Wilhelm Meier, Schweicheln; Weber Heinrich Wehmeier, Schweicheln. Aufgebot. Tischler Friedrich Engelbrecht, Gundern, und Näherin Johanne Schweppe, Sundern. tervefälle. Frida Luise Steinkühler, 5 J., Diebrok; Auguste Mathilde Letmade, 24 J., Elverdissen. S. Näherin Pauline Stadt Bünde. Beim hiesigen Standesamte sind angemeldet: Geburten. Söhne: Werkmeister Johann Friedrich Rullkötter, Bünde, Feldmark 204; Agent Heinr. Louis Vogt, Bünde, Brunnen 23. Töchter: Tischler Fried. Wilhelm Christian Altvater, Bünde. Brunnen 16(Zwillinge); Maler Ernst Heinrich Klaustermeyer, Feldmark 225. C 4i Eheschließungen. Kistenarbeiter Heinrich Tiellich Budde, Bünde, Feldmark 140, und Zigarrenarbeiterin Anna Marie Elise Oestreich, Muccum 75. der Redaktion. G. H. Das kommt ganz auf den Vertrag an und läßt sich ohne Kenntnis desselben schlecht sagen. Uns scheint ja, als wenn sich die Frage mit Nein beantworten läßt, weil Sie von Prozenten sprecheg,„ A. D., Oehnyausen. un dem dreligionsunterricht der Schule muß das Kind teilnehmen, dagegen nicht an dem sogenannten vom Pastor erteilten Katechumenen= oder Konfirmanden-Unterricht. Spenge. Die Miete kann nicht vom Einkommen abegzogen werden. Dem Hauswirt wird dieselbe natürlich als Einnahme angerechnet, der aber auch die zu zahlenden Schuldenzinsen wieder abziehen kann.— Ob jemand einen offenen Laden hat oder nicht, ist für die Zahlung der Gewerbesteur völlig belanglos. Gewerbesteuer ist dann zu zahlen, wenn der Betrieb einen Ertrag von mehr als 1500 Mk. jahrlich bringt oder das Anlageund Betriebskapital mehr als 3000 Mk. betragt.. e6 6 H. O., E. Gewiß muß er das, da die Alimente sur ven Unterhalt des Kindes gezahlt wird. Meinen Sie denn, das Mädchen könnte nicht genau so gut die Heirat ablehnen, wie etwa der Vater des Kindes?— Bei der Mobilmachung standen 884000 Deutsche gegen 250000 Franzosen. Im Laufe des Krieges sint auf deutscher Seite rund 1½ Millionen Mann unter Waffen gewesen, auf französischer Seite etwas weniger. O. D., D. Wir versprechen uns keinerlei Erfola von einem schreiben an den Truppenteil, immerhin wird ein Versuch nicht schaden. Herford. Tagesordnung ür die am Freitag, den 19. März 1909, nachmittags 3 Uhr, stattfindende Stadtverordneten=Sitzung. 1. Antrag des Magistrats betr. Ankauf des Grundstücks der Witwe Rottmann am Uhlandplatze. 2. Zweite Lesung des Haupthaushaltsplaues für 1909. Herford, den 13. März 1909. Der Stadtverordnetenvorsteber. LückerAöonnenentsbreis für Bielefeld und Umgegend, wie bei sämtlichen Agenturen ins Haus gebracht 60 Pfg. mo lich. Durch die Post beze 1,80 Mk. vierteljährlich exklu Bestellgeld. Einzelnwumer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der SonnFeiertage täglich nachmittag Fernsprech=Anschluß Nr. 35 Nr. 65. Die heutige Nur Poliki Deu Eine Aktion des Zentri der Landtagsfraktion des rede gehalten und in die leitet, der dei. Beweis vo zwischen Bülow und dem hier nur um ein offizie Bülow handeln. Mit den Bülow in bezug auf die 9 Praschma kommt schließligrößte Hindernis für dar reform ist. Die Frage entsteht Sturmlauf, den das. Zentr Hält es die Zeit für gekof nächsten Tage werden die genug ist die Situation, un währen, seine Geschäfte zi sehen. Diamanten= Verordnu össentlicht im„Deutschen den Handel mit südwestafr einer Gesellschaft unter de westafrikanischen Schutzgeb Verwertung usw. von Diar 1910 erteilt. Nach§ 3 si, efrikanischer Diamanten demjenigen Beauftragten übergeben, welchen der Gi Die schon im Reichsg betreffend den Handel von vom 1. März 1909 in Kraft Eine weitere am gleiche setzt eine Förderungsabgabdert des Wertes fest. Sollte der Wert beim stimmt feststellen lassen, so wernennenden Sachverstät Der freisinnige Abgeor und für den Freisinn chara bürgermeister von Hagen stigen freisinnigen Ueberzei von den Pündlern weidlich " Eine Bündlerversammli senden, in dem er aufgeso zu stimmen, und dann heiß „Bei Lösung der hochw unseres gesamten Vaterlan sehr ergebenst, den Ausbau Parteifreunden fördern zu hiesigen Stadtparlamente z pflegten. Preußische Polenpolitik. spielte sich vor der Strafka Angeklagt war der Buch hausen, durch den Verkau Levölkerungsklassen zu E gereizt zu haben. Als Nationallieder aus der Ze U. a. handelte es sich da früheren— Türkeneinfäll galt, aus denen der amtli hatte. Die Anklage nahm Nationallieder sich gegen die drei Teilungsreiche, rich ethedung der polnischen sehen sei. Der Nachweis des Ver Nationallieder der Polen des Angeklagten. Liberale gegen das Ste einige„Liberale“, die sich i los fügen wollen. So ha in Altenburg(S.=A.) in gegen das Steuerkompros die an die freisinnige R heißt es: „Der Altenburger Libe der liberalen Fraktionsger der Altenburger Landtag die Gewähr vietet, daß die mäßig auf die tragfähigen " Die neue Strofpro ge setzbuch wird de neuen Strafprozeßordn noch die erste Lesung in 40 soch die erste Lesung vann einer Kommissic die Besitzste schuß erklärte Unterst paltung von Elsaß=Lo vorgeschlagene Besitzst der Reichgng der Re in vars##finanzreforn m pariamentarischen K Pgr. 88 Tag des Veranlass wann unn gestrichen, die## die Steuergesetz die durgerliche Presse er##i#e, schleunige. B4 #eeschenve Ungewißhei 95 udget burden debattelos — — SH