ger Friedr. Eichselbst. Kirchhof und Auund Franziska Scholz; Schneider geb. Böckstiegel; vermann; Kupfer. einrich Schnitker, olsen: ZigarrenOstsieler, SüdEnnigloh; ZiZigarrnarbeiter helm Hagemeier, *, Ennigloh; Zigern; Zioarrenrischler Wilhelm r. Spradow; Ziensortierer Heinr Friedrich Erdlk, Holsen. geube, Muccum; Schneidermeister : W i l h e l m H o l t ilte, Südlengern; Maurer Heinrich Wilhelm Osteripe. Perfen, mit Wilhelm Rabe, Kröger Hunnetigloh, mit WilFriedrich Honerle; Schäfer HeinBurmann, Offeliek, Hücker und benderhabighorst, I., Spradow; Zw. Schinke geb. Völlkopf, 12 J., Ackergehilfe Karl Heinrich August er Johann Heinernst Wesemann, er, 6 M., Ennig31 J. Dünne; Lisette Tempel= ich Wilmsmann, Holsen; Rentner Februar wurden sankoke, LenzingLenzinghausen; Spenke; Maurer ; Z i g a r r e n a r b e i narbeiter August huhmachermeister reicher Friedrich einrich Schäpersin August Ebke. zeinrich Froböse, cenarbeiter Herrbeiter Friedrich ufmann Johann zarbeiter Kaspar Heinrich Held, lhelm Landwehr. t Spenge. Wilh. Wilharm, hanne Scippel, inkeloh, LenzingZigarrenarbeiter rite Alma Diemnrich Wilharm, Oberbiermann, Büscher. 60 J. geb. Borgstädt, chröder, 3 Mon., ohann Friedrich r W i l h e l m S i e l Ihr, stattfindende lng. n für die Ents der Straßenmännische Fortverstraße und für uartierungskasse. 09. teuergesetzes vom ht, daß bezüglich neu erbaut, und islang im Reviid. die Gebäudeen des Katasterd zweier Wochen unden von 9 bis as zur Einsichtgung dürfen nur m Empfang des in gerechnet, bei bezirks(Landrat) eifügung des beeingehen, werden der Reklamant ntersuchung entm Verwaltungs= desteuergesetzes). : Dr. Het. Abersicheraihhreth für Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Se JUrJetolchec Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertions### für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“. Gerisch& Co., Nieleseld. Nr. 52. Bielefeld, Mittwoch, 3. März 1909. 20. Jahrg. Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Zwischenaktsmusik. „Komödie wird hier nicht gespielt!“ erklärte heute morgen in der Steuertommission der Vorsitzende Paasche, als der Abg. Emmel an die Vertreter der Blockparteien das Ersuchen richtete, das Produkt der Einigungsverhandlungen den Mitgliedern der Kommission bekannt zu machen und das Komödiespiel aufzugeben. Das ungezwungene Gelächter, das diesen Worten folgte, bewies aufs treffendste, welchen Wert man der präsidialen Zurückweisung der Behauptung vom Komödienspiel beimaß. Selbstverständlich treiben die Mitglieder der Steuerkommission kein Komödiespiel, i bewahre— und wenn die Kommission die ganze heutige Sitzung noch mit einer Diskussion über den§ 1 der Regierungsvorlage, die Nachlaßsteuer betr., ausgefüllt hätte, auch dann hätten sie keine Komödie aufgeführt, sondern nur einen Toten noch töter geschlagen. Das haben denn die Herren auch wohl eingesehen, wenigstens hat man von einer weiteren Erörterung der Nachlaßsteuer in erster Lesung Abstand genommen und die Steuer auch formell durch Ablehnung der Regierungsvorlage mit 20 gegen die 6 Stimmen der freisinnigen und sozialdemokratischen Vertreter abgetan. Nach der Ablehnung der Nachlaßsteuer, die gleich zu Beginn der Sitzung erfolgte, war der Moment gekommen, in dem die Parteien, die von Donnerstag bis heute eine Verständigung hatten herbeiführen wollen, das Resultat ihrer Bemühungen zur Grundlage der weiteren Beratungen hätten machen sollen, wenn— ja. wenn überhaupt bei den Einigungsverhandlungen etwas herausgekommen wäre! Daß sie es nicht getan haben, beweist eben, daß die Bemühungen bis jetzt erfolglos verlaufen sind. Und die Erklärungen der Gamp, Arendt und Weber, in denen diese Herren nach der Ablehnung der Nachlaßsteuer noch einmal kurz ihre ablehnende Haltung motivierten und zugleich versicherten, in der zweiten Lesung eventuell auf die Regierungsvorlage zurückzukommen, lassen vermuten, daß auch in den nächsten Tagen der Kuhhandel noch nicht zum Abschluß kommen wird. Mit wem werden die konservativen Gruppen die Steuer, reform“ machen, mit dem Zentrum oder mit den Liberalen? Das ist die Frage. Sind erst die Händler gefunden, dann wird der Handel leicht fertig sein. Und die Pause zwischen den Akten füllt die Kommission mit der Berarung derjenigen Anträge aus, die schon der vorigen Sitzung vorlagen. Von ihnen ist in der heutigen Sitzung der Antrag Weber auf Einführung einer Reichsvermögenssteuer durch Ablehnung erledigt worden, nachdem seine Besprechung die ganze Sitzung ausgefüllt hatte. Der Antrag hatte folgenden Wortlaut: „1. Es wird im Deutschen Reiche eine allgemeine Steuer von dem Vermögen der Einwohner, juristischen Personen und Gesellschaften im Einzelwerte von mehr als 20000 Mark erhoben. 2. Die Steuer wird veranlagt nach reichsgesetzlich vorzuschreibenden Grundsätzen. Veranlagung erfolgt in dreijährigen Abständen durch die Behörden der Einzelstaaten, ebenso die jährliche Erhebung; eine Entschädigung an die Bundesstaaten wird nicht vorgesehen. a) Der Erhebungssatz ist ein einheitlicher. b) Der Besteuerung unterliegt das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen, unter Abzug der für abzugsfähig zu erklärenden Schulden(Kapitalschulden jeder Art, gesetzliche Renten). c) Für Immobilien land= und forstwirtschaftlicher Art wird der 25rache Ertragswert zugrunde gelegt. d) Im übrigen wird beim Vermögen der gemeine Wert veranlagt. e) Voraussetzung ist bei jedem Zensiten, daß er ein Mindesteinkommen von 1200 Mark p. a hat. *) Dies Gesetz hat liberale Vorschriften zu enthalten, welche verhindern, daß unnötige Differenzen vorkommen(weite Stufen). g) Deklaration ist zuzulassen. b) Möbel usw. gehören nicht zum Vermögen, ebensowenig bewegliches Inventar(Sachen) in Landwirtschaft und Gewerbe 3. Die zu erhebende Höchstquote— vielleicht 1 vom Tausend — wird durch die Verfassung(Aenderung des Art. 70) festgelegt. 4. Die jährlich zu erhebende Quote wird bis zu der sub 3 vorgesehenen Höchstgrenze alljährlich durch den Reichshaushaltsetat bestimmt. Der Bundesrat setzt hiernach den Prozentsatz fest, der für das betreffende Jahr von dem Vermögen der Steuerpflichtigen erhoben werden soll. 6. Dies Gesetz tritt spätestens am 1. April 1912 in Kraft. Bis dahin erfolgt die Erhebung nach Maßgabe der Bevölterung; ein Höchstbetrag kann für die Uebergangszeit festgesetzt werden(150 Millionen Mark). 7. Kontrolle über richtige Handhabung in den Einzelstaaten durch die Reichskommissare für Zölle und Steuern.“ Die Diskussion über diesen Antrag erschien auch den Kommissionsmitgliedern zwecklos, wenigstens beschränkte sich niemand auf die Besprechung der speziellen Weberschen Vorschläge, sondern alle Redner besprachen in ihren Darlegungen die allgemeinen Fragen der großen„Reform“. Interessant war dabei zunächst der Umfall der Wirtschaftlichen Vereinigung. Diese Fraktion„Kraut und Rüben“ stimmt oald so, bald so, und redet auch links und rechts. Ihren Charakter als eine Filiale des Bundes der Landwirte läßt sie aber immer mehr hervortreten, neuerdings auch in den Fragen der Finanzreform. Während vor einigen Tagen ihr Vertreter in der Kommission noch für eine Reichsdermögenssteuer eingetreten war, hielt er es heute für angezeigt, zu erklären, daß er gegen die Weberschen Vorschläge stimmen würde. Daß die Arbeiten der Kommission nicht gerade geeignet sind, in der Oeffentlichkeit große Befriedigung zu erwecken oder das Ansehen des Parlaments im Auslande zu erhöhen, das haben die Kommissionsvertreter selbst schon erkannt. Schon in der vergangenen Donnerstags=Sitzung hatte der Abgeordnete Herold vom Zentrum darauf hingewiesen, daß das Ansehen des Reiches besonders vor dem Auslande eine rasche Erledigung der Reform erfordere. Nicht übel bemerkte heute MüllerMeiningen, daß gerade das Zentrum durch seine Weigerung, an einer wirksamen direkten Besteuerung mitzuarbeiten, ein gut Teil Schuld an der Verschleppung trage, die jetzt durch die Ablehnung der Nachlaßsteuer das ganze Werk der Reichsfinanzreform erlitten habe. In der gegenwärtigen Situation halten auch die Freisinnigen die Einführung einer Vermögenssteuer für die beste Grundlage einer Verständigung. Für die Sozialdemokratie gab Genosse Dr. David die Erklärung ab, daß sie für die Weberschen Vorschläge stimmen würde. David begnügte sich aber nicht mit dieser Erklärung, sondern beleuchtete noch einmal die ganze Lage. Die von den Anträgen Gamp und Herold geforderte„Besitzsteuer“ ist nichts, als ein Manöver, der Oeffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen. Trägt man die Kompetenz ihrer Festsetzung und Erhebung in die Einzellandtage, dann wird von einem Schutz der Schwachen und von einem Schutz des Mittelstandes nicht mehr die Rede sein können. Der Steuerwirrwarr, der heute zwischen den Einzelstaaten besteht, wird aber noch größer werden, wenn die einzelnen Staaten eine differenzielle Festsetzung der Steuer beschließen. Der Widerstand der Agrarier gegen die Nachlaßsteuer ist erklärlich, wenn man weiß, daß die Nachlaßsteuer mit ihren Vorschriften für sie auch eine„Offenbarungssteuer" sein würde. Gerecht und vernünftig ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen nur eine wirksame direkte Besteuerung der Besitzenden, und wenn man die Vorschläge zur Verwirklichung dieses Gedankens schon als„sozialistische Experimente" bezeichnet, dann beweisen jolche Aeußerungen nur, daß Vernunft und Gerechtigkeit nur in den sozialdemokratischen Vorschlägen zu finden sind! Das Zentrum, das früher ja auch schon den Gedanken einer direkten Besteuerung vertreten hat, verschanzte sich wieder hinter die„Finanzhoheit der Einzelstaaten“, in die man nicht eingreifen dürfe. Im übrigen ließen sowohl Herr MüllerFulda, wie auch Herr Spahn durchblicken, daß sie gern mittun wollen, wenn der Wille der Konservativen geschieht. Und die Reichsregierung? Herr Sydow; dem nom in Herbst des vergangenen Jahres die Annahme der Nachlaßsteuer eine conditio siue anr nor zum Instandekommen der Reichsfinanzreform erschien, sah heute morgen seine Nachlaßsteuer fallen, ohne daß ihn das sonderlich betrübt hätte.„Die Vermögenssteuer will er nicht, bestimmt nicht, wie er heute noch einmal ausdrücklich versicherte. Aber das für seinen Herrn und Meister dargebrachte Tanaergeschenk des Zentrums hat er noch nicht verschmäht. Augenscheinlich ist die Reichsregierung ebenso unentschlossen wie die Reichstagskommission, und die Verworrenheit bleibt in Permanenz. Der Antrag Weber ist abgelehnt, ob die nächste Sitzung den Antrag Gamp=Herold annehmen wird? Ob die Liberalen dabei mittun werben? Und das alles soll keine Komödie sein? Politische Uebersicht. Kein Fonds für die Witwen= und Waisenver. sicherung. Berlin, 3. März. Wie der„Lokal=Anzeiger“ erfährt, wird dem Bundesrat binnen kurzem ein Gesetzentwurf zugehen, betr. Aufhebung des§ 15 des Zolltarifgesetzes, wonach bekanntlich die Mehreinnahmen aus gewissen landwirtschaftlichen Zöllen als Fonds für die zu gründende Witwen= und Waisenversicherung aufgesammelt werden sollen. Die Freisinnige Vereinigung und die Steuervorlagen. In einer Betrachtung über den Steuerkuhhandel, an dem ja die Freisinnige Vereinigung als Blockpartei auch beteiligt ist, sagt die„Liberale Korrespondenz“: „Dem Vernehmen nach soll es sich dabei(bei den Verhandlungen der Blockführer) um eine Ausgestaltung der Idee der „Besitzsteuer“ handeln in dem Sinne, daß der große Besitz wirklich getroffen werden muß, und daß der föderative Charakter gewahrt bleibt Ob der Vorschlag gangbar ist, ist Gegenstand ernster Erwägungen seitens der Freisinnigen. Diese werden den Gedanken einer Erweiterung der Erbschaftssteuer, auch wenn der Vorschlag Annahme finden sollte, im Sinne der Besteuerung zum mindesten der Deszendenten mit Energie weiter verfolgen. Ob und in welchem Maße die neuen indirekten Steuern von den Freisinnigen angenommen werden können, das ist ganz und gar eine Sache für sich. Sollten also die Vorschläge Billigung seites der Freisinnigen finden, so ist damit die ganze Finanzreform noch nicht etwa unter Dach und Fach. Diese Billigung würde nur den Sinn haben, daß die Freisinnigen bereit sind, in der Beratung der Finanzreform ihrerseits weiter sortzuschreiten. Alles weitere bleibt vorbehalten.“ Die katholische Kirche und die Wissenschaft. München, 2. März Der jungliberale Pfarrer Tremel von Volsbach, der dem Verbot des Erzbischofs vom Bamberg zuwider im jungliberalen Verein in Bayreuth einen Vortrag über Staatsbürgertum und Ultramontanismus gehalten hatte, ist diszipliniert worden. Er wurde von einem geistlichen Inquisitions= gericht nach Bamberg zur Verantwortung gezogen. Dort wurde ihm erklärt, er dürfe als katholischer Pfarrer keine uneingeschränkte Lehr= und Lernfreiheit, keine ungestörte Entwicklung der Kunst und keine religiöse Toleranz anerkennen, wie sie die Liberalen sordern. Pfarrer Tremel erklärte darauf, Berufung beim bischöflichen Ordinariat einzulegen, sowie auch den der katholischen Geistlichkeit gegenüber kirchlichen Uebergriffen verfassungsmäßig garantierten Jandesherrlichen Schutz anrufen zu wollen. Der Inquisitor eröffnete dem Pfarrer Tremel, daß seine Diszivlinierung durch das geistliche Gericht durch den landesherrlichen Schutz gar nicht aufgehalten werden könne. Der weiteren Entwicklung der Sache sieht man mit großer Spannung entgegen. Zur Stichwahl in Hoya=Verden, wo der nationalliberale Kandidat Dr. Heiligenstadt mit den Welfen sich messen muß, hat der Bund der Landwirte die Unterstützung des Nationalliberalen proklamiert. Die Bündler rechnen gleichzeitig damit, daß bei den nächsten Wahlen der Wahlkreis ihnen zufallen wird. Das Reich„spart". Bei der Oberpostdirektion Düsseldorf ist 160 Postunterbeamten zum 1. April gekündigt worden; davon in Dusseldorf 58, in Essen ca. 50 usw. Es handelt sich um sogen. Aushelfer, die die Briefträger in dem freien halben Tag, den sie in der Woche haben, vertreten. Die freien halben Tage werden dementsprechend eingeschränkt oder ganz abgeschafft. Auch die mittleren Beamtenstellen werden vermindert. Der Deutsche Städtetag. Der Vorstand des Deutschen Städtetages hielt am Sonntag unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirchner eine Sitzung ab, in der Stellung genommen wurde gegen das Arbeitskammergesetz, weil dieses den Städten Kosten auferlege. Außerdem wurde Protest erhoben gegen die vom Reichstag beschlossene Anrechnung der Militärdienstzeit für die Militäranwärter. In letzterer Angelegenheit soll eine Deputation beim Reichskanzler vorstellig werden. Bedingter Strafausschub. Das Justizministerium in Sachsen erläßt folgende Verordnung:„Jugeadliche Personen, die zu einer Geldstrafe verurteilt sind und die Strafe nicht haben zahlen können, haben bisweilen die an Stelle der Geldstrafe tretende Freiheitsstrafe verbüßen müssen, obwohl die Bewilligung einer Bewährungsfrist angemessen gewesen wäre. Dies scheint namentlich darauf zu beruhen, daß die erkennenden Gerichte, die die in der Verordnung vom 18. November 1902 vorgeschriebenen gutachtlichen Aeußerungen nur dann, wenn der Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden war, zu den Akten gebracht und die Strafvollstreckungsbehörden ohne ein Gutachten des erkennenden Gerichts die Bewilligung einer Bewährungsfrist beim Justizministerium nicht angeregt haben. Die ängezogene Verordnung will indessen die erkennenden Gerichte nicht hindern, auch bei der Verurteilung zu einer Geldstrafe, die voraussichtlich nicht beizutreiben sein wird, eine Aeußerung darüber, ob die Bewilligung einer Bewährungsfrist für angemessen oder für unangemessen erachtet wird, zu den Akten zu bringen. Selbst wenn aber eine solcht Aeußerung nicht vorliegt und sich die an erster Stelle ausgesprochene Geldstrafe als uneinbringlich erweist, sollen die Strafvollstreckungsbehörden vor Vollstreckung der Ersatz=Freiheitsstrafe künftighin stets prüfen, ob die Bewilligung einer Bewährungsfrist angemessen und an das Justizministerium deswegen Bericht zu erstatten sei. Keine Kandidatur Möller. Die beabsichtigte Kandidatur des früheren Handelsministers v. Möller im Wahlkreise Stade ist gescheitert. Die Nationalliberalen haben den Hofbesitzer Dr. Hoppe in Campe aufgestellt. Möller wollte nur kandidieren für den Fall, daß ihn die Freisinnigen unterstützen würden. Diese haben nun aber einen eigenen Kandidaten aufgestellt, und damit ist die Kandidatur Möller gegenstandslos geworden. Brottenerung. Die Bäckerinnung in Metz erhöhte„infolge anhaltender Steigerung der Mehlpreise“ den Preis des SechsPfund=Brotes um 4 Pfg. Vom 1. März d. J. ab kostet das Sechs=Pfund=Weißbrot 1,8 Mk., sechs Pfund gemischtes Brot 92 Pig. Die Folgen des agrarischen Zollwuchertarises machen sich immer mehr bemerkbar. Protest gegen den Legitimationskartenzwang. Von italienischer Seite ist geplant, bei der preußischen Regierung einen Protest gegen die Ausdehnung des Legitimationskartenzwanges auf italienische Arbeiter zu erheben. Der italienische Generalkommissar für die Auswanderung, Herr Rossi, hat erklärt, daß das Vorgehen gegen die italienischen Arbeiter eine Verletzung des internationalen Rechtes bedeute. Durch den Legitimationskartenzwang wird die deutsche Arbeit nicht geschützt; aber die italienischen Arbeiter werden vor die Alternative gestellt, Streikbrecherdienste zu leisten, oder die Ausweisung über sich ergehen zu lassen. Aus dem Die Budgetkommission setzte am Montag vormittag die Beratung des Etats der Reichspostverwaltung fort. Der Abg. Beck=Heidelberg beantragte als Referent zu Kapitel 85 Titel 51 und 52, in denen mehr als 36 Millionen Mark für Material zum Bau und zur Unterhaltung von Telegraphenlinien gefordert werden, 3272000 Mk. zu streichen. Die Kommission beschließt demgemäß. Die Forderung, daß die Reichspostverwaltung der Kommission die mit den größeren Lieferanten abgeschlossenen Verträge vorlegen soll, beantwortet der Staatssekretär Krätke mit dem Einwande, daß er ohne Zustimmung der Lieferanten die Verträge nicht gut vorlegen könne. Schließlich erklärt er sich damit einverstanden, wenn die Mitteilungen vertraulich behandelt werden. Damit war die Kommission einverstanden. Zur Bewachung der Telegraphenlinien wurden 460000 Mk. gefordert. Diese Forderung wird verschiedentlich bemängelt, da die Eisenbahnbeamten und Straßenreiniger ohnedies zur Bewachung der Telegraphenlinien verpflichtet seien. Auf Antrag des Abg. Singer beschließt die Kommission, dem betreffenden Kapitel die Bestimmung zuzufügen:„230000 Mk. künftig wegfallend".— Im Titel 54 werden für Fuhrkosten und ähnliche Ausgaben 3665000 Mk. gefordert, das sind 150000 Mk. mehr als im Vorjahre. Dagegen wird lebhafter Einspruch erhoben und— trotz der beweglichen Bitten eines Postverwaltungsvertreters— die Mehrforderung gestrichen.— Für Amtsbedürf= nisse, Schreib= und Packbedarf und für Drucksachen werden 24790 500 Mk. verlangt, 1 705 000 Mk. mehr als 1908. Referent Beck beantragt, diese Mehrforderung zu streichen. Abg. Singer kritisiert scharf diese enormen Mehrausgaben. Die Verwaltung könne erheblich sparen, wenn sie in eigener Druckerei mehr oder ausschließlich arbeiten lasse. Dringend erforderlich sei auch für die Postverwaltung eine mehr kaufmännische Organisation; sie müsse nach kaufmännischen Grundsätzen arbeiten und nicht nach bureaukratischen. Die Kommission streicht schließlich nur eine Million von der geforderten Summe. Zuschuß zu den Kleiderkassen der Unterbeamten werden 3691000 Mt. gefordert. Abg. Singer fragt, aus welchem ein halbes rbeamten insofern gekleidu schädigt werden sollen, daß auch sie nun ihre Dienst leidung in großeren Zeitabschnitten erhalten sollen. Unterstaatssekretär Franck ist über die Fristverlängerung nächt informiert, versichert aber, daß die Unterveamten nicht benachteiligt werden sollen.— Bei der Arbeitsverhebung sollen nach Möglichkeit Handwerker=Organisationen. Innungen und Genossenschaften berücksichtigt werden. Bisher hätte freilich die Reichspostverwaltung leine besonders guten Erfahrungen damit gemacht. Bei der letzten großen Ausschreibung hätten sich nur fünf Genossenschaften beworben, drei davon aber hätten Preise gestellt, die absolut unannehmbar für die Postverwaltung waren, zwei Genossenschaften offerierten unbrauchbare Stoffe. ü Ein neuer Wahlrechtsraub. Wir entnehmen der„Berliner Volkszeitung": In Kiel haben bereits vor einigen Jahren die Freisinnige eine Wahlrechtsschiebung zuungunsten der Sozialdemotrate vorgenomme., indem sie durch eine Erhöhung des Zensus ihre eigene Position zu stärken suchten, wie dies kürzlich die Rixdor er Wahlrechtsverschlechterer in verbesserter und vermehrter Auflage wiederholt haben. Die allgemeine Empörung, die der Rixdorfer Gewaltstreich hervorgerufen, hat den Kieler Tcagistrat nicht im mindesten geniert, mit einer Vorlage an die Stadtverordnetenversammlung heranzutreten, die das Rixdorfer Wahlunrecht noch übertrumpft. Der Magistrat sucht bei den Stadtkollegien um die Ermächtigung zu einem Gesuch an die Staatsregierung nach, daß eine für die Stadt Kiel geltende gesetzliche Abanderung der kommunalen Wahlverfassung nach der Schleswig-Holsteinischen Städteordnung vom 14. April 1869 herbeigeführt werde. Ohne die erheblichen sonstigen Vorzüge der Schleswig=Holsteinischen Städteordnung vor den übrigen in Preußen geltenden zu verkennen, hegt der Magistrat„schwere Bedenken“ gegen die Eigenart ihrer kommunalen Wahlverfassung mit Rücksicht auf das ungewöhnlich schnelle Anwachsen der Einwohnerzahl der Stadt. Ihre Wahlverfassung war von vornherein„für andere kommunalpolitische und besonders wirtschaftliche Verhältnisse berechnet", als sie sich in den beiden Jahrzehnten in den größeren oder den industriereichen Städten der Provinz, vor allem aber in Kiel, entwickelt haben. Die Bedenker des Magistrats richten sich in erster Reihe gegen die gleichberechtigte Beteiligung aller Bürger an den rommunalen Wahlen und die„Uebermacht“, die bei gesunkenem Geldwert und hochgestiegenen Arbeitslöhnen den von der Sozialdemokratie unumschränkt geleiteten Bevölkerungsklassen zugefallen ist. In zweiter Reihe gegen die Wahl der Magistratsmitglieder durch die gesamte Burgerschaft, deren überwiegender Teil„nicht in der Lage sei, sich ein zutreffendes Urteil zu verschaffen, was ein Magistratsmitglied in seinem Amte sleisten solle oder geleistet habe“.(Also die Lehre vom„beschränkten Untertanenverstand“ wird frisch darauf los yroklamiert! ko tadenderstane Wird frisch barauf lod prottäutert. Um nicht der für später zu erhoffenden allgemeinen Reform des kommunalen Wahlrechts vorzugreifen, soll sich ein von der Staatsregierung erbetenes, Notgesetz“ auf die Ulebertragung einer Wahlrechtsordnung beschränken, die sich in anderen Landesteilen der Monarchie nach Ansicht der— Staatsregierung als„erträglich bewährt hat".(!) Der Magistrat bescheidet sich deshalb im weientlichen die Wohlverfassung zur Einführung in Kiel zu empfehlen, die für die Städte des weitaus größten Teiles der Monarchie seit mehr als 50 Jahren in Geltung ist und in dem — Dreiklassensystem und der Wahl der Magistratsmitglieder durch die Stadtverordneten gipfelt.(!) Dabei hält der Magistrat, nachdem bei den Wahlen zum preußischen Landtage die zweite Wählerklasse eine der Halfte aller Wähler nahekommende Zahl sozialdemokratisch Stimmender aufgewiesen hat, schon jetzt die gesetzliche Durchführung der sonst erst durch Ortsstatut einzuführenden Bestimmung für nötig, daß bei der Bildung der Wählerabteilungen an Stelle des auf einen Wähler entfallenden durchschnittlichen Steuerbetrages ein den Durchschnitt bis zu seirer Hälfte übersteigender Betrag tritt. Weiter soll die Höchstzahl der Stadtverordnetenmandate von 30 auf 54 erhöht werden. Nach der Vorlage, die die Kommunalverfassung Kiels um 50 Jahre zurückwerfen und der breiten Masse der Kieler Bevölkerung die Karikatur eines Wahlrechts aufbrummen will, darf man sagen, daß noch nie eine Bevölkerung in ihren verbrieften Kommunalrechten stärker vergewaltigt worden ist, als es der Fall wäre, wenn diese Vorlage durchginge. Wir wissen sehr wohl, daß den Reaktionären die relativ freie Städteordnung der Provinz Schleswig=Holstein schon längst ein Dorn im Auge ist Aber, daß sich der Magistrat von Kiel dazu hergibt, diesen reaktionären Anschauungen zu Willen zu sein, das ist denn doch ein starkes Stück. Hoffentlich macht ihm die Stadtverordnetenversammlung mit aller Deutlichkeit klar, daß sie sich nicht zur Mitschuldigen machen wird an einem Akt der Henkerarbeit, der jene freie Städteverfassung aus Furcht vor der Sozialdemokratie zur höheren Ehre der schlimmsten preußischen Reaktion erdrosseln soll. Der Konflikt auf der Balkauhalbinsel. Paris, 2. März. Hiesige Blätter veröffentlichen die Meldung, worin mitgeteilt wird, der französische Minister des Aeußern sei gestern benachrichtigt worden, daß die serbische Regierung auf Grund der Ratschläge Rußlands der österreichischen Regierung mitgeteilt habe, daß sie auf territoriale Forderungen verzichte. Infolge dieser Wendung der Dinge habe die österreichische Regierung Frankreich. England und Italien benachrichtigt, da ßihre Unterhandlungen unnötig geworden, und daß sie sich in direkte Verhandlungen mit Belgrad setzen werde, um mit Serbien die wirtschaftlichen Kompensationen zu beraten, die Oesterreich zu geben bereit ist. Eine neue Branntweinsteuervorlage hat das Reichsschatzamt auf Verlangen der Steuerkommission des Reichstags ausgearbeitet. Ueber die wesentlichsten Punkte der Vorlage teilt das„Berliner Tageblatt“ folgendes mit: Die bisherige Maischraumsteuer wird beseitigt. Die Verbrauchssteuer betrug bis jetzt für das kontingentierte Quantum pro Hektoliter 50 Mk., für die übrige Produktionsmenge 70 Mk. pro Hektoliter. Nach der neuen Vorlage soll der Höchstsatz der Steuer 140 Mk. betragen. Den Brennereien wird aber gestattet, das bisher kontingentierte Quantum mit 130 Mk. und in den ersten 5 Jahren mit 125 Mk. zu versteuern. Die Brennsteuer wird um 3 Mk. pro Hektoliter erhöht. Von den gewerblichen Brennereien werden Zuschläge erhoben. Aus dem Ertrage der Brennsteuer sollen Vergütungen für denaturierten Spiritus gezahlt werden. Eine tiefgreifende Aenderung erfolgt durch Einführung eines Brennrechts, dessen Höhe so bestimmt wird, wie es in der Monopolvorlage vorgesehen ist. Im allgemeinen bleiben die Liebesgaben, und der Preis für die Konsumenten wird, wenn die neue Steuervorlage Gesetz wird, mindestens ebenso hoch sein, wie er nach Annahme der Monopolvorlage sich stellen würde. 2c. Die Flottenpläne und die Liberalen. In Leamington trat dieser Tage die Nationalliberale Federation zu einer Konferenz zusammen. Sie hat die weitgehenden Flottenbaupläne abgelehnt und sich für möglichste Sparsamkeit bei den Ausgaben für die Marine ausgesprochen. Dem Lande sei keinerlei Nachweis erbracht von der Notwendigleit einer Erhöhung der Flottenausgaven. Die Konferenz sprach sich ferner für ein Festhalten am Freihandel aus und für weiteren Ausbau der Sozialreform. Es ist zurzeit ia England nicht ganz leicht, sich gegen die vermehrte Rustung zur See zu erklären. Trotz der Reise König Eduards und des günstigen Einflusses desselben auf die öffentiche Meinung bleibt bei einem großer Teil= der Bevölkerung die Auffassung bestehen, die englische Flotte müsse den ZweiMächte=Standort unbedingt aufrecht erhalten, d. h. mindestes o stark sein, wie die Marine zweier Großmächte zusammen. Jede Neurüstung zur See, namentlich Deutschlands. sucht deswegen England stets durch weitere Schiffsbauten zu paralysieren. Da Deutschland jetzt seine Schiffsbauter zu beschleunigen sucht, ist bekanntlich auch in England die Kiellegung von sechs neuen „Dreadnougths“ geplant. Bisher hatte sich nur die Arbeiterpartei mit Entschiedenheit dagegen ausgesprochen. Sechs solcher großer Schlachtschiffe sollten dies Jahr; sechs weitere nächstes Jahr in Bau genommen werden. Obgleich das offizielle Deutschland mehr als genug dazu beigetragen hat, das Mißtrauen bei den Engländern zu fordern. so läge in Wirklichkeit für England doch kein Grund vor, dieses Wettrüsten mitzumachen, aber auch dort bemühen sich allerhand Chauvinisten und Geschäftspolitiker und deren Presse, die patriotische Glut zu schüren. Diese suchen immer wieder die Gefahr einer deutschen Invasion an die Wand zu malen. Man hat den sogenannten„Gefahrpunkt“ konstruiert der Anfang 1912 eintreten soll, wenn Deutschland seinen jetzigen Schiffsbauplan zum größten Teil beendet hat. Der Streit geht in England jetzt darum, ob in diesem und im nichsten Jahr je sechs oder nur je vier Dreadnoughts gebaut werden sollen. Schon bei vier wurde England Ende 1912 den 13 großen Schlachtschiffen Deutschlands 22 seiner Flotte entgegenzustellen haben. Dazu kommen aber noch 73 andere Schlachtschiffe und Kreuzer, so daß die englische Flotte zwei bis drei anderen Seemächten standhalten könnte. Außerdem weiß man in Enoland ganz genau, daß wir finanziell an der Grenze unserer Leistungsfähigkeit angelangt sind, zumal diejenigen Kreise, die für all diese wahnsinnigen Rüstungen eintreten, nichts dafür aufbringen mögen. Aber es wäre vergeblich, zu hoffen, daß die deutschen Flottenenthusiasten und die Regierung aus diesen Umständen die einzig richtige Lehre ziehen, und sich zur Abrüstung geneigt zeigen, wie es die englische bereits getan hat. Die englische Regierung wird im Parlament nur die mäßigeren Forderungen vertreten. An Deutschland ist es, alles zu vermeiden, was geeignet ist. Mißtrauen von neuem zu wecken und die englischen Flottenschwärmer zu stärken. Aus der Stadt und Nachbarschaft. Bielefeld, 3. März. — Monatsbericht des Arbeiterjekretariats. Im Februar Kiel, 3. März. Mit dem Kieler Wahlrechtsraub hat sich gestern das Stadtverordnetenkollegium in fünfstündiger Debatte beschäftigt. Die Sache wurde vertagt und es wurde folgender Antrag angenommen: Es soll eine Deputation, bestehend aus zwei Magistratsmitgliedern und zwei Stadtverordneten, gewählt werden, die noch in dieser Woche zum Minister des Innern fahren soll, um sich mit diesem darüber zu verständigen, oo nicht eine Aenderung des Wahlrechts auf einer anderen Grund'age als der des Dreiklassenwahlrechts möglich wäre. Die Sozialdemokratie hat für die Vertagung gestimmt, weil sonst die Annahme der Magistratsvorlage nicht ausgeschlossen war, und weil man durch die Vertagung Zeit für die Agitation gewinnen wollte. Die Bürgerlichen wollten in erster Lime die direkte Magistratswahl retten und dann auch das Treiklassenwahlrecht abwenden, weil der Mitte stand, der jetzt die kommunalvolitische Herrschaft hat, dann zwischen der Sozialdemokratie in der 3. Klasse und den vaar hundert Besitzenden in der 1. und 2. Klasse zerrieben werden würde. Jede andere Aenderung des Wahlrechts ist ihnen recht.— Heute abend finden drei große sozieldemokratische Versammlungen statt, die sich mit der Wahlrechts rage beschäftigen. Am Montag abend fand eine Flugblattverteilung über die ganze Stadt statt. 1909 wurde das Arbeitersekretariat von 620 Personen in Anspruch genommen, davon waren männlich 532 und weiblich 88 Perjonen. Austünfte wurden 640 erteilt, davon mundtich 625 und schriftlich 15. Von den Auskunftsuchenden woynten in uhaus 1, Arrode cei Weriher 1, Barnkrup 1, Bielefeld 381, Villerbeck in Lippe 1, Botel bei Rieiberg 1, Brackwede 33, Bra#e in Westf. 5. Bünde 1, Coesfeld 1, Dermold 5, Dunne bei Bünde 1, Eichholz bei Dermold 2, Enger 1, Gaoderbaum 16, Geulershagen 6. Gruna i. S. 1, Gütersloy 8. Halle i. W. 2. Heepen 7, Herringhausen bei Herford 1, Hiddensen 1, Hoberge 2, Hohenhausen i. L. 1, Holsen bei Bünde 1, Jöhenbeck 1, Knitterheide bei Schötmar 1. Lceuuern Kr. Lübbecke) 1, Lippstadt 1, Milse 5, Oerlinggausen 4, Oldentrup 2, Pavenstedt bei Gütersloh 1, Quelle 1, Rahden 1, Rheine 1, Salzkotten 1, Schildesche 55, Schötmar 3. Senne 3, Sieter 38, Steinhagen 3, Stemmen bei Bayrenholz 1, Stieghorst 2, Sadbrat 2, Theesen 3. Ubbedissen 2, Uerentrup 2, Ummeln 1, Vilsendorf 1, Vlotho 1, Werther 2. Gewerkschaftlich organisiert waren 272 Personen, gewerkschaftlich uno politisch organisiert waren 183 Personen, nur politisch organisier: waren 19 Perjonen und 146 Personen gehörten keiner Organisation an. Auf die einzernen Gewertschafren verreilen sich die organisierten Besucher wie folgt: Bäcker und Konditoren 1, Barbiere 1, Bauhilfsarbeiter 8 ,Vottcher 1. Brauereiarbeiter 1, Buchbinder 3, Buchdrucker 8, Fabrik= und gewerbl. Hilfsarbeiter 10, Gemeindebetriebsarbeiter 1, Glasarbeiter 7. Handlungsgehilsen 1, Holzarbeiter 57, Kupferschmiede 1, Lithographen und Steindrucker 4, Maler 4, Maurer 41, Metallarbeiter 236, Sattler 5, Schmiede 4, Schneider 6, Schuhmacher 7, Steinietzer 1, Stulkateure 2, Tabakarveiter 7, Tapezierer 5, Tertiarbeiter 13, Transportarbeiter 5, Zigarrensortierer 1, Zimmerer 14. Politisch oganisiert waren Bäcker und Konditoren 1, Barbiere 1. Bauhilisarbeiter 4, Böttcher 1, Buchbinder 2, Fabrikund gewerbl. Hilfsarbeiter 2, Glasarbeiter 3, Holzarbeiter 21, Maurer 19, Metallarbeiter 92, Sattler 3, Schmiede 1, Schneider 1. Schuhmacher 3, Steinsetzer 1. Stukkateure 2, Tabakarbeiter 2, Tavezierer 1, Textilarbeiter 5, Transportarbeiter 1, Zigarrensortierer 1, Zimmerer 10. Die erteilten Auskünfte betrafen: Unfallversicherung 77, Krantenversicherung 30. Invalidenversicherung 29, Kündigung u. Lohnforderung 49, Lebrlingswesen 6, Gesindeverhältnisse 7, Arbeiterschutz 1, Zeugnisse und Lectimationspapiere 6, Sonstiges aus dem Arbeits- und Dienstvertrag 13. Sachenrecht 57, Familienrecht 39, Erbschaftssachen 34, Mieterecht 44, Schadenersatz erziehung 2. Schul- und Kirchensachen 3. Militärsachen 6. Sonstiges von Gemeinde- und C taats.ngelegenheiten 7. Strafrecht 39, Vereins- und Versammlungs echt 4, Arbeiterbewegung 2, Privatversicherung 7, Hundels= und Gewerbesachen 11. Diverses 7. Schriftsätze wurden 13° in folgenden Sachen angefertigt: Arbeiterversicherung 46. Arreits- und Dienstvertrag 14, Bürgerliches Recht 49 Strafrecht 6, Gemeinde= und Staatsangelegenheiten 21, Sonstige Sachen 1. Der Sekretär. Albert Schulz. — d. Gewerbegericht(Stadt). Spruchsitzung vom 26. Februar. Die Verkäuferin G. klagt gegen die Firma Upmann, Ulmenstraße, auf Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 25 Mark. Klägerin behauptet, sie sei zum 15. Februar engagiert. aber nicht eingestellt worden. Gegen den Beklagten wird Versäumnisurtei' erlassen.(Gehörte diese Klage nicht vor das Kaufmannsgericht?]— Der Tischlereiorbeiter B. klagt gegen die Gesellschaft„Kaiser=Automat“ auf Zahlung rückständigens Lohnes im Betrage von 54 80 Mark. Das Gewerbegericht ist nicht zuständig, da Kläger nicht im Gewerbebetrieb der Beklagten beschäftigt wer sondern die Ausführung von Tischler= arbeiten übernommer hatte.— Der Klempnerleorling W. klagt g des rückstanbeklagte stellt eine gegen den Klempnermeister Seidel auf digen Lohnes in Höhe von 51 Mark. Der Beklagte stellt eine Gegenrechnung fur gelieferte Waren über den Betrag von 12 Mark auf. Die Parteien vergleichen sich, der Kläger erhält 39 Mark und tritt beim Beklagten wieder ein.— In der Klag:sache des Magazinverwalters St. gegen die Firmo A. Göricke ist der in der vorigen Sitzung auf Widerruf zeschlossene Vergleich über Zahlung von 70 Mark vom Kläger nicht akzeptiert worden. Es findet deshalb ein neuer Termin mit Beweisau.= nahme statt.— Der Wegearbeiter H. klagt gegen die Firma Müllenschläder Nachzauf rchlung„des rückständigen Lohnes in Höhe von 119,60 Mark.“ Drl Vellagte wendet ein, das Gewerbegericht sei nicht zuständig, weil Kläger selbständiger Unternehmer war. Kläger nimmt Die Klage zuruck, um sie beim Amtsgericht anzubringen.— Der Friseur S. klagt gegen den Friseur Sudhoff wegen vorzeitiger Entlassung auf Zahlung einer Entschädigung von 17.50 Mk. Der Beklagte behauptet, Kläger sei deshalb entlassen, weil er trotz Verwarnung wieder. holt zu spät ins Geschäft gekommen sei. Diese Angabe wird durch einen Zeugen bestätigt, worauf Kläger seine Klage zurück. zieht.— Das Hotelmädchen Sch. klagt gegen den früheren HotelHünnekens in Versmold, zetzt in Bielefeld, auf besitzer Zahlung des rückständigen Lohnes im Betrage von 65 Mark. Die Klägerin behauptet, es sei ein Jahreslohn von 120 Mark ausbedungen, während der Beklagte angibt. die Vereinbarung gehe dahin, daß der Lohn nach Leistung gezahlt werde. Die Parteien vergreichen sich, die Klägerin erhalt 35,10 Mark. Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Heute ist die Premiere der reizenden Lustzpiel-Novi ät Donnerstag „Im„Sverlingsnest“.„########g wird Philipps„Das große Licht in neuer Einstudierung gegeven.„Alt=Heidelverg kommt am Sonnaben zum letzten Male zur Darstellung; Hubert Hop„„ gilln Musäius“: Hubert 5g, 9 zu Kirspielt den Karl Heinz und T.##, Weusaus die Kathie; die Auffuhrung findet zu kleinen Preisen statt. Montag geht„Moral“ in Szene. Generalversammlung des Sozialdemokr. für den Reichstagswahlkreis Münster=Coesfeld am Sonntag, den 28. Februar, vormittags 10½ Uhr beginnend. in Münster. Vertreten waren Münster, Coesfeld, Dülmen und Haltern. Die Versammlung wurde von dem Genossen Peters mit folgender Tagesordnung eröffnet: 1. Bericht des Vorstandes a) Tätigkeitsbericht, Referent Genosse Peters; b) Kassenbericht, Referent Genosse Weprajetzky. 2. Organisation und Agitation. Referent: Parteisekretär Genosse Klingenhagen. 3. Antrage. 4. Verschiedenes. Aus dem Bericht des Genossen Peters ist u. a. mitzuteilen, daß der Verein am 1. Januar zirka 200 Mitglieder zählte. darunter 25 Frauen. Versammtungen bezw. Besprechungen wurden abgehalten in Münster 8, Coesfeld 6. Dülmen 3 und Haltern 3, in denen 10 Vorträge gehalten wurden. Flugschriften wurden 2700 Stück verbreitet. Weiter wird vom Berichterstatter mitgeleilt, daß der Antrag der letzten Kreiskonferenz an den Bezirksparteitag in Herford, betr. Herausgabe einer monatlichen Agitationsschrift, ähnlich der Dortmunder„Wahrheit", angenommen worden sei, daß aber die als Probenummer vom Agitationskomitee des östlichen Westfalens versandte Flugschrift keineswegs dem angenommenen Antrage entspreche. Aus dem Kassenbericht, den der Genosse Weprajetzky gab, ist zu entnehmen, daß der Kassenbestand von 367,49 Mk. am 1. Juli auf 401,54 Mk. am 31. Dezember stieg. Für mündliche Agitation wurden in dem Halbjahr 59.15 Mk., für schriftliche 23,25 Mk. verausgabt. In der nun folgenden Diskussion nahm Genosse Klingenhagen das Wort, um das Agitationskomitee gegenüber den Angriffen Peters zu verteidigen. Er meinte, es sei einfach unmöglich, den Antrag von Munster betr. Herausgabe einer monatlichen Agitationsschrift so auszuführen, wie er angenommen worden sei und von Münster gewünscht werde. Auf die Probenummern(die viermal kleiner ist als die„Wahrheit". Anm. des Schriftf.), die vor seiten des Agiutionskomitees an die einzelnen Parteileitungen verschickt wurde, seien leider gar keine Bestellungen eingegangen, nur Münster habe 500 bedingt bestellt. Das Agitationskomiiee hätte sich einigemal mit dieser Angelegenheit befaßt, hätte aber keinen anderen Weg gefunden. Genosse Klingenhagen hatte mit seinen Ausführungen den Erfolg, daß ich nun die meisten der Delegierten zum Teil in sehr scharfer Weise gegen Klingenhagen reip. das Agitationskomitee wandten. Genosse Weprajetzkyerklärte, daß das Agitationskomitee selbst darauf hingearbeitet habe, daß der angenommene Antrag sicher ins Wasser falle, so sei z. B. das ganze Begleitschreiben zu der Probenummer derart gehalten gewesen, daß man ohne weiteres herauslesen mußte, daß man keine Bestellungen machen solle. Genosse Heuß er: Von den Bielefeldern sei man ja manches gewöhnt, aber daß man den angenommenen Antrag Münster so mißhandeln würde, hätte er doch nicht geglaubt. Er finde es leicht begreiflich, daß auf die Probenummer keine Bestellungen eingegangen seien, denn so etwas sei überhaupt auf dem Bezirksparteitag nicht beschlossen worden. Wären Nummern ähnlich der Dortmunder„Wayrheit“ geliefert worden, wären auch Bestellungen eingegangen. Weiter wurden vom jedner die hohen Preise der„Volkswacht" für Agitations= material gerügt; durch die hohen Preise sei es den schwachen Wahlkreisen oft unmöglich, sich Agitationsmaterial zu verschaffen. In ähnlicher Weise sprachen sich noch die Gen. GremmlerCoesfeld, Klusmann, Meier und Stahl aus. Von verschiedenen Seiten wurde auch gerügt, daß der Antrag an den Bezirksparteitag nicht genau so eingereicht worden sei, wie es auf der Kreiskonierenz in Münster beschlossen wurde. Nach längerer Diskussion, an der sich der Genosse Klingenhagen wiederholt beteiligte und das Agitationskomitee verteidigte, wurde vom Genonen Klusmann folgender Antrag gestellt: „Vor dem nöchsten Parteitag für das östliche Westfalen ist vom Vorstand des Wahlkreises Münster= Coesfeld in der „Volkswacht“ ein Artikel über das Wesen und die Verbreitung der für das östliche Westfalen geplanten„Wahrheit" zu verZur Begründung seines Antrages führte Klusmann aus, daß es noch nicht richtig verstanden worden sei, was eigentlich der Zweck dieser Agitationsschrift sei, und daß durch diesen Artikel Auflärung geschaffen werden solle. Der Antrag wurde mit großer Majorität angenommen. Zum 2. Punkt Organisation und Agitation hatte Genosse Klingenhagen das Referak übernommen. Er behandelte besonders die Aenderungen im Organisationsstatute. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion, in der die verschiedensten Anregungen zur Organisation und Agitation gegeben wurden. Unter Punkt 3 wrde zunächst über einen Antrag Coesfeld verhandelt: „Die Kreisleitung wird beauftragt, zur besseren Ausgestaltung der Bibliothek mehr Material zur Verfügung zu stellen. Nach kurzer Diskussion, in der darauf hingewiesen wurde, daß auch den Orten Dülmen und Haltern eine Bibliothek zur Verfügung gestellt werde, wurde folgender Antrag Klusmann ingenommen: „Die Generalversammlung unterstützt den Antrag Coesfeld und erweitert ihn auf Dülmen und Haltern. Die Ausführung bleibt dem Vorstand überlassen. Neben Ortsbibliotheken soll nach Möglichkeit eine Wanderbibliothek eingerichtet werden.“ Zu einem weiteren Antra Münster: „Den Bevollmächtigten der auswärtigen Orte sind als Maniogelder pro verlaufte Marke 2 P a. Entschädigung zu gewährr.(Die Unterkassierer in Münster erhalten 5 Proz.) wurde eb. ufalls ein Abänderungsantrag Klusmann: „Den Bevollmächtigten resp. Unterkassierern werden von den verkauften Beitragsmarken 5 Prozent Vergütung gezahlt angenommen. Von den Coesfelder und Halterner Genossen wurde noch über die Redaktion der„Volkswacht“ wegen Nichtaufnahme von Artikeln Klage geführt, man könnte doch so viel Anstand verlangen, daß, wenn die Artikel sich zur Aufnahme nicht 52. Lihrrn dir deu ssc. Daß mit der Verst eine Zunahme der Verbr weist die Vermehrung dre schaftlicher Depression. nissen lebender Staatsbü Neigung zum Diebstahl h armer Schlucker. Es 1 satter Moralisten und würde„immer schlechter“. Deutschen Reiches" soebe zeichnet zwar allgemein 1 wegen Verbrechen und V teilten Personen von 31 sichtigung der Ziffer der ine Vermehrung von 29, Dabei ist allerdings i treffenden Zeitraum eine bestimmungen erlassen w betr. die Bestrafung des allein 21291 Personen schutzbestimmungen verur 21181 mit Geldstrafen, Wegen Vergehen gegen d sonen verurteilt. 1882 be sozialpolitischen Gesetze u mehrung der Verurteilur in neuerer Zeit vorgen führen. Die Behauptung, das die Scharfmacher die so wird widerlegt durch ein tierung. Die Zahl der um 55,6 Prozent zurück Verurteilten ist insgesat lichen speziell seit 1889 1 nach steht fest, daß sich starkem Maße verringe Moralisten, die eine„C möglichst drakonischen? warten. Von außerordentliche der offiziellen Kriminal tät beschränke sich„haupt und gewohnheitsmäßigen teilungen insgesamt hat Nichtvorbestraften 24,1 184,6 Prozent betragen! in den Personen der Rü zweifelt werden, nachde faren ausweist, wo à la aussicht“ den Vorbestraf Erwerbsleben so schwer polizeiliche Recherchen unrettbar in die Arm tums. Betrachtet man die 9 so stellt sich eine Verme 29,1 Prozent heraus, de urteilten um 1,3 Prozei Jugentlichen herausgre mehrung der männliche gegen die Ziffer bei de gegen 1902 um 1 Prozei aus ins feindliche Leber inzwischen die erwerbs eine Massenerscheinung Natur der Sache, daß den Lebenssturm durch Kriminalität der männ Ebenfalls beweist di Industrie, Handel und gegenüber der in d (94 043), wie der schärfst der Zuspitzung der Kla in der Industrie und i. Ort 64 Von Aus dem Ei Monks hielt hie großer Spannung zu wandte. Als Browi wie wenn er sich pli Tuch über sein glüh und die Blicke fest Landes ging und als „Davon habe ich Tone der Unglauben genehme Ueberraschu „Er kam zu mir von ihm selbst gema Verlobten, zuruck, d wünschte, auf seiner konnte. Er war fass sprach verstört von b er angerichtet, und sein ganzes Vermög Geld umzuwandeln, neu zu erwerbenden lassen— ich wußte würde—, um es nimir, seinem alten I in der Erde wurzelte war. Er versprachn mich dann noch ein Ach, es war schon de sab ihn nicht wieder ich mich nach dem E würde— sündlichen wahr geworden fän Herz und eine Zuf vor einer kurzen Zei Nacht abgereist, nien . Monks atmete fr Lacheln umher. Br und jagte:„Als Ih Lumpen gehüllter K eine höhere Fügung rettet wurde— „Wie!“ rief Mon „Von mir, wie naß Sie schon aufn sagen gedächte. Ja bündeter hat Ihnen Nr. 52. U 0 Bielefeld, Mittwoch, 3. März 1909. 20. Jahrg. Lehren der deutschen Kriminalstatistik. ssc. Daß mit der Verschärfung des Kampfes um die Existenz eine Zunahme der Verbrechen und Vergehen verknüpft ist, beweist die Vermehrung dre Eigentumsverbrechen in Zeiten wirtschaftlicher Tepression. Ein in behaglichen Vermögensverhältnissen lebender Staatsbürger wird in der Regel viel weniger Neigung zum Diebstahl haben als ein vom Hunger gepeinigter armer Schlucker. Es ist daher eine gedankenlose Redensart satter Moralisten und Pharisäer, zu versichern, die„Welt“ würde„immer schlechter". Die im Band 185 der„Statistik des Deutschen Reiches" soeben veröffentlichte Kriminalstatistik verzeichnet zwar allgemein von 1882 bis 1906 eine Zunahme der wegen Verbrechen nd Vergehen gegen die Reichsgesetze verurteilten Personen von 315894 auf 524113, was unter Berücksichtigung der Ziffer der strafmündigen Zivilbevölkerung eine Vermehrung von 29,4 Prozen. bedeutet. Dabei ist allerdings in Betracht zu ziehen, daß in dem betreffenden Zeitraum eine ganze Menge neuer Gesetze mit Strafbestimmungen erlassen worden; erinnert sei nur an das Gesetz betr. die Bestrafung des„unlauteren Wettbewerbs“. 1906 sind allein 21291 Personen wegen Vergehen gegen die Arbeiterschutzbestimmungen verurteilt worden, davon 62 mit Verweis, 21181 mit Geldstrafen, 20 mit Haft und 28 mit Gefängnis. Wegen Vergehen gegen das Kinderschutzgesetz wurden 3296 Personen verurteilt. 1882 bestanden die meisten hierher gehörenden sozialpolitischen Gesetze und Verordnungen noch nicht. Die Vermehrung der Verurteilungen ist also größtenteils auf eine erst in neuerer Zeit vorgenommene Gesetzesverschärfung zurückzuführen. die wird widerlegt durch eine sehr wichtige kriminalistisc tierung. Die Zahl der zu Zuchthaus Verurteilten ist seit 1882 um 55,6 Prozent zurückgegangen, die Zahl der zu Gefängnis Verurteilten ist insgesamt um 16,7 Prozent, bei den Jugendlichen speziell seit 1889 um 15,9 Prozent, zurückgegangen! Danach steht fest, daß sich die schweren Vervrechen in erfreulich starkem Maße verringerten, sehr fatal für die gemütstiefen Moralisten, die eine„Gesundung des Volkes“ nur von einer möglichst drakonischen Verschärfung des Strafgesetzbuches erwarten.... 9 is 8 W2 Von außerordentlicher Bedeutung int die weitere Feststellung der offiziellen Kriminalstatistik, die Steigerung der Kriminalität beschränke sich„hauptsächlich auf eine Zunahme des gewerbsund gewohnheitsmäßigen Verbrechertums“. Unter den Verurteilungen insgesamt hat innerhalb 25 Jahren die Zunahme der Nichtvorbestraften 24,1 Prozent, die der Vorbestraften aber 184,6 Prozent betragen! Ob die Rückfälle zum größten Teil in den Personen der Rückfälligen begründet sind, darf billig bezweifelt werden, nachdem die Gerichtssaalchronik so viele Affären ausweist, wo à la Hauptmann von Köpenick die„Polizeiaufsicht“, den Vorbestraften die Wiederkehr in ein ordentliches Erwerbsleben so schwer macht. Strafvollzug und nachfolgende polizeiliche Recherchen treiben manchen ehemaligen Sträfling unrettbar in die Ar tums. Arme des gewohnheitsmäßigen Verbrecherunm n ist urteilten um 1/3 Prozent zurückgegangen. ift, findet urteilten um 1,3 Prozent zurückgegangen. Auch wenn, man die Jugentlichen herausgreift, finder sich die sehr erhebliche Vermehrung der männlichen Verurteilten von 43,5 Prozent, wogegen die Ziffer bei den jugendlichen weiblichen Verurteilten gegen 1902 um 1 Prozent gefallen ist.„Der Mann muß hinaus ins feindliche Leben“, sagte schon Schiller, und wenn auch inzwischen die erwerbstätige Frau in unserem Gewerbsleben eine Massenerscheinung geworden ist, so liegt es doch in der Natur dei Sache, daß noch immer der Knabe in erster Linie den Lebenssturm durchzukämpfen hat, woraus sich die höhere Kriminalität der männlichen Jugend ergibt. Ebenfalls beweist die ungleich höhere absolute Zahl der in idustrie, Handel und Verkehr tätigen Verurteilten(312 345) gegenüber der in der Landwirtschaft tätigen Verurteilten (94 043), wie der schärfste Kampf um die Existenz einhergeht mit der Zuspitzung der Klassengegensätze, die sich vor allen Dingen in der Industrie und im Handel vollzieht. Auch auf das Verhöltnis des religiösen Bekenntnisses zur Kriminalität wirft die offizielle Statistik ein interessantes Schlaglicht. Nach der letzten Zählung der Angehörigen der Religionsgemeinschaften(1. Dezember 1905) waren von hundert Reichseinwohnern rund 62 Evangelische, 36 Katholiken, 1 Israelit. Von den 1906 verurteilten Personen waren aber rund 1 Prozent Israeliten! Danach wäre die Kriminalität allgemein bei dem kotholischen Volksteil am ungünstigsten. Greift man einzelne Landesteile heraus, so macht man hier eine parteipolitisch interessante Entdeckung. Am stärksten kriminell belastet waren Bremen mit 2,20 Prozent, linksrheinisches Bayern mit 1,93 Proz., Provinz Ostpreußen mit 1,54 Prozent, Berlin mit 1,53 Prozent, Hamburg mit 1,43 Prozent der Zivilbevölkerung. Die Großstädte sind aus einer Reihe von sozialen und individuellen Ursachen die Sammelpunkte der Gewohnheitsverbrechen; hier wo sich der Besitz am protzigsten breit macht, bieten sich die meisten und besten Gelegenheiten zu Eigeatumsvergehen. Sodann sind die Hafenstädte der Zufluchtsort einer internationalen Verbrecherzunft. Daß aber wieder eine Domäne der„christlich=konservativen, königstreuen" Junker, die Provinz Ostpreußen, kriminell stärker belastet ist wie die beiden größten Städte Berlin und Hamburg, wirft ein bezeichnendes Licht auf die„preußische Vendée". Nicht die mit riesigen Arbeitermassen erfüllten Industriebezirke und ältesten sozialdemokratischen Hochburgen weisen die stärkste kriminalistische Belastung auf, sondern wo die Junker herrschen, da ist noch viel mehr für die Erziehung des Volkes zur Gesetzesachtung zu tun. Parteinachrichten. Vom Strafkonto der Presse. Am Montag verhandelte die Dortmunder Strafkammer gegen den Redakteur der„Arbeiterzeitung“, Nottebohm, wegen angeblicher Beleidigung des Offiziers= urd Unteroffizierskorps des preußischen Heereskontingents durch einen Artikel„Schinderknechte". Bekanntlich war die Verhandlung in dieser Angelegenhei. im Januar bereits einmal vertagt worden, weil ein Antrag des Genossen Nottebohm vorlag, zwei dem Gerichtshof angehörende Reserveoffiziere als befangen abzulehnen. In dem vorgestrigen Termine lehnte nun Genosse Notieooym den Vorsitzenden der Kammer als befangen ab. Es seien unter dem Vorsitz desselben Richters von der Strafkammer verschiedene Urteile gefällt worden, die von der„Dortmunder Arbeiterzeitung" als drakonisch scharf kritisiert worden seien. Der Vorsitzende könne deshalb dem Redakteur dieser Zeitung nicht unbefangen gegenüberstehen. Der Vorsitzende selbst erklärte sich zwar für unbefangen; das Gericht hielt aber den Antrag Nottebohm doch für begründet und vertagte die Verhandlung nochmals. g.„ E.. Ki au u i murh. „Wegen angeblicher Richter=Beleioigung wurde Genosse Wolff von der Breslauer„Volkswacht“ zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Die Beleidigung wurde darin gefunden, daß unser Parteiblatt unter der Ueberschrift: „Die weisen Richter von Festenberg“ den Wortlaut eines teils des Festenberger Schöffengerichts veröffentlicht hatte, durch welches ein Verhandlungsleiter wegen Nichtanmeldung einer Gewerkschafts=Versammlung zu 5 Mark Geldstrafe verurteilt worden war. ac. Die Reaktion in Ungarn. Die Verfolgungswut des Koalitionsministeriums gegen die Arbeiterschaft feiert wahre Orgien: Die Partei= und Gewerkschaftspresse wird mit zahlreichen Prozessen beglückt, die Redakteure mit hohen Geldstrafen und vielen Monaten Kerker bestraft, die Organisationen verfallen der Auflösung. In der Provinz tritt die Polizei mit immer größerer Brutalität auf, zynischer denn je verhöhnt sie Gesetz und Recht. Wie die allmächtigen Stuhlrichter in der Provinz, so die Zentralgewalt. Nach den in der Provinz massenhaft aufgelösten Ortsgruppen kamen die Organisationen der Hauptstadt an die Reihe. Kaum waren die Ortsgruppen des Landarbeiterverbandes aufgelöst, erfolgte die Suspendierung der Fachsektion der Bauarbeiter und hierauf wurden fast wöchentlich andere Gewerkschaften aufgelöst. Nach diesen kleineren Räubereien kam der große Einbruch. Die Suspendierung der Zentrale des Eisen- und Metallarbeiterverbandes und dessen sämtlicher Ortsgruppen, ferner die Fachsektion der Tischler Budapests haben die Reihe der ungesetzlichen Eingriffe noch immer nicht abgeschlossen. Trotzdem die Arbeiterschaft der Hauptstadt mit dem 24stündigen Massenstreik und den zahllosen Versammlungen den Häschern die würdige Antwort abgab. scheint dies nicht genug, und so hat der schwarze Graf vergangenen Freitag die Organisationen der Fuhrwerker und Caféhausgehilfen suspendiert. Wenn die Regierung aber glaubt, daß sie jemals der Arbeiterbewegung Herr werde, so täuscht sie sich eben so sehr, wie ehedem die Gehalthaber in Deutschland als sie das Schandgesetz gegen die Sozialdemokraten schufen. Sind auch die Organisationen zertrümmert, die Solidarität der Klasse ist stark genug und sie wird nur noch mächtiger entfaltet im Kampfe gegen die Unterdri kung— alle Hindernisse zu überwinden. An Stelle der straffen Zentralverbände werden die losen freien Organisationen mehr ausgebaut. Diese werden nicht angemeldet, brauchen keine Genehmigung und ihre Beschlüsse werden nicht insgeheim gefaßt und vollzogen. Einen ganz neuen Ausweg aber haben die Fuhrweiksarbeiter gefunden, indem sie ihre neue Organisation unter den Schutz des Privateigentums stellten. Damit wird es der Regierung unmöglich gemacht, die neue Organisation zugrunde zu richten. Alles einfließende Geld ist das Eigentum des Herausgebers des Fachorgans der Fuhrwerksarbeiter, „Der Kampf". Der Herausgeber kann über das Geld frei verfügen und den Abonnenten viel mehr Vorteile bieten, als der Fachverein. Statt der bisher 7 Kronen betragenden Arbeitslosenunterstützung gibt der Herausgeber von nun an 10 Kronen. Ferner zahlt der Herausgeber außerordentliche Unterstützungen und Begräbnisbeiträge. Den wöchentlich Abonnierenden wird das Recht gewährt, im Wege von Delegierten an jedem ersten Sonntag des Monats in die Bücher der Blattunternehmung Einsicht zu nehmen. Die Abonnenten, also die Arbeiter,— der gleichfalls abonnierende Minister des Innern auf keinem Fall — haben bei der demokratischei. Unternehmung des Herausgebers das volle Recht, Kontrolle zu üben. Das ist eben der Unterschied zwischen der alten und neuen Organisierungsform, daß in ersterer der Minister des Innern alles beschnüffeln konnte, während bei der neuen Organisation das Ministerium — obzwai dasselbe ganz gewiß abonniert— kein anderes Recht hat, als das Blatt zu lesen. Dem Beispiel der Fuhrwerker wollen auch die Caféhausangestellten und andere folgen. Auf keinen Fall wird es der Reaktion gelingen, die Arbeiterklasse gänzlich niederzudrücken, so sehr sie auch wütet und die Gesetze mit Füßen tritt. Gewerkschaftsbewegung. Ueber eine geheime Zusammenkunft von Unternehmern des Fensterreinigungsgewerbes, die in Leipzig stattfand, wird der „Leipz. Volksztg.“ von einem, der mit dabei war, folgendes mitgeteilt: Es waren Vertreter aus den verschiedensten Städten erschienen. Als Tagungslokal war das„Siebenmännerhaus“ in Leipzig ausersehen. Unter den Anwesenden waren auch ehemalige Mitglieder des Handels- und Transportarbeiter= Verbandes zu sehen, die sich„selbständig gemacht“ haben und jetzt Mitglieder des„Unternehmerverbandes" geworden sind. Auffällig war freilich das Fehlen von Vertretern der wirklichen Geschäfte in Leipzig, wie Böhme, Hoffmann und Werner, sowie der Glaserinnung. Herr Dalusstat=Hamburg produzierte sich als Oberscharfmacher, er war als Hauptredner bestimmt worden. Er sprach über alles mögliche mit einer Unbefangenheit, als ob er etwas davon verstände: Krankenkassen, die von sozialdemokratischen Agitatorer geleitet würden, von den Bewerkschaften und von Tarifverträgen, von dem Arbeitskammergesetz usw. usw. Wenn seine Fachkenntnisse auch so beschaffen, wie die über die Arbeitsverhältnisse zum besten gegebenen, so ist Dalusstat der berufene Führer der Unternehmer. O, wie kränkt es den Herrn, daß sich die Unternehmer nicht mit Hilfe der Gerichte der Gewerkschaftslassen wegen Schadenersatzes bei Streiks bemächtigen können. Ueberhaupt muß ein Gesetz geschaffen werden, was die Streiks einfach verbietet. Die Gewerkschaftsführer — so meinte der originelle Redner— seien so gerissene Kerle. daß ihnen nicht einmal mit Rechtsanwälten beizukommen sei. Ueberall müssen eigene Arbeitsnachweise gegründet werden, paritätische Arbeitsnachweise sind unzuverlässig. Die„Hetzer“ dürOliner Von Charles Dickens. Aus dem Englischen von Julius Seybt. 64— Monks hielt hier den Atem an und hörte Brownlow in großer Spannung zu, obgleich er die Blicke nicht nach ihm hinwandte. Als Brownlow schwieg, veränderte er seine Stellung, wie wenn er sich plötzlich erleichtert fühlte, und fuhr mit dem Tuch über sein glühendes Antlitz. Brownlow sprach langsam und die Blicke fest auf ihn heftend weiter:„Bevor er außer Landes ging und als er London berührte, kam er zu mir.“ „Davon habe ich nie gehört,“ unterbrach Monks in einem Tone, der Unglauben ausdrücken sollte, doch mehr auf eine unangenehme Ueberraschung hindeutete. „Er kam zu mir und ließ unter anderen Gegenständen ein von ihm selbst gemaltes Bild des unglücklichen Mädchens, seiner Verlobten, zurück, das er in anderen Händen nicht zu lassen wünschte, auf seiner eiligen Reise aber nicht wohl mitnehmen konnte. Er war fast zu einem Schatten zusammengeschwunden, sprach verstört von begangenem Ehrenraube und Verderben, das er angerichtet, und kündigte mir an, daß er entschlossen wäre, sein ganzes Vermögen, ob auch mit großem Verluste, in bares Geld umzuwandeln, Ihrer Mutter und Ihnen einen Teil seiner neu zu erwerbenden Erbschaft auszusetzen, und das Land zu verlassen— ich wußte nur zu wohl, daß er nicht allein gehen wurde—, um es nie wieder zu sehen. Mehr bekannte er sogar mir, seinem alten Jugendfreunde, nicht, dessen starke Zuneigung in der Erde wurzelte, die sie bedeckte, die beiden so teuer gewesen war. Er versprach mir, zu schreiben und mir alles zu sagen, und mich dann noch ein— das letzte Mal hienieden, wiederzusehen. Ach, es war schon das letzte Mal. Ich bekam keinen Brief und dab ihn nicht wieder. Als ich vernahm, daß er tot war, begab ich mich nach dem Schauplatze seiner— wie die Welt es nennen wurde— sündlichen Liebe, um, wenn ich meine Befürchtungen wahr geworden fände, dem verirrten Mädchen ein mitleidiges Herz und eine Zuflucht anzubieten. Allein die Familie hatte vor einer kurzen Zeit ihre Angelegenheiten geordnet und war bei Nacht abgereist, niemand wußte wohin.“ #.Ponis atmete freier und blickte mit einem triumphierenden Lachein umyer. Brownlow rückte seinen Stuhl näher zu ihm und sagte:„Als Ihr Bruder— ein verlorener, schwacher, in Lumpen gehüllter Knabe— nicht durch Zufall, sondern durch eine höhere Fügung in meinen Weg geworfen und von mir gerettet wurde—“ „Wie!“ rief Monks in heftiger Spannung aus. „„Von mir,“ wiederholte Brownlow.„Ich sagte es Ihnen, raß Sie schon aufmerken würden auf das, was ich Ihnen zu agen gedächte. Ja, von mir— ich sehe. Ihr schlauer Verbündeter hat Ihnen meinen Namen verschwiegen, obwohl er nicht esie meinem Knnchmen donnie, dech Sdnen dertieshde ncianmt wüne. sich Ihr Bruder als Kranker und Wiedergenesener in Hause befand, erkannte ich zu meinem lebhaften Erstaunen seine große Aehnlichkeit mit dem erwähnten Bilde. Schon im ersten Augenblicke, als ich ihn sah, erinnerten mich seine Züge an einen alten Freund, nur daß mir alles unbestimmt blieb, wie wenn ich mir Traumbilder vergeblich deutlich und klar vor die Seele zurückzurufen suchte. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, daß er mir entführt wurde, ehe ich seine Geschichte kennen lernte—“ „Warum nicht?“ fragte Monks hastig. „Sie wissen es sehr gut.“ sch?“ die leugnen vergeblich und sollen bald sehen, daß ich mehr werden möchte; es wurde geboren, Sie trafen mit ihm zusammen, und seine Aehnlichkeit mit Ihrem Vater erweckte böse Ahnungen in Ihnen. Sie suchten seinen Geburtsort auf, wo Beweise, lange unterdrückte Beweise seiner Geburt und Herkunft vorhanden waren. Sie vernichteten sie, und, wie Sie Ihrem jüdischen Schand= und Schuldgenossen sagten, sie liegen jetzt auf dem Grunde des Stroms, und die alte Hexe, die sie seiner Mutter nahm, fault in ihrem Sarge Unwürdiger Sohn, Lügner, Feigling, der du nachts mit Raubern und Mördern in finstern Gemächern verkehrst,— der du durch schändliche List an dem kläglichen Tode einer Unglücklichen schuld bist, deren Wert Millionen von deinesgleichen aufwog,— der du von deiner Wiege an dem Herzen deines Vaters nur Bitterkeit und Galle warst,— du, in dessen angefaultem Innern die schlechtesten Leidenschaften so lange bis sie einen Ausbruch in der scheußlichen Kra — Sie können nichts gegen mich beweisen,“ stotterte eiterten, bis sie einen Ausbrach in Monks.„Tun Sie's, wenn Sie's imstande sind.", fanden, die dein Antlitz zu einem Spiegel deiner teuflischen „Wir werden sehen,“ sagte der alte Herr mit einem durch. Seele gemacht hat,— Eduard Leeford, setzt du mir auch jetzt noch dringenden Blicke.„Der Knabe wurde mir entführt, und meine Trotz entgegen?“.„„ g-gnte, 6.2 kurg 5, Sckäufte Gesckusdi, Bemühungen, ihn wieder aufzufinden, waren vergeblich. Da!„Nein, nein, nein“ stohnte der durch so geyaufte BeschuldiIhre Mutter tot war, so konnten Sie allein, wenn irgend gungen überwältigte Feigling. jemand, das Geheimnis enthüllen, und da Sie, wie ich gehört„Jedes Wort,“ rief Brownlow hatte, auf Ihrer Pflanzung in Westindien sich aufhielten— dir und dem über alles schändlichen wohin Sie nach Ihrer Mutter Tode gegangen waren, um den ist, ist mir bekannt. Schatten an der Wand Folgen ihres ruchlosen Lebenswandels hier in England zu ent= vernommen und meinem Ohr. zuzeführt, der. Anblis. des unschalgehen— so reiste ich Ihnen nach. Sie hatten sich unterdes wieder entfernt, und man glaubte, daß Sie sich in London befänden, doch vermochte niemand genauere Nachweisungen zu geben. Ich kehrte zurück. Ihren Geschäftsführern war Ihr Wohnort vollkommen unbekannt; sie sagten, daß Sie ebenso geheimnisvoll kämen und gingen, wie Sie es immer getan hätten, bisweilen wochen= und monatelang nicht erschienen und aller Wahrscheinlichkeit nach mit den schandbaren Menschen sich umhertrieben, denen Sie sich zugesellt, seit Sie ein trotziger, unlenksamer Knabe waren. Ich hörte nicht auf, sie zu befragen, in Tätigkeit zu erhalten. Ich durchwanderte die Straßen bei Nacht wie bei Tage, allein meine Mühe war bis vor zwei Stunden fruchtlos, wo ich Ihrer zum erstenmal ansichtig wurde. „Und da Sie mich nun aufgefunden haben," nahm Monks, sich dreist erhebend, das Wort,„was mehr? Betrug und Raub sind volltönende Worte— und gerechtfertigt, wie Ihnen scheint, durch die eingebildete Aehnlichkeit eines kleinen Landstreichers mit der Pinselei eines längst Verstorbenen. Allein Sie wissen nicht einmal, ob aus der Verbindung des letzteren mit dem erwähnten Mädchen ein Kind entsprot— wissen das nicht ein„Ich weiß es freilich erst seit vierzehn Tagen,“ erwiderte Brownlow, gleichfalls aufstehend.„Sie haben einen Bruder, wissen es und kennen ihn. Es war ein Testament vorhanden, das Ihre Mutter vernichtete, die Ihnen bei ihrem Tode das Geheimnis und den sündigen Gewinn hinterließ. Das Testament nahm Bezug auf ein Kind. das Ihrem Vater noch geboren vernommen und meinem Ohr zugeführt; der Anblick des digen, verfolgten Kindes hat selbst das Laster ergrissen und ihm den Mut und fast die Wesenheit der Tugend verliehen. Ein Mord ist begangen, an welchem du mindestens moralisch teilgenommen bast)„., g„5z S.4 ich meiß nichts#. „Nein, nein,“ unterbrach Monts.„Ich— ich weiß nichts davon. Ich ging eben, um zu erfahren was Wahres an der Sache wäre, als Sie mich mit sich fortführten. Die Veranlassung der Tat war mir unbekannt— ich glaubte, sie wäre nur durch einen gewöhnlichen Streit gegeben worden.".. „Sie war keine andere, als die teilweise Enthüllung Ihrer Geheimnisse“, sagte Brownlow.„Wollen Sie dieselben jetzt ganz offenbaren?“ „Alles vor Zeugen wiederholen, und eine wahrhafte Aufzeichnung durch Ihre Namensunterschrift beglaubigen?" „Auch das verspreche ich.“ „Ruhig in meiner Wohnung verweilen, bis es geschehen ist, und sich mit mir an den Ort begeben, den ich für den geeignetsten halte, dem Dokumente die vollkommenste Giltigkeit zu verschaffen?“ „Wenn Sie darauf bestehen, will ich auch das tun.“ „Sie müssen noch mehr tun, dem guten unschuldigen Kinde Ersatz leisten. Sie haben die Verfügungen Ihres väterlichen Testaments nicht vergessen. Bringen Sie dieselben, soweit sie Ihren Bruder betreffen, zur Ausfuhrung, und gehen Sie dann, wohin es Ihnen beliebt. Sie dürfen einander in dieser Welt nicht mehr begegnen.“ 13 5 lpstem muß schleunigst durchgeführt werden, dieses wird von den Ministern gutgeheißen und die Sozi können dagegen nichts 1 Laigegersch T.——..——. machen. Berlin soll vorlaufig ganz beiseite bleiben, weil dort ** n besteh 80 Prozen. der Fensteopußzer aus Luben Fesschen. Eine derartig gemeine Beschimpfun, der Arbeiter hat bisher noch kein Unternehmer fertig georacht. Die Berliner Kollegen werden dieser Ausbeuter#e##e die richtige Antwort nicht schuldig bleiben. Bei müssen die Unternehmer in ganz Deutschland den„bebrungten Firmen helfen, nur die zuverlässigsten Leute dürfen bei solchen Arbeiten verwandt werden. Der Polizei muß mehr eingeheizt werden, denn sie ist bei Streiks, was auch Berlin beweist, bisher immer zu lax vorgegangen. Um die Kundschaft besser schröpfen zu können, ist es dringend nötig, das Hamburger System schnellstens durchzuführen, d. h. sobald ein Kunde abspringen will, werden die übrigen Unternehmer benachrichtigt, die der fraglichen Firma weit hohere Preise stellen, was zur Folge hat, daß der Kunde nicht nur bleibt, sondern in den meisten Fällen auch besser bezahlen muß. In diesem Tone ging die Gesaichte noch eine Weile fort. Als Diskussionsredner hieben die Herren Schmidt=Halle, Ziesche=Dresden, Sattler=Leipzig in dieselbe Kerbe. Nur Unternehmer Thieme=Lindenau forderte die Hebung edes Gewerbes, wünschte Beseitigung des Wettrennens um die Kundschaft. Haltet auf Preis, zahlt ordentliche Löhne, hann werdet ihr auch ordentliche Arbeiter bekommen! so rief Thieme seinen verdutzt dreinschauenden Kollegen zu. Die nächste Generalversammtung soll am 18. Juli in Eisenach abgehalten werden. Wie es schien, wurde selbst dem Wirt vom„Siebenmännerhaus“ dieser Unternehmerkohl zum Ueberdruß, denn mit einemmal ließ er Türen und Fenster aushängen, so daß die Gesellschaft kaltgestellt war. Nachdem die Herren noch beichlossen hatten, sich im„Ratskeller“ wieder u treffen, verließen sie unter Schimpfen und Krakeelen das Versammlungslokal. Krankenkassensieg. Vor einigen Wochen siegten in KölnNippes die freien Gewerkichaften bei den Krankenkassenvertreterwahlen über die„christliche“ Organisation. Die Wahl wurde aber von den Unterlegenen angefochten und auch für ungiltig erklärt. Gestern siegte die Liste der freien Gewerkschaften nun mit um so größerer Majorität. Zigarrenarbeiterstreik. In der Zigarrenfabrik von Gebr. Jedicke in Dresden ist wegen Maßregelung eines Mitgliedes des Arbeiter=Ausschusses ein Streik ausgebrochen; es kommen ungefähr 100 Arbeiter und Arbeiterinnen in Betracht. Es wird gebeten, Zuzug fernzuhalten. Sind schwarze Listen gesetzwidrig? Die Zittauer Handels= und Gewerbekammer beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung mit der Frage, ob die Ausgave von schwarzen Listen gesetzwidrig sei. Sie stellte sich auf den Standpunkt, daß nach der Gewerbeordnung die Ausgabe der schwarzen Listen nicht gesetzwidrig sei; es sei nur verboten, auch die Zeugnisse zu kennzeichnen. Die Annahme die Ausgabe der schwarzen Listen verstoße nicht gegen das Gesetz, stützt sich leider zum Teil auf reichsgerichtliche Entscheidung, im übrigen widerspricht aber eine solche Auslegung durchaus dem Sinne der Gewerbeordnung. Ultimatum an den Stadtrat wegen des Streikpostenverbots gerichtet war, wurde von der Versammlung abgelehnt.„Nicht so viel Resolutionen, mehr Resolutheit" rief man. Mehr als ein Redner fordern unter brausendem Beifall der Menge offen die bewaffnete Gegenwehr, und nur mit Mühe gelingt es den Oesonneneren, die aufgeregten Massen einigermaßen zu beschwichtigen. Und wer ist es, der hier den Klassenkampf verschärft und auf die Spitze treibt? Wer ist schuld, daß der wirtschaftliche Interessenkampf Formen annimmt, die von der Arbeiterschaft nicht gewollt, die sie zu vermeiden wünscht? Es ist die herrschende bürgerliche Gesellschaft, die Scharfmacher des Unternehmeriums mit ihren Bütteln, der Polizei, deren Brutalitäten geeignet sind. die Geduldigsten zur Verzweiflung zu treiben. Auflassung erfolgt sein. Verkauft oder überträgt ein Gemeinde. verordneter nach der Wahl sein Wohnhaus oder seine sonsti## so bleibt der Te. Genossenschaftsbewegung. ac. Die Confederation der Arbeit hatte dieser Tage die Wahl eines neuen Sekretärs vorzunehmen, da Griffuelhes sein Amt wegen inneren Streitigkeiten niedergelegt hatte. Er kandidierte aber wieder und neven ihm der Buchdrucker Niel und der Bauarbeiter Nicolet. Beim ersten Wahlgange erhielt Niel 27, Griffuelhes 19 Nicolet 12 Stimmen; im zweiten Wahlgang wurde Niel mit 28 gegen 27 Stimmen, die Nicolet erhielt, gewahlt; Griffuelhes bekam diesmal nur eine Stimme. Dieses Resultat ist von ungeheuerer Tragweite. Niel dem Marseiller Kongreß die jetzige Taktik der Confederation, den Antiparlamentarismus, Antipatriotismus und die phantastische Insurrektionspolitik. Er und die hinter ihm stehenden Gewerkschaften treten auch ein für den Wiederanschluß der französischen Bewegung an das internation:# serretariat. Inernutiekule Gewerkschaftsac. Das Verbot des Streikpostenstehens in Zürich. Der Streik in Zürich hat eine Verschärfung erfahren durch das polizeiliche Verbot des Streikpostenstehens während der Nacht. Grund für diese Maßnahme: Bürgerliche Rowdys hatten unter Führung eines Polizeisergeanten eine Anzahl friedlich patrouillierender Streikposten überfallen und furchterlich mißhandelt. So stellt sich die Polizeigewalt in den Dienst der organisierten Scharfmacher, des bekannten„Bürgervereins", von dem der „verfall aus Uel ausgegangen. 2o. Die Zustände in Zürich spitzen sich immer mehr zu, die Arbeiterschaft ist aufs höchste aufgebracht über den brutalen Ueberfall der Streikposten durch die„echtschweizerischen Leute“ unter Führung der Polizei. Eine Versammlung, die daraufhin im„Velodrom“ abgehalten wurde, war von Tausenden besucht, obgleich sie zu ungewöhnlicher Zeit stattfand. Es referierten inecker vom Holzarbeiterverband, ferner Dr. Tobler und reulich. Eine Resolution des Vorsitzenden, in der ein Die Papier= and Schreibwarenhändler gegen die Einkaufsvereinigungen der Rechtsanwälte. Seit einiger Zeit macht die „Deutsche Rechtsanwaltszeitung“ eine sehr lebhafte Propaganda für die Gründung einer wirtschaftlicher Vereinigung der Rechtsanwälte, die nichts anderes darstellen soll als eine Gesellschaft zum Einkauf von Bureauutensilien, Schreibwaren, Büchern, Schreibmaschinen, Roben, kurz aller der Dinge, deren der Anwalt bei Ausübung seines Berufes bedarf. Es handelt sich hierbei um ziemlich erhebliche Quanten. So berechnet die „Deutsche Rechtsanwaltszeitung“ allein den Bedarf der Anwälte an Papier, Schreibutensiliet usw. auf drei Millionen Mark, an Schreibmaschinen auf 150000 Mk., an Büchern auf 360000 Mk. Der Zwischenhandel verteuert diese Dinge alle recht erheblich. So hat sich eine große Kleiderfabrik, mit der bereits ein fester Vertrag abgeschlossen ist, bereit erklärt, eine Robe, für die der Händler in aller Gemütsruhe 40 bis 48 Mk. einstreicht, für 28 bis 30 Mk. zu liefern; dabei ist der verwendete Stoff besser, die Anfertigung sorgfältiger. Aehnlich wird es wohl auch mit den übrigen Artikeln liegen. Man kann es also den Anwälten nicht verdenken, wenn sie sich freizumachen versuchen von der Tributleistung an die Zwischenhändler. Das ist natürlich nicht nach deren Geschmack. Die im Verbande deutscher Papier= und Schreibwarenhändler organisierten Detaillisten suchen nun auf einem recht merkwürdigen Wege die Bildung der wirtschaftlichen Vereinigung der Rechtsanwälte zu hintertreiben. Sie haben sich nämlich mit einer Eingabe an den Staatssekretär des Reichsjustizamtes v. Nieberding gewandt, in der es heißt: „... Wir sind der Meinung, daß gerade der Stand der Rechtsanwälte, der in seiner Idee der Vertreter der Gerechtigkeit und der Gleichheit vor dem Gesetze sein soll, alles andere hätte tun dürfen, als dem Händlerstande einen derartig wirtschaftlich schwer schädigenden Schlag zu versetzen. Wir möchten nicht unerwähnt lassen, daß gerade aus dem Stande der Rechtsanwälte selbst schon Stimmen gegen die Gründung der wirtschaftlichen Vereinigung laut geworden sind, die es jedoch wohl kaum hindern werden, daß die Gründung trotzdem zustande kommt, wenn nicht ein Eingreifen von höherer Stelle aus ersolgt. Wir richten deshalb an Ew. Exzellenz die ganz ergebene Bitte, im Interesse unseres ganzen Standes geneigtest darauf hinzuwirken, daß die Anwaltskammern dieser Grundung ihre Zustimmung versagen, da wir bei den ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen schon sehr schwer um unsere Existenz zu kämpfen haben und durch das Vorgeben der Rechtsanwalte teilweise zum Aufgeben dieser Existenz gezwungen werden. In der Hoffnung geneigter Unterstützung in dieser uns schwer bedrohenden Angelegenheit, verbleiben wir... Es ist selbstverständlich, daß weder Herr Nieberding noch die Anwaltskammern die Anwälte zwingen können, den Zwischenhändlern unverhältnismäßige Gewinne zu verschaffen. Wenn die Anwälte sich einig werden, schalten sie den Zwischenhandel aus, und kein objektiver Beobachter des Wirtschaftslebens wird ihnen das verübeln denn der Zwischenhandel ist dann überflüssig, wenn er entbehrlich wird. Ein Recht auf Existenz hat er nicht, er muß verschwinden, wenn er keine volkswirtschaftlich nützliche Funktionen mehr zu erfüllen hat und einfach die Produzenten und Konsumenten belastet. Das ist aber dann der Fall, weng es gelingt, durch andere Einrichtungen auf sparsamere Weise das gleiche zu erreichen, was bisher die Aufgabe des Zwischenhandels war. Die Anwälte verletzen daher die Gerechtigkeit nicht, sie fördern daher durch ihr Vorgehen die volkswirtschaftliche Gechtigkeit, die für parisitäre Existenzen keine V rechtigleit, die fül parisikalt En#### keine Verwendung hat Kommunales. d. Von der Westfälischen Landgemeindeordnung. Die Zahlder mit einem Wohnhause nicht angesessenen Gemeindeverordneten darf höchstens ein Drittel der Gesamtzahl der gewählten Gemeindeverordneten betragen. Der Angesessene muß zur klichen B Zeit der Vornahme der Wahl im wirtlichen Besitze des Wohnhauses sein. Es genugt nicht, daß er durch notariellen Vertrag Besitzer, st. sondern es muß die gerichtliche gen im Gemeindebezirk liegenden Grundstücke, so bleidi— trefsende trotzdem Gemeindeverordneter, wenn er seinen sonstigen Steuerleistungen gemäß das Gemeinderecht behält. Das Oderverwaltungsgericht sieht die Vorschrift des Gesetzes, daß zwei Drittel der Gewählten Hausbesitzer sein müssen, lediglich alz eine die Wahlen regelnde Bestimmung an. Die Gemeindeverordneten, welche aus der Mitte der Nichthausbesitzer gewählt werden dürfen, sind auf die drei Abteilungen Pleichmäßig zu verteilen. Ist eine gleichmäßige Verteilung dieser Zahl nicht möglich, so erfolgt die Ausgleichung durch das Los. Besteht z. B. die Gemeindevertretung aus 9 Gemeindeverordneten, so entfallen auf jede Abteilung 2 Hausbesitzer und 1 Nichtangesessener. Sind 12 Gemeindeverordnete vorhanden, so fällt von den 4 Nichtangesessenen, die gem erden können, zunächst einer auf jede Abteilung, während das Los festgestellt wird, welche Abteilung berechtigt in, den vierten zu stellen. Bei der in sehr vielen Gemeinden üblichen Zahl von 6 Gemeindeverordneten dürfen 2 derselben Nichthausbesitzer sein. Welche Abteilungen je einen derselben stellen können, bestimmt das Los. Sino in einer Abteilung mehr Unangesessene gewählt, als zulässig ist, so müssen diejenigen, welche die wenigsten Stimmen gehabt haben, zurücktreten Gemeindeverordnete können nicht sein: 1. Diejenigen Beamten und die Mitglieder derjen'gen Behörden, durch welche die Aufsicht des Staates uber die Gemeinden ausgeübt wird; 2. die nicht zum Gemeindevorstand gehörenden Gemeindebeamten; 3. die richterlichen Beamten; 4. die Beamten der Staatsanwaltschaft und die Polizeibeamten, mit Ausnahme der Amtmänner; 5. Geistliche, Kirchendiener und Elementarlehrer. Die Aufsicht des Staates üver die Gemeinden wird von dem Landrat und in höherer Instanz von dem Regierungspräsidenten ausgeübt. Diese Perjonen können daher nicht Gemeindeverordnete, sein, weil sie vorstehend unter Ziffer 1 ausdrücklich davon ausgeschlossen sind. Der Amtmann und dessen Stellvertreter, der Beigeordnete, können Gemeindeverordnete sein, da sie nicht die Aufsicht des Staates über die Gemeinde ausüben. Ebenso können die Mitglieder der Kreis= und der Bezirksausschüsse zu Gemeindeverordneten gewählt werden. Die zum Gemeindevorstand gehorenden Gemeindebeamten sind der Gemeindevorsteher und dessen Stellvertreter, sowie die Dorf= und Bauerschaftsvorsteher. Sie können zugleich Gemeindeverordnete sein. Alle anderen Gemeindebeamten, insbesondere auch der Gemeindeeinnehmer, sind nicht zum Gemeindeverordneten wählbar. Zu den unter Ziffer 3 von der Wählbarkeit ausgeschlossenen richterlichen Beamten gehören nicht die Beisitzer der Gewerbe=, Innungsschiedsgerichte usw., auch nicht die Gerichtsschreiber oder Sekretare. Ziffer 4 schließt die Beamten der Staatsanwaltschaft und die Polizeibeamten von der Wählbarkeit zum Gemeindeverordneten aus. Zu den Polizeibeamten zählt an sich auch der Amtmann, er ist deshalb ausdrücklich ausgenommen worden und kann gewählt werden. Ferner sind Polizeibeamte im Sinne des Gesetzes nicht nur die Polizeisergeanten und Polizeidiener, sondern auch die Bahnpolizeibeamten, als Stationsvorsteher, Bahnmeister, Zugführer, Bahnwärter, Stationsdiener usw. Als zu Gemeindeverordneten nicht wählbar werden unter Ziffer 5 bezeichnet: Geistliche, Kirchendiener und Elementarlehrer. Geistliche sind die gottesdienstlichen Beamten der vollprivilegierten christlichen Kirchengemeinschaften. Unter Kirchendienern versteht man die zum Dienste der eben bezeichneten Kirchen ordnungsmäßig als solche angestellten Personen. Auch die Rendanten von Kirchengemeinden fallen unter diese Bestimmung. Ist das Amt des Kirchendieners jedoch ein Ehrenamt, so ist der Betreffende wählbar. Der Kirchmeister, welcher die Kirchenkasse verwaltet, bekleidet ein Ehrenamt und ist nicht Kirchendiener. Elementarlehrer sind die Volksschullehrer. Die Lehrer an höheren Schulen können als Gemeindeverordnete gewählt werden. Für die Frage der Wählbarkeit ist der Tag der Wahl maßgebend. Treten die vorstehend bezeichneten Personen erst nach der Wahl ein solches Amt an, so scheiden sie aus der Gemeindevertretung aus. Durch Eintritt in den Ruhestand erlangen sie die Wählbarkeit wieder. Vater und Sohn, sowie Brüder dürfen nicht zugleich Gemeindeverordnete derselben Gemeinde sein; sind dergleichen Verwandte zugleich gewählt, so wird der altere allein assen. Das Gesetz schreibt nicht vor, daß die eben bezeichneten Verwandten nicht zugleich Mitgiieder der Gemeinde ver sammlung, sondern nur, daß sie nicht zugleich Gemeinde verordnete derselben Gemeinde sein durfen. Daraus folgt z. B., daß zwei solcher Verwandten der Gemeindeversammlung angeyören können, von denen der eine ein, nicht aus der Zahl der Gemeindeverordneten gewählter Gemeindevorsteber, der andere aber gewählter Gemeindeverordneter ist Schwiegervater und Schwiegersohn, sowie Schwäger können zugleich Gemeindeverordnete sein. Während Monks auf= und abging und der Aufforderung Brownlows und listigen Ausflüchten, zwischen Furcht und Haß schwankend, nachsann, wurde plötzlich die Tür aufgeschlossen und geöffnet, und herein trat in heftiger Aufregung Mr. Losberne. :„Er wird ergriffen, wird heute abend ergriffen werden!" cief er. „Der Mörder?“ fragte Brownlow. ja. Sein Hund hat die Polizei auf die Spur geführt. Sein Schlupfwinkel ist von allen Seiten umstellt, und die Behörden haben hundert Pfund ausgesetzt. „Ich lege noch fünfzig zu und will es auf der Stelle mit meinen eigenen Lippen verkünden. Wo ist Maylie?“ „Harry— er warf sich, sobald er sie mit dem jungen Menschen im Mietswagen sah, zu Pferde und sprengte fort, um sich den Verfolgern des Mörders anzuschließen. „Hörten Sie nichts von dem Juden?“ „Er wird in diesem Augenblick bereits festgenommen sein.“ „Haben Sie Ihren Entschluß gefaßt?" fragte Brownlow Monks leise. „Ja. Sie— Sie werden mich nicht ausliefern?“ „Nein.“ Aber Sie bleiben hier, bis ich zurückkehre. Ihre Sicherheit hängt einzig davon ab.“ Brownlow und Losberne entfernten sich, und die Tür wurde wieder verschlossen. „Was haben Sie ausgerichtet?“ fragte Losberne flüsternd. „Soviel ich hoffen konnte, und mehr. Veranstalten Sie auf übermorgen ebend die Zusammenkunft. Wir werden ein paar Stunden früher da sein. aber Ruhe bedürfen, besonders die junge Dame, die vielleicht größerer Festigkeit benötigt seir möchte, als Sie und ich jetzt voraussehen können Doch mir kocht das Bli zur Verfügung steht, hinreichend Kälte aufgespeichert werden kann. Am be##en eignen sich, zum Betrieb von Kältemaschinen Elektromotoren, weil ihre Anschaffungskosten verhältnismäßig gering sind und weil sie sicher und billig arbeiten. Der einzige Nachteil ist, daß es an automatisch wirkenden Apparaten fehlt und daher stets verhältnismäßig viel Bedienung nötig ist. Gleichwohl kennt man heute automatische Vorrichtungen, die ganz vorzüglich arbeiten und bei Erreichung einer bestimmten Temperatur mit größter Sicherheit den Motor abschalten. Die Anwendung des mechanischen Kühlverfahrens nimmt beständig zu. In Amerika sind geradezu riesenhafte Einrichtungen geschaffen worz. B die Küblanlage einer zroßen Obstfirma, die sich über den, z. B. bi Kuhlantage einer gloßen Seaft ah, bie sich orei Stockwerke erstreckt. Die Anlage arbeitet mit einem in den Adern, das arme ermordete Geschöpf zu rächen. Wohi. muß ich meine Schritte richten?“ Eilen Sie nur zuvörderst nach dem Polizeiamte; ich will hier bleiben. Die Herren nahmen hastigen Abschied voneinander, beide in einem unbezähmbaren Fieber von Aufregung.(Forts. folgt.) Kleines Feuilleton. Elektrische Kälteerzeugung. Zur Erzeugung von Kälte durch mechanische Kühlverfahren kann in sehr vorteilhafter Weise Kraft verwendet werden, die sonst nutzlos verloren ginge. Ueber den ziffernmäßigen Betrag einer derartigen Ausnutzung hat man noch nicht viel Erfahrung. Die Elektrizi'ätszentralen sind jedoch in der Lage, den Konsumenten für die Kälteerzeugung besondere Tarife anzubieten, sofern diese Betriebe intermittierende sind Die Folge davon war, wie der„Elektrotechnische Anzeiger“ aus führt, daß zahlreichere kleinere Koniumenten sich auf die Kälteerzeugung mit elektrischem Antriebe verlegten, wobei die An—, daß in den Pausen, wo kein Strou. Aber einer der gebräuchlichsten durch eine Kompressionsluftpumpe angetriebenen Ammoniakapparat. Die Leistung der Anlage beträgt 2½ Tonnen Eis in 24 Stunden. Ein Teil der Parterreräume dient als Kühlraum für Früchte, Nüsse und Grunwaren. Tort wird die Temperatur automatisch auf 1 Grad über Null gehalten. Bevor man den Raum betritt, hat man einen Gang von ungefähr sechs Meter Länge und 1.8 Meter Breite zu passieren, so daß das Oeffnen der Türen keine Temperaturschwankungen verursacht. Der Hauptraum ist etwa 13 Meter lang und 12 Meter breit, und an seinen Wänden lausen die Kühlröhren in drei Reihen von 15 Zentimeter Abstand und in Entfernungen von 35 Zentimeter. Die Höhe des elektrisch beluchteten Raumes beträgt 2 Meter. Gegen die Straße zu ist dieser Kälteraum durch eine gleichfalls für die zeitweise Aufbewahrung von Obst dienende Kammer abgeschlossen. In dem zweiten Geschoß befindet sich auch eine ausgedehnte Anlage von Kühlrohren. Ein Korridor von 10 Meter Länge und etwa 2 Meter Breite ist mit 270 Kühlröhren von 3 Zentimeter Durchmesser ausgerüstet. Zu beiden Seiten dieses Ganges befinden sich getrennte Zimmer zur Aufbewahrung von Bananen Diese Zimmer stehen mit dem Korridor durch jalonsieartige Schieber in Verbindung, so daß man die kalte Luft des Korridors beliebig nach diesen Obstkammern verteilen kann. In diesen Nebenräumen können 8000 Bünde. Bananen aufbewahrt werden, die nicht allein zur Konservierung gekühlt, sondern im Bedarfsfalle auck durch besondere Gasheizung zum Reifen gebracht werden können. Dies kann natürlich auch abwechselnd in verschiedenen Räumen geschehen, so daß man es in der Hand hat, hier eine Partie wenig reifer Früchte durch Erwärmen in den gewünschten Zustand zu bringen, dort vollreife Früchte durch Kühlung vor dem Verderben zu bewahren. lagen so eingerichtet wurden, Moderne Regenmacher. Auf Neu=Seeland sind jetzt eine Reihe praktischerVersuche unternommen worden, die bemerkenswerre Aufschlüsse bringen zu der Frage, durch welche künstlichen Mittel es mör'ich ist. Regen zu erzeugen. Das Land hat in der letzten Zeit unter furchtbarer Trockenheit zu leiden. der Saatenstand litt schweren Schaden; während am Himmel die Regenwolken dahinzogen, ohne iht kostbares Naß auf die dürstende Erde zu ergießen, schmachtete das Land in Trockenheit, und die Farmer sahen ihrem Ruin entgegen. In der„Monthly Weather Review“ wird berichtet, auf welche Weise man versuchte, die dahinziehenden Wolken in Regen umzuwandeln. Es wurde eine Sammlung veranstaltet, um die Kosten des Experiments zu decken, sie hatte ein reiches Ergebnis, und alsbald begannen die Versuche. Auf drei Hügeln wurden in Zwischenräumen von je einer Viertelstunde 25 Pfund Pulver und Dynemit zur Explosion gebracht und eine Vietelstunde später. von 60 Pfund eines besonders gemischten Explosivstoffes. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: sofort ging in der Nähe der Explosionsstätten ein Platzregen nieder. Die Versuche wurden dann wiederholt und brachten ebenso günstige Resultate. Bei einem dritten größeren Veruuch gelang es sogar, einen Regen hervorzurufen, der mehrere Stunden anhielt und sich auf ein Gebiet von vielen Quadrakilometern erstreckte. Diese Erfolge sind eine neue Bestätigung des alten Glaubens, wonach man durch Kanonenschüsse Jupiter bewegen könne, die Sterblichen mit Regen zu beglücken. Die Geschichte verzeichnet eine Reihe von Fällen, wo großen Schlachten unmittelbar starke Regenergießungen folgten. Cine Stunde nach dem Bombardement der Krim im Jahre 1856 überzog sich plötzlich der Himmel und bald begann ein heftiger Regen. Wenige Monate spöter, nach der Schlacht von Inkerman, beobachtete man dasselbe Phänomen. Schon in der ersten Schlacht, bei der Kanonen gebraucht wurden, bei Crécy 1346, entstand ein furchtbares Gewitter über dem Schlachtfelde. und ähnliches beobachtete man bei Montebello, bei Magenta, bei Solferino. Es hat sogar nicht an Theoretikern gefehlt, die die Gewitterbildung mit dem Läuten der Kirchenglocken in Verbindung bringen wollten. In Teras hat man 1891 während der Trockenseit praktische Versuche mit Ballons gemocht, die man in der Luft zur Explosion brachte und die in der Tat eine Zusammenziehung von Regenwolken zur Folge hatten. Zetteldrucke der Biblotheken. Ein Fortschritt in der Berichterstattung über ihre Neuerwerbungen ist bei der Berliner königlichen Biblithek zu verzeichnen, die lda eine eigentliche Reichsbibligthek vorerst noch ein frommer Wunsch bleiben muß, solange für Kulturzwecke so wenig Geld vorhanden ist) als die Nationelbibliotbek des Deutschen Reiches betrachtet werden darf. Ist sie doch die reichste Vibliothek in Deutschland und seit einigen Jahren in so enger Fühlung mit den dreußischen Universitätsbibliotheken, daß man fast sagen kann, es handelt sich nur um eine eineige Büchersommlung, deren Bestand aber nicht wie in der berühmten Nationalbibliothek in Paris in einem Gehäude sondern eben im ganzen Lande verstreut aufbewahrt wird. Im Leital'er der entwickelten Verkehrsmittel ist dies kein so erheblicher Mangel mehr; zuwal da durch den vreußischen Gesamtkatalog und durch ** Auskunftsbureau der deutschen Bibliotheken mit geringer Mühe festgestellt werden kann, ob ein bestimmtes Buch der genannten und überhaupt in einer deutschen wissenschaftlichen Bibliothek vorhanden ist. Dagegen ist allerdings di Erst durch die Einf neten in ihr Amt ein durch Handschlag verpflich Kommunale Arbeitslo Wün'che der Zwickauer Zwickau beschlossen, vo# städtischen Notstandsarbe Wärmestube einzurichten. an die Kinder der Arbei den erörtern und später Sentsah (E 217. Sitzung, Dienst Am Bundesratstisch: Der Etat für die Sch amt wird weiterberaten, gebiets Kanerun. Abg Dr. Goller( sollte man zugunsten der mus nicht zu feindlich ent ren Verwicklungen führen der Eisenbahnen und de mit Genugtuung. Zum S wandten annehmen, der in (Heiterkeit.) Man sollte Bravol bei den Freis.) Abg. Erzbeiger(5 ziehungen des Abg. Goller dieser Verwandtschaft hab im Zentrum.) Dagegen, nalen Interessen, nicht ar stieren wir(Lebh Zustir Der Etat für Kamer sekretär Dernburg bezügl zugesagt hat. Es folgt Kapitel: Zivilverwal Abg. Ledebour(S Jahre den Reichskanzler nungen zu treffen, durch n den Betriebszwang der mungen auch für Togo sin Resolution war notwend einwandfreier Weise einen Eingeborenen„übernomm diese Ländereien zum 2 liegen bleiben würden. I Maßnahmen im Sinne Staatssekretär Dern stellung ernannte Kommi borenen im ollgemeinen hi festgestellt, daß die Togoge verpflichtet ist. Die Gesel Klage beschritten. Bezüg nung erlassen, wonach in mit Genehmigung des E soll das Land der Spekul geführt werden. Abg. Ledebour(S. das an die Togogesellschaf nicht dazu führen, daß et zurückgenommen wird. E und das den Eingeborene unterscheiden. Es wäre a ihres Landes ohne weit Staatssekretär nickt zustir wähnte Verordnung deckt sährigen Resolution. Es wnvern auch das im Besi liche Land dem Betriebszu bei den Soz.) Staatssekretär Dern bestimmten Bedingungen Rechte jetzt nicht ohne Ent rechts.) Herr Ledebour Portei. Abg. Ledebour(S trete ich den Standpunkt allerdings selten vorkomm Beschränkung erworbener Togo aber ist es ganz was Das zeigt wieder einmal. von der Regierung sind. Das Kavitel wird bew Der Rest des Etats fü folgt der Etat für Si derneur“ bemerkt mindestens ebenso wichti Bibliotheken vorhandene genstand noch nicht in Bücher, die in eine B bücht, und es bestehen se Einrichtung und Führu zum Beispiel, das in m muß in allen diesen Bib fach, für den Verfasserwerden. Um diese nicht die übrigens ja auch in bibliothelen gemacht wer entschlossen, das seit lä Verzeichnis ihrer Neuer drucken, für die das„in meter gewählt worden ist ausgestattete Bibliothek Nationalbibliothek der 9 seser Jahren ihre N gleichen Größe gedruckt Karten zur Herstellung artigen Büchersammluh essanten Katalog zusam in der erwünschten Wei Ein solches Verfahre Gewerkschaftsbibliotheken größten Vorteil: den Di Verleger übernehmen, wäre. Durch die Verwirkl Bibliothekar einer zeitr seiner Hauptaufgabe— — mehr als vorher obl K UC. Eine riesige Ta ist in Neu=Süd=Wales melt die Wässer des Ne Niederschlogsgebiet von Zum Abschlusse des S „#a# ben 247 m Länge .I 48 m. die Gründur seine Sohlenbreite 48 „(S zu 45.7 m und das stäche. Der Kern des behauenen Sandsteinbli mörtel aufgemauert sin schiedener Höhe eingem Zzgen zu erhalten. D e#:.„Der Rücken de Sstigkeitsberingungen wendet 85000 chm Ker bi Erst durch die Einführung treten die Gemeindeverordgeten in ihr Amt ein. Bei der Einführung werder dieselben durch Handschlag verpflichtet. Kommunale Arbeitslosenfürsorge. In Berücksichtigung der Wüniche der Zwickauer Arbeitsl###en at der Rat der Stadt Zwickau beschlossen, vorerst die heimischen Arbeitslosen bei städtischen Notstandsarbeiten zu beichäftigen, eine öffentliche Wärmestube einzurichten, und die Verabreichung warmer Host an die Kinder der Arbeitslosen zunächst durch die Schulbehörden erörtern und spater ausfuhren zu lassen. Deutscher Reichstag. (Eigener Bericht.) 217. Sitzung, Dienstag, 2. März, 2 Uhr nachmittags. Am Bundesratstisch: Dernburg. Der Etat für die Schutzgebiete und das Kolonialamt wird weiterberaten, beginnend mit dem Etat des Schutzgebiets Kanerun. Abg Dr. Goller(Fr. Vp.): Im Norden von Kamerun sollte man zugunsten der Christianisierung dem Mohammedanismus nicht zu feindlich entgegentreten. Das könnte zu schlimmeren Verwicklungen führen. als in Ostafrika. Die Entwicklung der Eisenbahnen und des Verkehrs in Kamerun erfüllt uns mit Genugtuung. Zum Schluß möchte ich mich eines armen Verwandten annehmen, der in Nordwestkamerun haust: Des Gorilla (Heiterkeit.) Man sollte ihn vor der Vernichtung bewahren. Bravol bei den Freit.) Abg. Erzbeiger(Ztr.): In die verwandtschaftlichen Beziehungen des Abg. Goller will ich mich nicht einmischen. Nach dieser Verwandtschaft habe ich keine Sehnsucht(Sehr richtig! im Zentrum.) Dagegen, daß die Kolonialpolitik nur in nationalen Interessen, nicht auch in christlichen geführt wird, protestieren wir(Lebh Zustimmung im Zentrum.) Der Etat für Kamerun wird bewilligt, nachden. Staatssekretär Dernburg bezüglich des Gorilla möglichste Schonung zugesagt hat. Es folgt der Etat für Togo beginnend beim Kapitel: Zivilverwaltung. Abg. Ledebour(Soz.]: Der Reichstag hat im vorigen Jahre den Reichskanzler in einer Resolution ersucht, Anordnungen zu treffen, durch welche die im Schutzgebiet Ostafrika für den Betriebszwang der Plantagenlandereien giltigen Bestimmungen auch für Togo sinngemäß in Kraft gesetzt werden. Diese Resolution war notwendig, weil Spekulan#en in keineswegs einwandfreier Weise einen großen Teil des Togolandes von den Eingeborenen„übernommen“ hatten und die Gefahr bestand, daß diese Ländereien zum Teil aus Spekulationsgründen brach liegen bleiben würden. Ich frage die Kolonialverwaltung, welche Maßnahmen im Sinne dieser Resolution ergriffen sind. Staatssekretär Dernburg: Eine zu dem Zwecke der Feststellung ernannte Kommission hat konstatiert, daß die Eingeborenen im ollgemeinen hinreichend Land haben. Sie hat weiter festgestellt, daß die Togogesellschaft zu weiteren Landabtretungen verpflichtet ist. Die Gesellschaft hat aber hiergegen den Weg der Klage beschritten. Bezüglich der Resolution ist eine Verordnung erlassen, wonach in Togo der Verkauf von Kronland nur mit Genehmigung des Gouverneurs erfolgen darf. Dadurch soll das Land der Spekulation entzogen und der Bebauung zugeführt werden. Abg. Ledebour(Soz.): Die Zurücknahme von Kronland, das an die Togogesellschaft für ein Butterbrot verkauft ist, darf nicht dazu führen, daß etwa ch von den Eingeborenen Land zurückgenommen wird. Es wiro ra schwierig sein, das Kronland und das den Eingeborenen zustehende Stammesland immer zu unterscheiden. Es wäre also gerecht die Eingeborenen im Besitze ihres Landes ohne weitere Untersuchung zu belassen.(Der Staatssekretär nickt zustimmend.) Die vom Staatssekretär erwähnte Verordnung deckt sich nicht mit dem Zweck der vorjährigen Resolution. Es müßte vielmehr nicht nur Kronland, vondern auch das im Besitze der Togogesellschaft bereits befindliche Land dem Betriebszwang unterworfen sein.(Sehr richtig! bei den Soz.) Staatssekretär Dernburg: Der frühere Verkauf hat unter bestimmten Bedingungen stattgefunden. Man könnte diese Rechte jetzt nicht ohne Entschädigung einschränken.(Zustimmung rechts.) Herr Ledebour vertritt nur den Standpunkt seiner Portei. Abg. Ledebour(Soz.): Mit meinen Ausführungen vertrete ich den Standpunkt der Mehrheit des Reichstages, was allerdings selten vorkommt. Den Polen gegenüber hat man eine Beschränkung erworbener Besitzrechte für möglich gehalten. Am Togo aber ist es ganz was anderes.(Sehr richtig! bei den Soz.] Das zeigt wieder einmal, wie elastisch die Grundsätze der Herren von der Regierung sind.(Sehr richtig! bei den Soz.) Das Kavitel wird bewilligt. Der Rest des Etats für Togo wird debattelos bewilligt. Es folgt der Etat für Südwestafrika. Beim Titel„Gouderneur“ bemerkt Abg. Dr. Semler(natl.), die deutschen Behörden hätten alles getan, um mit den Hereros und Hottentotten auszukommen. Die Schuld am Aufstand träfe nicht sie. Der koloniale Bahnbau dürfe nicht von kleinlichen Rentabilitätsrechnungen abhängig gemacht werden.(Zust. bei den Natl.) Redner bemängelt die toloniale Rechtspflege und verlangt, daß dem Reich aus den Diamantenfeldern angemessenn Elakunfte gesichert werden müßten.(Bravo! bei den Natl.] Staatssekretär Dernburg verteidigt sich gegen den Vorwurf, im Betreiben des kolonialen Bahnbaues lassig zu sein. In der Aera der Reichsfinanznot müsse er aber auf Rentabilität achten und die Sachen an sich herankommen lassen anstatt zu überhasten.(Sehr richtig!) Eine Kritik der Kriegsführung des Generals Trotha lag mir fern. Ich bin darin auch nicht sachverständig. Die Leistungen unserer Truppen stehen aber für mich über allem Zweifel. Trotzdem muß man zugeben, daß Kolonialkriege stets ein Unglück fux die Kolonien sind, da sie weder kriegerische Ehren, noch ethische Werte bringen. In der kolonialen Rechtspflege sind gewiß Mängel, aber was die vom Vorredner bekagte Ueberflutung der dortigen Gerichte anbelangt, so sind daran nicht die Gerichte schuld, sondern diejenigen, die sie in Anspruch nehmen. Das Ideal wäre ein höchster Gerichtshof für die Kolonien. Herr Semler wünschte auch eine Sicherung des Gewinnes an den Diamantenfunden. Er meint, das liegt im sozialen Interesse. Ein Eingriff in Besitzrechte erscheint mir aber nicht sozial, sondern schon mehr sozialistisch.(Lachen bei den Soz, Bravol rechts.) mann der Selbstverwaltung getragen und ein staatsmannisch kument ersten Ranges. Die dortige weiße Bevölkerung geht der Heimat mit schonem Beispiel voran, indem sie sich bereit erklärt, Steuern zu zahlen.(Heiterkeit.] Im Gegensatz zu der Sozialdemokratie sind wir damit einverstanden, daß die Schwarzen kein Waylrecht haben. Ihre Interessen werden durch einen für si (Widerspruch Steuern habe eingeführt werden. Deutsch=Südwestafrika hat aber noch immer unter den Landgesellschaften zu leiden. Die Landkommission sollte nicht nur veraten, sondern auch dem Reichstag Berichte erstatten. Die deutsche Kolonialgesellschaft hat es dort verstanden, alle Lasten von sich abzuwälzen, alle Rechte aber zu behalten. Leider ist das Bergregal fast ganz in Händen von Gesellschaften. Diese werden immer übermütiger. So erklärte die deutsche Kolonialgesellschaft aus einen Er aß des Bezirksamtmanns: Wir pfeifen darauf.(Hört, hört!) Der wundeste Punkt in den Kolonien, vor allem in Südwest, ist die Justiz. England hat keine Mittel gescheut, um in seinen Kolonien eine gute Rechtspflege einzuführen. Das sollten wir uns zum Muster nehmen. Wir haben in den Schutzgebieten nur Konjulargerichtsbarkeit. Wenn deren einzelnen Bestimmungen bekannt wären, so hätte sich hier im Reichstag längst lebhafter Widerspruch geltend gemacht. Die Rechtspflege gegenüber den Weißen läßt schon viel zu wünschen übrig, den Schwarzen gegenüber liegt sie aber vollends im argen. (Sehr wahr! im Ztr. und bei den Soz.) Da verbietet z. B. ein Bezirksamt kurzerhand schwarzen Angeklagten die Zuziehung eines Rechtsanwalts.(Hört, hört!] Und das südwestafrikanische Gouvernement verbietet die Ehe zwischen Weißen und Mischlingen. Das ist weder mit dem bürgerlichen Gesetzbuch, noch mit der kirchlichen Anschauung in Einklang zu bringen. Auch in den Kolonien muß der Grundsatz befolgt werden: Justitia fundamentum regnorum(Gerechtigkeit ist die Grundlage der Herrschaft).(Lebhafter Beifall im Zentrum.) Gouverneur v. Schuckmann: Wir sind alle sterbliche, unvollkommene Christenmenschen. Die Hottentotten haben eine Strafprozeßordnung, die manchen Vorzug, namentlich den der Kürze, vor der deutschen hat.(Schallende Heiterkeit) Die guten Ratschläge des Herrn Erzberger werde ich den Kommunen zur Prüfung überweisen. Die Ehen zwischen Weißen und Farbigen zu verbieten, habe ich mich nicht vermessen. Sie werden nur nicht mehr eingetragen. Das war der Wunsch der ganzen weißen Bevölkerung. Es werden jetzt sehr viele Ehen zwischen Weißen geschlossen und wir bekommen ein sehr hübsches nettes Material.(Schallende Heiterkeit.) Die bedeutenden organisatorischen Fähigkeiten, welche Herr Noske zu besitzen scheint, möchte ich gern in Südwestafrika verwenden.(Große Heiterkeit.) Ich bitte Herrn Noske, mich nach dort zu begleiten. (Erneute Heiterkeit.] Er kann zunächst einmal die hier entwickelten Ansichten im Bürgerverein von Swakopmund vortragen. Für gute Aufnahme kann ich allerdings nicht einstehen.(Schallende Heiterkeit und lebhafter Beifall rechts.) Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Ablaß über Justizmängel in den Kolonien und einer Erwiderung des Staatssekretärs wurde die Weiterberatung auf Mittwoch 2 Uhr vertagt. Schluß: 6½ Uhr. es. sve. Unterstützung gemeinnütziger Baugenossenschaften aus Reichsmitteln. Wie wenig das große Deutsche Reich für die Förderung der Bestrebungen auf Milderung der Wohnungsnot tut, ist einer Druckschrift zu entnehmen, die eben dem Reichstag zugegangen ist. Von 1901 bis inklusive 1908 wurden„für die Zwecke der Wohnungsfürsorge" insgesamt nur 33 Millionen Mark im Etat bereitgestellt. Von dieser Summe sind bis 1. Januar 1909 als Darlehen gegenHypothekenstellung 24 620 750 Mark an gemeinnützige Bauunternehmern gewährt worden. Zum Erwerb von Baugelände zwecks Vergeoung in Erbbaurecht an Baugenossenschaften sowie zur Herstellung von Straßen= und Entwässerungsanlagen auf dem erworbenen Gelände fanden 5 474 245,62 Mark Verwendung, wofür insgesamt an 12 Orten 210 Hektar 62 Ar 45 Quadratmeter erworben wurden. In Anbetracht des vorhandenen Bedürfnisses nicht einmal ein Tropfen auf einen heißen Stein Unterstützt wurden 78 Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht, 2 eingetragene Vereine, 1 Aktiengesellschaft und 1 Stiftung. In einem unverhältnismäßig hoher Maße werden die von Reichs=, Staats= und Kommunalbeamten gegründeten Genossenschaften mit Darlehen bedacht. Von den 82 Darlehenempfängern sind nicht weniger wie 42 Vereinigungen von Beamten. Wohl entspricht es den Tendenzen der Fondsverwaltung, die Beamtenvereinigungen vorzüglich zu unterstützen, aber zweifellos ist bei den anderen Genossenschaften ebenfalls eine Unterstützung wünschenswert, sofern sie wirklich gemeinnützige Zwecke verfolgt. Wie gering die Fürsorge des Reiches zur Bekämpfung der Wohnungsnot ist, geht schon rein ziffernmäßig aus folgender Aufstellung hervor. Es bestanden im Deutschen Reich Baugenossenschaften: 81. Dezember Insgesamt 1901 1902 1903 1904 1905 1906 1907 396 491 537 590 642 681 747 Davon wurden aus Reichsmitteln unterstützt absolut in Prozent 10 2,5 19 3,9 36 6,7 47 8,0 54 8/4 65 9,5 72 9,6 Die starke Vermehrung der Baugenossenschaften spricht für das vorhandene Bedürfnis nach gesunden, nicht durch Spekulationen verteuorten Wohnungen. Auf alle Fälle ist es sozialpolitisch richtiger, die Wohnungsherstellung erfolgt von gemeinnützigen Genossenschaften als durch profitsuchtige Bauspekulanten und kapitalistische Gesellschaften, die ihre Arbeiter= und Beamtenwohnungen zwar„Wohlfahrtseinrichtungen“ nennen, tatsächlich aber damit die Einführung und Befestigung eines neuen Feudalsystems bezwecken. Die industriellen und agrarischen Unternehmer beabsichtigen mit ihrer„Lösung der Wohnungsfrage“ eine Verbindung des Arbeitsvertrages mit dem Mietskontrakt, die Arbeiter und Beamte in doppelte Abhängigkeit bringt. Das kann kein gutes Ende nehmen. Infolgedessen sind von Reichs wegen in weit höherem Maße wie bisher solche Bestrebungen finanziell zu fördern, die darauf hinauslaufen, wenigstens die Wohnung des Arbeiters und Beamten der Machtsphäre des kapitalistischen Herrentums zu entziehen. Bisher haben die aus Reichsmitteln unterstützten Baugenossenschaften erst 1619 Wohngebäude mit 7886 Wohnungen errichtet. 164 Häuser mit 917 Wohnungen sind im Bau. Das sind verschwindende Resultate gegenüber dem unbestreitbar vorhandenen Wohnungselend. Wenn zu seiner Bekämpfung aus Reichsmitteln jährlich hunderte Millionen Mark bereitgestellt würden, so wäre dem Volkswohle ein wirksicher Dienst geleistet, während die Verplemperung von Milliarden fur tulturzerstörende Kriegszwecke uns dem Reichsbankrott zuführt. Unternehmergewinne im Krisenjahr. Der soeben veröffentlichte Geschäftsbericht der weltbekannten Nähmaschinen= und Fahrradfabrik Gritzner stellt für das Jahr 1908 einen Reingewinn von 827711 Mk. fest. Den Aktionären fallen 585000 Mk. oder 13 Prozent Dividende mühelos in den Schoß. Der Aufsichtsrat erhält 88000 Mark und die 3000 Arbeiter für ihren„Wohlfahrtsfonds“ 20000 Mk.— pro Arbeiter und Jahr 6 Mk. Die Firma Gritzner hatte erst jüngst einen großen Auftrag von Militärfahrrädern zu ersedigen. Das Geschäft lohnte sich. Dabei mußten sich die Arbeiter Lohnkürzungen—„mit Rücksicht auf die Krise— schon seit längerer Zeit gefallen lassen. Die Krise. In der Fränkischer Metallschläger-Industrie=Zentrale Schwabach erhielten am Sonnabend 658 Arbeiter und Arbeiterinnen die Kündigung. Die Betriebe sollen vorläufig au 4 Wochen stillstehen. Auch viele Kleinmeister werden dadurch existenzlos. Von den„braven, zufriedenen“ Arbeitern. Bekanntlich errichten„menschenfreundliche“ Fabrikbesitzer, um„ihre“ Arbeiter vor den Gewerkschaften und vor der Sozialdemokratie zu bewahren, in ihren Werken sogenannte Arbeiter=PensionsKassen, deren arbeiterfeindliche und ausbeuterische Tendenzen mindestens ebenso wichtige Frage nach der gesamten in denselben Bibliotheken vorhandenen Literatur über einen bestimmten Gegenstand noch nicht in Angriff genommen. Nun werden die Bücher, die in eine Bibliothek eingestellt werden, genau verdücht, und es bestehen sehr ausführliche„Instruktionen“ für die Einrichtung und Führung der Kataloge. Ein wichtiges Werk zum Beispiel, das in mehreren Bibliotheken angeschaftt wurde, muß in allen diesen Bibliotheken, und auch hier wiederum mehrfach, für den Verfasser= und für den Sachkatalog„aufgenommen“ werden. Um diese nicht eben interessante Arbeit zu vereinfachen, die übrigens ja auch in allen unseren Partei= und Gewerkschaftsbibliotheken gemacht werden muß, hat sich die königliche Bibliothek entschlossen, das seit längerer Zeit in Buchform erscheinende Verzeichnis ihrer Neuerwerbungen auch auf einzelne Zettel zu drucken, für die das„internationale“ Format 7,5 X 12.5 Zentimeter gewählt worden ist. Da nun die mit den reichsten Mitteln ausgestattete Bibliothek des Kongresses in Washington, wie die Nationalbibliothek der Nordamerikanischen Bibliothek heißt, seit dielen Jahren ihre Neuerwerbungen auf Zetteln der genau gleichen Größe gedruckt bekannt gibt— in Amerika dienen diese Karten zur Herstellung der Kataloge in den meisten der großartigen Büchersammlungen—, so ist es möglich, einen interessanten Katalog zusammenzustellen, indem man diese Karten in der erwünschten Weise ineinander ordnet. Ein solches Verfahren wäre nun auch für unsere Partei= und Gewerkschaftsbibliotheken verschiedenster Herkuaft von dem *:(„tel müßte jeweils der sc „ Durch die Verwirklichung dieses Vorschlages würde der Lidliothekar einer zeitraubenden Arbeit enthoben und könnte seiner Hauptaufgabe— die Benutzer der Bibliothek zu beraten — mehr als vorher obliegen. ** UC. Eine riesige Talsperre zur Wasserversorgung von Sidney ist in Neu=Süd=Wales vollendet worden. Das Staubecken sammelt die Wässer des Nepean und des Cataract=Flusses mit einem Niederschlagsgebiet von 910 akm und faßt 97 Mill. km Wasser. Zum Abschlusse des Staubeckens war ein Damm aufzuführen, oben 247 m Länge hat. Seine Höhe über dem Flußbett be48 m. die Gründungstiefe 10.6 m. seine Kronenbreite 5 m und leine Sehlenbreite 48 m. Die Wassertiefe am Damm beträgt m und das Staubecken hat ungefähr 9.7 qkm Wasserb55c5„Der Kenn des Dammes besteht aus 2 bis 45 t schweren Sandsteinblöcken, die mit versetzten Fugen in Zementaufgemauert sind. Die Steine wurden möglichst in verschiedener Höhe eingemauert. um keine durchgehenden wagerechten Sisen zu erhalten. Die senkrechten Jugen sind mit Beton ausZesti„„.Der Rücken des Dammes ist hohl gekrümmt, wie es die usbedingungen verlangen. An Baustoffen wurden verwendet 85 000 ebm Kernblöcke, 1500 chm Bruchsteine, 19 820 chm größten Vorteil: den Drua der Katalogzene W# se Verleger übernehmen, was technisch sicher sehr gut mog wäre. tr bi Beton, 6860 chm Verblendsteine, 14 500 chm Zement und 325 t Eisen. Die Masse des Materials entspricht einem massiven Würfel, dessen Kantenlänge über 50 m lang ist. Für die Gründung, den Ueberlauf und die Bausteine waren 165 000 chm Erdreich auszuheben. Die Kosten des Bauwerks betrugen insgesamt rund 6¾ Millionen Mark. Nun wollte ich sehen, ob der übrige Körper festgeNac Nauen und Wanderbati Krtlung Aints Klnors in Mitsnnu. Wir entnehmen dem„Vorwärts“: R'om, 22. Febr. Der Giustiniani vom italienischen Panzerschiff„Regina Elena hat am 29. Dezember in Messina einen kleinen Knaven gerettet, der in einem Krankenhause in Livorne untergebracht worden ist, wo man ihn bis zum 20. dieses Monats nicht égnozzieren konnte, weil der kleine Kerl nichts anderes über sich anzugeben wußte, als seinen Kosenamen „Mimmi“. Die Einzelheiten über seine Rettung hat Giustiniani in einem Briefe wiedergegeben, der wohl eine der interessantesten Schilderungen darstellt, die über Episoden des Rettungswerkes aus Messina vorliegen: „Während ich am Abend des 29. Dezember in Via Roma mit russischen Matrosen an der Ausgrabung eines alten Professors arbeitete, wurde ich von zwei Sreleuten meines Schiffes gerufen, die in den Trümmern eines etwa 100 Meter entfernten Palastes ein kleines Kind gesehen hatten in einer Lage, daß sie es nicht wagten, das Rettungswerk zu beginnen. Ich eilte hin. über die hogen Häusertrümmer hinweg, die die Via Garibaldi bedeckten. Der dreistöckige Palast war in sich zusammengestürzt und bildete einen großen Kegel, auf dessen Höhepunkt ein riesiges Stück noch mit Tapeten bedeckter Mauer lag, das wohl 20 und mehr Zentner wiegen mochte und nur an einer Seite von einem Balken gestützt war, der alt und wurmstichig schien. Unter dieser großen Mauer sah man undeutlich ein halves Kindergesichtchen, ganz mit Kalk bestäubt, von dem man sich nicht vorstellen konnte, durch welches Wunder es nicht zerquetscht worden war. Und die rechte Hand lag wie in einer Greifzange eingesperrt zwischen der Mauer und dim Balken. Das Rettungswerk bot also alle nur denkbaren Gefahren für das kleine Opfer. Ich besichtigte alles gründlich, lasse das Mauerwerk so gut wie möglich stutzen, und nachdem ich mich gegen böse Ueberraichungen einigermaßen gesichert habe, fange ich die Arbeit an. Den Schutt, den ich entfernte, ließ ich weit wegtragen und empfahl meinen Matrosen, auf die kleinste Bewegung des Bodens zu achten. So gelang es mir, Hals und Nacken des Kindes freizulegen und auch das linke Aermchen, das zum Glück unverletzt war. Das Kind lag ganz wagerecht und hatte über der rechten Schläfe und auf der linken Seite des Hinterkopfes zwei große Nägel, die auf das Köpfchen drückten. klemmt wäre, und so, faßte ich das Kind sanft an Nauen und Kinn und zog ganz leise. Es bewegte sich, nayerte sich mir einige Zentimeter, aver das Händchen saß fest zwischen Balken und Mauer. Das war der schwerste Teil der Arbeit; man mußte die Mauer so weit bewegen, daß man das eingeklemmte Händchen herausziehen konnte. Ich hatte Umschau gehalten und Reste eines Eisenbettes entdeckt, von denen ich eine Stange nahm. Dann sagte ich meinen beiden Leuten, daß jetzt der entscheidende Augenblick gekommen, und während sie sich mit wahrer Löwenkraft gegen die Mauer stemmten, damit sie nicht herabfiele, kroch ich unter die Mauer, steckte die Eisenstange zwischen Mauer un Balken. und indem ich mit der einen Hand die Stange als Hebel benutzte, zog ich mit der anderen das Aermchen heraus, so langsam und allmählich ich nur konnte. Da war nun noch ein Chaos von Brettern, Royr, Mauersteinen, die das Befreien des Körperchens verhinderten, aber langzam konnten wir den ganzen Rumpf freilegen; so faßte ich den Kleinen unter den Achseln und zog ganz leise, bis ich den kleinen Körper starr und kalt, aber lebendig in meinen Armen hatte. Der Kleine tat einen leichten Seufzer, und wir drei fingen vor Freude an zu weinen; er trug eine gehäkelte Jacke, ein Hemdchen, auf dem der Name„Mimi“ eingestickt war, und ein rosa Bändchen um den Hals, mit einer Aluminiummedaille mit dem heiliger Herzen auf der einen und Leo X. auf der anderen Seite. Weiter kein Kennzeichen. Es regnete noch immer, und mein Regenmantel, den ich abgezogen hatte, war ganz naß geworden. In einem geschützten Punkte entdeckte ich ein Leinentuch, mit C. G. gezeichnet, das ich aufbebe, weil es für die Nachforschungen nützlich sein kann. Es war zusammengefaltet und auf der Innenseite noch etwas trocken. So wickelte ich das Kind hinein und drückte es fest an die Brust, um es durch meinen Körper etwas zu wärmen. Auf dem Wege zum Verbandplatz spürte der Kleine die Wärme schon, öffnete ein paar große schwarze Augen und verzog das Mündchen zu einem leichten Lächeln. Ich glaube, daß man durch nichts mehr belohnt werden kann, als wir durch dieses Lächeln und diesen Blick. Ich gab den Kleinen einem Unteroffizier der„Elena“, der ihn an Bord unseres Schiffes, brachte, und ging zurück, um die Rettungsarbeiten fortzusetzen. Dieser Brief, der in schlichter Form von so viel Mut und so viel Güte zeugt, hat nun auch zur Identifizierung des Kindes geführt. Der so wunderbar gerettete Kleine ist der Sohn eines Deckoffiziers des Personendampfers„Sardegna“ der„Navigazione Generale Italiana“, eines Herrn Lagana. Die Eltern hatten ihr Kind längst als tot beweint. In Livorno, wo sich alle für den Kleinen interessierten, hat man mit freudiger Rührung die Ermittelung der Eltern erfahren. Für die drei tapferen Seeleute der„Regina Elena“. die ihr Leben im vollen Bewußtsein von der großen Gefahr in stundensanger Arbeit aufs Spiel gesetzt haben, gibt es freilich keine Dankbezeugung, die in irgendeinem Verhältnis zu dem Geleisteten stünde. d# zur Genüge bekannt sind. Das tothringischen K ist auch der Fall in der roren Sitz in der Saareram=Industrie, die ihren Sitz gemunder und Bitscher Gegend hat. Dort werden nun die Kassen in auffälliger Weise stark in Anspruch genommen, wodurch sie in schlechte finanzielle Lage geraten. Die Ursache dieser starken Inanspruchnahme der Kassen wird nun in einem Artikel der„Lothr. Volksstimme“ auf die Ueberarbeitung und Unterernährung der Arbeiterbevölkerung der beiden Bezirke, die einer gewerkschaftlichen Organisation bisher verständnislos gegenüberstand, zurückgeführt. Es heißt da:„Mir haben Familienväter erklärt, mit 2,20 Mark pro Tag ohne besondere Nebeneinkünfte 5 und 6 Kinder großgezogen zu haben. Wie da die Ernährung ist, kann man sich denken. Die Zahl derjenigen, die früh an der„Auszehrung sterben, ist eine unverhältnismäßig hohe".....„„„ Solche Zustande existieren also in Gegenden, wo die Arbeiter sich von der Furcht, entlassen zu werden, und der Ansprüche auf die Pensionskassen verlustig zu gehen, abhalten lassen, sich den Gewerkschaften zur Verbesserung ihrer Lebenslage anzuschließen. Hier wird das traurige Stück eigener Boden und die Pensionskasse tatsächlich zum Totengräber der Arbeiterschaft. Militärisches. Ein„erzieherischer", und„wohlwollender“ Untero..#.. ffizi Wegen Mißhandlung eines Untergebenen wayrend der ausübung des Dienstes hatte sich dieser Tage der Unteroffizier Büschel vom Grenadierregiment Nr. 101 vor dem Dresdener Kriegsgericht zu verantworten. Der„Stellvertreter“ hatte eines Tages beim Exerzieren einem Grenadier, weil dieser angeblich nicht richtig im Gliede stand, einen kräftigen Schlag vor die Brust versetzt, daß der Mann zurücktaumelte und Schmerzen an der getroffenen Stelle davontrug. Ueber die ihm zugefügte Mißhandlung weinte der Soldat und dadurch kam die Sache zur Kenntnis des aufsichtsführenden Offiziers. Kurz nach der Mißhandlung war die Kapitulation des Angeklagten abgelausen; sie durfte aber infolge des gegen den Unteroffizier schwebenden Strafverfahrens nicht erneuert werden. Der Angeklagte wurde daher vorläufig entlassen. Man machte seine Wiedereinstellung von dem Ausgang des Prozesses abhängig. Der Hauptmann schildert den Angeklagten als einen„erzieherischen" und„wohlwollenden" und„brauchbaren“ Unteroffizier. Der Anklagevertreter hielt eine Mißhandlung für vorliegend, and wenn das Gericht ungeachtet der für den Angeklagten daraus entstehenden Konsequenzen der Rechtsprechung des Reichsmilitärgerichts folge, dann müsse Bestrafung wegen Mißhandlung eintreten. Das Gericht nahm aber nur„vorschriftswidrige Behandlung“ an und erkannte auf— zwei Tage gelinden Arrest! Es habe sich, so führte es aus, nicht zu überzeugen vermocht, daß der Angeklagte absichtlich geschlagen habe. Es liege eine„tätliche Korrektur“ vor, aber keine Mißhandlung. Standesamts-Nachrichten Amt Sieker. In der Zeit vom 16. bis 27. Februar 1909 sind beim hiesigen Standesamt zur Anmeldung gelangt: Geburten. Söhne: Fabrikarbeiter Hermann Heinrich Strathmann, Sieker 255; Fabrikarbeiter Hermann Heinrich Wilhe'm Bleimund, Sieker 215; Fabrikarbeiter Heinrich Adolf Stieghorst, Sieker 152; Bäcker Heinrich August Dieckmann, Sieker 342; Fabrikarbeiter Friedrich Wilhelm Huwendieck, Sieker 52; Arbeiter Friedrich Wilhelm Blome, Sieker 242. Töchter: Fabrikarbeiter Friedr. August Fillies, Sieker 354; Dachdecker Karl Hermann Bietendüwel, Sieker 348. Aufgebot. Fabrikarbeiter Heinrich Gustav Möller, Sieker 225, und Näherin Auguste Marie Elise Wiehage, Sieker 305. Eheschließungen. Fabrikarbeiter Friedrich Blome, Sieker 223, u. Auguste Obermark, Hillegossen 2; Fabrikarbeiter Friedrich Obermark, Sieker 173, und Auguste Rixe, Bielefeld, Petristraße 3.„ Sterbefall. Gustav kugust Guse, 7 J., Sieter 220. sford Stadt. urten Nachrichten vom 22. bis Knaben: Kolon Heinr. ebrugt 1903: #aschinenarb. Friedr. Frickemeier, Polsterer und Dekorateur Hugo Klees, Gast. wirt Heinr. Unverzagt, Schokoladenfabrikant Gust. Leyendecker, Karl Limbach, Zigarrenarb.„Wuly.„Zurheid Bankdirektor Karl Limbach, Zigarrenarb. Wilh., Schlachtermstr. Heinr. Wittig, Tischter Herm. Droge(Zwillinge). Schneidermstr. Heinr. Haddenhorst, Maler Wilh. Kindermann, Kaufmann Wilh. Gottwald, Schuhmacher Friedrich Glißmann, Malergehilfe Herm. Pracht, Stellmacher Emil Gesel, Militäranwärter Karl Holz, Händler Aug. Malachewitz, Tischler Friedr. Schlüter. Mädchen: Handarb. Heinr. Menke, Tischler Wilh. Altenhöner, Maurer Gust Hagemeier, Invalide Heinr. Steinhauer, Maler Friedr. Todt, Konditor Friedr. Gießelmann, Anstreicher= gehilfe Max Pracht, Arbeiter Heinr. Heuermann, Schneidermstr. Karl Ortgiese, Schneider Herm. Gerdau. Aufgebote: Stukkateur Ernst Hebrock und Emma Dusdieker, Arbeiter Friedr. Oberbeck und Martha Eikelmann, Maurer Friedr. Busch und Anna Tödtheide, Kaufm. Otto Jörgens und Magdalena Blanke, Zimmermann Wilh. Kraft und Helwine Bickmeier, Maler Joseph Bergsiek und Emilie Parpalioni. Sterbefälle: Herta Meyer, 2 Mon.; Fritz Wolf. 6 Mon.; Kolon Herm. Tapp, 66 J.: Frida Altenhöner, 1 Tag; Weber Wilh. Vahle, 51 J.; Ehefrau Aug. Strunk. 52 J.; Knave Gottwald, 1½ Std.;Neubauer Herm. Stranghöner, 74 Jahre. *„* Bünde. Geburten: Söhne: Zigarrenarbeiter Heinr. Ad. Overdiek, Bünde=Feldmark 224; Bauführer Hermann Heinrich Strunk, Bünde, Klinkstraße Nr 45; Hotelkutscher Hermann Gustav Lübbe. Bolldamm 3e; Kistenbekleber Friedrich Hermann Heinrich Krömker, Bünde, Feldmark Nr. 35. Eheschließungen: Schlossergeselle Heinrich Wilbelm Friedrich Kütenbrink, Halle i. W., und Dienstmagd Anna Marie Tiemeier, Westki ver. Sterbefälle. Karl Heinrich Knollmann, 4 J., Syradow; Zigarrenarbeiter Anton Heinrich Gottlieb Stiening, **# Südlengern „ O und selbst das allerteuerste, hat mancher Hausfrau Anlass zur Klage wegen des Eingehens und Vertilzens gegeben. Ich führe eine neue, besonders hergerichtete, verbürgt reinwollene Strickwolle, welche selbst nach heisser Wäsche nie filzig, dagegen nach jeder Wäsche weicher wird. 1257 Jeder Versuch ist durchaus lohnend, da für Schweissfüsse oder empfindliche Füsse es nichts besseres gibt. Zontral baral - Tadel, Trinkt And's Cateistor! 1113 Ein schweres, dreijähriges s fettes Pferd geschlachtet. G. Specht, Sferbemetzger, Telephon 892. Herforderstr. 107 b. Bestandteilen das beste Waschmittel. 1# Paket 15 Pfg. Magnum bonum hat billig abzugeben 1267 IR Pittel, Stauttheater! von Deutschland sowie Heute, abends 7½ Uhr: Novität! Premiere! Im Sperlingsnest. Donnerstag, den 4. März 1909, • abends 7½ Uhr: Zum ersten Male! Das grosse Licht. Sonnabend: Kleine Preise! 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Marz 1856 und des§ 4 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 folgendes Ortsstatut erlassen: m § 1. Die Stadtgemeinde Herford uvernimmt die regelmaßige Abfuhr des gesamten Hausmulls(Asche, Kehricht, Scherben, Küchenabfälle, Konservenvüchsen, Papier, Schornsteinruß usw.) nach Maßgabe der Bestimmungen dieses Ortsstatuts. § 2. Der Abfuhrbezirk umjaßt alle Stadtteile und Straßen, welche durch polizeiliche Vorschrift dem Abfuhrzwang unterstellt werden. Der Magistrat ist nach Anhör den städtischen Fuh anderen Straßen zu bewirken, wenn Grundstücks wünschen und wenn dies ohne erhebliche Mehrleistungen des Fuhrparks geschehen kann § 3. Die Grundstückseigentümer haben die Verpflichtung, die zur Aufsammlung des Hausmülls erforder ichen Behälter anzuschaffen, welche nach der Größe des Haushalts und der Menge des abzufahrenden Mülls 40 oder 25 Liter Inhalt fassen, aus Metall hergestellt und mit einem Deckel versehen sein müssen. § 4. Die Abfuhr des Hausmülls findet an den Tagen statt, welche hierfür durch besonderen Beschluß des Magistrats bestimmt und öffentlich bekannt gemacht werden. § 5. Der zur Abfuhr bereitgestellte Hausmüll geht mit dem Zeitpunkt des Aufladens in das Eigentum der Stadt Herford über. § 6. Für die von der Stadtgemeinde übernommene Abfuhr des Hausmülls werden Gebühren erhoben, deren Festsetzung durch Beschlußfassung des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung und mit Genehmigung des Bezirksausschusses 40 Liter Inhalt 10 Mk. und bei der Benutzung eines Gefäßes von 25 Liter Inhalt 6 Mark. Die Gebuhren sind von den Grundstückseigentümern zu tragen und werden von diesen eingezogen. § 7. Die Gebühren sind für je ein Kalender=Vierteljahr im voraus gleichzeitig mit den Gemeindeabgaben an die Kämmereikasse zu entrichten. Rückständige Gebühren unterliegen der Beitreibung im Verwaltungszwangsverfahren. den städtischen Fuhrpark eine Ermäßigung der Gebühren oder Erl. einen oölligen Trlaß eintreten lassen. § 9. Diese Ordnung tritt am 1. April 1909 in Kraft. Herford, den 17. Juni 1908. Der Magistrat. gez. Quentin, Busse, Brand, Lange, Herm. Müller, Schönfeld, G. Ernstmeier. Genehmigt auf Grund des§ 11 der Westfälischen Städteordnung vom 19. März 1856 und der§§ 4, 8, 77 des Kommunal= abgabengesetzes vom 14. Juli 1893. Minden, den 12. Dezember 1908. Namens des Bezirksausschusses. B.77707 Der Vorgitzende. 6. gez. Bartels. Vorstehendes Ortsstatut wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Herford, den 12. Februar 1909. Der Magistrat. Busse. Wohnung,[1238“ 3 Räume, umständehalber per 1. April zu vermieten. Langenhagen 48. Kind 1232• wünsche in Pflege zu nehmen gegen monatliche Vergütung. Nachzufragen in der Expedition dieses Blattes. Verloren ein goldenes Kettenarmband bei Richter oder auf dem Wege von Richters=Garten nach Schmiedestraße, Kodlenzerstraße, Bürgerweg. Siegfriedstraße. Abzugeben gegen guie Belohnung Arbeitersekretariat, Turnerstraße. Wohnung mit Stall und Land zu April oder später zu vermieten. Schildesche, Amnseltraße 7. s12 97 Wohnung 1244“ zu vermieten. Herfolderstr. 173. Wohnung 1262° frei, 2 Räume, Kronenstraße Nr. 20. Zimmer frei, Kronenstraße Nr. 20. Kost und Einfach möblierte Zimmer für 2 anständige junge Leute frei. Die 1253“ Expeoition sagt wo? 1255# K U Gedichte un6 Erzählungen aus dem Gefängnis Leon Holly (Fritz Schweynert). ud 55 F Preis 2 Uk. K Zu haben in der Buchhandlung Zollsswachtt sleiefeld. Schulstrasse 20. in bester RAACTAT kaufe man direkt Hochzeits=Einladkungen liefert schnell, sauber und billig Buchdruckerei„Volkswacht“. Paleieis, Anzagt auf(1111 Kreust Rtch Brunnenstr. 12 a. eignen, dem betreffenden geeeben wird. Die Redaktion hat hie ius Haltern ihr nich eed waren zur Aufna nossen prompt im Briefkas und 288 des vorigen Jahr den Genossen haben alto i sollten mit solchen B.haupt Nach Erledigung einiger Versammlung mit einem demokratie geschlossen. * Brackwede, 2. März. einiger Zeit wurde von einz Friedhofe frische Gräber ha handen gekommen. Jetzt Täter binzuweisen. Verga Bumbeleit ein Kranz ab Friedhofsgärtner erkennen Kramme entwendeten Kra nun die Polizei der Sache verdienten Strafe nicht en * Spenee, 2. März. arbeiterversam mlu Gastwirt Schröder war 1 Gauleiter Schlüter refer und die Aussichten der Tab Meinung ein die noch vie ginnen verbreitet ist, daß de können, d. h. sie nicht Gesetz des Reichstags, es müßten Männer gewählt werden. Abgeordneten und der Reg seien übel beraten, die da so Erst recht müsse jetzt weiter die Vorlage. s. Herford, 2. März. schriften für die Petiti tag, 7. März, vormitta stand und die Parteileitur die Ausgabe der Bogen d tranensleuten zu übergebei Vertrauensleute werden di genossen ersucht, sich recht k. Herford, 2. März. woch, 10. März, nachmitta digte Kinder=Vorste! „Rotkäppchen". Eintritts trauensleute und im Sekre kein Kind zugelassen. Sonnabend, 13. März: Stützen der Gesellschaft.“ * Valdorf, 1. März. Lückingschen Kolonate an „Herforder Zeitung“, ein Es wurden näm'ich in dem stalle, die verkohlten Ueber vermißten, auf dem Hof Fürsorgezöglings Mosch, 1 Gewißheit angenommen, fort wollte, das Haus am steckt und sich dann gleich dann mit verbrannt und als ein ganz verkohlter Te Berührung in Asche zerfäll im allgemeinen nicht so ü in wenigen Jahren nun sch untergebrachte Fürsorgezö Bauernhäuser ansteckten. * Gütersloh, 2 Mär Auf bisher unaufgeklärte 2 die Pferde des Herrn Str. dem Augenblicke, als der Schulte oder Schulze, mit Pferde schleupten ihn ein## drängt und daber Paum ze.unggun verbeigerutene urzt konnte Ueberführung nach dem sti ist verheiratet und Vater v bei der Wirtschaft Dophe * Lage, 1. März. Ihr ten am vergangenen Soi Lokale des Herrn Gees Ball. Vor Jahresfrist hi ein Gewerkschaftsfest ab. die freien Gewerkschaften Fest hat gezeigt, daß unser Besuch des Festes ein üb kamen sehr gut zur Geltu sangverein für seine zum „Der Denunziant“, ein S fand vielen Beifall. Säm nahme uneingeschränktes koch einige Stunden gem Der Besuch sowie die S hler ein guter Boden für Fest dazu beitragen duß * Detmold, 2: März. und Reklamesteue der Centralhalle tagende Genosse Hoffmann=Biel besser besucht sein könne der gesamten politischen wie das Defizit von 500 deckt werden soll, nahm einstimmig an: „Die heute, am 2. M 100 Personen besuchte und Arbeiterinnen erhe politik der Reichsregiern den Entwurf eines Anz lehnung dieser, das Dru vorlage. Dem lithographischer Schärigung durch die g durch nach fachmännisch im Konsum zu erwarter duße bei den hunten T Erhöhung der Zigarette sieie sonderr neben d graphischen Gewerk vendiichtigte Erhöhung graphische Produkte, so es auf den vollständige abger ehen ist. Schon jetzt sind die Steuerpolitik start zu ve die Ausfuhr infolge di# graphischen Gewerbe# Plan der Reichsregieru gesetzes eine bedeutend graphischen Gewerbe ei auf Plokate zurückgezog Hat schon jetzt das Arbeitslosigkeit zu rech noch sehr viele bei ver beiten, so gebietet allein es endlich an der Zeit i engnen, dem betreffenden Artikelschreiber wenigstens Bescheid Treiben mit Schärfe entgegenzutreten. Wir erwarten aus dem wird. Angeführten strikteste Ablehnung aller das gesamte Volksleben Die Redaktion hat hierzu zu bemerken, daß von einem Ar I schwer schädigenden Steuerprojekte und im besonderen Ablehnung m ius Haltern ihr nichts bekannt ist. Trei Artikel aus de- Anzeigensteuer###etze svarlage“ ap.###eld waren zur Aufnahme nicht geeignet; dies ist d.n Genossen prompt im Briefkasten. und zwar in den Nummern 273 und 288 des vorigen Jahres mitgeteilt worden. Die betreffenden Genossen haben also einjach die Unwahrheit behauptet. Sie sollten mit solchen Behauptungen in Zukunft etwas vorsichtiger Nach Erledigung einiger kleinerer Angelegenheiten wurde die Versammlung, mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. * Brackwede, 2. März. Grabschändung. Schon seit einiger Zeit wurde von einzelnen Leuten, welche auf dem hiesigen Friedhofe frische Gräber hatten, darüber geklagt, daß Kränze abhanden gekommen. Jetzt scheint endlich eine Spur auf den Täter hinzuweisen. Vergangene Woche wurde bei einer Frau Bumbeleit ein Kranz abgegeben. Herr Kramme sowie der Friedhofsgärtner erkennen darin einen vom Grabe des Herrn Kramme entwendeten Kranz wieder. Hoffentlich nimmt sich nun die Polizei der Sache an, damit der Grabschänder seiner verdienten Strafe nicht entgeht. * Spenze, 2. März. Eine öffentliche Tabakarbeiterversammlung am Sonntag, 28. Februar, bei Gastwirt Schröder war von ungefähr 150 Kollegen besucht. Gauleiter Schlüter referierte über den Tabakarbeiterkongreß und die Aussichten der Tabassteuer. Redner ging auf die irrige Meinung ein die noch vielfach unter den Kollegen und Kolleginnen verbreitet ist, daß der Kongreß die Steuer hätte ablehnen können, d. h. sie nicht Gesetz werden zu lassen. Dies wäre Sache des Reichstags, es müßten bei den Wahlen nur die richtigen Männer gewählt werden. Der Kongreß hätte nur Material den Abgeordneten und der Regierung liefern können. Die Arbeiter seien übel beraten, die da sagten, es nütze doch kein Protest mehr. Erst recht müsse jetzt weiter protestiert und agitiert werden gegen die Vorlage. s. Herford, 2. März. Die Sammlung der Unterschriften für die Petition gegen die Tabaksteuer soll Sonntag, 7. März, vormittags vor sich gehen. Der Kartellvorstand und die Parteileitung sind sich darüber einig geworden, vie Ausgabe der Bogen den Bezirksleitern und Straßen=Vertranensleuten zu übergeven. Zur Unterstützung der StraßenVertrauensleute werden die Gewerkschaftskollegen und Parteigenossen ersucht, sich recht zahlreich zur Verfügung zu stellen. k. Herford, 2. März. Theater=Vorstellung. Mittwoch, 10. März, nachmittags 4 Uhr, findet die schon angekündigte Kinder=Vorstellung statt. Zur Aufführung gelangt „Rotkäppchen". Eintrittskarten sind nur durch die Vertrauensleute und im Sekretariate zu haben. Ohne Karte wird kein Kind zugelassen. Sonnabend, 13. März: Vorstellung für Erwachsene.„Die Stützen der Gesellschaft.“ * Valdorf, 1. März. Das Schadenfeuer auf dem Lückingschen Kolonate am vorigen Dienstag hat, nach der Herforder Zeitung“, eine grauenhafte Aufklärung gefunden. Es wurden nämsich in dem niedergebrannten Gebäude, im Kuhstalle, die verkohlten Ueberreste von dem am Tage des Brandes vermißten, auf dem Hofe als Pferdejungen untergebrachten Firiorgezöglings Mosch, 18 Jahre alt, gefunden. Es wird mit Gewißheit angenommen, daß der Junge. der vom Hofe gern fort wollte, das Haus am Dienstag nachmittag in Brand gesteckt und sich dann gleich darauf erhängt hat; die Leiche ist dann mit verbrannt und weiter nichts davon übrig geblieben, als ein ganz verkohlter Teil vom Rumpf, der bei der geringsten Berührung in Asche zerfällt. Sein Benehmen und Betragen soll in allgemeinen nicht so übel gewesen sein. In Valdorf ist es in wenigen Jahren nun schon das dritte Mal, daß auf den Höfen untergebrachte Fürsorgezöglinge, nur um frei zu werden, die Bauernhäuser ansteckten. * Gütersloh, 2 März. Fuhrmann verunglückt. Auf bisher unaufgeklärte Weise scheuten heute abend gegen 6 Uhr die Pferde des Herrn Stromberg aus Hörste bei Halle i. W. in dem Augenblicke, als der Führer derselben, ein Arbeiter namens Schulte oder Schulze, mit deren Fütterung beschäftigt war. Die Pferde schleppten ihn einaar Meter mit. Sch. wurde an einen Baum gedrängt und dabet wurde ihm die Brust eingedrückt. Der herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod konstatieren und die Ueberführung nach dem städtischen Krankenhause anordnen. Sch. ist verbeiratet und Vater von sieben Kindern. Der Fall passierte bei der Wirtschaft Dopheide, Hohenzollernstraße. * Lage, 1. März. Ihr erstes Gewerkschaftsfest feierten am vergangenen Sonntag die hiesigen Gewerkschaften im Lokale des Herrn Gees durch theatralische Aufführungen und Ball. Vor Jahresfrist hielten die christlich Organisierten hier ein Gewerkschaftsfest ab. Da waren noch viele der Meinung, die freien Gewerkschaften wären dazu nie im Stande. Nun, das Fest hat gezeigt, daß unsere Bewegung marschiert, war doch der Besuch des Festes ein überaus zahlreicher. Die Solovorträge kamen sehr gut zur Geltung. ebenso sei dem Oerlinghauser Gesangverein für seine zum Vortrag gebrachten Lieder gedankt. „Der Denunziant“, ein Stück aus dem Arbeiterleben gegriffen, fand vielen Beifall. Sämtlichen Darstellern gebührt ohne Ausnahme uneingeschränktes Lob. Ein Ball hielt die Festteilnehmer koch einige Stunden gemütlich beisammen Der Besuch sowie die Stimmung des Festes haben gezeigt, daß hier ein guter Boden für unsere Bewegung ist. Möge dieses Fest dazu beitragen daß unsere Bewigung vorwärtsgeht. * Detmold, 2: März. Protest gegen die Inseratenund Reklamesteuer war das Thema einer heute abend in der Centralhalle tagenden Gewerkschaftsversammlung, in welcher Genosse Hoffmann=Bielefeld referierte. Sie hätte allerdings besser besucht sein können. Nach einer ausführlichen Darlegung der gesamten politischen Lage speziell in Hinsicht auf die Art, wie das Defizit von 500 Milionen Mark durch neue Steuern gedeckt werden soll, nahm die Versammlung folgende Resolution einstimmig an: „Die heute, am 2. März 1909 in der Centralhalle tagende, von 100 Personen besuchte Verzammlung von graphischen Arbeitern und Arbeiterinnen erhebt scharfsten Protest gegen die Steuerpolitik der Reichsregierung, insbezondere erhebt sie Protest gegen den Entwurf eines Anzeigensteuergesetzes und erwartet die Ablehnung dieser, das Druckergewerbe schwer schädigenden Gesetzesvorlage. " Dem lithographischen Gewerbe droht nicht nur eine schwere Schärigung durch die geplante Erhöhung der Tabatsteuer, wozurch nach fachmännischer Berechnung ein bedeutender Rückgang im Nonium zu erwarten ist und somit auch eine erhebliche Einduße bei den hunten Tabakpackungen eintritt, was sich bei der Erhohung der Zigaretten euer im Jahre 1906 bereits zehr start. zeigte; sondern neben der Tabak= und Anzeigensteuer droht dem Lithographischen Gewerbe auch ein bedeutender Schlag durch die Reabsichtigte Erhöhung der Einfuhrzölle in Amerika auf lithographische Produkte, so daß es fast den Anschein hat, als wenn es auf den vollständigen Ruin des lithographischen Gewerbes abges ehen ist. Schon jetzt sind die Folgen der famosen Zoll=, Handels= und Steuerpolitik stark zu verspüren; nach verschiedenen Ländern zing die Ausfuhr infolge dieser Zoll- und Handelspolitik dem lithozrapcischen, Gewerbe verloren und ebenso ist bereits durch den Plan der Reichsregierung auf Einführung eines Anzeigensteuergesetzes eine bedeutend vergrößerte Arbeitslosigkeit im li sographischen Gewerbe eingetreten, indem bedeutende Bestellungen auf Plokate zurückgezogen wurden. Hat schon jetzt das lithographische Gewerbe mit der größten Arbeitslosigkeit zu rechnen, wobei neben den vielen Arbeitslosen 1ech sehr viele bei verkürzter Arbeitszeit und halbe Tage arbeiten, so gebietet allein schon der gesunde Menschenverstand, daß #P endlich an der Zeit ist, diesem das Gewerbe schwer schädigenden der Anzeigensteuergesepesvorlage..g gag.a i— 6. Zum Schluß stellte der Redner noch fest, daß es mit der Annahme dieser Protestresolution allein nicht getan sei, sondern daß jeder Arbeiter. der die Schmach des Junkerregiments fühlen gelernt habe. auch verpflichtet sei, für die gewerkschaftliche Organisation des Proletariats alle seine Kräfte einzusetzen. * Heidenoldendorf. 2. März. Die Glaubwürdigkeit des Gewerkschaftssekretärs Kreiling oder der Rückzang des Gewerkvereins der Ziegler in Lippe. Herr Kreiling behauptete hier in einer Versammlung im vorigen Winter, der Gewerkverein hätte 4000 zahlende Mitglieder, während unser Genosse Lübbeke entgegnete, daß nach den Ausführungen seines Kollegen Limberg der Gewerkverein nur 1500 Mitglieder zähle. Im„Lippischen Ziegleranzeiger“, Beiblatt der„Tageszeitung“. finden wir nun jetzt folgende bemerkenswerte Stelle in dem Bericht über die letzte Generalversammlung. Es heißt da: „Nach einstündiger Mittagspause wurde nachmittags ¾3 Uhr. in der Erledigung der Tagesordnung sortgefahren: Kassenbericht, Vorstandswahl, Referate. Nach dem Kassenbericht betrug die Einnahme 12615,19 Mk. Ihr steht eine Ausgabe gegenüber von 4 973,08 Mk. Also zählt der Bestand 7642,11 Mk. usw.“ Wenn wir nun von den Einnahmen den Kassenbestand, welcher laut Protokoll der vorigen Generalversammlung 5512,20 Mark betrug, abziehen, bleibt eine Einnahme von 7102,99 Mt. übrig. Da der Gewerkverein einen Jahresbeitrag von 3,60 Mk. erhebt, ist mithin eine Mitgliederzahl von jage und schreibe 1973 vorhanden. Ob diese Zahl noch verringert würde durch andere Einnahmen als Veiträge, lassen wir dahingestellt. Auf jeden Fall wird durch diese Zahlen eins festgestellt: entweder Herr Kreiling hat in der hiesigen Versammlung mächtig geflunkert oder die Mitgliederzahl des Zieglergewertvereins ist um 50 Prozent gejunken. * Hamm, 2. März. Zum Streit um die RadbodSpende. Die Mitteilung, daß der Kronprinz von einem Tortmunder Rechlsanwalt wegen der Austeilung der sogen. „Kronprinzenspende“ verklagt sei, ist unwahr. Zunächst ist eine Klage überhaupt noch nicht eingereicht. Die Klage, deren Einreichung beavsichtigt wird, bezieht sich überhaupt nicht auf die Kronprinzen=Spende, berührt überhaupt den Kronprinzen mit keinem Wort. Es wird beabsichtigt, entweder gegen das Hammer Lotalkomitee oder gegen die einzelnen Sammelstellen Klage zu erheoen. Darüber, wer zu verklagen ist, haben die mit der Einreichung der Klage beauftragten Rechtsanwälte Frank und Dr. Elias ihre Erwägungen noch nicht abgeschlossen. Mit der Klage wird der Anspruch der Radbod=Witwen auf Auszahlung des Kapitals, eventuell aber auf eine derartige Erhöhung der Rente geltend gemacht, daß die Rente während der vermutlichen Lebensdauer der Hinterbliebenen das Kapital aufzehrt. * Mülheim a. d. Ruhr, 2. März. Auf der Zeche HumboldtAktiengesellschaft Mülheimer Bergwerksvereine, riß bei der Beförderung von Steinen ein Seil. wobei vier Bergleute mit den beladenen Wagen in die Tiefe stürzten. Zwei wurden getötet, wäorend die beiden anderen in das Essener Krankenhaus gebracht werden mußten. Einer von ihnen ist bereits seinen Verletzungen erlegen, bei dem anderen besteht wenig Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens. Industrie, Handel und Verkehr. Plauen, 2. März. Die„Neue Vogtländische Zeitung" meldet: Die Tründung der Tüllfabrik Mehlteue A.=G. hat gestern unter Füorung der Plauener Bank stattgefunden. An dem Unternehmen sind größere hiesige und auswärtige Konjumenten mit Kapital beteiligt, und es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß diese neu errichtete Tüllfabrik, für deren Leitung einige tüchtige Fachmänner gewonnen sind, sich in ähnlicher Weiie entwickelt wie bereits bestehende Unternehmungen. Dem Aufsichtsrat gehören folgende Herren an: Kommerzienrat Rössing-Plauen als Vorsitzenoer, Bankdirektor Franz MeyerPlauen, Adolf Hoffmann. i. Fa. Hoffmann u Treoe=Plauen, Paul Speck, i. Fa. Speck=Auerbach, Fritz Kuno, i. Fa. E. Hoffmann=Leipzig. Wie es heißt, wird ferner Direktor Barth von der Leipziger Spitzenfabrik, Leipzig=Plagwitz, ebenfalls in den Verwaltungsrat eintreten. Das Betriebskapital des Unternehmens beträgt 1 250 000 Mark. Vermischtes. 3. März.„Die seit gestern andauernden Schneestürme grobe Verihtenzugten zu: griwz.„In„München. Schneefau so, start, gaß eine Straßenbuhnum“, ihren einstellen mußte. Besonbern schlingg lauten die Nac Verkehrsstörungen durch Schneestürme. München, den 3. März.„Die seit gestern andauernden Schneestürme haben iße Verkehrsstörungen zur Folge. In Munchen war der bahnlinie ihren Verkehr einsteuen mußte. Besonders schlimm lauten die Nachrichten wieder aus dem Brennergeviet. Der Verkehr üver den Brenner wird durch Hilfszüge zwar aufrecht erhalten, für die Beförderung eines Personenzuges mußten aber allein fünf Maschinen verwendet werden. Dresden, 2. März. In Dresden herrscht seit der vergangenen Nacht ununterbrochener Schneefall, so daß sich bereits im Straßenverkehr mannigfache Störungen bemerkbar machen. Bozen, 2. März. Die großen Schneefälle haben in Südtirol Verkehrsstörungen hervorgerufen. Jetzt ist Tauwetter eingerreten.„ g. Gnk-ig, hgs anberguhentlichen Sch Kassel, 3. März. Infoige des außerorbentlichen Schneegestöbers, zu dem gestern Tauwetter eingetreten ist, befürchtet man neue Ueberschwemmungen. Der Neuschnee in den bessischen Bergen liegt bis zu einem Meter hoch. Lissabon, 3. März. Aus dem ganzen Lande wird außerordentliche Kälte mit heftigem Schneegestöber gemeldet. Vielfach sind Verkehrsstörungen eingetreten. An der Küste haben viele Unfälle ereigner. Mehrere Fischerboote sind verloren gegangen und ihre Insassen ertrunten. Zugzusammenstoß. Koblenz, 2. März. Auf dem Bahnhof Koblenz=Luetzel fuhr heute vormittag 10 Uhr 18 Min. der Personenzug Köln=Koblenz gegen eine rengierende Gütermaschine. Bis gegen Mittag sind 3 Tote geborgen worden. 7 Personen wurden schwer verletzt. Der Packwagen und der erste Versonenwagen sind zertrümmert, beide Maschinen schwer beschädigt. Koblenz, 3. März. Der Lokomo pführer des verunglückten Personenzuges Köln=Koblenz ist als Schuldiger verhaftet worden, lehnt aber jede Schuld ab, da das Unglück auf Versagen der Bremse zurückzuführen sei. Großfeuer. Berlin, 2. März. In der zweiten Nachmittagsstunde kam heute auf dem Görlitzer Güterbahnhof ein (troßfeuer zum Ausbruch, das die Kräfte der Perliner Feuerwehr geraume Zeit in Anspruch nahm. In den Kellereien der langgestreckten Güterschuppen des Bahnhofs lagern große Posten von Möbeln der Berliner Möbelfirma Gebrüder Thonet. die im Auslande mehrere Fabriken zur Herstellung gebogener Möbel besitzt. Die Möbel sind mit Stroh verpackt. Als heute mittag gegen 2 Uhr Eisenbabnarbeiter auf dem über den Kellereien gelegenen Güterboden beschäftigt waren, saben sie plötzlich Rauch aus dem Kellergeschoß dringen. Wenige Augenblicke später stiegen auch schon die hellen Flammen aus den Kellern hervor, so daß die Arbeiter schnell die Flucht ergreifen mußten. Nach angestrengter Tätiokeit gelang es der Neuerwehr. dos Feuer auf die Kellereien zu beschränken. Der Schaden ist sehr groß, doch ist es der Wehr gelungen, einen Teil der Güter zu retten und die Güterkasse in Sicherheit zu bringen. Der„König der Boheme“ geisteskrank. Der durch sein eigenartiges Benehmen bekannte Kabarettist Danny Gürtler dessen Treiben in jüngster Zeit die Oeffentlichkeit wiederholt beschäftigt hat. ist gestern in Kassel von einem gerichtlichen Sachverständigen für geisteskrank erklärt worden. Es wird von dort gemeldet: Danny Gürtler hatte sich gestern vor der Strafkammer des Kasseler Landgerichts wegen Freiheitsberaubung und Nötigung zu verantworten. Er hatte am 28. April v. J. den Redaktionsboten des„Kasseler Tageblatts“ ia einem Hotelzimmer längere Zeit eingeschlossen und ihn genötigt, einen Brief zu unterschreiben. Die Strafkammerverhandlung gestaltete sich durch das Gebaren Gürtlers so„interessant“, daß sich der Staatsanwalt genötigt sah, gegen Tanny Gürtler wegen ungebührlichen Benehmens vor Gericht eine Ordnungsstrafe von 100 Mark zu beantragen. Der gerichtliche Sachverständige Geheimer Medizinalrat Dr. Heinemann führte in seinem Gutachten aus, daß der Angeklagte geistig nicht normal sei, und daß seine Taten unter den§ 51 fallen. Alle Tatbestandsmerkmale dieses Paragraphen fänden sich bei Danny Gürtler wieder. Der Gerichtshof sprach den„König der Bohéme“ infolgedessen frei, und Danny Gürtler verließ mit dem Versprechen, die vom Staatsanwalt beantragten 100 Mark den Armen zu stiften, den Gerichtssaal. Wegen Mißhandlung von Kindern verhaftet. Paris, den 2. März. In dem Vororte Asnieres ist ein amerikanisches Ehepaar Sargent verhaftet worden, da nach Angabe der Dienstmädchen und der Nachbarn beide Ehegatten, besonders aber die Frau, Kinder, die ihnen zur Erziehung anvertraut waren. grausam mißhandelt haben. Der Fall bedarf noch der Aufklärung. Von einer Lawine verschüttet. Innsbruck, 2. März. Beim hiesigen Korpskommando traf heute mittag die amtliche Meldung ein, daß die Militärpatrouille, bestehend aus 6 Offizieren und 25 Kaiserjägern, im Suganerteil von einer Lawine verschüttet worden ist. Unter den Offizieren befindet sich auch der Oberst Freiherr v. Lutgendorf. Von Trient und Levico sind 2 Militärzüge mit Mannschaften an die Unglücksstelle zur Hilfeleistung abgegangen. Nähere Nachrichten fehlen noch. Innsbruck 3. März. Die vorgestern von eine Lawine verschütteten 6 Offiziere und 25 Mann der Kaiserschützen sind gestern abend durch die militärische Hilfsexpedition gerettet worden. UC. Das tiefste Bohrloch der Erde ist unlängst in der Gemarkung des Dorfes Czuchow im Kreise Rybnik gestoßen worden. Bereits im Dezember 1908 hatte es bei einem Durchmesser von 48 mm eine Tiefe von 2156 m erreicht, und die Bohrung soll noch bis etwa 2250 m fortgesetzt werden. Das Bohrloch ist schon jetzt das tiefste der Erde. Dennoch macht es vom Durchmesser der Erde immer erst noch ein Sechstel pro Mille aus, d. h. man ist auf diese Weise dem Erdmittelpunkt um so gut wie garnichts näher gekommen. Nachrichten. Berlin, 3. März. Zur Frage des Steuerkompromisses wird von liberaler Seite bestätigt, daß die freisinnige Fraktionsgemeinschaft den Vorschlägen der vier Blockvertrauensmänner ihre Zustimmung versagt hat. Nur vier von ihren rund 50 Mitgliedern sollen für das Kompromiß gestimmt haben. Von konservativer Seite wird behauptet, daß die süddeutschen Demokraten angeblich unter dem Einfluß ihrer Regierung sich mit aller Entschiedenheit gegen die Belastung der direkten Steuern der Einzelstaaten erklärt hätten. Von freisinniger Seite wird jedoch erklärt, daß diese Behauptungen über die Stellung der freisinnigen Fraktionsgemeinschaft und einzelner ihrer Angehörigen völlig unrichtig sind. Ueber das Kompromiß sei Montag abend in der freisinnigen Fraktionsgemeinschaft beraten worden. doch sei ein Beschluß noch nicht gefaßt. Berlin, 3. März. Infolge des anhaltenden Schneegestöbers hatten gestern nachmittag die Verkehrsschwierigkeiten ganz erheblich zugenommen. In fast allen Stadtteilen stockte der Bahnund Fuhrwerksverkehr. In den Hauptstraßen wurde der Betrieb der Straßenbahn durch Wagen, die nicht von der Stelle kamen, teilweise lahmgelegt. Die Zahl der Unfälle durch Hinstürzen ist sehr hoch. Fast alle Unfallstationen wurden in Anspruch genommen. Im ganzen sind etwa 50 Personen verletzt. — Im Reiche haben die Schneestürme heftig gewütet und große Verrehrsstörungen hervorgerufen. Aus Kassel wird gemeldet: Infolge des außerordentlichen Schneegestöbers, zu dem gestern noch Tauwetter hinzugetreten ist, befurchtet man neue Ueberschwemmungen.— Aus dem Rheinland wird gemeldet: Ein Tischlermeister aus Lüdenscheid, der sich im Schneegestöber verirrt hatte, wurde erfroren vor der Stadt aufgefunden. Ein Arbeiter aus Weidenau hatte sich zum Schutz vor der Kälte auf einen Haufen von heißen Schlacken auf den Sieghütter Eisenwerken niedergelegt. Er wurde später verkohlt aufgefunden. Berlin, 3. März. Der Haftbefehl des Dr. Ilgenstein, der bekanntlich im Beleidigungsprozeß Berger zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, aber vor dem Urteilsspruch nach Paris entfloh, ist gestern gegen eine Kaution von 6000 Mark aufgehoben worden. Berger, der zu 6000 Mark Geldstrafe verurteilt ist, hat eine Revision nicht angemeldet. Leipzig, 3. März. Der frühere deutsche Konsul in Belgrad, Eschke, par wegen Beleidigung des Auswärtigen Amtes von seinem Amte entbunden worden und war vor den Disziplinargerichtshos in Leipzig gestellt worden. Bevor das Urteil gegen Eschke verkündet werden konnte, kam die Nachricht, daß Eschke sich in seiner Wohnung erschossen hätte. Dresden, 3. März. Bei heftigem Schneegestöber wurden gestern abend in der Richtung Freiburg=Dresden heftige Erdstöße verspürt. Paris, 3. März. Nach einem vorgestern nacht unter Vorsitz des Royalistenführers André Buffet abgehaltenen Meeting, das von 4000 Perionen besucht war, begaben sich zahlreiche Mitglieder des royalistischen Jugendvereins nach der am Ausgange des Bois de Boulogne am linken Seineufer belegenen Sommerfrische Suresens in der Absichr. das im April v. J. dort errich. tete Zola=Denkmal niederzureißen. Die Manisestanten warfen einen Strick um den Hals der Büste und begannen, an dem Denkmal zu ziehen, wurden aber durch Polizeiagenten verhindert, die ihnen den Revolver vorhielten. Die Royalisten ergrifsen darauf die Flucht. Zwei von ihnen wurden verhaftet. Darauf zog eine Rotte vor das Polizeikommissariat, um die Verhafteten gewaltsam zu befreien, wurde aber von der Polizei davongejagt. Mailand, 3. März. Die Eisenbahnlinie Bosogna=Florenz ist wegen Schneeverwehungen unterbrochen. Seit gestern abend sind hier alle römischen Züge dieser Hauptlinie ausgeblieben. Newyork, 3. März. In den Kohlengruben bei Port Griffith in Pennsylvanien erfolgte eine Expkosion schlagender Wetter. Von der überraschten Tagesschicht wurden 70 Mann gerettet; bisher wurden 2 Tote geborgen. Briefkasten der Redaktion. Abonnent Nr. 100. Gehen Sie ruhig hin, wenn Sie aber noch ein Drittel Ihres früheren Lohnes verdienen, ist der Antrag aussichtslos. Nr. 230. Wenn Sie auf Grund freiwilliger Vereinbarung etwas erhalten, sonst nicht. S. in H. Der Mieter kann die Wohnung in dem jetzigen Zustande abgehen. Nr. gp. Die Frage ist mit Nein zu beantworten. A. A. Ihre Fragen lassen sich im Briefkasten nicht beantworten, es erfolgt deshalb briefliche Auskunft. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für der Inseratenteil: Wildelm Böt#cher, beide in Bielefeld. 12 Wir kauften einen grossen Posten K Garr arrrrashr sssesche in weiss und crème, welche wir zu sehr billigen Preisen abgeben können. Insbesondere empfehlen wir Qualitäten in der Preislage von 40 bis 85 Pfg., sowie einige ausserordentlich feine Sachen in Breiten von 150 Zentimeter. Ebenso empfehlen wir: Am Jahnplatz RUT EEES o WS 1261 Am Jahnplatz Unser morgen erscheinendes Inserat bitten zu beachten! Phongraphen mn 4.50 an Sonstige Apparate, Walzen, Platten, sowie alle MusikInstr. in grösster Auswahl. Fr. Werpel, Herford Spezialgeschäft(3960 für Musik-Instrumente. 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Interessant w der Zentrumsredner, gern selbst über den Betrag vor Regierung Steuern zu be denn auch die„Kreuzzeitun widerspenstigen Freisinnige schließen können, den Kuyh Wenn die Freisinnigen for dann— so meint das Agr vo sie bleiben.„Aus unter sie gesät den Geist de „Kreuzzeitung" weiter. Di digen, die schuld daran sind und Wiemer noch nicht guten Willen der norddeut## ist möglich, ja sogar wahrse diesem Lamento durchaus süddeutschen Finanzminister Besitzsteuer in so zweifelsf daß die süddeutschen Abgror keiten ihrer Einführunge und daher nicht gesonnen die Bundesstaaten zu übert Widerstand gebrochen wird Ueber das in Aussicht folgende Einzelheiten bekan Zunächst soll die d Summe vom 1. April 1 100 Millionen Mark b Perioden jedesmal nur n des erhöht werden dürfe erst auf 115,8 Millionen diese Summe bis End dürfen. Die Besitzsteuer er nach Abzug der Sch Einkommen von 3000 M aber nur nach den Bestir d. h. nicht von Aszenden den entsernteren Verwar staat keine Vermögensste es zulässig sein, statt des und Hausbesitz zu erhebe Das ist der Steuerwir soll die Lösung der„Refor Von anderer Seite w schrieben: Der Steuerku Schon gestern war im greitet, der freisinnige Abg Fraktion für das Kompro die offizielle Parteikorresp „Liberale Korrespondenz“ Spalten langen Artikel, Es heißt in diesem„D durch die Freisinnige Fi Artikel: „Die freisinnige Frakti miß abgelehnt, durch da Nachlaßsteuer eine von de hebende„Besitzsteuer“ ein allenfalls auch noch genei machen, daß an Stelle ei mögenssteuer eine besond staaten für das Reich Schema erhoben würde, jeden nur denkbaren Feh simmt werden konnte. Zunächst sollte die Simme vom 1. April 191 Millionen Mark begrenzt jedesmal nur um 5 Pro werden dürfen; sie würde Millionen Mark gesteiger März 1931 nicht überscht vornherein jede Entwickl das Reich nach wie vor au Steuern und Zölleanger „Das Schlimmste ist ab Möglichkeit, die direkten verrammeln würde. Den auch jede weitere Steigern soll danach als Verfassu werden, wenn weniger al abgegeben werden. Preu sein Veto gegen jede stät Einkommens zugunsten de * Die Bestimmungen d Steuergesetzgebung anzun zugunsten eines Viertels wichtigsten Rechte beraul . Die Besitzsteuer soll no werden, wenn er nach steigt, vom Einkommen schaften, aber auch nur erbschaftsgesetzes. d. h. nic also nur von den entf Besteuerung des Einkom haupt nicht hinein und es Preußen die ganze Last den würde. auch wenn die Wo ein Bundesrat kein besitzt, soll es zulässig sei Grund und Hausbesitz z1 Wenn in dem Kompro