Abonnementödreeis fur Bielefeld und Umgegend, sowie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Se UUTce Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ A. Gerisch& Co., Wieleseld, Nr. 21. Bielefeld, Dienstag, 26. Januar 1909. 20. Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Die Fortbildung der ArbeiterVersicherung in Deutschland. Während die Notwendigkeit einer Reform der Arbeiterverite von keiner Seite mehr angezweifelt wird, herrscht lcherugs heute von leiner Seite mehr angezwesel wird, berscht voch über die Art und den materiellen Inhalt der Reform lebhafter Streit. Die Regierung ist von ihrem ursprünglichen Plane, die drei jetzt vorhandenen Zweige der Versicherung einheitlich zu gestalten, Schritt für Schritt zurückgewichen. Aus dem Programm der im Oktober vorigen Jahres abgehaltenen Konferenzen im Reichsamte des Innern zu schließen, will die Regierung die Bureaukratisierung der Arveiterversicherung, die sie auf dem Gebiete der Invalidenversicherung so„erfolgreich“ begonnen hat, bei Gelegen eit dieser Reform vervollständigen. Die Vertreter der Versicherten sind diesem Programm entgegengetreten. Ja wenn man den Aeußerungen der Unternehmer und ihrer Organe trauen darf, so haben auch diese einen unüberwindlichen Abscheu vor einer Erweiterung des Machtbereiches der staatlichen Bureaukratie innerhalb der sozialen Versicherungsgesetzgebung. Selbst wenn jedoch, namentlich im Hinblick auf das Ergebnis der oben erwähnten Konferenzen, die gegenwärtigen Rechte der Selbstverwaltung so gesichert wären, wie sie es zu sein scheinen, so kann das der Arbeiterschaft keineswegs genügen. Die Prazis beweist vielmehr täglich aufs neue, daß die Arbeiterversicherung, namentlich die Unfall= und Invalidenversicherung, ohne eine erweiterte Teilnahme der Versicherten an der Verwaltung dieser Einrichtungen trotz aller Reformen der Regierung eine gesunde Fortentwicklung nicht erfahren würde. Die Selbstverwaltung der Versicherten kann sich jedoch nur da als segensreich erweisen, wo ihrem Betätigungsdrange nicht allzu enge Schranken durch eine reaktionäre und veraltete Gesetzgebung gezogen sind. Eine volkstümliche Reform müßte daher auch auf eine Erweiterung und Vervollkommnung der Leistungen der Arbeiterversicherung das Hauptgewicht legen. Davon scheint die Regierung jedoch noch weniger wissen zu wollen, als von einer Erweiterung der Selbstverwaltungsrechte. Wie wenig die Regierung geneigt ist. freiwillig etwa eine Erhöhung der spottniedrigen Invalidenrenten zuzugestehen, beweist u. a. der Inhalt der Denkschrift, die von der Regierung zu der Frage der staatlichen Pensionsversicherung der Privatangestellten dem Reichstage vorgelegt wurde. Um den Gedanken eines Ausbaues der Leistungen des Invalidenvensicherungsgesetzes von vornherein im Keime zu ersticken, befürwortet die Regierung in dieser Denkschrif eine Sonderversicherung der Angestellten außerhalb der Arbeiterversicherung, damit die von den Angestellten gewünschten höheren Leistungen der Invaliden= und Hinterbliebenenfürsorge ermöglicht werden. Die nachste zukunft wird jedoch der Regierung und den mit diesem Plane ebenfalls liebäugelnden Parteien beweisen, daß sich die Arbeiterschaft durch solche, offenbar recht staatsmännisch klug sein sollende Sozialpolitik von ihren Forderungen nach materieller Ausgestaltung der Arbeiterversicherung nicht abbringen lassen wird. Sie wird vielmehr die ihr zugedachten Benachteiligungen zu würdigen wissen. Mit aller Energie müssen die den Privatangestellten gemachten Zugeständnisse für die Gesamtheit der Arbeiterklasse(einschließlich der Privatangestellten) in Anspruch genommen werden. Das Leitmotiv für die Einführung der Invalidenversicherung wie der Arbeiterversicherung überhaupt war bekanntlich nicht nur eine Verbesserung der Armenpflege, sondern die Arbeiter sollten auch zufrieden gemacht werden. Diese„Aufgabe staatserhaltender Politik“ wurde jedoch so mangelhaft erfüllt, daß die Arbeiterschaft durch die neue Versicherung nur noch unzufriedener wurde. Namentlich die Kläglichkeit der Invalidenrenten bewies, wie gering die besitzende Klasse die Existenz des Arbeiters einschätzt. Im Jahre 1900 belief sich der Durchschnittswert der Invaliden= Mark jährlich. 1907 war der Durchschnittswert gestiegen. Diese Steigerung ist zunächst auf die längere Geltungsdauer des Gesetzes zurückzuführen. Dann aber auch auf die durch das Ansteigen der Löhne erfolgende Versicherung in einer höheren Beitragsklasse. Die durchschnittliche Höhe eines Wochenbeitrages betrug 1900; 22.55 Pf93. ger. Ka.) Wochenbeitrigen auf Klasse 1(G5is 350 Mari Jahresverdienst) 18,09 Beiträge entfielen, kamen im Jahre 1906 nur noch 12,7 Prozent der Beiträge auf Klasse 1. Ebenso ist der Prozentanteil in Klasse 2 von 32.4 auf 29 gefallen, dagegen in Klasse 3 von 23.8 auf 24,4 Prozent, in Klasse 4 von 15.8 auf 18,5 Prozent und in Klasse 5 von 7,3 auf 15,6 Prozent gestiegen. Haben aber schon die Lohnerhöhungen mit der Steigerung der Kosten der Lebenshaltung nicht Schritt halten können, so ist die durch die Lohnerhöhungen erzielte Steigerung der Renten noch weit weniger ausreichend. Die indirekten Steuern sind in Deutschland seit dem Jahre 1878 von 10.62 Mark auf 25,52 Mart jährlich auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet angestiegen. Eine Familie mit 4 Kindern hat daher etwa 153 Mark jährlich an indirekten Steuern zu zahlen. Dieser indirekten Steuer kann der Arbeiter auch nicht ausweichen, wenn er invalide wird. Nach dem durchschnittlichen Wert der Invalidenrente bemessen, reicht also die Invalidenrente gerade hin, um einen invaliden Arbeiter und seine Familie von den indirekten Steuern zu befreien. Kein Wunder, wenn es nicht gelingen will, die Arbeiterschaft durch die Arbeiterversicherung zufriedener zu machen. Die Erhöhung der Renten muß daher im Vordergrunde jeder PeserB. her-Iuvalidenversicherung stehen. Ohne Rentenerhöbung „Ein anderer Faktor, der dem Arbeiter die Invalidenversicherung wertvoll erscheinen lassen könnte, ist das vorbeugenbe Heilverfahren.„Krankheiten verhüten ist tausendmal wertvoller als Krankheiten heilen.“ Im§ 18 des Invalidenversicherungsgesetzes ist den Landesversicherungsanstalten die Befugnis eingeraumt, ein Heilverfähren in dem ihnen geeignet erscheinenden Umfange eintreten zu lassen. Aber wie oft machen die Landesversicherungsanstalten von ihren Befugnissen keinen Gebrauch! Während der Kostenaufwand für das vorbeugende Heilverfahren sich im Jahre 1902 auf 251,92 Mark und 1903 auf 263,83 Mark pro Person belief, sank die Ausgabe hierfür seitdem ständig. Sie betrug 1906 nur noch 249,10 Mark pro Person. Insgesam: wurden 1906 rund 16.6 Millionen Mark, 1907 dagegen nur noch rund 15,1 Millionen Mark für das Heilverfahren aufgewendet. Noch engherziger wie mit der Einleitung des Heilverfahrens sind die Landesversicherungsanstalten mit der Bewilligung von Renten. Fiel doch die Zahl der bewilligten Renten von 150 209 im Jahre 1903 auf 111 885 im Jahre 1906 herab! Dabei ist nicht etwa Unzulänglichkeit der finanziellen Mittel die Ursache dieser Sparsamkeitspolitik. Das zeigen die geradezu glänzenden Rechnungsergebnisse der Invalidenversicherung. Die Gesamteinnahme sämtlicher Träger der Invalidenversicherung betrug 1907 mehr als 226 Millionen Mark. Das Gesamtvermögen bezifferte sich 1900 auf 847 Mill. Mark, 1907 auf 1404 Mill. Mark. Der Ueberschuß des Jahres 1907 beziffert sich auf 85,5 Mill. Mark. Am Schlusse des Jahres 1908 werden etwa rund 1½ Milliarden Mark an Vermögen angesammelt sein. Diese unsinnige Anhaufung von Millionen und aber Millionen aus den Beiträgen der Arbeiter, während die Invaliden Hunger leiden, das ist eines der traurigsten Kapitel unserer Sozialreform. „Die burcaukratische Verwaltung der Invalidenversicherung paßt so vorzüglich in den Rahmen unserer preußisch=deutschen Regierungsmaximen, daß man es verstehen kann, wenn die Regierung nichts sehnlicher wünscht, als die gesamte Arbeiterversicherung in dieses Schema hineinzupressen. Mit abhängigen, bureaukratisch gedrillten Beamten hofft sie besser auszukommen, als mit den rückgrarfesten Vertretern der Versicherten. Die Arbeiterklasse muß diesen nahe vor der Vollendung stehenden Bestrebungen der Regierenden in Deutschland die ganze Wucht ihrer Agitation, ihres politischen Einflusses entgegensetzen. Sie muß die versuchte Rückwärtsrevidierung der Arbeiterversicherung durch eine kraftvolle Agitation beantworten, die getragen wird von der Forderung einer wirksamen und volkstümlichen Fortentwicklung der Arbeiterversicherung. h. I. Rutzland im Jahre 1908. Die vom Staatsstreich geborene dritte Duma hatte ihre „reformatorische“ Tätigkeit bereits begonnen, als das Jahr 1908 seinen Anfang nahm. Ein macht= und kraftloser Bestandteil der bureaukratischen Regierungsmaschine, bot diese Karikatur eines Parlaments den günstigsten Boden für eine„Verständigung“ der Regierung mit der konterrevolutionären Koalition des Großgrundbesitzes und des Kapitals, die zur völligen Wiederherstellung der vorrevolutionären Zustände und zur Rehabilitierung des „konstitutionellen russischen Absolutismus“ in den Augen der besitzenden Klassen Westeuropas führen sollte. Das ganze Jahr stand im Zeichen dieser Tätigkeit. Die Duma bot den sichersten Rückhalt für die Henkertätigkeit der Regierung, die trotz der eingetretenen und offiziell bestätigten„Beruhigung“ des Landes im verflossenen Jahre ihren Höhepunkt erreichte. Die Duma jay ihre vornehmste Aufgabe in der Bewilligung neuer Mittel für die politische Polizei(87 neue Geheimpolizeiabteilungen!), in der Unterstützung der„Opfer des Terrors“, in der Sanktionierung der provokatorischen Tätigkeit des Ministeriums des Innern. Die Duma fand kein Wort der Verurteilung für die Willkürorgien der großen und kleinen Satrapen, die, auf den Ausnahmezustand gestützt, die Wirkung aller bestehenden Gesetze aufgehoben hatten und das Land à la Reinbot„regierten“. Die Duma bewilligte anstandslos den Etat und das Kontingent, eine innere(200 Millionen Rubel) und eine auswärtige Anleihe(450 Millionen Rubel), einige hundert Millionen für den Bau der Amurbahn. Die Duma janktionierte die verderbliche Agrarpolitik der Regierung, die die Landgemeinde zerstört und den ärgsten Klassenkampf im Dorfe entfesselt; sie unterstützte die Regierung in ihrer aggressiven Politik in Finnland und Polen; sie entfesselte eine zügellose panslawistische Agitation und deckte der Regierung den Rücken in ihrer verbrecherischen Politik im Nahen Orient. Mit dem gleichen Erfolge, mit welchem die konterrevolutionäre Duma den Absolutismus restaurierte, rehabilitierte sie ihn in den Augen der bürgerlichen Klassen Westeurovas. Dank der Unterstützung der deutschen und französischen Börse vor dem Untergang gerettet, gewann die russische Regierung in um so größerem Maße das Vertrauen der westeuropäischen Regierungen, je rücksichtsloser und grausamer sie gegen die revolutionäre Bewegung und ihre Trägerin— die Arbeiterklasse— vorging. Das gedemütigte, geschlagene Rußland wurde aufs neue zu einem Faktor der internationalen Politik, seitdem es nach der Aera der Strafexpeditionen und Feldtriegsgerichte den Beweis erbracht hatte, daß die physische Gewalt in ihren Händen ausreichend war, um die Revolution im Innern niederzuknuppeln. Der Zar war wieder salonfähig geworden, und die Vertreter der„vorgeschrittensten“ Staaten Europas, Präsident Fallières und König Eduard, beeilten sich, durch ihren Rivaler Besuch die Bande fester zu knüpfen, die das Zarenreich an Frankreich und England fesselten. Das Resultat war die Etablierung der Kosakenherrschaft in Teheran und die Abschließung einer neuen Milliardenanleihe in Frankreich. Die„heilige Alliance“ der Bourgeoisie Westeuropas mit der russischen Konterrevolution war aber doch nicht imstande, die fortschreitende innere Zersetzung Rußlands aufzuhalten. Die völlige Hilflosigkeit der Regierung und der Duma gegenüber den brennenden Fragen des Volkslebens mußte die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Landes noch mehr verschlechtern. In 17 Gouvernements des europäischen Rußlands wütete die Hungersnot mit allen ihren Schrecknissen. Die Ernte von 1908 war nach den Angaben des zentralen statistischen Komitees um 158 Millionen Pud niedriger als die Durchschnittsernte von 1902 bis 1906 und um 52 Millionen Pud niedriger als im Hungerjahr 1907. Die Getreideausfuhr ist so gesunken, daß die Handelsbilanz sich bedeutend verschlechtert hat. Es betrugen vom 1. Januar bis 9. Dezember 1908 verglichen mit der gleichen Zeit der Vorjahre(in Millionen Rubel) u zuhr Ausfuhrüherschuß 179/2 257.0 393,0 Noch ungünstiger gestaltet sich das Bild, wenn man die Getreideausfuhrziffern allein in Betracht zieht. Es wurden vom . Januar bis 27. Dezember 1908 ausgeführt 329 Mill. Pud gegen 392 Mill. Pud im Jahre 1907, 497 Mill. Pud im Jahre 1906. 588 Mill. Pud im Jahre 1905. Die Getreideproduktion, dieser wichtigste Erwerbszweig Rußlands, geht also mit jedem Jahre immer mehr zurück. Dasselbe läßt sich auch von fast allen Industriezweigen sagen. Besonders kraß trat die Depression in der Metallindustrie zutage, die bei der verringerten Kaufkraft der Landbevölkerun. nur wenig Absatz fand. Die Folge war, daß die Produktion eingeschränkt wurde und die Armee der Arbeitslosen mit jedent Tage anschwoll. Zugleich wurden die Arbeitslöhne herabgesetzt, die Arbeitsbedingungen verschlechtert. In Stadt und Land wuchs die Not und das Elend der arbeitenden Bivölkerung. Die Choleraepidemie, die von Astrachan längs der Wolga heranzog, und allein in Petersburg zirka 4000 Personen dahinraffte, war eine grelle Illustration der herrschenden Zustände. Es versteht sich, daß sich der Kredit des Staats unter dieser. Verhältnissen nicht heben konnte. Trotz des Eifers der„arbeitsfähig.n" Duma, die die Anleihe zur Deckung des Defizits im Etat bewilligte, bevor sie den Etat überhaupt geprüft hatte; troo des„freundschaftlichen Entgegenkommens“ des verbündeten Frankreichs, wird die neue Anleihe unter Bedingungen abgeschlossen, die schlechter sind als bei der Abschließung der Kriegsanleihen.(Die beträchtliche Verzinsung der Anleihe stellt sich auf 5¼ Prozent!) Die„heilige Alliance“ erwies sich aber in noch einer Beauswar dem japanischen Kriege erlitt. Seine Rolle auf der Balkanhalbinsel dürfte auf lange Zeit hinaus ausgespielt sein. Die imperialistischpanslawistische Hetze der herrschenden Parteien verpuffte vollkommen wirkungslos, denn„was die Stärke des Staates ausmachte, der Sieg über das eigene Volk, wird zu seiner Schwäche". Politische Uebersicht. Deutsches „ Der Block und die Konservativen. Unsere Beurteilung der politischen Situation im Herbst, daß die Lage der Liberalen und besonders der Freisinnigen im Block eine geradezu hoffnungslose wäre, weil die Konservativen von ihnen loskommen und wieder zum Zentrum zurückkehren wollten und deshalb auch die größte Bereitwilligkeit, auf alle Forderungen der Regierung einzugehen, den armen Liberalen nichts nutzen werde, weil nicht die Regierung, sondern die Konservativen das Heft in der Hand hätten, hat sich als richtig erwiesen. Trotz aller Zwischenfälle, aller Erschütterungen, welche die innere Politik des deutschen Reiches zu erleiden hatte, ist der durch sie hindurchgehende rote Faden dennoch deutlich zu verfolgen gewesen: Den Konservativen paßt der Block nicht, und die Abneigung dagegen ist so groß, daß sie sich auch auf den Blockkanzler überträgt. Und auch unsere Beurteilung der Wahlrechtsfrage hat sich als richtig herausgestellt. Die Konservativen geben in gar nichts nach, und wenn die Regierung auch nur Scheinkonzessionen verspricht, so machen sie auch darin nicht mit, denn sie wollen in dieser Frage auch nicht einmal den Schein einer Konzession hervorrufen. So ist denn zurzeit das Verhältnis zwischen Bülow und den Konservativen aufs äußerste zugespitzt, und Bülow ist wieder gezwungen, auf der politischen Hintertreppe um seinen Reichskanzlerposten zu kämpfen, während er gleichzeitig in der Front von den Agrariern angegriffen wird. Um den Ausgang dieses Kampfes sich zurzeit. Alle schwebenden Fragen, auch die der Reichsfinanzreform, sind vom Ausgang dieses Kampfes abhängig. Und es ist kaum anzunehmen, daß das Grübchen Bülows in diesem Kampf den Sieg davontragen wird. Dalles auch im Reichslande. Bis vor ganz kurzer Zeit gaben die Finanzen von Eljaß=Lothringen vom technischen Standpunkt aus zu Einwendungen wenig Veranlassung. Noch vor einigen Jahren schwamm man im Reichslande nur so im Golde. Jetzt ist es anders geworden. Zusehends verschlechtert sich auch in Elsaß=Lothringen die Finanzlage, und die soeben veröffentlichten Schlußzahlen des reichsländischen Etats offenbaren, daß auch hier der Dalles Trumpf ist. Der Etat schließ in Einnahmen und Ausgaben mit 66894 137 Mk. ab. Davon entfallen auf den ordentlichen Etat an Ausgaben 61 307209 Mt. Der außerordentliche Etat verzeichnet an Ausgaben 4 741 933. Mk., an Einnahmen 4586923 Mk. Um lancieren zu können, mußte die Regierung zu dem verzweifelten Aushilfsmittel greifen, zu den tarifmäßigen Sätzen der Verkehrssteuern einen Zuschlag von einem Zehntel zu erheben. „Die Regierung will diese nicht genug zu verwerfende finanzpolitische Maßnahme nur vorübergehend anwenden. Schon aber jubeln die bürgerlichen Blätter, das sei ein Fingerzeig dafür, daß im Reichsland die Finanzreform gemacht werden könne. Durch die Erhöhung der Verkehrssteuern will man um die Einführung der progressiven Einkommensteuer herumkommen. Eine neue Blüte des Reichsvereinsgesetzes. Im Dezember fand in Greiffenberg i. Schl. eine öffentliche Versammlung des Fabrikarbeiterverbandes statt. Zwei Polizisten erschienen widerrechtlich zur Ueberwachung und entfernten sich— trotz mehrfacher, Aufforderung— nicht. Die Beschwerde des Einberufers der Versammlung, des Gauleiters Kowalczik=Breslau, wurde zurückgewiesen. Dafür bekam Kowalczik eine Anklage wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes und wegen Beleidigung. Die beiden Polizisten wollten als„Hanswürste" und„Nachtwächter“ beschimpft worden sein. Gestern fand vor dem Schöffengericht in Greiffenberg die Verhandlung statt. Kowalczik bestritt auf das entschiedenste jede Beschimpfung der Polizisten. Auch ein Entlastungszeuge hat hiervon nichts gehört. Das Urteil lautete in bezug auf Uebertretung des Vereinsgesetzes auf Freisprechung, in bezug auf Beleidigung der Polizisten auf 50 Mk. Geldstrafe. Den Aussagen der Polizisten schenkte das Gericht vollsten Glauben, während es die Aussage des Entlastungszeugen für unglaubwurdig hielt. Zur Reichstagsersatzwahl in Verden haben die Freisinnigen den Justizrat Lewin=Berlin, den Schwiegersohn des Abgeordneten Traeger, aufgestellt. Eine Berggesetznovelle ist im preußischen Handelsministerium fertiggestellt und bereits dem Staatsministerium zugegangen. Es wird mit der Möglichkeit gerechnet, diese Novelle dem Landtage im nächsten Monat zugehen zu lassen. Vom deutsch=schweizerischen Mehlkrieg. Zürich, 25. Jan. Nun beginnen die schweizerischen Bäckermeister und Konditoren zum Mehlboykott Stellung zu nehmen. Der Zentralvorstand des 3000 Mitglieder zählenden Bäckermeisterverbandes ruft eine außerordentliche Versammlung für den 9. Februar ein und beantragt den Anschluß an den Boykott. Pilsener Bier und deutsches Kapital. Tübingen, 25. Jan. Infolge der tschechischen Ausschreitungen in Prag hatte die gesamte Studentenschaft in Tübingen den Boykott über Pilsener Bier verhängt. Da diese Bewegung größeren Umjang anzunehmen und auch auf andere Universttätsstädte überzugreisen drohte, erschien hier eine Gesandtschaft“ des Bürgerlichen Höhle, Frichten„Hler eine„Gesandischaft der Brauhauses aus Pilsen. um weiteres Unheil zu verhindern. Sie gab die nötigen Aufklärungen über die nationale Stellung und wies durch veglaubigte Abschriften nach, daß in der Brauerei überwiegend deutsches Kapital arbeite. Darauf wurde in einer Vollversammlung der Studentenschaft der Boylott wieder aufgehoben. Freuden begrüßen. Der Minister des Aeußern Paprikow erklärte, daß die Einberufung der Reserven nur eine Vorsichtsmaßregel sei und daß Bulgarien nicht die Absicht habe, den Frieden zu stören. Dies zei am besten durch die Verhandlung bewiesen die Minister Liaptschew in Konstantinopel geführt hat und an deren Schluß ein bulgarisches Angebot formuliert worden sei. Nachdem der Minister die Verhandlungen mit der Türkei weiter erbriert hatte, kommt er zum Schluß, indem er sagte ahne von dem Grundsatz ahzuweichen die emischen uns nd Kommnnales. Bei den Magistratswahlen in Fürth erhielt die Sozialdemokratie drei und der Block fünf L#andale. Türkei weiter erörtert hatte, kommt er zum Schluß, sügir, ohne von dem Grundsatz abzuweichen, die zwischen uns und der Türkei schwebenden Fragen friedlich zu erledigen, haben wir 5: Mahlisherung angariget weicd. 9.ic erscdigen. he Die Agrarier und die Erbschaftestene: Bei Bekanntwerden der Steuervorlagen hat die Leitung des Bundes der Landwirte eine Sturmaktion gegen die Nachlaßsteuer angeordnet. Täglich sind die Resultate dieser Aktion in den Berichten über agrarische Protestversammlungen zu finden. Und die konservativ=agrarische Presse unterstützt dieses Treiben redlich durch unausgesetzte, scharfe Verdammungsurteile gegen eine Steuer auf Ervschaften und Nachlässe, die der„Ruin der deutschen Familie“— versteht sich, soweit diese zu der besitzenden Klasse gehort— bedeutet. Man kann es aber bei den Agrariern auch anders lesen Das ZAgxarische Handbuch“, zweite Auftage, Verlag des Bundes der Lanowirte, Berlin 1903. enthält unter dem Stichwort:„Erbschaftssteuer“ einen umfangre chen, sehr sachlich gehaltenen Aufsatz, dem wir die folgenden Sätze entneumen: „Unter Erbschaftssteuer ist die Besteuerung eines Vermögensanfalles im Falle des Erlganges zu verstehen. Sie läßt sich als zin. Zittelding zwischen Gebühr und Steuer charakterisieren. Gebühr erscheint sie, insofern sie als Gegenleistung für die Sicherung und die Hrdnung des d ermügenzüherg a Sicherung und die Oronung des Vermogensuverganges ourch die staatliche Rechtsordnung betrachte werden kann. Indessen geht sie in ihrer Höhe, sowie in ihrer Ausgestaltung im einzelnen über die Merkmale der Gebühr hinaus und zeigt das Wesen einer zur Deckung von Staatsbedürfnissen erhobenen Auflage— also der Steuer. Als Steuer nimmt sie die Stellung einer Vermögenssteuer ein, und bildet damit in Staaten, die keine allgemeine direkte Vermögenssteuer besitzen. die Form. in der das jundierte, d. h. auf Vermögensbesitz gestützte Einkommen, seiner größeren Steuerfähigkeit entsprechend, höher belastet wird. Doch auch in Ländern, die, wie z. V. Preußen. eine solche direkte Vermögenssteuer besitzen, ist die Besteuerung der Erbschaften trotzdem zu billigen, insosern sie nämlich eine Korrektur und Kontrolle für die richtige Zahlung der Einkommen= und Vermögenssteuer bildet. Die Erbschaftsstener ist prinziviell und praktisch eine äußerst günstige Form der Besteuerung. DaVermiögenstlasten gan Vermöger ersaßt und nicht einzelne Vermögenstlosser herausgreift, ist oie Verteilung des Steuerdruckes eine eyr gunstige. Ferner ist eine Ueberwälzung dieser Steuer von den starken Steuerlräften auf die schwachen in keinem Falle zu befürchten, und ist die Erhebung der Erbschaftssteuer auch wenig belästigend da dieselbe an den Todesfall anknüpft, bei welchem, zwecks Teilung. doch eine Tarierung aller Vermögensbestandteile gewöhnlich stattfindet und häufig auch die Mitwirkung öffentlicher Behörden vierfür in Anspruch genommen wird. Ebenso wirkt finanziell die Steuer günstig, da mit dem Ralfsmahlstand und ahne kr Pozs; vo mit dem wachsenden Voltswohlstand und ohne Erhoyung der Steuersätze 5agate wachsende Einnahmen entstehen. Auch gestattet die wesches sitteuer eine sichere Erfassung des gesamten Vermögens, „Selig, sa, anderen Steuexn leichter zu entziehen weiß und ermoglicht, wie bemerkt, die Nachyolung umgangener Steuern und trägliche Belastung in der Hand des neuen Erwerbers. Neben der Erbschaftssteuer bedarf es einer Steuer auf„Scheniun verbünte Lebenden“, um die Umgehung der Erbschaftsteuer Bezüglich der Besteuerung nach Nähe der Verwandtschaft greisen, nun Unterschiede Platz. In Hessen, Sachsen und Würtleiben die Anfälle der Aizendenten, Desszendenten und Shssatterin in Preußen, von der Steuer befreit, in Baden renb in Elsaßz=Lothringen. Steu berangezogen, wähKlasen steuerpflichtig siund nach französischem Spstemn alle brei Von außerdeutschen Staaten verdienen hier insbesondere England und Frankreich Beachtung. In beiden Ländern ist die Eroschaftssteuer, an Stelle der fehlenden allgemeinen, direkten Vermögenssteuer, stark entwickelt. In England hat die Erbschaftssteuer durch Gesetz vom Jahre 1864 eine wesentliche Neugestaltung erhalten. Sie zerfällt in zwei Teile, die Estate duty Legary, duty. Die erstere trifft das Vermögen ohne Rüclicht auf Nähe der Verwandtschaft, lediglich nach seiner 100 Herl progressiver Form, steigend von 1 Prozent bei Was die Erträge der Erbschaftssteuer angeht, so betrugen dieselben pro Kopf der Bevölkerung 1893/94 in Preußen 0,07 Mark, in den übrigen Bundesstaaten erhoben sie sich von 0.05 Mark auf 1,77 Mark(Hamburg). Die Geringfügigkeit der Einnahmen findet ihre Erklärung in der Steuerfreiheit der nächsten Verwandten, und ferner durch den Grundsatz, daß im Inlande befindliches Vermögen eines Erblassers, der im Auslande seinen Wohnsitz hat, nur insoweit versteuert werden soll, als der in kommende auswärtige Staat keine oder eine geringere als die preußische Abgabe erhebt....... Man wird zugestehen müssen, daß hier ein Mangel de preußischen Erbschaftssteuergesetzgebung vorliegt, der nicht unbedenllich ist und beseitigt werden muß." :7 Anghilislchmegendeg Fragen friedlich zu erledigen, haben wir die Mboilisierung ungebroner. weiche auch nicht die Bedeutung hat. die man ihr beilegt. Die Kammer votiert zum Schluß der Regierung ihr Vertrauen einstimmig. Berlin, 25. Jan. Von wohlunterrichteter türkischer Seite erfährt der„Lokalanzeiger“, daß der Türkei ein Handstreich auf bulgarisches Gebiet durchaus ferngelegen habe, zumal in Konstantinopel nicht die Absicht besteht, die ohnehin verwickelte Lage auf dem Balkan durch eine gewaltsame Grenzregulierung noch weiter zu komplizieren. Der partiellen bulgariichen Mobilsomit lediglich die Furcht vor einer überraschenden türkischen Besetzung bulgarischen Gebietes als Vorwand untergeschoben worden. Es sei selbstverständlich, daß man es jetzt von türkischer Seite nicht an entsprechenden Gegenmaßregeln fehlen lassen werde. sollte sich doch lieber nicht in diese so ganz unnötigen Unkosten stürzen.: steie io gang Nußsand. „N. K. 28281 politische Verurteiste während der Verfassungszeit. Man schrei#t uns aus Petersburg: Bekanntlich wird ein großer Teil der Bevölkerung auf administrativem Wege mit zahllosen Strafen belegt; die Verbannungsorte sind voll von solchen politischen Verbrechern, und ungeheure Summen würden sich ergeben, wenn man die mannigfaltigen Geldstrafen zusammenrechnen wollte. Allein, wie es junigen scheint. scheint, lassen sich die Angaben über dieses Gebiet gar nicht gedie„Prawda Schisni“ eine Stazuieres.„Singegen, hat, die.„Prawda Schisni“ eine Statistik auer ourch regetrechtes gerichtliches Verfahren während der ersten drei Verfassungsjahre(30. Oktober 1905 bis 30. OkZerbrecher gesantgen###rteile„zutober 1908), gegen„politische Verbrecher gesällten Urteile zusammengesteut und berechnet, daß in dieser Zeir 28 281 Politische " schwexen Silagen=Frürtem worden gur, Don virler, ghoßen zu schweren Strafen verurteilt worden sind. Von dieser großen Armee haben 15 590 Personen in die Gefangnisse, Titziplinarbataillone, Arrestantenabteilungen usw. wandern müssen, 1009 wurden zur Deportation verurteilt und 6517 verfielen der Katorga(der fürchterlichen Zwangsarbeit in Sibirien). Der Rest, wahrlich ein imponierender Rest, nämlich 5165 Personen wurden zum Tode verurteilt; von diesen sind tatsächlich 2835 Menschen hingerichtet worden, während das Schicksal der übrigen zum Teil unbekannt geblieben ist, zum Teil eine Milderung au Gnadenwege(Erjetzung der Todesstrafe rurch Katorga und dergleichen) erfahren hat. Kierikale Bildungsjurcht. Aus der städtischen Lesehalle in Mülhausen i. E. sind auf Beschluß der Bibliothetlommissirn des klerikal=liberal=demokratischen Gemeinderats die seit Jahren ausliegenden Zeitschriften„Jugend",„Simplicissimus“,„Neue Zeit",„Leipziger Volkszeitung"„Freidenker",„Menschentum“ u a.entfernt worden. Dafür werden mehr geistliche und Muckerschriften ausgelegt „Die Sonntagsruhe und der Gemeinderat in Straßburg. Der sozialistenreine Straßburger Gemeinderat hatte sich am w.ittwoch mit einer Aenderung des Ortsstatuts über die Sonnta####ruhe zu beschäftigen. Vor kaum zwei Jahren ist das Statut erst unter großen Muhen des damaligen Gemeinderats beschlossen worden. Es setzte die Verkaufszeit der Bäckereien auf sieben bis zehn Uhr vormittags fest. Tagegen liefen die Bäckermeister Sturm. Sie verlangten eine funsstündige Verkaufszeit, von fünf bis um 10 Uhr. Mit 21 gegen 4 Stimmen erfüllten die bürgerlichen Gemeinderäte nunmehr die Wünsche der Bäcker. Die Interessen der Angestellten wurden achtlos beiseite geschoben; man erwähnte sie kaum. Auch die Exportgeschäfte verlangten eine sonntägliche Verkaufszeit von zwei Stunden, wie sie die Detailgeschäfte haben. Für diese Forderung trat der Zentrumsführer Dr. Burguburn mit dem Hinweis auf den vorstehenden Beschluß ein. Warum sollten die Handelsgeschäfte in den Engrosgeschäften Voxteile haben, wenn die übrigen Angestellten keine haben? So begründete er seine rückständige Ansicht Die Forderungen der Engrosgeschäfte wurden abgelehnt. Das gleiche Schicksal war einer Eingabe des Handlungsgehilfenvereins beschieden die als Gegenforderung gegen die Eingabe der Engrosgeschäfte die völlige Sonntagsruhe forderte. Das Koalitionsrecht der Schutzleute. Der Stadtrat der Stadt Nürnberg zerbietet seinen Schutzleuten, sich zu vereinigen, zur Vertretung ihrer Verufsinteressen sich zusammenzuschließen. Bis vor einigen Jahren bestand ein Verein der Schutzleute; als er jedoch anfing, sich mit wirtschaftlichen Fragen zu beschäftigen, wurde den Schutzleuten der Reitritt verboten. Nachdem jetzt Sozialdemokraten in die Stadtverwaltung eingezogen sind. nahmen sie im Gemeindeiollegium Stellung zu der Angelegenheit und beantragten, den Magistrat zu ersuchen, den Schutzleuten uneingeschränktes Koalitionsrecht einzuräumen, und entgegenstehende Beschlüsse aufzuheben. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen, nur die Nationalliberalen stimmten dagegen. Die Vertuschung der Rigger Folterkammerassäre. Aus Petersburg unterm 13. Januar wird geschrieben: „Wenn schon einmal die russische Regierung zur Revidierung, zuzselligge, und eventuellen Abschafsung auffehenerregender Iirenetoien oder Mißslände sich entschließt, so stellt sich nach lue#merngen der Verfassungsjahre der„rücksichtslose“ Entschluß hinterdrein stets als eine plumpe Komödie heraus, die nur dazu bestimmt ist, der erregten Oeffentlichkeit Sand in die Alugen zu streuen, die derrschzenden Taurtlillest Sggd in, wonz Glanz des Rechtstrehens hestrat). n Augenblich vom Glanz des Rechlsstrebens bestrahlt erscheinen zu lassen und vor allen Dingen die bloßgestellten Bureaukratichelden durch Verschleppungskünste vor völligem Zusammenbruch zu retten. Man kennt das Ergebnis aller mit großem Tamtam ins Werk gesetzten Revisionen von Pogromen durch Senatoren, man kennt die Liquidierung der Gurko=Lidwal=Affäre und zahllose ähnlich „Liquidierungen“, und die nächste Zukunft wird lehren, daß auch „„IRspisionen der von hockgestellten Beamtenbanden im Enbetriebenen Diebstähle und Erpressungsgeschäfte von Moskau, Petersburg, Kiew, Tiflis, Taschkent, der Wolgagouvernements usw. die großen Schuldigen am wenigsten treffen werden. e sere sebt 5a##t wenn das Revisionsobjelt losialeit Oraien, and selbst die agert die realtionäre SchamFiasko der Eisenbahntarifreform und der Fahrkartensteuer wongleil Erglen, und selbst die unheimlichsten, in den Polizeisamen oder Kerkern sich abspielenden Inquisitionsakte bleiben gewöhnlich unbestraft. So kommt momentan die Botchaft, daß das gegen die Rigaer Geheimpolizei wegen entsetzlicher Miphandlungen und grausamer Folterungen von Häftlingen angestrengte Prozeßverfahren laut Entsch. idung des Gouverneurs von Livland eingestellt worden ist. Also konnte es in gegenwärtigen Ruß'and geschehen, trotzdem die Rigaer Schandtaten selbst von amtlicher Stelle in der ersten Ueberraschung zugesenden, worden waren. Verrachung Als nämlich vor etwa zwei Jahren die Enthüllungen über die berüchtigte Folterkammer durch die„Russische Korrespondenz", übergeben und von vielen russischen und nichtrussischen Blättern reproduziert worden waren, griff unter den allgemeinen Druck auch der Chef des Polizeidepartements Trussewitsch ein, ließ eine Untersuchung der Juquisitionsaffäre vornehmen und stellte fest, daß„die Handlungsweise der Polizei die gesetzlichen Grenzen überschritten“ habe, daß die„Polizeibeamten sich gegenüber den Gesangenen Grausanckeiten und Mißhandlungen gestattet hätten!“. Nun wußte die gesamte rusGechesen sltischaft, was, hinter den sonst verschwiegenen Mauern und auch ohne eine allzu ausgebildete Phantasie konnte sich ein jeder auf Grund dieses hochofsiziellen Zugeständnisses die grausige Wirtsichiest ausnalen..— StgeständtAuch der Minister des Innern sah sich damal? Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Bielefeld, 26. Januar. — Achtung, Filielerpedienten! Die Filialexpedienten, welche die Zeitungen durch die Post überwiesen bekommen, werden aran erinnert, daß sie sofort augeben müssen, wieviel Zeitungen sie für Februar gebrauchen. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns gechrieben: Heute wird Hogols„Revisor“ gespielt. Dieses Lustpiel, das schon seit langem der Weltliteratur angehört, ist ein Kulturstück. Die einzelnen Charaktere stehen so lebenbig da, daß dieses Werk, wenn es auch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts spielt, seinen dauernden Platz auf allen Bühnen der Kulturwelt behaupten wird. Morgen wird„Die Anna=Lise“ gegeben. ..— Im Zirkus Straßburger findet, wie uns die Direktion schreibt, am Dienstag, 26. Januar, für die hier so schnell beliebt gewordenen Clowns Rappo und Reade ein Benefiz= und Ehrenabend statt. Es ist unglaublich, wie diese beiden Artisten es in kurzer Zeit verstanden haben, sich die Gunst des hiesigen Publikums zu erwerben; ihr Auftreten wird jeden Abend mit Freuden begrüßt. Was der Humorist Otto Reutter auf die Bühne bringt, das bringen diese Herren in die Manege. Es ist zum Staunen, wie diese Leute über unsere städtischen Angelegenheiten informiert sind, was natürlich viel Anklang findet. Alles, was uns diese Herren zeigen, ist Original=Idee des genialen Rappo, der ein seltenes Mundu#erk hat und ein origineller Kauz sein muß. Zu diesem Benefizabend ist ein interessantes Programm aufgestellt. Es wird nur einmal aufgeführt; es steht somit ein recht genußreicher Abend in Aussicht. Das Originellste, was jemals hier war, dürfte das alte Weiber=Rennen sein, zu dem ich einige Damen aus der Stadt gemeldet haben. Die Damen rennen nicht auf Pferden, sondern mit den eigenen Beinen Nachher wird Rappo eine Ansprache an das Publikum halten. — Das Zahnen. Gewöhnlich findet das erste Zahnen zwischen m sechsten und achten Mangt statt die Nar, schen dem sechsten und achten Monai statt, die Vorzeichen rundigen sich durch Hitze im Zahnfleisch, einen leichten Speichelabfluß, Niesen usw. an., Das Kind fährt oft mit seinen Fingern in den Mund und steckt alles, was ihm in die Hand kommt, zwischen seine kleinen Kinnbacken; seine Wangen röten sich danach erblassen sie, das Zahnfleisch und die Backendrüsen schwellen an. Um diese Anzeichen zu beseitigen, untersuche man den Mund des wird erneut und außergewöhnlich drastisch bestätigt durch die soeben veröffentlichten Betriebsergebnisse der Reichseisenbahnen 1907. Die Verteuerung der Fahrpreise hat eine alle Vefürchtungen weit übertreffende Abwanderung in die unteren Klassen zur Folge gehaht. Von 38 187261 im Jahre 1906 hat sich die Zahl der beför. derten Personen auf 41 790 720 im Jahre 1907, also um 3600159 (gleich 9.4 Prozent] vermehrt. Die Gesamteinnahme aus dem Personenverkehr ist in den beiden Jahren der Zahl der beförderten Personen, mit 23656042 Mk. und 23 776 164 Mk. ziemlich gleich geblieben. Die Ursache für die Erscheinung liegt in dei erwähnten Abwänberung Kr giere in untere Wagenklassen. Es wurden nämlich befördert: Wagen=Klasse 1907 Proz. 1906 Proz. brch iel Bbilch odie Ganbere Sell. Rkese. Scal=3sPat, idie, Vorgschne einer gerichtlichen Helmitel, die bei Kilndern in desen Alter zur Auwendung de. Gerstis gestg##e amtgen Fotterer zu empfehlen. So bracht werden können sins leichte Reibungen des 5. lächlich sich auch die neue Instarz der ih auferlegt .chen etteert zu empseten, un kein: erungen, ver, Bahnsleischez, Insigug der ihr auserlegten Auf( z#eine schwache„Klystiere, Einöung n, einige Teelössel von zigen suchte, das Belasrungsmoterial licz sich nich:s Gummi= oder Lichoriensirup, Flanellbinden usw. Solten Zer oupereneanu ar.e. e sitliche!— Kleister zum Kleben von Papier auf Metall. Einen guten I. 239 886 gleich 0,57 823 866 gleich 0,85 2789 304„ 6,68 8429645" 8,98 UI. 16 107637" 88,51 81 882 750" 83/49 IV. 21 502 014„ 51,45 1417000" 8,71 Die Einnahmen im Personenverkehr verteilen sich auf die Wagenklassen wie folgt: Wagen=Klasse 1907 1906 I. 1 471 392 1 793 656 UI. 5010 098 5 696 368 III. 10 509 958 15 006 894 IV. 6 227092 611 935 voerfächlich sich auch die neue, gabe zu entiebben P. Hrtersuchernge“ übergab sie anfangs 4908 sämtliche Untersuchtig n#g derz g gerneur, der darüber enoglunig zu entscheiden hatte, ob er seine untergebenen ihrer Stellungen entheben, bezw. vor ein Gericht stellen mochte. Wiederum verging Zeit bis der erwöhnte Schlußrefrain kam. Als unrussischer Bureaukrat hielt sich der Gouverneur von Livland an die immer mehr überhandnehmende Reaktion, ließ Pos. des„ dringenden Warnungen des„Verkandes des russiliche Verfahren ein. Stsepptan ziehen und stellte das gefähr. ist aber das Institut der Folterkammer, deren Vorhandensein, was die Rigaer betrifft sogar der Chef des Polizeidepartements bei aller Milde der Ausdrucksform nicht hat leugnen können, für das ganze Reich sanktioniert. Allerdings weiß man es schan längst, daß die Folterungen von Politischen in den Ke a 3 u seit jedock di: Rigg in gang und gabe, sind. heißem. Walser in, derse lben Weise, wie man gewöhnlichen Kleister herstellt. Fur heufarbenes Papier nimmt man weißen Zucker, für dunkles kann man braunen verwenden. Der Kleister wird bald sauer, und muß jeden Tag frisch bereitet werden. " Trotz der Steigerung der Fahrpreise sind die Einnahmen In den ersten drei Klassen, besonders stark in der dritten, gesunken. Und die enorme Steigerung der Einnahmen in der Hierter Slaste die eagars. Stezerung der, Einnabmen in der pierter 1151e.— infolge der bedeutend stärkeren Benutzung derselben gegen früher— hat nur vermocht, den Einnahmeausfall der höheren Klassen auszugleichen. Kouflikt auf der Balkauhalbinsel. Sofia, 25. Jan. Der Regierungsabgeordnete Statanow begründete in der Sobranje seine Anfrage über die Mobilisierung der Tundschadivision. Er erklärte, die Nation werde alle schnellen und entschiedenen Maßnahmen der Regierung zur Verteidigung der Unabhängigkeit und der nationalen Interessen mit rumnichen Gefängnissen in der letzten Zeit gang und gäbe sind. Die Straflosigleit jevoch, die in Riga für die Folterer urhi et orhi angekündigt worden ist wird das Höllenleben in den russischen Gefängnissen bis zur Unerträglichkeit steigern. „Die Gärung in Indien. Kalkutta, 25. Jan. Ein eingeborener Diener, welcher im Salonwagen des Generals Kitchener angestellt war, ist in Lillooch mit durchschnittener Kehle in dem Wagen aufgefunden worden. Es heißt, daß zwei weitere indische Diener fehlen. Diese Morde werden auf die geheimen Gesellschaften zurückgeführt, welche seit einigen Wochen Propaganda gegen die englischen Behörden machen. Persten. „Pese ris Revolntion. Teberan, 25. Jan. Die Endschumen #s. haben eiu. Telegramm an den Schah gerichtet, worin #.i9 Punkte aufführeh, welche zu erfüllen sind, bevor sie die waffen strecken. Unter diesen Bedingungen befinden sich u. a. nung der Endschumen. Parlaments, sowie die AnerkenChristliche Berichterstattung. „Des,„Ravensberger“. Nummer 19 vom 23. Januar, bringt richt vom Tahakarseitung entnommenen BeGenosse Schliten=Rieseeagor b. In diesem Bericht heißt es: Inucet SSchuter=Hieleseld führte eine ganze Reihe von westfalischen Gemeinden an, die fast alle zwischen 20 bis 62 Prozent der Steuer aus der Tabakindustrie ziehen. Die Stadt Minden bezieht nach seinen Eingaben(soll wohl lngaben heißen) 105 000 Mark aus dieser und 49000 Mark aus andern Quellen.“ Hierzu. Seköbre worden ise. die Stadt Minden von mir nicht ander Henischritt: Disppon mir genannten Gemeinden habe 1006###ntschrift der Mindener Handelskammer vom Jahre 1906 entnommen. Die obengenannten Zahlen sind die Steuereinnahmen der Stadt Bünde vom Jahre, 1905/08. #yeim Schlüter. Deutscher Arbeiter=Tängerbund. Gan östliches Westfalen und lippische Fürstentümer. Bezirk 3. mersin, 18.,„Pai findet in Schildesche ein Bezirksfest statt. Die heiten anzusezen, beten, auf diesen Tag keine anderen FestichVersammlungen. Pisträgengmähe B## ie iee band.., Säuliche Ger. sselefeld. Holzarbeiterverband. Sämtliche Rerabend 6½ Uhr zu einer äußerst Bielefeld. Verba Judieste 5 * Stieghorst, 23. um ¾48 Uhr brach brügge Feuer aus. s. Hersord, 25. Ueler den Zustand brochen schwer Klage wieder allgemein. S weges eine Eingabe Magistrat gerichtet. trostlos. Bei Regen kaum zu passieren. Schule kommen, sind Ganz ernsthaft wiro Vorwänden die Kind Gewiß sind die Fir günstigen, aber den 1 nügt werden. Einen mehr benützen könne notwendiger, als 9 bundes, zu welchem Mark bewilligten. * Herford, 25. ford. Der in der tete Geschäftsbericht die Arbeiter=Turnbei Da der bisherige wurde an dessen Ste den 10 De'egierte zu bei Wirt Liedke, He Turntag in Bremer giert., Leider befinde 1g selbst politisch orgo schaft. Auch wäre zu ntanzen der hiesigen mehr unterstützt wür F. Herford, 25. Wie die kleinen Krar zeigt uns die durc sekretärs Beissert in. kasse der Maurer. servefonds von 8000 0 eine Höhe von 2800 legenheiten berauszuk von diesen 2800 Mk. pflichtungen alle gede überhaupt nichts übr hältnisse sind ja nun höhere Beiträge besch Leistungen gegenüber für den Reservefond schäftsführung gibt z gestellt, daß der frühe seiner Tätigkeit kein Eintrittsgelder geblie oder sind sie erhoben Wie es aber cam, das die Rechnung abgen geldern zu fragen, da lung beantwortet wer * Sa'ze en. 25. Ausschreibrig der T wurden fol zende Off Mark, Herr Eilbrad Herr Kott kann 964 Unterschied zwischen nicht weniger als 10 man derartige Unter die Holzpreise als zi * Detmold, 25. Jo Gefangvereins gesbruders,„Alexa mittaas 5 Uhr, am Zur U bung des Gr „Centre shalle“. * T tmold, 25. Schu“ mann wurk dem 1. April treten Dienst an. Einer di angeschossen. Der T Schule besucht, zog! auf den Schutzmann des Angeschossenen, p# der Angegriffene mit ist ein Strafverfahre * Detmold, 25. J gestohlen. Ein Geld aus einem Ver Vorher lagen nic der Vielefeld. Verband der Steinsetzer und Berufsg nossen. Sonntag, 31. Januar, morgens 10 Uhr, bei Indieste:: Mitgriedervergamm. ung. * Stieghorst, 23. Jan. Feuersbrunst. Heute morgen um 348 Uhr brach au der Lesitzung des Neuv######s Vorverbrügge Feuer aus. Der Hof ist vol.stäntig nichergebrannt. s. Hersord, 25. Jan. Klagen aus der Felomark. Ueler den Zustand der Wege in den Feldmarken sind ununterbrochen schwer Klagen erhoren worden. Jetzt werden dieselven wieder allgemein. So haben u. a. die Anwoyner des 1. BülterEingabe um Instanrsetzung dieses Weges an den weges eine Magistrat gerichtet. Der Zustand dieses Weges ist geradezu trostlos. Bei Regenwetter ist der Weg von Frauen und Kindern kaum zu passieren. Da die Kinder dann mir nassen Füßen zur Schule kommen, sind starke Erkältungen die natürliche Folge. Ganz ernsthaft wird ir den Familien beraten, unter welchen Vorwänden die Kinder von dem Schulbesuch fernzuhalten sind. Gewiß sind die Finanzverhältnisse der Stadt Herjord keine günstigen, aber den notwendigsten Anforderungen muß doch genügt werden. Einen Weg, den Kinder und Frauen fast nicht mehr benützen können, herzurichten, ist unteres Erachtens doch notwendiger, als. B. der Festivielplatz des Deutschen Turnerbundes, zu welchm der Magistrat und Stadtverordnete 1000 Mark bewilligten. * Herford, 25. Jan.„Freie Turnerschaft“ Herford. Der in der Ceneral=Versammlung am Se##tag erstattete Geschäftsbericht gab Zeugnis, daß im verflossenen Jahre die Arbeiter=Turnbewegung sich gut entwickelt hat. Da der bisherige Geschaftsführer auf Wiederwahl verzichtete, wurde an dessen Stelle Turngenosse Wolte gewählt. Es wurden 10 De'egierte zum Bezirksturntage, welcher am 14. Febr. bei Wirt Liedke, Herford, stattfindet, gewählt. Zum KreisTurntag in Bremerhaven wird Turngenosse Schlimmer delegiert. Leider befindet sich hier noch eine Anzahl gewerkschaftlich, ja selbst politisch organisierter Arbeiter in der deutschen Turnerschaft. Auch wäre zu wünschen, daß wir von den leitenden Inganzen der hiesigen Arbeiterbewegung in der Aufklärungsarbeit mehr unterstützt wurden. F Herford, 25. Jan. Zum Krankenkassenwesen. Wie die kleinen Krankenkassen um die Existenz kämpfen müssen, zeigt uns die durch die Unterschlagungen des Verwaltungssekretärs Beissert in der Oeffentlichkeit so oft genannte Krankenkasse der Maurer. Gesetzlich müßte die Kasse über einen Reservefonds von 8000 Mk. verfügen. Zurzeit hat derselbe aber nur eine Höhe von 2800 Mk. Um aber aus den bestehenden Verlegenheiten herauszukommen, sieht sich der Vorstand gezwungen, von diesen 2800 Mk. noch 2000 zu entnehmen. Sofern die Verpflichtungen alle gedeckt würden, dürfte von dem Reservefonds überhaupt nichts übrig bleiben. Zur Besserung der Kassenverhältnisse sind ja nun in der November= Generalversammlung höhere Beitrage beschlossen worden, da diesen aber auch höhere Leistungen gegenübersteben, ist es sehr fraglich, ob Ersparnisse für den Reservefonds gemacht werden können. Auch die Geschäftsführung gibt zu Bedenken Anlaß. Wird doch jetzt festgestellt, daß der frühere Rendant Beissert in den ganzen Jahren seiner Tätigkeit kein Eintrittsgeld verbucht hat Wo sind diese Eintrittsgelder geblieben? Sind sie gar nicht erhoben worden. oder sind sie erhoben und nicht in das Kassenbuch eingetragen? Wie es aber cam, daß jahrelang dem Rendanten vom Vorstande die Rechnung abgenommen wurde, ohne nach den Eintrittsgeldern zu fragen, das dürfte in der nächsten Generalversammlung beantwortet werden müssen. * Sa'ze sen. 25. Jan. Submissionsblüten. Bei der Ausschreibrig der Tischlerarbeiten zum neuen Badehause hier wurden folzende Offerten abgegeben: Herr Ang. Meier 1774 Mark, Herr Eilbracht 1081,45 Mk., Möbelfabrik 1033,75 Mk., Herr Kott kann 964 Mk., Herr Heseker u. Co. 685 Mark. Der Unterschied zwischen dem Höchst= und Niedrigstbietenden beträgt nicht weniger als 1089 Mark. Bei solch kleinem Objekt sollte man derartige Unterschiede doch nicht für möglich halten, zumal die Holzpreise als ziemlich feststelend zu betrachten sind. * Detmold, 25. Jan. Die Mitglieder des ArbeiterGesangvereins werden ersucht, zur Beerdigung des Sangesbruders Alexander am Mittwoch, 27. Jannar,9 nachmittags 5 Uhr, am Landkrankenhause sich zahlreich einzufinden. Zur U bung des Grabliedes Versammlung um 2 Uhr in der „Centre challe“. * 7 tmold, 25. Jan. Ein Attentat auf einen Schu“ mann wurde hier vor einigen Nächten verübt. Mit dem 1. April treten die neuernannten Nachtschutzleute ihren Dienst an. Einer dieser wurde nun in einer der letzten Nächte angeschossen. Der Täter, ein junger Mann, welcher eine hiesige Schule besucht, zog plötzlich einen Revolver und feuerte diesen auf den Schutzmann ab. Die Kugel durchlöcherte den Mantel des Angeschossenen, prallte dann aber an der Uhrkette ab, so daß der Angegriffene mit dem Schrecken davonkam. Gegen den Täter ist ein Strafverfahren eingeleitet. * Detmold, 25. Jan. Augenblicklich wird in Detmold viel gestohlen. Ein Pferdehändler hatte vor einigen Tagen das Geld aus einem Verkauf einkassiert und dieses in seiner Wohnung verwahrt. Als er am anderen Morgen den Geldbetrag bei einer Kasse unterbringen wollte, war dieses mitsamt dem Geldbeutel verschwunden. Die gestohlene Summe beträgt 800 Mark. Den Dieben ist man übrigens auf der Spur. Eine Verhaftung ist bereits erfolgt. * Holzhausen, 25. Jan. Am Sonntag, 24. Januar, tagte im Lokale des Herrn Hundertmark eine öffentliche Tabakerbeiter=Versammlung, in welcher Kollege Kleine Bericht vom Tabakarbeiter=Kongreß in Berlin erstattete. Die Versammlung nahm folgende Resolution einstimmig an: „Die heutige öffentliche Tabakarbeiter=Versammlung nimmt den Bericht des Kollegen Kleine entgegen und erklärt sich mit den Beschlüsten des Tabakarbeiter=Kongresses einverstanden, die Anwesenden verpflichten sich, die Agitation gegen jede neue Tabaksteuer mit allen gesetzlich erlaubten Mitteln weiterzuführen, insbesondere dem Deutschen Tabakarbeiter= resp. Sortiererverbande die noch fernstehenden Tabakarbeiter zuzuführen, denn nur durch starke Organisationen sei eine Gewähr geboten zur Wahrung der Interessen der Arbeiter.“ Die Kollegen Bosse und Mücke teilen dann noch mit, daß nach vielen Schwierigkeiten der Gemeinderat sich nun auch dem Protest gegen die Tabaksteuer angeschlossen habe, selbiger habe auch eine Resolution gegen die Steuer einstimmig angenommen, welche dem Reichstagsabgeordneten Herrn Dr. Heinz Potthoff zugesandt sei. Rehme, 25. Jan. Die Parteigenocen und Tabakarbeiter einzufinden. Der Verkauf beginnt Donnerstag vorm. 10 Uhr. Vorher wird von den Auslagen nichts abgegeben. werden wir Ihnen morgen unterbreiten. Ganz aussergewöhnlich vorteilhafte Gelegenheitsposten und während der Inventur zurückgesetzte Artikel bringen wir zu erstaunlich billigen Preisen zum Verkauf. kam zu spät. Diese Grausamkeit scheint dem Dichter denn doch zu unmotiviert gewesen zu sein. Und trotzdem ist viel in dem Schauspiel enthalten, was anziehend wirkt, es scheint uns vor allem, als ob das Vorbild Ibsen erdrückend auf die Bewegungsfreiheit des Dichters gewirkt habe. Es steckt in dem Dichter doch eine ganze Menge Können. Das Stück wurde vom Ensemble des Ibsen=Theaters aufgeführt. Die Aufführung war vom naturalistischen Standpunkt aus eine Glanzleistung. Wir kommen darauf noch zurück. Vermischtes. Lielefelder Stadttheater. en. Montag, 25. Jan. Die stillen Stuben, Schauspiel in 3 Akten von Sven Lange. Schon der Titel des Schauspiels macht Anspruch auf Beachtung, es ist ein Programm in ihm enthalten, gleichsam ein Hinweis, daß der Leser oder Zuschauer ein Stück Seelenleben mit seiner Kleinmalerei vorgesetzt bekommen wird. Derartiges bringt die Gefahr mit sich, daß die Ansprüche zu hoch geschraubt und dann nicht befriedigt werden. In der Tat, es geschieht in dem Schauspiel äußerlich so gut wie nichts. Eine junge Frau lebt mit ihrem viel älteren Mann, einem Oberlehrer, in diesen stillen Stuben. Es sind sonderbare Leute dieses Ehepaar. Er bekommt fortwährend Kopfschmerzen und sie fühlt sich sehr leicht unglücklich. Aus der Stille der Stuben hort man heraus,— der Dichter deutet es nur an, er läßt es erraten und keinen der Beteiligten gerade heraussagen— daß He'ga in Wirklichkeit noch Mädchen ist und noch kein geschlechtlicher Verkehr zwischen ihr und Niels stattgefunden hat. Nun fühlt man trotzdem sofort heraus, daß Niels Helga liebt, und sie ihn auch. Und hierin liegt die Hauptschwäche des Stücks. Wenn ein Ehemann sein junges, blühendes Weib wirklich liebt, dann sollte sich während ihres Zusammenlebens, und sei es auch in den stillsten Stuben, nicht der Moment einfinden, wo er sie zärtlich in seine Arme schließt, wo er sie auf seinen Schoß nimmt, wo der Wirbel sich einstellt, der den Körper wild zum Körper reißt und der Rest Küsse und— Schweigen sind? Der liebende Ehemann soll philosophisch mit ansehen, wie sein junges Weib unbefriedigt sich abhärmt und ihm entfremdet? Das ist nicht mehr unwahrscheinlich, das ist unmöglich, und gerade die naturalistische Seelenmalerei schlägt hier in ihr Gegenteil um und wird künstlich. Es ist dies das Gegenstück dazu, daß wahrhaf tKünstlerisches, auch wenn es in der Natur nicht vorkommt und nicht vorkommen kann, dennoch natürlich wirkt. Zu diesen beiden unmöglichen Eheleuten in den stillen Stuben kommt nun eine dritt; ebenfalls durch und durch berechnete Persönlichkeit, der Amtsanwalt Carsten, der den Verführer darstellt. Die Art, wie die beiden den Ehebruch betreiben, soll naturalistisch sein, ist es aber nicht, auch nicht aus der Berechnung ihrer Seelen heraus. Es wird denn auch aus dem Ehebruch nichts, wie das auch der Verfasser vorher schon ausgerechnet hat, und zum Schluß findet das Ehepaar sich zusammen, ehe es zu spät ist; auf des Messers Schneide stand die Sache schon, denn sie, in ihrer Hilflosigkeit von dem schnurrigen Kauz, der ihr Ehemann sein sollte, mit ihrer Bitte um Hilfe abgewiesen und ssich allein überlassen, wollte schon das Gift nehmen, womit auch ihre Mutter sich vergiftet hat. Auch diese hatte schon Niels geliebt, und hier soll wohl auch der psychologische Haken in jener sonderbaren Ehe sitzen. Ganz besonders abstoßend wirkt, daß die Schlußszene, welche auf der Stube des alten Christen sen., des Vaters Helgas, spielt, eingeleitet wird dadurch, daß dieser mit einem Frauenzimmer, welches er sich für die Nacht mitgebracht hat, ein Trinkgelage anfängt, das dann durch das Erscheinen Helgas unterbrochen wird. Irgend ein Zusammenhang mit der Handlung ist da nicht mehr voryanden, es ist wohl nur da, um naturalistisch zu wirken. Das Stück schließt dann, indem Josephine, so heißt das Mädchen, in der Nebenstube, wohin sie sich geflüchtet hatte, bleibt, und dem entsprechend kümmert sich der Dichter um Carsten, den er so ganz unnütz bemüht hat, überhaupt nicht mehr. Aberdings schloß früher das Schauspiel anders, da nahm Helaa das Gift wirklich, und die Erkenntnis der beiderseitigen Liebe Die Affäre Schuwardt=Dahsei. Berlin, 25. Jan. In der Erpressergsfäre des Mitarbeiters der„Wahrheit“, des Journatisten Dahsel und seiner Rechercheurin Frau Emmy Schuwardt ist auf Beschluß des Landgerichts Berlin I die Voruntersuchung eröffnet worden. Die Affäre nimmt einen großen Umfang an, da in der Zwischenzeit weitere Anzeigen gegen Dahsel und die Schuwardt wegen Erpressung bei den Behörden erstattet worden sind. In Messina tödlich verunglückt. Breslau, 25. Januar. Klempnermeister Gabler in Zabrze erhielt, den oberschlesischen Blättern zufolge, aus Messina die Drahtnachricht, daß sein bei der Marine dienender Bruder bei den Rettungsarbeiten tödlich verunglückt und gestorben ist. Ein verkohltes Skelett vorgesunden. Frankfurt a. M. 25. Jan. In einem Kalkofen in der Gemarkschaft Berkelsheim wurde ein verkohltes Skelett aufgefunden. Vermutlich hat in der kalten Zeit ein Mann dort Schutz und Nachtquartier gesucht und ist dann durch die ausströmenden Kohlengase erstickt und dann verbrannt. Drei Mädchen ertrunken. Danzig, 25. Januar. Gestern abend brachen vier junge Mädchen aus Putzig auf dem Putziger ein. Drei von ihnen ertranken. Ein Russe verhaftet. Bern, 25. Januar. In Genf wurde am Sonnabend ein Russe namens Burische verhaftet, der von der russischen Polizei verfolgt wird, weil er angeblich im vergangenen September an einem Eisenbahnüberfall teilgenommen hatte, bei dem mehrere Personen getötet wurden. Erdbeben. Chiloso, 25. Januar. Gestern abend ist ein heitiger Erdstoß verspürt worden, begleitet von unterirdischem Getöse. Die Einwoyner flohen aus ihren Wohnungen ins Freie. Schaden ist nicht verursacht worden. Berlin, 26. Januar. In der gestrigen Sitzung der Schöneberger Stadtverordneten kam es gelegentlich der Beratung der Magistratsvorlage über den Neubau der zweiten Hälfte des Auguste Viktoria=Krankenhauses wiederum zu heftigen Szenen. Die Auseinandersetzung nahm einen derartigen schroffen Charakter an, daß mehr als die Hälfte der Stadtverordneten den Sitzungssaal verließ, weil sie sich nach einer von ihnen abgegebenen Erklärung vom Vorsitzenden Reinbacher nicht genügend geschützt gegen Beleidigungen des Stadtverordneten Zobel glaubten. Die Versammlung wurde dadurch beschlußunfähig und mußte abgebrochen werden. Eger, 26. Januar. Gestern abend zogen etwa 1000 Leute auf den Platz, wo das Hotel„Deutscher Hof" sich befindet, das lürzlich von dem Besitzer an die ausgemieteten tschechischen Beamten vermietet wurde. Die Polizei warf sich den Anstürmenden entgegen. Es kam zu einem wütenden Kampfgemenge, bis schließlich die Polizei überwältigt wurde. Die Menge stürmte darauf fünfmal das Haus, das es viele Stunden lang bomhardierte. Es blieb in dem Hause keine Scheibe ganz. Konstantinov#el, 26. Januar. In der europäischen Diplomatie hat die Nachricht von der Mobilmachung der acht bulgarischen Divisionen Besorgnis erregt und man ist fieberhaft bemüht, die Türkei zur Herabsetzung ihrer Forderungen gegenüber Bulgarien umzustimmen. Die Pforte trifft angesichts der bulgarischen Kriegsrüstungen mittlerweile energische Maßregeln Eine aus 25 Arillericoffizieren bestehende Mission reist nach Deutschland zur schleunigen Uebernahme der bei deutschen Fabriken bestellten Munition und zu neuen Ankäufen. Konstantinopel, 26. Januar. Zu dem Erdbeben von Smyrna wird noch gemeldet: Das Erdbeben hat die meisten Regierungsgebäude des Landkreises zerstört. Der Bürgermeister von Fodscha telegraphierte, daß bei der dortigen Katastrophe sechs Tote und 60 Verwundete zu konstatieren wären. Der Schaden im Landkreise Fodscha wird auf 10000 Pfund berechnet. Zürich, 26. Januar. In einem hiesigen Hotel wurde der angebliche Minendirektor Kraus aus Budapest verhaftet, der von der Dresdener Kriminalpolizei wegen Minenschwindeleien im Betrage von 130000 Mk. verfolgt wird. Kraus war im Besitze bedeutender Geldmittel. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. Es gelangen zum Verkauf: Kurzwuren, Festons. Spitzen, Besütze. Handschube, Strümpfe. Gürtel, Bünder. Berrenartikel etc. 514 10 beginnt am Donnerstag, den 28. Januar d. Js. Das vorjährige Arrangement gleicher Art wird all unseren werten Kunden und weiteren Kreisen in noch bester Erinnerung sein, sowohl hinsichtlich des aussergewöhnlich Gebotenen, wie auch durch die enormen Massen-Auslagen in gediegenen, extra für diesen Zweck weit unter Preis erworbenen Waren.— Unsere diesjährige 95 Pfg.-Woche soll aber alle früheren Veranstaltungen weit übertreffen, deshalb empfichlt es sich von selbst, unsere weiteren Annoncen, Schaufenster- und Innenauslagen zu beachten. 513 Verrader Aaumnäfen Niedernstrasse 13. Herford Alter Markt 4. BIELEFELD. Niedernstrasse 13. Biogretph-Lentrale Velsaumten Sie Moit, das am Inttwoch u. Bonnerstag ta Jeder wird weinen! Bekanntmachung. In Rücksicht auf die stets sich wiede holenden bedauerlichen und frivolen Beschädigungen unserer Baumpflanzungen bitten wir unsere Einwohnerschaft, doch mitzuhelfen, daß Personen, welche in absichtlicher Weise Baumfrevel ausüben, ihrer wohlverdienten streugen Strafe entgegengeführt werden. Wir verpflichten uns zudem, eine Belohnung von 10 Mk.(und nach Umständen mehr) an denjenigen zu zahlen, welcher Baumfrevler uns oder der Polizei=Verwaltung mit dem Erfolg zur Anzeige bringt, daß der Täter vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden kann. Herford, den 17. Januar 1909. Magistrat. Busse. Bei Drüsen, Skrofeln, englischer Krankheit, Blutarmut, zur Stärkung schwächlicher, in der Entwicklung zurückbleibender Kinder empfehle eine Kur mit meinem beliebten = Lahusen's Lebertran= „JODELLAG Der beste und wirksamete Lebertran. Leicht zu . n e h m e n u n d z u v e r t r a g e n. P r e i s M a r k 2. 3 0 u. 4. 6 0. # Alleiniger Fabrikant: Apotheker Wilh. Lahusen, Bremen. Man achte auf den Namen„Jodella“, Alle anderen Präparate sind nicht echt. Frisch zu haben In Bielefeld: Aschoff’sche, Kreuz-, Krummacher'sche, Neue, Sparrenberg- und Stern-Apotheke, sowie in den Apotheken der Umgegend.(6589 Wer die„Volkswacht“ unterstütht, ven den Scse. rinnen und Lesern der„Volkswacht“ unterstützt zu werden. welches bereits Sonntag bekannt gegeben. Kassenöffnung 5 Uhr. Renchüit ten-Gröftinung! Mache die verehrte Kundschaft von Schildesche und Umgegend Seansf athrandenr uans Gu oanie eiche un Angene Friseur-Geschaft von Herrn Schütz, Schildesche, Bielefelderstraße 13, neu eröffnet habe. Prompte und saubere Bedienung sichert zu Hochachtungsvoll sos: Adolf Rabke, Friseur. Statt besonderer Anzeige. Heute nachmittag 2½ Uhr entschief sanft nach schweren Leiden meine liebe Frau und treue Mutter, Schwester, Herford Alter Marixt Programm, 311• Jeder muss lachen! Halte den geehrten Bewohnern von Sieker u. Umgegend mein = Sarg-Magazin Sagrestesteten de Sterbelälen, sowie meinen modem Teighenwwagem bestens empiohlen Nadif Kley, Sieker, bei Schule III. Zentral=Verband der Maurer Deutschlands Zweigverein Vielefeld. Nachruf! Leiden unser trener Kolege, hud uuch brgen, Iemeremn Treppner im Alter von 54 Jahren. 507 — Wir werden sein Andenken in Ehren halten.— Die Beerdigung findet am Donnerstag nachmittag 3 Uhr vom städtischen Krankenhause aus statt. Um zahlreiche Beteiltgung bittet Die Ortsverwaltung. NB.: Sammelpunkt der Mitglieder 2½2 Uhr bei Indiestel. Schwägerin und Tante Sohanne Gasing geb. Mächler im 46. Lebensjahre. 5152 Bielefeld, den 25. Januar. Im Namen der Trauernden: Heinrich Gäsing, Walter Gäsing. Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Heinrichstrasse 7, aus statt. Vorfeier daselbst 3½ Uhr. Sozialdemokratische Ortsgruppe Rehme. Nachruf. Am Sonnabend, den 23. ds. Mis., verschied nach langem, schweren Leiden unser Parteigenosse 506 Wbilh, Rahimeter im 36. Lebensjahre. Ein ehrendes Andenken bewahren ihm Die Varteigenossen von Rehme und Amgegend. Die Beerdigung findet am Mittwoch nachmittag ½/2 Uhr stat. Aes euche Heutenachmitag ua uhr vrschied nach hurgen aber schperen Leiden unser guter treusorgender Vater, Großvater und Onkel, der Maurer 500: Fritz Treppner im Alter von 55 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an im Namen der trauernden Hinterbliebenen Wwe. Treppuer nebst Kinder. Die Beerdigung findet am Donnerstag nachmittag 3 Uhr vom städtischen Krankenhause aus statt. Am Sonnabend, abends 8 Uhr, starb nach langem, schweren Leiden unser lieber Vater, Großvater und Urgroßvater Aug. Schmiedeskamp im Alter von 78 Jahren. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Die trauernden Hiuterbliebenen. Die Beerdigung findet am Mittwob, nachmittags 2½ Uhr. von der Anstalt Bethesda zu Leugerich aus statt.[5083 Sozialdemokratischer Verein, Ortsverein Betmold. * Nachruf. terus Migsied, der Schnesderneisser 3s2 Karl Alesander im Alter von 33 Jahren an Lungentuberklose. Wir werden sein Andenken in Ehren halten! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. Januar, nachmittags 5 Uhr, vom Landkrankenhaus aus statt, und ersuchen wir um zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand. O O 21. Bielefeld, Dienstag, 26. Januar 1909. 20. Jahrg. Deutscher Reichstag. (Eigener Bericht.) 193. vom Montag, 25 Januar. nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstisch: v. Bethmann=Hollweg Vizepräsident Dr. Paasche teilt das Ableben des Abg. Reese(natl.) mit. Das Haus ehrt sein Andenken Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des Gesetzentwurfs gegen den unlauteren Wettbewerb. Staatssekretär v. Bethmann=Hollweg: Das Gesetz vom 17. Mai 1896 hat nicht alle Hoffnungen der beteiligten Kreise erfüllt. Der Entwurf bringt in erster Linie Vorschriften über das Ausverkaufswesen, das bei der Kritik des alten Gesetzes im Mittelpunkt der Erörterung gestanden hat. Es sieht davon ab, die Frage der Bestechung von Angestellten und einiges andere zu regeln. Denn wir glauben, daß die Anwendung der allgemeinen Bestimmungen genügen wird, um die vorhandenen Mißstände zu beseitigen.(Bravol rechts und bei den Natl.) Abg Giese(kons): Wir begrüßen den Entwurf und hoffen, daß er geeignet sein wird, dem. Mittelstand in seinem Konkurrenzkampfe zu helfen. Zur Klärung einer Reihe von Fragen beantragen wir die Verweisung an eine Kommission.(Bravo! rechts.) Abg. Roere n(Zir.): Wir sind damit einverstanden, daß die Vorlug. keine Ergänzung, sondern ein einheitliches neues Gesetz ist. Es wird aber gut sein, einige weitere Bestimmungen in den Entwurf hineinzubringen. Auch wir beantragen Kommissionsverweisung.„1.. Warsags wirt ti. gr5g Abg. Findel(nati.): Die Vorlage wiro die großten Mißstände beseitigen und eine Gesundung der Verhältnisse herbeiführen. Wir sind bereit, mitzuarbeiten, um eine geeignete Fassung herbeizuführen. Abg. Dr. Frank(Soz): Die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs beschränkt sich bei uns im allgemeinen nur auf seine„ärgerniserregenden“ Formen. Wenn z. B. die Herren von der Börse Papiere künstlich in die Höhe treiben, so nennt man das nicht unlauteren Wettbewerb, sondern man spricht von einer Finanzoperation.(Heiterkeit und Sehr richtig! bei den Soz.) Als im Jahre 1906 beim Landgericht Berlin eine Klage gegen einen höheren Staatsbeamten eingereicht wurde, der, wohl auf Betreiben seiner Frau, einem Dienstmädchen seiner Nachbarschaft einen höheren Lohn angeboten hatte, da wurde die Klage abgewiesen. Dieses allerdings selbstverstandliche Urteil wurde nicht von allen Seiten gebilligt. In einem oberschlesischen Blatte war zu lesen, es verstoße gegen die guten Sitten(Heiterkeit), einem Dienstmädchen einen höheren Lohn zu geben. Sogar die Bibel wurde zitiert: Du sollst nicht begehren deines nächsten Knecht oder Magd.(Gr. Heiterkeit.) Den Ochsen und den Esel hatte der Artikelschreiber allerdings weggelassen, aber immerhin ist der Artikel ein Beweis dafür, wie in manchen Köpfen sich das Dienstverhältnis malt und daß man dabei noch an die Sklavereizustände der alten Zeit denkt.(Sehr richtig! bei den Soz.] Zur Durchführung der im Entwurf vorgeschlagenen Aenderungen sind nun verschärfte Strafen vorgesehen. Weshalb, weiß ich nicht, denn bisher hat sich die Praxis innerhalb mäßiger Strafen bewegt. Immerhin haben wir nichts dagegen einzuwenden, wenn zu erzieherischen Zwecken die Strafen heraufgesetzt werden. Nur sollte dieser Grundsatz auch in der Arbeiterschutzgesetzgebung Anwendung finden.(Sehr richtig! bei den Soz.) Mit der Beratung des Entwurfs in einer Kommission von 21 Mitgliedern sind wir einverstanden.(Vravol bei den Soz.) Abg. Linz(Rp.) ist mit dem Entwurf im allgemeinen einverstanden.„„„...„. S.um tiansberahung gleichk Abg. Dove(Fr. Vg] ist mit Kommissionsberatung gleichfalls einverstanden. Am unsympathischsten am Entwurf ist uns die Ausdehnung der Polizeibefugnisse.(Sehr richtig! links.) Ein Hotelbesitzer hat mir einmal gesagt: Wenn ich dem Polizeioffizier eine Sektrechnung schicke, dann brennt morgen abend meine Laterne nicht richtig oder ist sonst was nicht in Ordnung.(HeiterAbg. Müller=Meiningen(Fr. Vp.): Mit Reklame wird allerdings bei uns sehr viel Unfug getrieben Neuerdings ist ein Bureau zur Vertiefung des Familienlebens gegründet worden. Es steht aber mit den Parteien, die die Nachlaßsteuer bekämpfen, in keinem Zusammenhang.(Heiterkeit.) Als unlauteren Wettbewerb betrachte ich u a. auch die Herunterreißung eines zuverlässigen Kommentars, namentlich wenn dabei politische Konkurrenz oder politische Verärgerung mitspielt.(Redner macht eine Kunstpause.— Der„Witz“ ist aber bei der allgemeinen Unaufmerksamkeit des Hauses nicht verstanden worden und das erwartete Blockgelächter bleibt aus.) Wir sind gern dabei, den deutschen Mittelstand zu schützen.(Beifall bei den Freis.) Abg. Sir(Ztr.) wünscht schärferes Vorgehen, gegen das Auktionsunwesen und schlägt verschiedene Verscharfungen vor. Abg Carstens(Fr. Vp.] erwartet von dem Geschmack und der Selbsthilfe des Publikums mehr als von dem schönsten Paragrapben.(Pat) P, ichnst#e# Arimate„e Abg. Werner(Ant.] bezeichner den Entwurf als nicht weit genug gehend. Den Warenhäusern muß das Anpreisen von Lockartikeln verboten werden. Weg mit den Ausverkäufen!(Lebhaftes Bravo! bei dem Abg. Raab.) Die Vorlage geht an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr.(Dampfersubvention, Petitionen.) Schluß 6 Uhr. Preußischer Avgeordnetenhaus. 17. Sitzung vom Montag, 25. Januar, 12 Uhr mittags. Am Ministertisch: v. Moltke. Präsident v. Kröcher: Im Interesse des Abgeordnetenhauses, für dessen Würde ich in erster Linie verantwortlich bin, muß ich auf die Vorgänge in der letzten Sitzung am vorigen Mittwoch mit einigen Worten zurückkommen. Während der Rede des Abg. Fischbeck, und besonders in ihrem Schlußteil, machte sich auf der äußersten Linke eine lebhafte Bewegung geltend, welche in mehrfachen Zwischenrufen ihren Ausdruck fand. Ich hörte den Herrn Abg. Hoffmann einige nicht ganz einwandfreie Zwischenrufe aussprechen und ersuchte ihn, sich zu mäßigen. Ich rief Herrn Hoffmann nicht zur Ordnung, einmal, weil ich nicht vernehmen konnte, an welche Adresse seine Zwischenrufe gerichtet waren, und dann, weil ich bei dem etwas feurigen Temperament des Herrn Hoffmann geneigt bin, in der Milde bis an die äußerste Grenze der Möglichkeit zu gehen. Nun habe ich aber den amtlichen stenographischen Bericht eingesehen und daraus ersehen, daß die Ausdrücke, welche in den Zwischenrufen geäußert sind, solche sind, die sehr beleidigend sind— ich will sie nicht wiederholen, die Herren haben alle den stenographischen Bericht in Händen— und daß sie nicht bloß sehr beleidigender Natur sind, sondern sich direkt gegen den Herrn Abg. Fischbeck gerichtet haben. Ich nehme davon Abstand, nachträgliche Ordnungsrufe zu erteilen, weil ich nicht weiß und nicht wissen will, wer von den Herren die Zwischenrufe ausgesprochen hat. Ich muß aber doch einen ernsten Appell an die Herren richten. M. H.! Wir sind hier anständige Leute und können verlangen.(Lebh. Rufe b. d. Soz: Keine Strolche und Wegelagerer!) Herr Hoffmann, ich bitte den Präsidenten nicht zu unterbrechen (Erneute Zwischenrufe b. d. Soz.: W. gelagerer!). M. H., wir sind hier anständige Leute und können verlangen, daß jeder, der die Ehre hat, dem preußischen Abgeordnetenhaute anzugehören, sich so benimmt, wie die Sitte des Hauses es erfordert.(Lebh. Bravo! rechts.) Als Präsident des Hauses verbiete ich deshalb im Namen des Hauses den Herren Urhebern der neulichen Zwischenrufe, künftig in solchen Ausdrücken wieder zu sprechen. (Lebh. Bravo! b. d. Mehrheit.)„ Hierauf tritt das Haus in die Tagesordnung ein. Einige kleinere Vorlagen werden zunächst nach unerheblichen Debatten Er folgt die Veratung der Anträge Aronsohn und Genossen(Fr. Vg. u. Vp.] und Dr. Szuman(Pole) auf Einführung des allgemeinen gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts und Aenderung der Wahlkreiseinteilung. staltung der Wahlresorm abgeben sollen. Diese Vorarbeiten bewegen sich augenblicklich auf den Gebiete der Wahlstatistik der letzten Landtagswahl. Sie werden mit Nachdruck gefördert, verunabweislich notwendig. Vorhandene frühere Statistiken reichen nicht aus, sie sind überholt durch die letzten Wahlen, bei welchen, wie Sie wissen, zum ersten Male neue Wahlvorschriften in Wirkung traten, bei welchen auch erstmalig die neue Einkommensteuernovelle ihre Wirkung äußerte, bei welchen zum ersten Male die Sozialdemokratie im allgemeinen in den Wahlkampf eingetreten ist und bei welchen auch sonstige Parteikonstellationen ihre Wirkung auf die Beteiligung an der Wahl ausgeübt haben. Es kommt hinzu, daß die früheren Wahlstatistiken nicht mit Feststellungen vorbereitet waren, die bei den gegenwärtig schwebenden Erhebungen von Bedeutung sein müssen. Dem hohen Hause ist jo bekannt, daß die Wählertisten aus diesem Grunde bei der letzten Wahl auf eingehendere Erhebungen eingerichtet werden mußten, als in früheren Fällen. Andernfalls hätte es an einer Handhabe gefehlt, gewisse Merkmale des Besitzes der Steuerkraft, des Alters der Wähler statistisch erfassen, Merkmale, auf deren Prüfung im Hinblick auf die in friheren Besprechungen der Wahlreform in diesem hohen Hause gegebenen Anregungen nicht verzichtet werden durfte. Sobald die allgemeine Wahlstatistik vorliegt, wird es erforderlich werden, spezielle statistische Erhebungen in Musterbezirken fo'gen zu lassen, welche die Wirkung der in Betracht kommenden Aenderung der Wahlvorschriften veranschaulichen müssen. Es wird auch bei diesen schwierigen Arbeiten keine Zeit unnütz verloren gehen. Aber kein Minster des Innern wird in der Frage der Wahlreform ohne solche eingehenden und sorgfältig durchgeführten Vorermittlungen mit Vorschlägen an das hohe Haus herantreten können. Man würde mir— und das mit Recht— Mangel an Gewissenhaftigkeit und Mangel an Verantwortlichkeitsgefühl vorwerfen können, wollte ich auf diesem wichtigen, für die künftige Entwicklung des Staates entscheidenden Gebiet einen Sprung ins Dunkle machen. Bei dieser Lage der Vorarbeiten werden Sie begreifen, wenn die Regierung es sich versagen muß, sich an der Beratung des Gegenstandes der Tagesordnung zu beteiligen. Ich werde aber Ihren Ausführungen und Vorschlägen mit Interesse folgen. Sollte die Beratung Anhaltspunkte für die Vervollständigung der von der Regierung ergriffenen Vorarbeiten ergeben, so werde ich nicht anstehen, mir dieselben zu nutze zu machen, soweit sie sich innerhalb der allgemeinen Richtlinien der schwebenden Erwägungen und der demnächst einzubringenden Vorlage bewegen. Abg. Träger(Fr. Vp.]: Ich will es anerkennen, daß entgegen früheren Gepflogenheiten der Herr Minister des Innern bei unserer Beratung die Initiative ergriffen hat. Er hat uns freilich nichts gesagt, was wir nicht schon wußten.(Sehr richtig! links.) In der organischen Fortentwicklung des jetzigen Wahlrechts sieht der Herr Ministerpräsident eine der wichtigsten Aufgaben. Wir halten die Wahlrechtsreform für ebenso wichtig, wie die Finanzreform im Reich. Bei der letzten Wahl haben sich die alten Uebelstände des Dreiklassenwahlrechts nur noch in verschärfter Form gezeigt.(Sehr wahr! links.) Die weiteren Ausführungen, in denen der Redner für das allgemeine gleiche, direkte und geheime Wahlrecht eintritt, bleiben im einzelnen auf der Tribüne unverständlich. Inzwischen ist folgender Antrag Hobrecht(natl.) u. Gen. eingegangen: Das Haus der Abgeordneten wolle für den Fall der Ablehnung des Antrages Aronsohn beschließen. die 9 gierung zu ersuchen, mit tunlichster Beschleunigung einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den 1. das Wahlrecht zum Abgeordnetenhaus in einer Weise abgestuft wird, die der Bedeutung der Einzelpersönlichkeit und der kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Volkes gerecht wird, 2. in dieses Wahlrecht die geheime Stimmabgabe eingefügt, 3. das indirekte durch das direkte Wahlverfahren ersetzt, 4. eine Veränderung der Landtagswahlkreise insofern vorgenommen wird, als durch Umwälzung der wirtschaftlichen und Bevölkerungsverhältnisse eine wesentliche Verschiebung der für die bisherige Einteilung der Wahlkreise maßgebenden Grundlagen eingetreten ist. Den Antrag der Po'en begründet „Abg. Switala(Pole): Die Erklärung des Herrn Ministers v. Moltke war für mich ganz gleichvedeutend mit der früheren Erklärung des Herrn Ministerpräsidenten vom 10. Januar vorigen Jahres. Diese Erklärung bedeutet eine absichtliche Umgehung des Versprechens der Thronrede. Das Dreiklassenwahlsystem steht mit den Prinzipien der Gerechtigkeit nicht im Einklang, denn dieses Prinzip verbietet die Bevorzugung einer Klasse der Bevölkerung auf Kosten der Massen des Volkes Wir müssen das geheime Wahlrecht schon deshalb fordern, weil wir Tmist. Von Charles Dickens. Aus dem Englischen von Julius Seybt. 33— Neunundzwanzigstes Kapitel. Von den Bewohnern des Hauses, in welchem Oliver sich befand. In einem artigen Zimmer— dessen Mobilien freilich mehr nach altmodischer Bequemlichkeit als nach moderner Eleganz aussahen— saßen zwei Damen an einem wohlbesetzten Frühstückstische. Mr. Giles wartete im vollständigen schwarzen Anzuge auf. Er stand kerzengerade in der Mitte zwischen dem Schenk= und Frühstückstische mit zurückgeworfenem und fast unmerklich zur Seite geneigtem Kopfe, den linken Fuß vorangestellt und mit der rechten Hand im Busen, während die herunterhängende Linke einen Präsentierteller hielt, und sah aus, als wenn er sich des angenehmen Bewußtseins seiner Verdienste und Wichtigkeit freute.. W E. 1294„K.in Hi. kobe G.k. Die eine der beiden Damen war beragt, auein die hohe Lehne ihres Stuhles war nicht gerader als ihre Haltung. Ihr Anzug war ein Muster von Sauberkeit und Genauigkeit, altmodisch, doch nicht ohne Spuren der Einwirkung des Tagesgeschmacks. So saß sie stattlich da, die gefalteten Hände auf dem Tische vor ihr, die Augen— denen die Jahre nur wenig von ihrem Glanze genommen— aufmerksam auf die jüngere Dame geheftet, die in der ersten zarten Blüte der Weiblichkeit stand, eine der jungfräulichen Gestalten, von welchen wir ohne Sünbe annehmen mögen, daß Engel sie bewohnen, wenn der Allmächtige zur Ausführung seiner Absichten jemals zuläßt, daß sich die Himmelsbewohner in Gestalten der Sterblichen verkörpern dürfen. Sie befand sich noch im siebzehnten Jahre, und ihre Figur war leicht und ätherisch so zart und edel, so lieblich und schön, als wäre die Erde ihre Wohnstätte nicht, als könnten die gröberen Wesen dieser Welt keine zu ihr passende Mitgeschöpfe sein. Der Geist, der aus ihren dunkelblauen Augen leuchtete und aus ihren edlen Zügen sprach, schien ihrem Alter zuvorgeeilt und kaum von dieser Welt zu sein; und doch verkündete der lebensvolle, freundlich holde Ausdruck ihrer Mienen, die tausend Lichter, die auf ihrem rosigen Antlitz spielten und keinen Schatten auf ihm logern ließen, ihr Lächeln— ihr frohes, seliges Lächeln— die höchste Gesinnungsschöne, den reinsten Herzensadel, die wärmste Liebe und Zärtlichkeit, die besten Gefühle und Eigenheiten der menschlichen Natur Ihr Lächeln, ihr heiteres, glückstrahlendes Lächeln war für häuslichen Frieden, häusliches Glück geGatten.„ Anartnunten um Saagtäg Sie war eifrig mit den kleinen Anordnungen zum Fruhstuck beschäftigt, und als sie zufällig die Augen aufschlug, während die ältere Dame sie anblickte, strich sie freundlich ihr einfach auf der Stirn gescheiteltes Haar zurück, und aus ihren Blicken leuchtete eine solche tiessinnige Zärtlichkeit und natürlich= ungefälschte Liebenswürdigkeit hervor, daß selige Geister gelächelt haben möch. ten, sie so zu schauen.. J., dack ihr Her, wan eImer. s., Die ästere Dame lächelte, doch ihr Herz war schwer, und sie trocknete eine Zähre in dem freundlichen Auge ab. „Brittles ist also schon seit einer Stunde fort?“ fragte sie nach einem kurzen Stillschweigeg.#6 „Eine Stunde und zwölf Minuten, Ma'am,“ antwortete Giles, auf seine silberne Uhr blickend, die er an einem schwarzen Bande herauszog. „Er ist immer langsam,“ bemerkte die alte Dame. „Er war Con jeher ein langsamer Bursche, Ma'am,“ sagte Giles, und in Anbetracht dessen, daß Brittles, beiläufig gesagt, einige dreißig Jahre ein langsamer Bursche gewesen war, war nicht eben wahrscheinlich, daß er jemals ein hurtiger werden würde. glaube, er wird eher schlimmer als besser,“ fuhr die alte Lame fort.. J. zu inisAnstinn sein menn— 5.ch „Es würde gar nicht zu entschuldigen sein, wenn er sich aufhielte, um etwa mit anderen Knaben zu spielen,“ fiel die junge Dame lächelnd ein. Mr. Giles überlegte offenbar, ob er sich mit Schicklichkeit auch ein ehrerbietiges Lächeln erlauben dürfe, als ein Gig vorfuhr, ein dicker Herr heraussprang, in das Haus und so eilig in das Zimmer hereinpolterte, daß er fast Mr. Giles und den Teetisch umgeworfen hätte. „So etwas ist mir ja in meinem ganzen Leben nicht vorgekommen!“ rief er aus.„Meine beste Mrs. Maylie— daß sich der Himmel erbarme— und obenein in der Stille der Nacht — es ist ganz unerhört, ganz unerhört!“. Er schüttelte bei diesen Beileidsbezeigungen beiden Damen die Hände, nahm Platz und erkundigte sich nach ihrem Befinden.—'s ist ein Wunder, daß der Schreck Sie nicht getötet— auf der Stelle getötet hat!“ fuhr er fort.„In aller Welt, warum schicken Sie nicht zu mir? Wahrhaftig, mein Bedienter hätte in einer Minute hier sein sollen oder ich selbst und mein Assistent— jedermann würde mit Freuden herbeigeeilt sein. Es versteht sich ja ganz von selbst— unter solchen Umständen— Himmel!— und so unerwartet— und in der Stille der Nacht!“ Der Doktor schien besonders durch den Umstand ganz außer sich geraten zu sein, daß der Einbruch unerwartet und zu nächtlicher Zeit versucht worden war, als wenn es die feststehende Gewohnheit der im Fache des Einbrechens arbeitenden Gentlemen wäre, ihre Geschäfte um Mittag abzumachen und ihr Erscheinen ein paar Tage vorher durch die Briefpost anzukündigen. „Und Sie, Miß Rose,“ sagte der Doktor zu der jungen Dame; „Ich befinde mich vortrefflich,“ unterbrach sie ihn;„aber oben liegt ein Verwundeter und die Tante wünscht, daß Sie ihn be„Ab, ich entsinne mich“ versetzte der Doktor,„Wie ich höre, haben Sie ihm die Wunde beigebracht, Giles.“ Mr. Giles, der in einem Fieber von Aufregung die Tassen geordnet hatte, errötete sehr stark und erwiderte, daß er die Ehre habe, „Die Ehre?“ sagte der Doktor.„Doch mag sein, daß es ebenso ehrenvoll ist, einen Dieb in einem Waschhause, wie einen Gegner auf zwölf Schritte weit zu treffen. Bilden Sie sich ein, er hätte in die Luft geschossen und Sie haben ein Duell gehabt, Giles.“ Mr. Giles, der in dieser scherzhaften Behandlung der Sache einen ungerechten Versuch erblickte, seinen Ruhm zu verkleinern, erwiderte ehrerbietig, daß es seinesgleichen nicht zukäme, ein Urteil darüber auszusprechen, allein er lebe doch des Glaubens, daß die Sache für den Getroffenen kein Spaß gewesen sei. „Beim Himmel, das ist wahr!“ sagte der Doltor.„Wo ist er? Führen Sie mich zu ihm. Ich werde bald wieder bei Ihnen sein. Mrs. Maylie. Das ist das kleine Fenster, durch das er eingestiegen ist? Es ist kaum zu glauben.“ Er folgte, fortwährend sprechend, Mr. Giles die Treppe hinauf, und während er hinaufgeht, sei dem Leser gesagt, daß Mr. Losberne. der auf zehn Meilen im Umkreise unter dem Namen des„Doktors“ bekannte Wundarzt, mehr infolge eines heiteren Temperaments, als guten Lebens beleibt geworden und ein so gutherziger und biederer, nebenher auch wunderlicher alter Junggeselle war, daß man in einem fünfmal größeren Umkreise kaum seinesgleichen finden dürfte. Der Doktor blieb weit länger fort, als es die Damen vermutet hatten. Es wurde ein langer flacher Kasten aus dem Gig geholt, häufig geklingelt, die Dienerschaft lief treppauf, treppab; mit einem Worte, es mußte wohl etwas Wichtiges vorgehen. Endlich trat er mit einer äußerst geheimnisvollen Miene wieder herein, verschloß die Tür sorgfältig und sagte, während er mit dem Rücken an sie gelehnt stehen blieb, als wenn er verhindern wollte, daß jemand hineinkäme:„Mrs. Maylie, dies ist ein ganz wunderbarer Fall.“ „Ich will doch hoffen, daß der Patient sich nicht in Gefahr befindet?“ fragte die alte Dame. „Es würde den Umständen nach nicht zu verwundern sein,“ erwiderte Losberne,„obwohl ich es nicht glaube. Haben Sie den Dieb gesehen?“ „Nein.“ „Auch sich ihn nicht beschreiben lassen?" „Ntein, Huu mm a 8 ein. „Bitt' um Vergebung, Maam,; fiel Giles ein;„ich wollte Ihnen eben eine Beschreibung von ihm geben, als Doktor Losherne erschien.“ Dic Sache verhielt sich indes so, daß sich Mr. Giles nicht hatte überwinden können, das Geständnis zu machen, daß er nur einen Knaben getroffen habe. Er hatte wegen seines mutvollen Benehmens so große Lobsprüchc erhalten, daß er nicht umhin gekonnt, die Aufhellung der Sache noch ein paar entzückende Minuten aufzuschieben, um noch ein Weilchen in dem süßen Be4. bei den Fosen,.I gegen völlige Entrechtung sehen.(Bravol Abg. Herold[Ztr.): Der Herr Minister des Innern hat Roßichtische Kißeyht, daß in der Wablrechtsfrage Knlistische Exyeoungen veranstaltet werden. Heiterkeit linl2. gonusen lahre rat der Herr Reichskanzler zwar auch keine von#ten Angaben, ader doch wenigstens einige negative BeVerkungen, gemacht dahin, daß das Reichstagswahlrecht in Freutzen nicht eingeführt werden würde, daß aber auch nicht einmal das geheime Waylrecht zur Durchführung gelangen werde. (Hört, hört! links.) Der damalige Minister des Innern von Bethmann=Hollweg hat eine schöne geistreiche Rede gehalt aber darüber, wie das Wahlrecht gestaltet werden solle, hat an er nichts gesagt.„(Heiterkeit.]„Wir verwersen mit aller. Er schiedenheit das Dreiklassenwayliystem, das im Laufe der 8 zu einer reinen Karrikatur geworden ist. Zum mindesten be zanger, wir, das geheime Wahlrecht.(Bravol i. Ztr.) Was Wahltreiseinteitung anlangt, so muß die Entwicklung der Be#i, Fuus allerdings, einen gewissen Einfluß auf sie haben, aber „#e Bevolkerungszahl anein kann nicht ausschlaggebend sein, um groge Renar volziehen. Das wäre eine oxzugung per Großstädte und eine Benachteiligung der ländlichen Kreise. Sehr richtig! i. Ztr.) Daher werden wir den zweiten Teil der Antröge stimmen. Dem nationalliheralen##rgg köngen wir nicht zustimmen, da er in seinem ersten Teu viel zu augemein gehalten ist. Früher hat uns die Linke vorgehalten, wir hätten unseren Einftuß Wahlrechts nicht gebraucht. Heute haben Sie(zu der Linken) die Macht. Nun, gebrauchen Sie sie zur Durchsührung des von Ihnen gewünschten Wahlrechts.(Lebh. Beifall i. Ztr.) Abg. v. Richthofen(kons.): Wir halten an der bewährten Grundlage des preußischen Wahlrechts fest, wie schon vor einem Jahre Herr Malkewitz erklärt hat. Ich halte es aber doch fü notwendig, etwas eusführlicher auf die Sache einzugehen, erstens weil inzwischen Neuwahlen gewesen sind, und zweitens weil wir den Eindruck nicht unterdrucken können, als wären die Irisani Phähreschen Staatsregierung gegenüber der im Wir sind bei unser.u—dusgrne n... wenig verändert. #- sind bei unserem ZHusammentritt mit Worten begrüßt worSchlüsse auf ein gewisses Programm der er Harr Migister des Innern den, aus denen wir Regierung ziehen müssen. Auch der Herr Mini er den ben Hznist rprasidentegg, mit hat im vorigen Demonstrationen einer irregeleiteten Masse einer pflichtbewußten Regierung nichts abtrotzen könzten.„Ich nehme dasselbe für ein pflichtbewußtes Parlament 2. Ans#rucg. Wir werden uns weder durch ruhige noch nurmische Straßendemonstrationen irgendwie beeinflussen lasgen.(Bravol rechts.) Wenn die Sozialdemokratie zufolge eines neuen„Wahlrechts in vermehrter Anzahl in das Abgeordnetenhaus kommen wurde, würde sie natürlich auch Anträge stelle und würde das allgemeine Wahlzecht für alle Deutschen über 20 Jahre ohne Unterschied des Geschlechts nach dem Proporz fordern— ich weiß nicht, ob es das Proporz oder der Proporz sr GHeiterkeit rechts.) Wie es in einem Parlament nach ihrem Joeal zugehen würde, beweisen ihre Parteitage. Wie der Kommunismus unter den Jakobinern bei vorzüglicher Ernte einer Verarmung des Volkes geführt hat, so würde sich auch in der Vrazis aundarchihrsor snd. Nos die Freisunizen und dabei mitpirken werden,„(Sehr gutl u. Heiterkeit rechts.) Herr Rehel vu vonen ig cuger suon gesagt:,„Wenn Sie in Preußen das allgemeine Wahlrecht einführen, so graben Sie sich damit Ihr Monatsheiten“ geschricben:„Es kommi uns n die Wurzer ihrer Kraft haben.(Sehr gut! rechts.) Ein Zablrechtskonflikt in Rixdorf. Kommen dor teien. munen eigentumliches Sc 2(Sehr guts rechts) Nein, Freisinnigen gleichen dem Helden Falstaff, sie stechen Wahlreform dringend empfehlen möchte(Htkt. rechts), gegen das geheime Wahlrecht Stellung genommen. Aber geriche rr'sh lind auf, der schiefen Ebene immer weiter herabFätit nach gmert den zunehmenden Einfluß der Jungen. Itkr. rechts.) Die Herren haben ja dieselben Grundsätze wie in ihrem heutigen Antrag auch im letzten Wahlkampf vertreten. in den sie mit großen Hoffnungen gegangen sind. Die Erfolge waren freilich recht kläglich. Auch das Wort Kulturblock hat nicht gezogen.(Heiterkeit rechts.) Die Mehrheit des Volkes will von einem Kulturkampfe nichts wissen.(Bravol im Zentrum.) Die Ausführungen des Herrn Herold über die Bedeutung des Christentums für den Staat sind uns aus dem Herzen gesprochen. (Bravol rechts.] Ich denke, daß die Elemente, die mit uns auf demselben ethischen Boden stehen, uns unterstützen werden. Die Schriftsteller Zeit wiro kommen, wo wir immer mehr das, was uns trennt,##mstelter vergessen und auf dem gemeinsamen Boden der christlichen Weltanschauung begegnen.(Lebh. Bravol rechts und im Ztr.— 35%# Hoffmann,(Soz.) ruft den Freisinnigen zu: Da haben Sie eder mit der“ heir.D“ Heiterleit.) Auch die Regierung hat Ser Zeil Konzeisionen in der Wahlrechtsfrage gemacht. In der Ertlärung des Reichskanzlers vor einem Jahr war von der exoggischen Entwicklung des Wahlrechts die Rede, die der wirtschaftlichen Entwicklung, der Ausbreitung der Bildung und srsan belzischen Verständnisses entspreche. Was bedeutet Fortentwicklung? Man könnte an ein organisches Wahlrecht, denken, das sich auf Berufsstände und Korporationen g#rundet, voer man kann sagen: die Organe, die Grundlage des jetzigen Wahlrechts, sollen bestehen bleiben.(Lebh Widerspruch links.) Man denkt vielleicht an ein plutokratisches Wahlrecht. Hat man etwa in Sachsen, wo man allen etwas geben wollte, damit die Freude an den Staatseinrichtungen vermehrt? Ich Vorgänge in Dresden vom vorigen Sonntag. Will die Regierung etwa die geheime Wahl einführen? sie daran, daß Fürst Bismarck erklärte, das geBalsschorasterg p den Grundbegriffen des deutschen piel Imeritgs richtigl rechts.— Lachen linls.) Das gauch ein amerzctzind Fraukreichs sollte Ihnen beweisen, daß rine Hemokratische Staatsreform nicht gegen die Plutokratie schußzt. Oder meint man, die Arbeiter seien noch nicht geBäistenuste der Arbeite zumenden Einkommensveru stee Ji##st# venter haben in Berlin Arbeiter sogar in der zweiten Klasse gewählt.(Hört, hört! rechts) Ich hätte geArbeister prätenisiert harn eldemokraten uns hier wirkliche wöhent bie Sandiger eat:n(Sehr richtigl rechts.) Im übrigen Linsen die Hanowertsmeister und Bauernhofbesitzer in unserer doch auch, was Arbeit heißt.(Bravo! rechts.) Gerade diele Kreise, sehen im Dreiklassenwahlrecht einen Hort des besipzenden Milteistandes.(Sehr wahr! rechts.] Wir können uns der ernsten Warnung, die neulich Herr v. Pappenheim ausgesprochen hat, nur anschließen. Die Leidenschaften der Volks#e werden durch die Wahlrechtsreform auss höchste angestachelt. aner Exgeger, haf, gesagt, was geht das die Krone an, welches Wahlrecht beschlossen wird. So liegt die Sache nicht. Man will doch eine weitere Entwicklung nach links.(Sehr richtig! rechts.) Sind etwa die Bestrebungen im Reichstag auf Verfassungsänderung eingeleitet, um die Rechte der Krone zu stärken? Sie sollen doch die Rechte des Parlaments vermehren!(Sehr wahr! rechts.) Die Konservativen wollen an den bisherigen Verhältnissen nichts gerüttelt sehen und wollen den Pfeiler, den der Sozialdemokrat David als festesten Pfeiler des preußischen Regiments bezeichnet hat, nicht umstürzen lassen. Deshalb habe ich seitens meiner Fraktion der königlichen Staatsregierung die Erklärung abzugeben, daß wir an den Grundlagen des bewährten Wahlrechts nicht geschüttelt sehen wollen.(Bravo! rechts.] Wenn die Regierung uns eine Vorlage bringt, die an der. Erundlage dieses Wahlrechts schüttelt, so würde das für das Ganferngtingen..... für das Verhältnis der sten Bedentung se. e 3.8 seht icße mir u. der einschneidend. nen Beveutung sein. Ich ian leßt mit den Worten, die der verstorbene Professor Dernburg gesagt hat: Er wünsche, daß in Lreußen die Grundzüge des preußischen, historisch bewährten Wayrrechts erhalten bleiben„Geschieht das,“ sagt er,„dann ist zu hoffen, daß an diesem Felsen Preußen die Wellen des Umsturzes zerschellen.“(Lebh. Bravo! rechts.— Zischen links und auf den Tribünen.— Erneutes Bravol rechts.) Friedberg(natl.)— zur Geschäftsordnung— teilt mit, daß die Nationalliberalen ihren Antrag in Ziffer 2 dahin abgeändert haben, daß es statt„in dieses Wahlrecht" heißt:„in das Wahlrecht zum Abgeordnetenhause". Die Aenderung soll, dem Mißverständnis des Abg. Herold gegenüber, bedeuten, daß und direkte Wakl fordern. au au fallen möge, die geheine Abg. Frhr. v. Zedlitz(frk.): Wir sind gegen die Anträge, berbesserungsbedürstig zir 6 das zepige Wablretzt sscht chasseastenen... A der am Sonntag in Zittar kreises wurd, reiskonfgrens des 1. sächsischen Reichstogzwahlzum Reichste=. K mund Fischer wieder einstimnig zum breichslagskanotdaten nominiert. Gewerkschaftsbewegung. „ Eine moralische Ohrfeige.„In den Prozessen des Herrn Rudolf Lebius gegen den„Vorwärts“ und die„Sächsische Schriftstelle Karl May Vorwärts“ auch der belannte fürchtete Gehins befans a Heuge gangegehen, Diesen Zeugen jurchtete Levius besonders. Er wußre, daß die Aussage dieses Gelchen Fhziesn Geßznslise Entlarvung bedeuten würde. Mit weichen Meittein Levius arbeitet, um unbequeme Gegner zu vernichten, mag daraus hervorgehen, daß er von Herrn May behauptete, derselbe sei„nach Amerika ausgerückt“ während der der allerdings seines Berufes wegen viel reist— in Wirklichkeit in Radebeul bei Dresden wohnt. Um Herrn May nun moralisch zu vernichten und als Zeugen unmöglich zu eine Broschüre heraus:„Karl May, ein Pexderber, der deutschen Jugend“. Diese Broschüre sollte einige übergeben werhen, senden Termin fertig sein und den Richtern Herr May stellte Strafantrag sowohl gegen Lebius als auch Serm, Hers, Friedrich Bechly, den Vertreter der Verlagsfirma „#rmann Toulter in Berun, bei der die Broschüre erschien. Am 2 Januar hat nun Herr Bechly ein Protokoll unterzeichnet, ####. gende für Herrn Lebius geradezu vernichtende Stellen Herr Friedrich Bechly der Geschäftsführer der Verlagsbuchhandlung Hermann Walter, G. m. b. H. zu Berlin welche die Broschüre„Karl May, ein Verderber der deutschen Jugend. von I. W. Kahl, Basel“ verlegt hat, erklärt folgendes: chöstes burch, erötgerngzizister Tatschen, oie einem Buche, dessen Lektüre ich dem Herrn Minister als Matenußtsein des Ruhms einer unerschütterlichen Herzhaftigleit zu allein, ich wollie nichts davon hören: uste Möchten Sie ihn auch nicht in meiner Gegen Wen iseog,ichenn Sie es für notwendig halten?“ er sieht ig, daß das jetzige Wahlrecht insbedurftig ist unv werden die kommende Vorlage sorgjältig und eyrlich prüfen.(Beifall b. d. Freikons.) Den Schluß der Verhandlungen bringen wir licher Wiechenach=deng ke. Ströbei, für dessen Red= in ausUühr. morgen.„Es licher Wievergabe uns heute der Raum zu knapp wurde. don der Kand eines eigensänsigen Brieses besi Hern Koht vostenlich gefen der 1908 davon überzeugt, daß Lebius mit scrin ge fälschten Tatsachen operiert hat, indem er nach ver schriftlichen Angabe des Herrn Kahl dessen Namen in bezug aus die Broschüre gemißbraucht hat. Dieser Brief befindet sich in den Akten des Rechtsanwalts Bahn. Herr Bechly bedauert noch, auf das Lebiussche Ansinnen Herrnt energisch zurüch eint eine weitere Beziehung zu diesem sten Hochachtung. Ma9 seiner vollDie ohen unter„. 111. g##e oben unter I gedachte Broschüre verpflichtet sich Herr iner Inloweit. siez in seinem Besitz ist, Herrn May binnen Man pog zuzusenden, und gestattet Herrn Ein Sominentar steztlich Gebrauch zu machen. schnschen,u würde die Wirtung dieser Erklärung ab1909. Im ersten Halbjahr 1909 fiiterverbänden statt.age: Kongresse und Konserenzen von A. den heiterverbänden Allgemeiner Bergarbeiterkongreß Maler, Lackierer usw. Ghaßr....... avigugren= und ZuckerbäckerStapnferenz....... Stutkateure Bauhilfsarbeiter fin31. Januar in Berlin, 1.—6. März„ Köln, 11. April 12. April 12. April Lattler......... 12. April Hoteldiener 13. April Lagere........ ze#rrhalter..... Gemeindearbeiter Arbeiter=Abstinenten Metallarbeiter Arbeiter der chemischen Industrie Pildhauer........ Transportarbeiter Tapezierer " Nürnberg, „ Hamburg, „ Kassel, „ Köln, „ Köln, München, 19.—24. April„ Stuttgart, 9. Mai,„ Frankfurt M., 23.—29. Mai„ Dresden, 30. Mai 31. Mai 31. Mai 31. Mai 7 Juni Juli Hannover, „ Hamburg, " Frankfurt M. Pagdeburg. „ München „ Berlin. Die Zersplitterung der gewerkschaftlichen Organisationen wirkt, gerade in Kampefszeiten außerordentlich schädlich. Das erweist wieder einmal ein Kampf, der sich zurzeit im TöpferSsgusiz,ögten sich dabei die zarten Halswiebel geblieb nichts ükrig„F4, erlebte ich noch einmal, und in allen viieb nichts norig, als die Tiere sofort zu töten.. Das sonderbare Tier, zu dessen stärksten Seiten nicht die lucheit gehört, ist fromm genug innerhalb seiner vier Pfähle. senn es aus großen dunklen Augen, die unter wagrechten idern wie unter zwei Dächern liegen, auf den Beschauer niedergeyt, wenn es im Gehege mit seinen Stelzenbeinen muntere Unternehmer zum 1. Januar d. J. den Tarif gekündigt. Sie wollen die flaue Konjunktur zu Lohnabzügen benutzen, und legten zu diesem Zwecke den Gehilfen einen in einzelnen Positionen Prozent gekürzten Tarif vor. Nun sind in Königsberg drei verschiedene Töpferorganisationen vorhanden: Verwivecte oie aur Tume. zeht, wenn gs. im Gehege mit seinen Stelzenbeinen, muntere „Ich muß es für notwendiz erklster oder bin doch jedenfalls Hlat: e oder mit weitgespreizten Vorderläufen ein überzeugt, daß Sie es ger sehr beoauern würden, es nicht west Augo den aufnimi, immer ist es interessant und kurzgeran zu vaven, wenn Sie ihn später zu sehen belämen. Er ist wezis zues das andert sia für den, der eine Giraffe oder gar vollkommen ruhig, und wir hahen zuch'= V K.. mehrere frei über die Straßen zu führen hat. Leicht werden diese Geschöpfe scheu, und ihre langen Beine, die sie schneu vorwärtstragen, sind dann gefährliche Instrumente. Von kleinen vonlommen Tuhig, und Wir haben auch in allen Beziehungen füc ihn gesorgt. Erlauben Sie mir Ihren Arm, Miß Rose. Auf meine Ehre, Sie brauchen nicht im mindesten Furcht zu btn.(Fortsetzung folgt.) Vom Umgang mit wilden Tieren. Von Karl Hagenbeck. Kein Trr. p#y::(Schlus) dern einst ein solches Gost ziu den modernen zwpilisserten Län. Nachdem durch di“ eden kervorgerufen, wie die Ciraffe. so belannt ger Zootogischen Gärten nun auch diese Tiere dhen häufigerz; sehen bed sie manches großstädtische Bürschman sich kaum mehr vorsomm als Kühe und Schweine, kann die ersten nach Europe gessee ein vie ungläubiges Staunen Die groteste, an die vorweistlichen Richen berechtigt. Auf den Herten: Josß diel dersen Tcnete Lulurwelt. Man lann sich v. vir resten, Transporte dieser Tiere mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Wollte man die Tiere nicht sie finden—'aber wpie und de mutte nan geeignete Räume für zu eng und zu niebrig Seise, irre ien sich doch alle Ställe als ereserl=senb'itz augewöhlt waren und als wotsgeionet geller alev.„Pobl mag die Giraffe in der freien Natur ihr Haupt können, auf den langen Hals angewiesen, aber kann er ihr zur Klippe werden. Vor Jahren, es war im Sommer 1876, verlor ich drei Giraffen auf einmal, alle drei gingen trotz sorgfältiger Pflege durch einen seltsamen Umstand zugrunde. Man fand die drei Tiere eines Morgens hilflos am Boden, noch lebend aber alle drei mit zersplittertem Genick. Der Stall war hoch und breit genug, dennoch mußten die Tiere, vielleicht bei einer Balgerei, mit den Köpfen gegen die Wand geund großen Abenteuern, die mir auf Giraffentransporten begegnet sind, könnte ich viel erzählen. Ernstes und Heiteres, und wie die folgende Episode.,. geren Beigeschmack. Eiwo Jahre 1876 verkaufte ich u. a. zwei große Giroffen an den Zoologischen Garten in Wien, die ich selbst vom Bahnhof aus durch den Tiergarten nach ihrem Bestimmungsort überführte.„Wie immer bei solchen Gelegenheiten, fand sich ein grotzes Gefolge von Neugierigen, die sich an den Sprüngen und Eskapaden der Tiere ergötzten. Solange die Leute sich nur in gechöriger, Entfernung halten und die Tiere nicht durch mutwilligen Lärm unruhig machen, hat das Gefolge nichts weiter auf sich. Freilich finden sich immer einige Vorwitzige. So auch hier. Ein junger, geschniegelter Herr mit einem feingebügelten Zylinder auf dem Kopfe wagte sich stets ganz nahe an die Tiere heran und war durch keine Warnung zurückzuhalten, trotzdem die Füsxe, unrapi. u den. Wenn die Giraffen zu springen anSi####gang auch das neugierige Herrchen dicht hinterher. Die Gefahr erkennend, rief ich dem Unbesonnenen mit lauter Stimme zu, zurückzubleiben. Umsonst. In diesem Augenblick standen die Tiere plötzlich still, und das eine schlug mit dem Hinterhuf nach dem Verfoiger, und zwar so glücklich, daß der Huf den Zylinder traf, der einen Augenblick in der Luft umherwirbelte und dann zu Boden fiel Noch sehe ich den so gut Davongekommenen vor mir, totenbleich, seines bißchen Geistes völlig beraubt, dann seinen Hut aufrafsend und schleunigst verschwindend. Nur um zwei Zentimeter hätte der Mensch der Giraffe näher zu sein branchen, dann wäre nicht sein Zylinder, sondern vielleicht seine Hirnschale in die Luft geflogen. Eine humoristische Episode, wie man sieht, aber mit einem ernsten Veigeschmack. Die durchgebrannten Giraffen gehen in die Dutzende, und wenn es auch weiter keinen Zweck hat, so lernt man dabei doch das Laufen. Dazu muß man die Giraffen aber natürlich am Halfter haben. Hinter einem so langbeinigen Vieh herlaufen zu wollen, um es etwa am Schwanze festzuhalten, das kommt mir ebenso vor, als wollte sich jemand an das Seil eines auffliegenden Lufthallons hängen. Und doch habe ich etwas Aehnliches gesehen. auf dem Wege vom Sternschanzen=Bahnhof in Hamburg selben Jahre eine große Girasse mit die Sprünge, di d“ Hynsch mach u..“ Man kann sich die Sprung, die der Mensch machen muß, um mit einer großen Giraffe Schritt zu halten, besser vorstellen, als ich es erzählen Vireitar begseider Begieitgzg, ensand sich damals der zweite Herr griff in Poologzseheregezartens in Austerdam, und dieser iff in dem Bestreoca, mir zu helfen, unuverlegt nach dem Schwanz des Tieres, der sofort wie ein elektrischer Draht auf ihn, wirkte. Als er ihn einmal erfaßt hatte, konnte er ihn inse, demn rliebeng ni grotesken Sätzen #, dengevenden Tiere her, bis er auf den Boden schlug, aber ginalicherweise ohne nennenswerte Verwundung davonkam. Es muß ein Anblick für Götter gewesen sein. Meriwürdigerweise war zufällig auch der Tiermaler Leutemann zugegen, der die Szene durch eine Zeichnung verewigt hat. Mir liegt es fern, mich über diese Episode etwa lustig machen zu wollen, sie war ein Produkt des Augenblicks, und Leute, die frisch zugreifen ohne sich zu besinnen, sind mir immer lieber als solche, die sich so lange besinnen, bis das Zugreifen keinen Zweck, mehr hat. Ueberdies bin ich selbst mehr als einmal in annlicher Lage gewesen, und zuweilen sogar durch eigene Unbedachtsamkeit. Mir fällt da eine kleine Episode ein, die ich mit einer, Girgffe, in„Suez erlebte, als ich sie von den Stallungen nach dem Baynyor üoerzuführen hatte. Das Tier hatte bereitin einer Stallung gestanden und war, wie Pferde, wenn sie lange nicht bewegt worden sind, ganz besonders mutig aufgelegt, Außerdem war es ein kräftiges Tier. Zwei Leute nahm ich zur Hilfeleistung mit mir. Der Fehler aber, den ich beging, war der: den langen Strick, an dem das Tier befestigt war, hatte ich dummerweise mehrmals fest um Arm. geschlungen. An der anderen Seite des Halses v#eiden Hilfsführer. Das Tier ging zunächst etwa ig. Schritte ruhig mit, richtete sich dann plötzlich in die „uno ging durch. Meine beiden Helfer, die sich natürlich nicht festgebunden hatten, wurden zur Seite geschleudert, ich aber mußte mit, nicht ich hatte die Giraffe am Strang. sondern sie mich, in Riesensprüngen wurde ich neben dem Tiere hergeschleppt und hatte zunächst nur noch den einen Gedanken: nicht zu fallen. Denn fiel ich, so wurde ich zu Tode geschleift. Ein Mazepparitt in veränderter Form, Mazeppa lief zu Fuß nebenher. In einem entsetzlichen Galopp raste die Giraffe, und ich natürlich mit, quer durch Suez. Zuerst ging es auf ein wahres Gebirge zerbrochener Flaichen los und darüber hinweg, dann durch die Straßen, um Ecken und Winkel, mitten in eine Voltsmenge, die auseinanderstob, wohl zwei Kilometer weit. Mei. Glück war es daß ich gewandt uno biegsam war, schließlich ging zweitester, Verluch nich eu; und ich machte einen lehzten, berzweiselten#######ch, mich von dem Strang zu befreien. Endlich gelang es und ich fiel platt auf die Straße. Im nächsten Augen. bändler, Lokalisten und stärkste Organisation ist Berlin noch der einzig Töpfergewerbe noch in nächst haperte es nun a. und Zentralisten über vehrbewegung. Soviel Richtungen wollte sich Unternehmer um jeden sich auch die Verhandli nehmer kurzerhand m Dunckerschen Rausreiße erwähnten Lohnkürzung beiden Verbündeten ni jeder der Arbeit haben verständlich: Anerkenn kehrung zum Hirsch=Du Verfahren ist aber „Staatserhaltende“, d machen. Lokalisten un sie nahmen die Aussver 100 Töpfer in Königsb tur ermöglicht es aber zehn Mann starken Slager die notwendigen den Töpfern Königsber da sie bis zu der günst sen, ehe ein nachhaltig zu erwarten ist. Die noch ein übriges und sinnungsg.nossen drauf verstarten. So ist den nicht so schlechte, in der Zersplitterung der gem ten diese eine einige O warten gewesen, daß Tarifkündigung hätten die Schwäche der Arbei legt nun den Arbeitern nur die bisher innege schmählichsten und schä der Hirsche, die hier n verrat begehen und ze Lebiusgarde in WirkliDer Streik bei 1 Wäscherei, in Dresd viele Streikbrecher geft Maßregelung von Grube in Obersa kündigt, weil sie in ein gegen, daß ein Steigen der technisch=industriell Die technischen Ang In einer vom Bund rufenen Versammlung. ben Gewerkschaften. sogenannten gelben Ge daß diese Vereine ihr Arbeiter verdanken, so mer gegründet wären, fallen und das Koaliti lich zu machen. Zum Gründer und MitgliVerachtung verdienen, essen der Unternehmer stellten ihre so schwemachen suchen. In d dem Leben der Verein den Angestellten anem meingefährlicher Unte Agitation gegen die 6 „Der gelbe Sumpf“! Bundes der technischfür seine Mitglieder Genosse Die Seifenfabrik Konsumvereine, dere Seifen abrikanten in verhindern in der Le Großeinlaufs= Gesel Konzession zur Erris und bereits in wenig werden. Die Fabrik Riesa hat die Großein großes Industriegelän und an der Cisenbah Unterlommen bieten schaftsbewegung ist die ragender Bedeutung. organisierten Konsum auch selbst in Großl brauch organisiert ist, die eigene Produktion händlergewinn, auch? Konsumenten zugeführ Es waren nicht ge mit der Eigenprodukt konnte. Schon im Ja blick wäre es sicher jetzt lag, konnte ich: Atem war ich gekomme zu gehen, sie lief nur dann in der Nähe ei von einem Negerjung Abenteuer zu Ende, ei Wege, daß ich sofort treten ließ, die, im V zusammen neun Ma nehmungslustigen Gir Trotz solcher Vork Tiere, nämlich durch teste. Auch die Kehr trachten Gelegenheit arme Zeit ist angebr geschäften mehr vorrä zu wissen, wo man kann. Eines Tages n eine Giraffe liefern solches Tier kaufen. u Janeiro zum Geschent handeln. Ich wußte, abgeneigt sei, seine kleinen Elefanten zu erhielt ich die Bestät und einige Tausend? gung ließ ich mir de geben. Dem Vermit für den Preis von 20 acht Tagen, um sich können. Wenige Tac schon das Schiff best werden sollte. Eine anderen Seite den A Nun ging es an forderte, denn das Ti gestanden und war a Hamburg zurück, nach für den Transport## bändler, Lokalisten und Hirsch=Dunckersche. Die an Mitgliedern stärkste Organisation ist die der Lokalisten. Königsberg ist außer Berlin noch der einzige Ort, in dem dies. Sonderrichtung im Töpfergewerbe noch in nennenswerter Anzahl vertreten ist. Zunächst haperte es nun an einer Verständigung zwischen Lokalisten und Zentralisten über die einzuschlagende Taktit bei dieser Abvehrbewegung. Soviel aber war zu erkennen, keine von beiden Richtungen wollte sich Lohnabzüge gefallen lassen. Da aber die Unternehmer um jeden Preis auf Abzügen beharrten, zerschlugen sich auch die Veryandlungen, und so schlossen denn die Unternehmer kurzerhand mit der stets harmoniebereiten HirschDunckerschen Rausreißertruppe einen Vertrag ab, der die obenerwähnten Lohnkürzungen enthält. Außerdem errichteten die beiden Verbündeten noch eine Arbeitsnachweisfalle. durch die jeder, der Arbeit haben will, hindurch muß, Bedingung ist selbstverstandlich: Anerkennung des reduzierten Lohntarifs und Bekehrung zum Hirsch=Dunckerschen Harmonieglauben. Ein solches Verfahren ist aber beileibe kein Terrorismus, es sind ja „Staatserhaltende“, die sich solcher Handlungsweise schuldig machen. Lokalisten und Verbändler blieben bisher aber fest; sie nahmen die Aussverrung auf sich, und so befinden sich über 100 Töpfer in Königsberg in der Abwehr. Die flaue Konjunktur ermöglicht es aber den Unternehmern, mit den zirka fünfzehn Mann starken Schutztrupplern aus dem gelben Hirschenlager die notwendigen Arbeiten fertigzustellen. So steht nun den Töpfern Königsbergs ein langwieriger Abwehrkampf bevor, da sie bis zu der günstigeren Fruhjahrskonjunktur warten müssen, ehe ein nachhaltigerer Druck auf die Position der Gegner zu erwarten ist. Die Hirsch=Dunckersche„Richtung" aber tut noch ein übriges und sucht durch Rundschreiben an ihre Gesinnungsgenossen draußen im Lande die Rausreißertruppe zu verstärken. So ist denn die Position der Unternehmer eine gar nicht so schlechte, in der Hauptsache gestützt auf die jammervolle Zersplitterung der gewerkschaftlichen Kräfte der Arbeiter. Hätten diese eine einige Organisation. dann wäre jedenfalls zu erwarten gewesen, daß die Unternehmer es gar nicht erst zur Tarifkündigung hätten kommen lassen. So aber erkannten sie die Schwäche der Arbeiter. Und diese Zersplitterung der Kräfte legt nun den Arbeitern ganz ungeheure Opfer auf. und dies, um nur die bisher innegehabten Positionen zu behaupten.— Am schmählichsten und schäbigsten ist wieder einmal das Verhalten der Hirsche, die hier nach altem Rezept heimtückischen Arbeiterverrat begehen und zeigen, daß zwischen ihnen und der gelben Lebiusgarde in Wirklichkeit ein Unterschied nicht besteht. Der Streik bei der Firmo Kallinich, Färberei und Wäscherei, in Dresden ist verloren gegangen, weil sich zu viele Streikbrecher gefunden haben. Maßregelung von Grubenbeamten. Auf der GischeGrube in Oberschlesien wurden 11 Grubenbeamte gekündigt, weil sie in einem Schreiben Protest erhoben hatten dagegen, daß ein Steiger wegen seiner Zugehörigkeit zum Bunde der technisch=industriellen Beamten entlassen worden war. Die technischen Angestellten gegen die gelben Gewerkschaften. In einer vom Bund der technisch=industriellen Beamten einberufenen Versammlung referierte Dr. Th. Barth über die gelben Gewerkschaften. Dr. Barth erläuterte die Entwicklung der sogenannten gelben Gewerkschaften und bewies den Anwesenden, daß diese Vereine ihre Entstehung keinesfalls dem Willen der Arbeiter verdanken, sondern nur auf Betreiben der Unternehmer gegründet wären, um den Gewerkschaften in den Rücken zu fallen und das Koalitionsrecht für die eigenen Arbeiter unmöglich zu machen. Zum Schluß betonte der Referent, daß die Gründer und Mitglieder der gelben Gewerkschaften äußerste Verachtung verdienen, weil sie unter falscher Flagge die Interessen der Unternehmer vertreten und den Arbeitern und Angestellten ihre so schwer erworbenen Rechte wieder streitig zu machen suchen. In der Diskussion wurde eine Blütenlese aus dem Leben der Vereine des„Bürgers Lebius“ vorgetragen und den Angestellten anempfohlen, jede Unterstützung derartiger gemeingefahrlicher Unternehmungen strikte abzulehnen. Für die Agitation gegen die Gelben wurde auf die bekannte Broschüre „Der gelbe Sumpf“ hingewiesen, von denen der Vorstand des Bundes der technisch=industriellen Beamten eine größere Anzahl für seine Mitglieder beschaffen wird. Die Seifenfabrik der Großeinkaufs=Gesellschaft Deutscher Konsumvereine, deren Konzessionierung Mittelständler und Seifensabrikanten in trautem Vereine mehrere Jahre lang zu verhindern in der Lage waren, wird nun doch gebaut. Die Großeinkaufs= Gesellschaft Deutscher Konsumvereine hat die Konzession zur Errichtung einer Seifenfabrik nun erhalten, und bereits in wenigen Wochen wird mit dem Bau begonnen werden. Die Fabrik kommt nach Sachsen. In Gröba bei Riesa hat die Großeinkaufs=Gesellschaft ein 40000 Quadratmeter großes Industriegelände erworben, das sehr günstig am Wasser und an der Cisenbahn gelegen ist und oer Seisenfabrik ein Unterlommen bieten wird. Für die deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung ist die Errichtung der Seisenfabrik von hervorragender Bedeutung. Sie kündet jene Epoche an, in der die organisierten Konsumenten nicht nur Waren verteilen, sondern auch selbst in Großbetrieben herstellen. Nachdem der Verbrauch organisiert ist, wird der organisierte Verbrauch nun durch die eigene Produktion befriedigt werden; nicht nur der Zwischenhändlergewinn, auch der Unternehmergewinn wird dadurch den Konsumenten zugeführt. Es waren nicht geringe Schwierigkeiten zu überwinden, ehe mit der Eigenproduktion der Konsumvereine begonnen werden konnte. Schon im Jahre 1904 war der Beschluß gesaßt worden, eine Seifenfabrik zu errichten. In Aken, in der Provinz Sachsen, wo man zuerst zur Ausfuhrung des Planes schritt. vereinigten sich aber die Gemeindebehörden mit der Polizei=, der Eisenbahn=, der Postbehörde, den Hausbesitzern und anderen„Interessenten“, um die Erteilung der Konzession zu verhindern. Die Gemeindebehörde entdeckte, daß die Seisenfabrik das Staatswohl und das Gemeindeinteresse verletze; die Eisenbahnbehörde hatte Furcht, daß die„Dünste" und„Gerüche" den Nasen und Lungen ihrer Passagiere gefährlich werden könnten. die Postbehörden behaupteten, wenn die Seifenfabrik erst errichtet sei,„erleide die ordnungsmäßige Abwicklung des Fernsprechverkehrs eine erhebliche Störung", das Personal werde krank, und die Telegraphen= und Telepyondrähte würden„durch die mit Lauge und Säure gesättigten Dämpfe beschädigt“; eine Anzahl Hausbesitzer fürchteten, daß die Rauch= und Rußteile ihre Häuser, Felder und Gärten zerstören würden, und schließlich verlangte auch noch ein Windmüller die Versagung der Konzession, weil die Gebäude der Seifenfabrik ihm den Wind abschnitten(!) und daher Betriebsstörungen zur Folge hätten. Zwar konnten diese„Gründe“ weder den Kreisausschuß noch den Handelsminister bewegen, die Konzession zur Errichtung einer Seifenfabrik in Aken zu versagen, aber die Einsprüche bewirkten doch eine erhebliche Verzögerung des Verfahrens, und daß die Großeinkaufs=Gesellschaft nicht allzu gastlich in Aken ausgenommen werden würde, war ja auch zweifellos. Es wurde daher beschlossen, die Fabrik in Zerbst zu errichten. Auch hier fehlte es den Mittelstandlern nicht an Argumenten gegen die Seifenfabrik, und sie erzielten damit nicht nur eine abermalige erhebliche Verzögerung, sondern schließlich auch die Ablehnung des Konzessionsbegehrens durch die zuständigen Instanzen. Endlich glückte es nun in Sachsen, die Konzession zu erhalten. Die vierjährige Verzögerung, die die Ausführung des Planes infolge der mittelständlerischen Agitation erfahren hat, ist aber kaum als ein großer Nachteil zu betrachten. Jn diesen vier Jahren hat die Kapitalkraft und die Organisation der Konsumvereine eine bedeutende Ausdehnung erfahren. Das kommt dem Unternehmen zugute, das sofort auf einer Basis errichtet werden wird, die dem heutigen Stande der modernen Konsumgenossenschaftsbewegung entspricht. Zu einer Beschimpfung der Arbeiter benutzt der„Materialist“ eine vorgeschlagene Aenderung des Gesetzes über Lohnbeschlagnahmen. Lohnpfändungen sind nicht gerade angenehm. Das Gesetz setzt als Grenze des unpfändbaren Lohnes 1500 Mk. fest, d. h. also, bei einem Einkommen bis zu 1500 Mk. kann der Lohn, abgesehen von Steuerrückständen usw., von sonstigen Gläubigern nicht in Anspruch genommen und gepfändet werden. Die Grenze von 1500 Mk. ist sehr niedrig, deshalb bestreben sich schon seit langem verschiedene Privatbeamtenvereine, besonders der Deutsche Bankbeamtenverein, eine Höhersetzung der Grenze zu erzielen. Die Regierung hat sich infolgedessen veranlaßt gesehen, bei maßgebenden Stellen eine Rundfrage zu veranstalten. Der von der Regierung angefragte Bund der Industriellen hat auf die ergangene Anfrage hin erklärt, daß diese Grenze nicht nur bei den Privatbeamten, sondern auch bei den Arbeitern höher gesetzt werden müsse. Hic, ser sind aber die Kleinhändler sehr erzürnt und in dem Kleinhändlerfachblatt„Der Materialist“ wird gegen die Arbeiterschaft folgende Gemeinheit losgelassen: „In diesem Falle(d. h. also die Hohersetzung der Grenze des unpfändbaren Gehalts), wird zweifellos auch die Versuchung in den Reihen der Arbeiter wachsen, Waren auf Kredit zu kaufen und sie nicht zu bezahlen“. Es ist hiermit gesagt, daß bei einer Höhersetzung der Grenze des unpfändbaren Gehalts für die Arbeiter geradezu ein Ansporn. die Kleinhändler zu betrügen, geschaffen würde. Das Händlerblatt, das diese Leistung vollbracht hat, zetert manchmal auch gegen die Konsumvereine, weil sie mit den Krämern, ihren wirtschaftlichen Gegnern, in einer der Situation angepaßten Weise verkehren. Und nun höre man den Ton“, dessen man sich sebst bedient. Hoffentlich schließen sich die Arbeiter immer mehr den Konsumvereinen an, dann wird die Höhersetzung der Grenze des unpfändbaren Gehalts die Kleinhändler ruhig schlafen lassen. Handel und Verkehr. Die Industriekrisis des letzten Jahres soll nach Mitteilungen in der„Straßburger Post“ einzelnen Textilfirmen in Mülhausen i. E. Verluste von 500000 Mk ja von über einer Million Mark im Jahre gebracht haben. Die Nachricht, die aus der „Straßburger Post“ auch in andere Blätter übergegangen ist, ist mit Vorsicht aufzunehmen, da die Bilanzen noch nicht vorliegen. Ein internationaler Verband für Kaltindustrie. Paris, 25. Jan. Heute wurde hier der Internationale Kälteverband gegründet, dessen Statuten von allen anwesenden Delegierten angenommen worden sind. Vertreten waren 35 Staaten. Deutschland und Oesterreich reservierten ihre endgiltige Zustimmung. Der Ort der Zusammenkunft des nächsten Kältekongresses ist vorbehalten worden. Auch eine Arbeitslosenversicherung. Die Verwaltung der Stadt Kolmar i. E. hat einen Statutenentwurf zur Einführung einer städtischen Arbeitslosenversicherung veröffentlicht. Danach umfaßt die Versicherung zwei Abteilungen. In der ersten Abteilung werden die Mitglieder während der Winterperiode bis zu 40 Tagen versichert, d. h. vom 1. Dezember bis zum 15 März; in der zweiten Abteilung während des ganzen Jahres bis zu 40 Tagen. Der ersten Abteilung werden ungelernte und geblick wäre es sicher um mich geschehen gewesen, denn als ich jetzt lag, konnte ich mich nicht wieder erheben, so ganz außer Atem war ich gekommen. Der Giraffe schien es aber nicht anders zu gehen, sie lief nur etwa um fünfzig Meter weiter und blieb dann in der Nähe einer Telegraphenstange stehen, wo sie sich von einem Negerjungen ruhig anbinden ließ. Damit war das Abenteuer zu Ende, einer Wiederholung ging ich dadurch aus dem Wege, daß ich sofort ein halbes Dutzend handfester Araber antreten ließ, die, im Verein mit mir und meinen eigenen Leuten, zusammen neun Mann hoch, weitere Fluchtpläne der unternehmungslustigen Giraffe vereitelten. Trotz solcher Vorkommnisse ist der Selbsttransport so großer Tiere, nämlich durch ihre eigenen Beine, immer noch das Leichteste. Auch die Kehrseite der Medaille habe ich häufig zu betrachten Gelegenheit gehabt. Zehn Jahre später Die giraffenarme Zeit ist angebrochen, nichts dergleichen ist in den Tiergeschäften mehr vorrätig auch bei uns nicht. Es genügt aber, zu wissen, wo man gegebenenfalls das Gewünschte austreiben kann. Eines Tages wird telephonisch angefragt, ob man sogleich eine Giraffe lietern lönne, ein reicher Brasilianer wolle ein solches Tier kaufen, um es dem Zoologischen Garten in Rio de Janeiro zum Geschenk zu machen Hier galt es nach zwei Seiten handeln. Ich wußte, daß der Direktor des Frankfurter Zoo nicht abgeneigt sei, seine Giraffe zu verkaufen oder gegen einen kleinen Elefanten zu vertauschen. Auf telegraphische Anfrage erhielt ich die Bestätigung, daß man einen kleinen Elefanten und einige Tausend Mark in bar fordere; unter dieser Vedingung ließ ich mir denn das Tier per Telegrap) an die Hand geben. Dem Vermittler des Brasilianers bot ich die Giraffe für den Preis von 20000 Mk an und ließ ihm eine Frist von acht Tagen, um sich mit seinem Auftraggeber verständigen zu können. Wenige Tace später war das Geschäft perfekt und sogar schon das Schiff bestimmt, mit welchem die Giraffe expediert werden sollte. Eine Reise nach Frankfurt brachte auch auf der anderen Seite den Abschluß. Nun ging es an den Transport, der besondere Sorgfalt erforderte, denn das Tier hatte schon zehn Jahre in seinem Stall gestanden und war an Ruhe gewöhnt. Zunächst fuhr ich nach Hamburg zurück, nachdem ich in Franksurt einen großen Kasten für den Transport in Auftrag gegeben hatte, sechs Tage später ging es mit einem Wärter wieder zurück nach Frankfurt, um die Giraffe zu verpacken und zu verladen. Sechs volle Stunden vergingen allein, ehe ich das Tier aus seinem Käfig in den Wagen gelockt hatte. Es war eine große männliche Giraffe, reichlich 12 Fuß hoch, und ziemlich schwer, so daß der Transportkasten fast Treiviertel des Raumes einer kleinen Eisenbahnlort einnahm Diesen Riesenkasten galt es nun vom Zoologischen Garten nach dem Bahnhof transportieren, trotz der Nähe des Bahnhofs immerhin ein Weg von reichlich 500 Metern. Auf einen Wagen konnte man das Monstrum nicht laden, und so blieb nichts weiter übrig, als den Kasten auf untergelegten Rollen langsam fortzubewegen. Die Reise über den großen Teich bestano die Giraffe sehr gut, ehe sie aber im Zoologischen Garten zu Rio de Janeiro dauernd installiert wurde, gab es noch einen kleinen Zwischenfall. Wie der Reisende, der die Giraffe begleitete, erzählt, war das für den Gast aus Afrika bestimmte Gehege nur mit gewöhnlichem Draht eingefaßt, wie man ihn für Hühnerhöfe benutzt. Als man nun das Tier kurz vor Sonnenuntergang noch einmal aus dem Stall ins Freie ließ. begann es, froh der wiedergewonnenen Freiheit, die üblichen Sprünge auszuführen und kollidierte dabei so heftig mit dem Drahtzaun, daß dieser aachgab und brach. Mit einem mächtigen Satz übersprang die Giraffe die entstandene Lücke und eilte im Galopp dem Walde zu, in dessen Schatten sie verschwand. Zwar nahmen die Wärter sofort die Verfolgung auf, aber die hereinbrechende Nacht vereitelte jede Hoffnung, das Tier zu finden. Da kam mein Reisender auf eine geniale Idee. Vor die Brust hängte er sich eine brennende Stallaterne, auf den Rücken ein Bünde. Heu, und so wanderte er in den Wald Die Giraffe mußte das Licht sogleich bemerkt haben, bald hörte der Mann den stampfenden Galopp des Tieres, und nach wenigen Augenblicken kam es selbst in Sicht. Nun drebte der ingeniöse Tierfänger sich um und präsentierte der Giraffe seinen Rücken mit dem verlockenden Futter. Das Tier fing auch sogleich an zu fressen, und der Reisende schritt langsam dem Zoologischen Garten zu, die Giraffe immer auf seinen Fersen und von dem Heu naschend. Auf diese Weise gelangte der Flüchtling wieder in seinen Stall. und daß man ihn jetzt besser bewahrte, bedarf wohl keiner Versicherung. lernte Arbeiter zugeteilt, von denen die Ausführung von Notstandsarbeiten verlangt werden kann; in die zweite Abteilung kommen jene gelernten Arbeiter, die nicht zu den Notstandsarbeiten verangezogen werden können. Neben einem jährlichen Eintrittsgeld von 50 Pfg. ist von jedem Versicherten ein Beitrag von 80 Pfg. pro Versicherungstag zu entrichten, d. h. also, trag von 80 Pfg. pro Tag gewährt die Versicherung einen Zuschuß von 10 Pfg. an die Versicherten, die noch kein Jahr in der Stadt ansassig sind. Für Versicherte, die länger als ein Jahr ansässig und, beträgt der Zuschuß 20 Pfg Fur verheiratete Arbeiter kommt dazu noch ein Zuschuß von je 10 Pfg. für jedes versorgungsbedürftige Familienmitglied. Für Versicherte, die sich an den Notstandsarbeiten veteiligen, kommt an Stelle des Zuschusses der Tagesverdienst, der für die Notstandsarbeiter bezahlt wird. Ein Arbeiter, der der Versicherung in einem Jahre nicht bedarf, hat ein Anrecht auf Rückerstattung des eingezahlten Betrages oder Uebertragung desselben auf das nächste Jahr. Die Leistungen der Kasse treten am dritten Tage der Arbeitslosigkeit in Kraft. Das Eintrittsgeld dient als Reisezuschuß für ledige Arbeiter, die verpflichtet sind, auch auswärts Arbeit anzunehmen. Die Kosten der Versicherung den also in der Hauptsache den Arbeitern aufgebürdet, und dies zeigt sehr geringes soziales Verständnis der klerikal=demokratischen Stadtverwaltung Sollte im Statut nicht noch Vorsorge getroffen werden, so könnte sich die Versicherung, diese „segensreiche soziale Einrichtung“, da Arbeitszwang besteht— für Unverheiratete selbst nach außerhalb der Stadt— unter Umständen zu einem veritablen Streikbrecherinstitut entwickeln. Das volle Krankengeld beim Heilverfahren auch für weibliche Versicherte. Straßburg i. E, 23. Jan. Die Landesversicherungsanstalt für Elsaß=Lothringen erstattete bisher schon, entsprechend einem Antragc unserer Genossen im Ausschusse der Anstalt, den verheirateten männlichen Versicherten, die einer Krankenkasse angehören, bei benötigtem Heilverfahren das volle Krankengeld, statt der gesetzlichen Hälfte. Verheiratete weibliche Versicherte wurden nur in Ausnahmefällen berücksichtigt. In der Sitzung des Ausschusses vom 11. Januar wurde auf Antrag unserer Genossen einstimmig beschlossen, künftig ausnahmslos auch den verheirateten weiblichen Mitgliedern diese Vergünstigung zuteil werden zu lassen. Prämien für Kinderausbeutung. Die ungesetzliche Kinderausbeutung ist auch nach der Beschwerde des preußischen Kammergerichts, daß„merkwürdig niedrige Strafen“ bei Uebertretung des Kinderschutgesetzes verhängt würden. nicht anders geworden. Aus Hildesheim wird der Fall berichtet, daß der Buchhändler Runge wegen Uebertretung des Kinderschutzgesetzes im Rückfalle zu ganzen acht Mark Strafe verurteilt wurde. Er hatte nicht nur einen zwölfjährigen Schulknaben über die gesetzlich gestattete Zeit hinaus beschäftigt, sondern auch einem zweiten Knaben die vorgeschriebene Arbeitskarte überhaupt nicht ausgestellt. Die„landesübliche“ Strafe von drei Mark ist freilich„erheblich“ überschritten, dafür handelt es sich auch um ein Rückallvergehen.... g.:„hestat min. e Wie sehr viel anders die Justiz arbenen, venn ein Eigentumsvergehen im Rückfalle vorliegt, erfuhr seinerzeit eine siebzigjährige Arbeiterwitwe in Bremke auf dem Eichsfeld, die dem Fiskus Reisig in dem amtlich deklarierten Werte von 23 Pfg. entwendet hatte, und dafür von der Göttinger Strafkammer zu drei Monaten Gesängnis verurteilt wurde. Die Krankenversicherung im Jahre 1907. Im Jahre 1907 waren im Deutschen Reiche 23232 Krankenkassen vorhanden, 18 mehr als im Vorjahre. Der Mitgliederzahl nach stehen hierunter die Ortskassen, der Kassenzahl nach die Betriebskassen an der Spitze; es waren vorhanden: 8 290 Gemeindekrankenkassen mit....... 1 564 756 Mitgliedern 4 757 Ortskrankenkassen mit.......... 6194 108„ 7914 Betriebskrankenkassen mit...... 3156 221 41 Baukrankenkassen mit.......... 19697 761 Innungskrankenkassen mit....... 264 604 1318 Eingeschriebene Hilfskassen mit.... 903 560 Die Gesamtzahl der Mitglieder im Durchschnitt des Jahres beträgt 12 138 966, der Zuwachs an Mitgliedern gegen das Vorjahr rund 450000. Das Wachstum betrifft hauptsachlich wieder die Ortskrankenkassen mit 244000 Mitgliedern, auch die Betriebskrankenkassen nehmen mit 165000 an dem Wachstum teil. Ferner die Gemeindekrankenversicherung mit 24000 und die eingeschriebenen Hilfskassen mit 19.000. Die Zahl der Erkrankungsfälle mit Erwerbsunfähigkeit stellt sich auf 4956388 mit 97148 780 Krankheitstagen. Auf ein Mitglied kommen durchschnittlich 0.41 Erkrankungsfälle und 8.0 Krankheitstage, für welche Krankengeld oder Krankenanstaltspflege gewährt wurde— gegen 0,38 Erkrankungsfälle mit 7,48 Krankheitstagen im Vorjahre. Die ordentlichen Einnahmen(Zinsen, Eintrittsgelder, Beiträge, Zuschüsse, Ersatzleistungen, sonstige Einnahmen abzüglich derer für die Invalidenversicherung) betrugen 319592187 Mk., darunter Beiträge(einschl. Zusatzbeiträgen) 298394 892 Mark. Die ordentlichen Ausgaben(Krankheitskosten, Ersatzleistungen, zurückgezahlte Beitrage und Eintrittsgelder, Verwaltungsausgaben abzüglich derer für die Invalidenversicherung, sonstige Ausgaben) beliefen sich auf 299094 756 Mk., darunter Krankheitskosten 273878506 Mk., welche sich verteilen auf: Aerztliche Behandlung 63 325 782 Mk. Arzenei und sonstige Heilmittel.. 40 157 749„ Krankengelder 121 416 115„ Unterstützung an Schwangere und Wochnerinnen 5493301„ Sterbegelder 7122348„ Anstaltsverpflegung J6 167 635„ Fürsorge für Rekonvaleszenten.. 204 576„ Auf ein Mitglied kamen durchschnittlich 22,56 Mk. Krankheitskosten. Die Verwattungskosten abzuglich derer fur die Invaliden= versicherung betrugen 16692900 Mk., auf ein Mitglied durchschnittlich bei den Ortskrankenkassen 2,12 Mk., bei den Innungskrankenkassen 2,58 Mk. und bei den eingeschriebenen Hilfskassen 2,42 Mk.; bei den Betriebs= und Baukrankenkassen werden sie fast ganz von den Betriebsunternehmern, in der Gemeindekrankenversicherung ganz von den Gemeinden getragen. Bei allen Kassen überhaupt stellen sich die Verwaltungskosten daher nur auf 1,38 Mk. durchschnittlich. Das Gesamtvermögen betrug rund 245 Millionen Mark(im Vorjahre 230 Mill. Mk.], wovon auf die Ortskrankenkassen 112.8, die Betriebskrankenkassen 103,8 und die eingeschriebenen Hilfskassen 18,9 Millionen Mark entfielen. er Bielefeld, 23. Januar. Strafkammer. Wegen Vergehens des Warenzeichengesetzes hatte sich der Wichsefabritant Wilhelm Pollmann von hier vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Dieser Fall hat schon einige Jahre die Gerichte beschäftigt und wird es gewiß auch fernerhin noch tun. Der Angeklagte fabriziert schon seit einigen Jahren eine Schuhereme mit Namen Pollmaline, die in kleinen und großen Blechdosen in den Handel gebracht wird. Die äußere Ausstattung soll nun täuschend ähnlich sein mit derjenigen Blechdose, in welcher die chemische Gesellschaft Eisendraht in Mettmann ihre Schuhcreme Inameline in den Verkehr bringt. Die Firma Eisendraht hat, als sie noch keine offene Handelsgesellschaft bildete, sich die äußere Ausstattung gesetzlich schützen lassen. Da nun Pollmann eine ähnliche Blechdose verwendet, so hat Eisendraht den Strafantrag gegen ihn gestellt. Der Angeklagte, welcher jede Absicht der Täuschung bestreitet und unter Beweis stellte, daß seine Ware ebente marktfähig sei als Inameline, weil sie keine Säure enthalte und das Leder nicht angreife, war im ver flossenen Jahre von der Strafkammer wegen Vergehens segen das Gesetz zum Schutze des Warenzeichens zu einer Geld100 Mk. eventuell 10 Tagen Gefängnis verurteilt E TE E SE Im Ag; der Revision ** strafe von. n„nan 10 Tug. worden. Dieses Urteil hatte Pollmann im Wege angefochten. Das Reichsgericht hatte nun dieses Urteil neost den ihm zugrunde liegenden Feststellungen aufgehoben und an die Vorinstanz zurückverwiesen, weil aus dem ersten Urteil nicht zu ersehen sei, ob der Strafantrag rechtswirksam gestellt worden sei. Der als Zeuge vernommene Herr Eisendraht erklärte heute, daß er den Strafantrag als Vertreter der nunmehrigen Gesellschaft gestellt habe. Die Strafkammer hält den Angeklagten wiederum für überführt und verurteilte ihn abermals zu einer Geldstrafe von 100 Mk. eventuell 10 Tagen Gefängnis. Zu gleicher Zeit wurde auf Vernichtung der nachgeahmten Kennzeichen erkannt und der chemischen Fabrik Eisendraht zu Mettmann die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils nach eingetretener Rechtskraft in der hiesigen„Westsälischen Zeitung und im hiesigen„GeneralAnzeiger“ auf Kosten des Angeklagten bekannt zu geben. Da Eisendraht heute die Erklärung abgegeben habe, den Strafantrag als Mitinhaber der Firma gestellt zu haben, sei der Strafantrag ein rechtswirksamer Antrag Nach den bisherigen Reichsgerichtsentscheidungen komme nur das Gesamtbild des nachgeahmten Gegenstandes in Betracht. Auch hier liege eine tauschende Aehnlichkeit vor, welche den Zweck habe, das Publikum zu täuschen.— Wie wir in Erfahrung gebracht haben, wird Pollmann wiederum das Reichsgericht anrufen, und man wird auf den Ausgang dieser Sache gespannt sein können. *„* Was einem jungen Mädchen passieren kann. Auf recht peinliche Art geriet die 17jährige Schwagerin eines bekannten Berliner Caféhausbesitzers in den Verdacht der gewerbsmäßigen Unzucht. Das junge Mädchen hatte vorübergehend bei ihrer verheirateten Schwester in der Mauerstraße gewohnt. Abends pflegte es kleine Spaziergänge zu machen und eines Tages ging es in der Mauerstraße auf und ab, da es auf die Schwester wartete, die den Wohnungsschlüssel bei sich trug. Als das hübsche junge Mädchen von einigen Herren angeredet wurde, traten unvermutet zwei Männer auf ihm zu und eröffneten ihm, ssie müßten es sistieren. Die beiden Männer, die sich als Kriminalbeamte legitimierten, nahmen die junge Dame ins Verhör und das Mädchen wurde schließlich so verwirrt, daß es einen falschen Namen angab. Alle Unschuldsbeteuerungen halfen ihr nichts. Sie mußte mit zur Wache und wurde dann im„Grünen Wagen“ in Polizeigewahrsem gebracht. Von dort ging es nach dem Fröbel=Haus. Schließlich wurde das junge Mädchen aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Am Sonnabend hatte die Siebzehnjährige vor dem Jugendgericht Berlin=Mitte zu erscheinen und sich wegen— gewerbsmäßiger Unzucht zu verantworten. Das Urteil lautete auf Freisprechung, da dem jungen Mädchen nichts nachgewiesen werden konnte.— Vielleicht wäre es angebracht gewesen, über den Charakter und das Vorleben der jungen Dame vor der peinlichen Gerichtsverhandlung Erkundigungen einzusiehen.„** Ein Abtreivungsprozeß. München, 25. Jan. Vor der Strafkammer des Landgerichts I begann heute eine Verhandlung gegen 17 Personen, von denen drei wegen Verbrechens wider das keimende Leben und 14 wegen Anstiftung oder Beihilfe hierzu angeklagt sind. Die Hauptschuldige ist eine Masseuse und Aufsehersfrau Ebner, die mehrfach vorbestraft ist und auch wegen Kuppelei an ihrer 14jährigen Tochter in Untersuchungshaft sich befindet. Sie wird sich gegen den Verdacht wider das keimende Leben noch vor dem Schwurgericht zu verantworten haben. Unter den weiteren Angeklagten sind außer mehreren Kellnerinnen und Dienstmädchen die Frau eines Malers, eine Fabrikantentochter aus Regensburg. Bei der Operation und Verschreibung der Medikamente an die Angeklagte war ein Zahntechniker Roeckl beteiligt, der sich aber der Strafe durch die Flucht entzogen hat. Die Verhandlung wird vermutlich den ganzen heutigen Tag in Anspruch nehmen. Militärisches. Begnadigt. Berlin, 25. Jan. Vom Kriegsgericht wurden, wie erinnerlich sein wird, vor einiger Zeit drei Südwestafrikaner zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Die Soldaten hatten Weihnachten 1905 in Windhuk einen Unteroffizier tätlich angegrisfen. Auf Vorschlag des Generalkommandos wurden die Verurteilten jetzt vom Kaiser begnadigt. Literarisches. Von der„Neuen Zeit“(Stuttgart, Paul Singer) ist soeben heft des 27. Jahrganges erschi das 17. Heft des##., Jahrguugt,# hienen. Aus dem Inhalt heben wir vervor: Weitling und Proudyon.— Die Arveiterbewegung in Australten. Von einem deutschen Arbeiter in Melbourne.— Krise und Syndikatspolitik in der deutschen Textilindustrie. Von H. Krätzig.— Gemeindesteuern. Von Paul Hirsch.(Schluß.)— Eine russische Agrarstatistik. Von N. N.— Literarische Rundschau: Die Weiterbildung des Tarifvertrages im Deutschen Reich. Von Emil Kloth. H. de Man, Het tydvak der Demokratie. Von A. P. Ernst v. Meier, Französische Einflüsse auf die Staats= und“ ichtsentwicklung Preußens im neunzehnten Jahrhundert. Von Ph. Rudolf GoldWes bund! Von Rudolf Waclawiak.— Zeitschriftenschau. „Die Neue Welt". Für diese weitverbreitete illustrierte Wochenschrift sind im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, geschmackvolle Einbanddecken erschienen, welche zum Preise von 1 Mk. von allen Kolporteuren, Zeitungsausträgern und Parteibuchhandlungen zu beziehen sind. Kenilworth. Dieser spannende Roman des großen schottischen Erzählers Walter Scott beginnt in der uns soeben zugegangenen Nummer 1 der Romanbibliothek„In Freien Stunden“. Ferner enthält diese Nummer noch den Anfang der Erzählung aus der russischen Revolution:„Kummerjahre“ von Frau S. A. Sawinkowa. Eine Skizze„Räuber“, sowie die Rubriken„Dies und Jenes" und„Witz und Scherz vervollständigen den überaus reichhaltigen Inhalt.— Preis pro Heft nur 10 Pfg. Jede Woche erscheint ein Heft. Da mit Nr. 1 ein neuer Band begonnen hat, ist jetzt der geeignetste Termin zum Abonnieren. Probenummern unentgeltlich vom Verlag der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68. „Kommunale Praxis“. Von dieser Wochenschrift sind die Hefte 1 und 2 des neuen Jahrgangs erschienen. Der Leitartikel der Nr. 1„Vom Sieg zu neuen Kampfen resümiert noch einmal kurz die großen Erfolge, die unsere Partei im Jahre 1908 auf kommunalem Gebiete erstritten hat und schließt mit einem Appell an unsere Parteigenossen, auch im neuen Jahre unermüdlich für unsere Forderungen tätig zu sein.— Besonderes Interesse dürfte auch der Leitartikel in Nr. 2 erwecken, der sich mit dem Rixdorfer Wahlrechtsraub beschäftigt.— Der Abonnementspreis für die wöchentlich einmal erscheinende„Kommunale Praxis" betrugt 3 Mk. pro Quartal. Bestellungen nehmen alle Buchhändler, Kolporteure, sowie Postanstalten entgegen. Probenummern frei vom Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68. Vermischtes. Wegen Totschlags verurteilt. Nürnberg, 24. Jan. Das Schwurgericht verurteilte den des Mordes angeklagten 24jährigen Hausdicner Wern von Ulm, der sein außereheliches Kind in Dinkelsbühl durch Einflößung von Lysol getötet hat, wegen Totschlags unter Zuerkennung mildernder Umstände zu fünf Jahren Gefangnis. Vom Aetna. Paris, 25. Jan. Depeschen aus Catania enthalten Meldungen über ganz unerwartete und heftige Eruptionen des Aetna. Die Bevolkerung der Umgebung von Catania wurde von Schrecken erfaßt. Der Feuerkegel über dem Krater des Aetna hat eine ungemeine Größe angenommen. Gleichzeitig ist ein unterirdisches Beben und Getöse wahrnehmbar. Ein Scharfrichter mit Hochrufen begrüßt. Paris, 25. Jan. Der Scharfrichter Deibler ist nach Carpentras gereist, um morgen früh den Doppelraubmörder Danver hinzurichten. Es kennzeichnet die Stimmung der Bevölkerung, daß ein Reisender, den man im Vahnhof Carpentras für Deibler hielt, gestern dort mit jubelnden Hochrufen empfangen wurde und Mühe hatte, sich der stürmischen Begrüßungen zu erwehren. Ein Attentat auf einen Bischof. Grenoble, 25. Januar. Gestern abend wurden von einem Unteroffizier gegen den Bischof von Grenoble zwei Schüsse abgefeuert, als dieser die Kathedrale verließ. Der Unteroffizier wurde verhaftet und erklärte im Verhör, daß er habe protestieren wollen gegen die Weigerung des Bischofs, die kirchliche Trennung seiner geschiedenen Schwester zu gestatten. Er erklärte weiter, er habe keine Rechenschaft über seine Tat abzulegen. Der Untergang der„Republique". Newyork, 25. Januar. Der Dampfer„Baltik“ landete 1650 Passagiere des kollidierten Dampfers„Republique" und„Florida in Fire Island und traf bei dichtem Nebel dort ein. Von sechs Passagieren sind zwei verletzt. Die„Republique“ ist in 70 Meter Fadeutiefe gesunlen. Die„Florida ist auch schwer beschädigt. Ueberfall eines Zuges der Hedschas=Bohn. Konstantinopel, 23. Jan. Nach bei der Pfortt eingegang.: Depeschen wurde zwischen den Stationen der Hedschas=Vozn Medina und El Ula ein Eisenbahnzug von Beduinen übersal:. Etwa 40 Personen sollen dabei umgekommen sein. Die Hedschasbahn hat vorläufig den Zugverkehr eingesiellt. Von der Cholera in Petersburg entwirft ein enolischer Garrespondent düstere Bilder. Die Hosinungen, daß t#### kalt der Seuche Halt gebieten werde, hat sich nia## erfüllt, die Krankheitsfälle mehren sich in allen Stadtteilen. Am schwersten heingesucht sind die äußeren Bezirke. Die Vorstädtc erfahren durch die Krankheit nur eine Steigerung des Jammers. In Petersburg herrscht Armut und Trunkenheit, Hunger und Schmutz. Als ich heute den Bezirk um den Wolkoff=Friedhof besuchte, wo achtzehn neue Krankheitsfälle eintraten, stieß ich überall nur auf stumpfe Gleichgiltigkeit und fand nirgends Angst und die Verzweiflung, die man erwarten könnte. Die Furcht und der Haß der Bevölkerung kehren sich nur gegen die Aerzte und die Gesundheitsbeamten.„Sie kommen, unser Essen zu vergiften, schrie wütend eine Frau,„sie kommen, uns auszurauben. Aber wir haben unsere Kleidung versteckt, so daß sie sie mit ihren Mitteln nicht beschmutzen können.“ Ich sah einen Cholera= kranken auf der Straße auf den Krankenhauswagen warten. Er lehnte sich gegen eine junge Frau, und obgleich beide litten, tranken sie doch ihren Wutka aus ein und derselben Flasche. In einer Kapelle beten einige Leute, aber die meisten sehen in der Cholera eine von Gott gesandte Plage, gegen die anzukämpfen unsinnig wäre. Aus der Nachbarschaft tont der Lärm eines Trinkgelages, und in einer Wirtsstube tanzen die Gäste. Der Obergesundheitskommissar des russischen Reiches, Schmidt, hat jetzt gegen die Stadtverwaltung schwere Anklagen erhoben, da sie nur die allerschlechtesten Desinfektionsmittel verwendet; er hat die öffentlichen Küchen inspiziert und dabei festgestellt, daß eine Anzahl von ihnen von Bazillen vollkommen verseucht sind. Bekanntmachungen. Diejenigen dtische Ver Personen, welche noch Forderungen an die städtische Verwaltung haben, werden hierdurch ersucht, ihre Rechnungen valdigst einzureichen. Da vermieden werden muß, daß in den Kassenrechnungen Beträge aus Vorjahren in Ausgabe erscheinen, so sind die Rechnungen für später auszuführende Lieferungen und Arbeiten bis längstens zum Schluß des Rechnungsjahres(31. März) einzusenden, wobei wir bemerken, daß für die Folge solche Unternehmer nicht wieder mit städtischen Arbeiten und Lieferungen bedacht werden sollen, welche mit Einreichung ihrer Rechnungen säumig sind. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, daß zu Rechnungsformularen nur große. Bogen(ein ganzes„Blatt) z. Die Formulare sind in den hiesigen Buchdruar u verwenden sind. ereien zu haben. Herford, den 21. Januar 1909. Der Magistrat: Busse. Nutz= und Brennholz=Verkauf im Stadtwalde! Am Dienstag, den 2. Februar 1909 sollen im Stadtwalde an Ort und Stelle folgende Hölzer öffentlich meistbietend gegen Kredit verkauft werden:„ 1. 13 Stück Eichen mit 4,52 tm, 2, 1 Stua Buche mit 0,80 fm, 3. 2 Stück Birken mit 0,42 fm. 4. 261 Stück Nadelholz mit 101,39 fm. 5. 13 Stück Eichen=Stangen 1. Klasse, 6. 161 Stück Nadelholz=Stangen 1. Klasse 7, 129 Stück Nadelholz=Stangen 3. Klasse, 8. 408 Stück Nadelholz=Stangen 4. Klasse, 9. 6,9 rm Eichen=Rollen, 10. 95.5 rm Eichen, Buchen und Birken=Scheit und=Knüppel, 11. 300 rm Eichen-, Buchen= und Erlen=Reiser 3. Klasse. Zusammenkunft morgens 10 Uhr am Waldfrieden. Wer innerhalb eines Jahres das gekaufte Holz nicht abfährt, wird in den folgenden Jahren von der Abgabe eines Gebots ausgeschlossen. K 1 Am Tage des Horzvertaufs darf aus dem Stautwalde rein Holz abgefahren werden. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Herford, den 23. Januar 1909. Der Magistrat: Busse. Staulthetiter! Heute, abends 7½2 Uhr: Der Revisor. 1909, Mittwoch, den 27. Januar abends 7½2 Uhr: Festvorstellung zur Feier d. Geburtages Sr. Majestät des Kaisers Jubel-Ouverture von Carl Maria v. Weber. Hierauf: Die Anna-Lise Sonnabend, den 30. Jannar, kleine Preise: Alt-Heidelberg. Steinsetzer-Verband, Filiale Bielefeld. Am Mittwoch, d. 27. abends 6 Uhr: Vorstands=Sihung in der Gambrinushalle, Bürgermeg. 516 Der Einberufer. Bielefeld.— Kalserstrasse. 8 Ei Kus Dr. Vetermahn S• Sheater. Spezialarzt für Chirurgie und Frauenkrankheiten. Leitender Arzt des St. Franziskus— Hospitals in Bielefeld.— Sprechstunden: 492 Vorm. 11—12 Uhr im Krankenhaus, Bürgerweg. Nachm. 3—4½ Uhr vom 24. bis einschl. 27. Januar. in der Wohnung, Obernstrasse 10, (Eingang Goldstrasse.) Fernsprecher 804. Ein aufregendes Ereignis. Humoristischer Schlager. = Kinderherz.—= Drama.. Herrlich koloriert. Der vorführte Satan Humoristisch. Ohne mütterlichen Schutz. Sehr ergreisendes Lebenebild. Cäsar als Detektiv. Aeußerst spannende dramatische Handlung. Die Butter der armen Jeute. Die erste Aufnahme in diesem Fabrikationszweig. Bilder aus dem Tierreich. 3. Folge. Sehr interessant und lehrreich. Ein wunderbarer Kugelläufer oder: Wie ist’s möglich. Sehr amüsant. Adolf Strassburger. 2 Dienstag, den 26. Januar 1909, abends 8½ Uhr:# Gresse-Sehelz u. Gumd-Verstchung. für die hier so beliebten Manege-Komiker 2 Rappo und Reade. Qualität das wertvollste Programm.— Die beste Klowuund Komiker-Vorstellung. An diesem Abend das Tagesgespräch von Bielefeld: Das Alte Weiber-Wettrennen. 2 Renuen! 8 2 Reunen! 1. Flachrennen. 2 Hindernisrennen. Totalisator im Zirkus. D's hochverehrte Publikum wird ersucht, die Plätze innezuhalten und nicht an den Manege=Rand heranzutreten, da wir für Eeinen Schaden hasten. 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Beziehungen, daß die Po bereitetes Komplott bis sei. Seine Warnung kan waren schon in Haft. Dr länglicher Zwangsarbeit denunziert, saß 6 Monate wurde dann administrativ gelang es Burzew, seine land und Schweden kam schaft ihn— ohne Glück In Paris nahm Ba deckung des Verräters vo Verdacht gegen Asew di war das Vertrauen, das lang ihm schließlich, schn meln. Er stellte fest, Rußlands“, der unter de gewesen war, und der C seien. Ein Schleier fiel jetzt, daß mindestens seit organisation vorher vor lizei in Petersburg, R Opfer d Wieviel O##### der Schu wohl nie genau feststellen zeit von ihm denunziert! Vor einigen Tagen tr gliebern der Partei geb Rolle untersuchen sollte. Urteil nicht ab und ver russische Botschaft, wofer land gefahren ist.— In pelliert werden. Die Kundgebung des folge seiner persönlichen licher Mensch, der der tun könnte.“ Es ist zu näre die Mittel finden machen. Hierzu schreibt das„ „Die offizielle und o sehenerregenden Enthüll keit des Chefs der Kam Partei, Asew, vollkomme liche„Rossija“, das Lei „Nowoje Wremja“ hüllt kein Wort der Entgegnu die in der europäischen erhoben werden. Auch Agentur, die sonst flug öffentliche Meinung Eur Assäre mit vollkommene wird nur der schüchter Korrespondenten der au „informieren". So tele liner Tageblattes“ am breitete Nachricht, der denen Attentaten gegen jenen gegen Plehwe und wesen, hier an amtliche Und das Blatt, daß es stark ramponierte Anse rieren, druckte den Schi im geringsten von den Behauptung Lügen stra Der Inhalt der off deren Veröffentlichung den, wird den Beweis e Einzelfall, sondern um handelt, auf welchem d Die bevorstehende Dun sequenzen heute noch gierung zwingen, aus i llipp und klar zu erkl der behördlich genehm leiteten Ermordung det witsch, des Ministers von Ufa, Bogdanowits# Launitz usw.; was ihr Asews erfolgten Ermo laken(Prozeß Leontje