s vielleicht angebracht ung für Hausgewerbeweil die Arbeitsvermal von denen der nit oller Entschieden= deeres- und Marine„weil heute den Arbeiterausschüsse der ung der Lohn= und Als vor etwa zwei rwaltungen von Kiel, ven zusammentreten Bundesrat zu vertoren, wenn ich recht afen dies untersagt. ärischer Geist in der h vorherrscht, ist es r Einbeziehung der diesen militärischen Entschiedenheit, daß Koalitionsrecht bei die Arbeitskammern iter, die schon heute ind, die forst= und die Arbeiter im mmungen des Argesagt, Aufgabe der reffen. se Entscheidung der übertragen dürfen. genommen werden, nsgerichtsgesetz, daß kammer eingerichtet ließen, was gestern sählbarkeit der Geer Versonen, gesagt Is sehr dankbar gelchem der Gewerbengen den Gewerkweiter zur Rechtiß in verschiedenen rgriffen hatten als zer gewählt waren, sicht zurückgewiesen uf Grund der Mithinwirken können. in den übrigen was die größrre leicht höheren Orts rsagt werden, zur ehen. Jedenfalls rken, daß die GePersonen in die überhaubt einen jaben sollen. Das vie der Herr Abg. derr Kollege Pottoller mit uns das tersarenge erfo et. richtig verstanden id allzu sehr dem sei, ob man nicht le.(Zuruf links.) icht!)— Ich habe n. Jedenfalls hat gemacht. Er hat iloige, gesprochen, gegen die Herabch. din der AufArbeiterinnen ein und für die Ardaß wir deshalb renze, wie sie der g! bei den Soz.) sammenhang oder age, so weiß ich soll; da ist von ung der bureauje sie im Gesetzino, daß sich auf er eine derartige n lassen werden. sion, dem Gesetz sein wird, für ung zu schaffen; Gesetze versagen, eitervertretungen d absichtlich oi. ister Beifall bei n. wiederholt darißes, nicht zu uf einer Seite ichnen darf st es notwendig, lage nachher ger nicht bringen, Kurzen Notizen sehen wir gern daß wir solch g Freitag voritags-Nummer, tte am Montag ruhalle Bleichnd Vorturnerraße. npstraße. ink, Herfordergerschestraße. 1 Bökenkamp, tigkeit“ 9 Uhr ris“ in der nhof). karl Schröder. ast 12½—2½ Aöonnenentödreis für Bielefeld und Umgegend, so: wie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monatlich. Durch die Post bezogen 1.80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnwumer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. 63 Nr. 20. TiT PeUseurLUroe Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Buchhandlung, Druckerei, Erpedition und Redaktion: Schulstraße Nr. 20. Bielefeld, Montag, 25. Januar 1909. Insertionspreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ Gerisch& Co., Wieleseld, 20. Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. gegenüber seinen Beamten erlaubt, der sich die junkerlichen .::u: Freunde der öffentlichen Wahl. gegenüber ihren Arbeitern schuldie machen? Nein sie haben sich hingestellt und haben über Der Kampf um das preußische Wahlrecht. Heute soll sich das preußische Abgeordnetenhaus wieder einmal mit der Wahlrechtsfrage beschäftigen. Die freisinnigen Aneössugerung des Landtagswahlrechts kommen zur Ver. Am 10. Januar vorigen Jahres hat sich ebenfalls der preußische Landtag mit der Wahlrechtsfrage befaßt. Damals zogen in allez größeren Städten die Arbeiter durch die Straßen, um für nie Einführung des allgemeinen gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts zu demonstrieren. Aber bei den Verhandlungen des Abgeordnetenhauses kam so gut wie gar nichts heraus. Bülow erklärte rund heraus: Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen— gibt's nicht. Gleichzeitig erzählte er allerdings auch etwas von der Mängeln des bestehenden Wahlrechts.„Ob deren Beseitigung im Rahmen des bestehenden Wahlrechts oder nur durch seine grundsätzliche Aenderung möglich sein werde, ließe sich noch nicht übersehen.“ Nicht einmal die Ersetzung des öffentlichen Wahlrechts durch das geheime stellte er in Aussicht. Es war ja auch nicht anders zu erwarten. Die treußische Regierung ist heute in den Händen der Junker, und Bülow ist doch schließlich trotz seiner augenblicklichen Differenzen mit seinen Standesgenossen auch weiter nichts wie ein Junker. Eine der festesten Stützen der Junkerherrschaft ist aber das Dreiklassenwahlrecht, und die Junker sind eine viel zu zähe Menschenklasse, als daß sie sich nicht mit Zähnen und Klauen wehren sollten, wenn man ihnen auch nur ein Krümchen ihrer Macht nimmt. Vor acht! Tagen erst erklärte ganz unverfroren der Junker v. Pappenheim, er bezweifle, daß eine Reformbedürftigkeit bei dem preußischer Wahlrecht in höherem Maße vorhanden sei, als bei dem Wahlrecht zum Reich. Daß die Mehrzahl des preußischen Volkes darüber ganz anderer Meinung ist, was sicht das die Junker an! Wann hat sich jemals ein Junker um das Volk und seine Meinung gekümmert? . Der Kampf um ein besseres Wahlrecht in Preußen muß also ein Kampf gegen das Junkertum sein. Wer aber soll diesen Kampf,führen? Etwa die Helden vom Blockfreisinn? Nun, wir haben es ja schon oft ausgesprochen: Es ist den Freisinnigen mit ihrem„Kampf" um das allgemeine gleiche, geheime und direkt: Wahlrecht nicht allzu ernst. Darauf läßt schon allein ihr Verhalten am 18. Januar vorigen Jahres schließen. Haben sie Bizows, die ja fast wie Hohn klangen, entrüstet sie der Regierung den Krieg angesagt bis geiig„ Ein paar zahme Redensarten der Herren Pachnicke und Fischoeck, mußte sich der Herr Reichskanzler anhören. Nur der alte Träger fand noch ein paar kräftige Worte der Entrüstung. Sonst haben wir von einem Kampf der Freisinnigen für ihre Wahlrechtsforderungen nichts gemerkt. Sie laben sich trotz des erhaltenen Fußtritts weiter als Objekte für den Blockgimpelfang des Fürsten Bülow hergegeben. Dann kamen die preußischen Landtagswahlen. Da galts die Probe suis Scsmps#.,„ Nun wäre es Sache der Freisinnigen gewesen, wieren, um eine große Volksbewegung zu entfachen. Sie hätten den Wahlkampf mit dem Schlachtruf„Auf zum Kampf gegen die Junker für das allgemeine gleiche, direkte und geheime Wahlrecht!“ führen müssen. Aver was haben sie statt dessen in Wirklichkeit getan? Gehandelt und geschachert haben sie um ein paar Mandate. Haben sie auf die systematische Unterdrückung der Wahlfreiheit hingewiesen, die sich der Staat big machen: Kein, si haben sich hingesteut, und haben über den „Terrorismus“ der Sozialdemokratie gegreint, der, wenn überhaupt von Terrorismus die Rede sein kann, doch nur ausgeübt wurde, um die öffentliche Wahl zu beseitigen. Die freisinnigen Herren sind auch nicht mit der einzigen Partei, auf die sie sich in der Wahlrechtsfrage verlassen konnten, mit der Sozialdemokratie, Hand in Hand gegangen. Sie, die angeblichen„Kämpfer“ für ein freies Wahlrecht, haben sich vielmehr nicht gescheut, mit den Junkern Wahlbündnisse einzugehen gegen die Sozialdemokratie. Wie wenig ernst es den Freisinnigen mit ihren Wahlrechtsforderungen ist, zeigen auch die Vorgänge in Rixdorf, wo ein paar Freisinnige daran geholfen haben, ein an sich schon elendes Wahlrecht noch mehr zu verschlechtern. Nachher freilich haben sich offiziell freisirnige Kreise zu ein paar lahmen Protesten aufgeschwungen; aber das erst, als es sich zeigte, daß die Wahlrechtsverschlechterung eine große Entrustung bei den Volksmassen, und zwar auch bei Nichtsozialdemokraten, hervorgerufen hatte. Hier sieht man auch wieder, daß die Forderung nach dem allgemeinen gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht nur sehr lose mit dem Freisinn verwachsen ist. Wie wäre es denn sonst möglich, daß in einer so wichtigen Frage Leute, die mit der Ausübung eines Mandats betraut sind, gegen das Parteiprogramm verstoßen? Es ist ja nicht das erste Mal, daß freisinnige Stadtverordnete zu Wahrrechtsverschlechterungen in den Gemeinden die Hano reichen. Und Eugen Richter hat einmal ganz ungeniert erklärt, die Forderung nach dem allgemeinen gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht gelte für die Städte nicht. Wer aber gerade dort von diesem Wahlrecht nichts wissen will, wo es auch heute schon dem Proletariat das Heft in die Hand geben würde, dem sind seine Wahlrechtsforderungen nicht Herzenssache, sondern nur ein politisches Aushängeschild, um Dumme zu fangen. Die Freisinnigen haben in vielen Gemeinden die Herrschaft, und von der wollen sie eben nichts abgeben. Im preußischen Landtag radikale Wahlrechtsanträge zu stellen, ist kein Kunststück. Es steht ja von voraherein fest, daß diese abgelehnt werden. Daß die Freisinnigen nicht bereit sind, einen energischen Kampf gegen die Junker zu führen, geht ja auch schon daraus hervor, daß sie auf die Blockpolitik eingingen und dabei sich alles mögliche bieten ließen, ohne irgend etwas anderes dafür einzutauschen als die zweifelhafte Ehre, sich Regierungspartei nennen zu dürfen. Wie wenig Aussicht sie haben, bei dem Junkertum durch Liebenswürdigkeit und Entgeg.nkommen etwas zu erreichen, das zeigte so recht der Fall Schücking. Nun ist ja der Regierungspräsident von Schleswig aus dem Staatsdienst geschieden, und es wiro behauptet, er hätte auf seine Regierungspräsidentenherrlichkeit verzichten müssen, weil Bülow von seinem: Vorgehen gegen Schücking nicht sonderlich erbaut war. Aber wenn das wahr ist, so würde dies die Sache für die Freisinnigen doch nur verschlimmern. Sie würden daraus ersehen, daß nicht einmal der preußische Minist roräsident in der Lage ist, die Junker, die fast alle höheren Verwaltungsämter in Preußen in Besitz haben, zu verhindern, Preußen nach ihrem Geschmack zu regieren, und es zu ihren obersten Grundsätzen nun einmal gehört, einen jeden Beamten schleunigst zum Teufel zu jagen, der es wagt, gegen den Stachel der junkerlichen Herrschaft zu löken. Aber das alles vermag die Freisinnigen nicht aufzurütteln. Sie sind nun einmal nicht zum Kampfe geschaffen. Keine Macht der Welt kann daran etwas ändern. „Wie wir schon wiederholt ausgeführt haben, erklärt sich die politische Haltung dr freisinnigen Parteien aus der Klassenzugehörigkeit ihrer Anhänger, die meist dem Bürgertum zuzuaß Junkerium und Großverschmelzen., A. gehörige ren mit Verachtung auf die Vom Umgang mit wilden Tieren. Von Karl Hagenbeck.“) ###### den Umgang mit wilden Tieren gibt es keine bestimmten Vorschriften. In einer Sprache kann man sich nicht mit ihnen verständigen, man muß andere Mittel ersinnen, um sie zu dem zu vewegen, was man von ihnen verlangt. Es gibt auch keine bestimmten Transportmittel, von denen man sagen könnte. dieses ist für eine Giraffe und dieses ist für ein Nilpferd am geeignetsten. Das eine Ter ist zahm und das andere ungebärdig; während man ein Exemplar derselben Familie gemächlich führer, kann, muß may das andere fesseln und mit Wagen befördern, aues kommt auf die umstände an und wird zu einer Frage des praktischen Verstandes. Der Umgang mit ungezähmten Tieren erfordert vor allem Geistesgegenwart; denn alle diese Geschöpfe werden ja nicht von Ueberlegung, sondern Impulsen geleitet, und jeder Augenblick kann eine Ueberraschung bringen. Der unwesentlichste Umstand, von Menschen ganz unbeachtet, kann ein Tier erschrecken und heillose Verwirrung im Gefolge haben. Auch vie Art. in solchen Momenten einzugreifen und scheu oder wütend gewordene Bestien zu beruhigen, ist Sache des Augenblicks. Kurz, aller Verkehr mit den Tieren beruht Silzepe serbeni u timmt sind und von der Notwendigkeit " Will man z. B., sagen wir, ein Rhinozeros veranlassen, vom Schiff über die Gangplanke auf den Kai zu spazieren, so genügt es nicht, einfach zu sagen:„Ach, mein verehrtes Rhinozeros. haben Sie die Güte eben mal heraus zu kommen.“ Diese Sprache versteht das Rhinozeros nicht, auch gegen noch größere Liebenswürdigkeit ist es als Dickhäuter unempfindlich. Würde man indessen dem Tiere einen Strick um den Hals legen und daran ziehen, während ein anderer von hinten mit einem Knspgel nachhülfe, so würde es diese Sprache ebenso wenig e#s ist nicht Dickhäuter genug, um sich mit Grobheiten regalieren zu lassen, und würde den Mann mit dem strick wahrscheinlich über den Haufen rennen. Und doch hat auch diese Bestie einen schwachen Punkt in ihrem Organi us: den Magen. Mit seiner Hilfe kann man sich einer internationalen und kasmopolitischen Sprache bedienen, die auch die Tiere verstehen. Wenn man dem Rhinozeros eine Hand voll Futter garhgs Maul hält, dann kann man sich alle anderen Höflichkeiten Diese Weisheit kannte ich schon sehr frühzeitig, und ihre Befolgung hat mich einmal ein gefährliches Abenteuer mit einem Rhinozeros erleben lassen. Es trat damals einer jener Augen*) Aus Karl Hagenbecks kürzlich erschienenem Memoirenwerk:„Von Manschen und Tieren“. Berlin=Charlottenburg, Vita Deutsches Verlagshaus. Preis geb. 15 Mk. zählen sind. Das Bürgertum hat wohl früher einmal einen Kampf gegen die Feudalität geführt. Davon ist es aber schon lange zurückgekommen. Jetzt ist man froh, daß man die Juiker hat. Die gehen doch so forsch drauflos im Kampf gegen die Sozialdemokratie. Dazu kommt, daß Junkertung bürgertum immer mehr miteinander versch alter Adelsgeschlechter, deren Vorfahren, mit Verachtung auf die Krämer herabgeblickt haben, genieren sich heutzutage gor licht mehr, an der Börse Geschäfte zu machen, in Terraius J. spekulieren, sich an Gründungen zu beteiligen. Kurz und gut. sie geben in geschäftlicher Betriebsamkeit auch dem abgefeimtesten Börsenwolf nichts nach. Man denke nur an Leute, wie die Fürsten Hohenlohe, Fürstenberg und Donnersmarck. Und so ein adeliger Herr geniert sich auch oft durchaus nicht, sein Wappenschild durch eine Heirat mit einem reichen Kaufmannstöchterlein zu vergolden, selbst wenn dieses dem sonst so viel geschmähten Stamme Israels angehört. Umgekehrt erwirbt ein reicher Kaufmann oder Fabrikant, wenn's dazu reicht, gern ein Ritterer sich Rittergutsbesitzer nennen kann. Es kommt ja auch jetzt öfter vor, daß bürgerliche Großkaufleute oder Großindustrielle auch äußerlich den Junkern gleichgestellt werden, indem sie in den Adelsstand„erhoben" werden. Das ist nur ein Symptom des Verschmelzungsprozesses zwischen Junkertum und Großbürgertum. Der sogenannte Mittelstand, die kleinen Kaufleute und Handwerker, laufen ja erst recht den Junkern nach, weil die ihnen allerhand reaktionären Firlefanz vormachen, indem sie z. B. für Warenhaussteuer und Befähigungsnachweis eintreten, und ihnen Hilfe aus der Not versprechen, in welche sie durch die kapitalistische Entwicklung geraten sind. Die Rezepte ihrer junkerlichen Freunde nützen zwar den Mittelständlern nichts, aber das sehen ja die braven Leute nicht ein. Und nun das Heer der sogenannten Intellektuellen. der Beamten, der Aerzte, der Rechtsanwälte und Künstler, der höheren Angestellten, von denen ist ein großer Teil, besonders auch die Staatsbeamten, von den Junkern oder den Großindustriellen abhängig. Andere vertreten einfach die Anschauungen der Klasse, aus der sie stammen. Und das ist das Junkertum oder die Großbourgeoisie. Findet man doch gerade unter den Führern der verschiedenen bürgerlichen Parteien sehr viele Angehörige der sogenannten freien Berufe oder höhere Beamte. Was nun noch übrig bleibt, das ist ein kleines Häuflein, das für den Kampf gegen das Junkertum gar nicht in Betracht kommt. Die wiederholten Versuche, den freiheitlich gesinnten Teil des Bürgertums zu einer neuen Partei zusammenzufassen, sind ja immer wieder daran gescheitert, daß die Leute, die den Kampf gegen das Junkertum energisch führen wollen, im Bürgertum viel zu dünn gesät sind. Deshalb dürfte auch die eifrige Tätigkeit, welche die neuerdings gegründete Demokratische Vereinigung entfaltet, kaum von Erfolg gekrönt sein. Vom Bürgertum ist also im Kampf gegen das Junkertum nichts zu erwarten. . Der Kampf gegen das Junkertum muß also allein vom Proterariar gefuhrt werden, als ein Teil des großen Kampfes, den dieses gegen die heutige Gesellschaftsordnung führt. Daher werden wir auch ein freies und gleiches Wahlrecht in Preußen erst bekommen, wenn das Proletariat den Sieg errungen haben wird. Bis dahin wird entweder das Dreiklassenwahlrecht bestehen bleiben oder wir bekommen höchstens einen solch reaktionären Wechselbalg, wie der ist, mit dem jetzt das sächsische Volk beglückt werden soll. Was ist aber die vornehmste Waffe des Proletariats in diesem Kampfe? Nun, wir haben die Frage ja schon oft beantwortet: Das ist die Organisation. Wir können deshalb nur wiederholen, was wir schon vor einem Jahr unseren Lesern zugerufen haben: Seid unermüdlich tätig für die wirtschaftliche und politische Organisation, das ist das einzige, was ihr tun könnt, um möglichst bald die Dreiklassenschmach von Preußen zu nehmen. Sis lesdte sp5 a.= irs Hzariähmi tzil gersagt und nur die Ge. Mittel im Verreyr mit der Tierwelt, helfen kann. Das Abenteuer spielte im Jahre 1871, zu einer Zeit, als ich keine so große Erfahrung in der Behandlung von Rhinozerossen auf Reisen besaß. William Jamrach war mit verschiedenen Elefanten und Rhinozerossen, sowil einer Anzahl anderer, für mich bestimmter Tiere aus Indien in London eingetroffen. Zur Abnahme fand ich mich selbst in der englischen Hauptstadt ein. Unter den Tieren befand sich ein großes, sieben bis acht Jahre altes und fast ausgewachsenes weibliches Rhinozeros, das in einem riesigen, auf dem Verdeck aufgebauten Käfig untergebracht war. Da dieser Kasten natürlich nicht transportabel war, mußte das Tier auf irgend eine Weise vom Schiff zu dem Wagen befördert werden, der es in den für die Tiere bestimmten Stall bringen sollte. An dem ziemlich niedrigen Wagen war eine Brücke angebaut und diese mit Stroh bedeckt. Die zu überwältigende Schwierigkeit steckte in dem ziemlich langen Weg zwischen Schift und Wagen, die langen Schuppen der East Indian Docks mußten auf eine Entfernung von 500 Metern durchschritten werden. Jamrach schlug vor, das Tier, das sehr ruhig sei, einfach diesen ganzen Weg gewissermaßen an der Hand zu führen, und ich ging schließlich darauf ein, ohne die ungeheuren Gefahren dieser Transportmethode so recht ins Auge zu fassen. Man stelle sich vor, daß ein ausgewachsenes Nashorn wütend wird und in den von Tausenden belebten Docks entläuft. Ich konnte mich aber noch vor dem Aufbruch überzeugen, daß es der Tat um ein außergewöhnlich ruhiges Tier handelte. Die Vorbereitungen waren bald getroffen. Unser Rhinozeros erhielt ein starkes Tau um den Hals und außerdem ein längeres um einen der Vorderfüße. Als Reserve wurde eine Anzahl weiterer Stricke mitgenommen. Und nun ging's los Der schon gekennzeichneten, internationalen Höflichkeit verauch dieses Nashorn nicht zu widerstehen. Jamrachs Wärter fütterte das Tier langsam aus der Hand und kewegte sich dabei rückwärts das Rhinozeros folgte, und ging ruhig über die Laufplanke bis zum Kai hinunter. Das lange Halstau gab im sems Wärtern und instruierte sie, es sofort bei der Ankunft am Wagen am Vorderteil durch die Latten der Seitenwände zu Achse zu befestigen, damit das Tier auf dem Wagen festgehalten würde. Das am Vorderfuß befestie“: Tau nahm ich selbst in die Hand und ging frisch vorweg o die guggcs begleitet von einer nicht geringen Zuscha enge schichte schig Si=Korstz. Piderstreben, und die ganze Gebennrübigen.“ nicht wert, sich ihretwegen zu Schon sind wir dicht bei unserm Wagen angelangt, da bemerke ich, daß eine Lokomotive mit einem Güterzug herannaht. und heiß durchzuckt mich die Furcht, das Tier möge noch im letzten Augenblick vor dem dampfspeienden Ungeheuer scheuen und durchbrennen. Mit einer Schnelligkeit, wie man sie nur im Augenblick der Gefahr entwickeln kann, springe ich auf den Wagen, ziehe das Tier hinter mir her und stecke auch die Wärter mit meiner Eile an und ehe noch der Zug den Wagen erreichte, war das Rhinozeros pregrammäßig festgebunden. Welch ein immenses Glück dies war, zeigte sich aus der Stelle. Der Lokomotivführer, der die fluchtartige Schlußphase des Transports beobachtet hatte, leistete sich in diesem Augenblick den dummen Scherz, die Dampfpfeife schrill und langsam ertönen zu lassen. Schreck und Angst versetzten das Tier sogleich in eine furchtbare Aufregung, es begann zu pusten und zu schnauben, und kaum schnell genug. aber im richtigen Augenblick, konnte ich die Bestie mit den Reseevestricken auch an dem noch freien Vorderfuß fesseln. Die Arbeit, die ich hier zu leisten hatte, war lebensgefährlich, denn die Aufregung des Tieres steigerte sich infolge des fortwährenden Pfeisens und des Lärms om Kai zu einer Art Berserkerwut, die nach einem Ausweg suchte. Der nächste Gegenstand war der Kutschbock, der vorn oberhalb des Wagens ziemlich hoch angebracht war. Mit dem Kopfe unter diesen Bock stoßen, war das Werk einer Sekunde. Und so gewaltig war der Staß, daß der ganze Kutschbock aus seinem Gestell herausflog. sich in der Luft drehte und krachend zu Boden fiel. Glücklicherweise fiel er nicht zwischen die Pferde— ein unabsehbares Unglück wäre sonst die Folge gewesen. Das wütende Rhinozeros versuchte jetzt die Vorderwand des Wagens zu durchbrechen, aber nun war auch ich wieder zur Stelle, schwang mich auf die Wagendeschsel, ergriff ein dickes Tauende und begann, dem Tiere nach Leibeskräften zwischen die Ohren zu dreschen. Es mußte fühlen, daß eine Kraft da war, die vor der seinigen nicht die Flucht ergriff. Schließlich wurden wir beide müde, ich und mein ungebärdiger Freund. das Rhinozeros. Langsam kam es zur Besinnung und beruhigte sich Wir konnten endlich losfahren, doch stand uns noch das schwere Geschäft des Ausladens bevor. Die Stallung lag hart an der Straße, so daß wir den Wagen rückwärts bis an die Tür schieben konnten. Das Tier mußte nun auf einer angelegten Brücke rückwärts gehen, was diese Tiere nicht gern tun. Auch hier konnte schließlich nur Gewalt helfen. Stricke wurden um jedes Hinterbein gelegt und durch einen in der Stallmauer angebrachten Ring gezogen, auch die Stricke des Halses und der Vorderheine wurden durch Ringe gesteckt, so daß wir das Nasborn so ziemlich in der Gewalt hatten. Als es aber den Wagen verlassen sollte, bekam es aufs arbeiten, war dabei zwar wülenden Angriffen ausgesetzt, brachte das Tier aber endlich in den Stall. Von dieser Art der Beförderung hatte ich genug, und bestellte mir für die Weiterreise nach Hamburg einen großen fertigen Kasten. Das Abenteuer Mäment am. mir das Tier aber in dem kritischen Kai entlaufen und hätte ich es nicht in dem letzten Augenblick bei dem Herannahen der Lokomotive im Wagen be Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Ig Unverhofft kommt oft! Vor etwa einem Jahre wehklagte Arens Pettern dex chrißlicheloziae Abgeordnete Franz der Grosiodusirie weni Männet aus vertreten seien.„Das Ruhrbecken mit seinen und Walzwerken, seinem Bergnap und anderen großen Unterneomungen erheische eine sachverständige Vertretung im lautastage aus den Kreisen der Unternehmer,— so ungefähr Gahe:"sais die arbeiterfr undlichen Melodien Fränzchens. #vielte er auf die sozialdemokratisch vertretenen Kreise des Kohlenreviers an, und seine Ausführungen waren ein Anviederungsversuch bei den Nationalliberalen. des, Kohlenreviers an, und seine Jeht den Natione . Jeht ist tein Wunsch erfüllt: I. Siegen=Wittgenstein ist In dem inkustriellen Wahllr der Profitrate vielleicht auch die Zushiss, etwas schwächer werden, würden, die sie aus großlapitawirs swieder ängt. um aber alles das zu bemänteln, in en Fart gefährdete Sicherheit des Vaterlandes sowohl die Budgetsommisto s uu s“ wünschen, daß Die Buhggzggmmission, als auch das Plenum des Reichstages, sich zu kraftigen ubstrichen am Marineetat entschließen. Toldaten als Ernte=Arbeiter. Der Kriegsminister hat eine is sgung er assen nach welcher die Zuweisung von Solboten Ernearbeiter neu geregelt wird. Es werden rechtzeitig jene Zeitabschnitte mitgeteilt, zu welchn auf Beurlaubung von nicht gerechnet werden könne. Diese Mitteilungen 3 die Besugnis eingeräuul baten zu beantragen. ise " Die Einigkeit in der Polenfraktion ist wieder hergestellt. Zum Vorsitzenden wurde der Prälat Dr. v. Jagdzewski gewählt. In einer Resolution wurde festgelegt, daß die Verhandlungen das Rechtihagg sind und daß kein Mitglied der Fraktion vat„üper den Inhalt solcher Verhandlungen den Zeitungen oder Privatpersonen Mitteilungen zu machen. „ Koloniale Justiz. Die Ausschreitungen der farbigen Polizeispidaten in Kamerun, denen ein Häuptling zum Opfer gefallen seinen Stammesgenosen gelpucht g Gogperneurs ist in Aussicht gestell, in weiterer Vericht des der Iin Bäghrbig Professor Dr. S'omassa, versahren eing Eingeborenen erschossen hat. ein Strafimmer nichs. bört man aussallenderweise noch waries vot Selsse Se trauensmännerversammlung der Zentrums. Dresden“ verbliches Kortel wurde Donnerslag abend in „„„„ sang der Mahl ziemlich ungewiß. lungen, die unglaublichen Ausführungen des Referenten, Gene„Heute stellen nicht die Vr'nstein ist ein„Proßindustrieller, ein Berghauptmann a. D., also ein Sachverständiger in der Montanindustrie, gewählt. Ob das dem Herrn Behrens nun gerade anaber nicht an, der Reichstag hat jeßtv kergt iommt es „gicht an, der Reachslag hai jetzt einen verufenen Vertreter, der in Bergfragen vielleicht auch Herrn Behrens noch manches duch den Verlust ein=3 Mondatz der es verlorl Oder solle uns läuschen) Non, dann und viel hat seine Partei, diese politisch Schmarovernfsenie doch nicht mehr zu verlieren. bie Nationaliberasen den befannten polischen Diese Kandidatur scheint a8 Reichstagslandidaten aufgestellt. sein, denn eine Vert Jentrum och zu bunt gewesen zu vort#####trauensmännerversammtung der ZentrumsKandidt sgang der Tahl ziemlich ungewiß. „ Gegen den Zoll auf Seefische. Hamburg 2" Jan Die Vorstandssitzung des Vereins der Fischindustriellen Deutschlands nahm gestern in Altona einstimmig eine Resolution an, welche wie dies kürsch von den Hocsef langt worden ist. Eine Teyutatigg jass oach erge elschaften ver„#rbenit; eine Teonation son sich nach Berlin begeben. um bei der Rtegierung vorstellig zu werden. an Iiredgde richt. Ueber die politsche Tätigleit des Kaisers tig nur noch zweimal wöchentlich im„Reichsanzeiger“ mitteilte, wie der Kaiser sich ige Oosbericht, der dem Publikim Wegfall Scherl tröstet sein Publikum bereits samit, daß er richten bestrebt sein werken; Vorgänge privater Natur zu be. slise anhe Eine solche Steuer würde die Folge haben, daß die Wohnungen noch teurer würden, als sie heute schon sind. Und eine VerWohnungen führt wieder dazu, daß sich Tausende Leisten Tönnen: mit Hlsg,.Ssade Bildie die gandte Volsgesadest aden, Aber langen, zasn guch von unseren„patriotischen“ Agrariern vertüimmern 2“ sie sich um die Gesundheit des deutschen Volles ten Reubauten Abstriche gemacht werden könnten. zimrt, Bezze auf eine Mitteilung aus parlamentarischen KreiHäfte der für 4 Schiffe gesordertene ig, preußischen Landtag gesagf bat, für Her und Ficht“sbaren F Hosoer der Schaar; vi können und dürfen bes P####en der Schlagfertigkeit und des Friedens bemerken zu sollen, daß die Marinefgu gan der Scharfmacher rn 44/— g.# vie Murineforderungen mit der äußersten Sorgfalt aufgestellt und auf das Notwendigste beschränkt sind.— Aus jeder Zeile spricht die Sorge darüber, daß den geben Fönnte. Die Posten Dei des gewohnten Profits entdaran interessiert zu festigen können, so hätte ich wohl jetzt in diesen Erinnerungen von einem gcoßen Unglück und manchem verlorenen Menschenleben erzählen müssen... Von einer weit ungemütlicheren Gesellschaft möchte ich jetzt ein wenig erzählen. Es sind Tiere, mit denen man keine Freundschaft schließen kann. im Gegenteil, es muß immer heißen, drei oder noch mehr Schritte vom Leibe, wenn man nicht zu Schaden # ic spreche nämlich von den Krokodilen. Vielleicht ist es ein Giua, daß ich schon in meiner Jugend von einem Krokodil einen Denkzettel erhielt, der mir für mein ganzes ferneres Leben eine heilsame Scheu einflößte. Von einem nur zwei Fuß langen Krokodil wurde ich in den Zeigefinger der rechten Hand gebissen, aber ich machte mir nicht viel daraus. Und daran tat ich unrecht. Nach drei Stunden fühlte ich einen furchtbaren Schmerz nicht nur in dem gebissenen Finger, songanzen Arm, die Hand begann zu schwellen und die Schwellung sich gegen den Arm hin zu verbreiten. Jetzt erst wusch ich auf den Rat meines Vaters die Wunde mit eiskaltem Wasser aus und badete den Arm während der ganzen Nacht, denn an Schlummer war ohnedies infolge der furchtbaren Schaerzen, nicht, zu denken. Der am nächsten Morgen hinzugezogene urzt bezeichnete die vorgenommene Kaltwasserbehandzuns Ss, eix, großes Glück, da der Arm in Gesahr gewesen #11## Vi. Geschwulst zog tangsam ab, aber die Erinnerung „Seitdem sind mehr als 2000 Krokodile durch meine Hände gegangen und, wie man sieht, bin ich von keinem verspeist worden. 2rotz aller Vorsicht habe ich aber doch einen Fall erlebt, nahe daran war, den Krokodilen als Futter zu aatoren beschöft; gerade mit dem Einpacken von zwanzig AlliKellung####watigt, die zurzeit, der vorletzten Düsseldorfer AusReptillensamp. ßen aatoren mhanen Schau gestellt werden sollten. Diese Alli. Slück der Tiere sticklsies schn Ffuß lang. Schon hatte ich seche Seltsames passierte das Basin entnommen, als etwas ganz beheutet batK“ an in tausend Fällen den gewissen Ted bebeuter hatte. Das Ganze spielte sich viel schneller ab, als ich Wesser entnehmen wolite“ is9 das sibente Exenplar dem Schlag mit F..i. i0 blöslich einen so heftigen u dem Schwanz, daß ich kopfüber ins Bassin stürzte Es iskt unfoßhar mit wesch mit, wwischen die übrigen Krotodile. blic der Gefahr zu denten Schneligleit der Mensch im AugenTat sind wie Flitz und Schno u dandeilr vermag, Gedanke und Tur sind wie#no und Schlag, Schneller noch als ich hineingestürzt, ja. mit blitzartiger Geschwindigkeit arbeitete ich mich aus dem Bassin wieder heraus— unversehrt. Die Krokodile waren gar nicht erst zur Besinnung gekommen Hätte mich auch nur ein einziges Tier angevackt, dann wäre ich unrettbar verloren gewesen. Ich weiß aus Erfahrung, daß in dem gleichen Augenblick auch alle anderen Tiere zufassen, sie dreben sich herum, haken mit ihren Kiefern ein und reißen das Opser auseinander. Ein Vergnügen wäre das nicht gewesen. Bin ich auch selbst glücklicherweise nicht mit hineingezogen worden, so habe ich doch Alligatorenkämpfe beobachten können, bei denen mir nicht ganz wohl zumute war, denn was in diesen Kämpfen zugrunde ging, waren Geschäftswerte. Diese Tiere geben einige Sätze wieler: an se die urbeisnehmer die Forderungen, paseteu die soziatuemokralische Porteit“ uner die Vorderungen, heute ist durch die politische Kampfesweise der Gewerkschaften, eine Scheidewand zwischen Meister und Gesellen erist nur der Arbeitgeber der verantwortliche Teil. Der Arbeiter hat gar keine Verantwortung, er steckt nur seinen Lohn acharien nir haben zu bestimmen, der Arbeiter hat einfach zu „Wir müssen uns das Recht wahren, einstellen zu können, wer uns paßt, und zu entlassen, wer uns nicht gesallt! lauken, Tahurchüse“ in allen Gewerben en einem Tage abnehmerorganisationen. gegen die Arbeit„In den Arbeitsnachweisen dürfen nur die Arbeitgeber zu Hest Birgen,###e E muß uns freistehen, jene Elemente von ven albelestenen sernzuhalten, welche unter den Arbeitern die Hebgrbeit gerrichten.„Man soll aber Milde watten lassen, man son viese Leute eine Zeitlang fühlen lassen und dann ernstlich „Wir brauchen ein Kartell, um wiederum anderen Arbeitgeherverbänden Kenzugis von solchen Leuten zu geben, um ihnen Sries neits und Ausiperrungeg, die Einstellung in anderen Teien unmöglich zu machen. Die Arbeitsnachweise sind eine mässen Biess= Priesir die Arbeiter, und wir als Arbeitgeber munge vice Erhzgungsarbeit ausführen!eiceder „Die Strafe für solche Leute, welche die Arbeitswilligen beleidigen, ist viel zu gering.“ a.„ Die Streikklausel muß in alle Lieferungsverträge hinein. her haben uns bloß die Staatsbehörden Rechnung getragen! ddie Streikklausel in allen Verträgen, dann werden es sich die Arveiter auch besser überlegen, so oft zu streiken!" „Durch den Minimallohn wird der gute Arbeiter auch faul!“ „Die, gelben Gewerkschaften sind geeignet, den Uebermut der sozialintischen Gewerkschaften einzudammen. Für uns sind sie praktisch und wir können sie fördern.“ „Das ist doch sicher eine nette Blütenlese von Scharsmachereien auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens.— Diese Aeußerungen zeigen aber den Arbeitern die Notwendigkeit eines immer festeren Zusammenschlusses te Aus dem Reichstag. Staatssekretär des Neußern, v. Gch ou, sein“ Irtrag über die Balkan=Politik fort, den er am Tage vorher begonnen. aber nicht zu Enc. geführt atte. Er besprach die Ha tung Deutschlands zu allen Phasen der politischen Vorgänge auf der BalkanSBchigslibeginnen, mit, den Resormaktionen der Möchte in Muzevonien. Er behandelte dann die türkische Revolution, die Annexion Busniens und der Herzegowing durch Oesterreich, die darauf von Serbien und Montenegro gestellten Forderungen, Bulgariens Selbständigkeits rklärung, die Verhand ungen wegen der Ao#antung einer Konferenz der Mächte, den Boykott der österreichischen Waren in der Türkei, und die Ausgleichsverhandlungen, die in den letzten Monaten geführt worden sind. „wünscht diesen einen Abschluß, durch den der Friede nicht gestort wird. Die Einzelheiten des Vortrages iollen streng traulich behandett werden. Die bürgerlichen Abgeordneten sprachen sich sehr befriedigt darüber aus daß ihnen Auskunft gefrage, die Frage der Bagdadbahn, die Erhöhung der türkischen Einfuhrzölle und den Eintritt deutscher Offiziere in die türkische Armee. Daran knüpfte er ebenfalls streng vertraulich Mitteilunger über die deutsch=französischen Beziehung Thorner Vereinsges In Thorn besteht für Sozialdemokratie und Gewe#### kein Versammlungsrecht. Die Polizei weiß immer neue zu finden, um ihnen das Abhalten von Versammlungen unmöglich zu machen. Am 6. Januar wollten die organisiern#n Maurer eine Versammlung im Saale des„Schützenhauses“ abhalten, den sie gegen Erlegung von 5 Mk. gemietet hatten. Aber am anuar wurde das Lokal zurückgezogen. Der Wirt weigerte sich die Versammlung abhalten zu lassen, weil ihm di gedrobt habe, es werde sonst der Militärboykott über de Lokal verhängt werden. Auf dem Polizeibureau, wo der Einberufer anfrag e, wollte niemand etwas von der Sache wissen, hinierher aber wurde durch das Zeugnis eines Kellners und einer Dame ligsässanfaß der Polizeisekretär Bohn es war, der mit dem ssolt gedroht hatte. Die Versammlung konnte nicht Einem anderen Wirt, der sich nicht hindern ließ. eine sammlung abhalten zu lassen, ging folgender Strafbefehl zu: Tagtirsh, Ie, Ill seigz, Aoeri den u. Juur vomn. 1 7671. 00 am 6. d. Mis, abends 6 Uhr, in den Räumen Ihres Schanklokals. Thorn Schillerau often Tesisen, ossentliche Versammlung des Maurerverbandes Die Ihnen in der eingangs erwähnten Verfügung angedrohte Zwangsstrafe von 50 Mk. eventuell 5 Tagen Haft wird daher hierdurch gegen Sie festgesetzt Der Strafbetrag ist binnen acht Tagen bei der hiesigen Polizei=Burcau=Kasse. Rathaus. Zimmer Nr. 50, einzuzahlen Kersten. 16/1. 09 erkalten. Lersien. An den Restaurateur Herrn Franz Grzankowski. hier. Die in diesem Strafbefehl angezogene Verfügung verbietet das Abhalten, von Versammlungen in diesem Lokal aus„baupolizeilichen Grunden". Wer wissen will, was es mit diesen„baupolizeilichen Gründen“ auf sich hat, der wes tung folgende unglaubliche Verfügung derselben Polizeiver. Polizei=Verwaltung Thorn, den 2 Juni 1908. Si.ebis. sanitäts- und sicherheilspolizeilichen Gründen werden ##.# burch eusgefordert, uns 24 Stunden vor dem Beginn jeder Versammlung, die in Ihrem Lokal abgehalten werden Beit, sopeise der Rame statten. Es muß sich aus ihe Vesgzsaltes ergcten der Beshnoert und die Behung bes Omonossrate egen Sachp Zuwiderhandlung gegen Sie eine Zwangsstrafe von 30 Mr., eventuell 3 Tage Haft festsetzen, die wir Ihnen auf Grund des§ 132 Abs. 2, des Landesverwaltungsgesetzes hiermit ausdrücklich androhen. An den Gastwirt..... Namen Die Ungesetzlichkeit dieser Verfügung war so kraß, daß der Regierungspräsident sie auf Beschwerde der Gastwirte aufheben sind in ihrer Wut unerbittlich, wie die Ameisen verbeißen sie sich ineinander und lassen nicht los, wenn auch der ganze Kopf darüber in Trümmer gehen sollte. Einem solchen Kampf wohnte ich in den achtziger Jahren bei. Wir empfingen damals einen der größten Transporte dieser Tiere annähernd 900 Stück Alligatoren in verschiedenen Größen. Die meisten maßen nur ein bis vier Fuß, es waren aber auch sechs größere Tiere dabei. die eine Länge von zehn bis elfeinhalb Fuß hatten. Die Tiere, die seit ihrer Gefangennahme in den Transportfisten gesessen hatten, waren so bösartig geworden, ihr wutendes Schnaufen klang etwa so, als wenn eine Maschine Dampf abläßt, die Tiere hatten in ihrem engen Gewahrsam sozusagen einen ganzen Haufen von Grimm angesammelt Vorsicht beim Auspacken war also doppelt geboten. Die Kasten wurden einzeln in das Gehege hineingeschoben, in dem ein großes Bassin lag, das für die Aufnahme der Tiere bestimmt war. Zunächst öffnete ich die Bretter am Kopfende des Kastens, reizte die Tiere dann am andern Ende vermittelst eines Stöckchens und setzte sie auf diese Weise leicht in Bewegung. Alles schien gut zu gehen. Das erste Tier kletterte aus seinem Kasten und verschwand im Bassin. Die andern machten es teils ebenso und gingen direkt ins Wasser, oder blieben am Rande auf dem Land liegen. Als der fünfte und sechste Alligator zum Vorschein kam, gingen die Tiere ohne ersichtlichen Grund wie bissige Hunde aufeinander los. und nach wenigen Augenblicken waren alle sechs Krokodile ein einziger sich wälzender Knäuel, der unter Fauchen und Pusten und mit wild das Wasser peitschenden Schwänzen auf und ab tauchte. Die Tiere wüteten auf grauenvolle Weise. Sie packten sich gegenseitig mit den starken Kiefern und rangen fast bis zur Erschöpfung, dann drehte sich der stärker Gebliebene, ohne loszulassen, im Wasser herum, daß der Kiefer des Unterlegenen krachend und knirschend zerbrach Hoch spritzte das Wasser in die Luft und färbte sich langsam rot vom Blut aus vielen schrecklichen Wunden. Ein Dazwischenspringen gab es nicht, man mußte dem Kampf untätig zusehen. Alles, was wir zu tun vermochten, war folgendes; wir ließen das Bassin bis oben volllaufen, damit die Tiere mehr Schutz unter dem Wasser finden konnten. Am nächsten Morgen. nachdem das Wasser wieder abgelassen war, wird der ganze Schaden offenbar. Fast alle Kämpfer Paren auf der Walstatt geblieben, wenn auch vier von ihnen noch lebten. Zweien waren die Unterkiefer und teils auch die Oberkiefer in Stücke gegangen, und diese beiden Tiere hatten bereits ausgelitten. Zwei anderen Tieren waren die Vorderbeine total abgedreht, sie hingen nur noch an der Haut. Einem fünften war ein Auge ausgelaufen und dem sechsten endlich hatten die freundlichen Kameraden ein Stück des Schwanzes heruntergerissen. Mit einem Wort, alle waren gräßlich zugerichtet Nach acht Tagen war nur noch ein einziges Tier von den sechsen am Leben, dasjenige mit dem verstümmelten Schwanz, es genas langsam und ich konnte es später zu Geld machen, freilich nur ein schwacher Trost für den großen Verlust. Der Kampf als solcher war mir nichts Neues, an kleineren hatte ich die Unfriedfertigkeit dieser* Hum ,ch bie Unftlebfelign, vieser Tiere schon sig beobachten tonnen. Ter große Veriust legte es mir aber nahe, derartige Vorkehrungen zu treffen, daß ähnliche Kämpfe auf Leben und Tod nicht wieder vorlämen. Ich begann, allen neuangekommenen Krokodilen Maulkörbe anzulegen die aus dünnen Stricken verfertigt waren. Die Prozedur wurde vorgenommen, während die Tiere sich noch in ihren Kästen besanden, und große Vorsicht war dabei nötig. um die Hände mit heiler Haut wieder aus dem Käfig entfernen zu können. Sobald der Maulkorb angelegt und hinter dem Nacken befestigt war, ließ ich jedes Tier aus seinem Kasten in das Bassin hineinkriechen. Auf diese Art habe ich während meiner Praxis vielen Hunderten von Krokodilen Maulkörbe angelegt. Kamen mehrere Tiere zugleich ins Bassin, so stürzten sie voll Kampfbegier aufeinander los und ein großes Ringen begann, aber beschädigen konnten sie sich nicht mehr, da ihnen die fürchterlichen Rachen verschlossen waren. Schon nach sechs bis acht Tagen trat stets eine völlige Verubigung der Tiere ein, und ich konate daran gehen, ihnen die Maulkörbe abzunehmen Als Werkzeug diente ein scharfes, an einer langen Stange befestigtes Messer, womit ich den Strick hinten am Nacken aus sicherer Entfernung durchschnitt. Vermittels eines langen Hakens aus Eisendraht, der ebenfalls an einer Stange befestigt war, holte ich dann auch die Schlinge von der Nase herunter. Die Tiere wurden natürlich nicht auf einmal von ihren Maulkörben befreit, sondern es vergingen stets mehrere Tage, bis alle sich der Freiheit freuen durften. Sie hatten sich dann genügend einander gewöhnt, und Kämpfe, wie der geschilderte, kamen nicht mehr vor. Nachdem die Tiere glücklich ins Bassin gebracht und beruhigt waren, trat die Frage der Erhaltung und Ernährung in den Vordergrund. Zu beeiten brauchte man sich dabei nicht, denn wie die Schlangen, können auch die Krokodile monatelang ohne Nahrung aushalten. Ganz allmählich begann ich, die Tiere ans Futter zu bekommen. Zum Füttern wählte ich möglichst heiße Tage aus und bevorzugte die Abendstunden. Bewaffnet mit einem Eimer voll kleingeschnittener Lungen von Rindern oder Pferden begab ich mich an das Bassin und warf die Stücke in Zwischenräumen auf die Art ins Wasser, daß sie die Oberfläche narschend verührten. Die Krokodile streckten dann ihre Kövfe hervor und schnappten nach der Lunge Nachdem sie diese Fütterungsart kennen gelernt hatten, kam eine andere daran. Fleisch, das durch Draht an einer Holzstange befestigt war, wurde solange auf dem Wasser hin und bewegt, bis die Tiere die Nahrung erfaßten. Auch hieran gewöhnten sie sich meistens sehr bald. Mit der Zeit ging ich immer näher an das Bassin, heran und habe es fertig gebracht, daß einzelne dieser wilgegefangenen Tiere schon nach vier bis sechs Wochen sich von den diesemn a. utern Lerf=Ppeuf Kreundschaftsverbältnis ausgeschlossen. Jch vien zuach ite ist natürlsich ganz und gar ausgelchigen.„Ich oin auch überzeugt, daß die Diere zwischen dem hingebaltenen Fleisch und der Hand, die das Fleisch ig. Unterschied gemacht haben würden, hätte man nicht die nötige vorsicht walten lassen. Sie nahmen das Futter unter aber ohne besondere Bösartigkeit an und das war alles. Kleinere Krokodile, Tiere von etwa drei bis vier Fuß Länge, die im Schlangenhaus hinter Glasscheiben gehalten wurnach acht Tagen dazu gebracht, daß sie auf ein leichtes Klovfen an die Scheiben sogleich nach vorn kamen und das Futter aus der Hand nahmen...(Schluß folgt.) Aber die Polizei von Thorn. hat, wie unsere Mitteilungen zeigen, noch andere Mittel, die Gewerkschaften am Abhalten von Versammlungen zu verhindern! Es lebe das Vereins8* schweizerischer Mehlkrieg. Die schweizerischen Bundesbahnen bereiten augenblicklich neue Tarise vor, welche am ersten März in Kraft treten sollen und durch weche die Transportkosten zwischen Genf und der Mittelschweiz herabgesetzt werden. Dieser Entschluß wird zur Folge haben, daß dak aus Marseille eintreffende Getreid. gegenüber dem uber Mannheim tommenden begünstigt wird. Der Preisunterschied zwilchen dem Getreide aus beiden Herkunftsorten ist so gering, daß silbst eine unbedeutende Tarifermäßigung für den einen orer anberen Hasen auschlaggebend sin muß.— Der K islist auf der Wien 24. Jan. In Sofia zirkulierten gestern Gerüchte über die Mobilisierung der 8. Truppendivision, deren Stabsquartier sich in Stararagora befindet. Sofia, 24. Jan. Nachrichten aus Starasagora bestätigen die Einberufung der R##erven der dortigen Division. Sofia, 24. Jan. Von Regierungsseite werden die Gerüchte von einer angeordneten Mobilmachung zwar dementiert, jedoch wird zugestanden, daß militärische Maßnahmen getroffen wurken, um der Absicht der Türkei, zwei wichtige strategische Punkte in einem strittigen Gebiete zu besetzen, ev. mit Wassengcalt entgegenzutreten. Nachdem die Pforte mit Oesterreich=Ungarn zur Verständigung gelangt ist, ist es vollständig ausgeschlossen, daß es zu einem Krieg mit Bulgarien kommt. Das bißchen Säh gerassel dient nur zur Mastierung der Abwiegelung. Aus der Stadt und Nachbarschaft. * Vielefeld, 25. Januar. — Zur Schankkonzessionssteuer. Wir hatten in unserer Sonnabendnummer der Auffassung Ausdruck gegeben, daß auch z B. die Milchbuden nach dem bisherigen Entwurf die Steuer zahlen müßten. Diese Ansicht ist irrtümlich gewesen. Nach § 6 der Vorlage ist der Magistrat berechtigt, Befreiung von der Steuer zu gewähren, wenn der Nachweis erbracht wirt, daß der Ertrag des Wirtschaftsbetriebes gemeinnützigen oder wohltätign Zwecken dient. Wir würden es allerdings für richtiger halten, wenn der Magistrat nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet würde, in derartigen Fällen die Konzessionssteuer in Wegfall kommen zu lassen. — Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend wird das Ibsen-Theater aus Berlin dem hiesigen Publikum die Bekanntschaft mit einer der interessantesten Novitäten dieses Winters vermitteln, mit des dänischen Dichters Sven Langes Schauspiel„Die stillen Stuben". Mit diesem Werk, das von dem Ensemble in allen Städten, in denen dasselbe in diesem Winter bereits gastierte(so erst vor kurzem in Hannover am Deutschen Theater), aufgeführt wurde, errang es die denkbar größlen Erfolge. Die Hauptrolle spielt Maria Rehoff — Das Vein gebrochen hat am Sonnabend ein Knecht des Kolons Laux beim Holzaufladen. Es wurde ihm durch die Brandwache die erste Hilfe zuteil. — Wanzen werden durch Einstrenen einer Mischung von persischem Insektenvulver und gemahlenen spanischen Pfeffer getotet. Holzsußböden nässe man täglich einmal mit Salzwasser (100 Gramm auf einen Eimer Wasser). Wenn tunlich, bespritze man mit neinem Wasser leicht die Wände und Decke der Zimmer. Orte, die feucht gehalten werden, werden bald von den Wanzen verlassen. Versammlungen. Detmold. Dienstag. 26. Jan., abends 8½ Uhr, in der„Central= halle". Unterrichtsabend. Thema:„Die christlichen Gewerkschaften. Referent: Genosse Schreck=Vielefeld. * Spenge, 24. Jan. In der am Sonnabend, den 16. d. M., stattgefundenen Gemeinderats sitzung wurden die im Novemlier vorigen Jahres neugewählten Gemeindevertreter durch Herrn Amtmann Wirt in ihr Amt eingeführt. Ferner wurde eine Eingabe gegen die geplante Mehrbelastung der Tabakindustrie beichlossen Ein Antrag des Schulvorstandes, den Neubau einer Schule betrefsend, wurde vorläufig abgelehnt. * Bünde, 24. Jan. Theater=Vorstellung. Das hiesige Gewerkschaftskartell veranstaltet am Sonntag, den 31. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Stadtgartensaale eine TheaterVorstellung, in welcher die unter der Tirekton des Herrn Jul. v. Bastineller zurzeit hier gastierende Theater=Gesellschaft „Maria Stuart“ aufführt. Da der Ueberschuß der Kartellkasse zufließt, wird ein starker Besuch erwartet. * Oeynhausen, 24. Januar. Unternehmerallüren. Auf dem Eisenwerk„Weserhütte“ werden seit Mitte vorigen Sommers umfangreiche Umlauten vorgenommen. Die Arbeiten waren dem Unternel#er König übertragen. Seit Anfang dieses Jayres nun stellte die Betriebsleitung des Werkes selbst Maurer ein zahlte aber nicht den hier übllichen Lohn von 40 Pfg., sondern 35 Pfg. Die Verwaltung des Zweigvereins des Manrer= verlandes wurde nun mit dem Canvorsitzenden dieserhalb bei der Werksleitung vorstellig, erhielt aber zur Antwort, daß die Maurei doch jetzt noch mehr verdienten, da der Unternehmer nur 7 Stunden hälte arbeiten lassen(jetzt im Winter), während sie, die Firma, 10 Stunden arbeiten lasse. Da die Manrer sich mit dieser Antwort nicht zufrieden gaben, die Firma aber auf ihrem Standpunkt beharrte, legten sömtliche organisierten Kollegen die Arbeit nieder. Ueber die„Weserhütte“ wurde für die Manrer die Sverre verhängt. Zuzug von Maurern ist deshalb zu vermeiden. * Hamm, 23. Jan. Das Zentral=Hilfskomitee für die Hinterbliebenen der Verunglückten von Zeche„Radb od“ befaßte sich in seiner Sitzung am 22. Jan. unter dem Vonsitz des Oberpräsidenten v. der Recke mit der Verteisung der freiwillig gesammelten Gelder. Diese belaufen sich auf 1 574 669 Mark. Das Komitee stellte nach dem„Münst. Anzeiger“ folgende Grundsätze für die Verteilung auf, mit denen sich der anwesende Arbeiterausschuß durch den Bergmann Rehe einverstanden erklärte: „Die Witwen und Kinder der infolge des Grubenunglücks auf Zeche„Radbod“ Getöteten und Verstorbenen erhalten eine Rente von 150 Mk. für Witwen, 75 Mk. die Halbwaisen und 150 Mk. die Vollwaisen. Die Kinder=Renten erlöschen mit Vollendung des 16. Lebensjahres, die Renten der Witwen bei einer Wiederverh iratung: doch wird eine Absindungsjumme von 300 Mark gewöhrt. Die Renten werden für alle Kinder gewährt mit der Maßgabe, daß der Gesamtbezug einer Familienrente den Betrag von 1500 Mk. jährlich nicht übersteigt. Um den überschießenden Teil. werden die Renten der Witwen und Kinder anteilmäßig gekürzt. Den ehelichen Hinterbliebenen werden diejenigen Frauen und Kinder gleichgestellt, die in familiengleicher LevensgemeinBielefelder Stadttheater. cn. Sonntag, 24. Januar: Madame Sans=Géne, Lustspiel in 4 Akten von Victorien Sardou. Richt des ziemlich ###en Lustspiels, wegen, sondern weil statt der Ella Kobold Melly Stollberg die Titelrolle spielte, fühlten wir uns zum Theaterbesuch verpflichtet. Und wir können hier nur bezeugen, duß unsere Melly Stollberg in der schalkhaften Rolle wieder einmal großartig wax. Wer da glaubt, etwas ganz besonderes zu sehen, wenn einmal ein Gast hierher kommt, der irrt sich bisweilen gewaltig. Die Besetzung war im übrigen dieselbe wie am vorigen Dienstag. schaft mit den Verunglückten gestanden, insbesondere mit ihnen demselben Haushalt angehört haben. Der geschäftsführende Ausschuß wird ermächtigt, in solchen Fällen, wo die gesetzliche Rente nicht gewährt wird, eine weitere Zuwendung zu machen unter der Voraussetzung, daß diese nicht über den Betrag der gesetzlichen Rente hinausgeht. Außerdem erhält jed.s Kind bei der Kommunion oder Konfirmation 50 Mk., sowie Töchter im Falle der Verheiratung und Söhne beim Eintritt ins Militär je 200 Mark. Aszendenten erhalten eine Rente von 150 Mk. jahrlich, soweit die Voraussetzung einer gesetzlichen Aszendentenrente vorliegt, ohne Rücksicht darauf, ob die Rente etwa die der Witwen und Kinder 60 Proz. des Arbeitsverdienstes übersteigt oder nicht.“ Ausländer werden den Inländern gleichgestellt. Soweit sie keinen Anspruch auf gesetzliche Unfallrente haben, wird ihnen außerdem ein gleich hoher Betrag aus dem Fonds des ZentralHilfskomitees gewährt. Um jedoch zu verhindern, daß Ausländer besser gestellt werden als Inländer, sollen die für die Ausländer bestimmten Mittel diesen angerechnet werden. Es bleibt vorbehalten, die Rentengewährung ganz oder teilweise einzustellen, sofern die Rentenempfänger in Verhältnisse kommen, die ihnen ein sicheres Einkommen aus anderen Quellen gewähren. Der Rentenbezug beginnt am 1. Januar 1909. Soweit die Mittel durch Renten nicht in Anspruch genommen sind. wird ein Reservefonds gebildet zur Sicherheit der Renten und Unterstützung in besonderen Fällen, für erwerbsunfähige Kinder über 16 Jahre, arbeits=ind erwerbsunfähige Witwen und Aszendenten, bei denen eine gesetzliche Voraussetzung für einen Rentenbezug nicht vorliegt. Zur Ausarbeitung der Rentennachweise wird ein geschäftsführender Ausschuß gewählt, dem angehören: der Regierungspräsident von Munster, Oberbürgermeister Matthaei=Hamm, Ehrenamtmann Frhr. von Twickel=Hövel, Generaldirektor Janssen, Oberbergrat Kreisel, Knappschaftsdirektor Köhne, Versicherungsmathematiker Dr. Zimmermann, die zuständigen Knappschaftsoberältesten, ein vom Arbeiterausschusse aus seiner Mitte zu wählendes Mitglied und der Bankier Gerson=Hamm als Vertreter der Spender. Die Verwaltung des Fonds und die Auszahlung der Renten wird dem Knappschaftsverein übertragen. Die Aufsicht wird ausgeübt durch ein demnächst zu wählendes Kuratorium, das auch über die Entziehung der Renten befindet und die Unterstützung aus dem Reservefonds genehmigt. Aus dem Fonds wird eine besondere Stiftung gebildet. Nachdem der geschäftsführende Ausschuß seine Arbeiten erledigt hat, wird eine zweite Vollversammlung des Zentralhilfskomitees einberufen zur Festsetzung der Stiftungs=Satzungen und Wahl des Kuratoriums. * Essen, 24. Jan. Der Bauunternehmer Enslein in einem Nachbarort hat von einem kürzlich verstorbenen Verwandten in Amerika 26 Millionen geerbt. Vermischtes. " Eig. Aufstieg des Militärluftschiffes. Berlin, 24. Januar. Das Mcilitarluftschiff„Groß I“ hat gestern nachmittag von Tegel aus um ½2 Uhr seinen zweiten Aufstieg unternommen. Der Ballon blieb etwa 2 Stunden in der Luft, fuhr nach der Wuhlheide bei Karlshorst und kehrte dann nach dem Tegeler Schießplatz zurück. An der Fahrt beteiligten sich der Ches des Generalstabes v. Moltke und sein Adjutant. Unterschleife auf der Kieler Werst. Kiel, 24. Jan. Die Kieler Werst=Unterschleife ziehen immer weitere Kreise. Gestern wurde der Marineoberwerkmeister Riecken wegen Teifnahme an den Werft=Unterschleifen auf der Kaiserwerft verhaftet. Nunmehr stelzen 12 Personen unter Anklage. Elend. Mannheim 25. Jan. In einem Heuschober auf freiem Felde verbrannten in letzter Nacht fünf Obdachlose, darunter eine Frau. 300000 Franken unterschlagen. Brüssel 24. Jan. In Malines hat der Börsenmakler Claessens 300000 Franken von den Depots seiner Kunden, meistens kleine Leute unterschlagen. Er wurde gestern mittag an der Brüsseler Börse verhaftet. 331000 Franken aufgefunden. Paris, 24. Jan. In einem öffentlichen Abort wurde eine Nummer der„Neuen Fr. Presse“. aufgefunden, in welcher Wertpapiere in Höhe von 334000 Fr. eingewickelt waren. Mar vermutet, daß diese Wertpapiere von einem jüngst in Amsterdam begangenen Diebstahl herrühren. Die Affäre Steinheil. Paris 24. Januar. Der Untersuchungsrichter nahm gestern eine Gegenuberstellung der Frau Steinheil mit ihren Zellengenossinnen vor. Frau Steinneil erklarte, daß die Frauen ihre Worte solsch ausgelegt hätten, beide hielten aber ihre Erklärungen unbedingt aufrecht, während Frau Steinheil sie andauernd bestritt. Starker Schneefall. Paris, 24. Jan. Infolge der starken Schneefälle sind die telephonischen Verbindungen mit der Provinz vielfach gestört. Auch mehrere Drahtleitungen der elektrischen Kraftstation sind gebrochen. Hierdurch sind verschiedene Druckereien in Mitteidenschaft gezogen, so daß mehrere Blätter unvollständig erscheinen mußten. In einzelnen Gegenden Frankreichs sind Personen erfroren. Eine Bora. Triest, 24. Jannar. Eine Bora mit Windgeschwindigkeit von 95 Kilometern in der Stunde wütete in Triest und ganz Istrien. In den Straßen sind Seile gespannt, der Verkehr ist gestört, die Schiffe können nicht in den Hafen einlaufen. Hungersnot in Kleinassen. Konstantinopel, 24. Jan. Die Hungersnot in Kleinasien nimmt bedenkliche Dimensionen an. zahlreiche Personen sind bereits Hungers gestorben. Erdbeben. Hamburg, 24. Jan. Gestern nacht wurde von den Apporaten der hiesigen Haupistation für Erdrevenforschung wieder ein katastrovhales Fernbeben registriert. Das durch das Beben betroffene Gebiet ist von Hamburg etwo 3700 Kilometer in östlicher Richtung entfernt. Wie bei dem jüngsten Erdbeben in Süditalien schlug auch dieses Mal die Pendelmasse mehrere Minuten hindurch an die Sicherheitsschraube. Die Aufzeichnungen begannen 3 Uhr 55 Minuten 14 Sekunden und dauerten zwei Stunden. Eine vorläufige Verechnung ergibt, daß der Boden in horizontaler Richtung Schwingungen von mindestens 1½ Millimeter Weite in einer Zeit von 20 Sekunden gemacht hat. Rom, 24. Jan Sämtliche Observatorien Italiens zeigten gestern früh gegen 4 Uhr ein heftiges Erdbeben in 3700 Kilometer Entfernung an.— Man vermutet als Erdbebenherd die Gegend des Kaspischen Meeres. Dresden 24 Jan. In Dresden wurden gestern nachmittag in der Richtung Dresden=Freiberg mehrere Erdstöße verspürt Dampfer=Katastrophe. Boston 23. Jan. Der Dampfer der White Star=Linie„Republie“ kollidierte im Nebel bei der Insel Nantucket mit einem unbekannten Fahrzeug und wurde schwer beschädigt. Noch einer drahtlosen Meldung wurden die Passagiere von einem anderen Dampfer aufgenommen. Bei Abgang der Depesche besand sich die„Republic im Sinken. Newyork, 23. Jan. Der verunglückte Dampfer„Republ'ie“ hatte 250 Passagiere erster Kajnte und 211 Zwischendeckspassagiere an Bord. Die Mannschaft zählte etwa 300 Köpfe. Boston, 23. Jan. Weiteren Nachrichten zufolge hat der italienische Tampfer„Florida“ die Mannschaft und die Passagiere des sinkenden Dampfers„Republic“ ausgenommen. Auch andere Tampfer hatten ihren Kurs nach der Unglücksstätte genommen, so die„Baltie“ der White Star=Linie, die aus der Fahrt nach Liverpool das drahtlose Telegramm auffing, in welchem die„Revub'ie“ ihre hilflose Lage mitteilt, ferner das amerikanische Küstenwachtschiff„Achusnet“ und der von Le Havre nach N wyork fahrende Dampfer„La Lorraine“. Die „Republic“ wollte mit ihren Passagieren, von denen 220 erster Klasse fuhren. die Küsten des Mittelländischen Meeres besuchen. Newyork, 24. Januar. Bei dem Zusammenstoß der „Florida“ mit dem Vergnügungsdampfer„Republie“ wurde die „Florida“ schwer beschädigt. Der Dampfer„Baltic“ von der White Star=Linie nahm die Passagiere und Mannschaft der „Republic“ an Bord. Vier Passagiere der„Republie“ sind bei dem Zusammenstoß umgekommen. Letzte Nachrichten. Köln, 25. Jan. Zu einem blutigen Auftritt kam es in einem übel berüchtigten Hause an der Telegraphenstraße, wo der Luftschiffer Clouth wegen Begehung einer großen Zechschuld mit einem andern in jenem Hause anwesenden Manne in Streit geriet und diesen durch mehrere Revolverschüsse tödlich verletzte. Der Luftschiffer wurde verhaftet. Sein Antrag auf Fre#####ung gegen eine hohe Kaution wurde abgelehnt. Geestemünde, 25. Januar Der Geestemünder Fischdampfer „Montag“ ist bei Rotersand von dem Nordenhamer Fischdampfer„Elsaß“ angerannt worden und gesunken. Der Kapitän und der Maschinist des„Montag“ wurden gerettet, die übrigen sieben Mann der Besatzung ertranken. Stade, 25. Januar. Der nationalliberale Reichstagsabgeordnete Reese ist gestern, Sonntag, gestorben. Der Wahlkreis ist sicherer Besitz der Nationalliberalen. Berlin, 25 Januar. Bei den gestrigen Straßendemonstrationen durchzogen 25000 Personen die inneren Straßen der Stadt. Im Schloßhofe waren Militär und Polizei aufgestellt. Das Palais Bülow wurde von 20 Polizisten bewacht. Bei verschiedenen Zusammenstößen zogen die Polizisten blank. Die Soldaten einzelner Regimenter mußten bis gegen 7 Uhr abends in den Kaserner bleiben. München, 25. Januar. Gegen das Urteil von 400 Mk. Geldstrafe im Prozeß Peters legte Genosse Gruber von der„Münch. Post“ Berufung ein Marienburg, 25. Jan. Gegen den Arbeiter Hein, der den Bürgermeister Heintze erstochen hat, wird Anklage wegen Mord erhoven werden, die demnächst in der neuen Schwurgerichtsperiode in Elbing verhandelt werden wird. Hein hat, wie jetzt bekannt wird, schon früher zwei Menschen getötet. Königsberg, 25. Januar. Der Ostpreußische Städtetag hat an beide Hauser des Landtages erneut dringende Vorstellungen wegen vollständiger Beseitigung des Gemeindesteuervorrechts der Beamten, Geistlichen und Lehrer gestellt. Brüssel, 25. Jan. Die viel besprochene Angelegenheit der Pfändung und beantragten Versteigerung des Juwelenschmuckes der verstorbenen Königin von Belgien durch die Gläubiger der Prinzessin Louise von Koburg, der dieser Schmuck als Ei#### zugefallen war, ist endlich durch Arrangement mit den Gläubigern erledigt. Die Juwelen werden einer Vertrauenspersotz beider Parteien als Sicherheit für die Schuld der Prinzessin verpfändet bis zu dem Zeitpunkt, wo die Prinzessin durch eine weitere Erbschaft in die Lage versetzt sein wird, ihren Verpflichtungen nachzukommen. London, 25. Januar. Eine sensationelle Straßenraub- und Mordaffäre ereignete sich gestern in der nördlichen Londoner Vorstadt Tottenham Als dort vormittags in der Gummifabrik von Schurmann die Geldbeutel mit den Wochenlöhnen aus einem Automobil genommen wurden, stürzten zwei maskierte junge Leute, die sich später als entlassene Polen herausstellten, auf den Wagen los, rissen einen Beutel mit Geld an sich und liefen davon. Bei der allgemeinen Verfolgung, die sich nun entwickelte, feuerten die Straßenräuber aus Revolvern einen unaufhörlichen Hagel von Kugeln auf ihre Verfolger. Nach amtlicher Feststellung sind zwei Personen getötet und 15 verwundet worden, darunter 5 schwer. Der eine Täter ist am Leben und liegt im Hospital, der andere hat sich erschossen. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. Sertenn.-Versummung den 26. Jannar, abends 8½ Uhr, in der„Centralhalle“, Kaiser=Wilhelm=Platz. Tagesordnung: Die Schankkonzessiöussteuer! Referenten: Stadtvv. Severing und Hoffmann. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Einberufer. Jedes Wort kostet nur 2 Psg., in a Worte mit mehr als 15 Buchstaben der selten Ueberschrift 10 Pfg. 2 werden doppelt gerechnet. Anzeigen unter dieser Rubrik werden nur bei Vorausbezahlung angenommen. Kleiderschränke Mein Zigarrengeschäft von 25 Mk., Bettstellen 15 Mk., Tische 5 Mk. an. Nur Lager, kein Laden, daher billiger als jede Konkurrenz. Brunnenstraße 12 a, 2 Min. vom Siadttheater. 16605 Trumcaux mit Stuse, 25.—, 30.—, 35.— 40.—. 50.— Mk. bei F. 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Brockhausen(kons) bittet, den Entwurf an die Finanzreformkommission zu verweisen. S55 P1g5g=Loburg(natl.) begrüßt den Gesetzentwurf. inder(Soz.): Die gegenwärtige Besteuerungspraxis macht sich besonders an Grenzorten nachteilig geltend. Auch für die Arbeiter ist sie ein Schaden. Wenn z. B. ein Arbeiter, der lange Zeit in Ludwigshafen gearbeitet und ein kleines Anwesen erworben hat, nach dem benachbarten Mannheim in Schlafstelle ziehen muß infolge Arbeitslosigkeit, so wird er dort zur Steuet einszeegegz,(Brovot b. d. Cogz, ud denien nit den Cntous lage ohne Konmissoisberating.sien die Annachne der VorAbg. Dr. Neumann=Hofer(Fr. Vg.) tritt ebenfalls für Annahme ohne Kommissionsberatung ein. Abs. g. Strombeck(Ztr.) desgleichen. der Eri. Frhr. v. Ggm p(Ltp.) bittet die Konservativen, sich mit #riedigung des Entwurfs im Plenum einverstanden zu erehnter(Ztr.) ist namens seiner Fraktion mit der Erledigung ohne Kommissionsberatung einverstanden. . Der Antrag.v. Brockhausen auf Kommissionsberatung wird avgelehnt. Der Antrag Gamp auf Ansetzung der zweiten Leung wird angenoumen. sGung der folgt Fortsetzung der Besprechung der beiden Inter###l#tionen betr. Handhabung des Vereinsadziwill(Pole):„Das Material des Herrn Staatssekretärs gegen die polnischen Gewerkschaften war durchaus kein erdrückendes. Unter den von ihm verlesenen Aeußerungen einiger Redakteure sollte man nicht die polnischen Gewerkschuften leiden lassen. Man kann von uns Polen doch nicht die Nationalitätsgefühls als eine staatsbürgerliche Pflicht verlangen. Wenn wir auch nicht durch ein Naturveroren hohen. liche Politik Haus und Hof ünglüchlichenin Mitgefühl Polen.) Wird=3 Joch z. Messing,„Lzbh. Zustimmung bei den ro es voch dem polnischen Arbeiter durch die preußiiu Hänschen gema;, sich auf seiner heimatlichen drückung in Jutanst aller UnterGeP P a. sche ridot b. b. Vola) iemen uit Baibe entosen. volnischen Reitungen, welche satzungszemäße Pern aus swpei Polnischen Heilungen, weiche satzungsgemaße Verbandsorgane eer polnischen Gewerkvereine sind.(Zuruf b. d. Polen: PublikaZeitucsstimmen an.K ies nicht von nebenlächlichen will diefe Blätt“ sprechen, aber es freut mich, daß Fürst Radzi. das nationale Gefühl der Polen nicht getadelt, ich habe nur Tat. uin Bebehour(cphslel B.od- Aunt. u.-Raihu ete gerlicheg herren Redner meine Erwartungen erfüllt, Erstaunt aver doch Herr Junck. Er fand es beschämend, daß Oliver Tmist. Von Charles Dickens. „ Aus dem Englischen von Julius Seybt. Gerade zu derselben Stunde stärkten sich Mr. Giles, Brittles und der Kesselflicker nach den Strapazen und Schrecken der Nacht in der Küche durch ein Schälchen Tee, und was es sonst Gutes gab. Nicht daß, es. Mr. Giles Gewohnheit gewesen wäre, große Vertraulichten mit der niederen Dienerschaft zu priegen, gegen welche er sich vielmehr der Regel nach nur mit Steflung singen derchesesns benahm, die stets an seine höhere . dex„esezigaft erinnerte Allein Todesfälle, Vere Ghses sgu heeraue alle Menschen gleich, und Uinken Arm a mit ausgestreckten Füßen am Herde, hatte den einen genan: u d P37is9, secützt, illustrierte mit dem rechten un fa venauen und huhenden wericht uber den nächtlichen Rauböschan sein puolikum— zumal die Köchin und das Hausca mochte Spannung zu. halb zwei Uhr sein,“ sagte Mr. Giles,„indes kann ich nicht ograuf schwören, ob's nicht dreiviertel war, als nauo im Bett herumdrehte, ungefähr so"(er drehte des Eischtuches au einem Stuhle herum und zog den hatter die Vorstellunge die Schultern, um bildlich desto leb. Geräusch zu hören glauhzige Vetdecke bervorzurusen) und ein . Hier erblaßte die Köchin und forderte das Hausmädchen auf, die Küchentür zu verschließen; das Hausmädchen hieß es Britt45, der es der Kesselflicker hieß, der sich stellte, als ob er nicht „Ein Geräusch zu hören glaubte,“ wiederholte Mr. Giles. „Ich dachte zuerst bei mir selbst:„'s ist eine Täuschung!“ und legte mich schon wieder zum Einschlafen zurecht, als ich das Geräusch abermals und vollkommen deutlich vernahm.“ a## Was war es denn für eine Art von Geräusch?“ fragte die „Ein krachendes,“ erwiderte Mr Giles. „Ich denke, es war mehr, wie wenn eine eiserne Stange auf einem Reibeisen gerieben wird,“ fiel Brittles ein. „So war es, als Sie es hörten“ sagte Giles;„zu der Zeit aber, als ich es vernahm, hatte es keinen krachenden Ton. Ich warf die Bettdecke zurück“(er wiederholte die Bewegung mit dem Tischluche),„richtete mich zum Sitzen empor und horchte.“ „ Die Köchin und, das Hausmädchen riefen zugleich aus:„Daß sich Gott erbarm“!“ und rückten zusammen. „Ich hörte es so deutlich, als wenn es dicht vor meinem Bette wäre.“ fuhr Giles fort,„und dachte:„Da wird eine Tür oder ein Fenster aufgebrochen. Was ist zu tun? Ich will den guten Jungen Brittles wecken und ihn retten, damit er nicht in seinem Bette ermordet wird; tu' ich's nicht, so kann ihm die Kehle vom nicht mehr Beschwerden vorgebracht wurden. In Wahrheit ist es aber beschämend, daß er kein Gefühl dafür hat, auf welche skandalöse Zustände in der Verwaltung es schließen läßt, daß so Beschwerden innerhalb so kurzer Zeit vorgebracht werden mußten.(Lebh. Sehr richtig! b. d. Soz.) Ein solcher Mann zeigt, daß er bar ist jeden Ehrgefühls eines freien Mannes. (Gr. Lärm im Block.) Redner(mit erhobener Stimme): Bar jeden Ehrgefühls eines freien Mannes.(Lebh. Zust. b. d. Soz.) Vizepräsident Kämpf: Sie haben dem Abg. Junck das Ehrgefühl abgesprochen.(Abg. Ledebour: Das Ehrgefühl eines freien Mannes! Sehr richtig! b. d. Soz.) Ich rufe Sie deshalb ur, Hodgug.(Grovot in Blod, Sie 84356 Abg. Ledebour(fortfahrend): Ich gebe zu, daß Herr Junck das Maß von Ehrgefühl besitzt, das den Anforderungen seiner Partei entspricht.(Sehr gut! b. d. Soz.) In Sachsen besteht die Praxis, aß bei Einreichung einer Beschwrede gegen eine Behörde die Hinterlegung einer Summe drei=, sechs-, achtmal verlangt wird, und daß der Beschwerdeführer dieses Geld verwirkt, wenn die Beschwerde zurückgewiesen wird. Das wirkt zatzislihag#schreckend auf die Einlegung von Beschwerden. Daß Gesetz teilweise Verbesserungen brachte, haben wir stets zugeg.ben.(Zust. b. d. Soz.] Aber das Entscheidende ist, daß es mit einem Ausnahmegesetz verkoppelt ist. Als prinzipielle Gegner jedes Ausnahmegesetzes, die wir selbst unter einem solchen gelitten haben und neuerdings vom preußischen Ministerpräsidenten mit einem Ausnahmegesetz bedroht wurden, unterschreiheute noch, daß dieses Gesetz eine Schande ist, was js. guch, Herr Müller=Meiningen früher einmal gesagt hat.(Leb# timmung b. d. Soz.) Der Minister stellt sich nun bierher uno sagt, es ist Remedur geschaffen. Sie besteht aber darin, daß der Beamte sie ganz einfach hinter den Spiegel steckt und sisches porteilhasterin ar weiß ja, daß für sein Fortkommen vorlelchafter is., als die schroffste Anwendung der Gesetze. Lebh. Just. v. d. Soz.) Der Herr Staatssekretär hat das Verhalten des Beamten zu rechtfertigen versucht, der in rigoroser Weise in einer Breslauer Frauenversammlung die Entfernung von Kindern und Jugendlichen verlangt hat. Die betreffende gustäsic befungn e sie an die vom Staatssekretär so sprechen kai. n iu“ erst am Schluß der Versammlung zu und die Rert nachdem bereits die Jugendlichen entfernt waren eine ganz andere Zusammensetzung eeß gssesistet...(hste hat sich der Amtsvorsteher v. Alvensdiat in seu“t: In Falkenberg war eine Versammlung angekünachirst de über die Amtsführung des früheren Gemeindevor152511 gesprochen werden sollte. Der Amtsvorsteher verfügte in Ihrem 3.dn Lokalinhaber: Hiermit untersage Nut sorung ogl eige öffentliche Versammlung betreffs umtsfuyrung des früheren Amtsvorstrhers am 17. d. M. stattindet„(Hört, hört!) Das ist die reine Paschawirtschaft, womit erzings die türkischen Paschas nicht beleidigen will.(Htkt.) Man hat sich natürlich an die Verfügung nicht weiter gekehrt, nöchts, fragen: was geschieht mit einem solchen Beamten? Dur gi voch offenbarer Amtsmißbrauch!(Sehr wahr! b. d. Soz. u. Zuruf: Bekommt einen Orden!) Die Mehrheit dieses Hauses hat nichts getan, um den Spielraum der Handhabung einzuschränken und solchen Mißgriffen vorzubeugen. Der sche Ministerpräsident, selbst ein Wackelnder, hat im preußischen Abgeordnetenhaus die bureaukratische Selbstherrlichfordert.“(Sechr wahrl g. d. Eoz.,d Sozialdemokratie aufge. wünschen die polnischen Gewerkschaften nicht anders behandelt, als wir uns selbst veyandelt wissen wollen.(Lebh. Bravo! bei den, Polen und im Itr.) Schon früher habe ich durchgreifend m an wiesen, daß weder im Gesetz noch in der Verhandlung im ### S# ein Wort gesagt worden ist, welches die Anwendung ..Sprachenparagraphen auf die polnischen Berufsvereine rechtferrigen könnte. Nachdem der Staatssekretär die Anfragen der Abgg. Graef und Müller=Meiningen unklar beantwortet hatte, hat ihn mein Parteifreund Hus zu einer bestimmten Erklärung zu provozieren versucht. Er hat aber geschwiegen. Es ist nach diesen Vorgängen erwiesen, daß man die Unklarheit gewollt hat(Sehr wahr! bei der Minderheit.) Ich appelliere an die Herren Richter hier im Hause: Ich bin fest überzeugt, Sie würden einen Vertrag, der in solcher Weise zustande gekommen, für ungiltig erklären.(Lebhafte Zustimmung bei den Soz.] Herr Müller=Meiningen, in dessen Gehirnwindungen sich hineinzudenken einem gesunden Geiste nicht möglich ist(Heiterkeit), hat rechten bis zum linken Ohre abgeschnitten werden, ohne daß er es merkt.“ Hier richteten sich aller Blicke auf Brittles, der die seinigen auf den Redner heftete und ihn mit weit geöffnetem Munde anstarrte, während seine Mienen den grenzenlosesten Schrecken ausdrückten. „Ich stieß die Bettdecke von mir,“ sprach Giles, das Tischtuch von sich schleudernd und die Köchin und das Hausmädchen scharf fixierend,„er stieg leise aus dem Bett, zog—“ „Es sind Damen anwesend, Mr. Giles!“ murmelte der Kesselflicker Meine Pantoffeln an, Sir,“ fuhr Giles, sich zu ihm wendend und den stärksten Nachdruck auf seine Pantoffeln legend, fort,„nahm das geladene Pistol zur Hand, das immer mit dem Silberzeugkorbe hinaufgebracht wird, ging auf den Zehen in Brittles Kammer und sagte, sobald ich ihn aus dem Schlafe gerüttelt hatte:„Brittles, erschrecken Sie nicht!" —„Ja, das sagten Sie, Mr. Giles,“ fiel Brittles mit bebender Stimme ein. „Brittles, ich glaube, wir sind verloren,“ sagt' ich,“ fuhr Giles fort,„aber seien Sie nur ohne Furcht.“ „Zeigte er denn auch keine Furcht?“ fragte die Köchin. „Nein,“ antwortete Giles;„er war so unverzagt— fast so unverzagt wie ich selber.“ „Ich wäre auf der Stelle gestorben, wenn ich's gewesen wäre," bemerkte das Hausmädchen. „Sie sind ein junges Mädchen,“ fiel Brittles ein, der ziemlich herzhaft zu werden aafing. „Brittles hat recht,“ sagte Giles mit beiläufigem Kopfnicken; „von einem Mädchen war nichts anderes zu erwarten Wir aber, als Männer, nahmen eine Blendlaterne aus Brittles' Kammer und fühlten uns in der Pechrabenfinsternis hinunter.“ (Er war aufgestanden, hatte die Augen geschlossen, tappte ein paar Schritte vorwärts und durchsägte, um seine Schilderung mit angemessener Aktion zu begleiten, mit den Armen die Luft, bis er mit der Köchin in eine unangenehme Berührung kam und die Köchin und des Hausmädchen zu schreien anfingen, worauf er nach seinem Stuhle zurückeilte.)„Was hat das zu bedeuten?" unterbrach er sich plötzlich;„es wird geklopft— öffne jemand die Haustür!“ Niemand regte sich. „Das ist doch seltsam, daß in einer so frühen Morgenstunde geklopft wird," fuhr Giles. umherschauend und bleichen Antlitzes nur bleiche Gesichter gewahrend, fort:„allein die Tür muß geöffnet werden. He! Holla! hört denn niemand?" Mr. Giles richtete bei diesen Worten die Blicke auf Brittles; allein der von Natur blöde, bescheidene Jüngling hielt sich mutmaßlich in der Tat für niemand und meinte sicher, daß die Frage unmöglich an ihn gerichtet sein könne. Jedenfalls gab er keine Antwort. Mr Giles sendete dem Kesselflicker auffordernde allerdings nachher einen logischen Salto mortale gemacht und zu seinem Kommentar noch einen Vizekommentar geschrieben, in dem er das Wort„deutsch“ eingeschaltet haben will. Vielleicht schreibt er später noch einen Vizekommentar, worin er Verfolgungen? Die Polen werden sich nach wie vor vermehren und zwar stärker als die Teutschen. Sie werden auch nicht auswandern, sondern auf das Gesetz pfeisen, weil sie sich als Männer, ebenso wie wir Sozialdemokraten, durch Ausnahmegesetze nicht ins Blockshorn(Gr. Heiterkeit.) jagen lassen. Nur die Blamage der deutschen und preußischen Politik wird noch unsäglicher.(Lebh. Zustimmung bei den Soz. und Polen.) Präsident Graf Stolberg mit erregter Stimme: Sie dürfen die preußische und die Reichspolitik nicht als unsägliche Blamage bezeichnen.(Lebhafter Widerspruch und Unruhe bei den Soz. und im Ztr.)— Der Präsident schwingt erregt die Glocke und ruft: ich bitte um Ruhe. Abg. Ledebour(fortfahrend): Fürst Radziwill hat mit Recht auf die Wirkung im Auslande hingewiesen, daran können die larmoyanten Ausführungen des Staatssekretärs nichts ändern. Präsident Graf Stollberg springt erregt auf und ruft mit lauter Stimme: Sie dürfen nicht von larmoyanten Ausführungen des Staatssekretärs sprechen.(Allgemeine Verwunderung im ganzen Hause.— Lebh Unruhe bei den Soz., Polen und im Ztr.) Ich rufe Sie zur Ordnung!(Erneute große Unruhe. Glocke des Präsidenten.] Abg. Ledebour(fortfahrend): Sie schneiden sich ins eigene Fleisch, wenn Sie diese unglückliche Politik weitertreiben. Sie erreichen nur die Diskreditierung und die Verfolgung der Deutschen im Auslande. Das Gesetz muß geändert werden, und es wird weggefergt werden, sobald die jetzige Block=Bülow= und Bureaukratenherrlichkeit weggefegt wird.(Stürmischer Beifall bei den Soz. und Polen) Sächs. Bundesratsbevollmächtigter Dr. Fischer bestreitet, daß in Sachsen bei Annahme von Beschwerden Kaution verlangt wird. Es werden auch jetzt noch häufig Beschwerden dort eingelegt. Abg. Schirmer(Ztr.): Das Vereinsgesetz, das ist jetzt erwiesen, ist ein Ausnahmegesetz gegen die Polen. Wir wenden uns gegen die Unterdrück.ng der Polen aus Gründen des Rechts und der Freiheit. Ich habe es selbst miterlebt, daß durch die Unterdrückungen unter dem Ausnahmegesetz, die alle Arbeiter trafen, Tausende von Arbeitern, die vorher nicht an Sozialismus dachten, zu Sozialdemokraten geworden sind.(Hört, hört! Gerechtigkeit im Innern macht das Vaterland nach außen stark. Abg. Dr. Müller=Meiningen(Fr. Vp.): Für ein Ausnahmegesetz sind wir unter keinen Umständen zu haben.(Laute Zweifelsrufe bei der Minderheit.— Rufe: In der Blockära ist alles möglich!) Redner braucht alsdann, ohne vom Vizepräsidenten Kaempf gehindert zu werden, Scheltworte wie Schmäher, Querulant usw. gegen Ledebour, beklagt sich aber dabei fortwährend, daß man über ihn schimpft. Abg Stychel(Pole): Wenn die Ausführungen des Staatssekretärs über die Tätigkeit der polnischen Berufsvereine so richtig wären, wie sie in der Tat falsch sind(Sehr wahr! bei den Polen und den Soz.), so wäre das doch ganz belanglos, denn es kommt darauf an, wie diese Berufsvereine sich unter dem neuen Vereinsgesetz verhalten haben.(Beifall bei den Polen.) Abg. v. Liebert(Rp.) ist sittlich hochgradig entrüstet über die angebliche Zeitverschwendung einer angeblich verschwindenden Geschäftslage des Reichstags. Durch ungeheuerliche Volksvermehrung der Minderheit angesichts der Geschäftslage seine Ausführungen über ungeheuerlich aus. Ein Vertagungsantrag wird angenommen. In einer persönlichen Bemerkung weist Abg. Ledebour (Soz.) auf die erfreuliche Tatsache hin, daß Vizepräsident Kaempf gegenüber den vom Abg. Müller=Meiningen gebrauchten Ausdrücken von einer sonst ungewohnten Weitherzigkeit gewesen ist. Vizepräsident Kaempf verbittet sich unter großer Heiterteit der„Minderheit“ die Kritik an seiner Geschäftsführung. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr.(Unlauterer Wettbewerb.) Schluß 4½ Uhr. Blicke zu, allein der Kesselflicker war urplötzlich eingeschlafen. Die Frauenzimmer kamen nicht in Betracht. „Wenn Brittles die Tür etwa lieber in Gegenwart von Zeugen öffnen will,“ sagte Mr. Giles nach einem kurzen Stillschweigen,„so bin ich bereit, einen solchen abzugeben.“ „Ich auch,“ sagte der Kesselflicker, ebenso plötzlich wieder aufwachend, wie er eingeschlafen war. Brittles kapitulierte auf diese Bedingungen, und als man beim Oeffnen der Fensterläden die Entdeckung machte, daß es heller Tag war und dadurch gar sehr an Mut gewann, so zog die kleine tapfere Schar aus, die Hunde voran und die Frauenzimmer in der Nachhut. Gemäß dem Rate Mr Giles' sprachen alle sehr laut, um dem Feinde sogleich kund zu tun, wie zahlreich sie waren, und gemäß einer unübertrefflichen, von demselben Gentleman ausgesonnenen Kriegslist wurden auf der Hausflur die Hunde in die Schwänze geiniffen, damit sie ein wütendes Bellen erheben möchten, was sie auch taten. Nachdem diese Vorsichtsmaßregeln getroffen waren, faßte Mr. Giles den Kesselflicker fest am Arme(damit er nicht fortliefe, wie Mr. Giles scherzend sagte) und gab den Befehl, die Tür zu öffnen. Brittles gehorchte Einer blickte dem andern bebend über die Schultern, und die Schar gewahrte nichts Fürchterlicherei als den armen kleinen Oliver Twist, der bleich und erschöpft die Augen aufschlug und stumm um Mitleid flehte „Ein Knabe!“ rief Mr. Giles, den Kesselflicker mutig zurückund sich selber vordrängend, aus.„Was ist das— wie— Brittles— erkennen Sie ihn?" Brittles, der beim Oeffnen der Tür hinter dieselbe getreten war, stieß einen Schrei des Wiedererkennens aus, sobald er Oliver erblickte. Giles faßte den Knaben bei einem Beine und einem Arme— zum Glücke nicht bei dem verwundeten— zog ihn herein und legte ihn der Länge nach auf die Steinplatten nieder.„Hier, hier!“ schrie Mr. Giles in größter Erregtheit die Treppe hinauf,„hier ist einer von den Dieben, Ma'am! Wir haben einen Dieb. Miß— einen Verwundeten, Miß! Ich traf ihn, Wiß, und Britles hielt das Licht: Leithi 3ch kraf —„In einer Laterne, Miß!“ schrie Prittles, eine Hand an den weund haltend, damit sein Ruf desto sicherer hinaufdränge. Die Köchin und das Hausmädchen liefen hinauf, um der Herrschaft zu verkündigen, daß Mr Giles einen Räuber gefangen habe, und der Kesselflicker bemühte sich, Oliver zum Bewußtsein zurückzubringen, damit er nicht stürbe, bevor er gehängt würde. Srs räßissingende ur0 den Lärm eine sanftGises, Gisech= einer bungen Dume angehirende Simnme: hier bin ich! Erschrecken Sie nicht, Miß: ich habe keinen bedeutenden Schaden genommen! Er leistete keinen sehr verzweifelten Widerstand. Miß; ich überwältigte ihn sehr „Still doch: Sie erschrecken ja meine Tante fast ebensosehr, Die Erindung des Zentralverbandes der Hansnag=ninien. Eine Konferenz zum Zwecke der einheitlichen Organisation der Dienstboten hatte die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands zum 17. Januar nach Berlin— Gewerkschaftshaus— einberufen Aus folgenden Städten waren Delegierte von Vereinen von Hausangestellten erschienen: Berlin, Bremen, Breslau, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Kiel, Leipzig, Lübeck, Mannheim, Munchen, Nurnberg, Stuttgart. Von Heidelberg war nur ein Vertreter des Gewerk. schaftskartells erschienen. Die Kartelle der genannten Orte waren ebenfalls zur Teilnahme an der Konferenz eingeladen und mit wenigen Ausnahmen vertreten. Das gewerkschaftliche Frauen=Agitationskomitee hatte Frau Voenig und Frau Ihrer entsandt. Für die fünf Städte=Frauenkommissionen waren Frau Luise Zietz und Ida Baar, vom Arbeiterinnensekretariat Ido Almann und Gertrud Hanna anwesend. Start vertreten war auch die Generalkommission. In einer Begrußungsansprache bemerkte Genosse Legien, die Konferenz stehe vor einer sehr bedeutungsvollen Aufgabe. Gerade unter den Dierenden stellten sich der Organisation große Schwierigkeiten entgigen. Durch die lokalen Vereine in den verschiedenen Städten sei für eine einheitliche Organisation bereits eine Unterlage gegeben, und man dürfe hoffen, daß es gelingen werde, diese Vereine weiter auszubauen und neue erstehen zu lassen, um in absehbarer Zeit eine Organisation der Hausangestellten zu schaffen, die mit und neben den anderen Arbeiterverbänden eine wirksame Tätigkeit entfalten könne. Dazu bedürfe es allseitiger ernster und eifriger Mitarbeit.(Beifall.) In das Bureau, welches von den Mitgliedern der Generalkommission Legien, Bauer und Sassenbach gebildet war wurden noch Fräulein Grünberg=Nürnberg als zweite Vorsitzende und Frau Kähler=Hamburg als zweite Schriftführerin gewählt. Die Tagesordnung der Konferenz sautete: 1. Gründung eines Zentralverbandes der Hausangestellten. 2. Beratung des Statuts 3. Beratung über Herausgabe einer Verbandszeitung. 4. Wahl des Vorstandes. Das einleitende Referat zum ersten Punkt der Tagesordnung übernahm der Genosse Bauer: Der noch sehr jungen Dienstbotenbewegung, so führte er aus, ist von den Gewerkschaften große Aufmerksamkeit gewidmet worden Im Oktober 1906 hat die Generaltommission durch ein Rundschreiben die Kurieue aufgefordert, an dem Aufbau von Organisationen der Hausangestellten mitzuwirken. Im Mai 1907 erging wieder eine Aufforderung an die Kartelle, in recht reger Weise sich der jungen Bewegung anzunehmen. Und dieser Auffordeung wurde auch Folge geleistet. In 13 Städten haben sich Vereine von Hausangestellten gebildet. Als die außerordentliche Frauenkonferenz gelegentlich des Preußentages im November 1907 in Berlin zusammentrat, wurde die Zentralisation der Bewegung im Prinzip beschlossen und eine Fünfstäd ekommission(22 Städte waren dort vertreten) gewählt, um die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Diese Kommission trat im Januar 1908 in Hamburg zusammen und beschloß, sich mit der Generalkommission in Verbindung zu setzen. Eine gemeinschaftliche Sitzung fand im Mai letzte Gewertschaftskongreß in Hamburg beschäftigte sich ebenfalls mit dieser Frage und beauftragte die Generalkommission, entsprechende Schritte zu unternehmen. Eine Umfrage, die im Oktober 1908 vorgenommen wurde, ergab, daß in 18 Städten Vereine von Tienstboten mit zusammen 5711 Mitgliedern bestehen. Eine Unterlage für eine Zentralisation ist damit gegeben. Die Generalkommission ist bereit, ihr Unterstützung zu gewähren und größere Mittel zu bewilligen. um der Bewegung vorwärts zu helfen. Der Redner ging dann auf die bestehenden Rechtsverhältnisse in bezug auf die Organisationsfrage ein. In einer kritischen Würdigung besprach er die verschiedenen Gesindeordnungen in deutschen Staaten. Er gab zum Schluß der Ueberzeugung Ausdruck, daß es mit der Unterstützung der gesamten Arbeiterschaft gelingen werde. die Gesindeordnungen zu überwinden und modernen Anschauungen zu ihrem Rechte zu verhelfen. Eine Dis=ussion fand nicht statt Einstimmig wurde die Gründung eines Zentralverbandes der Hausangestellten Deutschlands beschlossen. Es folgte die Veratung des Statuts. Auf Antrag Legiens kam eine Reibe grundlegender Fragen zuerst zur Beratung. Lebhaft diskutiert wurde die Frage, ob auch die männlichen Hausangestellten zur Mitgliedichaft zug.aassen werden sollten. Nur vereinzelt haben die Dienstbotenvereine männliche Mitglieder ausgenommen. Die Konferenz entschied dahin, daß männliche und weibliche Mitglieder aufgenommen werden können. Als Zweck des Verbandes wurde festgelegt die Förderung der wirtschaftlichen und geistigen Int# glieder. Dies soll geschehen durch die Einwirkung auf die Gestaltung des Dienstvertrages, Gewährung von Krankenunterstützung und Rechtsschutz. Errichtung kostenloser Steliennachweise für Mitglieder, obligatorische Lieferung des Verbandsorgaus und Pflege der Geselligkeit und Solidarität durch Abhaltung regelmäßiger Versammlungen und Veranstaltung auftlärender Vorrräge. Ein Antrag, ein Eintrittsgeld von 20 Pfg. zu erheben, fand Annahme. . Als monatlicher Beitrag wurden 40 Pfg. festgesetzt. Wo jetzt höhere Beiträge erhoben werden, soll der Ueberschuß als Lokalbeitrag gelten. Als Krankenunterstützung zahlt der Verband nach einjähriger Mitgliedschaft bis zu 18 Mk., und zwar pro Woche 3 Mk. von der zweiten Woche an; bei zweijähriger Mitgliedschaft erhöht sich die Unterstützung bis zu 21 Mk. Freier Rechtsschutz wird den Mitgliedern nach 3 Monaten Mitgliedschaft gewährt in Streitigkeiten, die aus dem Dienstverhaltnis entspringen. In bezug auf den Stellennachweis hatte die Generalkommission vorgeschlagen, daß die einzelnen Ortsgruppen mit der Zustimmung des Verbandsvorstandes Stellennachweise errichten können, sofern nicht am Orte ein städtischer Arbei snachweil vorhanden ist, dessen Einrichtungen den von der Arbeiterschaft zu stellenden Ansprüchen genügen und auf dessen Verwaltung der Arbeiterschaft Einfluß zusteht. In der Diskussion über diesen Vorschlag zeigte sich viel Mißtrauen gegenüber den städtischen Nachweisen, die fast nirgend den Anforderungen der Organisationen auch nur annähernd entsprechen. Wo man eigene Stellennachweise errichtet habe, sei man mit den erzielten Resultaten sehr zufriede:. Genossin Zietz meinte, daß selbst da, wo der Organisation ein größerer Einfluß zugestanden würde, der eigene Nachweis eine unbedingte Notwendigkeit für den Fortschritt der Organisation sei. In Hamburg habe man die besten Erfolge damit erzielt; der Nachweis sei geradezu eine Vorbedingung und das Rückgrat einer tüchtigen Organisation Als Mittel der Agitation unter den Dienstmädchen sei der eigene Nachweis nicht zu entbehren. Die Konferenz entschied sich für den Vorschlag der Generalkommission mit dem Zusatz, daß die städtischen Nachweise auch den Ansprüchen der Verwaltung des Verbandes genügen müßten. Zur Frage des Verbandkorgans lagen verschiedene Anträge vor. Von Hamburg war beantragt, die„Gleichheit“ einzuführen; der Berliner Verein trat für die jetzt bestehende und in 11 Städten verbreitete Monatsschrift ein; die Generalkommission beantragte, der Verband solle das Berliner Organ übernehmen und als Verbandszeitung obligatorisch einführen. Genossin Zietz trat für die„Gleichheit“ ein die eventuell ein eigenes Beiblatt für die Dienstboten herausgeben werde, um damit den Anspruchen des Verbandes zu genügen. Genosse Bauer erklärte, daß man aus Zweckmäßigkeitsgründen auf ein eigenes Fachorgan nicht verzichten könne. Genossin Baar wünschte, die einzelnen Orte, besonders Hamburg, möchten sich die„Gleichheit" durch Erhebung eines Lokalzuschlags erhalten. Deutschlands“ Die Zeitung wird herausgegeben in Berlin, dem Sitz des Verbandes, und wird von der Vorsitzenden des Verbandes redigiert. Als Vorsitzende wurde die Genossin Baar gewählt. Als Sitz des Ausschusses bestimmte die Konferenz Hamburg und als Vorsitzende des Ausichusses Genossin Kähler. Die Bestimmungen für den Verband treten am 1. April in Kraft. Die Sbatuten wurden im übrigen, wie von der General= kommission vorgeschlagen, angenommen Zum Schluß wurde noch die Notwendigkeit der Mitwirkung der Gewerkschaftskartelle bei der neuen Organisationsarbeit betont und der Wunsch ausgesprochen, daß die Kartelle Einrichtungen treffen, um stellenlosen oder reisenden Mädchen Unterkunft zu gewähren. " Nach kurzen Ansprachen der beiden Vorsitzenden hatte die Kinferenz ihr Ende erreicht. Ueber die gestrigen Wahlrechtsdemonstrationen in Berlin meldet das„Soz. Pressebureau": Die Demonstrationsversammlungen in Berlin und Umgegend hatten einen ungeheuren Besuch aufzuweisen Die große Mehrzahl der Demoustranten konnte in den Sälen keinen Platz finden, weshalb sie auf der Straße den Schluß der Versammlungen abwarteten. Nach Beendigung derselben entfalteten sich machtvolle Straßendemonstrationen, die im Gegensatz zu früher von der Polizei nicht belästigt wurden. Die Polizei hatte sich in der Hauptsache darauf beschränkt, den Schloßbezirk abzusperren. Die Passage unter den Linden war freigegeben bis dort, wo die Friedrichstraße die Linden kreuzt. Dort wurde den Massen der Durchgang verwehrt und alles nach der Friedrichstraße zu abgedrängt.— In den Vororten war Gendarmerie hoch zu Roß und die ganzen Polizisten und Nachtwächter aus der Umgebung zusammengezogen; aber auch sie verhielten sich vollständig passiv— Die Absperrung des Schloßbezirks wurde auch in den Abendstunden noch aufrechterhalten. Die Meldung des„Hirsch=Telegraphen Bureaus“ lautet: Für den heutigen Sonntag hatte die sozialdemokratische Parteileitung eine Anzahl Versammlungen einberufen mit der gemeinsamen Tagesordnung: Freies Wahlrecht oder Mandatskassierung und Ausnahmegesetze. Referenten waren: Boeske, Bernhard, Bruns, Eichhorn=Mannheim, Emmel=Mühlhausen, Richard Fischer, Adolf Hoffmann, Hugo Heimann, Paul Hirsch, Lehmann=Wiesbaden, Ledebour, Pfannkuch, Robert Schm Singer, Stadthagen, Ströbel. Wels, Zietsch, Zubeil. Die Ve. sammlungen waren wohl besucht, aber durchaus nicht überfüllt. Die Redner nahmen zu dem Versuch, die sozialdemokratischen Abgeordneten aus dem Preußischen Landtag durch Einlegung von Wahlprotesten zu entfernen, Stellung und geißelten dieses Verfahren in schärfsten Worten. Die Versammlungen verliefen im allgemeinen ruhig. Von den Einberufern wurde zum Schluß die Versicherung abgegeben, daß, im Falle die Mandate der sozialdemokratischen Abgeordneten im Preußischen Landtage als ungiltig erklärt werden sollten, dann die sozialdemokratische Partei mit aller Energie in die Wahlagitation eintreten wolle und daß sie nicht früher ruhen werde. bis das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht mit geheimer Stimmabgabe für alle Personen über 21 Jahre ohne Rucksicht auf das Geschlecht durchgeführt ist. Ein spätes Nachspiel zur Maifeier 1908. Vom Schöffengericht zu Nordhausen waren seinerzeit zwei Arbeiterinnen zu je einem Monat Gefängnis verurteilt worden, weil sie bei der Maifeier des Vorjahres einige Arbeiter und Arbeiterinnen die sich an der Feier nicht beteiligten, sonderr arbeiteten, beschimpft haben sollten. Die beiden Angeklagten hatten bestritten, die beleidigenden Worte gebraucht zu haben, das Gericht hielt das jedoch auf Grund der Zeugenaussagen für erwiesen und verurteilte sie auf Grund des§ 153 der Gewerbeordnung. Am Mittwoch fand vor dem Nordhäuser Landgericht die Berufungsverhandlung statt. Der Verteidiger bestritt, daß die Täter chaft der Angeklagten erwiesen sei; außerdem sei das Urteil aber auch rechtlich unhaltbar. D.r§ 153 der Gewerbeordnung könne nicht in Betracht kommen. Die Maifeier sei eine allgemeine Feier und kein Streik. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft erklärte dagegen, daß auch der 1. Mai als ein Streik betrachtet werden musse, denn dieser Tag gelte als Machtprobe an die Arbeitgeber. Es sei ein großer Teil der Arbeiter, der sich der Gesellschaftsordnung füge und die Feier nicht mitmache. Denjenigen, die diese Arbeiter, weil sie sich der Bewegung nicht ansch ießen, noch beleidigen, müsse durch eine hohe Gefangnisstrafe klargemacht werden, daß auch sie sich der Rechtsordnung zu fügen hatten. Wohl stelle der Staat jedem Arbeiter frei, Feste zu feiern. aber es müsse alles seine Grenzen haben.— Der Gerichtshof hob nach kurzer Beratung das erstinstanzliche Urteil auf und erkannt auf eine Gefängnisstrafe von einer Woche wegen Vergehens gegen § 153 der Gewerbeordnung. Die staatsgefährlichen roten Schleifen. Vom Bochumer Schöffengericht war der Genosse Freudenstein aus Langendreer wean Tragens eines Kranzes mit roter Schleife zu 10 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Die Berufung wurde am Mittwoch vor der Strafkammer Bochum verhandelt. In einem früheren Termin war beschlossen worden, Beweis darüber zu erheben, ob in Langendreer das Tragen derartiger Schleifen bei Beerdigungen von Mitgliedern der sozialdemokraten Partei ortsüblich sei. Rechtsanwalt Dr. Rawitzki wies auf ein im vorigen Jahre gefälltes Urteil des Bochumer Schöffengerichts hin, in welchem dies ausdrücklich festgestellt wird. Ein Polizeibeamter aus Langendreer erklärte jedoch, ihm sei nicht bekannt, daß in Langendreer diese Sitte als ortsüblich gelte. Genosse Malkus als Entlastungszeuge bekundet, daß bei einer ganzen Reihe von Leichenbegängnissen die Behörde gegen das Tragen derartiger Kränze nichts einzuwenden gehabt habe. Der Verteidiger führte aus, daß zwar nach dem alten Vereinsgesetz eine Bestrafung zulässig gewesen sei, das neue Vereinsgesetz spreche aber nur vom Veranstalter und Leiter. Als solcher sei der Angeklagte keinesfalls anzusehen. Seine Tätigkeit habe sich nur auf das Tragen des Kranzes beschränkt. Von einem öffentlichen Aufzuge konne keine Rede sein, da ein derartiger wie es die Diebe getan haben Ist der arme Mensch stark beschädigt?“ „Er hat eine furchtbare Wunde, Miß," rief Giles mit unbeschreiblichem Wohlbehagen hinauf. „Er sieht aus, als wenn er den Geist aufgeben will, Miß,“ schrie Brittles, wie zuvor eine Hand an den Mund haltend. „Wollen Sie nicht herunterkommen, Miß, und ihn sehen, falls er „So schreien Sie doch nicht so entsetzlich. Seien Sie einen Augenblick still: ich will mit meiner Tante sprechen" Die Sprecherin eilte mit leisen Fußtritten fort, kehrte bald wieder zurück und erteilte den Befehl, den Verwundeten vorsichtig hinauf in Giles' Zimmer zu tragen; Brittles sollte sogleich den Pony satteln, nach Chersey reiten und eiligst einen Konstabler und den Doktor holen. „Wollen Sie ihn aber nicht erst einmal ansehen, Miß?“ rief Giles mit soviel Stolz, wie wenn Oliver ein seltener und prachtvoller Vogel wäre, den er heruntergeschossen hätte. „Nicht um die Welt!“ erwiderte die junge Dame.„Der arme Mersch! Giles, behandeln Sie ihn ja recht gut, und wenn es auch nur um meinetwillen wäre!“ Der alte Diener des Hauses blickte, als sie sich entfernte, zu ihr hinauf, so stolz und wohlgefällig, als ob sie sein eigenes Kind gewesen wäre, und half sodann Oliver mit der liebevollen Sorgfalt und Aufmerksamkeit einer Frau hinauftragen. (Fortsetzung folgt.) Kleines Feuilleton. Verwerfung der Berufung. Nach dem Urteil des Kammergerichts sei jedes Leichenbegängnis, bei dem eine über den Zweck hinausgehende Absicht verfolgt werde, als ein außergewöhnliches anzusehen, was hier der Fall gewesen. Aus den Zeugenaussagen werden muß. Professor Dr. von Noerden unterschridet in der edizinischen Klinik“ zwei Hauptformen, nämlich einmal die Mastsettsucht und dann die thyreogene Fettsucht, die auf Veränderungen in der Schilddrüse beruht. Bei der letzteren ist das ein zwischen Nahrungsaufnahme und lörpersicher Leir Nahrungszufuhr Dei der Mastfetsucht, hat eine Steigerung *- Frungegufaht über die Erhaltungsrost hinaus nicht wie beim Eiweiß einen erhöhten Energieumsatz im Gefolge, sondern eine Anreicherung von Reservematerial und zwar von Fett, ebenso wie eine Unterbietung der Erhaltungskost nicht eine EinG des Energieumsatzes, sondern in erster Linie eine Verotennung von Reservefett, also eine Abmagerung, nach sich zieht. Für den Fettansatz ist es daher gleichgiltig. ob der Ueberschuß der Nahrungsaufnahme über das Maß der jedesmaligen Erhaltungskost in Form von Eiweiß, von Fett oder von Kohlehyoruten erfolgt. Es kommt nicht auf die Beschaffenheit des brennbaren Materials. sondern auf seinen Energiewert an, wobei auch der des Alkohols und der organischen Säuren einzurechnen ist. Für den Umfang der Fettanreicherung sind 100 g Fett, 225 g Kohlehydrate, 225 g Eiweiß oder 130&g Alkohol gleichwertig, deren Nutzefsekt nach naiorien bemessen wird. 1 g Fett enthält im Mittel 9,3, 1 g Kohlehydrat 4,1, 1 a Eiweiß 4,1 und 1 g Alkohol 7,1 Kalorien. Um das zu verstehen, mussen wir wissen, daß die organischen Nahrungsstoffe alle eine mehr oder minder große Menge von Kräften in sich aufgespeichert enthalten die bei der Zersetzung der Stoffe im Körper frei werden. Dieser Kraftvorrat wird genau gemessen durch dre Bestimmung der Verbrennungswärme, die in Kalorien ausgedrückt wird. , die in Kalorien ausgedrückt wird. Eine Kalorie ist namlich die Wärmemenge, die notwendig ist, um 1 Kilo Wasser von 0 Grad auf+ 1 Grad zu erwärmen.— Bei sonst normalen Stoffwechselprozessen werden wir mit Sicherheit eine Fettanreicherung zu erwarten haben, wenn bei gleichbleibender Arbeitsleistung das Maß der Nahrungszufuhr steigt, oder wenn bei gleichbleibender Nahrungszufuhr das Maß der Arbeitsleistung herabgesetzt wird. Im ersteren Falle haben wir es mit einer Ueberfütterungsfettsucht, in letzterem mit einer Faulheitsfettsucht zu tun. Indes scheint nach von Noerden auch die unnahme nicht von der Hand zu weisen zu sein, daß es Menschen gibt, bei denen sowohl Nahrungszufuhr wie Arbeitsleistung normal sind, die aber trotzdem Fett ansetzen. Man muß annehmen, daß bei ihnen der Ablauf wichtiger Stoffwechselprozesse in anderer W ise vorgeht als gewöhn ich, wobei man von einer Verlangsamung des Stoffwechsels sprechen kann, der in der ganzen Körveranlage beruht. Natürlich können die verschiedenen Arten der Fettsucht ineinander übergehen. Wir sehen aber schon aus dem Gesagten, daß die Verhältnisse viel verwickelter sind als man früher annahm. Das neueste„Signalement" unserer Erde. Das„Bureau des Longitudes“ in Paris veröffentlicht sein Jahrbuch fur 1909. Dieses wissenschaftliche Dokument enthält in diesem Jahre zum erstenmal ein Art„Sigualement“, sozusagen eine offizielle Beschreibung unserer Erde in ihrem gegenwartigen Zustand. Man findet da eine ganze Reihe neuer Zahlen. die man sich wird einprägen müssen, da sie fortan die Basis unserer geographischen Kenntnisse bilden dürften. Zuerst etwas uber die Zahl der Bewohner der Erde. Ueber diesen Punkt sind die Gelehrten so ziemlich einig und die einzelnen Angaben variieren„nur“ um einige hundert Millionen. Das Jahrbuch des„Bureau des Longitudes“ nimmt, nach den Berechnungen des Herrn Levasseur, an, daß auf der Erde 1 Milliarde 626 Millionen Menschen wohnen. Es werden dann aber gewissenhaft noch andere Zahlen angegeben: die Supaas, der 1 Milliarde 485 Millionen Erdbewohner annimmt, die Jurascheks, die sich auf 1 Milliarde 558 Millionen beziffert, und die Sundbergs, der der Erde eine Bevölkerung von 1 Milliarde 629 Millionen gibt. Diese Bevölkerungszahl ist folgendermaßen verteilt: Britisches Reich 403 Millionen Einwohner: Chinesisches Reich 350 Millionen Einwohner: Russisches Reich 152 Millionen Einwohner; Vereinigte Staaten 98 Millionen Einwohner: Frankreich 81 Millionen Einwohner: Deutsches Reich 78 Millionen Einwohner: Japan und Korea 62 Millionen Einwohner: Oesterreich=Ungarn 50 Millionen Einwohner: Ottomanisches Reich 38 Millionen Einwohner; Italien 36 Millionen Einwohner: Belaien und Kongostaat 27 Millionen Einwohner: Spanien 20 Millionen Einwohner usw. Die Zahlen umfassen natürlich Kolonien, die anneklierten Länder und die Schutzgebiete. Nun zu den Großstädten der Welt, worunter nur solche Städte zu verstehen sind, die mindestens eine Million Einwohner haben: London und seine Vorstädte 7021 800 Einwohner; Newyork 4113000 Einwohner; Paris 3763000 Einwohner; Chicago 2049 000 Einwohner; Berlin 2040000 Einwohner; Wien 2000 000 Einwohner; Tokio 1819 000 Einwohner; Philadelphia 1442000 Einwohner; Petersburg 1 429.000 Einwohner; Moskau 1359.000 Einwohner; Konstantinopel 1 106 000 Einwohner; Buenos=Aires 1084000 Einwohner; Peking 1000 000 Einwohner. Der höchste Punki unserer Erde ist der Gipfel des Mount=Everest in Asien, welcher 8840 Meter hoch ist. Der höchste Berg in Amerika ist der Aconcagua mit 7040 Meter; in Afrika ist der höchste Gipfel der Kilimandscharo mit 6010 Meter; in Europa ist am höchsten der Elbrus mit 5629 Meter. Neben dem Mount=Everest ist der Montblanc mit seinen 4810 Metern nur ein Zwerg. Die längsten Flüsse sind: in Afrika der Nil mit 6400 Kilometer: in Amerika der Amazonenstrom mit 5500 Kilometer; in Asien der Jenissei mit 5500 Kilometer; in Europa die Wolga mit 3400 Kilometer. Der größte der Ozeane ist der Stille Ozean mit 170 Millionen Quadratkilometern; der Atlantische Ozean hat nur 100 Millionen Quadratkilometer Man sieht also, daß in geographischer Hinsicht Europa immer an letzter Stelle steht; es hat aber eine Revanche, da es in dem Eiffelturm mit seinen 300 Metern das höchste Bauwerk besitzt, das von Menschenhand errichtet worden ist. Dem Eiffelturm folgen: der Obelisk von Washington mit 169 Meter; die Mole Antonelliana in Turin mit 164 Meter; die Türme des Kölner 156 Meter; die Turmspitze der Domkirche von Rom mit 150 Meter. Geschichte der Guillotine. Aus Paris wird berichtet: Die Guillotine, die nun in Frankreich schon so lange ihres mörderischen Amtes nicht gewaltet, hat bei den jungsten Hinrichtungen ihre Wiederauferstehung erlebt und bildet jetzt unter den Franzosen wieder das Gesprach des Tages, nicht viel anders als damals, da die„berühmte Erfindung des Dr. Guillotin“ die Gemüter in Aufregung versetzte. Aber der zweifelhafte Ruhm, diese Köpfmaschine erdacht zu haben, gebührt gar nicht dem gutmütigen, wackeren Arzte, der aus philantropischen Gründen für eine Reform der Hinrichtung eintrat; vielmehr ist dieses schauerliche Werkzeug schon im Mittelalter in seinen Grundformen vielfach verwandt worden, läßt sich sogar bis in die Prähistorie zurückverfolgen. Wenigstens hat man in Frankreich unter Funden aus dem Steinzeitalter, die zu Lims(Aisne) 1865 aemacht wurden, ein sehr gewichtiges Hackemesser aus Kieselstein ans Licht gefördert, in dem die Archgologen eine Art mechanischen Kopfabschneiders erkannt haben. Nach den Erläuterungen Peigns=Delacourts wurde dieses Steinmesser von den Menschen der Steinzeit, mit einem Gewicht von etwa 100 Kilogramm belastet, an einem Seil aufgehängt und dann nach Art eines Pendels behandelt, mit dem den darunter durchgetriebenen Hammeln die Köpfe abgeschlagen wurden. Die ersten Berichte über Köpfmaschinen in der Art der Guillotine werden uns aus Böhmen im dreizehnten und aus Deutschland im vierzehnten Jahrhundert über’iefert. Doch haben auch schon die alten Perser und die Chinesen Hinrichtungswerkzeuge gehabt, die seor äbnlich gebe ferner hervor, daß ein derartiges Leichenbegängnis in gendreer nicht als ortsüblich anzusepen sei. Vom Strafkonto der Presse. Vor dem Schöffengericht Offenburg(Baden) mußte sich Genosse I. Winter vom „Volksblatt“ wegen Beleidigung verantworten. Kläger war der Verleger Bosch des in Lahr erscheinenden Zentrumsblattes, der sich durch einen Artikel beleidigt fühlte, worin die Behandlung der Arbeiterschaft seiner Druckerei getadelt wurde. Durch zahireiche Zeugen wurde nachgewiesen, daß im allgemeinen die Kritik berechtigt war. Das Gericht kam indes, da nicht alles erwiesen sei, zu einer Verurteilung des Genossen Winter, dem eine Geldstrafe von 50 Mk. auferlegt wurde. Verstärkung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Schwedens. Der Stockholmer Bürgermeister und Reichstagsabgeordnete Lindhagen ist am Tienstag der Arbeiterkommune Stockholm und somit der sozialdemokratischen Parteiorganisation beigetreten. Er nahm noch am selben Tage an der sozialdemokratischen Fraktionssitzung teil. Der Fraktionsvorsitzende, Genosse Branting, hieß das neue Parteimitglied willkommen und bezeichnete seinen Uebertritt zur Sozialdemokratie als eine Konsequenz der radikal=demokratischen Anschauungen Lindhagens und als den formellen Schritt, der ihn bisher noch allein vom sozialdemokratischen Lager trennte. Durch den Uebertritt ist die sozialdemokratische Fraktion des schwedischen Reichstags auf 34 Köpfe angewachsen. Gewerkschaftsbewegung. Steinarbeiter. Der Streik in Ebendorf bei Magdeburg dauert fort. Bei diesem, sowie bei dem Steinarbeiterstreik in Reichenbach(Odenwald) ist eine Reihe städtischer Arheitsämter herzhaft bemuht, Streikbrecher zu virmitteln. Tevhald ist vie größte Vorsicht bei Arbeitsangeboten für Steinarbeiter am Platze: Sachverhalt der Entlassung der Steiger auf Zeche „Borussia“ ist folgender: Die Steiger— es sind ihrer sechs— mußten stets Ueberschichten machen, wenn sie ihr„Soll“ nicht erreicht hatten. Das kam wöchentlich bis zu dreimal vor. Nachdem sie am Montag— aus dem angegebenen Grunde— wieder eine Ueberschicht machen mußten, sollten sie auch am Dienstag wieder eine machen. Das taten die Steiger nicht; darauf fuhr der Betriebsführer Mittwoch früh in die Grube, rief die Steiger zusammen und verlangte, daß sie sofort ausfahren. Am Donnerstag nachmittag wurden die Steiger wieder gerufen; sie fuhren wieder ein. Am Freitag mußte schon wieder einer der Steiger, der unter der Behandlung des Betriebsführers am schlimmsten zu leiden hatte, eine Strafschicht verfahren. Die Gefügigkeit der Steiger ist nur verständlich, wenn man bedenkt, daß die Leute mit einer„unreinen Abkehr"(womit man die Entlassungsscheine, die nicht auf den letzten Tag des Monats lauten, bezeichnet) nirgends wieder Arbeit bekommen können. „ Weitere Steigerentlassungen. Schoppinitz, 24. Januar. auf der Gische=Grube wurden elf Steiger entlassen. Man nimmt Veamten gescheben ist.“ zu Bunde der Streik in der elsässischen Textilindustrie. der„Baumwollweberei von Godfrey u. Elsässer in Büyi Oberelsaß) streikten während acht Tagen alle 300 Arheiter und Arbeiterinnen, weil sich die Firma— trotz wiedernter Reklamationen— geweigert hatte, die in die Arbeitszeit fallenden Wartestunden zu bezahlen. Jetzt hat die Firma nachgegeben, so daß am Sonnabend, den 23., die Wiederaufnahme der Unter den größtenteils unorganisierten Leuten hat der Deutsche Textilarbeiterverband, dessen Mülhausener Beamtenschaft den Streik leitete, zahlreiche Mitglieder gewonnen. ##nngigung. Der„Südwestdeutsche Arbeitgeberverband “ hat in Mannheim=LudwigsTarifkündig für das Holzgewerbe hafen den Arbeitern kundigt. ..#.. den bisher giltigen. T. isvertrag ge„geigt. Bei der Kundigung erklärte der Arbeitgebervervand, daß er der Arbeiterschaft einen neuen Tarifentwurf vorlegen 1911 Gheltung haben desl. Vertrag bis zum 11. Jebruar den Arbeitgeber= Wahlen zum Gewerbe=Gericht in Saalfeld, die zum erstenmal nach der Verhältniswahl n#ttfanden, wurden fünf vom Gewerkschaftskartell vorgeschlagene und 13 gegnerische Arbeitgeber gewählt. Auf unsere Liste entfielen 574, auf die gegnerische Liste 1660 Stimmen. Bei der Arheiterbeisitzerwahl wurden bekanntlich sämtliche 18 vom Gewerkkonstruiert waren. Das erste genaue Dokument über ein der Ehropii“seK- B, ay P-Grcben1 der Kopfmaschine e. den der eine Einrichtung mit dieser aleinmeisters gu... ine Radierung des Nürnberger Manlius darstelle 79, Venez, die die Hinrichtung des Titus Grinating; gelli, fuhrt uns dann diese vor Guillotin bestehende Gninotine im Bilde vor. Der Delinquent kniet vor zwei Holzstützen, die einen Rammklotz tragen; sein Kopf ist zwischen zwei Breiern in die richtige Stellung gebracht; auf dem Nacken hat der Henker eine Axt aufgelegt, die er mit der rechten Hand festhält, während er mit der linken Hand vermittels eines Seiles den Rammklotz herunterfallen läßt, der mit aller Gewalt auf die Brs=ausderäällt und den Hals durchschneidet. Ein Kupferstich „„von 1552 gibt die Hinrichtung des Titus Manlius in enwus underer Form, denn hier wird der Verurtcilte mit einem halbmondförmigen scharfen Messer enthauptet, das in Blat des Italienurs m.angebrachten Rinne herabgleitet. Ein a#teners Sonasone aus derselben Zeit zeigt die „Munnaia“, die vielgenannte Hinrichtungsmaschine der Italiedie schon im dreizehnten Jahrbundert erwähnt wird und nach einem Privileg nur bei den Adeligen und Klerikern zur Anwendung kam. Hier ist es bereits ein gerades Messer statt des halbmondsörmigen, das herniedersaust. Schon Konradin von Schwaben war 1286 durch eine solche, von den Deutschen mit dem Namen„welsche Falle belegte Maschine enthauptet worden; bei der Hinrichtung der Beatrice Cenei funktionierte eine Maschine, deren genaue Beschreibung sich nur in Kleinigkeiten von der Guillotine unterscheidet. Die Schotten hatten ihre „Jungfrau“. eine Art scharfgeschliffener und mit Blei belasteter die an einem Seil befestigt war und über einen Flaschenzug rollte. Der Zeichner Callot gibt diese Maschine 1593 auf einem seiner Kricasbilder wieder. Guillotin hatte also nicht nötig, seine Könfmaschine erst zu erfinden. Er hatte denn auch mit seinem Antrag, den er am 10. Oktober 1789 in sechs Artikeln der Nationalversammlung vor egte, nur die Absicht, eine mögst sichere und schnelle Methode der Hinrichtung durchzusetzen. Die Worte, mit denen er seine Maschine empfahl:„Ich lasse Ihnen damit jeden Kopf in einem Wimperzucken herunterspringn und Sie haben dabei nicht die geringste Schmerzempfindung", erregten einen Heiterkeitssturm und machten seinen Vorschlag vopulär. Das offizielle Organ, der„Moniteur", mußte sich direkt gegen die Lächerlichmachung der neuen Hinrichtungsmethode wenden:„Eine der verwerflichsten Gewohnheiten ist die, über Hinrichtungen sich lustig zu machen. Seit dem Schwerte Karls des Großen, das man das„lustig““ nannte, bis zu dem Beinamen„Die Witwe“, die man dem Galgen gegeben, erkennt man in unserer Nation eine Schwäche des Geistes, deren Sitz in der Seele ist.“ Nachdem man von dem Dr. Antoine Louis einen motivirrten Bericht über die von Guillotin vorgeschlagine Methode und Maschine eingefordert hatte, wurde das Köpfinstrument am 20. März 1791 durch ein Gesetz eingeführt und am 25. März vom König bestätigt. Zunächst wurde die Maschine nach dem Dr. Louis, dem Sekretär des Kollegiums der Wundärzte, die„kleine Louison“ oder Louisette genannt. Aber durch ein Spottgedicht auf Guillotin bürgerte sich zur Verzweiflung des philantropischen Arztes der Name Cuillotine ein. Dieser Umstand hat ihm sein späteres Leben verbittert. Die Ausführung der ersten Guillotine übernahm ein deutscher Mechaniker Schmitt für das Mindestangebot von 305 Franken. schaftskartell vorgeschlagene Kandidaten gewählt, da die sogenannten„reichstreuen Arbeiter“ nicht die notwendigen Kandidaten zur Vorschlaasliste aufbringen konnten. Unternehmerterrorismus. Nachstehende, aus der letzten Zeit stammende Verrufserk'ärungen des Gesamtverbandes Deutscher Metallindustrieller können wir wieder veröffentlichen: I.=Nr. 126/7.„. Berlin, den 12. Januar 1909. Rundschreiben Nr. 1 pro 1909. Bei der Firma E. Albers u. v. Drahten in Meldorf sind die in der Anlage verzeichneten Tischler usw. in den Streik getreten. Wir bitten, diese sowie alle von genannter Firma kommenden Arbeiter bis auf weiteres nicht einzustellen. Gleichzeitig bitten wir Sie, davon Kenntnis zu nehmen, daß sich unser Rundschreiben Nr. 64 vom 4. April 1908 erledigt. Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller. Die diesem Rundschreiben beigefügte Anlage enthält die Namen, Geburtstage und-orte der streikenden Arbeiter. Es werden hierdurch 24 Tischler, 1 Drechsler, 1 Bildhauer, 9 Maschinenarbeiter und 1 Arbeiter an anderweiter freiwilliger Arbeit gehindert. * I.=Nr. 39.„. Berlin, den 16. Januar 1909. Rundschreiben Nr. 2 pro 1909. Bei der Firma Rheinische Glashütten=Aktien= esellschaft in Köln=Ehrenfeld haben die Arbeiter vonforderungen erhoben, die nicht bewilligt werden konnten. Wir bitten, alle Arbeiter der genannten Firma bis auf weiteres nicht einzustellen. * I.=Nr. 39.„ Berlin, den 16. Januar 1909. brundschreiben Nr. 4 pro 1909. Bezugnehmend auf unser Rundschreiben Nr. 213 vom 16. November 1908, betreffend die Bewegung bei der Firma Otto Froriep in Rheydt teilen wir Ihnen mit, daß nur noch die in der Anlage unter 1 aufgeführten Gießereiarbeiter als ausständig zu betrachten sind. Die Gewerkschaftspresse hat die Sperre über die genannte Firma verhängt und es werden auch diejenigen Werke, die von dem genannten Betriebe Guß übernehmen, mit Streik bedroht. So haben die Gießereiarbeiter der Rheinischen Bergbau= und Hüttenwesen=Akt.=Ges.(Niederrheinische Hütte zu Duisburg) sich geweigert, Modelle der Firma Froriep zu gießen. Die genannte Hütte sah sich deshalb veranlaßt, den in der Anlage unter 2 aufgeführten Gießereiarbeitern zu kündigen. Wir bitten Sie deshalb. die in der Anlage aufgeführten Arbeiter bis auf weiteres nicht einzustellen. spiegelung salscher Tatsachen handelt, wies im Frankfurter StadtBarigrese„ Dittmann wieder einmal an einem 8e Aerzte über Aerzte und freie Arztwahl. In einem Rundschreiben, das eine Anzahl Aerzte in Magdeburg an ihre Kollegen erlassen haben, wird für die Aufhebung der„einseitigen Forderung der freien Wahl“ für alle Krankenkassen Propaganda gemacht und zur Begründung u. a. folgendes angeführt:„Die freie Arztwahl hat di. Hoffnungen, die wir auf sie gesetzt haben, leider nur zum kleinen Teile erfüllt. Zwar schützt sie den Arzt vor Willkür der Kassenvorstände bis zu einem gewissen Grade; sie tann aber nur mit Hilfe von Kontrollkommissionen arbeiten, d. h. einer Art Polizei, deren bloßes Bestehen für einen Stand studierter Männer etwas Beschämendes, deren Anfragen und Nachprüfungen für jeden feinfühligen Arzt immer etwas peinliches haben. Und trotzdem ist noch keine Kontrollkommission imstande gewesen, unlautere Elemente wirksam auszuscheiden; vielmehr ist es nicht wegzuleugnen, daß bei der freien Wahl die selbstlos denkenden Kollegen die Geschäftsführer und Beschützer der praktischeren und skrupelfreieren Herren geworden sind. " Daß durch die freie Arztwahl allen Kollegen gleichmäßig Aroeitsgelegenheit gegeben wurde, werden heute wohl selbst die begeistertsten Anhanger nicht mehr iuch bei der freien Arztwahl unter nicht charakterfesten Kollegen ebenso wie früher. Und an Stelle der früher so oft den anderen Systemen vorgeworfenen Kassenjägerei können wir heute eben so oft eine nicht minder unschöne Patientenjägcrei beobachten....“ Nechdem betont worden ist, daß die freie Arztwahl auch insofern eine Gefahr für die Zukunft des Aerztestandes bedeutet, als durch die Zunahme der Einzelleistungen— trotzdem die Krankenkassen ihre Gesamthonorare erhöhen— die Bezahlung der Einzelleistungen aus einen oft beschämend niedrigen Stand sinke und infolgevessen das Ansehen des Standes beeinträchtigt werde, heißt es zum Schluß:„Wir geben zu, daß auch das System der Fixierung und das System der beschränkten, freien Wahl ihre Mangel— vielleicht große Mängel— habe. Aber wir geben heute, wo genügend Erfahrungen mit der freien Wahl vorliegen, nicht mehr zu, daß das System der freien Arztwahl das bessere oder gar das allein gute ist. Alle 3 Systeme haben ihre Vorzüge und ihre Mängel, keines ist vorzüglich und stark genug, dem anderen seine Daseinsberechtigung abzusprechen und darum werden alle drei Systeme neben einander bestehen bleiben. Und wenn wir Alrzte dafur sorgen, daß bei der Krankenkassennovelle durch gesetzlich festgelegte Schiedsgerichte oder Einigungsämter willkürliche Kündigungen oder Anstellungen selbstherrlicher Kassenvorstände verhindert werden, dann werden die Anhänger aller drei Systeme friedlich nebeneinander arbeiten Zum Kölner Aerztestreik. Wi. der Sekretär des Krankenkassenverbandes erklarte, könne der Ausgang des Aerztestreiks nicht zweifelhaft sein. Schon jetzt stehen den Kassen 67 Aerzte und 16 Zahnärzte zur Verfügung, was über die Anforderungen der Aufsichtsbehörde hinausgehe. Der Streik soll am 1. Februar seinen Anfang nehmen. Menschenhandel. Folgendes offenbar einem Unternehmer zugegangene Schreiben zeigt, wie geschäftsmäßig der Handel mit Menschenfleisch betrieben wird. Das gerade angesichts der Arbeitslosigkeit doppelt interessante und für die Prozentpatrioten bezeichnende Schriftstück lautet: P. P. Wir gestatten uns, mit Gegenwärtigem ergebenst mitzuteilen, daß wir in der Lage sind, für das Frühjahr 1909 ruthenische Arbeiter, die den Aufenthaltsbeschrankungen in Deutschland nicht unterliegen, sowohl in größeren als auch in kleineren abzugeben. Auf Wunsch stellen wir auch galizischpolnisch. Arbeiter. Da sich diese Leute für die Beschäftigung in Ihrem Betriebe sehr gut eignen, teilweise in derartigen Betrieben auch schon tatig waren, erlauben wir uns hiermit anzufragen, ob Si. geneigt wären, solche einzustellen? Um Ihnen hierbei in jeder Weisc entgegenzukommen, sind wir bereit, nur unsere Selbstkosten zu verechnen(1?). Wir sind davon überzeugt, daß ein Versuch Sie befriedigen wird und Si. veranlassen dürfte, künftig Ihren Arbeiterbedarf regelmäßig bei uns zu decken. Namentlich in Zeiten steigender Konjunktur und damit verbundenem Arbeitermangel wird en von großem Vorteil für Sie sein, eine sichere Quelle in unserem Grenzamte zum Arbeiterbezuge an der Hand zu haben. empfiehlt es sich, die Ausländer möglichst bald zu bestellen, weil dann durch die uns zur Verfügung stehende Zeit die Auswahl und Anwerbung leichter und mithin die Qualität der Leut. eine bessere ist. Für baldgefl. Nachricht im voraus bestens dankend, stehen wir mit unseren Bezugsbedingungen und Verträgen zur ebtl. Auftragserteilung nern zu Diensten und zeichnen inzwischen Hochachtungsvoll Grenzamt der Deutschen Feldarbeiter=Zentralstelle Berlin. Reuberun. Arbeitslosenfürsorge. Fast täglich melden die bürgerlichen Depeschenburlaus, daß in der oder jener Stadt„aberma's“ Mittel zur Terfügung gestellt worden seien, um die Not der Arheitslosen zu lindern. Das, es sich bei solchen Meldungen und bei den ihnen zugrund. liegenden Beschlüssen sehr oft um VorAispien, nach. Frankfurt am Main war di. erste deutsche Stadt, die einen Notstandsausschuß zur Prüfung der Wirtungen der Krise und zur Ergreifung geeigneter Maßnahmen gegen die Not der Arbeitslosen geschaffen hat. Große Dinge wurden angeregt. Die Stadt sollte mit leuchtendem Beispiel vorangehen, alle Tränen sollten getrocknet werden— vor den Wahlen. Nach den Stadtverordnetenwahlen pressierte es den bürgerlichen Herren gar nicht mehr. Nicht ein einziges Mal ist der mit so großem Tamtam angekündigte Notstandsausschuß noch zusammengetreten; einer privaten Hilfsaktion überließ man es, ein paar Bette'pfennige zur Linderung der allergroßten Not zusammenzufechten von den angeregten oder bewilligten Notstandsarbeiten wurde kaum eine zur Ausführung gebracht und einzelne Aemter muteten den eingestellten Arbeitslosen überdies zu, vierzehn Tage auf ihren Lohn zu warten, damit nur ja der Andrang zu diesem städtischen„Wohltätigleitsalt“ kein allzu heftiger werde! Und was antwortete der schönschwätzerische Oberbürgermeister Adickes unter dem Beifall seiner getreuen Blockliberalen, um den einzelnen Aemtern das soziale Gewissen zu schärfen? „Man möge nur ja nicht glauben, daß der Magistrat sich hier Komunale„Arbeitslosenfürsorge". Die StadtverordnetenVersammlung zu Magdeburg beschäftigte sich am Donnerstag mit einer Eingabe des Gewerkschaftskartells, für die Arbeitslosen Fürsorge zu treffen. Der Antrag, Notstandsarbeiten in Angriff zu nehmen, wurde für erledigt erklärt, da bereits 387000 Mk. zu dem Zweck bewilligt worden waren. Zugestimmt wurde dem Antrage, den Magistrat zu ersuchen, moglichst für Wärmehallen zu sorgen. Weiter wurde beschlossen, den zur speisung bedürftiger Schulkinder zur Verfügung stehenden Betrag von 1200 Mk., wenn möglich, zu erhöhen Daß aber, worauf es in der Hauptsache mit ankam, wurde abgelehnt, nämlich: Mittel zur dauernden Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in den Etat einzustellen, und eine Kommission zu bilden, die darüber zu beraten hat, ob die Einrichtung einer kommunalen Arbeitslosenversicherung unter Mitwirkung der Gewerkschaften möglich sei. Nur dem wurde zugestimmt, an die gesetzgebenden Körperschaften eine Petition um Einführung einer staatlichen Arbeitslosenversicherung zu richten. Auf die von unseren Genossen vorzüglich begründeten Anträge wußte der Oberbürgermeister Lentze in der Hauptsache nichts anderes zu erwidern, als daß die Stadt kein Geld für solche Zwecke habe. Sie müsse sich damit begnügen, durch Beschaffung von Notstandsarbeiten die schlimmsten Auswüchse zu beschneiden. Der nationalliberale Justizrat Stern lehnte auch die Unterstützung der Petition an die gesetzgebenden Körperschaften ab. Woher sollten die Mittel dazu genommen werden? Die Industrie könne eine weitere Belastung nicht ertragen. Was den Arbeitern recht sei, sei auch den Handlungsgehilfen und Handwerkern billig. Der Weg, in dieser Frage etwas zu erreichen, sei überhaupt noch dunkel. Die Gewerkschaften hätten ja zum Teil sehr Löbliches erreicht; das sei ihnen aber auch möglich, denn ihre Mitglieder seien die bestbezahltesten Arbeiter, die große Opferwilligkeit zeigten. Obwohl unsere Genossen darauf verwiesen, daß man gerade aus dem Grunde etwas für die schlechter gestellte Arbeiterschaft tun müsse, stimmten außer ihnen nur einige wenige Bürgerliche für den Antrag auf Einführung einer kommunalen Arbeitslosenversicherung; für den Antrag auf Einstellung von Mitteln zur dauernden Bekämpfung der Arbeitslesigkeit stimmte gar nur ein Bürgerlicher. Briefkasten der Redaktion. W. M. Sie sind nicht verpflichtet, irgend einer Religionsmeinde anzugehören. Wollen Sie austreten, so müssen Sie im Amtsgericht zunächst brieflich Ihre dahingehende Absicht erklären und sich dann in der vierten bis sechsten Woche nach der Mitteilung zum Amtsgericht begeben, um Ihren Austritt zu Protokoll zu erklären. Sie erhalten dort eine Bescheinigung über den erfolgten Austritt. Standesamts-Nachrichten. Bielefeld. In der Zeit vom 18. bis 23. Januar sind beim hiesigen Standesamt angezeigt: Geburten: Söhne: Arbeiter Gustav Blaue, Notpfortenstraße 36; Kellermeister Ernst Schoff, Teutoburgerstr. 28; Landwirt Franz Dieckmann, Ehlentrupperweg; Tischlermeister Fritz Linge, Ehlentrupperweg 13; Schlosser Wilhelm Austmeyer, Oststraße 15; Elektromonteur Eduard Nispel, Lutterstr. 15; Arbeiter Friedrich Sturat, Herm.=Deliusstr. 7; Schlosser Heinrich Lohöfener, Heeperstr. 29; Betriebsleiter Wilhelm Berghoff, Hermannstr. 48a; Arbeiter Gustav Kerkhoff, Mellerstr. 25; Schlosser Robert Junghahn, Siechenmarschstr. 33; Briefträger Gottlieb Requart, Kriemhildstr. 7. Töchter: Tiechlermeister Heinrich Generotzky, Rohrteichstr. 30; Müller Albert Hollmann, Waldhof 8; Bankdirektor Max Sichel, Kastanienstr. 8; Schneider August Baltruschat, Langenhagen 40; Schneidermeister Heinrich Ahlrogge, Gr. Kurfürstenstraße 77; Schneidermeister Heinrich Temming, Bürgerweg 95; Buchdrucker Wilhelm Ullrich, Ehlentrunperweg 26a; Arbeiter Gustav Grothaus, Burgstr. 12; Werkmeister Sylvester Jansky, Alsenstr. 23; Schlosser Karl Gießelmann, Teutoburgerstr. 35; Kaufmann Wilhelm Hinnenthal, Detmolderstr. 56; Metallschleifer Heinrich Gäse Petristr. 111; Werkmeister Gustav Sudhölter, Herforderstr. 228: Arbt M marschstr. 41. Sterbefälle: Korkschneiderlehrling Hermann Kortekamp, 18 J.: verw. Rentner Aue, Amalie geb. Gronebaum, 59 J.: verw. Schlosser Böker, Ernestine geb. Ewes, 71 J.; Handlungsgehilfe Heinrich Wuthen, 25 J., Ehefrau Altersrentenempfanger Herstelle, Wilhelmine geb. Castrup, 74 J.; Fabrikportier Hermann Ellersiek, 64 J.; Willi Voß, 8 Mon.; Ehefrau Arbeiter Neumann, Maria geb. Thain, 50 J.; Ehefrau Eisenbahn=Gütervorsteher Gottesbühren, Hanne geb. Kuufinke, 11 J.; Johannes Kriestens, 6 Tg.; Kaufmann Heinrich Fechtel, 66 J.; Käthe Stahlberg, 3 Tg.; Otto Michael, 10 Mon., Kuroline Jeckmape, 75 J.; Erich Büker, 11 Mon. Aufgebote: Installateur Hermann Lohmann, Sieg'riedstraße.59, und Charlotte Höle, Kirchdornberg; Arbeiter Ernst . Sadowastr. 22, und Amalie Wesch, daselbst; Schutzmann Joseph Sommer, Mannheim, und Rosa Rüger, Ravensbergerstr. 63; Schmied Karl Boldt, Webereistr. 26 und Anna Kestenus, Herm.=Deliusstr. 19; Stellmacher Fritz Arndt, Weststraße 26, und Frida Vollmer, Gellershagen Wäschezuschneid fstr. 32, und Hedwig Holtmann, Finkenstr. 16; Reisender Roert Breipohl, Siegen, und Gertrude Le=Douc, Buddestr. 3; Damastweber Wilhelm Sievert, Herforderstr. 133, und Pauline Fenske, Hakenort 4 Eheschließungen: Sattler Friedrich Mathias und Anna Hohlen, Photograph Friedrich Alter und Christine Bentler, Maurer Andreas Freckmann und Katharina Funke, Arbeiter Adolf Strunk und Auguste Heinemann, Nähmaschinen= und Fahrradhändler August Hilbert und Karoline Sievert. beste und billigste Bezugsquelle für Koienlaldaren. KomrWin Bielefeld: Niederwall 5. Arndtstrasse 43. K Reichspoststrasse 10. V: Brackwede: Kaiserstrasse 58. I. F. Petroleum.. f. reines Schmalz 30 eigene Geschäfte! 80 Rabatt! f. Planzentelt. f. 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We s un den steien Gazschzigel geligt. der Untere se mit einer H sarene bis der Leutnant eine Tasche aucden wescge d. a.— rpesgat pus w e e. ofiser das Zimmer. Dde ud weige gie dem Ziuner heraus; der Leutnant Hentert den Schoiadl, erkeamt sie und stick se in sein Ziumer, wo sie beide soiter ein teiestele haben. Dieses wied von Unteostister endect urd er willsich setzt revaschielen. Raiamehe enseht ein ioles Ducheintander, weiches schliehlich danit endei, daß der Untrosiser usaumen mi Flocks Erbschaft. Eine Aufnahme von hervorragender Bedeutung, da die Situation von Mitgliedern des Pariser OdeonTheaters unter Mitwirkung eines gelehrigen Pudels geschaffen. Ferner sind zu nennen: Verschlossene Lippen. Das römische Modell. Sensationelles Drama aus dem Leben eines armen Gelähmten. Die Liebe und die fünf Hinne. Eine tragische Episode aus dem italienischen Künstlerleben. Eine wahrhaft plastische und doch humorvolle Darstellung. B O 5 Lusige Erlebuiss zweier Dienstboten, die ihre Sportleidenschaft zu Pferde belätigen. Die Herrschaft ist ausgegangen. 493 Wie man ihn kriegen kann und wie er schwindet, jedoch mit ihm auch Uhr und Portemonnaie. In der Buchsandkung„Vokkswacht“, Bielefeld, ist zu haben: Die Abstammung des Hienschen. Von Wilh. Bölsche. Reich ilkustriert, in farbigem Amschlag. Preis 1.00 Mk.— Porto 10 Pfg. Gelegenneltskauf! K Bielefeld.— Kaiserstrasse. MErrkusAdoif Strassburger. Heute, Montag, den 25. Jannar 1909, abends 8½ Uhr: Partelss-Verstellung. Sperbelleinim Dienstag, den 26. Jannar 1909, abends Bie uhr: Grosse Benefiz- u. Gala-Vorstellung für die hier so beliebten Mauege=Komiker * Rappo und Reade. An Qualität das wertvollste Programm. Die beste Klown- u. Komiker-Vorstellung. Nu decen Bbrnd und Aagesgrüich uun Blachch: aus echt rotem Daunenköper, mit garantiert neuen Daunen und Halbdaunen gefüllt, 1½ schläfig, Füllung 5 Pfund Das alte Weiber-Wettrennen. 2 Rennen. 2 Rennen. 1. Flachrennen. 2. 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Januar 1909, vormittags 9 Uhr: General=Versammlung im Lokale des Herrn Stockbrügger (Turnerstraße) — Tagesordnung im Lokal.— Es ladet ein 498 Der Vorstand. Dechnungs-Formulare Ausfähr. Buchdruckerei„Volkswacht“. gasberer 2. Todes=Anzeige. Am Sonnabend, mittags 12½ Uhr eutschlief vach langem, schweren Leiden im 36 Lebensjahre mein lieber Mann, meiner Kinder treusorgender Vater, mein lieber Sohn, unser Bruder. Schwager und Onkel, der Zigarrenarbeiter Wilhelm Rahlmeyer Dies zeigt mit der Bitte um stille Teilnahme an Frau Minna Kahlmeyer geb. Ruß. Dehme, den 23. Januar 1909. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. Jannar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus statt.[495 Deutscher Metalarb.=Verband, Tektion Zielefeld=Praczwede. Am 23. Januar starb nach kurzem schweren Leiden unser treues Mitglied, der Metallarbeiter August Mechfessel im Aller von 38 Jahren. 496 — Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren!— Die Beerdigung findet Dienstag, 26. Januar, nachmittage 2½ Uhr, vom Trauerhause, Friedrichsdorferstraße 313, aus statt und ersuchen wir um zahireiche Beteiligung. Die Ortsverwaktung.