264.— 67. Jahrgang. Morgen-Ausgabe I. Dienstag; den 25. September 1894. nstag, oen 2o, Leptenbe. Erscheint wöchentlich zwölfmal. Vierteljährliche Bezugsgebühr 2 M. 25 Pf. durch die Post bezogen 2 M. 50 Pf. Ankündigungs-Gebühren die einspaltige Grundzeile im Allgemeinen.— und Wohungs=Natwes 15 v. Amtliches Kreisblatt für den Dortmunder Anzeiger. Anzeigen=Annahme: Weverstraße 2. Druckerei und Geschäftsstelle: Mönchenwordt 2. „ Verantwortlicher Redakteur: Rud. Versen, Stadt= und Laudkreis Dortmnd. 4 Pugur ch an. ue Seiscge eier, Saut uid Ausheatcschet. Gänzlicher Ausverkauf wegen Umzug! ppinghausen Um nun den Umzug zu erleichtern Tota Westenhellweg 41. DORTMUND. 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Ztg.“ Mitteilungen zu, denen wir folgendes entnehmen: Es ist richtig, daß die posener Regierung ihren Beamten, die sich zuerst in großer Zahl als Teilnehmer an der Fahrt eingeschrieben hatten, nachträglich die Teilnahme verboten hat. Neuerdings scheint auch die im grunde und ursprünglich zur Bekämpfung des Polentums errichtete Ansiedelungskommission die Teilnahme an einer gegen polnische Ueberhebung gerichteten Kundgebung nicht mehr als statthaft zu betrachten, denn alle Beamten dieser Kommission, die früher unterzeichnet hatten, haben sich später mit einem Schlage zurückgezogen. Daß das ohne äußere Beeinflussung geschehen sei, kann ernsthafter Weise nicht angenommen werden. Es ist ferner richtig, daß der kommandirende General von Seeckt einer Musikkapelle die Beteiligung an der Fahrt untersagt hat. Dieses Verbot muß wohl selbst die besondere Aufmerksamkeit des Kaisers erregt haben, denn wir glauben zu wissen, daß sich der Kaiser bei dem General von Seeckt nach den Gründen des Verbots erkundigt hat. Die Antwort, die hierauf dem Kaiser, irren wir nicht, sowohl vom kommandirenden General als vom Oberpräsidenten geworden ist, soll dahin gegangen sein, daß man der Militärkapelle deshalb nicht die Teilnahme gestattet habe, weil die ganze Huldigungsfahrt auf eine böswillige Kundgebung gegen die kaiserliche Politik hinauslaufe. Nun sind wir aber überzeugt, daß eine solche Absicht garnicht vorlag und die Reden haben das vollauf bestätigt. Für wie wenig staatsgejährlich man die Fahrt nach Varzin ansah, geht ja auch schon daraus hervor, daß das zweite Armeekorps ohne weiteres dem Komitee zwei Militärkapellen in Uniform zur Verfügung stellte. Die Lösung des Rätsels liegt einfach darin, daß man den Deutschen Posens nicht gestatten will, sich an einer Kundgebung zu beteiligen, die den Polen unerwünscht ist und gegen die diese alle ihnen zur Verfügung stehenden Einflüsse aufwenden. Die Deutschen Posens haben im allgemeinen, wenn sie sich an die Zentralregierung in Berlin wandten, auf ihre Vorstellungen ein wenn auch vielleicht nicht allen ihren Wünschen entsprechendes, aber doch billiges Gehör gefunden. Ganz anders aber bei den örtlichen Behörden, die alles thun, damit nur ja die Polen sich nicht irgendwie in ihren dünkelhaften Ansprüchen verletzt fühlen könnten. Ob die Deutschen dadurch verletzt werden, scheint ganz gleichgültig zu sein. Man sagt sich in Posen, es komme das davon, daß der Erzbischof von Stablewski einen in allen Sachen maßgebenden Einfluß auf den Oberpräsidenten und den kommandirenden General gewonnen habe, einen Einfluß, der sich zuerst gesellschaftlich, dann aber auch politisch bemerkbar machte. Daß man die von dem Ausschuß bestellten Sonderzüge so schlecht als möglich gelegt hat und auch trotz aller Vorstellungen bei dem Eisenbahnminister und trotz der von diesem gegebenen freundlichen Zusagen im „Interesse des Dienstes“ daran nichts änderte, sei nur nebenbei erwähnt. Daß der Oberpräsident bei von ihm zu vollziehenden Ernennungen(es sind solche für die Beratung über die Errichtung einer Landwirtschaftskammer gemeint) Männer, die in erster Linie hätten berücksichtigt werden müssen, deshalb nicht berücksichtigt, weil deren Namen bei den Polen keinen guten Klang haben, ist auch schon durch die Zeitungen bekannt geworden. Als ein Blatt vor einigen Tagen eben dieselbe Behauptung aufstellte, schickte ihm der Oberpräsident eine Berichtigung, in welcher behauptet wurde, daß lediglich diejenigen Personen zur Ernennung in Aussicht genommen würden, die vom Landesökonomierat Kennemann, dem Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Provinzialvereins, dazu vorgeschlagen worden seien. Diese„Berichtigung“ ist der Form nach zutreffend, der Sache nach aber ganz falsch. Allerdings hat der Oberpräsident die offizielle Liste des Herrn Kennemann genehmigt, aber er hat auf die Aufstellung dieser Liste einen solchen Einfluß ausgeübt, daß eben die Deutschen nicht mehr auf ihr erschienen. Man ist aber noch weiter gegangen und hat es selbst geduldet, daß Polen ohne Zurechtweisung hohen Mitgliedern deutscher Herrscherhäuser ins Gesicht hinein mit ihren polnischen und deutschseindlichen Gefühlen demonstriren durften. Als Prinz von Sachsen als Inspekteur des posener Armeekorps sich in Begleitung des Generals von Seeckt auf dem Gute des polnischen Grafen K. befand, hatte me terlassen, das zun Geeser deutschen Fahne zu schmücken. Tenen, die die Aufnahme des Prinzen vorzubereiten hatten, fiel das auf, und als sie hierauf hinge viesen, wurden sie bedeutet, daß man auf dem Schlosse keine deutschen Flaggen führe. Auf das Angebot, solche aus der nabegelegenen Stadt Posen herbeizuholen, wurde aber erwidert, daß man das nicht wünsche, und als schließlich an höherer militärischer Stelle hiervon Mitteilung gemacht würde, soll die Antwort erfolgt sein, man möge doch ja kein Aufbeben davon machen, sondern die Sache auf sich beruhen lassen. So hat denn Prinz Georg in einem Hause wohnen müssen, in dem die Hissung der deutschen Flagge verweigert worden ist. Dem Prinzen war das Vorkommnis natürlich nicht bekannt. Es scheint, als ob die Regierung, d. b. der preußische Minister des Innern, sich jedes Einflusses auf seine Untergebenen in Posen begeben hätte, denn für diese scheint in erster Linie der persönliche Einfluß des polnischen Adels maßgebend zu sein. Offensichtlich tritt das Bestreben des Erzbischofs hervor, die Rolle eines„Primas von Polen“ zu spielen, dafür spricht sein ganzes Auftreten, insbesondere bei den Landfahrten durch die Provinz, wobei er dem sechs= oder achtspännigen Wagen gern ein Geleit von „Ulanen“ in polnischer Nationaltracht vorreiten läßt Daß der Erzbischof der bevorzugte Berater des Oberpräsidenten ist, zu dem dieser oft seine Zuflucht nimmt, geht schon rein äußerlich daraus hervor, daß der Oberpräsiden. sehr häufig den Erzbischof aussucht, sodaß es beinahe den Anschein gewinnt, als ob der Oberpräsident den Erzbischof als eine höhere Autorität anerkenne. Von Besuchen des Erzbischofs beim Oberpräsidenten hört man nichts. Wohl aber verlautet, Herr von Wilamowitz=Möllendorf sei durch seinen vertrauten Verkehr mit dem polnischen Adel und der polnischen Geistlichkeit zu der Ueberzeugung gekommen, es sei überhaupt nicht mehr möglich, sich der fortschreitenden Polonisirung Posens zu widersetzen und man müsse froh sein, wenn man die Polen nur in einigermaßen milder Stimmung erhalten könne. Ob diese Waffenstreckung sich mit den Weisungen verträgt, die dem Oberpräsidenten vom Grasen Eulenburg gegeben worden sind, wissen wir nicht; sicher verträgt sie sich nicht mit den deutschen Interessen und mit der vom Kaiser ausgegebenen Losung zur Ausbreitung deutscher Kultur und Sitte in den ehemals deutschen Landen. Ein nicht uninteressantes Zeichen der Zeit ist, daß angesichts der lemberger und varziner Vorgange in der französischen Presse, beispielsweise im„Temps“ die alte Sympathie der Franzosen für die Polen sich wieder bemerkbar macht. Allerdings mit der Zurückhaltung, welche durch den Gedanken an den Zaren auferlegt wird, aber immerhin, sie tritt wieder hervor. P Berlin, 24. September. Eine einzige Versammlung nur hatten die kaufmännischen und sonstigen Arbeitgeber abgehalten, die an den bevorstehenden biesigen Gewerbegerichts=Wahlen interessirt sind. In dieser Versammlung hat überdies leider festgestellt werden müssen, daß die Teilnahme an den wichtigen Wahlen bedauerlich gering ist. Man vergleiche damit die Rührigkeit der Sozialdemokratie. Der„Vorwärts“ kündigt für diesen Montag elf große öffentliche Versammlungen von Gewerbegerichtswählern an, und die Saalsperre hat nicht gehindert, daß die nötigen Lokale gefunden wurden. Die Arbeiter und Parteigenossen werden dringend aufgefordert, zahlreich und pünktlich zu erscheinen, und wir zweifeln nicht, daß es geschehen wird. Die Hoffnung ist gering, daß das treffliche dortmunder Beispiel, wo die Sozialdemokraten durch das feste Zusammenstehen der bürgerlichen Gegner geschlagen werden konnte, in Berlin wiederholt werden wird * Parzin, 24. Septbr. In seiner Antwort auf die Begrüßungsrede des Herrn von Fournier bei dem gestrigen Empfange der Westpreußen sagte Fürst Bismarck ungefähr, er fühle sich hochgeehrt durch die Begrüßung und hocherfreut, daß die Teilnehmer an der Fahrt die Unbill des Wetters nicht gescheut hätten. Lediglich das gemeinsame Gefühl der Liebe zum Vaterlande habe das heutige Zusammenkommen veranlaßt. Der Fürst erinnerte an den heute vor acht Tagen erfolgten Besuch der Posener und sagte, er sei erfreut darüber, daß die deutsch gesinnte Presse sich einstimmig anerkennend geäußert habe; die polnische Presse habe das natürlich nicht gethan, sondern nur die Verwunderung ausgesprochen, daß er sich nicht gröber ausgedrückt habe. Der Sozialdemokrat sei nicht so offen wie der Pole, weil er selber nicht wisse, was er wolle. Der Fürst führte ferner aus, die russische Nachbarschaft sei vielleicht oft unbequem, ihm aber doch lieber und angenehmer, als eine polnische. Der Fürst motivirte dies durch historische Rückblicke, in welchen er die Ereignisse von 1831 beleuchtete und auch die Eigenschaften der Polen schilderte. Was das Ansiedelungsgesetz betreffe, so glaube er, daß man bei der Ausführung desselben sich hätte Zeit lassen und den angekauften Besitz in der Hand behalten sollen. Westpreußen sei ursprünglich nicht polnischer Besitz gewesen, sondern von den Polen nur erobert worden. Redner ging dann auf die Geschichte der Entwickelung Westvreußens ein. Erst mit dem Frieden von Thorn sei Westpreußen an Polen gekommen, während die Polen es anders schilderten. Der Fürst dehnte seine Betrachtungen auch auf die Ordenszeit und die Vergangenheit Westpreußens aus. Westpreußen sei jetzt deutscher Besitz und hoffentlich für immer. Die Bestrebungen der polnischen Adelspartei nannte der Fürst Bestrebungen einer Unsturzpartei und eine Partei, die solche Bestrebungen verfolge, müßte man bekämpfen. So lange das deutsche Volk mit seinem Kaiser und seinen Fürsten zusammenstehe, sei keine Gefahr vorhanden. Dabei wies der Fürst auf die Reden Sr. Majestät des Kaisers in Königsberg, Marienburg und Thorn hin, welche eine Gewähr dafür seien, daß Westpreußen von einer Polengefahr nicht bedroht sei. Der Fürst schloß mit der Aufforderung, mit ihm einzustimmen in den Ruf: „Se. Majestät der Kaiser lebe hoch, hoch, hoch!“ Nachdem die Anwesenden begeistert in diesen Ruf eingestimmt hatten, wurde die Volkshymne gesungen. Ausland. boote. Eine schreckliche Kanonade begann sofort; sie dauerte 1½ Stunden, wobei die Japaner von Anfang an ein mächtiges Feuer auf die größten Panzerschiffe„Tschen=Yuen“ und„Ting=Yuen“ richteten und bald deren große Geschütze demontirten und zum Schweigen brachten. Provinzielles. X Dortmund, 24. September. Landwirtschaft. Für die Landwirte dürfte es von Interesse sein zu erfahren, daß das königliche Proviant=Amt zu Münster jetzt mit dem Ankauf von Hafer neuer Ernte beginnt und daß jedes Quantum zum Marktpreise gekauft wird, vorausgesetzt, daß der Hafer von guter Beschaffenheit und namentlich nicht mit Auswuchs behaftet ist. Die Lieferungen von Heu und Stroh müssen zuvor beim Proviantamt angemeldet werden, damit der Tag der Ablieferung festgesetzt werden kann. Für die Produzenten bietet sich hier die günstigste Gelegenheit, ihre Produkte gegen sofortige Barzahlung preiswert zu verkaufen. r Eine aufregende Szene spielte sich Samstag=Nachmittag auf der Münsterstraße ab, Dort riß sich eine Kub, welche auf der landwirtschaftlichen Ausstellung prämiirt worden war, von ihrem Führer los und stürmte die Straße entlang. Ein ihr entgegenkommender großer Hund nahm sie auf die Hörner und trug ihn eine Strecke weit fort. Dann stürzte sie sich auf einen 10jährigen Knaben und warf ihn in Luft, worauf sie weiter rannte, bis sie von mehreren beherzten Männern aufgefangen und gebändigt wurde. Der Knabe, welchem ein Hosenbein vollständig aufgerissen wurde, hat glücklicherweise nur leichte Verletzungen erlitten. g Gestern abend zog sich ein Herr, welcher die Pferdebahn vom Fredenbaum zum Steinplatz benutzte, eine schwere Fußverletzung dadurch zu, daß er von dem in voller Fahrt begriffenen—"——„ griffenen Wagen sprang und zu Falle kam. Der Verunglückte mußte per Wagen fortgeschafft werden. ! Sein 8. Stiftungsfest beging am Sonnabend=Abend im Vereinslokale„Schwarzen Raben“ der gemischte Chor des evangel. Arbeiter=Vereins. Trotzdem nur die mit Einladungen versehenen Personen Zutritt hatten, erwies sich der Saal als viel zu klein. Schon lange vor Beginn der Feier war derselbe so dicht besetzt, daß thatsächlich auch nicht mehr das bescheidenste Stehplätzchen aufzutreiben war. Eingeleitet wurde die Feier durch einige von Herrn worauf*“ Metzenthin exakt vorgetragene Konzertstücke, worauf als dann Herr Becker die Erschienenen mit herzlichen Worten des Willkommens begrüßte. Die Festrede hielt Herr W. Kühn. Derselbe bat zunächst um Entschuldigung ob des beschränkten Raumes, kam dann weiter auf die Leistungen des Chores, gab hierbei einen Rückblick auf das vergangene Jahr und bemerkte, daß dasselbe für den Chor ein sehr gutes gewesen sei. Wohl habe man, da der bis herige Dirigent sein Amt niedergelegt habe, sich einer anderen Dirigenten wählen müssen. Diese Wahl sei auf Man. da der Uisst habe, sich einen geeee.S Mfen. Diese Wahl sei auf „unseren Weider“ gefallen. Was derselbe während der so rurzen Zeit aus dem damals krankhaften Kinde dem Chore, gemacht habe, sei ja allen bekannt. Nicht nur habe sich die Mitgliederzahl unter dieser neuen Leitung verdoppelt, sondern Herr Weider habe es auch verstanden, Match zwischen Lehmann=Bochum und Weeck=Dortmung In einem folgenden zwischen Schulz=Bochum# und Albrecht=Berlin siegte letzterer knapp über ersteren. AnMontag fand ein Ausflug der Fahrer in das schöne Lippethal statt.— Kempen, 20. Sept. 600jähriges Jubiläum. Am Sonngroßes in betreff des edlen Gesanges mit seinen Mitgliedern *„ n g s f e s t e s London, 22. September. Mit der alleinigen Ausnahme der chinesenfreundlichen„Standard“ gestehen alle Blätter den Japanern den thatsächlichen Sieg in der Seeschlacht am Yaln=Flusse zu. Wahr ist, daß den Chinesen die Truppenlandung zum Teil gelang und den Japanern die Verhinderung mißlang, aber einerseits bestehen die gelandeten Truppen aus wertlosem humanesischem Gesindel, anderseits kehrte die chinesische Flotte nach Verlust von vier Schiffen so beschädigt zurück, daß vor dem Winter eine Ausbesserung undenkbar ist. China besitzt nur ein brauchbares Arsenal in Port Arthur; Japan hat vier ausgezeichnete Arsenale mit einer Unzahl geschickter Arbeiter, die ihm gestatten, China in der Reparatur um einen vollen Monat zu überholen, und da Japan kein Schiff eingebüßt hat, darf man behaupten, daß Japan augenblicklich auf Monate hinaus die Seeherrschaft besitzt und alle Verstärkungen des Admirals Ting aus dem Süden verhindern kann. Uebrigens war so ziemlich die gesamte chinesische Flotte an der Schlacht beteiligt. Die chinesischen Berichte aus Tientsin weichen beträchtlich von einander ab. Den letzten zufolge bestand die japanische Flotte aus 9 Kriegsschiffen und 2 in Schnellkreuzer umgewandelten Transportschiffen. Sie erspähte die chinesische Flotte am 17. d. M. mittags, 56 Kilometer nordöstlich von der Insel Haiyongtao. Die chinesische Flotte bestand aus 12 Kriegsschiffen und sechs Kanonen= und Torpedobooten zur Begleitung von Truppenschiffen. Sofort begann unter Volldampf bei gefechtsklarem Deck die Verfolgung, wobei die Japaner stetig gewannen, ohne daß die Chinesen den Kurs änderten oder Kampflust bekundeten, bis nach 1 Uhr der Kreuzer Tschiyota in Schußbereich des chinesischen Admiralsschiffs kam, worauf letzteres Feuer eröffnete. Während des Gefechts, das in der Flußmündung bis zum Anbruch der Nacht dauerte, gelang es den Truppenschiffen, zu landen. Die japanischen Schiffe manövrirten so vortrefflich daß kein einziges verloren ging; nur zwei, „Matsusima“ und„Hivei“, wurden erheblich beschädigt und nur ein Transportkreuzer unfähig. Der japanische Bericht gibt weder Namen der Schiffe noch Anzahl der Toten und Verwundeten; sie sollen sich einem Privattelegramm zufolge auf 20 Tote und 46 Verwundete beschränken Der chinesische Bericht aus Tientsvicurthur, Admiral peschen—inf Befehl des Kriegsrates in Tientsin sechs Transportschiffe in Yitschan landen, welches zur neuen chinesischen Operationsbasis in Korea ausersehen war. Die Flottc langte am Osteingange des Yaluflusses am Montag=Morgen an. Die Transportschiffe liefen in den Fluß ein, während die Kriegsschiffe draußen verankerten. Um 11 Uhr zeigte sich Rauch am Horizonte und das Herannahen einer großen Flotte, worauf Admiral Ting sofort die Anker lichtete und in Schlachtordnung vorging. Die Stellung war schwierig in der Nähe des Ufers; es fehlte an Manövrirraum, während er auf hoher See die Transportschiffe den japanischen Kreuzern und Torpedobooten preisgegeben hätte. Er wählte daher das kleinere Uebel, indem er in der Nähe der Mündung blieb. Er ließ als zweite Schlachtlinie unmittelbar vor Kwangkai„Kwangting“ und vier Torpedoboote zur ck, während er sich mit 10 Schlachtschiffen in den Vordergrund stellte. Die Japaner rückten unter Volldampf vor, 9 Panzerschiffe und Kreuzer in erster Linie, dahinter 3 Kanonenboote und 5 Torpedozu bieten, was so recht am Tage des Stiftungsfestes hervorgetreten sei. Doch nicht Rückschritt, sondern Fortschritt sei die Losung des Chores und Redner ist der Zuversicht, daß der Chor unter Weiders Leitung sich kräftig entwickeln werde zur Ehre des Vereins und zur Ehre seiner selbst. Hierauf lenkte Herr Kühn die Blicke der Anwesenden hin zu unserem Hohenzollernhause, ließ dabei im Geiste die Heldengestalten Kaiser Wilhelm., Friedrich III. vorüber ziehen und kam alsdann weiter auf unseren thatkräftigen Monarchen Wilhelm II. zu sprechen. Wie sehr unserem Kaiser das Wohl eines jeden seiner Unterthanen am Herzen liege, beweise wiederum der Ausspruch, den der Monarch in Königsberg gebraucht habe, indem er sagte:„Jedem meiner Unterthanen steht meine Thür auf“. Es sei daher unsere Pflicht, mitzuarbeiten für Religion, Sitte und Ordnung und mitzukämpfen gegen die Parteien des Umsturzes. In das zum Schlusse ausgebrachte Hoch auf unseren Kaiser, der Stolz aller Deutschen, stimmt die große Festversammlung jubelnd ein, worauf das„Heil Dir im Siegerkranz“ gesungen wurde. Es sprachen noch die Herren Fr. Meyer und Lehrer Weider. Ersterer brachte in trefflichen Worten dem Chore ein Hoch aus, während letzterer die Mitteilung machte, des so äußerst beschränkten Raumes wegen nicht singen lassen zu können. Er thue dieses zwar ungern, aber da er nicht wüßte, wo er seine 80 Sänger aufstellen solle, bleibe ihm nichts anderes übrig, doch gäbe er die Versicherung, bei nächster Gelegenheit das heute Versäumte doppelt nachzuholen. (Bravo.) Von Mitgliedern des Chores gelangten während des Abends zwei Theaterstücke zur Aufführung und zwar „500000 Mark“ und ein„Straf=Rapport“. Die einzelnen Darsteller, namentlich die Herren H. Schulte und Fr. Becker, sowie die Damen Frl. Hoffmann und Kollmeier leisteten in jeder Beziehung erfreuliches und bewiesen, das auch sie die Kunst Thalias wohl verstehen. Bei weiteren Festlichkeiten möchten wir jedoch dem Vorstande den Rat geben, nur ein Stück aufführen zu lassen, oder wenigstens mit dem Beginn der Aufführungen früher anzufangen. Der dritte Teil des Programms brachte die Verlosung. Daß es hierbei manches fröhliches, aber auch manches betrübtes Gesicht gab, war wohl selbstverständlich. Im übrigen kann der Verein stolz auf sein diesjähriges Fest zurückblicken. m Stadt=Theater. Wenn auch nicht mit einem stürmischen, so doch mit einem unleugbaren großen Erfolge ist am Freitag Wildenbruchs„Haubenlerche“ auf unserem Stadt=Theater in Szene gegangen. Gern konstatiren wir, daß ein großer Teil dieses Erfolges auf Rechnung der durchweg guten Darstellung und der geschmackvollen Inszenirung kommt.— Seit dem sensationellen Erfolge, den die„Ehre“ davongetragen, bet Hermann Sudermann unter seinen Kollegen viele Nachahmer gefunden, die sich einen ebenso großen Bühnen= wie Tantièmen=Erfolg wünschten. So komint es denn, daß unsere dramatische Litteratur mit realistischen Werken überschwemmt worden ist und es noch wird, und wie viele sind darunter, die wegen ihres zu stark realistischen Gepräges gleich wieder in den tiefsten Winkel der Theaterkanzlei gepackt worden sind.— Es würde mich heute zu weit führen, wollte ich abwägen, wie weit der Realismus berechtigt ist. So viel will ich jedoch heute bemerken, daß wir dem gesunden Realismus ganz das Bürgerrecht auf unserer deutschen Bühne gewähren können, da derselbe niemals demoralisirend, sondern sittlich fördernd wirkt, indem das Laster seine Strafe, die Tugend ihren Lohn findet. Wie schon oben gesaat, hatten Darstellung und Regie alles getban, um die Vorstellung zu einer genußreichen zu machen und wenn ich eine Aussetzung zu machen hätte, so wäre es die, daß der Regiestift sich im ersten Aki hätte mehr geltend machen können, da sveziell dieser Akt an einigen Längen und Wiederholungen litt. Ebenso gern stelle ich fest, daß die übrigen drei Akte mit vorzüglicher Steigerung gespielt wurden; mit großer Dezenz wurde der vierte Akt gegeben. Die Inszenirung, welche Herr Oberregisseur Heineck besorgt batte, war eine saubere und geschmackvolle. In der Titelrolle lernten, wir Fräulsonnen Poßttlinggenk Be##pfiät. Ko deren Engagement für unsere Bühne ein hober, künstlerischer Gewinn sein dürfte. Ihre Lene Schmalenbach war eine mit Fleiß und künstlerischem Takt ausgearbeitete Leistung, welche denn auch allseitigen Beifall fand. Dasselbe können wir von Herrn Rembe und Herrn Kühn sagen, beide Künstler boten natürliche und lebenswarme Gestalten, ganz besonders gilt das von Herrn Kühn, der den etwas verzeichneten Charakter des Ausust durch seine Darstellung glaubhaft machte. In vorzüglicher Gestaltung und Maske gab Herr Manussi den Ale, diesen Urtyvus des örgelnden Sozialdemokraten, auch dieser Künstler dürfte bald zu den Lieblingen unseres Publikums gehören. Eine recht sympathische Darstellerin ist Fräulein Meyerer, welche die etwas undankbare Rolle der Juliane mit künstlerischer Vertiefung gab und ihr dadurch ein festes Gepräge verlieh. Eine recht brave Leistung war Herr Melzner als Ilefeld. Der junge Künstler verfügt über warme, zu Herzen gehende Töne. Schließlich sei noch der evisodenhaft gezeichneten Figur der Frau Schmalenbach gedacht, welche durch Frau Herwegh eine tüchtige Interpretin fand. ** Die vom landwirtschaftlichen Kreisverein angekauften und am Samstag gelegentlich des Festes zur Versteigerung gelangten belgischen Zuchtfohlen sind von folgenden Herren zu den beigefügten Preisen erstanden worden: 1. Tönnis= Kley 630 M. 2. Humann=Altenderne 490 J, 3. KraneBövinghausen 510 M. Leiffermann=Heeren 405 J, 5. SchulteOespel 800 J. 6. Teiner=Marten 510 M, 7. VierhausHolte 450 M. 8. Schulz==Vellinghausen 615 M. 9. SchulteWullen 440 M. 10. Rosenberg=Dorstfeld 450 K. 11. Meßling=Brackel 505 M. Goldberg(?) 670 M. 13. VierhausHolte 600 M. 14. Junge=Barop 610 M. 15. Rosenberg= Dorstfeld 500 M tag, den 30. September, feiert die Stadt Kempen das 600jährige Jubiläum ihres Bestehens als Stadt. Der Kurfürst. und Erzbischof von Köln, Siegfried von Westerburg, erteilte im Jahre 1294 dem Orte Kempen Stadtrecht, nachdem derselbe eine neue Befestigung erhalten hatte. In der Stadt rüstet man sich, wie die„Rhein= u. Ruhrztg.“ schreibt, die Feier möglichst würdig zu gestalten. Den Glanzpunkt des Festes soll ein historischer Festzug bilden, der am Nachmittag des betreffenden Tages gegen 3 Uhr seinen Anfang nehmen wird. In demselben werden sowohl durch einzelne Gruppen als auch durch Einzelfiguren die Hauptdaten der Geschichte der Stadt sowie die berühmten Männer Kempens dargestellt sein. Vielfache Vorbereitungen zu dem Zuge geben uns die Bürgschaft, daß derselbe als ein wohlgelungener wird bezeichnet werden können. Nach dem Festzuge werden in verschiedenen Lokalen der Stadt Militärkonzerte stattfinden; großer Zapfenstreich und Beleuchtung von Rathaus, Kirche, Lehrerseminar und des kurfürstlichen Schlosses werden die offizielle Festfeier beschließen. Mögen diese wenigen Zeilen, welche für alle ehemaligen Kempener gewissermaßen als Einladung dienen sollen, dazu beitragen, daß das Fest durch den Besuch recht vieler auswärtiger Freunde noch mehr an Schönheit gewinne. Gewerbliche und soziale Zeitung. ** Dortmund, 24. September. Die Baukommission für den Bau der evangelischen Johanneskirche vergab dieser Tage die Arbeiten und Lieferungen für den Bau eines Pfarrhauses neben jener Kirche. Es sind dabei die Maurer= arbeiten 2c. Herrn Relling, die Zimmerarbeiten 2c. Herrn Kolb, die Schmiedearbeiten 2c. Herrn Schreiber, die Dachdecker= und Klempnerarbeiten Herrn Winterhoff in Soest übertragen. Auf die Dachdeckerarbeiten hatte von hier nur ein Meister, auf die Klempnerarbeiten gar niemand von hier offerirt. n Der norddeutsche Loyd in Bremen hat am 29. Aug. abermals einen neuen Doppelschraubendampfer größter Dimensionen in Fahrt gesetzt. Der neue Dampfer„Prinzregent Luitpold“ hat einen Raumgehalt von 7000 Tonnen, eine Länge von 485 Fuß, eine Breite von 52 Fuß und eine Tiefe von 36 Fuß(vom Hauptdeck aus). Das Schiff nimmt 160 Kajütt= und 1000 Zwischendeckpassagiere. Für die letzteren sind in drei Abteilungen besondere Familien= kammern geschaffen, für je 10 bis 12 Personen bestimmt. Die Zwischendeckeinrichtungen sind ebenso wie die Salons nach einem ganz neuen Typus hergestellt und gesundheitlich sowohl wie in Rücksicht auf die Bequemlichkeit von höchster Vollkommenheit. Der Laderaum des Schiffes faßt 6500 Kubikmeter. Ein Schwesterschiff des„Prinzregent Luitpold“, der„Prinz Heinrich“, lief am 21. August auf der Werft von F. Schichau in Danzig von Stapel. Beide Dampfer sind zunächst für den Dienst auf den Reichspostlinien des norddeutschen Loyd bestimmt. Der„Prinzregent; Luitpold“ hat, wie oben bemerkt, seine erste Reise nach Australien bereits angetreten. 5 neue Dampfer des norddeutschen Loyd befinden sich gegenwärtig auf deutschen Wersten noch im Bau. — Das Polizeiwesen ist kürzlich in Newyork einer amtlichen Untersuchung unterzogen worden. Jeder Newyorker wußte schon, daß dabei heillose Sachen an den Tag kommen würden. Vielleicht ist das Ergebnis noch schlimmer, als man befürchten möchte.„Leslies Weekly“ gibt eine gute Uebersicht über die Ergebnisse dieser Untersuchung: Es kostet 300 Dollar, um Polizist in Newyork zu werden; Das Geld gerät irgendwo hin. Es kostet 1000 Dollar, um ein Patrolman zu werden. Das Geld gerät irgendwo hin. Es kostet 10= bis 20 000 Dollar, um Polizeikapitän zu werden. Auch das Geld gerät iraendma hin. Die Affers Arnennen und befördern Polizeibeamte. und das alles kostet Geld. Aber es wäre falsch, anzunehmen, daß die Polizisten selbst das Geld dafür bezahlen. O ein! Beschütztes Laster und gemeinste Erpressung bringe.####ei auf! Ein Haus des Lasters zu halten, kostet 50 Dollar den Monat, 500 jährlich und 500 Einschreibegebühr, sobald ein neuer Kapitän in den Distrikt kommt. Und die Polizeikommissare wechseln die Kapitäne „zum Besten des Dienstes", wie der Ausdruck lautet, häufig. Es kostet 20—30 Dollar monatlich, Spirituosen ohne eine Schaukerlaubnis zu verkaufen. Es kostet 50 Dollar monatlich, um Waren auf dem Bürgersteige stehen zu haben. Ein Bauunternehmer thut gut, der Polizei gelegentlich 20 Dollar zu zahlen, damit seine Arbeiter nicht — sie den Sta verhaftet werden, weil sie den Straßenverkehr gehemmt haben. Einem arinen Jungen, der vom Stiefelputzen lebt, wird es nicht schaden, wenn er der Polizei monatlich fünf Dollar entrichtet und dem dienstthuenden Schutzmann gelegentlich die Stiefel umsonst putzt. Verkauft jemand Früchte auf der Straße, so muß er im eigenen Interesse ja dem Polizisten erlauben, so viel von seinem Obst zu essen, bis er genug hat. Und so geht das weiter. Das System, Fremde in Spielhöllen oder sonstwo hin zur Beraubung zu locken, hat jahrelang unter dem direkten Schutz der Polizei Newyorks gestanden. Die Polizei fordert nur eine Ausnahme: Newyorker Bürger und Geistliche sollten nicht belästigt werden. (Die unter dieser Ueberschrift angezeigten Werke sind in der C. L. Krügerschen Buchhandlung vorrätig, oder durch dieselbe zu beziehen). r Stockum, 24. Sept. Von einem großen Unglück wurden die Familien der Eheleute Schumacher und Niermann von hier betroffen. Zwei Knaben genannter Familien spielten am gestrigen Tage auf der Straße. Plötzlich kam das Fuhrwerk des Bäckermeisters Schmale im sausenden Galopp die Chaussee von Witten her herunter und überfuhr die Kinder, sodaß sie schwer verletzt ins Haus getragen werden mußten. Das Pferd, welches eine Art von Koller zu haben scheint, war wild geworden und konnte nur mit vieler Mühe zum Stehen gebracht werden. w Bochum, 23. September. Internationales Veloziped Wettfahren. Der Radfahrer=Verein Bochum veranstaltete heute, vom schönsten Wetter begünstigt, auf der Rennbahn am„Freudenberg“ ein internationales Wettfahren. Wenn auch das zu gleicher Zeit in Duisburg stattfindende Wettfahren manchen bedeutenden Sportsmann verhinderte, an unserem Feste teilzunehmen, so war doch die Beteiligung eine äußerst rege. Die einzelnen Wettfahren hatten folgendes Resultat: Erstfahren, 1000 Meter, 3 Runden(3 Ehrenpreise): F. v. Hagen=Bochum durchfuhr in. 38 1/5, M. Koch=Bruch mit 1 Min. 392/5 und mit 1 Min. B. Gerbracht=Münster mit 1 Min. 39 4/8 Sekunden das Ziel. Ermunterungs=Fahren, 2000 Meter, 6 Runden, (3 Ehrenpreise): Franke=Köln gebrauchte 3 Min 213/5, K. Weeck=Dortmund 3 Min. 214/5 und F. Albrecht=Berlin 3 Min. 22½/5 Sekunden. Fahren um die Hochradmeisterschaft von Westfalen: 5000 Meter, 15(Runden) dem ersten goldene Medaille und Eichenkranz und die Meisterschaft, dem 2. silberne, dem 3. bronzene Medaille: F. SchulzBochum war mit 9 Min. 331/ Sekunden erster, E. Lehmann=Bochum mit 9 Min. 5915 Sekunden zweiter und F. Große=Weischede mit 10 Minuten 5½/ Sekunden dritter. Niederrad=Vorgabefahren, 1000 Meter, 3 Runden(3 Ehrenpreise): Große=Weischede=Bochum durchfuhr mit 10 Meter Vorgabe in 1 Min. 30 1/5, K. Weeck=Dortmund mit 20 Meter Vorgabe in 1 Min. 504/ und B. Gerbracht=Münster mit 80 Meter Vorgabe in 1 Min. 50 4/ Sekunden das Ziel. Hochrad=Vorgabefahren, 2000 Meter, 6 Runden(3 Ehrenpreise): E. Schulz=Bochum, der keine Vorgabe hatte, war mit 3 Min. 57 3/5 Sek. erster, E. Lehmann=Bochum mit 3 Min. 27 4/5 Sek. zweiter und F. Große=Weischede=Bochum mit 3 Min. 28 Sek. dritter. Im Niederrad=Hauptfahren war Lehmann=Bochum erster, Weeck=Dortmund zweiter und Schulz=Bochum dritter. Im Tandem=Vorgabefahren erhielten Halbach=Hörde und Lepper=Dortmund den ersten, — Die kriegerischen Unruhen auf Lombok, im ostindischen Archipel, welche bereits zu blutigen Zusammenstößen zwischen den holländischen Kolonialtruppen und den aufständischen Balinesen geführt habe“, lenken zurzeit die Blicke des Publikums lebhaft jenen Weltgegenden zwischen dem großen und dem ostindischen Ozean zu, deren Geographie wohl nur wenigen mehr als in großen Umrissen bekannt sein dürfte. Dem Bedürfnis, die kriegerischen Vorgänge, die sich dort abspielen, genauer verfolgen zu können, kommt in wünschenswertester Weise entgegen eine soeben im Verlage von Karl Flemming in Glogau erschienene und von A. Herrich aufs sorgfältigste nach holländischen, französischen, englischen und deutschen Quellen bearbeitete„Sohr=Berghaus“ Uebersichtskarte von Niederländisch=Indien, Maßstab:13000 000, mit Spezialkarte von Lombok, Bali und West=Sumbawa, Maßstab :1 500 000“. Die in vielfarbigem Druck sehr sauber ausgeführte Uebersichtskarte bietet ein klares anschauliches Bild des gesamten gewaltigen, zwischen Süd=Asien und Australien belegenen Archipels mit seinen Rieseninseln, seinen zahllosen größeren und kleineren Inselgruppen und Eiländern. Die Spezialkarte vermittelt sodann eine bis ins einzelnste gehende topographische Kenntnis Lomboks sowie der westlich und östlich davongelegenen Nachbarinseln. Man wird auf dieser Spezialkarte keinen Punkt vermissen, von dem Kunde zu den geograpbischen Forschern unseres Kontinents gelangt ist. An der Hand dieses Kortenwerkes wird man somit vollständig in der Lage sein, die kriegerischen Vorgänge in jenem entlegenen Weltteile in allen Einzelheiten genauer verfolgen zu können, während das bisher vorbandene Kartenmaterial hierzu nicht ausreichte. Der Preis der Karte beträgt 50 (Eingesandt.) Wir berichteten vor wenigen Tagen, daß der praktische Arzt Herr Dr. Jesse zu Annen durch einen Jagdunfall in Westernkotten am 10. September zu tode kam. Wir bören nun, daß Dr. med. Jesse gegen Unfälle bei dem„Nordstern“ zu Berlin mit 20000 u versichert war und daß diese Gesellschaft bereits unterm 20. d. M. der Witwe Dr. Jesse den vollen Betrag zur Disposition gestellt hat. Dieser traurige Fall zeigt wieder, wie sehr es am Platze: ist, durch rechtzeitige Versicherung für die Seinigen zu sorgen. Es wird noch nicht genug gewürdigt, daß das Risiko, im falle der Nichtversicherung, die Familie trägtDas Risiko aber der Familie aufzubürden, ist ein Unding und übersteigt ihre Kräfte. er Nachla verstorbenen Berginvaliden# zag zu Eving, bestehend in: schränken, Tischen, Stühlen,1 settstellen, Uhren, der vollstä sücheneinrichtung u. vielen a sachen, ferner: 1 Schwein, 1 Schafe, Hühner 2c., am nnerstag, den 27. 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Der Gerhard Heinrich Schröder, geboren am 23. April 1870 zu Hamm, zuletzt daselbst wohnhoft, 9. Der Ernst Wilhelm Carl Wolff, geboren am 6. Mai 1870 zu Hamm, zuletzt dasellst wohnhaft, 10. Der Heinrich August Bentler, geboren am 27. März 1870 zu Methler, Kreis Hamm, zuletzt als Bergmann daselbst wohnhaft, 11. Der Carl Friedrich Philipp Gerber, geboren am 28. Oktober 1870 zu Mühlbausen, zuletzt.wohnhaft zu Unna, werden beschuldigt, als Wehrpflichtige in der Absicht, sich dem Eintritte in den Dienst des stehendes Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundesgebiet verlassen oder nach erreichtem militärpflichtigen Alter sich außerhalb des Bundesgebiets aufgehalten zu haben— Bergehen gegen§ 140, Abs. 1, Nr. 1, Str.=.=B. Dieselben werden auf den 21. December 1394, Vormittags 9 Uhr, vor die Strafkammer des Königlichen Landgerichts zu Dortmund zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach § 472 der Strafprozeßordnung von dem Königlichen Landratsamte zu Hamm über die der Anklage zu Grunde liegenden Thatsachen ausgestellten Erklärung verurteilt werden. Zugleich ist durch Beschluß der Strafkammer des Königlichen Landgerichts zu Dortmund vom 25. August 1894 auf Grund des§ 140 Str.=.=B. und des § 326 Str.=Pr.=O. das im deutschen Reiche befindliche Vermögen der Angeklagten mit Beschlag belegt worden, was mit dem Bemerken hierdurch öffentlich bekannt gemacht wird, daß Verfügungen derselben über das Vermögen der Staatskasse gegenüber nichtig sind. Mé 95/94. 2 Dortmund, den 30. August 1894. Königliche Staatsanwaltschaft. Bekanntmachung. Um dem Publikum die Möglichkeit zu gewähren, Einschreibbriefe, sowie gewöhnliche, als„driugend“ bezeichnete und dementsprechend frankirte Paketendungen zu solchen Postbeförderungsgelegenheiten, welche außerhalb oder urz nach Beginn der für den Verkehr am Schalter bestimmten Dienststunden ich darbieten, in Ausnahmefällen bis kurz vor Schluß der Posten einzuliefern, besteht bei dem hiesigen Postamte(am Bahnhofe) die Einrichtung. daß derartige Sendungen auf Verlangen auch außerhalb der Dienststunden angenommen werden, und zwar gegen Entrichtung einer besonderen Einlieferungsgebühr von 20 Pf. für jeden Brief bezw. für jedes Paket. Bedingung ist, daß die Einlieferung bis spätestens eine halbe Stunde vor dem Abgange der Beförderungsgelegenheit erfolgt. Die Annahme der Einschreibbriefe bezw. der Pakete außerhalb der Schalterdienststunden erfolgt in der Packkammer des Postamtes am Bahnhof. Dortmund, 26. August 1894. Kaiserliches Postamt: Korn. Donnerstag, diese Woche, den 27. 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Dortmund, Westenhellweg 31. Eröffnung der Ausstellung * Sämmtliche Neuheiten für die Herbst- und Winter-Saison eind in, gross Agswags, vorzithig pr, erlaube ich muir zu bemerken, dass mein Lager an Reichhaltigkeit in Bezus auf Formen, Zur gel. Benichtlseung meiner Austelluns Hde erzebenst ein.e uete der Hole gebracht vorden r. Seweust Cin. ls 5321 2 Alle diejenigen Zeitungsleser, an das von ihnen zu abonnirende Blatt nach den verschiedensten Seit- ein n Belcs gr des ven innen er ohen, i. nd, tatt nach den verschiedensten Seiten bin große AnSs an#en über Eanowirtyschaft, Gartenbau und Hauswirthschaft“ allgemeinen Beisall. In Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen hat das aucemeiten Telegramm! . Rheinischen Margarine=Gesellschaft, Cron& Scheffel, Biebrich a. 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Auf dem Hintergrunde des Weltstadt=Lebens rollt sich eine Handlung ab, die immer wieder überraschende, aber nie gezwungene Wendungen bringt und ihre belebenden Farben bald von liebenswürdigem Humor, bald von poetischem Schwunge empfängt.„Die Eine“ von Georg Bendler kann sonach mit zu dem Besten gezählt werden, was seit geraumer Zeit producirt worden ist. Stuttgart die allerhöchste Auszeichnung, S. 6 9 ∆ . Manabonnirt auf das täglich2 mal in einer Abend= und Morgen=Ausgabe erscheinende„Berliner u. Handels-Zeitung vei allen Postanstalten des Deutschen Reiches für 91. 5, Blätter zusammen fur 5 Mark 25 Pfennig vierteljährlich. Probe=Rummern gratis zuerkannt. s 5318 Dortmunder Ratten und beseitigen grarantirt meine Gifte, 5260 Packeichen von 10 Pf. an. Wißstraße 12 Central=Drog. Apoth. Jac. Münster. Tafel-Aepfel, 100 Psd. 4##. versendet geg. Nachn. Herm. Schwettmann, Rahden i. W. Arndt'sche Kaffee-Aufgussmaschine sollte in keiner Küche fehlen. 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Krüger(G. Ki Für das II. ersuchen wir unsere lungen zeitig zu err Zuschlag erhebt. die„Dort bekannt, wir erwähr nächst im Feuilleton Schriftstellerin H P „Nur eine Tänzerin“ in unserm Leserkrei und zwar den spanr „Die C Anzeigen finden der ältesten, verbre Zeitung Westfalens, kreis und den Li amtliches Organ die sicherste und wir Dortmund, in Verlag der„ (C De M Berlin, 24. Se böser Wille ist, jedenfo Tageszeitung eine Thorl amten der Weichsel=Str veranlaßt worden sind, Dampfbaggers nach R zu sein. Nötigenfalls Dampfer vorgespannt der Landwirte frägt:„ so zuvorkommend?" 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Was die„Dortmunder Zeitung" bietet, ist bekannt, wir erwähnen daher nur, daß wir demnächst im Feuilleton u. a. ein Werk der berühmten Schriftstellerin H. Palmé=Paysen, deren Roman „Nur eine Tänzerin“ so außerordentlichen Anklang in unserm Leserkreis gefurden, bringen werden und zwar den spannenden Noman: „Die Ehestifterin“. Anzeigen finden in der„Dortmunder Zeitung", der ältesten, verbreitetsten und einflußreichsten Zeitung Westfalens, Kreisblatt für den Stadtkreis und den Landkreis Dortmund und amtliches Organ für den Kreis=Ausschuß die sicherste und wirkungsvollste Verbreitung. Dortmund, im September 1894. Verlag der„Dortmunder Zeitung“. (C. L. Krüger.) Deutschland. M Berlin, 24. September. Ob es Unverstand oder böser Wille ist, jedenfalls begeht die agrarische deutsche Tageszeitung eine Thorheit, wenn sie es rügt, daß die Beamten der Weichsel=Strombauverwaltung regierungsseitig veranlaßt worden sind, beim Transport eines holländischen Dampfbaggers nach Russisch=Polen möglichst behülflich zu sein. Nötigenfalls sollen zum Transport fiskalische Dampfer vorgespannt werden. Das Blatt des Bundes der Landwirte frägt:„Wo ware man wohl in Rußland so zuvorkommend?" Abgesehen davon, daß für die fiskalische Hülfeleistung jedenfalls wird bezahlt werden müssen, ist es ein wichtiges deutsches Interesse, die Bemühungen Rußlands um Verbesserung des Fahrwassers der oberen Weichsel nach Kräften zu unterstützen. Wenn es auf die Beschaffung von Dampfbaggern allein ankäme, so thäten wir sogar wohl daran, solche Bagger dem Nachbarlande kostenfrei zu liefern, falls es auf andere Weise nicht ginge. Die Wirkungen unserer Weichselregulirung, die in erster Reihe gerade der Landwirtschaft zu gute kommen, werden naturgemäß wieder infrage gestellt, weil der Oberlauf des Stromes, der unserer Kontrolle entrückt ist, verwildert bleibt und uns das Hochwasser bringt. Deshalb ist es ein altes Anliegen unserer Regierung bei der russischen, daß sie die Stromkorrektionen, und zwar nicht bloß an der Weichsel, sondern auch an der Memel und Warthe, Hand in Hand mit uns vornehmen möge. Geschieht das jetzt, wie die Beschaffung eines großen Dampfbaggers erhoffen läßt, so können wir damit nur einverstanden sein. V Berlin, 24. September. Für die Landagitation will die Sozialdemokratie ein kräftiges Zugmittel in den paragraphenweise ausgearbeiteten Vorschlägen gefunden haben, die der posensche Verband zur Besserung der ländlichen Arbeiterverhältnisse vor kurzem dem Reichskanzler unterbreitet hat. Die Verfasser des Entwurfs wollen das Gesin geverhältnis des ländlichen Arbeiters noch schärfer als bisher ausgeprägt wissen, verlangen die obligatorische Einführung von Arbeitsbüchern und drohen für Vertragsbruch Gefängnis bis zu einem Jahre, für Anstiftung dazu Gefängnis bis zu zwei Jahren an, welche Strafe auch diejenigen treffen soll, die keine landwirtschaftlichen Arbeiter sind. Die Strafe für Anstiftung zum Vertragsbruch soll ohne Rücksicht darauf verhängt werden, ob der Vertrag schon angetreten war oder nicht. Wie sich die verbündeten Regierungen zu dem Antrage des genannten posenschen Vereins stellen werden, das darf man wohl mit ziemlicher Bestimmtheit vorbersagen: sie werden ihn ablehnen. Käme es anders, was uns aber unmöglich scheint, so hätte die Sozialdemokratie vielleicht nicht Unrecht mit der Hoffnung, daß sie mit solchen Ford erungen von der Gegenseite her bessere Geschäfte als jetzt auf dem Lande machen könnte. Die Schärfe der erwähnten Forderungen, denen wahrscheinlich die betreffende landwirtschaftlichen Interessenvertretungen auch anderer Provinzen rücksichtslos beistimmen, zeigt jedenfalls, daß die Sozialdemokratie noch auf lange Zeit vergeblich auf die Durchsetzung ihrer ebenso weitgehenden Gegenwünsche rechnen wird, die schlankweg die Aufbebung aller Ausnabmegesetze gegen ländliche Arbeiter und das Gesinde verlangen. Aus den sehr geringen Erfolgen der bisherigen sozialistischen Landagitation läßt sich übrigens entnehmen, daß die Lockung mit der Beseitigung der Gesindeordnung und sonstiger einschränkender Gesetze bei den ländlichen Arbeitern nicht sehr zieht. Die Audienz, die der jopanische Prinz Yanaschino in Swinemünde an Bord der„Hohenzollern“ bei dem Kaiser gehabt hat, konnte naturgemäß nur kurz sein, aber sie war lang genug, um den Prinzen die Huld und das Wohlwollen des Kaisers erkennen zu lassen. Natürlich kam das Gespräch auch auf den Krieg, und der Kaiser zeigte sich, wie ein Berichterstatter meldet, über die allgemeinen Verhältnisse und die augenblickliche Lage vorzüglich unterrichtet. Prinz Yanaschino reist heute nochmals von hier nach Kiel, um noch einige Angelegenheiten zu ordnen. Dann tritt er über Berlin seine Heimreise nach Japan an. Das Entlassungs gesuch des Oberpräsidenten von Schlesien, v. Seydewitz, ist der„Schlesischen Zeitung“ zufolge unter Verleihung des roten Adlerordens erster Klasse mit Eichenlaub an den bisherigen Oberpräsidenten genehmigt worden. Durch die Blätter gehen neuerdings, wie heute durch ein pfälzisches, Mitteilungen über die im Reichstage zu erwartende Tabaksvorlage. Alle bisher über letztere gemachten Angaben beruhen, wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ hervorhebt, auf Kombination, denn, wie sie erfährt, ist der im Reichsschatzamt vorbereitete Entwurf noch nicht einmal den verbündeten Regierungen zugegangen. Stand der Bevölkerung des preußischen Staates. Im königlichen statistischen Bureau wird für die zwischen den Volkszählungen liegenden Jahre der Stand der Bevölkerung auf grund der von den Standesämtern eingehenden Zählkarten über Geburten und Sterbefälle, der Nachrichten über die überseeische Auswanderung aus dem preußischen Staatsgebiete und gewisser, aus früheren Beobachtungen berechneter Zahlen über die Lücken der Statistik der Wanderungen alljährlich im September geschätzt. Das Ergebnis dieser Schätzungen kommt, wie die Volkszählung vom Jahre 1890 gezeigt hat, dem wirklichen Stande der Bevölkerung so nahe, daß es unbedenklich zur Berechnung von Verhältniszahlen verwertet werden darf. Dieser Schätzung zufolge hat Preußens Volkszahl betragen: im Jahre in der Mitte zu Ende des im Jahre des Jahres: Jahres 1890 29 825 633 29984647 1891 30 169 617 30 354587 1892 30 512614 30 670 641 1893 30847 703 31 024 765 Die am 1. April 1891 erworbene Insel Helgoland ist hierbei bereits 1890 angerechnet, so daß die mitgeteilten Zahlen vergleichungsmäßig sind. Die natürliche Bevölkerungsvermehrung, d. i. der Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle, war am höchsten im Jahre 1891 und 1893 höher als 1890 und 1892. Er hat betragen im Jahre 1890 375063, 1891 448 746, 1892 391 849 und 1893 409773 Personen. Berlin, 24. September. Die Kontrollstationen für russische Auswanderer, die auf Veranlassung der preußischen Regierung errichtet werden, sind in Prostken und Illowo bereits fertig gestellt und dürfen am 1. Oktober in Benutzung genommen werden. Die Fertigstellung der Kontrollstationen in Eydtkuhnen, Tilsit und Ottloczin soll noch in diesem Jahre erfolgen. Eine Erleichterung hinsichtlich der Verwendung der Getreideeinsuhrscheine beantragt die Handelskammer zu Lübeck durch den Senat beim Bundesrat und zwar dahingehend, daß die Beträge der Einfuhrscheine zur Verzollung alles zollpflichtigen Getreides dienen sollen. Es wird als große Geschäftserleichterung und als sehr wünschenswert bezeichnet, wenn die Beträge der Getreideeinfuhrscheine zur Zahlung bei den jetzt vierteljährlichen Abrechnungsterminen verwendet werden könnten. Die im Elbgebiet von der Sektion für Küsten= und Hochseefischerei begründeten Fischerschulen haben sich so gut bewährt, daß die Sektion mit der Absicht umgeht, diese Schulen allmählich auf solche Stellen der Nord= und Ostseeküste auszudehen, wo neben einer hinreichend dichten Fischereibevölkerung der Seefischerei günstige Bedingungen gegeben sind. Für die anfang Oktober stattfindende Präsidialkon= ferenz der sächsischen Handelskammern hat die Handelskammer Leipzig den Antrag angemeldet, daß, solange die amtliche Statistik diese Aufgabe nicht übernimmt, jede Kammer in regelmäßigen Zwischenräumen für ihren Bezirk eine Bearbeitung der alljährlich am 1. Mai stattfindenden Fabrikarbeiterzählung veranstalte, aus der insbesondere auch über die Zahl der Betriebe in den nach der Anzahl der beschäftigten Arbeiter einzuteilenden Größenklassen mit Unterscheidung der verschiedenen Gewerbezweige Aufschluß zu erhalten ist. Die Ernteaussichten von mitte September. Die„Statistische Korrespondenz“ beziffert für mitte September die Ernteaussichten folgendermaßen: Kartoffeln.1, Klee.8, Wiesen.3. Der Stand der jungen Saaten ist: Winterweizen.3, Winterspelz.1, Winterroggen.5, Klee.0. Probedrüsche von Winterroggen ergeben 1325, von Sommerroggen 900 Kilogramm vom Hektar, wobei die Mittelernte mit 1270 anzunehmen ist. Die Ungunst des Wetters wirkte vielfach schädigend. Der Ertrag des Roggens blieb hinter dem des Vorjahrs zurück. Die Offenherzigkeiten der posener Polen in Lemberg werden in der polnischen Presse unbequem. Die Berichte, !8.3. der Dziennik Poznanski bringt, verraten eine eifrige Redigirungsorbeit. Umsomehr wird man gut thun, sich an die ersten unbeeinflußten Berichte zu halten, welche die Provinz Posen u. s. w. als ein Land der Thränen ..# d, Knechtschaft bezeichnen. Daß Herr v. Koscielski sich auf einmal der nationalen Solidarität erinnerte und entgegnen seinen früheren Aeußerungen Forderungen auftellte, wie sie kein polnischer Heißsporn schärfer formuliren kann, ist nur freudig zu begrüßen, weil dadurch die Lage geklärt wird. Die preußische Rezierung weiß jetzt, daß auch die„Hofpartei“ an ein Aufgeben ihrer„nationalen Hoffnungen“ nicht denkt. Freisinnige Blätter meinen zwar, daß erst die antipolnische Gesetzzebung die Gegensätze verschärft, vielleicht die polnischen Ideale geschaffen habe. Diese Herren täuschen sich aber. Der Pole war immer darauf bedacht, auf Kosten des Deutschtums sich zu„entwickeln“. Und die so vielen Freisinnigen zur Gewohnheit gewordene Absonderung von den Anhängern der andern deutschen Parteien hat, man möchte sagen, keinen Korpsgeist unter den Deutschen aufkommen lassen Diese Uneinigkeit hat die Polen so sehr gestärkt. Der Ostmark fehlt ein neuer Cato, der sein ceterum censeo immer wieder in Erinnerung bringt: Seid einig, einig! In der Beförderung der Reservelieutenants zum Premierlieutenant und zum Hauptmann ist in letzter Zeit eine Neuerung eingetreten. Bisher erfolgte diese Beförderung, sobald der aktive Offizier desselben Regiments und Grades, dessen Patent zunächst hinter dem des betreffenden Reserveoffiziers datiete, seinerseits zur höheren Chirge aufrückte, so daß der aktive Hintermann stets den Vordermann der Reserve mit hinaufzog. Jetzt aber ist ein solcher bestimmter Zeitpunkt nicht mehr gegeben, sondern es wird die Bestimmung des Zeitpunkts der Beförderung ganz dem Ermessen der Dienstvorgesetzten anheimgestellt. Stuttgart, 24. Septbr. Der Fall Pfizer. Persönlichkeiten, die aus ihrer unbeugsamen Ueberzeugung den Mut schöpfen, sich gegen die oberen Gewalten aufzulehnen, werden stets auf Sympathien zählen können, und wenn vollends dazu kommt, wie in dem Falle Pfizer, daß der Ursprung des Konflikts in dem Eintreten für angeblich gekränkte Unschuld liegt, so begreift man, daß der jetzt vom Disziplinargerichtshof gerichtete Beamte vielen im Lichte eines Märtyrers erscheint, zumal da er, selbst makellos, einer hochgeachteten und berühmten Juristenfamilie angehört. Sein Auftreten vor dem Gerichtshof hat indessen, trotz der gewandten Verteidigungsrede, keinen günstigen Eindruck hervorbringen können. Einmal weil bei den Anklagen gegen die würtembergische Justizverwaltung das persönliche Motiv allzu deutlich in den Vordergrund trat. Schon in seiner Broschüre hatte er den„Fall Ilg“ ganz zurücktreten lassen gegen die Unbill, die ihm selbst widerfahren sowohl durch den bekannten Verweis als durch ungenügende Beförderung. Dann aber entwarf er von der würtembergischen Justizverwaltung ein Zerrbild, daß auf niemanden den Eindruck der Glaubwürdigkeit machen konnte. Er mag ja einzelne Persönlichkeiten nicht unrichtig charakterisirt haben(auch im Richterstande gibt es begabtere und minder begabte Mitglieder), aber die Art wie er gegen die Richter sowohl im Prozeß Ilg als auch namentlich in seiner eigenen Sache kaltblütig die ehrenrührigsten Bezichte aussprach, wie er den höchsten Richtern des Landes vorwarf, daß sie wissentlich das Recht gebeugt, daß sie aus Liebedienerei gegen den Minister oder aus Furcht, ihre Stellen zu verlieren, wider ihr juristisches Gewissen gehandelt hätten, das überstieg alles Maß und Pfizer konnte dafür auch nicht den Schatten eines Beweises beibringen. Das Urteil ist hart, hat aber niemand überraschen können. Nur der Umstand ist nicht völlig aufgeklärt worden, warum man es unterlassen hat, Strafklage gegen die Pfizersche Broschüre zu erheben. Man hätte diesen Prozeß in Leipzig, dem Druckorte, führen können, und so wenig daran zu zweifeln ist, daß der Disziplinargerichtshof objektiv und unbestochen nach dem strengen Recht geurteilt hat, so wäre denn doch auch der Schein, daß ein befangenes Gericht zu urteilen hatte, vermieden worden. Provinzielles. 24. September. Rechnung der westfälischen Witwen= und Waisen=Versorgungskasse für das Rechnungsjahr 1893/94. An Witwengeld ist im Berichtsjahre ein Betrag von 25 546,01 K und an Waisen§ Errungene Geschichtliche Erzählung aus der Zeit des siebenjährigen 91 Krieges von E. Brook. „Will doch mal naufgehen und sehen, wie die Sachen stehen“, und Philipp, der Knecht, trat zur Thür, die aus dem Keller führte. Er fuhr zurück. Vom Dreienberge herab dröhnte der eiste Kanonenschuß, „Haha!“ lahte Bastel,„jetzt wird eingeheizt!“ „Die Franzosen müssen noch nicht viel erreicht haben“, sagte der Knecht,„gewiß schießen sie nun das alte Nest zusammen. Wie wirds unseren Freunden gehen!“ „Unseren Freunden? Die lassen sich unter den Trümmern begraben, wenn sie nicht vorziehen——“ „Bastel!" Vor dem verweisenden Rufe der Frau ver stummte die Rede des Bauern. „Thu auf Schuß dröhnte vom Berge berab, die zehn Geschütze der Franzosen beschossen die Burg und das Schloß. Wenn dann der Sturm vorbereitet, gedachte Stainville einen zweiten Sturm mit bestem Erfolge ausführen zu ronnen. Ihn argerte der erlittene empfindliche Verlust Vorwürfe, den ersten Sturm so tollFäb ump, rogf,%## ggrinanen Erfolg befohlen zu haben. brach sich in den Schluchten der waldreichen Berge. Dach die Jäger zagten nicht. Sie hatten sich zum teil Se het, Ssce chsece sceaie csechesche jeden sich undorsichig Gegen mittag schwiegen die Geschütze. General sprengte mit glänzendem Gefolge nahe ans einen günstigen Angriffspunkt zu erspähen. Ihnüber, gedeckt von einer niedrigen Hecke, le Hein mit einigen Jägern. Peinz „Schade, daß der Herr nicht noch ein Stück sich heranwagt“, murmelte der Oberjäger,„ich hätte nicht wenig Lust, ihm eine Kugel zu geben.“9 „Das könnte uns viel nützen!“ sagte Meister Justin der dicht daneben im Anschlage lag.„Es sind doch ein paar zuviel für uns gekommen. „Na“, lachte Heinz,„vergeht Euch der Mut? Ich bin nur froh, daß wir Euer Handgeld gestern abend noch richtig im Dorfkrug verwertet, heut abend hättens vielleicht Die Franzosen im Sack und näßten dafür ihr Kehlen, doch mal dort drüben, einer der Offiziere keitet näher; nicht so neugierig, Freuno—. Der Jäger hatte die am Bagen.„Roch einige Schritte.—— so“. Der „„#. Trachte, der hübsche, junge Offizier wark die Hände n die Luft und glitt aus dem Sattel. Sein Pferd sprengte „#n und Stainville mit seinem Gefolge ritten schleunig „Es war nichts mit Deinem Spazierritt heut morgen!“ höhnte Meister Justin dem Davonsprengenden nach,„aber ein Kapitalschuß, Herr Heinz, alle Achtung.“ Und wieder dröhnten die Geschütze der Feinde. „Einige Kanonen nur!“ seufzte Lieutenant Steigleder, „das Feuer erwidern zu können. Aber so? Wie soll das enden?“. Er schritt über die Zugbrücke in den Schloß hof, von da unter das Schloßthor. Ein Parlamentarier war ihm angemeldet. Der Franzose verlangt bedingungslose Ergebung, er ward abgewiesen. Krachend schlugen die Vollkugeln in die Dächer der Schloßgebäude, klatschend trafen sie die festen Steinmauern, es bröckelte bie und da, aber noch gelang es nicht, eine Bresche zu schießen, die den Sturm auf die Burg erfolgreich hätte erscheinen lassen. Und wo den Brandkugeln es gelang, eig Feuer zu entfachen, war rasche Hülfe zurstelle und ward das Feuer gedämpft. Es wurden wiederholte Aufforderungen, sich zu ergeben zurückgewiesen. Langsam verging der Tag, es nahte die Nacht, lang ersehnt von den Belagerten, die unter ihrem Schutze noch einmal einen Ausfall wagen wollten. Was konnte er gegen die Uebermacht helfen? Der Besehlshaber der Jäger hatte alle seine Kämpfer auf die Burg und das Schloß zurückgezogen. Den Weichenden folgte vorsichtig der Feind und setzte sich in die verlassenen Stellungen fest. Auch die außerhalb der Feuer der Besetzung liegenden Bauerngehöfte wurden von ihm besetzt und lustig begann die Plünderung, so, wie die Franzosen es liebten, wie sie es in diesem Kriege zum Schrecken der Landbewohner mit Vorliebe geübt. Unter den vom Feinde besetzten Gehöften war auch der Hof Sebastian Bastels. * * Die Dunkelheit war hereingebrochen. Mild legte sich die Sommernacht auf die Flur. Die Sterne funkelten und verbreiteten eine dämmerige Helle. Fern im Getreidefeld schlug eine Wachtel, Friede lag ausgebreitet über das Gefilde—— aber bei den Menschen, da wohnte er nicht, sie rüsteten sich aufs neue zum verzweifelten Kampf. Ein neuer Ausfall der Jäger war beschlossen, mit stillem Mute rüstete man zum nächtlichen Kampfe. Nur die Dunkelheit vermochte es, die Schwäche der Belagerten zu verdecken. Die Nacht wird günstig“, sagte der Inführer und Haute von einem der Türme mit Heinz hin über das Gelände.„Sie habens uns heiß heute gemacht, die Herren Franzosen; aber wir dürfen ihnen keine Ruhe lassen. Wiro morgen das Feuer wieder eröffnet, widerstehen die alten Mauern nicht mehr und wir finden unser Grab unter ihren Trümmern.“ „Immerbin ein schöner Leichenstein. Wir wollen ihnen aber erst noch einmal tüchtig zu schaffen machen, ein gelungener Ausfall schafft uns wohl ein wenig Luft.“ geld ein Betrag von 7842.53 M. zusammen 33 388,54 U. gezahlt worden. Die Gesamtrechnung schließt ab in Einnahme mit 153 741,38 444, in Ausgabe mit 150 773,73 also mit einem Bestande von 2967.65#. Das Vermögen der Kasse stellt sich einschließlich des Bestandes auf 584 935 Mark. ** Lehrerstellen sind desinitiv verliehen den Lehrern: Friedrich Koch an der evangelischen Schule in Oespel, Heinrich Linneweber an der evangelischen Schule zu Brechten und Hermann Großjohann an der evangelischen Schule zu Eving. 2** Die landwirtschaftliche Winterschule beginnt den Unterricht am 29. Oktober. Anmeldungen sind an Herrn Direktor Geibel zu richten. ** Die Gütergemeinschaft haben ausgeschlossen: Die Brautleute Zuschläger Friedolin Avenmarg von hier, Baumstraße 1, und unverehelichte Friederike Rüger von hier; die Eheleute Zuschneider Heinrich Rose und Mathilde geb. Kruse zu Dortmund; die Eheleute Treppenbauer und Fettwarenhändler Christoph Menke und Josefine geb. Leidecker von hier; die Brautleute Wirt Louis Lübbert von hier, Bornstraße 95, und Fräulein Sophie Mentler von hier; die Brautleute Buchdruckereibesitzer Louis Eisenstein von hier, und unverehelichte Henriette Stern aus Hovestadt. D Ein schönes Fest feierte der Turnverein„Eintracht“. am Samstag=Abend in dem aufs prächtigste ausgeschmückten großen Saale seiner Halle, galt es doch, ein verdienstvolles Mitglied zu feiern, das 25 Jahre lang ununterbrochen dem Verein angehört hat. Zugleich wurde hiermit die Verabschiedung derjenigen Mitglieder des Vereins verbunden, die zur Fahne einberufen werden und ebenso der Turner gedacht, die im Laufe des Jahres sich in hartem Wettkampf einen Eichenkranz errungen haben. Nachdem einige Konzertstücke verklungen waren, erschien gegen 9 Uhr der Jubilar, Herr H. Jungschläger, empfangen mit einem Tusch und brausendem Gut Heil. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Dr. Nebelung, eröffnete die Feier und brachte zunächst dem deutschen Vaterlande ein Gut Heil dar. Darauf wandte er sich in wahrhaft herzlichen Worten an den Jubilar und führte aus, daß derselbe nicht allein nur als Turner in den Listen verzeichnet sei, sondern daß er auch als langjähriger Kassenwart in treuer Hingabe, in der anspruchslosesten Weise für den Verein gewirkt habe. Freud und Leid des Vereins seien ihm zu Herzen gegangen und selbst in den schwersten Zeiten, die der Verein durchzumachen hatte, hätte er demselben Treue und Anhänglichkeit bewahrt, in allen Fällen habe er den Glauben an die gute Turnsache niemals verloren. Es sei demnach Ehrensache des Vereins, eine Pflicht der Dankbarkeit, den Jubilar zu ehren. Er knüpfte daran die Bitte, Herr Jungschläger möge auch fernerhin dem Vereine treu zur Seite stehen. In Anerkennung der Verdienste für den Verein wurde dem Jubilar eine prachtvolle Ehren=Urkunde überreicht. Namens der älteren Mitglieder überreichte mit herzlichen Worten Herr Kleist dem Jubilar ein prachtvolles Deckelglas und teilte ihm gleichzeitig mit, daß der Sessel, auf dem er sich augenblicklich wiege, ihn noch oft erinnern möge an all die schönen Stunden, die er im Turnverein erlebt habe. Tiefbewegt dankte Herr Jungschläger und gab einen kurzen geschichtlichen Rückblick der letzten 25 Jahre des Turnvereins, er brachte dem Turnverein sein Gut Heil dar. An 2 Barren führte sodann die 1. Riege des Turnvereins eine Gruppe von schönen und schwierigen Uebungen vor, die prächtig ausgeführt wurden und den ungeteiltesten lauten Beifall der den Saal bis auf den letzten Platz füllenden Mitglieder fanden. Mehrere Glückwünsche von außerhalb waren eingelaufen und kamen zur Verlesung. Auch der Gattin und der Familie des Jubilar wurde in gebührenden Worten gedacht. Nachdem ein allgemeines Lied gesungen war, nahm der 2. Vorsitzende des Vereins, Herr r.„ulf, das Wort, um in längerer gehaltvoller Rede die 10 Mitglieder des Vereins, die zur Fahne einberufen sind, zu verabschieden. Ausgehend von dem Gedanken, daß das geordnete Turnen eine gute Vorschule für die Militärzeit sei, führte Redner aus, daß es sich der Verein habe angelegen sein lassen, den Geist der Treue zum Vaterland und angestammten Herrscherhause, den Geist des Zusammenhaltens und der freiwilligen Unterordnung in seinen Mitgliedern zu erwecken und zu pflegen. Die harmonische Ausbildung des Körpers und die erworbene Gewandtheit musse ihnen während ihrer Militärzeit zu Nutzen kommen. Redner verabschiedete sodann die Rekruten mit der herzlichen Bitte, dem Verein ein treues Andenken zu bewahren und demselben nach beendeter Dienstzeit wieder beizutreten. In längerer Rede antwortete der ebenfalls zur Fahne einberufene Turngenosse Kredel und dankte namens seiner „Kriegskameraden". Von 8 Turnern wurde denn einer der so beliebten Kostümtänze aufgeführt, ein deutscher Matrosentanz, der überaus prächtig verlief, der so vorzüglich gelang, daß er unmittelbar zum zweiten Mal aufgeführt werden mußte. Nachdem ein gemeinsames Lied „Auf kurze Zeit nur! Die Uebermacht ist zu groß, hundert auf einen, wie lange soll das verzweifelte Ringen noch dauern?“ Feino#, viele Ehre, Herr Lieutenant.“ „Wohl, wohl! Aber viele Hunde sind des Hasen Tod!“ „Nun wir thun unsere Schuldigkeit.“ „Ich hoff und glaub es von allen. Doch nun laßt uns noch einmal unsere Vorbereitungen besprechen. Also Jor gebt nach rechts, der Gefreite Leder nach links, ich fasse die Mitte, sucht den Flügel zu umfassen, vielleicht wärs möglich, die Geschütze unschädlich zu machen. Nun mit Gott, kein Schuß zuviel. Vorwärts. Lautlos rückten die Jäger aus der Festung und verteilten sich der Anordnung gemäß. Auf der Seite, an welcher Heinz angreisen sollte, lag das Gehöft seiner Geliebten und in dem Soldaten lebte eine unbestimmte Hoffnung, das Mädchen bei diesem Ausfall zu treffen. Lautlos glitt er mit seinen Jägern dahin. Die hohe Hecke die den Bastelhof umschloß, bot willkommenen Schutz zum Anschleichen. „Franz“, flüsterte Heinz seinem Nebenmann, einem erprobten Kameraden, zu,„Franz, laßt uns rascher allein vorwärts eilen; die Leute mögen vorsichtig und langsam nachrücken.“ Die beiden Jäger schlüpften durch eine Lücke ### vor ihnen lag der weite Obstgarten des Bastelhofes. Dort stand der Baum, unter dessen Schutze vor wenig Tagen Heinz seine Annamarie gesprochen. Seit der Zeit hatte er das Mädchen nicht wiedergesehen. Aber saß dort auf der Bank nicht eine Gestalt? Sollte sie? Doch nein, wohl ein Posten des Feindes. Heinz hielt den Kameraden zurück. „Sieh dort!“ „Ein Feind?“ ——— Vom Hause her tönte ein heftiger Schrei. Der Ton der Stimme kam dem Oberjäger bekannt vor, ein Gedanke blitzte durch seine Seele, ein gräßlicher Gedanke. Wenn sie, wenn seine—— Da ward die Gartenthür aufgerissen und eine Frauengestalt eilte in wilder Hast durch den Garten, gerade auf den Baum zu. Und hinter der fliehenden Mädchengestalt hasteten zwei Männer daher, trunken offenbar. Ihre Absicht war deutlich zu erkennen. Französische Flüche tönten hinter der Davoneilenden her. Und weiter ging die wilde Jagd durch den weiten Garten. Die Gestalt, die unter dem Apfelbaume gesessen, hatte sich erhoben. „Bist Dus, Heinz?!“ Wahrhaftig, die Annamarie war auf der Flucht vor den lüsternen Franzosen. Und in dieser Not dachte sie nur an ihn! Wie glühend Blei ging es durch die Adern des Jägers. Das Mädchen stand still. „Du bists nicht, Heinz? Du Rötelmüller? O hilf mir, wenn Du mich lieb hast, wie Du sagst, da hinter mir sind Franzosen.“ „Was? Franzosen? Vor ihnen habe ich mich eben hierher zurückgezogen und nun meinst Du, ich sollte in ihre Hände mich selbst liefern? Ich fliehe, eile mir nach!“ Er hastete durch den Garten. Seine Hand hob sich nicht zum Schutze des Mädchens. Annamarie sank in die Knie. „Hierher, Mädchen!“ rief da eine Stimme, die ihre erlöschenden Lebensgeister aufs neue entflammten,„hierher Annamarie, zu Deinem Heinz!“ Wie ein Schatten war der Retter hinter dem mächtigen Baume aufgetaucht und Annamarie flog auf ihn zu, sich emvorraffend. Der Kamerad des Oberjägers hatte die Büchse an die Wange gerissen.„Nicht schießen", wehrte sein Kamerad,„die sind den Schuß nicht wert, das thut der Kolben!“ und von einem gewaltigen Schlage getroffen sank der eine der Feinde zu Boden. Dem zweiten ereilte das gleiche Schicksal, ehe er, von Erstaunen starr, nur imstande war, sein Seitengewehr zu ziehen. Das Mädchen hing am Halse des Jägers, dessen Leute von allen Seiten vorrückten. Noch waren die Feinde im Gehöfte sorglos, noch hatte keiner das Nahen der Jäger bemerkt. Doch durfte Heinz jetzt nicht zögern; und doch, was mit dem Mädchen beginnen? Annamarie hatte sich von ihrem Schrecken erholt. Als sie die Gestalten der Jäger nunmehr bemerkte, riß sie sich los und stammelte: „Tausend Dank. Heinz, das war Rettung zur rechten Zeit, aber der Vater, der Vater!“ „Was ist ihm, rasch, sprich, Mädchen, die Zeit drängt.“ „Sie haben ihn geschlagen, mißhandelt“, sie hielt schluchzend die Hände vors Gesicht. „Annamarie!“ rief ängstlich eine Stimme durch den Garten. „Philipp, hierher!“ Die Brust des Oberjägers hob sich freudig. Nun kam ihm ein Gedanke, wie das Mädchen su retten. Zugleich konnte er dann seine Pflicht weiter erfüllen, galts doch zu kämpfen. Philipp stand bei der Gruppe. „Gott sei Dank!“ seufzte er aufatmend, als er die Herrin mit ihrem Retter erkannte,„Gott sei Dank!“ „Still, Philipp, hier ist keine Zeit zu verlieren! Hier", nd#r muate die Hand des Mädchens in die schwielige des Kuechtes,„Du führst Deine Herrin durchs Dorf hinüber zum Seuglingswald in das Forsthaus, noch ist der Merstanden.“; suche valdialt den Wald zu gewinnen! jammerte das Mäd„Wir werden ihm helfen, Annamarie, ur Deine Rettung Dder willst Du nochmal in die Hände der Teufel fallen? „ D0.##chen schauderte. Roc einen Händedruck und es verschwand mit dem Knechte im Dunkel der Nacht. (Schluß folgt.) * I WI kanal ein Teil desselben zusammen und trafen die herunterfallenden Steine den Maurer Schmidt von hier, wodurch dieser eine Quetschung des Kopfes, der Brust und des linken Oberschenkels erlitt. ** Kirchlinde, 24. Sept. Anstelle des nach Werne verzogenen Gemeindeverordneten Steiger Kanonenberg soll eine Ersatzwahl stattfinden. Termin hierzu ist auf den 20. Oktober, 3 Uhr nachmittags, beim Wirt Hermann Schumacher zu Kirchlinde anberaumt. Herr Kanonenberg war von der dritten Abteilung gewählt. &a Castrop, 23. Sept. In der gestern im Vereinslokale bei Herrn Wirt Kallenberg abgehaltenen Geueral= versammlung des hiesigen landwirschaftlichen Vereins erstatteten zunächst die Herren Landwirte Hegemann=Deininghausen und Schulte=Frohlinde Bericht über ihre Reise durch verschiedene Gegenden Frankreichs, welche sie im Auftrage und auf Kosten des Vereins behufs Ankaufs geeigneter Zuchtfohlen unternommen hatten. Wegen zu boher Preisforderungen fanden jedoch Ankäufe nicht statt. Die interessanten Mitteilungen in Bezug auf den Pferdehandel, sowie über ihre mancherlei Erlebnisse wurden mit Spannung entgegen genommen. Sodann wurde beschlossen, anstelle des wegen der Ungunst des Wetters aufgehobenen größeren Festes am Samstag d. 27. Oktober ein Familienkränzchen zu veranstalten, bestehend in Konzert, Abendessen und Ball. Die Lokal= und Musikfrage wird der Vorstand erledigen. ? Z e c h e L o t h r i n g e n, 2 3. S e p t. I m K e s s e l h a u s e d e r hiesigen Zeche verunglückte heute früh ein Kesselwärter dadurch, daß ein voller Förderwagen auf ihn herabstürzte und ihm die Brust eindrückte. Der Aermiste wurde zwar noch lebend ins St. Rochus=Hospital nach Castrop gebracht, aber dort sogleich mit den Sterbesakramenten versehen, da die Verletzungen tödlich sind. § Hörde, 24. Sept. Die Bauthätigkeit ist in unserer Stadt in diesem Jahre eine ganz außergewöhnlich rege. Fast der ganze Wallraben=Hof, Herrn Bangert gehörig, ist mit schönen großen Häusern bebaut worden. Daneben sind in allen Stadtteilen größere oder kleinere Wohn= und Geschäftshäuser entstanden. Den Vogel wird aber wohl Herr K. Müser sen. in Dortmund abschießen, welcher eben dazu übergeht, am Markt hierselbst einen Prachtbau von vier Stockwerken zu errichten. In demselben sind großartige Schauläden vorgesehen, welche das Parterre und die erste Etage ausfüllen werden. Daß bei alledem die Wohnungsmieten hier andauernd in die Höhe gehen und für den „kleinen Mann“ kaum noch eischwinglich sind, ist zu verwundern.— Endlich wird es Licht am dunklen Ort. Die Stadt Dortmund läßt, wie wir hören, die Strecke der Chaussee von Dortmund nach hier, vom rheinischen Bahnübergang ab bis zur hiesigen Stadtgrenze bei Dietrich, im kommenden Winter mittels Gaslaternen beleuchten. Die hiesige Gasanstalt soll dafür das Leuchtgas liefern. Da schon andererseits von Dortmund aus bis Ophoff Gaslaternen angebracht sind und die ganze Chaussee durch die „Berittenen“ von Dortmund überwacht wird, so wird hoffentlich der Zeitpunkt bald gekommen sein, an welchem die berüchtigte Chaussee ihren üblen Ruf für immer verloren haben wird. S Hörde, 24. September. Wie schon in diesem Blatte mitgeteilt, wird in den Tagen vom.—8. Oktober kr., in Verbindung mit der Feier des 25jährigen Bestehens des hiesigen Gewerbevereins, der 25. Verbandstag rheinisch= westfälischer Bildungsvereine hier abgehalten werden. Namhafte Persönlichkeiten, wie Emil Rittershaus und andere, sind zu dieser Feier eingeladen worden und haben zumteil schon ihr Erscheinen zugesagt. Als Hauptfestlokal dient das langjährige Vereinslokal des Gewerbe=Vereins bei H. Rühl. Am ersten Tage erfolgt der Empfang der eintreffenden Gäste nebst nachfolgendem Kommers im Hotel Autor. Der Vormittag des zweiten Tages ist zunächst einem gemeinschaftlichen Spaziergange zum Kaiser Wilhelm=Hain, zur Buschmühle und zur Kronenburg(daselbst Frühschoppen) gewidmet. Um 11 Uhr beginnen bei Rühl die Verhandlungen des Verbandstages. Der Nachmittag wird ausgefüllt durch Vokal= und Instrumental= konzert im Festlokale(Vorträge des mit dem Koiserpreis ausgezeichneten Männergesangvereins„Sängerbund“ hier). Am dritten Festtage findet eine Besichtigung der industriellen Etablissements des„Hörder Bergwerks= und Hütten=Vereins“ seitens der Festgäste statt, wozu die Direktion in liebenswürdigster Weise die Erlaubnis erteilt hat: später zwanglose Zusammenkünfte der Festteilnehmer in geeigneten Lokalen. Dies ist, in kurzen Zügen, das aufgestellte Programm. Wir wünschen dem seltenen Feste, s Zu dem am Sonntag, den 2. September kr. vom welches für unsere Stadt geradezu ein Ereignis bildet hagener Radfahrer=Klub„Westfalia“ auf der Strecke Hagen= besten Verlauf und die rege Anteilnahme seitens der Oberbrügge und retour veranstalteten 50 Kilometer=Fahren Bütgerschaft.— Die Tagesordnung für die Beratungen hatte der hiesige Radfahrer=Verein„Eilrad“ einige seiner am Sonntag ist folgende: 1. Jahresbericht und Rech" drei Rechnungsprufern. 3. für die Zeit Oktober 1894 n een P Stamee u Bimm, u# PHels Enrrrr Trt Bestimmung des Ortes für den kame; die Herren H. Faustmann, H. Rodenkirchen, Ernst 27. Verbandstag. 5. Was können die Bildungsvereine Lohe, J. Mutzenbach und K. Hallermann, welche in kleineren zur Belebung einer größeren Freude an der Natur thun? Abständen das Ziel erreichten, für ihr vorzügliches Fahren(Berichterstatter: Herr Dr. wed. E. von den Steinen, je ein Ehren=Diplom. Es beteiligten sich 29 Fahrer, welche Vorsitzender des düsseldorfer Bildungsvereins). o. Beämtlich ohne besonderen Unfall die Stelle zurücklegten. Ischaffung weiterer Wanderbüchereien. es Einiges neue. aber nicht schöne von unserer Warte=1 Hörde. 24. Sept. Herr Postsekretär Knips, der zeitige gesungen war, traten 24 Turner an, die in 6 Pyramiden mit Stäben an Pferden und Böcken herrliche Bilder vor den Augen der Anwesenden entstehen ließen. Mit dem allseitigen Beifall wurde nicht gekargt. Nachdem den thätigen Turnern ein„Gut Heil“ dargebracht war, gedachte der 1. Vorsitzende derer, die im Laufe dieses Jahres die Ehre des Vereins nach außen hin gewahrt haben, durch Erringen eines Eichenkranzes. Auf dem Bezirkswetturnen in Dorstfeld, dem Gauturnfest in Hamm, dem deutschen Turnfest in Breslau, dem Kaiserbergfest bei Duisburg, dem Harkortbergfest und dem Wittekindsbergfest bei Porta ist es den Mitgliedern der„Eintracht“ möglich gewesen, 37 Eichenkränze zu erringen, ein Zeichen, daß der Verein arbeitet und über tüchtige Kräfte verfügt. Den Siegern wurde ein kräftiges„Gut Heil“ dargebracht. Nach einem gemeinsamen Liede wurde als Schluß der offiziellen Feier ein herrliches lebendes Bild gestellt, das Scheiden der Rekruten aus der Mitte der Turner. Die Fidelitas trat erst weit nach Mitternacht ein. Der wackere Turnverein„Eintracht“ hat einmal wieder ein Fest gefeiert, das als durchaus gelungen zu bezeichnen ist. Unter der sach= und fachkundigen Leitung wird er seine Stellung, die er sich in der Bürgerschaft Dortmunds zu erringen wußte, sich zu bewahren wissen. r Das am Sonntag, den 30. September kr., auf der Rennbahn der Radfahrervereine„Vehmlinde" und„Vorwärts“, stattfindende Veloziped=Wettrennen wird wegen seiner Eigenartigkeit besonderes Interesse bieten. Eine Anzahl westfälischer Radfahrervereine hat ihre Rennmannschaft bereits angemeldet, sodaß etwa 13 Vereinsrennen stattfinden werden. Jedes dieser Rennen wird über 2000 Meter gefahren. Für die Sieger findet darnach ein Hauptfahren über 4000 Meter statt. Für alle Rennen werden Ehrenpreise(Wertgegenstände) ausgesetzt. Die Rennbahn befindet sich in einem vorzüglichen Zustand. Die Trainings haben bereits begonnen. In Sportskreisen ist man auf das Resultat des nächsten Rennens sehr gespannt. Es ist erklärlich, daß jeder Verein sein möglichstes aufbieten wird, damit seine Rennmannschaft Sieger bleibe und so werden die einzelnen Rennen spannend und abwechselnd sein. r Am Sonntag=Abend wurde der bekannte Arbeiter Rabanus wegen Unfugs am Burgthor von einem Polizeibeamten angehalten, dem er sich widersetzte. Als ein Zivilist dem Beamten zur Hülfe kommen wollte, sprang Rabanus auf denselben, eher der Beamte es verhindern konnte, los und brachte dem Zivilisten eine erhebliche Kopfverletzung bei. i In der Nacht zum Sonntag wurde bei dem Gemüsehändler Borgers, Leopoldstraße 34, ein Einbruch verübt. Die Diebe stiegen durch ein Fenster in ein Zimmer, erbrachen eine Kommode, in derselben fanden sie jedoch nichts Begehrenswertes, woraus sie in ein anderes Zimmer gingen. Hierüber wurde ein Sohn der Borgerschen Familie wach und flüchteten die Diebe. Das ganze Haus wurde untersucht und fand man schließlich zwei frühere Knechte auf dem Speicher, die sodann festgenommen und der Polizei überliefert wurden. a Festgenommen wurde Sonntag=Abend ein junger Bursche, der sich am Burgthor als Kriminalpolizeibeamter ausgegeben und versucht hatte, ein junges Mädchen ohne jeden Grund zu verhaften. s Das Kolossalgemälde„der Streik der Arbeiter“ von Professor Luskina gelangt dahier im Hotel„Am breiten Stein“ in den Räumen des Panoramas von Donnerstag, den 27. September, ab zur Ausstellung. Das Gemälde hat, wie uns mitgeteilt wird, auf der Landesausstellung in Prag, sowie in Wien Sensation erregt. Für Kassel und Dortmund hat Herr H. Schmidt, Besitzer des Panoramas, die Ausstellung des Kolossalgemäldes in Wien versönlich übernommen, und wird das Entree zu dem großartigen Gemälde bedeutend herabsetzen, damit jeder das großartige Kunstwerk in Augenschein nehmen kann. Der Eintrittspreis ist auf 30 C. Kinder 20 J angesetzt. Auch können die Abonnements=, Vereins= und Schülerkarten des Panoramas zu dem Gemälde benutzt werden, wenn beides zusammen besichtigt wird. Das Panorama wird ebenfalls für die Wintersaison mit einer neuen Prachtserie, das Salzkammergut und die Karpathen, hohe Tatra, eröffnet, welche auf Veranlassung der ungarischen Regierung aufgenommen ist. Das Entree für Jemälde und Panorama zusammen beträgt nur 50, Kinder 20 J. Da nur neue Serien zur Ausstellung gelangen, wird es an gutem Besuch nicht fehlen. verneurs Laneffan feindlich gegenüberstehende Blätter erblicken in der Errichtung dieses Beirates den Beweis dafür, daß auch die Regierung eine Kontrolle Lanessans für zweck mäßig halte Doch wird von anderer Seite betont, daß Lanessan selbst die Errichtung des Beirates angeregt habe. * St. Stienne, 23. September. Heute fand die Vereinigung der Bergarbeiter in der Arbeitsbörse statt. Entgegen der Forderung der Redner weigerten sich die Bergarbeiter eine Tagesordnung zu votieren, welche gegen das neue Gesetz betr. die Pensionskassen protestirt; sie veranlaßten dagegen die Abgeordneten, die Vermehrung der Höhe der Pensionen zu beantragen. * L o n d o n, 2 3. S e p t. W i e d a s„ R e u t e r s c h e B u r e a u“ aus Shanghai von gestern meldet, haben sechs chinesische Transportschiffe, welche Truppen nach Julu gebracht hätten, den Golf von Patschili durchquert und sind am 22. d. M. in Taku angekommen. * L o n d o n, 2 4. S e p t e m b e r. D i e„ T i m e s“ m e l d e t a u s Shanghai von gestern: Mangelndes Einvernehmen unter den chinesischen Führern scheint hauptsächlich das Unglück bei Phyoengjang herbeigeführt zu haben. Die russische Flotte sei bei Wladiwostock versammelt und zum unmittelbaren Eingreifen bereit. * Athen, 24. September. In Patros und Zante wurden gestern vormittag Erderschütterungen verspürt. * Sosia, 23. September, Der Wahlakt dauert fort. Es heißt sicher, daß die Minister Tontschew und Rageslawew hier nicht gewählt werden. Letzterer dürfte anderwärts gewählt sein. Ungefähr 25 Wahlresultale sind bisher bekannt, die sämtlich im Sinne der Regierung ausgefallen sind. Auch in Würdin, wo der Erfolg Karawelows erwartet wurde, sind 3 Anhänger der Regierung gewählt worden. Zankow dürfte in Bela=Starinu gewählt sein. * Sofia, 23. Sept. Bis 11 Uhr abends waren 72 Wahlresultate bekannt. Karawelow wurde nirgends gewählt. Das Gerücht von Zankows Wahl entbehrt noch der Bestätigung. Mehr als die Hälfte der Gewählten scheinen konservativ, d. h. Anhänger von Stoilow und Natschewitsch, zu sein. Den Ministern wurden abends große Ovationen dargebracht. * Petersburg, 24. Sept. Das fortdauernde Unwohlsein des Zaren ruft jetzt große Beunruhigung hervor. Man befürchtet, daß eine Verschlimmerung des Zustandes eintreten könnte. * Petersburg, 23. September. An der Ausstellung in Nischni=Nowgerod werden sich Ausländer nicht beteiligen können. * Massauah, 23. Sept. Nachrichten aus dem Lager Osman Digmas besagen, daß die Soldaten der Derwische entmutigt und krank sind. Die Sümpfe von Albara bleiben noch bis ende Oktober unzugänglich. Die Unzufriedenheit gegen die Derwische wächst infolge ihrer fortwährenden Räubereien. * Victoria(Britisch Columbien), 24. September. Reutermeldung. Ein von China und Japan kommender Dampfer meldet, die Japaner sind entschlossen, die Bedingungen eines in Mukoen oder Peking abzuschließenden Friedens zu diktiren, während CChina sich auf dem Klima fußend, den Japanern in Korea ein Moskau zu bereiter gedenkt. Mukden, wohin große Truppenverstärkungen gesandt werden, wird befestigt. Die Zeitungen aus Tokio teilen mit, Li=Hung=Tschang nehme neuerdings den Vorschlag der englischen und russischen Gesandten wegen eines Waffenstillstandes und Einleitung der Friedensverhandlungen an. Japan lehnte es ab, den Vorschlag in Erwägung zu ziehen. * Brüssel, 24. September. Hiesige Blätter melden, der hier soeben abgeschlossene Kongreß, welcher die Tariffrage zwischen Rußland einerseits und Belgien und Frankreich andererseits zu erörtern hatte, sei günstig verlaufen und sei eine für alle Parteien günstige Konvention zu stande gekommen. Deutsche Delegirte wohnten ebenfalls dem Kongreß bei, um die Transittarise durch Deutschland festzustellen. Die neuen Tarife treten mit dem 1. Januar in kraft. * Brüssel, 24. September. Die„Independence" teilt mit, General Brialmont werde wegen seines hohen Alters bei den nächsten Wahlen nicht mehr kandidiren. Das Blatt bedauert diesen Entschluß sehr und hofft, derselbe werde nicht definitiv sein. * L o n d o n, 2 4. S e p t e m b e r. N a c h h i e r e i n g e t r o f f e n e n Nachrichten aus Glasgow haben von 70000 Bergarbeitern nur 4000 die Arbeit wieder ausgenommen. Da ernsthafte Unruhen, infolge Verletzung der Arbeitsfreiheit befürchtet werden, wurde außer den bereits eingetroffenen Truppen noch eine größere Abteilung Polizei von Liverpool nach Glasgow beordert. * L o n d o n, 2 4. S e p t e m b e r. S e i t e i n i g e r Z e i t t r i t t hier eine Hautkrankheit auf, welche unter den Fabrikarbeitern zahlreiche Opfer fordert. Die Regierung ernannte eine Aerztekommission, um die Entstehungsgründe sowie die wirksame Bekämpfung zu studiren. * Rom, 24. September. Wie von gut unterrichteter Seite behauptet wird, soll die italienische Regierung bei der Fabrik Krupp eine Anzahl Kanonen bestellt haben, welche für Afrika bestimmt sein sollen. * Rom, 24. September. Die von der„Italie“ angekündigte Untersuchung gegen zwei Ministerialbeamten, welche an einen Schweizer Festungspläne und Mobilisationspläne ausgeliefert haben sollen, hat bis jetzt nichts bedeutendes zutage gefördert. Man glaubt, die beiden Subalternbeamten, welche keine Kenntnis von den Plänen haben konnten, haben eine Erpressung machen wollen. * Rom, 24. September. Wie verlautet, soll der italienische Botschafter in Paris wegen seiner allzu versöhnlichen Haltung demnächst abberufen werden. Gewerbliche und soziale Kohlen= und Kokes=Versand. Im Ruhrbezirk waren von den Zechen und Kokereien für Samstag, den 22. Sept. d. J. 12398 Doppelwagen zu 10 t angefordert. Gestellt und beladen mit Kohlen und Kokes sind 11 597 Doppelwagen. Gefehlt haben 801 Doppelwagen. ! I n d e m S u b m i s s i o n s= R e s u l t a t e ü b e r d i e F r i e d h o f s Neubauten in der dritten Sonntags=Ausgabe war unter den Submittenten auch Karl Arnold Fischer enthalten, während es Wilhelm Fischer heißen mußte. X Hörde, 24. September. Dem Vernehmen nach geht die Direktion des„Hörder Bergwerks= und HüttenVereins“ hierselbst mit dem Plane um, die Statuten der Pensions=Kasse des hörder Vereins umzuwandeln und den beteiligten Arbeitern weitere Wohlthaten in dieser Hinsicht zuzuwenden. Seither bestimmten die Statuten der genannten Kassen, daß ein Arbeiter, um Invalidenansprüche erheben zu können, mindestens 15 Jahre lang auf dem Werke gearbeitet haben mußte, bezw. 10 Jahre lang bei schwerer Arbeit. Ferner mußte in dem Falle, daß eine Witwe eines Arbeiters Versorgungsansprüche stellen wollte, der verstorbene Mann gleichfalls bereits 15 bezw. 10 Jahre lang Angehöriger der Kasse, d. i. Arbeiter des Werkes und gleichzeitig 10 Jahre lang mit der hinterlassenen Frau verheiratet sein.— Aus dieser Bestimmung erwuchsen viele herbe Enttäuschungen für die hiesige Arbeiterschaft und der Unmut hierüber machte sich häufig, allerdings ohne Zweck, Luft, indem zahlreiche Prozesse eingeleitet wurden. Denn nur in verhältnismäßig seltenen Fällen kann ein Arbeiter (Hirsch Telegraphen=Bureau.) * Maris, 24. Septbr. Aus Rive de Gier wird gemeldet, daß die Glasfabrik von Richanne die Arbeit wie= n. der aufgenommen und daß die ausständigen Arbeiter ihrel auf eine ununterbrochene Dauer von 15 bezw. 10 JahKameraden, welche nach der Fabrik gingen, angriffen undiren seiner Arbeitszeit auf dem hiesigen Werke und eine Anzahl verwundete. Zwei Rädelsführer, ein Deutscher ebenso auf eine gleichzeitige Ehe von ununterund ein Italiener, wurden verhaftet. Neue Unruhen wer= brochener, gleich langer Dauer zurückblicken. Wie häufig den befürchtet. 1muß die Arbeiterschaft eines Werkes wegen Arbeitsmangel * Paris, 24. September. In St. Etienne weigerten verringert werden! Wie oft sieht sich ein Arbeiter versich die Führer der Bergarbeiterversammlung, die Tages=lanlaßt, seine Arbeitsstelle zu wechseln, weil er sich und ordnung anzunehmen, um gegen das kürzlich eingefuhrte seiner Familie das Lebenslos verbessern kann! Kehrt ein Gesetz der Alterskassen zu protestiren. Die Arbeiter haben abgelegter, freiwillig Entlassener später auch wieder hierAbgeordnete beauftragt, bedeutende Erhöhung des Pensions=her zur alten Arbeitsstelle zurück: die Karenzzeit von 23 betrages in der Kammer zu beantragen.„ bezw. 10 Jahren begann von vorne; seine frühere Dienst* Paris, 24. September. Der Polizei von Lille und zeit und seine früheren Beitragsleistungen zu der PensionsSournay sind zahlreiche Haftbefehle zugegangen gegen ver=kasse waren so gut wie verloren. Und wie oft geschah es schiedene Persönlichkeiten, die aus Ostende kommende nicht, daß imfalle der Invalidität oder des Ablebens eines Ballen Pfeffer im Werte von 50 000 Franken nach Frank= Arbeiters nur noch wenige Tage an der Erfüllung der reich eingeschmuggelt hatten. In der ganzen Um gegend Wartezeit fehlten, welcher Fall naturgemäß bei so langer dieser beiden Städte herrscht die größte Erregung. Karenzzeit verhältnismäßig recht häufig eintreten mußte! * Paris, 24. September. Die französische Presse setzt Diesen recht unangenehm auffallenden Zuständen soll nunden Kampf gegen die schutzöllnerischen Tarife Melines mehr ein schnelles Ende gemacht werden, so will es, wie fort und zwingt dessen Organ zu den sonderbarsten For=Iwir von berufener Seite hören, die Direktion, und zwar derungen. So verlangt unter anderen die„Republique durch bedeutende Herabsetzung der Wartezeit bezw. durch Wegfrangaise“, daß die Eisenbahnverbindungen mit dem Aus fall der Bedingung der 10jährigen Verheiratung der Witwen. lande aufgehoben werden, worauf die freihändlerische Presse höhnisch bemerkte, man möge auch die französischen Häfen trocken legen und die Leuchttürme abschaffen, um Gemeinderats-Versammlungen. Sent. Aus Mende wird dem„Temps“!= Holthausen, Amt Castrop, 23. Septbr. In der die Kontrolle nicht paossiren, weil er sonst seine noch gültige] w Brünninghausen, 22. Septbr. Auf der Zeche Fahrkarte hätte im Stich lassen müssen. Ein anderer Fall:]„Glückauf Tiefbau“ stieß der Bergmann Hoffmann aus Ein hiesiger Bürger, der mit mehreren andern eine Reise Sombruch mit dem rechten Arm so heftig gegen einen unternehmen wollte, sah, als er mit diesen im Wartesaale Stempel, daß der Arm schwer verletzt wurde. Daselbst zusammentraf, daß seine Freunde dritter Klasse fahren am der Hohlenhauer Demevans- aun E. wollten, während er schon eine Fahrkarte zweiter Güte er standen hatte. Da er nun mit seinen Freunden zusam Verletzung nn..„ menfahren, auch das Mehr an Fahrgeld nicht einbüßen verletzung erhielt auf derselben Zeche der Pferdeführer wollte, ließ er sich von dem Bahnhofsvorstand bescheinigen, gläckes aus Hombruch auf der Schleppbahn der Zeche daß die Fahrkarte nicht benutzt sei. Er konnte nun die durch Sturz auf einer Schiene. selbe ungehineert am Schalter umtouschen, doch zog man! b Annen, 24. September. Auf der Zeche„Hamburg ihm einen Rickel ab, da er bereits vorher die Herrlichkeiten wurden dem Lehrhauer L. Boot zwei Finger der linken des inneren Bahnhofes geschaut hatte.— Was würde man Hand zerquetscht. wohl von einem Kaufmann sagen, der so handelte.— A Camen, 24. September. Ein gräßlicher UnglücksSrecau. ei.s var einiger Keit begangenen bedeu= auf Zuvendung ver Hetnsehtzigl“spisezaate,#e ah hiesigen Gemeinde ihren Wohngenannten Zechen in Arbeit stehen. *1 Stempel, daß der Arm schwer verletzt wurde. Da####st hat in Sachen eines vor einiger Zeit begangenen bedeu= auf Zuwendung von Beiricbs lkam der Kohlenbauer Demtröder. z.—..22 smex, tenden Tabakschmuggels zwei Angeklagte zu 3 Jahren, Armenlasten anzubringen na Eisenbahnschiene so unglücklich zu fal, daß er eine schwere zwöff zu 2 und eine Anzahl anderer zu 1 Jahr Gefängnis Bergarbeiter, welche in der bi Verletzung des rechten Oberschenkels erlitt. Eine Kopf=I3wots#u. KI, Gesamtgeldbußen belaufen sich auf.322.300 sitz haben und auf den genau verurteilt. Die Gesamtgeldbußen belaufen sich 24. September. Der sozialistische Gemeinderat von Roubaix hat beschlossen, für alle städtischen Arbeiter! Gerichtliche Eurscheidung. und Angestellte eine Maximal=Arbeitszeit von 8 Stunden! Koblenz, 20. September. Der Musiklehrer Rettich vom ohne Lohnverminderung, festzustellen. Auch wurden 15 000 hiesigen Konservatorium wurde heute von der Strafkammer inken für ein Munizipallaboratorium votirt... wegen Majestätsbeleidigung zu drei Monaten Gefängnis Amsterdam, 24. September., Die Blätter heben verurteilt. Retich hatte, die Ermordung Carnots gutge, Franken für ein Ar ugLrgepteongegringeog, Aber bekanntlich„ieben wir im Zeichen des Verkehrs“, fall ereignete sich auf der Zeche„Monopol“, Schacht Gxtry,], hatsache bervor, daß die Arbeitzlosigkeit im ganzen!“rbtfell, daran eine alberne Bemerkung mit bezug auf ds Vorikum st fur die Bohnen del.. Ibera““ Der Erdarbeiter Withelm Möller aus Lpeizsgge Lande zunimmt. Mebrere Familienväter sollen aus Elend Herb'Kaser geknüpft. ** Die sozialdemokratische„Kheinisch=Westfälische Ar= war daselbst einem Anstreicher beigegeben, um demselben#t„aben anwerben lassen, um nach Lombok zu geben, den Kasser 9 beiterzeitung“ gibt heute ein Flugblatt heraus, in welchem beim Lackiren der Fördermaschine zu helfen. Hierbei müß isn,##nder der öffentlichen Wohlthätigkeit überlassend. über Vorgänge berichtet wird, die sich angeblich gestern in Herne#., dem Krummzapfen der Fördermaschine zu nahe ge#*#### 25. September. Gestern stieß in der bei der Feier eines Kränzchens des Arbeiter=Gesangvereins kommen sein, welcher ihn erfaßte und mit Wucht denselben! Hafer ein deutscher Dampfer„Pentauer“ mit d: S e l t e n s d e r V o l z e l i n d e n O e l f ä n g e r z o g. D e m M ö l e r w u r d e d e r S c h ä d e l I u r x„ a s i c h e n G o e l e t t e n a m e n s„ I s l a n d L a ß“ z u s a m m e n. Eeboten worden, doy zertrümmert, der Körper total zerguescht, daß er sofortver=Leiner erpyv;, polständig durchschnitten und sank sofott. starb. M. war erst 18 Jahre alt Draht=Nachrichten. „Freie Sängerlust“ abgespielt habe ist um halb zwölf Uhr Feierabend soll es sich um ein Fest einer geschlossenen Gesellschaft gehandelt haben, sodaß die Polizei nicht Feierabend zu tieten hatte. Das Extrablatt behauptet, es sei, als die Festteilnehmer nicht gingen, seitens der Polizei eine schärfere Sprache geredet, es sei blank gezogen und obne Wahl](Wolsie Telegraphen=Bureau.) auf Männer und Frauen eingehauen worden. Ein armer!(Wols Telegraphen=Orenu=.„ Krüppel, der sich an zwei Krücken mühsam fortbewege, soll! Köln, 23. Septbr. Bei dem im kölner erheblich verletzt sein. Das Getümmel sei unbeschreiblich Hospital untergebrachten kranken Matrosen des von Antgewesen. Einige Hitzköpfe sollen Latten von einem Zaune werven gekommenen Schife.„Hegdficg gerissen haben, die Erbitterung soll groß gewesen sein. Untersuchung ergeben, daß keine Cholera vorliegt. Doch soll die Menge keine drohende Haltung eingenommen haben.—(Wir! Polizei so gehandelt Redaktion.) Ein englischer Matrose ertrank. Der Kapitän und Matrosen, die ins Wasser gefallen, wurden gerettet. fünf Briefkasten der Redaktion. a R. O. Kündigung einer Wohnung ist stets, wenn kein Kontrakt vorhanden und vierteljährlich Miete gezahlt wird, vierteljährlich an den hier üblichen Umzugstagen. Bekanntmachung. erheblich verlegt sein. Das Gelummer see undeschteincgwosonne umtege brumeen Frunn... Mit den Paketbestellfahrten in hiesiger Stadt)...; der Weise Kastashadie cher enzeid useihe Kelauts ui dr“, Pari,. Segzeniertg, Lodesdegtiseau Sas aitr, aos Lils iel der Vanasdine zu dan dansastnaen Vanrae Thsen: u Slchr 2. I. ealtsalg Brdan Lich ab Sorit=Aers=Leu. Ku. Reiskenschensteskel sestähchen lintiht ven Kstaodte Bodse ie. 3 zwar für das Feld=Artillerie=Regiment Nr. 33, die Wappen der Städte und ehemaligen Provinzen Frankreichs—.mumen, nach 1 de=Regimenter, das Dragoner=Regiment Nr. 9 und die geschmückt sein wird. voa 120 Franismit einem Lose der: Weimar, 25, Sept. Das Besaden des Erdgrob= ITII. erig, Beselschreiben oder Bestellearten kommt ine Gedabe vnicht ur werpener Ausstell Hundertfranksa ein 0 Franks; da hier lohnung steht, we lizeidehörde dier b Militärisches. chenk einen sind,“#.— 1aat der Paketbesteller das Franko aus und zieht dasselbe bei vom Absender wieder ein. Dem Paketbesteller ist jedoch und Infanterie Regimenter Nr. 15, 56, 57 und 67. 8 Paris, 23. September. Das„Journal ositziell“ verp Den Arbeiter Georg von hier traf an einem Neu= öffentlicht ein Dekret, demzufolge dem Generalgouverneur bau im Mittelpunkt der Stadt ein deim Steinwerfen von Indochina ein Beirat für das Schutzgebiet von anna herabfallenden Ziegelstein derartig heftig auf den Kopf, Tengking beigegeben wird. Der Beirat wird sich u daß eine nicht unerhebliche Wunde entstand und der Ver= lokale Budget= und Steuerfragen, über Verleihung vor letzte infolgedessen in das Krankenhaus überführt werden Konzessionen, Pläne für öffentliche Arbeiten, Subventionen, mußle.1 Zollfragen, sowie über allgemeine Finanz= und Verwaltungs= * Beim Neubau des Ventilatorgebäudes auf der neuen maßregeln auszusprechen haben. Als Vorsitzender des Schachtanlage des Schachts„Kaiserstuhl II“ stürzte beim Beirates wird der jeweilige Generalgouverneur fungiren. Ausschalen des halbkreisförmigen Gewölbes zum Wetter=!— Einzelne der Thätigkeit des gegenwärtigen Generalgou des Frankos vom Absender hinterlegen zu lassen. Dortmund, den 10. Juli 1894. Korn. Der 1893“ Rheinwein ist unbestritten der beste Jahrgang dieses Jahrhundert u. gg#### 25 Liter garantirt rein und flaschenreif Weiß Mk. 1d. Mo?)# Jedermällle kommen um Tausende von Mark jährlich durc Annahme unserer Agentur erhöhe Senden Sie Adresse A. Berlin W. 57. Heute Nachmittag 5½ Uhr entschlief sanft mein einziges. liedes Töchterchen Betty, im Alter von 6 Jahren. Um stille Theilnahme bittet Dortmund, 22. Sept. 1894. August Haselhoff. Delicate Pommersche Bratgänse, zartweiß, sauber gerupft, von feinstem Geschmack, mit Korn gefüttert, pr. Pid. 65 J. versendet gegen Nachnahme G. A. Tettenborn, Stargard i. Erstes und größtes Export=Geschäft Pommerns für frisch geschlachtete jung: Pratginse— s 51ct EinX. 9 5177, Kanal von Dortmund nach den Einshäsen. Abtheilung Rheine. Folgende Arbeiten u. Lieferungen zur Herstellung zweier je nach Ausfall der Verdingung entweder in Cement= oder in Traßmörtel auszuführenden Kammerschleusen in Station--50 u. Station 89-10 der Strecke Venhaus sollen entweder für jede Schleuse im Ganzen oder für jede Schleuse nach 10 Loosen fgetrennt öffentlich vergeben werden. Es umfaßt annähernd für jede Schleuse: s 5325 · Loos I unter anderen die Ausführung von 3700 chm Baggerung, v. 3200 chm Schüttbeton, von 3000 ebm Ziegelmauerwerk, von 1200 chm Stampfbeton, von 3500 um Schleusenplattform=Befestigung. Loos II die Herstellung von 240 m Spundwand aus Bohlen von 4,10 bis 8,25 m Länge, die Lieferung von 17 chm Kiefern= od. oberrheinischem Tannenholz und von 1500 chm 20 cm starkem desgleichen Holz. Loos III die Lieferung von 4100 oder 3600 chm Kleinschlag aus Sandsteinen. Loos IV die Lieferung von 861000 Hintermauerungsklinkern. Loos V die Lieferung von 204000 Verblendklinkern. Loos VI die Lieferung von 2400 od. 8200 t Porland=Cement. Loos VII die Lieferung von 583 000 oder 5400 kg gebranntem Wasserkalk. Loos VIII die Lieferung von 2000 oder 3000 chm Mauersand. Loos IX die Lieferung von bearbeiteten Werksteinen, nämlich 34 chm aus Granit oder Basaltlava und. 68 chm aus Sandstein, ferner die Lieferung von 318 qm bearbeiteten Deckplatten aus Sandstein. Loos X die Lieferung von 1090000 kg Traß. Für die Lieferungen, welche sämmtlich frei Baustelle zu erfolgen haben, wird sowohl die der Kanal=Bauverwal: tung gehörige, an die Eisenbahn zwischen Rheine und Spelle angeschlossene, von der Schleusenbaustelle in Station--50 etwa 3 km, von der Schleusenbaustelle in Station 89-10 etwa 6 km entfernte Ladestelle, als auch der unmittelbar von dieser bis zu beiden Baustellen führende, bereits ausgebaute Wasserweg unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Besondere Verdingungs=Unterlagen sind hergestellt für eine Verdingung jeder Schleuse im Ganzen und für eine solche im Einzelnen nach obigen Loosen. Dieselben liegen bei der unterzeichneten Dienststelle zur Einsicht aus und können von derselben gegen postfreie baare Einsendung von 6,50 M für die Loose I, von 4 0 für die Loose II, von je 80 für die einzelnen Loose III bis X beider Schleusen und von 7 c für die Uebernahme der Arbeiten und Lieferungen derselben im Ganzen bezogen Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechenden Aufschriften versehen bis spätestens den 16. Oktbr. 1894, Vormittags 10 Uhr, der unterzeichneten Dienststelle postfrei einzusenden, woselbst sie in Gegenwart der etwa erschienenen Bewerber eröffnet werden. — Zuschlagsfrist 8 Wochen. Rbeine, den 20. Septbr. 1894. Königliche Kanal=Bauabtheilung. Großer Möbel=Verkauf. Am Mittwoch, den 26. 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Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuche von Dortmund, Band 40, Artikel 44, auf den Namen des Bäckermeisters Heinrich Drewes zu Dortmund eingetragene Grundstück, Flur 23, Nr. 2083/23, Alte Radstr. 8, am 23. November 1894, Vorm. 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, an Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 39, versteigert werden. Das Grundstück ist mit 24 c Nutzungswerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchartikels, etwaige Abschätzungen und andere das Grundstück betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei III, Zimmer Nr. 40, eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der Konkursverwalter widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Vertheilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 26. November 1894, Vormittags 11 Uhr, an Gerichtsstelle verkündet werden. Dortmund, Aden 3. September 1894. s 5331 Königliches Amtsgericht. Das Nestle’sche Kindermehl wird seit 25 Jahren von den ersten Autoritäten der ganzen Welt empfohlen und ist das beliebteste und weit verbreitetste Nahrungsmittel für kleine Kinesu Kinder und Kranke. 15 Ehren- Nestle’s Kindermehl 18 Goldene diplome.(Milchpulver). Medaillen. Nestle's KinderNahrung enthält die beste Schweizermilch, Nestle's Kinder-Nahrung ist sehr leicht verdaulich, Nestle's Kinder-Nahrung verhütet Erbrechen und Diarrhoe, Nestle's Kinder-Nahrung ist ein diätetisches Heilmittel, Nestle's Kinder-Nahrung erleichtert das Entwöhnen, Nestle's Kinder-Nahrung wird von den Kindern sehr gern genommen Nestle's Kinder-Nahrung ist schnell und leicht zu bereiten. 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Krüger), beide zu Dortmund. Sonntags=Beilage:„Fur Haus und Wo". Blätter für Unterhaltung, gewerbliches und soziales Leben, Haus= und Landwirtschaft. Fernsprecher Nr. 181.— Postzeitungs-Preiskiste Nr. 1875.— Fernsprecher Nr. 181. Russisch-Französisches. Die Sprache des russischen Finanzministers Witte, der sich bekanntlich vor eingen Tagen in Avbazia von einem Berichterstatter ausfragen ließ, kann nicht anders als höchlich zuversichtlich genannt werden. Die allgemeine Friedenszuversicht dort verstärkt ausgedrückt zu hören, kann nur angenehm sein; der Hinweis auf die Schweigsamkeit des Zaren über auswärtige Politik dagegen wäre besser unterblieben. Die bloße Thatsache, daß zu Kronstadt im Spätsommer 1891 Alexander III. die Marseillaise stehend und entblößten Hauptes angehört hat, spricht in dieser Beziehung Bände. Einigermaßen überraschend wirkte auch der Hinweis auf die Wirkungen unwiderstehlicher Volksströmungen; dergleichen mag für Frankreich gelten, aber doch nicht für das nur von einem Willen regierte Zarenreich. Es kommt hinzu, daß der Russe den Deutschen zwar nicht liebt, in seine Sympathie für den Franzosea aber eine gewisse Geringschätzung mischt, ihn als ei: interessantes Exemplar der Völkerfamilie betrachtet, aber wenig ernsthaft zu nehmen geneigt ist. Deutlicher hätte Herr Witte sagen können, daß der Zar die ihm durch den deutsch=französischen Gegensatz zugefallene europäische Machtstellung gerne hingenommen hat und zu bewahren wünscht und zu diesem Ende 1891 den Franzosen ein gewisses Entgegenkommen zu beweisen für ratsam hielt. Es war gewissermaßen ein Gegenzug gegen die Verlängerung des mitteleuropäischen Bündnisses. Positives davon aber hat Frankreich bisher nicht gehabt und die Zeichen mehren sich, daß dem lebhaften Volke die bisherige relativ erstaunliche Geduld gegenüber Rußland auf die Neige zu gehen beginnt. Besonders drückend fühlt die Nation die Militärlast ohne eine Aussicht auf endliche Entscheidung, da sie zwar tapfer und kriegerisch, aber wenig soldatisch angelegt ist und den bewaffneten Frieden je länger, desto beschwerlicher findet. Die Klagen der französischen Generäle über die verfallende Militärdisziplin und Bücher wie die „Sous=Offs“(Unteroffiziere) von Lucien Descaves liefern davon einen ausreichenden Beleg. Aus Petersburg kommt unterdes die Nachricht, daß die dänische Herbstreise der Zarenfamilie für dieses Jahr wahrscheinlich aufgegeben oder doch wenigstens auf später vertagt ist. Die letztere offiziöse Wendung ist aber, nach der„Magd. Ztg.“, lediglich eine Höflichkeit; wenn die Zarenfamilie noch dieses Jahr nach Seelano will, hätte sie Ursache zur Eile; oder aber die Rückreise müßte dann wieder, wie 1891, vorhergegangener Kindererkrankungen wegen, zu Lande über Friedericia und Berlin gemacht werden, was der Zar doch notorisch gerne vermeidet. Die Nachrichten über diesen Herostbesuch sind in den kopenhagener Blättern bisher merkwürdig auf und ab gegangen; doch fühlte man dort die Unsicherheit durch; angeblich sollte die Indiskretion der Prinzessin Waldemar von Dänemark, Marie von Orleans, gegenüber der Spezialmission des früheren französischen Präsidenten Carnot den Zaien verdrossen haben; man entsinnt sich, wie das französische Staatsoberhaupt hinter dem Rücken seines Miaisteriums und der offiziellen Gesandtschaft in Kopenbagen Nachforschungen über die wirklichen europäischen Absichten Alexanders III. anstellen ließ und damit eine große Verwirrung anrichtete. Bei der silbernen Hochzeitsfeier des dänischen Kronprinzenpaares war jedenfalls die indiskrete junge Französin nach dem jütischen Nordseebade Fanö verbannt, während der russische Großfürst=Thronfolger in Kopenhagen weilte. Der Zar hatte die lebhafte Unterhaltungsgabe der orleanistischen Prinzessin bevorzugt und die letztere öfter ausgezeichnet. Desto mehr dürfte ihn nach seiner empfindlichen und mißtrauischen Natur der Vertrauensmißbrauch gekränkt haben; die russischen Hofauszeichnungen für die Bonapartes fallen zeitlich ziemlich genau mit diesem Zwischenfall zusammen. Derselbe soll indes wieder bereinigt gewesen sein und in Kopenbagen wurde halboffiziös der Zarenbesuch wieder angekündigt. Aber nun scheint die Gesundheit des russischen Selbstheirschers ein hindernder Faktor geworden zu sein. Alexander III. hat sich mit seiner Familie und dem Leibarzt Professor Sacharjin in tiefe, ländliche Einsamkeit zurückgezogen und man erfährt darüber nichts zuverlässiges. Wenn aber jetzt seine Erkrankung erfreulicherweise als völlig im Verschwinden bezeichnet wird, dann ist daran zu erinnern, daß sie von vornherein als gänzlich gefahrlos geschildert worden war; logischerweise ist sie demnach wenigstens ernsthafter gewesen, als man zuerst zugeben wollte. Aus den Kreisen der freilich nicht eben zuverlässigen petersburger„Gesellschaft“ hat man übrigens privatim Stimmungsberichte empfangen, die mit bezug auf die Gesundheit des jetzt 49jährigen Monarchen recht ernsthaft lauten. Ueber die inneren Verhältnisse des russischen Reichs ist natürlich sehr schwer ins klare zu kommen. Die Zeitungen stehen dort unter Zensur und begreiflicherweise ist diese noch eher mit bezug auf die auswärtige, als auf die innere Politik nachsichtig. An Korrespondenzen, die der Ueberwachung entschlüpfen, fehlt es durchaus nicht; aber sie sind überwiegend unzuverlässig und tendentiös; besonders unserem früher so russenfreundlichen Hochkonservatismus ist der Vorwurf nicht zu ersparen, daß er in seinen Mitteilungen aus Rußland überwiegend absichtlich etwas dunkel färbt. Viel kommt natürlich auch auf die Ernteverhältnisse an, und dabei fällt wieder ziemlich stark ins Gewicht, daß in einem vom Eismeer bis an die Euphratquellen ausgedehnten Reiche die Ernte unmöglich gleichartig ausfallen kann, sodaß sich ganz nach Belieben günstige oder ungünstige Berichte zusammenstellen lassen. Mit diesen Kautelen wird man wohl sagen dürfen, daß im allgemeinen die inneren Verhältnisse des Riesenreiches zu auswärtigen Unternehmungen eben jetzt keineswegs ermuntern. Die Agrarfrage ist dort roch weit akuter als bei uns; im Unterschiede von seinem bauernfreundlichen Vater ist der jetzige Zar eher ein Adelsbeschützer und hat in dieser Tendenz für den Großgrundbesitz ein Moratorium gegenüber den Forderungen der Adelsbank verfügt; man hofft, daß die nächsten Ernten dem Großgrundbesitz zur Begleichung seiner Schulden bei dieser Bank instand setzen werden. Schon in den ersten Regierungsjahren Alexanders III. war diese Adelsbank errichtet worden, um den durch die beseitigte Leibeigenschaft beschädigten Großgrundbesitzern zuhülfe zu kommen; auf den Rat des damnaligen Ministers des Junern, Grafen Dimitry Tolstoj, schuf der neue Zar dieses Institut, um nach den bezeichnenden Worten jenes hochreaktionären Ministers das größere Verbrechen Alexanders II., nämlich jene am 3. März 1861 verfügte Aufhebung der Leibeigenschaft, möglichst wieder gut zu machen. Aber diese Adelsbank, die den Großgrundbesitzer bis zu drei Fünfteln, im Notfall bis zu drei Vierteln des Taxationswertes auf ihre Güter Geld leiben durfte, bekommt in sehr zahlreichen Fällen die Zinsen nicht bezahlt und befindet sich dadurch selber in Verlegenheit. Vor etwa einem Vierteljahr hat sie eine Liste der im Rückstand defindlichen Gutsbesitzer veröffentlicht, welche tausende von Namen umfaßt. Wie bemeikt, wurde die Zwangsauktion vom Zaren inhibirt und ein Moratorium an die Stelle gesetzt, aber man fragt sich, was später werden soll? Die Verwaltung dieser zahllosen Güter durch die Adelsbank selbst hat doch auch ihre groten Nachteile. Die Stimmung der Bauern aber wird dadurch charakterisirt, daß, als anläßlich der moskauer Kaiserkrönung am 27. Mai 1883 die bäuerlichen Delegirten am 3. Juni jenes Jahres vor das Angesicht des Monarchenpaares beschieden wurden und ihnen Alexander III. den gnädigen „Nat“ zum festen Anschuß an den Adel als die beste Stütze für das Reich gab, verschiedene Repräsentanten nachträglich, natürlich nicht etwa vor den Ohren des Selbstverrschers, erklärten, sie würden von der Rede des Monarchen zu Hause einfach garnichts mitteilen, weil sie nicht Lust hätten, von ihren Auftraggebern totgeschlagen zu werden. Die merkwürdigerweise in Rußland noch immer unter der jetzigen Regierung bestehenden Geschworenengerichte sprechen ganz überwiegend die Angeklagten frei; seit ihrer Einführung im Jahre 1863 sind zu hunderten die Verbrecher straflos ausgegangen, speziell bei Beruntreuungen an amtlichen Geldern, was der Bauer bezeichnenderweise für keinen Schaden hält, oder wenn alte Allerlei. — Der Alte vom Berge. So nennt Theodor Wolff den Fürsten Bismarck im„Berl. Tagebl.“ in einer feuilletonistischen Betrachtung, der wir folgendes entnehmen: „Varzin ist nicht groß— eigentlich nur eine einzige Straße — aber es ist proper und behäbig. Eine Kirche ist nicht da— das unferne Wussow ist Kirchdorf— dafür aber eine Schule, die drei Klassen hat und von einem jungen Lehrer beherrscht wird. Noch hängen an den Klassenwänden die Kränze vom Sedantage. Dann gibt es ein Post= und Telegraphenamt, wo an großen Tagen alles ganz musterhaft klappt, und eine Krugwirtschaft, die aber auf Fremdenverkehr nicht eingerichtet ist. Einen neuen, größeren Krug läßt der Fürst gerade jetzt aufbauen. Oben, am Ende der Dorfstraße liegt das Schloß. Es liegt mit der Hinterfront zum Dorfe, und man sieht zuerst in den vom gelben Hauptgebäude und zwei Seitenflügeln gebildeten Hof. Der Fürst wohnt in einem weißen Anbau, der sich vom linken Flügel in den Park vorschiebt. Im Park, vor dem Schloß, ein Teich mit steinerner Einfassung, Beete, sehr viel Grün Und gleich hinter dem Park die Forsten, prächtiger, dufttragender Laubwald, mit schweren Buchen und webe Birken. Bergansteigende Wege zum Gehen in Fahr und Reiten, Fernblicke auf wellige Felder, bis zum umschimmerten Horizont, vor dem der Sonnendunst träge schwimmt. Eine hohe Ruhe, aber nicht die wehmütige melancholische Ruhe des Föhrenwaldes, mehr ein zufriedenes. wohliges Schweigen. Hier geht der Fürst am Vormittag spazieren, in dem schwarzen Rock mit den zwei Reihen Knöpfen, mit weißem Halstuch und grauem Schlapphut Und der alte, schon etwas tattrige Tyras schnüffelt nebenher. Das Leben erwacht spät im Schloß— man geht spät zu Bett unv steht nicht zu früh auf. Es geht alles sehr gemätlich zu. Auf gute Gastfreiheit wird, wie ich aus junger Erfahrung versichern kann, ernst gehalten, ohne daß viel Wesens von der Sache gemacht würde. Die Schnürleibchen der Etiquette sind noch nicht importirt. Im Schloßhofe fraternisiren die fürstlichen Enkelkinder mit den flachsblonden Dorfbuben und die Damen vom Haus und oie, welche zum Besuch da sind, spazieren ohne Géne und Ohne Hut in der Dorfstraße. Und der pfälzisch jokose Schweninger hält sie, wenns nötig ist, mit Schnurren „Glossen bei Laune. Dort, von den vielbefahrenen Weltstraßen fern, haust wie der Alte vom Berge der große Fürst. Nicht wie Schwind den Rübezahl gemalt hat: mit Märchenbart und der listigen Miene— sondern mit dem Kopf und dem Auge des menschgewandelten Löwen. Aler wie der Rübezahl der Sage neckt er die Städter ern.... Und so hat er jüngst zu den Männern aus osen, als er von dem„Mangel an politischem Blick“ sprach, wieder gesagt:„Ich habe da besonders die Berliner im Auge....“ Und in der That, die berlinische Art ist der bismarckschen konträr. Das ist wie schwarz und weiß... es gibt kaum ein Gemeinsames. Ueberall da, wo die bismarckische Natur Kraftfülle zeigt, zeigt die berlinische Schärfe, wo jene mit Härte operiren will, operirt diese mit Sentimentalität. Die Menschen, mit denen der Fürst sich am liebsten umgibt, sind derbe, natürliche Kraftmenschen, wie Schweninger und Lenbach. Man trifft in seinem Hause immer wieder diesen Typ— so ist der Kammerdiener, so ist der alte Oberförster Westphal, der das Gut Varzin so schön zum Floriren gebracht hat. Und wenn des Fürsten Sekretär, der schmächtige Dr. Chrysander, von einem andern Schlag ist, so sind seine unbedingte, treue Anhänglichkeit, der nie müde Fleiß und die unerschütterliche Diskretion Eigenschaften, die ihn dem alten Fürsten wert machen.... Berlin hat kein Glück mit seinen größten Männern, Friedrich II. hat es jahrelang — die ganze letzte Zeit seines Lebens— gemieden, und als er an jenem 17. August in Sanssouci die Augen schloß, war er den Berlinern längst ein Held der Sage. Fürst Bismarck haust, wie der Alte vom Berge, in der wohligen Einsamkeit von Varzin, wo man des Abends in violetten Tönen die Sonne über den pommerschen Aeckern verscheiden sieht. Und wenn er von des Reiches Hauptstadt spricht, ist das, als wenn jemand von einer Frau spricht, die er geliebt und die ihn betrogen hat. Aber wenn Berlin den Fürsten Bismarck auch in manchem enttäuscht und bisweilen verlassen hat— es hat ihn doch auch in schönen Stunden sehr geliebt.“... — Wien, 22. Sept. Tod in der Hypnose. Von dem ehemaligen Chef=Arzt der wiener freiwilligen Rettungsgesellschaft, Herrn Dr. v. Vragassy, der Zeuge des viel besprochenen Vorfalles im Schlosse Tuzser war, liegt der N. Fr. Pr.“ folgende Erklärung vor:„Herr Neukomm dat Fräulein v. Salamon nicht, wie die Blätter berichteten, eine Krankheit suggerirt. Er hat mit vorheriger Erlaubnis der Familie und Einverständnis der zu Hypnotisirenden im hypnotischen Schlafe Auskunft haben wollen über das Wesen der Krankheit seines in Werschetz lebenden Bruders, über dessen Leiden die Aerzte nicht im klaren waren. Der Hypnotisirte sagte nun höchst bemerkenswerte Dinge über den Lungenbesund aus. Sie hielt, gleich einem auf voller Höhe seiner Aufgabe stehenden klinischen Professor, einen Vortrag über Topographie, Pathologie Diagnose und Prognose der Krankheil in allen Einzelheiten. Die Todesursache möchte ich als eine akut zustande gekommene Anämie des Hirns, Synkope, mit Uebergang in Herzstillstand, bezeichnen. Der Obduktions=Befund: Hochgradige Anämie(Blutleere), mit konsekutiver Unterernährung der Hirnmasse, Zeichen seröser Durchfeuchtung, keine abnorme Bauerrnweiber als vermeintliche Hexen vom Volk getötet waren u. s. w. Jetzt endlich hat man eine Kommission zur Herstellung einer allgemeinen Rechtsreform ernannt, doch mit der Vorschrift, die Geschworenengerichte unberührt zu lassen; nur„soll das Niveau der Geschworenen möglichst gehoben werden“. Wie das in der Praxis zu bewerkstelligen sein wird, scheint freilich eine andere Frage. Gleichzeitig ist unter verschiedenen Kosakenstämmen eine starke Gährung entstanden, namentlich in denjenigen am Terek; dort ist unweit der Stadt Pjätigorsk anläßlich einer Viehseuche und der gegen diese verfügten Abwehrmaßregeln ein förmlicher Aufstand ausgebrochen, der nur mit großem Blutvergießen gedämpft werden konnte. Vierundzwanzig Kosaken blieben auf dem Platze, weil sie sich geweigert hatten, ihre Rädelsführer wegen Ungehorsams ausveitschen zu lassen. Dem Blutvergießen folgte Unterwerfung, aber 31 Gefanzene sollen noch abgeurteilt werden und auch in anderen Kosakenstämmen nördlich vom Kaukasus soll die Unzufriedenheit allgemein sein. Ob nicht auch die vorstehenden Schilderungen etwas tendentiös gefärbt sind, muß, wie vorbemerkt, dahingestellt bleiben. Auf jeden Fall aber wird an ihnen soviel wahr sein, daß sich erkennen läßt, wie wenig die inneren russischen Verhältnisse zu auswärtigen Wagnissen eben jetzt ermutigen können. Deutschland kann diesen Entwickelungen ruhig zusehen; es hat bis an die Grenze des Erlaubten Friedensliebe und Nachgiebigkeit nach außen geübt, gleichzeitig aber seine militärische Rüstung blank und kriegsbereit erhalten. Mit Zuversicht wird man sich bei dieser Wirkung des bewaffneten Friedens auf die übel wollenden Nachbarn von links und rechts sagen können, daß nach menschlichem Ermessen die schweren materiellen Opfer für die Bewahrung des 1870—71 national Errungenen nicht vergeblich gebracht worden sind. Berlin, 24. September. Ueber die nationalen Verhältnisse in Nordschleswig wird der„Post“ geschrieben: Die jüngere Generation bereitet den dänischen Agitatoren in Nordschleswig die ernsteste Sorge. Man klagt, daß sie sich nicht mehr national interessirt; sie fällt ab und wird in noch zahlreicheren Fällen gleichgültig. Vor allem: ein sehr wichtiger Faktor überall im nationalen Kampfe! die Frauen sind für den Widerstand nicht mehr zu haben. Ein ästhetisch nicht wertloses Gedicht des Kopenhageners Holger Drachmann, der übrigens selber deutscher Herkunft ist, läßt die südjütischen Mädchen ihre Treue dem bei Düppel begrabenen dänischen Soldaten weihen; dem Verstande der dänischen Hauptstadtpresse muß nachgerühm: werden, daß sie schon damals über diese Idee spottete; in der Praxis soll es damit etwas weniger lyrisch aussehen, und die Agitationspresse klagt über den Eindruck des blanken Knopfes und des Beamtentitels auf das weibliche Gemüt. Daneben werden auch die Folgen früherer sozialpolitischer Vernachlässigung an dem„kleinen Mann“ fühlbar. Der dänisch redende Großbauer ist gegen den Tagelöhner u. s. w. keineswegs hart oder ausbeuterisch, aber er ist hoffärtig und dabei bequem; der Erfolg ist ein häufiger Uebertritt dieser Klassen zu den pietistischen Sekten, welche zwar nicht für deutsch gesinnt gelten können, aber nur für das religiöse Leben Aufmerksamkeit besitzen und bestenfalls nationale Gleichgültigkeit predigen. Auch die innere nationale Beschaffenheit des dänischen Volkslebens wirkt bei den besseren Köpfen und Gemütern des nordschleswigschen Volkes entmutigend. Es ist wahr, daß die Zeit der materiellen Zurückgebliebenheit Dänemarks im Vergleich mit den früher sogenannten Herzogtümern vorüber ist; namentlich auch das einst so viel verspottete Jütland hat sich sehr gehoben, und speziell die dänische Milchproduktion, die Verarbeitung und Verwertung ihrer Produkte, gilt in ganz Europa für mustergültig. Aber der moralische Einfluß einer für das Land im Verhältnis zu Berlin und Deutschland fünfmal so großen Hauptstadt hat bei den nordschleswigschen Bauern wenig„nationale“ Propaganda machen können, und an Frivolität nimmt die kopenbagener reaktionäre und regierungsseitig unterstützte Beschaffenheit im anatomischen Aufbau und keine Tu erkulose des Gehirns. Die Obduktion— bloß des Gehirns — wurde in meiner und Dr. Jozsas, Komitats=Physikus, Gegenwart von einem Assistenten des pathologischen Instituts in Budapest vorgenommen. Die Hypnose hat in Gegenwart der Eltern und Verwandten der Verstorbenen, etwa fünfzehn Personen, stattgefunden“. In Uebereinstimmung hiermit stehen die Mitteilungen, die Dr. von Vragassy einem Mitarbeiter des„Budapesti Hirlap“ über den kritischen Abend gegeben hat und die im wesentlichen lauten: Fräulein Ella von Salamon ließ sich sehr gern bypnotisiren, weil sie sich nach jedem hypnotischen Schlaf bedeutend besser befand und weil sie glaubte, im hypnotischen Zustande anderen von Nutzen sein zu können.„Noch nie“, sagte Dr. von Vragassy,„habe ich ein merkwürdigeres Experiment auf dem Gebiete der Hypnose gesehen, oder von einem solchen gebört, als am 17. d. Mts. im tuzserer Schlosse. Als Herr Herr Neukomm die junge Dame hynotisirt hatte, schien sie sehr müde zu sein, und Herr Neukomm erklärte, daß er diesmal einen außerordentlich interessanten Versuch machen werde. Sein Bruder in Werschetz breche seit einiger Zeit Blut, die Aerzte seien aber nicht imstande, festzustellen, ob sein Bruder an einer Magenblutung leide oder lungenkrank sei. Er(Neukomm) wolle sich nun hierüber durch Fräulein Ella von Salamon Gewißheit verschaffen. Er sagte zu dem schlafenden Mädchen in befehlendem Tone:„Wir sind in Werschetz. Sehen Sie meinen Bruder?“ —„Ich finde ihn nicht“, antwortete das schlafende Mädchen. Neukomm erklärte ihr nun die Situation des Hauses in Werschetz und sagte:„Wir sind in Werschetz. Mein Bruder befindet sich in dem dritten Zimmer.“—„Ja, ja“, sagte nun Fräulein Ella im Tone fester Ueberzeugung, „wir sind dort.“— Neukomm:„Wie befindet sich mein Bruder?“— Ella:„Er ist sehr krank.“— Neukomm: „Was fehlt ihm, erzählen Sie, was Sie sehen.“ Und nun folgte etwas mystisches, etwas, was kein Arzt der Welt zu erklären imstande ist. Fräulein Ella, die sich nie mit ärztlichen Dingen befaßt, welche nie medizinische Bücher gelesen, erklärte das Leiden des Bruders von Herrn Neukomm mit einer Sachkenntnis, die selbst einem Arzte zum Lobe gereichen würde. Sie sprach von der Lunge des viele Meilen entfernten Kranken, als ob sie auf einem Teller vor ihr gelegen wäre, bediente sich hierbei technischer Ausdrücke und bezeignete auf das Genaueste, in welchem Zustande sich die Lunge des Kranken befinde. Dann war Fräulein Ella sehr erschöpft, ihr Gesicht wahr fahl, und Neukomm wollte nur noch eine Frage an sie richten. „Sagen Sie mir“, fragte er zum Schlusse,„was halten Sie von der Krankheit meines Bruders?“ Nur schwer konnte Fräulein Ella die Worte lallen:„Seien Sie auf Publizistik mit der„europäisch“ radikalen den Wettstreit getrost auf, während sie die Brutalität als besonderen Vorzug für sich selber hat. Für die deutsche Partei und die preußische Staatsregierung ergeben sich aus den vorstehenden Mitteilungen die Konsequenzen von selbst. Dort kann hoffnungsfreudig auf dem bisherigen Wege weitergearbeitet werden, wobei vor allem die möglichste Hebung der deutschen Schul=Litteratur, wie der dortigen deutschen Publizistik sich empfiehlt. Allein mit den ästhetisch ziemlich und geschichtlich rein wertlosen Ingemannschen Romanen aus der dänischen Waldemarzeit hat dort die dänische Provaganda nach 1850 zeitweise beachtenswerte Erfolge erzielt. Daneben sind natürlich auch wirtschaftliche, sozial= und kirchenpolitische Förderungen dringend geboten. Lokalpolitisch aber läßt sich nur sagen, daß, wenn die Dänen wohl nicht ganz mit unrecht sich eines Fortschrittes auf Alsen wie im äußersten Norden des Festlandes rühmen, dafür der hohe Rücken des mittleren Nordschleswigs auf der Linie Tondern=Apenrade jetzt von ihnen vertraulich bereits als verloren zugegeben wird; jene Erfolge aber hängen wenigstens auf dem Festlande mit der Rückkehr der Optanten zusammen und können also zum mindesten nicht wieder aufgefrischt werden. Ueberwiegend lauten somit von jener Seite die Nachrichten für das Deutschtum erfreulich. In einer Zeit, wo das rapide Vordringen des Polentums im Osten von der Zentrumspresse mit kühler Sachlichkeit erörtern sieht, während selbst dem dort wesentlich mitschuldigen Freisinn dabei bange wird, läßt sich das wohl als doppelt ermutigend bezeichnen. Li=Hung=Tschang. Ueber die Stellung und den Charakter des Vizekönigs Li=Hung=Tschang äußert sich der frühere vieljährige deutsche Gesandte in China M. v. Brandt, wohl der beste europäische Kenner der chinesischen Verhältnisse, im jüngsten Heft der„Deutschen Rundschau“, wie folgt: „Li=Hung=Tschang ist weder Premierminister, noch ist er allmächtig oder selbständiger Herr über eine Flotte und eine Armee. Li=Hung=Tschang ist Generalgouverneur der Provinz Tschili und als solcher einerseits besonders mit dem Schutze der Hauptstadt, anderseits mit der Wahrnehmung der Beziehungen zu Korea betraut. Als ältester Großsekretär ist er der erste Zivilbeamte in China; aber das Großsekretariat hat längst seine wichtigeren Funktionen an das Staatssekretariat abgegeben, das heute mit dem Kabinett in europaischen Staaten verglichen werden kann. Seine bedeutende Stellung verdankt Li seinen militärischen Verdienste bei der Niederwerfung des Taiping=Aufstandes; weniger glücklich bei den Operationen gegen die Nienfei, fiel er damals auf einige Zeit in Ungnade, die aber bald wieder der früheren Wertschätzung Platz machte. Wenn erzählt wird, daß er damals mit 10 000 Mann nach Peking gegangen sei, so entbehrt das ebenfalls jeder Begründung. Da er in Tientsin residirt, mußte er eine Anzahl von Verträgen und Abkommen mit fremden Vertretern abschließen, hinsichtlich welcher das Tsung=li=Yamen vorzog, ihm die Mühe und Verantwortlichkeit der Verhandlungen zu überlassen, um die Kritik der fremden=feindlichen Partei in der Hauptstadt von sich abzulenken. Li lernte auf diese Weise fremde Anschauungen kennen, und er hat die so erworbenen Erfahrungen oft im Interesse seines Vaterlandes zu verwerten gewußt. Viel zu intelligent, um nicht die Schwächen der chinesischen Armee zu erkennen, und sich der Verantwortlichkeit wohl bewußt, die ihn als Verteidiger der Hauptstadt treffen muß, hat er allein von allen Generalgouverneuren ein Heer und eine Flotte geschaffen, denen auch vom europäischen Standpunkt aus ein gewisser Wert zuerkannt werden muß; aber gerade in dem Besitz dieser Streitkräfte liegt eine große Gefahr für ihn. Er muß dieselben zusammenhalten, um mit ihnen einem feindlichen Angriff gegen die Hauptstadt begegnen zu können; er darf sich nicht der Gefahr aussetzen, sie in anderen Kämpfen ganz oder teilweise einzubüßen, und in dieser Notwendigkeit liegt auch die Erklärung der zögernden Politik, die er den Gegnern Chinas gegenüber stets getrieben hat. Während des französisch=chinesischen Konflikts ist sein ganzes Bestreben dahin gegangen, den Krieg im Süden zu lokalisiren, und ebenso hat er nichts unversucht gelassen, den Krieg mit Japan zu vermeiden. das Schlimmste vorbereitet!“ Nach dieser Erklärung stürzte das Mädchen vom Stuhle, ein heiserer Schrei entrang sich aus ihrer Kehle, ihre Zunge streckte sich weit aus dem Munde heraus, dann fiel Fräulein Ella leblos zusammen. Erschrocken sprang die Gesellschaft auf sie ein, der Puls schlug zwar und Fräulein Ella atmete noch, man gab ihr eine Aetherinjektion, aber alles war vergebens, nach einigen Sekunden war Fräulein Ella von Salamon tot. — Ein englischer Rechenkünstler, der den deutschen Namen Ravenstein führt, hat sich mit der statistisch=geographischen Lösung der Frage beschäftigt:„Wann wird die Erde ganz bevölkert sein, sodaß niemand mehr Platz findet? — Der Mann kommt zu dem Schluß, daß unser Planet höchstens 5994 millionen Menschen ernähren könne, und ferner, daß diese Zahl im Juhre 2072, mithin in 178 Jahren erreicht sein werde. Bis zu diesem Standpunkt werden selbst Steppen und Wüsten, soweit sie dazu imstande sind, zur Aufnahme und Ernährung von Menschen herangezogen sein. Von 2072 an wird also die Menschheit sich vor der Alternative befinden, entweder mit ihrer Vermehrung einzuhalten oder— Hungers zu sterben. Zum Trost werden bis dahin noch verschiedene wohlthätige Ereignisse, Kriege, Revolutionen, Epidemien u. s. w. der obigen Rechnung einen Querstrich machen, und die großen Städte werden mit ihrer stets wachsenden Anziehungskraft das Ihrige dazu beitragen, die Landbevölkerung aufzusaugen und die Gesamtzahl der Bevölkerung zu verringern. Trotzdem bleibt nach Herrn Ravenstein das Los der zukünftigen Menschheit nicht eben beneidenswert. — Der zartfühsende Hauptmann. Hauptmann Brimborius, der seiner Kompagnie gegenüber eine sehr kräftige Sprache liebt, läßt sich einmal hinreißen, die Kompagnie beim Exerziren— während die beiden Lieutenants mit eingetreten sind und stillstehen müssen— mit„Ochsen, „Esel" und anderen zoologischen Vergleichen zu traktiren, worüber sich die beiden Offiziere beschweren.—— Hauptmann Brimborius beim nächsten Kompagnie= Exerziren:„Kerls, wenn Ihr Euch nicht mehr zusammenreißt, so werde ich Euch den Schweiß literweise abzapfen, Ihr nichtsnutzigen— ich bitte die Herren Offiziere, auszutreten... Mistfinken!... bitte die Herren Offiziere, wieder einzutreten!.., Das Gewehr über! Bataillon— marsch!“ — Er kennt sie. Meisterin: Willste Honig oder Butter uft Brot? Lehrjunge: Is mir allens janz ejal, Meestern, man schmeckt et doch so wie so nich! — Aus der Iustruktionsstunde.„Die Flinte ist gewissermaßen die Braut des Soldaten— d. h. ich will damit nicht gesagt haben, daß Ihr sie etwa schlecht behandeln dürft!“ Jetzt, da derselbe ausgebrochen, wird er sich schwerlich ent= Verwandte in Frankreich besuchen, ausforscht und ihnen um den Streitkräften aus den andern Provinzen, d. h. den darüber nach Deutschland zu berichten. in denselben ausgehobenen Freiwilligenbataillionen, die Zeit zum Herankommen zu lassen. Wenn der Kaiser Li die gelbe Reitjacke, die höchste militärische Auszeichnung genommen hat, so ist das bis auf weiteres nur ein Zeichen der kaiserlichen Unzufriedenheit, wie solche unter allen Umständen einen unglücklichen Führer oder Beamten trifft. Es ist sogar nicht ausgeschlossen, daß Li, wie dies sehr häufig geschiehe, in dem Bericht über die ersten Vorfälle selbst seine Bestrafung beantragt habe; ein Erfolg würde genügen, ihm die verlorene Auszeichnung wieder zu verschaffen. Li=Hung=Tschang ist vielen Mitgliedern der altchinesischen Partei ein Dorn im Auge, und es ist garnicht unmöglich, daß seine Gegner die Gelegenheit zu benutzen Gasthäusern in Kettwig, Bredeney, Altendorf. Borh.= zu Essen 2c. als Gast ein und benutzte dann das Dunkel es sere der sand sie Dix. Moerten, dsten von seden Vertestandpukt aus zuge. Kaneraden gscdant, das folgenbe:, Di. Hel, wno nir dagl Keisen ishelshen, Prchengenelade hate den Abrnuchher stimmt werden kann. Fürst Bismarck bat sich diesmal! Glück zuteil geworden ist, an der Spitze unseres gemein=K9, gasctlaestauugetetsrirche und Ausführur. bei der Schilderung der verhängnisvollen Möglich= samen vorzüglichen Neaiments zu stehen, rechne ich mit haues beschlossen, Auf Antrag des Provinzia L Berlin, 24. September. Die Rede des Fürsten Bismarck an die Westpreußen erfordert keine Auslegung. Noch bestimmter als die Rede vom vorigen Sonntag zeichnet sie das Bild der nationalen Kämpfe im Osten o— Tgim u. uix Gast ein und benutzte dann das Dunkel von Nacht, um in den betreffenden Häusern alles zu steblder fruhere scommanpeur des Regiments, ge was niet= und nagellos war. Wie nun unsere Orim.“ halten. Wir haben über die so schöne und patriotisch er= Polizei ermittelt hat, sind fast sämtliche de geste hebende Feier seinerzeit Bericht erstattet. Heute kommen Goldsachen, Bettstücke 2c. in biesigen ur die wece in mneerer; Lter vuzaren nach, wennsversetzt und wird es dadurch ermöglcht, wir die Rede im Wortlaut bringen. Der Herr General mäßigen Eigentümern zurückzuliefer: sagte, nachdem er für die Einladung zu dem Feste und! I, Lamen 24 Saut gurazuren#. der alten 24. Sept. Kirchenbau. Die Vertretung der da8 hiengen katholischen, Kirchengemeinde hatte den Abbruch der wiederholt Oesterreich hinein gezogen. Man wird kaum in der Annahme irren, daß Fürst Bismarck ganz trif tige Gründe gehabt hat, das Phantasiegemälde einer polnischen Monarchie unter habsburgischem Szepter zu versuchen, um ihn zu stürzen; man darf aber wohl daran zerstören. Ein in Petersburg erscheinendes Polenblatt zweifeln, daß derartige Bemühungen schon jetzt einen Erfolg haben werden; jedenfalls aber wird die Einmischung von Fremden in diese Frage, nach keiner Richtung hin, den Ausschlag geben. Auf dem Parteitage der deutsch=freisinnigen Volkspartei in Eisenach nahm nach einer Begrüßungsansprache des .# ver vexbängnisvollen Möglich= samen vorzüglichen Negiments zu stehen, rechne ich mit“““ gu.(Mosterz., P1 Autrag des Provinzial=Konservators Aufrichtung eines selbst; zur schönsten meiner militärischen Laufbahn. Nie Aerger, ficx diter tumer bat jedoch der Herr Minister der gestständigen polnischen Reiches führen, würde. Er hat habei nie Verdruß, nur Freude habe ich mit demselben erlebt des Kirchenschiffs versaat, weis d...2 zum Abbrich und das Gefühl, welches ich bald nach der Uebernahme haulichen Zustaus n weil dasselbe sich noch in gute, desselben und nachdem ich das Menschenmaterial kennen aum Fea=Zustgige befindet und keine zwingenden Gründgelernt hatte, empfand, hat mich nicht getäuscht. Mit hertret.. gsechen vortiegen. Es ist der Kircheneinem derartigen Regiment muß man Ehre im königlichen Hraies Einschränkung des NeubauDienst einlegen.„Da ich nun in demselben einen solch aus= wesizflich g'ohleuz durch welche, zugleicg eine nicht u. erwählten, vorzüglichen Ersatz fand, einen Ersatz, der wesentliche Kostenersparnis erzielt werde. seinesgleichen in der Armee sucht, so hatte ich auch sofort den Gedanken, daß dieser nicht allein die einmal geschlossene Kameradschaft, sondern auch die seinem allerhöchsten Kriegsherrn gelobte Treue über seine Dienstzeit hinaus fest bewahren würde, wenn dazu die nötige Anregung erfolgte. Manche unter Ihnen werden sich der Zeit erinnern, wie der Verein von mir vor jetzt ist so unklug gewesen, die polnischen Hoffnungen auf den Kaiser Franz Josef näher auszuführen. Man hat da mit Staunen erfahren können, daß die Polen auf die Vereinigung der russisch=polnischen Provinzen mit Galizien rechnen, wonach die Neupolen zu Oesterreich in dasselbe „„ s t a a t s r e c h t l i c h e V e r h ä l t n i s w i e U n g a r n t r e t e n w ü r d e n Oberbürgermeisters Dr. Baumbach der Abg. Eugen Richter Daß dieser Wahnsinn nicht einmal Methode hat, sei nur das Wort, um über die Einleitung zum Programm und nebenbei bemerkt. Wertvoll aber sind diese polnischen über Punkt Ia des Programm=Entwurfs: die freiheitliche Plaudereien, weil sie sich unmittelbar an die merkwürdigen Ausgestaltung des Gemeinwesens, Aufrechterhaltung der! Vorgänge von Lemberg anschließen. In der galizischen bundesstaatlichen Grundlage des Reichs, zu berichten. Der Hauptstadt scheinen wahre Exzesse bethörter OffenherzigEntwurf sei mit größter Gewissenhaftigkeit ausgearbeitet keit begangen worden zu sein. Der Wein hat dort Zungen worden. Auch er habe manche Wünsche zurückstellen müssen. gelöst, die auch sonst schon schnell genug zum unbesonnenen Ein Programm sei keine Frage der Taktik, sondern der Worte sind. Die Herren Polen, die Magnaten vor allem eigenen Ueberzeugung, die parlamentarische Partei müsse haben sich durch die liebenswürdige Herzlichkeit des Kaisers geschlossen für alle Teile des Programms eintreten können. Fran: Jasenh in ein M Wenn die darin niedergelegten Forderungen in 20 Jahren verwirklicht seien, dürften die Urheber eine aufgabe erfüllt haben. Redner bittet, den Entwurf mög tigste Stütze, derKoglitionspoltik bilden. So schießenmancher= Vereins ebemaliger 11ter Hur=: lichst unverändert anzunehmen. Einleitung und Punkt la lei Fäden hin und her, aus deren Verschlingung das Ge daß die erste Fahnenmeihe in EEsh:keld ake## wurden darauf einstimmig unverändertangenommen. Abg. webe mit entstanden sein wird, von dem di jüngsten Ree.— De ercte Fahnenweihe in Eiberfeld abgek Munckel berichtete über die Programmforderungen l b, c, d: den des Kaisers wie des Fürsten Bismarck einen Teil Entwicklung eines wahrhaft konstitutionellen Verfassungs=enthüllt haben. Es ist auffällig, wie beflissen Herr von lebens im Reich und in allen Einzelstaaten, Gleichheit vor Koszielski die Worte in Abrede stellt, die nach anfänglichen dem Gesetz, Schutz der freien Meinungsäußerung. Der Zeitungsberichten Kaiser Franz Josef ihm gegenüber gebraucht an eme#####,#5. Sept. Heute nachmittag von 4 Uhr ### bier im„Saale der früheren Wirtschaft LudBisskus, eine öffentliche sozialdemokratische Versammtung Tagesordnung waren aufgestellt: Die o. von der Technik, Wahl eines Vertrauensmannes und: warum wurde das Mandat des Genossen Bölger „ jetzt s auf dem unnaer Parteitage für ungültig erklärt? Die acht Jahren ins Leben gerufen wurde. Anfangs fand Lersagimlung war von 35 Personen besuchzt und wurde das Unternehmen keinen rechten Anklang. Nachdem jedoch frurch den Einberufer Wolf aus Castrop eröffnet. Darnach die dem Verein von mir zugrunde gelegte Absicht erkannt wure Wolf zum., Heubel vom Sommerberge zum 2. Vorwurde und sich einsichtsvolle und strebsame alte Kameraden sitzenden und Müller aus Dortmund zum Schriftführer der Sache angenommen hatten, kam derselbe in Fluß; gewwag=########ter hatte bereits so viel von dem sozial. und jetzt sehen wir den stolzen Erfolg an dieser zahlreichen demokratischen Geist eingenommen, daß er ziemlich Versammlung. Ruhen wir jedoch damit nicht und suchen wackelig zum Vorstandstisch stolverte. Nach einigen Wor. in ramman amm.— iten des Vorsitzenden wurde von Lupp aus Dortmund an eis se Siesiazearc Ps Leigeitre. gie. eied Liee zu bessen dahin zu konmen, soweit es die lokalen Verhältuisse ge Ken 206 2r.... ie eber“ der Sdereichischen Reichshäste die ir Bhngenpspo.a. Ktatren, Hab jedez, der den grünen Ailla m Ehren ge, der Aurge besten, den. ernen Vorstenden die Leitun wurf mög= tigste Stütze der Koalitionsvolitik bilden, Sa schießen mancher= Parains anmmasi#####.### unrechl., Miglied des Sie wissen, ######nbeihe in Elberfeld abgehalten wurde. Der Gründer des dortigen Vereins, der brave Kamerad Paulich, weilt leider nicht mehr unter den Lebenden. Ehre seinem Andenken! Meine erste Ansprache an den Verein galt damals unserem greisen Heldenkaiser, Wilhelm zu entziehen und dem zweiten Vorsitzenden zu übertragen weil ersterer nicht genügend seines Amtes walte. Dieser gag nun freiwillig Wort und Vorsitz ab und verließ entrüstet das Lokal. Heubel erteilt an Bölger zum ersten Punkt der Tagesordnung das Wort. Dieser verbreitet sich in längerer Rede über die Arbeitsverhältnisse und Löhne von einst und jetzt. Er brachte nichts neues sondern wiederholte das, wus er fast in allen seinen Reden erzählt hatte und suchte an verschiedenen Beispielen den einzelnen Unterabschnitte einstimmig angenommen. Am Nachmittag erfolgte die Beratung über den zweiten Abschnitt(Volksbildung). Im Fortgang dieser Beratung wurden Abänderungsanträge zum Entwurf in betreff des Religionsunterrichts mit großer Mehrheit abgelehnt. Der Ministerialdirektor im Ministerium für Handel und Gewerbe, Oberberghauptmann Freund, hat sich nach Ibbenbüren begeben. Berlin, 24. September. Wie aus Kiel gemeldet wird, hat Prinz Heinrich von Preußen im letzten Augenblicke die Abreise nach England aufgegeben und wohnte heute in der Marinegarnisonkirche der feierlichen Enthüllung der von dem Kaiser gestifteten Gedächtnistafel zu Ehren der auf dem Panzerschiff„Brandenburg“ Verunglückten bei. der Feierlichkeit sprach der Prinz folgende Worte:„Kameraden! Ein ernster, aber auch zugleich ein freudiger Augenblick ist für uns gekommen: ernst, denn er erinnert an den Tod so vieler braver Leute; erfreulich, weil er uns zeigt, wie Seine Majestät unser allergnä digster Kriegsherr für seine Marine sorgt, ihre Lebensthätigkeit bis in die genauesten Einzelheiten kennt und gewissenhafte Pflichttreue zu loben weiß. Ich will hier ausdrücklich die Worte Seiner Majestät des Kaisers wiederholen, welche er unmittelbar nach jenem Unglücksfalle auf Seiner Majestät Schiff„Brandenburg“ ausgesprochen hat:„Ich halte dafür, daß die Männer auf der „Brandenburg“ nicht gestorben sind, sondern auf dem Felde der Ehre den Heldentod gefunden haben.“ So möge denn diese Gedenktafel, welche der Kaiser, unser allergnädigster Kriegsherr, dem Andenken der auf der „Brandenburg" verunglückten pflichttreuen Männer gewidmet hat, eine Mahnung für alle Zeiten sein zu unentwegter Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue im allerhöchsten Dienste. Im Auftrage Sr. Majestät des Kaisers und Königs übergebe ich nunmehr die von ihm gesiiftete Denktafel der Kirche." Der Kapttän der„Brandenburg" Kapitän zur See Bendemann, gab dem Danke für die allerhöchste Ehre Ausdruck. Der Feier wohnten zahlreiche Offiziere und Deputationen aller Teile der Marine bei. Die Frau Prinzessin Albrecht, welche mit ihren Söhnen, den Prinzen Heinrich, Joachim Albrecht und Friedrich Wilhelm, bei ihren Eltern, dem Herzog und der Herzogin von Sachsen=Altenburg, in Hummelshain zum Besuch weilt, trifft Dienstag=Abend von dort hier wieder ein, um am 27. d. Mts. den Geburtstag des Prinzen Joachim Albbrecht dier zu feiern. Der Kaiser hal mit seiner Vertretung bei der am 31. Oktober in Wittenberg stattfindenden Enthüllung des vor der Schloßkirche aufgestellten Kaiser Friedrich=Denkmals den Geneialadjutanten Generallieutenant v. Winterfeld beauftragt. Die Kaiserin Friedrich hat auf die Einladung ihren Dank ausgesprochen und da die Kaiserin an dem Tage verhindert ist, ihren späteren Besuch in bestimmte Aussicht gestellt. Wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ erfährt, steht die Abreise des Reichskanzlers Grafen Caprivi von Karlsbad für den 25. d. Mts. bevor. Sein Urlaub ist jedoch nicht beendet; den noch bis in die ersten Tage des Oktober sich erstreckenden Rest gedenkt er zur Nachkur auf dem Lande zu verbringen. Ueber die thorner Rede des Kaisers geht der„Nat.= Ztg.“ noch folgende Mitteilung aus Thorn zu: Nach Aussage eines bochgestellten Beamten war die in der Kaiserrede enthaltene Mahnung an die polnischen Mitbürger nicht vorbereitet, wie die Reden zu Königsberg und Marienburg, sondern der Kaiser hat aus eigenster Initiative das Wort für die Hochhaltung des Deutschtums ergriffen. Unter der hiesigen polnischen Bevölkerung herrscht infolge der Kaiserrede große Aufregung. Die„Gazetta Torunska“ meint, der Kaiser müsse über das Verhalten der polnischen Unterthanen sälschlich informirt, dieselben müßten verleumdet worden sein. Niemand habe das Recht, zu behaupten, daß die polnischen Mitbürger sich nicht als preußische Unterthanen betrachten. Wenn der Kaiser wahrheitsgemäße Informationen erhalte, dürften sie der königlichen Gnade gewiß sein. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Paasche erklärt in der „Nationallib. Korresp.“ die Nachricht, er beabsichtige sein akademisches Lehramt niederzulegen, für durchaus unbegründet. Aus Stockholm wird der„Voss. Ztg.“ geschrieben: Der bisherige, kürzlich auf seinen Wunsch seines Postens enthobene Gesandte des deutschen Reiches hierselbst, Generallieutenant und Generaladjutant Graf Karl v. Wedel, hat sich nunmehr mit der Gräfin Stephanie v. Platen, geb. Hamilton, verlobt. Die Ankündigung ist am Mittwoch von Schloß Stora Sundby aus, das der Gräfin gehört, erfolgt. Der nicht mehr lebenbe Vater der Gräfin wor Oberstatthalter von Stockholm. Mitte Oktober wird sich Graf v. Wedel nach Berlin begeben. In diplomatischen Kreisen bezeichnet man den derzeitigen Gesandten v. Derenthall in Weimar als Nachfolger des Gesandten in Lissabon, des Grafen Vray=Steinberg, der nach Stockholm versetzt ist. Der„Reichsanzeiger“ macht bekannt, daß in Belgien, Brasilien, Bulgarten, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Niederlande, Oesterreich=Ungarn, Rumänien, Rußland, Schweden und Norwegen, Schweiz, Serbien, Venezuela und vereinigte Staaten von Amerika deutsche Warenbezeichnungen in gleichem Umfange wie inländische Warenbezeichnungen zum gesetzlichen Schutz zugelassen werden. h Tokio, 24. Septbr. 5000 russische Soldaten marschirten in den Norden von Korea, angeblich um 2000 entwichene Sträflinge, welche beim Bau der sibirischen Eisenbahn beschäftigt waren, zu verfolgen. h Paris, 24. September. Unter dem Titel„Deutsche Spionage in Frankreich“ veröffentlicht das Boulevardblatt „Patrie“ einen gehässigen Artikel gegen die Art und Weise, wie die elsässische Polizeibehörde diejenigen Elsässer, welche Augenblick verließ, in welchem es ihm und den anderen führenden Mitgliedern der preußisch=polnischen Hofpartei klar werden mußte, daß ein anderer Wind in Berlin zu wehen anfängt. Vertuscht und beschwichtigt soll werden, was doch schon deutlich genug geworden ist und garnicht mehr vertuscht werden kann. Zum mindesten weiß man, daß die Polen, wenn sie die Einheit der staatlich getrennten Nation betonen, auf die zukünftige Hülfe eines mächtigen Staatswesens rechnen, das unmöglich das deutsche sein kann. Denn an der Festigkeit der Macht im Osten hat noch kein Deutscher, und mag er noch so pessimistisch sein, zweifeln können; irgend einem Deutschen in verantwortlicher Stellung auch nur das Spielen mit dem Gedanken einer Auslieferung deutschen Geviets an ein zukünftiges Polenreich zuzumuten, das wäre die schmachvollste Beleidigung. Auf wen hiernach die kecke Phantasterei des Polentums baut, das braucht man nicht erst weiter auszuführen, und es ist auch nicht ratsam, diese geheimen Vorgänge oder vielmehr die leisen Ansätze zu ihnen(hoffentlich handelt es sich zunächst um nichts weiteres) stärker zu unterstreichen. Jedenfalls wird Fürst Bismarck gewußt haben, warum es sich empfahl, gewisse Hoffnungen nach der angedeuteten Richtung hin beizeiten gründlich zu zerstören. Er wird sicher gewesen sein, daß er damit die zutreffendste Auslegung und Vertiejung der th orner Kaiserrede geliefert hat. Ein Zusammenhang zwischen beiden Kundgebungen besteht ganz ossenbar, nicht etwa in dem Sinne des beabsichtigten Zusammenarbeitens— davon kann keine Rede sein— wohl aber in dem Sinne, daß beide Männer, der Kaiser wie der ehemalige Reichskanzler, Kenntnis haben werden von national=volnischen Anmaßungen, die sich mit dem, aller Welt schon bekannten, mit den Vorgängen auf dem inner=politischem Gebiete, noch nicht erschöpfen, die vielmehr jüngsten Datums sind. Den Herren Polen wird es unter solchen Umständen doch wohl nicht leicht fallen, die verlorene Stellung zurück zu gewinnen. Die komödiantische Entrüstung, mit der ein polnisches Blatt aus Thorn vom schlecht unterrichteten an den besser zu unterrichtenden Kaiser appellirt, wirkt, wie es das Komödiantentum immer thut, nämlich lächerlich und für jedes gesunde Empfinden verletzend. Auf Einzelheiten der Bismarckrede braucht nicht eingegangen zu werden. Nur das eine sei hervorgehoben, daß der Fürst die polnischen Manöver vorwegnimmt, mit denen sich diese Gesellschaft voraussichtlich als Hülfstruppe für den„Kampf gegen den Umsturz“ gefällig erweisen will. Der polnische Adel selber gehöre zu den„Umsturz“=Parteien und müsse mit bekämpft werden. Wir meinen, daß sich die Frage, wie es die Polen mit der ferneren Unterstützung der Regierung halten werden sehr einfach erledigen wird. Sie werden fortan ebensowenig etwas umsonst thun, wie früher. Wird ihnen klar gemacht, daß die bisherige Richtung der Polenpolitik ein Ende haben soll, dann wird die Regierung auch ohne weiteres auf ihre Stimmen verzichten müssen, wie denn umgekehrt die antisozialdemokratische Gesetzgebung des Fürsten Bismarck die Polen zweifellos zu ihren lebhaftesten Befürwortern gezählt hätte, wenn der Fürst ihnen hätte gewähren wollen, was sie späterhin leider nur zu gut erreicht haben. Sonne wieder leuchtend an unserem vaterländischen Horizont. Ich wüßte kein Land, in dem sie heller und reiner schiene, wie bei uns, kein Land, in dem das Steuer des Staatsschiffes in einer frischeren, kräftigeren und gerechteren Hand ruhe, um dasselbe über alle gefährlichen Klippen zu führen, wie bei uns; und trotzdem gibt es leider eine Masse unzufriedener Elemente. Doch diese hat es zu allen Zeiten gegeben und sie würden noch viel weniger fehlen in dem m anmein Mm— unglaublichen Phantasiegebilde eines Zukunftsstaates, wiel.knr2c Mai.u. Li. 33.=22,1Pütktttomlerens gewag un Venn er im Kopfe einiger Phantasten spukt; aber diesen Unzu geiprach Psloer die Ungültigkeitserklärung seines Mandats möchte sagen, in ihren Köpsen fast durchpeg soarum ain barter Kauptentoickelt, Die,=Arbesterstg; hotmenschenwürdiges Dasein führen könnten, wenn die Hütten, Bergwerke, Fabriken, Eisenbahnen und Schiffe Eigentum der Arbeiter wären und der Gesamtheit zu nutze gemacht würden. Darnach wurde Heubel zum Vertrouensmann für den Agitationsbezirk Verghofen, Berghofermark, Höchsten, Sommerberg, Schwerte und Schwerterheide und Bölger zum Delegirten des Bezirks Berghofen zu der auf dem unnaer Parteitage beschlossenen und demnächst in unreifen Elementen mannhaft entgegenzutreten und sich in treuer Anhänglichkeit zu scharen, um unsern allerhöchsten Herrscher, das muß das Ziel jedes treuen Patrioten, ganz besonders aber derer sein, die des Kaisers Rock in Ehren getragen haben. Ich achte und ehre jede patriotische Vereinigung, insonderheit auch die Kriegerbunde. Einen ganz besonderen Wert lege ich jedoch auf die Vereinigung ehemaliger Regimentskameraden; denn da man sich näher kennen gelernt und im militärischen Leben sih in Freud und Leid zur Seite gestanden, dabei schätzen und achten gelernt hat, so kann man auch viel intensiver wirken und den Verein nicht allein von schlechten, sondern auch von unsicheren Elementen frei halten. Hierauf wollen wir einen ganz besonderen Wert legen, dann sind wir im wahren Sinne des Wortes eine im Kaiser darüber nur das gebracht, was ihr in den Kram gepaßt hätte. Lehmann und Dr. Lütgenau seien diejenigen gewesen, welche die Ungültigkeitserklärung durchgesetzt hätten und zwar seien hierbei allerlei Lügen aufgetischt worden. Er sei kein Freund der Genannten wegen ihres brüsken Benehmens. Sie wollten allein herrschen und behandelten die Genossen, wie der Unteroffizier seine Leute auf dem Kasernenhofe. Ihn wollten sie tot machen, weil er ihnen bei der Verfolgung der Befriedigung ihres Ehrgeizes im Wege sei. Es seien dünkelhafte Streber, als Genossen könne man sie nicht mehr bezeichnen. Der Kampf sei deshalb entbrannt, weil bei der Frage, wer nun nach dem Tode Tölckes als Reichstagskandidat ausgestellt werden solle, auch sein Name genannt worden sei. und Reich mit ganzer Treue ergebene Vereinigung“ sei er diesen Gesellen ein Dorn im Auge geworden, alter Kameraden. Ganz gleich, wenn man seine Dienst= undkein Mittel sei ihnen zu schlecht, ihn zu bekämpfen. Er habe Ausland. * Wien, 24. September. Die„Politische Korrespondenz“ meldet aus Belgrad: Der angebliche Konflikt zwischen Serbien und Italien reduzirt sich auf ein Mißverständnis zwischen dem italienischen Konsulat in Belgrad und den serbischen Verwaltungsbehörden, dessen befriedigende Beilegung demnächst bevorsteht. Das Gericht von dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen ist um so grundloser, als der neu ernannte serbische Gesandte beim Quirinal, Steic, sich dieser Tage auf seinen neuen Posten begibt. * C h r i s t i a n i a, 2 4. S e p t e m b e r. B e i d e r h e u t e v o r genommen Wahl der Storthiugs=Abgeordneten für Drentheim=Stadt besetzte die Partei der Linken, welche diesen Kreis bei den Wahlmännerwahlen der Rechten abgewonnen hatte, die Sitze mit dem ehemaligen Premierminister Steen, Bankdirektor Bomhoff, Gerichtspräsidenten Lindboe und dem als besonderen Arbeiterkandidaten aufgestellten Maurer Hagerup. Die Stadt Hammerfest wählte zum Storthing den der Partei der Rechten angehörigen Stadtvogt Selmer. * K a i r o, 2 4. S e p t.( M e l d u n g d e r„ A g e n c e H a v a s“.) Nach hier umlaufenden Gerüchten soll Oberst Colville vom englischen Kriegsministerium Befehl erhalten haben, die Reste der Eminschen Truppen zu sammeln und nach dem Bahrel=Ghazal bis zu seiner Mündung in den Nil zu marschiren, um die Expedition Monteil am Ueberschreiten des Flusses zu bindern. Der Marsch Colvilles gilt als der Vorbote eines englisch=italienischen Zuges, der gleichzeitig von Suakim und von Kassala auf Khartum geführt werden soll. ** Dortmund, 25. September. Zu der hiefigen St. Reinoldigemeinde gehörten auch ein Teil der evangelischen Eingesessenen der Gemeinden Brünninghausen und Renning. hausen, welche Orte zwar unmittelbar an das dortmunder Gebiet grenzen, aber doch eine Stunde vom Mittelpunkt Dortmunds entfernt liegen. Die Seelsorge wird hierdurch erschwert, andererseits ist namentlich für ältere Leute der Weg von und zur Kirche schon eine Leistung. Nachdem sich nun die Gemeinde Hombruch von Kirchhörde getrennt hat und ein besonderes Pfarrsystem Kirchhörde ins Leben getreten, ist in den erwähnten evangelischen Bewohnern von Renninghausen und Brünninghausen der Wunsch rege geworden, von Reinoldi ausgepfarrt und der neuen Gemeinde Hombruch überwiesen zu werden. Verhandlungen sind dieserhalb im gange, sie stoßen, wie wir hören, bei der Vertretung von Reinoldi auf keinen Widerspruch. zeit absolvirt hat, welchem Stande man angehört, denn das Bewußtsein, in demselben Rock seine Pflicht und Schuldigkeit gethan zu haben, hebt auch in der späteren Kameradschaft jeden Unterschied des Standes auf. Einer für alle und alle für einen, das laßt unsere Losung sein und diese steht mir höher und ist wahrer und aufrichtiger als die abgeschmackte Phrase von der Gleichheit und Brüderlichkeit, die, so lange die Welt steht, nicht bestanden hat und auch nie bestehen wird, mitsamt seinem Dreiklang der Freiheit. Die schönste Freiheit für jeden braven und ehrlichen Mann ist im Lande der größten Ordnung, und die größte Ordnung ist in dem Lande, wo eine strenge aber gerechte Regierung herrscht und diese finden wir am vollkommensten in unserem teuren Vaterlande. So wollen auch wir, die treuesten aller Treuen unseres allergnädigsten Kaisers und Königs an diesem Tage und zu dieser schönen Stunde in aufrichtiger Verehrung gedenken. Keinem Monarchen auf Gottes weiter Erde liegt das Wohl seines Volkes und Landes mehr am Herzen, wie ihm. Dies weiß ich aus eigener Erfahrung und wer daran zu zweifeln wagen sollte, der begeht, gelinde ausgesprochen, ein patriotisches Unrecht. Allen kann man nicht in allen Dingen und zu allen Zeiten gleich gerecht werden, dies ist ein Unding; aber in dem großen Zuge des Strebens für des Volkes und des Landes Wohl zu sorgen, daran erkennt man einen gerechten Herrscher und dieser schöne Zug ist bei unserem hohen Herrn im allerhöchsten Maße vorhanden. So fordere ich Sie auf, Ihre Gläser zu erheben und mit mir aus dem tiefsten Grunde Ihres patriotischen Herzens einzustimmen in den Ruf:„Se. Majestit, unser allergnädigster Kaiser, König und oberster Kriegsherr lebe hoch! ** Dortmund, 25. September. Von den Beamten des hiesigen Betriebsamtes werden noch versetzt die Betriebssekretäre Kühlmann und Trinkler nach Erfurt; auf Wartegeld gesetzt sind der Betriebssekretär Winkler und der Zeichner Brohl hier, sowie der Betriebssekretär Esders in Hamm. § Kochkunst=Ausstellung. Es wird uns von kompetenter Seite gescrieben: Betreffs der Kochkunst=Ausstellung hat wohl eine Besprechung von Fachleuten stattgefunden, die im Prinzip dafür waren, als es aber bekannt wurde, daß bereits der Wirte=Verein Bochum für nächstes Frühjahr eine Ausstellung fest beschlossen habe, hat der hiesige Verein aus kollegialischen Rücksichten vorläufig von einer besonderen Ausstellung Abstand genommen. §§ Personalnachrichten. Aus anlaß der Auflösung der Eisenbahn=Direktion(rechtsrheinische) in Köln zum 1. April 1895 werden, wie wir hören, noch weitere Personalveränderungen hier erfolgen. Der Vorsteher der hiesigen Zentral=Maschinen= Werkstätte, Herr Eisenbahndirektor Pohlmeyer, wird zur Disposition gestellt. Der Regierungsbaumeister Herr Mazura wird an die Eisenbahndirektion in Kattowitz, Herr Regierungsbaumeister Haubitz als Werkstätten=Vorsteher nach Harburg, die Eisenbahn=Betriebssekretäre Behrens und Lehmann werden nach Münster bezw. Oberhausen versetzt. Herr Buschschulte tritt in den Rubestand und Kortmann wird zur Disposition gestellt im Interesse der Partei zu allen Verleumdungen Lehmanns und Lütgenaus geschwiegen, aber, wenn sie ihn so weiter behandelten, würde er nicht mehr schweigen, dann würde er alle ihre Schlechtigkeiten ans Tageslicht bringen und alle Genossen würden sich dann wundern, welchen Lenkei den sie ihr Vertrauen geschenkt hätten. Er habe die Mittel in der Hand, beide zu verderben. Darauf entwickelte sich ein heißer Kampf zwischen Bölling, welcher die so Angegriffenen verteidigte und Bölzer. Bölling wirft dem Bölger vor, daß er allein nur der Stänker sei und daß es seine Eigenheit sei, immer diejenigen schlecht zu machen, die nicht anwesend seien. Er habe die Partei durch seine Wühlereien schon mehr geschädigt, wie er ihr nützen könne. Bölger fragt, ob er sich denn abschlachten lassen solle wie ein Lamm, seine Gegner könnten sich alles erlauben, dazu würde nichts gesagt, aber er solle im Interesse der Partei schweigen; pfeisen wolle er ihnen was. Er würde jetzt die Krebsschäden der Partei ans Tageslicht bringen und sie reinigen.-Müller=Dortmund nahm das Wort und sagte, daß alles, was die„Arbeiterzeitung“ gebracht habe, davon zeuge, daß Dr. Lütgenau ein Esel sei. Ihm wurde vom Vorsitzenden das Wort entzogen. Nach einer heitigen Erwiderung und mit der Erklärung, daß er mit Bölger fertig sei, verließ Bölling mit seinem Anhange das Lokal unter lautem Lärmen und Rufen der Zurückbleibenden:„Nichts wie Absicht, nur Absicht wars! Der ist nur zum Stänkern hergekommen!“ Die Versammlung war damit geschlossen. Schwerte, 23. September. In dem Lagerhause der Dogerie Wilh. Heppe in der Ostenstraße brach heute morgen gegen ½2 Uhr Feuer aus. Eine große Menge Neugieriger hatte sich vor dem Gebäude eingefunden, wo auch alsbald die Feuerwehr erschien, die das entfesselte Element sofort thatkräftig und mit gutem Erfolg angriff. Schon nach einer Viertelstunde war das Feuer soweit gedämpft, daß jede Gefahr für die umliegenden Wohnhäuser als beseitigt angesehen werden konnte. Die gänzliche Ablöschung nahm, nach dem„Kreisbl.“, dann noch einige Zeit in Anspruch. Zeistört ist zwar nur der Dachstuhl des Lagerhauses, doch soll der an den darin lagernden Waren angerichtete Schaaden, welcher durch Versicherung gedeckt ist, ziemlich bedeutend sein. Bochum, 24. September. Ueber die bereits gemeldete Sposanten Eindruck. Blutthat berichtet der„M. Spr.“: Mit einer Frivolität sondergleichen haben junge kaum 20jährige Burschen ein Menschenleben dahingemordet und ein anderes an den Rand des Grabes gebracht. Die an der Hernerstraße 15 (Hamme) wohnende Ehefrau Stamm, deren Schwester am Dienstag Hochzeit hat, holte am Samstag=Abend ihren zum Besuch hier eintreffenden Bruder Emmerich aus Dülmen von dem Bahnhof„Gußstahl“ ab, und nahm für den Fall, daß ihr Bruder Gepäck bei sich haben sollte, eine Schiebkarre mit zur Bahn. Nachdem Emmerich um zwölf Uhr angekommen war, kehrte das Geschwisterpaar auf dem Nachhausewege in der.schen Wirtschaft an der Maltheserstraße ein, um daselbst eine kleine Erfrischung zu nehmen. *+ Eisenbahn= Sekretär Als bald darauf beide das Lokal verlassen hatten, wurden nd Herr Werkmeister sie von sieben Burschen angerempelt, welche die Schubkarre b zur Misnosition gesteslt derr Werkmeller umnwarfen und die Beiden insultirten. Als sich die Angenn wird zur Disposition gestellt..„Hggg# griffenen dies verbaten und schleunigst weiterziehen wollten, Bei einem Sonntag in Duisburg abgehaltenen!?..... Auholde über sie her, und gegenüber der sedwetfahren wurde im Riederrad=Ermunterungs Schmiede des Herrn Witt erhielt die Frau Stamm mebA. Dols=Dortmund erster, J. C. Brinkmann=Dort Schmicoe des Geg)„ücken, welche die Lunge durchBelozipedwettfahren fahren mund zweiter Sieger.„„ p Der Arbeiter Scipio wurde auf einem hiesigen Werke von einem aus der Walze stammenden Eisenstabe derart unglücklich getroffen, daß er einen Bruch des linken Beines erlitt. s Die Anmeldungen für die kaufmännische Fortbildungsschule betragen bis jetzt 104. Alle Kurse kommen zustande. Wir machen die jungen Herren Kaufleute, die sich in den letzten Jahren für die Kurse im Französischen, Ober= und Unterstufe, und Handelsgeographie vergebens gemeldet haben, noch besonders darauf aufmerksam, daß diese Kurse gehalten werden, da die Zahl der Besucher ausreicht. rere Stiche in den Rücken, welche die Lunge durchbohrten. Außerdem wurde die Frau noch durch Stiche und Hiebe am Kopfe verletzt. Ihr Bruder Emmerich, der seiner Schwester, zur Hülfe beisprang, wurde ebenfalls mit dem Messer mißhandelt. Durch einen Stich wurde die Lunge verletzt, ferner wurde sein Gesicht vom Munde bis zum Ohr fast ganz aufgeschlitzt. Darauf machten sich die Uebelthäter aus dem Staube. Die beiden tödlich Verwundeten wurden gleich darauf ins kath. Krankenhaus gebracht; unterwegs ist Frau Stamm verschieden. Für unsere Polizei galt es nun, die Verüber dieser grauenvollen That zu ermitteln. Dies gelang noch gestern morgen; In einer Wiese bei Hofstede wurden sechs Mann erwischt, : Die Feuerwehr wurde diese Nacht gegen 2 Uhr welche sich ganz harmlos stellten. Es waren übelberiich alamirt. In dem Keller des Hauses Humboldtstraße 101 zigte Burschen. Bei mehreren wurden blutige Messer vorge war Feuer ausgebrochen, das durch das Hineinleiten größerer funden. Vor das Schmerzenslager des bei voller BeWassermengen erstickt wurde. Die Höhe des Schadens sinnung befindlichen Emmerich geschlossen vorgeführt, wurden ließ sich, des großen Qualms halber, noch nicht feststellen. die Burschen von diesem ganz bestimmt als Teilnehmer b Unseren Lesern berichteten wir dieser Tage über die l an dem Ueberfall erkannt und zwei als diejenigen bezeichBochum gelungene Festnahm= da brüchtiaten Ein:Inot melche gestachen hatten. Bei diesem waren auch bibrechers Kannstein. Derselbe lo in Bochum gelungene Festnahme des berüchtigten Ein= net, welche gestochen hatten. Bei diesem waren auch die sogirte sich in verschiedenen blutigen Messer gefunden worden. Trotzdem leugneten Burschen; selbst! Frau Stamm verh mut; der Aufforder des Todes die Wa tiges Wesen entgeg Stieglitz(ein Bew der sechs Vorgeführ der mit den Bursc vom Krankenhause anderen fünf zun sollte diesen Herbst Frau Stamm war verheiratet; der ar fünf kleinen Kinde jäh dem Leben er Emmerich läßt, wi Linden bei B Unglücksfall ereig Ringosenziegelei. Jahren fuhren sie kleinen zum Trans den Kippwagen. schüssiges Gleise u halten konnten, I nun in immer schr Töchterchen des St etwa 15 Meter ti Rückgrat, Armen noch atmend ausge Ob der Aufzug au verschlossen war, in die Untersuchung fe Wattenscheid, dem alten Schacht der verflossenen Ne beklagenswertes U Wetter. Es wurde schwer verletzt und ins katholische Krar Die Ursache der Ez s Warendorf, des bienenwirtschaf# heute hierselbst ihre teilnehmer von ne Städtchen zusamme Straßen zog der Schützenhofe, wo di tretung des erkrank Vorsitzenden des lan rath, stattfand. Eiuns bald, daß auf Münsterlande in de Fortschritt zu verzei Ausstellung in Hor wein, Honiglikör, H Ganz bedeutendes h Ennigerloh und: Harsewinkel geleist Völkern in Stulper Betrieb war die A sagen kann, daß die gehört, welche seiten letzten Jahren sind auch die Zahl der 2 Lob über das hiersel Vorsitzenden, Herrn Delegirtenversammlu den, Herrn Direktor mit herzlichen Worte zelnen Vereine und daß trotz der Ung Sommers die Betei und an der Ausstell Gewiß würde für vi sporn zu neuem S gegenwärtig 62 Zwe gliedern; es waren mit 44 Stimmen. 1 lung die Mitteilung, girtenversammlung d nächst seinen Wohnsi Ehrenpräsidenten er Zustimmung findet. fertigtes herrliches 2 den Versammelten sekretär Herr Goß Derselbe kennzeichnet mit dem seinen schwi schickten Motto: Pflege und Wenn die Nach Jahr Dagegen hat das 2 erfreulichen Aufschwu Vereine angeschlossen die Etatsfeststellung Einnahme und Ausg des Herrn Scheller entschädigung der Pr und sollen hierfür 50 Betrag die Stipendie des Rendanten Klage Einsendung der Beiti derartige Vereine in werden sollen. Eine vorgenommen, daß st den ein Ehrenpräses um auf diese Weise? dem Vereine zu erhal der 2. Vorsitzende,§ glieder Generalsekreté beiden erstgenannten dergewählt, für letzte durch Stimmenmehr! Festorte wurde Dahl und dementsprechend Festball verlief glänz große Illumination d Solingen, 22. E verband hielt am vergSaale dahier eine Ze zahlreich besucht wa Präses des Verbande leitet. Die wichtigste war ein Antrag des bierhandel betreffend. führte zu dem Antra in Gelsenkirchen schlee händler verkaufe, wie der dieselbe Färbung Weise ein gutes Ge verkaufes sei sehr sch aus Hunderten von Schnapsflaschen here lich sei, auf diese W man, weil auch die B oft zu wünschen übri hinsicht ebenfalls ei geführt werde. In dierhändler und 80 2 vort vielfach zu 6 und #schloß nach länger Petition in dieser Ar burde beschlossen, den daß der Wirt beim Eir verde. In Wald ist Vereins besagte, vorge som städtischen Eicha chlagnahmt wurden. Lerbandsvereine, da ahrungen gemacht w scppert, haben, gebet rken, daß der Fabri I die Eichung gard brschend, sol, wenn ei erbunden ist, die letzt andlungen des Verba * Wiesbaden, 24 Burschen; selbst bei der Vorführung vor der Leiche der aus Darmstadt gemeldet, daß, das man einem freudigen##### aufv eran Stamm verharrten dieselben in ihrem zpnischen Gleich= Ereignisse am bessischen Hofe entgegensehe, es ledialch Schisigalkteunde.g der Kaltserungen zum Halen die mut der Aufforderung des Untersuchungsrichters angesichts, vom Befinden der Grobßberzogin abbänge, ob die Hochleit das vouui ceie voerrechtlebbaz. Es folgt bieraus, des Todes die Wahrheit zu sagen, setzten sie ein gleichgül= des Großfürsten= Thronfolgers im Januar oder einie?# genwärtigen hohen Versandziffern, welche dieaes Wesen entggen. Die am meisen Belasteten beißen Wochen später Kattfiade. Der Uebertit der Mrimuesiag geriden des Voraurs um mebr als 10 Dovbelpagen Sticglits(ein Bewohner des Alhzls), und Ohmann. Einer Alx zum orthodoren Glauben seit zweisellos und werdel gende eigen dem bervortretenden Bedarfkaum der sechs Vorgeführten, ein Knecht einer hiesigen Destillation, kurze Zeit vor der Hochzeit stattfinden. sandss#er##sbalb man eine weitere Erhöhung der Verder mit den Burschen vorher gezecht haben solle, wurdel Frankfurt, 24. Sept. Vor dem hiesigen Landgericht Kechenkreisen grnarzne Kur.. udierer Witernag, in ein Vergleich in einem Prozeß auf Ersällung des Ebe nunmehr um znarte.:.i..Versandmengen enfallen versprechens zwischen einem reichen jungen Manne und bikats zu den heutigen bessern Preisen. Zu de###########ie einem armen Mädchen zustande. Der Verklagte erbot sich, wärtigen Preisen besteht allerseite lehhatt. 6su=e Jahre mit einem Witwer 40000 uk. als Abfindung zu zahlen. Dieser Vorschlaa es sind Rertrsgr rea auerseits lebbaste Kauflust und verheiratet; der arme Mann steht nun wiederum mit seinen wurde angenommen.09 reits in umdoe b. enog, 1,95 bezw. 1. April 1896 be. fünf kleinen Kindern erschüttert an der Bahre seiner so kiens in umfangreicher Weise gethätigt; auch wird als jäb dem Leben entrissenen Gefährtin. Der Zustand des Standesamtliche Dachnichten. bahnpern. das die königlich preußische EisenEmmerich läßt, wie wir hören, wenig Hoffnung. Anmeldungen vor September 1894. Kräumte Hez gereaa ie bis genve dieses Monats einge. Linden bei Bochum, 22. September. Ein schrecklicher! ms####mneldungen, vom 24. Se., ver 1892. skaumte Bezugsrecht auf den Kohlenbedart für das Lieseunglüicszsal ereignete sich gestern abend auf der biesigen a. he Is5vonz albrug Siehers v. Roschne Kavr Paathester vor 850 a4 hs(e iu dem gegenwärtig geltenden Preis Ringosenziegelei. Mehrere kleine Kinder von 7 his 101 Je 55. mit Anna Siefers, Uebelgönne 14. Gasarbeiter#von 9,00 u die Tonne ausüben wird. Ringosenzegelet. Mehrere kleine Kinder von 7 bis 10/Wilhelm Heck, umt„Mathilde, Heuwinkel, Nordstraße 15. a.„Böln=Rüsener Bergwerks=Atienvereia“ in Kreuzthal 893/94 betrugen die Gewinnvortrags aus schüssiges Gleise und als die Kinder denselben nicht mehr Einma Janus, Vorstfete, Büchhalter Heinr. Brink=svem Vorjahre von 27348 0 rund 209 000 Davon halten konnten, ließen dieselben los. Der Wagen jagte Dieckmaun mit Luise Nenn Sgarbrischen, Ingenieur Ateugt e:e weltungs= und Geschäftsunkosten, Zinsen nun in immer schnelleremn Tempo mit dem siebenjährigen Hantnaun Mas a 4 Ingenieur Alfred. aggß, 86/0 owi, Zinsen und Nachlässe mit 149000—4, Töchterchen des Schuhmachermeisters H. Freund in einen nann, Posz#r#zuma Storck, Silberstraße 25. wgnß.#.999.#4 brig bleiben, die zu Abschreibungen veretwa 15 Meter tiefen Aufzug hinab. Mit zerbrochenem! S5 ter Auszug auch mit der vorschristsmäsigen verschlossen war, wird, so bemerkt die„Westf. Volksztg.“, Faestkzzigstrat... 1. Schäfer Franz hihbeln, I“ Berliner Börse.(Telegramm.) die Untersuchung feststellen. Westfaliastraße 177. Tagelöhner Johann Siebold, Amalien= Herl: Hand=Geienia u: Wattenscheid, 22. Sept. Schlagende Wetter. Aufl Prauer Oswald Heuchel, Geue Radstraß, Xaiserstraße 92. Darnltädter Kaus u. ea2..21 9enit .S elsge, Schaecz, der. Zecse aor, ereiguete sich in Hahnarthoster Mhalt seiuald, uscgsatade 1. 1 Tohte: Au, ithlsig beklagenswertes Unglück Wetter. Es wurden, laut. schwer verletzt und teils ins ins katholische Krankenhaus nach Gelsenkirchen transportirt Die Ursache der Explosion ist noch in Dunkel gehüllt. I4 uur„osei Hulczynsti, Vornstraße1 Prmurchen(163.00s164.20 8 Warendorf des bienenwirtsch heute hierselbst ih teilnehmer von nah und fern in unserem zerandlichen Städtchen zusammengeführt. Durch die festlich geschmückten Straßen zog der imposante Festzug gegen 2 Schützenhofe, wo die Eröffnung der Ausstellung. tretung des erkrankten Herrn Landrats Vrede durch den Vorsitzenden des landwirtschaftlichen Vereins, Herrn Coppenrath, stattfand. Ein Gang durch die Ausstelluna belehrt Altendorf, Bordeg dann das Dunkel der ern alles zu nun unsere Kriminalliche der gestohlenen gen Pfandleihbäusern sglicht, sie den rechtDie Vertretung der hatte den Abbruch der usführung eines Neuovinzial=Konservators Minister der geistugung zum Abbruch oe sich noch in gutem zwingenden Gründe Es ist der Kirchenhränkung des Neubauzleich eine nicht unrde. nachmittag von 4 Uhr ren Wirtschaft Ludeatische Versammtung ren aufgestellt: Die Vertrauensmannes, es Genossen Bölger bes:=„ h wurde Rückgrat, Armen und Beinen wurde die Kleine kaum veröffnet. Darnach nerberge zum 2. Vorzum Schriftführer el von dem sozial. daß er ziemlich Nach einigen Woripp aus Dortmund sitzenden die Leitung inden zu übertragen, mtes walte. Dieser ab und verließ entBölger zum ersten . Dieser verbreitet seitsverhältnisse und e nichts neues sonallen seinen Reden enen Beispielen den Naschinen unter den Vorteil, sondern zum st alle Menschen ein en, wenn die Hütten, id Schiffe Eigentum eit zu nutze gemacht in Vertrouensmann erghofermark, HöchSchwerterheide und erghofen zu der auf und demnächst in nz gewählt. Nun ing seines Mandats agte, es habe sich *„ Arbeiterztg." habe n den Kram gepaßt seien diejenigen gedurchgesetzt hätten aufgetischt worden. egen ihres brüsken chen und behandelr seine Leute auf ot machen, weil er digung ihres Ehrhafte Streber, als bezeichnen. Der bei der Frage, wer tagskandidat ausgesenannt worden sei. im Auge geworden, bekämpfen. Er habe mdungen Lehmanns n sie ihn so weiter eigen, dann würde slicht bringen und ein, welchen Lenten r habe die Mittel rauf entwickelte sich elcher die so AngeBölling wirft dem Stänker sei und jenigen schlecht zu r habe die Partei r geschädigt, wie er sich denn abine Gegner könnten gesagt, aber er solle isen wolle er ihnen n der Partei ans Müller=Dortmund was die„Arbeiteraß Dr. Lütgenau ein en das Wort entg und mit der Erverließ Bölling mit utem Lärmen und wie Absicht, nur ern hergekommen“ en. em Lagerhause der brach heute morgen Menge Neugieriger i. wo auch alsbald elte Element sofort griff. Schon nach eit gedämpft, daß häuser als beseitigt e Ablöschung nahm, Zeit in Anspruch. s Lagerhauses, doch angerichtete Schakt ist, ziemlich beGeburten. 1 Sohn: Lokomotivführer Wilh. Heidemann, wandt werden.(Im Vorjahre wurde noch ein Rohzewinn Kronprinzenstraße 7. Bergmann Friedr. Hülsdau, Papen=von 182 415# erzielt, woraus 150 000 J Abschreibungen garten 62. Bahnwärter Herm. Schliepsieck, Bornstr. 246.]bestritten und 27319 auf neue Rechnung vorgetragen 115,50 119,00 176,10 Hörder St.=Prior. Kölner Bergweck König Wilhelm, conv. dto. St.=Prior. Könizs= u. Laurahütte 131,00 Louise Tiefbau, Aktien 57.00 dto. St.=Prior Dortmund=Enschede Pluto, Aktien #to. St.=Prior. 148 60 Getreide=Börse. 22./9. 24 /b. 135,00 135 50 67.80 88. 147.00 119 50 177,00 31.00 57.20 92,00 92,50 131,00130,60 131,80133 10 Besuch: gut Montag, den für die Zeit vom 24. September, mittags 12 Uhr, bis 25. September morgens 8 Uhr. Wächetads ia ber lacen Sohpen Vevenutst.21c iun voerwenischen Mere und Pekroslanz, widread der LoitFortschritt zu verzeichnen ist. Pefand. 91 bedeutel er ldruck auf dem Gebiete zwischen den Alpen, Schottland und Fachzo,; im Norden kähl und vielsch beiter, in Sarseminen Pen Honiobackwaren Herr Dammann= Süben meist trübe bei nabezu normalen Wäcmeverbält95isse be Scecl eice. Seisechese dan aesche Sioasgn.., Bulck. Bonr u1 auch die Zahl der Ausstellungsbesucher und einstimmig das scheinlich. Lob uber das hierselbst gebotene. In Vertretung des ersten Vorsitzenden, Herrn Landrat Freiherr v. Vinke, wurde die westf. Hafer 00,00—00,00„ Roggenv. 17,50—10,00 fr. Hafer 12.75—14,00„ Weizenkleie 6,80—.00 Alles per 100 Kilo frachtparität Essen exklusive Sack bei Abnahme von Doppelladungen. w Essen a. d. Ruhr, 24. September. Kohlenbörse. ie Förderung ist sehr stark, ebenso ist die Adnahme so bedeutend, daß Wagen unzureichend gestellt werden. Preise fest. Die nächste Börse findet am 29. Oktober statt. Mein, 24. Sept. Getreidemarkt. Weizen alter hiesiger loko——. vo. neuer hiesiger 13.25, fremder loko 14.00. Roggen hiesiger loko 12,50, fremder loko 13.00, Hafer, alter hiesiger loko—.— oo. neuer hiesiger 13.—, fremder 13.50. Rüböl loko 48,00, per Oktober 46,10 Br., ver Mai 46.30 Br.—— Veränderlich. w Breslau, 24. September. Eine amtliche Meldung des Regierungspräsidenten besagt, das im waldenburger Ausstandsgebiet bis auf einen kleinen Teil sämtliche Arbeiter eingefahren sind; der Ausstand ist daher beendet. Draht=Nachrichten. (Wolffs Telegraphen=Bureau.) * Berlin, 25. Septhr. Im Ministerium des Innern ist man, wie das„B..“ aus sonst gut unterrichteter Quelle wissen will, thatsächlich mit der Ausarbeitung einer Art von Anarchistengesetz beschäftigt. Welche Form die Sache annehmen wird, scheint noch nicht festzustehen, doch habe man Grund zu der Annahme, daß es sich um ein Spezialgesetz handle. Die Sache wird sehr geheim betrieben.(Die ganze Geschichte erscheint sehr unwahrscheinlich. Red. der„Dortm. Zig."“) * Berlin, 25. September. Die„National=Zeitung“ erfährt aus zuverlässiger Quelle, die preußische Regierung werde in der nächsten Landtags=Session den DortmundRheinkanal nicht wieder einbringen, weil der Plan desselben später mit dem Mittellandkanal wieder vorgelegt werden soll. * Berlin, 25. Septbr. Der Gesetzentwurf über die Organisation des Handwerks und Regelung des Lehrlingswesens soll fertig gestellt sein. Derselbe soll den Innungszwang für alle bediagen, die mindestens eine fremde Arbeitskraft— Gesellen oder Lehrlinge— beschäftigen. * Warschau, 25. September. In der auch von der Cholera heimgesuchten Stadt Zlaczky, Gouvernement Kalisch, hat eine Feuersbrunst über 60 Häuser eingeäschert. In einem Hause sind drei Personen verbrannt. Texte zur Oper„Der Troubadour“. sind à Stück 25 Pf. zu haben in der C. L. Krüger'schen Buchhandlung, Westenhellweg 43. Bekanntmachung. Es bestehen hierselbst zur Zeit folgende amtliche Verkaufsstellen für Postwerthzeichen: Deutsche Seewarte. : Mildes Wetter Später Niederschläge wahrDelegirtenversammlung 5 Uhr von dem zweiten Vorsitzenden, Herrn Direktor Geibel, eröffnet. Derselbe begrußte mit herzlichen Worten die erschienenen Vertreter der einzelnen Vereine und gab seiner Freude darüber Ausdruck daß trotz der Ungunst der Witterungsverhältnisse des Sommers die Beteiligung an der Generalversammlung und an der Ausstellung eine so außerordentlich reiche sei. Gewiß würde für viele Imker das hier gebotene ein Ansporn zu neuem Streben sein. Der Hauptverein zählt gegenwärtig 62 Zweigvereine mit zusammen 1736 Mitgliedern; es waren durch Delegirte vertreten 32 Vereine mit 44 Stimmen. Der Vorsitzende macht der Versammlung die Mitteilung, daß durch Beschluß der letzten Dele girtenversammlung der bisherige Vorsitzende, welcher dem nächst seinen Wohnsitz in Hannover nehmen wird, zum Ehrenpräsidenten ernannt werden soll, was allgemeine Zustimmung findet. Ein zu diesem Zwecke ausgefertigtes herrliches Diplom in prächtiger Mappe wurde den Versammelten zur Ansicht vorgelegt. Der General sekretär Herr Goßmann erstattete den Jahresbericht. Derselbe kennzeichnete das vergangene Jahr recht treffend mit dem seinen schwungvollen Ausführungen vor aufge schickten Motto: Pflege und warte, zage nicht, Wenn die Natur vernichtend wirkt: Nach Jahren ersetzt sie es wieder. Dagegen hat das Vereinsleben insofern einen weiteren erfreulichen Aufschwung genommen, als sich weitere acht Vereine angeschlossen haben. Herr Paulussen referirte über die Etatsfeststellung pro 1895. Dieselbe banlancirt in Einnahme und Ausgabe mit 2366 d44. Der hierzu seiten des Herrn Schellewald gestellte Antrag auf Reise entschädigung der Preisrichter fand einstimmige Annahme und sollen hierfür 50 u eingestellt werden, um welchen Betrag die Stipendien zu kürzen sind. Es wurde seitens des Rendanten Klage geführt, daß einige Vereine in der Einsendung der Beiträge säumig seien, weswegen künftig derartige Vereine in den Versammlungen namhaft gemacht werden sollen. Eine Statutenänderung wird in der Weise vorgenommen, daß statt des bisherigen 1. u. 2. Vorsitzen den ein Ehrenpräses und 1. Präses ernannt werden soll, um auf diese Weise den beliebten bisherigen Vorsitzenden dem Vereine zu erhalten. Nach dem Turnus scheiden aus der 2. Vorsitzende, Herr Geibel und die Vorstandsmit glieder Generalsekretär Goßmann und Lohmann. Die beiden erstgenannten Herren werden per Akklamation wiedergewählt, für letzteren wurde Herr Lehrer Niggemeier durch Stimmenmehrheit ernannt. Zum nächstjährigen Festorte wurde Dahl an der Volme in Vorschlag gebracht und dementsprechend gewählt. Der hiernach arrangirte Festball verlief glänzend, ein prächtiges Feuerwerk und große Illumination der Gartenanlagen erhöhten den im ie bereits gemeldete Sosanten Eindruck. 22. Seor. Der rheinisch=westfälische Wirteverband hielt am vergangenen Mittwoch im Bunghardtschen Saale dahier eine Zentral=Norstande-Siauns en ei. —E S — Wärme. Taupunkt. it einer Frivolität hrige Burschen ein nstag=Abend ihren er Emmerich aus ab, und nahm für ch haben sollte, eine Emmerich um zwölf wisterpaar auf dem t an der Maltheserischung zu nehmen. ssen hatten, wurden elche die Schubkarre Als sich die Angeveiterziehen wollten, ind gegenüber der Frau Stamm mehdie Lunge durchnoch durch Stiche Bruder Emmerich, beisprang, wurde Durch einen Stich sein Gesicht vom fgeschlitzt. Darauf Staube. Die beiden if ins kath. Krankenim verschieden. Für dieser grauenvollen gestern morgen; in 's Mann erwischt, waren übelberüchlutige Messer vorgedes bei voller Beivorgeführt, wurden mi als Teilnehmer s diejenigen bezeiche sem waren auch die otzdem leugneten dig i anderes an den#Saale dahier eine Zentral=Vorstands=Sitzung ab, die recht Grises des Verkandes, Hern B. Fehrer=Dussldorf, geIAPPMEE NE shrtie zu dem Autrage aus, daß der Flaschenderstande der dieselbe Färbung habe wie Bier, und Schuape, Weise ein gutes Geschäft. Der Nachweis aan auf diese verkaufes sei sehr schlecht zu führen, da es schwer halte aus Hunderten von Bierflaschen auf den an. Schnapsflaschen herauszusinen. Da es also nicht—“ lich sei, auf diese Weise Kontrolle zu führen, so müsse man, weil auch die Beschaffenheit des Bieres in Flaschen oft zu wünschen übrig lasse, dahin streben, daß hinsicht ebenfalls eine entsprechende Besteuerung sführt werde. In Gelsenkirchen seien 143. Flaschen bierhändler und 80 Wirte, und die Flasche Bier würde ort vielfach zu 6 und 7.e verkauft. Die Versammlung beschloß nach längerer Beratung, dem Reichstage eine Petition in dieser Angelegenheit zu unterbreiten. Ferner beschlossen, den Regierungs=Präsidenten zu ersuchen, daß der Wirt beim Einkauf von Biergläsern besser geschützt eresig##, Pato in e, wie ein Antrag des dortigen vorgekommen, daß Biergläser, welche nicht ###. Adtischen Eichamt in Solingen geeicht waren, be Becsushut, wurven.„Die Regierung soll, nachdem die „undsvereine, da in andern Städten die gleichen Er n gemach, worden sinr, sich über diese Frage pirken dasu: geveren herven, nach der Richtung zu ür zi.## der Fabrikant bezw. der Verkäufer der Gläser prechend Fcitis, garantiere. Einem Antrag Neuß entPerbundet al weiz ein Verbandstag mit einer Ausstellung andtunag.“; disr lepztere einen Tag vor Beginn der Ver # des Verbandstages eröffnet werden. Wiesbaden, 24. Sept. Dem„Rhein. Kurir“ wird □ 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. (Setzt man bei den Zahlen für den Dunstoruck statt der Millimeter die Bezeichnung Gramm, so erhält man jeweilig das Gewicht des in einem Kubikmeter Luft enthaltenen Wassers.) Höchste Tageswärme+14,5° R.(+ 18,2°.), nie drigste Tageswärme+ 9° R.(+ 11,2°.), höchst Nachtwärme+ 140 R.(+ 17,5°.), niedrigste Nacht wärme+.50 R.(+ 10,5°., Ttach — w Wien, 24. Septbr. Heute vormittag wurde in dem großen Saale des Musikvereins der deutsche Naturforscher- und Aerzte=Kongreß in Anwesenheit des Erzherzogs Rainer, des Ministerpräsidenten Fürsten Windischgrätz, der Minister v. Madcyski, v. Bacquehem und Graf Falkenhayn eröffnet. Unter den etwa 2000 Mitgliedern des Kongresses befinden sich u. a. die Professoren v. Bergmann und Leyden(Berlin), v. Ziemssen(München) und v. Rindfleisch(Würzburg). Der Geschäftsführer des Kongresses Hofrat v. Kerner eröffnete die Versammlung mit einem Hoch auf die beiden Friedensfürsten, die Monarchen des deutschen Reiches und Oesterreich=Ungarns, und beantragte, daß beiden Majestäten die Huldigung telegraphisch übermittelt werde. Unterrichtsminister von Madeyski hob in einer begeistert aufgenommenen Rede die phänomenale Schnelligkeit hervor, mit der die Naturwissenschaften fort geschritten seien, und erklärte die Furcht, daß durch diese Fortschritte die idealen Güter der Menschheit verdrängt würden, für ungerechtfertigt. Je größer der Fortschritt der Wissenschaften, desto greifbarer werde das Streben nach einer Zusammenfassung der Naturwissenschaften mit den Geisteswissenschaften zu einem Ganzen. Dies sei die heutige Signatur der Wissenschaften, dies auch das Ziel, welches der Staat auf erörterte die Geschichte der Gesellschaft deutscher Natur forscher seit deren Begründung, widmete den in dem letzten Jahre verstorbenen Mitgliedern einen warmen Nachruf, gab ein Bild von der Rolle, welche die Naturwissenschaften in dem Leben der Völker spielen, und betonte die Wichtig keit der gymnasialen Bildung. Schließlich erinnerte der Redner an das leuchtende Vorbild des verstorbenen Geheimrats Professors Dr. v. Helmholtz in der Genauigkeit der Beobachtung, in der Ausdauer der Arbeit, in seinem Scharfsinn und seiner Gewissenhaftigkeit in der Darstellung wie in jeder bürgerlichen Tugend. Auf Antrag des Prof. Exner wurde ein Kondolenz=Telegramm an die Witwe v. Helmholtz's abgesandt. Nach der Rede des Professors Sueß folgten Vorträge des Professors Leyden=Berlin über Gerhard van Swieten und die moderne Klinik, sowie des Professors Mach=Prag über das Prinzip der Vergleichung n der Physik. — Mecheln, 24. September. Gestern abend stürzte n einem großen Festsaale, in dem sich mehr als 200 Peronen aufhielten, plötzlich der Fußboden in die Tiese und riß alle Anwesenden mit in die im Erdgeschoß gelegene Stuhlfabrik. Es entstand eine furchtbare Panik. 20 Peronen wurden verwundet, darunter 5 schwer. a) im Orte: 1. beim Kolonialwaarenhändler Herrn W. Kampmann, Bornstraße 70. 2." Zigarrenbändler Herrn L. Menke, Eisenmarkt 1. Spezereihändler Herrn H. Dehne, Gerberstraße 13. Kolonialwaarenhändler Herrn Jos. Schlichtherle, Grünstr. 8. Zigarrenhändler Herrn H. Klebisch, Josefstr. 19. Zigarrenhändler Herrn W. Bergfeld, Kaiserstraße 7. Kaufmann Herrn F. W. Krahn, Kesselstraße 53. Kaufmann Herrn J. Küneke, Leopoldstraße 57. Kaufmann Herrn L. Strunck, Lürgenbrückstraße 18. Kolonialwaarenhändler Herrn R. Böddicker, Münsterstr. 58. Kaufmann Herrn W. Lambardt, Nikolaistraße 29. Kaufmann Herrn H. Wiesler, Prinzenstraße 8. Kaufmann Heiin P. Braudenburg, Rheinische Str. 30: Wirth Herrn C. H. Hasenbring, Schützenstraße 77. „„irib Perrn A. Pulger, Stahlwerkstraße 46. „ Ahrmache Herrn Krz. Kulitz, Steinstraße 7. :3.### Hunecke(Schenkwirthschaft), Weißenburger Str. 80. 18. beim Kolonialwaarenhändler Herrn J. Benn ing, Westerbleichstr. 21 19." Spezereihändler Herrn A. Schlüter, Zimmerstraße 16. b) im Landbezirk: 1. beim Flaschenbierhändler Herrn P. Meyer, Brünninghauser Weg 30. 2." Wirth Herrn A. Meinke, Huckarder Str. 98. Wirth Herrn Frz. Krahn, Huckarder Str. 145. Wirth Herrn H. Heyll, Kaiserstraße 204. Wirtb Herrn F. Nies, Leierweg 19. Wirth Herrn J. Ophoff, Märkische Straße 141. Wirth Herrn H. Bierbrodt, Steinernebrücke. Bäcker Herrn Schöllgen in Cörne. „„e# ere Anmeldungen wegen Uebernahme von amtlichen Verkaufsstellen ür., Postwerthzeichen werden bei dem unterzeichneten Postamie entgegenDortmund, den 20. Januar 1894. Kaiserliches Postamt. I..: Boetzk s. Eichlinghofen. An die schleunige Zahlung der Kirchensteuer=Reste pro 1. Holbjahr 1894/95 wird hierdurch erinnert. Eichlinghofen, 23. Septbr. 1894. 12962 1 Der Rendant. Handkoffer in großartiger Auswahl von 1 Mk. 80 Pf. per Stück an. 3. 4. 5. 6. 7. 8. A. Eick& Co., Pfandleih=Anstalt, Nicolai-Strasse 5, Dortmund. 55336 Unterricht im Glanzbügeln, sowie Plätten jeder seinen Wäsche bei sauberster Ausführung. Frau Luvbe, Sonnenscheinsgasse 10, part. Daselbst werden Kunden ges. 1 Eine neuerbaute Cantine am Vortmund=Ems=Kanal in der Näbe von Munster unter günstigen Bedingungen zu übertragen. Zahlungsfähige Reflectanten wollen sich unter T 12957 an die Geschäftsstelle wenden. 4 Leere Kartoffelkisten sind billig zu haben bei 12957 1 H. L. Sternau. 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Gewerbliche und soziale Zeitung. ** Dortmund, 25. September. Ein Patent auf einen liegenden Kokesofen“, hat Herr Franz Josef Collin hier angemeldet. Vom Ruhrkohlenmarkt wird der„K..“ geschrieben: Die gegenwärtige Lage des Ruhrkohlenmarktes wird am und zutreffendsten durch die täglichen Versandrern##e.####net. Die Anforderungen der Zechen paven sich in ven letzten Togen bereits auf 12000 Doppeldoch hindert ein fortgesetzter Wagenmangel die volle Entfaltung der Leistungsfähigkeit und damit die befriedigung der erheblich vermehrten Nachfrage. Diese Anforderungen entspringen dem vermehrten Bedürfnis der Strecke(Eisenhabnabsatz), welche zu einem nicht geringen Teil in den frühern Monaten Zurückhaltung zeigte. Die Nachfrage auf dem Wasserwege ist noch eine derartige, daß sie Anfuhr nicht genügt, sondern die vorhandenen Betände in Angriff genommen werden müssen. Im laufenden Monat ist bei den erhöhten Tages=Versandziffern und Mädchen vom Lande sucht pr. 15. Oktdr. Stelle. Ed. Grase, Neu=Asseln 49, bei Brackel. Ein prop. Mädchen, das in der Küche und allen häusl. Arb. erf. ist und in bess. Häusern gedient hat, sof. gesucht. Hamburger Straße 7, part. Eine sehr prov. Frau sucht z. 1. Okt. Comptoir=Arbeit od. Beschäft. in bess. Hause. 1. Kampstr. 39, 3. Ct. Für sof. oder 15. Oct. ein tüchtiges Dienstmädchen von auswärts ges., welches gute Zeugnisse besitzt. Münsterstraße 80, 1 Tr. Ein kräft. Tagesmädchen, welches auch wäscht, sofort gesucht. Saarbrücker Straße 36, 2. Et. Wegen Erkrankung des jetzigen ein In Küche und Hausarbeit erf. Mädchen gesucht. Kronpeinzenstraße 17. Eine Wohnung zu vermietben. 12953 Wo, sagt die Geschäftsstelle d. Z. Wohnung von—3 Zimmern zu rmietben. Uhlandstr. 6. Eine einzelne Person(Wittwe) sucht per 1. Okt. 1 großes oder 2 kleine Zimmer in besserem Hause. 1 Angebote u. A Z 12949 wolle man an die Geschäftsstelle richten. Ein Handwerker sucht per Februar 394 einen Lagerraum oder Stall mit Wohnung von—4 Zimmern i. 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St..930 mm X 1,000 mm groß, billigst abzugeben. 12942 H. Müse: sen. 36 Westenhellweg 36 Wir empfehlen beehrt sich die Ausstellung einer großen Auswahl der neuesten Erscheint wöchentlich z1 Vierteljährliche Bezugsgebüh durch die Post bezogen 2 Ankündigungs-Ge die einspaltige Grundzeile 20 Pf., für Arbeit und Wohnungs=Nachw Sonntag Lied für eine Singstimme mit Klavierbegleitung, componirt und der Concert=Sängerin Fräulein Adele Asmus gewidmet von August Haselhoff. Preis: 1# „Schon die Widmung dieses eigen„artigen Gesangstückes an die weit „und breit geschätzte Concertsängerin „Fräulein Adele Asmus bürgt für „die Gediegenheit dieser elegischen „Leistung. Der Tendenz des unter„gelegten Textes gemäß klingt die „ganze Tonweise in Moll aus und „ist somit in bezug auf den gesang„lichen Inhalt, Akkord um Akkord, „dem herzbewegenden Liede angepaßt, „das ein Zug kindlicher Wehmut) „durchzieht. 1 C. L. Krüger'sche Buch= und Musikalienhandlung in Dortmund, Westenhellweg 43. Motoren, zum Auspumpen lästiger Wasser von Gehöften, Ziegeleien, Steinbrüchen Gräben, Teichen, Wiesen, Sümpfen u. Wasserversargung von Landhäusern, Viehställen, Fabriken, Brauereien, Gärtnereien, Wiesen, in bedeutend vergrößerten Geschäftsräumen ergebenst anzuzeigen. Zum gefl. Besuche ladet höflichst ein C. Reuthe-Umbach 30. Westenhellweg 30. Der gegen den früheren Verwaltungs= schreiber Auton Obermann, geboren am 18. Oktober 1865 zu Bork, zuletzt in Lütgendortmund wohnhaft, unterm 29. Oktober 1892 wegen Unterschlagung, Urkundenfälschung und Diebstahls erlassene Steckbrief ist noch unerledigt und wird hierdurch erneuert. Dortmund, den 20. Septbr. 1894. Der Erste Staatsanwalt. Bei den jetzt beginnenden neuen 2 5 Jahrgängen von: s„Vom Fels zum Meer“, s a Halbmonatshefte a 75„. s„Moderne Kunst“, s 2 Illustrirte Zeitschrift mit# S Kunstbeilagen, 2 Halbmonatshefte à 60 4. 2 5 Monatshefte à 1M. 5 „Zur guten Stunde“,s 9 jährlich 28 Hefte, à 40 4, oder## 2 jährlich 14 Hefte, à 30 J.# :„Ueber Land und Meer“, s o(Oktav=Ausgabe), S jährlich 13 vierwöchentliche Hefte, „ a 1 K. 0 Colonialwa Verkauf Der Wirtb Herr Fritz Ha straße Nr. 212, läßt am Donnerstag, 27. Nachmittags 3 U in seiner Wohnung seinen Bürst Spiel=Waaren, Stöcken 2c. 2c. wegen Aufgabe des Colo geschäfts zu jedem anneh, bote gegen Baar verkaufen Carl W Bekanntmachung Das städtische Luisenbospital gewährt gegen Zahlung eines Jahresbeitrages von 5 den versicherten Dienstboten und alleinstebenden Personen in Krankheitsfällen freie Kur und Verpflegung auf die Dauer von 3 Monaten. Anmeldungen nimmt die Stadthauptkasse, Betenstraße Nr. 11, entgegen, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können. s 4990* Dortmund, empfehlen zu den billigsten Preisen Bettbarchend, Daunen=Köper, Federleinen und Drelle in anerkannt soliden 8 797 Fabrikaten. Grosses Lager gut gereinigter Bettfedern und Daunen. Die amtliche Verkaufsstelle für Postwerthzeichen: 1. bei dem Kaufmann Herrn Kritzler in Altenderne=Oberbecker ist dem Bäckermeister Herrn H. W. Alze daselbst; 2. diejenige bei dem Kolonialwaarenhändler Herrn Annavedder in Niedereving dem Kolonialwaarenhändler W. Haumann daselbst; und 3. diejenige bei dem Kaufmann Herrn Isaac Steinweg in Evingerberg dem Kolonialwaarenhändler Herrn Phil. Sperl daselbst übertragen worden. Kaiserliches Postamt. I..: Boetzkes. Documenten-K zum An= und Losschlie mit Geheimboden, in ver Größen, empfehlen unserer Zeit weist die Thatsache hin, daß jährlich Hunderte von jungen, unerfahrenen Mädchen, die aus den Provinzen nach größeren Städten, insbesondere nach unserer Reichshauptstadt kommen, gewissenlosen Betrügern in die Hände fallen, von denselben ausgebeutet und oft elend zu Grunde gerichtet werden. Dem schreienden Bedürfnis nach Abhülfe gegenüber hat der Vorstände=Verband der 52 berliner Jungfrauenvereine bereits in einer Sitzung am 8. Mai die Notwendigkeit einer Fürsorge für die einwandernden Mädchen ins Auge gefaßt und in der Sitzung vom 11. September beschlossen: 1. alle Mädchen, deren Ankunftszeit ihm rechtzeitig gemeldet wird, an dem betreffenden Bahnhof abzuholen(Bahnhofsmission) und 2. schon eingewanderte, deren Adressen ihm angegeben werden, aufzusuchen und ihnen die etwa nötige Hülfe anzubieten. Demnach richten wir an die Herren Geistlichen, Lehrer, sowie an die Ortsbehörden aller Land= und Stadtgemeinden in der Provinz die herzliche Bitte, alle Mädchen, die aus ihren Gemeinden nach Berlin ziehen wollen, vorher rechtzeitig mit Angabe des Bahnbofes und der Stunde der Ankunft dem Bureau des unter dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin stehenden Vereins zur Fürsorge für die weibliche Jugend, Berlin., Borsigstraße 5, anzumelden, bezw. die Adressen ihnen bekannter, nach Berlin verzogener Mädchen ebendabin mitzutheilen. Um diese wichtige Aufgabe zu erfüllen, haben sich eine Reihe von Vereinsvorsteherinnen bereit erklärt, persönlich sich derselben zu widmen. Dieselben sind wie alle andern mit Empfangnahme der Mädchen am Bahnhof von uns beaustragten Personen durch eine weiße Binde am rechten Aim mit der Inschrift:„Fürsorge für die weibliche Jugend“ kenntlich und mit einer unsern Stempel tragenden Legitimation versehen. Uebrigens möchten wir bei dieser Gelegenbeit vor dem übergroßen, oft thörichten und verderblichen Zuzug dringend warnen! Wir bitten alle gutgesinnten Blätter, welchen das Wohl unseres Volkes am Herzen liegt, diese Mitteilung aufnehmen und zur Unterstützung des Werkes aussordern zu wollen. I. N. des Vereins zur Fürsorge für A. Graf von Bernstorff, Burckhardt, Pastor, Vorsitzender. stellv. Vorsitzender, „Duch FurHIC 79 jährlich 28 vierzehntägige Hefte,# 30 B. 8 „Illustrirte Welt“, s jährlich 28 vierzehntägige Hefte, S à 30 A. 8 „Ilustrirte Chronik der Zeit“,8 jährlich 28 vierzehntägige Hefte, à 25 J.* „Engelhorn's Allgem. 3 Roman=Bibliothek“, s Preis pro Band 50#. elegant gebunden 75 J. (alle 14 Tage erscheint ein Band). (Inhaber: Josef H 13. Westenhellweg empfehle: m. u. Dreischaa Bergdrills, Rübenschneider, H schinen, sowie sämmtliche landwil Maschinen und Jedes Stück gebe 8 Tag Kirchlinde, Septembe J. 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Krüger'sche s S Buchhandlung 3 2 in Dortmund, Westenhellweg 43. oller, n u. von..esoscken.8 hier*% Spevigte n ueg- Fahr feinste Tuche, Buckskin=, Cheviol=,Kammgarn=, Paletot= u. Joppenstoffe zu Original= Fabrikpreisen kausen will, versäume nicht, unsere reichhaltige neue Mustercollektion zu verlangen, die wir auch an Private sof. frei vers. und geben damit Gelegenheit, Preise und Qualität mit denen der Concurrenz zu vergleichen.— Gleichzeitig erste Bezugsquelle für Schneidermeister u. Wiederverkäufer. 184954 Lehmann& Aßmy, Tuchfabrikanten, Spremberg,.=L. Aelteste Annoncen=Expedition Köln a. Rh. 5329 Vertreter in Dortmund: Ed. Herfort, Buchdruckerei. an der Johannesstraß telbarer Näbe der Pro des neuen Postgebäu =Rth. groß, mit 15 9 länge, zu verkaufen. Außerdem dasebst# in jeder beliebigen Größ Näheres 12748: Se Ein an der Hochofen in guter Geschäftslage für Dauerbrand. Außerordentliche Heizkraft bei sparemiber, Mrarike Aufokers. eile von Plugge& Holtfort, Dortmund, Westenhellweg 13. 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