Ein Feldpostbrief ringen. Mögen die anderen u klären oder in gepanzerten Fa# en— die letzte Entscheidung m en. Er kennt nur den eigentlich Er muß den Sturmangriff wag und die letzten kugeldurchpeitschu er liegt das eigentliche Kamz r tritt kein anderer für ihn viesen. Nach dem Kampf erwar uartier, nein, er weiß am Morgie müden Knochen hinstrecken sot sachestehen sind die Aufgaben, n. Wald und Wiese, ja Straße Nachtquartier. ipf kommt, heißt es marschiere sen Sie sich einmal diese Mari# Todmüden oder Staubüberkrustz chieren Sie einmal mit! Und wen ch durch Sonne und Staub,## n Dach über dem Kopf haber oder nach kurzer Rast weile wieder in den Kampf. dann win hrfurcht vor dieser Waffe.## ast des Kampfes und bringt### ihr auch der höchste Ruhm. Un lieben wir sie, die anspruchslo### terie. Gefr. Franz Thiel kisportler, die Skianzüge benötigen ie dafür bekommen, sofern sie ein rlegen. Deutsches Frauenwerk r nehmen wir alle an der Feier Die Ortsfrauenschaftsleiterin E. Schlechter sitter-Jugend Alle Mädel(B0M.=Wer en. (Sonnabend) 19.40 Uhr an der hmen an der Feierstunde zum Die Mädelführerin. Morgen(Sonntag) tritt die ge Uhr im Binnenhof der Aufbaug werden nicht entgegengenommen mt.(Winteruniform.) Der Scharführer. er, Lippetadt; Stellvertreter: Otto für Politik und Unterhaltung: Emi Hans Joachim Koziolek(z. 74 ine Meyer. Lippstadt: Bilder; die imatlichen und Anzeigenteil: Otto k. C. Jos. Laumanns, Lippstadt . 7 com 1 Mai 1940 gültig) K zelge Ich hab’ den Berg erstregen, der Euch noch müde macht; drum weinet nicht Ihr Lieben ich hab’ das Werk vollbracht! plötzlich und unerwartet 1mein lieber Sohn unser bei Bräuligam en und Kinder morgens.30 Uhr. in der vom Krankenhauseaus Heem der herzen Persönliche Herzensgüte die Kräfte, die ihm zufließen, in sich aufnehmen, um größer, reifer und reicher zu werden. Wo in einer Gemeinschaft Gebende und Empfangende einander in dieser Herzensgüte zugetan sind, da werden reiche Früchte wachsen. Manche Menschen verwechseln Herzensgüte mit Schwäche, Weichheit, Schlappheit und SentimenRomantisches Burgtol Helmuth Schott(Deike.) Opfertod in Deutsch=Südwestafrika Erzählt von Fritz Winkler talität. Manche Menschen lehnen die Herzensgüte als unmännlich ab. Sie verbergen aber ihre eigene Schwäche und Unsicherheit hinter äußerer Brutalität. In Wirklichkeit gehört ungeheure charakterliche Kraft und seelische Energie dazu, sich die persönliche Herzensgüte stets zu erhalten und sie täglich aufs neue nicht nur nach außen zu zeigen, sondern sie auch im tiefsten Innern zu verwirklichen. Als Barbaren hat man die Deutschen oft beschimpft. Der Stolz jedes deutschen Mannes wird es sein, gerade seine Herzensgüte besonders zu pflegen und sich und seinem Volke damit seelischen Reichtum zu sichern. Anton Holzner. Manche Menschen glauben, ihre Tatkraft, ihre Geistesschärfe oder ihre soldatische Haltung durch Rücksichtslosigkeit und Brutalität gegenüber ihren Mitmenschen beweisen zu müssen. Sie vergessen dabei, daß zur inneren Reife und echten Größe auch beim Manne die persönliche Herzensgüte gehört. Die erste Voraussetzung für die persönliche Herzensgüte ist inneres Aufgeschlossensein und liebevolles Verständnis. Wer für die stille Pracht einer Blume kein herzliches Verständnis hat, der wird sie achtlos in den Schmutz treten. Wer sich nicht in die Werte und Eigenschaften eines edlen Tieres hineinzuversenken weiß, der wird leicht zu sinnloser Tierquälerei entarten. Wer aus häßlichem Egoismus sich keine Mühe gibt, in das Wesen und die Eigenarten seiner Mitmenschen innerlich einzudringen, der wird zu persönlicher Herzensgüte und damit zu jeder Menschenführung ungeeignet sein. Das Wesen des Menschen ist so reich und mannigfaltig, ihre Schicksalswege sind so verschiedenartig, daß es niemand wagen darf, oberflächlich alle Menschen nach einem toten Schema zu beurteilen. Ein kräftiges, derbes Wort, das den einen Menschen aufrütteln wird, kann eine zarte Seele hoffnungslos niederschmettern. Einer fein abgewogenen Geste, die einem Menschen große Kraft verleiht, wird ein anderer überhaupt nicht beachten. Das innere Verstehen des Mitmenschen wird sich in gleicher Weise auf seine guten Eigenschaften und auf seine Schattenseiten richten. Gerade da, wo der Mensch schwach, hilfsbedürftig, schlecht oder minderwertig ist, braucht er ganz besonders ernstes. tiefes und liebevolles Verstehen. Tiefes persönliches Verständnis hat ein inneres Zusammenklingen, eine seelische Gleichordnung, eine innere Ausrichtung zur Folge. Zwei Menschen, die sich gegenseitig verstehen, werden mit viel mehr Kraft an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten können als zwei Menschen, die sich innerlich fremd sind. Wenn Führung und Gefolgschaft sich gegenseitig ehrlich und herzlich zu verstehen suchen, werden sie zu einer fruchtbaren Gemeinschaft zusammenschmelzen, die voll kraftvollen Lebens ist. Die tiefste Kenntnis und Erkenntnis des menschlichen Wesens vermittelt nicht der nüchterne Verstand, sondern die hingebende Liebe, die tiefe Herzensgüte. Menschliches Verstehen und herzliche Güte befruchten dabei einander in gegenseitigem Wechsel. Auch im minderwertigsten Menschen wird dieses gütige Verstehen noch Werte entdecken, selbst neben der verworfensten Gemeinheit wird man auf diese Weise noch Ansätze zum Guten finden. Dieser gute Funke wird sich dann oft an verstehender Güte aufs neue entzünden und wird mit den edlen Kräften des Verstehenden harmonisch zusammenklingen. Aus dem Verstehen und aus dem inneren Zusammenklingen erwachsen frohes Schenken und freudiges Empfangen. Es gehört zu den schönsten Freuden im Menschenleben, wenn man in die Tiefe einer Seele eingedrungen ist, inneren Widerhall findet und diesem Menschen dann Rat, Hilfe, Führung und Bereicherung schenken kann. Es ist etwas Wunderbares, wenn man aus überströmendem innerem Reichtum dem Mitmenschen ein wenig Licht, Kraft, Sonne und Wärme geben kann. Es ist das größte Glück bei der Menschenführung, wenn man die Kräfte, die man selbst als Gabe des Schöpfers besitzt, auf seine Gefolgschaft ausströmen darf. Egoisten können freilich diese Güte nie ausstrahlen. Nur wer sich zu selbstloser Kameradschaft erzogen hat, besitzt die Kraft zu nie versiegender Herzensgüte. In dieser Herzensgüte liegt die Kraft der Sonne. Sie kann zu neuem Leben erwecken, kann Licht und Wärme ausstrahlen und Wegweiser zu neuen Welten sein. Herzensgüte bedeutet aber auch innere Bereitschaft zum Empfangen. Es gibt Menschen, die werden ungemütlich, ärgerlich, borstig und spreisen alle Stacheln von sich, wenn sich ihnen jemand mit einem Rat, einer Gabe, einer Anregung nahen will. Auf diese Weise machen sie sich selbst zu armen, freudlosen Einsiedlern. Jeder Mensch ist irgendwie hilfsbedürftig und unvollkommen. Jeder Mensch ist noch aufnahmefähig für Anregungen, für neue innere Bereichekung und Belebung. Jeder Mensch soll deshalb auch die aus vollem innerstem Herzen kommende Aufnahmebereitschaft für die Gaben seiner Mitmenschen haben. So wie die Blume den Tau der Nacht und das Licht der Sonne trinkt, um wachsen und blüben zu können, so soll auch der Mensch November 1903 Durch Steppe und Busch liefen unheilkündende Gerüchte. Die Schutztruppe schlief, wie man sagte, im Sattel. Eines Nachts war das Ungeheure da: in Richtung Sandfontein färbte sich der Himmel lohrot. Gegen Morgen taumelte die Frau des Farmers Holzreuther, zu Tode erschöpft und irres Entsetzen in den Augen, nach Warmbad herein. Sie berichtete, die Schwarzen hätten die Farm überfallen, ihren Mann erschossen, zwei Kinder erschlagen und die Gebäude in Brand gesteckt. Und von nun an überstürzten sich die Unglücksbotschaften förmlich. Eines stand fest, die Bondelzwaarts befanden sich in vollem Aufstande. Sie hatten ihr Vieh abgetrieben, zum Teil in die Karrasberge, zum Teil aber auch, und das war das Erstaunliche, über die Grenze nach Britisch=Betschuanaland. Oberleutnant Francke blickte besorgt auf seine immer kleiner werdende Abteilung hin. Die Schutztruppe war, trotz dringender Vorstellungen, nie verstärkt worden, da man sich auf die überlegene Feuerwirkung des modernen deutschen Militärgewehrs verließ. Mit den Schwarzen hatte man es stets so gehalten, wie es die Engländer bei sich auch taten: kein Hinderladergewehr und kein Mantelgeschoß in die Hände der Farbigen. Aber jetzt mußte man mit Schrecken feststellen, daß die Wollköpfe vorzüglich ausgerüstet waren, mit Lee=Gewehren und Manlicher=Büchsen, englischen Waffen. Damit waren sie durchaus ernst zu nehmende Gegner geworden. Oberleutnant Francke hatte den Auftrag, den ganzen Südbezirk zu rekognoszieren, gefährdete Farmer abzuholen und zu geleiten und belagerte Wachtstationen der Schutztruppe zu entsetzen. Ständig hatte er drei oder vier Kommandos unterwegs. Eben hatte er wieder einen Trupp weggeschickt, und mit dem Rest wollte er selbst zur Station Barrenberg. Die einzelnen Stationen waren so angelegt, daß sie mit Hilfe von Heliographen, das waren Blinkgeräte, die die Sonne als Lichtquelle benutzten, Verbindung miteinander halten konnten. Seit zehn Uhr nun war die Verbindung mit Barrenberg abgerissen. Barrenberg antwortete nicht mehr. War die Station überfallen worden, oder versagte nur das Blinkgerät? Das wollte Oberleutnant Francke feststellen. Er ließ anreiten.—— Als der Tag über Station Barrenberg aufging, urplötzlich und gleich mit sengender Glut und flammendem Geleucht, wie stets in den Tropen, prasselte ein wirrer Feuerwirbel auf den Klotz des Hauses los. Die Schüsse waren nicht gerade gut gezielt, aber sie durchschlugen glatt die Brüstung um das Dach, hinter der die deutschen Schützen lagen. Nach fünf Stunden ging die Munition zur Neige. Jede Kugel, auch die letzte, dem Feinde! Dann kam das bittere Ende. Sie wurden zusammengeschossen und dann von der rasenden Horde erschlagen. Nur einem, Karl Tillner, der verwundet im Wohnraum gelegen hatte, gelang es, davonzuschleichen, während oben auf dem flachen Dache die Mordlust im Rausche der Raubgier erstickte. Karl Tillner lag in den Sand gewühlt zwischen Kameldorn und Stipagras. Und wartete, wartete, daß der Tag endlich zur Neige gehe. Seine Augen schmerzten vom angestrengten Spähen. Schier unerträglich quälte ihn der Durst. Vor seinem Blick drehten sich grelle gelbe und dann wieder blaßrosa und violette Wirbel. Mitunter packte ihn das Fieber mit Klauen und Zähnen. Schwarze Tücher wehten an ihm vorüber, er sank in den dunklen Abgrund ohnmächtiger Ermattung. Aber sogleich riß es ihn wieder hoch, zum Bewußtsein zurück. Du mußt aushalten. Mußt! Mußt durchkommen nach Sandfontein, dann bist du gerettet. Und sein vom Kampf und vom Fieber erregtes Hirn überwand alle Schwierigkeiten der Wirklichkeit, es zeigte ihm den Weg, wies ihm die Sternbilder, nach denen er sich auf der nächtlichen Flucht richten müßte. Das Zauberspiel der Phantasie goß, wenigstens schien es ihm so, unüberwindliche Kraft in sein Adern und schwang sich über Zeit und Raum. Er glaubte sich mit Gewißheit gerettet. Auf einmal hörte sein erstauntes Ohr einen Ruf, einen deutschen Ruf. Er spähte durch das Gestrüpp. Dort, dort, dort standen seine Retter, seine Kameraden. Und wie vorsichtig sie waren! Ehe sie näher ritten, riefen sie erst die Station von weitem an. Aber jetzt, ihm war, als erstarre sein Blut zu Eis: Hinter der Brüstung auf der Station richteten sich Gestalten auf. Die Augen quollen ihm in ungläubigem Erstaunen aus dem Kopfe: sie hatten deutsche Uniformen an! Eine Falle, eine ganz satanische Falle! Die Bondelzwaarts hatten sich die Uniformen angezogen, und die Gesichter hatten sie sich mit Mehlweiß gefärbt. Oh diese Halunken! Die Kameraden sollten arglos herankommen, und dann wollte man die Ueberraschten auf kurze Entfernung, wo jeder Schuß sitzen mußte, niederschießen. Er mußte die Kameraden warnen, sonst waren sie verloren. Aber wenn er es wagte, dann war das sein sicherer Tod, er lag ja kaum hundert Meter von den Bondels entfernt. Es war ein bitterer Seelenkampf, der in wenig kurzen Sekunden, die ihm jedoch eine Ewigkeit dünkten, hier fern der Heimat im Dorngesträuch ausgekämpft wurde Dann stemmte sich der Verwundete empor, wie ein feuriger Riß fuhr der Schmerz durch den Körper, er taumelte, schwankte, dann röhrte es aus der zerdörrten Kehle:„Halt, halt! Hinlegen, es sind Schwarze!“ Ein rasendes Wutgebrüll vom Stationsdache antwortete, die Gestalten verschwanden von der Brüstung, eine prasselnde Geschoßgarbe warf Tillner in den Sand. Viel zu viele Kugeln für einen einzigen Menschen. Aber sein Opfer war nicht vergeblich. Die Kameraden waren blitzschnell in Deckung gegangen. Die Bondels versuchten zu fliehen, bevor sie eingekreist wurden. Und das wurde ihnen zum Verhängnis. Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will, der ist nicht wert, daß er mit ihm lebe JEAN PAUL Nummer 43 der Mustrierte Sonntag 9. Jahrgang Nummer 45 FA Koret-undelohat Erlebnisse eines deutschen Werkmeisters im südamerikanischen Urwald Ich war eben dabei, eine der neuen deutschen Lokomotiven zu überprüfen, die auf der Strecke Rio—Sao Paolo in Brasilien liefen. Eben kletterte ich vom Achsenraum herunter. Der funkelnagelneue Stahlriese mit seinem massigen Tender surrte zornig und voll Ungeduld. Eben legte oben der Heizer den Vakuumhebel um. Der Dampfstrahl, saugend wie der Sturm am Kamin, entriß den Bremsen die Luft und löste die Klötze von den Rädern. Da kam der Leiter der Estaco zum Lokomotivschuppen. Der Sonderzug der wilden Tiere „Könnten Sie mit dieser Maschine einen Güterzug nach Rio führen?" „Ich kenne die Strecke zu wenig“, gab ich ihm zur Antwort. Meine Aufgabe war es nicht, Zugdienst zu machen, sondern unsere neuen Maschinen zu überprüfen. „Sie würden als zweite Maschine fahren", sagte der Beamte.„Da macht es nicht viel aus, wenn Sie die Strecke nicht genügend kennen. Wir haben einen besonders schweren Zug an die Küste zu bringen, zwei schwere Maschinen sind ausgefallen und so haben wir keine andere Wahl.“ Ich nickte, stieg auf die Maschine und griff zum Hilfsblasrohr. Mit warnendem Pfiff rollte ich über die Weichen. Langsam fuhr ich an den Zug heran. Dann schob sich langsam die erste, führende Lokomotive uns entgegen. Zug? Es war ein seltsamer Zug. Auf langen, vierachsigen und offenen Güterwagen standen weißgestrichene Wagen mit Fenstern, Blumen in den Fenstern, runden Dächern wie Eisenbahnwaggons. Andere Wagen besaßen glatte, weiße Wände, dafür kleine runde Oeffnungen mit Gittern. „Sonderzug des Zirkus Bailey“, erklärt der Rangiermeister, der auf der Steigleiter des Tenders stand. Ich wußte auch ohne seine Erklärung, daß ich einen Transport wilder Tiere hinter mir auf dem Wagen hatte. Das Brüllen und Fauchen aus den weißgestrichenen Wagen, deren Deichseln abgehängt waren, nahm kein Ende. Nun ein Winken, Pfeifen, ein leichter Stoß und vor meiner Maschine wurde die erste Zuglokomotive angekuppelt. Zwischen ihrem Tender und unserem Kuhfänger glitt die Gestalt des Verschiebers hervor. Fertig! Die Zirkuswagen sollten morgen in Rio auf einen Dampfer zurück nach New York verladen werden. Ich sah mir die„Schau", da ich noch sechs Minuten Zeit hatte, einmal an. Aufschriften auf den einzelnen Wagen bezeichneten ihren Inhalt. Pferde, Tiger, Löwen, Leoparden, Affen! Zwei Elefanten standen in einem normalen Güterwagen der Brasilianischen Bahngesellschaft, sie tasteten mit ihren Rüsseln durch das kleine Luftfenster. Es sah merkwürdig aus, etwa wie eine Ofenröhre, die aus einer Hauswand hervorragt. Die Artisten, die in den Wagen reisten, durften während der Fahrt nicht in denselben bleiben. Sie reisten in einem Personenwagen, der gleich hinter dem Tender angekuppelt war. Es waren zumeist Amerikaner, nur die Tierwärter durften bei ihren Pfleglingen bleiben, Inder, Malayen und Neger. Die Schiebetür des Elefantenwagens war nur angelehnt, durch den Schlitz sah ein Wärter heraus. Als ich neben dem Löwenwagen stand, hörte ich, wie die ungebärdigen Tiere innen gegen die Wand ihres Käfigs sprangen. Nur zwei Geparden reisten im Personenwagen, sie wurden eben von einem jungen Mädchen an einer Kette spazieren geführt. Als die Artistin zurück in den Waggon stieg, folgten die Geparden ihr wie folgsame Hunde. Vier Güterwagen waren mit Heu und anderem Trockenfutter angefüllt. In einem Wagen blökten Schafe. Wahrscheinlich waren sie den Löwen und Tigern als Futter bestimmt. In einem Wagen reisten zwei Eisbären und vierzehn braune Bären. Wenn sie die Löwen aus dem vorderen Waggon brüllen hörten, begannen sie laut zu brummen. Nebel und Wasserdunst über dem Urwald Ich ging wieder zu meiner Maschine zurück. Der Führer der vorderen Maschine reichte mir jetzt den heutigen Befehl: „Vorsignal bei Kilometer 112 untauglich. Unterwaschungen bei Kilometer 166 und 255 infolge Wolkenbruches. Vorsicht! Nun kam das Abfahrtssignal. Die Schienen waren naß, es hatte bis vor einer Stunde noch stark geregnet. Langsam kam der Zug in Bewegung. Nach den letzten Weichen gingen wir auf 45 Kilometer, der Geschwindigkeitsmesser zitterte manchmal auf 48 hinauf, ging dann sofort dank unseres Bremsens zurück. Der Rauch der vorderen Lokomotive schlug in meinen Führerstand und machte mir jede Sicht unmöglich. Im Urwalde hing feuchter Nebel und Wasserdunst. Manchmal ruckte die Maschine mit harten Stößen nach den beiden Seiten. Manchmal sah ich zurück, nach dem letzten Waggon, wie es Vorschrift war. Ab und zu flog ein Guarita, ein Wärterhaus, an uns vorbei. In einer Station stieg ich von der Maschine. Der Direktor der Tierschau stand neben seinem Waggon. „Wie geht es hinten?“ fragte ich. „Die meisten Tiere liegen apathisch in ihren Wagen und stöhnen,“ antwortete der Amerikaner. „Nur die Tiger sind munter. Ein Makako=Affe ist uns entsprungen, er hat seinen Käfig geöffnet, sprang auf das Dach des Wagens und von hier in den Urwald, der ihn gelockt hatte.“ „Nun, in vier Stunden sind wir in Rio“, tröstete ich,„dann hat die Plage für Mensch und Tier ein Ende. Nach zwei weiteren Stunden kam starkes Gefälle. Das Rattern des Schienenstoßes verlangsamte sich. Hinausgelehnt, beobachtete ich hinter mir den langen Zug mit dem Tierwagen. Die Räder der auf den flachen Waggons stehenden Tierwagen waren zwar mit Klötzen befestigt und außerdem angebunden, immerhin konnte sich leicht ein Wagen losreißen. Ruckend folgten die Waggons den beiden schweren Lokomotiven, die sich einmal links, einmal rechts in die Kurve legten. Die Signalpfiffe der vorderen Maschine befahlen den Bremsern auf den Waggons, die Bremsen anzuziehen oder zu lockern. Von den Rädern schlugen Funkengarben, die im nassen Wald erloschen. zwar nicht in raschere Fahrt, konnten aber auch nicht mit der Geschwindigkeit herabgehen. Nun kam ein Zeichen, daß die Strecke noch mehr bergab ging. Auch das noch. Die beiden Lokomotiven schaukelten und wurden nach beiden Seiten geworfen. Partienweise ließ ich die Luft in die Bremsen schießen, öffnete wieder, es war alles vergebens. Bei einer starken Kurve entgleiste der dritte Waggon. Riß die beiden nachfolgenden Waggons aus den Schienen. Der vierte Güterwagen fuhr krachend in den vorhergehenden hinein. Der Zug wurde in drei Teile gerissen. Löwen, Bären und Tiger in Freiheit Ich ließ die Bremsen sich voll Luft saugen, beugte mich hinaus. Hinter uns rollte nur mehr der Personenwagen mit dem einen Teil des Personal. Nach dreihundert Meter kamen wir zum Stehen... Das Krachen und Bersten hinter uns im Urwald hatte aufgehört. In wenigen Sekunden war alles auf den Schienen. Aus dem Wald drang das Heulen und Brüllen der wütend gewordenen Tiere zu uns. Da erschien auch schon der amerikanische Direktor, einige Tierwärter und der Löwenbändiger. Sie hatten alle Gewehre umgehängt. Jetzt kam einer der Bremser angelaufen, seine Kleidung war zerrissen, seine Hände blutbefleckt. „Die Tiere sind los!“ schrie er uns schon von weitem entgegen. Wir eilten die Strecke zurück, während die vordere Lokomotive abgekuppelt wurde und sich auf den Weg zur nächsten Station machte, um Meldung zu erstatten und Hilfe zu holen. Ein entsetzlicher Anblick bot sich uns. Aus einem der umgestürzten Wagen waren die Löwen und Bären entkommen. Auch eines der gestreiften Tigerweibchen hatte seine Freiheit gefunden. Einer der Löwen war bei der Entgleisung ums Leben gekommen, zerrissen und blutend lag er neben den Schienen. Der leichte Holzbau des Wagens, in dem die Schafe untergebracht waren, hatte sich in mehrere Teile gespalten, die Löwen hatten sich auf die Schafe gestürzt und unter ihnen ein furchtbares Blutbad angerichtet. zwischen zwei Wagen eingeklemmt war und erst von uns mühsam befreit werden mußte. Merkwürdigerweise griffen die Löwen keinen von uns an, während der eine der beiden Eisbären sich, halb toll geworden, auf den Zugführer stürzte. Wir schossen, aber die Schüsse gingen fehl oder verletzten das Tier nur leicht. Nun aber ging es los. Das Aufbrüllen des verletzten Bären hatte die anderen in Freiheit gelangten Tiere, die schon ohnehin gereizt waren, in Wut gebracht. Die Bahnfahrt und das Unglück hatte sie toll gemacht. Einer der Tierwärter war auf den umgestürzten Wagen geklettert. Da sprang das Tigerweibchen ihn an und zog ihn mit der Pranke vom Wagen herab. Sein Fuß wurde von den scharfen Krallen aufgerissen, dann fiel der Mann dicht vor die Beine zweier brauner Bären, die ihn mit ihrem scharfen Gebiß zerfleischten. Bis die anderen mit den Gewehren zu Hilfe kamen, war der Unglückliche von den Bären zerrissen. Einer der Eisbären wurde verfolgt, als er sich in den Ausgang des finsteren Tunnels retten wollte, der andere Eisbär war inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Inzwischen war es dunkel geworden. Das Heulen und Brüllen der Tiere, die in den unbeschädigten Waggons eingesperrt waren und mit ihrem Instinkt ahnten, was draußen vorging, die Schreie der verletzten Männer, das Heulen der verendenden Raubtiere mischte sich zu einem höllischen Inferno. Die Löwen hatten sich an dem Kampfe nicht beteiligt, sie waren feige in den Urwald geflohen, in welchem jetzt einige Tierwärter die Verfolgung aufnahmen. Den einen Bremser konnten wir glücklich bergen, einen zweiten mußten wir erst aus seiner Bremshütte heraussägen. Dabei stolperten wir über einen der zahmen Geparden, der sich zitternd vor Angst unter dem Wagen verborgen hatte, nachdem er aus dem Personenwagen entflohen war. Die Elefanten trompeteten wie verrückt. In den Lärm mischte sich jetzt das Pfeisen der Lokomotive, die mit zwei Hilfswagen von der nächsten Station angekommen war. Mit Hebewinden wurden die drei umgestürzten Waggons vollends von dem Bahndamm geschoben und dann die übrigen Waggons wieder zusammengekuppelt und die beiden entgleisten Wagen auf die Schienen gehoben. Fahrt bergab— die Bremsen versagen Jetzt kam ein Viadukt und dann wieder ein Tunnel. Nun sollten jene zwei Kilometer kommen, an denen die unterwaschenen Stellen lagen. Ich warf den Regulator zu und griff an den Bremshebel. Ein leises Schleifen mischte sich in das Räderklirren. Es schlürfte und kreischte zornig auf, warf sich über das Rattern. Aber der Zug fuhr nicht langsamer. Der Schienenstoß hämmerte gleichmäßig weiter. Da riß ich am Hebel zur Signalpfeife. Machte den vorderen Maschinenführer aufmerksam, daß der Zug zu sehr drückte. Doch die vordere Maschine riß an der Kupplung, ich spürte das starke Rucken, hinten drückte der Zug nach. Bremse versagt! pfiff mir die vordere Maschine zu. Unaufhörlich ertönte jetzt das Signal der beiden Pfeifen. Die Bremser in den Bremswagen— wir hatten sechs in dem Güterzug arbeiteten an ihren Bremsen. Vergebens. Mein Blick slog auf den Geschwindigkeitsmesser. Vierzig Kilometer! Zuviel für einen zu Tal fahrenden Güterzug, der auf beschädigter Strecke läuft. Wieder ein Tunnel. Wie feste Körper prallten die Stoßwellen der beiden Lokomotiven von der Wand zurück. Immer wieder zuckte meine Hand zum Signalhebel, ruckte an der Bremse, löste, bremste. Vergebens. Wir kamen Ein höllisches Inferno „Vier Kilometer von hier ist ein Ort“, schrie der Zugführer.„Wir müssen die Tiere unschädlich machen!“ Der Direktor, dessen Gesicht bleich vor Aufregung war, wollte protestieren.„Wir werden sie alle einfangen", beschwor er den Zugführer. Dieser aber schleppte zwei Gewehre herbei, die in jedem Ueberlandzug mitgeführt wurden, da es damals noch manchmal zu Banditenüberfällen kam. „Gut, dann werden wir selbst die Tiere abschießen“, fügte sich der Direktor. Es war auch nötig geworden. Denn die Bären gingen sofort auf die Bremser los, von denen einer Mit 18 stündiger Verspätung am Ziel Während dieser Fahrt, die in der Nacht bei Fackelschein vorgenommen wurde, gab es noch einige Male Alarm. Einer der Hilfsarbeiter hatte im Dunkel des Waldes die glühenden Augen eines Tigers gesehen, ein anderer war in die Hand gebissen worden, wie sich später herausstellte, von einem Affen. Sämtliche Affen hatten den Tumult dazu benutzt, um sich auf rätselhafte Weise aus den Käfigen und aus ihrem Wagen zu befreien. Gegen Morgen wurden dann noch zwei Bären und ein Löwe erschossen. Drei Löwen blieben vermißt. Was aus ihnen im brasilianischen Urwald geworden ist, habe ich nie erfahren. Mit 18 Stunden Verspätung, dem Verlust von drei Waggons und drei Tierwagen und einigen arg zertrümmerten Wagen kamen wir in Rio an. Erzählt von E. Stoge. Nexe der Meetei im Gefährliche Brüder: Drei junge Jaguare (Weltbild.) Hellviolett, silberüberschleiert ragt fern Westen die Küste von Grönland aus dem wogenden Meer. Graugrüne Wellen rollen von Island her, und ihre weißen Schaumkronen blitzen auf und schwinden. Ueber dem brechenden Kamm der hohen Woge drüben— fuhr dort nicht eben ein dunkler Schatten durch den schäumenden Gischt? Wälzte sich nicht ein massiger Körper vom Wellenberg hinab zum Wellental? Jetzt ist er verschwunden. Aber dort, etwas weiter dem Westen zu, spritzt plötzlich ein dünner Wasserstrahl über dem Wogenkamm und versinkt wieder. Und nochmals erscheint schattenhaft der seltsame Körper. Er rollt, scheinbar spielend, in das Wogental und verschwindet. Was ist das für ein Spuk?— Butskopf ist es, Butskopf, der schwarz=weiße Alte! Die Menschen nennen ihn Schwertfisch. Als ob er ein Fisch wäre! Butskopf ist ein Riesendelphin, ein Säugetier. Warmes Blut rollt durch seine Adern, und sein Verstand kommt dem der Raubtiere gleich. Seine Rückenflosse steht hoch und steil, wie ein geschwungenes Schwert. Da taucht er auf, der fünf Meter lange Alte. Er spritzt den Strahl, er krümmt den Rücken, beugt den Kopf. senkt gleichzeitig den Flossenschwanz und schwimmt davon. Das Schwert auf seinem Rücken schwankt hin und her. Aber jetzt wird's lebendig. Des Alten Gefolgschaft kommt. Dort, dort, dort. Ueberall tauchen sie auf. Sechs, sieben, acht! Sie alle vertrauen dem Scharfsinn Butskopfs, des erfahrenen Alten. Hier und dort spritzt der Strahl, verbrauchte Atemluft, die in der kalten Luft zu Wasser sich verdichtet. Zisch, zisch, spritzt es, als würden Dampfhähne geöffnet und gesperrt. Alle acht Schwertfische ordnen sich zur Reihe und verfolgen mit ihren listigen, kleinen geschlitzten Augen die Bewegungen des Führenden. Sie wissen, daß Butskopf sie dahin führt, wo reiche Jagdbeute für ihre hungrigen Mägen winkt. Plötzlich, schnell wie der Blitz, sind sie weggetaucht, Butskopf und alle. Was gibt es? Drüben, nach Norden zu, schoß ein Strahl empor— aber ein hoher und dicker, kein Schwertfischstrahl, TIERSKIZZE VON LEON VON CAMPENHAUSEN Ha, das kann Butsauch kein Grindwalstrahl. kopf gut unterscheiden! Er weiß genau: Dort ist eine ungeheure, riesenhafte Masse von Fett und Fleisch, eine gewaltige, unerschöpfliche Menge von Nahrung für sich und sein raubgieriges Rudel: ein Grönlandwal! Butskopf schießt dahin. Die anderen folgen in rasender Fahrt, näher heran an den Riesen, der ahnungslos sich in den Wogen wiegt. Dann— durch Zauberspruch herbeigeholt— kommt es hoch aus der Luft: Möwen, Wolken von hungrigen Möwen. Sie wissen, was kommt. Wenn Schwertfische zu einem ihrer unwiderstehlichen Angriffe über das Meer dahinjagen, dann gibt es Nahrung, viel Nahrung! Aber auch der Grönlandwal weiß, warum die Möwen sich sammeln. Er spritzt den Strahl, atmet ein. taucht weg und flieht. Zu spät... Die Wölfe des Meeres sind da, Butskopf als erster. Er schnellt gegen den Riesen, packt dessen Unterlippe mit eisernem Biß und hängt sich daran. Ein furchtbares Gemetzel beginnt. Von allen Seiten stoßen die Schwertfische vor. Rechts und links, oben und unten packen sie das wehrlos ihnen preisgegebene Opfer an, reißen Stücke aus seiner Schwarte, verbeißen sich an seinen Lippen, zerren und reißen, schlingen und schlingen. Rasend vor Schmerz und Verzweiflung stößt der Grönlandwal vor, schießt dahin, schnellt hoch, taucht nieder, taucht auf, wälzt sich auf den Rücken, rollt zur Seite und stürmt durch die aufschäumenden Wogen dahin. Umsonst... Ueberall an seinem riesigen Körper hängen die Wölfe des Meeres und reißen Fetzen aus seinem lebendigen Leibe Seine Kraft läßt nach. Blutrot färbt sich das Wasser ringsum. Rosa werden die Schaumkämme. Es braust, brodelt und schäumt, es gurgelt und zischt im Kampf der Riesen des Meeres. Darüberhin gellt aus weißflimmernden Vogelwolken viel hundertfacher Möwenschrei. Drüben, fern im Westen, ragt, silberüberschleiert, die Küste von Grönland aus dem tobenden Meer. R Was wir auch Es liegt in de Ein Körnlein Mein liebes V Was gälte wol Des ach so kl In deinen eng Erst-“enbart Magst du nach Das läßt dich So viel auch S Dir leuchtet e Ihn halten Mu Zum Fenster: Geh diesen W Und du bist g Wolfga del Tausel Erzählung Nun wurden wirh Breit rauschte die We ie. bewaldeten Höhen aufes jagten kalte W Dihrer Früchte berupft Bäume. Der Himmel war Vorwinter. Den ersten freien e ##amerad Reinhold zu Da er der Gegend kund Scerne zu. So erklärte ald und das Wieheng #Porta Westfalica kurz rad Reinhold drängtee bause an der Landstra Jum Einlaß. Er sprach Pririgse, Porte, bedankt. #ur weiter— zum Fri #die folgende Geschichte: Kurz nach dem Welt chaft gegangen und m ##bier ins Weserberglank nich, wie es schon sp Bauern uns der Tür ##escheidenes Nachtlager ie schlimm und sie fü Aacfüllte Scheuer, könnt Brand geraten. So ge zu diesem Hause. Es ist Lich merkte es mir gut (nit einem tiefdurchfur Türspalt und hielt ei lampe hoch. Sie muster Fführte sie uns in d Petroleumlampe auf de ##ernd das einzige spärli batmete schwer und beu ##stock. Aermlich, aber sach eingerichtet. In einer anonenofen. Schlafen im Rollstuhl daneben. Vogelbauer, in dem es neehertn führte uns an pin der Stube. Sie stellte lompe zur Seite undr Am anderen Morge auf dem Heuboden gut wir noch einmal schwai kunsere Brote verzehrten #hell und warm in die e gtiger Sonnenmorgen Nun war uns das Mü #on. Sie sagte, ihr mi Plugen wollten nicht me affee getrunken, zeigte #ausstandes. Der war gals es uns zunächst ge er hingen an der Wa #nd ein Kruzifix Sie #eren Bilde in schwai ##trammgewachsene Sold eben sich und den Spit Uumpelte indes geschwin ##tob den Schläfer von SStube.„Willem, siehst #ert“, sagte sie, und wegrend und herzersch Schurze wie ein Kind. 6 #eide und rollte den Hitler-Jungen besicht — 9. Jahrgang imt war und erst n mußte. die Löwen keinen e der beiden Eisauf den Zugführer Schüsse gingen fehl cht. 18 Aufbrüllen des deren in Freiheit hin gereizt waren, glück hatte sie toll war auf den umsprang das Tigerit der Pranke vom e von den scharfen er Mann dicht vor die ihn mit ihrem bewehren zu Hilfe on den Bären zerede verfolgt, als er en Tunnels retten inzwischen seinen I geworden. Das , die in den unbet waren und mit außen vorging, die , das Heulen der sich zu einem hölsatten sich an dem aren feige in den jetzt einige Tiernen. wir glücklich berir erst aus seiner bei stolperten wir en, der sich zitternd verborgen hatte, enwagen entflohen en wie verrückt. itzt das Pfeisen der lfswagen von der war. 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Blutrot m. Rosa werden die iumt, es gurgelt und es Meeres. Darüberen Vogelwolken viel , ragt, silberüberland aus dem tobenNlummer 45 Der Illustrierte Sonntag Reimat Was wir auch sind und werden, Es liegt in deiner Hand, Ein Körnlein deiner Erden, Mein liebes Vaterland. Was gälte wohl das Träumen Des ach so kleinen Ich! In deinen engen Räumen Erst-“enbart es sich. Magst du nach Sternen gehen— Das läßt dich niemals los: So viel auch Sterne stehen, Dir leuchtet einer bloß. Ihn halten Mutterhände Zum Fenster still hinaus. Geh diesen Weg zu Ende, Und du bist ganz zu Haus. Wolfgang Jünemann. der Tausekue-Eine Erzählung von Hans Chrobot Nun wurden wir hier im Dorfe einquartiert. sreit rauschte die Weser durch das Land. Ueber die bewaldeten Höhen zu beiden Seiten ihres Laufes sagten kalte Winde. Hilflos und zerzaust, lihrer Früchte berupft, schaukelten entblätterte käume. Der Himmel hing grau und schwer. Es var Vorwinter. Den ersten freien Sonntagnachmittag lud mich Kamerad Reinhold zu einem Spaziergange ein. Da er der Gegend kundig, wie er sagte, willigte ich gerne zu. So erklärte er mir den Teutoburger Wald und das Wiehengebirge. Wir besichtigten die Porta Westfalica kurz vor Minden. Doch Kamerad Reinhold drängte es weiter. Vor dem dritten Hause an der Landstraße hielt er an und suchte um Einlaß. Er sprach mit einer jüngeren Frau zenige Worte, bedankte sich und ging darauf mit mir weiter— zum Friedhof. Unterwegs hörte ich die folgende Geschichte: Kurz nach dem Weltkrieg war ich auf Wander#chaft gegangen und mit einem Schulfreund auch hier ins Weserbergland gekommen. Ich entsinne mich, wie es schon spät war und die meisten auern uns der Tür verwiesen, so wir um ein wrescheidenes Nachtlager baten. Die Zeiten waren je schlimm und sie fürchteten, ihr Letztes, ihre gefüllte Scheuer, könnte durch Unvorsichtigkeit in Brand geraten. So gelangten wir schließlich bis zu diesem Hause. Es ist das dritte auf der Straße, ich merkte es mir gut. Ein älteres Mütterchen mit einem tiefdurchfurchten Gesicht erschien im und hielt eine verstaubte Petroleumstampe hoch. Sie musterte uns aufmerksam. Dann führte sie uns in die Stube und stellte die Petroleumlampe auf den Tisch. Die bildete flakternd das einzige spärliche Licht. Das Mütterchen latmete schwer und beugte sich über seinen Krückstock. Aermlich, aber sachlich schlicht war der Raum eingerichtet. In einer Ecke stand ein verrosteter Kanonenofen. Schlafend lag ein älterer Mann im Rollstuhl daneben. Am Küchenschrank hing ein Vogelbauer, in dem es nervös piepte. Die Gastgeberin führte uns an den großen Eichtisch mitten in der Stube. Sie stellte die rauchende Petroleumlampe zur Seite und richtete warmen Kaffee an. Am anderen Morgen, als wir die Nacht über auf dem Heuboden gut geschlafen hatten, erhielten wir noch einmal schwarzen Kornkaffee, dazu wir kunsere Brote verzehrten. Von draußen strahlte es hell und warm in die Stube. Es tagte ein prächstiger Sonnenmorgen im farbfreudigen Herbst. un war uns das Mütterchen freundlicher zugetan. Sie sagte, ihr müsse verziehen werden, die Augen wollten nicht mehr recht. Nachdem wir den KKaffee getrunken, zeigte sie uns die Schätze ihres Hausstandes. Der war größer und reichhaltiger als es uns zunächst geschienen. Freundliche Bilper hingen an der Wand, fromme Sprüche auch uund ein Kruzifix. Sie führte uns zu einem gröFeren Bilde in schwarzem Rahmen, das zwei #trammgewachsene Soldaten zeigte, das Gewehr neben sich und den Spitzhelm auf dem Kopf. Sie humpelte indes geschwinde aus dem Zimmer und schob den Schläfer von gestern abend wieder in die Stube.„Willem, siehste, genau wie Franz und Albert“, sagte sie, und— plötzlich weinte sie so Führend und herzerschütternd in ihre große schürze wie ein Kind. Sie deutete stumm auf uns eide und rollte den Alten bis zum KanonenDie Wacht am Rhein. Flak schützt den Luftraum. (PK.-Jütte-Weltbild.) öfchen, wo er auch gestern seinen Platz gehabt. War es nicht, als wäre nun ein geheimnisvoller Bann gebrochen, den ihre Blicke, die uns galten, über alle Gastfreundschaft gelegt? Den eichenen Tisch, noch bekrümelt von unserem Morgenbrot, putzte sie ab und stellte blanke Porzellanteller und Tassen auf den Tisch; vier Gedecke insgesamt. Sie gab dem Alten beim Oefchen ein Zeichen und führte uns über den hinteren Hof den Ställen zu. Oho, das Mütterchen war stolz ob ihres Reichtums und Besitzes! Vier rosabunte Ferkel grunzten neben einer pummeligen Sau im Schweinestall; zwei Kühe ruhten käuend auf ihrem Lager aus Stroh. Hühner pickten, zwei schneeweiße Gänse tappten in ihrem Laufrund. Selbst ein Halbdutzend silbergrauer Tauben und mehrere Kaninchen gehörten zum Eigentum. Und alles dies versorgte die Alte ganz allein.„Ach ja“, seufzte sie,„der Franz und Albert sind ja nicht mehr da—“ Sie seien vierzehn fortgezogen, aber nimmer wiedergekommen. Als wir wieder in die Stube kamen, hatte der Alte trotz seines Rollstuhls einen schmackhaften Frühstückstisch hergerichtet.„Nein, nein, nein“, entgegnete das Mütterchen auf unseren Einwand, wir hätten doch schon gefrühstückt. Davon wollte sie nichts wissen. Und die guten Leute gaben, was sie hatten. Die Alte holte ein verbeultes Emailletöpfchen mit Milch, holte einen Teller mit Butter, einen mit Käse zum Aufschmieren. Dabei sah sie uns unverwandt in die Augen und schüttelte wieder und wieder den Kopf:„Willem, nun fieh doch mal, ganz wie Franz und Albert“. Es drängte uns, bei jenem herrlichen Wetter weiter zu wandern, unser Tagesziel war ein weitgestecktes. Wir bedankten uns herzlich und schüttelten dem Alten im Rollstuhl die Hand. Das Mütterchen humpelte uns nach bis zur Straße. Da ergriffen wir ihre kraftlose, abgearbeitete Hand und lobten die Güte und Herzlichkeit, mit der sie uns bewirtet.„Auf Wiedersehen, Mutter, jawohl, auf Wieder—— sehen!“ Eben schritten wir um das nächste Haus, als ein Bauer auf seinem Fuhrwerk uns etwas zurief und hinter uns deutete. Da stand das Mütterchen händeringend und mit tränenden Augen. Es hatte noch einen Wunsch, die Stimme reichte nicht so weit.„Ach nein“, schluchzte sie und drückte mir und meinem Kameraden zwölf Pfennig in die Hand,„schreibt auch mal!“ Drauf kehrte sie uns den Rücken und blieb an der Haustüre stehen.„Ja, wir schreiben, Mutter, gewiß werden wir schreiben!“— Wie es aber im Leben ist: der Pflichten und Aufgaben sind es viele. Wir vergaßen unser Versprechen, auch war unser Säckelchen mit Reisegeld arg zusammengeschrumpft. In den letzten Jahren erinnerte ich mich öfters des Groschens. Schreiben mochte ich nicht mehr. Also ward beschlossen, die guten Leute zu besuchen. Jedoch auch hier blieb nur der gute Wille. Heute nun, wo wir uns auf den Weg gemacht, hörte ich, die alten Leute seien vor vier Jahren gestorben... Wir schlenderten langsam über den Kirchhof. Reinhold hatte, während er erzählt, mit suchenden Augen die Gräberreihen abgetastet. Wir blieben stehen. Vor unseren Füßen blühten weiße Winterastern auf einem Doppelgrab, dunkelgrüner Buchsbaum umsäumte es sauber. Andächtig betrachtete Reinhold die Ruhestätte, ging zu beiden Seiten, betrachtete sie auch von dort. Eine Weile standen wir still. In der hügeligen Ferne dämmerte es leis, ein hauchzarter Nebel machte das Tageslicht erblassen. Da sagte Reinhold unvermittelt, fast für sich selber, mit solch träumendem Klang in der Stimme:„Hier liegt eine deutsche Heldenmutter". Stumm zeigte er nach unten. Marie in Flandern Wir kannten Flandern, lange bevor wir es gesehen hatten. Der Name keines anderen Landes war so mit Flammenbuchstaben in unser Herz eingetragen. Da waren die Jünglinge, die mit einem Lied auf den Lippen gegen den übermächtigen Feind gelaufen waren. Da gab es Gräben und Trichterfelder, zerschossene Dörfer und umgepflügte Wälder. Da kam auf der Landstraße ein Häuflein bärtiger Soldaten an, die Gesichter unter dem Stahlhelm waren bleich und hohläugig, aber die Augen leuchteten, und um die Lippen spielte ein seltsames, verwundertes Lächeln. Zu Hause war vielleicht ein Sohn geboren worden. Und einmal würde dieser Krieg ja doch zu Ende sein, wenn man es recht überlegte. Wir kannten die Dörfer, die wir auf der Landkarte gesucht hatten, wenn daheim das Gespräch auf die Geschichte des Weltkrieges gekommen war: Dixmuiden, Langemarck, Nieuwe Capelle... Ach, es waren Namen von unauslöschlicher Bedeutung für uns. Wir hatten auch eine besondere Vorstellung von diesen Orten und von der Landschaft, die sie umschloß Wir wußten von silbernen Weideflächen und grasendem Vieh, von Haselnußhecken Hitler-Jungen besichtigen das Befestigungswerk Eben Emael(PK.-Schulze-Weltbild.) Erzählung von Bernh. Schulz und Pappelreihen, von weißen Bauernhöfen und von den Menschen darin. So ahnten wir Flandern. So dachten wir uns die Flamen. Die Wirklichkeit entsprach diesem Bilde. Es war viel Rotes da, am Abend und am Morgen. Die Nächte waren dicht von Wolken. Am Tage glänzten die Weiden in einem silbrigen Licht, die Pappeln gebärdeten sich wie Windfahnen, und in allen Dingen schlummerte ein seltsames Gemisch von Feindseligkeit und Glück. Wir konnten vorerst nicht fertig werden damit. Manchmal war es uns, als sei alles, was uns so innig an diese Erde band, Gent und Brügge und Antwerpen, der mittelalterlich brokatene Zauber dieser Welt, der Bauernbrueghel und der Putten malende Rubens, Franz Hals und Rembrandt und die anderen alle, die Segelschiffe und die Hafenkneipen, die Windmühlen am Kanal und die stillen Beginenhöfe— als sei alles unwahr und erdichtet, und Ulenspegel hätte hier nie geatmet. Aber das machte wohl das Marschieren, der Krieg, der hier im Flugzeugtempo vonstatten ging. Auch war unser Blick nicht immer nur von Sonne rot. Im stillen aber habe ich die Liebe zu dieser alten, zauberkräftigen Welt tapfer gepflegt, sie ist dann wohl auch im Erinnern an diese Tage stark geworden. Zu danken habe ich das einem flämischen Mädchen namens Marie. Ich weiß noch wie heute, daß es ein heißer, durstiger Tag war. Das Bataillon machte in einem kleinen Bauerndorf Quartier. Es waren saubere weiße Häuschen mit Blumengärten und Taubenschlägen. Wir sollten in einer Scheune schlafen. Marie wies uns den Platz an. Da ist Stroh, sagte sie, Wasser gibt es im Brunnen hinter dem Hause, ich will derweil Tisch und Stühle unter die Apfelbäume bringen, dort könnt ihr euch hinsetzen und erholen. Sie brachte dies alles mit einer liebenswürdigen Höflichkeit zu Wort. Zu, Wort? Ja, erst später fiel mir ein, daß ich viese Worte gar nicht gehört, sondern aus den Augen und Händen des Mädchens herausgelesen hatte. Verstanden wir denn Vlaams? Nein, wir verstanden nicht viel davon, was die Vokabeln betraf. Denn noch war uns, als hätten wir diesen Mund schon einmal sprechen hören. Wo, wußten wir nicht. Es wird in Deutschland gewesen sein oder in einem heiteren, artigen Traum, den wir vor langer Zeit einmal geträumt hatten. Marie. Ich nahm mir vor, ihre Hände und ihre Augen 9. Jahrgang und den roten bäuerlichen Mund wie ein Gedicht zu lesen, wenn sie nachher in meine Nähe kommen würde. Es waren noch zwei Schwestern da, die ebenfalls diese mädchenhafte Freundlichkeit besaßen. Sie waren wohl die Jüngeren, denn sie gehorchten der Schwester und blieben immer ein wenig hinter ihr zurück. Die Kameraden sprachen sie an, und bald ergab sich ein reges Spiel der Worte und Gebärden, dem ich nicht lange genug zusehen konnte. Die Mädchen bereiteten draußen im Freien über einer offenen Feuerstelle den Kaffee für die Familie und für uns. Wir wurden dazu eingeladen. Und während nun auch der Vater und die Mutter erschienen, die blond und blauäugig waren wie ein Bauernehepaar aus Holstein, hob unter den jungen Leuten ein Lächeln und Lauschen und Artigsein an, das wunderbar und beglückend war wie die blühenden Apfelbäume rings im Garten. Marie spielte die Lehrerin. Sie konnte ein wenig Deutsch. Nun sprach sie uns für jedes unserer Worte das flämische vor, auf diese Weise lernten wir uns bald verstehen, zumal die meisten von uns niederdeutsch schnackten. Ich habe selten ein reizvolleres Spiel der Unterhaltung beobachtet. Ich betrachtete das Mädchen genau. Marie war nicht eigentlich hübsch, sie hatte dieses Große und Geradlinige an sich, die sanfte Schlichtheit jener Frauen, die unsere besten Mütter sind. Schön waren ihre Augen, und schön waren die perlenden, ach so bäuerlich und heimatlich klingenden Wortbildungen ihrer Sprache. Ich berauschte mich daran, ich ließ sie manches Wort zweimal sagen.„Marie“, bat ich,„sag das nochmal: büttse veel!“ Marie lächelte, sie sagte es, so oft ich es hören wollte. Da saß ich nun in Flandern. In der Ferne rollte Geschützdonner. Flieger zogen am Himmel. Auf der Dorfstraße klapperten Pferdehufe, deutsche Artillerie auf dem Vormarsch. Morgen oder übermorgen oder dann kam der Tod. Nicht daran denken, du! Es tat so gut, noch einmal unter Mädchen zu sein, unter lachenden, frohen Geschöpfen. Solange noch Licht war und wir uns nicht unbedingt zum Schlafen hinzulegen brauchten, bat ich diesen Mund zu reden, und die Hände sich zu bewegen, und die Augen mich anzuschauen. Ich versprach ihr, daß ich wiederkommen würde. Aber wir wußten beide, daß es nichts als Liebe war Gegen drei Uhr nachts brachen wir auf. Das Feuer im Garten glomm noch. Rätselecke Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. kaufmännischer Ausdruck, 4. Gotteshaus, 7. Raubvogel, 9. Gotteshaus, 10. Fischfanggerät, 11. Erdteil, 13. kostbares Pelzwerk, 15. Wasserfahrzeug, 17. Fischeier, 20. Luftunreinheiten, 21. Nagetier, 22. Beleuchtungskörper, 24. Hunnenkönig, 25. Schüler, 26. Ort an der Mosel, 27. Körperteil. Senkrecht: 1. deutscher Freistaat, 3. Dichtungsart, 4. grammatikalischer Artikel, 5. Staat in Nordamerika, 6. Teil des Fernrohrs, 8. Himmelsrichtung, 11. weiblicher Vorname, 12. Krösus, 13. fremdländischer Baum, 14. einheimischer Baum, 16. Stadt in Griechenland, 17. Alterserscheinung, 18. Reptil, 19. männliches Rind, 23. Zahlwort, 24. weiblicher Vorname(ch gilt als ein Buchstabe). Magische Figur Die waagerechten und entsprechenden senkrechten Felderreihen enthallen gleichlautende Wörter: 1. beliebten Tanz, 2. Sonnengott, 3. europäische Hauptstadt. Buchstaben: a— a—d—d—•—•— ———l——— n- n— n—0— 0—0—0—0—0— p—!—1— 10—— * Auflösung der Denksportaufgabe: 1. Es fehlen: Uhrzeiger, Eimergriffe, Tei' det Telegraphenleitung, Tonnenreifen. 2. Falsche Darstellungen: Wegweiser zeigt nach zwei Richtungen, Jahreszahl der Turmfahne(1951), Turmfahne weht nach links, Wäsche nach rechts, Füße des Eimerträgers weisen nach rückwärts. Auflösung des Rebusses: Zwischenaktspiel(zwischen Akt— Spiel). Nummer 43 Der Illustrierte Sonntag 9. Jahrganz Der Liebesbriel Eine Geschichte von Stry zu Eulenburg „Ein Liebesbrief?" fragte Konsul Breuer lächelnd den jungen Mann, aus dessen Jackentasche die Ecke eines fliederfarbenen, wohl ein wenig nachlässig eingesteckten Briefumschlages hervorschaute.„Erraten!“ gestand Ewald, der junge Mann. „Da möchte ich Ihnen, mein junger Freund, einen guten Rat geben" begann der Konsul und schwieg, als im gleichen Augenblick seine Frau ins Zimmer zurückkehrte. „Es ist ein ganz offizieller Liebesbrief“, glaubte Ewald, es der Anwesenheit der Hausfrau nun schuldig zu sein, jeden Eindruck einer Zweideutigkeit zu vermeiden.„Der Brief ist von Carola, Sie wissen, Fräulein Stiebner, der Millionenerbin, wie man sie allgemein nennt. Sie werden sicher auch schon gehört haben, daß dieses reiche Mädchen und ich nächste Wochen heiraten.“ Die Konsulin nickte, hob aufmerksam ihren Blick, sah bedeutungsvoll ihren Mann an, bevor sie sich an Ewald wandte. „Ich hörte gerade noch, daß Ihnen mein Mann einen guten Rat geben wollte. Ich weiß, was er Ihnen sagen will. Nehmen Sie es mir deshalb nicht übel, wenn ich Ihnen, weil ich mich als Frau mehr dazu berufen fühle, als ein Mann es in diesem Fall sein kann, dies nahelege: Betonen Sie niemals, wenn Sie von Ihrer Braut sprechen, daß sie ein sehr reiches Mädchen ist. Abgesehen davon, daß dies im allgemeinen auch auf andere Leute keinen guten Eindruck macht, könnte Ihre Braut selbst dadurch auf unschöne Gedanken kommen!“ Ewald war ein wenig verlegen, wollte das Mißverständnis aufklären, das seine Worte von der Millionenerbin, wie er dachte, hervorgerufen hatten. „Schon gut!“ winkte die Konsulin freundlich ab.„Sie sollen sich auf keinen Fall verteidigen, mein Mann und ich wissen doch, daß zwischen Ihnen und Fräulein Carola die wirkliche, große Liebe das Ausschlaggebende ist. Ich würde auch niemals so offen zu Ihnen gesprochen haben, wenn ich Ihnen nicht eine Geschichte erzählen könnte, die gewissermaßen eine Begründung meines guten Rates darstellt.“ Und nach einem zustimmenden Nicken des Konsuls erzählte die Frau:„Auch mein Mann hatte, bevor wir verheiratet waren— das Ganze liegt nun schon fast vierzig Jahre zurück— die eigenartige Angewohnheit, wenn er von mir sprach, mich das„Goldkind' zu nennen. Ich hatte wirklich ein großes Vermögen zu erwarten, und da mein Mann weniger begütert war, hieß es bald allgemein, er würde mich nur meines Geldes wegen heiraten. Durch falsche Einflüsterungen einer Freundin und einen sehr mißlichen Vorfall an der Liebe meines Mannes irregeworden, führte ich dann den Bruch zwischen uns beiden herbei.“ „Und wir wären wohl niemals wieder zusammengekommen“, gab der Konsul den Worten seiner Frau ihre Fortsetzung,„wenn die Sache mit den Briefen nicht gekommen wäre!“ „Ich war schon wieder verlobt“, nickte die Konsulin,„mit einem schon etwas älteren, in Anbetracht seiner exponierten Stellung in der Oeffentlichkeit auf sein Ansehen peinlich bedachten Mann, dem es sofort ein großer Dorn im Auge war, daß ein anderer, mein Mann, was zu verschweigen ich keinen Anlaß hatte, noch ein große Anzahl nicht gerade kühler Liebesbriefe von mir besaß. In seinem Auftrag suchte ich deshalb eines Tages meinen Mann auf, um die Briefe zurückzuerhalten. Mein Mann lehnte die Herausgabe rundweg ab; da fing ich an, wie mein Verlobter es mir befohlen hatte, Geld für die Briefe zu bieten. Mit tausend Mark begann ich. Mein Mann schwieg. Zweitausend, dreitausend!“ fuhr ich fort. Mein Mann schaute mich nur mit großen Augen an. Viertausend, fünftausend, sechstausend!“ rief ich. Um den Mund meines Mannes zuckte es. Bis zehntausend konnte ich gehen, so viel war mein Verlobter bereit, zu bezahlen. Ich selbst legte noch zweitausend dazu, erhöhte also mein letztes Angebot gleich aufs Doppelte. Zwölftausend Mark! Das Aeußerste!“ sagte ich gespannt. Da öffnete mein Mann zum erstenmal seinen Mund:„Und wenn ihr mir eine Million dafür gebt: Ihr werdet diese Briefe niemals bekommen!“ schrie er. „Eine Million!“ sagte ich kühn. Ich war wohl allzu verwirrt in dieser Sekunde, trotzdem, ich glaube, ich wäre zu meinem Angebot gestanden, auch wenn ich dadurch bettelarm geworden wäre. Mein Mann aber lachte nur, schlug die Tür hinter sich zu, hatte mich einfach stehen gelassen, allein zurückgelassen im Zimmer. Konnte ich nach dieser Szene auch nur einen Augenblick daran zweifeln, daß ich meinem Mann Unrecht getan hatte, daß er mich nicht nur allein meines Geldes wegen heiraten wollte? Und wundern Sie sich darüber, junger Freund, daß ich sehr rasch dann und sehr gründlich die Folgen aus dieser Erkenntnis zog?“ Die Konsulin hatte mit dieser Frage ihre Geschichte beschlossen; der, an den ihre Worte gerichSee donatf siru2 Heiteres Histörchen von Walter Persich Es handelte sich um die Bratpfanne, die dem Alten Fritz das Leben rettete. Jeder den Flecken besuchende Fremde bekommt sie zu sehen, und folglich wurde sie dem neuen Lehrer Dobbs bei seinem ersten Sonntagabendschoppen im Gasthaus zur „Goldenen Kuh“ vorgeführt. „Uebrigens“, fragte ihn vergnügt der Kreistierarzt,„da Sie eifrig Heimatkunde in der Schule treiben, werden Sie gewiß neugierig sein, unsere historische Sehenswürdigkeit kennenzulernen?“ „Darauf bin ich neugierig!“ Behäbig kam der Wirt gleich darauf mit einer unförmigen halbverrosteten Pfanne von erstaunlichem Ausmaße an:„Sehen Sie hier: da ist die Kugel des Oesterreichers durchgegangen.“ „Erstaunlich! Und trotzdem wurde der Große König gerettet?“ „Der Alte Fritz saß wie üblich nach der Schlacht auf einer Trommel. Seiner Majestät Furier stand an einem offenen Feuer und briet irgend etwas in der Pfanne. Das Stück Fleisch oder die gesottenen Eier tat er dem König mit einem Schwung auf den Teller. Nun war der Furier ein humoriger Man. Er pflegte die Pfanne alsdann mit Geschick wie eine Muskete zu salutieren und danebenzustehen, bis der König zu Ende gespeist hatte. Hierbei verdeckte er mit seines Bäuchleins Rundung und mit dem Pfannenschild den König. An diesem Tage pfiff im gleichen Augenblick des Salutierens die Kugel heran, durchschlug die Pfanne und fuhr dem Furier in den Hals. Er fiel tot um, die Pfanne polterte zu Boden. Der Oesterreicher wurde am Rande des Lagers gefangengenommen.“ „Und wie kommt die Bratpfanne hierher?“ „Einer meiner Vorfahren war Furiergehilfe. Er nahm die Pfanne an sich und brachte sie wohlbehalten hierher.“ Auch einen jungen Lehrer kann der Teufel reiten. Dobbs mißtraute der Geschichte. Er kundschaftete den Nagel aus, an dem in der Küche die Pfanne aufgehängt wurde, wußte bald, wie sorglos man in Sommernächten alle Fenster offenstehen ließ, schlich eines Nachts heran, entfernte die Pfann# und versteckte sie in einem Heuschober Gegen Wochenende trafen einige Gäste aus der Stadt ein. Sie nahmen in der„Goldenen Kuh“. Wohnung. Innerlich feixend lag der Lehrer au der Lauer. Diesmal blieb die Pfannengeschichte aus. Hingegen am Montag unternahm der Wirt eine Reise in die nächstgelegene größere Stadt. Von dort kehrte er mit einem unförmigen Paket zurück. Nun stand des Lehrers Haus nahe der„Goldenen Kuh“. Um Mitternacht wurde er von einem tet waren, drückte durch sein Schweigen seine Ergriffenheit, seine Bewunderung aus. Damit war es aber auch Zeit zum Aufbruch für den jungen Mann geworden. Der Hausherr brachte den Gast noch bis zum Gartentor. „Ich danke Ihnen auch noch für den guten Rat!“ sagte Ewald beim Abschied zum Konsul, der gerade nachdenklich zum Sternenhimmel aufsah. „Guter Rat? Wovon sprechen Sie? Ach so! Sie meinen den guten Rat, den Ihnen meine Frau gegeben hat!“ erinnerte sich der Konsul. „Ich werde von Carola niemals mehr als der Millionenerbin reden!“ versprach Ewald. „Ja, tun Sie das!“ meine der Konsul.„Im übrigen wollte ich Ihnen etwas ganz anderes sagen, bevor wir durch meine Frau unterbrochen wurden.“ Und der Konsul tippte leicht mit dem Zeigefinger gegen den immer noch mit einer Ecke aus der Jackentasche des jungen Mannes hervorstehenden, fliederfarbenen Briefumschlag, bevor er weitersprach: „Es ist ein Rat unter Männern, den ich Ihnen jetzt gebe, junger Fraund. Heben Sie diesen Brief gut auf, seien Sie überhaupt niemals nachlässig, im Aufbewahren von Liebesbriefen! Keinesfalls aber dürfen Sie es sich zur Gewohnheit werden lassen, so wie es bei mir war— es ist dies allerdings nun schon fast vierzig Jahre her!— alle Liebesbriefe sofort zu vernichten, einfach ins Feuer werfen! Nicht in jedem Fall ist das klug, könnte auch einmal anders ausgehen, als bei mir, einem alten glücklichen Mann. Sie verstehen mich? Und nun, gute Nacht, junger Freund!“ Glasmalerei im Sudetenland Kristallvasen werden bemalt und dann ein gebrannt. Eine sudetendeutsche Zeichnerin bei der Arbeit.(Weltbild Vrttelkter-Keeht Humoreske von Wolfgang Schwerbrock lauten Knall aufgeschreckt. Er sprang aus dem Bett, lugte aus dem Fenster— und sah gerade noch den Gastwirt eine Pistole von vorsintflutlichem Aussehen verstauen und sodann mit einem pfannenähnlichen Etwas ins Heu zurückzuschleichen. Am kommenden Sonntag konnten andere Gäste aus der Stadt staunend die Pfanne, die dem Alten Fritz das Leben rettete, betrachten. Mit einer gewissen Entrüstung nahm der Lehrer bei einem Spaziergang durch die Felder den Kreistierarzt beiseite und erzählte ihm, was er beobachtet, verschwieg jedoch wohlweislich, daß er selbst die Originalpfanne versteckt halte. „Haben Sie schon mal über den Sinn der Bezeichnung„Goldene Kuh' nachgedacht?“ fragte der Tierarzt. „Nein. Warum auch? Ein Wirtshausschild—“ „Pst! Ueblich hängt man wohl einen„Goldenen Ochsen' vor die Tür, nicht aber eine Kuh. Jedoch— eine Kuh kann man melken, und eine goldene gar! Was sehen Sie dort drüben?“ „Die Reichsautobahn nach Berlin!“ „Richtig. Und dort liegt der Bahnhof. Vor zwanzig Jahren war das Oertchen ganz und gar von allen guten Geistern verlassen. Die Menschen hier schufteten sich halb zu Tode auf dem mageren Sandboden. Dann wurde die Pfanne, die dem Alten Fritz das Leben rettete, von einem zufällig des Weges kommenden Historienforscher auf dem Boden des Gasthauses entdeckt, und da der Wirt in seiner behäbigen Art dazu eine Geschichte zu erzählen wußte, deren Wahrheit niemand bestreiten kann, ebenso wenig, wie sie sich beschwören läßt, so war alles auf dem rechten Wege. Der Kreistierarzt war unmerklich eingeschwenkt in einen Weg, nun stand er vor dem neuen Schulhause. „Haben Sie nie gestaunt über die Vorbildlichkeit unserer kleinen Schule?“ „Ja“, gab der Lehrer begeistert zu.„Ich habe selten in einem kleinen Ort eine gleich tadellose Einrichtung vorgefunden.“ „Dann—“, schmunzelte der Arzt,„bedanken Sie sich bei der Bratpfanne, die dem Alten Fritz das Leben rettete. Sie und nichts anderes hat in eine arme Siedlung bescheidenen Wohlstand gebracht. Mich deucht, auch die fanatische Wahrheitsliebe darf ihn ihr gönnen!“ Der Lehrer schlich in sich gekehrt davon. Nachts vergrub er heimlich die zweite Pfanne, die er wiederum aus dem offenen Wirtshausfenster entfernte, und hängte an ihre Stelle die erste und einzig echte, die dem Alten Fritz das Leben rettete. Damit der historischen Wahrheit Genüge getan sei In der Frühe eines nebligen Herbsttages drang aus zwei schmalen weißgestrichenen Fenstern der großen Kaserne das Lied des Bajazzo in den geschäftigen Morgen. Zwischen dem leidenschaftlichen Auf und Ab der hohen Stimme, die unzweifelhaft einen geübten Tenor verriet, vernahm man das Klappern eines Eimers der auf glatten Steinfließen hin= und herrutschte. Es war die Stimme des Soldaten Hauser, der dort hinter den schmalen Fenstern mit viel Wasser, einem Aufnehmer und einem Schrubber dem Schmutz eines gewissen stillen Ortes am Ende des langen Kasernenganges zu Leibe ging. Weniger die vom emsigen Schaffen zeugenden Nebengeräusche ließen die Soldaten in den Stuben und Waschräumen aufhorchen, als die helle sprudelnde Stimme des Soldaten, der erst kurze Zeit zur Kompanie gehörte. So ging gerade der Unteroffizier vom Dienst klappernden Schrittes durch den Flur und gelangte mit sichtbarem Mißbehagen zu der folgenden Erkenntnis: Der Neue ist von mir beauftragt worden, die Räumlichkeiten der Latrine zu scheuern, und nun singt der Bazi, der ung'schamte, den Bajazzo mit einem Schmelz in der Stimme, daß selbst der unmusikalischste Mann von der Welt darüber alles und sich selbst vergessen könnte! Da solches zweifelsohne in einer Kaserne nicht vom Guten ist, gedachte der Unteroffizier vom Dienst den Soldaten Hauser diesbezüglich zurechtzuweisen. Als er die Tür aufriß, stand der Sänger über dem Putzeimer gebeugt und drehte den Aufnehmer aus, indes er mit voller Stimme gerade zu einem mächtigen Finale ansetzen wollte. „Sagen's Sie!“, rief der Unteroffizier vom Dienst dazwischen, und der Soldat Hauser drehte sich blitzschnell herum, um im nächsten Augenblick die Hacken zusammenzuschlagen,„Sie sind an großer Depp! Net singen sollen's, sondern aufwaschen, Sie!“ Hauser hatte kaum„Jawoll!“ gesagt, als hinter einer niedrigen Tür Papier raschelte und eine tiefe Stimme laut wurde. „Lassen Sie ihn ruhig singen, er singt sehr schön...“ Den beiden also Angesprochenen blieb die Spucke weg. Diese Stimme kannten sie doch. Ach ja— da öffnete sich auch schon die kleine Tür, und heraus trat der Spieß. Er steckte gerade sein Zuchtvieh-Versteigerung in Meschede(Sauerland) (Viehversteigerungshalle) Dienstag, den 19. Novemb. 1940 Zur Versteigerung gelangen mittags 12 Uhr 65gek Bullen u 10 hochtr. Färsen des rotbunten Tiellandschlages. Alle Tiere dammen aus seuchentreien Beständen und end gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Wesllälisches Rinderslammbuch der Rolbunisüchter Münsler i. Westl., Engelstraße 40, Fernrut 20525. Srohstrom-Motore kauft und verkauft Elektro-Apparate-Bau Gmbll,.u. Lippstadt, Tel. 2920 Postlach 101 Horsi-Wessel-Sir 2 dickes Notizbuch zwischen den Rock und mustert## den jungen Soldaten. „Wo haben Sie das gelernt?" fragte der Spieß. „Ich bin von Beruf Opernsänger, Herr Feld webel!“ „Schön, sehr schön,“ war es der Spieß zu frieden und wandte sich zum Gehen.„Kommer Sie mal mit, ich habe eine feine Arbeit für Siel Der Soldat wußte indessen sogleich, von wohen der Wind kam: vielleicht sollte er jetzt auf Grung seiner versteckten Talente den Waschraum säubern oder den langen Flur zum drittenmal auskehren# oder sich sonst irgendwo nützlich machen. Den darüber war sich der Soldat Hauser vollkommen im klaren: den Bajazzo brauchte auf er auf keinen Fall zu siingen. „Sagen Sie, Hauser, was können Sie den sonst noch singen?“, fragte der Spieß, als sie in der Schreibstube angelangt waren, und er blinzelte mit seinen stechenden Augen zu dem junge# Soldaten empor. „Alles, was zu einem ordentlichen Repertoirh gehört, Herr Feldwebel!“ „Aha, Sie sind gewissermaßen ein Tenor, wen ich mich nicht irre?“ „Jawohl, Herr Feldwebel!“ Hauser wartet auf die große Ueberraschung, die jetzt kommen mußte. „So, dann können Sie also auch in einem Kon zert singen, nicht wahr?“ „Jawohl, Herr Feldwebel!“ Der Spieß setzte sich in seinem Stuhl aufrech und schaute einen Augenblick auf den Schreibtisch „Da kommen Sie heute abend nach dem Dienseinmal zum Konzertsaal der Stadt. Wissen Sit wo er liegt?“ „Nein“, Hauser wußte es nicht. Der Spies erklärte es ihm. „Am Sonntag in acht Tagen findet nämlit ein großes Konzert für unsere Verwundeten statt Nun fehlt noch ein Sänger, ein Tenor gewissen maßen, könnten Sie den machen?“ Aber gewiß konnte Hauser das. Er strahl übers ganze Gesicht und bedankte sich bei seinen Feldwebel. Wenige Tage später stand er vor vers sammeltem Publikum und sang den Bajazzo einem Schmelz in der Stimme, daß selbst unmusikalischste Mann von der Welt darüber alles und sich selbst vergessen konnte... Für sofort oder später ehn liches, kinderliebes Mädchen nicht unter 18 Jahren, gepflegten, kleinen Haus halt gesucht. Dr. Horstmann, Lippstadt Bruchbäumer Weg 20. Der illustrierte Sonntag Verlag: C. Jos. Laumanns. Hauptschriftleiter: Emil Reuber: Verlagsleiter: Friedr. Karl Laumanns; Anzeigenleiter: Herm. Schlepphorst, alle in Lippstadt. Anzeigenpreis: 8 Pfennig pro 46 mm breite Anzeigenspalte. Anzeigenpreisliste Nr. 3. 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