Der nastrirete Nr. 18 8. Jahrgang Sonntag den 30. Npril 1939 Postort Lippstadt Frahinig in Klachtke Die Lichtfanfare des Lenzes steht über der Erde wie ein einziger Jubelruf neuen fröhlichen Lebens. Tängst ist der Lann gebrochen für die schimmernde, klingende Verklärung der Welt nach des Winters ernster, schweigsamer Ruhe. Die deutschen Landschaften haben sich der Reihe nach geschmückt mit zartem Grün und hellen Blüten. Sie haben setzt das große Wort, und die Städte geben ihnen begeistert die Ehre. Ja, die Städte müssen setzt mehr oder weniger zurücktreten vor den duftenden, frühlingsatmenden Fluren, vor der freien, leuchtenden Natur überall da draußen vor den Toren. Aan will den Frühling genießen, wo er am schönsten ist, wo er sein blaues Band in gelöster Heiterkeit flattern und fliegen läßt. Jawohl! Halt, lieber Freund, und auch du, liebe Freundin, bist gemeint. Da bin ich gerade am richtigsten Punkt. Ich habe euch etwas zu verraten! Ich kenne eine Stadt, wo man den Frühling erleben kann wie in einer Landschaft, denn diese altersstolze und zugleich moderne Stadt mit ihrer meisterhaften Architektur hat sich mit der Landschaft vermählt zu einem großen einzigartigen kunstwerk unter freiem Himmel. Wie der Frühling mit seinem lichtgrünen leben, mit seinen freudigen Farben, mit seinem Blütenschimmer diese Stadt durchdringt, sie unter seine liebliche herrschaft stellt, sie wie eine Königin bekrönt, das ist unvergleichlich schön. Diese Stadt heißt Münster, sa, keine andere ist gemeint als die Tandeshauptstadt Westfalens, die Stadt der Wiedertäufer und des Oestfälischen Friedens, die Stadt der Schelmenstreiche des tollen Bomberg und des übermütigen Drofessors Landois. Ran will den Frühling genießen, wo er am schönsten ist. Darum sage ich: Münster. Dom ersten blauen und gelben Krokus im Dorfrühling, vom österlichen knospensprung und Blütengeriesel bis zur berauschenden Aeppigkeit der pfingstlichen, vorsommerlichen Fülle ist der Frühling in Münster eine ständig sich steigernde FarbenAklamme, die um die steinernen zeugen geschichtlicher *Größe und künstlerischer Meisterschaft aufglüht. Ders das ist das Besondere hier, daß der Frühling nicht allein in #en Außenbezirken, in den Randgebieten der Stadt ein blühendes Banner entrollt, sondern bis in die Mitte #er Altstadt, in das adelige Herz, seine bunten Wunder Ventfaltet. Gleichsam kopfüber bist du in diese bunte Verzaube#tung hineingestellt. Aus dem reichen Grün und den ölütenwogen ragen die Türme und Knäufe der gotischen ##nd barocken Kirchen in ihren charakteristischen Formen, 'ie bewegten Giebeltreppen der vornehmen, dicht anein#ndergeschlossenen Renaissancehäuser empor. Die Früh#ingssonne überblender das graue Gemäuer der PrachtSbauten mit flimmerndem Gold. Sie unterstreicht das Honse gnd... Sfige des ehrwürdigen gotschen ehaten Jurch emn lebhaftes Spiel von Licht und ... Das nebenanstehende barockselige Stadtweins uus sieht geradezu ein wenig übermütig aus in dem gleielenden Sonnenschein. Spiegelnd fängt sich das sprühende Deicht in den zahllosen getönten Fensterscheiben des FürstG Blick auf den Dom (Foto: Lindemann) bischöflichen Schlosses, des Erbdrostenhofes und der vielen Stadtburgen des münsterländischen Adels und bricht sich in hundert farbigen Reflexen. Aeber die leuchtende Stadt spannt sich das Azurgewölbe eines weiten klaren Himmels, wie er am Bodensee nicht blauer sein kann. Der Domplatz liegt still und feierlich im Schatten der alten Lindenbäume. Hier ruht der Dom mit seinen schweren Mauern und den mächtigen Ecktürmen wie ein sicher schützendes Bollwerk der Christenheit. Ein blühender Spitzwegwinkel ist der Horsteberg nahebei. Herunter zum Platz der Aeberwasserkirche mischen sich das Weiß und Rosa der blühenden Obstbäume, das kräftige Rot der Häusergiebel und das milde Datinagrün der überragenden Domtürme in einem wundervollen Gemälde von berückender Schönheit. Im Rankenwerk der Rosen schwebt Groningers anmutige Barockmadonna über dem grünen, von der Aa umschlossenen Rasendreieck. Aeberall stößt du in der Stadt auf Blumenanlagen und gärtnerisch gepflegte Plätze. Marienplatz, Ludgeriplatz und Servatilplatz wetteifern miteinander um die größere Schönheit. Der Verkehr flutet brausend an diesen Inseln der Frische und des bunten Lebens vorbei, an lila büschen und goldglühenden Forsuthienranken. Am Kanonengraben faßt der Blick ein Bild, das wie ein Gemälde von Böcklin anmutet. Aeber dem blitzenden Wasserspiegel gleiten die Schwäne in blendendem Weiß, und die mächtigen Crauerweiden tauchen ihre lichtgrün herabfließenden Schleier tief in die Flut. Ein Meer von Farben scheint über den Beeten ringsum ausgegossen. Edelsträucher sind über und über feurig erglüht. Eines Tages wird auch der Rotdorn hier seine Durpurflamme entzünden. Hinter den hohen Kastanien, die ihre weißen Kerzen aufgesteckt haben, rauschen die Wellen des Aasees. Auch hier ziehen die Schwäne ihre stolzen Kreise durch das grüne Wasser, und an manchen Tagen schaukeln Boote mit leuchtenden Segeln im Frühlingswind. Wie ein üppiger Blumengürtel schlingt sich die herrliche Promenade um die Altstadt. Diese Promenade ist ein Traum der Schönheit. Durch die grünen Lindenkronen fällt das Sonnenlicht in goldenen Flecken über den Weg und über die Beete und Anlagen. Alle gärtnerische Kunst hat sich hier verschwendet. Schöner kann man sich das Blütenfest des Frühlings nicht denken. Hell und dunkel, süß und verlockend schwelgt hier die Farbenorgel in allen Cönen. Da sind zum Beispiel die honiggelben Osterblumen, die glockigen Tulpen, die krausen, blauen Huazinthen. Aeber das Baumgezweig, über das Blumengerank und die blühenden Bosketts erhebt sich die eindrucksvolle Silhouette der Lugeristadt im wechselnden Linienspiel der Türme, Türmchen und Giebel. Am romantischen Aegidiiwall bricht der Blütenschnee der Obstbäume in lichten Flocken über die altersgraue, brökkelnde Stadtmauer. Hoch zeigt der spitze Finger des Tambertikirchturmes darüber hinaus. In der Kreuzschanze liegt ein phantasievoll gewebter Blumenteppich zu Füßen der Porträtbüste der großen westfälischen Dichterin, der stillen Frau Annette. Aber damit ist der Frühling in Münster noch nicht erschöpft. Auch der Schloßpark und der Botanische Garten warten auf deinen Besuch, um dich mit neuer Pracht und Schönheit zu überraschen. Seltene und seltsame Gewächse sind hier zu finden, exotische Bäume und Sträucher, Kraut und Pflanzen. Hinter dem großen Treibhaus steht ein echter sapanischer Magnolienbaum, auf dem sich ein Schwarm weißer Blütenschmetterlinge niedergelassen hat. Blaugrüne Nadelbäume mit violetten Stämmen und breitästigen Platanen wölben im Schloßpark ihre Kronen zu einem dichten Dach. Hin und wieder schimmert das gelbe und rote Mauerwerk des Schlaunschen Prunkschlosses durch eine Lichtung zwischen den Bäumen. Wenn du ins Innere der Stadt zurückkehrst, wunderst du dich nicht mehr, den Frühling auch auf dem Prinzipalmarkt wiederzusehen. Die Stände der Blumenfrauen unter den Bogen der Taubengänge sind bunt beladen mit den duftigen Geschenken des Lenzes. Alle Menschen sind festlich gestimmt, besonders aber die Mädchen von Münster. Ihre leuchtenden Augen verraten, daß sie von dem Frühlingsgeheimnis dieser Stadt bis ins Herz wunderbar angerührt sind. Alfons Hoffmann. Der große Bär Ueber uns'res Hauses Giebel Nacht für Nacht Hält in hohen Himmelsfernen, Hält mit seinen sieben Sternen Still der Große Bär die Wacht. Wenn ein nagend' Erdenübel Bang uns macht, Geh'n wir spät noch vor die Türen, Und das Sternbild läßt uns spüren: Gottes Odem tröstet sacht... Ueber uns'res Hauses Giebel Nacht für Nacht Strahlt der Große Bär, in Gnaden Uns ins Schlummerschiff zu laden Guter Träume golö'ne Fracht! Heinrich Anacker. Laten 1828: 2 Lucien der beiheg von Aec amerikan Schausp 1917: Uebergan präsiden Verkünd als Ant Veriehg einer### Kamite Düls zwinger ken wei Besitzer worden, gestorbe in seine erst 4½ im Sta einer de ren wer leider A chen ha bis zur fen ben L A Kö Die Kö Karnev gen du: ohne ir Emigra fahndun## Vo machte lustigen RM. in chen, d. seinem montag aufbewetwa C In achtung als sich verwah sellte, 1 die lan immer schäfte liche E Ru Reiche 12.00 Rhei 16.00 gute 18.2 deckt musi Zun Die 20.10 Run Mür Deutse 12.00: Anse 16.00 Der Frai ersä wegi plat: dank 20.10 musi Kundschau in Westeeutserstal.! Erschreckende Zissern Neun Kinder im Straßenverkehr getötet, 73 Kinder verletzt. Köln, 28. April. Seit Januar bis Mitte April sind im Polizeibezirk Köln neun Kinder im Alter von vier bis neun Jahren überfahren und sogleich getötet worden. 73 Kinder wurden verletzt, davon neun schwer. Diese Zahlen sind eine dringende Mahnung an Eltern und Erzieher, auf kleinere Kinder mehr als bisher zu achten und ihnen immer wieder einzuprägen, während des Spiels nicht unbedacht den Fahrdamm zu betreten, oder gar über den Fahrdamm zu laufen. Aber auch die fahrenden Verkehrsteilnehmer sollten in Straßen, in denen Kinder spielen, vorsichtiger als bisher fahren. Ein getötetes oder schwer verletztes Kind wird zeitlebens für den Fahrzeugführer eine furchtbare Anklage sein die sein Gewissen schwerer belastet als eine gerichtliche Bestrafung. Den Eltern aber gilt die Ermahnung: Schützt Euer und des deutschen Volkes kostbarstes Gut! Schützt die Kinder vor Gefahren! Tragischer Tod eines Landwirts Düren, 28. April. Auf tragische Weise kam in der Ortschaft Morschenich ein 60jähriger Landwirt zu Tode. Als er abends aus dem Dorf kam, begab er sich gleich in den Stall, um die Tiere füttern. Plötzlich hörte der Sohn einen Schrei und als er in den Pferdestall kam, fand er seinen Vater schwer verletzt im Stroh liegen. Eine halbe Stunde darauf starb der Landwirt. Man vermutet, daß der Mann im Stall gestolpert und gefallen ist, worauf das Tier unruhig wurde und ihn mit den Hufen trat. Erkrankungen nach dem Genuß roher Enteneier Grevenbroich, 28. April. Wie wichtig es ist, die Warnungen vor dem Genuß roher Enteneier zu beachten, ergibt sich aus einer Veröffentlichung des Kreisgesundheitsamtes für den Kreis NeußGrevenbroich. Insgesamt wurden im Bezirk dieses Amtes 15 kürzlich nach dem Genuß von Enteneiern ernstlich erkrankte Personen festgestellt. Es sei nochmals daran erinnert, daß Enteneier, ehe sie gegessen werden, mindestens acht Minuten lang gekocht oder beim Kuchenbacken in Backosenhitze völlig durchgebacken sein müssen. Storchenpaar baut sein Nest mit Erstlingswäsche Windheim(Weser), 28. April. Freund Adebar und seine Gattin erhielten auf dem Hause eines Windheimer Kaufmanns eine Wohnung angeboten. Nach eingehender Besichtigung befand sich diese Neubauwohnung als zu zugig oder zu feucht— oder vielleicht paßte auch der Wirt nicht. Kurz und gut, Herr Adelo## und Frau suchten sich am gleichen Ort auf einer geköpften pel eine neue Wohnung und begannen gleich mit dem Bau eine## warmen Nestes. Die Anwohner eilten herbei und befesttigte## das Nest mit Latten, die an den Stand genagelt wurden, in die Familie vom nächsten Pappelstamm höchst interessiert zusen und befriedigt klapperte. Tag für Tag schleppte das junge Baustoffe heran und formte das Nest. Die Bewohner zerschun ten alte Kleider, die gern und dankbar genommen wurden. Und da Frau Storch nun einmal Gefallen an Kleidungsstücken gefu den hatte, machte sie sich ganz ungeniert an die Erstlingswäsche. in der Nähe auf der Trockenleine hing. Ein großes Wolli# wurde„abgenommen“ und mit vereinten Kräften bauten die# den Störche das Tuch ins Nest. Nach Tagen noch sah ein Zin### über den Rand hinweg, jetzt ist das ganze Tuch verschwund und die ehemalige Besitzerin sieht mit einem weinenden un einem lachenden Auge zum Storchennest hinüber. Sie ist nich böse, o nein, mit Freund Adebar muß man sich immer gut halte Aber sie erachtet es doch als eine weise Vorsichtsmaßnahme,## Wäsche künftig— wenigstens solange wie der Nestbau andauert nicht ohne Aufsicht zu lassen. In Windheim und in der Um gebung aber hat man herzlich gelacht. vor dem Urteil im„Habe=Dank=Vater'=Prozeß Aus dem Zuge gestürzt Im Rausch zu Tode gekommen. Quakenbrück, 28. April. In angetrunkenem Zustande bestieg ein aus Haren a. d. Ems stammender und in Quakenbrück wohnender 36jähriger Mann den Zug nach Brokstreek. Obwohl ihn ein Fahrgast warnte, öffnete er die Tür des Wagens und schwang sich auf das Trittbrett hinaus. Dabei verlor er das Gleichgewicht, stürzte aus dem mit erheblicher Geschwindigkeit fahrenden Zuge und schlug mit dem Kopf auf das Geröll des Bahndammes auf. Im Krankenhaus stellte man fest, daß ihm ein Stein in den Kopf gedrungen war. Alle ärztliche Kunst war vergebens, kurze Zeit später starb der Verunglückte, der durch seinen bodenlosen Leichtsinn ums Leben gekommen ist. Staatsanwalt beantragt Zuchthaus und Sicherungsverwahrung und gänzliche Unterwerfung zu erzwingen; er habe jedes Scha Wuppertal, 28. April. Im Prozeß gegen den früheren Sektenprediger Großkortenhaus, der sich als sogenannter„Habe=DankVater“ schwerste Verbrechen zuschulden kommen ließ, worüber wir vor einer Woche bereits berichteten, konnte am Mittwoch, dem fünften Verhandlungstag, die Beweisaufnahme geschlossen werden. Wenn auch ein Teil der zuletzt vornommenen Zeugen wieder mit den Aussagen zurückhielten und die Wahrheit verschwiegen, so zeigten andere Zeugen klar das verbrecherische Treiben des Angeklagten auf. Die drei medizinischen Sachverständigen kamen übereinstimmend mit ihrem Gutachten zu dem Schluß, daß Großkortenhaus weder geisteskrank, noch vermindert zurechnungsfähig, vielmehr überheblich begabt und mit großer Menschenkenntnis, Gewandtheit und Redegabe ausgestattet sei. Andererseits seien sein Geltungsbedürfnis und seine Skrupellosigkeit, seine Phantasie und Fähigkeiten, glaubhaft zu lügen, stark entwickelt. Das größte Verbrechen des Angeklagten sei, daß er die von ihm betörten Menschen zu einer seelischen Verstümmelung und Verkümmerung gebracht habe. Es sei ihm nicht schwer gefallen, eine blinde Abhängigkeit Heiratsschwineter kreidi Krädchen in den Ebo Drei Jahre Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für einen atten Betrüger „Audi“ ist zweifellos ein recht aparter Vorname, jedenfalls für die Visitenkarte eines„Schriftstellers". Der biedere Name August R. wäre doch für den Verfasser von drei Romanen und einem Drama etwas zu primitiv gewesen, umso mehr, als es „Audi“ darauf ankam, bei der Frauenwelt Eindruck zu machen. Und so erzählte Audi der jungen und arglosen Ida Bruchstücke aus seinem Leben, daß er Arzt gewesen sei und speziell als Augendiagnostiker praktiziert habe. Ida ahnte ja nicht, daß ihrem Andi seine„Praktiken“ ein anlehnliches Register von Strafen eingebracht hatten, und daß er gerade eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und neun Monaten wegen Rückfallbetrugs abgebrummt hatte. Audi hatte sich eben für ein Monate in die Ruhe des Landlebens bei einem Bauern in Dakmar bei Warendorf, wo auch Ida arbeitete, zurückgezogen, um auf seinem dornenvollen Weg zum Erfolge einmal auszuspannen. Und daß ihm in der Stille des Landlebens dieses Liebesidyll mit Ida erwachsen war, bedeutete ihm ja höchstes Glück. Ida strahlte schon, wenn sie ihn sah, und so restlos vertraute sie ihm, daß sie alle ihre Ersparnisse für ihn hingab. Zunächst gab sie Geld für eine Schreibmaschine, denn ein Schriftsteller ohne Schreibmaschine in der heutigen auf Tempo abgestellten Zeit war eine Unmöglichkeit! Sie gab so lange, bis sie selbst auch keinen Heller mehr besaß. Ihr kleines Herz gehörte ihm ja ganz— sie zweifelte nicht an ihm, auch als er ihr klarmachen mußte, daß es wohl besser sei, sie würden sich für eine Zeit trennen, um sich zu prüfen, ob sie auch wirklich für einander bestimmt seien. Ida weinte beim Abschied, aber unter Tränen lächelte sie, denn er ging ja nur nach Warendorf, das nicht weit entfernt liegt. Daß Audi inzwischen Beziehungen zu Lisbeth aus Borgholtz angeknüpft hatte, und ihr nach und nach 1000 RM. abgeliehen hatte, gegen Schuldschein selbstverständlich und streng reell—, woher hätte sie es auch wissen sollen. Audis Künstlerherz hatte aber eine Schwäche für viele schöne Mädchen. Als er sich in Warendorf etwas vereinsamt fühlte, bändelte er hier mit einer dritten an. Das aber wurde Ida irgendwie zugetragen. Für Ida aber war das zuviel, und ganz ohne Sensation machen zu wollen, ging sie, deren echte und große Liebe so vor einem Abgrund stand, aus dem Leben. Audi hörte davon und machte sich aus dem Staube, denn daß aus dem Idyll eine Tragödie geworden war, machte ihm die Warendorfer Luft unerträglich. Er versuchte es jetzt einmal wieder, wie in früheren Jahren in Düsseldorf, mit Versicherungsgeschäften, ohne dabei den Heiratsmarkt in den einschlägigen Zeitungen zu vernachlässigen. Im Gegenteil— bei Vorliegen eines Angebots mit Barvermögen über 12000 RM. schrieb er seine Bewerbungsschreiben:„Per sofort...“ Im Versicherungswesen war er aber in Osnabrück sofort an einen energischen Reiseleiter geraten, der ihm alsbald klar machte, daß fingierte Aufträge unerbittlich zur Anzeige gebracht würden. Audi vernahm die Botschaft und verschwand. In Frankfurt am Main aber wurde er bald darauf erwischt. Von der Großen Strafkammer in Münster, die sich eingehend mit seinem ganzen Sündenregister befaßte, wurde er für drei Jahre ins Zuchthaus geschickt. Mit den fünf Jahren Ehrverlust hätte er sich ja wohl auch noch abgefunden, aber die verhängte Sicherungsverwahrung verschlug ihm doch die Sprache Und nun wartet er darauf, ob seine sofort eingelegte Revision Erfolg haben wird.— Was wir allerdings nicht für wahrscheinlich halten. und Ehrgefühl in den Frauen getötet. Von einem solchen Merschen müsse man befürchten, daß er, wieder auf freien Fuß geser eine erhebliche Gefahr für die Volksgemeinschaft darstelle. Ein Unterbringung in einer Verwahrungsanstalt sei daher ärztlicher seits zu befürworten. Der Staatsanwalt zeigte in seiner Anklagerede noch einme das unheilvolle Treiben des Großkortenhaus in allen Einzelhe### auf. Nach seiner Auffassung sei der Angeklagte der Verführunc der Kuppelei, des Ehebruchs und der verbotenen Weiterführun der Sekte schuldig zu sprechen. Dagegen sei ihm nicht mit voll## Sicherheit die Untreue nachzuweisen. Bei Großkortenhaus seie# die verschärften Strafbestimmungen für Vergehen von Lehre## und Erziehern anzuwenden. Der Strafantrag des Staatsanwa### lautete auf sechs Jahre Zuchthaus sowie Verhängung der Siche rungsverwahrung. In seinem Schlußwort glaubte der Angeklagte wieder in### schwollenen Redensarten darauf hinweisen zu müssen, daß er mu am Endeseiner 25jährigen„Leidenszeit durch Gottes Güte“ ang langt sei. Ein Verwalter, der vorsätzlich Mißwirtschaft trieb Neuenheerse, 28. April. Einem hiesigen Gutsbesitzer#### das Mißgeschick passiert, einen achtmal vorbestraften Mann Gutsinspektor engagiert zu haben. Das hatte er vorher nat lich nicht gewußt, denn dann würde es dem 39 Jahre alten.## D. nicht gelungen, dort Arbeit zu finden. Nach kurzer Zutstellte sich schon heraus, daß der Mann unter der Gefolgschaft de#### Gutsbetriebes gegen den Besitzer zu opponieren begann und## rüchte verbreitete, nach denen das Gutswesen bald in Zwe verwaltung komme und er dann als gut bezahlter Verwalter ei gesetzt würde. Daß er diese Reden tat, stand durch Zeugenaussagen ein wandfrei fest, aber weiter fest, daß er erhebliche Veruntreuunge# begangen hatte. Im Laufe weniger Monate hatte er bei Ve#verkäufen und anderen Gelegenheiten Bargeld in Höhe von 90 Mark in seine eigene Tasche gewirtschaftet. Deshalb bekam von der Großen Strafkammer jetzt eine Gefängnisstrafe vol 1 Jahr 3 Monaten und 900 Mark Geldstrafe, ersatzweise weitu# 90 Tagen Gefängnis. * Bottrop, 28. April. Gespann ging durch.— Pferde getöttt Kutscher verletzt. Am Dienstagnachmittag ging auf der Essere### Straße in Bottrop das Gespann einer Bottroper Firma durt Dem Kutscher gelang es nicht, die scheugewordenen Pferde## bändigen. Der Wagen raste in den Hauseingang einer Die beiden Pferde, sehr wertvolle Stuten, brachen sich bei der Anprall das Genick. Der Kutscher trug Kopfverletzungen darn und mußte dem Krankenhause zugeführt werden. & Bielefeld, 28. April. Tödlicher Unfall auf der Autobahn Auf der Reichsautobahn an der Baustelle Lammershagen wur# der dort beschäftigte Heinrich Kluffmann aus Mülheim von einen Auto angefahren. Kluffmann trug so schwere Verletzungen davon daß der Tod nach kurzer Zeit eintrat. Kundfunk=Programm Samstag, den 29. April 1939 Reichssender Köln(Welle 455.9) .15: Fröhliches Spiel für die Kleinsten. 10.00: Berlin: Der Zug des schwarzen Herzogs. Ein Hörspiel. 11.45: SS=Wehrbauer und SA=Siedler. 12.00: Wien: Musik am Mittag. 15.30: Jungmädel singen und erzählen. 15.45: 6. Reichsberufswettkampf— Reichsentscheid in Köln. Mädel im Kampf. 16.00: Frankfurt: Schwingende Rhythmen. 18.00: Eine Viertelstunde Sport. 18.15: Sie konnten zusammen nicht kommen. 19.00: Spiegel des Lebens. 19.10: Leo Eysoldt spielt zum Tanz auf. 20.30: Lachen ist gesund! Ein Streifzug durch westdeutsche Vergnügungsstätten. 22.30: 6. Reichsberufswettkampf. s der Schlußkundgebung in Köln. 22.45: Ausschnitte aus der Schlußkundge Zur unterhaltung und zum Tanz. Nachtmusik. Aufnahmen Deutschlandsender(Welle 1571) Schallplatten. 24.00: 10.00: Hamburg: Der Weg zur Ordensburg. Eine Hörfolge nach dem gleichnamigen Aufsatz von Robert Ley, von Johannes Anleiten. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 12.00: Königsberg: Musik zum Mittag. 15.15: Adalbert Lutter und Willi Glabe spielen. Schallpl. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. 18.00: Johannes Brahms— Edvard Grieg. Aufnahme. 19.00: Sport der Woche. 19.15: Bunte Auslese. Aufnahme. 20.15: Unter der Sonne Spaniens. 22.15: Köln: 6. Reichsberufswettkampf. Ausschnitte aus der Schlußkundgebung in Köln. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Wien: Und morgen ist Sonntag. Sonntag, den 30. April 1939 Reichasender Köln(Welle 455,.), .00: Hamburg: Hafenkonzert..00: Wetter, Wasserstand. .05: Ein Maiansingen..35: Orgelmusik..50:„Ein besinnliches Wort: Da tritt kein anderer für ihn ein...“ .00: Musik am Sonntagmorgen. Schallplatten. Darin 10.30: Zum 60. Geburtstag des Dichters Friedrich Castelle. 11.00: Soldaten— Kameraden. 11.50: Reichssendung: Berlin: Unter dem Maibaum. Dazw.: zum 1. Mat. 14.00: Nachr., Glückwünsche. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.30: Junker Prahlhans. Ein Märchenspiel. 16.00: Bunte Klänge am Nachmittag. Schallpl. 17.25: Zum 70. Geburtstag von Hans Pfitzner. 18.00: Rundfunkappell alter Frontsoldaten. 18.30: Der lustige Rätsel„19.00: Reichssendung: Vom Deutschlandsender: Lustig klingen die Hörner. Dazw.: Ausschnitte vom Empfang der Ehrenabordnung der deutschen Arbeiterschaft. .00: Nachr. 20.15: Nachr. in englischer Sprache. 20.30: Musik am Abend. 21.00: Arbeiter der Stirn— Arbeiter der Faust. Eine Ehrenstunde der Arbeit. 22.00: Nachr. 22.15: Nachr. in englischer Sprache. 22.30: Nacht= und Tanzmusik. 24.00: Bläsermusik vom Rathausturm der Hansestadt Köln..30; Saarbrücken: Deutschlandsender(Welle 1571) .00: Hamburg: Hafenkonzert..00: Wetter; anschl.: Eine kleine Melodie. Schallplatten..20: Eine Woche unterm Pflug..30: Musterhöfe— Musterdörfer..00: Sonntagmorgen ohne Sorgen. Schallplatten. 10.00: Unser Gebei soll Arbeit sein Eine Morgenfeier. 10.35: Beethoven; Klavierkonzert=Moll. Aufn. 11.15: Seewetterbericht. 11.30: Schallplatten. 11.50: Reichssendung: Berlin: Unter dem Maibaum. Dazw.: Berichte zum 1. Mai. 14.00: Die Schwanenprinzessin. Ein Spiel nach einem nordischen Volksmärchen. 14.30: Am Rande der Dorfstraße. 15.00: Barnabas von Geczy spielt. Schallblatten. 15.30: Musik aus Schweden. Aufn. 16.00: Königsberg: Musik am Nachmittag. 18.00: Dienstbare Geister. Heitere Szenen von Gerte Illing. Musik: Walter Gronostay. Aufn. 18.30: Musikalische Kurzweil. 19.00: Reichssendung: Vom Deutschlandsender: Lustig klingen die Hörner. Dazw.: Ausschnitte vom Empfang der Ehrenabordnung der deutschen Arbeiterschaft. 20.00: Kernspruch: Kurznachr. und Wetterbericht. 20.15: Konzert des Italienischen National=Universitätsorchesters. In der Pause Lesung. 22.00: Nachr.: anschl.: Deutschland=Sportecho. 22.30: Eine kl. Nachtmusik. 22.45; Seewetterbericht. 23.00: Frankfurt: Unterhaltung und Tanz. Reichosender Köln(Welle 455.), Montag, den 1. Mai 1939 .00: Freut Euch des Lebens. Schallplatten..00: Wetter, Nachr..10: Trier: Frühkonzert..00: Reichssendung: Berlin: Frühlingsmusik deutscher Meister. Dazw.: Jugendkundgebung im Olympiastadion, Berlin. 10.00: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Festsitzung der Reichskulturkammer im Deutschen Opernhaus Berlin. 11.00 Reichssendung: Königsberg und Danzia: Alte und neue Weisen aus Königsberg, Danzig und Memel. 12.00: Reichssendung: Vom Deutschlandsender: Uebertragung der Hauptkundgebung. Staatsakt im Lustgarten. 13.00: Reichssendung: Vom Reichssender Wien. Sender Salzburg und Melnik: Klänge aus der Ostmark. 14.00 Köln: Melodein aus Köln am Rhein. 15.30: Sendepause. 16.00: Musik vom Rhein. Darin 17.00:„Ehret die Arbeit und grüßet den Meister.“ Worte und Lieder zum Feiertag des schaffenden Großdeutschlands. 18.00: Reichssendung Vom Deutschlandsender: Echo vom„Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes“. 19.00: Im Maien, im Maien, da freut man sich. Ein duntes Unterhaltungskonzert. 20.00: Nachr. 20.15: Nacht. in englischer Sprache. 21.00: Reichssendung: Vom Deutschlandsender: Im Tale blüht der Frühling auf. Dazw. 21.55: Abendkundgebung im Lustgarten. 23.00: Zur Un terhaltung. Aufnahmen. 24.00: Nacht= und Tanzmustk. Deutschlandsender(Welle 1571) #.# Nationaler Feiertag des deutschen Volkes .00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachr., Wetter..10: Triek Frühkonzert. Dazw..00: Nachr..00: Reichssendung Berlin: Frühlingsmusik deutscher Meister. Dazw.: Jugendkundgebung im Olympiastadion, Berlin. 10.00: Reiche sendung: Vom Deutschlandsender: Festsitzung der Reiche kulturkammer im Deutschen Opernhaus Berlin. 11.00 Reichssendung: Königsberg und Danzig: Alte und neu Weisen aus Königsberg, Danzig und Memel. 12.00: Reichssendung: Vom Deutschlandsender: Uebertra gung der Hauptkundgebung. Staatsakt im Lustgarten 13.00: Reichssendung: Vom Reichssender Wien, Sendet Salzburg und Melnik: Klänge aus der Ostmark. 14.00 Allerlei von zwei bis drei. 15.00: Militärkonzert. 16.00: Der Mai ist gekommen. 18.00: Reichssendung: Deutschlandsender: Echo vom„Nationalen Feiertag deDeutschen Volkes“. 19.00: Freut Euch des Lebens! Großer bunter Untera# tungsabend. Dazw. 20.00: Kurznachr. u. Wetterbericht. 21.00: Reichssendung: Vom Deutschlandsender: Im Talt blüht der Frühling auf. Dazw. 21.55: Abendkundgehiit im Lustgarten. 23.00: Tanz u. Unterhaltung Wieder acht Spiel O Vorwär Die Gruppenspie Sonntag ein gutes E schiedene Mannschafte sieg näherkommen. Hamburger SV. kat sprung vor Osnabrü zwei Punkte beträg Mannschaften noch meister in dessen He Hamburger gegen Al rend sich zwischen Os um den zweiten Pla der zweiten Gruppe die Abteilungsmeiste Dach und Fach brin meinde gegen Wart strebt, um dem Riva davonzulaufen und Sachsen ertragen zi Gruppe III sind auß der Lage. Der VfR als großer Favorit zeigen und die Wier ganz überzeugende in den Kreis der en Das wichtigste Treff zu gehen, wo Vorwä Schalke 04 in die letzten Kämpfe mit? es fragt sich, ob sie Gleiwitz in bester! harte Nuß geben. in Worms, aber der Bedeutung mehr. Der Ring der g geschmolzen und aug rein spielerischen Le Schalke 04 und Fort die Gleiwitzer furt sowie Dresden r Spielprogramm am Gruppe 1: VfL. Osnab Hamburger Gruppe 2a: Fortuna Di Gruppe 25: Schweinfurt Gruppe 3: Admira Wi BfR. Mann Gruppe 4: B/R. Gleiw Wormatia! Ein schwer Die Gefechtslag Meisterschaft hat sie zwischen den Meiste und Vorwärts Ras abspielt, wer von di die Vorschlußrunde Kräftevergleich mit Osten des Großdeut wenn der Hessenmei den Favoriten jewe teres überspielen li# jeweils das erste T erst aus der Verlie endgültig abgeschlag Festung, hinter der Worms verschanzt sturmreif gemacht,: den tapferen Gegne zwingen muß. Und nicht ganz so einfac Wieder drei Spie Spoi Der Verlauf de im großen und gas der Gruppe II BfB. die aussichtsreichsten man in der ersten gener Sportfreunde klares Bild machen denn auch ganz die den SC. Münster Mengede jedoch all Dortmunder Staffe Der kommende Son Bielefeld und Hüste treffen, und hier w lich stärkste Aufstieg dieser Gruppe kämt Anschluß. In der nur dre nun auch der Sieg Kampf ein, der il führt, oährend det kann Der genaue Gruppe 1: Spo Gruppe 2: Hüst SC Auch das kom interessanten Freun schaften beteiligt sir Bielefeld den Reige das am Tage dara Ebenfalls am Soni Münster, Arminia Herne in Aachen g