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Die„Westfälische Zeitung“ erscheint wochentäglich und wird nach auswärts mit den nachmittags von Bieleseld Huotradm Sour!“ W O O Gegründet am 1. Januar 1811 als„Oeffentliche Anzeigen für die Grafschaft Ravensberg“. Zugleich Kreisblatt für die Kreise Bielefeld und Balle i. 1. Dienstag, den 2. November. Neubestellungen" auf die Mestälische Zeitung (Bielefelder Tageblatt) für die Monate November und Dezember zum Preise von 1 M. 40 Pfg. werden noch fortwährend angenommen und die Nummern vom 1. November ab, soweit der Vorrat reicht, nachgeliefert. Die Expedition. = Der neue Reichshaushaltsetat. Dem Bundesrat liegt bereits eine größere Anzahl von Spezialetats zum Reichshaushaltsetat, aus welchem die wichtigsten Ziffern puliziert werden vor. Die Stempelabgaben sind danach um ca. 2% Millionen niedriger eingesetzt, als im laufenden Etat. Die Börsensteuer hat die an sie geknüpften Erwartungen nicht erfüllt, man hoffte, daß dieselbe mindestens 12 Millionen ergeben würde, und von verschiedenen Seiten war angenommen worden, daß das wirkliche Ergebnis diesen Anschlag weit hinter sich lassen werde. Das ist nicht der Fall und so hat in dem neuen Etat die Börsensteuer unter Berücksichtigung der bisherigen Ergebnisse nur mit ca. 7% Millionen veranschlagt werden können. Eine Erklärung für das relativ geringe Erträgnis der Börsensteuer ist noch nicht gegeben. Wenn von großen Hinterziehungen der Steuer geredet wird, so läßt sich dieser Behauptung solange kein größeres Gewicht beimessen, als nicht die Richtung angegeben wird, in welcher diese Hinterziehungen festzustellen sind. Der Stempel für Wertpapiere ist um ca. ½ Million, der Lotteriestempel um ea. 1% Millionen Mark höher eingestellt. Die Erhöhung der Lotteriestempeleinnahme erklärt sich aus der Verdoppelung der Lose der preußischen Klassenlotterte. Hierbei sei bemerkt, daß von den auf grund des neuen Lotterieplans zur ersten Klasse der 175. preußischen Staatslotterie ausgegebenen 160.000 Losen ca. 7500 Stück unadgesetzt geblieben sind. Es ist indes zu erwarten, daß bald genug die vorhandenen Lose auch nach der Verdoppelung nicht genügen werden, die Nachfrage zu decken. Daß der erwähnte Rest nicht untergebracht worden, erklärt sich daraus, daß viele Spieler auswärtiger Lotterien in Preußen das Spiel in der betreffenden Lotterie so lange fortsetzen, bis die die meisten Gewinuchancen bietende letzte Klasse gezogen ist. Die Einnahmen des deutschen Reichs an Zöllen, Verbrauchssteuern und Aversen sind für 1887/88 auf 392 Millionen d. i. noch nicht eine halbe Million mehr als für das laufende Jahr veranschlagt. Daß nicht ein größeres Plus in Anschlag kommen konnte, hat seinen Grund darin, daß die Zuckersteuer wieder um 1 866.000 Mk. geringer angenommen werden mußte. Dagegen sind Mehreinnahmen veranschlagt bei der Tabaksteuer um eine halbe Million, bei der Salzsteuer um ½ Million, bei der Branntweinsteuer um nahezu 1 Million und bei der Brausteuer um ca.“ Million. Im Etat des Reichsamts des Innern ist eine Rate von 19 Millionen für den Bau des Nordostseekanals eingestellt. Im ganzen zeigen die Einnahmen eine fortschreitende Entwicklung mit Ausnahme der Zuckersteuer, für die neue Zuckersteuergesetz hoffentlich die Möglichkeit gewonnen ist, einen weiteren Rückgang zu verhindern. Politischer Tagesbericht. * Bielefeld, 2. Novber. Wie wir der„Hallischen Zeitung" entnehmen, hat der konservative Reichstagsabgeordnete Dr. Freege kürzlich in Borna Bericht über seine Thätigkeit im Reichstage erstattet und bei dieser Gelegenbeit dem Wunsch Ausdruck gegeben, „daß bei den nächsten Reichstagswahlen ein Bündnis zwischen Konservativen, Nationalliberalen und Centrum zustande kommen möchte zur Bekämpfung der Deutschfreifinnigen und der Sozialdemokraten. Die Verbündeten müßten alsdann zunächst ihren gegenseitigen Besitzstand respektieren und ihren Eroberungsfeldzug nur auf freisinnig und sozialistisch vertretene Wahlkreise beschränken.“ Die„Cons. Corresp.“ bemerkt dazu:„Wir würden diesem Wunsche mit Freuden beitreten, wenn wir bis jetzt in den tonangebenden Blättern des Centrums auch nur die leiseste Spur eines Anzeichens dafür entdeckt hätten, daß man hier seine Wege von denen des Freisinns trennen und daß man namentlich in den Fragen, welche für die nächste Reichstagssession von dominierender Bedeutung sein werden, an unserer Seite und nicht an dersenigen der Demokratie seinen Platz wählen will. Unter solchen Umständen und wenn, worauf Herr Dr. Frege offenbar rechnet, von der Leitung des Centrums nicht wesentlich andere Erklärungen abgegeben, d. h. Organe wie die„Germania“ energisch desavouiert werden, müßte die Bundesgenossenschaft der Konservativen mit dieser Partei für den Augenblick aber doch ein ziemlich bedenkliches Gesicht tragen.“— In einem anderen Berichte finden wir dann noch die weitere Bemerkung des Herrn Dr. Frege:„Wie der Charakter unseres Volkes einmal sei, habe man kaum nötig, die Trennungspunkte der verschiedenen Parteien hervorzuheben, viel wichtiger und notwendiger sei es, die Einigungspunkte zu betonen.“ Dazu äußert sich die obengenannte„Corresp.“:„Hoffentlich trägt die nachdrückliche Betonung dieser Wahrheit Herrn Dr. Frege, an dessen lauterer konservativer Gesinnung doch wohl niemand zweifeln wird, nicht dieselben unanmutigen Früchte ein, die der Versuch, sie zur Geltung zu bringen, uns beschert hat.“ Ein dem Zentrum angehörendes Mitglied des Reichstags und bayerischen Landtags, Frhr. von Gise, berichtete am 24. d. M. seinen Wählern in Burglengenfeld, daß man sich bei den in München stattgehabten Besprechungen für die Annahme des Namens„Bayerische Zentrumspartei“ entschieden habe. In Bayern sei, wenn die Worte des Prinz=Regenten über den konfessionellen Frieden in Erfüllung gingen, der„patriotischen“ Partei als Oppositionspartei der Boden entzogen. Weiter äußerte Herr von Gise, daß er der einzige in seiner Fraktion gewesen sei, der für die vom Ministerium bei Gelegenheit der Einsetzung der Regentschaft vorgeschlagene Verfassungsänderung gestimmt habe. Der Deutschfreisinn schwankt, ob er die Flinte ins Korn wersen, oder den Mund jetzt doppelt voll nehmen soll. Für jede Entscheidung lassen sich Stimmen vernehmen. Ein streitbarer Federheld verkündek:„Wir werden nie und nimmer unsere Grundsätze preisgeben“, und behauptet, fest zu wissen, daß„bessere" Zeiten für den Deutschfreisinn nicht mehr ferne seien, verschweigt aber freilich sorgsam, von wannen ihm solche Wissenschaft kommt. Ein anderer aber prophezeit resigniert, daß einen völligen Sieg ihrer Sache keiner der heutigen Streiter für den Freisinn mehr erleben werde. Jedenfalls sieht sich der Freisinn zurzeit auf sehr knappe Rationen gesetzt, und von seiner früheren Behäbigkeit ist ihm nur noch die schöne Erinnerung geblieben. In den Blättern wird jetzt viel über die an einigen Orten in Kraft gesetzte Polizeiverordnung, welche das Almosengeben an bettelnde Wandersleute verbietet und unter Strafe stellt, diskutiert. Es wird darin vielfach ein unberechtigter Eingriff in die Freiheit des Einzelnen erblickt. Dabei wird aber außer Acht gelassen, daß die fragliche Verordnung gleichzeitig eine schützende Wirkung hat. Auf dem platten Lande wird von den Wanderbettlern häufig ein förmlicher Terrorismus ausgeübt. Wer nichts giebt, ist der Gefahr ausgesetzt, daß ihm die Bagabonden allen möglichen Nachteil zufügen, vielleicht gar den roten Hahn auf's Dach setzen. Anders liegt die Sache, wenn der Bettler weiß, daß ihm in der betreffenden Gegend bei Strafe nichts verabreicht werden darf, dann hält er sich von der Gegend, über welche die Maßnahme, verhängt ist, überhaupt fern. Von diesem Gesichtspunkte aus erscheint das Verbot des Almosengebens in einem anderen Lichte. Deutsches Reich. □ Berlin, 1. Novbr.[S. M. dem Kaiser] ist die Jagd in der Schorfhaide vortrefflich bekommen und ist derselbe im allerbesten Wohlsein nach Berlin zurückgekehrt. Sonntag nachmittag empfing der Kaiser den Staatssekretär Grafen Herbert Bismarck. Montag vormittag verschiedene Hofchargen, den Grafen Stolberg-Wernigerode und den Geh. Rat von Wilmowski. Nachmittags stattete der Fürst von Sonderhausen einen Besuch ab, worauf der Kaiser noch eine Spazierfahrt unternahm. [Der deutsche Kronprinz] und die Kronprinzessin trafen Montag früh aus Monza wieder in Mailand ein. mit ihren Töchtern sofort nach der Kronprinz noch in Mailand Die Kronprinzessin reiste Genua weiter, während blieb. [König Albert Sachsen), Hohrer, itre und Prinz Georg von Sachsen] haben idre auf Sonntag abend anberaumte Rückehr nach Dresden in letzter Stunde bis Montag abend verschoben. Der König Albert wohnte am Montag dem Gottesdienste in der Hedwigskirche bei, empfing später den Besuch der Erbprinzessin von Meiningen und anderer Fürstlichkeiten und begab sich dann nach Potsdam zum Prinzen und der Prinzessin Wilhelm. Nach der Rückkehr verabschiedete sich der König im kaiserlichen Palais. [Der Prinz=Regent Luitpold von Bayern] ernannte anläßlich seines Namenstages den Ministerpräsidenten Dr. von Lutz zum lebenslänglichen Mitglied des bayerischen Herrenhauses, sowie die Ministerialräte von Ziegler und von Mayer zu Staatsräten. Außerdem wurden eine Reihe von Orden verliehen, u. a. dem kommandierenden General von Orff in Würzburg, dem Erzbischofe von Bamberg, sowie dem bayerischen Gesandten beim Vatikan, Frhrn. v. Cetto. [Prinz Friedrich Leopold] hat sich heute von Brindisi nach Indien eingeschifft. (Fürst Alexander von Bulgariens ist am Sonnabend zum Besuch bei der Landgräfin von Hessen in Frankfurt a. M. angekommen. [Der Minister des Innern, v. Puttkamer,] tritt heute Abend eine mehrtägige Dienstreise durch den Danziger Landkreis an. [Der Kultusminister v. Goßler] ist nach der Provinz Ostpreußen abgereist. [Dem Geh. Rat Professor Dr. Zellerl in Berlin hat der Kaiser zu seinem 56jährigen Doktorjubiläum den Stern zum Kronenorden zweiter Klasse verliehen. [Die Nachricht von der bevorstehenden Ernennung eines Koadjutors] für den erkrankten Fürstbischof von Breslau bestätigt sich. Der Fürstbischof Dr. Herzog leidet an einer langwierigen Gehirnkrankheit, man spricht sogar von einer Gehirnerweichung. [Das Reichsamt des Innern] hat den Regierungsrat Dr. Gaffky, Mitglied des Reichs=Gesundheitsamtes, entsendet, um sich wegen der in Gonsenheim und Finthen vorgekommenen cholergartigen Erkrankungen den hessischen Behörden zur Verfügung zu stellen. Derselbe begiebt sich mit dem Vorstande der betreffenden MinisterialAbteilung nach Finthen und Gonsenbeim. Im letzteren Orte ist keine weitere Erkrankung vorgekommen; in Finthen erkrankte am 28. Okt. eine Person am Durchfall, welche in dem Isolierhaus behandelt wird. Ueberall sind umfassende Maßregeln zur Desinfektion getroffen. [Dr. Heinrich Contzen], der bewährte und unermüdliche Vorkämpfer für die Wirtschaft= und Sozialreform hat die Leitung des„Bromberger Tageblatt“ übernommen. [Die in dem Landesverratsprozesse Sarauw] vom Kriegsgericht gegen den Zeugfeldwebel Brinkmann und den Oberfeuerwerker Hofmann ergangenen Urteile sind dem Kaiser zur Bestätigung unterbreitet. Der Preis der Inserate: für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum für Inserenten am Platze 12 Pfg., für auswärtige 15 Pig.; für Reklamen 50 Pfg.— Inserate werden in der Expedition und bei sämtlichen Annoncen=Bureaux angenommen. Bei Anfragen von auswärts über Inserate ist eine Briefmarke zur Autwort einzusenden. Kaiser soll eine Revision (Auf grund des Sozialistengesetzes) sind die in Eschwege errichteten Zweigvereine des Unterstützungsvereins deutscher Schuhmacher in Nürnberg und des Reiseunterstützungsvereins deutscher Tabakarbeiter in Bremen verboten worden.— In Nürnberg, Mainz, Gotha rc. haben bei bekannten Sozialdemokraten Haussuchungen stattgefunden.„ [Die Jubiläums=Kunstausstellung] in Berlin ist Sonntag abend in Gegenwart des Ministers von Goßler geschlossen worden. Während der Dauer der Ausstellung sind 1 200.000, Tageskarten und 10000 Saisonbillets ausgegeben. „[Die Konferenz der internationalen Erdmessung] beendete heute ihre Arbeiten. Die nächste Sitzung der permanenten Kommission soll im Jahre 1887 in Nizza stattfinden. N. R. Berlin, 1. Nov.[Postetat] In Entwurf des Etats der Reichs= Post= und Telegraphenverwaltung für 1887/88 ist die Gesamteinnahme um 7 189 130 M. höher veranschlagt als für das Vorjahr, worin indes ein Betrag von 1 473 400 M. enthalten ist., welcher lediglich in Folge einer administrativen Maßregel durchlaufend den Einnahmen sowie den Ausgaben hinzutritt. Es sollen nämlich die den Vorstehern der Postämter U. und III. Klasse bisher überlassenen örtlichen Bestellgebühren, woraus denselben die zur Wahrnehmung der Bestell= und sonstigen Unterbeamtengeschäften am Orte der Postanstalt erforderlichen Arbeitskräfte für eigene Rechnung zu unterhalten hatten, zur Postkasse eingezogen werden, wogegen selbstverständlich die entsprechenden Ausgaben gleichfalls dem Ausgabe=Etat zuwachsen. Abgesehen hiervon verbleibt eine Einnahmesteigerung von rund 5 700 000 M., wovon auf den Titel„Porto= und Telegrammgrbühren“ 5 400 000 M. entfallen. Die Anlchlagssumme der Gesamteinnahmen stellt sich hiernach auf 187 480 350 M. Die Summe der fortdauernden Ausgaben ist dagegen mit 158 027 567 M. angesetzt(6 299 353 M. mehr als für das Vorjahr), so daß sich ein Ueberschuß von 29 452 783 M.(+ 889 777) ergiebt. Die einmaligen Ansgaben, welche aus diesem Ueberschusse vorweg zu bestreiten sind, beziffert der Etatsentwurf auf ziemlich denselben Betrag wie im Vorjahre mit 4 512 270 M. Neben den weiteren Raten für die bereits bewilligten Posthausbauten finden sich darunter neue Forderungen für Herstellung beziehungsweise Erweiterung von Dienstgebäuden in Ludwigslust, Brieg, Eisleben, Görlitz, Gumbinnen, Konitz, (Westpr.), Myslowitz, Raumburg(Saale). Neustadt(Oberschl.), Quedlinburg, Schwedt, Soeft, Weimar. Berlin(Vergrößerung des Postgrundstücks in der Mauerstraße 310 000), Danzig, Konstanz, Landsberg(Warthe), Liegnitz und Lüneburg. C. C.[Hochseefischerei.] Sehr erfreulich ist es. daß im Voranschlage für das Reichsamt des Innern diesmal statt der für die Unterstützung der Hochseefischerei bestimmten Summe von 100.000 Mark— das Doppelte eingestellt worden ist. Es hat sich herausgestellt— und dies kann angesichts der thatsächlichen hier in betracht kommenden Verhältnisse nicht Wunder nehmen— daß 100000 Mark nicht„ausreichen, um auch nur im beschränktesten Umfange den berechtigten Anforderungen zu genügen.“ Hier ist eben alles noch neu zu schaffen: unsere Hochseefischerei befindet sich in den Händen unserer Nachbarn, vor allem der Holländer und Engländer, welche die reichen Fischgründe des„deutschen Meeres“ rücksichtslos ausbeuten und daraus Millionen ziehen, die wir bezahlen müssen, da unser Fischbedarf, besonders der an Heringen, sehr bedeutend ist. Auf keinem Gebiete sind wir so zurückgeblieben als gerade auf diesem; und doch sprechen, abgesehen von den wirtschaftlichen Gründen, auch sehr erhebliche militär=politische Rücksichten dafür, das alles aufgeboten werden muß, um das aus der deutschen Hochseefischerei zu machen, was sie der Natur der Dinge nach werden kann. Die schlechten Frachtverhältnisse, wie sie in der Nordsee und noch mehr in der Ostsee nun schon seit Jahretfortdauern, tragen viel dazu bei, unsere seemännische Küstenbevölkerung auf andere Berufsarten hinzuweisen oder sie vielmehr in solche hineinzuzwingen. Das aber ist im In. F r i s c h e s Plehihene a Sielcseld. Novelle von Haus Arnold. I. Er hielt die Hausthür einen Augenblick in der Hand, als überlege er, ob er sie, seinen Gefühlen gemäß, donnernd zuwerfen und der Undankbaren da oben eine Art von zornigem Abschiedsgruß senden solle— aber die Vernunft siegte doch — die Thur wurde mit keiner ungewöhnlichen Kraftanstrengung geschlossen— und nun stand er auf der Straße!— Unwillkürlich besah er sich das Haus, das er eben verlassen hatte, von oben bis unten;— nicht als hätte es einen besonders schönen Anblick gewährt,— aber er hatte doch seit Monaten jeden freien Augenblick dort zugebracht,— die blühenden Gewächse hinter den weißen Gardinen hatten ihm allabendlich freundlich zugenickt, wenn er von seiner nahe bei der Stadt belegenen kleinen Besitzung auf mutigem Rößlein vor das Haus der Verwandten gesprengt war. Dann hatte er die Reitpeitsche zierlich zum Gruß gegen das Eckfenster erhoben und ein dunkelblonder Kopf mit schelmischen, blauen Augen hatte ihm freundlich wiedergewinkt. Die Hausthür ließ ihn gastfreundlich ein,— wie viel Stufen hatte die Treppe?— jedesmal schien eine mehr. bis er den messingnen Klingelgriff in der Hand hielt! Der Hausherr war sein Onkel, nicht ein ganz richtiger Mutterbruder, — aber der schmucke, junge Landmann war als Neffe und Vetter doch schnell und gern genug aufgenommen worden. Die Familiengruppe blied allabendlich dieselbe,— in einem bequemen Stuhl, dessen etwas abgeschabte grüne Saffianlehne durch gelbe Knöpschen eine mehr wohlgemeinte als geschmackvolle Einfassung erhielt, saß der Vater, ein Käppchen auf dem Haar, die lange Pfeise in einer Ecke des Mundes, eine Brille auf der Nase, durch die er die weit von sich gehaltene Zeitung studierte, um von Zeit zu Zeit die Handlung eines Monarchen durch wohlgefälliges Brummen zu billigen oder über die unbedachten Worte eines Ministers langsam und unwillig den Kopf zu schütteln. Seine Frau saß in der Sophaecke, sehr gerade aufgerichtet,— diese vorzügliche Haltung auch ihren Kindern beizubringen, bestrebte sich die Gute fortwährend durch Blicke, Winke und Bewegungen, während ihre Hände Alles, was vorging, durch harmonisches Stricknadelgeklapper in Musik setzten.— Und wenn dann der Theetisch gedeckt war, saßen die vier Kinder dieses gemütlichen Paares wie Orgelpfeifen um sie der,— Die Rehnlichkeit unter den Geschwistern war auffallend,— alle vier zeigten entschiedene Siumpfnäschen, stets zum Lachen bereite Lippen und waren blond und blauäugig. Mit der ältesten Soduien sic aber die audern uad wassen,— das aa Fränzchens Gesicht zierlich und allerliebst war, hatte bei den beiden Buben eine gewisse unfertige Plumpheit, und die Kleinste befand sich noch in dem Alter, welches für junge Männer einen Gegenstand des Schreckens und Abscheus bildet. So war unser Held denn natürlich mit der Zeit dahin gekommen, seine Aufmerksamkeit der erwachsenen Tochter zuzuwenden, und sie hatte das ganz freundlich hingenommen, hatte erlaubt, daß er ihr das Streichhölzchen anzündete, um die Spiritusflamme unter dem Theekessel in Brand zu stecken, freute sich über die Blumensträuße die er aus seinem Garten mitbrachte, und lachte über seine Späße und Erzählungen beinahe so herzlich wie er selbst,— und das wellte etwas sagen Kurzum, es war durchaus keine Verblendung und Selbstüberhebung nötig, um die Entschlüsse reifen zu lassen, die in nächster Zeit unsern Helden bewegten. Noch nicht drei Wochen war es her, da hatte er sich in der Stadt neue Tapetenmuster ausgesucht und dem Bäschen zur Auswahl präsentiert. Da war besonders eins, das er in's Herz geschlossen hatte, mit blauen, schmalen Streischen und kleinen Rosenknospen dazwischen,— als er ihr das zeigte und srug: „Möchtest Du wohl in einer Stube wohnen, die so tapeziert wäre? Ist es nicht niedlich?“ Da antwortete sie freilich nur auf die letzte Frage und sagte: „Sehr niedlich!“ Aber sie wurde rot und lachte. Warum war sie rot geworden, wenn sie nicht wußte, was er damit meinte? Und mit triumphierenden Gefühlen ward er einen ganzen Leiterwagen voll Tapeziere und Stubenmaler, ließ seine ganze Wohnung neu herrichten und umgab sich viele Tage lang mit dem abscheulichsten Kleistergeruch,— und Alles um nichts und wieder nichts!— Tagelang ging er dann umber wie ein Verschwörer, — überlegte,— verwarf,— und kam endlich zum Entschluß. Heut,— diesen selben Tag, an dem er fiebernd vor Zorn und Beschämung in der nächtlichen Straße stand, war Fränzchens achtzehnter Geburtstag gewesen! Schon früh ritt er mit einem Blumenstrauß in die Stadt, so groß, daß ihm alle Leute verwundert nachsahen,— das Mädchen empfing ihn mit der größten Freundlichkeit,— zeigte ihm ihren bekränzten Geburtstagstisch,— und man lud ihn ein, am Abend wieder zu kommen, wo eine Gesellschaft junger Leute sich versammeln sollte. Das that er denn auch, und als er im Hausflur einen kleinen Taschenspiegel hervorzog und sein ehrliches, braunes Gesicht darin detrachtete, kam er sich beinahe hübsch vor. Eine Rosenknospe hatte er in's Knopfloch gesteckt— und unter der Rosenknospe schlug ein Herz voll Löwenmut! Franzchen hatte sich auch sehr schon gemacht, sie trug ein weißes Kleid mit feinen, blauen Streifen,— es sah seiner Tapete beinahe ähnlich,— und die blonden, glatten Zöpfe waren mit einer frischen Nelke geschmückt,— er hätte sich sehr irren müssen, wenn die nicht aus dem Strauß war, den er heute Morgen gebracht hatte! Die kleine Versammlung war schon vollzählig, als er eintrat, und Fränzchen vor allen als Gebutstagskind begrüßte. Er sah aber gleich, daß sie schlechter Laune war. „Guten Abend Karl,“ sagte sie flüchtig und mit einem Anflug von Verdrießlichkeit in der Stimme.„Du kommst genau eine Stunde später als du eingeladen bist! Wir hätten schon lange anfangen können zu tanzen, wenn wir nicht hätten auf Dich warten müssen.“ Karl war nun ein herzensguter Junge, aber sein Fehler bestand darin, daß er einen ganz unglaublichen Brausekopf besaß. Er wurde röter, als es selbst der Dame seines Herzens gegenüber nötig war, machte ein steifes Kompliment und zog sich zurück. Eins kam zum andern,— die Beiden stichelten auf einander, wo sie nur konnten,— und schließlich geschah es, daß Fränzchen sich an ihrem Geburtstag von einem Andern zu Tisch führen ließ und Karl mit einem schnippischen:„ich din schon versagt,“ absertigte. Aber Karl rächte sich!— Unmittelbar nach Tisch wollte man beginnen, nach dem Klavier zu tanzen. Als sich der Heimtückische durch einen schnellen Ueberblick versichert hatte, daß auch ohne ihn eine ausreichende Zahl von Tänzern da sei, ging er über die Stube, stieß plötzlich einen Schmerzensschrei aus und sank auf einen Stuhl. Die ganze Gesellschaft umdrängte ihn besorgt,— Fränzchen allein stand an ihrem Geburtstagstisch und zählte die Blättchen an ihrem Rosenstock,— das erbitterte ihn nun vollends! Er erklärte, er habe sich den Fuß verstaucht, könne unmöglich tanzen, und wolle lieber zuseben, wenn man ihn nicht nach Hause schicke, da er als Invalide nichts auf einem Ball zu suchen habe. Davon wollten sie nun alle nichts hören und Karl blieb,— aber er tanzte konsequent nicht! Die Fenster waren geöffnat, um die nächtliche Sommerluft einzulassen, — er setzte sich hinter die Gardine und dachte zornig darüber nach, wie anders er sich diesen Abend vorgestellt hatte! Und eigentlich war er ja schuld gewesen,— was mußte er gleich so empfindlich sein! Sie hatte Recht, er war zu spät gekommen,— und es war doch Fränzchens Geburtstag!— Er erhob sich,— es wurde ihm zu heiß hinter der Gardine,— und humpelte, seiner Rolle getreu, über das Zimmer, um den Tanzenden zuzuschauen. Daß er besser tanzte, wie jeder der anwesenden Herren, war klar. — das wutzie Fränzchen auch,— und deshalb ärgerte es sie so sehr, daß er heute nicht tanzen wollte, denn sie glaubte mit Recht nicht an seinen Unfall. „Kinderchen, jetzt wird aber aufgehört,“ rief da die Mutter,„es ist schon sehr spät!“ Man war an diese peremptorische Art von Fränzchens Mutter schon gewöhnt,— da erhob sich Karl und bat die Tante flehentlich, noch einen Augenblick zu verziehen, die Schmerzen in seinem Fuß hätten nachgelassen und er wolle einmal mit seiner Cousine tanzen. Eben sollte der Befehl an die Klavierspielerin erteilt werden, als Fränzchen mit blitzenden Augen dazwischen trat. „Es thut mir leid, Karl, wenn Du auch wieder hergestellt bist,— ich habe mir soeben den Fuß versprungen — und zwar so gründlich, daß ich glaube, wir würden nie wieder in den richtigen Takt kommen. Karl biß sich auf die Lippen und schwieg.— Die tanzenden Paare trennten sich,— man ging umher, um sich abzukühlen und endlich brach man auf. Daß Karl, als Verwandter des Hauses, sich noch nicht mitempfahl, konnte Niemandem auffallen. Als die Gäste fort waren, trat Fränzchen ans offene Fenster, um ihnen nachzusehen, und Karl, von Neue und Liebe beseelt, stürzte sich Hals über Kopf in das ungeheure Wagnis, bei den Eltern um ihre Hand zu werben. So — nun war’s heraus,— Gott sei Dank!— er sah seitwärts nach ihr hin, ob sie wohl eine Bewegung der Ueberraschung machen würde,— aber sie stand so still und unbeweglich am Fenster, als ginge sie die ganze Sache gar nichts an. Verlegen und zweifelhaft blieb er stehen. Der Vater legte die Pfeise weg, saßte das Mädchen an beiden Schultern und drehte sie herum. „Nun, Fränzchen,“ fragte er in einer Mischung von Rührung und Humor,„was sagst du? Hier, der Karl will dich zur Frau haben,— na, du hast dir's wohl schon gedacht! Nun, Mädchen, so sprich doch,— sag Ja oder Nein!“ Da sah sie trotzig in die Höhe und sagte mit undeutlicher Stimme ein kurzes„Nein!“ drehte sich wieder um und trommelte an den Scheiben. Die drei anderen sahen sich zweifelnd und bestürzt an. — Das kam ihnen allen Dreien unvermutet,— bis Karl leise bat: „Laßt mich einen Augenblick mit ihr allein,— ich will sie schon zur Vernunft bringen!“ Die Eltern schienen ihm dies Amt nicht ungern zu überlassen, Karl trat zu der kleinen Eigensinnigen und saß, daß ihre Augen voll Thränen standen. „Fränzchen,“ bat er herzlich,„sei nicht kindisch! Ich weiß, du hast ein Recht, mir böse zu sein, aber es kann A 1 teresse unserer Wehrkraft zur See nicht genug zu beklagen, da die Matrosen, welche am Salzwasser groß geworden sind, im allgemeinen gewiß ein größeres Geschick für den Beruf mitbringen, als die Binnenländer, die schon heute auf der Flotte nicht ganz schwach vertreten sind. Die Hochseefischerei ist die einzige Beschäftigung, welche die Küstenbewohner, die sich jetzt vielfach mit dem nichts weniger als seemännischen Geschäft des Vermietens in den Bädern abgeben, wieder aufs Wasser zurückführen kann, wo sie hingehören. Aus diesem Grunde sind die im Voranschlage ausgeworfenen 200 000 Mark als die beste Kapitalanlage zu betrachten, die im Interesse der Gesamtheit denkbar ist. Wir bezweiseln auch nicht, daß der Reichstag an diesem Posten nicht wird rütteln wollen. P * Bulgarien. [Die bul garische Nationalversammlung,] die große Sobranje, ist am Sonntag eröffnet worden. Die Botschaft der Regentschaft, mit welcher der Eröffnungsakt vollzogen wurde, besagt:„Nach der Abdankung des Fürsten hat die Regierung die Leitung der Geschäfte übernommen und ihre Kraft daran gesetzt, den Frieden, die Ruhe und die Sicherheit des Landes aufrecht zu halten und das Leben, das Wohl und die Ehre der bulgarischen Bürger zu schützen. Ihr Ziel war, das Vaterland aus der Krisis zu ziehen, die aus dem Staatsstreiche vom 21. August folgte. Die Regierung betrachte es als den wichtigsten Akt, der ihr obliege, die Sobranje zur Wahl eines Fürsten für den erledigten Thron zu berufen. Trotz der mit einer provisorischen Regierungsform zusammenhängenden Schwierigkeiten haben sich die Wahlen ohne erhebliche Zwischenfälle vollzogen und die Regierung sieht mit Befriedigung heute die Vertreter der Bevölkerung in der alten Hauptstadt Bulgariens vereinigt. In der festen Ueberzeugung, daß Sie einen Fürsten wählen werden, welcher sein Leben der Aufgabe widmen wird, die Freiheit und die Interessen des Vaterlandes zu schützen und welcher die Nation den Weg des Fortschritts, der Größe des Ruhmes und ihrer historischen Bestimmungen führen wird, erklären wir die große Sobranje für eröffnet und erbitten den Segen Gottes für ihre Arbeiten. Es lebe das unabhängige, freie Bulgarien!“— Die Botschaft enthält, wie man sieht, keinerlei Hinweis auf das Verhältnis mit Rußland. Die Botschaft ist von Stambulow, Karawelow, Mutkurow unterzeichnet. Karawelow, welcher in Sofia geblieben ist, hat telegraphisch seine Unterschrift genehmigt. * England. [Die Londoner Sozialdemokraten] wollen am 9. November trotz des polizeilichen Verbotes ihren Umzug abhalten. Sie haben den Polizeidirektor Traser aufgefordert, sich die Sache nochmals zu überlegen, und schieben ihm die Verantwortung für alle aus dem Verbot entstehenden Folgen zu. * Frankreich. [Der Versuch Frankreichs,) seinen Einfluß in Egypten mit Hülfe Rußlands und der Pforte wiederzugewinnen, gilt, Londoner Nuchrichten zufolge, als gescheitert. Ein Londoner Telegramm der„Nat. Z.“ meldet:„Als der französische Botschafter den Versuch machte, bei dem Bemühen, England das Versprechen zu entreißen, daß es Egypten an einem bestimmten und nahen Termin räumen werde, die Mitwirkung der Türkei zu erlangen, antwortete ihm der Sultan mit einem entschiedenen Nein, indem er noch beifügte, er könne die von dem Botschafter an der egyptischen Politik Englands geübte Kritik nicht billigen.“ Auch mit einer Annäherung an Rußland gegen Deutschland scheint Frankreich kein Glück gehabt zu haben. Der Pariser Korrespondent der„Kreuzzeitung" schreibt:„In russischen Kreisen betont man mit großer Uebereinstimmung, daß die Beziehungen Rußlands zu Deutschland ganz„ausgezeichnete“ seien und die alte„turmhohe“ Freundschaft beider Staaten auf sicherer Grundlage beruhe. Hörte ich doch kürzlich die Aeußerung von einem russischen Diplomaten:„Will Frankreich unsere Freundschaft erwerben, so führt sie der Weg über Berlin, nur wenn Frankreich sich mit Deutschland gut stellt, kann es auf unser Entgegenkommen zählen.“ [In Sheerhouse, der englischen Besitzung des Grafen von Paris.] brach nachts ein Verdächtiger in das Schlafzimmer des Prätendenten ein, wurde aber verscheucht. Die Orleanisten geben vor, an einen Anschlag auf das Leben des Grafen zu glauben. Wahrscheinlich handelt es sich um einen gewöhnlichen Diebstahlsversuch. [Der Pariser„Intransigeant"] bringt das schauderhafte Verbrechen an's Licht, daß die Pariser Wasserversorgungsgesellschaft ihre Wasserhähne aus einer Mannheimer Fabrik beziehe. [Der Pfarrer Sabouret aus Vionville) bei Metz, der zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt war, weil er in der Kirche aufrührerische Lieder hatte singen lassen, entfloh nach Frankreich. * Italien. [Am 29. Oktober vollendete Kardinal Ledochowski] in Rom sein 64. Lebensjahr. Am 3. November 1861 wurde er zum Bischof geweiht. [Ober=Italien] ist infolge des Austrittes des Po dir nicht mehr leid thun wie mir, daß wir uns heute so mißverstanden haben,— verzeihe mir doch!“ Er wollte ihre Hand fassen, sie zog sie hastig und unwillig zurück. „Sieh,“ fuhr er fort,„das Nein, das du mir jetzt sagst, ist doch ein anderes, als eine Absage für einen Tanz! Ich kann dann nicht mehr wiederkommen und fragen. ob du dich anders besonnen hast,— du weißt, ich würde es auch nicht thun,— überlege dir's einmal, Fränzchen!“ Da sie fortfuhr, stumm den Kopf zu schütteln, trat er verzweifelt zurück und rief die Eltern wieder herein. „Ich kann nicht mit ihr fertig werden, Onkel, rede du ihr einmal zu,— sie ist zu kindisch!“ Der Vater erschien und rief in etwas barschem Ton das Mädchen, welches sich trotzig vor ihn hinstellte. „Was fällt dir ein,“ fuhr er sie ziemlich rauh an, „läßt den Karl ablaufen wie einen dummen Jungen, weil ihr irgend eine alberne Uebelnehmerei mit einander gehabt Gleich bist du vernünftig und sagst entweder einen habt! Grund für die Hand.“ dein verschrobenes Betragen oder giebst ihm (Fortsetzung folgt.) Auch die Linie Genua— von Ueberschwemmungen heimgesucht. Pisa- Rom ist unterbrochen. * Spanien. C. C.[Die Aufhebung von 1200 Gergeantenstellen] im spanischen Heere hat, wie das vorauszusehen war, unter den unmittelbar Beteiligten nicht nur, sondern auch in weiteren Kreisen große Erregung hervorgerufen, weil man vermutlich nicht mit Unrecht annimmt, daß mit den Sergeanten nur der Anfang gemacht worden ist und daß die„Reform“ weiter nach oben ihre Fortsetzung finden wird. Bei der übermäßigen Zahl von Offizieren im spanischen Heere ist das in der That längst als notwendig anerkannt; man hat bis jetzt nur nicht den Mut gehabt, an die Durchführung zu gehen, weil man weiß, daß jeder verabschiedete Offizier ein Todseind des herrschenden Systems wird und als solcher bereit ist, an allen Versuchen zum Umsturze desselben teilzunehmen. Schon sind aus den Reihen der sich in erster Linie für bedroht haltenden Genie= und KavallerieOffiziere förmliche Proteste gegen das die Entlassung der Sergeanten verfügende Dekret laut geworden, und man hofft in diesen Kreisen, daß die Regierung sich zur teilweisen Zurücknahme der Maßregel verstehen werde. Ob auch Hoffnung begründet ist, läßt sich noch nicht beurteilen. Wäre sie es aber, so würde die Regierung in keine günstige Lage kommen. Da man annehmen muß, daß sie nur nach reiflicher Prüfung gehandelt, müßte jede Nachgiebigkeit jetzt als Schwäche erscheinen, bleibt sie aber fest, dann hat sie sich, wie gesagt, eine große Zahl von neuen unversöhnlichen Geg(Galeotel, der Mörder des Bischofs Izguierdo von Madrid, befindet sich seit seiner Verurteilung zum Tode beständig in einer unbeschreiblichen Aufregung. Er bringt die Nächte ohne Schlaf zu, schreit nach dem Priester Gabino und dem Nuntius, und versetzt statt ihnen den„Möbeln Faustschläge. Die Mitglieder seiner Familie und die Freunde, welche ihn im Kerker besuchten, wurden von ihm angegriffen. Galeote weist jede Idee einer Strafumwandlung von sich und verlangt, binnen vierzehn Tagen zum Schaffot geführt zu werden, denn er wünscht, so wie er sagt, auf der„Bank der Ehre“ zu sterben. Zuweilen glaubt er sich auf dem Schaffot zu befinden und redet die eingebildete Volksmenge mit den Worten an:„Thörichtes Volk, schläfst Du? und ruft dann dem Henker zu:„Oeffne mir die Pforten des Himmels!“ * Amerika. [Die Schlußverhandlung des Chicagoer Anarchistenprozesses,] in welchem bekanntlich vor dem Oberrichter ein zweites Verfahren anhängig gemacht nar, hat am 7. bis 9. Oktober stattgefunden. Richter Gray wies den Antrag auf Gewährung eines neuen Prozesses für die verurteilten Anarchisten ab und bestätigte das von der Jury über Spies, Parsons, Fielden, Schwab, Engel, Fischer und Lingg verhängte Todesurteil, sowie die über Oscar Neebe verhängte 15jährige Gefängnisstrafe., Die Angeklagten verlangten sämtlich in ausführlichen Reven, daß ihnen ein neuer Prozeß von der Jury bewilligt werde. Aus der Rede, in welcher Richter Gray sein Urteil begründet, ist folgende Stelle bemerkenswert:. L. 6.1 „Nicht das geringste unter den Drangsaten der frieolichen, genügsamen und arbeitsamen Armen ist nach meiner Ansicht die Tyrannei von Pöbelhaufen, welche mit Gewalt ihnen unter Bedrohungen befehlen, wo, wann und unter welchen Bedingungen sie ihren und ihrer Familien unterha't erwerben durfen. Irgend eine Regierung, welche ihres Namens würdig ist, wird mit allen Kräften versuchen, Allen unter ihrer Jurisdiktion Freiheit zu sichern, ihrer gesetzlichen Beschäftigung nachzugehen, und Sicherheit für ihr Eigentum und ihre Person, wenn sie dem Gesetz gehorchen. Es hält Jedermann verantwortlich für die natürlichen und wahrscheinlichen Folgen seiner eigenen Handlungen. Es sagt, wer Jemand zum Mord anrät, ist selbst ein Mörder und des Mordes schuldig, welcher auf seinen Rat hin ausgeführt wurde. Und wenn sich Männer zu einem gewaltsamen Widerstande gegen die Ausführung des Gesetzes zusammenthun und zum Morde raten, als zu einem Mittel, um solchen Widerstand wirksam zu ermöglichen, ob nun dieser Rat einem Einzelnen oder einer zahlreichen Volksmenge erteilt ist, Männer von einer andern Klasse zu ermorden— Alle, welche in dieser Weise sich zusammengethan haben, sind selbst irgend eines Mordes schuldig, welcher infolge solcher Ratschläge begangen wurde. Das Volk dieses Landes liebt seine Institutionen. Es liebt sein Heim, sein Eigentum. Es wird nie einwilligen, daß durch Gewaltakte und Mord diese Institutionen zertrümmert werden sollen, ihr Heim vernichtet und ihr Eigentum zerstört wird. Und das Volk ist stark, um seine Institutionen aufrecht zu erhalten und alle Vergehen gegen seine Gesetze zu bestrafen; und diejenigen, welche mit Gefahren gegen die bürgerliche Gesellschaft drohen, wenn das Gesetz enforciert wird, führen zum Verderben wenn sie die Ausführungen solcher Drohungen versuchen sollten. Die bestehende gesellschaftliche Ordnung kann nur durch den Willen der Mehrheit geändert werden. Jeder hat das Recht, durch Wort und Schrift seine eigenen Ideen zu befürworten und die große Masse wird ihn wenig beachten. Aber wenn er Mord vorschlägt, um dieselben zu verwirklichen, so setzt er sein eigenes Leben aus und keine Berufung auf Redefreiheit oder die zu beseitigenden Uebel oder das zu ver8. C. Zwei wichtige Gesundheitsregeln. „Nur nicht gleich werfen lassen!" Das ist ein im Volke öfters gehörter Grundsatz, welcher soviel bedeutet, als: Wenn dir's einmal nicht ganz wohl ist und du— anstatt deiner Berufsarbeit in gewohnter Weise nachzugehen dich zur Pflege lieber auf's Sopha oder in's Bett legen möchtest, so widerstehe diesem Verlangen mit aller Energie; es wird schon von selbst wieder besser. Denn— so meint man oft *— hat man sich einmal niedergelegt, so wird's gewöhnlich nicht so leicht wieder gut, und öfters wohl gar eher noch schlimmer als besser. Dieser Grundsatz hat unter Umständen in der That etwas für sich. Denn wer im Volke gleich bei jedem leichten Unwohlsein den Arzt rufen und sich in's Bett legen wollte, der dürfte nur zu oft mit seiner Berufspflicht und auch mit seinem Geldbeutel in Widerspruch geraten und in Verlegenheit kommen. Bei Appetitlosigkeit z. B. und damit verbundenem, meist von verdorbenem Magen kommenden Kopfweh suche man lieber Besserung, anstatt auf dem Sopha, durch einen Gang oder durch sonstige körperliche Bewegung in frischer, freier Luft. Namentlich aber sei man unerbittlich gegen etwaiges Zureden Anderer:„Iß nur ein Stück neubackenen Kuchen oder einen Kloß mit; vielleicht wird's dann desser!" Das wäre das Thörichtste, was man thun könnte. Auch auf den guten 2o::„„Trink' einen Bittern, ein Glas Rum oder einen Soplat!“ womit man gern bei der Hand ist, gebe man geltende Unrecht kann ihn vor den Folgen seines Verbrechens schützen. Seine Freiheit ist keine Erlaubnis zur Zerstörung. Die Nachsicht, deren er sich erfreut, muß er auf Andere ausdehnen und sich nicht unverschämt anmaßen, daß die große Mehrheit im Unrecht ist und er das Recht hat, sie durch Schreckensthaten zur Nachgiebigkeit zu zwingen oder durch Dynamit zu beseitigen. Es bleibt nur noch übrig, daß für das Verbrechen, dessen Sie sich schuldig haben und dessen Sie überführt sind, nach einem Prozeß, unvergleich an Geduld, mit welcher ein geschmähtes Volt Ihnen jeden Schutz und jedes Vorrecht des Gesetzes zu teil werden ließ, welch' letzteres Sie bekämpft und verhöhnt haben, das Urteil jenes Gesetzes gegeben wird. Die Hinrichtung ist auf den 3. Dezember, morgens 10 Uhr, angesegzt. * Amtliches. Verliehen: den Bergrevier=Beamten, Bergmeistern Dr. Busse zu Dortmund und Borchers zu Betzdorf den Sbgrcher did Buget. Aus der Provinz und Nachbarschaft. — Bielefeld, 1. Nov.[Blühende Blumen und reife Erdbeeren.] Trotzdem die Zeit bereits weit vorgeschritten ist und die Nächte schon eine recht tiefe Temperatur haben, blühen und reifen die Kinder der Flora ungehemmt weiter, als wären wir mitten im Sommer. So wurde uns gestern ein Strauß blühender Blümchen und eden gereister Erdbeeren übersandt, den der gefällige Uebersender auf einem Spaziergange am Sonntage gepflückt hat. * Bielefeld, 1. Novbr.[Zahlung der Beamten=Gehälter.] Nach dem Reskript des Königl. Finanzministeriums vom 22. Dezember 1880 dürfen die am 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober fälligen Gehälter, Wohnungsgeld=Zuschüsse oder sonstigen praenumerando zahlbaren fixierten Kompetenzen schon am vorhergehenden Tage gezahlt werden, wenn der erste und zweite Quartalstag Sonn= und Feiertage sind. Vorerwähnte Gelder dürfen daher, da der 2. Januar k. J. auf einen Sonntag fällt, ebenso wie im Jahre 1880, bereits am 31. Dezember d. J. gezahlt werden. * Bielefeld, 1. Noobr.[Schulchronik.] Dem Lehrer Wilh. Braadt zu Sielhorst, Kreis Lübbecke, ist die erledigte evangelische Lehrerstelle zu Hausberge=Lohfeld(an der Regte), im Kreise Minden, vom 16. Oktober er. ab definitiv verliehen worden. Dem Schulamtsbewerber Ludwig Lange zu Großenheerse, Kreis Minden, ist die Verwaltung der erledigten evangelischen Lehrerstelle zu Sielhorst, Kreis Lübbeke, vom 16. Oktober cr. ab, und dem Schulamtsbewerber Wilh. Huxhol zu Petershagen die Verwaltung der erledigten 2. evangelischen Schulstelle zu Lerbeck, im Kreise Minden, vom 1. November er. ab provisorisch übertragen vordg.„„„„ Enger, 29. Ott.(In der vorgestrigen Generalversammlung der freiwilligen Feuerwehr) waren 80 Mitglieder anwesend. Die Jahresabrechnung ergab, daß die Kasse in diesem Jahre einen bedeutenden Fond erreicht habe. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde der Kommandeur Aug. Nordmeier mit großer Majorität wiedergewählt und zum Stellvertreter H. Jörging; zum Hauptmann der 1. Spritze Rentier Aug. Schimmel, zu dessen Stelleertreter Maurermstr. Kenter; zum Hauptmann der 2. Spritze Uhrmacher Steinmann, zu dessen Stellvertreter Sattler Niehaus! zum Hauptmann der Zubringer=Abteilung Zigarrenarbeiter Kaspar Schleff, zu dessen Stellvertreter Schlosser H. Pott; zum Hauptmann der Steigerabteilung Zigarrenfabrikant S. Vorreuter, zu dessen Stellvertreter Bäcker Brader gewählt.— Mauermstr. Kenter wurde als Kassierer, Rentier Schimmel als Schriftführer einstimmig wiedergewählt. Nach der Wahl brachte Kamerad Holtmann nach einer kurzen Rede ein dreifaches begeisterndes Hoch auf den neuen Vorstand aus. Der Kommandeur Nordmeier dankte, nach der„Herf. Z.“ darauf im Namen des Vorstandes und sprach die Hoffnung aus, daß die Wehr auch fernerhin einmütig zusammenhalten möge. * Herford, 1. Novbr.[Zurücknahme der Verfügung der Kgl. Regierung.] Die„Herf. Z.“ erhielt folgende Zuschrift:„Der Redaktion der„Herforder Zeitung“ teile ich ergebenst mit, daß die Kgl. Regierung neuerdings dahin Verfügung getroffen, daß den städtischen Behörden das Recht zustehe, die städtischen amtlichen Bekanntmachungen auch in anderen Blättern, als dem„Herforder Kreisblatt" zu publizieren. Ich werde Ihnen demnuch die städtischen Bekanntmachungen wieder zusenden. Der Bürgermeister Quentin. Damit ist der bekannte Einspruch der Regierung aufgeboben worden. * Salzuflen, 27. Okt.[Mit dem 1. Januar 1887 tritt die neue lippische Städteordnung] vom 17. April 1886 in Kraft. Entgegen den Bestimmungen der alten Städteordnung, schreibt man der„Mind. Z.“, nach welchen nur den eingeborenen oder eingekauften Bürgern das Wahlrecht zu den städtischen Wahlen auszuüben gestattet war, sind schon im nächsten Monat alle männliche, selbständige Angehörige des deutschen Reiches, welche seit 2 Jahren der Stadtgemeinde angehört, während dieser Zeit zu den Gemeindesteuern beigetragen und das 25. Lebensjahr erreicht haben, berechtigt, bei den städtischen Wahlen mitzuwirken. nichts. Weit desser wählt man zur Unterstutzung der Natur eine Tasse schwarzen Kaffee oder Dr. Bock's„liebstes Hausmittel“ in solchem Falle: eine Tasse reines, möglichst warm zu genießendes Wasser, welches im Magen lockert und aufweicht. Damit lege man sich abends rechtzeitig um meistens schon am andern Morgen eine wesentliche Besserung und wohl auch schon wieder einigen Appetit zu verspüren. Denn Diät, Enthaltsamkeit von Speise und Trank, bis der Appetit von selbst wieder kommt, ist in diesem Falle die allerbeste Medizin. 66 Ganz anders aber verhält es sich, wenn das UebelErkältung berrührt und mit Fieberschauern verbunden ist, so daß es einem unter haufigem Abschüttein kalt über den Rücken läuft". In diesem Falle muß ohne Widerrede der Grundsatz lauten:„Nur nicht hinhängen Wenigstens abends muß es heißen: Sobald wie möglich nicht etwa aufs Kanapee, sondern gleich ins Bett! Man trinke ein Glas laues Zuckerwasser— nichts anderes!— Man decke sich sorgfältig zu und bringe sich, indem man zugleich das Gesicht mit einem leichten Tuche überdeckt, in einen gelinden Schweiß, bis man keinen Frostschauer mehr spürt. Dann aber nehme man sich etwa beim Wechseln des Hemdes vor neuer Erkältung in acht, die man sich sogar im Bett zuziehen kann. Zuckerwasser ist aber um deswillen das beste Schwitzmittel, weil es nicht zugleich, wie etwa der grüne Thee, oder der schwarze Kaffee, das Blut in Wallung bringt und so das Uebel eher verschlimmert, als bessert. Nötigenfalls muß man die kleine Schwitzkur noch einmal wiederholen; aber soviel ist ausgemacht: bei Erkältungskrankheit und Fieberschauern führt nichts so schnell und sicher zum Besserbefinden, als vorstehende Kur. Krankheitsstoff im Körper kommt mir immer vor, wie ein Tintenfleck auf weißer Stubendiele oder in weißer Wäsche; je eher man ihn wieder zu entfernen suchte, desto leichter weicht er dem Waschen und Scheuern und umgekehrt. Darum: „Nur nicht hinhängen lassen!“ Stephan vor etwa 30 Jahren in unserer Stadt als Postassistent amtierte, Theaterberichte schrieb und von dem damaligen Oberpostdirektor Waldeyer das Zeugnis ausgestellt erhielt, daß er ein„unpraktischer Beamter sei, der lieber im Theater und in der„Ewigen Lampe“(eine bekannte Restauration) als im Bureau sitze", da ahnte wohl niemand, daß der geniale Mann, der allerdings zu schade war, um Karten zu schreiben und Briefe zu sortieren, dereinstens als Staatssekretär und oberster Leiter der deutschen Reichspost Köln besuchen werde. [Ein Frühstück in den Lüften.] Folgende artige Sport=Münchhausiade wird aus London berichtet: Mr. Colvin und Mr. Stanhope spielten am 23. d. M. eine Partic Ecarté, als deren Preis ein noch nie dagewesenes Frühstück ausgesetzt war. Am Nachmittage teilte der Verlierende, Mr. Stanhope, seinem Freunde mit, daß er seine Wette am Morgen des 25. zweitausend Meter über dem Erdboden zahlen werde. Mr. Colvin traf pünktlich auf dem gegebenen Rendezvous=Platze im Hyde=Park ein. Mr. Stanhope erwartete ihn bei einem fertig gefüllten Luftballon, seine Köchin trug ihm einen kleinen Kochapparat nach, den sie ihrem Herrn in die Gondel reichte. Die beiden Herren und der Lufschiffer nahmen Platz, als plötzlich Stanhope zu seiner Köchin sagte:„Helfen Sie mir den Kochapparat aufstellen.“ In demselben Momente, da das Mädchen eingestiegen, wurden auf ein Zeichen Stanhope's die Stricke losKleine Mitteilungen. [Aus der jüngsten„Wochenplauderei“ der„Köln. Volksztg.“: Drei seltene Gäste sind dieser Tage über resp. durch Köln gezogen: der erste war ein schweres Gewitter, das sich am Mittwoch nachmittag, verbunden mit starken Regengüssen, entlud; der zweite war ein Schwarm Eidergänse, die auf einen frühen und strengen Winter schließen lassen sollen, und der dritte war der Generalpostmeister v. Stephan, der sich wahrscheinlich wegen des neuen Hauptpostgebäudes in unserer Stadt aufhielt, und auch Ehrenfeld einen Besuch abstattete. Als Herr von Ausgeschlossen von der Wahl sind solche Personen, welche. im Dienst eines Anderen steben und keine eigene Wohnung haben. Bedenkt man bei dieser Neuerung, daß durch die Zuzüge(die insbesondere die Stärkefabrik bewirkte) die Zahl der Einwohner seit 1869 von 17 0 auf 4000 stieg, so kann man annehmen, daß für die alten Bürger samt ihren angestammten Vorrechten und Nutzungen, durch die bevorstehenden Wahlen nach der neuen Städteordnung eine vollständige Umwälzung bevorsteht. Die Wählerlisten der 1., 2. und 3. Klasse liegen seit 8 Tagen auf dem Rathause zu Jedermanns Einsicht offen. * Detmold, 30. Okt.[Weihnachtsgeschen!. Nach der„L. L. Ztg.“ haben auf Antrag des Bahnhofs. inspektors sämtliche hiesige Bahnhofsbeamte eine WeihnachtsRemuneration erhalten. * Bünde, 31. Okt.[Landwirtschaftliche Versammlung.] Am 10. November wird im Gasthause Schreiber hier eine landwirtschaftliche Versammlung des Lokalvereins Bünde stattfinden, in welcher Dr. Biermann einen Vortrag über die neue Kreis= und Provinzialordnung halten und der Vorsitzende über die letzten Sitzungen in Münster und Hamm berichten wird. * Lübbecke, 31. Okt.[Tödtung.] In der Nacht auf Freitag wurde, wie die„Osn. Z.“ berichtet, auf dem Wege nach Eskelkamp ein Knecht von einem Marktbesucher durch einen Schuß in den Rücken lebensgefährlich verwundet. Der Thäter, der sich seiner Verhaftung durch die Flucht entzogen hat. stammt aus der Gemeinde Fobbenstedt. Minden, 1. Nov.[Brotfabrik.] Seit Jahr und Tag erfreut sich das von mehreren hiesigen Bäckern hergestellte Roggenbrot durch gute Qualität und Wohlgeschmack vielerorts eines so vortrefflichen Rufes, daß bedeutende Quantitäten per Bahn und Fuhrwerk nach auswärts versandt werden. Um der Nachfrage besser genügen zu können, gedenkt ein wohlbemitteltes Konsortium nun am hiesigen Platze eine umfangreichere Brotfabrik einzurichten und die Herstellung guten Roggenbrotes in größerem Maßstabe zu betreiben. Bei den praktischen Kenntnissen der Teilnehmer kann das Unternehmen um so eher gedeihen, als die meisten Rohstoffe in Massen angekauft und auf dem billigsten Wasserwege hierher geschafft werden können, was wiederum den Preis der Waare günstig beeinflussen und deren Absatz erleichtern wird.„„ 4 * Minden, 30. Ottdr.[Dar Kalserliche Postamt] hierselbst hat der hiesigen Handelskammer auf deren Eingabe betr. Beseitigung des morgens bei Eröffnung der Post am großen Domhofe stattfindenden Andranges vor dem dortigen Ausgubeschalter, nach der„Mind. Ztg.“, die freundliche Mitteilung zugehen lassen, daß der Uebelstandbeseitigt und über die Art und Weise, wie solches zu bewerkstelligen sei, die Handelskammer demnächst benachrichtigt: werden solle.„„„„S ent * Petershagen, I. Novor.(Feuerwehr= Stiftungsfest.] Gestern am Sonntag beging unsere freiw. Feuerwehr das Fest ihres 2jährigen Bestebens. Gleichzeitig hatte der Verbandsausschuß des Minden=Ravensberg= Lippischen Feuerwehrverbandes seine Hierherkunft behussInspektion der hiesigen Wehr angemeldet. Auch die Windheimer Wehr hatte ihr Musikkorps und eine Anzahl Mitglieder zu unserem Stiftungsfeste hierher delegiert. Pünktlich um 1 Uhr traf der Verbandsausschuß bestehend aus den Herren Cremer=Bielefeld, Lange und König=Hameln, Nenstiel=Vlotho in Begleitung des Vorstandes und mehrerer Führer der freiwill. Feuerwehr von Minden hier ein und wurden am Weichbilde der Stadt vom Amtmann Stakemann in liebenswürdiger Weise empfangen. Die von der Stadt aufgestellte Wehr nahm die Kommenden auf und mit klingendem Spiel gings zum Uebungsplatze bei der Deichmühle, woselbst mit den Schulübungen sofort begonnen wurde. Sowohl diese wie der darauf folgende Sturmangriff gingen, der„Mind. Ztg.“ zufolge, glatt und präzise von statten. Bei letzterem gab die Spritze 2½ Minuten nach gegebenem Befehl Wasser.— Nach beendeter Uebung vereinigte ein gutes Mittagessen die Wehrmänner und ihre Gäste im Zierenberg'schen Saale. * Münster, 30. Okt.[Bauplatzpreise.] EinenBeleg dafür, wie enorm in den letzten Jahren die Preise der Bauplätze unserer Stadt infolge der äußerst regen Bauthätigkeit gestiegen sind, bietet der gestern stattgehabte Verkauf eines vorzüglich gelegenen städtischen Grundstück=Komplexes am Ludgerithor. Derselbe war ursprünglich zum Bau des Provinzialmuseums ausersehen und wurde anderverwendbar, als die provinzialständische Verwaltung sich für den Ankauf der Kerckerink=Borgschen Besitzung zu Veu Pauplage eingeteit. Jant 190110 M. acht Bauplätze eingeteilt, wurden insgesam 100 110 Mt. erzielt, gleich 44 Mk. für den Quadratmeter oder 615 Mk. für die Quadratruthe. Mancher bedächtige Altmünsteraner mag über solche Preise, die hier geradezu etwas Unerhörtes sind, bedentlich den Kopf geschütte't haben!. * Bochum, 30. Oktbr.[Ein verlassenes Kino. Gestern meldete sich bei hiesiger Polizei ein in bedauernswerter Lage befindliches Kind, Mädchen von 9 Jahren, aus Russisch=Polen. Dasselbe war, wie es angiebt, vor einigen Tagen von Benzin bei Warschau mit den Eltern abgereist. Der Vater, Bergmann, wollte im hiesigen Kohlenrevier Arbeit aufsuchen und speziell in der Gegend von Castrop= Wohnung nehmen. Am 26. ds. auf dem Bahubofe Wickede esche eschiche um 85 Gramm abgenommen; hat man das Rad gebremst, so ergiebt sich ein weiterer Verlust von 45 Verlust scheint zwar an sich unbedeutend, aber welche Masse Stahles geht so im Verlaufe längerer Zeit spurlos in den Lüften verloren. Nimmt man an, daß Geleisen 900000 Eisenbahnräder fahren, so beläuft sich nach einer beiläufigen Rechnung das jährliche Defizit auf unge 30000 Centner, 4400 Räder sind auf diese Weise wider Willen der Bahnverwaltungen spurlos verflogen, so sagt die „Deutsche Eisenbahnzeitung“. ###g.uns 24721# Sigerkratste“ Die Ziffern 1 2 34 5 6 entsprechen den einzelne Buchstaben eines Wortes, welches ein Land in Afrika be' deutet. Durch Verstellung dieser Ziffern lassen sich ein ganze Reihe neuer Hauptwörter bilden, ohne daß in denselben die entsprechenden Buchstaben mehr als einmal vorkommen. So ergeben: 3 5 eine Wasserpflanze, 4 5 6 eine Leidenschaft, 5 2 ein Säugetier aus der Famine der Insektenfresser, ein südamerikanisches Säugetier, 1 2 stiegen, wurden auf ein Zeichen Stanhope's die Stricke losgelassen. Der Ballon ging pfeilschneu in die Höhe, die Köchin schrie fürchterlich und ihr Herr sagte:„Machen Sie uns nun zwei ausgezeichnete Beefsteat's, geben Sie Acht, daß kein Funke sprüht, sonst explodieren wir!“ Zitternd folgte die Köchin dem Begehren. Stanhope sagte:„Ich habe mein Wort gehalten. 300 Pfund Sterling kostet mich die Fahrt, 200 Pfund Sterling bekommt meine Köchin für den ausgestandenen Schrecken; ein so theures Frühstück für zwei Personen dürfte kaum bereitet worden sein. eine Stadt in Rußland, 2 ein Gerät, das sich in der Kuche wie in der Gelehrtenstube befindet. ein legendenhaftes heiliges Gefäß, eine deutsche Residenzstadt, einen Bund, eine singbare Melodie,„ u6 2 einen Wassergeist, auch Namen eines Engels, ein Gebirgsland in der Sahara, Name eines Richters im Alten Testament. [Rokitanski], der Vater der beiden bekannten Opernsänger, war bekanntlich Professor der Pathologie an der Universität zu Wien. Außer diesen Sängern hatte er noch zwei Söhne, welche als tüchtige Aerzte einen Ruf genießen. Als der alte Professor eines Tages gefragt wurde, wie es seinen vier Söhnen erginge, gab er kopfschüttelnd zur Antwort:„Ja, sehen Sie, mein Lieber! Zwei„heilen" und zwei„heulen“, und die, die„heulen", verdienen noch viermal so viel wie die, die„heilen!“ Auflösung in nächster Nr. *) Nachdruck verboten. Karsel. [Wenn ein Eisenbahnwagen 1000 Kilometer zurückgelegt hat], so hat nach neueren zuverläsIch bin ein Wort, nicht leicht zu raten, Ich spreche von vergang'nen Thaten; Zugleich auch din ich gern bereit Zu melden die zukünft'ge Zeit. Auflösung in nächster Nr. angekommen, ließ das einziges Kind, im Wai ohne dieselbe weiter, wo nach den Eltern begab hier in Bochum eintraf. gelingt es der Behörde, Name bekannt, zu ermi * Bochum, 28. verlautet, tritt der früh werks zu Bochum, Heri auf dem Gas= und 2 stelle an. * Soest, 25. O liche Sitzung der# allgemeiner Bedeutung i für 1886 auf den Krei zu Wegebauzwecken der 2313 M. der Stadt E zur selbständigen Verwe sowie 8888 M. den A. zugewiesen worden. * Barmen; 30. bahn mit Dampfb wie verschiedene Blätt einigen Tagen ein Inge Gesellschaft die sich mit hier anwesend, um de das Material von der worden ist. Wennd und die Genehmigung Verwirklichung entgeger auf eisernen Pfeilern wo die Straßen nich Wupperbett zur Aufstel werden. * Arolsen, 28. Landesdirektor hierselbst ein, wurde so empfangen und hat die tümer Waldeck und öffnete er im Name Landtag. * Trier, 28. O Stadt Trier.] I man die Gründung Abrahams(um 2000 schreibt die„Trier. Le auf dem„Roten Hause 1300 Jahre vor Ron wird in dieser Beziehr Chronik einer Pfarrei i 1789 haben die Frai rasirt und die brück ül Jahr von der Zeit der ganz abgerissen und ül Stadt und ganzem L. ursacht, wobei auch die stift ein summa von Brandschatz abgesorder Nachlassung hat Mü Oberstift in große sch: * Ruhrort, 3 In der gestrigen ge Weinhagen vom Kolleg einstimmig auf die Der Bürgermeister vo Ztg.“ in kurzem sein Arbeitskraft. * Siegen, 29. Dieser Tage verhaftete dorf, der im Verdac Papiergeld versucht zu Fall folgendermaßen: vor einiger Zeit eine Wilnsdorf, in welcher Wilnsdorfer in der L# echten Geldes doppelts jedoch so gut gemacht, scheiden könne. Dem nicht geheuer, er zeig Gendarmen, der die und den Mann aus? chenbach auf einen best suchte. Der Mann Unverhofft traf er jed ein. Das Geschäft ko dorfer trollte sich und Es wurde nun schleut diesem gelang es, widächtigen hier amK Gefängnis abzuführer fabriziert hat, wird d * Rüdesheim Lese] im Oberfeld n vielen Weinbergen bet nehmen konnte. In sehr merkliche Verschie nach dem Gehalte d stellen. Kleinere Par für die Ohm bezahlt. bedeutend höhere Prei ist ziemlich lebhaft. gestern begonnen. M fast eines vollen Hert gängig sehr edel. * Bremen, 24 markt.] Durch den Abend gegen 7 Uhr und Domhof ein ähr bekannten Bilde von kommt“ geschildert wir sich auf kurze Zeit de Marktes und der Sa Anordnung geleert Umsichgreifen des in niemand die Grenzen konnte um so weniger rasch von Bude zu K welche das zur Zeit! Menschengewoge bot, in welchen Kuchen, E schränken, währends stark beschädigt word Besichtigung eines käufer in unvorsicht brachte. Im Nu ste diese selbst in Flam sich den benachbarten eine Schmalzkuchenbä Amtliche Stadt. Heepen, 1. Zwecke der Klassenste bezirke Heepen in na 1) für die Gemei d. J., nachmit trup, fur die Gemei ber d. J., nat Brönninghau für die Gemei der d. J., un tenbagen. für die Geme angekommen, ließ das Elternpaar die arme Kleine, ihr einziges Kind, im Wartesaal absichtlich zurück und dampfte ohne dieselbe weiter, worauf das Mädchen sich auf die Suche nach den Eltern begab und gestern nach langem Umberircen hier in Bochum eintraf. Hoffentlich, sagt die„Rh.=W. Z.“, gelingt es der Behörde, die pflichtvergessenen Leutchen, deren Name bekannt, zu ermitteln. * Bochum, 28. Okt.[Direktor Windeck.] Wie verlautet, tritt der frühere Direktor des Gas= und Wasserwerks zu Bochum, Herr Windeck, mit dem 1. April u. I. auf dem Gas= und Wasserwerk zu Schalke eine Direktorstelle an. * Soest, 25. Oktdr.[Heute fand eine ordentliche Sitzung der Kreisstande) statt, aus welcher von allgemeiner Bedeutung ist, daß der aus den indirekten Steuern für 1886 auf den Kreis entfallende Betrag von 11 094 M. zu Wegebauzwecken verwandt werden soll und zwar sind 2313 M. der Stadt Soest und 888 M. der Stadt Werl zur selbständigen Verwendung zum Besten ihres Wegenetzes, sowie 8888 M. den Aemtern zum Ausbau von Kreiswegen zugewiesen worden. * Barmen; 30. Okt.[Der Bau einer Hochbahn mit Dampfbetrieb) für Barmen=Elberfeld steht, wie verschiedene Blätter melden, in Aussicht. Es ist seit einigen Tagen ein Ingenieur im Auftrage einer auswärtigen Gesellschaft die sich mit dem Bau solcher Bahnen beschäftigt, hier anwesend, um das Projekt auszuarbeiten, wozu ihm das Material von der städt. Behörde zur Verfügung gestellt worden ist. Wenn das Unternehmen ausführbar erscheint und die Genehmigung der Stadt erhält, wird es bald seiner Verwirklichung entgegengeh.n. Das Geleise der Bahn soll auf eisernen Pfeilern ruhen und in denjenigen Stadtteilen, wo die Straßen nicht die nötige Breite besitzen, soll das Wupperbett zur Aufstellung der Pfeiler möglichst mit benutzt. werden. * Arolsen, 28. Oktbr.[Der neuernannte Landesdirektor v. Saldern] traf am 23. Okt. hierselbst ein, wurde sofort vom Fürsten in Antrittsaudienz empfangen und hat die Leitung der Verwaltung der Fürstentümer Waldeck und Pyrmont übernommen. Heute eröffnete er im Namen des Königs von Preußen den Landtag. * Trier, 28. Oktbr.[Angebliches Alter der Stadt Trier.] Im Mittelalter und noch später rückte man die Gründung der Stadt Trier bis in die Zeiten Abrahams(um 2000 v. Chr.) hinauf. Man sehe nur, so schreibt die„Trier. Landesztg., das lateinische Distichon auf dem„Roten Hause“, wo gesagt wird, daß Trier bereits 1300 Jahre vor Rom gebaut worden sei. Von Interesse wird in dieser Beziehung vielleicht folgende Notiz aus der Chronik einer Pfarrei in der Umgegend Triers sein:„Anno 1789 haben die Franzosen die uhralte statt Trier gantz rasirt und die brück über die Mosell, so über drey tausendt Jahr von der Zeit des patriarchen Abrahams gestanden(!), ganz abgerissen und über den Hausen geworsen, welches der Stadt und ganzem Landt ein unbeschreiblichen schaden verursacht, wobei auch die Frantzosen der statt und dem Oberstift ein summa von Hondert und 60 tausend Reißdlr. für Brandschatz abgesordert, welche summa auch ohn Einige Nachlassung hat Müssen Erlegt werden. Wardurch das Oberstift in große schulden geraten.“ * Ruhrort, 31. Okt.[Bürgermeisterwahl.] In der gestrigen geheimen Sitzung wurde Bürgermeister Weinhagen vom Kollegium, welches vollzählig erschienen war, einstimmig auf die Dauer von 12 Jahren wiedergewählt. Der Bürgermeister vollendet nach einer Notiz der„Rh. W. Ztg.“ in kurzem sein 73. Jahr, besitzt aber noch eine große Arbeitskraft. * Siegen, 29. Oktbr.[Falsches Papiergeld.] Dieser Tage verhaftete man hier einen Menschen aus Wilnsdorf, der im Verdachte steht, die Ausgabe von falschem Papiergeld versucht zu haben. Wie man hört, liegt der Fall folgendermaßen: Ein Einwohner in Hilchenbach erhielt vor einiger Zeit eine Zuschrift von einem Bekannten aus Wilnsdorf, in welcher ersterem mitgeteilt wurde, daß der Wilnsdorfer in der Lage sei, ihm für eine gewisse Summe echten Geldes doppelt so viel salsches zu geben; es wäre dies jedoch so gut gemacht, daß man es kaum vom echten unterscheiden könne. Dem Hilchenbacher war aber doch die Sache nicht geheuer, er zeigte daher die Zuschrift einem dortigen Gendarmen, der die Angelegenheit genau im Auge behielt und den Mann aus Wilnsdorf, der sein Erscheinen in Hilchenbach auf einen bestimmten Tag zugesagt hatte, abzufassen suchte. Der Mann kam aber am bezeichneten Tage nicht. Unverhofft traf er jedoch am nächstfolgenden in Hilchenbach ein. Das Geschäft kam aber nicht zustande und der Wilnsdorfer trollte sich unverrichteter Sache wieder von dannen. Es wurde nun schleunigst der Gendarm benachrichtigt und diesem gelang es, wie die„Rh.=W. Z.“ mitteilt, den Verdächtigen hier am Kampen zu erwischen und ins hiesige Gefängnis abzuführen. Ob der Mann nun selbst Geld fabriziert hat, wird die Untersuchung wohl ergeben. * Rüdesheim, 27. Oktdr.[Der Ertrag der Lese] im Oberfeld war, dem„Rhein. Kur.“ zufolge, in vielen Weinbergen beträchtlicher, als man vor der Lese annehmen konnte. In der Güte der Trauben zeigt sich eine sehr merkliche Verschiedenheit; daher auch die Mostpreise je nach dem Gehalte des Mostes sich höher oder niedriger stellen. Kleinere Partien wurden mit 130 bis 155 Mark für die Ohm bezahlt. Sorgsame Auslesen werden jedenfalls bedeutend höhere Preise erzielen. Das Geschäft im Neuen ist ziemlich lebhaft. Die allgemeine Lese„im Berg“ hat gestern begonnen. Manche Gutsbesitzer erfreuen sich dort fast eines vollen Herbstes; dabei sind die Trauben durchgängig sehr edel. * Bremen, 24. Oktbr.[Feuer auf dem Freimarkt.] Durch den Schreckensruf„Feuer" entstand gestern Abend gegen 7 Uhr in dem Freimarktsgewühl auf Markt und Domhof ein ähnlicher Wirrwarr, wie er uns in dem bekannten Bilde von der Leipziger Messe:„Der Löwe kommt“ geschildert wird. Eine grenzenlose Panik bemächtigte sich auf kurze Zeit der Budeninhaber und der Besucher des Marktes und der Schaubuden, welch' letztere auf polizeiliche Anordnung geleert werden mußten, weil bei dem raschen Umsichgreifen des in einer Blumenbude entstandenen Feuers niemand die Grenzen der Verheerung im Voraus bestimmen konnte um so weniger, als ein flügger Ostwind die Flammen rasch von Bude zu Bude trieb. Trotz aller Schwierigkeiten, welche das zur Zeit des Ausbruches des Feuer sehr lebhafte Menschengewoge bot, gelang es, das Feuer auf fünf Buden, in welchen Kuchen, Spielwaren 2c. verkauft wurden, zu beschränken, während sieben andere Buden mehr oder weniger stark beschädigt worden sind. Das Feuer entstand bei der Besichtigung eines sog. Makartbonquets, welches der Verkäufer in unvorsichtiger Weise einer Gasflamme zu nahe brachte. Im Nu stand der ganze Inhalt der Bude und diese selbst in Flammen und ebenso rasch teilte das Feuer sich den benachbarten Buden mit, von welchen namentlich eine Schmalzkuchenbäckerei dem Feuer gefährliche Nahrungbot. Industrie und Gewerbe. * Kassel, 1. Nov.[Erster deutscher Schlossertag.] Der erste deutsche Schlossertag wird dier in Kassel am 8. und 9. November d. J. stattfinden. Man erwartet zehlreiche Beteiligung von allen Gegenden Deutschlands, da es sich um höchst wichtige Beratungsgegenstände handelt; unter Anderem soll hier ein„Verband deutscher SchlosserInnungen“ gegründet werden. Die Verhandlungen werden im Saale des Hotel Prinz Friedrich Wilhelm abgehalten und Montag, den 8. November, morgens 9 Uhr, beginnen. Vermischtes. Frankfurt a. M. 1. Nov.[Rettung scheinbar Ertrunkener.] Es sind dem Mainufer entlang seit Mitte d. Mts. von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger Tafeln mit aufgedruckter und durch Figuren erläuterter Anweisung zur Wiederbelebung scheinbar Ertrunkener aufgestellt worden. Neben diesen AnweisungsTafeln sind durch die Hasenverwaltung weiß angestrichene, mit einem roten Kreuz versehene Schwimmgürtel, welche die Bezeichnung„Hafen Frankfurt a. M.“ tragen, aufgehängt, die von Jedermann im Notfalle den etwa in's Wasser Gestürzten zugeworfen werden können. [Mordattentat in Berlin.] Der Fabrikant Guggenbüchler in der Feilnerstraße in Berlin ist ein sehr schlechter Mietszahler, und der sonst sehr nachsichtige Hausverwalter Dr. S. sah sich endlich veranlaßt, die Exmissionsklage gegen den Säumigen anzustellen. In der Wut darüber drang G. in die Wohnung des Dr. S. ein, achtete gar nicht auf dessen Auseinandersetzung, daß der Hausbesitzer selbst die Exmissionsklage angeordnet, und feuerte 2 Schusse auf S. ab. Der eine Schuß führte eine Verletzung am Kopfe, der zweite eine Verwundung am Schulterblatt herbei. Die Wunden sind aber nicht direkt gefahrlich. [Eisenbahnzusammenstoß.] In Pasing bei München stießen ein Personenzug und ein Güterzug zusammen. Mehrere Wagen sind zertrummert, aber Niemand ist verletzt. In Rummelsburg bei Berlin entgleiste in Folge falscher Weichenstellung ein Wagen zweiter Klasse in einem Südringzug. Vier Stunden war der Verkehr gestört. Der schuldige Hilfsweichenwärter ist aus dem Dienste entlassen und die strafrechtliche Verfolgung gegen ihn eingeleitet. [Dänische Matrosen als Helfer bei Feuersnot.] Der dänische Regierungsdampfer„Danebrog“, Kapitän von Normann hat den König von Dänemark nach Lübeck gebracht. Kurz vor der Rückreise brach in dem zu Lübeck gehörigen, ungefähr 30 Minuten von der Stadt an der Trave gelegenen Gute Vorwerk ein Feuer aus. Kaum war der Schein desselben von Bord des dänischen Regierungsdampfers erblickt, als sich auf Befehl des Kapitäns von Normann auch eine Abteilung dänischer Matrosen unter einem Lieutenant im Laufschritt nach der Brandstätte mit der Spritze des Schiffes auf den Weg machte und schnelle Hilfe brachte. Den dänischen Blaujacken gelang es, das Feuer auf seinen Heerd zu beschränken. Als die Lübecker Feuerwehr eintraf, war die Hauptsache schon gethan. Der Senat von Lüdeck wird an den dänischen Kapitän ein Dankschreiben richten. [Deutsche Bildung in Südosteuropa.]„Deshalb durchzieht der deutsche Stamm wie ein seines Geäder die der abendländischen Bildung gewonnenen slavischen Stämme, deren Genosse und Beistand er sein soll in dem ihnen auferlegten großen Werke...“ So schrieb am 18. September 1885 das Wiener„Vaterland". Und wie zur Bestätigung dessen findet sich jetzt in der„Neuen Freien Presse“ in einem Briefe aus Bulgarien mit Hinweis auf die Wandlung der bulgarischen Gesellschaft in jüngster Zeit folgende bemerkenswerte Andeutung:„Nach dem russisch= türkischen Kriege, welcher den Freiheitsdrang hervorrief, gingen viele junge Leute nach Rußland. Dort sahen sie Brutalität, absolute Willkür, Beeinträchtigung der Rechtspflege, Korruption, Nihilismus. Viele gingen nach Deutschland und Oesterreich. Inmitten der anders gearteten Verhältnisse gewannen sie neue Gesichtspunkte für die Beurteilung der Postulate der gedeihlichen Entwickelung ihres Volkswesens, für die moderne Förderung des Zeitgeistes und der Rechtssicherheit. Der deutsche Geist, die deutsche Wissenschaft, deutsche Kultur sind es, welche das sittliche Riveau der Bulgaren erhoben, ihnen Hoffnung auf bessere Zukunft ein flößten, die liberalen Ideen popularisierten und Ausdauer einprägten.“ [Eine glückliche Erfindung] bringt heutzutage Millionen ein. Das Gasglühlicht ist eine Erfindung des Professor Auer von Welsbach in Wien, welcher darauf ein Weltpatent besitzt. Das Geld zur Erwerbung dieser Patente mußte sich der Erfinder erst leihen. Jetzt ist er, Dank seiner Erfindung, Millionär geworden. Fur Deutschland hat das Patent der Ingenieur Piutsch in Berlin für eine halbe Million Mark erworben, nach anderen Ländern hat es der Erfinder sogar für 600 000 Mark verkauft. Solche Patent=Erwerbungen sind auch oft ein Risiko. So hatte Pintsch ein Patent auf einen trockenen Gasmesser für 30000) Mark erworben, der sich nachher nicht bewährte. Paris, 31. Okt.[Das Regenwetter,] das dem Süden Frankreichs große Ueberschwemmungen brachte, hat auch Corsica heimgesucht. In Bastia stürzten mehrere Häuser ein; die Bildsäule Napoleons I. und die Kirche wurden vom Blitz getroffen; auch mehrere Brücken wurden fortgerissen. Zwischen Bastia und Ajoccio sind die Verbindungen unterbrochen; mehrere Menschen wurden in den Fluten begraben; eine Lokomotive wurde umgeworfen, wobei ein Mann getötet und vier verwundet wurden. Die Oelund Kastanienernte haben schwer gelitten. Viehmärkte. * Hannover, 1. Novbr.[Viehmarkt.] Zu heutiger Viehbörse waren aufgetrieben: 235 Stück Großvieh, 355 Schweine, 48 Kälber, 143 Hammel. Die Preise sind: Großvieh: I. Sorte 51—54 Mt., II. Sorte 47—51 Mk., III. Sorte 42—44 M. für 100 Pfd., Schweine per 100 Pfd. I. Sorte 49—52 M., II. Sorte 44 bis 49 M., III. Sorte 40—44 Mk., Kälber per Pfd. I. Sorte 60—65 Pfg., II. Sorte 50—60 Pfg., Hammel per Pfd. I. Sorte 50 Pfg., II. Sorte 40 Pfg.(Alles Schlachtgewicht.)— Das Geschäft war sehr langsam, es blieben 50 Stück Großvieh, 40 Schweine und 30 Hammel unverkauft. * Berlin, 1. Novhr.[Viehmarkt.] Zum Verkauf standen: 3701 Rinder, 10986 Schweine, 1463 Kälber, 7907 Hammel. In Rindern flaues, schleppendes Geschäft, es bleibt starker Ueberstand. Man zahlte für Ia. 50 bis 54 Mt., IIa. 45 bis 48 Mf., IIIa. 36—43 Mk., IVa. 30—33 Mk. pro 100 Psd. Fleischgewicht.— Schweine. Der Markt verlief ruhig und wurde ziemlich geräumt. Wir notieren für Ia. ca. 51 M., IIa. 47—49 Mf., Illa. 44 bis 46 Mk., Galizier 48—45 Mk., leichte Ungarn 40 bis 42 M., Alles per 100 Pfd. mit 20 pCt. Tara.— Bakonier 41—42 Mk. pro 100 Pfd. mit 50 Psd. Tara pro Stück.— Der Kälderhandel gestaltete sich ruhig. la. 49 bis 62 Pfa., IIa. 30 bis 47 Pfa. vr. Pfd. Fle shgewicht.— Der Schlachthammelmarkt zeigte rubige Tendenz und wurde ziemlich geräumt. Ia. Ware 43—52 Pfg., la. 44—60 Pia, pro Pisd. Fleischgewicht. Handelsnachrichten. [Die Generalversammlung der Angermünde=Schwedter Eisenbahn) hat die AnkaufsOfferte des preußischen Staates einstimmig angenommen. [Sächsische Webstuhlfabrik.] Der Geschäftsbericht teilt Folgendes mit: Es wurden in 1885/86 durchschnittlich 850 Arbeiter beschäftigt(gegen 860 im Vorjahre) und 2021 mechanische Webstühle, sowie 151 andere Maschinen geliefert. Der Bruttogewinn beträgt 565 762 M. Zu Abschreibungen werden verwendet 125 360 M., so daß 440 402 M. Reingewinn verbleiben. Davon werden k3 392 M. Tantiemen, 10proz. Dividende mit 300000 M. verteilt, ferner dem Betriebsfond 50000 M. überwiesen und für Unfallversicherung 10000 M. in Reserve gestellt. Der Rest von 4 989 M. soll zum Vortrag auf neue Rechnung gelangen. Freiburg i. Schl., 30. Okt. Der Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft für Schlesische Leinen=Industrie Kramsta beschloß, der Generalversammlung 7 pCt. Dividende zur Verteilung vorzuschlagen. [Aktiengesellschaft Vulkan in DuisburgHochfeld.] Wir entnehmen dem uns vorliegenden Geschäftsbericht folgende Angaben. Unter der bekannten Ungunst der Zeitverhältnisse ist eine Anzahl von Hochösen kalt gelegt und die Produktion im letzten Semester wesentlich eingeschränkt worden, doch hat diese Produktions=Verminderung noch nicht genügt, um eine Steigerung der Roheisenpreise herbeizuführen. Unter diesen Umständen kann es nicht befremden, daß das Jahr eine Vermehrung des Verlustes nachweist, der sich im Hochofenbetriebe auf 59 108 M. beläuft, bei einer Produktion von 46 132 Tonnen Roheisen, also 1,29 M. per Tonne. Die beschlossene Kapitalreduktion konnte in der Bilanz nicht berücksichtigt werden, da das gesetzliche Sperrjahr erst am 7. Januar 1887 sein Ende erreicht. Der zunehmend ungünstigen Geschäftslage wegen sind neue Anlagen für eine bessere Zeit zur Ausführung hinausgeschoben. Für Neubauten und Neubeschaffungen sind 29817 M. verausgabt. Die Roheisenproduktion betrug 46 132 660 Kilo gegen 40 314 050 Kilo im Vorjahre. Die Gruben in Nassau förderten 13272 000 Kilo Eisenerze; auf Käusersteimel wurden bei den fortgesetzten Aufschluß= und Vorrichtungsarbeiten 992 150 Kilo und auf Georg im Odenwalde bei gleichen Arbeiten 747 490 Kilo Eisenstein gewonnen. Dem vorerwähnten Verlust im Hochofenbetrieb tritt der des Grubenbetriebes hinzu, so daß sich der gesamte Betriebsverlust auf 61 515 M. erhöht. Dazu kommen Zinsen und Spesen 16 094 M. und Abschreibungen 50000 M., total pro 1885/86 127 608 M. Die Unterbilanz erfährt dadurch eine Erhöhung auf 767 056 M. Hamburg, 30. Okt. Die Generalversammlung der Dynamit=Aktiengesellschaft vorm. Alfred Nobel und Co. genehmigte die Bilanz und die Dividende, sowie die sonstigen Antäge der Tagesordnung. Syndikus Scharlach legte die Organisation der Trust=Company dar, wies auf die glänzenden Vorteile hin und legte den Hamburger Dynamit=Aktionären in ihrem eigensten Interesse die Konvertierung nahe. Derselbe veranschlagte die erste Dividende, welche durch Gründungsspeesen geschmätert wird, trotzdem auf 8 pCt., später dürften höhere Erträgnisse zu erwarten sein. [Konkurseröffnungen:] Kaufmann E. Lublinski, Kaiserstraße 11, Berlin; Nachlaß des Eduard Popp, Coburg Emilie Schaper, geb. Krumwiede, Woll= und Weißwarenhändlerin, Hannover; Nachlaß des Kaufmanns Paul Levin, in Firma Robert Kullick, Sagan. [Zahlungseinstellung.] Aus Prag wird die Zahlungseinstellung der gräflich Robert Althannschen Zuckerfabrik in Karlsthal mit 1½ Mill. Gulden Schulden mit dem Hinzufügen gemeldet, daß der Schuldner den Gläudigern 50 pCt. Abfindung zu bieten beabsichtigt. Staatspapiere. Deutsche Reichsanleihe 106,40 Preuß. Consols 3 ½/% 102,70 Berl. 3 1/% Stadt=Obl. 102, 50 Hamburg. Rente 3½% 101,10 Bad. Präm.=Anl. 1867 137,10 Bayr. Präm.=Anl. 4% 137,30 Braunschw. 20 Rth.=Lose—.— Köln=M. Pr.=Al. 3 1/2% 132,— Goth. Präm.=Pfbr. 1. E. 107,10 Rhein.=Westf. Indu Bochum. Bergw.=Ges. 39,75 Bochum. Gußstf. 107,75 Dortm. Union St.=Pr. 48,30 Gelsenkirchener Bergw. 105,40 Hibernia... 97,— Lospapiere. Rh.=Westf. Rentdr. 4% Westf. Pfandbriefe 4% Oesterr. Silberr. 4 1/8% Russisch. Anleihe v. 1877 104,— 104.50 69.25 99.80 samburg. 50 Rth.=Lose 197,75 Kurhessische 40 Rth.=Lose 298.— Meinig. 7=Galden=Lose 24,10 Preuß. 3 1/2% Pr.=Anl. 149,25 Russ. Präm.=Anl. 1864 143,90 strie=Gesellschaften. Hörd.B.=u.Hütten=Ver. 21,90 Luise Tiefbau...... 33,75 Mechan. Weberei(Köln)—.— Phönix, Berg. u.H. Lit. A. 69.— Westf. Drahtind.= Ver. 76,50 Bank= und Kreditbank=Aktien. Barmer Bankverein.. 99,25 Berg.=Märk. Bank. 116,— Bremer Bank....— Deusche Genossenschftsb. 134,60 Dortmd. Bankverein. 104,50 Essener Kredit=Anstalt 102.— Hannoversche Bank.. 117,50 174,75 Leipz. Kreditanstalt.. Niedersächs. Bank Norddeutsche Bank Oldenb. Spar=u.Leihb. Osnabrücker Bank.. Reichsbank(3½% Disc.) 139,10 Schaffh. Bankverein. 86,90 148,75 149,75 128,60 Hypotheken=Certisikate. Brusch.=Han.Hypbr. 4% 101, 80 Deutsche Hypothekb. 4% 102,40 Goth. UII.rzb. 110 3½% 98.— Hamb.Hyp.rzb. 100 4%102,— Inländische Eisenbahn=Prioritäten. Berg.=Märk. 4 ½/%„—.— Köln.=M. Lit. A. 4 1/% 3 1/% Lit. A. u. B. 100,60 Rhein. 4 ½% 3. Em. 3 1/% Lit. C.... 100,60Oberschl. 4 1/% Ltr. F. Geldsorten und Banknoten. Livre=Sterling 20=Frank=Stücke Gold=Dosars Holländische„ 20.32 Englische 16,14 4,18 Französisch. Banknoten Oesterr. Banknoten.. Des Feiertags wegen kein Markt. Nov. Kaffee fest. Heutiger Umsatz ordinary 55½ Pfg., Santos g000 Telegraphischer Kursbericht, mitgeteilt von der Berliner Wechselbank, Herm. Friedländer& Sommerfeld, Hofbankiers, Berlin NW, U. d. Linden 45. (Schlußkurse. 2½ Uhr.) 1. Nov. 2. Nov. ——„ Franzosen Lombarden Oesterr. Kreditaktien Diskonto=Kommandit Deutsche Bank Darmstädter Bank Westfälische Bank Preuß. 4% Konsols Oesterr. Gold=Rente Ungar. Gold=Rente Russen v. 1884 Laurahütte Ravensberger Spinnerei Spinnerei Vorwärts Russische Noten Londoner Wechsel=Cours Amsterdamer„ Pariser„ Weizen Roggen Rüböl Spiritus pr. Okt.=Nov. 400,50 175.— 458,— 211,30 169.— 141.30 112— 105 90 93,30 83,80 97,30 68 40 118,75 104,75 192.75 20,59 168.40 80.50 159.50 127,50 44,60 36,50 401.— 174.— 461.— 211,60 169,75 140,50 111,10 105,80 93.60 83,90 97,30 68.— 118,10 104,50 192,75 20,40 168,50 8050 148 75 127.75 44 80 36.40 48—,60 Wurzein„ 1„ 7—.08 55—,60 Kartoff., neue pr. 1 Kl.—.— 65—.70 45—,55 48—.50 Pfund 3.— 1.— 5—.— 4—,06 Blumenkohl pr. Bielefelder Wochenmarktspreise vom 2. Novbr. Butter pr.% Kl. 100—,105 Rüben, pr. 1 Kilo 6—,07 Rindfleisch„„ 6 Schweinefl. Speck, hies. Speck, am. Kalbfleisch sammelfl. hänsefleisch 4½ Eier 16 Stuck Zwiebeln„ Birnen„„„ 8—.10 Kartoff. pr. 150 Pfd. 3,10=3,30 Iflaumen„„„ 5—.— Roggenstroh 100 Pfd. 2,60 irschen„„„—.— Haferstroh 100„ 2,00 Große Bohnen pr. 1 Kl.—.— Weizenstroh 100„ 2,00 Vitsbohnen„„„ 40—,50sHeu 100„2,20—2,50 Erbsen„„„— Kopfsalat Kappus Rottohl Wirsing Steckrüben Kohlrabi Gurken 1 45 1 1 1 1 1 Stück 20— 30 —.05 8.—.— 8—.15 8—.10 04—.07 —.5 Antwerpen, 1. Nov. Des Feiertags wegen kein Markt. Amsterdam, 1. Nov. Rüdöl loco 22¾, pr. Mai 23%, pr. Dezbr. 22½. Hamburg, 1. Nov. Spiritus fester, pr. Nov. 25% Br., pr. Dezbr.=Jan. 25% Br., pr. April=Mai 25¼ Hamburg, 1. Nov. Getreide in loco. Weizen ruhig, Roggen fester, Hafer still, Gerste still. Amsterdam, 1. Nov. Weizen auf Termine unverändert, pr. Novbr. 203, pr. Mai 213.— Roggen loco fest, auf Termine geschäftslos, pr. März 125, pr. Mai—. Pr. B.C. 5% unk. rz. 110 112,50 „ B. Cr. 4% rz. 100 102.— „C.=B.C. 4%rz. 100 102,90 Stett. N=Hp. 4%rj.100 101.— 102,40 102,40 20.42 80,60 163,80 Köln, 1. Nov. Hamburg, 1. 4000. Rid reell average 55½ Pfg. Bremen, 1. Nov. Taback. Umsatz 13 Faß Virginia, 130 Faß Maryland, 145 Seronen Havana. Bremen, 1. Nov. Schmalz, Wilcox, 34½ Pfg. Hamburg, 1. Nov. Schmalz, Wilcox, 31¼ Pfg. Bremen, 1. Nov. Petroleum, raff. Standard woite. Fester. Loco 6 M. 25 Pfg. bez. Hamburg, 1. Novdr. Rüdsl fest, loco 42 Br. Leink! fest, loco 43 Br.— Petroleum loco höher, Termine matt, loco 6,70 Br., 6,60 G., pr. Oktbr. 6,65 Br., 6,.55 G., pr. Novbr.=Dezdr. 6,45 Br., 6.35 G. Familien=Nachrichsten. (Von unseren Abonnenten uns zugehende, erkennbar beglaubigte Nachrichten finden in dieser Rubrik Aufnahme.) Verlobt: Frl. Amanda Falkenroth(Haspe) mit Hrn. Carl van der Moolen(Geldern), Frl. Dora Markus (Unna) mit Hrn. Simon Cohen(Köln), Frl. Clara Lebach (Elberfeld) mit Hrn. Theodor Jourdan(Mainz). Vermählt: Hr. Leopold Lülwes mit Frl. Ida Freitag(Allstedt). Geboren: Ein Mädchen: Hrn. Ferdinand Gotthold(Minden). Gestorben: Frau Emma Wencker, geb. Schmiemann, 38 J., Westhofen), Frau Pastorin Chelius, geb. Dietzsch, 84 J.,(Iserlohn), Hr. Ingenieur Carl Bernhard Cohen, 46 J.,(Münster), Hr. Ludwig Schnathorst, 29 J., (Minden). Meteorologische Beobachtungen. Bielefeld, 2. November. Niedrigst. Stand des Thermometers während der Nacht+3½°C. Stand des Thermometers um 12 Uhr mittags.+ 10½ C. Barometer:(gestriger Stand 760).... 762 mm Das nordwestliche Minimum scheint keinen Einfluß auf die Witterung unsrer Gegend zu gewinnen, es schreitet in nordöstlicher Richtung fort. Während der Nacht ist hier starker Nebel gefallen, welcher nach Anbruch des Tages gestiegen ist; der Himmel ist bedeckt. Fortdauer des meist trockenen Wetters ist wahrscheinlich. Neueste Nachrichten K Berlin, Dienstag, 2. Novbr.(Privat=Telegramm der Westfälischen Zeitung.) Eine dem Marineetat beigegebene Denkschrift erörtert die Notwendigkeit einer erweiterten Beschaffung von Torpedobooten, sowie die Wichtigkeit einer Ausstattung der großen Flußmündungen im Kriegsfalle mit kleineren Schiffstypen, wovon für die Elbe sechs, für die anderen Küstenplätze vier erforderlich sind. Die ersteren sechs würden mit Fertigstellung des Nordostseekanals herzustellen sein. Raumburg, 1. Nov. Die Beerdigung des Generals v. Wichmann fand heute mittag 12 Uhr statt. Der Kronprinz war durch seinen persönlichen Adjutanten, Rittmeister v. Vietinghoff, vertreten. Kopenhagen, 1. Nov. Es verlautet, die von der dänischen und der schwedischen Regierung gewählten Delegierten zur Prüfung des Projekts eines Tunnelbaues zwischen Kopenhagen und Malmö hätten dem Projekt nicht zustimmen können. London, 1. Nov. Heute nachmittag hat der erste Kabinettsrat stattgefunden.— Der deutsche Botschafter Graf Hatfeldt hatte heute eine längere Besprechung mit Lord Salisbury. Tirnowa, 1. Nov. Dem Vernehmen nach soll der bulgarische Vertreter in Konstantinopel Instruktionen empfangen haben, Nelidoff zu sondieren betreffs eines Arrangements, welches dahin geht, eine aus beiden Parteien zusammengesetzte Regierung für Bulgarien zu bilden, wogegen Rußland die große Sobranje und die Fürstenwahl derselben anzuerkennen hätte.— Grueff und Bendereff sind gestern freigelassen. Die Ziehung der Berliner Pferde=Lotterie mit 3521 Gewinnen i. W. v. 112500 Mark findet bestimmt am A. u. 6. Nov. d. J. statt. Lose à 2 Mark (11 Lose für 20 Mark) sind zu beziehen durch[4246 F. A. Schrader, Haupt=Agent, Hannover, Gr. Packhofstr. 29 Amtliche Veranntmachungen für den Stadt- und Landkreis Bielefeld. Heepen, 1. November 1886. Die Personenstandsaufnahme zum Zwecke der Klassensteuer=Veranlagung pro 1887/88 findet im Amisbezirke Heepen in nachstehenden Terminen statt: 1) für die Gemeinde Oldentrup am Donnerstag, den 4. November d. J., nachmittags von 3½—5½ Uhr in der Schule zu Oldentrup, 2) fur die Gemeinde Brönninghausen am Freitag, den 5. November d. J., nachmittags von 3 bis 4½ Uhr in der Schule zu Brönninghausen, 3) für die Gemeinde Altenhagen am Sonnabend, sden 6. Novem= ber d. J., nachmittags von 3 bis 5 Uhr in der Schu'e zu Altenhagen, 4) für die Gemeinde Heepen am Montag den 8. November d. J. 5) 6) 7) 8) 9) vormittags von 8 bis 12 und nachmittags von 2 bis 5 Uh dem Lokale des Herrn Gastwirts G. Hassebrock hierselbst. für die Gemeinde Udbedissen=Lippe am Dienstag den 9. November d. J, nachmittags von 2 bis 5 Uhr in dem Lokale des Herrn Gastwirts Siekmann zu Ubbedissen, für die Gemeinde Sieker am Mittwoch den 10. Novemrer v. J. vormittags von 8 bis nachmittags 1 Uhr in dem Lokale des Herrn Wirt Tiemann zu Sieker, für die Gemeinde Stieghorst am Mittwoch den 10. November d. J., nachmitags von 2 dis 4°: Uhr in der Schule zu Stieg für die Gemeinde Hillegossen am Donnerstag den 11. November d. J, nachmittags von 3½—5 Uhr in dem Lokale des Herrn Gastwirt Siekmann zu Hillegossen. für die Gemeinde Lämersbagen=Grafingbagen am Freitag, den 12. November d. J., nachmittags von 2 bis 4 Uhr in der Wobnung des Herrn Vorstehers Beste zu Lämershagen. Die sämtlichen Haushaltungsvorstände haben in diesen Terminen persönlich sich einzufinden bleiben Strafe und Beschaffung der Ausgebliebenen nach sich. Der Amtmann. Bullrich. Amtliche Veranntmachungen für den Kreis Halle i. W. Halle, den 30. Oktober 1886. Der Anstreicher Friedrich Wilhelm Vossieck hier ist zum Fleischbeschauer für die Gemeinden Halle und Ascheloh bestellt worden. Der Amtmann. Altbeide. Pootior fl. dolntein. Milchdutter Süttel Origf. v. 18 Ko. an pr. ½ Ko. 65, 75, 85, 95 Pf. 4 Ko. Probf. 5 Pf. teurer als vorz. Tisch= u. Tafeldutt, empf. Ernst Schul;, Kl. Floitbeck. Holstein. 4362 Darmhandlung. Prima frischgesalzene Ochsendärme offerieren zu sehr billigem Preise Weinberg& Hoffmann, Hannover, Nordenfelderreihe 6. Kuustliche Zahlle. A. Nagel,(729 Bahnhofstr., gegenüb. d. Reichspost. Mitwwochs nicht zu sprechen. Gebr. Genrings: Zaunnalsbander eu gros: en detail H. Middendorff. 4 % 8 A 54 3 Sch FK Mae ARR A Amtliche Bekanntmachungen für den Kreis Wiedenbrück. Gütersloh, din 25. Oktober 1886. Der Metzger Friedrich Kuiepkamp zu Güterslob Nr. 320 beabsichtigt auf seinem Grundstücke Flur III Parzelle 184/20 der Katastralgemeinde Gütersloh Stadt eine Schlächterei anzulegen. In Gemäßbeit§ 17 der Reichs=Gewerbeordnung wird dies Unternehmen mit der Aufforderung zur öffentlichen Kenntnis gebracht, etwaige Einwendungen gegen die beabsichtigte Anlage binnen 14 Tagen schriftlich in 2 Exemplaren oder zu Protokoll bei der unterzeichneten Behörde anzubringen und mit der Verwarnung, daß nach Ablauf der Frist Einwendungen in dem Verfabren nicht mehr angebracht werden können. Obige Frist nimmt ihren Anfang mit Ablauf des Tages, an welchem das diese Bekanntmachung enthaltende Blatt ausgegeben wird und ist für alle Einwendungen, welche nicht auf privatrechtlichen Titeln beruhen, präklusivisch. Die zu der Anlage gehörenden Beschreibungen und Zeichnungen liegen auf dem biesigen Bureau während der Dienststunden zur Einsicht offen. Gleichzeitig wird hiermit zur mündlichen Erörterung der etwa rechtzeitig erhobenen Einwendungen auf Dienstag, den 16. November d. J., vormittags 11 Uhr, auf dem Rathause Termin anberaumt, zu welchem die Beteiligten mit dem Eröffnen geladen werden, daß im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden gleichwohl mit der Erörterung der erbobenen Einwendungen vorgegangen werden wird. Die Polizei=Verwaltung. Mangelsdorf. Gütersloh, den 22. Okt. 1886. Zur Ergänzungswahl der mit Ablauf dieses Jahres ausscheidenden Gemeindeverordneten: Kolon Strothmann Nr. 7 Pavenstädt, gewäblt von der 1. Abteilung, Kolon Oesterhellweg Nr. 6 Nordhorn, gewäblt von der 2. Abteilung, Kolon Hunke Nr. 8 Blankenhagen, gewählt von der 3. Abteilung, wird hiermit Termin auf Montag, den 29. Novbr. cr., vormittags präzis 10 Uhr anfangend, im Saale des Wirts Billing hierselbst anberaumt, wozu die Gemeindewähler eingeladen werden. Die 1. Abteilung bat demnach einen Gemeindeverordneten für Pavenstädt; die 2. Abteilung hat einen Gemeindeverordneten für Nordhorn, und die 3. Abteilung hat einen Gemeindeverordneten für Blankenhagen zu wählen. Ein Verzeichnis der stimmberechtigten Wähler liegt auf dem hiesigen Amtsbureau zur Einsicht offen. Der Amtmann. Paasch. Gütersloh, den 25. Okt. 1885. Diejenigen Eingesessenen des Amtes Güterslob, welche bei der bevorstehenden Klassensteuer=Veranlagung pro 1887/88 ihre Schulden berücksichtigt sehen wollen, werden hierdurch aufgefordert, dieselben durch Vorlegung von Zinsquittungen oder glaubwürdigen Dokumenten auf der hiesigen Amtsstube bis spätestens zum 20. November cr. nachzuweisen. Auf frühere Nachweise darf bei der Klassensteuer. Veranlagung keine Rücksicht genommen werden. Der Amtmann. Paasch. Gütersloh, den 25. Okt. 1885. Zur Aufnahme des Personenstandes, bebufs Veranlagung der Klassensteuer pro 188 7/88 sind die nachstehenden Termine angesetzt und zwar für: Nordhorn am Sonnabend, den 6. November cr., nachmittags 2 Uhr in der Schule daselbst, Blankenhagen am Montag, den 8. November er., vormittags 8 Uhr, bei Kolon Fislake Nr. 22 daselbst, Sundern am Dienstag, den 9. Nov. cr., vormittags 8 Uhr, bei Wirt Beckord Nr. 10 daselbst, Pavenstädt am Mittwoch, den 10 November er., nachmittags 2 Uhr, in der Schule daselbst. Indem alle Familienhäupter oder sonstige Personen, welche einen eigenen Haushalt führen, zu den obigen Terminen hiermit eingeladen werden, wird bemerkt, daß diejenigen, welche in denselben nicht erscheinen sollten, auf grund des§ 20 des Gesetzes vom 11. März 1850 mit einer Geldbuße von 3 bis 15 M. belegt werden. Außerdem wird jede unterlassene Angabe einer steuerrflichtigen Person nach§ 12 des Gesetzes vom 1. Mai 1851 mit Nachzahlung der rückständigen Steuer, sowie mit dem vierfachen Jahresbetrage derselben bestraft werden. Ausdrücklich wird noch darauf aufmerksam gemecht, daß die Anmeldung durch Kinder nicht geschehen kann, auch geschriebene Zettel nicht angenommen werden. Der am 1. Oktober stattgehabte Dienstbotenwechsel ist genau anzugeben. Ueber alle auf die Steuer=Veranlagung bezügliche Verhältnisse ist genaue und sichere Auskunft zu geben. Endlich wird noch bemerkt, daß bei der Personenstand=Aufnahme bei der Hausnummer„Eins“ angefangen und der Personenstand alsdann nummerweise fortlaufend weiter bis zur letzten Nummer aufgenommen pird. Der Autmann. Paasch. handels=Register des Kgl. Amtsgerichts zu Bielefeld. — 4582 Unter Nr. 460 des Gesellschaftsregisters ist die, am 1. November 1886 unter der Firma errichtete, offene Handelsgesellschaft zu Bielefeld am 1. Novbr. 1886 eingetragen, und sind als Gesellschafter vermerkt: 1) der Kaufmann Carl Wellmann zu Bielefeld, 2) der Kaufmann Josef Deutsch zu Bielefeld. Der DonnerstagsNähverein beginnt wieder am 4 Nor“ Vereinshause.[4571 im Hamburger Goldstraße 10. Heute Abend eintreffend: 4577 Lebend frischer Schellfisch und Schollen, dän. Fettbücklinge n Sprotten Donnerstag u. Freitag Ziehung. Vorlhrtastgferedte e LOSE à 2 Mark 11 Ese füir 20 Mak. F. A. Sohrader, Kaunover, Ge. Pachosstr. 29. Für Porto u. Aiste 15 Pf.aunzuisien. In Bielfeld gu. bebgn, bei, Pazl Ztemanz,„Oternstr. 29. In Gütersloh bei V. Daltrop. In Berl(Rez.=Bez Minden) bei D. Hope. In Rheoz in Westialn GROSSE Wiederum 3521 Gewinne. erliner Equipagen- und Plerde-Lotterie. 2 Vierspännige Equipagen. Wiederum kommen ∆. 3 Zweispännige Eguipagen.### Dg( OWinne 1 Einspännige Equipage. H###### Ozur Verlosung. —. für 20 Mar. C. Krietemeier. 29. Buchhandlung. ∆ 9190 RPesei scescece ceciiieeere Heinrich Eggemann, K Leinenwaren- und Betten-Fabrik: 2 Obernstraße 39. 4033 Detailverkauf zu Engros-Preisen. 2 gebleicht und ungebleicht, einfarbig und gestreift, ze K Piqués, Dimitys, Flanelle. 26 suu Abonnemets-Concerte (I. Serie, 12 Concerte.) Mittwoch den 3. November TTE. CONCE im Saale des Hôtel zu den drei Kronen. (Sinfonie Nr. 4. B-dur.) Anfang 8 Uhr, Entrée f. Nichtabonnenten 75 Pfg. 4585 R. Riedel. Vereih zur Förberüüch der Gewerbefteißes. Am Mittwoch den 3. Nov. abends 8 ½ Uhr bei Th. Hintze: Hauptversammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliche Mitellungen.. 4.6 E. rtres. G, 2. Bericht über den Delegiertentag des Central=Gewerbe=Vereins. 3. Die gewerbliche Fachschule in Göln und die von derselben veranstaltete Ausstellung. Der Vorstand. Preussischo 1o. Klassen-Lotterie. Die Erneuerung der Loose zur 2ten Klasse muß bis Freitag, den 5. Rovember, abends 6 erfolgen. Bis zu dieser Zeit werden auch—soweit—der—Vorrat reicht, Loose in Vierteln und Achteln verkauft.[4569 Kgl. Lotterie-Einnahme Bielefeld. Carl Bertelsmann. Hane-Vorvant Haus Verkuuf. Erbtheilungshalber soll ein dreistöckiges Haus mit Hintergebäude in frequenter und schöner Lage Detmolds in welchem ein Weißund Wollwarengeschäft betrieben, verkauft werden. 4542 Auskunft erteili W. Schütz's Bürean in Oeynhausen. ## Wer an Husten, Brustschmerzen, Heiserkeit, Asthma, Blutspeien, Reiz im Kehlkopf u. s. w. leidet, für den ist der weisse FruchtBrust-Saft das beste Hausund Genussmittel. Bei Th. Wolpers in Bielefeld. 2828 Veremns=Nachrichten Mittwoch: Kagestasß ur. Uhr Uebgstde. Ergeinzuo Amititia 9 Uhr. Deutsche Eiche Gesangstunde. Rauchklub Outfrisia 8½ Uhr. Belociped=Klub Vereinsabend. A. B.=V. Gadderb. Vorstandssitzg Gab. Sten. V. Uebung, Kanaria 8“. Uhr Modersohn. A.=B.=V. Brackwede Gesang. Bielefelder Krieger=Verein Singen Arb.=Bild.=G. Schildesche Singen. Gab. Sten. V. Brackwede 8¼. Frische Seezungen und Norderneyer Schellnsche 4531 Th. Wolpers. Sonnabend, den 6. November, abends 8 Uhr, findet in der Tonhalle des Johannisberges unser diesjähriger BALL statt, wozu die Mitglieder der Schützengesellschaft wit Damen ergebenst eingeladen werden. Den Verkauf der Eintrittskarten für Herren à 1 M., für Damen à 50 Pfg., welche während des Balles sichtbar zu tragen sind, haben freundlichst übernommen: Herr Stapperfenne=Gadderbaum, die Cigarrenhandlungen der Frau Dette, der Herren Reithäger, Böhnert und Böker hier, sowie sämtliche Herren Schützenunterosizere.„„ 6249 2 u, 2m umdm 6. Vom 6. November abenos 6 Uhr ab werden die Eintrittskarten nur noch am Eingange der Tonhalle verkauft.[4435 Das Schützenunteroffiziercorps. Norderneyer 4561 H. NESTEE'S KINDERMERL 15jähriger Erfolg. 1 Anszeichnungen# 306 Schellsisch lebend frisch heute empfangen. L. Jacke. worunter 8 Ehrendiplome 4576 Morgen, 3. November abends 8 Uhr Versammlung in der Ressource. K. B. v.Brack Neue, — 4574 Die Mitglieder der GesangAbteilung und auch diejenigen Vereinsmitglieder, welche derselben beizutreten wünschen, werden ersucht am Mittwoch Abend pünktlich 8 ½ Uhr um V.reinslokale zu erscheinen. Der Liedervater. ff. Gänse-Galantine und Gänsebrust, fl. geräucherte Metzer Rindszungen, ff. Astrachan- und UralCaviar, täglich frische Frankfurter Siedewürsichen u. Braunschw. Wurstwaren, große Auswahl deutscher und französ. Tafelkäse. * Th. Wolpers. 8 Neue Neue „ Eleme- und Jult.= Rosinen. Corinthen. türk. Pflaumen. Citronen. 4559 Vereinshaus. Zahlreiche Zeugnisse ersten medicin. Autoritäten. Tarihas-Cahaster pro Pfd. M. 1, 1.20, 1,50, 2 bei Theodor Steinsiek, Inhaber der Neumann'schen Tabak= und Cigarren= Niederlage in Bielefeld. 3765 SGak. Aehaln. Fabrikmarke Pelgseliger Nabrugmitch ür Beiue Thde. 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