Husum Itzehoe Tiel Leer Leipzig Linden Lübeck Lüneburg Mannheim Meldorf Minden Mölln Münster Neumünster Neuruppin Neustrelitz Nürnberg Oldenburg Oldesloe Osnabrück Ottensen Paderborn Parchimn Pruden Peine, Prov. Hann. Perieberg Quedlinburg Bendsburg Rostock Salzwedel St. Johann Schleswig. Schwerin Sonderburg Stade Stargard Stendal Stralsund Stuttgart Tondern Trier Uelzen ittstock. teigeln. F Wrr Preis des Abonnements: vierteljährlich 2 Mark prsenumerando bei der Expedition, den Agenturen und den Postanstalten; einzelne Nummern 10 Pfg. Die„Westfälische Zeitung“ erscheint wochentäglich und wird nach auswärts mit den nachmittags von Bieleseld ahgehenden Zügen erpediert. D 237. * Die künftige Friedensstärke des deutschen Heeres. „Vielleicht, daß eine spätere, glücklichere Generation, für welche wir im Voraus die Lasten mittragen, hoffen darf, aus den Zuständen des bewaffneten Friedens herauszugelangen, welcher nun schon so lange auf Europa lastet. Uns, glaube ich, blüht diese Aussicht nicht. Ein großes weltgeschichtliches Ereignis, wie die Wiederaufrichtung des deutschen Reiches, vollzieht sich kaum in einer kurzen Spanne Zeit. Was wir in einem halben Jahre mit den Waffen errungen haben, das müssen wir ein halbes Jahrhundert mit den Waffen schützen, damit es uns nicht wieder entrissen wird.“— Das sind die Worte, mit denen unsere größte militärische Autorität, der allverehrte Generalfeldmarschall Graf Molike am 16. Februar 1874 im Reichstage für die Stärkung und Festigkeit des deutschen peeres eintrat. und sie solte von allen Patrioten beachtet werden, wenn es sich um die Beurteilung militärischer Angelegenheiten handelt. Leider ist dies aber nur in ungenügender Weise der Fall, wie ein Streit zeigt, der in der Presse aller Parteien seit einigen Tagen über die künftige Stärke des deutschen Heeres ausgebrochen ist. Dieser Streit soll hauptsächlich darin seinen Ursprung gefunden haben, weil es die Absicht der Reichsregierung, also des Bundesrates sei, das bisherige sogenannte Septennat, also die auf sieben Jahre hinaus im Voraus zu bestimmende Stärke des Heeres insosern einer Aenderung zu unterziehen, daß die Heeresstärke künftig dauernd feststehend bestimmt, also das Heer eine gewisse Stärke so viele Jahre hindurch haben soll, wie es die Regierung für gut findet, resp. eine Aenderung beantragt. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ hat dieser Tage erklärt, daß die Regierung keine solche Vorlage plane. Es liegt nun aber die Befürchtung sehr nahe, daß sich nicht einmal für ein abermaliges Septennat eine Mehrheit im Reichstage finden wird. Die Regierung kann selbst für eine abermalige Normierung der Heeresstärke auf sieben Jahre in dem gegenwärtigen Reichstage höchstens auf 160 Stimmen die beiden konservativen Fraktionen und die Nationalliberalen rechnen, während zu einer Mehrheit im vollen Hause 199 erforderlich sind. Die Freisinnigen haben in ihrem Programm eine höchstens dreijährige Periode für diese Feststellung gesordert, und ein Teil ihrer Presse hebt hervor, daß dies sogar kein Hindernis sei, auf das alte fortschrittliche Verlangen der alljährlichen Bestimmung der Heeresstärke durch den Etat zurückzugehen. Das Zentrum samt seinem bunten Anhang hat früher in dieser Frage, so weit es abstimmte, Stellung der Fortschrittspartei eingenommen und bis die jetzt deutet nichts auf eine Aenderung hin. Wenn wir uns nun auch der Möglichkeit nicht ganz verschließen wollen, daß aus patriotischen und parteitaktischen Gründen die Freisinnigen und die Zentrumspartei vielleicht ooch auf einen ernsten parlamentarischen Strauß um die Heeresstärke verzichten und auf eine Art, die schon manchmal in delikaten Angelegenheiten beobachtet wurde, durch das „Fehlen“ einer Anzahl Mitglieder der Vorlage der Regierung indirekt zur Annahme verhelfen werden, so darf der traurige Ernst der Situation, daß Deutschland gerade wegen der Aufrechterhaltung seiner allgemein bewunderten Heeresstärke in zwei Parteien zerrissen erscheinen sollte, dennoch nicht außer Acht gelassen werden. Es hängt damit die Existenzfrage des deutschen Reiches immer zusammen, zumal wenn man bedenkt, daß die Möglichkeit vorhanden ist, daß sich Deutschland künftig einmal gegen zwei Seiten verteidigen muß. Geschrei um die großen Kosten des Heeres ist dabei rein lächerlich, denn ein einziger unglücklicher Krieg gegen Frankreich würde uns zehnmal mehr kosten, als was uns das Heer in zehn Jahren kostet, auch ist die sparsame Verwaltung des deutschen Heereswesens eine solche, daß sie noch von keinem anderen Lande erreicht worden ist, wie es die Etatszahlen und Ausgabebudgets beweisen. Es ist daher unbedingt wichtig, daß die Regierung in der hochwichtigen Angelegenheit bald ihren festen Standpunkt kund giebt, damit die Erreichung des betreffenden Zieles rechtzeitig erstrebt werden lann. Gegründet am 1. Jannar 1311 als„Oeffentliche Anzeigen für die Graschaft Ravensberg“. Zugleich Kreisblatt für die Kreise Bielefeld und Halle i. W0. Preis der Inserate: für die einspaltige Peritzeile oder deren Raum für Inserenten am Platze 12 Pfg., für auswärtige 15 Plg.; für Reklamen 50 Pfg.— Inserate werden in der Expedition und bei sämtlichen Annoncen=Bureaur augenommen. Bei Aufragen von auswärts über Inserate ist eine Briefmarke zur Antwort einzusenden. 1886. Politischer Tagesbericht. * Bielefeld, 11. Oktober. Die„Germania“ schrieb dieser Tage am Schluß einer Auslassung über die Neuregelung unseres Heereswesens mit unverkennbarem Hohn: „Ueber das Schicksal des Aeternats kann man ruhig sein; aber wir sehen nicht klar, ob wir die durch solche Pläne ruinierten Konservativen bei den nächsten Wahlen auf solcher Höhe halten können, daß die doppelte Majorität gesichert bleibt.“ Dazu bemerkt nun das Organ des kons. Wahlvereins: Wir möchten der„Germania“ empfehlen, derartige anmaßende und in keiner Weise durch die Thatsachen gedeckte Großsprechereien in Zukunft zu unterlassen. Das Centrum ist früher bei den Wahlen gegebenenfalls mit den Konservativen zusammengegangen, weil es mit dieser Partei, trotz mehr oder minder scharfer Differenzen, immerhin die meisten Berührungspunkte hatte; das Centrum hat aber neuerdings, was der„Germania“ wohl nicht unbekannt ist, fast ausnahmslos und nahezu grundsätzlich sein Gewicht für die Oppositionsparteien in die Wagschale geworsen. Wir nehmen an, daß die Aufrechterhaltung dieser Wahltaktik und der entsprechenden Politik nach dem sundamentalen Wechsel, der in der Art der Beziehungen unserer Regierung zur Kurie eingetreten ist, der Centrumsleitung, ob nun dem einen oder anderen erwünscht oder nicht, unthunlich erscheinen wird, und wissen, wie es sich auch mit diesem Punkt verhalten mag, jedenfalls so viel ist sicher, daß niemand weniger um seine Meinung in dieser Angelegenheit befragt werden wird, als die„Germania“. Im übrigen ist es eine läppische Redewendung, den Bestand der deutsch=konservativen Partei als von dem Wohlwollen des Centrums abhängig hinzustellen, und so möchten wir der„Germania“ anheimgeben, sich lieber mit der Frage zu beschäftigen, wie sie selbst ihre durch ihre bisherige Steuerung halb„ruinierte“ Existenz wieder zusammenflicken kann, als in einer Anwandlung von närrischem Größenwahn Wahlmandate auszuteilen. Die„Freisinnige Zeitung“ interpretiert heute den auf die Festsetzung der Friedenspräsenzstärke bezüglichen Punkt des anläßlich der Fusion der Sezessionisten mit der Fortschrittspartei vereinbarten Programms dahin, dasselbe gestatte eine einjährige, zweijährige und dreijährige Festsetzung der Friedenspräsenzstärke, nicht aber eine über die Legislaturveriode hinausgehende Festsetzung. Die mit ehemaligen Sezessionisten noch in Fühlung stehende„Nationalzeitung“ meint, es bleibe abzuwarten, ob man auf der ehemals sezessionistischen Seite diese Auslegung anerkennt. Wäre sie zutreffend, dann hätten bei der Fusion nur die Sezessionisten betreffs der Militärfrage eine Verpflichtung übernommen, nämlich die, auf keine längere als die dreijährige Frist für die Feststellung der Herresstärke einzugehen, die Fortschrittspartei dagezen hätte sich zu nichts verpflichtet, vielmehr freie Hand behalten, weiter die alljährliche Feststellung durch den Etat zu fordern. Uebrigens liege die Entscheidung der Militärfrage beim Zentrum. — Wenn mit dieser letzteren Bemerkung die eventuelle Verantwortlichkeit von der freisinnigen Partei abgewälzt werden soll, dann darf sie nicht unwidersprochen bleiben. Wenn die Freisinnigen mit Konservativen und Nationalliberalen stimmen, so ist die Mehrheit vorhanden, ohne daß es auch nur einer einzigen Zentrumsstimme hierzu bedarf. Man erwartet ollerdings in bezug auf die Aufrechterhaltung unserer Wehrkraft vom Zentrum oder doch einem beträchtlichen Teile desselben ungleich mehr als von den Freisinnigen einschließlich der ehemaligen Sezessionisten. Ueber die Ansichten des Ansiedlungswerkes in den volnischen Gebieten, schreibt die„Pos. Ztg.“:„Es ist der Ansiedelungs-Kommission das Ankaufgeschäft in unerwarteter Weise dadurch erleichtert worden, daß polnische Großgrundbesitzer, selbst solche, welche hervorragende Stellungen in der polnischen Nationalpartei einnehmen, son Bodooten rogen chius Ktioter vum tpocthhabtonn Reortat! anzubieten! Hinsichtlich der Ankaufspreise hat sich die in den Motiven zu dem Ansiedlungsgesetz ausgesprochene Vermutung, daß sich pro Hektar des anzukaufenden Areals ein Durchschnittspreis von 560 M. ergeben werde, bisher als annähernd zutreffend erwiesen. Wenn die Preise zur Zeit auch noch eiwas höher sind, so läßt sich bei dem starken Angebot doch mit Sicherheit erwarten, daß dieselben noch heruntergehen werden. Wenn das Kolonisationswerk in dem Maße gelingt, wie die bisherigen Ergebnisse erwarten lassen, so wird innerhalb einer Frist von 10 Jahren schon ein großer Teil des polnischen Großgrundbesitzes der Provinz in die Hände deutscher Ansiedler übergegangen sein.“ Die„Berliner Pol. Nachr“ fordern eine Erhöhung des Einfuhrzolles auf indischen Senfsamen, da derselbe dem heimischen Raps Konkurrenz bereite. Die„Germania“ erhält aus Gnesen folgende Zuschrift:„Gehorsam als Priester dem Besehle meines Celsissimi Ordinarii, nehme ich hiermit zurück, womit ich irgend welchen Anstoß gegeben haben haben könnte. Gnesen. Dulinski, Domeapitular.“ Nach Ankündigung der„Kons. Korr.“ wird das sogenannte Militär=Aeternat von der deutsch=konservativen Partei im nächsten Reichstage beantragt werden, um„die Armee dem Einfluß des Parteitreibens zu entziehen. Die„Kreuzztg.“ meint, es könne nicht geläugnet werden, daß die Zahl der Eisenbahnunfälle in Preußen in jüngster Zeit eine bedauerliche Höhe erreicht habe, und wünscht eine authentische Darlegung der thatsächlichen Verhältnisse, damit nicht das Staatsbahnsystem und die staatliche Verwaltung verantwortlich gemacht werde. Der in London erscheinende„Anzeiger“ warnt die deutschen Arbeiter davor, nach England zu kommen, um Arbeit zu suchen. Wenn irgendwo, so heißt es in der Warnung, sich die Arbeitslosigkeit bitter fühlbar macht, dann ist es in London der Fall. Es giebt viele Fabriken, die, wenn sie nicht ganz geschlossen sind, so doch nur noch einige wenige Tage in der Woche arbeiten. Mit dem Ueberhandnehmen der Arbeitslosigkeit steigt im gleichen Verhältnis die Erbitterung des einheimischen Arbeiters gegen den Ausländer. [Der Staatssekretär, Staatsminister von Bötticher] hat sich heute in Begleitung des Geheimen Ober=Regierungsrats Lehmann von Danzig zum Reichskanzler Fürsten Bismarck nach Barzin begeben. [Nachfolger Werder's in Petersburg.] Die Meldung, wonach der zur deutschen Botschaft in Paris kommandierte Oberstlieutenant von Villaume als Nachfolger des Generals der Infanterie von Werder zum Militärbevollmächtigten in Petersburg designiert sei, wird in unterrichteten Kreisen für richtig gehalten. [Lord Churchill.] Aus Dresden wird telegraphiert: Lord Churchill ist am Sonntag nach Prag gereist, wo er angeblich im Hotel Viktoria absteigt.— Die„Wiener Neue Freie Presse“ bemerkt, Churchill werde ein freundliches und bereitwilliges Eutgegenkommen finden, er werde sich aber umsonst bemühen, wenn er Oesterreich zu einer Aktion bewegen wolle, bei welcher Oesterreich außer dem moralischen Beistand Englands auf keine andere Mithilfe rechnen könne. Oesterreich müsse unter allen Umständen im Einvernehmen mit Deutschland vorgehen. [Die Feierlichkeiten zur Einweihung des neuen Hafens in Wilhelmshafen, welche Ende dieses Monats stattfinden sollten, sind zunächst bis zum 10. November verschoben worden. Man rechnet ziemlich sicher auf die Anwesenheit des deutschen Kronprinzen. [Zustände an der russischen Grenze.] Aus Przelaika wird geschrieben, daß der Amtsvorsteher daselbst mit vier Gendarmen und dem Amtsdiener aufmarschierte, um Maurer, welche einige Reparaturen bei der Schleuse auszuführen hatten, vor etwaigen Gewaltthätigkeiten von seiten der russischen Grenzsoldaten zu schützen. Die russische Grenzwache soll vorher gedroht haben, bei der Reparatur der Schleuse, wobei russischer Grund und Boden beireten werden müsse, einen preußischen Gendarmen gefangen zu nehmen. Während die vier preußischen Gendarmen mit geladenem Gewehr an der Schleuse standen, führten die Maurer die erforderlichen Reparaturen aus. Parlamentarisches. * Berlin, 10. Oktbr. Deutsches Reich. □1 Berlin, 10. Okt.[Vom Kaiser.] In BadenBaden herrschte in den letzten Tagen schlechtes Wetter. Der Kaiser unternahm deshalb keine Ausfahrten. Auch waren zum Diner keine Einladungen ergangen. Der Kaiser hat aber die laufenden Vorträge entgegengenommen und die Regierungsarbeiten regelrecht erledigt. Die Rückkehr nach Berlin soll neueren Bestimmungen zufolge erst nach dem 20. Oktober erfolgen. [Der Kronprinz.] sowie Prinz Wilhelm werden der am 6. November zu Weimar stattfindenden Vermählung der Prinzessin Elisabeth von Sachsen und Weimar mit dem Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg beiwohnen. (Prinz Wilhelm von Preußen) stattete dem Staatssekretär Grafen Herbert Bismarck im Auswärtigen Amt in Berlin einen Besuch ab. [Prinz Heinrich von Preußen] besuchte mit dem Prinzen Ludwig Wilhelm von Baden den verwundeten Oberförster Müller in Gernsbach. Nach Aussage des behandelnden Arztes ist die beste Aussicht auf völlige Wiederberstellung des 55jährigen Mannes vorhanden. An eine Amputation des Beines wird nicht gedacht. Alle gegenteiligen Nachrichten sind unbegründet. [Aus militärischen Kreisen] verlautet, der jüngst zum General der Kavallerie ernannte Prinz Heinrich von Hessen, werde das Kommando eines Armeekorps übernebmen. — Bei der Ersatzwahl zum Altenburger Landtag in Altenburg wurde der sozialdemokratische Kandidat Schuhmacher Friedrich gewählt. — Wie aus Görlitz gemeldet wird, hat der Landtagsabgeordnete für Görlitz=Lauban, Herr Schäffer, in Folge bei einer Feuersbrunst erlittener Verletzungen sein Mandat niedergesegt. — Der Geheime Regierungsrat und vortragende Rat im Handelsministerium Gamp ist zum Geheimen Oberregierungsrat ernannt worden. Geheimrat Gamp vertritt im Reichstage, wo er der Fraktion der Reichspartei angehört, den Wahlkreis Deutsch=Krone. Durch seine Beförderung erlischt sein Mandat, so daß für den genannten Wahlkreis eine Ersatzwahl erforderlich wird. Herr Gamp ist besonders durch sein Auftreten im Reichstage bekannt geworden, wo er mit den Herren von Stephan und von Scholz in recht lebhafte Meinungsverschiedenheiten geriet. — Der bekannte nationalliberale Abg. Oechelhäuser läßt in diesen Tagen eine Schrift über die Arbeiterfrage erscheinen. Belgien. [Lage der Arbeiter in Belgien.] Die Arbeiterunruhen in Belgien haben Veranlassung zur Abhaltung einer Enquete gegeben, welche dazu dienen soll, durch Vernehmung der Arbeitgeber sowohl, als der Arbeiter der Regierung ein richtiges Urteil über die herrschenden Verhältnisse zu geben. Die Kommission erlangt durch die von ihr vorgenommenen Verhöre sehr wertvolle Aufschlüsse und es zeigt sich, das Manches der Abhilfe dringend bedürftig ist. In der Sitzung zu Charleroi wurde u. a. folgendes konstatiert:„Unglücksfähle sind häufig und Verletzungen verschlimmern sich in der Regel, da die Leute wieder arbeiten müssen, bevor sie orden:lich geheilt sind. Pensionen und Unter sützungen sind lächerlich gering. Es fehlt an Handwerks= und Lebrlingsschulen. Hausgenossen. 71 Novelle von Hans Arnold. (Nachdruck verboten.] ##i7 Hauptmann verbeugte sich situmm— er hätte um die West Hearvtpann, orbeugte sich stumm— er hütte um r Welt jetzt nicht sprechen können. Der Doktor trat zum Schreibtisch und wühlte in den Papieren. „Wollen wir an unsern Kontrakt gehen, Herr Baron?“ „#„Sofort— ganz zu Diensten! Ja— noch einen Augenblick— denken Sie, Herr Hauptmann, wie der Zufall spielt nicht wahr? Einzig manchmal! Wir sprachen doch gestern Abend von Straten— was?“ und wachhebeng. s9te der Hauptmann unklug Streaten, L.e dite Sie! Sie fragten mich noch nach ihm dem sch tei den Fragn.9ua lommandiert war, und mit # bei den Pragonern stand— besinnen Sie sich setzt? „Ja, ja!“ grollte der Hauptmann. „Nun denken Sie, wie der Zufall spielt— nein, man lann wirksich, sagen„spielt, denn er spielt manchmal, was; und wir sino sein Spielzeug! Das ist so ein Apercu von mir— liebe solche Apergusl— nun um auf unsern Hammel zurückzukommen, womit ich aber nicht etwa den guten Straten gemeint haben will— bewahre!— dagegen prot stiere ich von vornherein— es ist nur so eine Redensart! Ja, enüin!— ich gehe gestern Abend nach der blauen Krone Nan, i8 Pite Se mmer— der siyt dad i—. Stratenl Der Baron lachte herzlich. „Nun, warum sollte er nicht dasitzen?“ fragte der Doktor, jetzt auch etwas unwirsch. „Aber ich sage Ihnen ja— wir hatten soeben von ihm gesprochen! Er steht in Rotbergen— zwei Meilen von hier — und kommt gerade den Abend her.„Guten Abend, Straten!, sage ich. Nun hätten Sie mal seine Ueberraschung sehen sollen!„Guten Abend, Rabeneck!“ sagt er.„Nein, das ist doch sonderbar, daß ich Sie hier treffe! was machen Sie denn hier?“ frage ich.„Ach, ich langweile mich so in Rotbergen, da din ich heut hier herübergekommen, um mal mein Glas Bier wo anders zu trinken,“ sagt er. Und nun plaudern wir von dem alten Regiment— ach, da hat sich auch viel verändert! Der Kommandeur ist weg— nach Braunschweig versetzt, mein damaliger Schwadronschef.— „Ja aber. Herr Baron,“ unterbrach der Doktor diese irtersante, Geschichte,„wenn wir vielleicht erst unsern Konmachen wollten— Herr Hauptmann Scharff wünscht 1 ich dann noch in einer anderen Angelegenheit zu sprechen.“ „Ach, Pardon!— ditte kansendmal um Entschuldigung! aber es war mir— ich dachte, es müßte den Herrn Hauptmann interessieren— es war doch ein zu sonderbares Zusammentreffen, was?“ Und der Baron lächelte vergnüglich und wiegte den Kopf hin und her über den merkwürdigen Zufall. Während die Herren den Kontrakt durchlasen und daran herumkorrigierten, stand der Hauptmann stumm am Fenster und sah auf die Straße.„Fatal! Einmal anfangen war schon schlimm genug— aber zweimal— das ging gar nicht!“ Er biß sich zornig auf die Lippen. Und der Moment mußte gleich wieder da sein— die Feder des Doktors jagte nur so über das Papier. Da klopfte es, und ohne das„Herein“ abzuwarten, wurde die Thür sehr weit ausgemacht. Ein Dienstmädchen mit einem großen Tablet erschien, auf dem Porzellan, Glas, Silber und andere Geräthschaften sauber aufgestapelt waren. Sie setzte ihre Bürde auf den Tisch, und begann, ohne auf die Herren besondere Rücksicht zu nehmen:„Eine Empfehlung von der Frau Majorin, und sie schickt die Sachen wieder.“ „Still!“ rief der Doktor mit furchtbarer Stimme—, er hatte sich verschrieben, und das haßte er! „Und die Frau Doktorin ist draußen nicht zu finden da mußte ich alles hier herein bringen,“ fuhr das Mädchen unbeirrt fort. Der Doktor schrieb. „Wollen Sie mir nicht die Sachen abnehmen, Herr Doktor?“ fragte das Mädchen,„ich muß dafür stehen, daß nichts fehlt.“ „Rufen Sie Fräulein Käthe“, sagte der Doktor ohne den Kopf zu wenden. „Die will nicht hereinkommen“, erwiderte die unerschütterliche Magd. „Hinaus!“ rief jetzt der Hauptmann donnernd, und wandte sich um. Dieses Wort hatte die Wirkung eines Sprenggeschosses— die Botin flog davon, und ward nicht mehr gesehn. „So!“ sagte der Doktor aufatmend und erhob sich— gich habe= unterzeichnet— wollen Sie nun auch noch die Güte haben, Herr Baron!“ Der Angeredete hastete und sah etwas verlegen aus. „Ich hätte noch eine Bitte, verehrter Herr Doktor, ehe ich unterschreibe.— Sie wissen, eine Wohnung ist eine wichtige Frage,— man muß doch einmal drin wohnen— und— kurzum, ich möchte mir das Quartier noch ein letztes Mal ansehen— so einen Ueberblick, wie mein Papa immer zu sagen pflegte.„Chlodwig, verschaffe dir im mer einen Ueberblick“, hat er unzählige Male zu mir gesagt! Dürfte ich um diese Gunst bitten?“ Der Lollor ppst daiter.— auat ir Lante ich und de Herren schickten sich an, das Quartier zu besichtigen. Den Hauptmann rührte bei dieser neuen Verzögerung seiner Aussprache fast der Schlag! Hätte ihm ein Gott gegeben, zu weinen, so hätte er geweint! Er trommelte den Dessauer Marsch im rasendsten Tempo auf der Fensterscheibe— er nahm ein Buch vom Tisch und sing an zu lesen — obwohl er für sein Leben nicht zu sagen gewußt hätte, was er las. Nachdem einige Zeit— für den Hauptmann eine halbe Ewigkeit— verstrichen war, traten die Herren wieder ein. Der Baron sah sehr bekümmert aus und zog sich einen Handschuh an. Der Doktor stellte sich an das zweite Fenster und wippte mit dem Fuß hörbar auf und nieder— er war offenbar schwer gereizt, Der Mietskontrakt lag unbeachtet auf dem Schreibtisch. Endlich näherte sich der Baron, auf den Zehen gehend, dem Hauptmann. „Ich weiß nicht— es ist mir so unangenehm, nein, wirklich— es ist mir sehr unangenehm! flüsterte er,„der Herr Doktor ist so böse— aber ich habe neulich ganz übersehen— das Schlafzimmer liegt nach Nordosten, und das vertrage ich nicht! Meine selige Mama sagte immer: „Chlodwig, um alles in der Welt, Sonne im Schlafzimmer — halbes Leben— halbe Gesundheit.“ „Schlafen Sie doch wo anders!“ stieß der Hauptmann rauh hervor. „Kann ich nicht, mein Bester— kann ich nicht! Und dann fehlt mir auch ein Zimmer— ein einziges Zimmer — mein Friedrich muß neben mir logieren! Ja, hätte, das allerliebste, reizende Eckzimmer— ein bison von einem Zimmer-- noch ein einziges Fenster! aber so!“ „Ich will Ihnen etwas sagen,“ explodierte der Doktor, „haben Sie die Güte, mein Haus nach Ihren Wünschen umbauen zu lassen, und dann wollen wir wieder vier Stunden Kontrakt machen. Das ist ja—“ Der Baron sah hilflos aus. „Umbauen“ Sie scherzen, Herr Doktor! Der Herr Doktor scherzt— nicht wahr? ich liebe das sehr! scherze selbst gern— ich war immer dafür bekannt, daß ich viel scherze! mein Kommandeur sagte oft:„glaubt dem Rebeneck nicht, er scherzt nur! Wie oft!—“ „Nun, dann scherzen Sie nach Belieben,“ schrie der Loktor,„mit mir haben Sie genug gescherzt!“ Und er wandte sich ab. „Mein Gott, wie peinlich!“ sagte der Baron, und zog sich den zweiten Handschuh an,„und ich wäre so gern hier ins Haus gezogen! aber jeder ist sich selbst der Nächste! was? Wenn ich noch ein Zimmer drauche, das kann mir doch keiner ubel, nehmen— das finde ich— da kann ich mir nicht helfen!“ Und damit retirierte der Baron, und ging— ungeleitet, denn der Doktor war zu ärgerlich— und man hörte den Weggehenden noch im Hausflur, wie ein abziehendes Gewitter fragen, ob er sich nicht selbst der Nächste wäre. Wen er fragte, wußten die Zurückgebliebenen nicht — es war ihnen auch höchst gleichgültig. Der Doktor rannte wie ein gefangener Tiger im Käfig auf und ab, und erging sich in den wohlthuendsten Aeußerungen über den Baron. „Dieser Einfaltspinsel— dieser alberne Kerl— fragt einen erst tot, und mietet dann nicht einmal! Nein, ich war gestern Abend schon so glücklich— mein Quartier so gut wie vermietet, und nun? Prosit die Mahlzeit! Nun sagen Sie einmal selbst, ist das nicht eine ganz insame Manier, so im letzten Augenblick abzuschnappen?“ Der Hauptmann bejahte durch eine Verbeugung— in diesem Sturm konnte er sein Schifflein nicht auslaufen lassen, erst mußte der Himmel wieder ruhig werden. „Aber eins sage ich,“ fuhr der erregte Doktor fort, „einen Rat gebe ich jedem, der ihn haben will. Wer kein Haus hat, freue sich, und wer eins hat, zünde es an allen vier Ecken an. Das ist ja—“ alle Tage was Neues! Da will der einen Ofen gesetzt haben— dem soll man die Thüren streichen lassen, und dabei bleiben einem die Wohnungen noch leer stehen! Ich danke für mein Haus— ich schenke es weg— da mache ich immer noch ein gutes Geschäft. So habe ich keinen Mieter und Aerger, dann habe ich doch wenigstens keinen Mieter und keinen Aerger — nein, wahrhaftig!“ Der Doktor schwieg erschöpft, und nahm den Kontralt in die Hand. „Den Wisch möchte man doch nun gleich in tausend Stücke reißen,“ begann er von neuem,„der Mensch bat sich verklausuliert, als wenn er ein Testament über eine Million für drei leichtfinnige Söhne machen sollte— um jeden Paragraphen hat er geredet und gefragt— eigentlich kann ich Gott danken, das ich den nicht als Mieter bekommen habe. Ein unausstehlicher Kerl! Aber mein Quartier— nein, ich din außer mir! nun hängt hier der Mietszettel wieder aufs Unbestimmte aus, und jedesmal, wenn ich nach Hause komme, ärgere ich mich darüber.“ Der Hauptman trat einen Schritt näher. „Herr Doktor,“ begann er mit halbem Lächeln,„darf ich Ihnen einen Vorschlag machen, mit dem uns vielleicht beiden gedient wäre! Das Quartier hat vier Zimmer, wie ich höre— hätten Sie etwas Dagegen mich als Mieter ause nehmen? Ich din zum ersten Januar hierher versetzt.“ Das Gesicht des Doktors klärte sich auf. A T Se A e PEIIS Die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern sind sehr gespannt, denn alles ist jetzt den persönlichen Interessen untergeordnet. Ein Minenarbeiter klagte, daß man an der Ueberwachung spare. Ihm seien im Bergwerk zwei Kinder getötet worden; es bleide ihm nur eines, das von früh bis abends 5 Uhr arbeiten müsse. Oft arbeite er bis Mitternacht und doch habe man seinen Lohn um ein Drittel gekürzt. Einmal habe man das Kind, ein Mädchen von vierzehn Jahren, vierundzwanzig Stunden hinter einander arbeiten lassen, ohne ihm einen doppekten Tag zu bezahlen. Wer beim Aufseher sich beschwere, werde an das Bureau verwiesen, und dort werde man einfach an die Luft gesetzt. Ein anderer Arbeiter schildert die Gefährlichkeit des Aufund Abstieges, den Mangel an Schutzvorrichtungen, die gesundheitschädliche Nässe in den Gruben u. s. w. Unglücksfälle kämen fast jeden Tag vor. Unterstützungen würden so selten gegeben, daß die Kasse so gut wie gar nicht existiere. Wenn der Arbeiter verletzt werde, so verlange der Aufseher Zeugen, auch wenn der Arbeiter 1000 bis 1500 Meter weit von den Anderen gearbeitet habe. Das Zeugnis der Arbeitsunfähigkeit werde nur sehr schwer erlangt. Die Kassen legen keine Rechnung ab. Man wähle zu Aufsehern nicht die Tüchtigsten und Unterrichtesten, sondern die Rücksichtslosesten, die auch vor einem falschen Eide nicht zurückschreckten. Eine Reihe verunglückter Bergleute erzählen Alle dieselbe traurige Geschichte: Unfälle, Arbeitsunfähigkeit, Entlassung ohne Pension, Not und Hunger, Beitel. Einer erzählt, sein Bruder sei bei der Arbeit getölet worden. Die alte Mutter habe zuerst 12 Francs monatlich bekommen, dann 6 Francs und zuletzt habe man ihr auch diese gestrichen. Als sie reklamierte, sagte man ihr wörtlich:„Wenn Ihr Sohn am Leben geblieben, so hätte er geheiratet, und das wäre für Sie auf das Nämliche herausgekommen.“ * Bulgarien. [Zur Lage.] Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt:„Die Situation in Bulgarien scheint momentan zu stagnieren. Daß ihre Entwickelung nur eine äußerst langsame und vorsichtige sein kann, liegt in der Natur der Verhältnisse und begründet und konstituiert eher einen Grund zur Beruhigung als zur Besorgnis. Dagegen bringt das „Berl. Tagebl.“ telegraphische Meldungen aus Lemberg und Wien, aus denen es, für den Fall, daß sie sich bestätigen, den Entschluß Rußlands folgert, seine bulgarische Politik nunmehr mit Gewalt zur Durchführung zu bringen. Das Lemberger Telegramm kündigt russische Truppenzusammenziehungen an der österreichisch=rumänischen Grenze, das Wiener Telegramm Vorkehrungen zum Einmarsch in Bulgarien an. In den leitenden Kreisen Oesterreich=Ungarns hält man indessen eine russische Okkupation Bulgariens nach wie vor für ausgeschlossen. Der Pester„Lloyd“ führt aus, die momentan beobachtende Haltung der Mächte sei damit motiviert, daß die Bulgaren selbst in erster Reihe berufen seien, ihre Sache zu führen, und daß sie es in ihrer Hand haben, ungebührlichen Angriffen auf ihre Rechte zu widerstehen, ohne hierdurch Gefahren hervorzurufen, die weit über den Schauplatz momentaner Ereignisse hinausgreifen würden. Die Auslassung läßt einen wichtigen Punkt außer Acht, nämlich den, daß sich Bulgarien in großer Finanznot befindet. Die Staatskasse ist leer, die Offiziere und Beamten erhalten ihre GGehälter sehr unregelmäßig und, wenn es der Regierung nicht gelingt, die notwendige Anleihe aufzubringen, so wird schließlich Bulgarien nolens volens sich in die Arme Rußlands getrieben sehen, und der russische Rubel wird mit Leichtigkeit vollbringen, was die Agitationen Kaulbars nicht vermochten. Wenn England wirklich etwas für Bulgarien thun will, so muß es in erster Linie den Beutel aufknöpfen, um durch die Macht des Sterlings die Invasion des Rubels zu verhüten. Im ungarischen Unterhause wird übrigens die Mission Kaulbars den Gegenstand einer Interpellation bilden, welche der Abgeordnete Helvy unter Bezugnahme auf die Erklärungen Tisza's vom 30. September eingebracht hat. In Bulgarien selbst ist die Wahlbewegung im vollen Gange, es finden stürmische Wählerversammlungen statt. Nach den Wahlen werden die Regentschaft und das Ministerium demissionieren. [Aus Sofial, 9. Oktbr., erhält die„Köln. Ztg.“ folgende Nachricht: Die diplomatischen Beziehungen Rußlands mit Bulgarien sind abgebrochen. Natschewitsch verschickte heute folgendes Circular an alle Agenturen:„Ich habe die Ehre, Sie zu ersuchen, alle Ihre Landesangehörigen darauf aufmerksam machen zu wollen, daß sie sich jeder Beteiligung und Einmischung bei den Wahlen zur Sobranje am 10. Okt. zu enthalten haben. Mein Kollege, der Minister des Innern, teilt mir mit, daß er gegen Zuwiderhandelnde mit Ausweisungen vorgehen müsse. Empfangen Sie u. s. w.“ Hierauf erfolgte sofort folgende Antwort Nekliudows, die sämtlichen Agenturen abschriftlich mitgeteilt wurde:„Ich habe die Ehre, den Empfang Ihres Circulars zu bestätigen, das Sie an mich richten zu müssen glaubten, muß Ihnen aber hierauf erwidern, daß die kaiserliche Agentur ihre Landsleute gegen alle ungesetzlichen Handlungen der Regierung nachdrücklichst in Schutz nehmen wird, ebenso wie sie es bisher verstanden hat, ihre Angehörigen in den Schranken strengster Gesetzlichkeit zu halten. Ich teile Ihnen gleichzeitig mit, daß ich, bis ich Instructionen des Generals Kaulbars bezüglich des von Ihnen erhobenen Zwischenfalls erhalte, eine Auswechslung schriftlicher Mitteilungen zwischen der kaiserlichen Agentur und Ihrer Regierung für abgebrochen erkläre. Empfangen Sie u. s. w.“ Hier war der Abbruch der „Ja, aber,“ sagte er etwas zögernd,„ist Ihnen denn die Wohnung nicht zu groß?“ „Nun, dem ließe sich auch abhelfen! Herr Doktor, ich kam heute, wie Sie in der Sturm= und Drangperiode mit dem Baron vielleicht vergessen haben, um in einer persönlichen Angelegenheit mit Ihnen Rücksprache zu nehmen— darf ich meine Bitte jetzt vortragen?“ Dem Doktor ging ein Licht auf. „Bitte!“ stammelte er verlegen. „Ich liebe Ihr Fräulein Tochter,“ fuhr der Hauptmann ernsthaft fort,„und sie ist meiner Werbung trotz unserer kurzen Bekanntschaft nicht abgeneigt. Darf ich hoffen, Herr Doktor, daß von Ihrer Seite unserer Verbindung kein Hindernis im Wege steht? Sie kennen mich ja durch meine Eltern—“ Eine Viertelstunde später rief ein energisches Klingeln die Damen in des Doktors Zimmer. Eine kleine feierliche Scene fand statt, nach deren Beendigung der Doktor sich zur Thür wandte, um Majors herunter citieren zu lassen. Aber er prallte zurück, denn in der Thür stand, verlegen und unsäglich neugierig aussehend, der Baron. Er hatte sich draußen vor der Doktorin in seiner gewohnten Ausführlichkeit gerechtfertigt, und als die Klingel des Hausherrn so ungestüm erscholl, hatte ihn sein Wissensdrang nach dem Zimmer zurückgetrieben, wo er zur allgemeinen Entrüstung und Bestürzung der feierlichen Verlobung unbemerkt assistiert hatte. Aber der Zorn der belauschten Familie machte in der überfließenden Freude der Fröhlichkeit Platz, und der Baron brachte seine Gratulation an und fragte:„Verlobt, was? — ja, das muß sehr hübsch sein— ich finde das allerliedst! werde mich wohl auch entschließen— nur kein Junggesell bleiben, was? Meine selige Mama sagte immer:„Chlodwig, ou bist fürs Familienleben geschaffen!“" Nachdem er diesen Satz zu Ende gebracht hatte, war der beglückte SchwiegerHaus paegin i.... den Baron für seine Heftigkeit auch sofort beraipe. zutmütige Mann nuch fosvil Krenwillig zugestand. Lungedeiemnienshienen, und ein improvisiertes VerloGlcer und Tassen vorterfich de noch aufgestelten Der Baron wit Gzichzi.s t=fliuz, zu satten kamen, ließ sich m uns Etühligleit bewegen, daran Teil zu nehmen, A M diplomatischen Beziehungen seit vier Tagen vorausgesehen, de die Russen entschlossen woren, spätestens am Tage der Wahlen zu brechen. Das Circular Natschewitschs war reiner Vorwand. Die Bulgaren nehmen den Bruch ziemlich ruhig auf. Was wird Rußland nun thuen? Daß Kaulbars vollständig im Auftrage des Zaren gehandelt, ist zweisellos, denn sonst würde der russische Konsul in Sofia nicht schroff vorgegangen sein. Die russische Regierung kann aber jetzt nicht mehr hoffen, daß Regierung und Volk in Bulgarten sich ihr fügen werden, entweder muß sie also in Bulgarien fürs Erste die Dinge gehen lassen, wie sie wollen, oder aber sie muß irgend einen Grund vorschützen, auf den hin sie in Bulgarien einrücken kann. An Excessen dürfte es bei den gestern in Bulgarien stattgehabten Wahlen zur großen Nationalversammlung wohl kaum gefehlt haben, aber die Okkupation Bulgarien's läßt sich doch nicht so leicht ausführen. Alle Mächte, besonders Oesterreich, mißbilligen Kaulbars Auftreten als unerhört auf das Entschiedenste, England hat bereits eine moralische Unterstützung Bulgarien's angeregt, und wenn diese letzte Anregung auch kaum große Folgen haben wird, daß die Großmächte stillschweigend zusehen werden, wie Rußland den gröbsten Rechtsverletzungen durch militärisches Vorgehen die Krone aufsetzt, ist doch kaum anzunehmen. Die russischen Panslawisten fordern zwar auf das Stürmischste die Okkupation, aber man kann doch wohl erwarten, daß hier der Zar nicht nachgiebt. Das würde denn doch eine Handlungsweise sein, von der die unheilvollsten Folgen auf Rußland selbst zurückfallen würden, wenn früher nicht, so später. Noch wird aus Sofia gemeldet, daß der bulgarische Kriegsminister über 25 Offiziere Arreststrafen verhängte. Aus Belgrad werden Nachrichten über die Reise eines serbischen Abgeordneten nach Sofia wegen Wahl des Königs Milan zum Fürsten von Bulgarien und Abschluß eines Bündnisses für unbegründet erklärt. * England. als Kuror!) prachtvollen Beder Passer und [Der englische Minister des Auswärtigen, Lord Iddesleigh), hat bereits vor etwa 10 Tagen ein Rundschreiben an die Mächte gerichtet, in welchem der Wunsch ausgesprochen wird, daß die Mächte Bulgarien eine moralische Unterstützung gewähren möchten, damit ernste Störungen der Ruhe vermieden würden. Es ist deshalb ein Meinungsaustausch unter den Mächten eingeleitet, bei dem freilich nicht sehr viel herauskommen wird. [Zwischen Paris und London] finden jetzt Verhandlungen über zwischen den englischen und französischen Kanalfischern ausgebrochene Feindseligkeiten statt, welche letzteren bereits zu ausgedehnten Excessen geführt haben. [Militärkrawall.] In Aldershot fand ein ernster militärischer Krawall statt. Es hatten sich etwa 150 Mann eines Füsilierregimentes, das zum Abmarsch nach Südafrika beordert ist, in den Straßen zusammengerottet und verübten viel Unfug. Die Polizei vermochte dem Unwesen nicht zu steuern, Militär wurde zu Hilfe gerusen, dem es gelang, 11 Ruhestörer zu verhaften. Auf beiden Seiten gab es viele Verwundete. * Frankreich. [Präsident Grevy] wird Dienstag in Paris zurückerwartet, während der König von Griechenland heute von Paris nach Athen zurückzuweisen gedenkt.— Die Finanzministerkrisis wird erst nach dem Wiederzusammentritt der Kammern zum Austrag gebracht werden. [Die Streikunruhen in Vierzon] sind zu Ende gekommen. Es wird wieder regelmäßig gearbeitet. [Deutscher verhaftet.] In Lannilis, Bretagne, wurde ein Mann verhaftet, weil er angeblich einen Kompaß und Landkarten bei sich hatte. Natürlich muß es ein spionierender Offizier sein. Da er dem Untersuchungsrichter übergeben ist, kommt es diesmal hoffentlich zum Prozeß und zur Klarheit. [Der chinesische Botschafter Marquis Tseng] hat nunmehr von Marseille aus die Rückreise nach Ostasien angetreten. [In Paris ist der französische General Uhrich], welcher 1870 Straßburg gegen die deutschen Truppen verteidigte, gestorben. * Oesterreich-Ungarn. [Ministerpräsident Graf Taaffe] hatte am Freitag im österreichischen Abegeordnetenhause bestimmt erklärt, daß die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich in keiner Weise bedroht seien. Dazu schreibt das Organ des Auswärtigen Ministeriums,„das Fremdenblatt": Durch seine Erklärungen entzog der Min ster allen jenen Vermutungen die Basis, welche aus einzelnen Momenten der noch ungeklärten Ereignisse im Orient Schlüsse zogen. Mit Rücksicht auf die Erklärung, daß auch in Zukunft keine Aenderung in den Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich=Ungarn zu befürchten ist, darf man auch den kommenden Ereignissen mit gefestigter Ruhe entgegensehen. [Die serbische Gesandtschaft] behauptet, ihr sei von einer aus Pest gemeldeten Verschwörung unter den ungarischen Serben gegen König Milan nichts bekannt. Thatsache ist aber, daß die ungarische Regierung auf einzelnen Bahnstationen Truppen postiert hat. [Zur Zeit tobt auch wieder der Sprachenstreit] recht heftig. Der Unterrichtsminister v. Gautsch, der bisher von den Czechen wegen angeblicher Begünstigungen der Deutschen angegriffen wurde, wird jetzt von deutschösterreichischen Blättern wegen Konzessionen, die er den Czechen gemacht haben soll, attackiert. [Die Cholera] hat in Szegedin etwas zugenommen: 36 Erkrankungen, 19 Todesfälle. gruppierte sich um den Tisch in des Doktors und alles Stube. Nun freute sich jedes auf seine Art! Das Brautpaar war still, aber sehr zufrieden, sie sahen allerliebst zusammen aus. Der Doktor und der Major stießen an, und tranken Brüderschaft. Die Majorin nickte allen mit der Unverdrossenheit einer Pagode zu und weinte Freudenthränen über ihren Sohn und ihre liebe Käthe. Um diese zu trocknen, borgte sie allerdings schluchzend das Tuch von der Dokterin — ihr eigenes war momentan nicht zur Hand. Die Dokterin hätte auch gern geweint, doch unter diesen Umständen ging es nicht und sie mußte sich sehr zusammennehmen. Aber bei der Gelegenheit gelobte sie sich heilig und theuer, das Borgen müßte von nun an seine Grenzen haben, was ihr niemand verdenken wird, der sich in einen ähnlichen Fall versetzen kann. Der Baron fragte alle der Reihe nach, wie es so gekommen wäre, und erzählte kleine, geistreiche Aussprüche seiner Eltern und ihres Chlodwig, wobei er der Bowle tapfer zusprach, und es durchaus nicht übel nahm, als man Fräulein Leontine leben ließ und ihn ein klein wenig neckte. Und an dieser Stelle will ich denjenigen meiner Leserinnen, die sich für Leontine interessieren, unter tiefster Diskretion verraten, daß der Baron ganz ernste Heiratspläne hat— die beiden werden sehr gut für einander passen! Aber es soll noch nicht darüber gesprochen werden!— Ja— nicht zu vergessen, auf Käthes Bitten wurde ein Eilbote zu Fräulein Sabine heraufgeschickt, die zitternd und strahlend in ihrem besten Kleide und ihrer Staatshaube erschien, und die Verlobungsbowle idres Lieblings mit leeren half. Da sitzen sie nun alle vergnügt beisammen— jeder hat, was sein Herz wünscht, freilich mehr oder weniger— in den Gläsern funkelt der Wein und alles ruft:„hoch das Brautpaar!“ Rufst du mit, lieber Leser? Ich hoffe ja! (Ende.) Auflösung des Scherz=Rätsels in vor. Nr.: Nagel am Schuh. Auflösung des Lozogryphs in vor. Nr.: Spaz— Pat— Aß. [Die Anarchistenverhaftungen in Wien] machen dort großes Anfsehen. Die ganze Vorbereitung des Anschlages weist darauf hin, daß derselbe von den narchistenführern im Auslande ausgegangen ist, während die in Wien Verhafteten nur Werkzeuge waren. In der Nacht zum 4. Oktober sollte Wien an vier Stellen in Brand gesetzt und dann Dynamitbomben unter die Menge geschleudert werden. Am Nachmittag vor der Ausführung erfolgte die Verhaftung. [Die Jubelfeier Meran's nahm am Sonnabend abend mit einer leuchtung der Anlagen an beiden Ufern unter sehr starker Beteiligung des Publikums ihren Anfang. Der Statthalter von Tirol, Freiherr von Widmann, ist zu der Feier eingetroffen. [In Brünner Kasernen] wurden czechische Flugschriften eingeschmuggelt, in welchen die czechischen Soldaten aufgefordert werden, niemals deutsch zu sprechen. Das Korpskommando hat strenge Untersuchung angeordnet.— Bei den österreichischen Offiziersprüfungen der EinjährigFreiwilligen fielen viele Kandidaten wegen nicht genügender Kenntnis der deutschen Sprache durch. * Rußland. [Kaiser Alexander] hat den Moskauer Zeitungsherausgeber Katkow, der in Angriffen gegen alle selbständigen Elemente Bulgariens bekanntlich das Höchste leistet und dafür jüngst den Wladimir=Orden zweiter Klasse verliehen erhielt, in Audienz empfangen. * Spanien. [Neues Ministerium.] Die infolge der Begnadigung der Verschwörer in Madrid ausgebrochene Ministerkrisis ist bereits wieder beendet. Präsident Sagasta hat unter seinem Vorsitz ein neues Kabinett gebildet, das folgendermaßen zusammengesetzt ist: Sagasta Präsidium, Moret Auswärtiges, Castillo Inneres, Martinez Justiz, Gal. Castillo Krieg, Arias Marine, Navarra Rodrigo öffentliche Arbeiten, Puigcerver Finanzen, Balaguer Kolonicen. Am Sonntag leistete das Ministerium den Eid. Aus der Provinz und Nachbarschaft. Bielefeld, 11. Okt.[Die Bielefelder Turngemeinde] feiert am kommenden Sonnabend, abends 8½ Uhr in der„Eintracht" das Fest ihres 38jährigen Bestebens. Gleichwie zu den Festen der Vorjahre der Festausschuß als auch jedes Mitglied mit allen Kräften dazu beigetragen hat, dieselben so unterhaltend als möglich zu -gestalten, so hat auch diesmal ein Jeder der Berufenen dafür gewirkt, das Programm des kommenden Festes so reichhaltig und unterhaltend als möglich zu gestalten. Seit Sonnabend hat man die Einladungen ergehen lassen und mit ihnen die Progcamme, deren einzelne Nummern seit längerer Zeit in Vorbereitung sind. Das Programm verheißt für das diesjährige Fest mehrere interessante Teile, die sicher, wie überhaupt das ganze Fest den Beifall der Gäste finden werden. Neben der offiziellen Ansprache wird ein poctischer Festgruß gesprochen werden, der eigens für das Stiftungsfest von einem Mitgliede der Gemeinde verfaßt ist. Auch der Gesangverein hat sich wieder in liebenswürdiger Weise dazu verstanden, einige Lieder vorzutragen, ebenso ist der instrumentale Teil in gerechter Weise berücksichtigt worden. Ein besonderer Teil des Programmes ist das zur Aufführung gelangende Schauturnen, das mehrere Jahre ausgesetzt worden war und von dem man sich großen Erfolg verspricht. Ein anderes Mitglied der Gemeinde, dessen dichterische Begabung längst rühmlichst anerkannt ist, hat ein vieraktiges heiteres Theaterstück verfaßt, und diese Komödie, obgleich sie fast am Schlusse des Programmes steht, wird nicht am wenigsten zur heiteren Unterhaltung beitragen, zumal alle Mitwirkenden mit Lust und Liebe angestrengt auf den Brettern üben. So läßt sich denn nach allen Vorbereitungen ein Fest erwarten, das alles Das bietet, was man nur irgend verlangen kann und zu dem die verehrten Gäste zahlreich und herzlich eingeladen sind. § Bielefeld, 9. Oktbr.[Die hiesige Firma Rob. Küchen] veranstaltete heute aus Veranlassung der Fertigstellung der 250sten Dampfmaschine ihres Etablissements für ihre Arbeiter ein Festessen nebst Ball in dem kleinen Saale des Johannisberges. Die Jubelmaschine ist eine 400pferd. Receiver-Compound= Maschine mit Küchens patentierter Präzisions=Ventilsteuerung und für die Firma I. W. Zanders in Berg.=Gladbach bestimmt, welch letztere drei Stück solcher Maschinen gelegentlich des Umbaues ihrer umfangreichen Fabriken von der Firma Rod. Küchen bezieht. Die Firma I. W. Zanders ließ sich bei Bestellung dieses erklecklichen Auftrages von der Absicht leiten, den gegenwärtigen Kohlenverbrauch auf weniger als die Hälfte zu reduzieren, was mit den neuen von der Firma Rov. Küchen bezogenen Maschinen erfahrungsmäßig erreicht wird.— Wir freuen uns herzlich, daß die hiesige Industrie auch im Dampfmaschinenbau auf der Höhe der Gegenwart steht und in jeder Weise den Anforderungen, die man überhaupt an sie stellen kann, gewachsen ist. Zu bemerken ist noch, daß die Firma Rov. Küchen mit den bisher gelieferten 250 Dampfmaschinen eine Gesamtleistung von zirka 40000 Pferdekraft erreicht hat, welche zum größten Teil in Deutschland, sodann aber auch in Skandinavien und Amerika arbeiten. „'. Bielefeld, 11. Oktbr.(Industrielles.] Anschließend an odige Notiz, welche für die Industrie unserer in gewerblicher Beziehung rühmlichst bekannten Stadt aufs Neue das glänzendste Zeugnis ablegt, wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß auch die im Pianobau wohlaccreditierte Firma Th. Mann u. Co. einen neuen ehrenden Erfolg errungen hat. Die Firma, die bisher nur die Fabrikation von Pianos betrieb, hat sich in letzterer Zeit auf den Bau von Flügeln gelegt und auch hier wie bei den Pianos die höchste Vortrefflichkeit der Instrumente erreicht. Die bereits fertig gestellten Flügel wurden von Kennern mehrfach geprüft, doch lauten alle Urteile gleich günstig. Das Urteil eines der Herren spricht sich folgendermaßen aus: Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, ein solches Instrument zu spielen und war außerordentlich erfreut von der Schönheit des Tones sowohl, welche Kraft mit Klarheit und Weichheit vereint, als auch von der Leichtigkeit und Präcision der Spieltechnik, welche Alles übertrifft, was ich in dieser Beziehung bei den Instrumenten anderer Firmen gefunden habe. Dabei ist die Mechanik außerordentlich zuverlässig, so daß ein Versagen des Tones auch bei wiederholtem Anschlage derselben Taste bis zu vibrierender Schnelligkeit nicht vorkommt. Bielefeld, 11. Okt.[Dengremont=Konzert.] Wie uns mitgeteilt wird, soll am Dannerstag, den 21. d. M., ein Dengremont-Konzert stattfinden, an welchem der gut accreditierte Pianist Paul Eckhoff=Berlin und— möglicherweise— auch die Konzertsängerin Frau Gertrud Kruger(Alt) mitwirken werden. u Mennighüffen, 8. Oktbr.[Verschönerung der Kirche.] Die hiesige Kirche hat innerhalb Jahresfrist nach innen wie nach außen ein recht würdevolles Aussehen erhalten. Das Innere derselben(ausschließlich der Sitzplätze) wurde schon im vorletzten Sommer durch den berühmten Kirchenmaler Hoffmann aus Verl aufs geschmackvollste dekoriert. Diese Arbeit war jedoch bei der seltenen Bauart der Kirche— ohne Gewölbe— keine leichte. Hoffmann hat aber trotz aller Schwierigkeiten die ihm gestellte Aufgabe geschickt zu lösen gewußt. Es würde zu weit führen, die hier angewandte Kunst im einzelnen zu beschreiben. Als ganz besonders schön und kunstgerecht ausgeführt, sei an dieser Stelle nur die Decke und der Altarraum hervorgehoben. Wir finden da eine Harizonie, inbeteeff der Zusammensetzung der Farben, die schöner und edler kaum anderswo angetroffen werden dürfte.— Die Sitzplätze, Treppen u. s. w. sind jüngst von dem Anstreicher Schäffer hier fertiggestellt worden. Diese Arbeit wurde recht solide ausgeführt. Auch das Aeußere der Kirche hat eine entsprechende Aufbesserung erfahren. Die Außenwände sind mit einem dauerhaften Kalkanstrich versehen worden. An den beiden Giebelseiten hat jetzt das Dach einen possend, Vorsprung erdalten. Dieser fehlte bis dahin gänzlich, das Wasser floß bei eintretendem Regenwetter ungestört an den Wänden hernieder. Dieser Uebelstand war besondere an der Ostseite unangenehm, zumal gerade hier oben in d. Giebelwand das Zifferblatt der Uhr angebracht ist. Letzter, war stark beschädigt, ist aber nun in ursprünglicher Schh, heit wieder hergestellt und kann fernerhin der Kirche zu Zierde dienen.% zu * Detmold, 9. Okt.[Schulchronik.] Nebenlehrer Sassenberg in Schötmar ist zum Nedenlehrer in Schlangen, der Nebenlehrer König in Oberwüsten als solcher nach Schötmar und der Nebenlehrer Schäfermeier in Ahmsen in gleicher Eigenschaft an die Schule in Asemissen berusen worden. * Detmold, 9. Ott.(Personalie.] Während der Dauer der Erkrankung des Geheimen Obrr=Regierungs, rat Meyer ist der Geheime Regierungsrat Steneberg hierseldst mit der interimistischen Wahrnehmung der Funktionen des ersten Commissarius generalis und Vorsitzenden des Fürst# Konsistoriums betraut worden. 4es. * Detmold, 9. Okt.[Personalie.] Der ferendar Arnold Berkemeier aus Detmold ist nach bestandenec zweiter Staatsprüfung zum Gerichts=Assessor ei worten. enant § Vlotho, 10. Okt.[Das Interesse für die edle Turnsache] sheint hier jetzt immer mehr wach zu werden, denn in letzterer Zeit hat sich hier eine Anzahl zum Teil junger Leute vereinigt, und unter den Namen„Turrklub zu Vlotho“ noch einen zweiten Turnverein gegründet. Am Freitag abend fand nun im Hotel Delkeskamp die konstituierende Generalversammlung statt, in welcher die, von einer im September ecwählten Kommission ausgearbeiteten Statuten angenommen wurden. Zu Vorstandsmitgliedern wurden gewählt: Fabrikant Saatmann als erster und Knäble als zweiter Vorsitzender; Joachim zum Schriftwart und Günther zum Kassenwart. Von der Wahl eines Turrsowie eines Gerätewarts, wurde vorläufig bis zur Eröffnung der Turnüdungen resp. bis zur Anschaffung der nötigen Turngeräte, Abstand genommen. Dann wurde beschlossen den Turnlehrer Müller in Bielefeld um die nötigen Informationen zu ersuchen, und denselben zu veranlassen, entweder die ersten Uebungen hier persönlich zu leiten, oder aber einigen Mitgliedern, welche nach Bielefeld gesandt werden sollen, daselbst den nötigen ersten Turnunterricht zu erteilen. &# Vlotho, 10. Okt.[Der Kram= und Viehmarkt) findet hierselbst am 18. und 19. Oktober statt. * Minden, 8. Okt.[Frachtermäßigung.] Die hiesige Handelskammer dat, nach dem„Mind.=Lüdb. Krbl.“ auf die vor einiger Zeit an das Königliche Ministerium der öffentlichen Arbeiten gerichtete Petition wegen Ermäßigung der Fracht von Roheisenstein ab Bückeburg und Porta auf den westfälisch=rheinischen Industriebezirk die erfreuliche Mitteilung erhalten, daß die geforderte Frachtermäßigung eingetreten ist. Minden, 10. Okt.[Das fünfzigjährige Amtsjubiläum] des Gymnasial=Elementarlehrers Wilh. Kniebe hierselbst, ist gestern feierlich begangen worden. Vormittags versammelten sich Lehrer, Schüler und Gäste in der Aula zum Festaktus. Nach dem Gesang eines Chorals brachte ein Oderprimaner dem Jubilar die Glückwünsche der Schüler dar, Direktor Dr. Grautoff hielt eine schöne Festansprache, und überreichte ihm den Allerhöchst verliehenen Kronenorden 4. Klasse. Oberbürgermeister Bleek gratulierte im Namen der Stadt und brachte ein Anerkennungsschreiben des Magistrats, v. d. Heyde brachte die Glückwünsche der ehemaligen Schüler dar, welch letztere ihrem ehemaligen Lehrer eine kostbare Uhr verehrten. Die Ehrengabe der Schule bestand in einer beträchtlichen Baarsumme. Nachmittags fand im Theatersaale ein großes Festdiner statt, an welchem sich Vertreter aller Behörden und Korporationen wie zahlreiche Bürger beteitigten. In Vertretung des auf Reise befindlichen Regierungspräsidenten v. Pilgrim brachte Oberregierungsrat v. Schierstedt den Kaisertoast aus Oberlehrer Dr. Bußmann toastete auf den Jubilar, Direktor Dr. Grautoff auf dessen Familie. Bei dem Mahl herrschte die gehobenste Stimmung. Abends veranstaltete die Se einen großen Fackelzug, nach demselben in der Tonhalle eine musikalisch= deklamatorisch=theatralische Abendunterhaltung, welche sich ihrer vorzüglichen Durchführung halber des reichsten Beifalls des überaus zahlreich anwesenden Publikums zu erfreuen hatte. Den Schluß der Judiläumsfeier, welche ohne jegliche Störung verlief, bildete ein Schülerball, oessen Teilnehmer indes keineswegs in ihre Gesamtheit den letzten Jahrgängen der Anstalt beizuzählen, aber immer noch als dankbare Schüler des mehrerwähnten Jubilars zu betrachten sind. * Südfelde, 7. Okt.[Waldbrand.] Gestern nachmittag ertönten in unserem Dorfe die Feuerglocken. Die Bewohner gewahrten, daß ein nahe gelegenes Wäldchen, dem Kolon Kanning zu Stemmer gehörend, brannte. Es ist etwa ½ Morgen durch das Feuer zerstört. * Bückeburg, 8. Okt.[Mit dem 6=Uhr=Zuge ist der Maurer Heine], welcher bekanntlich seine Frau erstochen und der sich wegen eines entzündeten Armes bis heute in der Klinik zu Minden befunden, hier wieder eingetroffen und wurde derselbe auf dem hiesigen Gefangenhause untergebracht. Der linke Unterarm ist, wie die„Mind. Z.“ erfährt, Heine abgenommen. * Werne a. d. Lippe, 8. Okt.[Minister Maybach.] Heute traf zum Besuche seiner hier lebenden unverbeirateten Schwester der Minister der öffentlichen Arbeiten, Maybach hier ein. * Münster, 6. Okt.[Der hiesige Magistrat hatte einen Standesbeamten angestellt, ohne die Stadtverordneten hierüber zu hören und wendete auf entsprechende Vorstellung ein, der Standesbeamte zähle nicht zu den Gemeindebeamten, bei deren Ernennung die vorherige Befragung der Stadtverordneten durch§ 56 der westfälischen Stadteordnung vorgeschrieben sei. Die Königliche Regierung hierselbst hat, nach dem„Westf. Anz.“, indeß auf die Beschwerde der Stadtverordneten entschieden, daß auch bei Anstellung der Standesbeamten die Mitwirkung des StadtverordnetenCollegs erforderlich sei. * Lüdinghausen, 8. Okt.[Ein hiesiger Radfahrer] legte, laut„Lüd. Vksbl“, dieser Tage die Tour von Mainz bis hier in ungefähr anderhalb Tagen zurück. Derselbe fuhr am ersten Tage kurz vor Mittag von Mainz über Bingen, Koblenz bis Remagen(132 Kilometer) und folgenden Tages von Remagen über Bonn, Köln, Düsseldorf, Essen bis hier(178 Kilometer). Die Strecke Remagen=Köln(50 Kilometer) wurde in 3½ Stunden— einschließlich Aufenthalt in 10 Octschaften— abgefahren. Insgesamt hat derselbe in ca. drei Tagen 49) Kilometet (98 Stunden) auf dem Zweirad(52“) zurückgelegt. Das genannte Blatt behauptet, von der Richtigkeit dieser Angabe überzeugt zu sein. * Duisburg, 9. Okt.[Zentralbahnhof.] Die anfänglich auf den 26. Sept. und dann auf morgen, Sonntag den 10. Okt. festgesetzte Betriebseröffnung im Zentralbahnhofe findet wieder nicht statt und zwar aus verschiedenen baulichen Gründen. Man glaubt nun, in acht Tagen fertig werden zu können. Jedenfalls läßt sich der wichtige Tag in Duisburgs Verkehrsleben heute noch immer nicht ganz definitiv bestimmen. * Düsseldorf, 8. Okt.[Der Zusammentritt des Rbeinischen Provinziallandtages] wird, der„Kölnischen Volkszig.“ zusolge, erst am 7. November stattfinden. * Köln, 8. Okt.(Zur Beseitigung des Lehrermangels.] Seitens der Königlichen Regierung wird in Lehrerkreisen darauf aufmerksam gemacht, daß der mangel, besonders an evangelischen Schulen, noch nicht dlgehoben betrachtet sei und die Lehrer werden ersucht, fadigjunge Leute für das Lehrfach zu gewinnen. Bei sollen laut Erlaß des Ministers über die Führung de Präparanden die sorgfältigsten Ermittelungen, galten. werden, um Unwürdige dem Lehrerstande fern zu veutsch * Wesel, 7. lung eines Kind Kreisphysikus Dr. T burg„um sein 18 Mi außergewöhnlich star Das Kind wiegt 50 die eines erwachsenen dem Urteile von ad gesund, mit normal Genährt wurde dersel wir hören, steht di medizinischen Fakult das Kind heute auch * Aachen, 6. die Erben Schli auf Herauszahlung vo gesperrten Staatsgeha und in welchem die vor der ersten Civilko fand ward heute Vodas selbe wird die K abgewiesen. Der Ge Regierung an, daß Minister Falk vom Stiftspropsts auf W leistungen enthalten * Aachen, 4. Jahre 1872 verließ stehenden reitenden Ab nachdem er bereits und floh nach Sera laden eröffnete und Geschäft ging gut un so vieler Jahre vö Grenze, um hier Serging, ebenfalls Fl das blühende Geschäft einen Streit miti Da der Fahnenflüch schien dem Belgier d derden. Er brachte nach Aachen reisen: benachrichtigte den au Schutzmann, daß n Deserteur, dessen Nai treffen würde. Ahnur in Gegenwart des An Kennzeichnung mit he reicht hatte, verhafte führt. Trifft den Strafe für die Fa räterische Streich d# Familie ins Elend werden. * Mainz. 4. heit.] Am Sonnto Journal“, war ein baden, der längere 3 Kommis beschäftigt geworden war, in hiesigen Weinwirtscha Wochen zu dienen un Sonntag war er bef Braut getroffen, gut Schoppen mit ihnen war. Gegen 9 Uhr aufmerksam, daß es Aber der Reservist während die Zeit veo leichten Strafe zu ur gehen, machte er sie seinen Eltern, wo ihn seiner Handlungsweise hier schrieb er Briefe hervorleuchtete, daße Geschehenen, um die Gestern nachmittag zo dem Rhein. Und da Wirtshaus! * Aus dem 9 in unseren Wei hängen!] Würde licheres Wetter läßt si# Beeren nicht denken. eine Qualität erster überall Rosinen geben große Auslesen sich m die ebenfalls quantitat Jahrgänge 1859 und zu sagen jeder Bauer lesen zu machen. Der barkeiten müßte dan Menge entschädigen. nächsten Woche mit Die Güte des„Heuri gegen ist die Quantité * Frankfurt Man beschäftigt sich n Dampffeuerspritze anzi fahrungen zu sammeln, Dr. Knopf und Brau nover, Berlin und He * H a m b u r g, unserer Stadt wird n der Reichspost treten. tober seine Thätigkei „Hamburger Briefbe sollen in den Straßen kasten angebracht werd Zirkulare und Zeitung 2 Pf. befördert werde Eisenbahn, * Vielefeld, Jäger.] Der„Ham für die Fäger werd für die Lug.: werden direktionen Retourbille laut der betreffenden die Besörderung von werden— soweit ged Antritt der Reise auf ausgegeben, von denen für die Rückfahrt Gül Indust: Altena, 7 „Rh. W. Z.“ sa genossenschaftlicher macht worden, da gesetz nunmehr Genossenschaftem: lichen Selbstversic haben. 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November ung des LehrerRegierung wird in b4, daß der Lehrerulen, noch nicht als erden ersucht, fädige * Wesel, 7. Okt.(Ungewöhnliche Entwickelung eines Kindes.] Gestern nachmittag erschien beim Kreisphysikus Dr. Tacke hierselbst ein Elternpaar aus Isselburg„um sein 18 Monate altes Söhnchen, welches k#rperlich außergewöhnlich start entwickelt ist, untersuchen zu lassen. Das Kind wiegt 50 Pfund, hat 72 Ctm. Brustbreite, also die eines erwachsenen Menschen, und ist 99 Cim. groß. Nach dem Urteile von acht Aerzten in der Knabe vollkommen gesund, mit normalem Schädel und bewegt sich ganz frei. Genährt wurde derselbe bisher nur von Mutter nilch. Wie wir hören, steht dieser Fall vereinzelt da und soll einer medizinischen Fakultät mitgeteilt werden, zu welchem Zweck das Kind heute auch photographiert wurde. * Aachen, 6. Okt.[In dem Prozeß, welchen die Erben Schlünkes] ggen den preußischen Fiskus auf Herauszahlung von dem verstorbenen Stiftsprost Schlünkes gesperrten Staatsgehalt von 15 120 Mk. angestrengt hatten, und in welchem die Verhandlung am Dienstag, 28. Septbr., vor der ersten Civilkammer des hiesigen Landgerichts stattfand ward heute Vormittag das Urteil verkündet. Durch das selbe wird die Klage der Erben Schlünkes kostenfällig abgewiesen. Der Gerichtshof nahm mit dem Vertreter der Regierung an, daß in dem Schreiben Schlünkes an den Minister Falk vom 10. März 1878 ein Verzicht des Stiftspropsts auf Wiedererlangung der eingestellten Staatsleistungen enthalten sei. * Aachen, 4. Okt.[Ein Schurkenstreich.] Im Jahre 1872 verließ ein Soldat der damals in Koblenz stehenden reitenden Abteilung des 8. Feld=Artillerie=Regiments, nachdem er bereits acht Monate gedient hatte, die Truppe und floh nach Seraing in Belgien, wo er einen Fleischerladen eröffnete und sich vor kurzem verheiratete. Das Geschäft ging gut und der Ausreißer, der sich nach Verlauf so vieler Jahre völlig sicher glaubte, kam öfter über die Grenze, um hier Einkäufe zu machen. Sein Nachbar in Serging, ebenfalls Fleischer, neidete dem Preußen schon lange das blühende Geschäft; aus Brotneid und weil er vor Jahren einen Streit mit ihm gehabt, wollte er ihm nicht wohl. Da der Fahnenflüchtige sich wieder über die Grenze wagte, schien dem Belgier die Zeit gekommen, den Preußen zu verderden. Er brachte in Erfahrung, daß der Gehaßte gestern nach Aachen reisen wollte, deshalb fuhr er ihm vorauf und benachrichtigte den auf dem rheinischen Bahnhof befindlichen Schutzmann, daß mit dem nächsten Zuge ein preußischer Deserteur, dessen Name und Personbeschreibung er gab, ein treffen würde. Ahnungslos langte der andere an und wurde in Gegenwart des Angebers, der ihm noch nur zur genaueren Kennzeichnung mit heimtückischer Freundlichkeit die Hand gereicht hatte, verhaftet und dem Garnison=Kommando zugeführt. Trifft den Deserteur nun auch nur die gerechte Strafe für die Fahnenflucht, so verdient doch der verräterische Streich des Angebers, der eine bisher glückliche Familie ins Elend gestürzt, aufs schärfste gebrandmarkt zu werden. * Mainz, 4. Oktbr.[Leichtsinn und Feigheit.] Am Sonntag abend, so berichtet das„Mainzer Journal“, war ein junger Mensch namens Fr. aus Wiesbaden, der längere Zeit bei einem hiesigen Eisenhändler als Kommis beschäftigt gewesen und daher ziemlich bekannt geworden war, in der Unisorm der Infanterie in einer hiesigen Weinwirtschaft. Er hatte als Ersatzreservist zehn Wochen zu dienen und die Hälfte war bereits erledigt. Am Sonntag war er besonders guter Laune. Er hatte seine Braut getroffen, gute Freunde gesunden und verschiedene Schoppen mit ihnen geleert, sodaß die Zeit rasch vergangen war. Gegen 9 Uhr machte ihn die Wirtin, die ihn kannte, aufmerksam, daß es Zeit sei, heim zu gehen in die Kaserne. Aber der Reservist blieb in der besten Weinlaune sitzen, während die Zeit verstrich. Jetzt nun, anstatt sich der leichten Strafe zu unterziehen und noch in die Kaserne zu gehen, machte er sich auf den Weg nach Wiesbaden zu seinen Eltern, wo ihm dann am andern Morgen die Folgen seiner Handtungsweise klar geworden sein müssen, denn von hier schrieb er Briefe, u. a. an seine Braut, aus denen hervorleuchtete, daß er den Tod suchen wollte wegen des Geschehenen, um die Strafe nicht auf sich zu nehmen. Gestern nachmittag zog man seine Leiche bei Schierstein aus dem Rhein. Und das alles wegen einer halben Stunde Wirtshaus! * Aus dem Rheingau, 5. Okt.[Schade, daß in unseren Weinbergen so wenig Trauben hängen!] Würde das sonst eine Ernte werden! Herrlicheres Wetter läßt sich für das Ausreifen und Veredeln der Beeren nicht denken. Soviel wir heute sehen können, steht eine Qualität erster Klasse in Sicht. Es wird diesmal überall Rosinen geben, so daß endlich wieder einmal wirklich große Auslesen sich machen lassen werden, Auslesen, wie sie die ebenfalls quantitativ geringen, qualitativ aber eminenten Jahrgänge 1859 und 1861 im Rheingau brachten, wo so zu sagen jeder Bauer in der Lage gewesen, Trockbeeren=Auslesen zu machen. Der hohe Preis für diese seltenen Kostbarkeiten müßte dann einigermaßen für den Ausfall an Menge entschädigen.— In Aßmannshausen wird in der nächsten Woche mit der Lese der roten Trauben begonnen. Die Güte des„Heurigen“ verspricht Ungewöhnliches; dahingegen ist die Quantität auch hier klein. * Frankfurt a. M., 9. Okt.[Dampfspritze.] Man beschäftigt sich mit dem Plane, für unsere Stadt eine Dampffeuerspritze anzuschaffen. Um die hierfür nötigen Erfahrungen zu sammeln, haben, nach der„F. Z.“, Stadtrat Dr. Knopf und Branddirektor Ranft eine Reise nach Haunover, Berlin und Hamburg gemacht. * Hamburg, 8. Okt.[Privatpost.] Auch in unserer Stadt wird nun eine Privatpost in Konkurrenz mit der Reichspost treten. Das Institut, welches am 15. Oktober seine Thätigkeit eröffnen wird, führt den Namen „Hamburger Briefbeförderungsanstalt Hammonia“. Es sollen in den Straßen der Stadt und der Werke 300 Briefkasten angebracht werden. Der Portotarif ist sehr niedrig; Zirkulare und Zeitungen sollen für 1 Pf. und Briefe für 2 Pf. befördert werden. Eisenbahn, Post und Telegraphie. * Vielefeld, 9. Oktbr.[Beachtenswert für Jäger.] Der„Hannov. Cour.“ meldet: Als Erleichterung für die Jäger werden jetzt seitens der königlichen Eisenbahndirektionen Retourbillets für Hunde ausgegeben. Der Wortlaut der betreffenden Bekanntmachung ist folgender: Für die Besörderung von Hunden, welche Jäger mit sich führen, werden— soweit gedruckte Hundebillets aufliegen— bei Antritt der Reise auf Erfordern zwei einfache Hundebillets ausgegeben, von denen das eine für die Hin= das andere für die Rückfahrt Gültigkeit hat. Industrie und Gewerbe. ne At,.,(Selbkversicherung] Der „Nh. W. F.: schreibt man: Auch hier ist in den berufegenossenschaftlichen Verwaltungskreisen die Wahrnehmung gemacht worden, daß, trotzdem das Reichs=Unfallversicherungsgesetz nunmehr fast ein Jahr schon in Wirksamkeit ist, die Genossenschaftsmitglieder von dem Rechte der genossenschaftlichen Selbstversicherung leider noch wenig Gebrauch gemacht baben. Die Selbstversicherung ist aber insbesondere für die kleineren Betriebsunternehmer von größter Wichtigkeit, weil der Inhaber eines kleineren Betriedes in der Werkstatt 2c. direkt mitarbeitet und deshalb ebenso sehr der Gefahr der Verunglückung ausgesetzt ist, wie seine Arbeiter. Dazu kommt, daß für ihn das Bedürfnis einer Sicherstellung gegen derartige Gefahren in der Regel noch ein weit größeres ist, als bei den Arbeitern, weit er felbst meist Ernährer einer Familie ist, was doch keineswegs ebenso häufig von seinen Gehülfen gilt. Es kann daher den kleineren Betriebsunternehmern die Selbstversicherung nicht dringend genug empfohlen werden, damit anch sie der Wohlthaten der sozialen Gesetzgebung teilhaftig werben. In bezug auf die Höhe der Unfallentschädigungen der versicherten Arbeiter darf die Bemessung von 66% pEt. des Arbeitsverdienstes im Falle völliger Erwerbsunfahigkeit nach den gemachten Erfahrungen der Regel nach als eine ausreichende angesehen werden und auch hei teilekeiser Erwerbsunfähigkeit trifft den Verunglückten bezw. bessen Hinterbliebenen unter Umständen kaum eine nennenswerte matcrielle Einbuße. Auch bewährt sich das System dauernder Rente gegenüber einmaligen Abfindungen, wie solche bei den Privatunfallversicherungs=Gesellschaften seither allgemein üblich waren, recht vorteilhaft. Wenn auch mitunter die Auszahlung einer größeren Entschädigungssumme dem Verunglückten voer dessen Hinterbliebenen den Beginn eines kleinen Geschäftes ermöglicht bezw. erleichtert, so würden doch in den weitaus meisten Fällen die Empfänger nicht im Stande sein, eine größere Summe richtig zu verwalten und deshalb in kurzer Zeit verbrauchen, ohne irgend welchen dauernden Nutzen daraus zu ziehen. Gerichtssaal. [Die Revisionsklage,] welche der Vertheidiger der zwölfjährigen Mörderin Schneider in Berlin gegen das Strafurteil im Auftrage der Mutter eingelegt hat, ist vom Landgericht nicht angenommen worden, weil die Verurteilte selbst sich bei dem Urteil beruhigt habe und die Mutter zur Erhebung der Revisionsklage nicht berechtigt sei. Landwirtschaftliches. [Ein neues Verfahren beim Räuchern des Fleisches.] Folgende Mitteilung über ein Räucherverfahren dürfte den Hausfrauen 2c. nicht unwillkommen sein. Das noch warme Fleisch der frisch geschlachteten Tiere wird in einem zuvor bereiteten innigen Gemenge von einem Teile pulverisierten Salpeter in 32 Teilen Kochsalz eingerieben, sodann ringsum mit soviel Kornkleie bestreut, als irgend hängen bleibt. Hierauf wird das Fleisch entweder unmittelbar, oder, nachdem es zuvor in eine einfache Lage Zeitungspapier eingewickelt worden, in den Rauch gehängt. Das so geräucherte Fleisch bekommt ein dem geräucherten Lachse ähnliches Aussehen, schmeckt sehr angenehm und hält sich Jahre lang, ohne zu verderben. Um die geräucherten Fleischwaren beim Anbruch der warmen Jahreszeit vor Fliegen und Würmern zu schützen, verpackt man dieselden mit durchgesiebter trockener Holzasche in eine Kiste, die an einem möglichst trockenen Platze aufgestellt wird. Das Geräucherte hält sich so ganz vortrefflich.(Landw. Annal. d. mecklenb. patr. Ver.) Vermischtes. Berlin, 8. Oktbr.[Zur angeblichen unwürdigen Behandlung Moltkes.] Die in der „Schlesischen Zeitung" und einigen anderen Berliner und Provinzial=Blättern enthaltene, dem„Schweidn. Tgbl.“ entnommene Notiz betreffend eine dem General=Feldmarschall Grafen von Moltke seitens eines jungen Stationsdiätars in Faulbrück widerfahrene„brutale“ Behandlung wird seitens des königlichen Eisenbahn=Betriebsamts BreslauHaltstadt wie folgt berichtigt:„Die sofort angestellte Untersuchung hat ergeben, daß der Herr Feldmarschall vor etwa acht Wochen, nicht vor einigen Tagen, in das Telegraphenbureau des Bahnhofs Fauldrück gekommen ist und dort nach dem Billetschalter gefragt hat. Der anwesende Stationsbeamte hat dem Herrn Feldmarschall den Weg nach dem Schalter angegeben und hat ihm ein Billet II. Klasse nach Gnadenfrei verkauft, nachdem er ihm mitgeteilt, daß Billets I. Klasse, welche wegen der geringen Frequenz zwischen Faulbrück und Gnadenfrei nicht gedruckt sind, nicht ausgegeben würden. Hiermit ist der Sachverhalt erschöpft, der übrige Inhalt der Korrespondenz ist unwahr. Der Feldmarschall hat persönlich bestätigt, daß ihm von unhöflicher Behandlung auf Bahnhof Faulbrück durchaus nichts bekannt sei.“ Darkehmen, 5 Ok.[Elektrische Beleuchtung.] Unser im äußersten Osten Deutschlands gelegenes Städtchen feierte heute die Vollendung einer That, die es mit einem Schlage berühmt macht: de elektrische Beleuchtung der ganzen Stadt, der ersten durchweg elektrisch beleuchteten auf dem Festlande, wurde zum ersten Mal in Betrieb gesetzt. Darkehmen liegt zu beiden Seiten eines Thales, welches die Aegerapp gerissen, und gewährt mit seiner Umgebung den Anblick eines Stückchens ostpreußischen Gebirgslandes inmitten einer großen, aller landschaftlichen Schönheiten baren Ebene Der Quell des landschaftlichen Reizes der Umgebung des Städtchens, die Angerapp, ist auch die Quelle seines neuen Lichtes; in dem starken Gefäll des Flüßchens, welches selbst zur heißen Sommerszeit Wasser in Ueberfluß in seinem Bette hinabführt, besitzt die Stadt eine stetig wirkende Kraft, welche die heutige elektrotechnische Industrie mit Leichtigkeit in Licht umzusetzen im Stande ist, so daß nur die Anlage zu schaffen war, während der Betrieb der Dynamomaschinen der Stadt nichts kostet. Die zur Verwendung kommende Beleuchtungsart ist auf den Straßen Darkehmens Bogenlicht, in den Häusern, deren mehrere bereits an die Leitung angeschlossen sind, Glühlicht; die ganze Einrichtung hat sich aufs Vorzüglichste bewährt. Der erstmalige Betrieb der elektrischen Beleuchtung ging natürlich nicht ohne eine Feierlichkeit vor sich, zu welcher viele Gäste von fern erschienen waren und Minister von Gotzler ein Glückwunschtelegramm gesandt hatte.(Nat.=Ztg.) Halle a. d. S., 9. Okt.[Stadttheater.] Soeben wurde unser neues Stadttheater feierlichst eröffnet. Den Prolog sprach Fräulein Bensberg, gegeben wurde Wallensteins Lager und die Piccolomini. Eine zahlreiche geladene Festgesellschaft aller Stände wohnte der Aufführung an. [Die Berliner Jubiläums=Kunstausstellung] wird Montag den 11. Oktober abends um 8 Uhr geschlossen werden. [Gustav Freytag] hat, der„Koburger Zeitung" zufolge, vom Herzog von Gotha das Prädikat„Geheimrat“ erhalten. [Der Sarg des Königs Ludwigs II. von Bayern] ist nunmehr vollendet. Es ist ein Zinnsarg, in welchem der mit Sammet überkleidete Holzsarg mit der sterblichen Hülle Königs Ludwig II. in der Gruft der St. Michaels=Hofkirche Aufstellung finden soll. Von Feinzinn gefertigt, trägt der Sarg in der Mitte des Deckels auf einem Kissen die Königskrone, während an der Stirnseite sich das bayerische Wappen in ornamentaler Umrahmung anlehnt, darunter in erhabener Schrift:„Ludwig II. König von Bayern. Gevoren 25. August 1845, gestorben 13. Juni 1886.“ Zwei Urnen mit emporzüngelnden Flammen befinden sich an den beiden Langseiten. Der Sarkophag hat eine Länge, von 2,74, eine Breite von 1,19 Metern und ein Gewicht von 20 Zentnern. In allen seinen Teilen oxidiert macht derselbe einen ernsten würdigen Eindruck. [Die Wunde des Oberförsters Müller] bei dem Kaltenbrunner Jagdunglück stellte sich als eine Zerschmetterung des Oberschenkels heraus ohne Verletzung der großen Blutgefäße. Die Heilung ist voraussichtlich langwierig. Zugkollision.] Auf dem Bahnhof in Schleswig sind ein Güterzug, ein Extra=Viehzug, der erstere von zwei Maschinen gezogen, zusammengestoßen. Alle drei Maschinen entgleisten. 12 Wagen sind beschädigt, 4 davon erheblich. Vieh ist nicht verletzt. Getödtei ist der Bremser Schwieger vom Güterzug. Paris, 8. Okt.(Eine Feuersbrunst] äscherte heute in Bapaume bei Rouen eine große Baumvollspinnerei ein, woducch 250 Arbeiter brotlos wunden. Litterarisches. Im Verlage von W. Valett und Comp. Bremen, ist soeben die Winterausgabe von F Wilhelm's TaschenFahyplan erschienen. Detselbe ist abermals durch Angabe einer Reihe wichtiger Anschlüsse im Texte wesentlich vermebit und verbessert. Ferner wurden die wichtigsten curopiischen„Rauten: Kopenbazen Stockholm und WienBudapest, Bukarest=Konstantinopel,— neu aufgenommen. An Neueröffnungen fanden statt: Braunschweig=Derneburg, Graslitz=Klingenthal, Trachenberg=Herrnstadt, Dahme=Uckco, Sonneberg=Laucha, Simonsdorf=Tiegenhof, Heide=Lunden und Bielefeld=Osnabrück. Somit sei dies bequemste und kleinste aller Koursbücher wiederum dem Reisenden wie dem nicht Reisenden zur Orientierung bestens empfohlen. Viehmärkte. * Petershagen, 7. Okt.[Der heutige Kramund Viehmarkt] war infolge des günstigen Herbstwetters sehr zahlreich besucht, jedoch war der Handel ein flauer zu nennen. Rindvieh war, dem„Mind.=Lüdb. Krdl.“ zufolge, nur wenig, Schweine dagegen sehr viel angetrieben, und kosteten 6—8 Wochen=Ferkel 12—18 Mark, jähriges sowie älteres Borstenvieh war entsprechend billiger. Rindvieh war billig, wie nie zuvor. • H a n d e l s n a c h r i c h t e n. [3½=proz. bayrische Staatspapiere.] Wie die„Allgem. Ztg.“ meldet, beabsichtigt die bayerische Regierung demnächst 3½=prozentige Staatspapiere auszugeben. Dieselben Gelder sollen besonders zu Bahndauten vernendet werden. Staatspapiere. Deutsche Reichsanleihe 106,60 Preuß. Consols 3 1/% 103,75 Berl. 3 ½/% Stadt=Obl. 102, 80 Hamburg. Rente 3 ½% 101,90 Lospapiere. Rh.=Westf. Rentbr. 4% 104,10 Westf. Pfandbriefe 4%—.— Oesterr. Silberr. 4 1/% 69,30 Russisch. Anleihe v. 1877 101,10 Bad. Präm.=Anl. 1867 138,— Bayr. Präm.=Anl. 4% 138.40 Braunschw. 20 Rth.=Lose 96.90 Köln=M. Pr.=Al. 3 1/2% 132,75 Goth. Präm.=Pfbr. 1. E. 108,40 Hamburg. 50 Rth.=Lose 198,50 Kurhessische 40Rth.=Lose 298,50 Meinig. 7=Gulden=Lose 24,10 Preuß. 3 1/2% Pr.=Anl. 149,50 Russ. Präm.=Anl. 1864 146,— Rhein.=Westf. Industrie=Gesellschaften. Bochum. Bergw.=Ges. Bochum. Gußstf 102.— Dortm. Union St.=Pr. 46,40 Gelsenkirchener Bergw. 105,40 Hibernia....... 95.— Hörd.B.=u.Hütten.Ver. 22,— Luise Tiefbau...... 32.— Mechan. Weberei(Köln) 174,— Phönix, Berg. u. H. Lit.A. 68.50 Westf. Drahtind.=Ver. 70.— Bank= und Kreditbank=Aktien. Barmer Bankverein. 99,—sLeipz. Kreditanstalt.. 173.50 Berg.=Märk. Bank. 116,25 Bremer Bank....—.— Deusche Genossenschftsb. 133,— Dortmd. Bankverein.—.— Essener Kredit=Anstalt 103.— Hannoversche Bank.. 118,25 Niedersächs. Bank 103,90 Norddeutsche Bank.149,90 Oldend. Spar=u.Leihb. 149,— Osnabrücker Bank..128.— Reichsbank(3% Disc.) 138,50 Schaffh. Bankverein. 87,10 Hypotheken=Certifikate. Brusch.=Han.Hypbr. 4% 101, 80 Deutsche Hypothekb. 4% 102,40 Goth. III.rzb. 110 3½% 98.— Hamb.Hyp.rzb. 100 4%103.— Pr. B.C. 5% unk. rz. 110 112,25 „ B. Cr. 4% rz. 100 101,90 „C.=B.C. 4%rz. 100 102,70 Stett.N=Hp. 4%rz. 100 101.— Inländische Eisenbahn=Prioritäten. Berg.=Märk. 4 1/%,—.— Köln.=M. Lit. A. 4 1/% 103,25 3 1/% Lit. A. u. B. 101,75 Rhein. 4 1½2% 3. Em. 103.25 3 ½/% Lit. C... 101,75Oberschl. 4 1/% Ltr. F.—.— Geldsorten und Banknoten. Livre=Sterling 20=Frank-Stucke Gold=Dollars Holländische„ Petroleum.... Schmalz Wilcox Fairbank„ 20,32 16,14 4,17,5 167,— Englische„ 20,39,5 Französisch. Banknoten 80,75 Oesterr. Banknsten.. 162,85 New=York, 9. Oktbr. 6%4 Speck 7% 6,40 Roter Winterweizen. 0,83% 6,40 Mais(ord. mixed). 0,45½ Telegraphischer Kursbericht, mitgeteilt von der Berliner Wechselbank, Herm. Friedländer& Sommerfeld, Hofbankiers, Berlin NW, U. d. Linden 45. 83 Bielefeld, 11. Okt:[Der am Samstag abgehaltene Wochenmarkt] welchem eine große Anzahl Wagen und Karren, beladen mit allerlei Feld= und Gartenfrüchten,„Fleisch, Fisch, Geflügel; Wildpret und sonstige Produkte zugeführt waren erfreute sich bei schönem Wetter eines regen Besuchs, denn Käufer und Verkäufer zählten nach Tausenden. An Kartoffeln waren außer kleinen Partieen 32 Fuder angefahren, die Tonne kostete à 150 Pfd. durchschnittlich 3 M. Mäusekartoffeln, welche nur in geringen Quantitäten vertreten waren, kosteten 3 M. 50 Pf. 100 Pfd. Steckrüben 1 M. 25 Pf. und weiße Rüben 3 M. 10 Pf. Wurzeln erhielt man für 10 Pf. 3 Pfd. und für Rotebeeten zahlte man für 5 Stück mittlerer Größe ebenfalls 10 Pf. Große Gurken kamen auf 7—10 Pf. pro Stück. 100 Pfd. Zwiebeln wurden mit 3 M. 50 Pf. und das Kilo mit 10 Pf. bezahlt. Blumenkohl wurde je nach der Größe mit 10- 50 Pf. bezahlt, Kumst, Wirsing und Rotkohl kaufte man für 5—15 den Kopf. Kohlrabi kam auf 3 und Sellerie die Knolle auf 5 Pf. Melonen im Gewicht von 17 Kilo wurden für 50 Pf. abgegeben. Sonstige Bedürfnisse für die Küche waren reichlich und zu billigen Preisen vorhanden. Aepfel waren ebenfalls in großen Massen zum Verkauf gestellt, es kamen Paradies=Aepfel auf 6—7 M. Rainetten, Tiefenblüten und Haferäpfel auf 6 M. und Borsdorfer auf 4—6 M. pro 100 Pfd. Für gewöhnliche Kochäpfel gestalteten sich die Preise entsprechend billiger. Birnen kosteten 100 Psd. 7 M. 50 Pf. und das Kilo 20 Pf. Pflaumen deren Ernte reichlich ausgefallen ist kamen gewöhnlich auf 3, und Katharinen=Pflaumen auf 10 Pf. pro Pfd. Der Fleischmarkt war mit 40 Verkaufsbuden besetzt, in welchen größtenteils nur Fleisch bester Qualität feilgeboten wurde. Das Pfd Rindfleisch kostete 60, Schweinefleisch 60, Hammelfleisch 60, Kalbfleisch 55 und geräucherter Speck 70 Pf. Geschlachtete Gänse, welche aber nicht zur besten Qualitat gerechnet werden konnten, waren 30 Stück vordanden, man erhielt für 3 M. 5 Pfd. Fette Hühner kamen auf 1 M. 20 Pf. junge Hähnchen auf 50—60 Pf. pro Stück. Tauben wurde das Paar für 60 Pf abgegeben. Hasen wurden bis zu 3 M. 25 Pf. und Feldhühner mit 30 Pf. das Stück verkauft. Aus Emden wurden Fische für 30 Pf. das Kilo verkauft. Das Pfd. Butter kostete 1 M. und Eier erhielt man 8—9 Stück für 30 Pf. An Heu und Stroh waren 6 Wagen angefahren. Der Centner kam von ersteren auf 3 M. von letzteren 2 M. 60 Pf. Detmold, 9. Okt. Weizen 7,80 M., Roggen 6,75 M., Mengekorn 7,00 M., Hafer 6.00 M., Heu 2.40 M., Streh 2,00 M., Kartoffeln 2,20 Mt., alles pr. 50 Kilo, Rindfleisch, bestes, 1,10 M., Kalbfleisch, bestes, 1,00 M., Hammelfleisch 1,10 M., Schweinefleisch 1,20 M., Speck, geräuchert, 1,10 M., Butter 1,70 M., alles pr. 1 Kilo, Eier 9 Sick. 60 Pfg., Kartoffeln(Mäuse) pr. Metze—.25 M., Rüben pr. Metze—.25 M., Wurzeln pr. Metze—.25 M., Aepfel pr. Metze—,35 M., Wirsing pr. Sick.—,12 M., Weißkohl pr. Stück—,10 M., Rotkohl pr. Stück—,20 M., Zwiebeln pr. 25 Psd. 1,— M, Zwetschen pr. Metze—.20 M. Paderborn, 9. Okt. 100 Kilo Roggen Mk. 12,60 bis 14,50, Weizen Mk. 14,50—16,70, Gerste Mk. 13,00 bis 15,60, Hafer Mk. 10,20—11,60, Erdsen 22,00—25,00 Mt., Bohnen 22,00—24,00 Mk., Linsen 31,00—33,00 Mk., Kartoffeln 4,00—4,60 Mk., Stroh 3,40—4,40 Mk., Heu 4,00—4,85 Mk., ½/ Kilo Rindfleisch 0,45—0,60 Mk., Schweinefleisch 0,55—0,60 Mk., Kalbfleisch 0,40—0,55 Mk., Hammelfleisch 0,50—0,60 Mk., Speck 0,70—0,75 Mk., Butter 0,90—1,00 Mk., Schock Eier 3,00 bis 3,60 Mk. Osnabrück, 9. Oktbr. Weizen 15,30—16,30 Mk. Roggen 12,50—13,30 Mk., Gerste 11,50—13,50 Mk., Haser 11,50—12,50 M., Alles pr. 100 Kilogramm. Münster, 9. Okt. Weizen 17,50 M., Roggen 15,00 M. Gerste 19,00 M., Hafer 14,50 M., Buchweizen 18,00 M., Kartoffeln 7,00 M., Heu 6,00 M., Stroh 5,00 M., gelbe Erbsen 27,50 M., weiße Bohnen 28,00 M., Rindfleisch 1,20 M., Schweinefleisch 1,20 M., Kalbfleisch 1,20 M., Hammelfleisch 1,20 M., Sxeck(geräuchert) 1,50 M., Eßbutter 2,00 M., alles pro 100 resp. 1 Kg., Eier, 60 Stück 3,00 M. Köln, 9. Okt. Getreide geschäftslos.— Rüböl loco mit Faß 22.70, pr. Oktbr. 22,60. Neuß, 9. Okt. Weizen 15,80—17,20 M., Roggen 13,00 bis 14.01 M., Gerste—.— M., Hafer 15,00 M., Rüvöl per 100 Klar. 45,00 M., gereinigtes Oel 48,00 M. Hamburg, 9 Okt. Kaffee ruhig. Heutiger Umsat 2000. Rio reell ordinary 49 Pfg., Santos good average 50 Pfg. Bremen, 9. Okt. Taback. Umsatz 65 Faß Kentucky. Bremen, 9. Okt. Schmalz, Wilcox, 31 Pfg. Hamburg, 9. Okt. Schmalz, Wilcox, 31¼ Pfg. Bremen, 9 Okt. Petroleum, raff. Stanoard white. Schwach. Loco 6 M. 30 Pfg. Br. Hamburg, 9. Okt. Rübsl still, loco 40½ Br.—, Leintl matt, loco 43 Br.— Petroleum matt, loco 6,40 Br., 6,30 G., pr. Oktbr.— Br., 6,25 G., pr. Nov.=Dez. — Br., 6,35 G. Antwerpen, 9. Okt. Petroleum ruhig. Raffin. Tope weiß loco 15° bez. u. Br., pr. Oktbr. 15¼ Br., pr. Okt.=Dezbr. 15% Br., pr. Jan.=März 16 Br. Hamburg, 9 Okt. Spiritus geschäftslos, pr. Okt. 26¼ Br., pr. Novbr.=Dezhr. 26½ Br., pr. April=Mai 26 Br., pr. Mai=Juni 26° Br. Hamburg, 9. Okt. Getreide in loco. Weizen still, Roggen still, Hafer ruhig, Gerste ruhig. Amsterdam, 9. Okt. Weizen pr. Mai 213.— Roggen pr. Okt. 117, pr. März 125. Bielefeld, 11. Oktober. Vorgestern abend feierte eine kleine Gesellschaft den Geburtstag des Kaufmanns X., als einer der Gäste des traurigen Schicksals der Familie R. gedachte. Alsbald ward eine Sammlung veranstaltet, welche an bar 5 Mark und die Verpflichtung zur Lieferung von einem Pfunde Kaffee, einem Brode und einer Partie Brennholz ergab. Mit Hülfe der„lustigen Sieben“ wurden noch 3 Mark ausgeknobelt und Bäckermeister K. übernahm die Besergung des ganzen Ertrags an die Witwe R. Ich teile dies in der Hoffnung mit, daß der Vorgang Nachahmung findet. S. Familien=Nachrichten. (Von unseren Abonnenten uns zugehende, erkennbar beglaubigte Familien= Nachrichten finden in dieser Rubrik Aufnahme.) Verlobt: Frl. Pauline Schön mit Herrn Friedrich Vogt(Dortmund). Frl. Ida Krogmann(Essen i. O.) mit Herrn Fritz Urban(Warburg). Frl. Catharina Mülder (Emsdetten) mit Herrn Bernhard Schründer(Greven). Gestorben: Frau Auguste Ballbracht geb. Drenkert, 27 J.(Dortmund). Herr W. Diederich, 60 J.(Ehrentrup). Herr Gottlieb Engeler, 80 J(Hagen b Lise). Meteorologische Beobachtungen. Bielefeld, 11. Oktober. Niedrigst. Stand der Thermometers während der Nacht+ 7°C Stand des Thermometers um 12 Uhr mittags.+10° C. Barometer:. 752 mm Eine tiefe Depression liegt über England. Dieselbe entsendete einen Ausläufer nach dem westlichen Deutschland, wo gestern und heute viel Regen gefallen ist. Das Barometer ist wieder ein wenig gestiegen, doch wird das unbeständige feuchte Wetter noch anbalten. Neueste Nachrichten. Berlin, 9. Okt. Seit einigen Tagen wohnt hier, wie der„Frankf. Ztg.“ gemeldet wird, im Centralhotel im strengen Inkognito der jüngste Sohn des Kaisers von Rußland, Großfürst Michael Alexandrowitsch, ein achtjähriger Knabe und zwar zum Zwecke einer ärztlichen Konsultation. Eisenach, Sonntag, 10. Okt.(Telegramm.) Der deutsche Schriftstellertag, zu welchem bisher gegen 150 Teilnehmer eingetroffen sind, wurde heute vormittag durch den Sekretär Brasch eröffnet. Seitens der Regierung begrüßte Bezirksdirektor v. Beust, seitens der Stadt Oberbürgermeister Eucker die Versammlung. Robert Keil dankte namens des Vorstandes. Im Verlaufe der Verhandlungen wurde die Fusion des Schriftsteller=Verbandes und Schriftstellervereins einstimmig mit 182 Stimmen beschlossen. Braunschweig, 9. Oktbr. Der Kaiser nahm, der „K. Ztg.“ zufolge, endgültig die Einladung des Regenten zu den Blankenburger Hofjagden an, welche voraussichtlich Ende Oktober stattfinden. Kopenhagen, Sonnabend, 9. Okt.(Telegramm.) Heute abend fand im völlig ausverkauften Casinotheater das erste Konzert der Frau Pauline Lucca unter Mitwirkung der Hofpianistin Frau Anna Großer statt. Der König, der Kronprinz, die Kronprinzessin, sowie die übrigen Mitglieder der königlichen Familie waren anwesend. Beide Künstlerinnen fanden stürmischen Beifall und mußten mehrere Piecen zugeben. Triest, Sonntag, 10. Okt.(Telegramm.) Cholerabericht. 8 Erkrankungen, 1 Todesfall. Sosia, 9. Oktbr. In einer gestern hier abgehaltenen Wähler=Versammlung wurde von der Regierungspartei vorgeschlagen, als ersten Kandidaten Sofia's Stambulow wegen seiner großen Verdienste um die Erhaltung der Ordnung aufzustellen; ferner wurden aufgestellt Radoslawow, der Unterrichtsminister Iwantchew, Dr. Wultschew und Slaweikow. Der Bürgermeister von Sofia beantragte, daß auch Bauern die Hauptstadt vertreten müßten. Da schlugen einige Karawelow vor, allein dieser Antrag stieß auf die größte Opposition. Endlich wurde die Liste der Regierung mit großer Majorität angenommen.(F. Ztg.) Sosia, 9. Okt. In einer soeben erschienenen Broschüre spricht Karawelow seine russen=freundliche Gesinnung offen aus.— Die bulgarische Regierung sendet eine Deputation, bestehend aus Overst Filow und zwei Hauptleuten, an den König von Rumänien zur Begrüßung, da derselbe in den Mansvern bis an die bulgarische Grenze kommt.— Ich erfahre soeben aus bester Quelle, daß General Kaulbars, bevor er nach Petersburg geht, noch einmal nach Sofia zurückkehrt. Man fürchtet für morgen Tumulte, weil Karawelow doch großen Anhang unter den hiesigen Kaufleuten hat und viele Bauern von der russischen Agentur bestochen sind, zu den Wahlen in die Stadt zu kommen. Militärische Vorkehrungen sind getroffen worden, so telegraphiert man der„Frankf. Zig.“ 15 Bekanntmachung. M. ab wird die Abfuhr des Straßenkehrichts und der Hausabfälle durch einen von der Stadt beauftragten und bezahlten Unternehmer geschehen. Die Fuhrleute sind nicht berechtigt, von den Bürgern irgendwelche Vergütung zu erheben Die Abjuhr geschieht auf sämtlichen Straßen im innern Stadtbezirk, welcher am Schluß des§ 3 der Straßen= und Wegeordnung bezeichne! is:.„ Der Unternehmer hat an den 3 Kehrtagen den vor jedem Grund dichten Haufen zusammengesegten Unrat, er bestehe aus bloßen Kehricht oder zerbrochenen Geschirren und dergl., ferner die Haus= und henabfälle und die Asche, welche gesammelt und an die Straßen gestellt werden, zu den festgesetzten Zeiten sortzufahren. Zur Fortschaffung des Bauschutt.s, des Abtritt= und Stalldungers, der Abfälle aus Fabriken und Färvereien ist der Unternehmer nicht verpflichtet. Die Hausabfälle müssen in dichten und nicht zu großen Gefäßen die Straße gestellt werden. Die Abfuhr geschieht im Winter 9. Uhx, im Sommer von 8 Uhr morgens, an den Tagen vor Sonn. geiertagen von 3 bezw. 5 Uhr nachmittags ab. Die Annäherung des Wagens wird durch eine Schelle angezeigt, damit die Abfälle rechtzeitig herbeigebracht und bereitgestellt werden können. Indem wir auf eine diese Angelegenheit betreffende Polizeiverordnung vom heutigen Tage aufmerksam machen, ersuchen wir die Bürgerschaft, von der für die Ordnung und Reinhaltung unserer Stadt so wichtigen Einrichtung regelmäßig Gebrauch zu machen und den Unternehmer in der Ausführung seines Geschäfts thunlichst zu unterstützen. Bielefeld, den 6. Oktober 1886. Der Magistrat Bunnemann. Auf Grund der§§ 5 und 6 des Gesetzes über die PolizeiVerwaltung vom 11. März 1850 und unter Hinweis auf die Strafbestimmung im§ 366 Nr. 10 des Strafgesetzbuches wird nach Anhörung des Magistrats für den Stadtbezirk Bielefeld folgende erlassen. Polizei=Verordnung S 1. An denjenigen Tagen, auf welche ein Sonn= oder Feiertag folgt, muß die Straßenreinigung während der Monate Oktober bis März zwischen 1 und 3 Uhr und während der Monate April bis September zwischen 3 und 5 Uhr erfolgen. S 2. Der ...E.:„Straßenkehricht ist, soweit derselbe nicht sofort beseitigt wird, in dichten Haufen derart zusammen zu segen, daß der Verkehr auf den Straßen dadurch möglichst wenig behindert wird. Die Hausabfälle, welche an die von der Stadt gestellten Abfuhr. Wagen abgegeben werden sollen, müssen bei Annäherung des Wagens in Gefäßen vor die Hausthür gestellt werden. Diese Gefäße mussen dicht gefugt und dürfen nur so groß sein, daß ein Mann sie im gefüllten Zustande auf die Höhe des Wagens heben kann. Die Gefäße müssen nach Anordnung der Polizeibehörde entweder unmittelbar den Häusern oder in den Rinnsteinen so aufgestellt werden, daß sie an den Verkehr möglichst wenig hemmen und alsbald nach der Entleerung von der Straße wieder entfernt werden. § 3. Straßenkehricht und Hausabfälle, welche an die Abfuhrwagen nicht abgegeben werden, dürfen im inneren Stadtbezirk(Art. 1§ 3 der Polizeiverordnung vom 14. März 1882) nur in Dünger= oder Müllgruben gelagert werden, welche undurchlässig und dicht abgedeckt, auch, sofern sie zur Aufnahme von Asche dienen, feuersicher hergestellt. § 4. Die entgegenstehenden Bestimmungen der Polizeiverordnung vom 14. März 1882 werden hierdurch aufgehoben. wird gleichzeitig bekannt gemacht, daß die Mannschaften während des ganzen Tages, zu welchem sie zur Kontroll=Versammlung einberufen sind, unter den Kriegsartikeln stehen. Bei Vermeidung von Strafe sind sämtliche Pässe und Führungsatteste mitzubringen. Bielefeld, den 7. Oktober 1886. Königliches Bezirks-Kommando. Bielefeld, den 6. Oktober 1886. Die Polizeiverwaltung Bunnemann. Bekanntmachungen für den Stadt= und Landkreis Bielefeld. Bielefeld, den 8. Oktober 1886. Der Wärter des alten Friedhofs wohnt wegen baulicher Aenderungen in der Dienstwohnung bis zum 1. November d. J. nicht auf dem Friedhofe. Aufträge und ag m 1. November d. J. nicht auf dem Friedbofe, Aufträge,. 105 Besteuungen an denselben werden bis dahin bei der Friedhofs=Kasse, Zimmer Nr. 2 des Rathauses, entgegen genommen. Der Magistrat. Dunnemann. Bekanntmachung. Die diesjährigen Herbstkontrollversammlungen im Bezirke des 2. Bataillons(Bielefeld) 2. Westfälischen Landwehr=Regiments Nr. 15 finden in folgender Weise statt: 1. Ko: zagnie(Stadtkreis Bielefeld). 1. Am 3. November cr., vormittags 9 Uhr, auf dem Kesselbrinke zu Bielefeld für diejenigen Mannschaften, die in der Zeit vom 1. April 1874 bis 30. September 1874 und für die in den Jahren 1879 und 1880 Eingetretenen aus Stadt und Feldmark Bielefeld. 2. Am 3. November cr., vormittags 11 Uhr, ebendaselbst für die in Jahren 1881 und 1882 Eingetretenen aus Stadt und Feldmark Bielefeld. 3. Am 4. November cr., vormittags 9 Uhr, ebendaselbst für die in den Jahren 1883 und später Eingetretenen aus Stadt und Feldmark Bielefeld. 2. Kompagnie(Landkreis Bielefeld). 1. Am 4. November cr., vormittags 8 Uhr, an der Schule zu Vilsendorf für sämtliche Mannschaften des Amts Schildesche=Jöllenbeck. 2. Am 4. November cr., nachmittags 3 Uhr, an der Chaussee von Bielefeld nach Werther, da wo der Weg nach Babenhausen abgeht, für sämtliche Mannschaften des Amtes Dornberg. 3. Am 11. November cr., vormittags 9 Uhr, auf dem Schulhofe zu Brock bei dem Kupferhammer für sämtliche Mannschaften aus den Aemtern Gadderbaum und Brackwede mit Ausschluß der Gemeinde Ummeln und des Amtes Isselhorst. 4. Am 11. November cr., mittags 12 Uhr, an der Chaussee nach Gütersloh bei Upmann für sämtliche Mannschaften des Amtes Isselhorst und der Gemeinde Ummeln. 5. Am 12. November cr., vormittags 10 Uhr, bei Kolon Obermeier in Oldentrup für sämtliche Mannschaften des Amtes Heepen. 3. Kompagnie(Halle i. W.). Am 5. November cr., vormittags 9 Uhr, bei Haus Werther für 1. 2. 3. sämtliche Mannschaften der Stadt und des Amtes Werther. Am 5. November cr., nachmittags 3 Uhr, in Künsebeck bei Kolon Künsemöller auf dem Wege nach Gartnisch für sämtliche Mannschaften der Stadt und des Amts Halle i. W. mit Ausschluß der Gemeinde Hesseln. Am 6. November cr., vormittags 10 Uhr, bei Wirt Niederlüke in Bödinghausen für sämtliche Mannschaften der Stadt und des Amts Borgholzhausen und der Gemeinde Hesseln. 4. Am 6. November cr., nachmittags 3 Uhr, an der Kirche zu Versmold für sämtliche Mannschaften der Stadt und des Amts Versmold. 4. Kompagnie(Wiedenbrück). 1. Am 8. November er., vormittags 8“: Uhr, am Thesing'schen Meierhofe bei Gütersloh für sämtliche Mannschaften der Stadt Gütersloh. 2. Am 8. November cr., vormittags 9 ½ Uhr, ebendaselbst für sämtliche Mannschaften des Amts Gütersloh und die Gemeinden Friedrichsdorf und Avenwedde. im s. November cr., nachmittags 3 Uhr, an der Kapelle Herzebrock für sämtliche Mannschaften des Amts Herzebrock. 4. Am 9. November cr., vormittags 9 Uhr, auf dem Amtshofe zu Wiedenbrück für sämtliche Mannschaften der Stadt und Feldmark Wiedenbrück, Bürgermeisterei Rheda und Gemeinde Lintel. er., nachmittags 8 Uhr, auf der Chaussee nach Mennschasten Ddrgu d Vemeinde Selhorst für sämtliche Amtes Reckenberg(außer den Gemeinden Friedrichsdorf, Avenwedde und Lintel). 5. Am 10. November cr., vormittags 9½ Uhr, in Rietberg auf dem 7. Stadtwalle— Platz an der Friedenseiche— für sämtliche Mannschaften der Stadt und des Amts Rietberg. Am 10. November er., mittags 12 Uhr, am Amtshause zu Verl für sämtliche Mannschaften des Amtes Verl. 5. Kompagnie(Bünde). Am 2. November cr., vormittags 11 Uhr, an der Schule zu Bischofsbagen für sämtliche Mannschaften des Amtes Gohseld. Am 2. November er., nachmittags 3 Uhr. auf dem Heuerlings3. theile bei Häver für sämtliche Mannschaften des Amtes Mennig hüffen. Am 2. November cr., vormittags 8% Uhr, bei Wirt Becker an der alten Windmühle bei Ennigloh für die in der Zeit vom 1. April 1874 bis 30. September 1874 und die in den Jahren 1879, 1889 und 188! Eingetretenen aus dem Amte BündeRödinghausen 4. Am 3. November cr., vormittags 9½ Uhr, ebendaselbst für die in den Jahren 1882 und später Eingetretenen aus dem Amte Bunde=Rödinghausen. 5. Am 3. November cr., nachmittags 3 Uhr, auf der Chaussee von Enger nach Melle— 2 Kilometer von Enger entfernt— da wo der Weg von Siele in die Chaussee einmündet, für die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1874 und die in den Jahren 1879, 1880 und 1881 Eingetretenen aus den Aemtern Enger und Spenge. 6. Am 3. November cr., nachmittags 4 Uhr, ebendaselbst für die in den Jahren 1882 und später Eingetretenen aus den Aemtern Enger und Spenge. 6. Kompagnie(Herford). Am 2. November cr., vormittags 9 Uhr, auf dem Lübberbruche zu Herford für sämtliche Mannschaften der Stadt und Feldmark Herford und Stift Berg. Am 2. Norember cr., vormittags 11 Uhr, ebendaselbst für sämtliche Mannschaften der Aemter Herford=Hiddenhausen. 3. Am 3. November cr., vormittags 8 Uhr, auf dem Kirchplatze zu Vlotho für sämtliche Mannschaften der Stadt und des Amtes Vlotho. Zu diesen Kontrollversammlungen haben zu erscheinen, die in der Zeit vom 1. April 1874 bis 30. September 1874 Eingetretenen und die Jahrgänge 1879 bis inkl. 1886, sowie alle Dispositions= urlauter und die zur Disposition der Ersatz=Behörden wegen Dienstuntauglichkeit oder auf Reklamation entlassen sind. Von dem Erscheinen ist allein die Ersatz=Reserve I. Klasse ausgeschlossen. Wer ohne vorherige Dispensation oder ungenügende Entschuldigung fehlt oder zu spät kommt, oder sich nicht auf dem richtigen Appellplatze befindet, hat die gesetzliche Strafe zu erwarten. Gesetzlich begründete Dispensationsgesuche müssen dem betreffenden BezirksFeldwebel bis spätestens 3 Tage vor den Kontrollversammlungen vorgelegt werden, widrigenfalls keine Berücksichtigung stattfindet. 1. 2. der Lieferung von Pflastersteinen und Chaussierungsmaterial, Anschlag 1650 M., Herstellung von Reihenpflaster nebst Chaussierung, Anschlag 860 M., getrennt für den Abfuhrweg und die Vi hrampe auf dem Bahnhof Herford— Arbeiten zur Verlegung der Viehrampe daselbst, Anschlog 1600 M.— am 20. Oktober 1886 vormittags 10 Uhr im Büreau der unterzeichreten Bau=Inspektion. Zeichnungen und Bedingungen können daselbst eingesehen, letztere auch gegen freie Einsendung von 1,0 M. bezogen werden.(3752 M A tigen : Dor Lehrbuch des gesamten Rechnens nach der neuen Schnellrechenmethode. = Zum Selbstunterricht für jeden, der sich zum tüch, Rechner ausbilden will.= Zehnte Auflage. Preis 3 M., geb. Verlag von C. Vertelsmann in Zu haben bei A. 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Brackwede 8 Uhr Rauchklub Oldenkott 8 Uhr. Verein für Geflügelzucht 2c. 8½. Gadder baumer Turnverein Turnst „Ulk“ 9 Uhr Versammlg(Stebbe) zu Holländische Canaster-Fabake per Pfund 2.00 bei Mi. 1,25, 1,50 und 3747 Theodor Steinsiek, 6 „baech Heute, Montag: Wiederbeginn der regelmäßigen Vereinsversammlungen.(3757 f. neue Posnische Kfraumen à Pfd. 30 Pfg. Th. Wolpers. 3768 Inhaber der Neumann'schen Tabak= und Cigarren= Niederlage in Bielefeld. Brsammeruch fur dem poanichmn Ini: d. Loser, zin den nungm rchchumelimn un: Ein Posten Taschentücher für Herren, Damen und Kinder unter Preis bei J. Heilbronn, 2918 Damm 9. * * R * * * n Leinenwaren- und Betten-Fabrik. Obernstraße 39. 3628 Detallverkauf zu Engros-Preisen. * Bettbezugstoffe in Leinen, Chiffon, Damast und Brokat in 84 und 130 Ctm. Breite. Karrierte Bettzeuge in 84 und 130 Clm. Breite. Kattune für Bettbezüge in den schönsten Mustern. * * * n * KNNREREEEEEEEEE Verlag von R. Regenhardt in Berlin S. Die 6. Aufl eines vortreffl. 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Au dings stattgehabte Flasche mit Spreng in Verbindung gebre Die bei den verhaft suchungen führten dem Beispiel der Erpresserbande iden Wiener Vororten# der Maske von Po beauftragt zu sein. hierbei eine gefälsch Unterschrift desselb vorwiesen, welcher Anarchistengruppe t# gehörten die seit der arbeiter Steidl, Li an. Die beiden le welcher sie arbeiteter verpfändeten. Bei gung Nötige vor Metallen hergestellte Sonntag Verhaftete Weber und Tischler einer in der Schwei Politis Der Telegraph eine Unterredu nannten Pariser Bl chenland gehabt h unglaublich, daß Kö rungen wirklich geth stätigen, so würder Königs von Griechen Streiflicht auf die Nach dem Temps“ Der l0 Nachdruck verboten. 1) Im Jahre 18 kaum noch in Ang drei Tage zur Fak am 18. Juli vor halbe Tagereise vo gehalten wurde. Nur wenige samen und in der lichen Fahrgelegenh Wagen entstiegen, zimmer, in welche Beide waren aus Schluck, war Wag der Andere der draußen vor der„ dort aus, wo am Donau voll und gi zieht Zwischen der Gegensatz. Von Schluck, den in W Jedermann Wunder zu sehen, in eigen eine mächtige Zinsl genden Häuser gene ein schönes Landhaf Voraussetzungen, Allein diese Lebens wo er nicht gesehen durch in Einklang Verhältnisse. Er seit zehn Jahren ei seiner Gesundheit o sonst seine ganze F Sein Stolz w langen Fahrt hatt verächtlichen Blicken er den Mann ab, Gespräch beginnen Zu dem so ber gerade in umgekehr erstaunt gewesen, ih