Preis des Abonnements: vierteljährlich 2 Mark praenumerando bei der Expedition, den Agenturen und den Postanstalten; einzelne Nummern 10 Pfg. Die„Westfälische Zeitung“ erscheint wochentäglich und wird nach auswärts mit den nachmittags von Bieleseld abgehenden Zügen erpediert. S 0 # Gegründet am 1. Jannar 1811 als„Oeffentliche Anzeigen für die Grafschaft Ravensberg“. Zugleich Kreisblatt für die Kreise Bielefeld und Halle i. W. *Preis der Inserate: für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum für Inserenten am Platze 12 Pfg., für auswärtige 15 Pfg.; für Reklamen 50 Pfg.— Inserate werden in der Expedition und bei sämtlichen Annoncen=Bureaux angenommen. Bei Anfragen von auswärts über Inserate ist eine Briefmarke zur Autwort einzusenden. 231. Montag, den 4. Oktober. 1886. Neubestellungen auf die Wrpsalischr Pil!...g (Bielefelder Tageblatt) pro IV. Quartal 1886= werden noch fortwährend angenommen und die Nru. vom 1. Oktober ab, soweit der Vorrat reicht, nachgeliefert. Die Expedition. R. F. Die Auswanderung der jungen Kaufleute. Es ist leider eine nicht wegzuleugnende Thatsache, daß in Deutschland die Zahl der stellenlosen jungen Männer aus den besseren Ständen mit jedem Jahre zunimmt und daß namentlich die jungen Kaufleute infolge der noch immer andauernden mißlichen geschäftlichen Konjunktur hierzu ein bedeutendes Kontingent stellen. Was liegt nun den jungen Handlungsbeflissenen, sofern es ihnen nicht gelingt, umzusatteln und sich in einer anderen Laufbahn fortzuhelfen, näher, als der Gedanke, auszuwandern und in überseeischen Ländern das Glück zu suchen, welches ihnen in der Heimat nicht beschieden war? Gut, sie befolgen das Beispiel schon vieler Tausender und Abertausender und kehren der Heimat entschlossen den Rücken, um, die Brust von allerhand Plänen und Hoffnungen geschwellt, ihr Fortkommen jenseits des Oceans zu suchen. Nun gelingt es wohl einem Teile dieser Leute, in überseeischen Plätzen Anstellung zu finden, wenn vielleicht auch nach mancherlei Mühen und Entbehrungen, aber ein anderer Teil— und unter ihnen befinden sich oft die Tüchtigsten— muß von Thür zu Thür, von Firma zu Firma laufen, ohne daß sie selbst unter den bescheidensten Ansprüchen ein Unterkommen zu finden vermöchten und man kann sich vorstellen, was das schließliche Los dieser Bedauernswerten sein muß, wenn sie nicht zu den niedrigsten Diensten greisen wollen. Gewiß ist es hoch bedauerlich, daß so viele gut unterrichtete und wohl auch gut empfohlene Leute, die mit den besten Hoffnungen nach überseeischen Plätzen kommen, es trotz aller Ausdauer zu keiner lohnenden Anstellung bringen können— indessen, sie tragen im Grunde genommen an ihrem Mißgeschick oft selbst die Schuld. Meist pilgern sie in die Ferne, ohne von den neuen und fremdartigen Verhältnissen, welche sie erwarten, mehr als eine Ahnung zu haben, sie meinen, mit guten fachmännischen und sprachlichen Kenntnissen ausgerüstet, könne es ihnen gar nicht fehlen, gleichviel, ob sie sich nach New=York oder Batavia, nach Bombay oder Melbourne, nach Kapstadt oder Alexandrien wenden. Bei so Manchem fließen dann noch allerlei Phantasieen über schnelles Reichwerden und dergleichen mit ein, die aber gar bald vor der rauhen Wirklichkeit zergehen, und die Betreffenden sind seelensfroh, wenn sich ihnen noch ein bescheidenes Plätzchen erschließt. Der Kampf ums Dasein macht sich eben auch jenseits des Oceans immer mehr fühlbar, gerade mit im kaufmännischen Geschäft; fast an jedem größeren Platze findet sich ein Heer von stellenlosen Kommis und Buchhaltern und außerdem gilt es, sich in ganz neue geschäftliche Verhältnisse zu schicken und das fällt gar Manchem außerordentlich schwer.„Aber ich habe doch fest geglaubt, wenn ich einmal hier wäre, könnte es mir an einer Anstellung nicht fehlen“— dies ist dann der Refrain der Klagen all' dieser Enttäuschten. Falls sie sich Flaschenspüler, Pferdeknecht, Hausdiener u. s. w. weiter helfen können, so ist es ja mit ihnen noch nicht so schlimm bestellt, denn man kann sich auch aus diesen untergeordneten Lebensstellungen wieder in die Höhe arbeiten. Es giebt jedoch Länder, in denen den jungen Leuten, falls ihre Hoffnungen auf eine kaufmännische Anstellung Hausgenossen. Novelle von Hans Arnold. 1——[Nachdruck verboten.] In dem sonnenhellen, saubern Stüdchen, das sie nun schon seit zwanzig Jahren bewohnte, saß Fräulein Sabine Krauthoff und strickte, während sie, mit einer auf der Nase, in einem abgegriffenen Buche las, welches sehr weit ab von ihr auf dem Tische lag. Am Fenster blühten, trotz des Winters, Nelken und Balsaminen, und an den Wänden hingen allerlei Photographieen in jeder Größe und Stellung. Aber nur Bilder von jungen Mädchen— Fräulein Sabine war Lehrerin gewesen. Mitten über dem Sofa prangte ein nach Fröbelscher Methode kunstvoll gefertigtes Flechtblatt unter Glas und Rahmen— das hatte die Lieblingsschülerin des Fräuleins, Käthchen Lang, geflochten, bei deren Eltern die alte Dame im Hause wohnte, und die inzwischen zu einem großen Mädchen herangewachsen war. Aus dem Schüler= und Lehrerinnenverhältnis hatte sich mit der Zeit eine herzliche Freundschaft zwischen dem alten und dem jungen Mädchen g'staltet. Käthe, die sonst leicht ein wenig hochfahrend sein konnte, ja die in ihren Bekantenkreisen sogar wegen ihrer kurzen Antworten und ihres gelegentsichen Uebermutes als„schr schnippisch“ bezeichnet wurer, tegie in der stiuen Stube von Fräulein Sabine all ihre kleinen Airs ab, und wurde immer wieder zum Kinde, das seine Thorheiten beichtete und sich liebevoll absolvieren ließ. Nie verging ein Tag, ohne das Käthe die drei Treppen erstieg und an Fräulein Sabines Thür pochte— und so sehr hatte sich die letztere an diese täglichen Besuche gewöhnt, daß sie es recht schmerzlich empfand, als Käthe vor einiger Zeit zu einer verheirateten Freundin nach auswärts ging und fast drei Wochen abwesend blieb. Doch nun war das vorbei— gestern hatte die Frau Doktor Lang sich ihr Töchterchen von der Eisenbahn geholt, und Fräulein Sabine erwartete nun ungeduldig den Besuch des allgemeinen Lieblings. Ihr Harren sollte belohnt werden. Nicht lange, so klopfte es; auf das„Herein“ kam ein junges Mädchen in die Thüre, schlank und groß gewachsen, mit einem übermütigen Zug um den kleinen Mund, und einem sonnigen Lächeln in den dunklen Augen. Sie begrüßte ihre alte Freundin mit der ihr eigenen ungestümen Herzlichkeit und setzte sich zu ihr— nicht auf den Stuhl, sondern aufs Fensterbrett. „Und wie hast du dich bei Laura amüsiert?“ fragte die alte Dame, nachdem sie den„mitgebrachten“ warmen Shawl zur Genüge betrachtet und bewundert hatte. fehlgeschlagen, nicht die leiseste Möglichkeit blüht, auf andere Weise ihren Lebensunterhalt zu verdienen; zu diesen Ländern gehört z. B. Niederländisch=Indien, wo alle niederen Arbeiten von Eingeborenen besorgt und Europäer absichtlich niemals zu denselben verwendet werden, um nicht das Prestige der weißen Rasse in den Augen der Eingeborenen zu schädigen. Will daher ein junger Kaufmann sein Glück an überseeischen Plätzen versuchen, so muß es sein hauptsächlichstes Bestreben sein, sich über die dortigen gesamten Verhältnisse eingehend zu informieren. Viele haben Gelegenheit, dies selbst zu thun, wenn sie vielleicht als Reisende und Vertreter ihrer Firma nach fremden Ländern entsandt werden, wer Verwandte oder Bekannte in den betreffenden Plätzen besitzt, kann sich durch sie über die Verhältnisse unterrichten lassen und schließlich geben ja auch die Konsulate bereitwilligst Auskunft. Wer mit sicheren Engagement in der Tasche über den Ocean zieht, ist natürlich am besten daran; diese Fälle bilden indessen doch nur die verschwindende Minderheit. Viele der auswandernden Kaufleute setzen ihre Hoffnungen auch darauf, daß sie überall auf der Erde deutsche Kaufleute antreffen, selbst in den kleineren Handelsplätzen und daß sie von ihren Landsleuten doch nicht in Stich gelassen werden könnten. Thatsächlich finden in den überseeischen deutschen Handlungshäusern jährlich so und so viel tausend junge Leute Anstellung, aber die Aufnahmefähigkeit dieser Häuser ist dem immer mehr anschwellenden Strom der Auswanderer gegenüber doch nur eine beschränkte und es können nicht für jeden aus der alten Welt hinübergekommenen Landsmann neue Stellen geschaffen werden, so daß es eben für die meisten Ankömmlnge heißt:„Hilf Dir selber.“ Alles dies sollen unsere jungen Kaufleute wohl erwägen, ehe sie den folgenschweren Entschluß fassen, in überseeischen Ländern das Weiterkommen in ihrem Berufe zu suchen, das in der Heimat zu finden, ihnen anscheinend nicht vergönnt ist, denn in vielen Fällen vermögen sie sich im alten Vaterlande doch noch eher fortzuhelfen, als drüben jenseits des Oceans, wo ihnen nur zu oft auch die letzten Hilfsquellen verschlossen ##. Politischer Tagesbericht. * Bielefeld, 4. Oktober. Ueber Personal=Veränderungen im auswärtigen Amt bring: die„Kreuz=Ztg.“ folgende Mitteilung, welche teilweise schon Bekanntes ergänzt: In den letzten Monaten sind im auswärtigen Amte verschiedene Personalveränderungen vor sich gegangen. Zunächst wurde bekanntlich der Unterstaatssekretär Graf Herbert Bismarck zum Staatssekretär ernannt. Dabei ist die Thatsache hervorzuheben, daß der jetzige Staatssekretär seinen bisherigen Rang als Wirklicher Geheimer Legationsrat beibehalten hat. Es ist dies der erste Fall, daß der Chef eines Reichsamtes bei seiner Ernennung zum Staatssekretär nicht die Würde eines Wirkl. Geheimrats mit dem Prädikate Excellenz erhalten hat. Aus der politischen Abteilung des auswärtigen Amtes ist ferner das älteste Mitglied derselben, Wirkl. Geh. Legationsrat Lothar Bucher ausgeschieden. In die genannte Abteilung ist dagegen berufen der Wirkl. Legationsrat Dr. Kayser, vorher Mitglied der 3.(Rechts=) Abteilung. Es befinden sich nun im auswärtigen Amte neben dem Chef noch 5 Personen, welche im Range der Räte 1. Klasse stehen, nämlich Unterstaatssekretär Graf von Berchem, Dir. Reichardt, Direktor Hellwig und die beiden vortragenden Räte von Holstein und Göring. Die handelspolitische Abteilung weist folgende Aenderungen auf: der frühere vortragende Rat Richardt wurde zum Direktor derselben ernannt und der Wirkliche Legationsrat Gerlich als Generalkonsul nach Kalkutta berufen; neu eingetreten sind die Wirklichen Legationsräte Gillet und Raschdau: der erstere war früher Generalkonsul zu Shanghai und leitete später die Verhandlungen über einen neuen Handelsvertrag mit der Türkei zu Konstantinopel; Raschdau war Konsul zu Havana; beide sind schon seit längerer Zeit als Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amte beschäftigt. Unter die ständigen Hilfsarbeiter ist der bisherige Vize=Konsul zu London, Dr. von Schwartkoppen, berufen; auch sind die bisherigen Hilfsar„O sehr gut, Sabinchen, es war eine neite Zeit! aber“— „Nun, was„aber?“ fragte Fräulein Sabine erwartungsvoll, und schob die Brille auf die Stirn zurück. „Ach— ich habe wieder einmal eine meiner gewöhnlichen Dummheiten gemacht! Soll ich sie dir erzählen? aber du mußt nicht schelten?". „Daß kann ich nicht so gewiß versprechen,“ sagte die Alte, indem sie ihren reizenden Liebling mit strahlenden Augen betrachtete,„indessen fang nur an— es läßt dir ja doch keine Ruhe, ehe du gebeichtet hast.“ Käthe rückte sich auf dem Fensterbrett zurecht, und pflückte eine von den roten Nelken von Sabinens Blumenstock. „Nun also," begann sie,„ich reiste allein von Laura zurück, und auf einer kleinen Station— Siegersdorff— wo der Zug hielt, sah ich zum Coupéfenster hinaus. An der Wand des Bahnhofsgebäudes mir gegenüber steht ein Herr und sieht mich an— nicht gerade unbescheiden, aber er fixiert mich doch unverwandt. Du weißt ja, Sabine, so etwas kann ich nicht leiden, ich denke also:„sollst ihm mal die Zunge herausstecken— der Zug fährt ja sofort ab, und du siehst ihn nie wieder.“ „Ader Käthe!“ rief das Fräulein erschrocken. „Siehst du, siehst du, daß du schiltst!“ rief Käthe, und fiel ihrer alten Freundin ungestüm um den Hals,„sei ganz still, sonst erzähle ich nicht weiter, und du hast dein Leben lang die Angst mit dir herumzutragen, daß ich etwas noch viel Schrecklicheres gethan habe, was du nicht weißt!“ Die Alte machte sich lachend los. „Laß mich nur— ich bin ja schon still! Also—“ „Also— in dem Augenblick, wo der Zug sich in Bewegung setzt, führe ich mein Vorhaben aus! Nur ein ganz kleines bißchen, Sabine— ich dachte schon, er hätte es nicht gesehen!— aber er lächelte spöttisch und nahm den Hut ab. Da fuhren wir hin.“ Fräulein Sabine schüttelte den Kopf. „Wirst du nie deinen Uebermut ablegen, Kind!“ Käthe zerpflückte die rote Nelke unbarmherzig in Stücke. „O ja, Sabine“, sagte sie dann verlegen,„aber—“ „Was aber? noch mehr solcher schöne Streiche?“ „Ach, Sabine— die Geschichte ist ja noch gar nicht zu Ende, das Schlimmste kommt nach. Also wir fuhren, aber kaum hundert Schritte weit— der Zug wurde zu meinem Entsetzen nur rangiert und rutschte nach fünf Minuten wieder in denselben Bahnhof ein. Da stand auch noch der Herr— und hatte er vorhin gelacht, so lachte er nun erst recht!“ „Angenehm!“ sagte Fräulein Sabine.„Und wie benahm er sich?“ „Er benahm sich gar nicht, sondern warf die Cigarre beiter Dr. Cahn, Gerichts=Assessor Pritsch und Landesrat Stävie zu ständigen aufgerückt; unter den Hülfsarbeitern erscheint jetzt der frühere Konsul Hellwig II. zu Porto Alegre.— Es ist wahrscheinlich, daß für Bulgarien außer in Sofia noch die Errichtung eines zweiten Berufskonsulats zu Rustschut, wo sich bisher nur ein Wahlkonsul befand, in Vorschlag kommt. Bekanntlich hat der Gerichts=Assessor v. Loeper bereits die Verwaltung des Konsulats zu Rustschuk übernommen, und während der Verwesung desselben ist ihm die Ausübung der standesamtlichen Befugnisse für die Reichsangehörigen und Schutzgenossen, einschließlich der unter deutschem Schutz lebenden Schweizer übertragen werden. Die„Nordd. Allg. Ztg." berichtet: Nach den nunmehr vollständig vorliegenden Meldungen betrug die Gesamtzahl der während der diesjährigen Herbstübungen bei den 14 der preußischen Kontingentsverwaltung angehörigen Armeekorps an Hitzschlag Erkrankten 196. Ein großer Teil der Erkrankungen gehörte der leichtesten Form des Hitzschlages an; von den Schwerkranken sind 9 gestorben. Außerdem weisen die Monate Mai, Juni und Juli 76 Erkrankungen mit 5 Todesfällen auf. Hiernach kommt im Durchschnitt auf jedes Armeekorps ein Todesfall. Offiziell wird jetzt bestätigt, daß die bulgarische Regierung die vom russischen Delegierten General Kaulbars gestellten Forderungen, betreffs der Aufhebung des Belagerungszustandes und betreffs Freilassung der wegen des Staatsstreichs vom 21. August Verhafteten, acceptiert, die Hinausschiebung der Wahlen zur großen Sobranje aber für unthunlich erklärt. Es ist, wie wir bereits bemerkten, zu erwarten, daß auch über diesen Punkt eine Einigung noch erzielt werden wird. Rußland hat der Pforte wiederholt auf das Formellste erklären lassen, daß es eine Okkupation Bulgariens nicht beabsichtige und die Verhältnisse Bulgariens nur im Einvernehmen mit der Pforte regeln werden. Nichtsdestoweniger dauern die türkischen Rüstungen an der ostrumelischen Grenze sowohl, als an der kleinasiatischen, fort. Wie nicht anders zu erwarten war, hat der Verlauf der Verhandlungen über die Interpellationen betreffs der bulgarischen Frage im ungarischen Abgeordnetenhause einen günstigen Eindruck gemacht. Das offiziöse„Journal de St. Petersbourg“ lobt die weise Befolgung des von dem englischen Parlamente und dem deutschen Reichstage gegebenen Beispiels, womit das ungarische Akgeordnetenhaus auf eine Debatte verzichtete, welche ohne Zweifel ebenso erregt als unzeitgemäß und unfruchtbar gewesen wäre. Die englische Presse fällt wieder in das alte Spi=l zurück, indem sie den übrigen Mächten zumutet, für England ins Feuer zu gehen. Die„Morning Post“ meint, England könne, weil es wichtige innere Fragen zu lösen habe, die Führung in der Balkanfrage nicht übernehmen. Deutschland liege es ob, die Unabhängigkeit der Balkanstaaten gegen Rußlands Eingriffe zu schützen. Wenn es Oesterreich unterstütze, werde ein europäischer Krieg vermieden werden, und in diesem Falle könne es auf den entschlossenen Beitritt und die loyale Mitwirkung Englands mit Sicherheit rechnen.— Der europäische Krieg wird jedenfalls sicherer dadurch vermieden, daß die Mächte nicht daran denken, sich zu Exekutoren der Wünsche Englands zu machen. Deutsches Reich. □ Berlin, 3. Oktbr.[S. M. der Kaiser] bekommt der Herbstaufenthalt in Baden=Baden in ausgezeichnetster Weise und es lauten denn auch die privaten wie die offiziellen Nachrichten über das Befinden des greisen Monarchen andauernd günstig. Täglich unternimmt er, begünstigt durch das wieder eingetretene schöne Herbstwetter, Ausfahrten und Promenaden, die Gelegenheit geben, sich von dem überraschend wohlen Aussehen des kaiserlichen Herrn zu überzeugen. Anderseits erledigt der Kaiser auch in gewohnter Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit die laufenden Regierungsangelegenheiten und folgt er hierbei den Vorgängen auf dem Gebiete der inneren wie äußeren Politik mit gleich regem Interesse. Gegen Ende dieser Woche wird Kaiser Wilhelm aus Badenweg und stieg in dasselve Coupé mit mir. Und wir fuhren mit einander bis hierher, wo er auch ausstieg!“ Käthe sprang vom Fensterbrett.„Und was sagst du jetzt?“ erwiderte die alte Dame und lächelte gutmütig,„was soll ich sagen? Zu geschehenen Dingen schweigt man am besten— das einzig Angenehme ist, daß Du den Mann wahrscheinlich nicht wieder sehen wirst.“ Käthe sah nicht so entzückt aus, als man hätte vermuten sollen, und streute ihre Nelkenblättchen in die Luft. „Meinst du?“ Die Alte warf ihr einen schnellen Seitenblick zu, und zog die Augenbrauen etwas in die Höhe, als wollte sie sagen:„aha!“ Sie schwieg aber. „Weißt du, Sabine," begann Käthe nach einer Weile von neuem,„er— der Mitreisende— benahm sich übrigens sehr taktvoll. Da er merkte, in welch tötlicher Verlegenheit ich war, that er, als ob gar nichts vorgefallen sei, und unterhielt mich von allen möglichen Dingen— ganz ernsthaft und sehr nett. Nur einmal, als eine alte Dame, die mitfuhr, von der Gegend sprach, und ihn fragte, ob er nicht auch während der Reise auf die hübsche Aussicht geachtet habe? sagte er ruhig:„o ja— besonders in Siegersdorff!" und dann sahen wir uns an und lachten beide— ich auch, Sabine— das konnte ich nicht ändern! Sonst war ich sehr würdevoll— nein, wirklich!“ „Davon din ich überzeugt,“ sagte die Alte ernsthaft, „wie sah denn dein Freund oder Feind aus?“ „Sehr gut— groß, dunkelblond und humoristisch— und er war sehr hübsch angezogen.“ Die alte Dame lachte. „Wenn's nur kein Weinreisender war!“ „Aber, Sabine, schäme dich! als od man das nicht merkte!“ In dem Augenblicke klopfte es. „Fräulein Käthchen möchten gleich herunter kommen, Frau Majorin Scharff wäre da, und wollte etwas aus dem Eckschrank, und Fräulein Käthchen hätten die Schlüssel mit.“ „Unausstehlich!“ sagte Käthe verdrießlich,„Scharffs erwarten in den Tagen den gräßlichen Sohn, und borgen sich wieder einmal die ganze Wirtschaft zusammen. Ich komme,“ rief sie dem Mädchen zu. „Ist der junge Scharff so„gräßlich,“ wie du sagst?“ fragte Sabine. „Ich habe ihn nie gesehen— aber wenn von einem Menschen schon so viel gesprochen wird, hat man genug. „Kurt sagt, Kurt schreibt, Kurt meint"— so geht es immerfort, als ob ich mich darum kümmerte, was ihr Kurt für Ansichten hat.“ Fräulein Sadine war auch aufgestanden. Baden nach Berlin zurückkehren.— Aus Baden=Baden wird noch gemeldet, daß der Kaiser am Sonnabend abend mit den großherzoglich badischen Herrschaften, dem Großherzog von Weimar und den übrigen Fürstlichkeiten einem vom Kurkomitee veranstalteten Konzert beiwohnte. Sonntag fand Familiendiner bei den Majestäten statt. [Prinz=Regent Luitpold von Bayern] ist Freitag abend von seiner Rundreise wieder in München eingetroffen und enthusiastisch begrüßt worden. In seinen Dankworten an den anwesenden Oberbürgermeister Erhardt stellte der Regent sein Erscheinen bei dem Oktoberfest in München in aussicht. [In der sächsischen Residenz] ist am Sonnabend vormittag nach dem schon vorher bekannt gegebenen Programme die feierliche Vermählung des Neffen des österreichischen Kaisers, des Erzherzogs Otto, mit der Prinzessin Maria Josepha, der Nichte König Albert's, unter allgemeinster Teilnahme der Bevölkerung begangen worden. Die Vermählung vollzog sich in einem ungemein glänzenden Rahmen und trug hierzu in erster Reihe die Anwesenheit einer großen Anzahl fürstlicher Gäste bei, zu denen wiederum die österreichischen Verwandten des erlauchten Bräutigam ein bedeutendes Kontingent gestellt hatten. Nicht nur die sächsische Presse, sondern auch die österreichischen Blätter widmen der Vermählungsfeier am Dresdener Hofe herzliche Worte der Teilnahme und u. a. sagt die„Wiener Abendpost", der Ehebund des jungen Paares füge den Banden der Verwandtschaft und Freundschaft, welche seit mehr als anderthalb Jahrhunderten zwischen dem österreichischen Kaiserhause und dem sächsischen Königshause bestehen, ein neues inniges Band hinzu. [Verlobungsgerücht.] Wie verlautet, wird sich der älteste Sohn des Prinzen von Wales, der Prinz Albert Victor von England, in kurzem mit der Prinzessin Alexandra Theresa von Anhalt=Dessau verloben. Der Prinz ist am 8. Januar 1864, die Prinzessin am 4. April 1868 geboren. [Als Nachfolger des Generalintendanten v. Hulsen] wird besonders der Hoftheater=Intendant von Bronsart in Hannover genannt. [Der sogenannte Freiberger Sozialistenprozeß] kommt am 11. Oktober vor dem Reichsgericht zur Verhandlung.— Die Gerichtsverhandlung gegen die angeklagten Sozialdemokraten in Spremberg beginnt am 15. Nov. 6 sind dem Schwurgericht, ungefähr 50 dem Landgericht in Kottbus überwiesen. [Die Kreuzer=Korvette„Luise“] hat am Sonnabend die Reise nach Kamerun angetreten. An Bord des Schiffes b.finden sich auch die d.ei Kamerun=Matrosen. [Nordostseekanal.] Für die besondere Leitung und Ausführung der Bauarbeiten für den Nordostseekanal werden vier Bauämter errichtet, an deren Spitze Wasserbauinspektoren stehen, und zwar in Brunsbüttel, Burg, Rendsburg und Kiel. Das Bauamt in Brunsbüttel umfaßt die Mündungsanlagen und großen Schleusenbauten an der Elbe und ist nicht weiter in Unterbehörden geteilt. Die drei übrigen Bauämter sind in je drei, zusammen neun Abteilungen zerlegt, denen Regierungsbaumeister vorstehen. Im Bezirke des Bauamts in Burg sind besonders die umfangreichen Erdarbeiten zur Durchschneidung der Wasserscheide zwischen der Elbe und Eider von Wichtigkeit, das Bauamt in Rendsburg umsaßt das Gebiet der Eider bis zum Beginn des jetzigen Eiderkanals bei Steinrade, während dem Bauamt in Kiel die Durchstechung der östlichen Hauptwasserscheide zwischen Nord= und Ostsee und die Anlage der Schleusenwerke und der Mündung bei Holtenau an der Kieler Bucht zufällt. Es sind die Verhandlungen zur Heranziehung der technischen Beamten bereits eingeleitet und sollen Techniker aus den verschiedenen deutschen Bundesstaaten bei dem Werke beteiligt werden. = Berlin, 2. Okt.[Der Rücktritt des Staatssekretärs im Reichsschatzamte, Herrn von Burchard's], ist seit Wochen das bemerkenswerteste Ereignis auf innerpolitischem Gebiete. Mit Herrn von Purchard scheidet einer der ältesten und verdientesten Mitarbeiter an der im Rliche durchgeführten Wirtschaftsreform aus dem öffentlichen Leben. Schon seit der Zeit, in welcher er als vortragender Rat an der Spitze der früheren Finonzabteilung „Weißt du, was ich glaube, Herzchen! Frau Scharff möchte dich sehr gern für den„gräßlichen Sohn“ haben.“ „Ach, das weiß ich ja schon lange! Aber ich danke, Sabine— ich danke— ich will gar nicht heiraten— oder" „Hör einmal, Käth=, du kommst mir sonderbar vor! Deine Beichte war unvollständig!„Oder“ heißt das etwa: „oder die Bekanntschaft müßte damit anfangen, daß ich ihm die Zunge heraussteckte?“ „Sabine“, sagte das junge Mädchen würdevoll,„ich begreife gar nicht, wie du mich so lange aufhalten kannst, wenn du hörst, daß Mama auf die Schlüssel wartet!" Und fort war sie. Während diese Unterhaltung stattfand, herrschte bei Käthens Eltern große Unruhe. An der Hausthüre war schon seit längerer Zeit eine Wohnung ausgeboten worden, und der Hausherr hatte sich bereits stummer Verzweiflung überlassen, weil noch keine Nachfrage stattgefunden hatte. Jeder Mensch hat bekanntlich seinen Tollpunkt— die Vermietungsfrage war der Tollpunkt des Doktors! So lange der unheilvolle, weiße Zettel über seiner Thüre prangte, war er melancholisch— seine Gedanken irrten mit beängstigender Beharrlichkeit, aufgescheuchten Bögeln gleich, um das betreffende Quartier, und er begann und schloß den Tag mit Seufzen. Wenn seine Frau mit dem triftigen Trostgrunde ins Feld rückte, daß ja noch nie eine Wohnung in ihrem Hause leer geblieben sei, so grub der Doktor regelmäßig einen alten General aus, der inzwischen, nach der seitdem verflossenen Zeit zu schließen, längst zum Feldmarschall oder unter die himmlischen Heerscharen avanciert sein mußte, und dessen Quartier einst ein volles Vierteljahr unvermietet gestanden hatte. Zeigte sich dann ein präsumtiver Mieter, so begann ein neues Stadium in dem Zustande des Doktors. Er hatte für nichts anderes Sinn und Gedanken, als für die Chance, er sang mit dem französischen Grenadier„was schiert mich Weid, was schiert mich Kind?“ und war für alle häuslichen Vorkommnisse taub und blind. Heute nun war, gleich einem Sonnenblick, in sein umdüstertes Gemüt, ein Brief gefallen, in dem ein der Familie bekannter Baron von Rabeneck um die Erlaubnis bat, am Nachmittag zu erscheinen und die annoncierte Wohnung in Augenschein zu nehmen. Der Baron galt zwar für einen etwas langweiligen und unsäglich neugierigen Herrn— aber in der Not ist man nicht wählerisch— der Baron wollte mieten, und der Hausherr sah seinem Eintreffen seit drei Uhr mit fieberhafter Spannung entgegen. des Reichskanzleramtes stand, war Herr von Burchard zur Mitarbeiterschaft an dem Werke der praktisch=wirtschaftlichen Reformen derufen, denn er gehörte der Kommission an, welche an der Hand des bekannten Schreibens des Fürsten Bismarck vom 15. Dezember 1878 die Grundlagen für eine grundsätzliche Aenderung des bis dahin bestehenden Zollsystems auszuarbeiten hatte. In seinen folgenden Stellungen wirkte Herr von Burchard an der Weiterförderung der wirtschaftlichen Reformpolitik mit vollster Hingabe und hatte er speziell als Staatssekretär im Reichsschatzamte die schwierige Aufgabe, im Reichstage die neue Zoll= und Handelspolitik zu verteidigen. Die Art und Weise, wie Herr v. Burchard der Lösung dieser Aufgabe unterzog, hat ihm auch seitens der entschiedensten Gegner dieser Politik die gerechte Anerkennung erworben und daß man an leitender Stelle seine Verdienste vollauf zu würdigen weiß, davon legen die Herrn von Burchard mehrfach zu Teil gewordenen hohen Ordensauszeichnungen, seine Erhebung in den Adelsstand, seine Berufung in den Staatsrat u. s. w. hinlänglich Zeugnis ab. Andauernde Kränklichkeit nötigte den hochverdienten Beamten, um seinen Abschied einzukommen, nachdem selbst ein mehrmonatlicher Urlaub leider nicht im Stande gewesen war, Herrn von Burchard zur Wiederübernahme seiner Ressortgeschäfte zu befähigen. Ob derselde in einer späteren Zeit im Stande sein wird, wieder in den Reichsdienst einzutreten, muß einstweilen dahingestellt bleiben; jedenfalls ist sein Gesundheitszustand zur Zeit ein derartiger, daß bis auf Weiteres Herr von Burchard sich die strengste Schonung auferlegen muß; über seinen Nachfolger verlautet noch nichts Bestimmtes. Parlamentarisches. a Berlin, 3. Oktbr. — An Stelle des verstorbenen Abgeordneten Ludwig Löwe ist seitens der freis. Partei Prediger Neßler als Kandidat für den Reichstag aufgestellt worden. Derselbe hat dem Reichstage schon früher angehört. Da die Uneinig" unter den übrigen Parteien fortdauert, so ist keine Hoffnung vorhunden, diesen Wahltreis den Freisinnigen zu entringen, — Dem kommenden Reichstag soll das neue Militärgesetz vorgelegt werden, das aber diesmal die Friedensstärke der Armee nicht für die Dauer von sieben Jahren, sondern für unbestimmte Zeit regeln soll. Nur dann soll dem Reichstage eine Abänderung zur Beratung unterbreitet werden, wenn eine Erhöhung des Armeebestandes für notwendig erachtet wird. Ob die neue Vor'age bereits eine Erhöhung bringt, ist nicht bekannt. Gegenwärtig beträgt die Friedensstärke 427 274 Mann. Soll dieselbe mit 1 Prozent berechnet werden nach der Volkszählung von 1880, so würde sie auf 452 840 Mann zu erhöhen sein, während eine Vermehrung nach der Volkszählung von 1885 468 409 Mann ausmachte. Jedenfalls wird es um dieses Gesetz schwere Debatten im Reichstage geben. * Belgien. König Leopold von Belgien] ist von BadenBaden in Ostende angekommen. [In Namur,] wo ein liberaler Stadtrat wegen heftiger Angriffe auf die Regierung gemaßregelt war, fand am Sonntag eine große Demonstration gegen das Ministerium statt. [Der Kassationshof in Brüssel] hat die Berufungen der in dem Prozeß wegen Plünderung und Zerstörung der Bandoux'schen Glasfabrik zu 20 Jahren Zwangsarbeit Verusteilten, Schmidt und Falleux, verworfen, dagegen wurde der Appellation der wegen Anstiftung zu den Plünderungen und Ruhestörungen in Lüttich zu fünfjährigem Gefängnis und zehnjähriger Polizeiaussicht Verurteilten, Wagner und Ruffers, stattgegeben. [Der englische Minister Lord Churchill) hielt vor seinen Wählern eine Rede über die auswärtige Lage, in welcher er die Situation als ernst bezeichnete, wenn er gleich hoffte, der Friede werde ungestört bleiben. Er führte etwa aus: Im vorigen Herbst habe man alle Hoffnung gehabt, daß Fürst Alexander Bulgarien's Zukunft zu einer gedeihlichen gestalten werden. Jetzt sei die Hoffnung durch eine brutale und feige Revolution nücht nur zerstört, es erscheine auch die Freiheit von Bulgarien, Serdien und Rumänien bedroht. England hate in dieser Frage ein großes Interesse, ein noch größeres aber habe Oesterreich=Ungarn und die Rede des Ministerpräsidenten Tisza im ungarischen Parlament zeige, daß die Erhaltung der Freiheit und Unabhängigkeit der Donaufürstenthümer zu den Haupt= und Lebensfragen der österreichischen Politik gehöre. England habe diese Erklärung mit großer Befriedigung vernommen, es sehe, daß Oesterreich auf der Wacht stehe. Das werde auch England's Politik leiten. Es gäbe europäische Mächte, die ernstlich und aufrichtig den Krieg zu vermeiden suchten, während andere von Zeit zu Zeit die bedauernswerte Tendenz agressiven Vorgehens zeigten. Die Pflicht der englischen Regierung sei es, alles aufzubieten, um das beste und freundschaftlichste Einvernehmen unter allen fremden Staaten aufrecht zu erhalten, und stets freundliche und versöhnende Ratschläge zu erteilen, um nationate Rivalitcaten zu veringern und internationdle wir wissen, Schwierigkeiten friedlich zu lösen. Sollten sich jedoch Umstände ereignen, deren gewichtige, gefährliche Natur England zwingen würde, zu wählen, so würde die Unterstützung England's denjenigen Mächten zu Teil werden, welche den Frieden Europa's und die Freiheit der Nationen suchen, und Englands Eintreten zu deren Gunsten werde wahrscheinlich ohne Gewaltmaßregeln den Ausschlag geben. Er hoffe ernstlich, die Regierung werde zur Erhaltung des allgemeinen Friedens und der Sicherheit beitragen können, welche für den Fortschritt und das Gedeihen des britischen Reiches absolut notwendig sei.— Das sind die ersten kräftigen Worte, welche in der bulgarischen Frage aus England kommen. Man wird sie in Petersburg schon verstehen. [Der Chef der Londoner Polizei, Oberst Warren,) hat die zum Schutze der öffentlichen Gebäude in London getroffenen Maßregeln wieder eingeschränkt. Die hierdurch disponibel werdenden 1000 Polizisten sollen zur Ueberwachung verdächtiger Individuen verwendet werden. * Frankreich. [Die Schenkung seines Schlosses Chan tilly] an die französische Akademie, welche der Herzog von Aumale soeben gemacht, giebt den orleanistischen Blättern Anlaß, sein Lob nach allen Richtungen hin zu singen. Die republikanischen Blätter wittern hinter der Schenkung eine Falle und fordern die Adlehnung derselben. [Ministerpräsident Freyeinet] ist in Vordeaux angekommen, von wo er am Mittwoch nach Paris zurückzureisen gedenkt. Bei dem Empsange der Behörden in Bordeaux sagte der dortige Erzbischof, die Geistlichkeit sei der Republik durchaus ergeben und wünsche nur die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zum Staate. Der Minister antwortete, die Regierung wünsche dasselbe, und dies Ziel werde am schnellsten erreicht werden, wenn der Klerus sich streng innerhalb seines Wirkungskreises halte. [Das Defizit] im französischen Budget beträgt die Kleinigkeit von 104 Mill. Franken. [Die Nachrichten aus Madagaskar] lauten immer schlechter. Die Howa=Regierung zeigt eine offene Abneigung gegen Frankreich. Italien. [Wie aus Rom] geschrieben wird, war der preußische Gesandte von Schlözer mit dem Kardinal Galimberti in Genzano und dinierte dort beim Kardinal=Staatssekretär Jacobini. Die Gesundheit des letzteren hat sich gebessert und es verlautet, daß er schon Mitte Oktober seine Gemächer im Vatikan wieder beziehen werde, ohne jedoch vorläufig seine Amtsgeschäfte wieder aufzunehmen. * Oesterreich Ungarn [Die Betrachtungen der österreichischen Tagespresse] sind noch vorwiegend den Erklärungen Tisza's im ungarischen Abgeordnetenhause über die bulgarische Angelegenheit gewidmet. Es ist bemerkenswert, daß sich die Wiener Regierungsblätter wie die oppositionellen Zeilungen in gleichem Maße anerkennend über das von dem ungarischen Ministerpräsidenten entwickelte Programm aussprechen und dasselbe als ebenso maßvoll, wie entschieden und gemeinverständlich bezeichnen. Jedenfalls hat die positive Versicherung Tisza's, daß das deutsch österreichische Bündnis ungeschwächt fortbestehe, allen Gerüchten über die angebliche Erschütterung desselben ein Ende gemacht und das plötzliche Verstummen der in der oppositionellen Presse diesseits wie jenseits der Leitha bis jetzt gegen das Bündnis gerichteten Angriffe ist offenbar mit auf Rechnung der Ausführungen Tisza's zu setzen. Von unläugbarem Werte ist ferner auch die bestimmte Erklärung des ungarischen Staatsmannes, daß niemand zu einem bewaffneten Einschreiten oder Errichtung eines Protektorates in den Balkanländern berechtigt sei und daß Aenderungen in deren staatsrechtlichen und politischen Verhältnissen überhaupt nur im Einverständnis mit sämtlichen Signatarmächten des Berliner Vertrages vorgenommen werden könnten. Es geht hieraus deutlich hervor, daß Oesterreich=Ungarn den Berliner Friedensverrg trotz der mehrfachen ihm schon zugefügten Verletzungen durchaus nicht in die historische Rumpelkammer geworfen, sondern als zu Recht fortbestehend anerkannt wissen will und daß Deutschland, der eigentliche Bürge des Berliner Vertrages, diese Anschauung voll und ganz teilt, ist nicht im Mindesten zu bezweiseln. [König Milan von Serbien] ist in Wien angekommen und empfing den Besuch des Kaisers, dem er eine Gegenvisite abstattete. In der Hofburg fand ein Diner zu Ehren des Königs statt. [Der Orientalistenkongreß] in Wien ist am Sonnabend geschlossen. Nächster Kongreß 1888 in Stockholm. * Rußland. [Attentatsgerüchte.] In Petersburg am Mittwoch kursierende Gerüchte behaupteten, bei der Eisenbahnstation Luga der Petersburg=Warschauer Linie seien neuerdings Vorbereitungen zu einem Attentat gegen den Czar entdeckt. Die sofort verhafteten Eisenbahnarbeiter wurden jedoch wieder freigelassen, und weitere Recherchen sollen resultatlos geblieben sein. Diese, wie es jetzt heißt, begründete Meldung giebt auch eine Erklärung für den verlängerten Aufenthakt des Czaren in Polen. Offenbar wurde die Rückkehr aufgeschoben, bis die Sicherheit der Eisenbahnlinie zweifellos geworden. Zur bulgarischen Interpellation] im ungarischen Reichstage schreibt das„Petersd. Journal“: Das ungarische Abgeordnetenhaus hat in weiser Befolgung des von dem englischen Parlamente, und dem deutschen Reichstage gegebenen Beispiels darauf verzichtet, die Interpellation betreffend von Bulgarien zum Gegenstande von Debatten zu machen, welche ohne Zweifel ebenso erregt, wie unzeitgemäß und unfruchtbar gewesen wären. [Durch kaiserliche Ordrel ist im Marineressort gestattet, Mannschaften sämtlicher Flottenteile mit Beendigung der diesjährigen Schiffahrt bis zum 1. März k. J. zu deurlauben.— Die gesamte Bevölkerung von Transkaukasien wird von spätestens 1889 ab zur Wehrpflicht herangezogen. Nur die Muhamedaner können sich vorläufig noch loskaufen. * Spauien. [Das Kriegsgericht in Madridl hat General Villacampa, Lieutenant Serrano und 5 Unteroffiziere zum Tode verurteilt. Aus Saragossa sind zwanzig Orfiziere in fremde Garnisonen versetzt worden, in Bildao 5 Offiziere verhaftet. * Türkei. gen, sen. [Rüstungen.] Die Türkei setzt ihre Rüstungen an der ostrumelischen und kleinasiatischen Grenze mit großem Eifer sort; im Vilajet Adrianopel befinden sich derzeit zwei Korps, zusammen 84000 Mann, in Macedonien ein Korps von 54000, im Vilajet Salonichi ein Korps von 37000, zusammen 197000 Mann mit 464 Geschützen. wie —. Kathe, die Aelteste, ausgenommen, die, Gasfaetisch ge bei Fräulein Sabine war, saß um den Kusserlisch. Eine stattliche Reihe von schulpflichtigen Kindern — zwar nicht so viel. als unser schwäbischer Freund besaß, der auf eine Anfrage nach dem Befinden der Seinen antworten konnte:„ich danke, die„Meischte“ sind wohl“— — aber immerhin genug, um zu Zeiten recht angenehmen Spektakel zu machen. Aus der Provinz und Nachbarschaft. Bielefeld, 4. Okt.[Kirchenkonzert.] Die Konzertsängerinnen Frl. Christine Schotel und Frl. Heuny Siemsen gaben gestern nachmittag ein Konzert in der Pauluskirche, das recht viele Zuhörer herbeilockte und wie wir gleich von vornherein mittellen wollen, im ganzen sehr gut verlaufen ist. Allerdings mußte im Programm insofern eine Aenderung eintreten, als Musikdirektor Lamping, der die Orgelvorträge und die Begleitung der Sängerinnen übernommen, durch eine leichte Handverletzung verhindert war. Für ihn sprang, in liebenswürdiger Weise der Chordirigent Wienecke ein, der die, ohne Vorbereitungen übernommenene Aufgabe trefflich löste. Frl. Schotel, die dem hiesigen Konzert=Publikum bestens bekannt war, hat sich ihre melodische Sopranstimme gut bewahrt und hat mit ihren gestrigen Vorträgen das Vertrauen und die Zufriedenheit ihrer Hörer verstärkt. In Frl. Henny SiemsenHannover lernten wir eine vortreffliche Altstimme kennen, die sich in ihrem gestrigen Debüt sicher die Gunst unseres Publikums errungen hat. Von den zum Vortrag gelangten Programmnummern seien als besonders gut gelungen die Duette aus dem„Fall Jerusalems" und aus„Judas Maccabäus“ erwähnt. Die Orgeloorträge als auch die Begleitung hat der Chorvereinsdirigent Wienecke, wie wir auch schon oben sagten, mit bestem Geschick durchgeführt, so daß ihm ein großer Teil am Gelingen des vortrefflichen Konzerts gebührt. Als Einlagen spielte er noch eine Toccata von Bach und ein Andante von Mendelssohn. * Bielefeld, 22. Sept.[Der hiesige Chorverein], der bekanntlich unter der trefflichen Leitung des Musik= lehrers Wienecke steht, beabsich igt auch im kommenden Winter wieder mit mehreren Konzerten an die Oeffentlichkeit zu treten. Zur Aufführung gelangen Chöre und Lieder mit und ohne Begleitung. Instrumentalstücke für Klavier, Violine, Cello 2c. von Beethoven, Mozart, Rheinberger, Ries 2c. 2c. Der Verein zählt gegenwärtig etwa 60 Mitglieder und besitzt darunter recht gut geschulte und vorzugsweise jugendfrische Stimmen. Das Vereinslokal befindet sich in der Erholung. * Bielefeld, 4. Oktbr.[Mehrere Blätter) hatten von eirer Entscheidung des Reichsgerichts zu berichten gewußt, wonach den Magistraten der Städte nur dann das Recht zustehen solle, für vakante Unterbeamtenposten Civilanwärter und Subalternbeamte zu wählen, wenn sich zu der betreffenden Stelle kein geeigneter Militäranwärter gemeldet habe. Der Berliner Magistrat hatte bei der weittragenden Bedeutung dieses angeblichen Bescheids, so schreibt man der„Rh.=W. Ztg.“, des Reichsgerichts um eine Abschrift desselben gebeten. Nach einer soeben mitgeteilten Antwert des Reichsgerichts ist indes gar keine solche Entscheidung ergangen. * Bielefeld, 4. Oktbr.(Anzeigepflicht bei Seuchen des Viehes.] Es kommen immer noch Fälle vor, in welchen Viehbesitzer es unterlassen, von dem Ausbruch verdächtiger Krankheitserscheinungen bei den Haustieren, nament ich aber b.i dem Ausbruche der Rotzkrankheiten unter den Pferden, die gemäß dem Reichsviehseuchengesetz von 1880 erforderliche Anzeige bei der Ortspolizeibehörde zu machen, durch welche Unterlassung die Betreffenden sich nicht nur strafbar machen, sondern auch der ihnen zukommenden Entschädigung verlustig gehen. Deshalb wird die genauste Beachturg der Bestimmungen des erwähnten Reichsgesetzes empfollen, damit künftig derartige Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz vermieden werden. Die Anzeigepflicht erstreckt sich auf folgende Seuchen: Milzbrand, Tollwut, Rotz(Wurm) der Pferde, Esel, Manlticre und Maulesel, Maul= und Klauenseuche des Rindviebes, der Schafe, Ziegen und Schweine, Lungenseuche des Rindviehs, Pockenseuche der Schafe, Beschälseuche der Pferde, Bläschenausschlag der Pferde und des Rindviches, Räude der Pferde, Esel, Manktiere, Maulesel und Schafe. Der Besitzer muß nicht den wirklichen Aug, druch dieser Seuchen, sondern alle verdächtigen Erscheinung welche den Ausbruch einer solchen Krankheit befürchten ia# anzeigen. 5 Vielefeld, 4. Okt.[Radfahrersport.] g. gestrigen Sonntage fand eine Gautour für den Gauverband, Westfalen nach dem Hermannsdenkmal statt. Dem mit großer Geschicklichkeit entworfenen Programm für diese durch de schönsten Strich unserer Gegend führende Tour und den wider Erwarten günstigen Wetter ist es wohl zu allermein zu danken, daß die Anzahl der Teilnehmer eine so große war und 40 überstieg. Es waren die Clubs aus Bielefeld, Herford, Minden, Isselhorst, Gütersloh, Oerlinghausen und Lage vertreten, ja sogar aus Osnabrück und Ahlen war je 1 Radfahrer erschienen. Um 10 Uhr morgens war sammenkunft in Lage und machte die lange Reihe der nach einer kurzen Erholungspause angetretenen Corsofahrt durch die Stadt auf die zahllose Zuschauermenge sichtlichen Eindruck. Dann gings gemeinschaftlich per Rad über Lopshorn, Dörenschlucht und Donoverteich nach Hiddesen und zu Fuß zum Hermannsdenkmal, wo auf der Grotenburg ein köstliches Mittagsmahl der Ritter vom Stahlroß harrte. Gegen.5 Uhr hielten die Radfahrer Einzug in die Residenzstadt Detmold und nach kurzer Treunungs=Pause flogen die Kameraden nach allen Windrichtungen auseinander. Ein Zug von etwa 15 Mann fuhr über Pivitsheide nach Bielefeld unter Führung des Fabrikanten N. Dürkopp von hier, welcher seinem Dreirade so viel Ehre anthat, daß mehrere Zweiradfahrer nicht mitkommen konnten und die 31 Kilometer von Detmold bis hier in der kurzen Zeit von 1% Stunden zurückgelegt wurden. Vielefeld, 4. Ott.(Feuer.] In Hause der Frau Kruger hier, Walkenweg Nr. 8, entstand gestern vormittag 11 Uhr auf noch nicht aufgeklärte Weise ein größeres Feuer. Trotzdem die Feuerwehr des V. Kantons bald zur Stelle war, brannte das gejährdete Haus bis auf die Umfassungsmauern nieder. §§ Bielefeld, 4. Oktbr.[Verhaftet.] Laut hierhergelangter Mitteilung ist der steckbrieflich verfolgte Pongehülfe Oswald Koschke, welcher seinen bisherigen Beschäftigungsort Freystadt(Nieder=Schlesien) am 4. vor. Mis. ohne Urlaub und wie sich nachträglich herausstellte, nach Unterschlagung von Postkassengeldern verlassen hatte, am 13. desselben Monats ergriffen und der zuständigen Gerichtsbehörde überwiesen worden. = Bielefeld, 4. Oktbr.[Schöffen.] Für die Schöffengerichtssitzung am 6. d. Mts., morgens 9 Uhr, sind der Oekonom Ludwig Myer zu Sieker in Heepen und Kaufmann Adtian Caf'anien hier als Schöffn bestimmt. u- Hamm, 2. Ottbr.[Ueder das Märkische Lehrer=Gesangfest,] über das wir schon in unserer (Fortsetzung folgt.) Die Hünenburg bei Bielefeld. Von Dr. Aug. Deppe. Indem ich schließlich zur Hünenburg bei Bielefeld zurückkehre, mache ich noch auf einen Umstand aufmerksam, der von den Altertumsforschern beachter zu werden verdient. We dir Bielcfelver Gebirgsschlucht sich in die Ravensbergische Soszugschn.. u der Hünenburg auf der #### eine bedeutende Zahl von Hünengräbern. Im Sommer 1820 enthob man denselben 23 Urnen, von denen die unbeschädigten nach Bielefeld, zur weiteren Beförderung nach Berlin, gekommen sein soll n.— Auch unterhalb der Hochwarte auf dem Ebertsberge sieht man beim Bartelskruge, sowohl in der preußischen als auch in der lippischen ## eine Anzahl von Urnenbügeln. Im September 1oe1 neß Fürstl. Lipp. Regierung durch den Justizamtmann Plage in Oerlinghausen einige derselben öffnen. In jedem Hügel zeigte sich ungefahr 4 Fuß tief unter der Erde eine Urne; nachdem die erste verunglückt war, bekam man eine zweite ganz heraus, welche uneröffnet nach Detmold geschickt wurde, nebst den Bruchstücken der andern. Letztere bestanden aus einem rohen mit Granitsande vermischten Thone, hatten die Dicke gewöhnlicher Dachziegel und zeigten auswärts auch deren draunrote Farde. Die unverletzt gebliebene Urne, 10 Zoll toch, die Oeffnung 8, der Bauch 11½, der 4½ Zoll im Durchmesser, war aus freier Hand gemacht, die Masse etwas feiner und ihre Farbe schwarzgrau. Beide Urnen zeigten sich mit Sand und kalzinierten Knochenresten angefüllt, zwischen welchen sich auch noch einige ganz kleine Kstztenrest: befanden. In der unbeschädigt gebliebenen Urne lag umgestürzt, fest in den Sand gedrückt und selbst mit Sand angefüllt ein kleines Gefäß von der Form und Masse der großen, eiwas über 2 Zoll hoch, in der Mündung 2, Ein drise Häge i Boden 1% Zoll breit. Bgochen putei enthielt unter einem kleinen Hausen von 116 Ligien dig.. 2a von Bronze, 7 Zoll lang und darüter veisebden.(Ehrig Pnopie und einem Blatichen den Barus schlug, Lenge 1822, S. 226—27). Penann Im November 1885 nahm Hr. Kaufm. F. W. Ober in Oerliughausen, zufolge einer Bitte, weiterhin diejenige Haidefläche in Augenschein, auf welche vom Lager am Tönsberge her, zwischen den Barkhauser und Wistinghauser Vorbergen, die mit dem Namen Schling bezeichnete Schlucht sich in die Senne öffnet. Er fand auch diesen Platz, bis zur Quelle des nach Stukenbrok fließenden Fordelerbaches hinab, mit zehn großen Urnenhügeln besetzt. Dieselben sind von Menschenhand aus dem Sandboden aufgeworfen, haben eine Höhe von 6—10 Fuß und einen unteren Durchmesser von 30—40 Fuß. Sie befinden sich in ungleichen Abständen von einander, und ohne irgend eine Regel über die Fläche etwa auf tausend Schritt hin verteilt. Ober war so freundlich, mir einen Situationsplan dersenden zu übersenden; die beiden der Schlucht zunächst liegenden Hügel habe ich selbst 1867 geseben. Was die Entstehungszeit dieser Grabbügel betrifft, so war sie jedenfalls vor dem Jahre 803 n. Chr., in welchem Karl der Große zu Selz mit den Sachsen einen dauernden Frieden schloß, wodurch er sie zwang allgemein das Christentum anzunehmen, und ihnen unter Androhung der Todesstrafe verbot, bei den heidnischen Grabhügeln an den Landstraßen ihre Toten zu verbrennen und deren Asche daselbst einzusenken(Caroli M. Capitulatie de partibus Saronise W. XXI.) Daß nun in jener vorchristlichen Zeit die nordöstlichen Anwohner des Osninggebirges ihre verstorbenen Angehörigen, anstatt in die Nähe der zu den Hagen führenden belebten Landstraßen, um das Andenken möglichst lange zu erhalten, im Gegenteil durch das Gebirge in die einsame Senne gebracht haben sollten, ist ebenso wenig anzunehmen, als daß die spärlichen Bewohner dieser arnien Haidegegend selbst, welche in einer Urkunde vom 11. Jan. 1279 noch solitucko genannt wird, ihre Toten in einer so ausgezeichneten, viele Hände und Zeit erfordernden Weise, nahe dem Gebirge bestattet haben sollten(Lipp. Keg. von O. Preuß und A. Falkmann, Nr. 384.) Vielmehr läßt sich eine Beziehung dieser Hünengräber, unterhalb des Tönsberger Lagers, unterhalb der Hochwarte auf dem Ebertsberge, unterhalb der Hünenburg bei Bieleseld, zu den genannten Befestigungen selbst denken, und mit Wahrscheinlichkeit vermuten, daß die beim Angriff auf diese Plätze gefallenen Krieger nach beendigter Schlicht hier von ihren Gameraden in ehrenvoller Wese beerdigt worden sind. Je ein Trupp warf zum Andenken seiner Toten einen möglichst großen Hügel auf; man trug aus dem Walde dürres und anderes Holz zu einem Scheiterhausen auf den Hügel zusammen; die geschickteste Hand formte aus der am nächsten gefundenen Thonerde eine Urne nebst einem Krüglein als deckel; und wenn nun das Feuer dir auf den Holzstoß gelegten Leichname verzehrt hatte, dann Land die mit hineinese lice elice eie eice eice eene ce Aufnahme der Knochenreste und Asche bereit, um schließlich damit angefüllt und mit dem Thränenkrüglein zugedeckt in den Hügel versenkt zu werden. C. D. Reymann's Karte des Großen Generalstabes, Berlin 1883, Bl. 105, zeigt den Namen„Barusschlacht“ zwischen Stukenbrok und dem Schlinge, eben da, wo die zuletzt beschriebenen zehn Urnenhügel auf der Haide sich befinden. Allerdings mußte in dieser Bergschlucht sich der Sonnabend=Nummer berichteten, wird uns von anderer Seite geschrieben: Am 3°. September feierten die märkischen Lehrer ihr diesjähriges Gesangfest in Hamm, der altehrwürdigen Hauptstadt der Mark. Vor nunmehr 44 Jahren hatten sich die märkischen Lehter zu gleichem Zwecke in dieser Stadt versammelt und hatten damals die dohe Ehre, vor Sr. Maj. dem Könige Friedrich Wilhelm IV. ihren Gesang hören zu lassen. Dieser weilte gerade zu jener Zeit mit seiner Gemahlin in Hamm.— Schon am 29. September hitte sich eine beträchtliche Zahl von Lehrern eingefunden, es wurden bereits an diesem Tage— morgens wie nachmittags— mehrere Versammlungen abgehalten. Den Glanzpunkt des ganzen Festes bildete der Vorabend des eigentlichen Festtages. An demselben versammelten sich die bis dahin eingetroffenen Besucher des Festes sämtlich in der „Harmonie". Von hieraus bewegien sich gegen 8½3 Uhr alle Festgenossen nach der Wohnung Sr. Excellenz des Staatsministers a. D. Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. Falk, um dem bekannten Wohlthäter der Schule und Lehrer ein Ständchen zu bringen. Nach üblicher Begrüßung und Absingung einiger Lieder, dankte S. Excellenz in warmen Worten für die ihm dargebrachte Ooation, hob dabei auch u. a. hervor, daß es ihm wohlthue und ihn allezeit auss. höchste befriedige, daß er das, was er seiner Zeit für die Volksschule thun konnte, auch gethan habe. Er schloß seire unter vielem Beifall ausgenommene Rede mit einem Hoch auf den Märkischen Lehrergesangverein. Nach der Verabschiedung eilte wieder jeder zur„Harmonie", wo nun noch der übrige Teil des Abends bei gemütlichem Zusammensein verlebt wurde. Kaum arer hatte man sich hier wieder niedergelassen, als die ganze Versammlung plötzlich auf das freudigste überrascht wurde: Dr. Falk hatte sich eingesunden! Alle Versammelten erhoben sich von ihren Sitzen und bewillkommneten den hohen Gast aufs herzlichste. Erst in später Abendstunde trennte sich die große Festversammlung. Am folgenden Tage fand bald nach 8 Uhr morgens in der großen evangelischen Kirche zu Hamm unter Leitung des Dirigenten Musiklehrers Knabe vom Seminar in Soest— die Hauptprobe statt. Nach derselben sah man auch schon die verschiedenen Ehrengäste hera fahren. Als solche waren erschienen Regierungs und Schutrat v. Ciriaci=Warntrup aus Arnsberg, Regierung= und Schuirat Hennig cus Münster, Seminar=Direktor Fix aus Soest und viele andere. Um 11 Uhr begann in der schon genannten Kirche vor einer zahlreichen Zuhörerschaft das eigentliche Konzert, das in seinen einzelnen Teilen wirklich meisterhaft vorgetragen und mit vielem Beifall ausgenommen wurde. Nach beendigtem Konzert vereinigten sich die meisten der FeitteilK Kampf um das oberhalb gelegene Varianische Sommerlager am größten und hartnäckigsten entfalten. Doch ist zu bemerken, daß auch alle anderen von Varus besetzten Plätze, die Hochvarte auf dem Ebertsberge, die Hünenburg bei Bielefeld, der Posten auf dem Vierenberge bei Salzuflen, das Lager auf dem Amtsberge bei Vlotho, die Schanze im Siekholz bei Schieder, der Lagerplatz zu Horn, und gewiß noch einige andere, in ähnlicher Weise erstürmt werden mußten, daß mithin der Streit in einem größeren Umkreise entbrannt, bevor man mit vereinten Kräften, seitens der Cherusken, der Angrivaren, der Ansibaren und Brukteren, auf den Hauptzug des Varus losgehen konnte. Das sagt auch Div. LVI, 19, mit den Worten:„Nachdem sie die bei ihnen befindlichen Soldaten, die ein Jeder sich früher erbeten, getötet hatten, rückten sie auf ihn los, als er schon in Wäldern steckte, aus denen schwer zu entkommen war. Und da auf einmal zzeigten sie, daß sie Feinde, nicht Untergebene seien, und vollbrachten des Schrecklichen viel.“ Wir haben demnach die Varusschlacht nicht etwa als den Kampf des einen Kriegsheeres gegen das andere anzusehen; sondern dieselbe war eine Volkserhebung gegen ausländische Unterdrücker. Taritus in den Ann. XIII, 55, nennt sie geradezu die„Cheruskische Rebellion.“ In diesen Aufstand brachte Arminius, der nicht am wenigsten vom Drucke seiner römischen Freunde litt, durch eine Verschwörung mit Schlauheit und Kriegserfahrenheit den richtigen Plan zum allseitigen Vorgehen. So wurde zu Anfang bei Erstürmung der römischen Lagerplätze, wie wir aus Vell. II, 119, ersehen, dieselbe Kriegslist angewandt, welche Arminius fünf Jahre später gegen Cärina bei Delbrück gebrauchte, und die er für den folgenden Schlachttag auch seinem Oheim Inguiomar (Tac. Ann. A, 65), nämlich die Römer ruhig ihren Aufbruch beginnen zu lassen, und dann im rechten Augengrund Freihe in diesem neitskampfe gefallenen Streitern die Grabhügel mit ihren Urnen in der Ravensbergischen Senne als ehrwürdige Andenken geschont und erhalten bleiben; möchten diese Zeilen auch zur weiteren Nachforschung auf dem klussischen Boden des Teutoburger Waldes anregen. blicke auf, die, gestrackt Linie der Marschierenden und zuzleich auf die Nachyar im Tuger den Angriff zu machen. Zur Erstürmung der Hünenburg dei W lese .. Je. Eestatmung drr Hunenduig bei Bielefeld werden sich die Angrivaren an der östlichen Seite des Gebirges und die Ansibaren an der westlichen, mit einem Worte die Ravensberger, treu geholfen haben. Tacitus berichtet daß sie den römersreundlichen Fürsten Loiokal so lange gesesselt hielten, dis sie mit dem Feinde # Blotho, 3. Oktbr.[Altgermanische Ring= lager bei Vlotho.] Es ist in letzter Zeit in der „Westf. Zig.“ die Hünenburg bei Bielefeld von sachkundiger Seite beschrieben, auch hier bei Vlotho sind derartige Ueberreste noch vorhanden, welche von einem früheren, jetzt verstorbenen hiesigen altertumskundigen Bürger folgendermaßen kurz beschrieben worden sind:„Die Wälle auf der sogenannten Schw denschanze, in dem Schanzenbusche auf der Eber öde, (ca. 2000 Schritt in westlicher Richtung vom Amthausberge) und die Wälle der Hünenburg auf dem Rahlbruche bei Vlotho, sind nach meiner Aufnahme, Vermessung und Vergleichung altgermanische Ringwälle, die teils zur Verteidigung, teils zu Kulturzwecken gedient haben mögen.“ Der Schloßberg oder Bollwerksbrink, Schloßstelle, Burgstelle bei Holtrup(Vößen) an der Weser bei Vlotho enthält altgermanische Ringwälle. Bei einer im Jahre 1673 von. dem Münsterschen Bischof Bernhard von Galen, zwar ohne Erfolg ausgeführten Belagerung des Schlosses zu Vlotho (Amthausberg) wurde letzteres von der vorerwähnten Schwedenschanz: aus beschossen. Kleine Mitteilungen. „fehlenden Kesselstein"] erzählte die „N. St. Z.“ ein lustig Stücklein, das ausdrücklich noch von ihr als wahr verbürgt wird: Ein Bürger hat seine Maschinenanlagen durch den betreffenden Beamten revidieren lassen und dieser ihm in dem Revisionsbuche vorschriftsmäßig bemerkt, daß dieselben in gutem Zustande, daß der Kessel in Ordnung sei, und hinzugefügt:„Kesselstein nicht vorhanden". Das Revisionsbuch wird von dem Polizei=Büreau nach Kenntnisnahme dem Betreffenden durch einen Schutzmann zurückgestellt, der über den Inhalt sich ebenfalls informiert hat und bei der Uebergabe bemerk::„Es wäre ja alles in bester Oronung, wie sich das bei Herrn N. auch von selbst verstände— für die Kleinigkeit, den fehlenden Kesselstein, aber würte hoffentlich der Herr, um Weitläufigkeiten zu vermeiden, baldigst sorgen.“ Welches ist Antwort: Räisel=Frage. die geschmackoollste Kunst? nedmer wieder in der Festmabl, bei dem no herrschte. Der erste unserm allverehrten### solgten dann noch ver mittags wurden aud nach Berlin hin abge Kaiser, das andere v. Goßler. Gegen 5 man nahm nun noc Hamm in Augenschein erreicht, und die ab meisten Besucher des * Beckum, 3 heit.] Die„Beck.? Angelegenheit begiebt u. s. w. nach Berlin werden sich derselben hat man das Projekt und wird beabsichtigt, (Die Bahn müßte in Drehungen machen. gegeben, daß ein Li Weise sich für die B sichtigen ist jedenfalls komitee's, welches a Großgrundbesitzers d gedenis. * Recklinghe Dienstjubiläun 17. d. M., feiert A 50jähriges Dienstjubi Folgen hätte nach sich woch abend in dem Die dort hängende P das Petroleum ergoß boden. Mir Hülfe d zeitig gedämpft. * Münster, 2 Münster=Waren den letzten Wochen ein Mit dem Vorstrecken Telgte in der Nähe? Drei Kieszüge, bericht tagtäglich bis über Wersebrücke bei Nobit Dortmund geliefert w für die Aufstellung die nahe vollendet und wi etwa 3 Wochen beend auf der Strecke von h daß die Eröffnung we folgen kann. Der M bau deshalb ins S nötigen Schienennäge rechten Glauben beime man aber offen davon. * Münster, 3 der Ausschachtung des gebäudes vor dem Höl begonnen. Ebenso w Vorarbeiten für die A griff genommen. * Soest, 30. Set Heute abend hat der Gescäfte mit einem schossen, und zwar in derselben Wie in tat Unvorsichtigkeit oder# billigen und darum vi befindlichen Waffe zu lt„Rt.=W. Ztg.“, u doch hat sich die Kugel das Lben der Patiei haftet worden. * Buer, 28. S Marienthor(Ausgang heutige Amtsversammli Die Vicarie B. M. V grundstücks pro Ruthe Kreisen eine„Beihül spendet wird. Die G noch aus. * Essen, 30. S verordnetensaal. hat, laut„Ess. V.=3 Sitzungssaales im Rat den Kaiser, Kronprin storbenen Oberbürgerm sind gestern Abend bie * Köln, 1. Ol schaftliche Prüfu Militärdienst, welche a nahm, wieder ein klägl Leuten, die sich angem von diesen wurden nach mündlichen zugelassen Berechtigungsschein. • Köln, 28. S in der deutschen schweizerischer Offizier, garnisonierende hohenz ein. Derselbe ist auf! seine Landesuniform w Dienste herangezogen u die„Rh.= und Ruhrzt mann in seine Heim 65. Regiment attachi ursprünglich in aussie aus dem Prot Zu der heu Mitglieder vorschrift Vorlesung des Proto ordnung wie felzt e 1) Der Vorsi handlungen des 11. bureau zur Einsicht 2) Der vorge Imrecke über die A abgeschlossen ist, wu aus den Mitteln des 3) Als Vertre Schöffen= und Gese Wessel, Theodor Cal 4) Zur Servi und Bock als Mitgli 5) Die Rechn charpiert, 6) desgleichen 7) Dem Rechbildungsschulkasse fü 8) Die Sero chargiert,* 9) desgleichen die Rechnung der Mädchen=Vereins zu arbeiten für 1885/6. 10) Zar Au nachbewilligt. 11) Für verse 1885 86 der Armente 83 Mik. 17 Pfg. na# s dec wirklichen Aussteit besfüirchten losten, abrersport.] für den Gauverband tatt. Dem mit großer für diese durch de ende Tour und dem es wohl zu allermeist ner eine so große war s aus Bielefeld, HerOerlinghausen und und Ahlen war je r morgens war Zulange Reihe der nach nen Corsofahrt durch nenge sichtlichen EinRad über Lopshorn, diddesen und zu Fuß otenburg ein harrte. Gegen. 5 Uhr esidenzstadt Detmold ogen die Kameraden Ein Zug von etwa Bielefeld unter hier, welcher seinem ehrere Zweiradfahrer Kilometer von Det% Stunden zurückr.] In Hause der ntstand gestern vore Weise ein größeres Kantons bald zur is bis auf die Umaftet.] Laut hierich verfolgte Pongebisherigen Beschäfam 4. vor. Mis. herausstellte, nach verlassen hatte, am uständigen Gerichtsöffen.] Für die morgens 9 Uhr, eker in Heepen und chöff n bestimmt. das Märkische schon in unserer von anderer Seite ten die märkischen damm, der altehrunmehr 44 Jahren em Zwecke in dieser die hohe Ehre, vor 1 IV. ihren Gesang zu jener Zeit mit am 29. September hrern eingefunden, morgens wie nachabgehalten. 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Im Laufe des Nachmittags wurden auch noch zwei Begrüßungs=Telegramme nach Berlin hin abgesandt, das eine an Se. Majestät den Kaiser, das andere an Se. Excellenz den Kultusminister v. Goßler. Gegen 5 Uhr wurde die Tafel aufgehoben und man nahm nun noch die Sehenswürdigkeiten der Stadt Hamm in Augenschein. Damit hatte die Feier ihr Ende erreicht, und die abgehenden Abendzüge brachten schon die meisten Besucher des schönen Festes wieder ihrer Heimat zu. * Beckum, 30. Sept.[Eisenbahnangelegenheit.] Die„Beck. Ztg.“ schreibt:„In der Eisenbahn= Angelegenheit begiebt sich eine Deputation von Soest, Beckum u. s. w. nach Berlin. Die Herren Landräte beider Kreise werden sich derselben anschließen. Wie uns mitgeteilt wird, hat man das Projekt Beckum=Lippborg=Soeft fallen lassen und wird beabsichtigt, Diestedde und Herzfeld zu berühren. (Die Bahn müßte in diesem Falle allerdings einige scharfe Drehungen machen. D. R. d. Gl.) Als Grund wird angegeben, daß ein Lippborger Großgrundbesitzer in keiner Weise sich für die Bahn interessieren könne.— Zu berücksichtigen ist jedenfalls die Thätigkeit des Werler Eisenbahnkomitee's, welches auch ohne die Mitwirkung des betreff. Großgrundbesitzers die Linie über Lippborg festzuhalten gedenkt.“ * Recklinghausen, 1. Okt.[50jähriges Dienstjubiläum— Unfall.] Am Donnerstag, 17. d. M., feiert Amtsgerichtssekretär Franz Unger sein 50jähriges Dienstjubiläm.— Ein Unfall, der leicht böse Folgen hätte nach sich ziehen können, ereignete sich am Mittwoch abend in dem Ladenraum des Schneiders Sch. hier. Die dort hängende Petroleumlampe explodierte plötzlich und das Petroleum ergoß sich brennend über Ladentisch und Fußboden. Mit Hülfe der Nachbarn wurde das Feuer rechtzeitig gedämpft. * Münster, 2. Okt.[Die Arbeiten an der Münster=Warendorfer Eisenbahn] haben in den letzten Wochen ein etwas rascheres Fortkommen gezeigt. Mit dem Vorstrecken des Oberbaues ist man bereits hinter Telgte in der Nähe der Station Ewerswinkel angekommen. Drei Kieszüge, berichtet der„Münst.=Anz.“, verkehren schon tagtäglich bis über Telgte hinaus. Die Eisenteile für die Wersebrücke bei Nobiskrug, welche von der Firma Jucho in Dortmund geliefert wird, sind ebenfalls angekommen. Das für die Aufstellung dieser Brücke erforderliche Gerüst ist beinahe vollendet und wird die Aufstellung des Eisenwerkes in etwa 3 Wochen beendigt sein. Hoffen wir, daß die Arbeiten auf der Strecke von hier bis Warendorf so gefördert werden, daß die Eröffnung wenigstens dieses Teiles im Dezember erfolgen kann. Der Mitteilung, daß die Arbeiten am Oberbau deshalb ins Stocken geraten seien, weil es an den nötigen Schienennägeln gefehlt habe, können wir keinen rechten Glauben beimessen; in Telgte und Warendorf spricht man aber offen davon. * Münster, 30. Sept.[Archivgebäude.] Mit der Ausschachtung des Bodens für den Bau eines Archivgebäudes vor dem Hörsterthor hat man vor einizen Tagen begonnen. Ebenso wurden, nach dem„Westf. Vbl.“, die Vorarbeiten für die Anlage einer neuen Badcanstalt in Angriff genommen. * Soest, 30. Sept.[Unglück mit Schießwaffen.] Heute abend hat der Lehrling eines unserer ManufakturGescäfte mit einem Revolver auf die Ladengehülfin geschossen, und zwar in den gerade geöffnet gehaltenen Mund derselben Wie in tausenden Fällen, liegt auch hier nur Unvorsichtigkeit oder thörichte Tändelei mit dieser leider so billigen und darum vielleicht in so vielen underufenen Händen befindlichen Waffe zu Grunde. Drei Aerzte bemühten sich, It„Rt.=W. Zig., um das beklagenswerte junge Mädchen, doch hat sich die Kugel noch nicht gefunden. Hoffentlich bleibt das L.ben der Patientin erhalten. Der Thäter ist verhaftet worden. * Buer, 28. Sept.[Das Amtshaus] wird am Marienthor(Ausgang nach Westerholt) erbaut, so hat die heutige Amtsversammlung mit 7 von 12 Stimmen beschlossen. Die Vicarie B. M. V. erhält als Verkäuferin des Baugrundstücks pro Ruthe 23 Mark, während aus InteressentenKreisen eine„Beihülfe zum Bau“ von 1100 Mark gespendet wird. Die Genehmigung der Kirchenbehörden steht noch aus. * Essen, 30. Sept.[Schmuck für den Stadtverordnetensaal.] Der Geheime Kommerzienrat Krupp hat, laut„Ess. V.=Ztg.", zur Ausschmückung des neuen Sitzungssaales im Rathause vier große Oelgemälde geschenkt, den Kaiser, Kronprinzen, Fürsten Bismarck und den verstorbenen Oberbürgermeister Hache darstellend. Die Gemälde sind gestern Abend hier eingetroffen. * Köln, 1. Oktbr.[Auch hier hat die wissenschaftliche Prüfung] für den einjährig= freiwilligen Militärdienst, welche am 27. vorigen Monats ihren Anfang nahm, wieder ein klägliches Ergebnis gehabt. Von 26 jungen Leuten, die sich angemeldet, stellten sich nur 20 zur Prüfung; von diesen wurden nach dem schriftlichen Examen nur 9 zum mündlichen zugelassen und von diesen erhielten nur 5 den Berechtigungsschein. • Köln, 28. Sept.[Ausländische Offiziere in der deutschen Armee.] Am 1. Oktober tritt ein schweizerischer Offizier, ein Sekondelieutenant, in das hier garnisonierende hohenzollernsche Füsilier Regiment Nr. 40 ein. Derselbe ist auf drei Jahre hierhin kommandiert, trägt seine Landesuniform weiter, wird aber im übrigen zu jedem Dienste herangezogen werden. Zu erwähnter Zeit kehrt, wie die„Rh.= und Ruhrztg.“ schreibt, ein schweizerischer Hauptmann in seine Heimat zurück, der seit einem Jahre dem 65. Regiment attachiert war. Letzterer verlängerte die ursprünglich in aussicht genommene Zeit seines Hierseins, um noch der Ausbildung der zehnwöchigen Ersatzrekruten beiwohnen zu können. Diese Ausbildungszeit, in welcher die Mannschaften bekanntlich mit den nötigsten kriegerischen Obliegenheiten vertraut gemacht werden, war besonders geeignet, nochmals in kürze ein Bild von der deutschen militärischen Ausbildungsmethode zu erhalten. Diese Kommandos beweisen nicht nur das gute Einvernehmen zwischen der Schweiz und Deutschland, sondern besonders auch das hohe Ansehen, welches unsere Armee bei den Schweizern genießt, die ja noch bis vor kurzer Zeit ihre Offiziere ausschließlich nach Frankreich schickten. Ein tärkischer Offizier defindet sich seit zweieinhald Jahren hier in Köln. Derselbe gehört zu jinen zwölfen, die für längere Zeit in die deutsche Armee eingereiht worden sind und auch die Uniform des Truppenteils tragen, dem sie zugeteilt sind. Mehmed Rahmi, so heißt der junge Ausländer, kehrt in etwa einem halben Jahre in seine Heimat zurück. * Düsseldorf, 29. Sept.[Brutalität.] Unter all den vielen Akten von Gewaltthätigkeit, über die wir— schreibt der„Düsseld. A.“— in den letzten Monaten haben berichten müssen, steht der folgende wohl als ein vereinzelter da. Ein Handwerker hatte vorgestern den „blauen“, Montag in so ausgiebiger Weise gefeiert, daß er eine Verhaftung wegen Trunkenheit über sich ergehen lassen mußte. Dadurch behindert, zur gewohnten Zeit in der Werkstatt zu erscheinen, wurde er von dem Meister, bei dem er in Arbeit stand, gestern entlassen, und dies brachte den Gesellen derartig auf, daß er spornstreichs zur Privatwohnung des Meisters lief, in der, wie er wußte, dessen Frau schwer krank darniederlag. Mit tierischer Wut stürzte er sich auf dieselbe und mißhandelte die Kranke so sehr, daß die Folgen der Brutalität noch gar nicht zu übersehen sind. Natürlich wurde der Unhold sofort der Polizei übergeben, aber— sitzt der„D. A.“ als Plaidoyer auf Einführung der Prügelstrafe hinzu— an dem eigenen Körper erfährt ers es leider nicht, wie es thut, wenn Hiebe auf einen Wehrlosen niedersausen. Industrie und Gewerbe. [Preisaufgabe für das Schuhmachergewerde.] Die in F. A. Günthers Zeitungsverlag in Berlin erscheinende„Deutsche Schuhmacher=Zeitung“(XVIII. Jahrgang) stellt nachfolgende Preisaufgabe:„Wie muß eine moderne Schuhmacher=Werkstatt, in welcher ein Meister mit 6 Gesellen und 2 bis 3 Lehrjungen arbeitet, ausgerüstet sein, um den Namen einer Musterwerkstatt zu verdienen? Derjenige, welcher die beste Arbeit einsendet, erhält den Preis von 40 Mark.“ Schlußtermin der Einsendung ist der 31. Dezember d. Is. Hierzu bemerkt das erwähnte Fachblatt:„Wir hielten diese Aufgabe für zeitgemäß, weil unsere Schuhmacher=Werkstätten oft noch sehr viel zu wünschen übrig lassen, ferner weil es noch so viele Schuhmacher giebt, welche sich nicht entschließen können, ja oftmals eine gewisse Scheu davor haben, zweckmäßige Hilfsmaschinen und Werkzeuge zur Erleichterung der Arbeit anzuschaffen.“ Gerichtesaal. * Kreuznach, 28. Septbr.[Eine liebenswürdige Schwägerin.] Vor einiger Zeit erhielt Staatssekretär v. Stephan von einer hiesigen Dame fortwährend Briefe, worin die liebenswürdige Schreiberin einen früher hier, jetzt in einer Stadt Westfalens angestellten Oberpostsekretär, ihren Schwager, beschuldigte, von einem hiesigen Schmiedemeister und Wagenfabrikanten für diesem zugewiesene SchmiedeArbeiten an Postwagen Geschenke angenommen zu haben. Als es Herrn v. Stephan mit den Briefen zu bunt wurde, sandte er dieselben uneröffnet an die Absenderin zurück, die sich daraufhin in ihrer Schreibseligkeit an die Oberpostdirektion in Koblenz wandte. Auf Antrag dieser Behörde wurde die Briefschreiberin wegen Verleumdung des obengenannten Beamten unter Anklage gestellt und dieser Anklage drei von den zahlreichen Briefen zu grunde gelegt. In ihren sämtlichen Briefen beteuert die Angeklagte, daß sie„nicht etwa aus Rache, weil ihr Schwager sie nicht geheiratet habe, sondern nur der Gerechtigkeit wegen“, die Anzeige erstatte. In der gestrigen Schöffengerichtssitzung blieb dieselbe aber jeden Beweis für ihre Behauptungen schuldig und wurde sie demzufolge, wie die„Kölnische Zeitung“ meldet, zu einer Geldstrafe von dreihundert Mark oder dreißig Tagen Gesängnis verurteilt. * Berlin, 2. Okt.[Der Doppelmörder Keller], welcher nach Ermordung seiner Herrschaft, der Schiffling'schen Eheleute, sich zwei Monate der Polizei zu entziehen gewußt, stand am Sonnabend vor den Geschworenen. Das Urteil lautete auf Todesstrafe. Keller hörte es ohne Zeichen äußerer Erregung an. 8 Vlotho, 1. Oktbr.[Kartoffelernte.] Ein recht reges und emsiges Treiben hat sich in den letzten 8 Tagen hier in den Gärten und auf den Feldern entwickelt, wo Jung und Alt mit dem Einernten der Kartoffeln beschäftigt ist. Der Ertrag dieser so wichtigen Fruchtgattung ist hier durchweg als ein guter, an vielen Stellen sogar ein recht reichlicher zu nennen, denn die Knollen sind im allgemeinen dick und das noch vor einigen Wochen befürchtete sogenannte Schwarzwerden hat sich erfreulicherweise nur sehr vereinzelt eingestellt, bei Kartoffeln, die von leichtem Boden herrühren, fast gar nicht. Dagegen ist der Weißkohl, die Steckrüben, Runkelrüben, Rüben u. s. w. in Folge der so lange angehaltenen Dürre nicht besonders gut geraten, daher ist eine reichliche Kartoffelernte um so erwünschter, als dadurch ein Teil des Viehsutters im nächsten Winter ersetzt werden kann, worin sonst wohl bei vielen Landleuten, durch das teilweise Fehlschlagen der Futterrüben ein Mangel entstehen könnte. Bis jetzt war es den Landleuten noch nicht möglich, ihre so sehr ausgedörrten Felder für die Roggenaussaat beackern zu können, hoffentlich wird nun aber der in diesen Tagen gefallene Regen den Boden einigermaßen erweicht haben, daß auch jetzt mit der Wintersaat rüstig vorgeschritten pechen konn. Vermischtes. [Die in allen Blättern] als vermißt ausgeschriebene Gräfin Armim, geb. von Sotzbeck, hat, wie aus Emmendingen in Baden der dortige„Hochb. Bote“ meldet, am 23. September abends die hienige Stadt passiert. Herr Samue! Moses Weil hierselbst hat mit der Dame gesprochen, wobei sie ihm u. a. mitteilte, daß sie von Offenbach komme und nach Waldkirch sich begebe. Die Mitteilung klingt nicht sehr glaubhaft. Zur Feier der Einweihung] der neuen Börse in Leipzig fand am Sonnabend abend, im großen Saale des Börsengebäudes ein Festmahl statt, an welchem außer den regelmäßigen Besuchern der Börse eine große Anzahl von Gästen teilnahmen. Der Börsenvorstand Banquier Edmund Becker brachte einen Toast auf den Kaiser und den König von Sachsen aus. [Von den bei dem Eisenbahnzusammenstoß] auf dem Potsdamer Bahnhof verunglückten Reservisten ist eln zweiter, der Gefreite Schachtlinger, seinen Wunden erlegen. Der Arme hatte eine Amputation des linken Beines zu erdulden gehabt und trug noch einen Gipsverband um das doppelt gebrochene rechte Bein. [Panik im Zirkus in München.] Bei der Sonnabend=Vorstellung in dem aus Holz aufgeführten Münchener Zirkus brach der Fußboden des zweiten Ranges, wobei zahlreiche Besucher hinabstürzten. Der allgemeinen Panik, welche infolge dessen zu entstehen drohte, beugte besonders die mitanwesende Prinzessin Gisela vor, indem sie dem Publikum zurief:„Seien Sie ruhig, es ist keine Gefahr!" Der Herzog Ludwig sorgte für die Verwundeten, von denen zwei junge Mädchen schwer verletzt sind. [Pasteurs Impfung.] Der Knabe Mathias Videau, am 24. Februar von einem tollen Hunde gebissen, am 25. von Pasteur in Behandlung genommen, am 5. März als geheilt entlassen, starb vor drei Tagen, genau sieben Monate, nachdem er gebissen worden, an der Tollwut. [Hungersnot.] In Westindien herrscht auf den holländischen Inseln Curagio, Aruba und Bonaira im Augenblick eine große Hungersnot; nicht nur ist die letzte Ernte gänzlich mißglückt, sondern die letzten Stürme haben auch arge Verwüstungen angerichtet und sast alle Fischerboote ver nichtet. [Ueberschwemmungen.] Dem Journal„Mail“ in Madras zufolge haben in dem Distrikt Godavery verheerende Ueberschwemmungen stattgefunden. Eine große Anzahl von Bewohnern der von der Ueberschwemmung heimgesuchten Dörfer wollte den Damm durchschneiden, um dem Wasser nach der entgegengesetzten Seite einen Abfluß zu schaffen. Die Bewohner der jenseits des Dammes liegenden Ortschaften leisteten indessen Widerstand. Es kam zu einem heftigen Zusammenstoß, wobei gegen hundert Personen getötet wurden. Handelsnachrichten. [Schienensubmission.] Nach Meldung der Voss. Z.“ aus Utrecht sind bei der Schienensubmission der Nieder= ländischen Staatsbahnen zwei Loose den Hörder Werken zugefallen und die belgischen Werke geschlagen worden. Dortmund, 2. Oktober. Das Entgegenkommen einiger Freunde hat es W. v. Born ermöglicht, seine Vergleichungsofferte auf 15 Prozent zu erhöhen. Der Gläubigerausschuß hat dieselbe für annehmbar erklärt und deren Annahme empfohlen.(„Elb. Z.“) [Konturseröffnungen.] W. Stephany, Modewarenhandlung, Bremen; Handler Alfred Joachim Hinrich Köpcke, Hamburg; Hausierer und Kaufmann Emanuel Os, Hannover; Andreas Hoffmann, Neckarau; Hermann Olschewski, in Firma D. Gehrke u. Sohn Nachfolger, Prökuls; F. Waschke, Sensburg; Wilhelm Regendanz, Inhaber der Handlung Ferdinand Blackmann, Solingen. Staatspapiere. Deutsche Reichsanleihe 106,60 Rh.=Westf. Rentbr. 4% 104,10 Preuß. Consols 3 1/% 104,—[Westf. Pfandbriefe 4% 104,— Berl. 3 ½% Stadt=Obl. 102, 80 Oesterr. Silberr. 4 ½% 68,90 Hamburg. Rente 3 1/2% 102,— Russisch. Anleihe v.1877—.— Lospapiere. Bad. Präm.=Anl. 1867 137,90 Hamdurg. 50 Rth.=Lose—.— Bayr. Präm.=Anl. 4%—.— Kurhessische 40 Rth.=Lose 298, Telegraphischer mitgeteilt von der Berliner Wechselbank, Herm. Friedländer& Sommerseld, Hofbankiers, Berlin NW, U. d. Linden 45. (Schlußkurse. 2% Uhr.) 2. Okt. Franzosen—.— Lombarden„„„— Oesterr. Kreditaktien 448,50 Diskonto=Kommandit. 210,90 Deutsche Bank 164,40 Darmstädter Bank 137,60 Westfälische Bank. 112,— Preuß. 4% Konsols 106,10 Oesterr. Gold=Rente 94,40 Ungar. Gold=Rente 84,75 Russen v. 1884 99.— Laurahütte 70,10 Ravensberger Spinnerei. 124,— Spinnerei Vorwärts 107.80 Russische Noten 195,00 Londoner Wechsel=Cours.„ 20,39 Amsterdamer„.. 168,50 Pariser„.. 80,65 Weizen Roggen Rüböl Spiritus pr. Okt.=Nov. 148,50 128.25 43,20 37.60 Braunschw. 20 Rth.=Lose 96,— Köln=M. Pr.=Al. 3 ½% 131,20 Goth. Präm.=Pfbr. 1. E. 107,80 Meinig. 7=Gulden=Lose 23,80 Preuß. 3 1/2% Pr.=Anl. 149,— Russ. Präm.=Anl. 1864 143,50 Rhein.=Westf. Industrie=Gesellschaften. Bochum. Bergw.=Ges.—.— Hörd.B.=u.Hütten=Ver. 23,40 Bochum. Gußftf. 102,— Luise Tiefbau...... 32,50 Dortm. Union St.=Pr. 45,90 Mechan. Weberei(Köln)—.— Gelsenkirchener Bergw. 105,— Phönix, Berg. u. H. Lit. A. 68,90 Hibernia....... 96,75 Westf. Drahtind.=Ver. 69.— Bank= und Kreditbank=Aktien. Barmer Bankverein. 100,—[Leipz. Kreditanstalt.. 172,80 Berg.=Märk. Bank.. 115,— Niedersächs. Bank.. 103,— Bremer Bank....—.— Norddeutsche Bank. 148.— Deusche Genossenschftsb. 133,50 Oldenb. Spar=u.Leihb. 149,— Dortmd. Bankverein.—.— Osnabrücker Bank—.— Essener, Kredit=Anstalt 103,— Reichsbank(3% Disc.) 138,40 Hannoversche Bank.. 118,10 Schaffh. Bankverein. 87,50 Hypotheken=Certifikate. Detmold, 2. Okt. Weizen 8,00 M., Roggen 6,75 M., Mengekorn 7,20 M., Hafer 6,(0 M., Heu 2,40 M., Stroh 2,00 M., Kartoffeln 2,30 Mt., alles pr. 50 Kilo, Rindfleisch, bestes, 1,10 M., Kalbfleisch, bestes, 1,00 M., Hammelfleisch 1,10 M., Schweinefleisch 1,20 M., Speck, geräuchert, 1,40 M., Butter 1,90 M., alles pr. 1 Kilo, Eier 10 Sick. 60 Pfg., Kartoffeln(Mäuse=) pr. Metze—,25 M., Rüben pr. Metze—.25 M., Aepfel pr. Metze—,30 M., Birnen pr. Metze—.— M., Wirsing pr. Sick.—,12 M., Weißkohl pr. Stück—,10 M., Rotkohl pr. Stück—,20 M., Zwetschen pr. Metze—.25 M, Zwiebeln pr. 25 Pfd. 1,— M. Münster, 2. Okt. Weizen 17,50 M., Roggen 15,00 M. Gerste 19,00 M., Haser 14,50 M., Buchweizen 18,00 M., Kartoffeln 7,00 M., Her 6,00 M., Stroh 5,00 M., gelbe Erbsen 27,50 M., weiße Bohnen 28,00 M., Rindfleisch 1,20 M., Schweinefleisch 1,20 M., Kalbfleisch 1,20 M., Hammelfleisch 1,20 M., Speck(geräuchert) 1,50 M., Wellenbutter 2,00 M., Faßbutter 2,00 M., alles pro 100 resp. 1 Kg., Eier, 60 Stück 3,00 M. Osnabrück, 2. Oktdr. Weizen 15,30—16,30 Mk. Roggen 12,50—13,30 Mk., Gerste 11,50—13,50 Mk., Haser 11,50—12,50 M., Alles pr. 100 Kilogramm. Köln, 2. Okt. Weizen, hiesiger loco 17,25, fremd. loco 18,50, pr. Novdr. 16 50, pr. März 17,05— Roggen loco hiesiger 14 25. pr. Novbr. 12,90, pr. März 13,30.— Hafer loco 13,50— Rüböl loco mit Faß 22,70, pr. Oktbr. 22 50. Familien=Nachrichten. Von unseren Abonnenten uns zugehende, erkennbar beglaubigte Familien= Nachrichten finden in dieser Rubrik Aufnahme.) Verlobt: Frl. Elisabeth Selhorst, gen. Eickholt, mit Hrn. Heinrich Selhorst, gen. Brünemann,(Herbern), Frl. Emma Woldrecht(Wickriede) mit Hrn. Karl Siveke (Minden. Vermählt: Hr. Heinrich Mayer(Bonn) mit Frl. Anna Schlege!(Bochum). Gedoren: Ein Mädchen: Hrn. Dr. Frank (Dortmund); ein Knabe: Hrn. Gottfried Lutter(Dortmund). Gestorden: Hr. Wilhelm Kastening, 38 J., (Herford). Meteorologische Beobachtungen. Bielefeld, 4. Oktober. Niedrigst. Stand der Thermometers während der Nacht+10°C Stand des Thermometers um 12 Uhr mittags..+ 18° C. Barometer: 759 mm Das Depressionsgebiet hat sich nach Nordosten hin gezogen und liegt jetzt über Skandinavien und Finnland. Ueber Central=Europa ist das Barometer gestiegen. Bei Norkostwinde ist der Himmel heute klar.— Das trockene heitere Wetter wird noch andauern. 4. Okt. 376,50 170,50 451,50 212.— 164 75 138,75 110,50 106.— 94.80 84.41 98.75 68,90 124.— 107,80 194.75 20,37 168,40 80.55 148— 128.50 47,20 37,60 Brusch.=Han.Hypbr. 4% 101. 80 DeutscheHypothekb. 4% 102,40 Goth. III.rzb. 110 3½% 98,20 Hamb.Hyp.rzb. 100 4% 102.— Pr. B.C. 5% unk. rz. 110 112,— „ B. Cr. 4% rz. 100 102.— „C.=B.C. 4%rz. 100 102,40 Stett.N=Hp. 4%rz. 100 101,50 Inländische Eisenbahn=Prioritäten. Berg.=Märk. 4 ½/%„—.— Köln.=M. Lit. A. 4 1/% 103.20 3 1/% Lit. A.zu. B. 101,—Rhein. 4½% 3. Em. 103,30 3 ½/% Lit. C.. 101.—Oberschl. 4 ½% Ltr. F.— Auszug aus dem Protokollbuche der StadtverordnetenVersammlung. Bielefeld, 29. September 1886. wi Zu der heutigen Stadtverordneten=Sitzung sind die Herren Biugneber vorschriftsmäßig eingeladen Nachdem die Sitzung mit Vorlesung des Protokolls vom 21. Juli d. J. eröffnet, ist die Tagesordnung wie folzt erledigt: 1) Der Vorsitzende teilte der Versammlung mit, daß die Verhandlungen des 11. Westfälischen Städtetages auf dem Magistratsbureau zur Einsicht offen lägen. Vertrag, welcher mit dem Fuhrunternehmer Imrecke Aüder die Abfuhr des Otraßenkehrichts und der Hausadfälle Uogrschossen ist, wurde genehmigt und die Summe von 2450 Mark aus den Mitteln des laufenden Etats bewilligt. 3) Als Vertrauensmänner zur Mitwirkung bei Herstellung der Taoffen= und Geschworenenliste für 1887 sind die Herren Emil Wessel, Theodor Calow und August Schlüter wiedergewählt. 5 44 Zu#„Servis=Deputation sind die Herren Oltrogge, Uebing un. Lru als Mitglieder gewählt. 5) Die Rechnung der ersten Bürgerschulkasse für 1885/6 ist dechargiert, 6) desgleichen die Rechnung der Vorschulkasse für 1885/6. 7) Dem Rechnungsleger der Rechnung der Handwerker=Fortbildungsschulkasse für 1885/86 ist Decharge erteilt 8) Die Serviskassen=Rechnung pro 1885/6 ist ebenfalls dechargiert,* 9) desgleichen die Rechnung des Wilhelm=Augusta=Stifte, sowie die Rechnung der Kasse der Stiftung des Bielefelder Frauen= und Mädchen=Vereins zur Förderung der Ausbildung in weiblichen Handarbeiten für 1885/6. Zar Ausführung des Lehrerbesoldungsrlaus sind 1110 Mk. nachbewilligt. .!) Für verschiedene aus den Rechnungsjahren 1881/35 und #### der Armenkasse zur Last fallende Beträge ist die Summe von vo mt. 17 Pfg. nachtewilligt. Neueste Nachrichten. Berlin, Sonntag, 3. Okt.(Telegramm.) S. M. Kanonenboot„Cyclop“, Kommandant Kapitänlieutenant Stuhenrauch, ist am 2. Oktober er. in St. Thomé eingetroffen und beabsichtigte, an demselben Tage wieder in See zu gehen. München, Sonntag, 3. Okt.(Telegramm.) Dem großen landwirtschaftlichen Zentralfeste Bayerns auf der Theresienwiese wohnte heute der Prinzregent mit den übrigen Mitgliedern des königlichen Hauses, sämtlichen Ministern, den Mitgliedern des diplomatischen Korps und den Hofchargen bei. Mehr als hunderttausend Personen aus allen Provinzen waren auf der Festwiese anwesend und begrüßten den Prinzregenten enthusiastisch. Paris, 3. Okt. Mehrfach wird der Gedanke angeregt, dem Herzog von Aumale, der wegen seiner Familienstellung nie Thron=Prätendent sein könne, zum Daak für seine großartige Schenkung die Rückkehr nag Frankreich wieder zugestatten.— Der vom revolutionären Central= komitee arrangierte starkbesuchte gestrige Meeting mit Punsch unter Rocheforts Vorsitz zur Feier der Freilassung der sozialistischen Agitatoren Roche und Duc Quercy und der Freisprechung ihrer kommunistischen Genossen Guesde, Lafargue und Susini war wieder eine wahre Orgie esch ontien Sichen und Büätiche. 1944 12) Für außerordentliche Einrichtungen im Rathaufe find 2500 Mk. nachbewilligt. 13) Der auf die Zeit vom 1. Juli d. J. bis 1. März k. I. fallende Betrag der Pension für den Rektor Weber zum Betrage von 1063 M. 75 Pf. ist nachbewilligt. 14) Für die Zeit vom 1. Oktob d. J. bis Ende März k. I. ist dem Rektor der 3. Bürgerschule, Herrn Wiegand, ein Wohnungszuschuß von 150 M extraoreinair bewilligt. 15) Auf den vom Magistrat schließlich noch als dringlich eingebrachten Antrag, dessen Dringlichkeit anerkannt ist, beschloß die Versammlung die Wahl der Herren Rentner Schmidt, Rentner Höcker, Kaufmann Overbeck und Kaufmann Eick als Schiedsmänner auf die Dauer von drei Jahren vom 1. Januar 1887 ab. v. g. u. Carl Gaute, Köhler, Dr. Steinheim, Oertmans, Harten, Protokollführer. Amtliche Bekanntmachungen für den Stadt= und Landkreis Bielefeld. Bielefeld, 1. Oktober 1886. In Grmäßheit des§ 2 des Statuts für die Verwaltung der gemeinsamen Kreis=Institute sind die Geschäfte des Vorsitzenden im gemeinsamen Kreis=Ausschuß des Stadt= und Landkreises Bielefeld, nachdem solche in dem abgelaufenen Geschäfte jahre vom 1. Oktober 1885 bis Ende September 1886 von dem Heren Landrat von Ditfurth wahrgenommen worden, für die folgende ein ährige Periode mit dem beutigen Tage auf den Unterzeichneten übergegangen, was biermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht wird. Der Vorsitzende das gemeinsamen Kreis= Ausschusses. Bunnemann, Oberbürgermeister. Brackwede, 30. September 1886. Diejenigen Personen, welche für das Jahr 1887 steuerpflichtige Wandergewerbescheine zu haben wünschen, haben sich bis spätestens Ende Oktoder d. J. in den Dienststunden in meinem Bureau zu melden. Solche, welche pro 1886 im Besitz von Gewerbescheinen sino, müssen diese vorlegen. Der Amtmann. Zittlow. handels=Register des Kgl. Amtsgerichts zu Bielefeld. — 3488 Die dem Kaufmann Wilhelm Stein in Bielefeld für die Firma Gustav Kramer daselbst erteilte Prokura ist erloschen, was bei Nr. 260 des Prokurenregisters zufolge Versüzung vom 1. Ottober 1886 vermeikt ist. Perstrigt 1g. Dienstag, den 5. d. A., nachmittags ½3 Uhr anfangend, werde ich vor meinem Hause Hallerweg 16 hierselbst Bettstellen, Tische, RohrOfen, mehrere Bilder, Nähmaschine, Spiegel, Wanduhr, Kommode, Schränke, Kanarienvogel und mehrere andere Gegenstände gegen gleich bare Zahlung versteigern. 3475 Preussische Tre. Klassen-Hetteris. Der Verkauf der Loose zu obiger Lotterie wird spätestens am Dienetag 5. d. M. abends 6 Uhr geschlossen. Königliche Lotterie-Einnahme Bielefeld. Carl Bertelsmann. 3452 Privat-Frauenklinik zu Düsseldorf behufs Vergrößerung nach Bismarkstr. 23a verlegt.— Sprech= Kunden daselbst 10—12 vorm., 3—4 nachm. 8454 Dr. Levis. 2819 Theodor Eryring, Minden, Ritterstraße 28, Colonial- und Materialwarenhandlung Restauration. Vorzügliches Bier und gute Speisen. Rademann's knochenbildender Kinder-Zwieback in Griesform, bestes und billigstes Nahrungsmittel für Kinder, erleichtert wegen seines hoben Gehalts an (nochenbilrenden Salzen besonders das Zahnen der Kinder. Preis per Büchse 1 M. Direkt bei Apotheker Rademann, Fordach in Lothr. Zu haben in Bielefeld bei 2891 Apotheker Poppe. A 9 9 A A ce Civilstand der Stadt Bielefeld. Beim Standesamte sind angemeldet in der Zeit vom 26. Sept bis einschließlich 2. Ottbr. 1886. Geboren: Wäschereibesitzer Wilh. Tewes, Koblenzerstr. 7 a, 1 S. Gerichtssekretair Josef Döring, Rohrteichstraße 4(Zwillinge) 2 T. Fabrikarb. Herm. Benter, Bürgerweg 48, 1 T. Fabrikarb. Heinr. Bartelvorth, Herforderstr 282, 1 T. Schlosser Heinrich Prigge, Rosenstr. 3, 1 S. Gymnasiallehrer Dr. Goebel, Waldhof 32, 1 S. Handarb. Aug. Nolte, Haller Weg 9, 1 T. Telegrapbenleitungsaufseher Carl Ottensmeyer, Kurzestr. 6, 1 S. Handarb. Heinr. König Friedrichstr. 68, 1 T. Tischlermstr. Ernst Schürmann. Ritterstr. 51, 1 T. Fabrikard. Wilh. Niekamp, Herforderstr. 206, 1 S. Fabrikard. Ald. Heinold, Rohrteichstr 65, 1 S. Fabrikarb. Bernhard Wietbölter, Nothpfortenstr. 16, 1 S. Handarb. Wilb. Poggenklas, Detmolderstr. 155, 1 S. Handard. Fr. Theismann, Wertherstr. 73. 1 T. Maurer Aug. Flake, Wertherstr. 106, 1 S. Schneider Wilh. Büsselberg, Wertherstr. 16, 1 S. Handarb. Aug. Linnert, Jöllenbeckerstr. 44, 1 S. Fabrikard. Wilh. Wiese, Kronenstr. 17, 1 T. Handarb. Dietrich Landwehr, Jöllenbeckerste. 41, 1 S. Schlosser Josef Weißen. bach, Friedrichstr 63, 1 T Schmied Eruard Spillmann, Kreuzstr. 8, 1 T. Schneider Theodor Wienands, Papenmarkt 8, 1 T. Sa. 24. Gestorben. Sohn des Kaufmannes Aug Barkey, Obernthorwall 18 1 J. 2 M. Sohn des Damastwebers Friedr. Buschmann, Eblentrupperweg 40, 2 M. 8 T. Näherin Lilly Gille, Rohrteichstr. 52, 18 J. Fabrikarb. Wilh Heizemann Kaiserstr. 26, 43 J. Tochter des Bäckers Gottlieb Bansmann, Markistr. 11, 1 M. 17 T. Sergeant Bernhard Grießbach, Detmolderstr. 72,23 J. Ww. Friederike Schwabedissen, Bleichstr. 40, 65 J. Schuhmachermeister Heinr. Lindewirt, Obernthorwall 10, 75 J. Totgeb. Sohn des Handard. Wilh. Schelp, Herforderstr. 252. Ww. Hanne Twele, Finkenstr. 28, 50 J. Tochter des Fabrikard. Johann Ulrich, Epinnereistr. 5, 9 M 22 T. Hechler Heinr. Grünewälder, Johanniethal 5, 43 J. Sohn des Schneiders Wilh. Büsselberg, Wertherstr. 16, 5 T Ehefrau des Handarb. Heinr König, Friedrichstr. 68, 25 J Sohn des Schlachters Ladwig Heitkamp, Rohrteichstr. 34, 18 T. Wirt Dietrich Papenbrock, Herforderstr. 29, 38 J. Sa. 16. Aufgeboten. Maler Albert Siege mit Wilhelmine Büker. Ziegelarbeiter Carl Ludwig Wilbelm Fercken und Helene Johanne Stulken, beide zu Wapeldorf. Schuhmacher Ernst Moritz Reibig zu Bielefeld und Lina Therese Zöhnisch zu Altenburg. Tischler Heinrich Heidemann und Friederike Breipobl. Comptorist Carl Himmler zu Gadberbaum und Johanne Benkert zu Bielefeld. Maurer Heinrich B im. diek und Catharine Sirp. Bäckermeister Hermann Hövener und Charlotte Tebbe. Zigarrenmacher Heinrich Ortmann und Johanne Beckel. Handarbeiter Heinrich Flöttmann und Friederike Kublmann. Tischler Heinrich Nienaber und Marie Gesing. Handarbeiter Heinrich Beckord u. Witwe Caroline Bodekamp geb. Becker. Lackierer Heinrich Petring und Emma Gebhard. Schriftsetzer Friedrich Pabde zu Bielefeld und Christine Tubbesing zu Gadderbaum. Leineweber Heinrich Pielsticker zu Theesen und Marie Ellerbrock zu Bielefeld. Musiker Friedrich Meise und Anna Schmidt. Schuhmacher Heinrich Scheele und Johanne Welland. Bäcker Heinrich Moning und Marie Dusing. Schuhmacher Karl Simon August Bentrup zu Bielefeld und Friederike Luise Juliane Busch zu Retzen. Sa. 18. Verehelicht: Stationsdiätar Carl Helmes mit Matbilde Lütkemeyer. Kaufmann Heinrich Böcker mit Emilie Friedhoff. Schuhmacher Florenz Wailke mit Anna Berghahn. Karshürner Wihelm Sening, mit sarbine Sprick. Lehrer Wilhelm Hofmann mit Charlotte Sprick. Postschaffner Jobann Seewald mit Gertrud Bischoff. Eisendreher Fraaz Krahwinkel mit Charlotte Kornfeld. Schlosser Carl Sievert mit Johanne Klausmeier. Bäcker Fritz Brünger mit Marie Aue. Schn ider Heinrich Steinbeck mit Henriette Meier. Plüschweber August Möller mit Caroline Hilker. Fabrikarbeiter Robert Jacob mit Maria Dopschall. Schmied Daniel Bündchen mit Johanne Diekmann Fabrikarbeiter Carl Blotenberg mit Pauline Schabbon. Sa. 14. Vereins=Nachrichten Dienstag: Vorwärts 8% Uhr Singen. Ges. Immergemütlich Versammlg Dilettanten=Klud Gesang 9 Uhr. Deutsche Eiche I 9 Uhr Gesang. A.=B.=V. Brackwede Vorstandssitze Turner=Feuerwehrkapelle 9 Uedung Gad. Stch. V. Brackwede 3 Uhr Rauchklub Oldenkolt 8 Uhr. Verein für Geflügelzucht 2c. 8½. Gadderbaumer Turnverein Turnst „Ult“ 9 Uhr Versammlg(Stobbe) Frisch geräucherten Rheinlachs. Feinsten Astrachan- und Ural-Caviar. ff. Braunschweiger Wurstwaren. Achte Frankfurter Siede-Würstchen. Dienstag früh eintreffend: Frische Schellfische auf Eis S Th. Wolpers. Schugenanterei Mittwoch den 6. Oktober abends 8 ½ Uhr 3470 Sitzung auf dem Johannisberge. zu haben bei J. D. Küster Nachf. Den Empfang der Modclinate zeigt ergebenst an Anna Rasch geb. Holste Nebelswall 11. Rebhühner und Gäuse, Zander und Seezunge, geräucherter Lachs und Aal, Kieler Bücklinge. Hermann Stromteldt. 3447 Wtn und Rozumatismen ##. ant, all Stüchts. Brust=, Hals= und ### uns Lainu u. 60 ul. 6s Felix Battig. Droguenhandlung, Markt 56. 3455 Wichtig für jeden Haushalt. Dr. Thompson's Geschäftr=Errfsnung. Mit dem heutigen Tage eröffnete ich Gadderbaum 61 eine Rind= und Schweine=Schlachterei. Unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung litte um geneigten Zuspruch. 3143 Cark Woge. Hierdurch zeige ich ergebenst an, daß ich das von meinem verstorbenen Manne geführte Geschäft meinem 3332** Sohne August übertragen habe.— Für das meinem ARRRRATNRRRGRSGEEEug bulien ditr b. 145e übertragen zu wollen. Hochachtungsvoll Witwe HI. Lindewirth. Auf Vorstehendes höflichst bezugnehmend, teile ich meiner verehrten Kundschaft hierdurch mit, daß ich von heute ab im Hause meines verstorbenen Vaters wohne, und mein Geschäft sowie das meines Vaters zusammen für alleinige Rechnung fortführen werde. Es wird nach wie vor mein Bestreben sein, mir durch prompte und reelle Bedienung das Vertrauen meiner Kundschaft auch fernerhin zu erhalten.[3451 Bielefeld, 2. Oktober 1886. Hochachtungsooll Schuhmachermeister, Obernthorwall Nr. 10. Im 2.: verloren. Der redliche Finder wu gebeten, denselben gegen gute lohnung in der Expedition abzu. geben. 3449 Ein schwarzbrauner Jagdhund. weißer Blesse, vier weiße Füße, weiße Schwanzspitze zugelaufen, der Eigentümer kann ihn gegen gabe der Kosten bei mir abholen. 3466 Heitbrink, Milse. Meiner werten Kundschaft zeige ergehenn an, daß ich jetzt Ober, wallstraße 26(neben der Harmenie) wohne. Achtungsvoll W. Mahler, Sattler u. Tapezierer. Modell- Ausstellung eröffnet. 25 Original-Modellhüte, sowie Copien von Pariser Hüten, dem seinsten Geschmacke entsprechend, sind zu mäßigen Preisen vorrätig. Sämtliche neue Mode=Erscheinungen für den HutPutz sind in großartiger Auswahl am Lager. Gewollte Seiden-Plüsche zum Kleider=Besatz Meter von Mark 3,50 an. Daniel Schlesinger. X X Gabelsberger Stenografen-Verein — 8456 Der angekündigte Stenografie=Unterrichtskursug wird innerhalb der nächsten 14 Tage beginnen, und werden diejenigen Herren, welche sich an dewselben noch beteiligen wollen, freundlichst ersucht, sich möglichst bald in die bei Herrn Hinze, Bahnhofstraße, aus gelegte Liste einzuzeichnen. billigstes und bequemstes Slendendweiße Wäsch. Große Ersparnis an Zeit und Geld. Dr. Thompson's Seisenpulver eignet sich auch vor nüglich zum Scheuern von Fuß rören. Thüren und Fenstern, sowie zum Reinigen von Ge# chirren. 12139 Per ½/8 Pfd=Packet 15 Pfg Zu baben bei: Carl Ol. trogge, Ed. Joachim. J. Saal. F. W. Ringsdorff. C. F. Eick meyer, C. F. Lohmann, H Grünewälder, Alb. Löwenstein Wilhelm Klemme, Wilh. Kottenkamp, Georg Wildbagen, Heinrich Limbach, W. Hülsmann, E. Kuithan, F. Gartemann. SO Einem hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, dass ich am heutigen Tage in meinem elterlichen Hause hier 12 Neumarkt 12 Wmn Möbl. 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Oktober 1886. auf sogleich eine Herren=Wohnung gut möbliert, abzugeben. Breitestraße 27, parterre. 1 Wohnung von 4—5 Räumen ist zum 1. April 1887 an ruhige Leute zu vermieten. 3457 Joh. Böhnert, Turnerstraße 23. Vermietung. Eine Wohnung, bestehend aus 6 Räumen nebst Zubehör, per ersten April 1887 zu vermeten. 3459 Piggenstraße 2. Zwei möblierte 3480 Zimmer mit voller Pension zu haben. Bürgerweg 42, 1. Etage. Ein hübscher, geräumiger 3471 Läden in bester Geschäftslage zum 1. April zu vermieten. Auskunft bei Herrn Kommissionär Schnelle hier. Ein junger Commis, 3281 in der Kolonialw.=, Destillation= und Samenhandlung en gros und en. detail erfabren, sucht Stellung. Offerten H. 100 postlagernd Lübbefe. Ein militärfreier junger Mann, welcher längere Zeit im Leinen=, Wäsche= und Konsektionsgeschäft in Bielefeld, Herford und M.= Gladbach gearbeitet und im letzteren noch thätig ist, sucht, gestützt auf beste Empfehlungen, per fofort gleiche oder ähnliche Stellung. Offerten unter Chiffre G. 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Eine möblierte 3460 Wohnung er Nähe der Kaserne sofort zu Ferd. Den dingen rchachundlen Lolt d. derinie für umn Animummt: Für die Küche des Hotels zu den 3 Kronen unter Leitung des Küchenchefs Herrn Hugo Werner werden 3473 2 Kochlehrlinge gesucht.„ 661 Näheres zu erfahren im Horct. Wir suchen per einen gewandten, zuverlässigen Juu Martin Blumaun& Co. 3477 Markt 9. Auf sofort ein tächtiger, zuverlässiger„ 3469 Kellner für Hotel und Restaurant gesucht. Von wem sagt die Erped. SINR Ein Korallen=Armband verloren. Gezen Belohn. abzug. 3444 Goldstraße 2 Karoline Blome Konrad Drexhage Verlobte. Ubbedissen. Asemissen. Oktober 1886. 3478 K Heute nachmittag ½4 Uhr verschied plötzlich meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger= u. Großmatter Agues Degen geb. Deppe im Alter von 66 Jahren, was wir Verwandten und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme hierdurch anzeigen. 3463 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. d. M, nachmittags 3½ Uhr statt. Bielefeld, 3 Okt. 1886. Die trauernden Hinterbliebenen. Gestern abend 11½ Uhr entschlief sanft nach längerm Leiden mein lieder Mann, unser guter Bruder, Schwager und Onkel, der Maurer August Rudolph im 45. Lebenejahre, was seinen vielen Freunden und Bekannten hiermit tiefbetrübt angezeigt wird. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. d. Mis., nachmittags 5 Uhr vom Trauerhause aus, Marktstraße 26, statt. 3472 Namens der Hinterbliebenen: Minna Rudolph. Bielefeld, 4. Oktbr. 1886. Stalt besoaderer Meldung. Heute Morgen 11½ Uhr entschlief sapft nach kurzem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, der Papierfabrikant Tritz Stenneberg im eben volleneten 44. Lebensjahre. Mit mir beweinen vier unmündige Kinder den herben Verlust. Freunden und Bekannten diese Traueranzeige mit der Bitte um stille Teilnahme. Stuckenbrock, 2. Okt. 1883 Marie Stenneberg geb. Schäfer. 3466 Die Beerdigung findet am Mittwoch morgen um 10 Uhr statt. Todes-Anzeige. (Statt besonderer Meldung.) Gestern abend endete ein sanfter Tod die langen schweren Leiden meiner inniggeliebten Frau, unserer guten Tochter, Schwester und Schwägerin 3456 Marie geb. Lüdemann. Greiz, 2. Oktober 1886. Heinr. Coburger. Elise Lüdemann, Hiloesheim. Hermann Reiche und Frau geb. Lüdemann, Hild esheim. Carl Lüdemann, Hildesheim. Osoar Naefe und Frau geb. Lüdemann, Greiz. Dr. E. Gerstenberg und Frau geb. Lüdemann, Hildesbeim. Rud. Lüdemann und Frau, Elsterberg. Beerdigung Montag 4. Oktober, nachmittags 3½ Uhr von der Leichenhalle. Der heutigen GesamtAuflage liegt eine Beilage des Versandt-Geschäfts Hey und Edlich, Plagwitz-Leipzig, bei, auf welche wir unsere geehrten Leser ganz besonders aufmerksam machen. Bach aunte an Basc. Lus and Lunan an 3. Biaise Prasiger ie Balsch.