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Januar 1811 als„Oeffentliche Anzeigen für die Grafschaft Ravensberg“. Zugleich Kreisblatt für die kreise Bielefeld und Halle i. W. Preis der Inserate: für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum für Inserenten am Platze 12 Pfg, für auswärtige 15 Pfg.; für Reklamen 50 Pfg.— Inserate werden in der Expedition und bei sämtlichen Annoncen=Bureaux angenommen. Bei Anfragen von auswärts über Inserate ist eine Briefmarke zur Autwort einzuseanden. Wancbelelunger guf die Werti, Auns (Bielefelder Tageblatt) für den Monat September zum Preise von 70 Pfg. werden noch fortwährend angenommen und die Nummern vom 1. September ab, soweit der Vorrat reicht, nachgeliefert. Die Expedition. * Zur Pester Jubelfeier. Die Hauptstadt Unganns feiert jetzt die zweihundertjährige Wiederkehr des Tages, an welchem sie durch die Tapferkeit der kaiserlichen Armee und der mit dieser verbündeten Truppen aus Bayern, Brandenburg, Sachsin 2c. für immer aus der türkischen Knechtschaft befreit wurde. Die Erstürmung von Ofen wird in der Geschichte immer als eine bedeutungsvolle Waffenthat und als Ereignis von großer politischer Wichtigkeit gelten, denn sie bedeutet den ersten großen und folgereichen Sieg in dem Angriffskrieg gegen die Türkei. Die Niederlage der Türken bei Wien gehört noch zum Verteidigungskrieg der Deutschen: von Wien's Befreiung ab wandte sich das Blatt, und die Erstürmung von Ofen bezeichnete auch den Wiedergewinn von Ungarn für den Kaiser des damaligen deutschen Reiches. Merkwürdig ist es allerdings, daß der in der Geschichte so bekannte Name Ofen jetzt von den Ungarn ganz beseitigt ist. Budapest heißt die ungarische Hauptstadt, weil das deutschklingende Ofen die magyarischen Ohren beleidigte. Der Namenswechsel ist Sache der Ungarn. Die Geschichte wird ihnen darin nicht felgen, sie wird immer von der Befreiung von Ofen reden, und sie ist schließlich die ausschlaggebende Macht. An die Jubelfeier haben sich, wie bekannt, allerlei Nationalitäts-Erörterungen zwischen Ungarn und Deutschland geknüpft, welche die Magyaren wegen ihrer Verfolgungssucht gegen alles Deutsche auch wirklich verdienten. Wir wollen nicht nochmals darauf eingehen, lediglich hoffen, daß die im ganzen ja auch für uns wenig angenehmen Auseinandersetzungen wenigstens etwas Gutes erwirken werden. Ungarn schadet durch antideutsche Politik am meisten sich selbst; Ungarn allein für sich würde schnell eine willkommene Beute den Russen werden; mit dem Deutschtum allein steht es und fällt es. Darin liegt auch die enge Zusammengehörigkeit von Deutschland=Oesterreich=Ungarn, die Festigkeit des Zweikaiserbündnisses. Wir wissen doch ganz genau, daß mancher Völkerstamm des österreichisch=ungarischen Doppelreiches uns sehr feindlich gegenübersteht; aber die eiserne Notwendigkeit vertreibt alle Sondergedanken und Sonderinteressen da, wo es auf die Hauptsache ankommt, und schweißt das beide Länder verbindende Band unzerreißbar zusammen. Wir wünschen gerade angesichts der Pester Jubelfeier von Herzen, die Ungarn möchten nicht nur des eisernen„Muß“ wegen unsere Verbündete sein, sondern aus virlicher Freandbschaft..trenf G. u=terndet Ein eigenes Zusammentreffen! Vor zweihundert Jahren wurde die türktische Macht, welche die abendlandische Kultur zu vernichten drohte, zurückgeschlagen, und auch heute droht wieder aus dem Osten eine Gefahr. Unbestimmt ist es heute noch, wann und wie sich das Gewitter entwickeln wird, aber daß einstmals von dort ein schwerer Sturm losbrechen wird, das ist ein dumpfes, bleiernes Gefühl, dessen ganz Europa sich bemächtigt. Wer vermag nach den Ueberraschungen, die wir seit einem Jahr, ja seit einigen Wochen nur erlebt haben, sicher zu sugeu, wie es in Europa in weiteren zwölf Monaten aussehen wird? Wir haben eine starke Friedenssäule an unserem greisen Kaiser, aber gerade jetzt zur Pester Feier ist der Mahnruf zur engen Einigkeit unter den verbündeten Bölkern angebracht. Der Sturm auf Ofen gelang nur gemeinsamer Kraft, engen Zusammenstehen verschiedener Stämme, das eine dringende Lehre! ist auch für heute noch Bulgarisches. Kaiser Alexander will keinen Ausgleich mit seinem Vetter, dem Fürsten von Bulgarien! Fürst Alexander hat eine Versöhnung herbeizuführen gesucht, der Czar hat sie schroff abgelehnt. Wenig freundlich gestaltet sich darnach die Zukunft des tapferen Bulgarenfürsten, sein Rücktritt wird fast unabweisbar. Fürst Alexander hatte unter dem 30. August ein Telegramm von Rustschuk aus an den Czaren gerichtet, über welches wir gestern bereits einen telegraphischen Auszug für einen Teil der Auflage unseres Blattes berichtet haben. Wörtlich lautet dasselbe: „Sire! Nachdem ich die Regierung meines Landes wieder übernommen habe, wage ich es, Ew. Majestät meinen ehrerbietigsten Dank auszusprechen dafür, daß der Vertreter Ew. Majestät in Rustschuk durch seine offizielle Gegenwart bei meinem Empfange der bulgarischen Bevölkerung gezeigt hat, daß die kaiserliche Regierung den gegen meine Person gerichteten revolutionären Akt nicht billigen kann. Gleichzeitig bitte ich um die Erlaubnis, Ew. Majestät meinen vollen Dank aussprechen zu dürfen für die Entsendung des Generals Fürsten Dolgorukow als außerordentlichen Gesandten Ew. Majestät. Indem ich die legale Gewalt wieder in meine Hände nehme, ist es mein erster Schritt, Ew. Majestät auszusprechen, daß ich die feste Absicht habe, jedes mögliche Opfer zu bringen, um die hochherzigen Intentionen Ew. Majestät unterstützen zu können, welche dahin gehen, Bulgarien aus der gegenwärtigen schweren Krise zu befreien. Ich bitte Ew. Majestät, den Fürsten Dolgorukow zu ermächtigen, sich direkt und sobald wie möglich mit mir zu verständigen, und werde glücklich sein, Ew. Majestät den sicheren Beweis unveränderlicher Ergebenheit gegen Ihre erhabene Person geben zu können. Das monarchische Prinzip hat mich genötigt, den gesetzmäßigen Zustand in Bulgarien und Rumelien wieder herzustellen. Da Rußland mir meine Krone gegeben, bin ich bereit, dieselbe in die Hände seines Souveräns zurückzugeben.“ Die Antwort des Kaisers lautet: „Ich habe das Telegramm Ew. Hoheit erhalten. Ich kann Ihre Rückkehr nach Bulgarien nicht gutheißen, da ich verhängnisvolle Folgen für das schon so sehr geprüfte Land voraussehe. Die Mission des Fürsten Dolgorukow ist inopportun geworden. Ich werde mich jeder Einmischung in den traurigen Zustand der Dinge enthalten, welche Bulgarin wieder überliefert ist, so lange Sie dort bleiben werden. Ew. Hoheit werden zu würdigen wissen, was Sie zu thun haben. Ich behalte mir vor, zu beurteilen, was mir das geheiligte Andenken meines Vaters, die Interessen Rußlands und der Friede des Orients gebieten.“ Man vergleiche den Ton beider Briefe, und es ist wohl unnötig, ein Wort weiter darüber zu verlieren. Der Haß des Czaren gegen seinen Vetter ist so groß, daß die Möglichkeit jeder Vermittlung von nun an außer Acht gelassen werden muß... A.2 u2 S.a. Wiederholt tritt angesichts des Briefes des Fürsten die Ansicht auf, er werde, wenn er nicht von einzelnen Mächten ganz bestimmte Versprechungen gegen Rußland erhalte, über kurz oder lang— vielleicht schon sehr bald— die Krone niederlegen. Die russischen Blätter äußern wiederum bestimmt, der Czar könne nie daran denken, definitiv auf Bulgarien zu verzichten. Nach weiteren Meldungen verstärkt sich diese Ansicht. Bulgarien allein, mit seinen Wühlereien im Iunern, Posthand stiots das ochobone Schmot darther hale tend, von England verlassen, von der Türkei aus Furcht vor Rußland aufgegeben, kann sich nicht halten. Fürst Alexander kann mit Ehren vom Thron steigen, die Macht der öffentlichen Meinung wird ihn hoch, hoch gegen den Czaren heben, gegen das bittere„Muß“ kann auch er nicht kämpfen. Die Tragödie ist ihrem Ende nahe. Mag nicht nur nochmals aus der bulgarischen Angelegenheit ein Kriegsschrecken für Europa entstehen! Deutschland nimmt den tiefsten Anteil an Alexander Battenberg, aber wie die Dinge liegen, bedeutete kräftige Hilfe einen sofortigen Krieg! Rußland hat das Spiel gewonnen!— Der russische Agent Bogdanow in Sofia ist einstweilen durch den Botschaftssekretär Nekliudow aus Konstantinopel ersetzt. An thatsächlichen Nachrichten aus Bulgarien liegen wenige vor. Es wird gemeldet: In Sofia hat nunmehr Oberst Mutkurow mit rumelischen Regimentern aufgeräumt und bei seiner Ankunft erst ist der Rest der aufrührerischen Truppen(etwa 2000 Mann) uach Macedonien zu entwichen. Der frühere Ministerpräsident Karawelow ist bei der ersten Verschwörung nicht beteiligt gewesen, hat aber doch eine so zweifelhafte Rolle gespielt, daß ihn Mutkurow kurzer Hand mit den Verrätern festnehmen ließ. Karawelow und Zankow sind aber, um Rußland nicht zu reizen, auf Befehl des Fürsten vorläufig auf freien Hrinz Ladvig von Battenberg, der Bruder Aleranders, ist jetzt vom König von Rumänien in Audienz empfangen. Die rumänische Regierung hält streng darauf, daß die flüchtigen Parteigänger der bulgarischen Revolte sich nicht in Bukarest oder in den Donaustädten niederlassen. Prinz Alexander von Hessen, der Vater Fürst Alexanders. soll erklärt haben, der bulgarische Major Gruew, der Chef der Militärverschwörer, habe die Kadetten, welche bei der Gefangennahme des Fürsten thätig waren, belogen, indem er ihnen sagte, es handle sich um die Rettung des Fürsten von einem Anschlage. Darauf schwuren die jungen Leute ihm blinden Gehorsam zu und folgten ihm. Jetzt sind sie, wie bekannt, von ihren Kameraden furchtbar durchgeprügelt und aus der Anstalt geworfen worden. 28) Roman von 28. W. Zell. [Nachdruck verboten.] XIX. Pelcheh. Sabine Weldingen saß über eine Stickerei gebeugt auf ihrem Zimmer. Der Frühsonnenschein eines prächtigen Herbsttages warf goldene Lichter auf die schlanke Gestalt, das reiche hellblonde Haar des lieblichen Kindes. Dann und wann schweiften die Blicke der emsig Stickenden von der Arbeit auf den offenen Brief, der vor ihr auf dem Nähtisch lag. Derselbe war von Arthur Plessenburg und enthielt nur die wenigen Worte: „Morgen, Sabine, morgen gehe ich in Examen. Niemand weiß den Tag, nicht die Eltern, nicht Ernst. Du aber sollst ihn wissen, Theure, damit Du für mich beten kannst. Ich weiß nicht, wie es kommt, aber ich glaube plötzlich an die Kraft des Gebets.— Teines Gebets, Sabine! Morgen um diese Zeit hoffe ich Dir eine freudige Botschaft senden zu können. Bis dahin tausend Grüße und Küsse, Geliebte! Arthur.“ Der Brief war von vorgestern datiert. Vergebens hatte Sabine gestern in der Nachmittagsstunde auf das Telegramm gewartet, welches ihr die verheißene Freudenbotschaft bringen sollte,— es war nicht eingetroffen. Nun war sie sehr unruhig, sehr besorgt. Auch Plessenburg's hatten keinerlei Nachricht. Noch gestern Abend spät war sie zu Melitta hinübergeschlüpft und datte, ohne vom Examen zu sprechen, so obenhin gefragt, ob man denn in jüngster Zeit nichts von Arthur gehört habe. Melita hatte einfach verneint. Hätte man also dort irgend welche Nachricht über den Ausfall des Examens gehabt, würde Melitta es doch gewußt haben. Aber wie bleich und verstört letztere gewesen war,— Sabine ließ plötzlich die Arbeit in den Schoßz sinken und preßte beidet Hände auf das bochklopfende Herz,— wenn Melitta doch eine ungünstige Nachricht erhalten hatte und diese nur den Eltern und Sabine schonungsvoll verschwieg? Aber nein, nein,— bei Erwähnung des Bruders hatte keine Wimper in dem Antlitz der Freundin gezuckt,— es mußte etwas anderes sein, was sie so erregt und verstört hatte. Welch' eine Veränderung war überhaupt in den letzten Wochen mit Melitta vorgegangen! Schon während des Badeaufenthalts in Crampaß hatte sie ein so stilles, schwermütiges Wesen gezeigt, war aber doch wenigstens ab und zu heiter und kindlich wie früher gewesen, hatte sich auch körperlich in der frischen Seluft so erholt, daß ihre Wangen wieder die alte rosige Frische aufwiesen. Seitdem man aber nach S. zurückgekehrt war, ging Melitta umher wie eine Träumende, Rese ehse e ee te ece freundin ihr Herz zu öffnen, hatte Melitta nur ablehnend dahin beantwortet, daß ihr nichts fehle und sie nichts zu offenbaren habe, dieselbe Antwort hatte auch der besorgte Vater immer wieder erhalten. Auch daran dachte Sabine in dieser Stunde mit schwerer Sorge; ihr Herz preßte sich wie in Ahnung kommenden Unheils angstvoll zusammen, die Luft im Zimmer schien ihr plötzlich so schwül, das ihr das Athmen schwer ward, und sie erhob sich, um das Fenster zu öffnen und die frische Herbstluft einströmen zu lassen. Als sie eben,„begierig den belebenden Hauch einsaugend, sich weit aus dem Fenster neigte, sah sie den Postboten durch das Gitterthor der Villa schreiten. Er sah hinauf. grüßte und rief, einen Brief emporhaltend:„Für Sie. Fräulein Weldingen!“„Von Arthur!" bebte es von Sabinen's Lippen, gleich darauf war sie am Fuß der Treppe und nahm das Schreiben in Empfang. Ein einziger Blick auf die Adresse genügte, um sie erkennen zu lassen, daß es nicht von Arthur, sondern vom Bruder Ernst kam. Zitternd floh sie wieder hinauf in die Stille ihres Gemachs, riß den Umschlag auseinander und zwang die schwimmenden Augen, klar auf die Schriftzüge zu blicken, die anfangs ineinander zu fließen und schier unlesbar schienen. Ernst schrieb: „Du bist mein starkes Mädchen, Sabine, und ich brauche bei Dir nicht erst weitläufig den Kern dessen zu umschreiben, was ich Dir leider mitzuteilen habe. Es betrifft Arthur,— Du wirst nach dieser Einleitung wissen, was geschehen,— er hat das Examen nicht bestanden. Er konnte es auch nicht bestehen. Während der drei Studienjahre, ja selbst während der letzten Vorbereitungsmonate hat er absolut nichts gethan,— nichts als toll gelebt. Ich sah diesen Ausgang lange voraus, leider haben alle meine energischen Vorstellungen eben so wenig helfen können, als meine innigen Bitten. Jetzt ist er natürlich niedergeschmettert, verzweifelt, wie alle haltlosen Naturen,— schreibe Du ihm ein paar Zeilen und mahne ihn an seine Pflicht sich selber und den Seinen gegenüder. Teile auch den Eltern,— aber vorsichtig, vielleicht durch Melitta's Vermittelung,— die trübe Nachricht mit. Wie geht's übrigens Melitta; ich höre gar nichts mehr von ihr; seit meinem Dortsein,— es sind nun sechs Monate her, erharre ich eine Zeile von ihrer Hand. Hat sie den Jugendgespielen ganz und gar vergesen„„ Gae g.u ur. u. Und nun sei meine kluge, tapfere Sadine. Ich glaube jetzt selber, daß, wenn irgend etwas noch Arthur zu retten vermag aus seiner Versumpftheit, es nur Dein Einfluß sein kann. Schreibe ihm noch heut und vergiß auch nicht, bald mit Nachrichten zu bedenken Deinen treuen Bruder Ernst.“ Sadine ließ die Hand mit dem inhaltschweren Brief Konstantinopel, 1. Sept. Die Rückkehr des Fürsten Alexander von Bulgarien hat bier einen günstigen Eindruck hervorgerufen, ohne indeß die Befürchtungen wegen weiterer Komplikationen zu verscheuchen. Die hiesigen politischen Kreise glauben bestimmt, Rußland werde nach Kräften die Wiedereinsetzung des Fürsten beanstanden, oder wenn dies erfolglos, den Fürsten neuerdings zu stürzen suchen. Auch erregt die eingetroffene Mitteilung ven der jetzt wirklich erfolgten Annäherung Rußlands und Frankreichs hier tiefgehende Besorgnis. Die Militär=Rüstungen werden eifrig fortgesetzt. Die Wünsche des Sultans, Waffen= und Torpedoeinkäufe rasch abzuschließen und die Note des englischen Botschafters, die Aufforderung der Türkei, der Erhaltung des Friedens halber die Restauration Alexanders direkt zu unterstützen, haben den erwarteten Erfolg nicht gehab:. Die Pforte hat sich darauf beschränkt, am Sonntag den Mächten in einer dritten Zirkularnote die Wiederkehr des Fürsten mitzuteilen und auf die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens hinzuweisen. Sie erwartet Antwort auf ihr zweites Zirkular, um dann eine Einberufung der Konferenz behufs Regelung der bulgarischen Verhältnisse zu beantragen.....„„„(Frist. 3tg.) Wien, 1. Sept. Der„N. Fr. Pr.“ wird aus Odessa berichtet:„Westnik“ meldet, unweit Radomir habe ein Zusammenstoß der Armee Mutkurows mit dem Küstendiler Regiment stattgefunden. Beiderseits gab es zahlreiche Tote und Verwindite...4. gu.i, furach Va usäiuck In höchst charakteristischer Weise sprach sich unlängst die deutsche„Petersburger Zeitung“ über die Möglichkeit der Rückehr des Fürsten Alexander nach Bulgarien aus, indem sie schrieb:„Dem Fürsten würde es nach den Erfahrungen, die er gemacht hat, kein Mensch verübeln können, wenn er die Last der Krone thatsächlich nun aus freien Stücken niederPote üdter sicht vo hottr, weiche starantben tonn ersoben. in den Schoß sinken und schlute starren Auges, thranenlos hin auf die herbstlich buntgefärbten Baumwipfel des Gartens. Aus dem ganzen Schreiben war mit Zentnerschwere nur das eine Wort auf ihre junge Seele gefallen, — Versumpftheit. Was mußte aus Arthur geworden sein, wie mochte er gelebt haben, wenn ihr maßvoller Bruder ein so schweres Wort für ihn hatte! Das Examen nicht bestanden,— es war schlimm, namentlich um der Eltern und der neuen Geldopser willen, welche eine neue Vorbereitungszeit erforderte,— und doch war es ein Nichts gegen das andere, gegen das Wort: Versumpftheit! Warum war sie nicht in der Residenz, warum konnte sie nicht stützend und schützend an seiner Seite stehen, Tag um Tag,— dann mußten doch alle bösen Einflüsse weichen, die ihn jetzt umgarnten und hinzozen„in den Sumpf“, wie Ernst sagte. So aber, fern von ihm, konnte sie nur für ihn beten. Als sie sich endlich ein wenig gefaßt, griff sie zur Schreibmappe, um sogleich an den Geliebten zu schreiben, liebend, verzeihend, mütterlich, und doch ernst und mahnend. Sie wollte ihm alles sagen, was in dieser bittern Stunde ihre Seele bewegte, und wenn er noch nicht ganz verderbt war, wenn er sich wenigstens die Liebe zu ihr gerettet hatte, dann mußte er sie hören, mußte ein anderer Mensch brden... p Tt. un u. ue. Seami. i. Schon ergriff sie die Feder, als ihr der Gedanke kam, sie müsse doch wohl vor allen Dingen Melitta die trübselige Botschaft überbringen. Es war ja möglich, daß Arthur im Laufe des Tages an die Eltern schrieb und sie dann ganz unvorbereitet den Schlag empfingen, der sie doch so tief treffen mußte. Sie warf daher schnell entschlossen ein Mantelet um und eilte in's Nachbarhaus zu Plessenburg's. Das Mädchen öffnete ihr wie gewöhnlich, sah aber ganz verstört und erregt aus und rief, auf Sabinens Frage nach Melitta in Schluchzen ausbrechend: „So wissen Fräulein Weldingen es schon? Unser liebes gnädiges Fräulein—“. g. Jgucht, Gasti„Mein Gott, was ist geschehen?“ hauchte Sabine, wie von einem plötzlichen Schwindel erfaßt.„Ist Melitta krank, schwer krank!“ „Ach, wenn es nur das wäre! Das gnädige Fräulein 9— In diesem Augenblick ward die Thür von Melitta's Zimmer geöffnet, und auf der Schwelle erschien der Oberst mit zuckendem. schmerzverzerrtem Antlitz. Als er Sabine Weldingen erkannte, winkte er ihr stumm mit der Hand, und als sie wankenden Schrittes in das kleine Gemach getreten war, schloß er ebenso schweigend die Thür hinter ihr. Halb besinnungslos blickte sie um sich.— das Zimmer erschien wie sonst, auf dem kleinen Tisch stand noch der Herbstblumenstrauß, den sie gestern abend der Freundin gebracht, daß bei dem nächsten, nach demselben Rezepte gemachten „Staatsstreiche“ ein Revolver auch losgeht oder daß die ausgesuchte Höflichkeit der ihn escortierenden, ihren Kriegsherrn gefangen fortschleppenden Offiziere ein Unglück, einen„Zufall“ nicht verhüten kann, der ihm das Leben kostet? Freilich fallen solche Bedenken bei einem Manne, der notorisch den Mut seines Berufes hat, wenig ins Gewicht. Aber was schwerer auf seiner Seele lasten mag, ist seine Stellung den Großmächten gegenüber, die ihn, wie die letzte ereignisvolle Woche gezeigt hat. allesamt, England mit eingerechnet, aufgegeben haben. Die Sympathie der öffentlichen Meinung kann ihm keinen Ersatz bieten für die Haltlosigkeit seiner politischen Stellung.“ Einen sehr lebendigen und anschaulichen Bericht über den Einzug des Fürsten, Alexander in Rustschul entnehmen wir dem„N. W. Tgbl.“. Derselbe lautet: Das Schiff legt an. Auf der Landungsbrücke erwarten die Vertreter der Stadt und die Mitglieder des Konsularkorps den Fürsten. Der russische Konsul ist in seiner grünen Unisorm anwesend. Man bemerkt, daß er den dreispitzigen Hut erlüftet, nachdem der Fürst die Landungsbrücke betreten hat, und daß er der erste ist, der sich sofort wieder bedeckt, nachdem der Fürst, welcher ihm schweigend die Hand gereicht hat, an ihm vorbei ist. Das Volk auf dem Berge und am Quai schreit weiter Hurrah, es jubelt dem Fürsten zu, ein Blumenregen geht nieder. Da winkt seinem Taschentuch— das Volk schweigt. Die Musik verstummt. Hier findet die offizielle Begrüßung des Fürsten, die Uebergabe der Regentschaft in seine Hände statt. Kurz, aber markig spricht Stambulow. Weithin ist seine sonore Stimme vernehmbar. Er begrüßt den Fürsten„im Namen des Volkes“ und übergiebt die Regentschaft Bulgariens seinem Fürsten— unserem Fürsten! ruft Stambulow und wiederholt es dreimal;„Nas Knjas“..... Da unterbricht ihn der Fürst, indem er dem Volksmann um den Hals fällt und ihn küßt. Lange dauert die Umarmung und immer wieder küßt der Fürst den Mann, der ihm seine Treue in so hochherziger Weise bewiesen. Die Bevölkerung begleitet diese ungewöhnliche Scene mit ftürmischen Hurrahs, welche während der langen Umarmung in lautes Schluchzen übergehen. Das Volk weint vor Rührung, vor Freude, vor Reue; es weint tiefbewegt über die Scene, welche sich am Donau=Ufer abspielt. Nachdem der Fürst, welcher tief ergriffen war, sich von Stambulow getrennt hatte, fährt dieser in seiner Rede fort, versichert den Fürsten der Treue des Volkes, das entrüstet sei über die Räuber, die den Fürsten gestohlen hatten, und bittet ihn, das Land, das ruhig und zufrieden sei, wieder wie bisher zu führen. Neue Ovationen. Mit Mühe konnte sich Fürst Alexander Gehör verschaffen, welcher in bulgarischer Sprache Stambulow und dem Volke für die bewiesene Treue dankte und versicherte, daß er„für das Glück und den Fortschritt Bulgariens“ mit allen Kräften einstehen werde. Ueber die Verschwörung ging Fürst Alexander hinweg, indem er sagte:„Was geschehen ist, das war der Wiye, Gope,.ugd drämate sich des Moist umn an Nach dieser Begrußung drängte sich das Volk um den Fürsten, welcher in sein Palais gehen wolle. Aber das Volk ließ es nicht zu. Es wollte seinen Fürsten in das Palais tragen. Soldaten und Bürger nahmen den Fürsten Alexander auf ihre Schultern und unter unbeschreiblichem Jubel trugen sie ihn in das Palais, das eine Viertelstunde vom Hafen entferat liegt. Aus allen Fenstern in der engen Straße grüßten ihn Hurrahs und Blumen. Vor dem Palais verabschiedete sich der Fürst von dem iubelnden Volke. Er ging die Treppe hinauf, während die Bevölkerung und die Soldaten vor dem Palais weiter Hurrah riefen und das Verlangen äußerten, den Fürsten nochmals zu sehen. Alexander kam auf den Balkon. Die Soldaten in der Straße sanken in die Knie und hielten flehend die Hände zu ihrem Kriegsherrn empor. Verzeihung erbittend. Der Fürst nickte den Soldaten zu und verlietz bald den Balkon. Das war der erste Tag in Rustschuk. aber aich das Lolt naer algsidhlagen wie gstern abend and — unberührt. Auf dem altmodischen, harten Sopha lag die Obristin krampfhaft schluchzend und raufte ihr Haar, aus dem Nebenzimmer tönte der kleinen Elfriede Weinen. Sabine überflog das alles mit einem einzigen Blick und wandte sich in Todesangst zu dem Obersten, der starr, stumm, wie schmerzversteinert vor ihr stand. Erst jetzt bemerkte sie einen halbzerknitterten Brief in seiner herabhängenden stechten. JHpire Es. 4.2 Sturst. v. pt G. „Ich beschwöre Sie, Herr Oberst,“ lallte sie mit schwerer Zunge,„was ist geschehen? Hat— Melitta— sich ein Leid angethan?“ „Ich wollte, dem wäre so!“ kam nun die Antwort kaum verständlich von des alten Mannes Lippen.„Aber es ist schlimmer als der Tod, was Melitta sich und uns angethan,— Sie waren ihre Freundin, ihre einzige Freundin, — wissen Sie wirklich von nichts?“ „Herr Oberst,“ stammelte Sabine, fast gelähmt vor Schreck und Angst,„so wahr mir Gott helse, ich weiß nicht, was Sie meinen. Ich fand Melitta in der letzten Zeit sehr verändert, habe aber trotz dringendster Bitten nicht das geringste aus ihr herausbringen können.“ „Sie waren noch gestern Abend hier, wie uns das Mädchen heut mitteilte,— bemerkten Sie gar nichts auffälliges an meiner Tochter“: „Doch, Herr Oberst, Melitta war sehr bleich, sehr verstört, schien geweint zu haben, wich aber wie gewöhnlich allen Fragen aus. Ihr„gute Nacht“ war jedoch herzlicher als je,— o, Herr Oberst, foltern Sie mich nicht länger! Was ist meiner theuren Melitta geschehen?“ Der Oberst schien einen Moment mit sich zu kämpfen, dann reichte er ihr mit konvulsivischer Bewegung den Brief hin. „Ich habe Vertrauen zu Ihnen,— Sie sind ein braves Mädchen und werden nicht plaudern,— lesen Sie!“ Damit wandte er sich zum Fenster und verharrte dort regungslos, während Sabine, unfähig sich länger auf den Füßen zu halten, auf einen Stuhl sank und mit thränenden Augen las: „Mein theurer Vater! Darf ich Dich denn noch so nennen? Wirst Du nicht meinen, mein Herz sei jedes kindlichen Gefühls, jeder Liebe und Pietät bar, wenn ich zu thun vermocht, wos Dir diese Zeilen künden werden? O mein Vater, wenn Du wüßtest, was ich in dieser Stunde leide, seit Monaten gelitten habe, Du würdest Mitleid haben mit Deinem armen Kinde und mir nicht fluchen. Du mußt mich ja verstehen, besser versteben als Mama,— bist doch auch Du einst dem Zuge des Herzens gefolgt und haft Deiner Liebe alles geopfert, Politischer Tagesbericht. * Bielefeld, 3. September. Der deutsche Nationalfesttag, der 2. Septbr., ist, soweit sich die vorliegenden Berichte überblicken lassen, auch in diesem Jahre allerwärts in den deutschen Gauen in einer seiner Bedeutung würdigen Weise begangen worden. Es ist darum nur erfreulich, konstatieren zu können, wie lebendig in allen wahrhaft patriotisch fühlenden Kreisen noch die Erinnerung an einen der größten Ruhmestage unserer Nation ist und es steht zu hoffen, daß diese Erinnerung, als eine Mahnung an eine große Zeit, auch fernerhin in der deutschen Volksseele kräftig fortleben wird. In einem Darmstädter Brief der„Halle'schen Zeitung" heißt es: Es hat die Absicht bestanden, den Fürsten Alexander nach dem Innern Rußland's zu transporund ihn dort bis auf weiteres zu internieren. Thatsächlich wahr ist es, daß Kaiser Wilhelm auf die erste Nachricht von dem Attentat auf den Fürsten Alexander an den russischen Kaiser nach Krasnoje=Sélo ein Telegramm entsandte. Dasselbe hatte den Inhalt, daß, wenn Fürst Alexander gezwungen werden sollte, auf russisches Gebiet überzutreten, Kaiser Wilhelm sich der Hoffnung hingebe, der Czar werde für Leben und Freiheit desselben haften. Das großherzogliche Haus in Darmstadt war entschieden gegen die Rückkehr des Fürsten nach Bulgarien. Ein Telegramm an den deutschen Reichskanzler wurde dahin beantwortet, man müsse dem Fürsten die vollkommene Freiheit seiner Entschlüsse lassen. Er selber rate weder zu, noch ab. Die englische Regierung dagegen hat auf seine Anfrage den Fürsten in der Absicht der Rückkehr bestärkt. Von Pesth aus ist dem Fürsten die Stellung einer Leibwache von 200 Ungarn durch 10 Magnaten angeboten worden. Die„Post“ erklärt die Nachricht, eine Anzahl Berliner Gardeoffiziere hätten dem Fürsten Alexander eine Glückwunschadresse übersandt, für unbegründet. Man schreibt dem„H. Cour.“ aus Berlin: Die gelegentliche Ankündigung der„Nordd. Allg. Ztg.“, daß der Reichstag binnen kurzem zur Ratificierung des spanischen Handelsvertrages einberufen werden solle, wird viel besprochen. Der spanische Handelsvertrag läuft noch bis 30. Juni 1887, besondere Dringlichkeit hat also die Sache nicht. Wenn der Reichstag wirklich schon in allernächster Zeit einberufen wird, so ist man zu der Annahme geneigt, der Reichskanzler wünsche eine baldige Gelegenheit, sich öffentlich über die europäische Situation und seine auswärtige Politik auszusprechen. Ueber die genauere Bedeutung einer Einberufung des Reichstags„binnen kurzem“ ist nichts bekannt. Im Büreau des Reichstags ist man von der Ankündigung vollständig überrascht. Dagegen schreibt die „Kreuzzeitung": Die Einberufung des Reichstags wird voraussichtlich in etwa drei Wochen erfolgen. Vorher wird natürlich der Bundesrat zu den notwendigen Beratungen zusammentreten. Dem Vernehmen nach ist der Vertrag mit Spanien in den letzten Tagen im Reichsamt des Innern eingetroffen. Der Beschluß, dieserhalb den Reichstag einzuberufen, stand schon beim Schlusse der Reichstagssession fest. Der Reichstag würde länger zusammengehalten worden sein, wenn der Vertrag damals bereits abgeschlossen gewesen wäre; schon während des Monats August glaubte man der Einberufung des Reichstags jederzeit gewärtig sein zu müssen. Der binnen Kurzem in Wiesbaden stattfindende deutsche Juristen tag wird auch die Frage in Beratung nehmen, ob gesetzlich mit Strafe und ev. mit dem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte zu bedrohen ist, wer in betrügerischer Absicht auf Täuschung berechnete Mittel anwendet, um auf den Kurs von Effekten oder den Marktpreis von Waren einzuwirken. Ließe sich dafür eine geeignete Fassung finden, so könnte die Bestrafung der Börsenfixereien wahrhaftig nichts schaden. Das Pariser Journal„Siécle" veröffentlicht über das französische Repetiergewehr einen Artikel, in welchem es versichert, dasselbe sei dem deutschen Repetiergewehr weit überlegen.— 1870 hieß es auch, gegen Mitrailleuse und Chassepot sei gar nicht anzukommen. Die Franzosen dürften wohl zufrieden sein, wenn nicht wieder eine solche Gewehrprobe, wie damals gemacht wird. Deutsches Relch. □ Berlin, 1. Sept.[S. M. dem Kaiser] ist die Parade am Mittwoch vorzüglich bekommen. Dem Paradediner wohnten derselbe mit der Kaiserin bis gegen 7 Uhr abends bei. Am Donnerstag arbeitete der Kaiser mit dem Militär=Civilkabinett und empfing den Militärbevollmächtigten bei der deutschen Botschaft in Rom, von Engelbrecht.— Am selben Tage haben auf dem Tempelhofer Felde die großen Manöver der Garde=Kavallerie=Regimenter begounen. [Der Prinz=Regent von Bayern] hat angeordnet, daß während des Aufenthaltes des deutschen Kronprinzen in Augsburg für dessen Dienst die nötigen Pferde und Equipagen aus den Hofstallungen zur Verfügung stellt werden. Es treffen infolge dessen bereits am 4. September früh von München acht Hofequipagen und 15 Pferde, darunter ein Viererzug, die nötigen Bediensteten rc. in Augsburg ein. Mit dem Kronprinzen wird in Nürnberg auch der bayerische Kriegsminister, Generallieutenant von Heinleth, eintreffen. Am 8. September erfolgt die Abreise des Kronprinzen und seiner Begleitung zum Manöverfeld bei Großweißmannsdorf. [Der König von Portugal] ist am Donnerstog vormittag aus Dresden nach Gotba abgereist. Der König, Prinz Georg und dessen Tochter, Prinzessin Josefa, gaben demselben das Geleit zum Bahnhof. [Fürst Bismarck] hat in den letzten Tagen wiederholt mit den preußischen Ministern, sowie mit dem Staatssekretär von Bötticher konferiert. ales, doch nichts im Vergleich zu dem, was ich heut hingebe. Mein Vater,— ich ringe um Kraft, um Dir das sagen zu können, was ich Dir sagen muß. Ich fliehe,— fliehe mit dem Mann meiner Liebe, ohne den ich nicht mehr vermag, fliehe, weil ich nie daran denken darf, in Güte Deine Einwilligung zu unserer Verbindung zu erlangen. Dieser Mann ist Carlos Selden. Ich kenne Deine und Mamas Grundsätze zu gut, um nicht zu wissen, daß Ihr Seldens Werbung um mich mit schnöder Verachtung abgewiesen hättet. Wo und wie ich Carlos kennen lernte, wißt Ihr, nicht aber, daß vom ersten Sehen an mein Herz ihm widerstandslos gehörte. Ich hatte vorher nicht gewußt, was Liebe sei, nun rächte sich das späte Erwachen des Herzens. Gott weiß, wie ich gekämpft und gerungen habe, seinen ersten Annlüherungsversuchen einen Damm entgegenzusetzen,— es gelang mir nicht. Später überzeugte er mich davon,— er war einige Male heimlich in S., um mich zu sprechen,— daß diese Liebe keine Sünde, sondern ein heiliges Recht sei. Seisn, ist ein edler, hochsinniger Mensch, ein gottbegnadeter wi. gu ich bin, stolz darauf, ihm angehören zu dürfen. Tvir stiehen von hier direkt nach England, um dort getraut in acht bis zehn Tagen hast Du meine Vermählugngsanzeige in Händen. Versuche nicht, uns einzuholen, nomme var seine Vorbereitungsmaßregeln„zu gut gewommen, als daß es Dir oder irgend jemand gelingen könnte. muß schließen. Mein, Sional unter meinem Fenster und heute noch nicht p. du verehrter Vater,— ich darf — aber eins“ stehen: Verzeihe mir, verzeihe auch Selden, Du mich als seine ein künstlerruhm die Welt erfüllen und Dana werden wir verziutlich; deneidete Gattin sehen wirst, uu eieen un benmt zu der Eltern Füßen ihre VerzeiDer russische Minister von Giers] wird Freitag aus Franzensbad in Berlin eintresfen und eine neue Besprechung mit Fürst Bismarck haben. Der Kriegsminister Bronsart v. Schellendorf] befindet sich in sehr befriedigendem Zustande und hofft schon in wenigen Tagen seinen Dienst wieder aufnehmen zu können. [Kontre=Admiral Frhr. von Reidnitz] wird wahrscheinlich bereits am 1. Oktober d. J. seinen Posten als Direktor des Bildungswesens der Marine niederlegen und in den Ruhestand treten. [Der Staatssekretär, Graf Herbert Bismarck] ist vollständig hergestellt zur Uebernahme seiner Amtsgeschäfte nach Berlin zurückgekehrt. [Paul Majunke,] der bekannte frühere Abgeordnete und Redakteur der„Germania“, der bereits seit ein paar Jahren Seelsorger in Hochkirch bei Glogau war, hat nunmehr eine Anstellung als Pfarrer in diesem Dorse erhalten. [Das vreußische Ansiedlungsgesetz] wird bereits von Schwindlern ausgebeutet, wie aus der folgenden Bekanntmachung des Landrates des Memeler Kreises her vorgeht: Wie mir mitgeteilt worden ist, machen sich Agenten ein Geschäft daraus, Einwohner des Kreises zur Aufgabe ihrer gesicherten Existenz hierselbst zu verleiten unter der Vorspiegelung, sie würden es vermitteln, daß die Betreffenden Land= und Staatsunterstützungen in Posen erhielten. Indem ich vor diesen Agenten warne, bemerke ich, daß mir amtlich in dieser Richtung nichts bekannt geworden ist und empfehle ich den Betreffenden dringend, bevor sie dem Rate der Agenten folgen, sich um Auskunft über die Sachlage an mich zu wenden. Der Landrat.“ * Breslau, 3. Septbr. In der Katholiken Versammlung, für die Rückberufung der Jesuiten plaidierend, sagt Stadtpfarrer Huhn(München):„Wir übergeben diese Sache Windthorst als heiliges Vermächtnis, um es hinzutragen, wo er mit seiner gewaltigen Kraft solche gewaltige Siege zu erfechten weiß und Gott möge mit ihm sein, daß er lebe (Stürmischer Beifall.) Seien Sie überzeugt, die Stimme der katholischen Generalversammlung dringt bis zu den Thronen hin und kann nicht ungebört verhallen. Was wir sagen, will das ganze katholische Volk. Wir wollen bittend unsere Hände zu der Thronen erheben nicht um eine Gnade, sondern um unveräußerliches Recht.(Stürmischer Beifall.) Windthorst sagt, er und seine Freunde würden nicht aufhören, die Rückkehr aller Orden ohne Ausnahme zu verlangen. Die zurzeit mit Rom stattfindenden Verbandlungen faßten auch diesen Gegenstand in's Auge, er hoffe, die Verhandlungen würden nicht vergeblich sein. Wenn die Sache bei dem Zusammentritt des Reichstages nicht erledigt sei, werde das Centrum die Aufhebung der Ordensgesetze beantragen. Letzteres müsse Wahlparole sein.(Irst. Ztg.) * England. [Die Londoner Morningpost] befürwortet auf's, Neue eine Vereinigung aller friedliebenden Mächte in Europa, die durch energisches Vorgehen alle Versuche, den Frieden zu stören, im Keime ersticken könnten. In einem russischen Vorgehen gegen die Balkanhalbinsel liege ebenso sehr eine Gefahr für Oesterreich und die Türkei, wie in einem Vordringen Frankreichs nach Elsaß=Lothringen für Deutschland. * Frankreich. [Der 100. Geburtstag des französischen Gelehrten Chevreul] ist in Paris mit großem Pomp begangen. Von dem Gelehrtenruhm Chevreul's hat die Mehrzahl der Pariser keine blasse Ahnung aber Chevreul hat früher gegen das Bombardement von Paris Protest erhoben, ergo ist er ein großer Mann. [Der Kriegsminister Boulanger] setzt das Briefschreiben fort, trotz aller deshalb gegen ihn gerichteten Angriffe. Er beschäftigt sich damit, wie der„Nat. Ztg.“ geschrieben wird, die Pariser Kasernen, welche an die Monarchie erinnernde Namen tragen, mit patriotischen d. h. republikanischen Inschriften zu versehen und dadurch schien auch die Kaserne im Fauvourg Poissonnière bedroht, welche seit undenklichen Zeiten„Caserne de la Nouvelle France“ genannt wird. Nun hieß aber früher das von den Engländern den Franzosen„geraubte“ Kanada„La Nouvelle France“, ein Komitee hat den Minister daran erinnert und sofort hat General Boulanger die Antwort erteilt, daß er die Beibehaltang der patriotischen Benennung anbefohlen habe. Ein anderer kürzlich von dem Minister geschriebener Brief, der an den Verfasser des Pamphlets über Deutschland, das hier neulich bei dem Verleger Ollendorff erschienen ist, gerichtet war, ist nicht an die Oeffentlichkeit gelangt. Der Verfasser hatte sein„Werk“ dem Minister übersandt und darauf einen Brief erhalten, worin der Minister sich für die Zusendung bedankt und den Verfasser„zu seinen patriotischen Gesinnungen beglückwünscht". Diesen Brief wollte der Verfasser in einer neuen Auflage abdrucken lassen, es ist das aber auf Anordnung des Verlegers im letzten Augenblicke unterblieben, weil der Minister die Veröffentlichung nicht gestattet hatte. [Jules Simon] hat an Theolier, den Redakteur des„Petit Stephanois“ in St. Etienne folgenden Brief gerichtet:„Ich habe immer geglaubt und glaube es heute mehr als je, daß unser Land konservativ ist. Ich glaube, daß es nur unter dieser Bedingung bestehen kann und daß es das selber begreift. Es hegt gleiche Furcht vor der Kommune und vor einer neuen Revolution. Wenn es sich von der Kommune bedroht glaubt, so stimmt es rechtshin wie im Oktober. Wenn es sich von einer monarchischen Revolution bedroht glaubt, so stimmt es auf die linke Seite, wie es eben gethan. Wenn es eine Partei sähe, die fest entschlossen wäre, es vor dem einen wie vor dem anderen zu bewahren und imstande, das durchzusetzen, so würde es sich energisch mit ihr vereinigen. Es wird das früher oder später thun. Die Aufgabe der ehrlichen Leute und aufrichtigen Patrioten ist, ihm dazu zu helfen, daß es das baldmöglichst thun könne. Ich brauche nur hinzuzufügen, daß die konservative Republik, wie ich sie verstehe, gleichzeitig liberal ist. Sie kann nur unter der Bedingung wahrhaft hung erflehen. Heute nur das eine: Fluche mir nicht,— und laß Mama nicht ganz verzweifeln. Melitta.“ Längst hatte Sabine gelesen und noch immer war es still im Gemach, nur das Aufschluchzen der Obristin unterbrach zuweilen das todesbange Schweigen. Endlich wandte sich der Oberst zu dem bleichen, betäubten, regungslosen Mädchen. „Es geht Ihnen nahe,“ murmelte er bewegt. Ihr braver Bruder,— wie wird es ihn treffen!" Da fand Sabine die Sprache wieder. (3fortsetzung folgt.) „Und Kärsel. Ich reiste jüngst in jenem Land im Often, Das Dir das wohlbekannte Ganze nennt, Ich wollte jenes Landes Weine kosten, Und das ward mir in vollstem Maß vergönnt. Doch als es endlich kam nun an's Bezahlen, Da ward' es mir mit einem male klar, Daß sich der Wirt die Gelder müßte malen,— In meiner Kasse ries'ge Edbe war. Der Wirt war gütig, gab mir zu verstehen, Daß einen Mann ich ihm nur stellen sollt', Wie er im letzten Silbenpaar zu sehen, Dann eine neue Flasch' er geben wollt'. Da viele Deutsche leben in dem Orte, Gelang es mir in ganz geringer Zeit, Zu stellen die, die in dem ganzen Worte Vorhanden,— und sie waren hilfsbereit. Auflösung in nächster Nr. *) Nachdruck verboten. lideral sein, daß sie konservativ ist. Gebe man mir diese Republik und(ich bin weniger heikel als Sie, vielleickt weil ich nicht die Zeit habe, zu warten) ich werde sie aus jeder Hand annehmen.“ [In Budapest] haben am Mittwoch abend die Festlichkeiten der Jubelfeier der 200jährigen Erstürmung von Ofen mit einer Festsitzung der historischen Gesellschaft begonnen. Kaiser Franz Joseph, die Minister, Generale, Behörden, fremden Deputationen waren zugegen. Es wurde den an der Feier durch Deputationen teilnehmenden Nationen und den Nachkommen der Mitkämpfer bei der Befreiung Ofens, durch den Bürgermeister Rath der Dank der ungarischen Hauptstadt ausgesprochen und ein Ueberblick über das Jubiläums=Ereignis gegeben. Der Kaiser wurde mit Eljenrufen begrüßt. Aus Pest wird vom Donnerstag noch gemeldet: Der heutigen kirchlichen Feier zum Andenken an die Erstürmung Ofens wohnten alle Minister, die Behörden, Generale, fremde Deputationen rc. bei. Der Kardinal= Primas von Simor celebrierte eine Messe und hielt die Festpredigt. Er wies auf die Wichtigkeit des JubiläumsEreignisses für die ganze Christenheit und gedacht mit anerkennenden Worten der Nationen, die an der Befreiung Ofens teilgenommen. Die Armee wurde bei der Feier durch mehrere Kompagnieen vertreten. * Rußland. [Mitten in der bulgarischen Bewegung], in der sich das deutsche Reich als guter Freund Rußland's erweist, fangen verschiedene russische Blätter von neuem an, gegen die deutschen Industriellen in Russisch=Polen Lärm zu schlagen und von der Regierung Ausweisungsmaßregeln gegen dieselben zu verlangen, da die Deutschen die russische Industrie unterdrückten. [Die„Moskauer Zeitung"](das Organ Katkow's), bespricht die jüngsten Ereignisse in Bulgarien und wirft die Frage auf, ob Rußland wirklich seine Freunde und Anhänger, die Urheber der patriotischen Bewegung und Bulgariens beste Männer verlassen werde. Man nenne sie die Russenpartei, aber die Russenpartei Bulgariens sei die rechte bulgarische Nationalpartei. Das ganze bulgarische Volk müsse eine Russenpartei sein. Habe nicht Rußland Bulgarien geschaffen und die bulgarische Nationalität ins Leben gerufen? Habe es nicht alle Anstrengungen dahin gerichtet, Bulgarien vor den Intriguen zu schützen, welche seiner Nationalität, Zukunft und Wohlfahrt drohen? Der Fürst habe sich den Feinden Rußlands hingegeben! Aber waren die Feinde Rußlands im Oriente nicht stets die bösesten Feinde der mit Rußland glaubens= und blutsverwandten Volksstämme, welche Rußland mit seinem Blute verteidigte und befreite, indem es hierbei dem unaufhaltbaren Drange seines Geschickes folgte? Ein durch russisches Blut geschaffenes Bulgarien könne auch nur in Verbindung mit Rußland und unter dessen Schutze existieren. Der Fürst Bulgariens sei der Kandidat Rußlands gewesen, alle seine Rechte wurden lediglich durch seine Pflichten gegenüber dem Kaiser von Rußland bedingt. So hätten es alle verstanden. Anders konnte man die Beziehungen Bulgariens und seines Fürsten zu Rußland nicht verstehen. Nachdem der Fürst Rußland verraten hatte und das Werkzeug der Feinde Rußlands und selbst Rußlands Feind geworden war, verlor er nicht alle Würden und sämtliche Rechte in den Augen der Bulzaren? Ist er nicht als Usurpator aufgetreten und seine Genossen als Verräter des Landes? Die Bulgaren waren dem Fürsten zur Treue verpflichtet, nicht mit Uebergehung Rußlands, sondern durch Rußland. Sie konnten ihm nur soweit treu sein, als er dem Kaiser von Rußland treu war. War es nicht die Pflicht jedes ehrlichen Bulgaren, sich gegen den Verletzer jener wahrhaft heiligen Bande aufzulehnen, welche Bulgarien mit Rußland verknüpfen müssen? Als der Prinz von Battenberg in Bulgarien seine Affairen betrieb, konnten wir da die Bulgaren des Undankes zeihen, wo wir selbst sie in die Hände des Fürsten gegeben hatten? Aber jetzt, wo die Bulgaren Rußlands Treue bezeugten und trotz aller Schwierigkeiten ihren Feind zu bewältigen und herauszutreiben vermochten, werden wir ihnen jetzt Meuterei und Revolution vorwerfen? Der Artikel schließt: Es ist schwer, sich gegen die Wehmut zu wehren, aber Sünde, sich derselben hinzugeben. Wir wollen lieber hoffen, daß sich Alles befriedigend aufklären und, was uns jetzt empört, sich in Segen umwandeln werde. * Spanien. [Der Nachfolger des ermordeten Bischofs] von Madrid, der ehemalige Erzbischof von Valladolid, Benito Sanz y Fo;és, wird am 8. September mit der üblichen Feierlichkeit in der spanischen Heuptstadt empfangen werden. Benito Sanz hat, wie der verstorbene Isquierdo, den Ruf großer Sittenstrenge. Politisch gilt er für gemäßigt, d. h. er bekennt sich nicht offen zum Carlismus. Trotz der völligen politischen Windstille stehen, wie der „K. Z.“ aus Madrid geschrieben wird, in Barcelona die Truppen beständig marschbereit, die Regierung scheint revolutionären Umtrieben auf der Spur zu sein. * Egypten. [Ueber die Lage in Egypten und im Sudan] teilt die„Nat. Ztg.“ aus einem Privatbriefe das Folgende mit: Die allgemein herrschende Meinung bezüglich der sudanesischen Insurrektien geht dahin, daß, wenn die Insurgenten im Laufe dieses Jahres einen Angriff gegen die Grenze Egyptens wagen sollten, die von den militärischen Autoritäten schon lange befürwortete Besetzung Dongolas schließlich Platz greifen würde. Als Anzeichen einer bevorstehenden anglo=egyptischen militärischen Expedition ist der an die Kommandanten der Garnisonen von Wadi=Halfa und Korosko ergangene Befehl aufzufassen, hölzerne Schutzbaracken für eine größere Anzahl Truppen vorzubereiten, falls die Hitze anhalten sollte. Leute, welche aus dem Sudan kommen, dementieren die Nachricht, daß der angebliche Nachfolger des Mahdi, Emir Abdullah, im Kampfe gefallen sei. Derselbe wäre ernstlich erkrankt gewesen, darauf wiedergenesen und habe sich zuletzt im Om=Durman befunden. Ebenso sagen diese Leute aus, daß der Kampf zwischen den Mahdisten und dem Stamme der Kababisch, in welchem die Engländer mächtige Verbündete gefunden zu haben glauben, sich auf ein einfaches Scharmützel ohne jede Bedeutung beschränkt habe. — In politischen Kreisen Kairo's will man wissen, daß der Beschluß, Dongola zu besetzen, noch nicht gefaßt wurde, daß aber gegenwärtig in London eingehende Beratungen über diesen Gegenstand gepflogen werden zu denen auch Sir Evelyn Baring derufen worden ist. Die konservative Regierung ist im Allgemeinen einer Aktion günstig, nur sind es hauptsächlich zwei Gründe, welche für die Verlegung der egyptischen Grenze südlich von Dongola sprechen: 1) die strategische Wichtigkeit dieses Punktes und 2) der Umstand, daß alle Stämme zwischen Dongola und Wadi=Halfa der egyptischen Regierung ergeben sind, weshalb sie gegen Angriffe und Repressalien von Seite der Mahdisten geschützt werden müssen, wofür sie den Egyptern Gegendienste leisten können.— In den arabischen Blättern macht sich in den letzten Wochen eine lebhafte Agitation gegen die europäischen Beamten der egyptischen Regierung bemerkbar, wobei darauf hingewiesen wird, daß diese wenigen Beamten, welche zusammen 10 Millionen Franks an Gehalt beziehen, während der Sommermonate fast sämtlich auf Urlaub abwesend sind, ohne daß die Administration eine merkliche Störung zu erleiden hätte. Diese Agitation wird auch von Seite der englischen Presse aufgenommen, jedoch nicht, um auf die hochbesoldeten englischen Funktionäre hinzuweisen, sondern indem die Nutzlosigkeit der 6 Kommissäre der dette publique, sowie der europäischen Richter bei den gemischten Gerichtshöfen betont wird. wie schon kurz gemeldet, ein chinesisches Panzergest von 8 Schiffen in den koreanischen Gewässern Stuizon nommen. Alle Mitteilungen von bevorstehenden Feinds keiten sind übertrieben. 9sttogelig, [Zur Krönung des jungen Kaisers Chinal hat der Statthalter von Sutschow 3000 Siz, massive goldene Bausteine nach Peking geschickt, dawit dam diesen das Fundament und das Piedestal für den 2### erbaut werde. Die jüngsten Reichstagswahlen. In den letzten Tagen haben in Lauenburg und berg die Nachwahlen zum Reichstage stattgefunden, schon seit Wochen die Parteipresse lebhaft beschäftigten zu einer Polemik führten, welche die in unseren politisch Parteiverhältnissen bestehenden scharfen Gegensätze deun wiederspiegelten. Das Resultat ist indessen dort wie nur ein vorläufiges, denn in beiden Wahlkreisen müsi Stichwahlen stattfinden, in Lauenburg zwischen dem Kand, daten der deutsch=freisinnigen Partei, Herrn Berling dem freikonservativen Kandidaten, nng und Grafen Bernstorff, Bromberg zwischen dem Kandidaten der Konservativen und dem Polen v. Kamierowski. In beiden * Asien. [Chinal ist ganz entschieden gewillt, nicht zu dulden, daß Rußland sich in dem koreanischen Hafen Port Lazarew festsetzt, um den Engländern in Port Hamilton die Stange zu halten. Zur Zurückweisung von Ueberraschungen hat, Herrn Hahn und dem Polen v. Kamier Wahlkreisen ist die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen diesmal gegenüber den Wahlen vom Jahre 1884 nheblich zurückgegangen, woraus wohl der Schluß zu ziehen ist, in den Wählerkreisen selbst viel weniger Aufregung herrsche als in den Preßorganen der verschiedenen Parteien. Nu die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen hat in Lauenbug wo die sozialdemokratische Partei in der Person eines Molkenbuhr einen Zählkandidaten aufgestellt hatte, zugenonmen, und zwar nicht unbeträchtlich, denn sie ist von 47 auf 665 Stimmen gestiegen. Es wäre indessen verfehlt, wollt man an diese Zunahme der sozialdemokratischen Stimme weitgehende Schlußfolgerungen auf das Anwachsen der Umsturzpartei im Allgemeinen knüpfen, denn erfahrungsmäßi konzentriert gerade die Sozialdemokratie bei einer Nachwat ihre vorher auf viele Wahlkreise zersplitterte Kraft auf einn einzigen Wahlkreis. Die Lauenbur er Wahl erhielt diesmal einen pikanten Beigeschmack dadurch, daß es sich dabei um das vom Grafen Wilhelm Bismarck innegehabte Mandat handelte, der infolge seiner Besörderung zum Landrat in Hanau dasselbe niedergelegt und auch eine Wiederwahl abgelehnt hatte. Die Konservativen hatten 1881 den Wahlkreis nur mit Mühe gegenüber dem Angriff der Freisinnigen behauptet und es ist moht nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß ihr Kandidet zumeist seinem berühmten Namen seinen Sieg zu danken hatte; liegt doch Friedrichsruhe mit in dem Wahlkreise; der Ersatzmann des Grafen Bismarck dagegen. Graf Bernstorf, konnte offenbar nur eine geringe Popularität aufweisen. Di Herr Berling seinem konservativen Gegner um ca. 600 Stinmen voraus ist und dem freisinnigen Kandidaten ohne Zweis# auch ein Teil der sozialdemokratischen Stimmen zufallen wird, so steht dessen Sieg beim zweiten Wahlgange mit Sicherhei zu erwarten. Was die Bromberger Stichwahl anbelangt, so ist nach dem Vorgange der Wahl von 1884 anzunehmen, daß sich auch diesmal die deutschen Wähler gegenüber den Polen zusammenfinden und daß speziell die freisinnigen Wähler den Anweisungen der Richter'schen„Freisinnigen Zeitung“, sich der Stimmenabgabe zu enthalten, vernünftiger Weise keine Folge leisten werden. Auch bei einer dritten demnächst zu vollziehenden Reichstagswahl, bei derjenigen im Kreise Graudenz=Straßburg, handelt es sich um einen Kampf zwischen dem deutschen und polnischen Element. Hier steht dem polnischen Kandidaten, Rittergutsbesitzer von Rzbinski, der nationalliberale, Heir Hobrecht, entgegen und gilt es, den Polen das Mandat, welches dieselben im Jahre 1884 eroberten, wieder abzunehmen. Wenn alle deutschen Wähler fest zusammenhalten, so ist auch hier, wie in Bromberg, der Sieg des deutschen Kandidaten gewiß, in solchen Fällen müssen eben die ParteiRücksichten zu Gunsten der nationalen Sache zurücktreten und hoffentlich werden auch die deutschen Wähler nicht nationalliveraler Richtung des Wahlkreises Graudenz=Straßburg diese Mahnung beherzigen. Aus der Provinz und Nachbarschaft. Bielefeld, 3. Sept.[Sedanfeier.] Nachdem die Vormittagsfeier, wie wir sie im gestrigen Blatte beschrieben stattgefunden hatte, begingen nachmittags 3 Uhr der Krieger= und Kampfgenossen Verein gleich früher die Feier mit einem Festzuge durch die Stadt nach dem Krieger=Denkmal, wo unter Absingung des Liedes:„Du Vaterland bist meine Braut“ zwei prachtvolle Lorbeerkränze dem Andenken der gefallenen Helden geweiht wurden. Nach dem feierlichen Akte begaben sich die Teilnehmer an demselben sowie ein sehr zahlreiches Publikum zum Freikonzert auf dem Johannisberge, wo sich trotz der drückenden Hitze ein reges, frohes Leben entfaltete. Dasselbe erreichte erst mit der Beendigung des Konzerts und dem Abmarsch der Vereine sein Ende. Als die zur Stadt Zurückmarschierenden auf dem Marktplatz angelangt waren, hielt der KampfgenossenVereins=Vorsitzende Mantell eine kurze aber packende Ansprache in der er Erinnerungen an den Tag der großen Schlacht wiedergab, den Wert des Friedens kennzeichnete, dessen wir uns seit dem Sedantage erfreuen und dem großen Erhalter des Friedens, unserm Kaiser ein Hoch ausbrachte, das ein vielstimmiges Echo fand. Damit löste sich der Zug auf und die Feier war beendet.— Der Turnverein hatte, wie mehrfach bekannt gegeben, zur Feier des Sedantages ein Schauturnen veranstaltet, und damit eine angenehme und anerkenneswerte Abwechselung geschaffen. Die Tarnübungen, sowohl im Stabreigen als im Geräteturnen wurden trefflich ausgeführt und von den Zuschauern allgemein gelobt. Die nachfolgende Kneipe dauerte noch bis gegen 12 Uhr und wurde durch die Vorträge des Gesangvereins und mehrerer Solisten verschönt. Auch hier wurde des ruhmreichen Tages in längerer Rede gedacht und auf Se. Majestät ein kräftiges Hoch gerufen. "'. Bielefeld, 3. Sept.[An Wohlthäter.] wir im vorigen Jahre unsern Lesern die traurige Lage eines Schriftstellers darstellten und für denselben um einige milde Liebesgaben baten, gingen dieselben so reichlich ein, fanden sich so viele edle Herzen, daß wir dem, für den wir baten, hocherfreut eine verhältnismäßig große Summe senden konnten. Damals galt es einem unsern Lesern Unbekannten, fernab Wohnenden, der durch ein bedauernswertes, aber nicht ungewöhnliches Schicksal in seine bedrängte Lage versetz' wurde. Wenn wir heute mit der Bitte vor unsere Leset treten, wieder einmal in großherziger Menschlichkeit die sreigebige Hand aufzuthun und dem Dürftigen mitzuteilen, s# thun wir es um so lieber und um so berechtigter, weil dis, für die wir diesmal erflehen, eine arme und kränkliche ist, weil es eine Mittürgerin ist und vor Allem, weil ert Mann, der Ernährer der Familie in einem hochherzigen alt reinster Menschenliebe sein Leben verlor. Alle unsere Leser haben vor einigen Tagen von dem erschütternden ereignis gelesen, wie ein Mann, ein Arbeiter, das Leben eine“ ertrinkenden Knaben retten wollte und wie er dabei selos ertrank und Alle werden gewiß Mitleid gefühlt haben mit dem Schicksal, daß den nun Toten und härter noch seine zurückbleibende Familie getroffen hat. Jetzt Ihr Menscken“ freunde gilt es, das Mitleid zu bezeugen. Der Mann, det sein Leben ließ, weil er ein anderes retten wollte, war en thätiger, tüchtiger Arbeiter, aber bis einige Wochen vor se““ nem Tode längere Zeit krank, so daß die Verhält isse der Familie zurückgekommen waren. Als er gesund war und arbeiten konnte und auch einige Wochen gearbeitet hatte,“ traf ihn ein so trauriges Schicksal. Die Frau ist augenleidend und deshalb am Erwerbe behindert und soll sie für sich und ihre 3 Kinder, die noch in dem Allet zwischen 8 Monate und 5 Jahre stehen, den Lebensunterhatt beschaffen. Ihre Lage ist gerade jetzt die drückendste und baldige Hülfe sehr von nöten. Frau Redebase, Bleichstraße 149, als auch unsere Expedition werden jede Gabe dankt entgegennehmen. Bielese fest.] In einer gegangenen Abstimn beschlossen, das Sti zu feiern und mit verbinden. * Bielefeld eines gleichmä waltungen hinsicht! kommens von auf Einberufung zu d übungen bestimmt v. M.: 1) Den g auf unbestimmte Z schied, ob sie Offiz den etatsmäßig ang Friedensübungen Darlegung der O Offizier, bezw. zu Einkommen ohne A Kompetenzen zu be ohne dauernde Anst eine jederzeit wiede ist der Regel nach nicht fortzuzahlen. unter besonderen U zuzulassen. 3) Di als Ersatzreserviste einberufen werden, Civildienst=Einkom den zu den gem Angehörigen der 3 ** Güters! früher, so wurde wie es bezeichnend hergebrachter Weise nötigte, etwas sp wurde die Feier festlich eingeleitet; Fahnen geschmückt. dienst die Gemein gehörte den Kinder klassen der Volkssa und die fröhlichster Zuschauen der Ei gnügten, wo ein! platze schloß. Der hübsch illuminierter eine Ansprache des auf Se. Maj. den „Nun danket alle * Detmold sah man gestern Thoren der Stadt für die Hühnerjag oder wenigstens se schwachen Hoffnung Denn gar Manch mit völlig lehrem einmal hörten wir nicht. Nur Wenig als Ergebnis des * Detmol Kunst.] Wie de geteilt wird, hat Vermächtnissen, der Fürstlich Lipp. H Pension von 1200 e- Lippspt Nachsommer mit Zufluß an Kurgä Regenperiode Juni trafen 50 neue Ki Sommer zum zwei tag erreichte die# so daß Lippspring Vorjahr gewinnt, Sonmer ein gute X Bünde, menge) drängte dem 7 Uhr hier fahren, wo Pein als kommandieren Manöver beiwohn richteten Haltestell der Stahlmannsa Bustedt, Südleng Buer, Riemsloh, manns Höpker Auf fahrplanmäßigen rangiert war, erschi Albrecht in der Dragonerregiment die Front der Kri der leutseligsten W teil er gedient 2c., über eine Stunde Prinz zu Pferde u Das Manöver er 12 Uhr sein Iserlohn festes.] Das 9 Monats hier statt das Fest übernom gebracht, sondern, Ueberschuß von 50 * Aachen, Nach der„Frlf. Burtscheid gemein biersteuer seitens worden. Die St Bier 50 Prozent für das auswärts pro Hektoliter. Steuer, die verm wird, ist noch n steuern bestehen hi steuer, die für Aungefähr 370000 gegen H. P. Alte Der Vorschl Versicherungspflich gutz theißen. In in mehrerwähnter es:„Wollte mal und obligatorische Unterschied des Le Zeitpunkt der be Jahre getrennt si. rungszwang einbez für abgestufte od den gröften Unzi würde man dem liche Präme zum sicherung gewß n vielleicht noch be### Arbeiter als über belasten. 2 iesem man— den Zeit 60. Lebn jahr fe tigten Arbeiter ur werden, also im von der Versicher Veranstaltungenf Veranstaltungen Hinscht nicht die Gewässern n bevorstehenden Feindselg. jungen Kaisers von von Sutschow 3000 Stug Beking geschickt, damit an# für den 2h. ichstagswahlen. in Lauenburg und Bro.) sluge stattgefunden, weltz lebhaft beschäftigten u# die in unseren politisch scharfen Gegensätze deutiz ist indessen dort wie bir beiden Wahlkreisen müsig burg zwischen dem Kand. artei, Herrn Berling un 1, Grasen Bernstorff, idaten der Konservativen, Kamierowski. In beiden der abgegebenen Stimmen vom Jahre 1884 ibeblich zu ziehen ist, daß veniger Aufregung herrschie rschiedenen Parteien. Nu Stimmen hat in Lauenburg. in der Person eines Hern aufgestellt hatte, zugenom), denn sie ist von 47 auf se indessen verfehlt, wolltz ialdemokratischen Stimme f d a s A n w a c h s e n d e r U m a, denn erfahrungsmäßig stratie bei einer Nachwahl rsplitterte Kraft auf einn st diesmal einen pikanten dabei um das vom Grafen indat handelte, der infolge in Hanau dasselbe niederabgelehnt hatte. Die Konreis nur mit Mühe gegenbehauptet und es ist mohl hauptet, daß ihr Kandidt i seinen Sieg zu danken it in dem Wahlkreise; der dagegen. Graf Bernstorf, sopularität aufweisen. Di Gegner um ca. 600 Stinn Kandidaten ohne Zweis# en Stimmen zufallen wird, Wahlgange mit Sicherheit ahl anbelangt, so ist nach 34 anzunehmen, daß sich ler gegenüber den Polen die freisinnigen Wähler „Freisinnigen Zeitung“, ilten, vernünftiger Weise st zu vollziehenden Reichseise Graudenz=Straßburg, oischen dem deutschen und m polnischen Kandidaten, er nationalliberale, Heir den Polen das Mandat, roberten, wieder abzunehfest zusammenhalten, so , d e r S i e g d e s d e u t s c h e n i müssen eben die Parteilen Sache zurücktreten und Wähler nicht nationals Graudenz=Straßburg Nachbarschaft. [Sedanfeier.] Nachsie im gestrigen Blatte ngen nachmittags 3 Uhr Verein gleich früher die h die Stadt nach dem zung des Liedes:„Du prachtvolle Lorbeerkränze n geweiht wurden. Nach Teilnehmer an demselben zum Freikonzert auf dem rückenden Hitze ein reges, erreichte erst mit der m Abmarsch der Vereine Zurückmarschierenden auf hielt der Kampfgenossenkurze aber packende Ann den Tag der großen Friedens kennzeichnete, erfreuen und dem großen iser ein Hoch ausbrachte, Damit löste sich der Zug Der Turnverein hatte, Feier des Sedantages damit eine angenehme geschaffen. Die Turnim Geräteturnen wurden chauern allgemein gelobt. noch bis gegen 12 Uhr des Gesangvereins und hier wurde des ruhmht und auf Se. Majestät Wohlthäter.] Als die traurige Lage eins nselben um einige milde so reichlich ein, fanden em, für den wir baten, ße Summe senden konnern Lesern Unbekannten. auernswertes, aber nicht bedrängte Lage versetzt Bitte vor unsere Leser : M e n s c h l i c h k e i t d i e s r e i irftigen mitzuteilen, so so berechtigter, weil die, * Vielefeld, 3. Septdr.[Turner=Stiftungsfest.] In einer gestrigen, dem Sedankommers vorhergegangenen Abstimmung der Turner wurde durch die Majorität beschlossen, das Stiftungsfest in den Räumen der„Eintracht“ zu feiern und mit der Feier turnerische Aufführungen zu verbinden. * Bielefeld, 3. Septbr.[Zur Herbeiführung eines gleichmäßigen Verfahrens) seitens aller Verwaltungen hinsichtlich der Fortgewährung des Civil=Einkommens von außeretatsmäßigen Beamten während ihrer Einberufung zu den gewöhnlichen militärischen Friedensübungen bestimmt ein Erlaß des Finanzministers vom 13. v. M.: 1) Den gegen fixierte Remuneration dauernd oder auf unbestimmte Zeit angenommenen Beamten, ohne Unterschied, ob sie Offiziersrang haben oder nicht, ist ebenso wie den etatsmäßig angestellten Beamten während der gewöhnlichen Friedensübungen einschließlich der Dienstleistungen zur Darlegung der Qualifikation zum Reserve= und LandwehrOffizier, bezw. zur weiteren Beförderung das CivildienstEinkommen ohne Anrechnung der aus Militärsonds zahlbaren Kompetenzen zu belassen. 2) Denjenigen Beamten, welchen ohne dauernde Anstellung nur für bestimmte Dienstleistungen eine jederzeit wiederrufliche Remuneration bewilligt worden, ist der Regel nach die letztere neben den Militär=Kompetenzen nicht fortzuzahlen. Ausnahmen von dieser Regel sind nur unter besonderen Umständen mit Zustimmung des Ministers zuzulassen. 3) Die diätarisch beschäftigten Beamten, welche als Ersatzreservisten 1. Klasse zu militärischen Uebungen einberufen werden, sind hinsichtlich des Fortbezuges des Civildienst=Einkommens für die Dauer der beregten Uebungen den zu den gewöhnlichen Friedensübungen einberufenen Angehörigen der Reserve und Landwehr gleichzustellen. ** Gütersloh, 3. Septtr.[Sedanfest.] Wie früher, so wurde auch in diesem Jahre das Sedanfest, oder wie es bezeichnend der Volksmund nennt, das Kinderfest, in hergebrachter Weise gefeiert, nur daß die große Hitze dazu nötigte, etwas später als sonst zu beginnen. Morgens wurde die Feier durch Glockengeläut und Posaunenklang festlich eingeleitet; die Straßen waren durch zahlreiche Fahnen geschmückt. Um 10 Uhr versammelte ein Gottesdienst die Gemeinde zu Lob und Dank. Der Nachmittag gehörte den Kindern, vom zartesten Alter bis zu den Oberklassen der Volksschule, die sich durch Speise und Trank und die fröhlichsten Spiele auf dem Marktplatze unter dem Zuschauen der Erwachsenen bis zum späten Abend vergnügten, wo ein kleines Feuerwerk die Feier auf dem Festplatze schloß. Der ganze Zug begab sich atskann durch die hübsch illuminierten Straßen nach dem Rathausplatze, wo eine Ansprache des Pastors Greve mit einem kräftigen Hoch auf Se. Maj. den Kaiser und der weithin schallende Vers „Nun danket alle Gott“ den fröhlichen Tag beschloß. * Detmold, 2. Septbr.(Jagd.] In hellen Schaaren sah man gestern die Waidmänner hinausziehen aus den Thoren der Stadt, bei den bekannten schlechten Aussichten für die Hühnerjagd, größtenteils wohl mit nur schwachen oder wenigstens sehr geteilten Hoffnungen. Aber auch die schwachen Hoffnungen haben sich vielfach als eitel Dunst ergeben. Denn gar Mancher, erzählt die„Dortm. Z.“, ist abends mit völlig lehrem Rupsack zurückgekehrt und mehr denn einmal hörten wir die Worte: Hühner giebts dies Jahr nicht. Nur Wenigen war es beschieden, eine geringe Beute als Ergebnis des Tages mitzubringen. * Detmold, 2. Septbr.[Anerkennung der Kunst.] Wie der„L. L. Z.“ aus sicherer Quelle mitgeteilt wird, hat ein Osnabrücker Rentier außer anderen Vermächtnissen, dem allgemein beliebten Charakter=Komiker, Fürstlich Lipp. Hofschauspieler A. Pichler, eine jährliche Pension von 1200 Mk. vermacht. e- Lippspringe, 2. Sept.[Vom Bade.] Der Nachsommer mit seinen schönen Tagen hat dem Bade reichen Zufluß an Kurgästen und Fremden gebracht und macht die Regenperiode Juni Juli wieder wett. Gestern und heute trafen 50 neue Kurgäste ein, außer denen, welche diesen Sommer zum zweiten Male das Bad besuchen. Heute mittag erreichte die Kurliste die Gesamt=Saisonziffer von 1885, so daß Lippspringe einen erheblichen Vorsprung gegen das Vorjahr gewinnt, bei dem im allgemeinen ungünstigen BadeSonmer ein gutes Zeichen für unsere Arminiusquelle. X Bünde, 2. Sept.[Eine zahllose Menschenmenge] drängte sich gestern morgen zum Bahnhofe um mit dem 7 Uhr hier abfahrenden Zuge nach Bruchmühlen zu fahren, wo Prinz Albrecht, Regent von Braunschweig, als kommandierender General des 10. Armeekorps, dem Manöver beiwohnte. In der Nähe der pcovisorisch eingerichteten Haltestelle, hatten die Krieger=Vereine Bünde, mit der Stahlmannschen Kapelle an der Spitze, Ennigloh, Bustedt, Südlengern, Melle, Oldendorf, Rödinghausen, Buer, Riemsloh, Högel, unter dem Kommando des Hauptmanns Höpker Ausstellung genommen. Mit dem um 9 Uhr fahrplanmäßigen Zuge, dem ein grüner Salonwagen einrangiert war, erschien, durch Kanonendonner begrüßt, der Prinz Albrecht in der einfachen aber kleidsamen Uniform des Dragonerregiments, nebst Gefolge. Zunächst ging der Prinz die Front der Kriegervereine entlang, fast jeden Einzelnen in der leutseligsten Weise nach der Heimat, bei welchem Truppenteil er gedient 2c., fragend, was bei annähernd 200 Kriegern über eine Stunde in Anspruch nahm, hierauf setzte sich der Prinz zu Pferde um sich in das Manöverterrain zu begeben. Das Manöver erstreckte sich von Wetter nach Buer, wo es gegen 12 Uhr sein Ende erreichte. * Iserlohn, 29. Aug.[Ergebnis des Turnfestes.] Das Märkische Gauturnfest, das zu Anfang des Monats hier stattfand, hat dem Iserlohner Turnverein, der das Fest übernommen hatte, ausnahmsweise kein Defizit gebracht, sondern, wie die„Elbf. Ztg.“ meldet, sogar einen Ueberschuß von 50 M. * Aachen, 30. Aug.[Kommunalbiersteuer.] Nach der„Frkf. Ztg.“ wäre für die Städte Aachen und Burtscheid gemeinschaftlich die Einführung einer Kommunal= biersteuer seitens der zuständigen Ministerien genehmigt worden. Die Steuer beträgt für das hierorts gebraute Bier 50 Prozent Zuschlag zur staatlichen Brausteuer, und für das auswärts gebraute und hier eingeführte Bier 65 Pfg. pro Hektoliter. Der Termin für die Einführung dieser Steuer, die vermutlich für Aachen 50000 M. einbringen wird, ist noch nicht bestimmt. An indirekten Kommunal= steuern bestehen hier bereits die Schlacht= und Brennmaterial= steuer, die für Aachen laut dem Verwaltungsbericht jährlich ungefähr 370000 M. Nettoertrag liefern. H. P. Altersversicherung der Arbeiter. III. Der Vorschlag, alle über 45jährigen Arbeiter von der Versicherungspflicht auszuschließen, ist nicht ohne weiteres gutz theißen. In der Begründung, welche dieser Vorschlag in mehrerwähnter Zuschrift an die„Nat.=Ztg.“ findet, heißt es:„Wollte man bei der Organisation einer allgemeinen und obligatorischen Altersversicherung alle Arbeiter ohne Unterschied des Lebensalters, auch diejenigen, die von dem Zeitpunkt der beginnenden Unterstützung nur durch wenige Jahre getrennt si d, gleich von vornherein in den Versicherungszwang einbeziehen, so würde dies, mag man sich nun für abgestufte oder für einheitliche Beiträge entscheiden, zu den gröften Unzuträglichkeiten führen. Im ersteren Falle würde man dem alternden Arbeitern eine gerabe unerschwingliche Präme zumutn müssen, was bei einer Zwangsversicherung gewß nicht amgebt. im letzteren würde man, was vielleicht noch be###enk' cher wäre, de jüngeren und kräftigeren Arbeiter als über näßig zu gunst n der älteren und schwächeren belasten. T iesem Delemma könnte man entgehen, wenn man— den Zeitpunkt des Unt rtützungsbeginns auf das 60. Leten jahr festgesetzt— alle bereits versorgungsberechtigten Arbeiter und alle, die es in einer gewissen Frist sein werden, also im Ganzen etwa alle über 45jährigen zunähst von der Versicherungspflicht ausschließt und durch besondere Veranstaltungen für sie Vorsorge trifft.“ Welche besondere Veranstaltungen meint der Verfasser? Er macht in dieser Hinsicht nicht die geringste Andeutung. Sollen die von der Versicherungspflicht ausgeschlossenen Arbeiter aus Staatsmitteln versorgt werden, während die der Versicherungspflicht unterworsenen ihre eventuellen Renten durch Beiträge selbst aufbringen müssen? Davon kann ernstlich nicht die Rede sein, ganz abgesehen davon, daß gegen Staatsbeiträge zu sozialreformatorischen Zwecken ein anscheinend unüberwindlicher Widerwillen besteht. Es bliebe also nur die fakultative Versicherung, deren Benutzung aber durch die„unerschwingliche Prämie“ verhindert würde. Der Verfasser der Zuschrift übersieht bei seinen Ausführungen offenbar eins. Er rechnet mit einheitlichen wie mit abgestuften Beiträgen, aber er rechnet nur mit einer einheitlichen Altersrente. Diese läßt sich aber doch gleichfalls abstufen und nach dem Zeitraum, den einer beitragspflichtig gewesen, bemessen. Man kombiniere ein System von abgestuften Beiträgen und abgestuften Altersrentensatzen. Eine solche Kombination wird gestatten, daß selbst Arbeiter, die von dem Zeitpunkt der beginnenden Unterstützung nur durch wenige Jahre cetrennt sind, eine Rente erhalten können, ohne daß ihnen eine unerschwingliche Prämie zugemutet zu werden braucht und ohne daß die jüngeren und kräftigeren Arbeiter übermäßig zu gunsten der älteren belastet werden. Wenn man einwendet, daß eine Rente von etwa 100 Mt. für solche Arbeiter, die erst in vorgerückteren Jahren versicherungspflichtig werden, doch gar zu gering sei, so ist zu entgegnen, daß dieser Betrag doch ungleich mehr ist als nichts. Industrie und Gewerbe. Dortmund, 30. Aug.(Gestern fand hierselbst eine Versammlung westfälischer SchuhmacherInnungen] statt, in welcher die Städte Bochum, Hamm, Herford, Lippstadt, Iserlohn, Hagen, Gelsenkirchen, Witten, Langendreer, Paderborn und Dortmund vertreten waren. In derselben wurde beschlossen, von dem Projekt eines Schuhmacherbundes für Westfalen Abstand zu nehmen, dagegen einstimmig der Antcag angenommen, für Westfalen einen Unterverband mit Anschluß an den deutschen Schuhmacherverband zu bilden. Als Sitz des Unterverbandes wurde die Schuhmacher=Innung Gelsenkirchen und als Vorsitzender desselben Obermeister Finke=Schalte gewählt. Der Vorsitzende des deutschen Schuhmacherverbandes, Schuhmann zu Berlin, machte in der Versammlung Mitteilung über seine Unterredungen mit dem Kaiser, dem Kronprinzen, und dem Kriegsminister Bronsart von Schellendorff, woraus als besonders bemerkenswert hervorgehoben zu werden verdient, daß in Folge dieser Unterredungen nunmehr die ersten 15.000 Paar Stiefel für das Militär einer Gefangenanstalt zur Anfertigung übergeben worden sind. Es wurde daran in der Versammlung die Hoffnung geknüpft, daß die Arbeit in den Gefangenanstalten mehr und mehr auf die Herstellung von Militärgegenständen beschränkt wird. Landwirtschaftliches. [Wann soll man den Klee mähen,] um die größte Ausbeute an verdaulichen Nährstoffen zu erzielen? Ueber diese höchst wichtige Frage sind die Ansichten der praktischen Landwirte noch immer geteilt; manche halten die angehende, die meisten die volle Blüte des Klees für den richtigen Zeitpunkt des Mähens. Die wissenschaftliche Forschung hat darüber längst entschieden und bietet den besten Anhalt zur Beantwortung der Frage. Greifen wir einige der einschlägigen Versuche heraus, um dies zu begründen. Dietrich untersuchte den Rotklee in verschiedenen Abschnitten eines Wachstums und fand folgende prozentische Zusammensetzung: Zeitpunkt in der Trockensubstanz: des Schneidens. S 8" 60" * S E5 26. 22,2 18.8 17,1 14,2 23,3 20,0 17.3 3.5 3.2 2,8 2,6 7,2 5,3 5,5 22,5 27.5 33,4 36,8 20,6 25,7 27,0 42,1 41,9 39,9 39,9 39,6 40,5 42,0 Mai, junge, noch grüne Blütenköpfe 83,0 5. Juni, beginnende Blüte 82,1 12.= volle Blüte 81,3 30.: beendigte Blüte. 70,1 Heiden fand: zur Zeit d. Knospung gemäht 83,3 bei angehender Blüte 77,3 bei voller„ 70,5 Aus diesen Zahlen geht mit Deutlichkeit hervor, daß der Klee beim Aelterwerden ärmer wird an den wertvolleren Nährstoffen, dagegen reicher an Holzfaser, der an sich schon wenig Nährwert beizumessen ist, welche aber auch die Verdaulichkeit der anderen Nährstoffe herabsetzt. Die Menge der stickstofffreien Extraktstoffe(kohlehydratartige Stoffe) bleibt ziemlich auf gleicher Höhe. In der Regel nimmt man an, daß die Pflanze mit dem Alter an Masse zunähme und damit den Mindergehalt an Nährstoffen ausgleiche, daß mit andern Worten die Pflanze also hier der Klee, zwar relativ abnähme an Nährstoffen, dagegen absolut zunähme. Wie wenig diese Behauptung begründet ist, zeigt der Verfolg des Heiden'schen Versuchs. Von diesem wurde auch die Erntemasse ermittelt, welche der Klee zu oben angebenen Zeiten ergiebt. Auf 1 ha berechnet wurden nämlich geerntet an grünem Futter an trockenem Futter an Eiweißstoffen... an Fett an sonstigen Nährstoffen in Summa an Nährstoffen Hiernach hat sich von der beginnenden Blüte an bis zur vollen Blüte die Masse des Futters und die Menge der Nährstoffe nicht vermehrt, wohl hat sich aber die Qualität des Futters vermindert, insofern die Menge der Eiweißstoffe eine Verminderung erfahren hat. Indessen kommt in diesen Zahlen der wahre Wert des zu verschiedener Zeit geschnittenen Klee nicht völlig klar zum Ausdruck, denn wir ersehen aus denselben noch nicht, wie viel von den geernteten Nährstoffen wohl bei der Verfütterung zur Ausnutzung gelangt, die je nach dem Alter der Pflanze ebenfalls verschieden ausfällt. Auch hierzu besitzen wir einen wertvollen wissenschaftlichen Beleg in den exakten Witterungsversuchen von G. Kühn(Möckern), nach denen von Rindvieh in Prozenten der gleichnamigen Bestandteile verdaut wurden. Mutterstadt i. d. Pf., 30. Aug.[Erschossen.] Ein hier in den Ferien weilender 18 jähriger Gymnasiast erschoß seinen eigenen Vater. Letzterer hatte die Mutter mit einem Revolver bedroht, worauf der Sohn zu deren Hülfe herdeieilte. In dem Handgemenge entlud sich die Schußwaffe und die Kugel durchdohrte dem Vater das Herz, sodaß der Too sofort eintrat. Scheveningen, 1. Sept.[Das bereits gemeldete Brandunglück] entstand aus Unvorsichtigkeit des Dienstmädchens der Familie Heinecken, welches auf einer Spiritusmaschine kochte Das Feuer ergriff, wie dem „Hann. C.“ gemeldet wird, mit rasender Schnelligkeit den Kursaal. In einer Viertelstunde war das ganze Gebäude verloren. Glücklicherweise herrschte Windstille, daher blieb das selbe auf seinem Entstehungsherd beschränkt. Kein Menschenleben ging verloren, aber fast alles Passagiergut, viele hunderttausende wert, alles unversichert, ist verloren. Von Mannstädt's philharmonischem Orchester sind die Noten und Instrumente meist verbrannt. Die Haager Wirte zeigen sich gegen das Publikum höchst entgegenkommend. Nun alles ausgebrannt, ist die Gefahr vorüter. [Bei dem Sonntag abend unweit Mödling bei Wien stattgehabten Eisenbahnzusammenstoß] sind nach endgiltiger Nachricht 5 Prionen getötet, 24 schwer, 28 leichter verwundet. Die Schuld an der Katastrophe trägt der Lokomotivführer des einen Zuges, Truka, der betrunken war. [Das treffliche deutsche Bier] findet, so viel auch die belgischen Bierbrauer in Wort und Schrift dagegen streiten, in Belgien, und besonders in Brüssel immer größeren Absatz. Dies im Inlande selbst gebraute Bier, hält nicht den entferntesten Vergleich mit dem deutschen Biere aus. Nachdem alle Versuche der belgischen Bierbrauerei durch Schlechtmachen der deutschen Biere aufzuhelfen, fehlgeschlagen sind, hat man endlich nach dem Pariser Vorbild ein Mittel entdeckt. Die„Patrioten“ verlangen stürmisch, daß die fremden Biere bei der Ankunft geprüft werden. Um das zu erreichen, erklärt der gesinnungstüchtige belgische Bierbrauer dreist, daß bei der in Paris stattgehabten Untersuchung der deutschen Biere dieselben sämtlich sich als stark verfälscht erwiesen haben, wovon natürlich kein Wort wahr ist. [Krawall.] In dem Dorfe Castermano bei Verona war aus sanitären Gründen eine Prozession verboten. Die Volksmenge weigerte den Gehorsam, Soldaten erschienen und es kam um und in der Kirche, in der noch dazu Feue: ausbrach, zum tobenden Handgemenge. Viele Personen wurden verwundet. [Fast vollständig niedergebrannt] ist das Dorf Befort im Luxenburgischen Kreise Echternach. Die Not ist sehr groß, da fast nichts gerettet. [Trichinose.] In Ruppersdorf bei Lobenstei; ist die Trichinose in recht bedenklicher Art ausgebrochen. Viele Personen des Ortes und der Umgegend sind erkrankt. Malta, 1. Sept.[Vulkan.] Der Kapitän eines heute hier eingetroffenen englischen Dampfers hat den Hafenbehörden angezeigt, daß er am 30. v. M., nachmittags, bei klarem Himmel und ruhiger See, 14 Meilen von der Nordspitze der Insel Gasita(am Ostende der Küste von Algerien) entfernt, im Osten letztgedachter Insel einen feuerspeienden Berg in Thätigkeit gesehen und mehrere vulkanische Dämpfe ausströmende Erdöffnungen(Fumaloren) bemerkt habe, denjenigen ähnlich, die man beim Actna wahrnehme. [Die Erdbeben in Nord=Amerika.] Weitere aus Charlestown eingegangene Telegramme melden, daß die Stadt buchstäblich zum Trümmerhausen geworden sei. Drei Stadtviertel müssen von Grund aus wieder aufgebaut werden. Die meisten bei dem Erdbeben Umgekommenen waren Neger, deren Leichen noch lange unbeerdigt auf der Straße lagen. Aehnlich lauten die Berichte aus Nord= und Süd=Karolina, aus Nord= und Süd=Georgia. Der Gesamtschaden ist noch gar nicht zu schätzen. Charlestown hatte nach der letzten Zählung eine Bevölkerung von 22 699 Weißen und 27276 Negern. Der Handel der Stadt ist recht bedeutend. Gegen 100 Menschen wurden getötet, mehrere hundert verletzt. Das ganze Geschäftsviertel ist zerstört, das Rathaus, zwei Kirchen, viele andere öffentliche Gebäude sind Trümmerhaufen. Durch das ausgebrochene Feuer sind viele Häuser niedergebrannt. Litterarisches. Einen besonders für die vielen Freunde und Besucher Helgolands interessanten und mit höchst ansprechenden Abbildungen geschmückten Aussatz von Otto Brahm über das berühmte Eiland in der Nordsee enthält das neueste Heft — für September— von„Westermanns Illustrierten Deutschen Monatsheften“, eine für die Reisesaison sehr geeignete Schilderung, welcher sich in gewissem Sinne auch die gleichfalls reich und schön illustrierte Abhandlung von Heinrich Pröhle:„Goethe und der Harz“ zeitgemäß anschließt. Voll gemütlichen Humors ist der nun beendete Roman„Das Irrwischpärchen“ von Otto Müller, während den Freunden ernster und gehaltvoller Belletristik die Erzählung„Gertrud Frey“ von August Becker, die ebenfalls in diesem Hefte zum Abschluß kommt, besonders zusagen wird. Ein biographischer Artikel:„Leconte de Lisle“ von Ferdinand Groß, ein gegenwärtig doppelt interessanter Aussatz über die „Chinesische Frage“ von Hans Altona, ferner über„Künstliche und natürliche Weltsprachen“ von Guntram Schultheiß und mehrere interessante litterarische Mitteilungen ergänzen dies Heft des Westermannschen Unternehmens, welches damit seinen dreißigsten Jahrgang in würdiger Weise abschließt. Viehmärkte. ; Stolzenau, 1. Sept.[Viehmarkt.] Auf heutigem Viehmarkte standen zum Verkauf etwa 50 Pferde, 60 Kühe, 25 Schweine und mehr als 100 Wagen voll Jungvieh. Infolge großer Hitze war der Besuch nicht bedeutend, fremde Händler erschienen nur spärlich. In Pferden und Kühen war kein Geschäft zu machen, da die Nachfrage fehlte. Zwar setzte man die Preise gegen den Vormarkt herab, aber auch das half nicht. Ferkel dagegen waren gesucht und erreichten anständige Preise; 6wöchige kosteten durchschnittlich 19—20 Mk., 10wöchige 30 Mk., 13wöchige 36—59 Mk., ältere Tiere nach Verhältnis mehr. * Dortmund, 1. Septbr.[Viehmarkt.] Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt waren aufgetrieben: 582 tragende und frischmilchende Kühe und Rinder, ca. 400 Schweine einschl. Ferkel und 48 Pferde.— In allen Viehgattungen war der Handel flau und wurde nur ein geringer Teil der Zufuhr zu mäßigen Preisen verkauft. Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man die drückende Hitze dieser Tage als Ursache des ungünstigen Verlaufs des Marktes bezeichnet.— Nächster Markt am 15. September. * Hannover, 2. Septbr.[Viehmarkt.] Zu heutiger Viehbörse waren aufgetrieben: 48 Stück Großvieh, 196 Schweine, 224 Kälber, 56 Hammel. Die Preise sind: Großvieh: I. Sorte 55—58 Mk., II. Sorte 50 bis 55 Mk., III. Sorte 40—50 M. für 100 Pfd., Schweine per 100 Pfd. I. Sorte 47—51 M., II. Sorte 44 bis 47 M., III. Sorte 42—41 Mk., Kälber per Pfd. I. Sorte 60—70 Pfg., II. Sorte 50-— 60 Pfg., per Pfd. I. Sorte 60 Pfg., II. Sorte 50 Pfg.(Ales Schlachtgewicht.)— Der Handel war flau. * Handelsnachrichten. 5proz. neue portugiesische Anleihe.) Ueber diese Anleihe erfährt die„Frankf. Ztg.“, daß die Emmission für den Beginn des Oktober in aussicht genommen ist, unter Umständen würde man vielleicht sich entschließen, damit schon etwas früher vorzugehen. Hinsichtlich der Details des Abschlusses können wir dem schon Mitgeteilten nachtragen, daß die Anleihe einen Nominalbetrag von 70 à 71 Millionen Francs umfaßt und zum Preise von etwa 85½ pCt. übernemmen ist. Die Titres we den in Reichsmark, Franken, Lstri. ausgestellt werden. Die vortugiesische Regierung übernahm im Vertrage die Verpflichtung, während eines gewissen Zeitraumes(etwa ein Jahr lang) keine weitere Anleihe zu kontrahieren. Köln, 2. Sept. Weizen, hiesiger loco 18.50, fremd loco 19,00, pr. Novbr. 1720.— Roggen loco hiesiger 14 25 pr. Novdr. 13,35, pr. März 13,70.— Hafer loco 13,50 — Rüdöl loco mit Faß 23.00, pr. Oktbr. 22,90. Neuß, 2 Sept. Weizen 16,50—17,20 M., Roggen 13 20 bis 14,20 M., Gerste—.— M., Hafer 15,00 M., Rüdöl per 100 Kler. 45,00 M., gereinigtes Oel 4800 M. Antwerpen, 2. Sept. Petroleum ruhig. Raffin. Type weiß loco 15½ bez. und Br., pr. Okt. 15% Br., pr. Oktbr.=Dezbr. 16 Br., pr. Jan.=März 16 1/ Br. Amsterdam, 2. Sept. Weizen pr. Novdr. 213.— Roggen pr. Okt. 127, pr. März—. Telegraphischer Kursbericht, mitgeteilt von der Berliner Wechselbank, Herm. Friedländer& Sommerfeld, Hofbankiers, Berlin NW, U. d. Linden 45. (Schlußkurse. 2½ Uhr.) 2. Sept. 3. Sept. Franzosen Lombarden Oesterr. Kreditaktien Diskonto=Kommandit Deutsche Bank Darmstädter Bank Westfälische Bank Preuß. 4% Konsols Oesterr. Gold=Rente Ungar. Gold=Rente Russen v. 1884 Laurahütte Ravensberger Spinnerei Spinnerei Vorwärts Russische Noten Londoner Wechsel=Cours Amsterdamer„ Pariser Weizen Roggen Rüböl Spiritus pr. Sept.=Okt. 371.— 179.— 452.— 207,60 159,25 137.10 113— 105 80 95,75 86 60 9840 60.75 125.— 110.— 196.65 20,40,5 168.50 80,70 154,50 130.25 42,60 39,40 Dortmund, 1. Sept. Weizen 00,00 M., Roggen 14,25 bis 14,75 Mk., Hafer 00,00 Mk., Gerste 00,00 Mk., Kartoffeln 4,80 bis 5,60 M., Stroh(Richt=) 4,40—5,00 M., Heu 5,00—6,40 M., Butter 1 Kilo 1,80—2,20 M., Eier 60 Stück 3,00—3,50 M. Familien=Nachrichten. (Von unseren Abonnenten uns zugehende, erkennbar beglaubigte Nachrichten finden in dieser Rubrik Aufnahme.) Verlobt: Frl. Anna Kamp(Meppen) mit Hrn. Theodor Strathmann(Coesfeld). Meteorologische Beobachtungen. Bielefeld, 3. September. Niedrigst. Stand des Thermometers während der Nicht+ 15° C. Stand des Thermometers um 12 Uhr mittags.+ 24° C. Barometer:(gestriger Stand 757).... 759 m2 Nachdem gestern abend starkes Wetterleuchten im Westen beobachtet werden konnte, schien ein Gewitter im Anzuge, zumal oftmals heftigere Windstöße sich einstellten. Doch sind wihrend der Nacht Gewitter nicht aufgetreten, auch ist heute der Himmel fortgesetzt heiter, die Temperatur ist nahezu dieselbe wie gestern. Das Barometer ist wieder etwas gestiegen. Ein Umschwung der Witterung scheint sich indessen vorzubereiten. Neueste Nachrichten. Petersburg, Donnerstag, 2. Septbr.(Telegramm.) Der russische Regierungsanzeiger veröffentlicht ein Telegramm des Fürsten Alexander von Bulgarien an den Kaiser von Rußland, dat. 30. August, worin der Fürst dankt, daß die kaiserliche Regierung durch die offizielle Gegenwart des russischen Vertreters in Rustschuck bei seinem Empfange gezeigt habe, daß sie den, gegen die Person des Fürsten gerichteten revolutionären Akt nicht billige. Der Fürst erklärt, er wolle jedes Opfer bringen, die hochher zigen Intentionen des Kaisers zu unterstützen und Bulgarien aus der gegenwärtigen schweren Krisis zu befördern, er bittet, die Entsendung Dolgoruckys zu beschleunigen, damit der Fürst dem Kaiser einen sicheren Beweis seiner unveränderlichen Ergebenheit geben könne. Er sei bereit, die von Rußland erhaltene Krone in die Hände des Kaisers zurückzugeben.— Der Kaiser antwortete, er könne die Rück'ehr des Fürsten nach Bulgarien nicht gutheißen. Die Miison Dolgoruckys sei inopportun geworden. Der na#er werde sich jeder Einmischung enthalten, so lunge er Fürst in Bulgarien bliebe; der Fürst werde wissen, was er zu thun habe. Er behalte sich vor zu beurteilen, was ihm das geheiligte Andenken seines Vaters, die Interessen Rußlands und der Frieden des Orients gebieten. (Wiederholt.) K Berlin, Freitag, 3. Septbr.(Privat=Telegraum der Westfälischen Zeitung.) Der russische Minister v. Giers ist hier eingetroffen. Heute nachmittag findet hier eine Ministerkonferenz statt, unter Vorsitz des Fürsten Bismarck, behufs Beschlusses über die Einberufung des Reichstages. In Belgien hat ein Hagelwetter unerhörte Verwüstungen angerichtet. Aus der Provinz werden furchtbare Verheerungen und Ueberschwemmungen, von der Meeresküste gewaltige Stürme gemeldet. Berlin, 2. Sept. Man schreibt dem„Hann. Cour.“: Der Notenwechsel zwischen dem Fürsten Alexander und dem Zaren wird in der Beiliner Presse allgemein als der Vorläufer der unmittelbar bevorstehenden Abdankung des Fürsten von Bulgarien aufgefaßt. Bern, 2. Sept. Dem Bundesrate ist die Uebereinkunft, betreffend die Organisation der internationalen Erdmessung, welche namentlich die Einrichtung eines ständigen Zentralbüreaus in Berlin, sowie die Dotierung der genannten Kommission durch die beteiligten Staaten zum Zweck hat, zur Annahme vorgelegt. Gleichzeitig ist die Schweiz zur Beschickung der Konfcrenz der europäischen Gradmessung eingeladen, die behufs Ausführung der in dem Projekte vorgesehenen Maßregeln am 20. Oktober in Berlin zusammentreten soll. Der Bundesrat erklät den Beitritt der Schweiz zu der Uebereinkunft und nannte zum Vertreter an der Konferen; den Professor Dr. Hirsch-Neuenburg. Wien, 2. Sept. Die„Polit. Korresp.“ veröffentlicht den Wortlaut der Note des bulgarischen Ministers des Auswärtigen vom 24. v. M., welche die Vorgänge, die sich seit dem 21. v. M. in Bulgarien zugetragen, zusammenstellt und also schließt: In diesem Augenblicke verlangen drei Millionen Bulgaren mit lauter Stimme ihren vielgeliebten Souverän und wünschen durch die Rückkehr des Fürsten die gesetzliche Ordnung wiederbergestellt zu sehen. Sosia, 2. Sept.(Telegramm der„Agence Havas“.) Die Gerüchte über Ruhestörungen und den Ausbruch des Bürgerkrieges in Bulgarien sind unbegründet, es herrscht die vollständigste Ruhe. Die Ankunft des Fürsten Alexander hier steht morgen abend zu erwarten. Das Urteil der Aerzte allein ist maßgebend, ob ein Heilmittel sich in gewissen Krankheitsfällen bewährt oder nicht, und verweisen wir z. B auf die Aussprüche von einer großen Anzahl Universitätsprofessoren über die so allgemein in Anwendung kommenden Arotheker R. Brandt's Schweizerpillen. Dieselben haben das ungeteilte Lob der Aerzte gefunden, und diesem verdankt das Präparat unzwetfelhaft die kolossale Verbreitung, welche dasselbe heute als angenehmes, sicheres und unschädliches Abführmittel gefundErhältlich à Schachtel M. 1 in den Apotheken. * er dir ge Zwangs= Perfleigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von Sandhagen Band 4 Blatt 201 auf den Namen der Witwe des Amte-Assessors Wahl, Augusline Andriette geborene Rak in Bielefeld eingetragenen Grundstücke Flur 14 Nr. 78, 99 522 524 77 70 nebst aufstehenden Gebäuden Wohnhaus Nr. 99 Sandhagen— neue Nummer A 14 Gadderbaum— mit Vorbau und Stallgebäude, am 8. Oktober 1886, vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht — an Gerichtsstelle Zimmer Nr. 13 versteigert werden. Die Grundstücke sind mit einer Fläche von 24 Ar 26 qm und 151,23 Mk. Nutzungswer: zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschätzungen und andere die Grundstücke betreffende Nacweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei Abteilung I eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der betreil ende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Verteilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ausprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigentum der Grundstücke beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des VersteigerungsTermins die Einstellung dee Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld inbezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt.(855 Das Urteil über die Erteilung des Zuschlags wird am 9. Oktober 1886, vormittags 11 Uhr, an Gerichtsstelle verkündet werden. Bielefeld, den 17. Juli 1886. Kgl Amtsgericht. I. Abtl. Freiwillige Perstrigerung. Connabend, den 4. d. Mie., morgens 10 Uhr beginnend, verkaufe ich in der Hermannshale hier: Möbeln, Haus= u. Küchengerät aller Art, sowie eine Schuhmachermaschine öffentlich meistbietend gegen Barzahlung. 2298 Bielefeld, den 3. Septbr. 1886. Vonschott, Gerichtsvoll zieher Empfehle meine neu renovierten Lokalitäten für 1370 Hochzeiten, Familienfeste, Vereine und Vereinsfestlichkeiten. F. Oppermand. Vorterie zu Weimar. Nächste Ziehung am 7., 8. und 9. September 1886 mit Gewinnen v. 60 000, 40000 30000, 20000, 10000, 5000, 3000, 2000, 1000 Mark 2c. Kauflose hierzu à 2½ Mk.(11 St. 25 M.) sind noch zu haben bei Louis Hoffmann, Haupt=Kollekteur. 2286 Versteigerung Sonnabend, den 4. d. Mts., vormittags 10 Uhr anfangend, sollen im Pandlokale— Hermannshalle— hier zwangsweise: 2 Bettstellen mit Matratzen, 1 großer Waschtisch mit Marmorplatte und 1 Kommode, sowie freiwillig: 1, Nivellier=Instrument mit Stativ und Latten, Tische, Stühle, Bettstellen und noch mehrere andere Gegenstände, öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung versteigert werden. Bielefeld, den 3. Septhr 1886 Meichelt, Gerichtsvollzieher. 2296 Gavverbäumer, Turnverein. Zu der morgen Abend im Vereinslokale stattfindenden Sedanfeier in Gestalt eines Commerses laden wir unsere aktiven und passiven Mitglieder hierdurch freundl. ein. 2297 Der Vorstand. Zu der am 7. d Mts, nachmittags 2 Uhr im Hotel Mattenklodt hierselbst stattfindenden GeneralVersammlung werden die Mitglieder des hiesigen landw. Kreis=Vereins ganz ergebenst hierdurch eingeladen. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Geschäftl. Mitteilungen. 3. Besprechung über die nächste Ausstellung. 4. Vortrag über Wagners Futterbau unter Berücksichtigung der hies. Verhältnisse(Ref. Herr Dr Schleh.) 5. Verkauf von Maulwurfs= u. Mausefallen. Der Vorsitzende. Hauverein der Maler und Lackierer. Sonnabend den 4. September: General= Versammlung. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten. 2290 Der Vorstand. Phein„Wein, eig. Gewächs, rein Rrhein-kräftig, weiß&a Ltr. od. Fl. 60 Pf. rot 80 Pf. von 25 Ltr. an unter Nachn, direkt von S. Roesch, Weinbergbes., Kontor u. Zweiglag Düsseldorf Verkäufer gesucht. 1349 Hochzeitskladderadatsche, Gelegenheitsgedichte werden in klassischer Weise angefertigt.„ 2055 Off. w. unt. Z. L. d. Exp. erbeten. Bichaside Achbon an d. d. uld d. Joshonder 61. „Weimar 1886 12000 in drei Klassen. e G5O GOS Mark kommen noch zur Verloosung, darunter Hauptgen i. W. v. 60000, 40000, 20000, 3 à·100 gewinne 000 3 à 5000, 6 à 3000, 6 à 2000, 25 à 1000, 60 à 500 Mark u s. w. Xuul-Kooss à 2½ Murk, Voll-Koose, gültig für alle Ziehungen à 5 Murk, Slversendet und stellt noch Verläufer unter günstigen Bedingungen an! Der Vorstand der Stündigen Ausstellung in Weimar. Loose sind auch zu haben bei: 20 We Emrfange einen größeren Transvort guter, belgischer und französischer 2272 Arbeitspferde welche Sonntag und Montag, den 5. und 6. d. M.(Montag nur bis Mi tag) bei Herrn Gastwirt Breirohl. Vittoriastraße, Bielefeld, zum Verkauf steben S. Hochfeld, Lemgo. Neue Bielefeld. 8 Citronen. Sonntag, den 5. September,# nachmittags 4 Uhr: 2 GrOSses K Extra-Concert g unter gesälliger Mitwirkung der Männergesangvereine „Liedertafel,„Arion u.„Harmonie“.# I Billets à 75 Pfg. sind bis Sonnabend Abend# N in der Musikalienhandlung des Herrn M. Pfeffer M und in der Eigarrenhandlung des Herrn W. Reit=A A häger, Obernstraße zu haben.— Kassenpreis 1 M. M R. Riedet. 55 Felix Battig. S•.. Tirter der conservativen Partei von BielefeldGaddertaun Sonntag, den 5. September, von abends 7½ Uhr an, im neu erbauten Saale des herrn höner an der Bahnhofstr., gegenüber der Bargholzschen Fabrik, wozu alle Gesinnungsgenossen mit Familie hierdurch freundlich eingeladen werden. 2299 # der=Stchrgst. Am Sonntag den 5. d. Aits. findet bei mir das diesjährige Erntefest in alter bekannter Weise statt in einem extra großen neuen Zelte nebst verschiedenen anderen Buden.— Es ladet ergebenst ein(2280 H. Möring, Heverstraße. Guttee frei. 's Fritz Austmann, Gadderbaum * A Sonntag den 5. September: 5 Zur Einweihung des neuerbauten und aufs feinste dekorierten Saales: S Großes Tanzvergnügen. S. S Anfang 4 Uhr. Ende 12 Uhr. S Entree frei. *„„* 8 C. Herrmann, Vielefeld 8; ∆ am Kriegerdenkmal 0 zz empfichlt 1100% & compl. Zimmer-Eiorichtungen 8m; G in jeder Holz= und Stilart unter Garantie für c5 Solidität. Anfertigung einzelner Dekorationen C und Möbel nach jeder Zeichnung in kurzer N0 Lebend frische Seezungen à Pfund 60 Pfge. A. Volkmann, Goldstraße 10. 2287 la. Holländer pro Pfo. 70 Pf. bei 2271 H. Rottmann, Werther. 0 Ein recht seies Pferd geschlachtet. r. Hildebrandt. Gegen Schweißfüßr aub waabe Füßr:s SalicylsäureFuss-Streupufver und Vaseline-SalicylFuss-Baisam. Priit Tullig! Wchweine Versicherung zu Cant. 5. Sonntag den 5. d. M., nachmittags 4 Uhr findet bei Ww. Oberschelp, Bleichstraße eine Generatversummtung statt.—„ 2281 De Schchee. kin Posten Einsätze, Kragen, Manchetten, Nacht, Vor- und Faltenhemden, echte Schweizer Stickereien bei(1376 J. 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Schmidt, homöopathischer Arzt in Bielefeld Die heutige Nummer unseres Blattes enthält eine Extra=Beilage des Versandt=Geschäfts Mey& Edlich, Plagwitz=Leipzig, auf welche wir unsere geehrten Leser aufmerksam machen. Eisenbahn=Fahrplan vom 1. Juni 1886 ab. Köln=Deutz Düsseldorf Dortmund Hamm Rheda Gütersloh Brackwede Bielefeld Brake=Schild. Herford Löhne Oepnhausen Minden Wunstorf Hannover Lehrte Berlin, L.=B. „ Frdrstr. * 5.50 8 7.5 10.33 9.55 1 — 1222 123 117 12.15 1-24—4—4—3 8.0 8.47 1.14 1233 12.48 1255 1.19 2.7 255 2 7.28 135 2.7 2.7 25 10 30 112 244 399 4.45 27 555 585 5.48 6.28 6.41 3.35 45 55 6.52 8. 4 8.21 8.43 857 9. 7 9.22 9.42 9.53 7.1610.20 8.3211.31 9.36|12. 8 10. 6— 5. 0)— 1-3P1—4 8.35 9.20 11. 5 11.41 1248 1. 5 1.21 1.31 1.51 2.45 3.30 3.50 1—4 5.45 6.51 9.50 10.45 11.49 12.05 12.27 12.56 1. 6 1.24 1.49 2. 5 3. 0 4.14 5.55 635 1.2 7.28 8.36 12. 8 1.38 2.41 8. 0 3.21 3.33 3.54 4.36 4.49 5.24 640 755 824 bedeuten 6.,0 bis 5.50 1-21/1—4 12. 0 12.45 2.20 2.55 4.0 4.23 4.33 4.50 5.331 610 1.25 2.36 5.23 6.19 7 27 735 825 827 8.31 840 95 925 905 1010 12.05 12.41 8.30 Berlin, Frdstr. „ L.=B. Lehrte Hannover Wunstorf Minden Oeynhausen Löhne Herford Brake=Schild. Bielefeld Brackwede Gütersloh Rheda Hamm Dortmund Düsseldorf Köln=Deutz 1—4 2.0 8.4 11.3 11.20 1233 146 805 147 213 227 2.27 7 5.7 8. 6 9.10 1-229/1—4 941 135 25 287 311 332 4.0 5.4 587 7.7 7.50 745 1256 2.3 245 45 41 427 44 5.5 75 599 5.45 7. 5 7.56 10.30 11.30 1—4|1—4|1-39/—4 6. 4 6.26 6.38 6.54 7. 4 7.19 7.27 7.46 7.57 9.28 10.32 1.22 2.30 — 1040 5.59 Nachtzeit, ferner* Schnell=,** Courier= und f Expreßzug. — 7.45 11.50 6.18 7.40 8.14 9.27 9.49 10. 8 10.20 10.30 10.44 10.53 11.11 11.22 12.21 1.25 4.38 5.40 11.45 12.24 12.48 1.38 1.56 2. 4 2.19 2.36 3.41 4.11 5.51 635 5.0 11.4 12.40 1.16 2.34 2.59 3.24 3.44 3.56 4.16 4.27 4.49 5. 6 6.30 725 1030 11.22 1-21 11.56 3.33 4.18 516 5.32 5.40 6.7 65 722 845 940 1—4 635 6.58 825 8.46 95 9.15 9 9 9.57 10.10 11.23 Anschinass: e bis 5.59 bedeutet Nachtzeit. Dortmund= Gronau 5.50, 2.10 6.50 Gronau=Dortmund 5.35. 1.40, 6.30 Hamm=Münster 62. 654. 10.43. 11.49“ 257“, 3.44. 4.48, 625“, 7.7f. 1.20 Münster=Hamm 4.25. 8 3. 915=.10.48 12.39: 2,.41. 347“, 5.58. 9.21. Hamm=Soest=Paderborn 5.26. 93 11.11“. 4.34. 8,10. 10.26. Paderborn=Soest Hamm 4 ate“. 4.50 819. 11,21. 4.42“. 8.4. Hamm=Unna 5.32, 10,6. 1.25 331“ 550. 7,9f. 7/32. Unna=Hamm 849. 118 11.18. 2281 4.15. 8.14. 10.27. Herford=Detmold 7. 1023. 1.22 2.35. 4.10. 9.10. Detmold=Herford 5. 8,20. 1213. 1.36 234. 7.46. Löhne=Oenabrück 34r. 6/43. 1011. 547. 9.20. Osnabrück=Löhne 4/48. 8.14. 11.55 255. 7. 1.35=. Löhne=Hameln 6./45 1.24. 4.28. 9.15. Hondars due S2r ac. 7u; 16121 Wunstorf=Bremen 3.57. 9.7. 1.35, 5.36“, 714. 11.50“. Bremen=Wunstorf 524. 810. 10 12.55=, 4. 10.40. Lehrie=Hamburg 3.55““. Sz 11.30 526e. 8./12. P-chss. 542. 8Nv. 11.15 4 35 o. Lehrte=Braunschweig 11.45. 3“e 6.21. 1014. 11.39=, 3.48“. 6.38. Lehrie=Magdeburg 11.45. Jer. 621 11.39“, 3.48“, 6.38. Hannsver=Leipzig 2.38““. 9.36.11.17=. 330 810. 846“. 1215. Personenposten. Von Bielefeld Bahndof u. Stadt nach Werther 545 Vm., 1.25 Nm., 625 Nm Brackwete 6.30 Nm. Oerlingbausen 6.20 Vm., 4.30 Nm. Privatpersonenposten von Bielefeld Bhs. nag Heepen 8.30 Vm. 8.45 Nm. nach Jöllenbeck über Schildesche 9.10: Bm. 6.30 Km. Personenposten nach Bielefeld von Wertber 6 35 8. 12.35 Mist, 2 10 15. von Brackwete 8.25 Vm. von Oerlinghausen 8.25 Vm., 345 Nm. rlich für den vounischen Tel: H. Kaekler, für den Abrigen redaknonellen Tel: H. Hartwig, für den Inseratentel: H. Rasch, sämlich in Hieieseld. Druck und Verlag von 3. D. Kücer Nachsolger mn Vielefeld. nach lage von Leingo 6 Vm. 1.10 Vm 1.55 Nm, 6.45 Nm. von Lage nach Lemgo 7.25 Im., 10.40 Vm. 4.30 Nm., 9.35, Nm. von Oerlingbausen nach Lage 9.20 Vm. nach Oerlingbausen von Lage 8.20 Nm. von Brackwede nach Holte 5.5 Nm. von Holte nach Brackwede 6.10 Vm. von Brackwede n. Friedrichsdorf4,50 Nm. von Friedrichsdorf n. Brackwede7,20Vm. von Rbeda nach Paderborn über Wiedenbrück, Rietbera. Delbrück u. Neuhaus 6 Vm., 12.20 Nm. nach Rheda von Paderborn über Neubaus, Delbrück, Rietberg, Wiedenbrück, 6.10 Vm., 4.50 Nm. von Rbeda nach Warendorf 12.15 Nm. nach Rbeda von Warendorf 4.45 9im. von Löhne nach Lübbecke 2.30 Nm. 9.30 Ah. von Lübbecke nach Löhne 7 B. 10.55 Vm. von Herford nach Spenge über Enger 4.25 Nm. nach Herfort von Spenge 6.45 Vm. Privatpersonenposten nach Bieleield(Bahnhof) von Heeven 7.30 Bm., 7.10 Nm. von Döllenbeck über Schildesche 6.30 Bm. 40 Nm. Privatversonenpoß Güterslob=Har sewinkel. Aus Gütersloh 5,15 Nm. in Harsewinkel 6.30 Nm. Ichortenintei=VBüderrtot Bud kel 5.55 Vm, in Güterslob 7.30 Jm. Personenpost von Güterelohüber B nach Kaunitz 5,20 Nm. in 8 von Kaunitz über Verl nach Giscgeioes 535 Vm., in Güterelob 7.30 Vm. 4andpest uon Güterleh ihr 3sat. horst nach Brockhagen 6.10.2 3.20 Nm., zurück ane Brockhagen 530 Bm. und 5.30 Nm. Omnibus=Fahrten. Brachwebe 8.3) in Bieleseide 3 Bieleseld=Halle. Aus Bielesele 543, Brackwede 6.30, in Halle 8.2402 Post=Anschluß nach Veremold. Bieleseld=Weriber, Aug Bielesed 6m; in Werther 7.30 Abds. Wertber=Bieleseld. Aus Weriher 7, in Bieleseld 8.30 Vrz. Bieletelb=Spenge Aus Boerlele3 34 Jölenbesk, 34, in Spenge 9! Speuge=Bielefeld. Aus Spenge 8, Ue Jöllendeck 7.50, in Bielefeld 9 es S chche ce „#rr. Aprstadt 6 Bm. 123348. 9 Bm., 12.15 Rbeda— Danksagung. Für die so liebevolle Teilnahme an dem herben Verlust meines lieben Mannes, unseres guten Vaters sagen wir Allen unsern berzlichsten Dank. 2282 Frau Hermann Biermann nebst Kinder. vierteljährlich 2 9 Expedition, den A einzeln Die„Westfälische Ze wird nach auswärte abgehe D 206. * Poli Die zu Ende ge die Feier unseres ihren erhebenden patr trachtet man die Niest nachfolgenden mannig entscheidenden Wendvon 1870/71 und we wie gerade von Seda die politische und datiert, so erscheint d 2. Septembers vollber diesem Jahre das pa Landen unter Teilna würdigster Weise beg kann deshalb konsta das Gedenken jenes und lebendig erhalten hervor, daß all die be und sozialen Gegensä immer schörfer gelt der sich vor allem in offenbart, noch nich wollen darum hoffen, in diesem nationalen werden möge. Der deutsche# als General=Inspekte seine Inspektionsreise endigung der Manöt prinz direkt nach Sti im Elsaß beizuwohn Gering ist in d Nachrichten auf dem heiten. Fast einzig Breslauer Kal zumeist wegen der derselben erhoben wo dieselben in dem Ver katholischen Ordensg enthalt und die Aus resp. Deutschland un und zwar mit Einsa also, als ob sich eine Vorläufig freilich sin Berlin und dem Va wird sich erst im La römische Kurie die ausgewiesenen Orden Die politische L sammenkunft sol zwischen Deutschlan sein und da Oesterr Deutschland stehe, se vollständig; zwischer Meinungsverschieden Alexander in Lembei hätte, wird als eine war zur Zeit, als d bad weilte, dort gan Galizien reisen wei Franzensbad am M dem Grafen Rosett bei; der russische St bad abgereist und Berlin nehmen. Der Löwenante wurde auch in die Bulgarien bean an anderer Stelle. Die Aufmerksan Ungarns wurde glanzvolle Ofener I zur Erinnerung an Ofens von der Tür Ro 29) „Ernst!“ rief so energisch,— und Wollen wir ihn n gewiß die Flüchtiger . Der Oberst sch „Kaum. Und se versuch zum zweitel gesetzt werden. Ich Herzen sitzt, was sie heraus. Sie ist für „Aber sie wird rief Sabine außer Elternhause entführt die Einwilligung d Mensch sein.“ „Das fürchte i helfen! Melitta hat sie es tragen.“ Jetzt richtete Antlitz, zuckenden Li Wahnsinnigen. Un ihrer Augen, als sie „Und sie war — und sie war mit tausendfachen Fluch, ans Ende meiner Ta — Arthur.“ Sabine schaud drückte des Oberster ihre Brust. Dann konnte in dieser St. daß auch der Sohn Lebenshoffnung getä mißlungenes Examei sie durch Melittas1 sich nur um einen 3 opfer, und Arthur durch eine gut bestan gut machen und die verfolgen. Melitta richteten Hoffnungen In derselben die erschütternde Sce saß auch Ernst Weld