e. etc. n haften, rren Zusaz. n rungs, u. Stärconvalescenten. he cht bübscher Auswatl empfieblt(1045 g. Tillmann, Nedelstbor. machergesellen ort auf dauernde ArKrümer, Schibesche. Leopeldshöhe solide gebautes, gut 8, herrschaftliches hnhaus sengekände mit und einem circa gen großen Gares bisher von dem Tölke bewohnt I unter günstigen un vom 1. Oktbr. rmietet, oder auch rden. ten wollen sich nich wenden. bei Heepen, im 886.(1039 v. Borries. hm. Pzs.—; ohne Bäckerei zu zu kaufen gesucht. er U. Z. an die enden. 1031 sische Tose " = Preisen sind zu zeller bleiben Eigen(1049 t d i e E x r e d. ür Möbel. ller pp. jungsfähige große Holzbearbeitung ziverse Massenfülleinfache Hausmmöbel pp. zur Lieferung fest ab(1041 erten unter UV Exped. jetzt 973 rink Nr. 2. ed. Schmidt, thischer Arzt in escheu r Claviermit Preisangabe I an die Exped. Säuging wid Mutter gesucht. u bei Kisker, Burg(1043 17. Mai sind 2 ltaschen vertragen, unrichtige Adresse dir bitten um Rück(1045 Gebr. Kahter. gefunden. nd. Exp.(1042 del in Ummeln an schenuhr ommen. Im Innern der Name Fr. Buse., der Erp. 1033 Walkenhorst Hambrink srlobte. m Juli 1886 „„ „*— Ahunnomontg: 7 03 L C(4 HeRI n 0 74 PPreis des Abonnements: vierteljährlich 2 Mark pracnumerando bei der Expedition, den Agenturen und den Postanstalten; einzelne Nummern 10 Pfg. Die„Westfälische Zeitung“ erscheint wochentäglich und wird nach auswärts mit den nachmittags von Bieleseld abgehenden Zügen erpediert. Vielefelder • 0 Gegründet am 1. Januar 1811 als„Oeffentliche Anzeigen für die Grafschaft Ravensberg“. Zugleich Kreisblatt für die Kreise Bielefeld und Halle i. W. Preis der Inserate: für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum für Inserenten am Platze 12 Pfg., für auswärtige 15 Pfg.; für Reklamen 50 Pfg.— Inserate werden in der Expedition und bei sämtlichen Annoncen=Bureau: angenommen. Bei Aufragen von auswärts über Inserate ist eime Briefmarke zur Autwor einzusenden. Je 174. Einladung zum Abonnement auf die wesfälische Zeitung (Bielefelder Tageblatt). Für die Monate August und September eröffnen wir ein neues Abonnement zum Preise von 1 M. 40 Pfg. Bestellungen werden schon jetzt angenommen und die Nrn. bis 1. August gratis geliefert. Die Expedition. F. Der Freiberger Sozialistenprozeß. Am Montag haben vor dem Landgerichte zu Freiberg die Verhandlungen gegen 9 hervorragende Mitglieder der sozialdemokratischen Partei, in einer Siche wieder begonnen, welche schon das Chemnitzer Landgericht und sogar das Reichsgericht zu Leipzig beschäftigt hat. Es handelt sich um die gegen die Herren v. Vollmar, Bebel, Dietz, Auer, Frohme, Ulrich, Müller, Heinzel und Viereck seinerzeit erhobene Anklage, einer geheimen Verbindung angehört zu haben, zu deren Zielen es gehörte, Maßregeln der Verwaltung oder die Vollziehung von Gesetzen durch ungesetzliche Mittel zu verhindern. Wir haben also hier eine Art von Hochverratsprozeß vor uns, und da die Angelegenheit schon bei ihrer ersten gerichtlichen Verhandlung allgemeines Interesse erregte, so geben wir im Folgenden nochmals einen orientierenden Ueberblick über die dem Prozesse zu grunde liegenden Vorgänge. Die genannten Mitglieder der Umsturzpartei, von denen der größere Teil zur sozialdemokratischen Fraktion des Reichstags gehört, hatten dem am 2 April 1883 zu Kopenhagen stattgefundenen sozialdemokratischen Parteikongreß beigewohnt, waren bei ihrer Rückkehr nach Deutschland in Kiel, resp. in Neumünster dehördlicherseits angehalten worden und haben in der Hauptsache ihre Teilnahme an den Kopenhagener Kongreßverhandlungen rückhaltlos zugegeben. Auf Grund dieser Thatsachen ist von der Chemnitzer Staatsanwaltschaft der Prozeß gegen die Herren Bebel und Genossen angestrengt worden, und führte jene als Beweis, daß dieselben einer geheimen Verbindung angehören, die ganze Gliederung der sozialdemokratischen Partei, ferner die Protokolle der Parteikongresse von Wyden(Schweiz) und Kopenhagen, zahlreiche Artikel und Korrespondenzen des Züricher „Sozialdemokrat“ und endlich verschiedene Reden und sonstige Aeußerungen der Angeklagten an. Hiermit wird von der Staatsanwaltschaft in gewissem Sinne die ganze sozialistische Partei innerhalb der deutschen Grenzen hinsichtlich der Organisation, wie solche seit Erlaß des Sozialistengesetzes sich gebildet hat, vor das Forum des Gerichts gezogen. Ohne deshalb dem Prozeß eine zu weittragende Bedeutung einzuräumen, wird man dennoch nicht umhin können, ihm eine höhere Bedeutung als den übrigen Sozialistenprozessen beizulegen, bei denen es sich etwa um die Thaten einzelner Personen oder um diejenigen einiger Gruppenverbindungen handelt. Wie wohl noch in Aller Erinnerung sein dürfte, endeten die bezüglichen Verhandlungen, welche vor dem Chemnitzer Landgericht in der Zeit vom 20. bis 30. September vorigen Jahres geführt wurden, und welche Landgerichtspräsident Brückner mit großer Umsicht leitete, mit Freisprechung sämmtlicher Angeklagten. In den Gründen wurde gesagt, daß, wenn das Bestehen einer geheimen Verbindung angenommen werden solle, für dieselbe doch eine gewisse Verfassung hätte müssen vorhanden sein hinsichtlich des Beitritts zu dieser Verbindung mindestens aber eine ausdrückliche Willenserklärung gefordert werden müsse. An beiden Momenten habe es jedoch gefehlt und in der Organisation, wie sich solche die 31 Novelle von Helene von Ziegler. [Nachdruck verboten.] athemlos ein, einen Strauß Friederike trat soeben frischer Erikas in der Hand. „Nicht wahr, Fräulein Erika,“ frug sie bittend,„ich darf Ihnen von diesen Blüthen etwas zu der Rose dazu binden? Es sind ja Ihre Lieblinge und ich bin, so rasch es ging, geeilt, um sie noch zu treffen.“ „Meine liebe, alte Friederike,“ rief das Mädchen gerührt,„Du verwöhnst mich wahrhaftig mit Deiner Güte und Liebe. Ach, wenn ich Euch Beide nicht hätte.—“ Sie verstummte und blickte reuig in des Amtsrats ernstes, mildes Antlitz; die treue Friederike wand indessen hastig die Blumen zusammen und dann gings fort, herzklopfend und glücklich in die Gesellschaft. Der Professor saß oben mit einem Schreiber zusammen, der Verleger seines neuesten Werkes drängte, und die Abschrift mußte deshalb sehr beeilt werden. Auf dem freien Platze vor dem Schlosse war schon eine zahlreiche Versammlung anwesend, als Erika ankam. Die Gräfin begrüßte recht herzlich das junge Mädchen und flog mit fast stürmischer Umarmung auf dieselbe zu. Ein Vorstellen und Bekanntmachen folgte, Namen und Stimmen schwirrten vor Erika's Ohren, es überkam sie wie ein jäher Schwindel, bis plötzlich eine nur zu wohlbekannte Stimme sie zur Gegenwart erweckte. „Gnädiges Fräulein, ich hatte heute nur so flüchtig das Glück, Ihnen guten Morgen sagen zu dürfen. Werden Sie mir den Vorzug gewähren, Sie heute abend zur Tafel führen zu dürfen?“ redete sie Baron Heiden an. Sie schaute empor in sein schönes, heiteres Gesicht, in seine Augen, die hundertmal mehr zu sagen schienen, als die gleichgiltigen Worte es gethan. Was sie in ihrer Verwirrung geantwortet, hätte sie in einem Augenblicke nicht mehr zu sagen vermocht. Schon standen mehrere andere Offiziere vor ihr, die sie ebenfalls mit Engagements bestürmten. „Aber nicht wahr, gnädiges Fräulein, Sie vergessen nicht, daß Sie mir den Cotillon zugesagt,“ hörte sie dann noch wie im Traume Heiden's Stimme sagen; dann sammelte man sich zum Fortgehen. Die älteren Herrschaften fuhren meistens, die jüngeren gingen zu Fuß. Der braune Berg war eine Stunde weit, man wollte dort Kaffee trinken und nach sieben Uhr wieder auf dem Schlosse sein, wo noch einige Gäste zum Souper erwartet wurden. Oberst von Köller näherte sich scherzend Erika und bat sie, mit ihr den Zug anführen zu dürfen; er hatte ihre Mutter und deren Familie gekannt und so waren die verschierensten Anknüpfungspunkte zu einem Gespräche gefunden. sozial=demokratische Partei gegeben, lassen sich nicht die Merkmale einer geheimen Verbindung, bezw. überhaupt einer Verbindung, welche Maßregeln der Verwaltung oder die Vollziehung von Gesetzen durch ungesetzliche Mittel verhindern oder entkräften will, insoweit genügend erkennen, um zu einer Verurteilung der Angeklagten zu gelangen. Von der Chemnitzer Staatsanwaltschaft wurde nun gegen das freisprechende Urteil des Landgerichts Berufung eingelegt, die sich hauptsächlich darauf stützte, daß eine geheime Verbindung, mindestens zur Verbreitung des in Deutschland verbotenen„Sozialdemokrat" erwiesenermaßen bestehe. Letztere geschehe in vollkommen organisierter Weise und liege der Beweis für die Verbindung in dem Vorhandensein einer gewissen Anzahl von Personen, welche fortdauernd für die Verbreitung des genannten Blattes wirken und dies geschehe auch durch die Teilnahme an den sozialistischen Parteicongressen. Vom Reichsgerichte ist diese Revision im Wesentlichen als begründet erachtet und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Freiberger Landgericht verwiesen worden und zwar wird dasselbe sein Urteil, nach Maßgabe der vom Reichsgericht hierbei aufgestellten Gesichtspunkte, die den Begriff einer„geheimen Verbindung" ergeben, zu fällen haben. Da es sich hier dennoch um eine wichtige prinzipielle Entscheidung handelt, so darf man dem Urteile des Freiberger Landgerichts mit Interesse entgegensehen. Tonnerstag, den 29. Juli. Politischer Tagesbericht. * Bielefeld, 29. Juli. Der von uns gestern erwähnte Artikel des„Bayer. Kur.“ über die Streitfrage, ob sich der Papst befriedigend über die kirchlichen Verhältnisse in Bayern geäußert hat, oder nicht, lautet ausführlicher: „Auf grund ganz authentischer Informationen sind wir in der Lage, zu erklären, daß Se. Heiligkeit der Papst selbst wiederholt seine Befriedigung über die Verhältnisse in Bayern im allgemeinen in unzweideutiger Weise ausgesprochen hat. Es geschah dies in den letzten Jahren und nicht mit bezug auf die prinzipielle Stellung von Staat und Kirche in Bayern, sondern mit bezug auf die thatsächlich bestehenden Verhältnisse, wie sie sich in der jüngsten Zeit gestaltet haben. Daß der heilige Vater seine Befriedigung üder diese Verhältnisse namentlich im Vergleich mit den Verhältnissen der katholischen Kirche in anderen Ländern aussprechen konnte, bedarf für den, der die Lage mit vorurteilsfreiem Auge beurteilt, keines näheren Beweises. Wessen Verdienst diese bessere Gestaltung der kirchlichen Verhältnisse in Bayern ist, darüber hat sich der heilige Vater nicht ausgesprochen, und wir stimmen vollständig Jenen bei, welche dieses Verdienst der katholisch=bayerischen Majorität der Abgeordnetenkammer in erster Reihe vindizieren. Gleichwohl sind wir nicht abgeneigt, einen Teil des Verdienstes auch den Männern, welche an der Spitze der Regierung Bayerns stehen, zuzuerkennen, da ja von ihrer Seite ein vielfach thatsächliches, wenn auch nicht prinzipielles Einlenken und Entgegenkommen stattfinden mußte, um zur jetzigen Lage zu gelangen. Dieses Entgegenkommen von Seite des Frhr. v. Lutz wurde auch während der Session des letzten Landtags von der Kammermajorität konstatiert und anerkannt. Wir erinnern, daß gerade die Beratungen über das Kultusbudget in der letzten Session in der ruhigsten Weise verlaufen sind. Obwohl die Majorität einen neuen Kultusreferenten sich erkoren hatte, über dessen grundsätzliche Stellung und Energie nirgends ein Zweifel besteht, so hatte doch auch dieser keine Gelegenheit und Veranlassung, eine besondere Klage über die Haltung der Regierung vorzubringen. Die prinzipiellen Differenzen, welche zwischen Kirche und Staat in Bayern auf grund der zweiten Verfassungsbeilage bestehen, werden für keine Kammer und keinen Minister in absehdarer Zeit beseitigt werden können, weil es hierzu einer Verfassungsänderung bedürfte. Darüber sind sich die Staatsregierung und die Volksvertretung ebenso wie der Episkopat Bayerns vollständig klar. Es kann sich, so lange die zweite Verfassungsbeilage besteht, immer nur um eine wohlwollende „Auffassung und Beurteilung von Seite der leitenden Minister Baron von Heiden trat mit einer halderstickten Verwünschung auf den Lippen zurück, die Damen waren sämtlich engagiert, und so schlenderte er, zuletzt unmutig beinahe, nur von Zeit zu Zeit einen Blick nach dem duftigen, weißen Kleide sendend. Lachend trat endlich Bentheim zu ihm.„Na, mein Junge, Du machst ein Gesicht, als ob Du die ganze Welt mit Dynamit in die Luft puffen möchtest. Der Herr Oberst hat Dir wohl die Butter vom Brode genommen?“ „Bentheim, laß die Possen, diesmal mache ich, beim Zeus, Ernst daraus.“ „Das Fräulein hat Vermögen, Constantin“, bemerkte der Andere ironisch. „Und wenn sie keinen roten Heller besäße—“ „Ah bah, lieber Freund, die Fabel von der„kleinen Hütte und dem armen glücklich liebenden Paare“ würde Dir wohl bald ungenießbar werden. Ein Husar par excellence versteht sich auf den Schimmer von Doppelkronen noch besser, als auf den feuchten Glanz schwärmerischer Augen.“ „Du glaubst also nicht, daß ich das Fräulein wirklich liebe?“ „Nein, Constantin“, lachte der Freund,„ich habe schon zu oft diese Beteuerungen gehört, an eine Liebe beim ersten Anblicke glaube ich überhaupt nicht, geschweige denn bei Dir, der jede Woche für eine Andere glüht.“ Man war am Ziele angelangt, und die älteren Herrschaften empfingen die ermüdete Jugend mit freundlichem Gruße an den einladend gedeckten Tischen. Heiden manövrierte so geschickt, daß er neben Fräulein Leonie, Erika und Bentheim gegenüber, zu sitzen kam. Ein fröhliches Geplauder wogte hin und her, und als der Kaffee getrunken, schlugen mehrere Gäste Gesellschaftsspiele vor. In den schattigen Gängen der umliegenden Gartenanlagen spielte man„Begegnen.“ Baron Heiden stand vor Erika und einer anderen jungen Dame und bat um ihre Namen. „Klara und Irene!" Der schöne Husar wählte Irene und verneigte sich sofort vor Erika. Sie erglühte und schritt dann langsam neben ihm her. „Woher wußten Sie, daß „Mein Heez verriet es mir.“ Ein glutvoller Blick sagte ihr mehr, sie überhörte die schalen abgebrauchten Worte und senkte das glückselig leuchtende Antlitz. Eine Fragerin stand vor ihnen. „Oh, meine Gnädige, wir haben noch gar keine Namen gewählt“, rief der Baron verlegen,„Sie müssen das gnädige Fräulein und mich entschuldigen!“ Die Dame ging lachend weiter. „Passen Sie auf, Fräulein Erika, ich lasse Sie noch nicht von meiner Seite“, sagte Constantin dann halblaut, „bitte überlassen Sie mir die Antwort bei einer neuen handeln. Einer solchen wohlwollenden Beurteilung der Bedürfnisse und der Rechte der Kirche hat eine frühere feindselige Haltung in den jüngsten Jahren Platz gemacht. Dies und nicht mehr ist vom heiligen Vater konstatiert worden, und nur dies und nicht mehr konnte und wollte ohne Zweifel auch von Sr. k. Hoheit dem Prinz=Regenten konstatiert werden." Und damit wird sich die„Germania“ hoffentlich nun wohl zufrieden geben. In dem neuesten Heft der„Deutschen Revue“ hat Professor von Bar in Göttingen das„Ueberhandnehmen der Duelle“ zum Gegenstande einer Erörterung gemacht. Unter Hinweis auf die Thatsache, daß in den letzten Jahren in Deutschland eine unverhältnismäßig große Anzahl junger hoffnungsvoller Leben dem Duell zum Opfer gefallen ist, vielfach infolge von Vorgängen, welche allenfalls die Empfindlichkeit, nicht aber die Ehre der Beteiligten berühren konnten, tritt der berühmte Kriminalist der Meinung derjenigen entgegen, welche an die Möglichkeit einer baldigen und völligen Beseitigung des Zweikampfes glauben, sei es, daß eine drakonische Gesetzgebung, sei es, daß die Macht der öffentlichen Meinung dieses Resultat herbeiführen werde. Herr von Bar hebt, nach einem Auszug der„Schl. Ztg.“, hervor, daß die Neigung zum Zweikampf in spezifisch germanischen Anschauungen über die Verteidigung der persönlichen Ehre ihren Grund hat und daß er niemals mehr florierte als in den Zeiten, in welchen der in der höchsten Blüte stehende, sonst unbedingt respektierte Absolutismus der Fürsten mit den schärfsten Strafandrohungen gegen ihn einschritt. Außerdem macht der Autor geltend, daß der Zweikampf zu jenen Zeiten der Aufrechterhaltung von Sitte und Recht sogar vorzügliche Dienste geleistet hat. Obwohl daher nach den Erfahrungen der Geschichte das Duell als ein Produkt sozialer und politischer Faktoren sich den Einwirkungen einer drakonischen Gesetzgebung noch als unzugänglich erweist, ist nach von Bar's Ansicht die Gesetzgebung demselben gegenüber dennoch nicht vollkommen machtlos. Die bisherige Resultatlosigkeit liege vielmehr in Fehlern des Strafgesetzbuches. Prinzipiell erklärt von Bar es zwar für richtig, daß dasselbe den Zweikampf als solchen, ohne Rücksicht auf die zugefügten Verletzungen, straft, und die besondere Gefährlichkeit der verabredeten Art des Zweikampfes als erschwerendes Moment behandelt(§ 292), weil schon die Einwilligung in denselben die zugefügte Verletzung in anderem Lichte erscheinen lasse; dagegen nehmen fehlerhafterweise die Bestimmungen des Strafgesetzbuches zu wenig Rücksicht auf die Frage, wer von den Duellanten mit Rücksicht auf die zugefügte Beleidigung in Wahrheit die Schuld an dem Duell trage. Das Gesetz müsse die Gerichte verpflichten oder doch ermächtigen, einerseits denjenigen, der durch boshafte Kränkung oder ganz frivole Herausforderung einen andern zum Duell nötige, im Strafurteil ausdrücklich als den moralisch Schuldigen zu bezeichnen, andererseits denjenigen, dem ganz besondere Entschuldigungsgründe für Annahme der Herbeiführung eines Zweikampfes zur Seite stehen, ganz straffrei zu lassen. Die Gerichte würden dadurch zu Ehrengerichten werden. Allerdings träten ja die Schuldumstände schon bei den öffentlichen Verhandlungen mehr oder weniger deutlich hervor und würden im Augenblicke der Verhandlung von der öffentlichen Meinung gewürdigt, allein die gerichtliche Entscheidung, welche diese Umstände für rechtlich gleichgültig erklärt, verwische diesen Eindruck wieder. Dagegen würde die Möglichkeit gänzlicher Straffreiheit gerade in solchen Fällen, in denen sie nicht ausgesprochen wird, der verhängten Strafe um so größeren Nachdruck verleihen. Ein zweiter Fehler des Strafgesetzbuches liegt nach von Bar's Ansicht darin, daß es den Zweikampf ausnahmslos mit Festungshaft, als der glimpflichsten und gelindesten Form der Freiheitsstrafe, bedroht. Wer durch ganz brutale, vielleicht durch eine lediglich zum Zwecke der frivolen Provozierung eines Duells begangene Beleidigung einen Zweikampf herbeiführe, verdiene nicht Festungshaft, sondern Gefängnisstrafe; auch sei die erstere dann nicht am Platze, wenn eine Mehrzahl von Personen verabredetermaßen eine Masenforderung aegen einen und derseiben Geaner richte. Frage. Molen mir sped Aaoblumen wähsen. Ersa und Glockenblume." Ein Herr stellte sich ihnen jetzt in den Weg.„Bitte um Red' und Antwort, meine Herrschaften wie heißen Sie?“ „Erika und Glockenblume!“ Der Herr nannte den ersten Namen mit einer verbindlichen Redensart über die Blüten, welche die junge Dame trug. „Falsch geraten“, lachte Heiden und sie schritten weiter. „Das war Unrecht, Baron“, murmelte Erika vorwurfsvoll. Die Blicke des Offiziers ängsteten sie und, einer Freundin Arm jetzt im Vorbeigehen nehmend, bat sie, sich ein wenig bei der Gräfin ausruhen zu dürfen. Endlich war man wieder im Schlosse angelangt, die Kronleuchter erstrahlten in blendender Helle, die weiche Sommerluft drang herein in den hohen Saal und kühlte leise die erhitzten Gesichter der fröhlich plaudernden Gesellschaft. Die noch erwarteten Gäste trafen ein und Amtsrat Möller's Auge glitt suchend durch die Menge, bis es aufleuchtend die lieblichen Züge Erika's traf. Sie stand neben einer älteren Dame und schaute befangen, beinahe beängstigt umher; sie vermied offenbar, die Augen aufzuschlagen. Ein plötzliches Angstgefühl durchzog die Seele des starken Mannes; dort stand Baron Heiden und sein Blick ruhte unverwandt auf Erika; warum durfte er, Arthur, sie nicht in seinen Armen, an seinem Herzen bergen vor dem Feuer jener Augenz „Nun, meine Erika, wie geht es?“ fragte er freundlich, der Nichte die Hand“bietend,„war es schön bei der Partie?“ Sie sah zu ihm empor mit hellem, zutraulichem Blick und nickte.„Onlel", flüsterte sie,„wie gut, daß Du da bist, nun habe ich doch Jemand in der ganzen Menge, der mir gehört.“ Ja, er gehörte ihr, der schöne, hohe Mann, mehr, wie sie ahnte. Die Thüren des Speisesaales flogen auf; die lange, blumengeschmückte Tafel winkte kerzenschimmernd einladend. „Meine Gnädigste, darf ich bitten!“ tönte Heidens Stimme an Erika's Ohr. Sie schrak zusammen, aber ein seliger Schimmer lag auf dem süßen Gesicht, als sie die Hand auf Heiden's Arm legte und an seiner Seite davonschritt. „Adieu, lieber Onkel!“ Was hätte der Amtsrat darum gebeben, wenn er diesen Titel nie gehört! „Endlich, gnädiges Fräulein", begann der Baron freudig, und preßte den zarten Arm fest an sich,„vorhin auf dem Rückweg war es mir nicht ein einziges Mal vergönnt, an Ihre Seite zu gelangen. Sollten Sie mir zürnen?“ Außerordentlich günstig würde es nach Herln von Bar's Ansicht schon wirken, wenn wenigstens nicht die absolute Gewißheit bestände, daß dem Duellanten unter allen Umständen nur Festungsstrafe droht.— Das amerikanische Duell, bei dem das Los entscheidet, wer von den beiden Gegnern sich selbst ums Leben zu bringen hat, erklärt von Bar nicht für ein Duell im juristischen Sinne. Juristisch könne hier höchstens von einer Anstiftung zum Selbstmord die Rede sein, und da letzterer straflos sei, so müsse auch die Anstiftung zu demselben ohne Strafe bleiben. Die Erlassung von Verbotsgesetzen gegen das amerikanische Duell(das übrigens wohl mehr in der Phantasie als in der Wirklichkeit eine Rolle spielt) sei auch sonst nicht ohne Bedenken, denn es stelle wenigstens, so verabscheuungswürdig und verwerflich es auch sei, die Gleichheit der Waffe in absolutem Maße her. Uns scheint die dieser Auslassung zu Grunde liegende Auffassung mit dem Wesen des Rechtsstaates, in dem wir nun einmal— glücklicherweise— leben, im Widerspruch zu stehen. Der Rechtsstaat schließt die Selbsthilfe aus. Wer sich mit Recht oder Unrecht von einem anderen verletzt fühlt, hat seine Sache vor dem ordnungsmäßigen Richter zum gesetzlichen Austrage zu bringen, nicht aber sich selbst mit den Waffen in der Hand Genugthuung zu verschaffen, eine Genugthuung, deren Natur um so zweifelhafter ist, als für den Ausgang eines Duells bekanntlich nicht das größere Recht, sondern eine größere Fertigkeit in der Waffenführung oder auch der Zufall entscheidend ist. Das Duell ist ein Ueberbleibsel aus dem mittelalterlichen Faustrecht, das unter den damaligen Verhältnissen wohl eine gewisse Berechtigung haben konnte, nicht aber in einem wohlgeordneten Staatswesen. Ebensowenig können wir uns mit Herrn Professor von Bar damit einverstanden erklären, daß gegen das sogenannte amerikanische Duell. bei dem das Los entscheidet, wer von den beiden Gegnern sich selbst ums Leben zu bringen hat, durch Erlaß von Verbotsgesetzen nicht vorzugehen sei. Er meint, das amerikanische Duell sei nicht ein Duell im juristischen Sinne, juristisch könne hier höchstens von einer Anstiftung zum Seldstmord die Rede sein, und da letztere straflos sei, so müsse auch die Anstiftung zu demselben ohne Strafe bleiben. Eine solche Argumentation würde uns in dem Munde eines Advokaten, der einen wegen amerikanischen Duells Angeklagten zu verteidigen hat, allenfalls erklärlich erscheinen, aber sie kann unmöglich für eine objektive Ausgestaltung des Rechts maßgebend sein. Die„Nationalliberale Korrespondenz“ schreibt:„Mit welch' billigen, aber auch zugleich gefährlichen Mitteln unsere radikale Presse mitunter arbeitet, um die Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu steigern, erhellt wieder einmal aus einem Artikel des„Berliner Tageblatt.“ Derselbe ist überschrieben„Die Agrarier und die kommende Reichstagssession“ und bespricht das Bestreben der Agrarier, ihre bisher nicht bewilligten Forderungen in der nächsten Reichstagssession durchzusetzen. Es heißt nun darin u. a.:„So haben die Herren auch heute noch keinen Wollzoll, und die hohen Spirituspreise, welche ihnen das Monopol neben dem Geschenk von 40 Millionen durch Beseitigung der Grundsteuer bringen sollte, sind auch Luftschlösser geblieben. Und das ist für die Herren wirklich recht schmerzlich, denn die durch die Zollerhöhung erhöhten Champagnerpreise nötigen sie doch zu ganz bedeutenden Mehrausgaben, so daß sie selbst ihre Forderung, daß die Gesetzgebung sie dafür in irgend einer Weise entschädige, nur als eine vollständig gerechte ansehen können.“ Wenn man diesen Passus in ein klares Deutsch übersetzt, so lautet er: Die ganze Bewegung der Agrarier läuft darauf hinaus, das unter ihnen herrschende Wohlleben auf Kosten der Allgemeinheit noch üppiger zu gestalten. Wir zählen nun durchaus nicht zu den Freunden des Agrariertums; die Berechtigung zu seiner Existenz kann ihm aber doch auch sein erbitterster Feind nicht bestreiten. Es ist eine Vereinigung zur Vertretung der landwirtschaftlichen Interessen, wie sie Handel und Großindustrie schon vorher abgeschlossen hatten und wie sie auch auf anderen Gebieten lange Jahre bestehen. Glaubt vielleicht das„Berl. Tageblatt“ aber wirklich, daß umiere Landpirte und(Gatskeliter nur derum nach Beihüse Pe e Erika schaute lachelnd auf:„Ihnen zurnen! O nein, und weshalb auch?“ Eine unbeabsichtigte Wärme lag in den wenigen Worten und Constantin's leicht erregtes Gemüt flammte heiß empor. Man setzte sich zu Tisch, eine Pause entstand, bis Alles sich behaglich eingerichtet hatte, und die Diener zu servieren begannen. „Heute bekam ich wieder einen Brief von meiner Mutter“, begann der Baron nach einer Weile,„sie ist so seelensgut und liebt mich über Alles.“ „Eine Mutter zu haben, muß herrlich sein“, meinte das junge Mädchen gedankenvoll,„ich habe oft eine förmliche Sehnsucht nach meiner leider so früh verstorbenen Mama!“ „Ich kann es mir denken, Fräulein Erika, ein weiches, sinniges Gemüt wie das Ihre, muß sich hier doch sehr vereinsamt fühlen.“ „Ich habe aber Onkel Arthur“, entgegnete sie einfach und innig,„deshalb komme ich mir gar nicht so verlassen vor.“ Sie schaute hinüber nach der anderen Seite der Tafel und ein zärtlicher Gruß flog zu Möller, dessen Blick auf ihr haftete. „Wird es nie anders kommen in Ihrem Leben", begann Constantin von Neuem,„sehnen Sie sich nicht einmal hinaus in die Welt? Sie, gnädiges Fräulein, würden dieselbe bald zu Ihren Füßen sehen, denn der Schönheit wird überall gerechter Tribut gezollt.“ Erika wurde dunkelrot und schwieg; ihr anderer Nachbar wandte sich soeben zu ihr und verwickelte sie in ein längeres Gespräch über ein neu erschienenes Buch; endlich konnte sie sich wieder zu ihrem Führer wenden und bat halblaut:„Baron Heiden, wenn wir Freunde bleiben sollen, so sagen Sie mir nie wieder solche leere Schmeicheleien wie vorhin.“ „Gnädiges Fräulein“, die schönen Augen suchten so seltsam forschend die ihren,„warum sagen Sie„Freunde bleiben?“. Es ist ein solch kühles, wunschloses Wort, und mein Blut kreist wild in den Adern!" Sie bebte am ganzen Körper. Wo sollte das hinaus! Ihr Herz war voll und von namenloser, unaussprechlicher Seligkeit und doch, woher kam diese seltsame Angst, die ihr die Kehle zusammenschnürte? Da klopfte Oberst von Köller an sein Glas und brachte in seiner lebhaften Weise einen humorvollen Toast auf das Wohl der verehrten Wirtin, sowie sämtlicher Damen aus; eine lustige Bewegung bemächtigte sich der Gesellschaft, man erhob sich, um hin= und hergehend überall anzustoßen.“ „Endlich, gnädiges Fräulein, habe ich Sie wieder“, sagte Heiden halblaut, doch leidenschaftlich,„Sie, auf deren Wohl ich einzig und allein getrunken!“ verlangen, um„die durch die Zollerhöhung erhöhten Champagnerpreise" zahlen zu können? Dann mag dasselbe doch einmal eins seiner Redaktionsmitglieder auf die Reise schicken, gleichgültig wohin, ob nach Ostpreußen, Schlesien, Sachsen oder Hessen 2c., um das Wohlleben, welches gegenwärtig bei unseren deutschen Landwirten herrscht, kennen zu lernen. Unsere Landwirtschaft befindet sich in einer andauernd schweren Notlage; dieser mächtige, ja mächtigste Erwerbszweig unseres Landes kann seinen Verdienst nicht mehr finden, die Regierung und mit ihr alle ernsthaften Politiker bemühen sich, diese Krisis, welche ihre Schatten auf dus gesamte Erwerbsleben wirft, nach Möglichkeit zu heben, und in solcher Zeit wirft ein vielgelesenes Blatt mit derartigen frivolen Aeußerungen um sich, nur um die breiten Massen der Bevölkerung noch mehr gegen die verhaßten Großgrundbesitzer aufzureizen! Diese breiten Massen wissen aber gar wohl, daß auch in den Kreisen der haute fuance Champagner, sehr viel Champagner getrunken wird, und kommt es dann endlich zu dem großen Ausbruch, dem unsere radikale Presse durch ihre fortwährende Schürung der Unzufriedenheit recht wacker mit vorarbeitet, so dürften die Berliner Laden und Komptoire mit ihren Geldschränken doch günstiger liegen, als die Weinkeller der Latifundienbesitzer in Ostpreußen 2c.“ Aus Paris wird gemeldet, der französische Botschafter in London, Waddington, habe den ihm angebotenen Berliner Botschafterposten definitiv abgelehnt. Als Nachfolger des Herrn von Courcel wird jetzt der französische Gesandte beim Vatikan, Graf Lefebre de Behaine, genannt. Die Franzosen sind ganz die Alten geblieben. Ein Marquis de Belleval hat jetzt ein Buch über den Krieg von 1870]71 herausgegeben, daß zu kostbar ist, um es unerwähnt zu lassen. Den Franktireurs werden darin die furchtbarsten Heldenthaten angedichtet. So töteten— dem Buche zufolge— im Gefecht bei Celles(23. September) die Franctireurs binnen 7 Minuten 2 Offiziere und 37 Mann. Der wirkliche Verlust der Deutschen betrug 2 Tote und 4 Verwundete. Dagegen fanden dieselben hinter einem Verhau, das sie erstürmten, nicht weniger als 17 tote und 6 verwundete Franzosen. Im Gefecht bei Raon l'Etape(27. Sept.) sollen die Deutschen ihre Toten auf drei Wagen mitgenommen haben und zwar 1 Offizier und 64 Mann. Erfreulicherweise haben die Deutschen hierbei nicht einen einzigen Toten verloren, sondern 2 Offiziere und 5 Mann wurden verwundet. Bei Bourgonce(6. Oktober) haben die Deutschen nach französischer Angabe nicht weniger als 1200 Tote eingebüßt, ein Gewährsmann des Herrn Marquis will der Beerdigung sogar beigewohnt haben; auch hier waren es glücklicherweise etwas weniger, nämlich 5 Offiziere und 92 Mann, die den Heldentod starben; die 1103 sind dazugelogen. Ebenso muß es als geradezu nichtswürdige Lüge bezeichnet werden, wenn gesagt wird, daß die Deutschen, erbittert über diese Verluste, in Raon 20 Kinder und Weider getötet hätten. Der Verfasser drückt sich allerdings über letzten Punkt etwas vorsichtig aus, indem er sagt: Man versichert mir 2c. Wer aber so etwas auch nur zu glauben sich die Miene giebt, wie das der Marquis de Belleval thut, stellt sich auf dieselbe Stufe mit denjenigen, welche solche Lügen erfunden. Unter den Zerrbildern des Buches möchte dann noch die Schilderung hervorzuheben sein, wie die Deutschen geschlagen, durch die Zuaven niedergemacht, nach beträchtlichen Verlusten in voller Flucht nach dem Gefechte am Ognon (22. Oktober) ihren Rückzug im Laufschritt durch mehrere Dörfer hindurch bewerkstelligten, dabei schreckensvoll immer „Chatillon, Chatillon“ rufend! Alles, der Rückzug, die Flucht, die beträchlichen Verluste— das ganze 14. Armeekorps verlor an diesem Tage zusammen 121 Mann an Toten und Verwundeten, die Metzeleien sind natürlich Phantasiegebilde. Od es wirklich Franzosen giebt, die es für möglich halten, daß deutsche Truppen stundenweit unter Angstrufen zurücklaufen, wissen wir nicht; sollte es aber der Fall sein, desto schlimmer für Frankreich. Professor Dr. Hermann Grimm, der bekanntlich mit Gregorovius zuerst seine Stimme gegen die Zerstörung des alten Roms erhob, publiziert in der„Nationalen Zeitung“ einen Protest des ehemaligen italienischen Kultusministers Longhi gegen die Vernichtung der Reste des alten Roms und die Ersetzung derselben durch moderne Spekulationsbauten. So geharnischt der Protest auch ist, so kann es Herr Longhi doch nicht über sich bringen, eine Klage über die angeblichen Eingriffe deutscher und englischer Gelehrten einzuflechten, weil diese zuerst in dieser Angelegenheit das italienische Gewissen wachrütteln.: Der russische Reisende Miklouho=Maklai hat bekanntlich einen Aufruf zur Kolonisation, Neu=Guineas durch Russen veröffentlicht, der jedoch, wie aus Petersburg gemeldet wird, von den höheren Klassen gar nicht ernst genommen wird, obwohl sich bereits 400 Personen beiderlei Geschlechts zur Uebersiedelung gemeldet haben. Die„Nowoje Wremja“ tritt dem Plan entschieden entgegen, indem sie gleichzeitig die angeblichen Verdienste Miklouho-Maklai's in Frage zieht. Das Blatt erklärt, Neu=Guinea sei weder von kommerzieller, noch von strategischer oder politischer Bedeutung und habe für Rußland gar keinen Wert. Die Regierung würde niemals deswegen mit Deutschland oder England einen Konflikt wollen. Herr Miklouho=Maklai selbst hält sein Projekt aufrecht und will in vier Wochen einen Plan und die näheren Bedingungen für russische Kolonisationsversuche im Stillen Ocean veröffentlichen. Offiziös wird berichtet, daß die deutschen Postdampfer nach Ostasien und Australien schon bei den ersten Fahrten auch von fremden Postverwaltungen zur Versendung von Briefsäcken in erheblichem Umfange benutzt worden sind. Neuerdings hat auch die japanische Postverwaltung die nötigen Maßnahmen getroffen, um mittels der deutschen Postdampfer Briefsäcke aus Yokobama, Kobe und Nagasaki nach verschiedenen Ländern des Weltpostvereins regelmäßig befördern zu lassen. Eine der zu Lebzeiten des Königs Ludwig's II. sehr entschieden festgehaltenen bayrischen Eigentumlichkeiten, die Helmraupen, wird anscheinend binnen Kurzem verschwinden und einer zeitgemäßeren Ausstattung Platz machen. „Und auf das Ihrer Frau Mutter!“ gab die junge Damen ohne Besinnen zur Antwort. Eine Augenblick flammten die dunklen Augen beinahe unwillig, dann bog er sich etwas zu ihr nieder und fügte leise, innig hinzu: „Ja, und auf die baldige Erfüllung ihres Lieblingswunsches: eine geliebte Tochter zu haben.“ (Fio setzung folgt.) Kleine Mitteilungen. [Ueber eine als Naturseltenheit] geltende Kornblume wird dem„B. T.“ aus Hirschberg in Schl. geschrieben: Eine Frau fand auf dem Spaziergange nach Schwarzbach in einem Kornfelde in der Nähe dieses Dorfes eine Kornblume, die auf einem Stiele, zu einem reizenden Bouquetchen vereinigt, neunzehn voll und gleichmäßig schön ausgebildete Blüten trug. Die Pflanze sieht allerliebst aus, zumal anscheinend alle 19 Blüten auch zu fast gleicher Zeit aufgeblüht waren. Sie stehen auf dem Stiele in folgender, leicht erkennbarer Verteilung. Den äußeren Kranz bilden 9 Blüten, dann kommt ein Ring von 6, der wieder einen von 3 einschließt, und gerade in der Mitte steht eine Blüte. Da die Kornblume bekanntlich des Kaisers Lieblingsblume # int, hat der Gastwirt Werner aus Schwarzbach, dem diese Naturseltenheit übergeben war, den Beschluß gesaßt, sie dem Kaiser nach Gastein zu schicken. In eleganter Verpackung II wurde sie mit einer Vorrichtung, durch die dem zu schnellen Dem Vernehmen nach ist auf Befehl des Prinzregenten Luitpold bereits eine aus höheren Offizieren bestehende Kommission in München zusammengetreten, um in dieser Beziehung Näheres zu vereinbaren. Zum Vorsitzenden derselben ist, der„Magdeb. Ztg.“ zufolge, Prinz Arnulf bestellt worden. Die Wahl dieses bayrischen Prinzen, der bekanntlich vor zwei Jahren zum Chef des 6. brandenburgischen Infanterie=Regiments ernannt worden ist und der von jeher eine besondere Vorliebe für das preußische Heerwesen bekundet hat, deutet darauf hin, daß an maßgebender Stelle in München für die neuen bayrischen Helme von vornherin ein Anschluß an das preußische Muster ins Auge gesaßt worden ist. Deutsches Reich. □ Berlin, 28. Juli.[Kaiser Wilhelm] nahm Mittwoch früh in Wildbad Gastein ein Bad; die Morgenpromenade und die Spazierfahrt mußten Regenwetters halber ausfallen. Zum Diner waren verschiedene Persönlichkeiten mit Einladungen beehrt. Die Indisposition des Kaisers ist vollständig gehoben. [Der Kronprinz] wohnte den Festungsmanövern bei, welche bei Spandau am Dienstag stattfanden. [Die Erbprinzessin Charlotte von Meiningen] hat ihren diesjährigen Gedurtstag bei dem schwedischen Kronprinzenpaare verlebt, bei dem sie seit einiger Zeit zum Besuche verweilt. Von Berlin und Potsdam sind der Erbprinzessin zu ihrem Geburtstage eine große Menge Blumenspenden nach Stockholm gesandt worden. [Prinz Georg von Sachsen] ist mit seinen beiden jüngeren Söhnen und seinen Töchtern, Prinzessinnen Mathilde und Marie Josepha, gestern nachmittag hier eingetroffen und besuchte u. a. die Jubiläums=Kunstausstellung. [Die Beisetzung des verstorbenen Generals von Willesen] hat Mittwoch nachmittag auf dem Invalidenkirchhof daselbst stattgefunden. [Der berühmte Rechtsgelehrte Prof. Rud. Gneist] in Bertin feierte gestern seinen 70. Geburtstag. Die Studierenden der Friedrich=Wilhelms=Universität veranstalteten ihm zu Ehren einen Festkommers, der sich zu einer glänzenden studentischen Kundgebung gestaltete. Prof. Dr. Gneist beantwortete die an ihn gerichtete Festrede mit einer Ansprache, in der er vor allem als die Aufgabe der Studierenden bezeichnete, die errungenen Güter der Nation zu befestigen. [Zur Neuernennung eines Bürgermeisters in Straßburg im Elsaß wird von dort noch geschrieben: Die Ernennung des Bezirkspräsidenten Back zum Bürgermeister von Straßburg ist in den deutschen Kreisen mit großer Freude begrüßt worden, da Herr Back durch seine frühere langjährige Thätigkeit als Bürgermeisterei=Verwalter in Straßburg hinlänglich bewiesen hat, daß er nicht allein den großen Schwierigkeiten gewachsen ist, welche bei den politischen und nationalen Gegensätzen die städtische Verwaltung bietet, sondern auch versteht, die Prinzipien der Versöhnung, wie sie höheren Ortes aufgestellt worden sind, in für die deutschen Interessen nachhaltig wirkender Weise zu verfolgen. Durch seine Ernennung zum ersten deutschen Bürgermeister in Straßburg wird Herr Back eine geschichtliche Persönlichkeit werden. [Marinemansver.] Dem Vernehmen nach wird die in den nächsten Tagen bevorstehende Indienststellung des Panzergeschwaders, welches aus den Panzerschiffen„Baden“, „Sachsen",„Württemderg“ und„Oldenburg“, sowie dem Aviso„Ziethen" besteht, im Kieler Hafen auf einen Generalmarsch hin erfolgen. Es wird keine schnelle, vollständige Ausrüstung der Schiffe beabsichtigt— Kanonen sind bereits an Bord— sondern man will die Schnelligkeit ihrer Gefechtsbereitschaft prüfen. Die Manöver des Geschwaders werden diesmal besonders anstrengende sein, nur ca. 10 Tage sind für die Ruhe im Hafen in aussicht genommen. Die Hauptfestungskriegsübungen der gesamten Flotte finden vor Wilhelmshaven statt. Die Panzerdivision wird auf der Rhede vor Anker liegen und plötzlichen Befehl zur Hafenverteidigung erhalten. In der Ostsee werden auch kleinere holsteinische und mecklenburgische Häfen für die Uebungen benutzt, dagegen soll diesmal der östlichste Teil der Ostsee nicht besucht werden. [Die Berliner Gesellschaft zur Beförderung der evangelischen Mission] unter den Heiden hat, wie die„N. Pr. Ztg.“ berichtet, für 1885 ein Defizit von etwas über 52000 Mark; dazu gerechnet das Defizit von 1884 ergiebt sich ein Gesamt=Einnahme=Ausfall von 85000 Mk. [Der Freiberger Sozialistenprozeß] ist zu Ende. Nur die Urteilsverkündigung steht noch aus. Dieselbe wird am 4. August nachmittags erfolgen. Der die Anklage vertretende Oberstaatsanwalt beantragt das Schuldig, während die Verteidigung Munckel aus Berlin und Freytag I. aus Leipzig für Freisprechung plaidierten. [Auf grund des Sozialistengesetzesl ist das „Offenbacher Tagebl.“ verboten und eine gestern in Darmstadt abgehaltene Versammlung des sozialistischen Schreinerfachvereins polizeilich aufgelöst worden. N. R. Berlin, 28. Juli.[Anläßlich des diesjährigen Auftretens der Cholera] an dem Küstensaume des Adriatischen Meeres kann man wiederholt die Erfahrung machen, mit welchen Schwierigkeiten die Durchführung gesundheitsbehördlicher Anordnungen in Bevölkerungskreisen zu kämpfen hat, die aus Mangel an Einsicht und Ueberlegung den zu ihrem eigenen Besten getroffenen Vorkehrungen eine mißtrauische, ablehnende Haltung entgegenstellen. So wird aus San Giuseppe in Istrien gemeldet, daß sich die Bevölkerung allen ärztlichen Maßnahmen widersetzte. Die Angehörigen der Erkrankten weigerten sich, diesen die vorgeschriebenen Arzneien zu verabfolgen. Einer der Bauern gab einem Kärlein das Laudanum ein, und als das Tier unter allen Symptomen einer Vergiftung stard, hielten es die Bauern für erwiesen, daß die Aerzte gekommen seien, um die Kranken zu vergiften. Sie stürmten das Gasthaus, in welchem sich die Sanitätskommission befand, und wollten Rache an den Mördern nehmen. Der leitende Arzt nahm nun selbst Laudanum ein, um die Bauern von ihrem Irrtum zu überzeugen. Alle Bemühungen, dieselben aufzuklären, waren vergeblich, und die Gendarmerie mußte eingreifen, um das Leben der Aerzte zu schützte. Als diese das Gasthaus unter Eskorte verließen, wurden sie mit Pfiffen und Steinwürfen empfangen.— Wenn unter solchen, das Werk gesundheitsbehördlichen Ueberwachens und Einschreitens im höchsten Maße erschwerenden Umständen die Verwelken vorgebeugt werden soll, nebst einem Widmungsschreiben heute nach Gastein abgeschickt. Unsere Leser werden sich der schauervollen Mär vom Eisenwurm entsinnen, der ganze Eisenbahnsoienen frist und an Gefährlichkeit dem früher grassierenden Kanonenkäfer gleichkommt. Nachdem er von der Julihitze ausgebrüte: wurde, ist er zu einem recht kräftigen Leben erwacht und hat sich munter durch die Spalten fast aller Zeitungen getummelt. Auf diesem Wege ist er auch nach Berlin gekommen und hat den Hofpoeten der goldenen 110 zu einem schwungvollen Panegyrikus begeistert, dessen Humor ihn wert macht, daß wir ihn hier wiedergeben: Es macht zur Saure=Gurken=Zeit Der Eisen=Wurm sich plötzlich breit; Ein Vieh, das voller döser List Zum Frühstück einen Ambos frißt, Zum Mittag kaut es Krupp Kanonen, Wie wir Berliner„Irüne Bohnen“ Und abends kann es ohne Mucken Noch einen Schienenstrang verschlucken!—— Am letzten Montag fanden wir In unserm Lager— solches Tier, Doch starb's nach kurzem Todeskampf An Zahnweh und Kinnbacken=Krampf. Das Ungetüm kann Stahl und Eisen, Doch unsre Sachen— nie zerreißen! Und wer's nicht glaubt, kann's staunend sehn, Drum eilt zur„Goldnen Hundertzehn!“ Seuche gleichwohl keine größere Ausbreitung gewinnt, so darf darin wohl der zuverlässigste Beweis für ihre verhältnismäßigste Gutartigkeit erblickt werden— was zur Beruhigung ängstlicher Gemüter hiermit wiederholt ausdrücklich konstatiert sein möge. = Dresden, 28. Juli. Das Königlich sächsische Landesversicherungsamt in Dresden hielt am Freitag seine erste öffentliche Sitzung ab. Der Vorsitzende, Geheimer Regierungsrat Böttcher, sagte in seiner Einleitungsrede, nachdem er der schon bestehenden Krankheits= und Unfallversicherung gedacht, die binnen kurzem auch auf die zahlreichen landwirtschaftlichen Arbeiter Anwendung finden werde: „Die Gesetzgebung wird nicht säumen, die noch bestehenden Lücken auszufüllen und insbesondere auch dem Kleingewerbe die Wohlthaten der Unfallversicherung zufließen zu lassen. Seine Krönung aber wird das Gebäude in der Alters= und Invalidenversorgung finden. Gott wird den zuständigen Stellen die Kraft geben, auch diesen schwierigsten Teil der sozialen Aufgabe zum Wohle der Arbeitnehmer zu lösen, ohne den Arbeitgebern unerschwingliche Opfer aufzuerlegen.“ * Kissingen, 28. Juli. Der chinesische Botschafter Marquis Tseng ist, um dem Fürsten Bismarck einen Besuch abzustatten, hier eingetroffen und im Kurhaushotel abgestiegen. * S t u t t g a r t, 2 8. J u l i. D r. G e ß l e r, v o n 1 8 7 0 b i s 1885 Kultusminister, ist gestern in Urach gestorben. * Parlamentarisches. 2 Berlin, 28. Juli. — Aus Posen wird gemeldet, daß die Freisinnigen an Stelle des verstorbenen Abgeordneten Büchtemann den Justizrat Makoner als Kandidat für das Abgeordnetenhaus aufstellen. — Die„Post“ empfiehlt den Nationalliberalen im Wahlkreise Lauenburg, für den konservativen Kandidaten Grafen Bernstorff einzutreten, wenn er auch manchem nicht genehm sei. Geschehe ersteres nicht, sei der Sieg des reisinnigen Kammerrat Berling gesichert. * V u l g a r i e n. [Zur Lage.] Man schreibt der„Köln. Wien: Die Lage des Fürsten Alexander von Bulgarien hält man hier auch nach dem glücklichen Schluß der Sobranje für eine bedrängte, denn Rußland ermüdet trotz der Annäherung an die deutschen Mächte nicht in seiner bulgarenseindlichen Politik und seine Vertreter arbeiten in Ostrumelien offener als p gegen den Fürsten. Herr Karawelow und der Präsident der Sobranje, Herr Stambulow, haben dem russischen Vertreter in Sosia vergeblich ihre Aufwartung gemacht, Herr Geschow, der aus Konstantinopel zurückgekehrt ist, sowie der Präsident des panslawistischen Wohlthatigkeitsvereins aus Moskau und zahlreiche andere panslawistische Wühler bereisen Ostrumelien und benutzen den Rückschlag der Stimmung in der Bevölkerung, welche ihre hochfliegenden Träume von einer aus der Vereinigung mit Bulgarien entpringenden Glückseligkeit nicht erfüllt sieht, zur Bekämpfung des Fürsten Alexander. Die russischen Vertreter, deren Treibereien die Unsicherheit erzeugen und den materiellen Ausschwung hemmen, scheuen sich nicht, den Fürsten als Ursache der Unsicherbeit anzuklagen. Dazu kommen die ewigen Ränke der Regierungsstreber, welche sich beständig gegenseitig mit allerlei kleinen Kniffen von der Staatskrippe abzudrängen suchen. Neuerdings hat Karawelow sich entschlossen, das von ihm zeitweilig verwaltete Ministerium des Innern Herrn Lukanow zu übergeben, und zugleich wird sein Gegner, Radoslawow, als Justizminister durch Herrn Aschakow ersetzt. Herr Radoslawow tritt natürlich flugs zur Opposition über und Dr. Stranski, der Revolutionsmacher, der auf das Ministerium des Innern für sich gerechnet hatte, läßt durch sein Blatt in Philippopel heftige Klagen führen, daß der Hauptstadt Sofia allerlei Reichtümer zukommen, während die Hauptstadt Philippopel an der leeren Krippe nagen müsse. Dr. Stranski ist wohl zunächst nicht Gegner des Fürsten, aber, wie man sieht, ist der Unterschied in der Wirkung dieser Gegnerschaften nicht gar groß. Die Politische Correspondenz meldet, daß die ostrumelische Opposition auf ihren Wunsch vom Fürsten empfangen worden sei. Man erinnert sich bei dieser Gelegenheit, daß der heutige Ministerpräsident Karawelow vor wenig meh. als einem Jahre als Führer der radikalen Opposition bei dem Fürsten Audienz nahm. So wandeln sich in Bulgarien die Personen und die Dinge fortwährend, das Regieren erschwerend, doch bisweilen auch erleichternd. Gegenüber dem „rollenden Rubel“ ist für den Fürsten wesentlich, daß die Sobranje ihm reichlich außerordentliche Geldmittel für verschiedene Zwecke bewilligte. [Der russische Rubel außer Kours.] Das „Neue Wiener Tageblatt“ berichtet, Fürst Alexander von Bulgarien hatte mittelst Dekrets die Außerkouessetzung der russischen Rubel in Bulgarien binnen 2 Monaten angeordnet. * England. [Ueber die Zusammensetzung des neuen englischen Kabinetts) liegen bis jetzt bestimmte Angaben nicht vor. Gleichwohl bringt ein Londoner Blatt folgende übrigens nicht ganz vollständige Ministerliste: Salisbury, Premier; Lord Halsbury, Lordkanzler; Sir R. Cros(mit Pairsrang), Geheimsiegelbewahrer; Lord Cranbrook, Präsident des Konseils; Lord Iddesleigh(Sir Stafford Northcote), Minister des Auswärtigen; Lord Cburchill, Minister für Indien; Lord George Hamilton, Chef der Admiralität; Smith, Generalsekretär für Irland; Stanhope, Minister des Innern; Henry de Worms, Präsident des Handelsamtes; Plunket, Generalpostmeister; Hicks=Beach, Schatzkanzler. Der irische Vizekönigsposten ist dem Herzog von Abercorn oder Lord Londonderry zugedacht. Dem „Observer" zufolge ist Lord Randolph zum Minister für auswärtige Angelegenheiten im neuen Kabinett ausersehen, da Lord Salisbury dieses Portefeuille nicht mehr mit der Premierschaft zu verbinden gedenkt. [Das englische Parlament] wird sofort nach der Konstituirung des Kabinetts zusammentreten, um über die erforderlichen Kredite und sonstige dringliche Angelegenheiten Beschluß zu fassen. Ende August vertagt sich dann das Parlament bis zu Januar oder Februar. * Frankreich. [Emile Ollivier], bekannten Angedenkens von 1870, wollte in Saint Tropez vor einer Wählerversammlung seine Kandidatenrede für einen Sitz im Generalrat halten, erregte aber so wütende Kundgebungen, daß die Versammlung aufgelöst werden mußte. [Frankreich) hat nun doch, nach längerem Zögern, die Forderung des Kongostaates auf schiedsgerichtliche Entscheidung der bestehenden Grenzschwierigkeiten angenommen. Der Schweizer Bundespräsident wird Schiedsrichter sein. [Bei den Unruhen in Amsterdam] sind am Montag 25 Personen getötet und gegen 90, darunter gegen 40 Polizeibeamte, verwundet worden. Am Dienstag abend wiederholten sich die Unruhen, ohne indes so große Dimensionen anzunehmen wie am Abend vorher. Der anarchistische Charakter der Unruhen soll außer Zweifel stehen, insbesondere soll der bekannte Anarchistenführer Eckhard dabei eine erhebliche Rolle gespielt haben. Das sozialistische Parteiorgan „Recht für Alle“ hatte einige Tage vor dem Putsch verkündet, die Sozialisten würden durch Feuer und Flammen ihr Ziel verfolgen. Einem Spezialbericht über die Kämpfe entnehmen wir noch Folgendes: Der Verlauf des Barrikadenkampfes in Amsterdam zeigt deutlich genug, daß die niederländische Anarchistenpartei einen förmlichen Putsch beabsichtigt. Gegen 5 Uhr nachmittags zeigten sich die ersten Banden in der Nähe des Rembrandtplatzes, größtenteils aus Arbeitern und Matrosen bestehend. Sie begannen mit mehreren Polizisten einen Streit, und während hier unbedeutende Schlägereien entstanden, strömten mehrere tausend Anarchisten nach dem Börsenplatze hin. Mittels Baumaterials, welches hier lag, errichteten die Arbeiter Barrikaden, wodurch fast alle zum Börsenplatz führenden Straßen abgesperrt wurden. Unterdessen wurde die Bevölkerung von einer allgemeinen Pmir ergriffen, zumak die Polizei überall zurückgedrängt wurde. Der Bürgermeister wendete sich an den Militärgouverneur von Amsterdam, worauf drei Kompagnieen Infanterie und eine Eskadron Kavallerie mit scharf geladenen Gewehren nach dem Kampsplatz abgingen. Die Aufsorderung des kom mandierenden Offiziers, die Barrikaden zu entfernen, wurde mit einem furchtbaren Steinhagel und Pistolenschüssen erwidert, wodurch mehrere Soldaten verwundet wurden. Nunmehr eröffneten die Truppen den Kampf, der volle zwei Stunden dauerte. Um Mitternacht gelang es, einen Teil der Barrikaden zu nehmen, die Straßenkämpfe dauerten aber größtenteils noch in der Nacht fort. * Oesterreich Ungarn [Der österreichische Minister des Auswärtigen, Graf Kalnoky,] ist am Dienstag von seiner Reise zum Besuche des Fürsten Bismarck in Kissingen, wieder in Wien eingetroffen. [Unter choleraähnlichen Erscheinunge ist eine Anzahl von Leuten in Pesth erkrankt. * Rußland. [Verschwörung entdeckt.] In Warschau ha die Polizei eine weitverzweigte mit Paris und Petersburg in Verbindung stehende sozialistisch revolutionäre Verschwörung, an der namentlich viele polnische Studenten beteiligt sein sollen, entdeckt und das Haupt derselben dingfest gemacht. [Reiseeindrücke in Rußland.]„Aus dem Tagebuch eines englischen Offiziers" veröffentlicht die„Daily News“ Reise=Eindrücke, welche besagter Offizier bei seiner Fahrt durch den Kaukasus empfing. Dieselben sind bestimmt, die Engländer von dem Haß der Russen gegen die Deutschen und zumeist gegen die Oesterreicher zu uberzeugen. Die Offiziere in Tiflis, mit welchen der englische Offizier speiste, machten angeblich aus diesen ihren Gesuhlen kein Hehl. „Wir hassen die Engländer nicht— sagten sie—, durchaus nicht; und es ist lächerlich, anzunehmen, als wenn wir Indien begehrten. Aber wir wünschen das als Schreckmittel beizubehalten, so lange Sie uns an unserer Bestimmung hindern, das Kreuz auf der St. Sophia aufzupflanzen.“ Den Beistand von Frankreich glaubten sie im kommenden Kriege entbehren zu können; sie fürchten, wie sie dem Engländer angeblich vorprahlten, Oesterreich und Deutschland weder zusammen noch einzeln. Der Krieg mit Oesterreich liege allen im Blute. Für Herrn von Giers sei ihnen kein Schimpfwort zu derb;„ohne ihn“— sante der Fürst Dondukow=Korsakow, welcher dem Liebesmahle beiwohnte— „würden unsere Kosaken heute schon im Prater zu Wien sein.“ Dazu bemerkt die„K. Zig.": Ob diese Tagebuchbemerkungen nicht stark gefärbt sind, ist natürlich eine andere Frage; sonst würde Graf Kalnoky, wie zoeben noch Herr Gladstone, einsehen, wie wenig dankbar man in Rußland für seine Zartfühligkeit während der jüngsten Verwickelungen ist. * Spanien. [Die Deputiertenkammer in Madrid) beschloß am Dienstag die vollständige Infreiheitsetzung der 26 000 Neger der Insel Kuba, welche noch in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihren früheren Herren stehen. * Egypten. [Aus dem Sudan] In Kairo ist die Meldung eines egyptischen Offieziers aus Kassala eingetroffen, welcher von dort entflohen ist und berichtet, daß große Massen von Rebellen im Anmarsch sind, aber unter sich selbst kämpfen. Der Bruder Osman Digma's wurde in einem dieser Gefechte getödtet. Die Behörden erwarteten blos Ueberfälle von der Seite von Dongola. * Amerika. [Die Civildienst=Reform] in den vereinigten Staaten hat abermals einen Triumpf gefeiert und die BeutePolitiker müssen nachgerade einsehen, daß ihre Rolle ziemlich ausgespielt ist. Die Reform=Kommission hat soeben einen Bericht über die Gründe veröffentlicht, welche zur Beseitigung des Postmeisters von Baltimore, Veazey, geführt haben. Dieser Ehrenmann ist der richtige Tyvus eines amerikanischen Beute=Politikers und Parteikleppers. Als er sein Amt als Postmeister von Valtimore antrat, fand Veazey im dortigen Postamt 260 Angestellte vor, von welchen 254 der republikanischen und 6 der demokratischen Partei angehörten. Veazey hatte nichts Eiligeres zu thun, als die republikanischen Beamten fortzujagen und ihre Stellen mit Demokraten zu besetzen. Als der gute Mann über diese willtürliche Handlungsweise zur Rede gestellt wurde, hatte er die Unverfrorenheit zu erklären, daß er das Recht habe, seine Beamten nach seinem Geschmack auszuwählen. Daraufhin wurde er selbst abgesetzt. [Ein aus Mexikol eingegangenes Telegramm meldet, daß zwischen 300 Mann mexikanischen Truppen und 1200 Indianern in der Provinz Sonora ein Kampf stattfand, in welchem die Indianer besiegt wurden. Ihr Verlust bezifferte sich auf 40 Todte und 20 Gesangene, welche letzteren erschossen wurden. Die Mexikaner verloren 10 Todte und 20 Verwundete. [Die Hungersnot in Labrador] hat furchtbare Dimensionen angenommen. Neueren Londoner Meldungen zufolge erlagen 3500 Eskimo's und Indianer dem und der Kälte. Damit scheint leider die Zahl der Opfer noch bei weitem nicht abgeschlossen zu sein, denn wie weiter berichtet wird, schnitt ein zweitägiger heftiger Schneesturm 1500 Eingeborene vom Verkehr vollständig ab, und befürchtet man, daß sie mittlerweile alle vor Hunger umgekommen sind. Aus der Provinz und § Bielefeld, 29. Juli.[Schützenfest.] Wie wir fahren, wird der übliche Zapsenstreich am Sonnabend bend, präzise 8 Uhr anfangend, unter Führung des Pr.= leut. Schneider nachfolgende Straßen und Plätze passieren: Karkt, Gehrenberg, Neumarkt, Ulmen=, Hermanns=, Kaiser=, siktoriastraße, Neumarkt, Gehrenberg, Breite=, Sieker=, Spiegel=, Detmolderstraße, Siekerthor, Kreuzstraße, Nebelsall, Waldhof, Welle, Gehrenderg, Niedern=, Ritter=, Obernraße und den Markt. **. Bielefeld, 29. Juli.[Fahrplan.] Im Inzratenteil der heutigen Nummer macht die Eisenbahndirektion zannover die Fahrzeiten anf der neuen, am 15. nächsten Nonats in Betrieb zu setzenden Bahnlinie Osnabrück=Bieleild bekonnt, worauf wir unsere Leser aufmerksam machen ollen.„„„ * Bielefeld, 29. Juni.[Gahn Oondbrausrackwede.] Zur Zeit sind noch nicht für alle Bahnofsrestaurationen die Restaurateure gewählt. In den ersten Tagen des August wird die Verpachtung der Bahnhofsestaurationen von Dissen=Rothenfelde und Halle statt„: Enger, 28. Juli.[Diebstahl.] In verangener Nacht wurden mitt=lst Einbruch aus der Böck nann'schen Cigarrenfabrik beim Werkmeister Asbrock i# Tachbardorfe Besenkamp einige Tausend * Detmold, 28. Juli.[Fischreiher erlegt.] Der Hofmeister Vietmeier der Bierbrauerei Falkenkrug erigte gestern in einem Schusse zwei Fischreiher, welche an en Fischteichen der genannten Bierbrauerei sich aufbielten. * Detmold, 29. Juli.(Gütergemeinschaft bereffend] Die Brautleute Einlieger und Witwer Philipp Blöger von Leopoldshöhe und die Dienstmagd Johanne Ziere auf Nr. 48 zu Billinghausen haben für die beal ichtigte Ehe die Gütergemeinschaft gänzlich ausgeschlossen. 8 Vlotho, 28. Juli.[Für das hier am nächsten Sonntag und Montsg Hagttp est] ist das Programm, L#g in in den frühe fahren, wie folgt aufgestellt: am Sonnabend, den 81.2..6, bends 9 Uhr: Zapfenstreich und Fackelzug durch die—.— Im Sonntag, den 1. August, a7 Uhr frub: Tigegnggrgr uf dem Amthausberge; 12 Uhr mittags: Per., ur bie em Kirchplatze: nachmittags 3½ Uhr Festmarsch##### Stadt. Um 4½ Uhr: Beginn des Konzerts im 12 Uhr. Am Montag, Antreten des Schützenbate Abmarsch zum Festplatze, schießen beginnt. Nach Bedes Königs und Dekorier Abmarsch des Bataillons Wohnung. Nachmittags abends 7 Uhr: Königspol balles und um 9 Uhr beng Schluß 4 Uhr Morgens. Vlotho, den 28 der hiesigen Schr sellschaft] waren gest sammlung zusammenberufer Jahresrechnung vom 1. Ju gelegt wurde, und welche, stellung ergiebt, als eine kann. Die Einnahme bet den 220 Mitgliedern: 36 90 M.; Erlös für 1 SStatuten: 9 M. 15 Pf. von 170 M. und Barbesta 40 Pf., zusammen 688 2 ausgabt: Für 9 zur Ent fammen mit 219 M. 30 60 Pf.; bleibt ein Besta 420 M. bei der hiesigen S t Minden, 28. Ju haus.] Fast im ganzen mäßig großen Bezirke, wi eines ausgedehnten Kreiskr In den Dorfschaften könr nicht die erforderliche Pfle mancher hat dort schon au unter günstigeren Verhältvorhandenen Krankenanstal sind räumlich zu beschränkt auch entstehen der Stad Kranken ungebührliche Last denklichem Maße und la schweren Uebelständen, eir notwendig erscheinen. Es Mindens auf dem nächst neuen Kreiskrankenhauses! Hoffentlich haben diese Bes Erfolg und beendigen ein der Humanität schon läng * Hameln, 26. kanntlich ist im Anfang Gewitter und Wolkenbrü meinden in den Kreisen Göttingen(Land) und Ein Erlasse an Regierungspräs sucht, überall Sammlunge stalten und empfohlen, da träge in den Land= und k beamte beauftragt werden, Städten der Provinz aber und die Errichtung von Der verursachte Schade Schätzung auf etwa 2530 * Neheim, 25. J. Sitzung der Stadtverord Regierungs=Supernumerar und zwar mit 13 von unserer Stadt gewählt. * Breden, 25. Jul über den Ausbach=Flußi übergeben, und sind dan welche der durch die fri Notweg mit sich brachte, * Dortmund, 2 bekannt, war der Händler zu Weihnachten vorigen tötete, auf die Dauer vi Siegburg untergebracht, 1 achtet zu werden. Wie di das irrenärztliche Gutacht bei Begehung der That, al zu betrachten sei. Der V der sein, daß die Köniachten des Regierungs=M diese Behörde dem Gut wird die definitive Ueberfi erfolgen * Soest, 26. Juli. Wantrup] ist, nach Schlaganfall betroffen wo * Hannover, 29. mann Gottlieb Baumgar tag zum Montag bei Tanzlokal„Zum weißen pfählen, Steinen und M und besinnungslos liege Passanten aus dem Pflast aufgefunden. Seine vie schwere, daß er, ohne die St. Vincenzkrankenhause verliert an dem Verstorbe und hinterlistige Angriffe übung seines Berufs verl Beamten. * Bochum, 28. J starben hier ein Fabrikarl * Honuef, 26. Ju Der„Köln. Volksztg.“n unserer Stadt, H. Schun Zeit eine Disziplinarun suspendiert worden. Die ordnete Herr Welcker übe * Remscheid, 26 schreibt man der„Rh.=W Aufregung versetzt, als m steht, in der Nähe des Tod muß sofort erfolgt troffen haben soll. Wie Der Ermordete hatte gest besucht und war mit dem hier eingetroffen, wo seir wurde. Der ruchlose Mi Erledigte Stellen im Die Liste enthält der Rei Behörde, bei n zeichnung der Mitreilungenf Kommandos 3) 1) Bielefeld. Ma 275 Mark Gehalt, fr. 1) Brake, Direktio Geisteskranken, 3) 300 A 1) Crefeld, Ober. nasium, 3) 750 Mark E 1) Provinzial=Hri Verwaltung der Rhein#### resgehalt 1200 Mk., auf Beleuchtung und Arznei. 1) Herford. Direk Hilfsaufseher, 3) 900 M ivier, Mag rier Mage 3) 450 M. jahrlich. Die 1) Münster, Pol M. jährlic. 1) Unna, Königl. den Steuerkassenbezir gemeinen Pmit gedrängt wurde. Kilitärgouverneur Infanterie und denen Gewehren Aussorderung des en zu entfernen, Pistolenschüssen wundet wurden. 1s, der volle zwei g es, einen Teil ise dauerten aber r des Ausm Dienstag von irck in Kissingen, Hheinungen Warschau ha und Petersburg ire Verschwörung, z beteiligt sein igfest gemacht. „Aus dem tlicht die„Daily ffizier bei seiner en sind bestimmt, gen die Deutschen überzeugen. Die e Offizier speiste, ihlen kein Hehl. sie— durchaus als wenn wir als Schreckmittel erer Bestimmung aufzupflanzen.“ im kommenden sie sie dem Engund Deutschland mit Oesterreich rs sei ihnen kein sa#te der Fürst hle beiwohnte— Prater zu Wien diese Tagebuckirlich eine andere seben noch Herr man in Rußland sten Verwickelunkadrid) beschloß zung der 26 000 m Abhängigkeitsist die Meldung getroffen, welcher roße Massen von ch selbst kämpfen. im dieser Gefechte eberfälle von der den vereinigten rt und die Beutehre Rolle ziemlich hat soeben einen t, welche zur Veazey, geführt ge Tyvus eines kleppers. 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Nach Beendigung desselben Proklamierung des Königs und Dekorierung der besten Schützen, darnach Abmarsch des Bataillons mit dem König nach dessen Wohnung. Nachmittags 4 Uhr: Konzert im Festzelte; abends 7 Uhr: Königspolonaise; 8 Uhr: Beginn des Festballes und um 9 Uhr bengalische Beleuchtung des Festplatzes. Schluß 4 Uhr Morgens. 8 Vlotho, den 28. Juli.[Die Mitglieder der hiesigen Schweineversicherungs=Gesellschaft] waren gestern Abend zu einer Generalversammlung zusammenberufen, in welcher vom Vorstande die Jahresrechnung vom 1. Juli 1885 bis 30. Juni 1886 vorgelegt wurde, und welche, wie sich aus nachstehender Aufstellung ergiebt, als eine sehr günstige bezeichnet werden kann. Die Einnahme betrug an Versicherungsprämien von den 220 Mitgliedern: 364 M. 69 Pf.; an Eintrittsgeld: 90 M.; Erlös für 1 Schwein: 6 M.; Verkauf von 61 Statuten: 9 M. 15 Pf., dazu eine Sparkassen=Einlage von 170 M. und Barbestand am 1. Juli 1885 von 48 M. 40 Pf., zusammen 688 M. 15 Pf. Davon wurden verausgabt: Für 9 zur Entschädigung angemeldete Fälle, zufammen mit 219 M. 30 Pf.; für Insertionskosten: 5 M. 60 Pf.; bleibt ein Bestand von 463 M. 25 Pf., wovon 420 M. bei der hiesigen Sparkasse verzinsbar angelegt sind. t Minden, 28. Juli.[Neues Kreiskrankenhaus.] Fast im ganzen Kreise Minden, einem verhältnismäßig großen Bezirke, wird seit vielen Jahren der Mangel eines ausgedehnten Kreiskrankenhauses schmerzlich empfunden. In den Dorfschaften können Leidende und Verunglückte oft nicht die erforderliche Pflege und Behandlung finden und mancher hat dort schon aus dem Leben scheiden müssen, der unter günstigeren Verhältnissen vielleicht genesen wäre. Die vorhandenen Krankenanstalten in Minden und Oeynhausen sind räumlich zu beschränkt, allen Anforderungen zu genügen, auch entstehen der Stadt aus der Unterhaltung fremder Kranken ungebührliche Lasten. Dieselben mehren sich in bedenklichem Maße und lassen, in Verbindung mit andern schweren Uebelständen, eine Besserung der Dinge dringend notwendig erscheinen. Es soll deshalb von den Vertretern Mindens auf dem nächsten Kreistage die Errichtung eines neuen Kreiskrankenhauses hierselbst in Antrag gestellt werden. Hoffentlich haben diese Bestrebungen diesmal den gewünschten Erfolg und beendigen einen Zustand, welcher im Interesse der Humanität schon längst hätte beseitigt werden müssen. * Hameln, 26. Juli.[Verheerungen.] Bekanntlich ist im Anfang des vorigen Monats durch starke Gewitter und Wolkenbrüche eine große Anzahl von Gemeinden in den Kreisen Hameln, Osterode, Duderstadt, Göttingen(Land) und Einbeck schwer betroffen. In einem Erlasse an Regierungspräsidenten hat der Oberpräsident ersucht, überall Sammlungen für die Beschädigten zu veranstalten und empfohlen, daß mit der Einsammlung der Beiträge in den Land= und kleineren Stadtgemeinden Gemeindebeamte beauftragt werden, in den mittleren und größeren Städten der Provinz aber die Bildung besonderer Komitees und die Errichtung von Sammelstellen anzustreben seien. Der verursachte Schaden beläuft sich nach ungefährer Schätzung auf etwa 2530930 M. * Neheim, 25. Juli.[Bürgermeister.] In der Sitzung der Stadtverordneten am letzten Freitag wurde Regierungs=Supernumerar Brüning mit großer Majorität, und zwar mit 13 von 17 Stimmen, zum Bürgermeister unserer Stadt gewählt. * Breden, 25. Juli.[Die neuerbaute Brücke) über den Ausbach=Fluß ist seit einigen Tagen dem Verkehr übergeben, und sind damit die großen Unbequemlichkeiten, welche der durch die frühere sogen. Kirchenweide führende Notweg mit sich brachte, beseitigt. * Dortmund, 28. Juli.[Muckelmann.] Wie bekannt, war der Händler Mullelmann aus Hamm, welcher zu Weihnachten vorigen Jahres seine Frau und 4 Kinder tötete, auf die Dauer von 6 Wochen in der Irrenanstalt Siegburg untergebracht, um auf seinen Geisteszustand beodachtet zu werden. Wie die„Dortm. Ztg.“ vernimmt, lautet das irrenärztliche Gutachten, dahin, daß Muckelmann sowohl bei Begehung der That, als auch jetzt noch als geistig gestört zu betrachten sei. Der Verlauf der Sache wird nun wohl der sein, daß die Königliche Staatsanwaltschaft ein Gutachten des Regierungs=Medizinal=Kollegiums einholt; wenn diese Behörde dem Gutachten der Aerzte beitritt, dann wird die definitive Ueberführung des M. in die Irrenanstalt ertglgen * Soest, 26. Juli.[Schulrat Dr. v. CiriacyWantrup] ist, nach dem„Westf. Anz.“, von einem Schlaganfall betroffen worden. * Hannover, 29. Juli.[Totschlaa.] Der Schutzmann Gottlieb Baumgart wurde in der Nacht vom Sonntag zum Montag bei Ausübung des Aufsichtsdienstes im Tanzlokal„Zum weißen Kreuz“ von Arbeitern mit Zaunpfählen, Steinen und Messern überfallen, niedergeschlagen und besinnungslos liegen gelassen. Nachts wurde er von Passanten auf dem Pflaster der Alten Cellerheerstraße liegend aufgefunden. Seine vielfachen Verwundungen waren so schwere, daß er, ohne die Besinnung wieder zu erlangen, im St. Vincenzkrankenhause verstorben ist. Die Polizeidirektion verliert an dem Verstorbenen, der durch so schmähliche, feige und hinterlistige Angriffe sein Leben in gewissenhafter Ausübung seines Berufs verloren hat, einen braven, pflichttreuen Beamten. * Bochum, 28. Juli.[Infolge Sonnenstichs] starben hier ein Fabrikarbeiter und ein Kind. * Honuef, 26. Juli.[Suspension vom Amte.] Der„Köln. Volksztg.“ wird geschrieben: Der Bürgermeister unserer Stadt, H. Schumacher, gegen welchen seit längerer Zeit eine Disziplinaruntersuchung schwebte, ist vorgestern suspendiert worden. Die Geschäftsführung hat der Beigeordnete Herr Welcker übernommen. * Remscheid, 26. Juli.[Mord.) Unsere Stadt, schreibt man der„Rh.=W. Ztg.“, wurde heute in nicht geringe Aufregung versetzt, als man einen Mann, der in gutem Rufe steht, in der Nähe des Marktes erstochen vorfand. Der Tod muß sofort erfolgt sein, da das Messer das Herz getroffen haben soll. Wie verlautet, liegt ein Raubmord vor. Der Ermordete hatte gestern seine Eltern und seine Braut besucht und war mit dem letzten Zuge von Lennep aus wieder hier eingetroffen, wo seinem Leben so jäh ein Ziel gesetzt wurde. Der ruchlose Mörder heißt Schmidt aus Lobach. ist ein kleiner, unansehnlicher Mensch und ein Bruder jenes Schmidt, der wegen des vor drei Jahren begangenen Mordes binter Schloß und Riegel gehalten wird. Gerichtssaal. un. Bielefeld, 28. Juli.[Schöffengericht.] Als Schöffen fungierten Baumeister Wilhelm Buschmann und Fabrikant Nitolaus Dürkopp hier.— Wegen Ueberschreitung der ihr auferlegten sittensolizeilichen Vorschriften wurde die Ehefrau des Damastwebers Eduard Gauß, Johanne geb. Blome, hier, mit 8 Wochen Haft und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde bestraft.— Der Arbeiter Heinrich Siebrasse hier, hat am 25. Mai d. J., ohne jegliche Veranlassung, den Polizeisergeanten L. hier öffentlich beleidigt und wurde deshalb mit 1 Woche Gesängnis bestraft, auch wurde dem Beleidigten die Befugnis zugesprochen, das Urteil auf Kosten des Angeklagten bekannt zu machen.— Der Fabrikarbeiter Karl Trapphöner hier und der Arbeiter Wilhelm B. hier gingen gemeinschaftlich am Abend des 26. Mai d. J. nach Hause. Unterwegs stritten sich dieselben über Lohnverhältnisse und der Streit endete damit, daß Trappedner den B. dreimal mit einer Eisenstange über den Arm schlug. Der Gerichtshof verurteilte den T., unter Annahme mildernder Umstände, zu 15 Mk. Geldstrafe ev. 1 Tag Gesängnis.— Der Kommis Karl Heinrich Fillies zu Brackwede kehrte in der Nacht vom 30. zum 31. Mai d. J. zu Wagen von der Kirmeß in Friedrichsdorf zurück und feuerte aus purem Leichtsinn unterwegs einen Revolver ab. Durch das Geschoß wurde ein des Weges gehendes Mädchen an der Brust verletzt. Der Gerichtshof ahndete die als fahrlässige Körververletzung aufgestellte That mit 75 Mk. Geldstrafe ev. 14 Tage Gefängnis.— Der Korkschneider Bernhard Kreuzmann hier hielt sich in der Nacht vom 5. zum 6. Juni d. J. in der Kronenstraße auf, sang sehr laut und entfernte sich auf Aufforderung des Nachtwächters nicht. Sodann widersetzte er sich seiner Inhaftnahme, so daß schließlich von derselben Abstand genommen werden mußte. Wegen Ruhestörung traf ihn eine Geldstrafe von 10 M. ev. 1 Tag Haft und wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt eine Strafe von 30 M. ev. 6 Tage Gefängnis.— Wegen Diebstahls eines Regenschirms wurde die Ehefrau Arbeiter Friedrich Wilh. Fenkhaus hier mit 3 Tagen Gefängnis bestraft. Handel und Verkehr. [Von der französischen Grenze] wird wiederholt gemeldet, daß rücksichtslos alle deutschen Waaren bei der Einfuhr nach Frankreich mit Beschlag belegt werden, wenn sie einen französischen Stempel tragen; es genügt dazu schon der einfache Stempel„Nouveautées de Paris“ oder „Modes Parisiennes“. e rmis 28. Juli. chtes. Heidelberg, 2c. Ju.[Nach amtlichen Erhebungen] ist infolge entschiedener Maßnahmen die Gefahr einer weiteren Verbreitung der Rotzkrankheit nunmehr beseitigt und der Festzug kann, wie man der„Köln. Zig.“ weiter telegraphiert, deshalb als gesichert gelten. [Der Oberstlieutenant Bertram] in Gießen, der sich erst, nach einer irrtümlichen Nachricht, erschossen haben sollte, ist geisteskrank geworden und in einer Heilanstalt untergebracht. [Die furchtbare Pulverexplosion] im Staatspulvermagazin bei Konstantinopel passierte, als das Pulver in einem Mörser zerstampft wurde. 4 Magazine wurden in die Luft gesprengt. Mindestens 30—40 Personen waren sofort tot, viele andere sind verwundet. Ein Boot, welches gerade zur Explosionszeit vor den Magazinen vorüberfuhr, schlug um und sein Insasse ertrank. [Vom 1. August werden die Schlösser des Königs von Bayern] gegen Entree der öffentlichen Besichtigung freigegeben. Für Chiemsee beträgt das Entree 3 Mark pro Person(5 Personen 12 Mark), für die übrigen Schlösser Wochentags 2, Sonntags 1 Mark. Für Grottenbeleuchtung und Wasserspringen sind 50 Mark extra zu zahlen. Jeden Freitag bleiben die Schlösser teilweise geschlossen. Die Eintrittskarten sind bei den Schloßverwaltern zu haben. Viehmärkte. * Dortmund, 27. Juli.[Viehmarkt.] Zum gestrigen bezw. heutigen Schlachtviehmarkt waren aufgetrieden 242 Stück Großvieh, 122 Schweine, 64 Kälber, 101 Hammel. Für 100 Pfd. Schlachtgewicht wurde gezahlt: Für Ochsen 64 Mk., für Stiere 32 bis 38 Mk., für Kühe 1. Qualität 55 bis 60 Mk., 2. Qualität 51 bis 54 Mk., für Schweine 1. Qual. 46 bis 49,50 Mk., 2. Qual. 44 bis 46 Mt., Kälber per Psd. Schlachtgewicht 1. Qualität 50 bis 55 Pfg., 2. Qalität 45—50 Pfg., Hammel desgl. 1. Qual. 45—50 Pfg., 2. Qual. 40—45 Pfg. Handel snachrichten. Berlin, 28. Juli. Nach einer aus Wien hierher übermittelten Meldung der„Presse" haben die preußischen Staatsbahnen mit den russischen und österreichischen Anschlußbahnen Verhandlungen eingeleitet, um dem stockenden Absatz des preußischen Bergwerks= und Hüttenbetriebs einen neuen Anstoß zu geben. Die preußischen Bahnen bieten billigere Tarife für die Einfuhr russischen Petroleums, wogegen die russischen Bahnen billigere Tarife für Eisen, Blei und Zink gewähren. Zu dieser Abmachung sei auch die Zustimmung der österreichischen Bahnen erforderlich. 4½ prozentige Anleihe der Stärkefabrik von E. Hoffmann u. Co. in Salzuflen.] Die „K. Ztg. schreibt: Wie wir hören, hat die vorgenannte große Fabrik eine 4 ½ prozentige Teilschuldverschreibungs=Anleihe im Betrage von 2½ Millionen Mark mit dem Bankhause Sal. Oppenheim jr. u. Co. in Köln abgeschlossen. Ueber den Betriebsumfang des in seiner Art wohl einzig dastehenden, zwischen 1200 und 1400 Arbeitern beschäftigenden Unternehmens geben folgende Ziffern einige Anhaltspunkte: Es wurden im Durchschnitt der letzten sechs Geschäftsjahre, von 1880 bis 1885 jährlich 201 956 Zentner Reisstärke angefertigt(wovon 103 738 Ctr. zur Ausfuhr gelangten), 1885 allein aber 250084 Zentner (wovon 148 193 Zentner zur Ausfuhr). An Reis wurden 1885 144945 Ballen verbraucht, während in den fünf Vorjahren der Verbrauch zwischen 72158 B. und 142420 B. sich bewegte. [Lübecker Bank.] In der am 19. August stattfindenden Generalversammlung der Lübecker Bank wird über Auflösung derselben beschlossen werden, behufs Uebernahme der Aktien dieser Bank durch die Lübecker Commerzbank und Fortführung der Geschäfte durch letztere. [Neue portugiesische Anleihe.] Nach einer Lissaboner Meldung des Pariser Börsenbl. hat der portugiesische Finanzminister mit einer mächtigen Finanzgruppe eine sprozentige Anleihe im Nennwerte von 50 Millionen Franken abgeschlossen. Frankfurt, 28. Juli. In Bangnierskreisen verlautet, daß der Abschluß der 5proz. portugiesischen Anleihe mit einer deutschen Bankgruppe bevorstehe.(K. Ztg.) [Bochumer Verein für Bergbau= und Gußstahlfabrikation.] Die„Rhein.=Westf. Zig.“ schreibt: „Die jüngst verbreiteten übertrieben ungünstigen Nachrichten über die Bochumer Gustahlfabrik haben uns zu vorsichtiger Nachforschung veranlaßt. Wir können auf Grund derselben berichten, daß durch die Abnahme der Bestellungen nach Auflösung des internationalen Schienenkartells die Gußstahlfabrik genötigt ist, den Betrieb einzuschränken, was niemanden überraschen kann, welcher den letzten Jahresbericht mit Aufmerksamkeit gelesen hat. Diese Betriebseinschränkung soll jedoch zur Vermeidung größerer Arbeiterentlassungen durch den wöchentlichen Ausfall der Sonnabend=Arbeitsschicht erzielt und damit schon in dieser Woche begonnen werden. Wenn die diesjährige Dividende, wie wir bestimmt versichern können, nicht viel hinter der im vorigen Jahr in Aussicht gestellten(7 pEt.) zurückbleiben wird, so muß nach obigem bei der nächstjährigen mit einer erheblich geringeren Ziffer gerechnet werden. Wir haben jedoch zu der bekannten vorsichtigen Leitung des Bochumer Unternehmens das Vertrauen, daß dieselbe mit Hülfe der in den guten Jahren zurückgestellten starken Reserven die Krisis, vor der kein Eisen= und Stahlwerk vorbeikommen lann, unbeschädigt überstehen wird.“ [Konkurseröffnungen:] Grönwald u. Nesselroth, Friedrichstr. 43, Berlin; Karl Bauerschmidt, Geestendorf bei Geestemünde. [Dortmunder Bankverein.] Man schreibt uns: Wie uns von berufener Seite mitgeteilt worden, hat der dortmunder Bankverein seinen Semestral=Abschluß bereits fertig gestellt und weist derselbe einen Ueberschuß nach, welcher dem Ueberschusse in der entsprechende Zeit des Vorjahres mit Berücksichtigung des erhöhten Aktienkapitals verhältnismäßig gleichsteht, obgleich das neue Aktienkapital erst vor 2 Monaten eingezahlt worden ist. Da für das volle 2. Semester die auf das neue Aktienkapital geleistete Einzahlung von 500 000 Mk. mitarbeitet und somit für diesen Zeitabschnitt ein höherer Ueberschuß als für das 1. Semester zu erwarten ist, so dürfte auch der Gesamtgewinn für das laufende Jahr den des verflossenen Jahres, in Prozenten des eingezahlten Aktienkapitals berechnet, bedeutend übersteigen.— Beim Konkurse Remy ist der dortmunder Bankverein nicht beteiligt.(Dortm. Ztg.) Staatspapiere. Deutsche Reichsanleihe 106,90/Rh.=Westf. Rentbr. 4% 105.— Preuß. Consols 3 ½% 103,40 Westf. Pfandbriefe 4% 103.50 Berl. 3 ½% Stadt=Obl. 104, 10 Oesterr. Silberr. 4 ½% 69,75 Hamburg. Rente 3 ¼% 101,90 Russisch. Anleihe v.1877 102,— apiere. Bad. Präm.=Anl. 1867137,25 Hamburg. 50 Rth.=Lose Bayr. Präm.=Anl. 4% 136,— Braunschw. 20 Rth.=Lose 95,70 Kurhessische40 Rth.=Lose 298,— Meinig. 7=Gulden=Lose 24,— Köln=M. Pr.=Al. 3 ½% 131,80 Preuß. 3 1/2% Pr.=Anl. 143,10 Goth Präm.=Pfbr. 1.E. 108.— Rhein.=Westf. Indust Bochum. Bergw.=Ges. 40,— Bochum. Gußstf. 100,40 Dortm. Union St.=Pr. 39,90 Gelsenkirchener Bergw. 108,25 Hibernia 95,50 Russ. Präm.=Anl. 1864 147,— rie=Gesellschaften. Hörd.B.=u.Hütten=Ver. 19,50 Luise Tiefbau...... 33, Rechan. Weberei(Köln) 174.— Phönix, Berg. u. H. Lit.A. 68.— Westf. Drahtind.= Ver. 63,10 Bank= und Kreditbank=Aktien. Barmer Bankverein.. 99,50 Leipz. Kreditanstalt Berg.=Märk. Bank. 114,75 Bremer Bank—.— Deusche Genossenschftsb. 133,25 Dortmd. Bankverein.—.— Essener Kredit=Anstalt 103,75 Hannoversche Bank.. 119, 172, Niedersächs. Bank 102,60 Norddeutsche Bank. 149.— Oldenb. Spar=u.Leihb. 148.50 Osnabrücker Bank. 127,75 Reichsbank(3% Disc.) 139,30 Schaffh. Bankverein. 88,80 Hypotheken=Certifikate. Brusch.=Han.Hypbr. 4% 101,90 Pr. B.C. 5% unk.rz.110 111,50 DeutscheHypothekb. 4% 101,90 Goth. III.rzb. 110 3½% 98,25 Hamb.Hyp.rzb. 100 4% 102,— B. Cr. 4% rz. 100 102, C.=B.C. 4%rz. 100 102,25 Stett.N=Hp. 4%rz. 100 101,90 Inländische Eisenbahn=Prioritäten. 102,60 101,20 101,20 Köln.=M. Lit. A. 4 1/% Rhein. 4 ½% 3. Em. Oberschl. 4 1/2% Ltr. F. orten und Banknoten. 20,30 Englische ** 1 8 F r a n z ö s i s c h. B a n k n o t e n Oesterr. Banknoten Berg.=Märk. 4 1/2% 3 ½/% Lit. A. u. B. 3 ½/2% Lit. C. Gelds Livre=Sterling 20=Frank=Stücke. 10,18 Gold=Dollars 4,17 Holländische„ 167,10 New=York, 27. Petroleum........ 6% Speck.... Schmalz Wilcox.... 6,90 Roter Winterwerzen „ Fairbank... 7[Mais(ord. mixed) Juli. .. 7½ 0,86 0,49½ Bielefelder Wochenmarktspreise vom 29. Juli. Butter pr. ½ Kilo 85—,90 Rindfleisch Schweinefl.„„ Speck, hies.„„ Speck, am.„„ Kalbfleisch„„ Hammelfl.„„ Gänsefleisch 4¼ Eier 22 Stück Zwiebeln„ Aepfel Birnen„„ Kirschen —.60 —.60 "—.70 " 45—.50 " 60—,65 Pfund 3,— 1.— "—.10 "—.15 „ 15—.18 15—.25 Große Bohnen pr. 1 Kl. 6—,07 Vitsbohnen„„„20—,25 Erbsen„ 16—.20 10 10—.20 25—.35 10—.20 —.10 10—.20 2,60 2 00 2.— 2,50 Köln, 28. Juli. Weizen, hiesiger loco 17,50, fremd. locs 18.50 pr. Juli 16.80, pr. Novbr. 16,55.— Roggen loco hiesiger 14.50, pr. Juli—.—, pr. Novbr. 12,95.— Hafer loco 14,50.— Rüböl loco mit Faß 22,50, pr. Oktbr. 22 30 Kopfsalat 4 Kappus 1„ Rotkohl 1„ Wirsing 1„ Steckrüben 1„ Kohlrabi 4„ Gurken 1„ Kartoff. pr. 150 Pfd. Koggenstroh 100 Pfd. Haferstroh 100 Weizenstroh 100„ Heu 100 Telegraphischer Kursbericht, mitgeteilt von der Berliner Wechselbank, Herm. Friedländer& Sommerseld, Hofbankiers, Berlin NW, U. d. Linden 45. (Schlußkurse. 2½ Uhr.) 28. Juli 29. Juli Neuß, 28. Juli. Weizen 16,60—17,60 M., Roggen 13,70 bis 14,20 M., Gerste—.— M., Hafer 15,00 M., Rüböl per 100 Klgr. 45,00 M., gereinigtes Oel 4800 M. Hamburg, 28 Juli. Kaffee fest. Hevtiger Umsatz 2000 Sack. Rio reell ordinary 42 Pfg., Santos good abecage 43 Pfg. Bremen, 28 Juli Taback. umsatz 245 Faß Kenluccy, 6 Faß Bay, 150 Pack.n Brasil. Bremen, 28. Juli. Schmalz, Wilcox, 33½ Pfg. Hamburg, 28. Juni. Schmalz, Wilcox, 83½ Pfa Familien=Nachrichten. (Bon unseren Abonnenten uns zugehende, erkennbar beglaubigte Familien= Nachrichten finden in dieser Rubrik Aufnahme.) Verlobt: Frl. Emma Kruse mit Hrn. Carl Dehnert(Minden), Frl. Clara Korten mit Hrn. Fritz Rügge(Dortmund), Frl. Minna Lienkamp mit Hrn. Ferd. Kaffil(Hamm).„ S:. gsslse mit 8. u. Vermählt: Hr. Dr. Fritz Wohler mit Frl. ugnes Spriemann=Kerkerinck(Münster). Gestorben: Frl. Fernande Reusch, 21 J.,(Dortmund), Hr. Briefträger Heinrich Feuth, 76 J.,(Minden). Briefkasten. H. B. Anfragen ohne Namensnennung werden von uns nicht beantwortet. G. K. in L. Ihre Anfrage erledigt sich durch die Bekanntmachung der Eisenbahndirektion Hannover in heutiger Ncummer. 103.— 103.— 20,36 80,90 161,65 Rüben pr. 1 Kilo—.08 Wurzeln„ 1„ 7—,08 Kartoff., neue pr. 1 Kl. 4—8 Blumenkohl pr. Stück 30—.45 Meteorologische Beobachtungen. Bieleseld, 29. Juli. Niedrigst. Stand des Thermometers Fährend der Nachi+ 6 ½“ C. Stand des Thermometers um 12 Uhr mittags+. 16½°C. Barometer:(gestriger Stand 755).... 758 mm Nach einer klaren, recht kühlen Nacht, ist das Wetter heute angenehm; der Himmel ist leicht bewölkt bei westlichem Winde, die Temperatur ist wieder gestiegen. Das gestern erwähnte Maximum breitet sich weiter gegen Osten hinaus.— Trocknes, meist heiteres, wärmeres Wetter ist zu erwarten. Neueste Nachrichten. K Berlin, Donnerstag, 29. Juli.(Privat=Telegramm der Westfälischen Zeitung.) Rußland will das Mittelmeergeschwader auflösen und dort nur einige kleinere Kriegsschiffe belassen. Churchill hat das Staatssekretariat für auswärtige Angelegenheiten im neuen englischen Kabin it angenommen. Dad Gastein, 28. Juli. Der K er setzte gestern nachmittag wegen Gewitterregens die übliche Spazierfahrt aus. Heute sind die Berge bis tief herunter mit frischem Schnee bedeckt.(K. Ztg.) Paris, 28. Jul. Die„Agence Havas“ erklärt das an der Börse verbreitete Gerücht von einer Erkrankung des Präsidenten Grevy für unbegründet. Köln, 28. Juli. Die„Kölnische Volksztg“ meldet die amtliche Notifizierung der Ernennung des Dr. Scheuffgen, Direktors des bischöflichen Gymnasiums zu Montigay bei Metz, zum Dompropst in Trier. Risch, 28. Juli. Die Skupschtina wählte einen Gesetzgebungs= einen Finanz= und einen Petitionsausschuß. Die Ausschüsse bestehen aus je 7 regierungsfreundlichen und 2 oppositionellen Mitgliedern. Die Regierung legte mehrere Gesetzentwürfe vor, darunter einen Gesetzentwurf betreffend die Verlängerung des Salzmonopolvertrages mit der AngloBank, die Einschränkung der Staatsämter, den Absch uß einer Konvention zwischen Deutschland und Serbien berr. den Modell= und Musterschutz, sowie die Deklaration zu derselben, endlich einen Gesetzentwurf über die Neueinteilung der Kreise und Bezirke des Landes. Konstantinopel, 28. Juli. Gestern wurde ein Teil der Verbindungsbahn zwischen Uskub und Vranja probeweise mit einer Lokomotive und zwar mit einer Geschwindigkeit von 40 Kilometern per Stunde befahren. Wien, 28. Juli. Von gestern Mittag bis heute Mittag sind an der Cholera in Triest 5 Personen erkrankt und eine gestorben, in Fiume 4 erkrankt und 2 gestorben. Erledigte Stellen für Civilversorgungsberechtige im VII. Armee-Corps. Die Liste enthält der Reihe nach folgende Mitteilungen: 1) Ort und Behörde, bei welcher die Stelle vacant ist, 2) Nähere Bezeichnung der Stelle, 3) Einkommen der Stelle.— Fernere Mitreilungen sind aus auf dem Bezirks=Bureau des Königl. Kommandos ausliegenden Listen zu ersehen. 1) Bielefeld, Magistrat, 2) Schuldiener der 3. Bürgerschule, 3) 275 Mark Gehalt, freie Wohnung und Feuerung. 1) Brake, Direktion der Heil= und Pflegeanstalt, 2) Wärter bei Geisteskranken, 3) 300 Mark und freie Station. 1) Crefeld, Ober=Bürgermeisteramt, 2) Schuldiener am Gymnasium, 3) 750 Mark Gehalt nebst freier Wohnung und Heizung. 1) Provinzial=Hrrenanstalt zu Grafenberg, provinzialständische Verwaltung der Rheinprovinz zu Düsseldorf, 2) Maschinist, 3) Jahresgehalt 1200 Mk., außerdem freie Wohnung mit Garten, Heizung, Beleuchtung und Arznei. 1) Herford. Direktion der Gefangenenanstalt, 2) StrafanstaltsHilfsaufseher, 3) 900 M. jährlich. 1) Hörter, Magistrat, 2) Wärter im städrischen Schlachthause, 3) 450 M. jährlich, Dienstwohnung und freier Brand. 1) Münster, Polizeiverwaltung, 2) Polizeisergeant, 3) 1050 M. jährlic. 1) Unna, Königl. Steuerkasse Unna, 2) Vollziehungsbeamter din Steuerkassenbezirk Unna, 3) jährlich 900 Mk. Besoldung und 108 Mark Wohnungsgelozuschuß ür Unna, an Pauschvergütung für Zehrungs=, Uebernachtungs0 und Fuhrkosten werden jährlich 300 M. gewährt. 1) Weitmar, Postamt, 2) Landbriefträger, 3) 000 Mark Gehalt und 72 Mark Wohnungsgeldzuschuß. und Weiß seidener Atlas Mk. 1.25 Pf. per Meter bis Mk. 16. 80 Pfg.(in je 18 verschied. Qual.) vers. in einzelnen Roben und Stücken zollfrei in's Haus das Seidenfabrik=Déröt G. Heuneberg(K. und K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Porto. Bekanntmachungen für den Stadt= und Landkreis Bielefeld. den 28. Juli 1886. Die Urlisten der in den Gemeinden des Amts Schildesche=Jöllenbeck wohnhaften Personen, welche während des Jahres 1887 zu dem Amte eines Schöffen oder Geschworenen berufen werden können, liegen vom 2. bis incl. 9. August cr. bei dea Herren Gemeinde=Vorstehern zur Einsicht offen.— Beschwerden gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Listen können während der gedachten Frist schriftlich oder zu Protokoll bei den betr. Vorstehern angebracht werden. Der Amtmann. Meyer. den 28. Juli 1886. Am Mittwoch den 4. August er. nachmittags 3 Uhr wird in der Schule zu Brake die Gemeindejagd von Brake öffentlich meistbietend verpachtet.— Die Bedingungen werden im Teimine publicirt. Der Amtmann. Meyer. Ueber das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft H. & W. Budde zu Bielefeld, ferner über das Privatvermögen des Kaufmanns Hermann und des Kaufmanns Wilhelm Budde, beide zu Bielefeld, ist der Konkurs eröffnet. Konkursverwalter: Kreisgerichtskassenrendant z. D. Carl Otto Clauss zu Bielefeld. Offener Arrest mit Anzeigefrist bis zum 14. Oktober 1886. Frist zur Anmeldung der Forderungen bis zum 14. Oktober 1886. Erste Gläubiger=Versammlung nach§ 79 der Konk.=Ordn.: am 26. August 1886, vormittags 10 Uhr, am hiesigen Amtsgerichte, Zimmer Nr. 13. Allgemeiner Prüfungstermin der angemeldeten Forderungen am(1084 28. Oktober 1886, vormittags 10 Uhr, am hiesigen Amtsgerichte, Zimmer Nr. 13. Bielefeld, 28. Jali 1886. Reinke, in Vertretung des Gerichteschreibers des Kgl. Amtsgerichts Abelg. I. Haubels=Registet des Agl. Aulsgerichts zu Bielefeld. In unser Firmenregister ist unter Nr. 1099 die Firma Augo Brenken mit dem Orte der Niederlassurg Wiedenbrück und als deren Inhaber der Kaufmann Hugo Breuken zu Wiedenbrück am 26. Juli 1886 eingetragen.(1085 Vaselin=Geld-Cream=Seife gegen rauhe und spröde Haut. Vorrätig 4 Packer 8 Stück 50 Pf. bei 1061 Felix Battig. Vereins=Nachrichten. Freitag: Gadderbaumer Turnverein Turnst. Germania Uebung 8½ Uhr. Bielefelder Radfahrer8 Verein. Restaurant„Drei Kronen.“ Jeden Dennerstag abend Zusammenluuft. heute Abend Singen. Noten mitbringen. LIEDERTAFEL. —(1093 Ferien bis zum 26. August. Der Vorstend. zu den berannt villigen Preisen empfiehlt 1080 III. SchützenCompagnie. Sonntag Nachmittag präcis ½3 Uhr antreten bei W. Rentsch am Nebelsthorwall. 1081 Der Feldwebel. Schugen Sabateabe. 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Er sah er Mädchenantlitz, an des Bald darauf schi beglänzte Nacht; die das Mädchen entlasse bei den Anderen zu eine warme Hülle un ging sie neben ihrem