K Wochen möbl. ZimP. Gadis. 8 mit Preisangabe U. C. an die Erp. Sschce ene zum 1. Oktoder an ec b che unter U D. durch die Ev. 65 „ uud Hoden und Logis Gr. Kursürsten kf. 43. men, sowie Keller un per 1 Okt. zu verm. die Exp. d. Bl. 832 indliche ohnung 837 von 225 Mark vermieten. in der Exped. len Zweigen des Hausäben und Handarbeiten Mädchen sucht per 1. Ue zur Stütze im Hausden oder zur Führung Haushaltung. 840 unter U. B. an die erbeten. Aume at genährt bet, sudt Frau Tappe, Bielefeld, Güsenstr. 18. sofort ein anständiget rmädchen au Westerwick, Bahnhofstr. 23. Mäicher verlangt. 845 H. Tiemann, Bergstraße. Dden 8. iw 9. Jabra. im 9. Jahrg. nal ersch.„Teutsche ellen=Anzeiger“ in N. aufs wärmste Bestell. b. jed. Kr gratis. unw Die off. Stellen jeder kostenfrei. 15 sofort 843 näherinnen. Frau Barkey, Waldhof 24. ider gesucht. tbeiter=Kleider=Fabrik rchaus tüchtiger Zucht. Bewerber, welche se Stellung bekleidet, ihre Zuverlässizkeit— nnen, erhalten den 717 b UI. 2404 an RuKöln. Metzgerhrling oder zum Herbst (788 neyer, Lippstadt. Mädchen chte Ardeit dauernde 806 ie Expedition. Handaihern ? sagt die Exp. dus e smödchen gesucht. 828 der Exped. 1 tmädchen ichen Arbeiten erfahNt. gesucht. der En. 1 Belohnung unsern sen roten Namen ringt. Der m Namen versehenes 846 diek& Co. Bielefeld * 973 rink Nlr. 2. d. Schmidt, hischer Arzt in ielefeld. * — Preis des Rbonnements: vierteljährlich 2 Mark praenumerando bei der Expedition, den Agenturen und den Postanstalten; einzelne Rummern 10 Pfg. Die„Westfälische Zeitung“ erscheint wochentäglich und wird nach auswärts mit den nachmittags von Bieleseld abgehenden Zügen erpediert. Dageskart. Gegründet am 1. Januar 1811 als„Oeffentliche Anzeigen für die Grafschaft Ravensberg“. Zugleich Kreisblatt für die Kreise Bielefeld und Halle i. W. Preis der Inserate: für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum für Inserenten am Platze 12 Pfg, für auswärtige 15 für Reklamen 50 Pig.— Inserate werden in der Expedition und bei sämtlichen Annoncen=Bureaux angenommen. Bei Anfragen von auswärts über Inserate ist eine Briefmarke zur Antwor einzusenden. N. 169. Freitag, den 23. Juli. Einladung zum Adonnement auf die wesfälische Zeitung (Bielefelder Tageblatt). Für die Monate August und September eröffnen wir ein neues Abonnemeat zum Preise von 1 M. 40 Pfg. Bestellungen werden schon jetzt angenommen und die Nru. bis 1. August gratis geliefert. Die Expebinonl. □ Die Gemeinderatswahlen für Straßburg und Metz sind am letzten Sonntag beendet worden. Ihre Bedeutung ist weit mehr als lokal; in ganz Deutschland und auch in Frankreich hat ihr Verlauf die größte Beachtung gefunden. In Straßburg handelte es sich darum, der Hauptstadt des Reichslandes nach vierzehnjähriger Unterbrechung ihre eigene Gemeinde=Verwaltung zurückzugeben und damit auch die Vertretung der Stadt im Landesausschusse zu ermöglichen, welche ruhte, so lange die Stadt ohne Gemeindevertretung war. Die Städteverfassung der Reichslande ist noch die nämliche, wie Deutschland sie im Jahre 1870 vorfand: ein aus dem allgemeinen Stimmrecht hervorgehender Gemeinderat, aus dessen Mitte die Landesregierung einen Bürgermeister und seinen Gehilfen ernennt! Während dem Reichslande selbst größere Rechte eingeräumt wurden, trat in der Gemeindeverwaltung von Straßburg und Metz eine Stockung ein, die wohl wesentlich durch die bisherige franzosenfreundliche Mehrheit in beiden Städten hervorgerusen war. Schon im Jahre 1879 sprach der Generalseldmarschall von Manteuffel sein Bedauern über die Fortdauer dieses Zustandes aus, und es wurde schon damals erwogen, ob nicht ein Versuch zur Abänderung gemacht werden sollte. Die Schwierigkeiten, welche sich dem Plane entgegenstellten, scheinen zu groß gewesen zu sein, und so sah man von der Ausführung einstweilen ab. Als nach des Feldmarschalls von Manteuffel's Tode Fürst Hohenlohe zum Statthalter von Elsaß=Lothringen ernannt worden war, nahm er bald nach seinem Amtsantritt die Angelegenheit wieder auf. Hinzu kam, daß sich zu Anfang dieses Jahres der Landesausschuß einstimmig zu gunsten der Wiederherstellung des Straßburger Gemeinderates aussprach. Staatssekretär von Hofmann erklärte damals, daß die Landesregierung mit dem Gegenstande sich ernstlich beschäftige, ihre Entschließung jedoch noch von weiteren Ermittelungen abhängig machen müsse, nach deren Ergebnis die Frage, ob der geeignete Zeitpunkt schon gekommen sei, geprüft werden solle. Fürst Hohenlohe entschied sich für den Versuch! Der Wahlkampf in Straßburg war ein außerordentlich heftiger, denn die Protestpartei, die von der Vereinigung Elsaß=Lothringen's mit Deutschland nichts wissen will, kämpfte erbittert um ihren Einfluß und um die Mehrheit in der Gemeindevertretung. Es ist ihr nur gelungen, einzelne ihrer Mitglieder durchzubringen, während die Mehrheit eine entschieden deutschfreundliche ist. Dasselbe Resultat ergaben die Wahlen in Metz, wo die Protestpartei vollständig von der(Teilnahme am Gemeinderate ausgeschlossen wurde. Das Resultat ist also ein vollständiger Sieg der Deutschen auf der ganzen Linie, der durch die Nachwahlen vom Sonntag nur verstärkt worden ist. Wir wollen den Wahlsieg in den Gemeinderatswahlen nicht überschätzen, aber noch viel weniger haben wir Anlaß, seine Bedeutung zu unterschätzen. Das Reichsland war von Deutschland durch eine unsichtbare, aber trotzdem sehr feste Mauer bisher abgesperrt, die französischer Einfluß hieß. Es ist volle Wahrheit, daß der Einfluß der Pariser Revanchehelden in Elsaß=Lothringen ein ganz außerordentlicher starker war, daß durch ihn Manches verbindert wurde, was dem Reichslande zum Vorteil hätte gereichen können. Die ElsaßLothringer blieben dem Deutschtum gegenüber in der Mehrzahl kalt, sie gehorchten den deutschen Behörden, weil sie mußten. Und solcher Leute giebt es, darüber wollen wir uns nicht hinwegtäuschen, auch gegenwärtig noch in Menge. Aber auch die Thatsache steht fest, daß auf den beiden Haupttürmen jener, dem Deutschtum feindlichen Mauer, auf Straßburg und Metz, gegenwärtig die deutsche Fahne weht, mit vollem, gutem Recht, denn die Wahlen haben die deutschfreundliche Gesinnung der Bevölkerung. wenigstens der Mehrzahl der Bevölkerung, in beiden Städten bekräftigt. Die Gemeinderatswahlen haben Elsaß=Lothringen noch nicht wieder ganz deutsch gemacht, aber sie bilden den ersten Angriff gegen das Franzosentum, von dem wir sagen können, daß er wirklich gelungen. Die Kette, mit welcher der französische Einfluß die Elsaß=Lothringer gefesselt hielt, ist gesprengt, und diese Thatsache ist die Bedeutung der vollzogenen Wahlen. Ein erster glücklicher Erfolg schafft mehrere; das können wir auch in diesem Falle wohl hoffen. Die Nachricht von dem, was in Straßburg und in Metz sich vollzogen, hat im ganzen Lande großen Eindruck gemacht, und damit ist dem französischen Gerede ein wirksamer Damm gesetzt. Noch hat das Deutschtum über das Franzosentum in Elsaß Lothringen nicht völlig gesiegt; aber es hat siegreich angegriffen, und mit dem Erfolg dürfen zunächst wir zufrieden sein. S. C. Fürsorge für die Wanderbevölkerung. Seit dem Inslebentreten der Arbeiterkolonien und Naturalverpflegungsstationen ist auch den sogenannten„Herbergen zur Heimat“ in Deutschland ein neues, wichtiges Arbeitsgebiet eröffnet. Vor etwa 30 Jahren durch den Professor der Rechte Clemens Perthes zu Bonn ins Dasein gerufen, fanden dieselben bald in allen größeren Städten Aufnahme, immer aber ausschließlich unter dem Gesichtspunkt, den solideren, mit Geldmitteln genügend versehenen Wandergesellen ein gutes, billiges, im Sinne christlicher Nächstenliebe und Nüchternheit verwaltetes Unterkommen zu verschaffen. Seitdem aber in weitesten Kreisen die brennende Aufgabe einer geordneten Fürsorge für alle mittellosen Wanderer zur positiven und praktischen Lösung der„Vagabundenfrage" klar und lebhaft erfaßt worden ist, ergab sich ganz naturgemäß die neue Anforderung an die Heimat=Herbergen: zur Aufnahme und Versorgung dieser Hilfsbedürftigsten die Hand zu bieten. Ja es hat sich mehr und mehr herausgestellt, daß die sogenannten Naturalverpflegungsstationen überhaupt nur dann recht gedeihen und ihren Zweck sicher und dauernd erfüllen können, wenn sie in Herbergen zur Heimat untergebracht werden. Hier leitet und entscheidet nicht das Geschäftsinteresse, sondern die moralischen Faktoren sind in erster Linie maßgebend.— Infolge dieses Anstoßes ist die Zahl der Herbergen zur Heimat in den letzten Jahren bis auf 250 gestiegen und fortwährend in starker Zunahme begriffen. Daraus ergab sich wieder ganz naturgemäß das Bedürfnis, eine Vereinigung aller dieser Anstalten herbeizuführen, um die gemeinsamen Aufgaben mit vereinten Kräften desto erfolgreicher lösen zu können. Diesem Bedürfnis ist durch die Begründung eines Deutschen Herbergsvereins Genüge geschehen; am 7. Juli fand in Hannover dessen erste Hauptversammlung statt, auf welcher fast alle Länder und Provinzen Deutschlands, und im Ganzen etwa 200 Herbergen zur Heimat vertreten waren, welche einen Verkehr von mindestens einer Million von Wandersleuten pro Jahr repräsentieren. Der Verein gliedert sich in Landes= und Provinzialverbände, welche in den meisten Provinzen schon konstituiert ist. Das Statut besagt in den ersten beiden Paragraphen:„Der Deutsche Herbergsverein ist eine Vereinigung der deutschen evangelischen Herbergsverbände und hat den Zweck, einen regelmäßigen, fortlaufenden Austausch der gemachten Erfahrungen zu vermitteln, über wichtige Fragen eine Verständigung aller Mitarbeiter herbeizuführen, und eine gleichmäßige und nachhaltige Einwirkung aller„Herbergen zur Heimat“ auf ihre Gäste nach gemeinsamen Grundsätzen ins Werk zu setzen. Er erstrebt die innere Vervollkommung der Herbergen, die Vervollständigung des Netzes derselben durch ganz Deutschland, und die einheitliche Vertretung derselben nach Außen.§ 2. Anschlußbedingungen: Von den vereinigten Verbänden wird vorausgesetzt, a) daß dieselben auf dem Boden ihrer evangelischen Landeskirchen und womöglich in Verbindung mit deren geordneten Organen stehen; b) daß sie nur solchen Herbergen die Mitgliedschaft gewähren, welche sich durch ihre christliche Hausordnung und durch den Ausschluß alles Unsittlichen und Verführerischen, namentlich des Spielens um Geld und des Branntweingenusses, als Anstalten der inneren Mission kennzeichnen: c) daß dieselben die von der Hauptversammlung beschlossenen gemeinsamen Maßregeln zur Förderung des Herbergswesens, natürlich unter Berücksichtigung ihrer besonderen Verhältnisse und Bedürfnisse, zur Anwendung bringen.— Verbände, welche diesen Bedingungen nicht entsprechen, können ausgeschlossen werden.“— Ein Hauptthema der Berhandlungen bildete die Frage der Einführung einer einheitlichen Wander= und Arbeitsordnung für die Verpflegungsstationen, um dem Mißbrauch derselben durch faule und unordentliche Subjekte zu wehren. Als Hilfsmittel hierzu wurde die Einführung von VereinsLegitimationspapieren(Wanderscheinen) beschlossen, und zwar in Uebereinstimmung mit dem Zentralvorstand der Arbeiterkolonien. Dieselben ermöglichen den Wanderern einen begnemen Nachweis über die von ihnen innegehabten Arbeitsstellen und eingeschlagenen Wanderwege, und ermöglichen den Stationen, da eine Abstempelung mit Datum auf jeder Station vorgesehen ist, eine Kontrolle ihrer Gäste. Außer den Wanderscheinen gelangen Wanderbücher des Herbergsvereins zur Einführung, welche ausschließlich an arbeitsame und ordentliche Leute verabfolgt werden.— Die Zeitschrift „Arbeiterkolonie“ soll als Organ des Herbergsvereins mitbenutzt werden; Vorsitzender des Hauptvorstandes ist Pastor v. Bodelschwingh in Bielefeld. Nähere Auskunft erteilt das Bureau des Deutschen Herbergsvereins, Bethel bei Bielefeld, welches auch Probeexemplare der Wanderscheine und Wanderbücher 2c. versendet. Politischer Tagesbericht. * Bielefeld, 23. Juli. Bei der Durchreise Kaiser Wilhelms durch Bayern wurde derselbe von den Münchener„Neuesten Nachrichten“ folgendermaßen bewillkommnet: „Mit hoher Freude begrüßt unsere Stadt diesen Tag, Vergönnen es auch der Bevölkerung die Umstände nicht. unseren Kaiser von Angesicht zu Angesicht zu schauen, weil die Landestrauer und die Rücksicht auf das Befinden des hohen Herrn es erfordern, daß von rauschenden Ovationen Abstand genommen wird, so begrüßt Bayerns Hauptstadt doch die Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit dem PrinzRegenten und seinem ganzen Hause als eine That von hoher Bedeutung, als einen Anlaß zu aufrichtiger Freude. Seit langen Jahren haben wir schmerzhaft darunter gelitten, daß der Kaiser auf seiner alljährlichen Badereise nach Gastein an der schönen Isarstadt in dunkelnder Abendstunde vorbeifuhr. Heute ist es anders: In Bayerns Hauptstadt empfängt des Königreiches Regent den deutschen Kaiser, und in dieser Begegnung sehen wir eine Bürgschaft für Bayerns und Deutschlands Heil. Der Händedruck der beiden Fürsten wird die schönen Worte bekräftigen, welche Prinz Luitpold seinem erlauchten Vetter geschrieben:„Mögen Eure kaiserliche und königliche Majestät sich überzeugt halten, daß auch Ich meinerseits nichts sehnlicher erstrebe, als die Aufrechterhaltung und Befestigung der so glücklich bestehenden innigen und vertrauensvollen Beziehungen, welche zum Heile Deutschlands die Kronen Preußens und Bayerns verbinden.“ Die weise und kräftige Hand des Prinz=Regenten hält des Staatsschiffs Steuer. Sicheren Schrittes lenkt er die Geschicke Bayerns. Sein Ziel ist die Wohlfahrt und der Frieden im Lande, und nur in dem unlöslichen Verbande des Reiches glaubt er dies Ziel zu erreichen.„Der beste Bayer ist der beste Deutsche!" Dies Wort, im partikutlaristischen Sinne ursprünglich von einem Ultramontanen gebraucht: wir nehmen es auf, und Bayerns Volk wird es zur Wahrheit machen. In unserem Lande schlägt das Herz des Volkes für Deutschlands Einheit, Macht und Ehre so warm und kräftig wie irgendwo: hoch über alle Zwistigkeiten und allem Hader der Parteien hat sich das Volk dieses Palladium bewahrt, und darum jubelt es dem Träger der deutschen Kaiserkrone zu, nicht nur, weil seine ehrwürdige Greisesgestalt Ehrfurcht und Liebe heischt, sondern weil in Kaiser Wilhelm sichtbar sich verkörpert, was wir treu im Herzen bewahren. Du Fürst der Deutschen, reich an Ehren, Hell strahle Deiner Krone Schein: Es wird darin sich treu bewähren Der Bayernliebe Edelstein!" Der„Reichsanzeiger“ publiziert die preußischen Gesetze, betreffend die Heranziehung von Militärpersonen zu Abgaben für Gemeindezwecke, datiert Bad Ems, 29. Juni 1886, und betreffend den Beitrag des Staates zu den durch den Anschluß der Stadt Altona an das deutsche Zollgebiet veranlaßten Kosten, dotiert Bad Ems, 30. Juni 1886. Die heute in Kissingen stattfindende Begegnung des Fürsten Bismarck mit dem Grafen Kalnoky ist ein weiteres erfreuliches Anzeichen für den Fortbestand des deutsch=österreichischen Friedensbundes. Wenn darüber hinaus, schreibt man heute der„Magd. Ztg.“ aus Berlin, diesem Ereignis vielfach eine ganz besondere politische Bedeutung beigemessen worden ist, so wird diese Anschauung in hiesigen diplomatischen Kreisen nicht geteilt. Eine weit größere Bedeutung, als dieser seit vielen Jahren wiederkehrenden Begegnung, legt man hier dem später folgenden Besuch des russischen Ministers v. Giers in Kissingen bei. Man erblickt darin ein Zeichen von der Fortdauer guter Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland und veranschlagt dies um so höher als verschiedene Ereignisse der jüngsten Zeit zu manchen Bedenken in dieser Richtung Anlaß gegeben haben. Wie uns ferner mitgeteilt wird, ist auch eine Begegnung des Ministers v. Giers mit dem Grafen Kalnoky grundsätzlich beschlossen, doch sind über die Zeit und den Ort derselben noch keine Bestimmungen getroffen worden. Der„Berliner Vertrag“ ist den Russen vom Tage seiner Unterzeichnung an ein verhaßtes Schriftstück gewesen, so offen wie die„Nowoje Wremja“(Neue Zeit) hat noch kein Blaat seinem Haß Ausdruck gegeben. Aus Anlaß der Wiederkehr des Jahrestages des Abschlusses des Berliner Friedens schreibt das Blatt: „Man mußte dem verehrten Europa klar machen, wie wir eine„Verletzung" des Berliner Tractats auffassen. Nicht in Batum natürlich und überhaupt nicht auf russischem Territorium darf Europa eine Verletzung geheiligter Rechte suchen; die Rechte der Völker werden von Europa auf derBalkan=Halbinsel, die der Berliner Tractat im Auge hatte. mit Füßen getreten; in seinen Beziehungen zu Rußland will Europa keinen Rechtsstandpunkt einnehmen. Der unerwünschten Vormundschaft muß endlich ein Ende gemacht werden. Wenn einmal die Frage vom Berliner Tractat aufs Tapet kommt, dann werden unsere Gegner es begreifen, daß ihn verletzen im russischen Sinne heißt: dieses Denkmal der Lüge und der Vergewaltigung zu vernichten, seine Fetzen Europa ins Gesicht zu werfen, damit der Wind sie fortblase und davontrage, sie und den Geist, der in diesem schmachvollen, Rußland und der ganzen slavischen Welt verhaßten Dokumente nistete.“ Ein ganz auffallendes Zusammentreffen ist zu konstatieren: Eben wird in Berlin bekannt, bei den nächsten Manövern würden wahrscheinlich keine Berichterstatter zugelassen, da kommt auch aus Wien schon dieselbe Nachricht für die österreichischen Truppenkorps mit voller Bestimmtheit. Augenscheinlich liegt also hier eine Vereinbarung vor: Vielleicht fürchten die Militärbehörden, unter den fremden Journalisten könnten sich Offiziere in Civil verbergen. Auch aus Anlaß der neuen Ernte geht das an der Ausfuhr seines Getreides nach Deutschland interessierte Ausland mit Maßrahmen vor, welche darauf abzielen, 59 Roman aus dem Englischen. Von Mar von Weißenthurn. (Nachdruck verboten.] Wenige Tage später schrieb Frau von Vaugham zwei Briefe; der eine derselben ward mit großer Vorsicht abgefaßt und wohl überlegt: der andere flüchtiger geschrieben, enthielt nur nachstehende Zeilen: „Lieber Baron! Alles, was Sie mir mitgeteilt, habe ich bestätigt gefunden. Wenn ich überlege, daß ich ohne Ihre großmütige Dazwischenkunft das Opfer eines Abenteuers hätte werden können, so fühle ich mich tief gedemütigt und hege die größte Dankbarkeit für Sie, meinen Retter! Ach, wenn Sie meine Augen nicht rechtzeitig geöffnet hätten! Doch ich wage gar nicht daran zu denken, was dann geschehen wäre! Ich reise in der künftigen Woche nach Wien und nenne mich für immer Ihre dankbare Vally.“ Sie ließ den Wagen vorfahren und brachte beide Briefe selbst nach der Post. „Ah, Monsieur le Comte, wenn Sie wüßten!" flüsterten dabei ihre bleichen Lippen. Hätte er es geahnt, so würde der Graf allerdings kaum so sorglos ausgesehen haben, als es der Fall war, während er sich zu der in aller Eile ins Werk gesetzten, bevorstehenden Trauung ankleidete. Sidonie hatte wirklich darein gewilligt, ihren Vetter am sechsundzwanzigsten schon zu heiraten, damit dieser auf ehrenhafte Weise sich von dem Freikorps lossagen konnte. Sie hatte nur die Bedingung gestellt, daß die Hochzeit in aller Stille begangen werden sollte, und um so freudiger ging der Graf darauf ein, als es nur in seinem Interesse lag, möglichst wenig Aufsehen zu erregen. Nannette bemühte sich zwar, sich einzureden, daß diese Verbindung das Glück ihres Fräuleins ausmachen würde, vermochte aber trotzdem, die tiefe Unruhe nicht zu bemeistern, welche auf ihr lastete. „Sind Sie auch gewiß, Fräulein,“ forschte sie ängstlich, als endlich der Morgen des Hochzeitstages anbrach,„daß Sie ihr gegebenes Wort auch in Zukunft nicht bereuen werden?“ „Wie kann ich mir über die Zukunft ein Urteil bilden? Wäre das nicht grenzenlose Anmaßung? Doch wie sollte ich bereuen, wenn ich mir sagen muß, daß meine Handlungsweise Eugen vielleicht das Leben rettet? Was ich gelobt habe, that ich einzig in Anbetracht der Gefahr, welcher er ese ectisce bice ie esie elsce Kchisce ee Kugel hätte ihn ereilt, so hätte ich mir den Vorwurf machen müssen, seinen Tod verschuldet zu haben!“ Nannette hatte sich zwar mit Eugen de Montédie verbündet, dieser aber war doch so klug gewesen, der Alten nicht anzuvertrauen, daß jenes Freikorps, von dem er zu seiner Kousine gesprochen, nur ein Gebilde seiner Phantasie sei. Würde er das gethan haben, so hätte er damit seine Sache vernichtet, denn ihre ehrliche Natur würde sich jeder positiven Lüge widersetzt haben und ihr ganzes Mißrauen in den Vetter ihres gnädigen Fräuleins wäre von Neuem in ihr erwacht. So glaubte Nannette gleich Sidonie an den thatsächlichen Bestand jenes Freikorps. „Was er aber gethan, ist doch sein eigener, freier Wille, Fräulein,“ wendete die Alte ein.„Nicht Sie haben ihn fortgeschickt. Mancher andere tapfere Sohn Frankreich's kämpfte in der Ferne für das teure Vaterland; warum sollte Herr Eugen es nicht gleichfalls thun?“ „Nein, nein, Nannette; bedenke, ich habe Vater und Bruder verloren, kann ich auch noch den einzigen Verwandten, welcher mir geblieben ist, in den Tod schicken?“ Sie legte ihre schmale Hand auf die Schulter der alten Frau und diese zog sie gerührt an ihre Lippen; Thränen standen in den Augen Beider. „Im Grunde genommen, ist es so am besten; als Gräfin von Monté zie wird sie nicht allein sein, wird sie an ihrem Gatten eine Stütze finden und, da sie so gut und edel ist, sich auch sonst Freunde erwerben!“ sagte sich die Alte. Plötzlich fuhr sie aufhorchend zusammen. „Fräulein, Graf Eugen kommt!“. Sidonie rang nach Athem und sank auf einen Stuhl nieder. Verließ ihr Mut sie jetzt im letzten Augenblick? Nein! Sie hatte ihre Toilette bereits vollendet und das Kommen des Grafen erwartet. Nannette beeilte sich, ihm die Thür zu öffnen. Schön und glückstrahlend sah Eugen aus, als er die Alte begrüßte, „Guten Morgen, treue, alte Freundin!“ sprach er, indem er ihr ein Goldstück in die Hand drückte.„Wo ist meine Kousine?“ „Im Salon, Herr Graf; möge der Himmel sein reichstes Glück Ihnen Beiden schenken!“ Er eilte vorwärts. „Sidonie, Geliebte.— nun endlich bald die Meine!“ flüsterte er bewegt, sie in seine Arme schließend. Sie ließ es ruhig geschehen; in einer Stunde waren sie fürs Leben verbunden, was nutzte da alle geheime Scheu, welche sie vor ihm empfand? „Meine geliebte Sidonie, könntest Du nur einen Teil jenes Glückes ahnen, welches meine Seele im gegenwärtigen Moment erfüllt!“ rief der Graf überschwänglich. „Dieses Glücksempfinden wird mir noch werden,“ entgegnete sie sanft.„Ich will Dich nicht täuschen, indem ich Dir sage, daß ich glücklich bin; ich fühle mich zufrieden, weil ich weiß, daß ich thue, was recht ist!“ „Und ich will mich bescheiden und— hoffen! Bist Du bereit, Liebste?“ „Ja!“ Aber als sie die Hand in die seine legte, zuckte sie zusammen und richtete in gespannter Erwartung ihre Blicke auf die Thür. „Was ist das? Es scheint Jemand draußen zu sein, Eugen! Wen hast Du mit Dir gebracht? Bat ich Dich nicht ausdrücklich, Du—“ „Sidonie, ich habe Niemanden mitgebracht. Es ist vielleicht Jemand aus der Nachbarschaft, der mit Nannette spricht!“ Doch obzwar er sich den Anschein geben wollte, ruhig zu reden, hatten seine Züge unwillkürlich einen gespannten, sorgenvollen Ausdruck angenommen. Ließ ihn eine unbestimmte Furcht davor erzittern, daß doch noch im letzten Moment irgend Etwas ihn des Glückes berauben konnte, welches er so lange ersehnt hatte? Draußen im Korridor wurde inzwischen lebhaft gesprochen; man vernahm Nannette's Stimme, welche in offenbarer Aufregung immer lauter sich vernehmbar machte. „Ich will nachsehen, was die Ursache dieses lebhaften Disputs ist, Geliebte,“ sprach der Graf mit Entschlossenheit. Kaum aber hatte er einige Schritte in der Richtung nach der Thür gemacht, als diese plötzlich heftig aufgestoßen wurde und zwei Polizisten eintraten. Eugen wich erschrocken zurück, faßte sich aber sofort und rief entrüsteten Tones: „Was soll das bedeuten?“ „Wir bedauern, Herr Graf,“ entgegnete einer der Männer,„aber Sie müsseu sich als unseren Gefangenen ansehen!“ Sidonie stieß einen Schreckensschrei aus. „Ihren Gefangenen? Welche Thorheit! Hier kann nur ein grausames Mißverständnis obwalten! Wessen zieht man mich?“ „Sie sind verdächtig, im Parke der Spielhölle von Monte Carlo vor drei Jahren einen jungen Mann, Namens Leonard, de Ilaine, ermordet zu haben!“ „Ihn,— Leonard, meinen Bruder,— o, stehe mir bei!“ stöhnte Sidonie; dann sank sie bewußtlos zur Erde. Auch Nannette hatte einen lauten Schrei ausgestoßen, als sie diese Worte vernahm. „Mein armes Fräulein,— o, das Entsetzen hat sie getödtet!“ rief sie, unter lauten Klagen neben Sidonie niederkniend. Und der Graf von Montsvie? Anfangs hatte er Nichts gesagt, sondern war nur bis in die Lippen erblaßt, als aber die Polizisten ihn in ihre Mitte nahmen, da zischte er, fast ohne selbst zu wissen, daß er redete: „Das ist Vally's Werk!“ Neunundvierzigstes Kapitel. „Karl könnte fürwahr pünktlicher sein, Mama! Es ist zu arg von ihm, nach Allem, was ich für ihn that!“ Isabelle Delange stand im knapp anliegenden Reitkleid vor der Mutter, doch hatte sie kaum ausgesprochen, als die Thür mit einiger Lebhaftigkeit aufgestoßen wurde und ihr Vetter in sichtlicher Erregung eintrat. „Karl!" rief Isabelle, ihm lebhaft entgegeneilend,„Du bringst Kunde! Du hörtest von Sidonie?“ Düster schüttelte er das Haupt. „Wollte Gott, es wäre der Fall! Nein! so Gutes habe ich nicht zu berichten, aber eine Kunde habe ich allerdings, und zwar eine solche, die ganz Paris weit mehr noch bestürzt gemacht hat, als mich!“ „Was ist es, sprich! Denn daß Deine Nachricht irgend wie mit Sidonie in Zusammenhang steht, das ist gewiß!“ „Ja, ihr Vetter, der Graf von Montsvie, von welchem ich Dir erzählte, ist verhaftet worden, weil er im Verdacht steht, der Mörder Leonard de Ilaine's zu sein!“ „Er, der Graf, verdächtig, seinen eigenen Verwandten getödtet zu haben? Wie ist das möglich?“ rief Isabelle. „Die Untersuchung wird darthun, ob sich die Sache wirklich so verhält! Ich für meine Person habe es immer geglaubt, daß Eugen de Montsoie der Schuldige sei!“ „Aber wie soll er es über sich gebracht haben, den Bruder zu morden, während er die Schwester liebte? Es dünkt zu entsetzlich, als daß man der Annahme Glauben schenken könnte! Und wie kommt es, daß man nach so langer Zeit plötzlich auf den Einfall gerät, den Grafen zu verdächtigen?“ „Eine Frau soll die Veranlassung dazu geboten haben! Man erzählt sich, daß der Graf einer englischen Witwe, welche gegenwärtig in Paris ledi, in auffälliger Weise den Hof gemacht haben soll.“ „Kann es Frau von Vaugham sein?“ „Ja, so lautete ihr Namel: „Aber dann mäßte ja der Graf allen Ansprüchen auf die Hand seiner Kousine entsagt haben?“ rief Isabelle. 1 die durch d'e deutschen Schutzölle verursachte Erschwerung des nosatzes zu überwinden. Auf einer in Pest abgehaltenen Eisenbahnkonserenz wurde von den an der Ausfuhr des ungarischen Getreides nach Deutschland beteiligten Bahnen beschlossen, die Fracht nach Norddeutschland für die Zeit vom 1. August dis 30. Septdr. um den erheblichen Betrag von 30 Pig. pro Meterzentner zu ermäßigen. Wurde im vorigen Jahre der Einfluß der erhöhten Getreidezölle durch die vor den Zollerhöhungen in gesteigertem Maße stattgefundene Einfuhr von Getreide aufgehoben, so sucht das Ausland in diesem Jahre mit Maßnahmen, wie der erwähnten, dasselbe Ziel zu erreichen. Allerdings Geld kostet es ihm! haben bereits mitgeteilt, daß die Nachricht, das österreichische Kronprinzenpaar und Prinz Wilhelm von Preußen würden sich demnächst zum Besuche der russischen Kaiserfamilie nach Polen begeben, unbegründet ist. Dagegen wird sich demnächst Erzherzog Carl Ludwig von Oesterreich, einer Einladung der russischen Kaiserfamilie folgend, nach Petersburg begeben. Erzherzog Karl Ludwig weilte kürzlich in Berlin und stattete der Kronprinzlichen Familie in Potsdam einen Besuch ab. Eine politische Mission wird der Reise des Erzherzogs nach Petersburg nicht ausdrücklich beigelegt.— In der Einladung darf man indes ein Symptom dafür erblicken, daß die Beziehungen zwischen Rußland und Oesterreich keineswegs so ungünstig sind als es in der letzten Zeit erscheinen konnte. Zwischen den süddeutschen Finanzministern sollen kürzlich Besprechungen über eine neue, in der Ausarbeitung begriffene Branntweinsteuer stattgefunden haben, die dem Reichstag im Winter zugehen soll. Aus Petersburg wird der„Schles. Ztg.“ geschrieben: In einem anderen deutschen überseeischen Schutzgebiet hat sich, wie seinerzeit in Kamerun, ein neuer Scholz=Rogozinski gefunden. Wie letzterer es fertig bekam, eine, wenn auch nur unbedeutende Verstimmung der deutschen Regierung mit der englischen zu verursachen, so ist der russische Reisende Miklucha=Maklai, der sich das deutsche Schutzzebiet von Neu=Guinea für seine Pläne ausgesucht hat, auf dem besten Wege, ähnliches zwischen Rußland und Deutschland zu bewirken. Herr Miklucha=Maklai ignoriert vollständig die deutschen Anrechte auf jene Gebiete, beruft sich auf seine mit den Bederrschern der Papuas angeblich abgeschlossenen Verträge und versichert seinen papuanischen Unterthanen, daß sie unter russischer Hoheit stünden. Miklucha=Maklai, der sich jetzt in Rußland auslält, hat— sicherlich nicht ohne vorher eingeholte Erlaubnis der Regierung einen Aufruf erlassen, in welchem er zu einer russischen Kolonisation jenes Gebietes unter seiner Führung auffordert, und diesem Rufe haben bereits an 300 Personen Folge geleistet, deren Zahl sich täglich vermehrt. Welche Stellung wird aber die russische Regierung einnehmen, wenn, wie nicht anders zu erwarten, Herrn Miklucha=Maklai und dessen Schaar deutscherseits einfach die Thür gewiesen werden wird?“ * Mit Rücksicht auf die Wahrscheinlichkeit, daß Deutschland auf der für 1889 geplanten Pariser Weltausstellung nicht vertreten sein werde, bemerkt Robert Chartie im„Evenement": „1878 sind die deutschen Gewerbetreibenden daheim geblieben und die Millionen Besucher des Marsfeldes haben ihre Abwesenheit gar nicht bemerkt. 1889 wird es genau so sein und alle Welt wird ihre Rechnung dabei finden. Unsere Gewerbetreibenden werden nicht den Aerger haben, denen zu begegnen, die ihnen so schamlos ihre Fabrikmarken stehlen und die plumpen überrheinischen Waren als franzöfische Arbeit verkaufen, und die Deutschen werden nicht der Schande ausgesetzt sein, bloß ihre schwerfälligen und entehrenden Nachahmungen ausstellen zu können.“ Französische Maulhelden und kein Ende. Unsere deutschen Industriellen und Gewerbetreibenden werden sich obiger Auslassungen hoffentlich seiner Zeit erinnern und mit ihren Erzeugnissen schön zu Hause bleiben. Herr Dérouléde, der Revancheprediger, gegen den, bereits hervorgehoben wurde om 22. Dezember 1870 wie verens hereoigiheern Uurde, am 22 Dezemeer 1910 von der preußischen Militärbehörde ein Steckbrief wegen seiner Flucht aus Breslau unter Bruch des Ehrenwortes erlassen worden ist, beabsichtigt aus Anlaß seiner gegenwärtigen Reise in Rußland nichts Geringeres als die Anbahnung eines russisch=französischen Bündnisses. Gegenüber einem Mitarbeiter des„Odesst. Westn.“ äußerte sich Paul Téroulede laut der„Oressaer Ztg.“ wie folgt: „Ich will es Ihnen auch nicht verbergen, daß ich, wie sehr es mich auch zog, mit Rußland und den Russen Bekanntschaft zu machen, mnich doch nicht entschlossen hätte, hierher zu kommen, weil alle meine Zeit und meine Kräfte Frankreich und meiner Idee gehören. Jetzt aber fallen meine persönlichen Neigungen mit den Interessen meiner Idee zusammen. Theoretisch genommen— sind die Russen unsere natürlichen Verbündeten. Ich kam hierher, um zu versuchen, ob dieses Bündnis nicht auch in Praxis gesetzt werden könne. Jetzt hindert mich meine Krankheit daran; doch werde ich suchen, mit dem Volke sowie auch mit einflußreichen Personen Bekanntschaft zu machen, und werde alle Kräfte anstrengen, um Rußland zu Frankreich hinzuziehen und an Kleine Mitteilungen. betressender Stelle die gegenwärtige Lage der interessierten Staaten auseinander zu setzen. In Rußland bleide ich so lange, als meine— unsere Sache erfordert. Einige Wochen, vielleicht auch einige Monate. Aber was die Personen anbetrifft, die ich besuchen will, so sage ich Ihnen, daß ich mit Personen aller Klassen verkehren will, die hochgestellten nicht ausgenommen. Und je mehr ich mit letzteren zusammenkomme, um so besser. Ich werde alle meine Bemühungen dazu verwenden, und hoffe, nicht auf besondere Hindernisse zu stoßen.— Ich begründe meine Hoffnungen auf das unzweifelhafte Recht und die augenscheinliche Klarheit der Sache, auf die Empfänglichkeit und den Verstand der Russen und die Gemeinsamkeit unserer ernstlichen Interessen.“ Dazu bemerkt die„Nat.=Ztg.“: „Ob die einflußreichen und hochgestellten Personen in Rußland sich ohne weiteres bereit finden lassen werden, mit dem wegen Wortbruchs gebandmarkten„Revanchedichter" zu verkehren, bleibt abzuwarten. Zum mindesten werden sie seine„hochpolitischen“ Pläne für die Phantasien eines Dichters, wenn auch eines herzlich unbedeutenden, erachten. Welche Beziehungen derselbe gerade zu Rußland haben soll, läßt sich kaum absehen; schwerlich wird er daran anknüpfen wollen, daß er im Jahre 1870 in der seltsamen Verkleidung eines „polnischen Juden“ aus Breslau heimlich entflohen ist. „Wahrscheinlich,“ entgeguete Karl.„er muß ja längst jede Hoffnung aufgegeben haben, sie wiederzufinden. Die Dame soll aber Zweifel in seine Aufrichtigkeit gesetzt haben; ihre Eifersucht ward rege und, wie es scheint, nicht ohne Ursache. Sie erfuhr, daß es in St.=Gervais ein Haus gebe, welches der Graf häufig besuche, und sie faßte den Entschluß, Alles, was sie über die Affaire in Monaco wußte, der Polizei mitzuteilen.“ „Karl, ich preise den Zufall, der es so gefügt hat! Wenn der Graf verhaftet und Du von jedem Schatten einer Schuld freigesprochen bist, kann Sidonie keine weitere Veranlassung haben, sich zu verbergen!“ (Fortsetzung folgt.) [Was die Franzosen seit 1788 alles gerufen haben.] Der Franzose Léonzon Leduc, der sich kurz nach Beendigung des Krimkrieges in Rußland aushielt, teilt in seinem Buche über Kaiser Alexander II. folgende, von einem finnländischen Schriftsteller gemachte Zusammenstellung mit, die damalsZin Rußland in aller Munde war: „Im Jahre 1788 riefen die Franzosen: Es lebe der König, der Adel und die Religion! 1789: Nieder mit dem Adel, nieder mit der Bastille! Es leben die Generalstände! 1790: Nieder mit den Generalständen! Es lebe Necker und Mirabeau! Es lebe der Herzog von Orleans! 1791: Nieder mit dem Adel, nieder mit den Pfaffen! Keinen Gott mehr! Nieder mit Necker! Es lebe Bailly und Lafayette! Es lebe der konstitutionelle König! 1792: Nieder mit dem König und seinem Veto! Nieder mit Lafayette! Nieder mit Bailly und der Verfassung von 1791! 1793, erste Hälfte: Nieder mit Louis Capet! Nieder mit der Monarchie und der Verfassung von 1792! Nieder mit Brissot und Dumouriez! Es lebe die Republik! Es lebe die Freiheit, die Gleichheit, die Brüderlichkeit! Es leben die Girondisten! Zweite Hälfte: Nieder mit dem Adel, den Reichen und den Pfaffen! Es leben die Jakobiner! Es lebe Robespierre! Es lebe Marat, der Volksfreund! Es lebe der Shrecken! 1794: Nieder mit den Girondisten! Neder mit Barréte und Couthon! Es lebe die Guillotine! 1794—95: Nieder mit dem Schrecken! Nieder mit Robespierre! 1795—99: Es lebe das Direktorium! Es lebe Barras und Vonaparte! Es leben die Fünfhundert! Nieder mit dem Direktorium! Es leben die Konsuln! Es lebe der erste Konsul! 1799—1848: Nieder mit den Konsuln! Nieder mit der Republik! Es lebe der Kaiser Napoleon! Es libe der Krieg und die Ehrenlegion! Es lebe der Hof und die Ehrentitel! Es lebe die Kaiserin Josephine! 1809 ris 1813:##uter mit den Papst! Nieder mit Josephine! Deutsches Reich. □ Berlin, 22. Juli.[S. M. der Kaiser) reist am 10. August von Gastein av. Am 8. August trifft das österreichische Kaiserpaar in Gastein ein und wird dort bis nach der Abreise des deutschen Kaisers verbleiben. Am 2. August treffen Fürst und Fürstin Bismarck, einer Wiener Meldung zufolge, in Gastein ein.— Der Kaiser hat dem Schah von Persien das Prachtwerk,„Werke Friedrich des Großen",(34 Bände in prachtvollem Einband) als Geschent übermitteln lassen. Das Werk ist nur in einer Auflage von 150 gedruckt und wird nur zu Geschenken an auswärtige Höfe verwendet.— Der Kaiser hat dem Bürgermeister von Augsburg, Herrn von Fischer, den roten Adlerorden zweiter Klasse verliehen und ihm zugleich herzlichen Dank für den Empfang in Augsburg sagen lassen.— Nach der Meldung eines Augsburger Blattes ist in diesem Jahre auf die Inspektion eines der beiden bayerischen Armeekorps durch den deutschen Kronprinzen nicht mehr zu zählen. In dieser Beziehung sollen mündliche Abmachungen zwischen dem Kaiser und dem Prinz=Regenten erfolgt sein. [Der deutsche Kronprinz] wird sich, dem Vernehmen nach, zu der am 12. September stattfindenden silbernen Hochzeitsfeier des Fürsten Leopold von Hohenzollern in Vertretung des Kaisers nach Sigmaringen begeben. [Der Großherzog von Hessen] empfing am Mittwoch den neuernannten Bischof von Mainz, Dr. Haffner, im Beisein des Staatsministers Finger zur Eidesleistung. Der Bischof leistete den Eid der Treue und des Gehorsams in die Hände des Großherzogs und erhielt von letzterem das Bischofskreuz. [Die Herzogin von Alencon], die ehemalige Braut des Königs Ludwig von Bayern, ist in Possenhofen ernstlich krank gewesen. Der Scharlach hatte sich auf die Brust geschlagen und eine heftige Entzündung der Atmungsorgane heivorgerufen, so daß sich ein operativer Eingriff als nötig herausstellte. Letzterer ist geglückt und das Befinden der Herzogin ein besseres geworden. Ihr Gemahl und ihre Schwester, die Königin von Neapel, verweilen dauernd am Krankenbette. [Bismarck, Kalnoky und Mohrenheim.] In Kissingen ist heute mittag 12½ Uhr der österreichische Minister des Auswärtigen, Graf Kalnoky, zum Besuch des Reichskanzlers eingetroffen. Fürst Bismarck begrüßte seinen Gast auf dem Bahnhofe in liebenswürdigster Weise und geleitete denselben nach seinem Hotel. Wie es heißt, wird Graf Kalnoky 8 Tage in Kissingen verweilen, dort ist gegenwärtig auch der russische Botschafter in Paris, Baron Mohrenheim, anwesend, welcher sich mit dem Fürsten Bismarck in lebhaftem Verkehr befindet. Vor der Abreise des Grafen Kalnoky von Kissingen dürfte auch der russische Minister des Auswärtigen, Herr von Giers, dort eintreffen. [Minister des Innern von Puttkamerj hat sich am Donnerstag von Berlin nach Süddeutschland begeben, der neuernannte Oberpräsident von Posen, Graf v. ZedlitzTrützschler, ist in Posen eingetroffen. [Bischof von Kulm.] Man glaubt, annehmen zu dürfen, daß zum künftigen Bischof von Kulm der Domherr Wanjura ausersehen ist. gur die Reichslags=Ersatzwahl im Wahlkreise Graudenz] soll als gemeinsamer Kandidat den Polen gegenüber der Staatsminister a. D., Hobrecht, aufgestellt werden. Bisher war der Kreis bekanntlich durch den jetzt verstorbenen Abgeordneten von Lykowski(Pole) vertreten. [Magistrat und Stadtverordneten= Versammlung von Berlin] widmen dem verstorbenen Vorsteher Buchtemann einen sehr warm gehaltenen Nachruf. [Die ostafrikanische Grenzregulierungskommission], deren Mitglieder bekanntlich von Deutschland, England und Frankreich gestellt sind, hat wegen angeblicher gewaltsamer Beeinflussung des Sultans von Zanzibar die Grenzen nicht endgiltig festsetzen, sondern nur Material zu einer Grenzregulierung liefern können. Diese Grenzreaulierung ist einer Verständigung unter den drei Mächten vorbehalten, und die Verhandlungen darüber schweben noch. [Der Vorsitzende] der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft, Dr. Carl Peters, sowie Dr. Jühlke, besinden sich augenblicklich in Hamburg und konferieren mit den bedeutenderen, an der Ostküste Afrikas etablierten Hamburger Firmen. Die beiden genannten Herren werden im Monat September nach Afrika abreisen. In Spandaus wird am Sonnabend in der Gewehrfabrik das Fest der Fertigstellung des 100000. Repetiergewehrs begangen werden. = Berlin, 22. Juli. Auf Veranlassung des Ministers für Handel und Gewerbe hat die Handelskammer für den Regierungsbezirk Oppeln ein Gutachten verfaßt, welches sich auf den Verrat von Fabrik= und Geschäftsgeheimnissen bezieht. In demselben wird auf das geringe Interesse hingewiesen, welches die Mehrzahl der befragten Firmen für diese Frage bekundet hätten, wogegen allerdings besonders Vertreter der Textilindustrie lebhaft für eine gesetzliche Regelung dieser Angelegenheit plaidiert haben, da Privatverträge zwischen Arbeitgebern und Gehilfen oder Arbeitern sich entweder als wirkungslas erwiesen hätten oder eine zu große Härte für den Verpflichteten enthielten. Als selbs verständlich wird es in dem Gutachten hingestellt, daß, falls der Verrat der Arbeitnehmer und Gehilfen unter Strafe gestellt wird, dadurch auch die Arbeitgeber, welche Angestellte oder Arbeiter eines anderen Geschäftshauses zum Verrat verleiten oder den Verrat für sich ausnützen, betrofsen und als intellektuelle Urheber oder Teilnehmer am Vergehen verantwortlich gemacht werden sollen. Indessen wird auch auf die Schwierigkeit hingewiesen, den Begriff„Geschäfts= oder Fabrikgeheimnis“, genau zu formulieren und so scharf zu umgrenzen, daß durch Strafbestimmungen nicht die berechtigte Verwertung von Kenntnissen und Erfahruugen, welche ein Geschäftsgehilfe, Techniker oder Arbeiter in früheren Stellungen gewonnen hat, verhindert oder erschwert werde. Weniger erheblich erscheine der Einwurf, daß sich der begangene Verrat oft nicht beweisen lassen werde, denn in vielen Fällen werde der Beweis zu erbringen sein, und außerdem würde eine Strafbestimmung auch als Abschreckungsmittel wirken, nicht nur weil die Strafe gefürchtet wird, sondern weil eine solche Gesetzesbestimmung das Bewußtsein weckt, daß der Verrat eine strafbare Handlung ist, welche kriminalrechtlich verfolgt werden kann. * Soest, 19. Juli.[Die Soester Pastoral= Konferenz], welche an dem heutigen Tage hier stattfand, hat folgende Resolution gefaßt:„Die heute versammelte Soester Pastoralkonferenz spricht ihre freudige Zustimmung aus zu dem in dem von Hammerstein'schen Antrage enthaltenen Bestreben, der evangelischen Kirche dazu zu verhelfen, daß ihr sowohl eine größere Selbständigkeit, als eine reichlichere Dotation zu teil werde, zumal letztere in§ 4 des Ediktes vom 30. Oktober 1810 ihr feierlich zugesichert ist. Die bezügliche Zusicherung ist für die römisch=katholische Kirche durch die Bulle de salute animarum vom 16. Juli 1821 und die Königliche Ordre vom 23. August 1821 (Ges.=S. S. 118) überreichlich in Vollzug gesetzt worden. Die evangelische Kirche wartet noch schmerzlich auf die Vollziehung dieser Zusage. Die Konferenz verpflichtet sich für die Erreichung dieser Ziele nach Kräften zu wirken. Schrimpf, Pfarrer; Frahne Pfarrer; Wischnath, Pfarier; Kuhr, Pfarrer; Doll, Pfarrer; Harnisch, Pfarrer; Geibel, Hülfsprediger; Cremer, Pfarrer; Clarenbach, Pfarrer; Berkemeyer, Pfarrer; Kögel, Pfarrer; Rothert, Pfarrer; Josephson, Pfarrer; Richter Pfarrer; Hilgemann, Cand. cam * England. [Lord Salisbury] hat die Bildung eines neuen Ministeriums übernommen, nachdem die Königin Gladstones Entlassungsgesuch genehmigt hat. [Die englische Artillerie.] Lautes Lamento erhebt die„Times“ über den gegenwärtigen Zustand der englischen Artillerie. Sie schreibt:„Es kann versichert werden, daß wir augenblicklich keine Artillerie haben, mit der wir unsere Interessen genügend verteidigen könnten. In der Maschinenbaukunst und mechanischer Geschicklichkeit und in der Macht, Metalle zu bearbeiten, nehmen wir den ersten Platz in der Welt ein; was aber Geschütze betrifft, würden wir, wenn wir plötzlich in einen Krieg verwickelt werden sollten, gezwungen sein, uns von Herrn Krupp in Essen Artillerie zu verschaffen." Das ist ein Seitenstück zu den „krummen“ Bajonnetten! [Aus Rangun] liegt über die Zustände in OberBirma ein längerer telegraphischer Bericht vor, aus dem sich ergiebt, daß sich die Briten dort in der kläglichsten Lage befinden und an eine Bewältigung des Aufstandes sobald nicht zu denken ist. Die Aufständischen scheinen sehr zahlreich und im Besitz weiter Gebiete zu sein.—Scharmützel finden täglich statt und enden meist zum Nachteil der Briten. * Frankreich. [Der Graf von Paris] begründet in Brüssel ein eigenes Organ unter dem Titel„Mousquetaire", das vom nächsten Sonntag erscheinen wird. [Prinz Heinrich von Orleans,, der Sohn des Herzogs von Chartres, welcher seine mündliche Prüsung für die Aufnahme in die Militärschule zu St. Cyr gut bestanden hatte, erbielt seine schriftlichen Arbeiten uneröffnet zurück. Insolge des Ausweisungsgesetzes ist ihm der Eintritt in die Militärschule versagt worden. [Ministerpräsident Freyeinet] empfing am Donnerstag abermals den Botschafter Courcel, um ihn zu bewegen, auf sein Rücktrittsgesuch zu verzichte:. Courcel blieb aber dabei. Er reist am 29. Juli nach Berlin und bleibt dort noch bis September. [Wegen Teilnahme an den Marseiller Ruhestörungen] ist auch ein Graf des Isrards zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. [Der französische Finanzminister] äußert sich gegenüber den heftigen Angriffen der Orleanisten auf seine Verwaltung über die Finanzlage und bezeichnet dieselbeals gut. [In Tonkin] soll, wie der Generalresident Paul Bert meldet, jetzt Ruhe herrschen. Allerdings haben aufrührerische Versuche stattgefunden, aber dieselben sind schnell unterdrückt. Der französische Verlust beträgt nur 15 Mann. * Oesterreich=Ungarn. [Der Bürgermeister von Triest] veröffentlicht einen Appell an die Bevölkerung, worin er angesichts des im Volke verbreiteten Aberglaubens und Mißtrauens gegen die Aerzte auf den Eifer und die Unermüdlichkeit hinweist, mit denen die Bekörden alle von der Wissenschaft zur Bekämpfung der Cholera gebotenen Mittel ergriffen haben, sowie auf den Eifer und die Unerschrockenheit der Aerzte. Er empfiehlt eine regelmäßige Lebensweise, Enthaltung aller von Laien angepriesenen Choleramittel und Inanspruchnahme sofortiger ärztlicher Hilfe. * Rußland. [Der Czar] empfing den bayerischen Gesandten von Gasser und den rumänischen von Ghika zur Ueberreichung ihrer Beglaubigungsschreiben. [Bezüglich der Haltung der russischen Pressel gegenüber dem Fürsten von Bulgarien ist bemerkenswert, daß der„Sswjet", das deutschfeindlichste panslavistische Hetzblatt, das einzige Preßorgan ist, welches es wagt, unumwunden und rückhaltslos für den Fürsten Partei zu nehmen. Dem„Sswjet“ ist jetzt eine gewisse Bedeutung, meint die„Post“, nicht abzusprechen; sein Leserkreis wächst täglich und hat, wie es heißt, die hohe Zahl von 40000 Abonnenten erreicht. Heute kritisiert der„Sswjet“ an. leitender Stelle in schärfster Weise die Haltung der russischen Diplomatie— vorsichtiger Weise ist nicht„Regierung" gesagt— gegenüber Bulgarien, und man kann ausnahmsweise, vom russischen Standpunkt aus, dem Blatte nicht. Unrecht geben. Es heißt dort, daß kein Mensch wisse, was Rußland eigentlich von Bulgarien wolle; Rußlands Stimme sei nicht zu hören; dagegen begnüge man sich seit einem Jahre, Bulgarien zu„zürnen"; dies sei Rußlands ganze Rolle. Aus Aktenstücken des bulgarischen Grünbuches wird dann dargelegt, daß die Behauptung, Rußland sei durch den Staatsstreich in Philippopel überrascht worden, durchaus unwahr sei. Mehrere Tage vor dessen Ausbruch sei dem russisch-bulgarischen Kriegsminister Fürsten Kantakusen die Benachrichtigung von dem beabsichtigten Staatsstreich zugegangen, doch habe dieser hiergegen nicht nur keine Maßregeln erlassen, sondern auch auf Befehl des Fürsten die Mobilmachung der bul#arischen Armee angeordnet, während es ihm ein Leichtes gewesen wäre, dieselbe zu verhindern, damals, wo die bulgarische Armee noch ganz in russischen Händen war. * Serbien. [Das serbische Ministerium] wird wahrscheinlich zurücktreten, sobald iom die Garantie gegeben wird, daß wegen des unglücklichen Krieges mit Bulgarten keine Ministeranklage erfolgt. Es soll dann eine Regierung aus Mitgliedern aller Parteien gebildet werden. * Nord=Amerika. [In dem kanadisch=amerikanischen Fischereikriege] haben die kanadischen Gerichte den Führer eines amerikanischen Fischerbootes, das beschlagnahmt ist, wegen unberechtigten Fischens in kanadischen Gewässern in Strafe genommen. Milwaukee, 20. Juli. Die drei am 5. ds. hierselbst vor Gericht gestellten Auarchisten wurden heute je zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Beweis wurde erbracht, daß der Chicagoer Anarchist Fielden zum Feuern auf die Polizei aufgefordert hatte.— Im Laufe des Prozesses gegen die Anarchisten in Chicago ist es zu erstaunlichen Entzüllungen über eine weitverbreitete anarchistische Verschwörung, welche vor dem Ausbruch in Chicago bestand, gekommen. Mehrere der Verhafteten sind als diejenigen bezeichnet und erkannt worden, welche Pistolen abfeuerten, die Menge anführten und sich an der Versammlung, in welcher der Aufruh: geplant wurde, beteiligten. * Amtliche Verliehen: Dem Oberlehrer am Gymnasium zu Hörter, Dr. Ludwig Feldner, das Prädikat Professor. [Personalveränderungen in der Armee.] v. Gruben, Major und Eskadr. Chef vom Westfäl. Kür. Rat. Nr. 4, ein Patent seiner Eharge verliehen. v. Borries, Sek. Lt. vom Brandenburg. Füs. Regt. Nr. 35, zum Pr. Lt. befördert. Wolff v. Wolffsburg, Sek. Lt. vom Re scse lcie esce eie eie ecisc eise ace ee Nieder mit Napoleon, dem Unterdrücker und Tyrannen! Nieder mit dem Senat und den Adlern! Es lebe der rechtmäßige König! Es leben die Verbündeten! 1815, am 1. März: Nieder mit den Verbündeten! Nieder mit den Bourbons und den Legitimisten! Es lebe Napoleon! Am 1. Juli: Nieder mit den korsischen Usurpator! Nieder mit der Armee! Nieder mit den Verrätern Ney und Lavalette! Es lebe Louis der Ersehnte! 1816—30. Nieder mit den Ultras! Es lebe Decazes! Nieder mit Decazes! Es lebe Villéle! Es leben Angouléme und Karl X., der Vielgeliebte! Nieder mit Polignac und den Ordonnanzen! Nieder mit Karl X.! Nieder mit der Legitimität und den Bourbons! Es lebe Louis Philipp, der Bürgerkönig! 1830—47: Nieder mit den Ministerium! Es lebe Guizot! 1848: Nieder mit Guizot! Nieder mit Louis Philipp! Nieder mit der Dynastie Orleans und dem Grafen von Paris! Es lebe die Revolution! Es leben die Barrikaden! Es leben die Arbeiter! Es lebe die Blouse! Es lebe Lamartine! Es lebe die Republik! 1849: Nieder mit Lamartine! Es lebe der Präsident! Nieder mit der Plaßfreiheit und den Klubs! Keine Revolution mehr! Ordnung und Gesetzlichkeit um jeden Preis!“ Jener Finnländer, der diese Zeilen im Jahre 1850 geschrieben hat, fügt hinzu, daß wohl noch vor Ablauf des Jahrhunderts neue Rufe zu verzeichnen sein würden. Daß seine Voraussicht keine unrichtige war, wenn auch keine große Sehergabe dazu gehörte, dürfte die nachstehende Vervollständigung veranschaulichen: 1851: Es lebe der Staatsstreich! 1852—70: Es lebe der Kaiser! Es lebe die Kaiserin! Es lebe der Kaiserliche Prinz! Es lebe die Armee! Es lebe der König von Preußen! (1867). 1870: Nieder mit dem König von Preußen! Nieder mit Bismarck! Nieder mit dem Haus Bonaparte! Es lebe die Republik! Es lebe Gambetta! 1871—73: Nieder mit der Armee! Nieder mit der Republik! Nieder mit den Bourgois! Es lebe die Commune! Es lebe Louise Michel! Es lebe das Petroleum! Nieder mit Kunst und Wissenschaft! Es lebe die Armee! Es lebe die Republik! Es lebe Thiers! Nieder mit Thiers! 1873—79: Es lebe Mac Mahon, der ruhmreiche Besiegte! Nieder mit Bazaine, dem Verräter! Es lebe die konservative Republik! Nieder mit Mac Mahon! 1879—86: Es lebe Papa Grévy! Es lebe die demokratische Republik! Es lebe die Patriotenliga und Dérouléde! Nieder mit dem Deutschen Turnverein! Es lebe Ferry! Nieder mit Ferry! Nieder mit Alfons, dem Ulanen=König! Es lebe Alfons XII!(Bei Ausbruch der Karolinen=Streitigkeiten.) Es lebe die rodikale Republik! Nieder mit den deutschen Spionen! Nieder mit den Prinzen! [Französische Unwissenheit.] Zur Erheiterung unserer Leser teilen wir einen während des letzten deutsch=französischen Krieges im„Paris Journal“ erschienenen Artikel mit, dessen wortgetreue Uebersetzung uns von befreundeter Seite übergeben wird. Er zeigt so recht, in welchen Phantasien sich unsere heißblütigen Nachbaren zu ergehen lieben; mag das Erzählte noch so unglaublich klingen, den Stempel der Unwahrheit an der Stirne tragen— es wird als unumstößlich angenommen, sobald es gegen die verhaßten Deutschen gerichtet ist. Der Artikel lautet: Es giebt keine Ulanen=Regimenter! Die preußische Kavallerie besitzt Kürassier=, Dragoner=, Husaren Regimenter, aber keine Ulanen=Regimenter. In den bisherigen Gefechten haben wir keine Attacken von Ulanen gesehen. Was ist denn ein Ulan? So lange Preußen in Frieden lebt, sieht man keine Ulanen im Lande. Ist aber der Krieg erklärt, so strömen alsbald aus allen Himmelsgegenden pensionierte Kavallerie=Offiziere herbei, das heißt solche, die kein anderes Vermögen, als ihre mäßige Pension besitzen. Sie melden sich zum Kommando von Reiterkorps, die sie auf eigene Kosten anwerben, ausrüsten und unterhalten. Der Ulan nimmt keinen Anteil an der Schlacht, gehorcht keinem General, fügt sich auch nicht in die Disziplin des Lagerlebens. Auf den Flügeln des preußischen Heeres, davor, dahinter, 10, 20, 30 Kilometer über die Vorposten hinaus, sieht man Wolken von Reitern das Terrain absuchen. Ulanen! Nichts als Ulanen! Man erteilt den Führern vorher ein Patent. Mit diesem Patent versehen, sammeln jene alten Lanzenknechte sich ihre Scharen unter den abgedankten Soldaten; alle sind ohne Lebensberuf und Unterhalt und haben ihre Sache auf nichts gestellt. Sofort nach Ueberschreitung der Grenze beginnt die Jagd! Sie führen Krieg auf eigene Kosten und behalten von rechtswegen, was Fortuna ihnen sendet. Die Ulanen sind mit einem Worte Korsaren zu Lande! Ihr Patent ist ein Kaperbrief! Sie arbeiten für sich, nur für Gewinn kämpfen sie! Die zivilisierten Völker haben mit Recht das Kaperwesen als organisierten Seeraub betrachtet und unterdrückt. Die Ulanen hat man dabei vergessen, und Preußen weiß dies zu benutzen. Niemals findet man unter den Ulanen einen Menschen von guter Erziehung oder einen Offizier, welcher irgend welche Zukunft hat, niemals Großherzigkeit oder einen Schatten von Patriotismus! Sie rauben bei uns, sie werden in ihrer Heimat rauben: Raub ist die Bedingung ihrer Existenz; deshalb löst man sie jedesmal gleich nach Beendigung des Krieges auf. Gelegentlich mag es unter ihnen einen Tapferen geben, im allgemeinen haben sie nichts als Räuberkühnheit!! [Zum Handkuß beim Sultan.] Am letzten Sonnabend begunn in Konstantinopel das Bairamsfest, der turkische Karnevat. An diesem Tage werden nach einer alten Sitte die höchsten Staatswürdenträger der Grade gewürdigt, zum Handkuß zugelassen zu werden. Diesmal wurde die Ceremonie mit besonderem Pomp in Szene gesetzt. Lange vor 5 Uhr morgens, regte es sich in den Straßen, welche der Sultan passieren sollte, um sich nach der Moschee von Beschiktasch zum Morgengebete zu begeben. Zu beiden Seiten war ein dichtes Militärspalier gebildet worden. Um 5 Uhr traf der Sultau mit allen Prinzen und Großwürdenträgern in der Moschee ein. Nach Beendigung des Gottesdienstes bestieg der Sultan einen prachtvollen, arabischen Zelter und begab sich in den Palast von Dolma=Bagdsche, um dort im Thronsaale die Ceremonie des Handkusses zu vollziehen. In dem von einer auf Säulen ruhenden Decke überwölbten und mit dem berühmten, zehntausendflammigen Glaskronleuchter gezierten Thronsaal entwickelte sich nun ein seltenes Schauspiel. Unter Hochrufen und den Klängen der Sultanshymne nahm Abdul Hamid auf dem Thronsessel Platz. Rechts am Throne hing ein goldenes Band herunter, auf welches Edelsteinen die Namenschiffre des Sultans gestickt ist. Dieses Band wurde von dem ersten Kämmerer des Sultans allen zum Handkuß zugelassenen Großen des Reiches hingehalten, damit sie darauf ihre Lippen drückten. Dieses Auskunftsmittel wurde gewählt, da es für den Sultan doch etwas angreifend gewesen wäre, sich von mehreren hundert Personen die Hand küssen zu lassen. Jeder zum Kuß Zugelassene war] sich vor dem Sultan auf die Knie nieder und küßte so dar goldene Band, welches der Kämmerer ihm reichte. [Der kluge Einfall.] Der unter den klugen Köpfen Englands so bekannte Buttler kommt des Abends an einem rauhen Wintertage ins Wirtshaus, wo die vorhandenen Gäste um das Kaminfeuer umher saßen, ohne daß ein einziger so gefällig gewesen wäre, dem halberstarrten Ankömmling Platz zu machen.„Markeur“, ruft Buttler, „sorge, daß mein Pferd ein Schock Austern bekommt.“ „Eine Metze Hafer meinen Sie wohl!“—„Ich weißgicht gut was ich sage, ich meine Austern. Halte sie dem nur in einer Mulde vor“.— Der Markeur geht, und di um das Kaminfeuer herumsitzenden Gäste schleichen nach dem andern nach, um das wunderbare Pferd zu sehen, welches Austern frißt. Indessen hat Buttler Seitz, gz,; besten Platz am Kaminfeuer auszusuchen und. gug die zu thun. Bald kommt der Markeur, und mit iym auch Gäste wieder zurück.„Herr spricht der erstere, das Piery mag keine Austern.“—„Gut“, sprach Buttler, ie E. und Hafer und dring' die Austern mir, nebst Presst Salz.“(Aus„Humor“.) 1. Westf. Hus. Regt. Nr. Auer v. Herrenkirchen,### Nr. 109, als Bats. Kom Regt. Nr. 17 versetzt. Fuß=Art. Regt. Nr. 7, zu Pr. Lt. vom Wests. Fußrung zum Hauptm. und Fuß=Art. Bat. Nr. 9, ber fälischen Pionier=Bat. 1 Chef befördert. v. Heinen Bat. Nr. 7, in die 3. J. vom Westf. Pion. Bat. versetzt. Aus der Provi Bielefeld, 23 der Telephonanlage dem man in voriger Woc stangen für die Drähte überall schon aufgestellt u weise geschehen, teilweise der Centralstele näher ge die Sprechapparate auf, 5— 6 Wochen wohl fu * Bielefeld, 23. J Elementarlehrer) imistische Amtsführung dauern darf. Geht dan stellung nicht von den In Regierung aus eigenem? Bielefeld, 23. 16jährigen Arbeiter Friel von hier, sowie der 14jä in Heepen 135 wohnhaf hiesiger Stadt und Umge und während der Nachtz am vergangenen Montag schaftlich ausgeführter Schloß und Riegel gebr Burschen haben bereits erlitten.— Gestern ist d Obernthorwall, welcher hohem Grade ergeben ist seiner Familie in Haftg 88 Bielefeld, 23, abend gegen 7 Uhr ertra Plies hierselbst in den Teiche beim Baden. O ist der Verunglückte an an welcher mindestens 8 dort trotz Hülferufe ertr zwei jüngeren Knaben S. Oeynhausen, abend geriet der Bäckerg auf der Koch'schen Dam die Werre, in den so wieder zum Vorschein. es, die Leiche desselben * Herne i. W polnische Verein] anstaltet, an welchem polnischen Vereinen we ganze Veranstaltung ha einen echtpolnischen Cl Festzuge erfolgten in po dem Musikkorps nur po 8 Blotho, 22. am Montag in der We dem daselbst im Flußbet vorgenommenen Dynam Resultat geliefert, denn und der sogenannten darunter einzelne Steii Strombette herausgehol verwandt zu werden. Tagen an denselben St 8 Vlotho, 22. Das vor mehreren A sunkene Bockschiff, dem ist erst dieser Tage, nn ca. 60 000 Ziegelsteit worden. Dem Vernel Unfall bedeutende Schäl nach Minden gebracht * Dortmund, flossenen Nacht sind die Quadbeck am Viehhofe, Vieh= und Schlachtt wurden, bis auf die 4 Einige Viehhändler,I wohnheit noch immer solches auch in verfloss konnte dasselbe bis au zufolge, verbrannten, * Walhorn b Zu den Seltenheiten? noch lebende Schwester: reicht, teils überschritte Lebensalter trifft man, v. Hodiamont an. Di Charlotte v. Hodiamon und vollendet mithin C Eine zweite Schwester, auf Schloß Bempt am 25. Juli 1794; alt. Die dritte der Walhorn residierende 1790, zählt diese De Jahren lebte noch ein in Amerika verstorbgeboren am 26. Mär Alter von 90 Jahren * Velpe, 21. abend gegen ½10 Ut Ztg.“ den Andlick bewegte sich langsam Osten geneigter Richt war an diesem Aben Meteor hatte ein se ovaler Form und erst 7—8 Centimeter hof Erscheinung dauerten plötzlich gleich einem feurigen Strichs. * Kassel, 21. ßigung.] Die hie kammern ersuchen, u portosatzes von 3 3 Heller— hier best * Emmerich, feld.] Von seiten dorf war Landrat Fi die Frage der Errich der in Aussicht zu n Landgerichtsbezirke T gerichte Emmerich u Landgerichtsbezirke C standes zu hören.# glieder der Handel hiesigen Rathaussaal „Köln. Ztg.“ vernim wesenden Herren ei Cleve günstig gezeig sämtlich gegen das 8 Gielefeld, schickung einer Erzeugnisse in — 1. Westf. Hus. Regt. Nr. 8, à la suite des Regts. gestellt. Auer v. Herrenkirchen, Major vom 1. Bad. Gren. Regt. Nr. 109, als Bats. Kommandeur in das 4. Westfäl. Ins. Regt. Nr. 17 versetzt. Gereke, Sek. Lt. vom Westf. Fuß=Art. Regt. Nr. 7, zum Pr. Lt. befördert. Hortmann, Pr. Lt. vom Westf. Fuß=Art. Regt. Nr. 7, unter Beförderung zum Hauptm. und Komp. Chef, in das Fuß=Art. Bat. Nr. 9, versetzt. Hessen, Pr. Lt. vom Westfälischen Pionier=Bat. Nr. 7, zum Hauptm. und Chef befördert. v. Heinemann, Sek. Lt. vom Westfäl. Pion. Bat. Nr. 7, in die 3. Ingen. Insp., Schmedding Sek. Lt. vom Westf. Pion. Bat. Nr. 7, in die 2. Jugen. Insp. K 17858. Aus der Provinz und Nachbarschaft. Bielefeld, 28. Juli.[Die Arbeiten an der Telephon anlage] schreiten rüstig vorwärts. Nachdem man in voriger Woche mit dem Errichten der Tragestangen für die Drähte begonnen hat, sind dieselben fast überall schon aufgestellt und das Ziehen der Drähte ist te weise geschehen, teilweise ist man damit beschäftigt. An den der Centralstele näher gelegenen Auschlüssen stellt man bereits die Sprechapparate auf, so daß die Anlagen in höchstens 5— 6 Wochen wohl funktioniren werden. * Bielefeld, 23. Juli.[Wichtig für preußische Elementarlehrer] ist die Bestimmung, daß interimistische Amtsführung für sie nicht länger als zwei Jahre dauern darf. Geht dann der Antrag um definitive Anstellung nicht von den Interessenten aus, so wird die tonigl. Regierung aus eigenem An riebe diese Angelegenheit ordnen. ss Bielefeld, 23. Juli.[Verhaftuugen.] Die 16jährigen Arbeiter Friedrich Lehnhausen und August Niehage von hier, sowie der 14jährige Schüler Heinrich Spreckelmeier in Heepen 135 wohnhaft, welche sich in letzter Zeit in hiesiger Stadt und Umgegend vagabondierend umhergetrieben und während der Nachtzeit draußen campiert haben, sind am vergangenen Montag wegen einer großen Anzahl gemeinschaftlich ausgeführter Keller= und Gartendiebstähle hinter Schloß und Riegel gebracht worden. Die beiden ersteren Burschen haben bereits Freiheitsstrafen wegen Diebstahls erlitten.— Gestern ist der Arbeiter Wilhelm Hülsmann am Obernthorwall, welcher dem Trunk und Mussiggange in hohem Grade ergeben ist, wegen unterlassener Unterstützung seiner Familie in Haft genommen worden. 83 Bielefeld, 23. Juli.[Ertrunken.] Vorgestern abend gegen 7 Uhr ertrank der 11jährige Sohn des Arbeiters Plies hierselbst in dem hinter der Niedermühle gelegenen Teiche beim Baden. Obgleich des Schwimmens unkundig, ist der Verunglückte an einer Stelle ins Wasser gesprungen, an welcher mindestens 8 Fuß Wasserstand war und mußte dort trotz Hülferufe ertrinken, da ihm von seinen Begleitern, zwei jüngeren Knaben keine Hülfe gebracht werden konnte. S. Oeynhausen, 22. Juli.[Ertrunken.] Gestern abend geriet der Bäckergeselle Birkenkamp aus Herford, z. Z. auf der Koch'schen Dampfmühle beschäftigt, beim Baden in die Werre, in den sogenannten Sielkolk und kam nicht wieder zum Vorschein. Erst nach längerem Suchen gelang es, die Leiche desselben aufzufinden. * Herne i. W., 20. Juli.[Der hiesige polnische Verein] hatte anfangs d. M. ein Fest veranstaltet, an welchem Deputationen von acht anderen polnischen Vereinen westfälischer Städte teilnahmen. Die ganze Veranstaltung hatte, einem polnischen Blatt zufolge, einen echtpolnischen Charakter, die Kommandos bei dem Festzuge erfolgten in potnischer Sprache und es wurden von dem Musikkorps nur polnische Nationalmelodieen gespielt. 8 Vlotho, 22. Juli.[Sprengungen.] Die am Montag in der Weser, in der sogenannten„Gosse" bei dem daselbst im Flußbette befindlichen Kies= und Felsenboden vorgenommenen Dynamitsprengungen, haben ein recht günstiges Resultat geliefert, denn es werden dort jetzt mittelst Zangen und der sogenannten„Teufelsklaue“ erhebliche Steinmassen, darunter einzelne Steine von bedeutender Größe aus dem Strombette herausgehoben, um später als Uferbefestigungen verwandt zu werden. Weitere Sprengungen sollen in diesen Tagen an denselben Stellen nochmals vorgenommen werden. 8 Vlotho, 22. Juli.[Das gesunkene Schiff.] Das vor mehreren Wochen auf der Weser bei Rehme gesunkene Bockschiff, dem Schiffseigner Ablersmeyer gehörend, ist erst dieser Tage, nachdem dasselbe seiner Ladung, von ca. 60000 Ziegelsteinen, entledigt war, wieder gehoben worden. Dem Vernehmen nach soll dasselbe durch den Unfall bedeutende Schäden erhalten haben und zur Reparatur nach Minden gebracht worden sein. * Dortmund, 22 Juli.[Feuer.] In der verflossenen Nacht sind die ausgedehnten Stallungen des Herrn Quadbeck am Viehhofe, in denen vor Eröffnung des städtischen Vieh= und Schlachthofes die Fettviehmärkte abgehalten wurden, bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannt. Einige Viehhändler, welche die Stallungen aus alker Gewohnheit noch immer für ihr Fettvieh benutzten, hatten solches auch in verflossener Nacht darin untergebracht. Doch konnte dasselbe bis auf drei Kälber, welche, der„Köln. Z.“ zufolge, verbrannten, gerettet werden. * Walhorn bei Eupen, 19. Juli.[Hohes Alter.] Zu den Seltenheiten dürfte es heutzutage gehören, daß drei noch lebende Schwestern das 90. Jahr ihres Lebens teils erreicht, teils überschritten haben. Dieses ausnahmsweise hohe Lebensalter trifft man, nach der„Eup. Ztg.“, in der Familie v. Hodiamont an. Die jüngste der drei Geschwister, Fräulein Charlotte v. Hodiamont, wurde geboren am 31. Dezbr. 1796 und vollendet mithin Ende dieses Jahres ihr 90. Lebensjahr. Eine zweite Schwester, Frau de Resimont, geb. v. Hodiamont, auf Schloß Bempt zu Moresnet wohnend, wurde geboren am 25. Juli 1794; sie wird somit nächster Tage 92 Jahre alt. Die dritte der drei lebenden Schwestern ist die zu Walhorn residierende Frau de Heusch; geboren am 30. Juni 1790, zählt diese Dame über 96 Jahre. Bis vor einigen Jahren lebte noch ein viertes Glied dieser Familie, der 1879 in Amerika verstorbene Hr. Em. v. Hodiamont; derselbe geboren am 26. März 1789, hatte mithin auch das seltene Alter von 90 Jahren erreicht. * Velpe, 21. Juli.[Meteor.] Am Sonntag abend gegen ½10 Uhr hatte Einsender dieses, der„Osubr. Ztg.“ den Andlick eines leuchtenden Meteors. Dasselde bewegte sich langsam in fast senkrechter, jedoch etwas nach Osten geneigter Richtung. In der südlichen Himmelsgegend war an diesem Abend kein einziger Stern sichtder. Das Meteor hatte ein sehr helles, bläuliches Licht, war von ovaler Form und erschien dem unbewaffneten Auge ungefähr 7—8 Centimeter hoch und 4—5 Centimeter breit. Die Erscheinung dauerte wohl 6—7 Sekunden, verschwand dann plötzlich gleich einem Sternschnuppen und hinterließ eine Art feurigen Strichs. * Kassel, 21. Juli.[Stadt=Porto=Ermäßigung.] Die hiesige Kaufmannschaft will die Handelskammern ersuchen, um Wiedereinführung des alten Stadtportosatzes von 3 Pfg., wie solcher bis 1875— mit 3 Heller— hier bestand, vorstellig zu werden. * Emmerich, 19. Juli.[Landgericht in Krefeld.] Von seiten der Königlichen Regierung von Düsseldorf war Landrat Frowein in Wesel beauftragt worden, über die Frage der Errichtung eines Landgerichts in Krefeld und der in Aussicht zu nehmenden Abzweigung der bisher dem Landgerichtsbezirke Duisburg zugehörigen Bezirke der Amtsgerichte Emmerich und Rees und deren Zuteilung zu dem Landgerichtsbezirke Cleve die Ansichten des hiesigen Handelsstandes zu hören. Zu dem Zwecke tagten die hiesigen Mitglieder der Handelskammer am Freitag nachmittag im hiesigen Rathaussaale unter Vorsitz des Landrats. Wie die „Köln. Ztg.“ vernimmt, hat sich der größte Teil der anwesenden Herren einer Zuteilung zum Landgerichtsbezirke Cleve günstig gezeigt, während die Herren in Rees sich sämtlich gegen das Projekt ausgesprochen haben sollen. und Gewerde. s Gielefeld, 23. Juli.(Einladung zur Beschickung einer Ausstellung kunstgewerdlicher Erzeugnisse in Düsseldorf.] Der Vorstand des Centralgewerbe=Vereins für Rheinland, Westfalen und benachbarte Bezirke beabsichtigt, wie wir früher bereits mitteilten, in der Zeit vom 15. Nov. d. J. bis zum 3. Jan. 1887 eine Ausstellung kunst gewerblicher Erzeugnisseaus dem Kreise seines Vereinsgebiets zu veranstalten. Zweck der Ausstellung ist einerseits die Anspornung jüngerer Kräfte und anderseits Vorführung der Fortschritte im Kunstgewerbe seit der Gründung des Vereins. Als Ausstellungslokal sind die unteren Räume der Kunsthalle zu Düsseldorf in aussicht genommen. Die kleine Ausdehnung dieser Räume bedingt aber eine bedeutende Einschränkung sowohl in bezug auf die einzelnen Zweige des Handwerks als auch den Raum, welcher den einzelnen Ausstellern zugestanden werden kann. Es sollen deshalb ausgeschlossen sein: 1. alle einfachen Gebrauchsgegenstände, also namentlich alle Gegenstände, welche zur Bekleidung dienen; 2. alle Nahrungs= und Genußmittel; 3. alle für industrielle Zwecke dienenden Materialen, Geräte oder Instrumente; 4. weibliche Handarbeiten. Die letztere Abteilung soll ausgeschlossen werden, um nicht dasselbe Ausstellungsmaterial zu geben, wie der Düsseldorfer Frauenverein, welcher um dieselbe Zeit eine Ausstellung weiblicher Handarbeiten aazubalten beabsichtigt. Für jeden der einzelnen Aussteller sind höchstens 3 Quadratmeter Raum zulässig. Zur Deckung der Kosten für Bewachung, Heizung u. s. w. wird eine Platzmiete von 6 M. pro Quadratmeter erhoben, gleichgültig, oh Wand oder Bodenfläche. Die Anmeldung zur Ausstellung hat spätestens bis zum 15. August d. J. zu geschehen. Der Anmeldung jeden Gegenstandes ist eine Zeichnung beizulegen, aus der ersehen werden kann, ob der Gegenstand zulassungsfähig ist oder nicht. [Zum§ 100e.] Fürst Bismarck hat in seiner Eigenschaft als preußischer Minister für Handel und Gewerbe einen Erlaß über die Anwendung des§ 100e der Gewerbeordnung(Verleihung des Lehrlingsprivilegiums an Innungen) erlassen. Anträgen auf Gewährung des Privilegiums soll darnach keine Folge gegeben werden, wenn die Innung einen zu geringen Personalbestand hat, oder wenn die Absicht zu Tage tritt, durch Entziehung des Rechtes zum Halten von Lehrlinge solche Gewerbetreibende zu schädigen, für welche der Eintritt in die Innung aus irgend welchen Gründen unthunlich ist. Selbstverständlich müsse auch die Innung bereits erkennbare Erfolge aufzuweisen haben, welche zu dem Urteil berechtigen, daß sie sich auf dem Gebiete des Lehrlingswesens bewährt habe. Außerdem werde zu berücksichtigen sein, daß die Ausbildung von Lehrlingen solchen größeren Betrieben nicht unmöglich gemacht werde, welche zwar demselben Gewerbe angehören, deren Unternehmer aber, ohne der natürlichen Regelung der gewerblichen Verhältnisse ihres Betriebes Zwang anzuthun, nicht genötigt werden könnten, Mitglieder der Innung zu werden. sehenswert ist. Außerdem haben sie ein Kriegskande bei sich. Die Neger zeigen auf dem Teiche des Floraparkes ihre ungemeine Gewandtheit im Kanoefahren, gute Proben der eigenartigen Trommelsprache, führen Tänze und KampfHandel und Verkehr. Minden, 22. Juli.[Der soeben zur Ausgabe gelangte Jahresbericht der hiesigen Handelskammer] fordert eine noch größere Beschränkung des Wanderlager=Unwesens. Mit Genugthuung wird bemerkt, daß für die Verbesserung des Fahrwassers der Weser wieder vieles geschehen ist und die Schiffahrt flott zu thun hatte. Das Institut bittet dringend um Wiedergewährung des 9monatlichen Kredits bei Zahlung von Zollgefällen. Aus dem Bezirke wurden über 1½ Millionen Kilo Kartoffeln versandt. Das Eisensteinwerk„Wohlverwahrt" lieferte 24 508 Tons Erz, die Zechen„Laura" und„Meister“ gegen 1:0 000 Ztr. Kohlen. Im Ziegeleigewerbe hat sich eine Besserung geltend gemacht, dagegen hat die Glasfabrikation mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen und wünscht die Wiedereinräumung des früheren niedrigen Zolles auf Hohlglas seitens der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Die Cigarrenfabrikation vermochte sich nicht zu erholen; es musten Arbeitsreduktionen eintreten. Die vorhandenen 158 Cigarrenfabriken beschäftigten 6486 Leute. Fast 3 Mill. Tabak kamen zur Verzollung. Die Braumalzsteuer erbrachte ca. 46000 M., die hiesige Hufeisenfabrik versandte allein per Bahn 1(·09 000 Kilo Hufeisen nach Nord= und Süddeutschland. Oeynhausen zählte 4877 Kurgäste, ausgewandert sind 419 Personen, die Reichsbankstelle hatte einen Umsatz von 59013000 M., der Vorschußverein einen solchen von 14 448 476 M. Letzterer zahlte 15 pCt. Dividende. Den Schluß des interessanten Berichts bilden einige Tabellen und ein Verzeichnis aller kaiserlich deutschen Konsulate. [Der Maurerstreik in Braunschweig] ist beendet. Die Maurer sind mit ihrer Hauptforderung, Festsetzung eines Mindestlohnes von 35 Pfg. die Stunde, unterlegen, ihre anderen Forderungen sind von den Meistern bewilligt, doch zahlen letztere durchweg freiwillig 35 Pfg., je nach Umständen auch mehr für die Stunde. der kigenartigen Trommetsprache, führen Tunze einen auf re.„ g [Der diesjuhrige Weinoau=Kongres) son vom 24. bis 28. September in Rüdesheim stattfinden. [Skaria f.] In Blasewitz bei Dresden verstarb heute früh der berühmte Bassist Emil Skaria. Derselbe wirkte zuerst an der Dresdener, später an der Wiener Hofoper, sowie bei den Wagner=Aufführungen zu Bayreuth u. s. w. Skaria mußte in den letzten Jahren seines Lebens infolge schweren Nervenleidens der Kunst entsagen. Seine Leiche wird nach Frankfurt a. M. übergeführt, woselbst die Beerdigung stattfindet. [Maler Piloty f.] Aus München wird das gestern erfolgte Ableben des berühmten Malers von Piloty, Direktors der dortigen Kunstakademie, gemeldet. Piloty ist im Alter von fast 60 Jahren einem langjährigen Magenleiden erlegen.— [König Ludwig's Galaschii#ten.] Die prachtvollen Galaschlitten König Ludwigs II. sind vom Linderhof mit Bahn in München eingetroffen und wurden im Marstalle untergebracht, wo sie demnächst, nachdem sie vollständig ausgepackt sind, der allgemeinen Besichtigung zugänglich gemacht werden. [Zigeuner=Razzia.] In diesen Tagen soll im Herzogtum Braunschweig eine allgemeine Razzia auf Zigeunerbanden veranstaltet werden, die schon zu einer wahren Landplage geworden sind. Straßburg, 22. Juli.(Geniastarre.] Die „Straßburger Post“ meldet, daß in dem Pionier-Bataillon Nr. 1e die Genickstarre ausgebrochen ist. Ein Pionier ist gestorben, zehn Erkrankte sind ins Lazarett gebracht worden. Es ist beschlossen worden, das Bataillon in die linksrheinischen Forts zu verlegen. [Auf Kuba] haben in den 6 Jahren seit Erlaß des Emancipationsgesetzes im ganzen 120 250 Sklaven ihre Freiheit erlangt. Die Zahl der nicht befreiten Sklaven beträgt jetzt nur noch 25381. [Eine neue Alpenkatastrophej ist beim Aufstieg auf die Jungfrau mit Mühe verhütet. Ein Tourist unternahm den Weg mit 2 Führern. Alle drei hatten sich — der Tourist in der Mitte— durch Seile verbunden. Plötzlich glitt der letzte Führer aus und stürzte über einen Abhang, der Tourist wurde zu Boden gerissen und der erste Führer mußte beide halten. Keiner sonnte sich rühren. Hinzukommende machten der verzweifelten Lage ein Ende. [Turnerisches.] In Straßburg i. E. hat dieser Tage die zehnte allgemeine deutsche Turnlehrerversammlung stattgesunden. Die beabsichtigt: Gründung eines allgemeinen deutschen Turnlehrervereins unterblieb, dagegen wurde ein neuer Aueschuß der deutschen Turnlehrerschaft niedergesetzt, dem aufgegeben wurde, für seine Thätigkeit einen Organisationsplan zu entwerfen. Eine längere Verhandlung fand über das Thema:„Turnen" und„Sport“ statt. Die Exestenzberechtigung des letzteren wurde von keiner Seite bestritten, doch wurde verlangt, daß das Turnen als das Umfassendere und allseitig Bildende darüber nicht vernichlässigt werde. Beklagt wurde, daß dem Sport gegenüber das Turnen in den Zeitungen stiefmütterlich behandelt werde. Das liegt aber an den Vertretern der turnerischen Sache selbst. Mitteilungen über turnerische Angelegenheiten werden in den deutschen Zeitungen sicher ebenso willig ausgenommen als über Sportangelegenheiten. Freilich liefert der Sport als solcher mehr Material zu Mitteilungen insofern, als mit demselben Wetten und Schaustellungen in höhrrem Maße verbunden sind als mit der Turnerei bei ihrem geregelten gleichmäßigen und wohl auch mehr pädagogischen Betriebe. Beklagt wurde ferner, daß das Sportswesen eine Ueberlastung und Corrumpirung der deutschen Sprache mit Fremdworten im Gefolge habe. Es wurde aber anerkannt, daß die Radfahrer bereits eine rühmliche Ausnahme zu machen beginnen. Der Hauptvortragende über das beregte Thema Professor Dr. Euler Berlin berührte zum Schluß noch die Kleidung der Turnenden, in der sie mit Unrecht den Sportsmen nachahmten. Wir können diesen Vorwurf für berechtigt nicht ansehen. Die Griechen turnten nackt und waren dadurch in die Lage gesetzt die Entwickelung ihres Körpers stetig zu beobachten und so eine möglichst gleichmäßige Ausbildung aller Körperteile herbeizuführen. Das ist ja auch der Zweck des Turnens und darin besteht dessen Vorzug vor dem Sport, der immer nur eine mehr einseitige Ausbildung zur Folge haben kann. Wir werden nun zwar in unseren Turnhallen nicht dem von den Griechen gegebenen Beispiel folgen können, aber wir nähern uns demselben, wenn wir, wie es vielleicht geschieht, die übliche Kleidung teilweise durch anschließenden Trikot ersetzen. der„Rhein.=Westf. Ztg.“ hat die Verwaltung größere Kündigungen vorgenommen. Es sollen von der Maßregel 400 Arbeiter betroffen werden. Konkurseröffnungen: J. Jen. ich- Gielerz, Bochum; G. Nanninga, Bremen; Frau Heinein, Justorf, Lennep; Friedrich Hammerstein, Mülheim a. d. R. Staatspapiere. Deutsche Reichsanleibe 106,50 Kh.=Westf. Rentbr. 4% 104,80 Preuß. Consols 3 1/% 103,30 Westf. Pfandbriefe 4% 103,25 Berl. 3 ½/ 4 Stadt=Obl. 103,40 Oesterr. Silberr. 4 1/8% 69,70 Hamburg. Rente 3 1½/2% 101,70 Russisch. Anleihe v.1877 Lospapiere Bad. Präm.=Anl. 1867136,50 Hamburg. 50 Rth.=Lose 194,40 Bayr. Präm.=Anl. 4% 135,75 Kurhessische40 Rth. Braunschw. 20 Rth.=Lose 95,60 Meinig. 7=Gulden=Lose 24,20 Köln=M. Pr.=Al. 3 1/% 130,80 Preuß. 3 1/2% Pr.=Anl. 142,90 Goth Präm.=Pfbr. 1. E. 108,40 Russ. Präm.=Anl. 1864 147,50 Rhein.=Westf. Industrie=Gesellschaften. Hes—.— Hörd.B.=u.Hütten=Ver. 19.— 102,60 Luise Tiesbau.. 91.— 40,50 Mechan. Weberei(Kom) 170.— 107,60 Phönix, Berg. u. H. Lit.A. k8.25 95.— Westf. Drahtind.=Ver. 62,— Bochum. Bergw.=Ges. Bochum. Gußstf. Dortm. Union St.=Pr. Gelsenkirchener Bergw. Hibernia Barmer Bankverein Berg.=Märk. Bank Bremer Bank Bank= und Kreditbank=Aktien. 100.— 115.75 107,60 Leipz. Kreditanstalt Niedersächs. Bank Norddeutsche Bank 172,70 103.— 119,50 Deusche Genossenschftsb. 132,50 Oldenb. Spar=u.Leihb. Dortmd. Bankverein.—.— Osnabrücker Bank.. 127,75 Essener Kredit=Anstalt 103,75 Reichsbank(3% Disc.) 139,— Hannoversche Bank.. 119,25 Schaffh. Bankverein. 88,70 Hypotheken=Certifikate. Brusch.=Han.Hypbr. 4% 101, 80 Pr. B. C. 5% unk.rz. 110 111,50 DeutscheHypothekb. 406 101,90], B. Cr. 4% rz. 100 101,90 Goth. III.rzb. 110 3 ½% 98,40„ C.=B.C. 4%rz. 100102,25 Hamb.Hyprzb. 100 4% 102.— Stett.N=Hp. 4%rz. 100 101,90 Inlandische Eisenbahn=Prioritäten. Berg.=Märk. 4 1/2%„—.— Köln.=M. Lit.A.4 ½% 102,90 Lit. A. u. B. 100,80 Rhein. 4 ½% 3. Em. 102,90 Lit. c. 100,80Oberschl. 4 1/2% Ltr. F.—. Geldsorten und Banknoten. Livre=Sterling.... 20,33,5 Englische„„ 20,36,5 20=Frank-Stucke. 16,20,5 Französisch. Banknoten 80,85 Gold=Dollars... 4,17 Oesterr. Banknoten.. 161,65 Holländische„ 167,10 Telegraphischer Kursbericht, mitgeteilt von der Berliner Wechselbank, Herm. Friedländer& Sommerfeld, Hofbankiers, Berlin NW, U. d. Linden (Schlußkurse. 2½ Uhr.) 22. Juli 3½ 3½ 8 Uffeln bei Vlotho, 22. Juli.[Seit gestern ist mit dem Mähen des Roggens] in hiesiger Gegend begonnen worden. Das Wetter war diesen Arbeiten außerordentlich günstig; zu wünschen bleibt nun, daß dasselbe noch längere Zeit so anhält. Der Ertrag an Körnern verspricht auch hier ein ziemlich reichlicher zu werden, dagegen ist das Stroh gegen die Vorjahre quantitativ zurückgeblieben. [Eserin als Mittel gegen Pferdekolik.] Alle Koliken der Pferde, welche durch Ansammlung größerer Mengen von Futterstoffen und Koth(einfache Fäkalstase) im Darme erzeugt werden, sind, nach der landwirtschaftl. Zig. des„Hamb. Korresp.“, fast sicher durch das zuerst von Professor Dieckerhoff in Berlin erprobte und 1882 empfohlene Eserin oder Physostigmin, das Alkaloid der Calabarbohne, zu heilen. Man verwendet nach Prof. Zürn jetzt nur das schwefelsaure Eserin, welches, in der Dosis von 0,10 Gramm in destilliertem Wasser gelöst, mittelst einer dazu geeigneten Spritze, deren Kanule sorgfältig rein zu halten ist, unter die Haut in das Unterhautzellgewebe injiziert werden muß, was am zweckmäßigsten an der Vorbrust oder an der linken Halsseite des kranken Pferdes zugeschehen hat. Das Mittel verdient die große Empfehlung, weil es billig ist, weil die Anwendung außerordentlich leicht und bequem ist, was z. B. von dem Eingeben größerer Mengen von Arzneien an kolikkranke Pferde nicht gesagt werden kann; in der angegebenen Dosis hat das Eserin oder Physostigmin keinerlei unangenehme Nebenwirkung; das Mittel wirkt viel schneller als jedes andere, was nicht hoch genug geschätzt werden kann; Hervorrufen einer starken Peristaltik der Darmwände und reichliche Entleerung der im Blind=, Grimm= und Mastdarm angestauten Kothmassen ist die Hauptwirkung des Eserin, das direkt die Ganglien der Magen= und Darmnerven beeinflußt. Wirksam wird das Mittel nicht sein bei Koliken, die durch mechanische Hindernisse(z. B. große Darmsteine) im Darme, oder durch Zerreißung von Magen= und Darmwand, oder durch Darmverschlingung, oder durch Verstopfung von Eingeweidearterien und daraus resultierende Darmlähmung bedingt sind. Vermischtes. Berlin, 21. Juli.[Die Kameruner,] die sich schon längere Zeit in Hamburg aufgehalten, sind, wie erwähnt, nun auch in Berlin eingetroffen. Die Expedition besteht aus dem Häuptlinge Samson Dido, dessen Familie und„drei Herren seines Hofstaates“, welche zugleich die Künste der Kameruner vorführen, während Samson Dido unter einem riesigen buntfarbenen Sonnenschirm zwischen seinen Weibern und Kindern der Sache behaglich zuschaut. Wie weit er von der Kultur beleckt ist, zeigt der Cylinder und der schwarze Ueberrock, den er trägt; wie weit er noch Wilder ist, bezeugen seine sonstigen Bekleidungsstücke, u. a. das völlige Nichtdekleidetsein der unteren Gliedmaßen. Im Uebrigen ist Samson Dido eine männlich schöne Crscheinung von stattlichstem Körperbau. Die beiden weiblichen Wesen neben ihm sehen wie die Kinder aus. An den Handgelenken trägt er tadellos weiße Manschetten aus gediegenem Elfenbein. Die Leute haben zwei Hütten in der Charlottenburger Flora errichtet, deren äußere und innere Einrichtung recht * Halle, 21. Juli.[Monatsmark.] Dem heutigen Markte waren ca. 40 Stück Rindvieh, meist milchendes zugeführt. Der Handel war, nach dem„Hall. Kr.=Bl.“, befriedigend. Ferkel waren wiederum viele am Platze, in ca. 50 Wagen 400 Stück. Der Preis war ein hober. Für 6 bis 7 Wochen alte Tiere wurde 8 bis 9 Thlr. pro Paar bezahlt. Dann waren von einem Iburger Händler eine Heerde Ziegen, ca. 40 Stück, angetrieben. 6 bis 7 Thaler war die Forderung. Auch hiervon wurde ein Teil abgesetzt. * Petershagen, 20. Juli.[Der gestrige Kram= und Viehmarkt] hierselbst war infolge des sehr günstigen Wetters ziemlich rege, namentlich im Borstenvieh. Sechs=Wochen=Ferkel kosteten je nach Verhältnis 18,50 bis 21 M. das Paar. In Rindvieh und Pferden war der Handel, nach der„Mind. Z.“, flau. Auf den übrigen Verkaufestellen, bei Schuhmachern und Böttchern herrschte flotter Hand=l. * Dortmund, 21. Juli.[Viehmarkt.] Zum heutigen Zucht= und Faselvichmarkt waren aufgetrieben: 449 tragende und frischmilchende Kühe uns Rinder, ca. 560 Schweine inkl. Ferkel und 107 Pferde.— In Hornvieh war das Geschäft. wohl infolge der geringen Zufuhr, einigermaßen zufriedenstellend, namentlich was die frischmilchenden Kühe betrifft. Der verbliebene Überstand war unbedeutend. — Am Schweinemarkt wurden vorzugsweise jüngere Schweine begehrt, in älteren war die Nachfrage gering. 6=WochenFerkel erzielten 2,50—3 Mk. per Woche, ½ jährige Faselschweine 24—310 Mk., ½=jährige 34—41 Mk. per Stück. — Der Pferdehandel war heute etwas reger als gewöhnlich. — Nächster Markt am 4. August er. * Hannover, 22. Juli.[Viehmarkt.] Zu heutiger Viehbörse waren aufgetrieben: 40 Stück Großvieh, 198 Stück Schweine, 218 Stück Kälber, 131 Stück Hammel. Die Preise sind: Großvieh: I. Sorte 56—58 Mk., II. Sorte 50—56 Mk., III. Sorte 40—50 M. für 100 Pfd., Schweine per 100 Psd. I. Sorte 48—60 M., II. Sorte 45 bis 48 M., III. Sorte 42—45 Mk., Kalber per Pfd. I. Sorte 55—60; Pfg., II. Sorte 50—55 Pfg., Hammel per Psd. I. Sorte 60 Pfg., II. Sorte 50 Schlachtgewicht.)— In allen Tiergattungen war der Handel 2cor Hiau. Handelsnachrichten. [Westpreußische Pfandbriefe.] Die Reichsbank hat die auf 3% pCt. abgestempelten westpreußischen Pfandbriefe unter die Zahl der beleihungsfähigen Papiere aufgenommen.„ [Hessische Landes=Kreditraffe., Wie verlautet, ist die Konvertierung der noch ausstehenden ca. 40 Mill. Mark 4 proz. bessischer Landes=Kreditkasse=Obligationen in 3½ proz durch das preußische SeehandlungsKonsortium und hannoversche Firmen unmittelbar bevorPee Gegenäher## [Russische Kouponsteuer.] Gegenuber den Gerüchten über die angebliche Absicht des russischen Finanz= Ministeriums, die neueingeführte Kouponsteuer zu erhöhen, erfahren die„Birsbewyja Wedomosti“, daß diese Gerüchte jeglicher Begründung entbehren. [Dortmunder Union.] Nach einer Mitteilung 45. 23. Juli Franzosen Lombarden Oesterr. Kreditaktien Diskonto=Kommandit Deutsche Bank Darmstädter Bank Westfälische Bank Preuß. 4% Konsols Oesterr. Gold=Rente Ungar. Gold=Rente Russen v. 1884 Laurahütte Ravensberger Spinnerei Spinnerei Vorwärts Russische Noten Londoner Wechsel=Cours Amsterdamer„ Pariser„ 372.00 206 60 158 40 138.90 112.— 105 70 96 50 85.50 99.40 65,89 123, 0 106,75 197,85 20,36,5 168.60 80,75 371,50 189.— 451,— 206,50 158.25 138 90 112 00 105 70 9710 85.60 99.40 66 25 123.25 106,80 198.00 20,37 168.65 80.75 pr. Juli=Aug. 125.— 41,80 36,80 Weizen Roggen„„—.— Rüböl„„—.— Spiritus„„ 87,20 Paderborn, 21. Juli. 100 Kilo Erbsen 21,00—22,00 Mk., Bohnen 22,00—24,00 Mk., Linsen 83,00—35,00 Mk., Kartoffeln 4,00—5,40 Mk., Stroh 3,80—4 Heu 4,20—5,20 Mk., 1/ Kilo Rindfleisch 0 50—0,65 Mk., Schweinefleisch 0,55—0,60 Mk., Kalbfleisch“ 10—0,60 Mt. Hammelfleisch 0,55—0,60 Mk., Speck C,7 Butter 0,70—1,00 Mk., Schock Eier 2.80 bis 3,00 Mk. Köln, 22. Juli. Weizen, hiesiger loco 17,25, fremd. lolo 18.50 pr. Juli 16.65. pr. Novbr. 16,65.— Roggen loco hiesiger 14 50, pr. Juli nominell, vr. Novdr. 12,95.— Haser loco 14,25.— Rüböl loco mit Faß 22.50, pr. Oktbr. 22,3. Neuß, 22. Juli. Weizen 16,60—17,60 M., Roggen 13.70 bis 14,20 M., Gerste—.— M., Hafer 15,00 M., Rüdöl per 100 Klgr. 45,00 M., gereinigtes Oel 4800 M. Hamburg, 22. Juli. Kaffee fest. Heunger Umsatz 4500 Sack. Rio reell ordinary 42 Pfg., Santos good Fremen, 22. Juli. Taback. Unsatz 299 Faß Kentuch, 22 Faß Virginia, 65 Faß Maryland, 20 Faß Bay. Bremen, 22. Juli. Schmalz, Wilcox, 33¼ Pfg. Hamburg, 22. Juni. Schmalz, Wilcox, 33¼ Pfg. Bremen, 21. Juli. Petroleum, raff. Standard wyite. Geschaftslos. Loco 6 M. 40 Pfg. Hamburg, 22. Juli. Rübsl ruhig, loco 41 Br.— Leindl fest, loco 45 Br.— Petroleum matt, loco 6,50 Br., 6,40 Gd., pr. Aug.=Dezbr. 6,70 Br., 6,60 G. Antwerpen, 22. Juli. Petroleum weichend. Raffin. Type weiß loco lo bez., 16½ Br., pr. Aug. 16 Br., pr. Sept. 16¼ bez, 16% Br.,Opr. Septbr.=Dezbr. 16½ bez., W.— Familien=Nachrichten. (Von unseren Abonnenten uns zugehende, erkennbar beglaubigte Familien= Nachrichten finden in dieser Rubrik Aufnahme.] Verlobt: Frl. Thekla Patotzka mit Hrn. Carl Heepe(Minden), Frl. Caroline Scheer mit Hrn. August Reinecke(Sachsenbagen). Meteorologische Beobachtungen. Bielefeld, 23. Juli. Niedrigst. Stand des Thermometers während der Nacht++ 16° C. Stand des Thermometers um 12 Uhr mittags+ 22 ½" C. Barometer:(gestriger Stand 755). 753 mm Der Luftdruck hat im Westen von Europa noch weiter abgenommen, während Central= und Nord-Europa hohen Barometerstand haben. Ueber unserm Gebiete hat die Bewölkung seit gestern nachmittag zugenommen, gegen abend fiel Regen; beute ist der Himmel stark bewölkt.— Gewitter und später Regenfälle dürkten zu erwarten sein. * Neueste Berlin, Freitag, 23. Juli.(Privat=Telegramm der Westfälischen Zeitung.) Der Historiker Max Duncker ist in Ansbach gestorben. = Leipzig, Freitag, 23. Juli.(Privat=Telegramm der Westfälischen Zeitung.) Bei dem gestrigen Infanteriemarsch sind 1 Offizier und 32 Mann infolge der ungeheuren Hitze gestürzt. Bisher ist keiner der Betroffenen gestorben. Gastein, 22. Juli. Der Kaiser machte heute vormittag eine Promenade und nahm darauf den Vortrag des General=Lieutenants v. Albedyll entgegen. Paris, 22. Juli. Heute früh entgleiste bei Samur unweit Chateau la Vallière ein Zug der Staatseisenbahn, wobei zwei Personen getötet und mehrere verletzt wurden. London, 22. Juli. Salisbury kehrt erst morgen aus Paris zurück; er will, bevor er sich zur Königin nach Osborne begiebt, erst mit seinen Freunden beraten und findet daher morgen abend eine Zusammenkunft der Führer der Konservativen bei Salisbury statt. für den Stadt= und Landkreis Bielefeld. Gielefeld, den 23. Juli 1836. Die am 20. Juli er. von „Lutspächter Krumsiek zu Asemissen nach bier zum Verkauf und von dem biesigen Untersuchungsamte untersuchte Milch hatte bei 15 Grad C. ein spezifisches Gewicht von 1,0316, eine Trockenzubstanz von 12,52 pCt., sowie einen Fettgehalt von 3.84 pCt. DieSer. pates, Lioenschesten einer sihr guten Schildesche, den 22. Juli 1886. Der Arbeitr Wilhelm Gut Sudbrack hat sich am Sonnabend den 10. dss. Wits. abends entfernt und ist bieher nicht zurückgekehrt. Sonntag den 11. ist er mit Bekannten in Dornberg gewesen. Derselbe ist aus Lämershagen gebürtig, 45 Jahre alt, ca. 1.65 m. groß, hager, hat spitz: Nase, breiten Mund, Kinn gewöhnlich, Haare flachsblond, mit Vollbart. Besondere Kennzeichen: ixkender Gang, rechte Hand und Finger stark verletzt, Gehör S#techt,„Sprache unausgebildet. Anzug von dunkeln meliertem Tuch, seidene Mütze und Stiefel. Die Polizeibehörden werden ergebenst ersucht, den p. Tiemann im Betretungsfalle nach RitterSudbrak, 1½ km. vom Bielefelder Bahnhofe in nördlicher Richtung entfernt, zurückwessen zu wollen. Die Polizei Verwaltung. Meyer, Amtmann. Versteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von Sandhagen Band 4 Blatt 201 auf den Namen der Witwe des Amts=Assessors Wahl, Augustine Andriette geborene Ral in Bielefeld eingetragenen Grundstücke Flur 14 Nr. 78, 520 522 524 76 nebst aufstehenden Gebäuden Wohnhaus Nr. 99 Sandhagen— .. neue Nummer A 14 Gadderbaum— mit Vorbau und Stallgebäude, am 8. Oktober 1886, vormittags 10 Uhr, bör bein unterzeichneten Gericht — an Gerichtsstelle Zimmer Nr. 13 versteigert werden. Die Grundstücke sind mi' einer Fläche von 24 Ar 26 gm. und 151,23 Mk. Nutzungswerk zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschätzungen und andere die Grundstücke betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei Abteilung I eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forderungen—von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der betreil ende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Verteilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigentum der Grundstücke beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des VersteigerungsTermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld inbezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt.(855 Das Urteil über die Erteilung des Zuschlags wird am 9. Oktober 1886, vormittags 11 Uhr, an Gerichtsstelle verkündet werden. Bielefeld, den 17. Juli 1886. Kgl Amtsgericht. I. Abtl. Haupigerinn 50000 Mark. Lose zur beliebten Baden. Badener LotZiehung 2. August 1886 sind noch à 2 M. 10 Pf. vorrätig bei L. Hoffmann, Bielefeld. Jede Liste 20 Pf. Rückrorto 10 Pf. Krigerung! Sonnabend, den 24. Juli 1886, vormittags 10 Uhr ansangend, weede ich auf dem Hofe des Wirts Herrn Dickenhorst am Neumarkt hierselbst(mit dessen Genehmigung) a. zwangsweise: 1 Klavier, 1 Sofa, 1 runden Tisch mit Decke, 1 bedeutende Partie Wallnüsse, sowie Streichhölzer, Blechdosen, b. freiwillig: 1 Kochmaschine und 1 bedeutende Partie Buxkinstoffe, öffentlich gegen Meistgebot und Barzahlung versteigern.(879 Bielefeld, den 23.Juli 1886, Lüsse, Gerichtsvellzieher. Große freiwillige Prrutigrrung. Sonnabend, den 24. d. Mts, morgens 10 Uhr beginnend, verkaufe ich in der Hermannshalle hier gut erhaltene Möbeln, insbesondere 1 Zimmereinrichtung(Sofa, 2 Sessel, Stühle, gr. Spiegel mit Konsole, Schreibtisch), Wäschegegenstände aller Art, darunter Leinen von Handgespinnst, Kleiderschränke, Anrichten und allerlei andere Sachen öffentlich meistbietend bei sofortiger Zahlung. Bielefeld, 22. Juli 1886. Vonschott, Gerichtsvollzieher. 876 Große Sersteigerung! Sonnabend, den 24. d. Mts., vormittags 10 Uhr anfangend, sollen in der Hermannshalle hier freiwillig: 1 Kleiderschrank, 1 Glasschrank, 1 Ofen, Tische, Stühle, 1 Wäscheschrank, Haus= und Küchengeräte, 1 große Partie Sonnen= und Regenschirme, Mützen, Hüte, Kleidungsstücke und noch mehrere andere Gegenstände öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung versteigert werden. Bielefeld, den 23. Juli 1886. Meichelt, Gerichtsvollzieher. 875 Vereins=Nachrichten. Sonnabend: Verein Ravensberg. Versmig. Feldm. Pfeifenklub. Versig. RauchkluF Ostfrista 8% Uhr. Rauchkl. Gemütlichkeit 9 Uhr A. B.V. Gadderb. Vereinsabend Westfalia 8½ Uhr. Verein„Unter uus“ 8½ Uhr. Brackwede=Brocker Turnverein 8½ Gauver. d. M. u. Lack. 8% U. Versl Tischler=Fachverein 8½ Uhr Vslg. Düngerbezug. #8i Etächtor. 1s— 2 pEt, Enanoff und 12—13 pCt. lösl. Phosphorsäure für den landwirtschaftl. Verein zu Heepen werden bis zum 30. d. Monats an den Vorsitzenden Herrn Meyer zu Sieker in Hepen erbeten. 881 Der Vorstand. Entree frei! Dr Entree frei! Oester erenterete. den 25. Juli, morgens von 11 Uhr ab: Fruhsschexpen=Seneern. Nachmittags 4 Uhr anfangend: Großes verbunden mit Preis-Esekreiten, der beste Reiter, ohne abgeworfen zu werden, erhält einen Ehrenpreis; PreisStangenklettern und aufsteigen des Riesen-Luftballons(mit Gondel) Rauke I.; bei eintretender Dunkelheit wird der Garten bengakisch beleuchtet.[859 F. Oppermann. Entree frei! Dr Entree frei! Vlelsleider Farher Gesung Verein. I. Sommerfest Sonnabend, den 24. Juli c., abends 8½ Uhr, in Joachim’s Garten am Gadderbaum. Die Mitglieder der Bielefelder Turngemeinde sowie Freunde der Turnsache sind mit ihren Familien hierzu freundl. eingeladen. 354] Der Vorstand. Sonnabend, den 24., abends 8 Uhr: Zur Erfrischuug. von Mitgliedern der früher Bielefeld-Rossberg’schen Kapelle. 10 Uhr: Große Polonaise bei bengalischer Erleuchtung des Gartens.[885 Entree 15 Entree frei Entree frei. Cufe-Piera. (874 Sonntag, den 25. Juli 1886: Cchbert. Amerikanisch Luft-Schiffahrt harzer Sauerbrunnen, Selters, natürl. und künstl. Brause=Limonaden-Bonvon, Frucht-Läfte, engl. Brausepulver. Felix Batlig. Heute errichtete ich neben dem seit 22 Jahren unter der Firma Wocker. Fröhlke& Dormeyer von mir geführten Cigarrensabrik=Geschäft ein Bank= und in Gemeinschaft mit meinem Beuder, Herrn C. A. Dormeyer in Detmoldunter der Filma Carl Dormeyer& Co. Bünde, den 1. Juli 1886.[862 Carl Dormeyer. Bioht u. Tol. Wilh. Tillmanns, Remscheie. Ehrendiplom Amsterdam. Formutare zu Aieirtsberrengen, sewie Un- und Abmeldescheine Si bei Wohnungs-Bezug und Wohnungs-Aufgabe sind vorrätig bei 3. D. Küster Bielefeld Bahnhofsstraße 3, gegenüber der Post. 870 Als vorzügliches Hessert empfieblt 871 Germania-Mired p. Pf. 1,60 Tentonia-Mired p. Pf. 1,20. Felir Pattig. Ertra Göne, 882 F. Hildebrand. Große Gratis-Verlösung! nachstehend benannter Gewinne wozu jeder erwachsene Besucher des Gartens bei seinem Eintritt ein Frei=Los erhält. 1. Eine Reinigungsmaschine. 2. Erwas für Schule, Haus und Kontor, 3. Was sich jedes Mädchen wünscht, 4. Was ein junges Ehepaar braucht, 5. Des Seemanns Lust, 6. Die Zwillinge von Cuba, 7. Was Rußland fürchter, 8. Besebt es genau, es braucht's Mädchen und Frau, und 9. Hauptgewinn: 100 sehr brauchbare Gegenstände fürs Haus. Gadderbaum. 880 Sonnabend, den 24. Juli: General= Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. unr Kelungon Trunksucht Letztere bes. nach d. der. Methode des Dr. v. Brühl, m. a. ohne Vorw. M. Falkenberg, Berlin NO., Friedenstraße 105. Tägl. eingeh., sow. 100te gerichtl. geprf. Dankschreib, bez. die Wiederkehr d. häusl. Glückes.(618 Naen(Gsce) Incarnatklee, Spörgelsamen, Wicken, liefern jedes Quantum preiswert Lange& Lehners, 826 Osnabrück. ese 8 82 80 = □ □ S mit 10pCt. Rabatt. Auf alle anderen Artikel meines Lagens, als(873 Flurplatten, Röhren, Schwemmsteine etc., bewillige ich 5—10 pEt. Fr. Rubrmann.t Auskunft erteilt F. Gaffky, in Firma Gaffky S; Köhler, Hannover, Georgstr. 4. 947(221 Buchdruckerei 3 J. J. Rustel Nähmaschinen aller Art mit den neuesten Verbesserungen empfiehlt unter mehrjähriger Garantie zu billigen Preisen 849 Franz Anton, Bielefeld, kleine Kesselstr. 5. Lager und Reparatur=Werkstatt. Polser- Arbeiton jeder Art fertigt dauerhaft und billig, Damast=, Rips= und Drell=Bezüge zu Fabrikpreisen. 730 Otto Fuche, Breitestr. 19. Ein Posten Einsätze, Kragen, Manchetten, Nacht=, Vor- und Faltenhemden, echte Schweizer Stickereien bei(1376 J. Heilbronn, Damm 9. BIALAFELD empfichlt sich zur Anfertigung von Rechnungen, Facturen, Circulare, Preislisten, WECHSEL etc. Avis- und Adress-Karten, Packet-Adressen u.-Zettel; Talienkarten, Verlobungs-Anzeigen, Hochzeits- Einladungen etc., sowie auch umfangreichere Druckarbeiten aller Art werden in kürzester Zeit rur Auführung gebracht. Rechnungen ohne Namen In R, ½,% und% Bogen sind stets auf Lager. 0 ein Haus 872 für ca. 4500 Mark. Offerten mit Preisangabe unter U. H. an die Exped. d. Bl. K Für Hattier. Sämtl. Koffergestelle, Kofferrahmen 2c. werden billig abgegeben. 861 Franz Schmit, Barmen, Schafbrückenstr. 26. an Kalhen der1.e8. Kohrteichstr. 38. Minece Preis de vierteljährlich 2 M Expedition, den Ag einzelne Die„Westfälische Zei wird nach auswärts chotten Ein großer gelber Hund, kurzbaarig, mit abgeschnittenen Ohra zugelaufen. Wo sagt d. Ern 860 + 170. Einladun 90 Aart# Westfäl 2. Hppotbek umeuleihen assag W.?“ auf 2. Hopoibek umzulibengeiat. Offerten unter U. E. an die Exp. erbeten. 857 Ein gutes Kolonial= oder Materialwaren=Geschäft wird in einen lebhaften Orte zu kaufen event. u pachten gesucht.„ 768 Gefl. Offerien mit Preisangabe unter T. Y. an die Exp. d. Bl. Glückwünsche! Für eige gesunde Mutter ein Sängling gesucht. Kind 20. er. geboren und 21. gestorben. 658 Gottlieb Hunger, Schildesche 71. Ein Spiy Todes-Anzeige. Gestern morgen 3 Uhr entschlief sanft zu einem besseren Leben unser ältester Sohn und lieber Bruder leinrich im 46 Jahre, welches tiefbetrübt mit der Bitte um stilles Beileid hierdurch anzeigen. 863 Die trauernden Eltern und Geschwister der Familie w. Weilke. Kirch=Dornberg, den 24. Juli 1886. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 4 Uhr vom Trauerhause Nr. 50 aus statt. Ein Bauergefeur wird auf soiort gelucht. erfr. i. d. Erp. 864 Zu Gestern abend 7½ Uhr entschlief sanft nach kurzem aber schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater 850 Priedrich Stockbrügger im noch nicht vollendeten 65. Lebenejahre, welches mit der Bitte um stille Teilnahme hierdurch tiefbetrübt anzeigen Die trauernde Witwe nebst Kinder. Blankenbagen bei Gütersloh, den 22. Juli 1886. Die Beerdigung findet Sonntag den 25. cr. nachm. es chctute (Biele Für die Mona eröffnen wir ein Bestellungen werd die Nru. bis 1. Wohne jetzt. 973 Resselbrink Nr. 2. Dr. wed. Schmidt, homöopathischer Arzt in Bielefeld. Gründlichen prattischen 878 Nutericht in doppelter Buchführung gesucht von einem jungen Kaufmanne, der in Austausch gründlichen Unterricht in der französischen Sprache oder Stenographie erteilen würde. Herren Reflektanten belieben ihre Adressen sub U. G. in der Erpedition d. Ztg. niederzulegen. Unserer Freundin Christine Hammerschmidt zu ihrem morgigen 19. Geburtstage die besten Giebt sie den Anker nicht, kriegt sie ihren W. nicht. 876 R. B. A. D. A. B. entlaufen. Abzugeben 865 Bürgerweg 24. 884 Bestellungen auf Guirlanden zum diesjährigen Schützenfeste nimmt entgegen A. Stutzinger. Verantwortlich für den volitrschen Teil: A. Kaeller, für den übrigen redaktionellen Teil: A. Hartwig, für den Inseratentell: H. Rasch, sämtlich in Bielefeld. Druck und Verlag von 3. D. Küster Rachsolger in Bieleseld. Für die bei der Beerdigung meines teuren Gatten in so reichem Maße bewiesene Teilnahme sage ich im Namen aller Hinterbliebenen meinen herzlichsten Dank. Frau Ww. Fritz Voss. 4 Poli S. M. der Ka woselbst er am Die sofort am folgenden Reise von der Maina Kette von begeisterter Von der Mainau a mit dem Großherzog temberg in Friedric und auf der Durch Begrüßung des Kaif Bayern statt. Die sich im Verkehr zwise schen Fürsten dokum auf die Geschicke unser blicken. Wir sehen Bestandes des ind Einigungswerkes. 1 so größerer Befriedig schen Reichstag als die Reichseinheit ge Legislaturperioden ni die Befürchtung aus den Reichstag wiede Hort des Reichsgeda Der bevorstehen von Deutschland Zusammenkunft der Reiche vorausgeganAuswärtigen, Graf suche des deutschen Kissingen eingetroffe Zeit angekündigte 3 des Auswärtigen, Bismarck noch nicht von Giers von Pete aber immer wieder daß Herr von Gier verlasse, um sich na Gelegenheit er den würde. Es wäre se Giers in Kissingen und dem Grafen K Viel erörtert u Botschafters in Anfangs hieß es, 1 ausweisungen zusam gewiß viel für sich verstimmt, daß seine Deutschland und Fr wenig unterstützt we ins Privatleben zur Verdienst werden würde der deutsche zurücktreten und d während Staatssekr Veschatter noch bo. Roman Von 60 Bella, Du bi Geschöpf auf Erden! was nur irgend m „Thue das un zu entdecken!“ Zwei Tage ver Kunde von Sidoni Der Graf wa Hauptbelastungszeug Ruhig und m Am Abend di Monte Carlo gegat habe den Grafen ge wegen seines Benek Leonard de Ilaine Salon verließ. S Stimmen, welche Leonard de Ilaine' seinem Vetter Geld des jungen Manne er, von dem Tisch quarante gespielt wie Leonard an welche dieser kurz Andere beteuerte, erhalte. Sie entse allein sei. als si zurückkehrte, sah sie Herz gepreßt, dast Schüsse und sah a Dann sah sie Leon kam ein Mann au jungen Menschen erfaßt, einen laute scheu um sich blickte „Ich din nich „und so ermannte ich sah einen Hand — hier ist er!“ „Sie kannten „Nein!“ „Sie kannten „Ja, ich erkar